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Vollendete Autobiographien: 212
Von Sandra Findeisen – Lebenskreise
Sandra Findeisen
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6.9.
Was nach Heimat schmeckt / 31.07.2026 um 22.07 Uhr
6.10.
Was nach Heimat schmeckt / 31.07.2026 um 22.22 Uhr
3.9.
Das Gestern, das heute ist / 05.08.2026 um 21.58 Uhr
5.
Visions coming true / 05.08.2026 um 22.55 Uhr
3.8.
Das Gestern, das heute ist / 21.08.2026 um 19.27 Uhr
4.4.
"iustitia invalidis" / 21.08.2026 um 19.39 Uhr
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Vorwort
1.
All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich
1.1.
McAuley
1.2.
Ein halbes Jahrhundert später
1.3.
The power of words
1.4.
"Talitha kumi!"
1.5.
Ein Lazarett verwundeter Seelen
1.6.
So "lese" ich dich
1.7.
Der lächelnde Schatten
2.
The body code
2.1.
Today is already a memory
2.2.
Changing
2.3.
sandra's book of love
2.4.
Freefall
2.5.
Say it while it matters
2.6.
Pata Pata
2.7.
Goldilocks - my first fairy tale
2.8.
Momentum
3.
Das Gestern, das heute ist
3.1.
Africa - 40 years of dreaming
3.2.
1954
3.3.
1955
3.4.
1956
3.5.
1957
3.6.
1958
3.7.
1959
3.8.
1960
3.9.
1961-1962
3.10.
1963-1964
3.11.
1965-1966
3.12.
1967
3.13.
1968
3.14.
1969-1970
3.15.
1971-1972
3.16.
1973-1974
3.17.
1975-1976
3.18.
1977-1978
3.19.
1979-1980
3.20.
1981-1982
3.21.
1983-1984
3.22.
1985-1986
3.23.
1987-1989
3.24.
1990-1993
3.25.
Winding Down
3.26.
Addendum
4.
"iustitia invalidis"
4.1.
Historischer Prozess
4.2.
Akte SFi
4.3.
ME/CFS
4.4.
Licht-Blick
4.5.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht ;-D
4.6.
Durch-Blick
4.7.
Aus-Blick
4.8.
Snoopy, "glasinova" & co.
5.
Visions coming true
5.1.
"How can I help?"
5.2.
Real Love
5.3.
Poetry set to Music
5.4.
For A World United In Peace
5.5.
Klang und Welt
5.6.
An der Quelle
5.7.
Durch die Tür
6.
Was nach Heimat schmeckt
6.1.
Jenevas Gemüsebrei
6.2.
Papas schoggichüechli
6.3.
Mamas Krautstielgratin
6.4.
Omamas Beignets
6.5.
Opapas guetsli
6.6.
Das Fladenbrot von St. Maria
6.7.
Tante Steffis Franzkuchen
6.8.
Fernands Birchermüesli
6.9.
Sandras Schinkegipfeli
6.10.
Jasmins Himbeer-Tiramisù
6.11.
Joyas Braai-Salate
Meinen Geliebten
Vorwort
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  Vorwort
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Lebenskreise

«Lebenskreise öffnen, weiten und schliessen sich
Dazwischen ist’s ein Wachsen und Werden
Von der Geburt bis zum Sterben
Atemzüge, Himmelsflüge
Mit Funken der Liebe
Die nie verglühen.»

San♥Poetry

Willkommen zum dritten und letzten Teil meiner «Triptychon-Autobiographie», die sich in ungeahnten Tiefen, Weiten und Räumen fortsetzt. Unser Menschsein auf Erden beginnt mit dem ersten Atemzug und endet mit dem letzten. Der Körper ist nurmehr eine unbewohnte Hülle, die Seele ausgeflogen in den Himmel oder hinabgestiegen in die Hölle. So zumindest ist es uns überliefert aus der Bibel. Die Kinder Gottes kommen in Sein Königreich. Diejenigen, die zeitlebens lieber an andere Mächte glaubten; die Hass, Zerstörung und Zwiespalt säten oder an gar nichts haften blieben, gehen einher ins «Jenseits der bedingungslosen Liebe». Ersteres führt zurück in einen unvorstellbaren Zustand des Friedens, der Glückseligkeit, des paradiesischen Einsseins. Letzteres scheint wahrlich die Hölle zu sein. Die Kriege, Unruhen, Konflikte und Katastrophen; das Weinen, Klagen, all das höllisch-Schmerzliche, das wir in dieser Welt erfahren, scheint uns schon jetzt von diesem göttlichen Urzustand zu trennen. Doch die himmlische Melodie, die schon seit Anbeginn in uns erklingt und uns in den «magischen» Momenten und in der Stille hörbar durchdringt, lässt uns erahnen, dass es in Wahrheit keine Abspaltung von unserem Ursprung geben kann. Und so berühren unsere Lebenskreise weit mehr, als wir uns vorzustellen, wahrzunehmen oder zu wissen vermögen. Es ist ein immer währendes, zeitloses Öffnen und Schliessen, Wachsen und Vergehen, schöpferisches Geschehen in der Unendlichkeit des Allumfassenden. Ein mit dem Atem des Atemberaubenden transformierendes Zusammenfliessen ins Eine. Wunder- wunderschöner als die Milchstrassen und Galaxien, die wir mit irdischen Augen und mit offenem Herzen zu sehen und fühlen vermögen. Die sagenhafteste Liebesgeschichte überhaupt. Das schönste Märchen aller Zeiten. Ausserhalb unserer Vorstellungskraft. Klingt dies vertraut oder fremd? Realistisch oder entrückt? Nachvollziehbar oder völlig verrückt? Diesseits-fassbar oder jenseits-utopisch?

Nun, wir haben das Privileg und die Freiheit, an das zu glauben, was Resonanz in unserem Denken, Fühlen, Begreifen und Handeln erzeugt; was uns mit Freude, Einklang, Wohlbefinden und Harmonie erfüllt. Für mich als bekennende Christin ist die Wahl klar:

Mein Herz hat mir diese erste Berührung mit dem Lebenskreis Jesu schon sehr früh offenbart. Im Zentrum meines konzentrischen Lebenskreises steht also die Dreieinigkeit:

                                                                GOTT

                                                                 Jesus

                                                            Heiliger Geist

 

Um diese Mitte herum bildet sich jede weitere Bewegung und Regung meiner weiblichen Wesensart. Dabei bleibe ich offen für die Lebenskreise, die mich - unbewusst und bewusst - erreichen. Die Menschen, die mir begegnet sind und fortwährend begegnen und sich in Liebe zu öffnen wagten und wagen, tangieren nicht nur meine Vergangenheit, Zukunft und mein Dasein im Hier und Jetzt, nein auch meine Erinnerungen, Hoffnungen, Träume und Visionen. Ich lasse mich führen und selbst überraschen, wie weit, tief, bewegend und nachhaltig sich diese kreisförmigen Wellen in meiner dritten Autobiographie ausdehnen werden.

 

 

 

                                                                                                                                   

                                                                

 

 

All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich
Seite 1
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1.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich
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Das Hineintauchen in die Tiefen des Wassers im Spiel mit meinem Vater in unserem Swimmingpool in Parktown, Johannesburg, habe ich deshalb in prägender Erinnerung, weil es mich in ein leichtes, ursprüngliches und vertrautes Element hineinführte. Ich genoss diese Unbeschwertheit mit ihm, umso mehr, weil unsere Beziehung sich während den kommenden Jahren spannungsgeladen entwickelte. Durch seine eiserne Disziplin und deren Umsetzung mit Gewalt, lernte ich schon früh, in befreiende Tiefen und Höhen zu entweichen. die mir immer vertrauter wurden.
Ein Instinkt, der es mir ermöglichte, der Härte zu entkommen und das Weiche in mir zu beschützen. Meinem Herzen zu folgen war schon immer meine oberste Maxime, ein Ruf, der bis heute am lautesten zu mir vordringt, wenn ich mich im Trubel der alltäglichen Herausforderungen verliere. Das Element Wasser wurde für mich ein Ort der Wendigkeit, Kraft und Ausdauer. Papa übte mit mir das Luftanhalten unter Wasser so akribisch wie ein Kunststück, das es meisterhaft zu beherrschen gilt. Es bleibt bis heute ein berauschendes Gefühl, unter den Wellenbewegungen der Oberflächendynamik geschmeidig davonzugleiten und den tiefsten Punkt zu berühren.


Currents

"I drift toward you like a tide at night
You slip away with the morning light
I call your name through open sea
But waves bring back no sound to me

I’m reaching through a rising blue
But I can’t hold the shape of you
Maybe it’s safer in the deep
Where silent waters let me keep

A version of you that doesn’t go
A steady tide I think I know
But every time I near your shore
You pull away just like before
And I’m caught in these shifting streams
Between what’s real and what I dream

So I’ll float where I can’t hide
Am I drowning or just riding the tide (ohh)

I trace your shadow on the waves
It fades and folds
It twists and breaks
I chase the current
Lose my breath
Turn back to find
There’s silence left

Salt on my lips
It tastes so close
Then drifts away
I tread the dark between our worlds
Just out of reach of who you are

A version of you that doesn’t go
A steady tide I think I know
But every time I near your shore
You pull away just like before
And I’m caught in these shifting streams
Between what’s real and what I dream

So I’ll float where the truth can hide
In the dark between your heart and mine (yeah).“


♥ SANI, 18.03.2026

♥ Currents (piano) https://suno.com/s/lKKJYQqohE5RAQ7c

 

McAuley
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1.1.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – McAuley.
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In der katholischen Mädchenschule «McAuley», in die ich eingeschult wurde, liebte ich  die musischen Fächer Tanz, Theater, Musical, Kunst und das Tennisspiel, die ebenso unterrichtet wurden wie das Schwimmtraining. Ich durfte meine Stärken entdecken und mich kreativ entfalten. Damals war es mir nicht bewusst, wie perfekt diese Englische Schule auf meine Künstlernatur zugeschnitten war. Während meine Brüder die private Deutsche Schule, die neben der «McAuley» angesiedelt war, besuchten, genoss ich meine Ausbildung innerhalb der geschützten Mauern der «barmherzigen Schwestern», die mich zu einem offenherzigen, aufgeweckten Mädchen formten. Erst recht nach der tiefsten Erschütterung in meiner kindlichen Entwicklung, trugen mich die Wasserwogen und Wellen an diesem Ort über das zutiefst Traumatische hinweg. Ich danke der göttlichen Vorsehung, durfte ich in der wohlwollenden, liebevollen und einfühlsamen Gegenwart der Nonnen, die mir die wahrhaftige Verwurzelung im Glauben vorlebten, die bedingungslose Liebe Jesu und seine Lehren erfahren.

Was meine Eltern an elitärer Ausbildung meinen Brüdern zu ermöglichen dachten, mir daher vorenthalten blieb, wendete sich zum Segen für mich. Ja, auch innerhalb unserer eigenen Familie wurde die Kluft der Begünstigung spürbar. Hinsichtlich der „McAuley“ wandelte sich dies (gottgewollt) zu einer Offenbarung in der Herzensbildung, ohne die ich nicht die Frau wäre, die ich heute bin. Eines der grössten Geschenke, die mir der Schöpfer machen konnte! Umso dankbarer bin ich, somit der „Hirnwäsche“ der kopfgesteuerten, manipulativen, von Männern geschaffenen „Wissenschaft“, die sich als objektiv und gebildet brüstet, entkommen zu sein. Auch dies hat seine Daseinsberechtigung, dennoch bin ich dankbar, nicht dem „Urgestein“ zuzugehören, der sich in festgefahrenen Denkmustern selbst gefangen hält und sich mit egozentrischer Hingabe der Sezierung der Materie hingibt, im Versuch, die Essenz; das Geheimnis unserer Existenz zu begreifen und sich damit nur noch weiter von ihr entfernt. Immerhin sind als Nebeneffekte modernere und für den Menschen bequemere Bedingungen für eine bessere Lebensqualität entstanden. (Leider auch mit heftigen Nebenwirkungen für den gesamten Planeten).

Viel lieber erlebe und entfalte ich mein Innerstes wie Ströme lebendigen Wassers, das frei und ungehemmt fliessen kann und die Kraft freisetzt, feste Formen mit sanfter Macht zu umspülen; Zärtlichkeit zu halten in meinem Herzen und in den Händen.

Gerne möchte ich an jenen Ort zurückkehren, um noch mehr Erinnerungen an meine erste Schulzeit emporzuheben. Das ist mit der heutigen Technik (und ja, eben auch dank dieser elitären Wissenschaft) gut möglich, ohne in einen Jumbo-Jet einsteigen zu müssen. Wie wir ja inzwischen wissen, können Erinnerungen uns in eine Landschaft hineinkatapultieren, die realer gedacht und empfunden werden kann, als das scheinbar „Wahrhaftige“ selbst (also vor Ort physisch vor dem Eingang der Schule zu stehen).

Und so fliege ich heute via «google maps» über die Dächer des «McAuley House», lande auf deren Internetplattform und staune sowohl über das, was beständig geblieben ist, als auch das, was sich seit der Rassentrennung, die ich damals hautnah erlebte, wandeln durfte.

Das Leitbild der Schule ist und bleibt damals wie heute gleichbleibend:

«Our vision is to nurture resilient, confident and compassionate young individuals who will wholeheartedly dedicate themselves to serving the needs of their community and the world with dignity, humility and integrity. Rooted in Christ’s teaching of love for God, oneself and others, McAuley House strives to cultivate young women and men who embody these values, commited to making a positive impact on both South African community and the global society.»

Meine Neugier wird geweckt, und ich forsche weiter – auf Instagram entdecke ich Bilder und Beiträge, die mir die Wandlung seit meiner Einschulung vor 51 Jahren vor Augen führt: Damals waren wir nur weisse Mädchen, heute sind es zu 99 Prozent die Dunkelhäutigen, die mir auf den Fotos stolz entgegenlächeln. Auch anders als damals: Von Grade R bis 7 werden Mädchen UND Jungs zusammengemischt, von Grade 8 bis 12 werden hier nur noch Mädchen weitergebildet (also ab dem Zeitpunkt der offensichtlichen, geschlechtlichen Reifung). Mir wird warm ums Herz: Gerechtigkeit kann sich auch noch nach Jahrzehnten - wenn auch im Gewand dieser bescheidenen Schuluniform, die beständig geblieben ist - einpendeln und das, was damals unmöglich erschien, möglich machen.

In meiner Erinnerung drücke ich die Schulbank und blicke auf einen wunderschön geflochtenen Zopf einer Schulkameradin. Chantal heisst sie, glaube ich. Sie wird meine Vorliebe für spätere, eigene, lange, blonde Zöpfe zu neuem Leben erwecken, denn meine Haare sind nun kurz, „ich“ in der neuen Rolle als Knabe in blauem „Schottenrock“. Stark, unverwundbar, im Kampf mit dem Schatten, der meine kindliche Unschuld jäh zerstört hatte. „Ich“, dem verspielten Mädchen entwachsen, abgehärtet, plötzlich erwachsen, all dem Kindlich-Verträumten entgleitet, schambehaftet, verzweifelt, stumm schreiend. Dann aber fühle ich endlich Wut; eine feurige, alles in mir verschlingende Energie, nicht definierbar, nicht anders auszuleben als auf dem Pausenhof, wo ich eine Gang gegründet hatte, die das Schulareal kontrolliert und gegen andere sich gruppierende Banden (und mit mir selbst) kämpft.

Drinnen, in der Klasse, „ich“, einbalsamiert in barmherzige Gebete, Bitten um Verzeihung, Gnade, Errettung. Dieser wohlgeformte Zopf, der meinen Blick immer wieder einfängt, gleichsam wie ein Gebet:

„Heavenly Father, please forgive me, for I have done wrong, I have sinned. Let your Light of Love chase away the shadows. Hold me safely in your loving arms. In Jesus’ name, Amen.»

 

Im Schwimmunterricht der blonde Zopf unter eine Badekappe gezwängt, meine lässt sich leicht über die kurzen noch verbleibenden Stümmelchen ziehen. Endlich untertauchen, in die Tiefe meines mir vertrauten Elementes, noch tiefer, auch der Betonboden hält mich nicht auf, ich dringe vor, überwinde das Harte und bewege mich geschmeidig. Ja, hier finde ich mich wieder, in der Umarmung des Wassers, das mich hält und doch trägt, mich schwerelos dahingleiten und mich und meinen Körper vertraut spüren lässt: Ja, hier darf ich atmen, auch wenn ich die Luft anhalten muss, hier wachsen mir Flügel, auch wenn ich verstümmelt bin, hier kann ich schreien, auch wenn ich stumm sein sollte - hier hört mich niemand.

Hier könnt ich bleiben, für immer.



Wieder "aufgetaucht" - als Erwachsene, weiss ich genau, wohin die Reise geht ...

 






 

 

Ein halbes Jahrhundert später
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1.2.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – Ein halbes Jahrhundert später.
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Ich bin der Einladung gefolgt. Sie gibt mir meine Stimme wieder, die bis anhin lieber verstummte, als laut auszusprechen, was dem Vergessen und Verschweigen geweiht war.

Doch mein Herz spricht seit der Niederschrift meiner Lebensgeschichte schon so laut, dass es nicht einmal mehr das Stimmorgan und einen bewusst ausgesprochenen Laut braucht, um gehört zu werden. Und ja, wie ihr wisst, folge ich immer noch der Intonation meines Herzens.

Joya hat mir einen Zopf geflochten, er ist dünner geworden, nicht mehr so hell durchflutet und gebleicht von der afrikanischen Sonne, wie damals, als Kind.

Jetzt sind die feinen Haare getönt in einem kupfrigen Mandelton – wie auf der L’Oréal Packung zu lesen ist: Blonde Amande 723. Die Tönung sollte sich nach ein paar Haarwaschungen wieder auswaschen, steht auf dem Beipackzettel. Seit die Kraft allmählich in meinen Körper zurückkehrt und ich mich wieder mehr um mein Äusseres kümmern kann, versuche ich die Spuren der Zeit zu überlisten und meinem Erscheinen die gestohlene Jugendlichkeit in meinem Empfinden zurückzugeben. Die Viren hatten gewütet und meinen Körper gefühlt um hundert Jahre altern lassen. Nun, die Weisheit, das innere Erkennen und die Ströme, die immer noch frei und uneingeschränkt in mir weiterfliessen, haben mich zum Glück nicht zum Urgestein werden lassen, das sich nicht mehr zärtlich und weich umspülen lässt. Dieses Empfinden nehme ich mit ins Hier und Jetzt, was mir verspricht, mir nicht mehr Ehre und Respekt vor mir selbst zu klauen.

Ich blicke in den Spiegel, dabei kommt mir eines meiner Lieblingsgedichte in den Sinn:

 
Spiegelbild

«Spiegelbild
Was zeigst du mir 
Wahrheit oder Trug
Ist das was ich sehe
Gut genug?
Widerspiegelst du
Feigheit oder Mut
Erloschenes Feuer
Asche, Glut
Hoffnung, Zuversicht
Ein Mensch im Licht?
Was auch immer ich erblicke
Ist vollendet in der Liebe.»

San♥Poetry

Wie tröstlich sich die letzten Reime um mich legen: Alles ist schon vollendet in der Liebe - also brauche ich mich nur mit einem liebevollen Blick zu betrachten, dann ist alles gut, so, wie es ist. Unabhängig davon, was mir meine Gedanken, Gefühle und die subjektive Wahrnehmung vortäuschen. Wie unfassbar sanft-befreiend.

"Du muesch de zopf über nacht lah u erscht vor de läsig uuftue, de hesch schöni wäue, gäu mama", hatte mich Joya unterwiesen. Ich erinnere mich daran, währenddem ich mich im Spiegel betrachte, erstaunt darüber, dass mich mein prüfender Blick nach einer langen Episode des Kapitulieren-Müssens nicht mehr so hart und kritisch trifft wie ich es mir vor meiner Erkrankung gewohnt war. "Früecher" schweiften meine Augen jeweils nur kurz über die Silhouette, die mich verkörperte, meistens mit einem Gefühl der Unzufriedenheit: Hier eine Kummerfalte zu viel, dort dunkle Augenringe, weiter unten zu schmale Lippen. Wenigstens hatte die Scham endlich die Seite gewechselt und ist bis jetzt dort geblieben, wo sie hingehört. Ich bete, dass dies so bleiben möge. Dass ich dankbar dem Wunderwerk meines Körpers, der viel durchgemacht hat, gegenüberstehen und mich mit seinen Wunden versöhnen kann. Ihn nicht noch zusätzlich torpedieren mit überhöhten Erwartungen und ihn besser beschützen vor den Schatten der Vergangenheit, die in der Erinnerung und in manchen Alpträumen vorbeihuschen. Wie Regula, meine Körpertherapeutin, mir erklärt hatte, sei in den Zellen alles bisher Erlebte gespeichert; diese besitzen sozusagen auch ein Gedächtnis. Die Intelligenz findet sich nicht nur in Herz und Gehirn - die Cleverness schwingt in jeder Zelle mit. Unsere Traumas und Erinnerungen hinterlassen nicht nur in unserer Psyche Spuren, nein, auch in unseren kleinsten Grundbausteinen. Faszinierend und erschreckend zugleich, diese Einsicht, doch auch diese Gedanken lasse ich vorbeiziehen, denn ich bleibe Empfangende und versuche, die heilenden Fluten durch mich hindurchströmen zu lassen - im Vertrauen auf meine Vorstellungskraft und die Selbstheilungskräfte meines Körpers. In diesem Urvertrauen zu wachsen und unter den Händen meiner begnadeten Therapeutin die Transformation voranzutreiben, bringt eine innere Ruhe mit sich sowie ein unbeschreibliches Gefühl der Versöhnung, des Friedens mit mir selbst. 

Der schön geflochtene Zopf überlebt nur die Nacht; auf der Reise möchte ich es wieder spüren: Das sanfte Streicheln der Haare über meine Wangen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

The power of words
Seite 4
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1.3.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – The power of words.
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Worte haben eine Kraft, die der des fliessenden Wassers gleich kommt - auch sie können Grenzen allmählich auflösen, sich ihren Weg durch starre Konstrukte bahnen, entspringen einem Ursprung, der unergründliche Tiefen und Weiten erahnen lässt. Sie können innere Feuer löschen, Gedankenberge zum Einstürzen bringen und emotionale Erdbeben auslösen. Sie nähren uns, stillen unser Bedürfnis nach Verständigung, Verständnis, geistiger Sättigung, erfüllen uns mit Sinnhaftigkeit. Ohne Wasser gibt es kein Leben auf diesem Planeten - ohne Worte keinen homo sapiens und wir lägen immer noch schlummernd in den Armen des Schöpfers: 

"Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und das Wort war ein Gott", lesen wir als ersten Satz im Johannesevangelium.

Das Wort: bei Gott, ein Gott - man führe sich dies mal vor Augen: unvorstellbar!
Genau so unbeschreiblich fühlt es sich an, wenn ich versuche, meinen Tanz der Buchstaben zu gebärden, dem Fluss freien Lauf zu lassen, der aus dem Innersten entspringt und die Herzenstüre weit aufreisst. Dabei werde ich mir der Stärke meiner eigenen Worte immer bewusster; sie schlüpfen unter die Haut, berühren die Menschen, können sie umhauen, aufrichten oder entmutigen. Sie können Brücken bauen, in Ekstase versetzen, Masken und Mauern niederreissen, Urgesteine ins Wanken und Ämter zum Schweigen bringen. Sie haben die Macht zu verwandeln und heilen. Ja, mit dieser göttlichen Ressource gilt es sorgsam umzugehen, denn wie beim Wasser, könnte diese Energie missbraucht werden und als destruktives Werkzeug benutzt werden; kaum auszudenken, welch zerstörerische Gewalt und manipulatives Potential darin steckt, welch subtiles Mittel zur Beeinflussung einer Gesellschaft. In diesem Sinne habe ich grossen Respekt davor, die mir geschenkte Gabe zum Wohle und zur Förderung der Menschen einzusetzen. Gott bewahre mich davor, dieses mir geschenkte Vertrauen zu missbrauchen, denn ich weiss, ich könnte mich dieser Waffe problemlos bedienen und Bomben platzen lassen.
Das Rezept, einen Bestseller zu schreiben ist kein Geheimnis mehr, wenn man scharfsinnig genug ist, zu beobachten, wie es die Meister zustande gebracht haben und was den Nerv der Zeit trifft. Oder sich geschickt genug anzustellen weiss, sich mithilfe der KI über das Gewöhnliche hinwegzusetzen: Out of the ordinary - das ist es doch, was heutzutage die Menschen (nebst den erotischen, sexuellen Teasers - die ziehen in der Männerwelt immer!) fasziniert und catcht. Ambitionen diesbezüglich fehlen mir gänzlich - ich möchte wortwörtlich einfach nur Herzen berühren, inspirieren, manchmal auch herausfordern und tröstlich-Heilsames bewirken; Freude schenken und ein möglichst authentisches, schriftliches Zeugnis unserer Zeit ablegen.
Und davon träumen, ein Sprachrohr dieses Gottes zu sein.
Seine Worte halten im Herzen und in den Händen.
Diese Ströme lebendigen Wassers können weder eingedämmt, klein gehalten noch aufgehalten werden; sie sprudeln unvorhersehbar ins Bewusstsein, bis sie ihr Ziel erreicht haben.

An meine allerersten Schreibversuche erinnere ich mich nicht mehr genau - an meine erste schriftliche Liebeserklärung (da war ich sechs- oder siebenjährig?) hingegen schon: Eine mit Bleistift auf kariertem Papier gekritzelte Botschaft an meine Mutter: "mama, schtumpe bone, I luv you."  Dieses Notiz-Zettelchen hatte es irgendwie - trotz Beschlagnahmung unseres Containers mit allen privaten und persönlichen Erinnerungsstücken - in die Schweiz geschafft. In Geroldswil hielt ich es noch in den Händen, danach ist es aus den Augen, jedoch nicht aus dem Sinn entschwunden. Zum Glück in meiner Erinnerung konserviert und damit auch hier auf einem icloud-Wölkchen sicher aufbewahrt.


Little Pencil In Your Hand


"I don’t feel like much some days
Just a name the wind can erase
Small and quiet in a crowded room
Trying to find a way to bloom

But there’s a whisper in my soul
Saying I’m part of something whole
Every word and every smile
Can reach farther than a mile

I may be weak, but I’m not alone
There’s a hand that leads me on

I’m just a little pencil in Your hand
Writing love across this land
Every heart, every broken place
You can fill with simple grace
Use my life, every word I say
Let Your love be on display
Even small, I understand
I’m a little pencil in Your hand

In the moments no one sees
In the quiet, on my knees
Every kindness, every tear
You are working even here

When I choose to let things go
When I give instead of hold
Every act of mercy shown
Writes a love that’s not my own

I may be small, but still I know
You can make this life a glow

I’m just a little pencil in Your hand
Writing love across this land
Every heart, every broken place
You can fill with simple grace
Use my life, every word I say
Let Your love be on display
Even small, I understand
I’m a little pencil in Your hand

Write through me, in all I do
Let them see a glimpse of You
Every line, both bold and true
Pointing hearts right back to You

I’m just a little pencil in Your hand
But You write what no one can
Turning darkness into light
One small act, one word at a time
So take my life, I give it all
Big or small, You use it all
Now I finally understand
I’m a little pencil in Your hand

Write Your love …
… through me

Write through me, in all I do
Let them see a glimpse of You
Every line, both bold and true
Pointing hearts right back to You

I may be weak, but I’m not alone
There’s a hand that leads me on

I’m just a little pencil in Your hand
Writing love across this land
Every heart, every broken place
You can fill with simple grace
Use my life, every word I say
Let Your love be on display
Even small, I understand
I’m a little pencil in Your hand

In the moments no one sees
In the quiet, on my knees
Every kindness, every tear
You are working even here

When I choose to let things go
When I give instead of hold
Every act of mercy shown
Writes a love that’s not my own

I may be small, but still I know
You can make this life a glow

I’m just a little pencil in Your hand
Writing love across this land
Every heart, every broken place
You can fill with simple grace
Use my life, every word I say
Let Your love be on display
Even small, I understand
I’m a little pencil in Your hand

Write through me, in all I do
Let them see a glimpse of You
Every line, both bold and true
Pointing hearts right back to You

I’m just a little pencil in Your hand
But You write what no one can
Turning darkness into light
One small act, one word at a time
So take my life, I give it all
Big or small, You use it all
Now I finally understand
I’m a little pencil in Your hand

Write Your love … through me
Your Love
Write Your Love
Through Me
Love
Me
You
Me and You
 In Love."

♥ SANI, 29.03.2026

 
♥ Little Pencil In Your Hand African I  https://suno.com/s/WvFhdkd0hAQzE6MG
"Talitha kumi!"
Seite 5
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1.4.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – "Talitha kumi!".
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Die Fahrt nach Heiden im schönen Appenzellerland dauert von Helgisried aus rund drei Stunden. Jasmin ist eine rassige Fahrerin und hätte es in 2.5 Stunden geschafft, wären da nicht die Baustellen und daher stellenweise stockender Verkehr. Immer wieder erkundigt sie sich nach meinem Befinden und wählt auf Spotify die Lieder, die "dem müetti", wie sie mich manchmal neckisch-liebevoll nennt, gefallen. Die Abba-Songs haben eine beruhigende Wirkung auf mich, das wählt Jazzy geschickt, denn sie weiss, wie sehr mich ihr zügiges Tempo zeitweilen stresst. Ich bin eine schlechte Beifahrerin, sehe überall Gefahren und halte mich am Türgriff fest, wenn die Geschwindigkeitsanzeige über 120 km/h steigt. Kurz vor unserem Ziel halten wir an, um - es ist inzwischen nach 21:30 Uhr - in einem Thailändischen Restaurant ein Take-Away Menu zu bestellen. Die Portionen sind grosszügig, wir haben gebratenes Reis, Nudeln und frittierte Scampi bestellt, auf die Jasmin besonders Lust verspürt. Mir ist etwas mulmig dabei, denn Joya ist allergisch auf Garnelen und Schalentiere. Ihr Notfallset hat sie schon seit Jahren nicht mehr auf Reisen dabei: Cortison-Tabletten und einen Adrenalin-Pen, der bei den ersten akuten Anzeichen direkt in den Oberschenkel gestochen wird, bevor die Allergie lebensbedrohliche Ausmasse annehmen kann. Aber alles gut, müetti, wir passen auf.
Auf der letzten Strecke hören wir noch die Schlager (Ladiner: "Beuge dich vor grauem Haar" oder die Kastelruther Spatzen: "Schatten über Rosenhof"), die Franz liebte, und so bin ich in Gedanken bei ihm.
Als wir im Hotel Linde einchecken, bin ich am Limit meiner Energiereserven - wohlweislich haben wir uns entschieden, zum Autobiografie-Festival einen Abend früher anzureisen, denn meine Lesung ist tags darauf, am Freitag, 27.06.2025 von 17:00 bis 18:00 Uhr, vorgesehen.
Im 3. Stock werden wir im Familienzimmer drei Nächte verbringen. Ein Glücksfall, denn im Vorfeld, Ende März, hatte es geheissen, es sei alles schon belegt wegen der Frauen-EM, die am 4. Juli in der Arena St. Gallen (Spiele Dänemark-Schweden und Deutschland-Polen) stattfindet. Zwischenzeitlich hatte eine Gruppe abgesagt, weshalb wir zu dritt einquartiert werden konnten. Die Mädels hatten darauf bestanden, mich zu begleiten; sie waren sich dessen bewusst, wie wichtig dieses Highlight für mich sein würde, grenzte es doch an ein Wunder, nach meiner schweren Erkrankung und der noch einschränkenden Erschöpfung hier dabei sein zu können. Ja, für mich überhaupt ein unglaubliches Wunder, in zwei Jahren während den langen Stunden, Tagen, Wochen und Monaten im Bett zwei autobiografische Werke verfasst zu haben, die meinen Töchtern, ihren Nachkommen und einem Weltkulturerbe dienen dürfen. In sanften Wellen und Wogen hatte sich der Wörterfluss seinen Weg an die Oberfläche in die Tastatur meines Laptops geebnet. Zeitweilen mutete ich meinem Körper viel zu, bis an die Grenze des Verkraftbaren. Leidenschaftlich hingegeben - Künstlerin eben. Nicht aufzugeben hatte sich ausgezahlt - nun durfte ich meiner Geschichte zudem eine Stimme verleihen. Sehr erfüllend und eine Belohnung für Fleiss, Schweiss und Durchhaltewillen. Ohne diese fiesen, kleinen Erreger wäre solch ein umfassendes, bedeutendes Werk wohl erst gegen Lebensende, in der Phase des Ruhestandes, entstanden. Trotzdem, danken kann ich den Herpesviren noch nicht - zu schmerzhaft und zermürbend war der Kampf zurück.

"Talitha kumi!" - hatte Jesus dem totgeglaubten Mädchen gesagt (Markus-Evangelium Kapitel 5,4) - "Mädchen, steh auf!" Sinnbildlich für meine Verfassung vor eineinhalb Jahren oben im Dachstock, meinem "Himmelreich". Hier fühlt man sich dem Himmel so nah, kann beobachten, was sich am Firmament für Stimmungen offenbaren; wie die flauschigen Wölkchen wie träumende Wattebällchen dahingleiten und dabei wundersame Formen zu gestalten vermögen: Engel, Steinböcke, Herzen, Menschenköpfe, Schwäne, Heiligenscheine, ... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wie der Nebel mystisch dem Sonnenlicht weichen muss, wie Blitz und Donner ihre furchterregenden Pfeile in die Landschaft einschlagen, wie der Morgen die Natur in sanften pastell-gelb-orange-rosa-roten Farbtönen wachküsst oder wie sich dunkle Wolken depressionsgeladen in die Gemüter der Zartbesaiteten entladen. Wie die Schneeflocken leichtfüssig in einem atemberaubenden Ballett vom Himmel fallen und die Vergänglichkeit dieses Tanzes bei der Berührung mit der Erde so eindrücklich demonstrieren. Manchmal schmelzen sie schnell dahin, manchmal gesellen sie sich zu den schon gefallenen Kristallkunstwerken und bilden gemeinsam eine kühle Decke, die sich aufreissen lässt, um Schneemänner zu bauen, Bälle zu formen, Schlitten oder Ski zu fahren. Sie können sich in Iglus, Tische, Stühle und Betten verwandeln. Werden sie zu Eis, lassen sich die unglaublichsten Skulpturen bildhauen. Die zarten Schneeflöckchen können sich auch knirschend bemerkbar machen, wenn man über sie "tschaupet". Und wenn man nicht aufpasst, rutscht man auf ihnen aus. Ich höre sie dabei schadenfreudig lachen!
Sie dürfen nun auch durch meinen Song - wenn auch flüchtig - glückselig erklingen:


♥ Ein Hauch Glück  https://suno.com/s/7w8mMovOIJadmb8a



Ein Hauch Glück


"Weiss fällt die Zeit aus blauem Himmel
Auf Gesicht und Wimpernrand
Eine Flocke schläft wie Atem
Friedlich in meiner Hand

Und berühr ich sie, ist sie verschwunden
Nur ein Leuchten bleibt in mir
Wie ein unausgesprochener Name
Wie ein Hauch von Glück

Und wir gehen durch das Schweigen
Durch die weisse Welt
Wo ein jeder Augenblick
Sich verwandelt in Ewigkeit

Schnee verweht sich in deinem Haare
Licht ruht auf der Flocken Spur
Und wir lachen frei und heiter
Denn die Zeit steht nun still

Unter all den schlummernden Decken
Regt sich leise neues Sein
Träume atmen tief im Dunkeln
Warten auf den lichten Schein

Mit den Fäden, weiss und flüchtig
Halt ich fest, was nie vergeht
Eine Spur in meiner Seele
Die im Atmen noch weiterweht

Und wir gehen durch das Schweigen
Durch die weisse Welt
Wo ein jeder Augenblick
Sich verwandelt in Ewigkeit

Schnee verweht sich in deinem Haare
Licht ruht auf der Flocken Spur
Und wir lachen heiter weiter
Denn die Zeit steht nun still

Alles, was im Fallen schwindet
Trägt den Anfang schon in sich
Und im leisesten Vergehen
Wächst ein neues, reines Licht

Weiss fällt die Zeit - und wir darin
So geborgen, nah und warm
Wie ein Flüstern zwischen Flocken
Trägt die Nacht uns in den Morgen

Eine Flocke schläft wie Atem
Friedlich in meiner Hand
Und berühr ich sie, ist sie verschwunden
Nur ein Leuchten bleibt in mir
Wie ein unausgesprochener Name
Wie ein Hauch von Glück

Still in meiner Hand
Ein Hauch von Glück
Fern
Still und fern
Noch stiller
Still
...
(Wiederholung)
 
Und ein Leuchten bleibt in mir
Wie ein Hauch von Glück
Stilles Glück
Nur ein Hauch
Still
   Still."


SANI, 26.03.2026



Oben, im Dachstock, dem Himmel so nah: Diese eine schwache Sekunde, in der ich nur noch Schmerzen, Abgeschlagenheit, mein rasendes Herz spürte, liess mich ein flehendes Stossgebet zum Himmel richten:
"Nimm mi itz zu dir hei, himmlische vater, i ma nüm kämpfe". Sie hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt, weil sie inmitten meiner verzweifelten Kapitulation eine entscheidende Wende mit sich brachte: Ich spürte augenblicklich, wie eine unbeschreiblich sanfte Welle mich innerlich erfasste und mir sozusagen neuen Lebensgeist einhauchte (es ist anders kaum zu beschreiben). Zudem spülte nur noch ein Gedanke alles andere aus meinem Bewusstsein weg: Jasmin und Joya! Für sie musste ich diesen tiefsten Punkt überwinden und über mich hinauswachsen. Der ganzen Qual zum Trotz.

Und nun waren wir hier - alle drei - in Heiden; bald würde meine Lesung beginnen.
Ein Lazarett verwundeter Seelen
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1.5.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – Ein Lazarett verwundeter Seelen.
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Catherina Sturzenegger, 1854 in Speicher AR geboren, erlebte die "ups and downs" des Lebens sowohl beruflich wie auch gesundheitlich ziemlich heftig. Doch sie liess sich nicht unterkriegen und war als Feministin (sie würde einen Mann heiraten, aber nur wenn dieser ihr den Haushalt erledige ... was im 19. Jahrhundert natürlich utopisch war) ihrer Zeit weit voraus: Eine Steh-Auf-Frau, die sich für den Frieden und die Nöte der Menschen als Schriftstellerin, Kriegsberichterstatterin und Mitarbeiterin des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) einsetzte. Die Bekanntschaft mit Henry Dunant liess sie zur eifrigen Verfechterin seiner Ideale werden, und so nahm sie als Abgesandte des Roten Kreuzes die damals mehrtägige, beschwerliche Reise nach Japan auf sich, um als Rotkreuzhelferin und Korrespondentin zu fungieren. Sie gründete in Tokio eine Privatschule für deutsche Sprache. Die als Schriftstellerin nur zweitrangige Sturzenegger litt zeitlebens darunter, als Frau ihre Tatkraft nicht voll entfalten zu können, dafür entschädigte ihr humanitäres Engagement sie für diese Einschränkung. 
Eindrücklich, dieser Auftakt am Autobiografie-Festival in Heiden - der Vortrag über eine bemerkenswerte Frau, die meinen Lebenskreis tangiert, weil sie sich unerschrocken und mutig für eine friedlichere, sozialere Welt einsetzte und nachhaltig sanfte Wellen in mir schlägt. Eine Pionierin. Eine Inspiration.
Im Museum Henry Dunant (geboren 1828 in Genf), das sich ebenfalls in Heiden befindet, erfahre ich mehr über seine humanistische, christliche Prägung und einschneidende Erfahrung in Solferino, wo er Zeuge der erschreckenden Zustände unter den Verwundeten nach einer Schlacht zwischen der Armee Osterreichs sowie Sardinien-Piemonts und Frankreichs wurde. Seine Erlebnisse schilderte er in seinem Buch "Eine Erinnerung an Solferino", das er 1862 auf eigene Kosten veröffentlichte und in Europa verteilte. Daraufhin kam es ein Jahr später in Genf zur Gründung des IKRK, das humanitäre Hilfe an die Kriegsverletzten und ungehinderter Zugang zu den Lazaretten ermöglichen sowie unter den Schutz der Neutralität gestellt werden sollte. Aufgrund eines Konkurses in Algerien (er wollte dort ein Finanzinstitut verwalten, was gründlich schief ging) und des darauf folgenden Ausschlusses aus der Genfer Gesellschaft, lebte er lange in Armut und Vergessenheit. Er zog sich vollständig zurück und wurde bis zu seinem Tod im Jahr 1910 als menschenscheu beschrieben. Der ihm verliehene Friedensnobelpreis im Jahr 1901 war zeitlebens umstritten und konnte dem psychisch angeschlagenen Henry nicht die gefühlte Ehre zurückbringen. Er verstarb im Spital in Heiden, wo er dank seines Hausarztes die letzten Jahre bis zu seinem Ableben Wohnrecht und Pflege geniessen durfte.

Seine letzten Worte: "Ah, que ça devient noir!" (Wie finster wird es um mich!)

Samedi, le 28 juin 2025:

"Mais Henry - que ça devient clair en moi!" rufe ich fast 200 Jahre später aus - "aber wie hell wird es um mich", kann ich nur sagen, wenn ich mich vom humanistischen Lebenskreis Henry Dunants berühren lasse.*


Im kulturhistorisch wertvollen Lindensaal, ehemals Post- und Telegrafenbüro (im 19. Jahrhundert) sowie unter Denkmalschutz gestellt; der letzte seiner Art im Appenzellerland, beginnen die Lesungen der autobiografisch Schreibenden. Mit Spannung hatte ich diesem Moment der Begegnung mit den Mutigsten entgegengefiebert. Den Mutigsten aber auch Vulnerabelsten, wie mir allmählich bewusst wird. Das lässt sich nicht nur aus den Texten lesen, viel mehr noch am Ausdruck der Körper, die diese Geschichten beherbergen. Sie sind lebende Zeugnisse innerlicher Wunden, die mit einem Arsenal an Wörtern verpflegt werden. Verwundete, die sich wortgewandt und tapfer dieser Mutprobe stellen. Indem sie ihrem innersten Empfinden den Weg nach aussen bahnen, ins Gehör der Anwesenden, die mehr oder weniger mitfühlend Anteil nehmen an der Verletzlichkeit dieser Persönlichkeiten. Lebenswelten, die auch mich sosehr beeindrucken, dass ich am liebsten auf die Bühne springen und jedem/r Einzelnen einen Siegeskranz überreichen möchte.


*In der Coop Zeitung vom 16. April 2026 ist nun ein Bericht erschienen, anlässlich der Museums-Award-Nominierung 2026. Ein wirklich eindrückliches und der Ehrung würdiges Museum, das ich ein zweites Mal besuchen werde, um nochmals vertiefter (mit mehr Auffassungsvermögen und Energie) in das Lebenswerk Henrys einzutauchen und die Atmosphäre in Ruhe auf mich wirken zu lassen.
Der Coop-Bericht hat mich inspiriert, Dunant ein Lied zu schreiben - mitten in der Nacht hat mich der SANI-Sound geweckt und mich erst wieder schlafen lassen, als es "geboren" war. 


Coop-Zeitung Nr. 16 vom 16.04.2026 - der Bericht über Henry Dunant; sein Lebenswerk eindrücklich und sinnlich-ergreifend im Museum in Heiden AR der Öffentlichkeit zugänglich: Eine Reise dorthin lohnt sich!

 

Im Zeichen des Roten Kreuzes, sichtbarer für die Welt.

Warum müssen Menschen oft zuerst sterben, um zu Ehre und Ruhm zu gelangen - um ihren aussergewöhnlichen Werken einen würdigen Platz einzuräumen?

 

Eindeutig auf Kurs in Richtung Siegesehrung ... on verra ;-D

 

Da steckt viel Arbeit, Innovationsgeist und Herzblut drin. Merci à tous.


...et merci à toi, Henry, j'espère que cette chanson te plaît (une des quattre versions  - la plus forte ...):


♥  N’oubliez Pas   https://suno.com/s/Krs77UZ7dEHnWYFv



N’oubliez Pas

"À Genève un enfant est né
Henry Dunant, le cœur éveillé
Il rêvait d’un monde apaisé
Sans savoir ce qu’il allait changer
 
Puis un jour la guerre a éclaté
À Solférino tant de vies brisées
Des corps laissés dans le silence
Et lui face à tant de souffrance
 
Ni uniforme ni nation ne comptent
Seulement des hommes en abandon
 
Alors il a dit aidez-les tous
Même ennemis, même à genoux
Une croix rouge pour seule loi
L’humanité avant tout, pas à pas
 
Un signe simple contre la nuit
Un peu d’espoir dans l’infini
Même au cœur de l’obscurité
On peut encore aimer
 
Ses mots ont traversé le temps
Ont réveillé le cœur des gens
Ainsi est né la Croix-Rouge
D’un homme, d’un rêve, d’un cri
 
Les lois de Genève nées dans la nuit
Ont semé l’espoir dans l’infini
Même au milieu du feu, du bruit
Rester humain c’est aujourd’hui
 
Ni uniforme, ni nation ne comptent
Seulement des hommes en abandon
 
Et même s’il fut seul oublié
Dans le silence et la pauvreté
Le monde un jour s’est souvenu
De ce qu’un seul homme avait vu
 
Le Prix Nobel de la paix est venu tard
Mais son idée brille encore
 
Aidez-les tous, n’oubliez pas
Chaque vie compte ici bas
Et dans nos mains encore aujourd’hui
Vit son rêve infini
 
Aidez-les tous, n’oubliez pas
Chaque vie compte ici bas."

 
♥ SANI, 18.04.2026



 

So "lese" ich dich
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1.6.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – So "lese" ich dich.
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Martin Dean ist am Samstagabend, 28. Juni, der Hauptgast am Autobiografie-Festival 2025. Er wird während rund zwei Stunden von Alfred Messerli, Literatur- und Kulturwissenschaftler, interviewt. Auf dem üppig gewölbten Sofa versinkt der zierliche, wendige Dean fast, seine intellektuelle Präsenz ist dafür umso raumfüllender. Der Anfang erfolgt etwas ruppig, harzig doch im Verlaufe des Gesprächs ist man im Banne des Schriftstellers, der sich zu Beginn fragt:
"Schriftsteller - was heisst das schon?"
Damit hat er mich sofort gecatcht. Ebenso der rote Fingernagel (an seinem rechten Zeigfinger, soweit ich mich erinnere), der immer wieder meine Aufmerksamkeit für das Erzählte unterbricht. Gerne hätte ich ihn gefragt, was dieser eine rote Nagel bedeute, denn bestimmt - so, wie ich seine Wesensart einschätze - ist dies sinnhaft. Ich werde mir dieses Rätsel für die Fragerunde am Schluss aufbewahren. Sein aktuellstes Werk - Tabak und Schokolade - beschreibt eindrücklich, wie er nach dem Tod seiner Mutter "zufälligerweise" ein Fotoalbum entdeckt, mit Fotos aus Trinidad, seiner Heimat väterlicherseits; seine Spurensuche mit den brennenden Fragen: "Woher komme ich, warum verschweigt man mir meine Herkunft, wer bin ich eigentlich ... ?" Dean erzählt sensibel, weise, aufklärend, skizzierend, was ihn als Andersfarbigen in der Schweiz geprägt hat. Er bewundert den Mut seiner Mutter, einer charakterstarken, jedoch verschwiegenen Frau, die seinen Vater, der indischen Oberschicht angehörend, in London kennen- und lieben lernt. Ein brillianter Tänzer, der sich später allerdings als "Tu-nicht-Gut" und alkoholkrank entpuppt. Eindrücklich auch Deans Schilderung der Szene, in der seine Mutter mit ihm, noch Kleinkind, in einem dünnen Nachthemd nachts mit dem Säugling ausreissen muss, nachdem der Ehemann den Jungen mit der Glut einer Zigarette bedroht hatte. Ihr Glück, daraufhin in die Obhut einer dänischen Kakaoplantagen-Betreiberin zu gelangen. Dort wird der kleine Dean auch von einer Nanny betreut, währenddem seine Mutter auf der Plantage arbeitet, später dann im Betrieb als Sekretärin ihren Lebensunterhalt, unter Geheimhaltung ihres Aufenthalts, verdient. Seiner Kritik bezüglich der britischen Kolonialisierung mit Ausbeutung der Einheimischen stimme ich immer wieder nickend zu. Hellhörig werde ich, als Dean offen und entwaffnend ehrlich gesteht, er befürchte während seiner Karriere immer wieder, "überschrieben" zu werden; also von anderen Schriftstellern ausgelöscht zu werden, indem sie überzeugendere Werke schreiben, welche seine Bücher und somit auch ihn - um es mit meiner eigenen Ausdrucksweise darzustellen: in den Schatten (oder ins Nichts) stellen würden. Er habe aber auch gelernt, dass er dieses Negativum in ein Positives umwandeln könne: So, wie ich es verstanden habe, als "spicy" Zutat für ein neues Rezept in seiner schriftstellerischen Zauberküche (ich versuche, dies hiermit bildlich zu erklären). Oder - da er eine Leidenschaft für Gärten pflegt - ein Same, der in den fruchtbaren Boden seines Erfinderreichtums gesät wird und den er unter seiner hingebungsvollen Pflege zu seinem eigenen Gewächs heranziehen kann. Hoffentlich zur Freude, Inspiration und Bereicherung seiner Leserschaft. Denn das ist es doch, was ein Autor schlussendlich bewirken möchte: Den Geist und das Herz des Lesers anregen, ihn/sie berühren, in eine andere Welt entführen, eine, in der man gerne verweilt und die auf menschlicher Ebene verbindet.
Was mich persönlich am meisten inspiriert hat, war seine Sichtweise, wie wir Menschen wahrnehmen können: Wir können sie nämlich "lesen" - diese Versinnbildlichung hat, seitdem ich es im geschichtsträchtigen Lindensaal aus seinem Munde gehört habe, Wurzeln in meinem Bewusstsein geschlagen.
Ein weiterer Lebenskreis, der mich getroffen hat. Und ich hoffe, den Menschen und Schriftsteller Marin Dean einigermassen seiner Persönlichkeit gerecht werdend "gelesen" und verstanden zu haben.
Die Frage mit dem roten Fingernagel verschwand während des "Lesens" ins Vergessen, vielleicht kann ich sie ihm ein andermal stellen.
Der lächelnde Schatten
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1.7.  All deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich – Der lächelnde Schatten.
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Er fiel mir auf: In schwarz gekleidet, dezent anwesend und doch einprägsam.
Jedes Mal, wenn sich unsere Blicke trafen, lächelte er mich an.
Ein Lächeln, das ich seitdem nicht vergessen habe.
Was habe ich in diesem lächelnden "Schatten", der mir immer wieder begegnete, gelesen?
Er machte sich manchmal Notizen, sass an jeder Lesung in der vordersten Reihe, erster Stuhl ganz links, blickte öfters in meine Richtung. Versucht unauffällig.
Wir tippten auf einen Journalisten, der in der Appenzeller Zeitung einen schönen Bericht über das 5. "Aus dem Leben lesen" veröffentlichen würde. Wir, weil auch Antoinette sich diese Frage gestellt hatte und ihn darauf ansprach: "Nein, er sei lediglich Zuhörender."
Daraufhin streifte mich Misstrauen: Ein Blitz ging durch meine Gedanken: Ein "Spitzel" der IV, auf deren Entscheid bezüglich Rente ich seit Monaten wartete; wegen meiner postviralen Erschöpfung hatte ich ihnen zwecks Belegung meiner Situation (nebst Labor, Arztbericht, usw.) auch noch einen Auszug aus meiner zweiten Autobiografie dazugelegt, mit der Schilderung des Dominoeffekts, der die ganze Misere in Gang gesetzt hatte. Die IV-ärztlichen Gutachter wollten nämlich - wie ich das schon von den Berichten anderer Betroffener gehört hatte - die körperlichen Beschwerden als "subjektiv" abstempeln!
Wie so viele in einer ähnlichen Situation musste ich nun einmal mehr meine Glaubwürdigkeit beweisen. Nach drei Monaten hatte ich immer noch keinen Entscheid; ein scharf gewürztes E-Mail von mir vor einem Monat blieb unbeantwortet - vielleicht zu pikant auf den Punkt gebracht? Dass ich mit meiner höflichen, jedoch unmissverständlichen Wortwahl die Ämter in langes, unerklärliches Schweigen versetzen konnte, war mir schon mehrmals aufgefallen.

Jasmin wollte sich nun einschalten und mit ihrer kratzigen Namensvetterin telefonieren - ich hatte ihr ausnahmsweise die Erlaubnis gegeben, dort anzurufen, um mit ihrer feurigen Ausdrucksweise ein wenig Dampf zu machen; jedoch nicht so hitzig, die ganze Bude in Brand zu setzen.
Ich war während dem Gespräch nicht dabei, Jasmin erzählte mir anschliessend während unserem täglichen Telefonat folgendes:
Die zuständige Sachbearbeiterin der Rentenabteilung sei "telefonisch im Moment nicht erreichbar", wurde sie von deren Vertretung aufgeklärt, "um was geht's denn, vielleicht könne sie ja weiterhelfen?"
Als Jazzy meinen Namen erwähnte, kam die nächste Frage: "Haben Sie eine Vollmacht?"
Jasmin war nun erst recht in Rage und entgegnete: "nei, bruucheni ned, sie isch mini muetter!"
Das genügte.
Nächste Hürde: AHV-Nr.? 
"Weissi ned. Längt de dr name ned?!?"
Natürlich genügte nun plötzlich das blosse Eintippen meines Namens und das System spukte problemlos meine Daten heraus.
"Aha, ja, hmmm ... hmmm ... "
Jasmins Geduld hing nun an einem seidenen Faden. Ihr platzte der Kragen.
Ihren ganzen Frust konnte sie nun in einem einzigen Wortschwall los werden:
Die mangelnde Kommunikation, das lange Warten, das nicht-ernst-nehmen-Wollen und die zermürbende Taktik der IV sei eine Schande, überhaupt, wie die Betroffenen hingehalten werden, bis sie sterben, dann müsse die Versicherung nämlich nichts mehr zahlen (ist in zwei uns bekannten Fällen tatsächlich so geschehen!) - ein Armutszeugnis für die Schweiz, die als Land mit vorbildlichem, sozialem System scheinbar nur gegen aussen glänze!!!
Am anderen Ende Schweigen.
Jasmins gute Erziehung dringt doch noch durch, sie entschuldigt sich, die Dame (sie hatte nicht nach ihrem Namen gefragt) solle es nicht persönlich nehmen, aber die Situation sei auch für die Angehörigen sehr frustrierend und mache wütend. Wann denn die Frau Kratzer erreichbar wäre? Das wisse sie nicht, entgegnet die Konsternierte, sie könne aber Jasmins Telefonnummer notieren und der Kollegin mitteilen, sie solle sich doch rasch möglichst bei ihr melden ... 
"Ja, gärn, u dir dörft ire no uusrichte: ob sie eigentlech de ganz tag cocktails schlürfi ufem wäg zur arroganz ... ?!?"
Ich breche in schallendes Gelächter aus - dieser letzte Satz ist einfach herrlich erfrischend und so spritzig, dass ich ihn hier festhalten muss.

Könnte also durchaus sein, dass die IV jemanden schickt, um mich zu bespitzeln und beurteilen, ob ich wirklich Erschöpfungspatientin sei. Könnte er dies denn wirklich, zumal ich immer wieder verschwinde, nicht an jeder Lesung teilnehme und man mir, sanftmütig Lächelnden, die Strapazen nicht anmerkt?
Was liest er denn wohl in meinem Gesicht?

Nach meiner Lesung bin ich fix und fertig und lege mich noch zwei Stunden - bis zum Abendessen um 20:00 Uhr - hin. Meine Töchter sind stolz auf mich und voller Bewunderung: Ich sei sehr authentisch gewesen und habe mich von den "gesuchten" Spitzfindigkeiten des Urgesteins, der die Texte in theatralischer, selbst darstellerischer Manier (für die einen witzig, für andere weniger) auf Herz und Nieren prüft, nicht aus der Fassung bringen lassen.
Ja, ich bin zufrieden, wie es gelaufen ist, vor allem schmunzle ich innerlich, denn ich habe den Kritiker in seine Widersprüchlichkeiten laufen lassen. Ich hoffe, es wird ihm nicht allzu peinlich sein, wenn er sich im Nachhinein sprechen hört. Ich feiere auch diesen Sieg und sonne mich in der sicheren Festung, die meine Töchter - ohne sich dessen bewusst zu sein - um mich herum bilden. Wie bin ich stolz auf sie! Und unendlich dankbar.

Auch er lächelt mir zu, der in schwarz Gekleidete, der immer wieder wie ein Schatten auftaucht. Später erfahre ich von meinen Töchtern, dass er sich bei ihnen bedankt habe nach meiner Lesung.
Bedankt wofür? Mich begleitet und eine Stütze gewesen zu sein, vermute ich mal. 
Meine abenteuerliche These des Geheimagenten widerlegen Jasmin und Joya. Sie schütteln den Kopf und bemerken: "Mama, du gfallsch ihm, merksch denn ned, dass er mit dir flirtet?!"
In der Abschlussrunde am Sonntagmorgen, sitzt er mit ihm Kreis. Erneut Fragezeichen. Hier stellt er sich als Psychologe vor, im Ruhestand. Die Lesungen haben ihn sehr beeindruckt. 
Das Rätsel des geheimnisvoll Lächelnden bleibt ungelöst. Was irgendwie auch schön ist.
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2.  The body code
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"Blinde, die wieder sehen, Taube, die wieder hören, Lahme, die wieder gehen können."

Solche Heilungen sind nicht nur in der biblischen Geschichte überliefert. Dr. Joe Dispenza hat dies selbst am eigenen Leibe erfahren: Er erlitt mit 23 Jahren infolge eines Sturzes vom Fahrrad während eines Triathlons so schwere Rückenwirbelverletzungen, dass er laut ärztlicher Diagnose ohne tiefgreifende Operationen nie mehr würde gehen können. Er wollte diese Prozeduren nicht über sich ergehen lassen und versuchte, einen eigenen Weg zur Heilung zu finden. Am eigenen Körper experimentierte er mit Meditationstechniken, die die Hirnaktivität positiv verändern können, indem neuronale Vernetzungen neu verknüpft werden, um damit auch körperliche Funktionen positiv zu beeinflussen. Am besten kann man dies mit der "Umschreibung" einer Festplatte vergleichen, die mit neuen Informationen gespeist und gespeichert werden kann. Durch regelmässige Steuerung der Aufmerksamkeit auf seine Gedanken, Gefühle und sein Bewusstsein - also meditativ- soll damit auch Einfluss auf jeden Bereich des Körpers (und damit auch der Psyche) gewonnen und im Idealfall auch Heilung geschehen können. Veränderung beginnt also im Denken. Fühlen. Sich beobachten.
Joe ist es gelungen - schon nach ein paar Wochen konnte er gehen, sich wieder seinem Studium der Chiropraktik, Neurowissenschaft und Psychologie widmen und seine Erfahrungen in zahlreichen Büchern und an Kursen weitergeben. Wie man sich vorstellen kann, wurde er von der konventionellen Wissenschaft als Meditationsguru verschrien, der den Heilssuchenden falsche Versprechen mache. Die vielen positiven Erfahrungsberichte und ausverkauften Meditationsveranstaltungen sprechen eine andere Sprache. Und so "auf-die-Schnelle" kann man sein Gehirn und Herz nicht umwandeln: Es ist ein langwieriger Prozess, der Geduld, Beobachtungsgabe, Vorstellungskraft, ein in-sich-Hineinhören-und-Fühlen sowie regelmässiges Training erfordert. So ähnlich wie auf den Fitnessgeräten im Gym. Nur wesentlich bequemer (vom Sofa aus), schonender, effizienter und tiefgreifender.
Ich bin durch Regula, meine Körpertherapeutin, auf diese "spirituelle" Disziplin gestossen; ein neuer Kanal, um meine Gesundung zu unterstützen. Ich bin ebenso gespannt wie ihr, wie dieser Lebenskreis meinen berühren wird und berichte gerne darüber, welche Erkenntnisse, Fortschritte und körperlichen Veränderungen sich nun auftun.
Manchmal reichen Gebete um Heilung an den Allmächtigen nicht aus und Er führt uns auf Umwegen zum Ziel. Wir dürfen offen sein für die Führung Gottes, denn Er hat auch Menschen berufen, an Seinem Heilswerk mitzuwirken.
Und in einem Punkt bin ich mir sicher: Mein Körper ist hochsensibel auf diese leise Stimme in meinem Herzen eingestellt, die mir signalisiert, in welcher Weise es weitergehen soll.
Erst recht, wenn sich Frieden einstellt: Mein Kompass für die gottgewollte Richtung.
 
Today is already a memory
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2.1.  The body code – Today is already a memory.
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Während den ersten Meditationssitzungen - Dauer zwischen 20 und 40 Minuten - bin ich einfach eingeschlafen. Dies passiert mir immer noch regelmässig seit meiner Erschöpfung - meine eigenen Lesungen habe ich beim Einüben und Abhören für das Vortragen am Autobiografie-Festival jedes Mal beim Zuhören meiner eigenen Stimme nach ein paar Minuten verschlafen (während des Lesens blieb ich zum Glück wach - das wäre sonst nicht gut gelaufen bei der Live-Veranstaltung...). Gestern jedoch konnte ich zum ersten Mal von Anfang bis zum Schluss der Führung Joes folgen (auf Englisch). Seine Stimme hört sich zeitweilen befehlshaft, erschreckend aufrüttelnd an; begleitet von sanfter Meditationsmusik im Hintergrund eine etwas merkwürdige Kombination - diese sei aber am wirkungsvollsten und habe sich nach langem Herumtüfteln, welche sich als Effizienteste einsetzen liesse, bewährt.

Relax.
Inhale. Exhale.
Feel your body.
What thoughts move through your mind?
Erase the memory ... !

No way! Natürlich bin ich nach dieser Aufforderung wachgerüttelt!
Wie könnte ich meine kostbaren Erinnerungen einfach auslöschen?
No way, Joe.
Doch ich gebe noch nicht auf und bin neugierig darauf, was noch kommt:
"Give him a chance, it's worth a try - maybe there's another way to reinvent yourself...", denke ich mir und überspringe diese Stelle.

Allmählich dämmert's mir, was damit gemeint ist: Dasjenige muss von der Festplatte (im Gehirn) gelöscht werden, was im Fühlen (dem Herz) negativ empfunden wird und hinderlich ist auf dem Weg zur Wiederentdeckung des Potentials des "Wahren Selbst". All die Lügen und negativen Suggestionen, die sich im Laufe unseres Lebens angehäuft haben und auf der Festplatte, somit auch in unserem Denken, Fühlen, Wahrnehmen sowie in den kleinsten Grundbausteinen gespeichert sind und sich im Körper (damit auch der Psyche) manifestiert haben -  nur dies muss gelöscht werden. Um es daraufhin selbst, mit positiven Gedanken, Affirmationen und Gefühlen, neu zu speisen und speichern.

It's not too late to rewind. Erase. And write it new!
Wow!
Wenn dies wirklich mit diesen Techniken umsetzbar ist, eröffnen sich völlig neue Welten und wir sind nicht mehr Gefangene einer Vergangenheit und denjenigen Erinnerungen, die uns so negativ geprägt und den Körper krank gemacht haben.

A way to deeper sexual healing! Nur schon beim Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut.

Und ich erkenne nun auch bewusster, was ich schon immer intuitiv "gewusst" habe:
It's already said and done: Es ist alles schon vollendet - der Schöpfer hat alle Information für unser Sein in Ihm schon in uns eingespiesen - diese Informationen und Bausteine lassen sich von uns Menschen nicht löschen, neu schreiben, speichern. Das wäre zu fatal. Doch Er hat uns die Freiheit gelassen, dort umzuschreiben, wo wir unser Denken, Fühlen und Handeln neu ausbalancieren möchten, allerdings im Rahmen dessen, was Er vorgesehen hat. Auch hier ist diese leise Stimme immer auch eine Führung und Ermahnung, wenn wir versuchen, Grenzen des uns Möglichen zu überschreiten. Und das Gefühl des Friedens, das sich einstellt, wenn wir gemäss Seinem Willen umwandeln, umschreiben, uns bewegen und das restmögliche Potential ausschöpfen.

Ergo ist das Heute schon eine Erinnerung - und das, was uns in unbeschreiblicher, bedingungsloser Liebe damals, jetzt und zukünftig stets umspült, durchströmt und verwandelt ist das zeitlos Unbegrenzte, das ich in "Funken der Liebe" oftmals beschrieben habe. Und wenn heute schon eine Erinnerung ist - wie viel heilsamer, erfüllender und schöner wird das Morgen jetzt schon sein!

Ein Buch mit schon vorgeschriebenen Seiten, die wir nur noch mit unserem Bewusstsein füllen dürfen.
Changing
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2.2.  The body code – Changing.
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Während der Meditation heute eröffnet sich mir die nächste Seite. Ich schreibe sie hiermit auf, um festzuhalten, was sich verändern darf in meinem Bewusstsein, das nun geläutert und neu gespiesen wird. 
Seine Stimme: "Lass dich einfach fallen. Lass dich in meine Arme fallen. Vertraue mir."
Dabei erfasst mich gefühlsmässig eine unbeschreiblich zärtliche Welle, die durch meinen Körper strömt und mich an meinen Zustand der ekstatischen Liebe erinnert, nur bin ich jetzt nicht am Schweben, sondern bei vollem Bewusstsein mit meinem Körper verbunden und nicht ausserhalb.
"Genug der Einzelkämpfe. Lass dich einfach fallen. Vertraue mir. Lass dich führen. Du musst nicht mehr alles alleine schaffen. Du musst nicht mehr tapfer sein. Ergebe dich. Vertraue mir."
Nach der Meditation analysiere ich, was sich damit meiner bewussten Wahrnehmung offenbaren darf; was ich ab heute in meinem Denken, Fühlen, Handeln beobachten und löschen sollte, um dieser Liebe Raum zu verschaffen. Was hindert mich daran, mich ihr hinzugeben?
"Lass dich einfach fallen."  Mich fallen lassen - ja, dies fällt mir schwer, da ich nicht gerne die Kontrolle abgebe, sie gar nicht gerne verliere. Ich bin mir gewohnt, alles zu managen, Frau über meine eigenen Entscheidungen zu sein, meinen Willen durchzusetzen. Für mich fühlt es sich sehr schlimm an, diese Kontrolle abzulegen. Warum eigentlich? Aus Furcht, in eine Opferrolle hineinzurutschen, aus Angst vor Missbrauch, Wehrlosigkeit, Ohnmacht? 
"Vertraue mir." Vertrauen - in der Tat ein wunder Punkt, der mich daran hindert, mich in seine Arme fallen zu lassen. Gelingt es mir nun, in meinem Bewusstsein diesem Gefühl der zärtlichen Liebe bewusster nachzuspüren im Hier und Jetzt; dieser Emotion mehr Raum und Platz zu geben, mich von ihren Wellen und Wogen sanft umspülen zu lassen? Das wird nun meine "Hausaufgabe" sein in den nächsten Tagen. Die Angst, Ohnmacht, Kontrolle loslassen, umschreiben, überschreiben mit dieser zärtlichen Liebe, die mich umarmen und führen möchte. 
"Genug der Einzelkämpfe!" Auch dieser Punkt leuchtet mir völlig ein: Ich bin eine Einzelkämpferin, die eigene Strategien entwickelt hat, um auf dem Battlefield des Lebens zu bestehen. Wenn möglich ganz ohne Stütze, Hilfe, Abhängigkeit. Ja - nur nicht abhängig sein von einem anderen Menschen. Dieser könnte mich manipulieren, irreführen, verletzen, ausnutzen. Auch hier: mangelndes Urvertrauen. Daran darf ich nun auch aktiv "schreiben", dies umwandeln mithilfe diesem Gefühl der zärtlichen Liebe.
"Du musst nicht mehr alles alleine schaffen." Liegt im alles-alleine-schaffen-Wollen nicht auch ein versteckter Stolz, der mich daran hindert, mich in meinen Struggles unterstützen und liebevoll begleiten zu lassen? Auch diesen Fragen schenke ich nun mehr Aufmerksamkeit, um so ausbalanciert wie möglich umzuschreiben.
"Du musst nicht mehr tapfer sein." Nicht mehr so hart im Nehmen, so verbissen, meine Grenzen des Verkraftbaren überschreiten. Liebevoller mit mir selbst umgehen lernen. Mir der Sanftheit in mir bewusster werden. Denn sie ist in mir, diese Zärtlichkeit und Liebe, die mich umarmen möchte. 
"Ergebe dich." Wie wahr: Der einzigen Macht, der ich mich ergeben, hingeben würde ist die dieser heute in meinem Körper so wahrhaftig empfundenen Liebe. Auch dies kann ich von nun an integrieren, einüben, neu schreiben in meinem Denken, Fühlen, Handeln.

Tönt nach viel Arbeit! Dass dies nicht in ein paar Tagen umzusetzen ist, auch das ist mir bewusst. Ich sehe es als weiteren Transformationsprozess, der Zeit braucht, um die Seiten in meinem Buch im Bewusstsein dieser zärtlichen Liebe zu schreiben.

Seiner zärtlichen Liebe für mich.


Where I Glow

"My hand stays
The tree stays
We are grounded
We are open
And between us
Something loosens
The ache of becoming
The need to transform

I’ve been running on the edge of change
Chasing fire, chasing names
But the earth keeps calling me back
To the truth I couldn’t outrun

I don’t have to break to belong
I don’t have to burn to be strong
In the stillness, I hear it now
This is where I glow

A wondrous world
A whispered call
I feel it rise
I feel it all
Dreams unfold
Dancing in my mind
No more mountains left to climb
I am home
I’m blessed
I’m finally mine

My hand stays
The tree stays
Roots beneath us
Sky above us
And between us
Something opens
Not a prison
Not a promise
Just the moment holding on

Every poem becomes a song
Every breath says “you belong”
I don’t need another ending
To begin

I release the weight of “someday”
Lay the armor down
I was never lost
I was waiting
For myself to be found

A wondrous world
A whispered call
I feel it rise
I feel it all
Dreams unfold
Dancing in my mind
No more mountains left to climb
I am home
I’m blessed
I’m finally mine

Let this be my victory
Let my heart roar
I don’t need to be rewritten
I am more than more

Hands in the soil
Eyes in the light
I choose this life
I choose this life

A wondrous world
A whispered call
Hear it echo
Through us all
Dreams unfold
Dancing in our minds
No more mountains left to climb

We are here
We have time
We are whole
We are kind

My hand stays
The tree stays
And between us
We stay
We are here
We are near
And between us
A perfect moment
In time

We stay
We are here
We are near
And between us
A perfect moment
In time

In time
  In time."

♥ SANI, 30.01.2026



sandra's book of love
Seite 12
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2.3.  The body code – sandra's book of love.
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in sandra's book of love, das schon geschrieben und erst veröffentlicht wird, wenn die regeln der gross- und kleinschreibung aufgehoben sind (spart zeit, energie und nerven ;-) - um ein zitat daraus zu nennen: "major in love, minor in artificial rules", verflechten sich autobiografische elemente, philosophisch-psychologische aspekte, visionäre, göttliche aussichten und - what else could it be - eine liebesgeschichte zusammen zu einem facettenreich komponierten werk, das die lesenden immer wieder fragen lässt: was ist nun wahr, was ist fiktiv oder trug? also autobiografie oder science fiction? ich weiss selbst noch nicht, welchem genre ich es zuordnen soll - zumal sich grenzen auflösen und wir uns in einem raum wieder finden, in dem nur noch das erleben im augenblick existiert - unsere heutige wahrnehmung der zeit als (scheinbar) linear also völlig neu gedacht, durchleuchtet und in ein revolutionäres bewusstsein geführt wird. wie sich dadurch unsere "realität" zu verändern vermag, jeder einzelne zum weber eines friedlichen miteinanders wird und reinherzige kinder aus dem heiligen schoss der frau geboren werden. das patriarchat existiert nicht mehr - dafür respekt und ehre des mannes der frau gegenüber und umgekehrt. wunsch und vorstellung verschmelzen in eins und bilden ein neues fragment im innen, das zum aussen wird. 
ein betörender tanz, eine himmlische melodie im einklang mit gott - ein auch poetisches juwel aus des schöpfers schatzkiste. immer wenn ich darin lese, erfasst mich eine welle der hoffnung, der freude, des glücks. und es tröstet mich über die illusion der trennung hinweg. medizin für körper, geist und seele.


Whenever Wherever

"Your whisper found me
In the quiet glow of night
It was carried by the wandering breeze
That kissed my cheeks
Like familiar breath

I felt you
In the silver light
That fell through my window
And filled my dreams
With your tenderness

When morning came
My heart grew warm
As if I had held you close
Across all the paths
That lie between us now

And wherever you wander
I know deep inside
The wind carries us both
Mother Earth keeps our steps entwined
Every shining star holds hope
Our love flows beyond all shores
Our love flows beyond all shores

No distance can divide
What the sky and earth embrace
In every breath of moving air
I still feel you here

Wherever you wander
I know deep inside
The wind will carry us both
And time cannot untwine
What love has bound in light
Every shining star holds hope
Our love flows beyond all shores

No distance can divide
What the sky and earth embrace
In every breath of moving air
I still feel you here

I still feel you here
Your whisper in my ear
Your kiss on my cheek
Your breath on my skin
All the love within."

SANI, 16.02.2026


Freefall
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2.4.  The body code – Freefall.
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I love the Blues - as soulful and deep as possible ... 

Dancing (without moving) to Layla Vaughn's song "Freefall in Slow Motion"
... falling deeper and deeper into love - and place.

Trying to hold the memories that soon will fade for the presence to come true.

"I wasn't looking for a storm
But love has a way to find ...
And the ones who ain't ready
And baby, I was wide open
And you were falling too
Or at least you made it look that way

I move like silk in your silence

Reading your eyes like holy verses
Every touch is a slow confession
And I forget every version of me
Before you 
You don't even know what you do
When you smile that sad way's truth
It's not loud but it shakes me like thunder
Hell behind lips 

I'm in a freefall in slow motion
Slipping through space
Where your love is ocean
You pull me in like a wave
With no warning
And I'm breathing you in
Like the start of the morning

Oh, I'm not afraid 
To be broken in your grace
You caught me
I'm falling in place

You didn't knock, you slipped in
Through the cracks I never noticed
Red wine lips, moonlight wrist
You made gravity feel like a choice
Now the sky feels closer when I'm near you
And my doubts they hush like children

You turned my heartbeat into rythmn
And now I'm dancing without moving

I'm in a freefall in slow motion
You're in my soul like soft devotion
All my fears dissolve in your light
I don't know where this ends
But tonight feels right
Oh, I'm not afraid to lose all control
You caught me and made me whole

Love ain't always loud
Sometimes it's the hush
The hush between the beats
Where you finally breathe

I'm in a freefall -  oh - in slow, slow motion
You're the wind I've waited for
Without even knowing
Oh, I'm not afraid to land where you are
You caught me, you're the cave, my star

I didn't fall - I flew into you (sings the male voice)


♥ SANI's Blues: In The Hush  https://suno.com/s/WX8lGpHv3oOqCHXh


In The Hush 

I love the quiet between the lines
the way the words unfold
We don’t need to raise our voices
we don’t need it loud at all

There’s a softness in the silence
in the space we leave between
something steady, something growing
something felt but rarely seen

No rush, no fire in the sky
no promises in flame
just your heartbeat close to mine
whispering my name

I don’t need forever written
like the last chapter of a book
don’t need vows pressed into pages
that a loving heart would trace and hold

I just need your quiet turning
when the night is deep and blue
not by chance and not by falling
but because you choose me too

There’s a thread of light between us
running warm beneath the skin
Not a storm that pulls us under
more a tide that draws us in

Every time the world goes silent
every time the noise is gone
I can feel our hearts still leaning
like they’ve known it all along

No grand words carved in stone
no story we must prove
just your hand finding mine
in the smallest, truest move

I don’t need forever written
like the last chapter of a book
I just need your quiet turning
when the night is deep and blue
not by chance and not by falling
but because you choose me too

Let it be gentle
Let it be slow
Not a spark that fades
but a steady glow

I don’t need the world to witness
don’t need thunder in the sky
just your heart beside mine
choosing me, staying by my side

Not by chance and not by fear
not because we’re passing through
but in the hush of who we are
because I choose you too

Let it be gentle
Let it be slow
Not a spark that fades
but a steady glow."


♥ SANI, 03.03.2026

 





 





Say it while it matters
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2.5.  The body code – Say it while it matters.
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 Daxlin Veylo - while I'm still dancing to the Blues:


Say it while it matters

"Don't wait 'til the roses fade
Don't wait for the stone to say your name
You got love in your hands right now
Don't let it slip while you figure it out

We talk, but are we really heard
Do we touch or just move through the world
If this is the story we're still writin'
Let's make sure the pages feel like lightnin'

Say it while it matters, say it tonight
Say "I love you" like you mean it, hold me tight

Time don't wait and life runs fast
So let's love like every breath might be the last

Let's listen more and fight less
Grow old with kindness and no regrets

Say it loud, not in the after ...
Say it while it matters

I've seen too many hearts break quiet
Too much pride where love could've tried it
We ain't promised a thousand years
But we got NOW, so let's be clear

It's not about the grand or gold
It's in the hands you choose to hold
In the morning coffee, the Sunday rain
In saying sorry and loving anyway

Say it while it matters, not when it's gone
Say "I'm with you" through the dark 'til dawn

Time don't wait, and love's no game
It's the fire, the shelter and the flame
Let's stay close, and never scatter

Say it now, yeah ...

 ... say it while it matters."


Pata Pata
Seite 15
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2.6.  The body code – Pata Pata.
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It's Saturday night: Pata Pata - dancing time :-D

Everybody starts to move as soon as Pata Pata begins to play!
The dance is going all night long until the morning sun begins to shine ...

... so lange halte ich nicht mehr durch, doch immerhin heute Abend zwei Tänzchen lang. Ein grosser Fortschritt, zumal ich ihn mit den kräftigen, afrikanischen Moves ausdrücke. In den letzten zwei Jahren kaum denkbar, umso befreiender dieser Moment, in dem ich mich so glücklich in meine Kindheitstänze mit meiner Nanny zurückversetzt fühle. In meinem Körper sind die Emotionen von damals wieder abrufbar - also nach über 50 Jahren unverändert gleichsam ekstatisch wie mit ihr in Johannesburg.

Ja, wer kennt ihn nicht, den packenden Song von Miriam Makeba, der 1967 die Welt eroberte; afrikanische Rhythmen, die einem vom Hocker reissen.
"Pata Pata ist der Name eines Tanzes, der in den 1950-er Jahren in Südafrika sehr populär war", lese ich beim Nachforschen auf Wikipedia. "Ein im Jive-Stil ausgedrückter Tanz, bei dem sich die Tanzpartner abwechselnd mit den Händen über den ganzen Körper im Rhythmus der Musik berührten". Pata bedeutet übersetzt "berühren, anfassen". Ich tanzte ihn oft mit Jeneva - jedoch ohne die beschriebene Berührung mit den Händen - als Kleinkind noch auf ihren Armen, kaum konnte ich laufen auf eigenen Füssen ihre Bewegungen nachahmend: Unbeschreiblich Funken sprühend und entfesselnd, bis ins Hier und Jetzt. Ja, etwas Wehmut und Sehnsucht schwingt immer noch mit, jedoch nicht mehr so stark und schmerzhaft. Ich sehe auch hier schon eine Wirkung des meditativen Trainings mit einer Bewusstseinsverlagerung (die Zeit ist dem jeweiligen Bewusstsein entsprechend form- und wandelbar - also nicht statisch - immer von einem Punkt im Zentrum ausgehend, sich ausdehnend, ähnlich wie die Bewegung von konzentrischen Kreisen. Was bedeutet, dass Vergangenheit, Heute und Zukunft zu einem Momentum zusammenfliessen:
Erinnerung, Traum und Vision verschmelzen zu einem Momentum, das sich ausdehnt, berührt und verwandelt - je nach Wellenbewegung und Bewusstseinserweiterung. Ich beschreibe dies eingehender in meinem Buch sandra's book of love).
Was sich psychosomatisch in diesen paar Tagen schon spürbar verändert hat: Ein sehr schönes Körpergefühl, ein noch natürlicheres Fliessen von Innen nach Aussen, das die Zweifel, Ängste und Unsicherheiten hinweg zu spülen vermag. Diese Erfahrung, bisher jeweils in meinen Tänzen erlebbar, nun auch ohne mich körperlich zu bewegen. Ein neues, nicht bewusst wahrnehmbares Schwingen im Innersten - in den Zellen? Intuitiv könnt ich dies durchaus bejahen; "beweisen" kann ich dies (noch) nicht - doch muss denn immer alles beweisbar und wissenschaftlich fassbar sein? Meine Antwort kennt ihr. 
So just wait and see.
Zudem erfassen mich Wellen und Wogen der Liebe, die sich heilsam und transformierend anfühlen. Neue Verknüpfungen der Neuronen im Gehirn - hoffentlich nachhaltig.
Let's go on writing and transforming. And as we go on we shall see and realize more.

Pata Pata: Touch - touch, all night long ... in meinen Gedanken an Jeneva tauchen Bilder auf - Bilder von meinem Geburtsland, in das ich seit 1978 nie mehr zurückgekehrt bin. Visionen mischen sich unter die Erinnerungen und lassen mich das Heute umso dankbarer im Herzen halten. Sie vermögen die leeren Seiten mit Licht zu füllen und berühren tiefer, als gedacht.
Goldilocks - my first fairy tale
Seite 16
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2.7.  The body code – Goldilocks - my first fairy tale.
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"Goldilocks, a girl with golden hair, ventures into the woods and discovers a cottage. She knocks but receives no answer, so she enters. Inside, she finds three bowls of porridge, three chairs and three beds. Goldilocks tries each of them, finding the first two too hot/hard/big and the third (baby bear's) just right. 
She falls asleep in baby bear's bed. The three bears - papa bear, mama bear and baby bear - return home and discover the evidence of Goldilocks' visit. Baby bear ist particulary upset about his broken chair and missing porridge. When Goldilock wakes up to the bears' voices, she is frightened and flees the cottage, disappearing into the woods."

Mein erstes Märchen, das ich in der McAuley - als Kinderbuch mit den farbigen Illustrationen, die mir noch sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben sind - lesen lernte, hatte wohl zum Zweck, uns Kindern etwas beizubringen: Respekt vor dem Hab und Gut des anderen sowie Achtung vor dem persönlichen Raum dessen, der dort heimisch ist.
Diese Message entfaltete erst viel später seine Wirkung, als sich mein Denkvermögen weiterentwickelt hatte. Damals, in meiner kindlichen Wahrnehmung, war mir vor allem bewusst, dass das kleine, goldgelockte Mädchen sich wohl verirrt hatte und so hungrig war, dass sie sich den wohl temperiertesten Haferbrei aussuchte, um ihren Hunger zu stillen. Müde von all ihren Eindrücken im Haus der Bärenfamilie, legte sie sich daraufhin ins bequemste Bett (das des Baby Bären) und schlief prompt ein. Ich fand diese Bedürfnisse durchaus legitim und erhoffte mir nur, dass die Bären nicht allzu böse auf den ungebetenen Gast sein würden und daraus eine Freundschaft entstehen würde. In meiner Phantasie spann ich diese Geschichte einfach weiter zu einem Happy End: Goldilocks erschreckt zwar beim Anblick der wütenden Bären, doch diese fühlen mit dem Mädchen, dessen Unbehagen und naives Unwissen in ihrem Gesicht geschrieben steht. Dieser ehrliche Ausdruck der kindlichen Unschuld als identifizierbare Emotion besänftigt die Gemüter der Bären und vermag die entscheidende Wende einzuleiten (dies meine Analyse heute als Erwachsene - als Kind sah ich die Fortsetzung in meiner Vorstellung einfach bildlich): Goldilocks entschuldigt sich, bietet sich an, einen neuen Brei zu kochen, den Stuhl von Papa flicken zu lassen und die Betten sauber und ordentlich wieder herzurichten. Sie lud Baby Bear zu sich nach Hause ein, wo sie zusammen Süssigkeiten schlemmen, spielen und einander besser kennenlernen konnten. Baby Bear durfte auch mal ein Wochenende bei Goldilocks im Bett übernachten und sich von den Gewohnheiten der Menschen inspirieren lassen. Goldilocks fühlte sich besonders, als Einzige in ihrer Klasse eine Freundschaft zu einer Bärenfamilie geniessen zu dürfen. Mit der Zeit wurden die beiden best friends. Forever. 

Heute wird mir das Paradoxe dieser Geschichte, aus der Feder eines englischen Poeten im Jahr 1837 stammend, erst richtig bewusst. Respekt vor dem Territorium des anderen: Wie oft wurde dieses Gebot in der Vergangenheit und wird bis heute nicht beachtet und übergangen. Beispielsweise die Briten, die sich auch Gebiete in Südafrika unter den Nagel rissen; mit fortschreitendem Schrecken für die Einheimischen, die in townships gepfercht wurden und bis heute keine Zukunft sehen, aus diesem Elend herauszukommen - also mit Folgen, die bis heute sicht- und spürbar sind. Da verstehe ich die Wut des Farbigen, der sich nicht nur seines Landes, nein auch seiner Ehre, Würde und Rechte beraubt fühlt. 
Die Auswirkungen sind immer noch präsent:
Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskräften. Einführung neuer politischer, sozialer und wirtschaftlicher Strukturen. Unterdrückung und Gewalt gegen die einheimische Bevölkerung. Kulturelle Veränderungen und Verlust traditioneller Lebensweisen. Spannungen und Konflikte bis heute.

Mit welchem Recht durfte dies geschehen? - frage ich mich, seit mir die Tragweite dieser Kolonialisierungsgeschichte bewusst geworden ist. Beispiele für die Vertreibung der Ureingeborenen aus ihrem rechtmässigen Wohngebiet (rechtmässig weil dort geboren, zuerst ansässig und über Jahrhunderte auch kulturell mit ihrer Umgebung verbunden) gibt's leider genug:
 - Portugal und Spanien waren die ersten europäischen Mächte, die begannen, Kolonien zu errichten, gefolgt von der Niederlande, Frankreich und England. (beginnend im 15. Jahrhundert mit Höhepunkt im 19. und 20. Jahrhundert, als europäische Mächte grosse Teile Afrikas, Asiens und Amerikas unter ihre Kontrolle brachten). 
- Die Indianer wurden von ihrem Land vertrieben und müssen heute in Reservaten ein unwürdiges Leben führen, entwurzelt und der Macht des Stärkeren (des Weissen) unterlegen.
- Vertreibung der Azteken, einer ehemaligen Hochkultur in Mittelamerika (Mexiko), durch die Spanier vor 500 Jahren mit vollständiger Zerstörung ihrer Kultur; Untergang des Aztekenreichs.
Die Liste liesse sich noch lange fortführen. 

Für Gold, Ruhm und Gott - mit der Macht und Gier des Stärkeren, der über modernere Waffen, Technologien und Wissen verfügt, war und ist dies bis zum heutigen Tage möglich. Also mit dem Recht des Stärkeren.
Aha.
Und die Botschaft des Goldilocks-Märchens bleibt ein Witz in den Augen der Mächtigen.
Ein Märchen.
Sonst nichts.

Was dieses Märchen heute in mir auslöst: Trauer, Wut, ein tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Eine kollektive Schuld, der ich mir bewusster denn je bin. Und dies ist gut so - denn Gleichgültigkeit und Verdrängen sind die schlimmsten Kontrapunkte des Gewissens. Und trotzdem: Soll ich mich deswegen schlecht fühlen, meine Privilegien aufgeben, mich in schlaflosen Nächten fragen, wie sich ein solch destruktives Muster durchbrechen liesse? In meiner Vorstellung bin ich dann die Agentin 008 - im Dienste ihrer Majestät - die gegen diese Mächte ankämpft - meine Geheimwaffe: Worte, die mitten ins Herz treffen und alle zerstörerischen Vorhaben und Gedanken in die Bewusstlosigkeit versenken.

Wenn auch diese Schuld im Körper abgespeichert ist, ist es höchste Zeit, zu verzeihen, um Verzeihung zu bitten und dieses dunkle Kapitel zu löschen, umschreiben und mein Bewusstsein ins eine Momentum zu lenken. An diesem Ort herrscht friedliche Gemeinschaft. Respekt. Wertschätzung. Dankbarkeit. Verbundenheit. Sanftmut. Liebe.



Traces Of Dawn


"The world smells of ashes
Of sirens and smoke
Of children growing older
Before they should know
How silence can tremble
How hatred can grow

How whole cities fall apart
While cold leaders glow
The night keeps speaking
In the language of fear
Yet a small human heartbeat
Whispers:“I am here”

Don’t turn to stone
Even when darkness calls
Hold on to the fire
Guard tenderness like a flame
Every soul that dares to feel
Defies the fear inside
And carries traces of light
Through the night

The centuries wander
In uniforms and crowns
Changing only faces
While the same old violence sounds
Through banners and speeches
Through borders and blame
The powerless keep bleeding
For somebody else’s name

But somewhere in the ruins
Two trembling hands still meet
And mercy walks barefoot
Through shattered streets

Don’t turn to stone
Even when darkness calls
Hold on to the fire
Guard tenderness like a flame
Every soul that dares to feel
Defies the fear inside
And carries traces of light
Through the night

Keeping hope safe and sound
With steady feet on the ground
In the broken staying gentle
In the wounded choosing love

Maybe history remembers wars
Names carved in steel and stone
But heaven remembers kindness
The hands that would not let go

And when the night grows heavy
And the world forgets your name
May your heart go on protecting
A never-dying flame

Don’t turn to stone
Though the world is tired and afraid
Be the fragile light
That hatred could not take
Every heart that beats with love
Beneath the weight of time
Carries traces of light
Through the night."


♥ SANI, 20.05.2026


♥  Traces Of Dawn   https://suno.com/s/3sbbIAaihhxwW0kp

 

Morgenrot


"Die Welt riecht nach Asche
Nach Konflikten und Kriegen
Nach Angst in den Strassen
Nach Stimmen
Die sich an Schreie gewöhnt haben

Und oft scheint es
Als hätte die Dunkelheit
Das längere Gedächtnis

Sie wandert durch Jahrhunderte
Trägt Kronen, Uniformen, Fahnen
Spricht immer neue Namen
Und meint doch dasselbe:
Macht

Und dennoch
Mitten im Lärm der Härte
Kniet irgendwo ein Mensch nieder
Um einen anderen zu halten

Mit blossen Händen
gegen die Kälte der Zeit

Vielleicht sind es nicht die Mächtigen
Die die Welt verwandeln
Vielleicht sind es die Müden
Die Verletzten
Die trotzdem noch zärtlich werden

Denn in einer Zeit
Die das Herz verhärten will
Ist Mitgefühl
Eine rebellische Flamme

Und jedes Herz
Das nicht zu Stein wird
Trägt heimlich
Ein Stück Morgenrot
Durch die Nacht."


♥ SANI, 20.05.2026

Momentum
Seite 17
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2.8.  The body code – Momentum.
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Momentum 

"Ich schlüpfe hinein
Um uns
Vom Gestern zu befreien
Das Gestern, das Heute ist
Das Heute
Das schon Erinnerung ist
Das Morgen, das schon da ist
Im Momentum
Alles durchdringt mich
Tiefer noch hier
In der Vollendung
Dem weissen Blatt Papier
Gereinigt, gereimt
Auserkoren, geboren
Zeitlos vereint
Im Momentum
Dem Morgen, das schon ist
Dem Gestern, das gelöst
Dem Jetzt, das betört
Neu geschrieben
Aus Liebe
Ja, dank dir bin ich
Hier geblieben
Im Momentum."

San♥Poetry



Momentum https://suno.com/s/Ssgj4yVVKY4h2jgP



Momentum 

 

"Gestern

Klingt noch nach

In mir

 

Heute

Löst sich

Während es geschieht

 

Morgen

Atmet schon mit

 

Im Moment

Fügt sich alles leise

 

Zeit verliert

Ihre Spur

 

Nichts davor

Nichts danach

 

Nur hier

 

Ein weisses Blatt

Ohne Gewicht

 

Worte kommen

Und wollen nicht mehr zurück

 

Alles wird stiller

 

Als hätte es

Nie anders begonnen

 

Im Moment

Fügt sich alles leise

 

Ohne Richtung

Ohne Ziel

 

Nur dieser Raum

Der bleibt

 

Und durch dich

 

Wird es

 

Weit

 

Nichts hält mich

 

Und doch

 

Bleibe ich

 

Hier

 

Dank dir

 

Gestern 

Klingt noch nach

In mir

 

Heute 

Löst sich

Während es geschieht

 

Morgen

Atmet schon mit

 

Im Moment

Fügt sich alles leise

 

Zeit verliert

Ihre Spur

 

Nichts davor

Nichts danach

 

Nur hier 

 

Ein weisses Blatt

Ohne Gewicht

 

Worte kommen

Und wollen nicht mehr zurück

 

Alles wird stiller

 

Als würde es

Sich selbst verstehen

 

Im Moment

Fügt sich alles leise

 

Ohne Richtung

Ohne Ziel

 

Nur dieser Raum

Der bleibt

 

Und durch dich

 

Verliert alles

Sein Müssen

 

Und wird

Einfach

 

Nichts hält mich

 

Und doch

 

Bleibe ich

 

Hier

 

Einen Moment

 

Länger

 

Dank dir."

 

♥ SANI, 02.04.2026

 








 
Das Gestern, das heute ist
Seite 18
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3.  Das Gestern, das heute ist
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Während meinen Meditationen ist es relativ einfach, im Momentum, das Vergangenheit, Zukunft und das Jetzt vereint, zu verweilen und ganz in diesem heilsamen Bewusstsein zu sein. Dass allmählich diejenigen Erinnerungen verschwinden, die uns an das Vergangene fesseln und für die förderliche Verwandlung hemmend sind, gehört zu diesem Prozess. Hinderliches, Trügerisches muss von der "Festplatte" gelöscht werden, um neue Verbindungen zu entfachen, neue Schwingungen in unseren kleinsten Bauteilen zu initiieren. Wenn wir uns mit diesem positiven Gefühl in unserer Wahrnehmung verbinden können, geschieht Transformierendes, das sich wirkungsvoll auf psychosomatischer Ebene manifestieren kann. Wem dies zu fremd und abgehoben klingt, der darf sich gerne ausklinken aus meinen Erläuterungen diesbezüglich. Ich beschreibe dies nicht ohne Grund - wenn oft auch repetitiv - um meine Erfahrungen zu teilen sowie selbst zu erleben, was sich verändern darf. Ja, in der Tat stets auch, um Lehren und Erkenntnisse daraus zu ziehen. Und natürlich in der Hoffnung, Resonanz zu erzeugen und im Idealfall jemand anderem in einer ähnlichen Situation weiterzuhelfen oder zu inspirieren. Kein Atemzug trennt mich von diesem Urbedürfnis, zu teilen, fördern, riskieren, experimentieren, selbst neue Wege zu finden, aus dem Unheil das Heilvolle zu kreieren. Auf der neuen Bewusstseinsebene existiert dieses Unheil gar nicht mehr, da das Heil schon vollendet ist. Schwierig nachzuvollziehen, das verstehe ich. Dabei wäre es ganz einfach, wenn wir nicht derart beeinflusst wären - von Kindsbeinen an - von unserem Verständnis dieser Welt, der uns überlieferten Überzeugungen und eingefleischten Denk- und Gefühlsmustern. Wer sich ständig neu erfinden muss, um zu überleben, hat da gewisse Vorteile in der Beweglichkeit sowohl im Denken wie auch im Empfinden.
Das Gestern, das heute ist, soll verdeutlichen, wie "unfrei" wir eigentlich sind, wenn wir uns von unserem früheren (also das gestrige) Bewusstsein leiten und auch täuschen lassen. Wenn ich diese Ent-Täuschung nun wissentlich ins Heute hineinführe, kann ich erkennen, was mich traurig oder wütend macht, mich einengt, versklavt, mich im Negativum gefangen hält. Was meine Wunden immer wieder aufreisst und mich die Welt mit den Augen dieser Verletzlichkeit sehen lässt. Indem ich es so bewusst wahrnehmen und beobachten, ja durchleuchten und verändern kann, verliert es an destruktiver Kraft und hat nicht mehr diejenige Macht, mich einzuschränken, zu täuschen und krank zu machen. Keineswegs liegt dies nur in meiner Hand, Beobachtungsgabe und Erkenntnisfähigkeit - davor hüte ich mich: vor der Selbstüberschätzung - nein, alles geschieht und wird geführt im göttlichen Schöpfungsprozess. Wie immer frage ich mich hiermit auch selbst: Wie kannst du dir so sicher sein? Vielleicht bist du ja völlig auf dem Holzpfad! Und wie immer entgegne ich dieser stets zweifelnden Stimme: Der innere Frieden ist mein Kompass, das Wort Gottes und das, was ganz tief mitschwingt und Resonanz in meinem Bewusstsein erzeugt und Heilsames entstehen lässt. Im Momentum ist dies ohne grosse Anstrengung und Anzweifelung möglich, trete ich daraufhin in die "reale" Welt hinaus, in den Alltag und das noch getrübte Wahrnehmungsvermögen, beginnt die wahre Challenge: Wie gut gelingt es mir, das Momentum in die Polarität hineinschwingen zu lassen? Ich befinde mich erst am Anfang dieses Trainings - deshalb kann ich noch nicht viel erwarten und muss geduldig und ausdauernd dran bleiben.


Mit jedem Atemzug jetzt schon verbunden mit der Ewigkeit ♥ 


Zu betonen gilt es zudem: Mein Weg mag nicht jedermanns/fraus Richtung sein - da vertraue ich auf Euren gesunden Menschenverstand und Eurer Intuition, die euch davor "warnen" oder bewahren sollen, nicht Eurer eigenen Spur zu folgen.



One of my favourite: Psalm 139, 1-18: The book of my life is already written - I've been carrying it within me since and even before my existence ... ♥ ... 


Ja, es ist alles schon geschrieben, vollendet-vollbracht! Diese Erkenntnis hat mich bis hierhin gebracht, und mein Wörtertanz darf sich noch weiter sichtbar und heilsam gestalten; es ist Sein Wille, der sich ebenso darin widerspiegelt: Segen, Geschenk und Erfüllung zugleich - alles in diesem Momentum vereint - aus reiner Liebe.


Africa - 40 years of dreaming
Seite 19
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3.1.  Das Gestern, das heute ist – Africa - 40 years of dreaming.
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"Little did I know what would become of me in March, 1954! Just back from my diploma graduation trip to Vienna, I was told by my parents that they were going to emigrate to South Africa - gone were my dreams to seek my fortune in Lima, Peru!

But Fate decided otherwise, and I am happy to have landed in South Africa and to have done my bit there over 40 years of my life. Thanks to this, I met my lovely "boeremeisie" in 1967."

Sein Lebenskreis hat mich erst nach seinem Tod so richtig tief bewegt und berührt. Heute halte ich seine Autobiografie in den Händen, die er mir vor rund 10 Jahren geschenkt hatte. 

"This is copy 15/40" - wie er mit seiner künstlerischen Unterschrift konstatiert. Ich halte seine Kostbarkeit in den Händen, mir bewusst, dass ich diese 40 Jahre seines gelebten Traumes in Südafrika wieder zum Leben erwecken und für die kommenden Generationen als wichtiges kulturhistorisches Relikt festhalten möchte.

"This publication is dedicated to all who made it possible to live my dreams out ... in particular my family!

Fernand F. Haenggi

Basel & Johannesburg."

Allzu persönliches, das meinen Lebenskreis nicht berührt, lasse ich nicht tiefer ins Bewusstsein der interessierten Leser hineinsinken - auch hier verlasse ich mich auf mein intuitives Erfassen und meinen Respekt vor der familiären Privatsphäre.
 
Wie ich diesen Tanz mit meinem Onkel Fernand Francis beschreiben würde:
Pata Pata - touch, touch - weil er mich mit seinen (unsichtbaren) Händen berührt und ich ihn, indem ich sein Lebenswerk in diesem speziellen Kapitel würdige.

Dankbar, ihn gekannt, gemocht und nun, auf meet-my-life, insbesondere geschätzt zu haben.

Ein weiteres Juwel aus meiner geheimen Schatzkammer - eine Erinnerung, die ich nicht löschen und ersetzen möchte. Umso mehr, weil ich weiss und mich darauf freue, dass sich mein Lebenskreis in Afrika vollenden darf.



Africa - Dreaming



Fernand F. Haenggi - Biographical Notes



Copy No.: 15/40


Fernand Francis wollte seine Chronik auch noch für eine breite Leserschaft veröffentlichen, kam jedoch nicht mehr dazu. Deshalb habe ich etwas Wichtiges ausgeblendet und nun, da es mir bewusst wird, möchte ich es "korrigieren":
Falls ich unbewusst Urheberrechte verletzt haben sollte, hole ich von den Erben eine Einverständniserklärung für die Veröffentlichung der Lebensgeschichte meines Onkels Fernand Francis ein. Obwohl ich kommuniziert habe, dass ich seine Chronik in meiner 3. Autobiografie mit hinein "verflechte"-  primär als Würdigung seines Lebenswerks - habe ich dies nicht schriftlich festgenagelt. 
Das dürfte ich nun Schritt für Schritt nachholen. 


 

 

 

 

1954
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3.2.  Das Gestern, das heute ist – 1954.
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In transit to another world

"On 24th March, Mother and I obtained a visa from the British Consulate-General in Zurich to visit South Africa, after having filled out all the necessary papers and submitted for X-rays and copies of reports of the Swiss Central Police Bureau attesting that we were not recorded in the central criminal register!

Shortly before leaving St Gall, mother and I bid farewell to the market lady at the market where we used to buy fruit and vegetables and we told her that we were going to Johannesburg; she got so excited but was worried and warned us not to be eaten alive by roaming lions!"

Die Vorbereitungen für die Reise nach Südafrika beinhaltete also nebst einem Visa vom Britischen Generalkonsulat in Zürich auch alle notwendigen Papiere, die ausgefüllt werden mussten - also schon damals ein grosser administrativer Aufwand. Zudem Auszüge meines Onkels und seiner Mutter (meine Omama) aus dem Strafregister. 

Sie verabschiedeten sich von der Marktfrau in St. Gallen, bei der sie jeweils Früchte und Gemüse gekauft hatten. Diese war zwar begeistert von der Auswanderungsidee, jedoch auch besorgt, die beiden könnten lebendig von Löwen gefressen werden!

Am 4. Mai 1954 reiste Omama nach Frankreich, um sich von ihrer Mutter in Auxonne im Burgund zu verabschieden. Uncle Fernand reiste via Luxemburg und Brüssel, wo er die Stadt mit dem bekannten "Mannekins-Pis"- Brunnen besuchte. Weiter nach Antwerp, Essen (Belgien) am 2. Juni, nach Holland, wo er sich mit Omama (die direkt von Auxonne angereist war) in Amsterdam traf.

"We left Amsterdam on 4th of June, 1954, travelling by mv. Bloemfontein of the Holland-Afrika Line to Cape Town, calling on Southhampton on 5th June and Las Palmas on 9th June. The days were spent playing deck quoits, swimming in the desk pool, being lazy in a desk-chair reading or just gazing out. The crew kept us busy with fancy dress parties and dances and the traditional crossing of the Equator - event at the pool when some small fish were slipped into your bath trunks and were smeared all over your body, and then thrown into the pool; you then got a certificate signed by Neptun as a memento!"

Die Schiffsreise auf der mv. ("motor vessel" - also von einem Verbrennungsmotor angetrieben) Bloemfontein auf der Holland-Afrika Route nach Kapstadt (mit Halt in Southhampton und Las Palmas) beschreibt er ausführlich mit den verschiedenen Aktivitäten an Bord: Wurfspiele, Schwimmen, Faulenzen im Liegestuhl beim Lesen oder Hinausblicken. Die Schiffsmannschaft hielt sie bei Laune mit Kostümfesten und Tänzen sowie dem traditionellen Überqueren des Äquators. Dieses Ereignis am Pool wurde gefeiert, indem man kleine Fische in die Badehosen schlüpfen liess und die auf dem ganzen Körper verschmiert wurden - danach wurde man ins Schwimmbecken geworfen und erhielt als Erinnerung ein Zertifikat - von Neptun (sinnbildlich für den Meeresgott) unterzeichnet.

"I also remember my Mother playing bridge for money and winning most of the time. She also acted a few times as a fortune-teller; I remember her sitting at a table, reading tarot cards (which she had learned as a child from gypsies in Auxonne) and also reading people's hand lines (palm reading), her head being wrapped up with one of the black and red cloths we had aquired on our stop-over in Las Palmas, looking like a gypsy, with a cristal ball in front of her, all dramatic. Most of the time I sat in at these sessions and I was very impressed. She even told one guy who had very thick ugly fingers that he could be a murderer, I have never forgotten that."

Uncle Fernand erinnert sich daran, wie seine Mutter für Geld Bridge spielte und die meiste Zeit gewann. Sie schlüpfte auch als Wahrsagerin und Tarot-Kartenleserin (dies hatte sie als Kind von Zigeunern gelernt) in eine Rolle, die ihr wie auf den Leib geschrieben war (auch ich habe sie so in Erinnerung) - alles schön dramatisch in Szene gesetzt: Aus den schwarzen und roten Tüchern, die sie in Las Palmas erworben hatten, wurde ein Kopftuch gewickelt, was sie wie eine Zigeunerin aussehen liess. Zudem sorgte eine Kristallkugel für die perfekte Inszenierung. Fernand, der diesen Sitzungen beiwohnte und sehr beeindruckt war, hat nie vergessen, wie sie einem Typen mit sehr dicken, hässlichen Fingern sagte, er könnte ein Mörder sein ... (LOL)

Ja, Bilder von Omama, die als Wahrsagerin und Hand-Leserin auftrumpfte und sehr überzeugend wirken konnte, poppen nun auch bei mir auf:
Wir sitzen in Linksfield Ridge auf der Steinmauer, mit atemberaubendem Blick auf Johannesburg, als sie meine rechte Hand (die starke, häufig genutzte) erfasst und durch ihre Hornbrille mit geübtem Blick nachforscht, dabei zeichnet sie mit dem Zeigfinger, von ihrer Gartenarbeit rauh und zerkratzt, ganz fein meine Handlinien nach und erklärt:
Meine Lebenslinie sei sehr ausgedehnt, was auf ein langes Leben hinweise und meiner "true love" würde ich erst gegen Ende meines Lebens begegnen, zudem hätte ich einen ausserordentlich starken Willen - prophezeite sie mir damals in Südafrika - da war ich etwa zehn Jahre alt. Sie hat sicher auch mehr daraus gelesen; in meinem Gedächtnis hängen geblieben sind nur diese drei Details.

"To transport our clothes, we had a heavy cabin trunk that Mother had used all her life travelling to the USA or Australia. It was covered from top to bottom on all sides with labels of the various shipping lines she had used and all the places she had been to. Infortunately, after a few years this trunk was thrown away in Johannesburg, as it had collapsed. It would have been most interesting to have a photographic record of all the labels to solve some mysteries in my or my parents' life."

Ihre Kleider wurden in einem schweren Schrankkoffer transportiert, den Omama ihr Leben lang auf ihren Reisen in die USA oder Australien benutzt hatte. Dieser war rundum übersät mit Aufklebern von diversen Schiffsgesellschaften, mit denen sie unterwegs gewesen war und von all den Orten, die sie bereist hatte. Unglücklicherweise wurde dieser Koffer nach ein paar Jahren in Johannesburg weggeworfen, weil er auseinanderfiel. Uncle Fernand hätte es höchst interessant gefunden, eine Bilddokumentation von all diesen Destinationsaufklebern zu haben, um manche Geheimnisse in seinem oder dem Leben seiner Eltern auflösen zu können.

South Africa

"On 23rd June, 1954, we disembarked at Cape Town. I do not remember if my Father was there to receive us, only that I stayed in Cape Town two nights at the city and Hout Bay and that my Mother carried on to Johannesburg. 
Arriving in Johannesburg by train from Cape Town, I joined my parents at the Sherborne Hotel at 63 Claim Street, Johannesburg. The Hotel was full of foreigners, as this was the first place most immigrants landed in before they found an apartment in neighbouring Hillbrow or Berea. My Father had been staying at the Sherborne Hotel almost since his arrival in South Africa at the beginning of the year to start work at the Head Office of SA Breweries Ltd. Johannesburg, as well as my brother who had been on a short reconnaissance trip during April to evaluate if he should stay in St. Gallen to finish his studies or if he also was to emigrate to South Africa."

Nach 19 Tagen Schiffsreise kamen sie in Kapstadt an Land, wo uncle Fernand noch zwei Nächte in der Stadt und in Hout Bay (der Meeresbucht am Atlantik) verbrachte, Omama reiste weiter nach Johannesburg, woraufhin auch Fernand Francis, mit dem Zug weitergereist, sich mit seinen Eltern im Hotel Sherborne traf, der ersten Adresse für die meisten Einwanderer, bevor diese eine Wohnung in der Nachbarschaft fanden.
Schon seit seiner Ankunft anfangs Jahr in Südafrika weilte Opapa im Hotel, um seine Arbeit beim Hauptsitz der SA Brauereien, Johannesburg zu beginnen. Uncle Fernands Bruder (Henri René, mein Vater, damals erst sechzehnjährig), der im April auf Erkundungsreise gewesen war, um zu entscheiden, ob er in St. Gallen sein Gymnasium beenden oder ebenfalls nach Südafrika auswandern sollte, war also auch in Johannesburg während dieser Zeit.

"I had to go the the Alien's Registration office in the city centre and have all my fingerprints taken; I felt like a criminal. The Alien's Registration Office in Johannesburg then confirmed on 29th June 1954, that I had applied for registration."

Auf dem Einwohnermeldeamt, in der Stadtmitte Johannesburgs gelegen, musste uncle Fernand sich seine Fingerabdrücke nehmen lassen - dabei fühlte er sich wie ein Krimineller. Das Amt bestätigte am 29.06.1954 seinen Registrationsantrag.



Fernand Francis - Registration 1954



Fernand Francis - South African Identification Card

 


"On 8th July, 1954, I received from the SA Police at Hospital Hill, Johannesburg, a permit for the importation of a (Swiss army) Browning Pistol 6.35mm with 22 rounds of ammunition which in fact belonged to my Father (we stated on the application form that the pistol was needed as security, as we expected to buy a house). Customs duty had already been paid on this, as well as on a camera, on the 23rd June, 1954, at the Cape Town Port upon arrival by the passenger boat "Bloemfontain" from Amsterdam." 

Eine Bewilligung für die Browning Pistole, inklusive Munition, musste also auch auf dem Polizeiamt in Johannesburg eingeholt werden, mit der Begründung, diese diene zu Sicherheit, da geplant war, ein Haus zu kaufen. Die Zollgebühren waren sowohl für die Waffe, wie auch für eine Kamera am 23.06.1954 am Hafen von Kapstadt bei der Einreise mit dem Passagierschiff "Bloemfontain" aus Amsterdam bezahlt worden.

"One of my first tasks after arriving in Johannesburg was to look for work. Replying to an advertisement, my first interview was with KLM at Jan Smuts Airport as they had vacancy for an assistant to the control clerk at the airport's control tower, but as this entailed both night and day shifts, I turned this down."

Nach Ankunft in Johannesburg musste Fernand Francis zuerst eine Arbeit finden. Er bewarb sich für die vakante Stelle als Assistent des Kontrolleurs im Flugverkehrskontrollturm und wurde zu seinem ersten Vorstellungsgespräch mit KLM im Jan Smuts Flughafen eingeladen. Da diese Stelle aber sowohl Nacht- wie auch Tagschichten beinhaltete, lehnte er ab.

Seine Jobsuche beschreibt uncle Fernand in seinen Aufzeichnungen des weiteren ebenso ausführlich; als Erstes:
Nach zahlreichen Blind-Bewerbungen bei Schweizerischen Gesellschaften, die in Johannesburg ein Büro hatten, bekam er nur ONE (dies schreibt er explizit gross) reply; also nur eine einzige Antwort von Geigy South Africa Ltd. Dort erhielt er tatsächlich eine Stelle als Buchhalter in der Finanzabteilung, die er am 19. Juli 1954 antrat, zu einem Monatslohn von 45 Pfund. (Die südafrikanische Währung Rand/Cent wurde erst 1961 eingeführt und ersetzte dieses zuvor gültige südafrikanische Pfund).

"I also remember that from time to time I had to go on behalf of Geigy Johannesburg, using the company's transport and driver, a Zulu who was happy to teach me a few words in his language, such as nyama for meat (which is the only word I remembered). 
After a few months, I felt that I knew everything I needed to know, and I wanted to move to another section in the department to broaden my vision."

Uncle Fernand war für die Firma auch mit einem Chauffeur, einem Zulu, unterwegs. Dieser war glücklich, ihm ein paar Worte in seiner Sprache beizubringen; das einzige, an das sich Fernand noch erinnert: nyama für Fleisch!
Nach ein paar Monaten wollte er seinen Horizont erweitern und die Abteilung innerhalb der Geigy wechseln. Da ihm dies verwehrt blieb, hielt er Ausschau nach einem neuen Job. 

"On 23rd July, 1954, I formally applied to surrender my French nationality. This had to be done 6 months before my next birthday. 
On 6th August, 1954, my parents and I left the Sherborne Hotel and moved to 24 Majorca Court, Cavendish Roard, Yeoville, on the hill near the water tower. The block of apartments was owned by a Greek. 
My Father acquired a Ford Consul which we parked at the basement of the building."

Am 24.07.1954 beantragte Fernand Francis offiziell die Aufhebung seiner französischen Staatsangehörigkeit. Dies musste ein halbes Jahr vor seinem nächsten Geburtstag geschehen. 
Am 6.08.1954 zog er mit seinen Eltern aus dem Hotel Sherborne aus, um in einer Wohnung in Yeoville, auf dem Hügel neben dem Wasserturm, einzuziehen. Der Wohnblock gehörte einem Griechen. 
Opapa erwarb einen Ford Consul, welcher im Kellergeschoss des Gebäudes parkiert wurde.

"I started taking Afrikaans lessons in the evening, at the then Technical College in Eloff Street next to the Railway Station, Johannesburg. I carried on for about 6 lessons, realised that by thinking in German, it was easy to translate and to speak Afrikaans, so I gave up; in future I relied on the book "Die Lewende Taal" and trying to read Afrikaans newspapers or listening to the radio!"

Uncle Fernand begann an der damals Technischen Hochschule abends Afrikaans-Stunden zu nehmen, diese befand sich neben dem Bahnhof Johannesburg. Nach etwa sechs Lektionen realisierte er, dass, Deutsch-denkend, es einfach war, Afrikaans zu übersetzen und sprechen. Deshalb gab er auf und verliess sich von nun an auf das Buch "Die lebende Sprache" sowie im Versuch, Zeitungen auf Afrikaans zu lesen und Radio in dieser Sprache zu hören. 

"I took driving lessons in Johannesburg and got my driver's licence on 22nd November, 1954 (replaced in 1978 as now incorporated in the new SA identity document). I remember doing a lot of practising on top of the Top Star mine dump at the end of Simmonds Street and nearly turning in Commissioner Street to the right into one-way streets!
Using our car, we spent many week-ends looking and discovering the northern suburbs of Johannesburg: Dunkeld, Illovo and Sandhurst, lots of empty spaces in those days. My mother and I had hoped to live there, but Father, having only a short time before retirement with no pension due to him or any capital available, did not want to take any risks.
We also toured further afield, such as the Golden Gate area in the Orange Free State and Basutoland (Leribe).
Another trip was to Pretoria and returning to Johannesburg via the Fountains Valley Resort.
We also saw for the first time a performance by the mine dancers at the Old Roodepoort Gold Reef Mine and also at the Simmer & Jack Mines."

Uncle Fernand unternahm nach bestandenem Führerschein mit seinen Eltern an vielen Wochenenden Entdeckungsreisen im Norden von Johannesburg, damals noch weitestgehend unbewohnt. In der Gegend Dunkeld, Illovo und Sandhurst hatten er und Omama gehofft, zu leben. Doch Opapa, kurz vor seinem Ruhestand, ohne Pensions- und sonstig angespartem Kapital, wollte keine Risiken eingehen. 
Sie erkundeten zudem die Umgebung des Golden Gate im Orange Free State und Basutoland. Ein weiterer Ausflug führte nach Pretoria und zurück nach Johannesburg über den Fountains Valley Resort. Zudem schauten sie sich zum ersten Mal Aufführungen der Minentänzer bei der Old Roodepoort Gold Reef Mine und bei den Simmer & Jack Minen an.


The author in Pretoria, 1954




Tribal Mine Dances, 1954


"My parents and I used to play tennis at the Courts which were in the public gardens at the end of End Street, off Saratoga Avenue. I remember taking tennis lessons with a Swiss tennis player, Jost Spitzer, a former Swiss tennis champion and Davis Cup player who had recently retired and was now living in Johannesburg. (He had been "Nationaler Meister der Schweiz, Herren-Einzeln" in 1945-47 and in 1950-51)."

Mit seinen Eltern spielte uncle Fernand auch Tennis auf den Plätzen in den öffentlichen Gärten. Er erinnert sich daran, Tennisstunden bei einem Schweizer Tennisspieler, Jost Spitzer, genommen zu haben. Dieser war ein ehemaliger Schweizer Meister und Davis Cup Spieler, der kürzlich in den Ruhestand getreten war und sich in Johannesburg niedergelassen hatte.



 

1955
Seite 21
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3.3.  Das Gestern, das heute ist – 1955.
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Zwischen meinen Meditationen und dem Momentum, das immer mehr in meinen noch eingeschränkten Alltag hineinschwingt - zwischen Traum und Tag, Wunsch und "Wirklichkeit", reise ich mit den Erinnerungen meines Onkels Fernand Francis nach Afrika, was mein Herz immer noch mit "excitement" erfüllt und mein eigenes, angeregtes Erinnern mit einem Gefühl der Sehnsucht nach meiner Heimat im Heute verschmelzen lässt. 
Und ich bin überwältigt, was die Auswanderer in ihrem Anfangs-Halbjahr 1954 in Johannesburg schon alles erlebt, bewegt und auf die Beine gestellt haben! Ich bin schon jetzt sehr beeindruckt und ebenso gespannt, was es zwischen seinen und meinen Memoiren noch alles zu entdecken und emporzuheben gibt. Getriggert von uncle Fernands Aufzeichnungen, streue ich nun bewusster neu entdeckte Diamanten meines persönlichen Erinnerungsschatzes in dieses Kapitel ein; so verweben sich zwei Lebensmuster, berühren sich unsere Lebenskreise auf wunderschöne Art und Weise.

Für diejenigen Leser, die nichts mit meiner "spirituellen" Facette anfangen können, hoffentlich auch eine schöne Entdeckung, zumal sich Fernand Francis' Erzählweise ziemlich von der einer eingefleischten Poetin wie mir unterscheidet: Sie ist emotional völlig neutral, konsequent chronologisch und "nüchtern" mit dem Blick eines - wie mir scheint - geborenen Historikers eingefangen.
Symbolisch gesehen treffen somit zwei gegensätzliche Pole aufeinander: das Männliche (F.F) und das Weibliche (S.F.). Das hatte ich so nicht geplant, weshalb es mich umso mehr verzückt.

"On 28th January, 1955, I was 21 years old, my Mother had suggested I hold a party at the flat at about that time and that I invite some friends. Alas, I remember this to be a great flop. Not only did I hardly know anybody as yet but, besides a lot of classical music, I only had a limited number of shellac records of mainly rumba, samba, tango and mambo which I had brought with me from Switzerland. I also had one or two more modern records, one being Bill Haley's `Rock around the clock` which my guests kept on playing over and over again! I never organized another party as far as I remember!
One of the girls was chubby Marianne, whose father, Etienne Berger, was a missionary of the Paris Evangelical Mission Society (PEMS) and as such their envoy to Barotseland (Western Zambia) with the assignment of ministering to the Lozi migrant workers in the mines around Johannesburg. Marianne often had parties at her home, a very young groping crowd. I remember her circular dance dress being weighed down with rings, a bit old-fashioned. Another girl at my party was from an English family living in Sandhurst; they had a huge garden, beautiful trees, and a large `volière` plus magnificent peacocks roaming around the garden, all very impressive (I visited her once at home, but we never `clicked`).
I never rembembered who else was at that party."

Anlässlich seines 21. Geburtstages am 28.01.1955 veranstaltete Fernand Francis auf Anraten seiner Mutter eine Party mit Freunden in ihrer Wohnung. Aber oh je, leider wurde dies ein grosser Flop. Nicht nur, weil er fast niemanden kannte, sondern auch weil er nebst klassischer Musik nur einige Shellackplatten mit vor allem Rumba-, Samba-, Tango- und Mamboklängen besass, die er aus der Schweiz mitgebracht hatte. Immerhin ein oder zwei modernere Schallplatten, darunter Bill Haley's `Rock around the clock`, welches seine Gäste immer und immer wieder abspielten. Er mag sich nicht mehr daran erinnern, jemals wieder eine Party organisiert zu haben!
Eines der Mädchen war die mollige Marianne, dessen Vater ein Missionar aus Paris war und als solcher im Namen der Evangelischen Missionsgesellschaft ausgesandt, um den Lozi-Migrantenarbeitern in den Minen rundum Johannesburg zu predigen und dienen. Marianne feierte oft wilde Partys bei sich zuhause; Fernand Francis erinnert sich an ihr rundes Tanzkleid, das unten mit Gewichtsringen beschwert war - ziemlich altmodisch (seiner Meinung nach). Ein anderes Mädchen an seiner Party war aus einer englischen Familie, die in Sandhurst wohnte, mit einem riesigen Garten, wunderschönen Bäumen und einer grossen Voliere, zudem prachtvollen Pfauen, die im Garten umherstolzierten - alles sehr eindrucksvoll. (Er besuchte sie einmal, aber es machte nie `klick` - im Sinne von: Es funkte nie).
Uncle Fernand vermochte sich nie mehr daran zu erinnern, wer sonst noch an dieser Party war.

Ich erinnere mich an meine erste, selbst organisierte Party, 1982, in Hasli, im kleinen Kreis mit meinen Sekundarschulfreundinnen Karin, Susanne, Regina, Anna, Doris und Marlis. Meine Brüder waren natürlich auch dabei und ein Nachbarsjunge, der ein Auge auf mich geworfen hatte: Tinu. Er tanzte mit mir zu den Songs von Abba, anfangs noch zaghaft und distanziert - mit der Zeit wurde er mutiger und wollte mich enger zu sich hinziehen. Obwohl ich durchaus auch Schmetterlinge im Bauch verspürte, war da wieder ein Fluchtreflex, der diese zarte Bindung im Keim erstickte. Eine Notbremse musste ich endgültig ziehen, als Tinu mir in einem Liebesbrief offenbart hatte, dass er mich liebe. Dies nach seinen scheuen Versuchen - des nachts beim Zelten im Garten - mich zu streicheln. Ich schrieb ihm einen (aus heutiger Sicht) herzlosen Brief zurück mit der Frage:
"Wie kannst du behaupten, mich zu lieben - weisst du denn überhaupt, was Liebe ist?"
Ja, ich muss gestehen, ziemlich hart und unsensibel. Zumal ich Jahrzehnte danach - ich war inzwischen wieder vorübergehend in Hasli mit der Neugeborenen Jasmin im Bernbiet sesshaft - erfuhr, dass sich Tinu das Leben genommen hatte nach einem Unfall, bei dem er alkoholisiert jemanden zu Tode gefahren hatte. Dies schmerzt mich immer noch.

"At the beginning of the year, I was introduced to the French Bank of Southern Africa, 50 Marshall Street, Johannesburg. Thus, on 10th March, 1955, I gave notice to Geigy SA for the end of the current month and stated my letter of resignation ... having had the opportunity of finding a new employment with better chances for my future. I started at the new place on 1st April, 1955."

Anfangs Jahr wurde Fernand Francis bei der Französischen Bank des Südlichen Afrika vorstellig und kündigte bei Geigy SA auf Ende März 1955, mit der Erklärung in seinem Kündigungsschreiben, er habe die Gelegenheit, eine neue Stelle mit besseren Chancen für seine Zukunft gefunden. Diese trat er am ersten April 1955 an. 

"During the summer holidays, my brother Henri travelled by train from St. Gallen to Cannes via Milano and Ventimiglia to visit Suzanne Genevois, my god-mother; Jean Brun was not there, only Jean-Jean with whom he played a lot of table tennis and every day went swimming in the Mediterranean."

Während den Sommerferien reiste sein Bruder Henri mit dem Zug von St. Gallen nach Cannes via Mailand und Ventimiglia, um Fernand Francis' Patentante Suzanne Genevois zu besuchen. Ihr Sohn Jean Brun war nicht dort, lediglich Jean-Jean, mit dem er viel Tischtennis spielte und jeden Tag im Mittelmeer schwimmen ging.

Man stelle sich dies einmal vor: Mein Vater, erst sechzehnjährig, hatte sich in St. Gallen während seiner Gymnasialzeit ab 1954, als seine Eltern und sein Bruder nach Südafrika auswanderten, alleine durchzuschlagen! Ich erinnere mich daran, wie er mir schilderte, was für eine harte Zeit das damals für ihn gewesen war. Er wurde zwar von seinem Vater finanziell so gut wie möglich durchgetragen, doch das Geld war Ende Monat jeweils so knapp, dass Papa am Wochenende oder nach der Schule liegend im Bett verbrachte, um keine zusätzliche Energie zu verschwenden; auch, um sich mit dem letzten Franken eine Patisserie zu gönnen. (Er blieb zeitlebens ein Schleckermäulchen - am Ende seines Lebens spendierten wir ihm im Senevita-Pflegeheim stets seinen heiss geliebten Coupe Baileys. Seinen genüsslichen Ausdruck währenddem er diesen schlemmte, sehe ich immer noch vor mir). Dass sich Jahrzehnte später dieses Muster bei seinem jüngsten Sohn Henri Paul, auch erst fünfzehnjährig, wiederholen würde, hätte er wohl nie gedacht (nach ihrer Trennung entflohen Papa und Mama beide der Verantwortung im Hasli-Haus: Papa nach Basel, Mama ins Tessin)! Dies läutete auch eine schlimme Periode für mich ein, da ich mich instinktiv um meine Brüder, die Katzen, Omama und den Haushalt kümmern wollte und gleichzeitig das Gymnasium zu bestehen hatte. Ich war dieser Doppelbelastung lange ausgesetzt, ehe mich mein "Retter in der Not" auffing - woraufhin ich mich platonisch hoffnungslos in ihn verliebte - nachzulesen in meiner ersten Autobiografie "Atemzüge, Himmelsflüge").

"By 6th September, 1955, I had surrendered my French nationality formally (I was French by birth and by having a French mother, and Swiss on Father's side). 
At the same time, our parents organised the same procedure with my brother Henri."

Bis zum 6.09.1955 hatte Fernand Francis dann offiziell seine französische Nationalität niedergelegt. (Er war von Geburt auf und dadurch, dass seine Mutter Französin war, Franzose, und Schweizer durch seinen Vater). Zur gleichen Zeit organisierten ihre Eltern dieses Verfahren für seinen Bruder Henri.

"Not far from the bank was my tailor where I had my suits made out of heavy cloth, prompted by my Mother who thought that I could not be buying ready-made suits; they were called `Barselaar & Taylor` or `Barselaar & Côtier`, two elderly gentlemen from the old school! Over the years, I had about 3 suits made!"

Nicht weit von der Bank entfernt liess er sich von seinem Schneider Anzüge aus schwerem Stoff schneidern - durch Omama veranlasst, die dachte, er könne doch nicht gebrauchsfertige Anzüge kaufen. "Barselaar & Taylor" nannten sich die zwei älteren Herren, noch von der alten Schule! Im Laufe der Jahre liess er sich dort etwa drei Anzüge fertigen.

Am 20. November reichte Fernand Francis bei der Bank seine Kündigung per Ende 1955 ein. In der Zwischenzeit führte er Gespräche mit W. Gygax (Pty) Ltd. Johannesburg, food exports, und wurde angestellt als Sekretär. 
Im Dezember 1955 bestand er die "Intermediate Examination of the C.I.S.", welche die Fächer Wirtschaft, Rechnungswesen, Handelsrecht, Englisch, Sekretariatspraktiken und südafrikanisches Gesellschaftsrecht umfasste. Jedes Fach beinhaltete drei Stunden Prüfungsbögen! 

Während dieser Zeit knüpfte er Kontakte zu einigen Schweizer Freunden, u.a. Mr Minder, einem Uhrmacher im Zentrum der Stadt, Mr Berchtold, Schweizer Konsul, Mr and Mrs Thévenaz von Suchard SA und deren Tochter Jocelyne. Sowie eine ältere Dame, Mrs Ferguson, die ihm Portugiesisch beibrachte, in der Hoffnung, er könne eines Tages nach Südamerika reisen, und da wäre das Portugiesische brauchbar - zusätzlich zum Spanisch, das er in St. Gallen über mehrere Jahre gelernt hatte: "I still hoped I would one day go to South America, and Portugese would be a useful language in addition to the Spanish I had learned in St. Gallen over a number of years".

"My parents and I would often go to the Swiss Club which was then in Kew, off Louis Botha Avenue, to play skittles, meet friends and play tennis or to enjoy their 1st August national day festivities."

Mit seinen Eltern ging uncle Fernand oft in den Schweizer Club in Kew, um zu kegeln, Freunde zu treffen und Tennis zu spielen oder die 1. August-Feierlichkeiten zu geniessen.
 
"In about September, 1955, we also went to the Kruger National Park for the first time, Henri having joined us from Switzerland during his school break. We travelled via Pietersburg (lots of Candelabra trees in the area), stayed en route at a hotel in Louis Trichardt then proceeded to the Kruger Park, staying as much as possible in AA huts, that had been specially put up and maintained by the Automobile Association for its members, Father being a member. We always started at the northernmost gate Punda Malia, moving down South. Our return was over Barberton via Swaziland and the East Rand."

Im September 1955 besuchten sie zum ersten Mal den Kruger National Park; Henri, aus der Schweiz herangereist, hatte sich während seinen Schulferien zu ihnen gesellt. Sie reisten via Pietersburg an, übernachteten unterwegs in einem Hotel in Louis Trichardt und zogen weiter zum Kruger Park. So oft wie möglich weilten sie in AA-Hütten, die speziell dafür errichtet und unterhalten wurden vom Automobilclub für ihre Mitglieder, Opapa war auch Mitglied. Sie starteten immer vom nördlichsten Punkt aus, Punda Malia, um dann weiter nach Süden zu ziehen. Zurück über Barberton, Swaziland und dem East Rand.


Henri (Papa) mit siebzehn im Kruger National Park mit einem Wildhüter



Kruger National Park: Omama under Candelabra tree.

 
"We also travelled at other times with Henri to the Hartebeespoortdam, Brits and beyond and on another weekend we drove to the Mapoch (Ndebele) Village north-west of Pretoria. I remember that it was no easy task to find the way over bumpy dusty roads.  
Shortly after this, Henri was to return to St. Gallen. He remembers that Father had missed the opportunity to book a standard return flight in time for the beginning of school, so he had to pay a surcharge for a `couchette` place in the Swissair DC-6B!"

Ein paarmal reisten sie mit Henri zum Hartebeespoortdam, einem Stausee in Brits (im Nordwesten von Südafrika) und weiter. An einem anderen Wochenende fuhren sie in das Mapoch Ndebele Dorf nordwestlich von Pretoria. Fernand Francis erinnert sich daran, dass es kein leichtes Unterfangen war, ihren Weg über holprige, staubige Strassen zu finden.
Kurz danach musste Henri wieder zurück nach St. Gallen. Er erinnert sich daran, dass Opapa vergessen hatte, rechtzeitig für seinen Schulbeginn einen Standard-Retourflug zu buchen, deshalb musste er gegen Aufpreis einen Schlafplatz in der Swissair DC-6B bezahlen!

Auch diese Erinnerung hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt: Als Siebenjährige flog ich zum Schulstart alleine von Zürich nach Südafrika. Dies, weil meine Eltern noch länger in der "Emiler-Wohnung" bleiben wollten (sie erklärten mir damals, der bekannte Schweizer Kabarettist Emil Steinberger vermiete gelegentlich seine Zürcher Wohnung - wow! Ich mag mich noch gut daran erinnern, wie besonders und ehrwürdig sich dies anfühlte, in einer so "berühmten" Unterkunft Ferien verbringen zu dürfen). Meine Liebe zum Fliegen - hoch über den Wolken zu schweben - hatte ich schon früh entdeckt, deshalb machte es mir nichts aus, ohne meine Eltern mit dem Flugzeug zu reisen. Eine Stewardess kümmerte sich ganz lieb um mich. Ich befürchtete lediglich, dass mich niemand am Flughafen in Johannesburg abholen würde. Bis heute liebe ich das Fliegen, es löst ein Gefühl der Geborgenheit und ganz spezielles Kribbeln in meinem Körper aus. Während den langen Flügen in der Nacht konnte ich nach einem Film sehr gut einschlafen, die gedämpften Geräusche im Flugzeugbauch lullten mich wohlig und vertraut ein.
Meinem Bruder Henri Paul musste es genauso gegangen sein, denn später in der Schweiz erzeugten wir jeweils mit einem Föhn diese Geräuschkulisse, um uns zu beruhigen und in diesem Gefühl der Geborgenheit und Vertrautheit zu schwelgen. Zudem fühlten wir uns dadurch umso inniger miteinander verbunden.

"On 16th October, 1955, Father travelled for SA Breweries to Ndola in Zambia's Copperbelt, returning to Johannesburg on the 14th November, 1955.

Sometime during the year I acquired my first piece of property in South Africa, Bryanston, on a deed of sale, paying off 23 pounds per month, the peri-urban valuation being 870 pounds. Bryanston was being developed by SA Townships, Mining & Finance Corp. Ltd., a property company of Anglo American Corporation. 
This piece of land was on the south side of the main cross roads in Bryanston, and lying just near a site reserved for a Church building."

Am 16.10.1955 reiste Opapa für die SA Brauereien nach Zambia und kehrte zurück am 14. 11.1955.
 
Irgendwann im Laufe des Jahres konnte Fernand Francis sein erstes Stück Land in Bryanston (mittels Kaufvertrag) erwerben, welches er in monatlichen Raten (23 Pfund) abzahlen konnte. Der Wert des ganzen Grundstücks: 870 Pfund. Bryanston wurde von einer Immobiliengesellschaft der Anglo American Corporation verwaltet. 
Das Landstück lag auf der Südseite der Hauptstrassen in Bryanston und in der Nähe eines Geländes, das für eine Kirche reserviert war.

"Sometimes at the end of 1955, we did another trip to the Kruger Park via Tzaneen, again travelling from the North down to the South and back home over Nelspruit. 
During the year, we went on another trip to the Mapoch Village north-west of Pretoria, this time making some nice shots with a colour film.
This was the last time I visited this village. The Ndebele now demanded money so that we could take shots of them! I remember the wind blowing Mother's red straw hat towards the inhabitants; she did not get it back!"

Gegen Ende des Jahres 1955 reisten sie nochmals in den Kruger Park via Tzaneen, wieder von Norden nach Süden und heimwärts über Nelspruit. 
Im Verlaufe des Jahres reisten sie zudem nochmals in das Mapoch Dorf nordwestlich von Pretoria, dieses Mal schossen sie ein paar schöne Fotos mit einem Farbfilm. 
Das war das letzte Mal, dass uncle Fernand dieses Dorf besuchte. Die Ndebele verlangten nun Geld für die Schnappschüsse! Er erinnert sich daran, dass der rote Strohhut seiner Mutter zu den Einheimischen hinweggeweht wurde; Omama bekam ihn nicht mehr zurück!



Ndebele mit Omamas rotem Strohhut, 1955

 

Ndebele village, 1955




On tour with Ford Consul, 1955

 

Sotho women, Eastern Transvaal, 1955

 



1956
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3.4.  Das Gestern, das heute ist – 1956.
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A career in Food Exports to Africa


"Walter Gygax, a Swiss citizen, dealt as `quality food exporters` under the name of W. Gygax (Pty) Ltd., concentrating on exports by air to the African Hinterland. I started work on the 2nd January, 1956, at the initial salary of 75 pounds per month, with 3 weeks holidays due after the the first 12 months. This work was most interesting and varied; I had to go to the early morning market in Newtown to choose fresh fruit and vegetables form our main market agent, a Portuguese from Madeira, which were then to be air-freighted to the Belgian Congo, French Equatorial Africa, Nigeria, Gold Coast, Madagascar or other territories. We also used to airfreight `whitlof` (better known as Belgian endives) which in those days was only produced by one farmer in the Volksrust area. My work also involved setting up price-lists and corresponding with both SA food suppliers and customers. I was given Wednesday afternoons free, to be able to do my studies and to compensate for overtime.
We also exported by air day-old chicks from Johannesburg to the Congo; from Cape Town we shipped canned fruit, vegetables and fish."

Am 2.01.1956 trat Fernand Francis seine neue Stelle im Food-Export bei Walter Gygax, einem Schweizer Bürger, an. Zu einem Anfangslohn von 75 Pfund, mit drei Wochen Ferien, fällig nach den ersten 12 Monaten. Diese Qualitäts-Exporte wurden per Luftfracht ins Afrikanische Hinterland geflogen. Seine Arbeit war sehr interessant und vielfältig; uncle Fernand musste frühmorgens zum Markt in Newtown gehen, um frische Früchte und Gemüse von ihrem Hauptmarkthändler, einem Portugiesen aus Madeira, auszuwählen. Diese wurden nach Belgisch-Kongo, Französisch-Äquatorialafrika, Nigeria, Madagaskar, an die Goldküste oder in andere Gebiete geflogen. Auch Luft-verfrachtet wurde "whitlof" (besser bekannt als belgische Chicorées), die damals lediglich von einem einzigen Bauern in der Volksrust Gegend produziert wurden. Fernand Francis musste zudem Preislisten erstellen und sowohl mit Südafrikanischen Lieferanten als auch Kunden korrespondieren. Mittwochs bekam er jeweils frei, um sich weiterzubilden und Überzeit zu kompensieren.
Auf dem Luftweg exportierten sie auch Eintagsküken von Johannesburg in den Kongo; von Kapstadt aus verschifften sie Dosenfrüchte, -Gemüse und -Fisch.

"In 1956, my brother Henri successfully wrote the Swiss Matura (Type C) in St. Gallen. Sometimes in the first part of the year, he visited alone my god-mother Suzanne Genevois in Cannes and enjoyed the company of Jean-Jean Brun (Jean-Louis Brun)."

1956 bestand Henri (erst achtzehnjährig) erfolgreich die Schweizerische Maturitätsprüfung (Typus C) in St. Gallen. Irgendwann im ersten Halbjahr besuchte er alleine Fernand Francis' Patentante Suzanne Genevois in Cannes und genoss die Gesellschaft von Jean-Jean.

Ich erinnere mich an meine riesige Erleichterung, die Wirtschaftsmaturität 1989 (auch unter sehr schweren Bedingungen) geschafft zu haben und wie ich mit meinen Schulkameradinnen bei Vollmondschein die ganze Nacht lang vom "Gymer" Kirchenfeld aus durch die Stadt Bern zog, singend und tanzend. Um daraufhin bei einer dieser Kolleginnen (leider habe ich ihren Namen vergessen) in einem schönen Riegelhaus im Dälhölzli-Quartier (in der Nähe des Ka-We-DE, im Sommer Frei- und Wellenbad, im Winter Kunsteisbahn) doch noch ein paar Stunden zu schlafen. Anschliessend gab es ein ganz feiner Brunch!

Wie mag Papa seine Matura wohl gefeiert haben? Leider habe ich ihn nie danach gefragt. Sicherlich fiel ihm auch ein Gewicht vom Herzen, diesen Meilenstein - unter harten Umständen - geschafft zu haben. Ich erlebte ihn schon immer als ein sehr intelligenter Kopfmensch, der sowohl sprachlich wie auch technisch-naturwissenschaftlich interessiert und versiert war. Ein scharfer Kontrast zu mir, die eher emotional-intuitiv-kreativ gepolt ist. Dem heute gängigen IQ setze ich die EQ (emotionale Intelligenz, um nur eine der verschiedenen Arten von Intelligenzen zu nennen) entgegen. Das Schulwesen in der Schweiz ist eindeutig auf diese intellektuelle Leistungskompetenz ausgerichtet und schafft damit auch sehr viel Leid für diejenigen, die anderweitig begabt und klug sind. Über die verschiedenen Intelligenzen könnte ich jetzt noch stundenlang referieren, weil es mir ein besonderes Anliegen ist, auch hier eine Bewusstseinsveränderung in dieser Gesellschaft voranzutreiben, die zwar wirtschaftlich floriert, jedoch pro Tag zwei Jugendsuizide, ausgebuchte psychologische Sprechstunden (Stand 2025: Ein Jahr Wartezeit!) und volle Psychiatrien - also eine düstere Seelenlandschaft - zu verzeichnen hat. Ebenfalls viel Qual könnte den Familien erspart werden, wenn man den Intelligenz-Fokus nicht so einseitig setzen würde (und damit auch jene Bereiche, die finanziell, politisch und ökonomisch unterstützt und aufgewertet werden). Ich weiss um den Schmerz der Nicht-Anerkennung des kreativen, sozialen und emotionalen Potentials, das einem in die Wiege gelegt wird und den Kampf darum, sich selbst sein zu dürfen, mit dieser Andersartigkeit, die man selbst nicht von Anfang an versteht - dies kann eine regelrechte Identitätskrise auslösen - weil diese Kultur derart geprägt ist vom materiellen Wohlstand, der über das natürliche Gleichgewicht hinausgeht. 

"
On 8th May, 1956, Mother got a return visa; she promptly left for Switzerland to visit her gynaecologist in Basel. According to her pass, she crossed St. Margrethen SG border post to Austria on 20th May and 3rd July, 1956 (she used to go to her dressmaker across the border when we lived in St. Gallen); she also visited her own mother and Pépère in France, crossing Pontarlier on 11th July, 1956, then Frasne on 6th August, Pontarlier on 28th August and 9th September, 1956. She then came back to Johannesburg in October with my brother Henri who had to do his 9-months' "Vorstudium-Praktikum ETH" early the following year, which he did at the First Electric Corporation in Knights on the East Rand. Uncle Charles Gmür, Paul and Marie-Katrine and children were at Kloten airport to send them off. Henri's remaining belongings, skis and luggage, were collected from his landlady, Mrs Schildknecht at St. Leonhardstrasse 17 and were stored with Guyer in St. Gallen for one year, as from 17th September, 1956."

Am 8.05.1956 erhielt Omama ein Retourvisa; sie wollte umgehend in die Schweiz nach Basel reisen, um ihren Frauenarzt aufzusuchen. Gemäss ihrem Pass überquerte sie die Grenze in St. Margrethen und reiste weiter nach Österreich am 20.05. und 3.07.1956 (sie ging jeweils zu ihrem Schneider jenseits der Grenze als sie noch in St. Gallen wohnten); sie besuchte ebenfalls ihre Mutter und Pépère in Frankreich, über Pontarlier am 11.07.1956, dann Frasne am 6.08.1956, Pontarlier am 28.08. und 9.09.1956. Im Oktober kehrte Omama nach Johannesburg zurück mit Henri, der ein neunmonatiges Vorstudium-Praktikum ETH anfangs des folgenden Jahres machen musste; dieses absolvierte er bei der First Electric Corporation in Knights, East Rand. Onkel Charles Gmür und seine Familie waren am Flughafen Kloten, um sie zu verabschieden. Henris persönliche Sachen, Skis und Gepäck, wurden von seiner Vermieterin, Frau Schildknecht aus der St. Leonhardstrasse 17, abgeholt und wurden bei Guyer in St. Gallen für ein Jahr eingelagert, ab dem 17.09.1956.

"From a letter I wrote to my mother then in France, it seems that I started having problems with Gygax, not only because he had cancelled in writing my free Wednesday afternoons, without compensation, but also because I felt tired of everything and morally down and restless. I was considering having to give up my studies one way or another, my chances for the future looked limited. I stated `j'espère que la dissatisfaction que j'éprouve de mon travail à chaque nouvelle place après un certain temps cessera une fois!`
Luckily I was sometimes seeing our friends over lunch, the Nohr's, particularly Eveline, but as to `les autres jeunes gens d'ici, c'est peine perdue de vouloir les fréquenter!`"

Aus einem Brief, den er seiner Mutter während ihrem Besuch in Frankreich geschrieben hatte, lässt sich entnehmen, dass sich Probleme mit Gygax abzeichneten; dieser hatte Fernand Francis die freien Mittwochnachmittage weder zugute geschrieben noch kompensiert; ausserdem fühlte er sich erschöpft, moralisch am Boden und unruhig. So oder so musste er sich überlegen, seine Studien (Endprüfungen der C.I.S) aufzugeben, was seine Chancen für die Zukunft einschränken würden.
In seinem Brief drückte er es so aus: "Ich hoffe, dass die Unzufriedenheit, die ich nach einer gewissen Zeit bei jeder neuen Arbeitsstelle verspüre, einmal aufhört!"
Zum Glück traf er gelegentlich seine Freunde über Mittag, die Nohr's, vor allem Eveline, aber "was die anderen jungen Leute hier betrifft, ist es verlorene Zeit, sich mit ihnen treffen zu wollen!"

Ja, wer kennt sie nicht, diese Phasen im Leben, die durchzogen sind von Zukunftsängsten, Unsicherheiten, Selbstzweifeln und moralischen Tiefpunkten? Dass Fernand Francis dies so offen und ehrlich zugeben konnte, beeindruckt mich, zumal er sonst nicht tief in seine Gefühlswelt blicken lässt. Am 1. August 2025, anlässlich der Geburtstagsfeier von Joya-Anaïs in ihrer neuen Bleibe (seit zwei Wochen in einer WG) in Bümpliz, hatte ich die Gelegenheit, seine älteste Tochter Françoise (mit meinem Bruder Fernand verheiratet) über die Persönlichkeit ihres Vaters auszufragen:
"Dein Vater war doch DER geborene Historiker, hat er sich denn nie überlegt, diesen Weg einzuschlagen?" Woraufhin sie mir prompt antwortete:
"Doch, das war sein Traumberuf; umherzureisen und die verschiedenen Kulturen kennenzulernen, sie zu erforschen, über sie zu berichten. Doch dafür hätte er eine Uni besuchen müssen."
Ohne Maturitätsabschluss keine weiterführende Hochschule - also verschloss sich meinem Onkel dieses Erforschen der Völker, das ihm auf den Leib geschrieben war. Deshalb erstaunt es nicht, dass er sich auf der Suche nach seiner wahren Beruf-ung unerfüllt, rastlos und unzufrieden fühlte: Der innere Frieden stellt sich auch hier erst ein, wenn man seinen Platz gefunden hat und sein Talent ausleben kann. Umso dankbarer bin ich meinem Onkel väterlicherseits, hat er uns einerseits eine Chronik seines gelebten Traumes in Afrika hinterlassen, andererseits seine Leidenschaft, der Familiengeschichte nachzugehen, privat ausgelebt. Dabei war er ein fortschrittlicher Denker, der schon früh erkannte, dass die Zukunft in der elektronischen Informations- und Datenübermittlung liegen würde. Später verlinke ich euch mit dieser kostbaren Schatztruhe, die sich nicht nur kulturhistorischen Kreisen öffnen darf.
Und ich danke es uncle Fernand, indem ich in diesem 3. Kapitel den ihm würdigen Platz dafür einräume.

"I joined the Johannesburg Hiking Club and went on a number of hikes over the next few months, towards the Broederstroom and Magaliesberg area, but as there were hardly any young members of my age, I gave up by the following year. At about this time, I also joined the 1st Rosebank Scouts as a rover and went to many of their meetings. However, as I had never been a cub or scout before, it was all a new world to me, and I had to keep on watching over my shoulder how everything was done or said, and of course I had to get a rover's uniform. But I did not make any friends, and after a while I gave up attending their functions. I also went on at least one trip organised by the Witwatersrand Gem and Mineral Club, which was to investigate a particular mineral fissure in Lyme Park near the William Nicol Drive to Bryanston, but I gave this activity up as there were no young people around to connect with."

Im Versuch, sich mit Menschen seines Alters zu verbinden, durchlief Fernand Francis folgende Stationen:
- Hiking Club Johannesburg, mit Wanderungen in der Broederstroom und Magaliesberg - Umgebung. Dies gab er im Verlaufe des folgenden Jahres mangels Mitgliedern seines Alters auf.
- Rosebank Scouts (Pfadfinder) als rover (Pfadfindergruppe der Altersklasse 18-26): Er besuchte ihre Treffen und bemühte sich, über ihre Schultern zu schauen, um sich schlau zu machen, wie alles gemacht oder gesagt werden sollte. Es war eine ganz neue Welt für ihn, doch er besorgte sich sogar die entsprechende rover-Uniform. Da er aber auch hier keine Freunde finden konnte, gab er auf. 
- Witwatersrand Gem and Mineral Club, welche die Mineralvorkommen in Lyme Park in Bryanston erkundeten: Nach einigen Ausflügen mit diesem Club gab er auch diese Aktivität auf, weil er sich hier ebenfalls nicht freundschaftlich verknüpfen konnte.

Das Bedürfnis, sich mit Menschen zu verbinden, kann ich sehr gut nachempfinden; zieht sich dieses auch wie ein roter Faden durch mein Leben. Es macht mich enorm glücklich, mich im Freundes- und Familienkreis eingebunden zu fühlen - ich bin ein "Gemeinschaftstyp" und Teamplayer - brauche diesen Austausch wie die Luft zum Atmen. Ich könnte mich niemals (so wie meine Mutter, die abgeschieden auf Kreta ein Einzelgängertum lebt) für einen Lebensstil entscheiden, der mich von meinen Geliebten abtrennt - denn unter Menschen, die ich liebe und die mich inspirieren, fühle ich mich heimisch. Heimat bedeutet für mich mittlerweile, mit denjenigen Vertrauten unterwegs zu sein, mit denen ich mich verbunden fühle. Ein Dilemma gilt es irgendwann dann doch zu überwinden: Meine Sehnsucht, nach Afrika zurückzukehren, um meinen Lebensabend dort zu verbringen ... wie soll das vereinbar sein, wenn dies bedeutet, meine Liebsten (für unbestimmte Zeit) zurückzulassen? Mag sein, dass ich mich gegen Ende meines Lebens naturgemäss immer mehr zurückziehen möchte, sodass sich mein Verbundenheitsbedürfnis wandeln möge in Richtung einer Vorbereitung auf den letzten Atemzug. Wie auch immer, ich mache mir noch keine allzu grossen Gedanken darüber; ich vertraue meinem inneren Kompass - zur gegebenen Zeit wird mir mein Herz wie gewohnt die Richtung weisen, und Gottes Plan für meinen letzten Tanz auf diesem Planeten wird Schritt für Schritt ins Bewusstsein rücken. 
Was ich Fernand Francis damals hätte raten können: Gründe selbst eine Freundschaftsgruppe und organisiere Aktivitäten, die auf Interesse stossen. Mit seinem abenteuerlichen Erfindergeist hätte dies sicherlich Früchte tragen können. Doch die Zeit und Energie dafür hätte ihm - auch im Beruflichen ein Suchender - wohl gefehlt. 
Da hatte ich es wesentlich einfacher, mit meinen Abegg-"gschpänli" während meinen aktiven Arbeitsjahren Spaziergänge und Genussmomente zu organisieren. Obschon diese aufgrund meiner Erschöpfung nicht mehr so ausgedehnt und häufig stattfinden können, bleibt es mir ein prioritäres Herzensbegehren, dabei zu bleiben und mir diese Momente zu gönnen, auch wenn ich mich danach wieder ein paar Tage auskurieren muss: Ohne diese Seelennahrung würde ich innerlich verkümmern.

"Our flat at Majorca Court used to be cleaned by Felix Dube: he was a Rhodesian from Fort Victoria employed by our landlord (he later helped at the Queen's Hall Art Gallery and stayed with Mother in Gardens till about 1969, when he returned to his home to die as he had tuberculosis and coughed a lot).
Around 1956, I got tick bite fever after having a swim at the Yeoville Swimming Pool and resting on the grass - I reacted violently and the doctor was called to our home; he gave me a shot of penicillin and I came out in ghastly blisters all over my face, tongue and inside my mouth. I nearly died from this; the doctor came again, probably treated me again, but we called for a second doctor's opinion. Only after our servant Felix got a young friend of his to lay her hands on me and pray hard did I heal in no time; I'll never know if this was thanks to her prayers or because the body had finally coped with the allergy thanks to additional medication."

In diesem Jahr 1956, schon im jungen Alter (22-jährig), musste uncle Fernand dem Tod von der Schippe springen, nachdem er Afrikanisches Zeckenbissfieber (eine bakterielle Infektion) - nach dem Schwimmen im Yeoville Schwimmbecken und anschliessendem Liegen auf dem Gras - erwischt hatte. Er reagierte heftig darauf, sodass der Arzt gerufen werden musste; dieser gab Fernand Francis eine Dosis Penizillin, was grässliche Blasen auf seinem ganzen Gesicht, der Zunge und in seinem Mund auslöste. Dies kostete ihm fast das Leben. Der Arzt musste nochmals kommen, er wurde wieder behandelt, daraufhin holten sie sich eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt. Erst als ihr Bediensteter Felix Dube, ein Rhodesier aus Fort Victoria (der in ihrer Wohnung in Majorca Court vom Vermieter als Putzmann angestellt war und später in der Kunstgalerie Queen's Hall aushalf und bei Omama bis 1969 in Gardens blieb), eine junge Freundin bat, dem Kranken die Hände aufzulegen und intensiv für ihn zu beten, wurde uncle Fernand im Nu geheilt. Er wird nie wissen, ob dies dank ihrer Gebete geschehen ist oder weil sich sein Körper allmählich von der Allergie, dank zusätzlicher Medikamente, erholt hatte. (Felix selbst kehrte 1969 in sein Zuhause zurück, um dort zu sterben, weil er an Tuberkulose litt und viel hustete).


Papa (achtzehnjährig - sieht nicht gerade sehr glücklich aus) 1956 bei erneutem Ausflug mit seiner Familie im Kruger Park

 

 

 

1957
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3.5.  Das Gestern, das heute ist – 1957.
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"In January 1957, Henri started his first job at First Electric Corporation at Knights on the East Rand, daily travelling by bus to Johannesburg Railway Station and with the SA Railways to Knights and back. The work consisted mainly of the assembly of electric motors and transformers."

Im Januar 1957 trat Henri seinen ersten Job bei First Electric Corporation in Knights im East Rand (in der Provinz Gauteng) an. Er reiste täglich mit dem Bus zum Bahnhof Johannesburg und weiter mit dem Zug nach Knights und zurück. Seine Arbeit bestand darin, elektrische Motoren und Trafos zusammenzubauen.
Papa hatte mir nie erzählt, sein ETH-Vorstudiums-Praktikum in Südafrika absolviert zu haben, deshalb war dies auch für mich eine neue Information, die mich überraschte!

Uncle Fernand genoss seine Freizeit beim Tennisspielen, ebenso auf Ausflügen mit der Familie zu verschiedenen "tea gardens" - Teegärten, wo sie köstliche scones und crumpets schlemmten. 


Freizeitgenüsse, 1957



Scones zu backen wurde in der Schweiz mein Lieblingsrezept für das Verwöhnen meiner Gäste zum Brunch oder Zvieri und wird immer noch mit grosser Begeisterung und Freude genossen.

Mein persönliches scones-Rezept möchte ich deshalb hier gleich mit euch teilen: 

250 g Mehl
1/2 einer Packung Backpulver
2 Teelöffel Zucker
etwas Salz
75 g Butter, weich
150 g Rahmquark
1 Ei

(ergibt ca. 6 Stück)

Die weiche Butter mit dem Zucker und Ei mixen (mit einem Rührgerät oder von Hand), den Rahmquark dazu mischen; Mehl mit einer Prise Salz und dem Backpulver dazugeben, zu einem geschmeidigen Teig rühren, den man gleich rund ausstechen kann (ich mache dies jeweils mit einem umgestülpten Glas). Anschliessend im vorgeheiztem Ofen bei 180-200 Grad ca. 15 Minuten backen. 
Man geniesst die halbierten scones traditionellerweise mit Butter, Konfi und geschlagenem Rahm. Ich tische jeweils auch noch salzige Zutaten auf, die sehr beliebt zum Belegen sind:
Rauchlachs mit Meerrettichschaum, Frischkäse und verschiedene Käsesorten, Salami, Schinken, Bündnerfleisch, etc. Dazu div. Gemüsestäbchen mit Kräuter-Frischkäse- oder Cocktailsaucen-Dipp. 


Scones im Ofen

 

Scones (doppelte Menge) fertig gebacken

 

 
 

Salzige Käse-Variation

 

"No bonus having ever been paid out and after repeated fruitless discussions about a salary increase ('we shall consider it next year if the company's profits allow it') and because the owner's son had now also joined the business full-time, I decided to leave Walter Gygax's firm per 30th April.

Mr Walter Zehnder, representing the Union Bank of Switzerland in Johannesburg with offices in 'Unitas Buildings', Marshall Street, Johannesburg, suggested that I run the Johannesburg broking agency for one of his important overseas clients, a certain Baron von P* (who inter alia owned large tracts of land in Brazil), from a nearby office in the same building, on a trial basis. The work was unpaid, I depended on the small brokerage of usually 1%, I would get on any deals, but all expenses, such as rent, telephones and faxes were to be for my account. This sounded worth a try, the work consisted of getting quotes from abroad for bulk shipments of commodities and placing these offers with interested parties or potential clients in South Africa, such as Lever Bros., Durban, and the like. 
The bills for telegrams soon mounted, and I told Mr Zehnder within a short time of about two weeks' trial period that I was not interested in this venture any longer!"

Nachdem ihm nie Boni ausbezahlt wurden und nach etlichen, vergeblichen Diskussionen über eine Lohnerhöhung ("wir werden dies nächstes Jahr in Erwägung ziehen, falls es die Unternehmenserträge zulassen") und weil der Sohn des Besitzers inzwischen Vollzeit im Betrieb arbeitete, entschied Fernand Francis, Walter Gygax's Firma per 30.04.1957 zu verlassen.

Walter Zehnder, der die Union Bank der Schweiz in Johannesburg vertrat, mit Büros in den "Unitas Gebäuden" an der Marshall Strasse, schlug vor, dass uncle Fernand die Maklergeschäfte in Johannesburg probeweise führen könne für einen seiner wichtigsten Übersee-Kunden, einem Baron von P* (der unter anderem grosse Landgebiete in Brasilien besass); von einem nahegelegenen Büro im gleichen Gebäude aus. Die Arbeit wurde nicht bezahlt, Fernand Francis war angewiesen auf die kleine Provision von einem Prozent, die er für jeden erfolgreichen Deal bekommen würde, aber alle Ausgaben wie Miete, Telefon und Fax gingen auf sein Konto. Das war ein Versuch wert; seine Arbeit bestand zudem darin, Offerten für Massenwarenlieferungen aus dem Ausland einzuholen und diese den interessierten Partnern oder potentiellen südafrikanischen Kunden, wie zum Bsp. Lever Bros. in Durban und desgleichen, zu unterbreiten. Die Telegrammrechnungen stiegen schon bald darauf, sodass uncle Fernand Herrn Zehnder nach einer kurzen Probephase von etwa zwei Wochen mitteilte, dass er nicht mehr an diesem Unternehmen interessiert sei!


Central and West Africa I

"So meanwhile, I decided to go into exports myself, and I set up registering a Company of my own called Agimpex (Pty.) Ltd., with a share capital of 3000 pounds in 1 pound shares, fully issued (AGIMPEX = agencies, import, export). Mr A.C. Decoppet, one of our family friends, agreed to invest some capital in this venture (1400 shares) and to become an alternate director of the Company. I remember that he would from time to time come to my office which was now at 33, 4th floor, Unitas, to see if he could help in any way.
My Mother was appointed Company Secretary.
As my restrictive agreement of employ with W. Gygax (Pty) Ltd. had a restraint of trade clause, I could not carry on a similar business in the Johannesburg municipal area for a while, I think for two years. So I just moved to 159 Meyer Street, Primrose near Germiston, as from 15th May, 1957. My Mother helped me from 11th June on most days; we had to travel by train from Johannesburg to Germiston, then we walked a stretch to the office. Our neighbour was a Mr Tucker, a financial and legal advisor whom I bumped into at various times over years."

Mittlerweile hatte uncle Fernand beschlossen, selbst in den Export einzusteigen und gründete seine eigene Firma, die er AGIMPEX (Pty.) Ltd. nannte, mit einem Stammkapital von 3000 Pfund, in 1 Pfund-Anteilen, alle gezeichnet. Ein Familienfreund, Herr Decoppet, erklärte sich einverstanden, Kapital in dieses Unternehmen zu investieren (1400 Anteile) und stellvertretender Direktor der Firma zu werden. Fernand Francis erinnert sich daran, dass Decoppet gelegentlich bei ihm im Büro - nun im 4. Stock im Unitas-Gebäude 33 - vorbeischaute, um seine Hilfe anzubieten.
Omama wurde zur Sekretärin der Firma ernannt.
Da in seinem Vertrag mit Gygax eine einschränkende Handelsklausel festgesetzt worden war, durfte er für eine Weile (F.F. glaubt sich an zwei Jahre zu erinnern) keine ähnlichen Geschäfte weiterführen im Bezirk Johannesburg. Deshalb zog er um nach Primrose in der Nähe von Germiston, vom 15.05.1957 an. Seit dem 11.06.1957 half ihm Omama an den meisten Tagen; sie mussten mit dem Zug von Johannesburg nach Germiston reisen, um dann noch eine Strecke zu Fuss zum Büro zu laufen. Ihr Nachbar war ein Herr Tucker, Finanz- und Rechtsberater, mit dem er ein paar Mal im Verlaufe der Jahre zusammenstiess.

"I could draw on the experience and information I had gained with Gigax and managed to acquire some clients. One in particular I do remember, for he cost me a lot of money! An order had been received by a client in Diego Suarez in Madagascar for a consignment of grapes which were consigned by ship. However, there were problems with the irrevocable Letter of Credit or the client had not honoured payment on the presentation of the sight-draft presented by my bank, secured by the original consignment note, so the grapes just rotted away at the harbour as they could not be released - my uninsured loss I could ill afford!"

Fernand Francis konnte dank seinen Erfahrungen und Informationen, die er mit Gygax gesammelt hatte, einige Kunden gewinnen. An einen mag er sich besonders erinnern, weil ihm dieser einen Haufen Geld kostete! Eine Bestellung war von einem Klienten aus Diego Suarez in Madagascar eingegangen, für den Versand von Trauben, die mit dem Schiff geliefert wurden. Doch es gab Probleme mit dem unwiderruflichen Akkreditiv oder der Klient hatte die Zahlungsanweisung der Bank nicht beachtet, deshalb verfaulten die Trauben am Hafen, weil sie nicht freigegeben werden konnten. Uncle Fernand konnte sich diesen nicht versicherten Verlust kaum leisten!

"On 26th June, 1957, I applied at the UK Passport office, Cape Town, for a visa for Nigeria and Ghana (then called the Gold Coast until 5th March, 1957), which I had to collect when next in Leopoldville. On 16th July, I obtained a visa or French Equatorial Africa from the Consulate of France in Johannesburg, and the same day for the Belgian Congo / Ruanda-Urundi from the Belgian Consulate, Johannesburg.
On 18th July, 1957, I left for my first trip to Central and West Africa, flying over Victoria Falls, Livingstone - hardly anybody was living there in those years! Customs entries in my Swiss passport reflect that I landed in Leopoldville on 18th July, 1957.
I crossed over the Congo to Brazzaville on 24th July, calling on clients including the Greek merchant Assanakis, and returned to Leopoldville Beach on 28th July."

Am 26.06.1957 beantragte Fernand Francis beim Britischen Passbüro in Kapstadt ein Visum für Nigeria und Ghana (damals als Gold Küste benannt, bis zum 5.03.1957), das er bei seinem nächsten Aufenthalt in Leopoldville abholen sollte. Am 16.7.1957 erhielt er ein Visum für Franz. Äquatorialafrika vom Französischen Konsulat in Johannesburg sowie am gleichen Tag für Belgisch-Kongo / Ruanda-Urundi vom Belgischen Konsulat, Johannesburg.
Am 18.07.1957 trat er seine erste Reise nach Zentral- und Westafrika an und flog über die Victoria-Fälle, Livingstone - seinerzeit lebte dort kaum jemand! Gemäss seinem Schweizer Passeintrag landete er in Leopoldville am 18.07.1957. Er überquerte den Congo, um in Brazzaville am 24.07.1957 Kunden zu besuchen, einschliesslich des Griechischen Händlers Assanakis. Er kehrte am 28.07.1957 zurück zum Strand von Leopoldville.


In meinen Unterlagen suche ich meinen eigenen Südafrikanischen Pass, der mich mit Nostalgie erfüllt und an meine Reisen in die Schweiz und zurück nach Johannesburg erinnert. So sieht dieses Dokument von damals aus:


Passport Republiek van Suid-Afrika

 

 

Passport No. 560691


 

Suid-Afrikaanse burger

 

Beskrywing van houer: Groeiend

 

Uitgereik op 29.09.1971

 

Permanente verblyfplek van houer

 


Passport informations



"In Leopoldville, I called on big firms like PROFRIGO and SEDEC, a Unilever company. I remember walking through a big office with many clerks, all speaking English (!) and being black people, not a white person in sight. While the purchases manager looked at my offers, a secretary walked through the door behind him into another office; there I got a glimpse of a white person, normally out of sight to the world, probably Unilever's representative! I also remember calling on a large store near the main market, run by a Portuguese, Mr Costa. He was importing dried salt shark from South Africa. He invited me to have lunch at his home, where he showed me his vast collection of African masks and artefacts from the area which stretched over two floors. Unfortunately I had not much understanding of this in those days, I just knew that this was an important collection which however did not appeal to me.
Something that stuck in my mind all the years were the advertising posters for KLIM, a substitute milk product well introduced in the Congo."

In Leopoldville besuchte uncle Fernand Firmen wie PROFRIGO und SEDEC, ein Unilever Unternehmen. Er erinnert sich daran, durch ein grosses Büro mit vielen Angestellten, die alle Englisch (!) sprachen, gelaufen zu sein - keine einzige weisse Person in Sicht. Währenddem der Einkaufsleiter sich seine Offerten ansah, lief ein Sekretär durch die Tür hinter ihm in ein anderes Büro; dort konnte F.F eine weisse Person erblicken, für die Welt normalerweise nicht sichtbar, sehr wahrscheinlich Unilever's Vertreter! Er erinnert sich auch daran, einen Laden neben dem Hauptmarkt besucht zu haben, der von einem Portugiesen geführt wurde, einem Herrn Costa. Er importierte salzigen Haifisch aus Südafrika. Er lud Fernand Francis zum Mittagessen bei sich zuhause ein, wo er ihm eine riesige Sammlung Afrikanischer Masken und Gegenstände aus dieser Region zeigte, über zwei Stockwerke verteilt. Leider verstand uncle Fernand damals davon nicht viel; er begriff lediglich, dass dies eine bedeutende Sammlung war, allerdings beeindruckte es ihn nicht.
Etwas, das jahrelang in seinem Gedächtnis hängen geblieben ist, waren die Werbeplakate der KLIM, einem Milchersatzprodukt, das im Kongo gut eingeführt war."


KLIM advertisement in 1920

 

"I stayed at the Hotel Regina and remember the big ceiling fans rotating everywhere! To cross over the Congo River to Brazzaville, one had to take a large barge which was always very packed with colourful and noisy people, carrying their wares to or from the market to the other side of the very broad river. Some of the people were very pretty, I remember in particular a stunning young woman, accompanying a white settler, the only white person I ever saw in these barges.
On the Brazzaville side I used to have a 'bière-panache' to cool down or a meal at 'La Relais UTA'. I remember buying two 'Brazza' pictures of thin, colourful stylised African people painted on black paper, which were later to be part of the contents of my flat in Cape Town!"

Fernand Francis verweilte im Hotel Regina und erinnert sich an die grossen Deckenventilatoren, die überall rotierten! Um nach Brazzaville zu gelangen, musste man den Kongo Fluss mit einem grossen Binnenschiff überqueren, das immer sehr überfüllt war mit farbigen und lauten Menschen, die ihre Ware zu oder von einem Markt zur anderen Seite des sehr breiten Flusses transportierten. Einige Leute waren sehr hübsch, er erinnert sich insbesondere an eine umwerfende, junge Frau, die einen weissen Siedler begleitete, die einzige weisse Person, die uncle Fernand je auf diesen Schiffen sah.
In Brazzaville pflegte er ein Panaché zum Abkühlen oder eine Mahlzeit in 'La Relais UTA' zu geniessen. Ebenso erinnert er sich daran, zwei 'Brazza' - Bilder gekauft zu haben, mit dünnen, farbig stilisierten afrikanischen Menschen, auf schwarzem Papier gemalt, die später seine Wohnung in Kapstadt schmücken sollten!

"I then left Leopoldville on the 8th August, having collected my visas for Nigeria and Ghana from the British Consulate-General in Leopoldville. I arrived in Accra (Ghana) on 9th August and was in Takoradi (Ghana) in between. 
While I was in Accra, I got a telegram from an Estate agent in Johannesburg, offering me a good profit on my property in Bryanston. I accepted and the deal for the equivalent of R2600 went through in September 1957, the purchaser being a certain B.G.A Lund. However, it took another year before I got the actual cash."

Fernand Francis verliess Leopoldville am 8.08.1957, nachdem er seine Visen für Nigeria und Ghana beim Britischen Generalkonsulat in Leopoldville abgeholt hatte. Einen Tag später kam er in Accra an und war zwischendurch noch in Takoradi.
Währenddem er in Accra war, erhielt er ein Telegramm von einem Immobilienmakler in Johannesburg, der ihm ein gutes Angebot für sein Land in Bryanston unterbreitete. Uncle Fernand nahm den Deal für 2600 Rand an, dieser wurde im September 1957 abgeschlossen; der Käufer war ein gewisser Herr Lund. Die Barauszahlung erhielt er jedoch erst ein Jahr später.

"I remember that at the Takoradi Hotel I slept under a wide mosquito net hanging from the ceiling; it was far too hot for sheets. There are beautiful sandy beaches on both sides of Takoradi, but the sea is treacherous near the harbour as the waves take you far out. I shall never forget the physical effort it was to get back, trying to break over the waves that kept on washing me back to the sea. I remember doing rather a lot of praying to see me through this. I shouted for help, waved my hands in the air, but the 3 or 4 people I could see at a distance on the beach did not notice or hear me! I just had to remind myself not to panic, but to keep calm and beat the waves with force. Luckily there was no shark around taking a bite of me ... "

Fernand Francis erinnert sich daran, im Takoradi Hotel unter einem grossflächigen Moskitonetz geschlafen zu haben, das von der Decke hinunter hing; es war viel zu heiss für Bettlaken. Auf beiden Seiten von Takoradi gibt es wunderschöne, sandige Strände, aber das Meer ist heimtückisch in der Nähe des Hafens, weil man von den Wellen weit hinausgetrieben wird. Uncle Fernand wird nie vergessen, welch körperliche Anstrengung es war, zurückzukommen, im Versuch, gegen die Wellen anzukämpfen, die ihn immer wieder zurück ins Meer schwemmten. Er erinnert sich daran, viel gebetet zu haben, um sich da hindurchzubringen. Er schrie um Hilfe, winkte mit den Händen, doch die drei oder vier Menschen, die er aus der Distanz am Strand erkennen konnte, bemerkten und hörten ihn nicht! Er musste sich nur daran erinnern, nicht in Panik zu geraten, ruhig zu bleiben und sich kräftig durch die Wellen zu schlagen. Zum Glück war kein Hai da, um ihn anzubeissen ... 

"One of the firms I visited in Accra was the Union Trading Co. (UTC). The firm was owned by the Basler Mission (I did not know this then), but even there I had no hope to do any business, even by cutting my fixed brokerage from 5% to half. They got all goods they needed either directly from the manufacturers or at a lower cost from other sources in Europe. I also visited A.G. Leventis and smaller firms, many of which were owned by Lebanese traders, introduced myself and left my various price-lists. 

I also rembember that over a week-end, I went to have a beer-shandy at some large open-air restaurant. The place being full, I was invited to sit at a table with some nice elderly African couples, and I joined in their conversation. At that time 'Highlife' was the craze and I was prompted to dance with one of the ladies from the table, being shown what steps to do."

Eines der Firmen, die Fernand Francis in Accra besuchte, war die UTC, im Besitz der Basler Mission (dies wusste er damals nicht). Aber auch dort war es hoffnungslos, ins Geschäft zu kommen, nicht einmal, als er seine Provision von fünf Prozent auf die Hälfte kürzte. Sie bezogen all die Waren, die sie benötigten entweder direkt von den Produzenten oder zu einem günstigeren Preis aus anderen Quellen in Europa. Uncle Fernand suchte ebenso A.G. Leventis und kleinere Firmen auf, die meisten gehörten libanesischen Händlern, stellte sich vor und hinterliess seine diversen Preislisten.

Er erinnert sich auch daran, sich an einem Wochenende ein Panaché in einem grossen Gartenrestaurant gegönnt zu haben. Da alles voll war, wurde er eingeladen, an einen Tisch mit netten, älteren afrikanischen Pärchen zu sitzen und kam mit ihnen ins Gespräch. Seinerzeit war das Leben im grossen Stil im Trend und er wurde von einer der Damen am Tisch zu einem Tanz aufgefordert, die Schritte wurden ihm gezeigt.

Ich habe meinen Onkel Fernand keinesfalls als leidenschaftlicher Tänzer in Erinnerung; ein ganz besonderer Moment mit ihm ist jedoch in meinem Herzen und Gedächtnis bis heute präsent, weil es eines der wenigen Augenblicke war, in denen ich mich herzhaft mit ihm verbunden fühlte. Anlässlich der Hochzeit seiner jüngeren Tochter Henriette im Sommer 2005 in der Kartause Ittingen, einer wunderschönen Klosteranlage im Thurgau (zwischen ZH und SG). Der romantisch eingerichtete Saal mit Holzbalken und hellen Leuchtern im Restaurantgebäude war die perfekte Kulisse für den Festschmaus, die Feierlichkeiten und Darbietungen. Ich war vor allem für die Kinderbetreuung eingeplant, rechtzeitig zum Tanzvergnügen wurde ich abgelöst. Währenddem ich mich frei zur Musik bewegte, bemerkte ich, wie sein Blick an meinem tanzenden Körper haften blieb. Dies war ich mir ja schon gewohnt, doch aus einem inneren Impuls heraus deutete ich uncle Fernand mit meinen Händen, sich zu mir aufs Parkett zu gesellen. Er lächelte, blickte weg, lächelte verlegen, blickte nochmals weg, lächelte, zögerte, lächelte ... bis er es dann doch wagte, sich in einen spontanen, lockeren Tanz mit mir einzulassen. Auch jetzt noch, da ich es niederschreibe, spüre ich diese herzhafte Verbindung mit ihm, der sonst so gefasst, diszipliniert und reserviert auf mich wirkte. Die Funken sprühen im Innern zeitlos weiter und führen mich direkt in mein Momentum (so ganz ohne Meditation) ... da spielt es auch keine Rolle mehr, nicht mehr an seine Wesensart anknüpfen zu können und seine Persönlichkeit nie näher kennengelernt zu haben. Und ich begreife einmal mehr, dass es nicht auf die pure Ansammlung derart einzigartiger Ereignisse ankommt, sondern auf die Qualität, Intensität und Echtheit eines solchen Moments.

"I left Accra for Lagos in Nigeria on Saturday, 24th August. I shall not forget the long trip from the Lagos Ikeja Airport to the city; one could only travel by taxi, and that cost a fortune. I do not remember which firms I visited besides Leventis, but I remember the street traders, hundreds of stalls, mostly run by big colourfully dressed Mamas who kept their money hidden in their bra! Finally, I left Lagos via Accra for Kano on 29th August.

Boarding the plane to Kano, I had a window seat on the right side behind the wing. The engines already on the go to move to the airstrip, I noticed a number of pieces of luggage below on the tarmac. To my horror, I recognised my very unique luggage in aluminium. I called the stewardess' attention, the engines were stopped; all the luggage for Kano had been left outside, including my special piece! So we left with half an hours' delay!"

Fernand Francis verliess Accra am 24.08., um nach Lagos weiterzuziehen. Er wird die lange Reise vom Lagos Ikeja Flughafen in die Stadt nie vergessen; man konnte nur mit dem Taxi dorthin gelangen und das kostete ein Vermögen. Er erinnert sich nicht mehr daran, welche Firmen er ausser Leventis aufsuchte, aber er erinnert sich an die Strassenhändler, hunderte Marktstände, die meisten von grossen, farbig gekleideten Mamas bedient, die ihr Geld in ihrem BH versteckt hielten! Schlussendlich verliess er Lagos via Accras, um nach Kanos zu gelangen am 29.08.

An Bord des Flugzeugs nach Kano hatte er einen Fensterplatz an der rechten Seite hinter dem Flügel. Die Motoren waren schon an für den Start auf der Rollbahn, als uncle Fernand ein paar Gepäckstücke unten auf der Piste bemerkte. Zu seinem Schreck erkannte er seinen eigenen, einzigartigen Koffer aus Aluminium. Er rief der Stewardess, die Motoren wurden gestoppt; das ganze Gepäck nach Kano war draussen liegen geblieben, mitsamt seines eigenen, speziellen Stücks! So starteten sie mit einer halben Stunde Verspätung!

"Kano was really hot, I had to walk long distances to visit the few potential clients, and I remember that I had to put my handkerchief onto my head to avoid having a stroke; you could almost fry an egg on your head, within seconds. Whenever there was a tree giving welcoming shade, I rushed to it before confronting the next open stretch!

I don't remember this trip as very successful venture, not in the short-term. As to the cultural impact on me, it left no marks. All I was interested in those days was to get orders. Back in South Africa, it was a matter of 'back to business'."

In Kano war es richtig heiss, Fernand Francis musste lange Distanzen zurücklegen, um die wenigen, potentiellen Kunden zu besuchen, und er erinnert sich daran, dass er sein Taschentuch auf seinen Kopf legen musste, um einen Schlaganfall zu verhindern; man konnte beinahe ein Ei auf seinem Kopf brutzeln, innert Sekunden. Wann immer er einen einladenden, schattenspendenden Baum erreichte, eilte er hin, bevor er die nächste offene Strecke antrat. 
Soweit er sich erinnern kann, war diese Reise kein erfolgreiches Unterfangen, nicht kurzfristig gesehen. Der kulturelle Eindruck hinterliess bei ihm keine Spuren. Alles, was ihn damals interessierte, war Aufträge zu bekommen. Wieder in Südafrika zählte nur noch eines: 'Zurück zum Geschäft'.


Koffer auf der Flugpiste und Moschee in Kano, 1957

 

Eindrücke aus Kano, 1957
 


Flug über Goldminen in Johannesburg, 1957



Tänzer bei der Goldmine Old Roodepoort, 1957

 

Tanzende Batswas 

 
"During August 1957, my brother Henri and I went to Cape Town by car, a Ford Consul, TJ 12020. There we stayed in the same hotel I had stayed on my arrival in 1954. While I was attending to business appointments or Gygax, Henri, as he remembers, went with a Swiss family friend, Mr A.C. Decoppet, who spoke Japanese to crew members of a Japanese tanker at the docks, which duly impressed him. We did some sight-seeing, such as visiting the Kirstenbosch Gardens.

On the way back, driving through the night, we hit a Shepherd dog kept on a chain leash by an African cyclist with no lights, riding on the left. The dog was walking in the middle of the road; an oncoming car blinded him just at that moment. Though I did not drive then, it was a big shock which I have never forgotten, particularly as we did not stop for long; Henri spoke in Afrikaans blaming the cyclist for keeping the dog in the middle of the road. The major damage to the car was caused by the chain."

Im August 1957 fuhren Fernand Francis und sein Bruder Henri nach Kapstadt mit dem Ford Consul. Dort blieben sie im gleichen Hotel, in dem F.F schon bei seiner 
Ankunft im Jahr 1954 gewohnt hatte. Währenddem er geschäftliche Verabredungen mit Gygax einhielt, begleitete Henri, soweit er sich erinnern kann, den Schweizer Familienfreund Decoppet, der auf Japanisch mit den Mannschaftsmitgliedern eines japanischen Tankers bei den Hafenanlagen sprach, was meinen Vater sehr beeindruckte. Sie gingen noch auf Besichtigungstour, unter anderem besuchten sie die Kirstenbosch Gärten.

Auf dem Heimweg, der Fahrt in der Nacht, rammten sie einen Schäferhund, der von einem afrikanischen Fahrradfahrer an einer Leine geführt wurde - der Radfahrer war auf der linken Seite ohne Licht unterwegs! Der Hund lief in der Mitte der Strasse; ein entgegenkommendes Fahrzeug blendete ihn genau in dem Moment. Obwohl uncle Fernand nicht am Steuer sass, war es ein grosser Schock für ihn, den er nie mehr vergessen konnte, insbesondere, da sie nicht für lange anhielten; Henri sprach auf Afrikaans mit dem Velofahrer und gab ihm die Schuld für das Führen des Hundes in der Mitte der Strasse.
Der Hauptschaden am Auto wurde durch die Kette der Leine verursacht.

Mein Onkel sass nicht am Steuer - also mein Vater? Hatte er seinen Führerschein inzwischen in Südafrika erworben? Alt genug wäre er damals mit 19 schon gewesen. Oder war er unerlaubterweise in dieser Nacht der Lenker des Fahrzeugs? Offene Fragen, die ich mir stelle - was mich am meisten trifft ist seine Unverfrorenheit: Das einzig für ihn Notwendige in dieser Situation war die Schuldzuweisung. Und danach einfach auf und davon, egal wie es dem Hund (und dem Besitzer) erging. Dies anhand der Schilderung von Fernand Francis, den dieser Unfall emotional noch jahrelang beschäftigte, so vor Augen geführt zu bekommen sowie das Ausmass des gewissenlosen Handelns meines Vaters zu erkennen, macht mich enorm traurig.
 
"Our parents moved from 24 Majorca Court to the much larger flat at 33 Majorca Court, Cavendish Road, Yeoville, Johannesburg, on the top floor of the buildung, per 2nd September, 1957.
Before my brother Henri returned in September 1957, to Zurich to start with his studies at the ETH, the whole family went to the Kruger National Park for a few days, starting at Louis Trichardt down to the South. None of the roads in the Park had yet been tarred as far as I remember!
My brother Henri sent us a card from Athens dated 16th September, 1957 (addressed to Agimpex Germiston), mentioning all the temptations he had been confronted with!

On 26th November, Father travelled for the SA Breweries to Rhodesia and returned to Johannesburg on 7th December, 1957. Shortly thereafter he had to go back, returning from there on 19th December, 1957.»

Am 2.09.1957 zogen Omama und Opapa in eine viel grössere Wohnung auf dem obersten Stock in Majora Court 33, Yeoville, Johannesburg.
Bevor Henri im September 1957 nach Zürich zurückkehrte, um sein Studium an der ETH zu beginnen, verbrachte die ganze Familie ein paar Tage im Kruger National Park, von Louis Trichardt aus Richtung Süden. Damals waren noch keine Strassen geteert, soweit sich Fernand Francis erinnert.
Am 16.09.1957 schickte Henri ihnen eine Karte aus Athen (adressiert an die Agimpex); er berichtete über alle Anfechtungen, mit denen er konfrontiert gewesen war.

Am 26.11.1957 reiste Opapa für die SA Breweries nach Rhodesien und kehrte am 7.12.1957 wieder nach Johannesburg zurück, um kurz darauf wieder dorthin zu reisen; erneut nach Hause zurückgekehrt ist er daraufhin nach 12 Tagen.

 








1958
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3.6.  Das Gestern, das heute ist – 1958.
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«Brother Henri sent us a b/white photo which was taken on the occasion of his 20th birthday, the 27th April, in Zurich, together with a ‘voice letter’ which we never could listen to.
We again visited the Kruger Park, starting at Punda Malia in the North, where we stayed one night.»

Anlässlich seines 20. Geburtstages am 27.04.1958 in Zürich schickte Henri seiner Familie ein schwarz-weiss Foto, zusammen mit einem Hörbrief, den sie aber nie abhören konnten.
Ich frage mich, wie damals, Ende der 50-er Jahre, eine solche Sprachnachricht aufgenommen und per Post verschickt werden konnte? Es leuchtet ein, dass mein an Technik interessierter Vater auf so eine Idee kam – er hatte jedoch offenbar nicht daran gedacht, dass die dafür notwendige Ausrüstung zum Abhören ebenso vorhanden sein sollte wie die Technologie für das Aufnehmen seiner gesprochenen Nachricht.
Im Internet lese ich, dass sowohl Wachswalzen wie auch Schallplatten zu jener Zeit ein gängiges Kommunikationsmittel waren: «Die frühen ersten Hörbriefe wurden auf Wachswalzen aufgenommen und auch per Post verschickt. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte man dafür sogar eigene Verpackungen entwickelt», weiss die Zeithistorikerin Eva Hallama zu berichten. Im Rahmen ihres Forschungsprojektes werden solch historisch wertvolle Hörbriefe aus dem Jahr 1900 bis 1990 gesammelt, wissenschaftlich untersucht und in einen kulturhistorischen Kontext gebracht: «Diese Sprachnachrichten aus vergangenen Zeiten sind als Erinnerungsspeicher also von unschätzbarem Wert.»
Schade, ist diejenige meines Vaters offenbar irgendwann zwischen Johannesburg und Cape Town im Müll gelandet. Nur zu gerne hätte ich seine jugendliche Stimme und seine Message von damals zu Ohren bekommen sowie als solch wertvolles Erinnerungsstück aufbewahrt.

Wiederum reisten Fernand Francis, Omama und Opapa im südafrikanischen Herbst in den Kruger Park, diesmal im Norden von Punda Malia aus, wo sie eine Nacht verbrachten.

«I had intended to do another trip to Ghana and Nigeria and thus applied for and got a visa for Ghana issued by the High Commissioner of the UK in Cape Town, as well as one for Nigeria, both issued on 28th March, 1958. However, one day I got a call from Mrs J. Ceronio from Kallos’ Johannesburg office to meet Mr Etienne Kallos in his Johannesburg office, the most important exporter of SA food products to Central and West Africa, holding exclusive agency rights for many Boards and producers. This would result in a crucial change in my life at that time.

A minute of meeting of shareholders and directors of Agimpex (Pty) Ltd. held on 29th May, 1958, reflects: 

  • that Kallos & Son (Pty) Ltd. acquired 1400 shares of 1 pound each in Agimpex (Pty) Ltd. held by Mr A.C. Decoppet and 150 shares held in my name;
  • that Mr A.C. Decoppet was resigning as Alternate Director to be replaced by Dr George Lorandos in his place and
  • that my Mother resigned as Secretary and Public Officer, and that the office be moved to Uniwest House, 9 Simmonds Street, Johannesburg.»

Uncle Fernand bereitete sich für eine erneute Reise nach Zentral- und Westafrika vor, beantragte und erhielt die Visen für Ghana und Nigeria, die am 28.03.1957 in Kapstadt ausgestellt wurden. Eines Tages erhielt er jedoch einen Anruf von Frau Ceronio aus Johannesburg, mit der Bitte, Herrn Etienne Kallos, dem wichtigsten Exporteur südafrikanischer Lebensmittel nach Zentral- und Westafrika, in seinem Büro in Johannesburg zu treffen. Dies würde in eine entscheidende Wende in Fernand Francis’ Leben zu jener Zeit münden.

Ein Meeting vom 29.05.1958 mit den Anteilseignern und Direktoren der Agimpex widerspiegelt folgendes:

  • Kallos & Son erwarben 1400 Anteile zu je einem Pfund von Agimpex, im Besitz von Herrn Decoppert und 150 Anteile liefen auf Fernand Francis’ Namen;
  • Herr Decoppert trete als stellvertretender Direktor zurück, um durch Dr. Lorandos ersetzt zu werden und
  • dass seine Mutter sowohl als Sekretärin als auch Amtsträgerin zurücktrete, und das Büro ins Uniwest House an der Simmonds Strasse 9 in Johannesburg verlegt werden solle.

«Simultaneously, on 30th May, 1958, I entered into an agreement of employment with Etienne Kallos on behalf of Kallos & Son (Pty) Ltd. Johannesburg / Cape Town. This also allowed me to continue to remain a director of Agimpex (Pty) Ltd. My salary was to be 150 pounds pm., plus an annual bonus of 360 pounds payable annually at the end of the financial year, or pro-rata if I left the employ before a completed year, plus all documented and approved travelling and entertainment expenses. I was entitled to 3 weeks’ leave annually on completion of every 12 months of service.
I first worked at Kallos’ Johannesburg office under Mrs J.Ceronio, then moved to Cape Town on 25th June, 1958, to work at the office there the next day.»

Gleichzeitig wurde Fernand Francis am 30.05.1958 von Etienne Kallos bei dessen Firma Kallos & Son Johannesburg / Kapstadt angestellt. Dies erlaubte es F.F, Direktor der Agimpex zu bleiben. Sein monatlicher Lohn betrug 150 Pfund, zudem wurde ein jährlicher Bonus von 360 Pfund am Ende des Geschäftsjahres ausbezahlt oder anteilsmässig, falls er seine Stelle vor Ende eines vollendeten Jahres verlassen sollte. Zusätzlich wurden ihm alle belegten und bewilligten Spesen für Reisen und Verpflegung vergütet. Drei Wochen Urlaub pro Jahr nach 12 Monaten im Dienst.
Anfänglich arbeitete er im Kallos-Büro in Johannesburg unter Frau Ceronio, danach zog er nach Kapstadt am 25.06.1958, um am nächsten Tag im Büro dort mit seiner Arbeit anzufangen.

«First I lived at the Reamark Hotel in Sea Point, a boarding home with lots of young people (26th June till 15th July, 1958). I remember in particular going with some younger chaps and girls for early morning jogs along the ocean road towards Mouille Road and back, now all ready for breakfast. One of the girls I got to know, a nurse at the Groote Schuur Hospital, invited me to some of her friends in Observatory. I also went a few times with their group to picnic at Sandy Bay beyond Llandudno. One could not swim, as the water there is far too cold.

I soon bought a beautiful ruby red Renault Dauphine from the Cape Town agents H.Farber, registered as CA 15906.
I would often park on Beach Road, opposite the famous ‘La Perla’ restaurant near ‘Rotunda’ swimming pool, staying in my car, with or without company, watching the sunset and all the people walking by. At that time I did a lot of short trips in the Cape area, whenever possible, thanks to my new car.
One of the girls I met, I do not remember where and how, was a nice German lass, whose name I do not even remember. However, thanks to her, I have a series of photos from that time. I also remember that later when I had to travel to Central and West Africa, we parted company and never met again! I was always too busy.

I soon found a flat of my own and moved to 32 ‘Trianon’, Avenue Marseilles, Sea Point, up on the hillside. I stayed there from 15th July, 1958, for just over a year. This was the first time I lived on my own, in a large one-room flat which I had to furnish, mainly with my personal belongings from Johannesburg.»

Zuerst wohnte uncle Fernand im Reamark Hotel in Sea Point, einer Pension mit vielen jungen Leuten (vom 26.06. bis 15.07.1958). Er erinnert sich vor allem daran, mit einigen jüngeren Burschen und Mädchen frühmorgens entlang der Meeresstrasse, Richtung Mouilles Road und zurück, joggen gegangen zu sein; nun erst recht bereit fürs Frühstück. Eines der Mädchen, die er kennenlernte, eine Krankenschwester des Groote Schuur Spitals, lud ihn zu ihren Freundinnen in Observatory ein. Gemeinsam mit ihrer Gruppe ging er auch ein paarmal picknicken am Sandy Bay unterhalb von Llandudno. Dort konnte man nicht schwimmen, weil das Wasser viel zu kalt ist.

Bald darauf kaufte er einen schönen, rubinroten Renault Dauphine, registriert als CA 15906, von den Händlern Farber in Kapstadt.
Oftmals parkierte er an der Strandstrasse, gegenüber dem berühmten 'La Perla'- Restaurant in der Nähe des ‘Rotunda’- Schwimmbads, wo er mit oder ohne Gesellschaft in seinem Auto blieb, um den Sonnenuntergang und all die Menschen, die vorbei spazierten, zu beobachten. Damals unternahm uncle Fernand, wann immer möglich, viele kurze Ausflüge in der Umgebung von Kapstadt, dank seinem neuen Auto.
Eines der Mädchen, die er traf – er mag sich nicht mehr daran erinnern wo und wie – war eine nettes, deutsches Mädel, an dessen Name er sich nicht einmal mehr erinnert. Aber dank ihr hat er eine Reihe Fotos aus jener Zeit. Er erinnert sich zudem daran, dass später, als er nach Zentral- und Westafrika reisen musste, sie sich trennten und sich niemals mehr trafen! Er war immer zu beschäftigt.
Fernand Francis fand rasch eine eigene Wohnung und zog in die Avenue Marseilles 32 in Sea Point, oben am Hang. Er blieb dort vom 15.07.1958 für über ein Jahr. Es war das erste Mal, das er alleine wohnte, in einer grossen Einzimmerwohnung, welche er möblieren musste, hauptsächlich mit seinen persönlichen Habseligkeiten aus Johannesburg.


Omama vor dem Renault Dauphine, 1958


Ich erinnere mich auch noch gut an meine erste, eigene Wohnung an der Funkwiesenstrasse in ZH-Schwamendingen, einer bescheidenen Einzimmerwohnung mit grosser Terrasse in einem ruhigen Quartier. Der Mieter unter mir war Musiker und übte oft auf seinem Schlagzeug, was gut zu hören war, doch das störte mich nicht – im Gegenteil, es liess mich in meinem stillen Dasein dennoch einen pulsierenden Rhythmus spüren. Ich arbeitete zu jener Zeit, anfangs 1990, im Altersheim Schwamendingen als Mädchen für alles – in der Küche, im Saal, drinnen und draussen bei diversen Aktivitäten mit den Heimbewohner: innen. Ausserdem durfte ich Gassi-Gehen mit dem Hund der damaligen Heimleiterin Eva (Nachnahme vergessen), einer Freundin meiner Tante Marlis, die mir diesen Job vermittelt hatte. Die abwechslungsreichen Tätigkeiten und der Umgang mit den älteren Menschen gefielen mir sehr gut, zumal ich spürte, dass ich einen besonderen Draht zu den Senior: innen hatte – sie nahmen mich mit offenen Herzen dankbar in ihrem Kreis auf; ich fühlte mich wie in einer Familie aufgenommen und wertgeschätzt.  

Central and West Africa II

"On 14th November, I travelled for Etienne Kallos from Jan Smuts Airport, Johannesburg, returning on 25th December, 1958. My passport stamps and other records show that I was at Brazzaville (French Congo) on 14th and 15th November.

In Leopoldville, I stayed at the Hotel Regina which I knew from the previous trip. I called on the various clients Kallos dealt with; I also had time to visit the market at Leopoldville and had to make a flight to Stanleyville (Kisangani) in the Eastern part of the country, a long trip with unending vistas of the jungle, the Congo and its affluent rivers. In Stanleyville, covering the landing strip was not tarmac but there were metal plates with holes and grass growing in-between, as used during World War 2! It was so hot and humid, sweat just ran down my back, and I had to go back to the hotel over lunch to change my shirt."

Im November 1958 war Fernand Francis für Etienne Kallos unterwegs nach Französisch Kongo und Leopoldville, wo er wiederum im Hotel Regina übernachtete. Er besuchte verschiedene Kunden, mit denen Kallos Handel trieb; er hatte auch Zeit, den Markt in Leopoldville zu besuchen und musste nach Stanleyville im Osten des Landes fliegen, eine lange Reise mit unendlichen Ausblicken auf den Dschungel, dem Kongo und dessen Nebenflüssen. In Stanleyville war die Landebahn nicht geteert, sondern mit löchrigen Metallplatten belegt, dazwischen wuchs Gras, so wie es im 2. Weltkrieg gebraucht worden war! Es war so heiss und feucht, der Schweiss lief nur so seinen Rücken herunter, sodass er über Mittag zum Hotel zurückkehren musste, um sein Hemd zu wechseln.


Flug nach Leopoldville und Sicht auf Kongo, nahe Stanleyville, 1958

 

Korbstand in Leopoldville, 1958

 

Wenn ich den Marktstand mit den geflochtenen Körben auf dem Foto von Leopoldville, 1958 sehe, erinnert es mich daran, wie ich selbst am Ufer des Zürichsees in der Flechterei "Seestern" in Männedorf, einer geschützten Werkstatt, Körbe und Stühle flocht.
Im Jahr 1995 war ich aus der gemeinsamen Stadtwohnung am Güetliweg in ZH-Oerlikon ausgezogen, aufgrund der notgedrungenen Trennung von Franz, der mit schweren Suchtproblemen zu kämpfen hatte. Ich war mit zwei Katzen in ein Wohnheim in Uerikon gezogen und versuchte, mich auf meine Heilung zu konzentrieren; schweren Herzens musste ich Franz seinem Schicksal überlassen. Um diese Trennung zu verkraften, half mir einerseits die Gesellschaft der Mitbewohner: innen, andererseits die Ablenkung in der Flechterei. Ob es diese Werkstatt noch gibt? Ich recherchiere im Internet und lese, dass diese Ende März 2012 geschlossen werden musste. "13 Frauen verlieren ihre geschützte Werkstatt", lautet die Überschrift im Tages Anzeiger vom 29.11.2011. "Sie machen die Invalidenversicherung für die Misere verantwortlich", heisst es weiter, "... die Invalidenversicherung (IV), die ihre Subventionspraxis zunehmend auf Arbeitsbereiche ausrichte, die eine nachweisbare Chance auf Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt in Aussicht stellen." Wieder einmal wird gespart am falschen Ort.
Dem Thema IV widme ich mich in einem gesonderten Kapitel, um zu dokumentieren, wie fragwürdig das Vorgehen der IV auch in meinem persönlichen Fall ist. Es gibt zu viele Betroffene, die darunter leiden, als dass ich einfach darüber schweigen könnte. Trotz gewaltigem Niederschlag in den Medien, ändert sich momentan nicht viel.
Eine Berichterstattung auf SRF1 vom 19.09.2024 zeigt die aktuell vorherrschenden, misslichen Umstände anhand eines tragischen Beispiels auf.

Das System IV – Die unheimliche Macht der Gutachter

Menschen zu unterstützen, die wegen Krankheit oder Unfall langfristig nicht arbeiten können – das ist der Auftrag der Invalidenversicherung (IV). Doch: Falsche Gutachten, mangelnde Kontrolle und chronische Unterfinanzierung zerstören seit Jahren Leben von versicherten Menschen.

Wegen unerträglicher Schmerzen und aus Verzweiflung beging Stefanie Basler Suizid. Ein von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenes Gutachten hat sie zu 100 Prozent arbeitsfähig geschrieben. Obwohl Stefanie Basler nach zwei Snowboardunfällen arbeitsunfähig war.
Diesen Fall macht Anwältin Bettina Umhang bei «DOK» erstmals öffentlich: «Nach elf Jahren Rechtsstreit mit der Invalidenversicherung hat die 37-Jährige 2017 ihrem Leben ein Ende gesetzt – völlig verarmt und verzweifelt.»
Der Fall von Stefanie Basler dokumentiert, was seit Jahren bei der Invalidenversicherung schiefläuft: Menschen, deren Leiden sich nicht bildgebend eindeutig festmachen lässt, sind Gutachterstellen, Gerichten und Behörden beinahe schutzlos ausgesetzt.
«DOK» zeigt, warum die «Debatte» über Scheininvalide bis heute nachwirkt. Wie unseriöse Gutachterfirmen auf Kosten von Schwerkranken Kasse machen und die Politik nicht gewillt ist, bei der IV systematisch durchzugreifen.

Ausstrahlung: Donnerstag, 19. September 2024, 20.10 Uhr, SRF 1

Schöpferisch wandle ich auch dieses belastende Thema poetisch um und verknüpfe es mit meinen Erinnerungen an die Zeit des Flechtens: 

Flechtwerk

"Ein meisterhaftes Geflecht
Aus Unrecht und Recht
Sind wir leer oder gefüllt
Wie geflochtene Körbe?
Sitzflächen
Wie gebundene Stühle
Unter dem Gewicht
Gebeugt oder gebrochen
Beweglich oder zerbrochen?
Ein knirschender Ast
Verbogen und verletzt
Eine biegsame Weide
Entwurzelt doch neu vernetzt?

Lassen wir grobe Hände
Uns formen, betasten
Niedergedrückt unter Lasten
Die nicht nur unsere sind
Und wer sind wir
Wenn wir nichts mehr tragen
Fremdbestimmt nicht sind?
Uns frei entfalten, gestalten
Dem Flechtwerk entrungen
Ineinander verschlungen
Erkennend, fühlend, bereit
Authentisch und rein
Liebend durchdrungen zu sein."

San♥Poetry


"Crossing the Congo again, I took a plane from Brazzaville to Pointe-Noire which was a converted meat carrier piloted by a hairy Black pilot in beige shorts. The plane stank of meat that had just been transported from Fort-Lamy to Brazzaville. There we only had a few canvas seats with metal frames which could easily be unscrewed, a bit like the old 2CVs. I stayed at Pointe-Noire from 28th to 29th November and was the next day in Port Gentil. Then via a stop-over at Lambaréné, I carried on to Liberville, staying from 30th November to 1st December. I remember this place clearly, for at night I went swimming in the warm sea, it was pitch dark, just a few lights from the nearby hotel reflecting in the water. It was eerie and I soon got out and back to the hotel. Luckily the sharks were sleeping at that time!"

Nach erneuter Überquerung des Kongo, flog Fernand Francis von Brazzaville nach Pointe-Noire mit einem Flugzeug, welches als Fleischtransporter umfunktioniert worden war und von einem haarigen, schwarzen Piloten in beigen Shorts geflogen wurde. Das Flugzeug stank nach Fleisch, das von Fort-Lamy nach Brazzaville transportiert worden war. Dort sassen sie auf metallenen, mit Segeltuch überzogenen Sitzen, die leicht auseinandergeschraubt werden konnten, ähnlich denen der alten 2CVs (Citroen). Uncle Fernand blieb vom 28.11. bis 29.11. in Pointe-Noire und weilte am nächsten Tag in Port Gentil. Danach mit Halt in Lambaréné weiter nach Liberville. Er erinnert sich genau an diesen Ort, weil er in der Nacht im warmen Meer schwimmen ging, es war stockdunkel, auf dem Wasser widerspiegelten sich die Lichter vom nahegelegenen Hotel. Es war unheimlich, weshalb er bald wieder hinausstieg und ins Hotel zurückkehrte. Zum Glück schliefen die Haifische zu dieser Zeit!

"A client in Pointe-Noire had a 2CV and he took pride in showing me around in his bumpy car. We even got stuck in a ditch on a dirt road in the forest, but it was no problem shaking the car up and down and sideways, it was so light. With a Dakota DC4 I flew then to Yaounde, arriving when it was getting dark; there were hundreds of people greeting the plane at the airport. It was the first time such a big plane had landed there!
The next day, after calling on the few clients Kallos had there, it was off to Fort-Lamy in the Chad region. As we left Douala, the weather was stormy; the plane kept on swaying up and down, anybody not used to this was wondering what was coming next. As the active volcano Mount Cameroon (over 4000m) lies immediately to the NW of this city, there are often a lot of clouds over the area, I was told.
In Fort-Lamy, our main client invited me for lunch to his home to meet his family and stay; we had fresh fish and seafood which was brought in from France on a daily basis, to me an absurd idea, but this was how the successful colonists and traders lived! I had time to visit the market and the town.
I then left for Bangui, the capital of the Central African Republic, visited some clients including Soc. Moura & Gouveia and saw the Bangui's market.
Then it was off from Fort-Lamy to Brazzaville and back to Johannesburg on 15th December. On the plane I started to become dizzy with a rising temperature; I had to ask for help from the stewardess. She gave me some quinine tablets. No sooner was I in Johannesburg staying at my parents place to recover. I was diagnosed to have caught a non recurring form of malaria (malaria tertiana)."

Ein Klient in Pointe-Noire war stolz darauf, uncle Fernand in seinem ruckeligen Citroen 2CV herumzuführen. Sie blieben sogar in einem Graben auf einem Waldweg stecken, aber es war kein Problem das Auto hinauf, herunter und seitwärts frei zu stossen, es war so leichtgewichtig. Mit einem Dakota DC4 flog er anschliessend nach Yaounde (Hauptstadt Kameruns in Westafrika), bei anbrechender Dunkelheit kamen sie am Flughafen an, wo sie von hunderten Menschen empfangen wurden, die das Flugzeug willkommen hiessen. Es war das erste Mal, dass solch ein grosses Flugzeug dort gelandet war!
Am nächsten Tag, nach seinen Besuchen bei einigen Klienten von Kallos, ging es ab nach Fort-Lamy in der Tschadregion. Als sie Douala verliessen, war das Wetter stürmisch; das Flugzeug schaukelte auf und ab, jeder, der diese Turbulenzen nicht gewohnt war, wunderte sich, was wohl als nächstes passieren würde. Da der aktive Vulkan des Kamerunbergs (über 4000m) direkt im Nordwesten dieser Stadt liegt, gibt es viele Wolken über dem Gebiet, wurde ihm gesagt. 
In Fort-Lamy wurde Fernand Francis von einem Hauptkunden zum Mittagessen in seinem Haus eingeladen, um seine Familie kennenzulernen und dort zu verweilen; sie assen frischen Fisch und Meeresfrüchte, die täglich aus Frankreich eingeführt wurden, seiner Meinung nach eine absurde Idee, doch so lebten die erfolgreichen Händler und Kolonisten seinerzeit. Uncle Fernand hatte genug Zeit, auch noch den Markt und die Stadt zu besuchen.
Danach besuchte er in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, ein paar Kunden und besichtigte den Markt von Bangui. Am 15.12.1958 kehrte er aus Fort-Lamy über Brazzaville nach Johannesburg zurück. Auf dem Flug fühlte er sich schwindlig und fiebrig krank; er musst eine Stewardess um Hilfe bitten. Sie verabreichte ihm Chinin Tabletten. Kaum in Johannesburg, blieb er bei seinen Eltern, um sich auszukurieren. Die Diagnose: Eine nicht wiederkehrende Form von Malaria (Malaria Tertiana, die gutartig und mild verläuft).



Flug über Mount Cameroon und Marktbesuch in Fort-Lamy, 1958

 


Fort-Lamy, 1958

 

Eindrücke aus Bangui, 1958

 

Back in Cape Town

"Then it was back to the Johannesburg office and Cape Town.

I kept in touch with my mother in Johannesburg by telephoning her on the same day, once a week, just after midnight. In those days one still had to ask to be connected to an overland telephone line, so one became friendly with the telephone operator and got to know their voice, which meant that often a call would go through at no cost, or for a longer period. I never wrote to my mother, there was no time for that!

Etienne Kallos was a very kind, but hard person to work for, demanding everything from his export manager! I did not mind, I enjoyed the work thoroughly. I worked very long hours, well into the night and over most weekends, when I had to supervise the loading of goods onto the vessels at the harbour, both canned or fresh and frozen goods and salted snoek. (see www.haenggi-basel.ch/FFH_Pvt/SA.htm for various price-lists and labels!)

I also had to call on suppliers, such as the Lurie Bros, where I saw how chicken were plucked and prepared. Many a time Kallos would invite me for lunch and supper in town, so that we could talk about the past events and prepare the next day. I remember he always had a pile of multi-coloured pills that he had to swallow which his friend Dr. G.Lorandos had prescribed. I am sure not all of them were real medication, Kallos was a real hypochondriac. I was also invited a few times to his beautiful flat in Sea Point and had supper with him and his petite second Greek wife.

Etienne Kallos, who had worked as a young man in the Belgian Congo, co-owned a small cargo vessel, the mv. Marinette, which plied between Cape Town and Matadi, the Belgian Congo port, every two weeks.

One of the side-benefits of working for Kallos was the possibility of occasionally getting at cost an interesting variety of mainly canned fruit, vegetables or jams, through his office!"


Zurück in Kapstadt

"Wieder zurück im Johannesburger Büro und Kapstadt, blieb uncle Fernand mit seiner Mutter in Kontakt; jeweils am gleichen Tag einmal die Woche, kurz nach Mitternacht, telefonierte er mit ihr. Damals musste man sich noch mittels Fernsprechleitung verbinden lassen, so wurde man mit den Telefonist: innen und ihren Stimmen vertraut, was den Vorteil brachte, manches Gespräch kostenlos oder länger zu führen. Fernand Francis schrieb Omama nie, dafür fehlte ihm die Zeit!

Obwohl Etienne Kallos ein sehr freundlicher Mensch war, war es schwierig für ihn zu arbeiten, denn er forderte alles von seinem Export Manager! Dies machte uncle Fernand jedoch nichts aus, er blühte in seiner Arbeit auf und genoss sie in vollen Zügen. Er arbeitete oft lange, bis in die Nacht hinein und an den meisten Wochenenden, an denen er das Verladen der Güter auf die Schiffe am Hafen überwachen musste - sowohl frische, gefrorene und Dosenprodukte als auch gesalzener Hecht. (Auf seiner Homepage sind die Labels und Preislisten, die er sorgfältig gesammelt und archiviert hat, ersichtlich.)

Er musste auch Lieferanten besuchen, beispielsweise die Gebrüder Lurie, wo er beim Rupfen und Zubereiten der Hühner zuschauen konnte. (Die spannende Lurie Familien-Auswanderungsgeschichte ist auf einem Blog dokumentiert: The Lurie Family - Norway: South Africa - Part 1 - Traveling to South Africa: Es lohnt sich, auch da hinein zu tauchen ;-))

Oft wurde Fernand Francis von Kallos zum Mittag- oder Abendessen in der Stadt eingeladen, um die geschehenen Ereignisse zu besprechen und sich für den nächsten Tag vorzubereiten. Uncle Fernand erinnert sich an den Haufen verschiedenfarbiger Pillen, die Kallos schlucken musste und die ihm von seinem Freund, Dr. Lorandos, verschrieben wurden. F.F. war sich sicher, dass nicht alle Pillen medizinisch "echt" waren, denn Kallos war ein wahrer Hypochonder!
Er wurde auch etliche Male in Kallos' wunderschöne Wohnung in Sea Point eingeladen, wo er mit Etienne und seiner kleinen, zweiten griechischen Ehefrau gemeinsam zu Abend essen durfte.

Etienne Kallos, der als junger Mann in Belgisch-Kongo gearbeitet hatte, war Mitbesitzer eines Frachtschiffes, der mv. Marinette, das alle zwei Wochen zwischen Kapstadt und Matadi, dem Hafen von Belgisch-Kongo, pendelte.

Ein zusätzlicher Vorteil seiner Arbeit für Kallos beinhaltete die Möglichkeit, gelegentlich 
eine abwechslungsreiche Vielfalt an hauptsächlich Dosenfrüchten, Gemüse oder Marmelade auf Geschäftsspesen zu beziehen.


 Labels Dosenfisch und Zitronen-Gerstenwasser 1958

 

 Dosenfisch Preisliste 1958

 

 Dosensuppen Preisliste 1958

 


 AGIMPEX Lieferung frischer Früchte, 1958-1959 nach Ghana und Nigeria.

 

"Etienne Kallos met Dr Carel de Wet, MP for Vanderbijlpark and Minister of Health, and appointed him as a director of his company, Kallos & Son (Pty) Ltd! A few times I had to drive the MP to the Cape Town airport in Kallos' car, after having put a box of goodies in the boot. Kallos did not employ black or coloured staff at the office (there were virtually no black people living in Cape Town at that time, only Cape Coloureds and Cape Malays!); I often functioned as 'tea boy' or driver.

Soon after my arrival, Kallos employed an English girl as Secretary. I fell for her and started taking her out; this affected my work concentration, and one day Kallos told me either I had to leave or I had to personally give her notice to leave; shame, she had to go!
I had become so infatuated with her that my Mother decided that she needed a holiday in Cape Town, staying at a small beach hotel at Sea Point, to break my relationship with this lady, who in any case was about 3 years my senior. So she stayed a few days and we travelled around."



Quite handsome! Uncle Fernand in Kapstadt, 1958.

 

Etienne Kallos traf Dr. Carel de Wet, ein Abgeordneter und Gesundheitsminister, der zum  Direktor seines Unternehmens Kallos & Son ernannt wurde. (Carel Pieter Cronje de Wet - 25 May 1924 – 22 May 2004 - was a South African politician, medical doctor, diplomat, and member of the National Party. De Wet was mayor for Vanderbijlpark and MP of that town, then MP for Johannesburg West, and was also an Ambassador.)
Ein paarmal musste uncle Fernand ihn mit Kallos' Auto zum Kapstadter Flughafen fahren, nachdem er eine Schachtel Leckereien in den Kofferraum gelegt hatte. Kallos stellte keine schwarzen oder farbigen Mitarbeiter an (zu jener Zeit lebten keine schwarzen Menschen in Kapstadt, lediglich Farbige und Malaien!); so funktionierte er oft als 'Teejunge' und Fahrer.

Kallos stellte eine Englische Frau als Sekretärin an, kurz nachdem Fernand Francis angekommen war. Er verliebte sich in sie und führte sie aus, was die Konzentration auf seine Arbeit beeinflusste, sodass Kallos ihn eines Tages vor die Wahl stellte: Entweder musste er gehen oder ihr persönlich die Kündigung einreichen. Ein Jammer, sie musste gehen! Uncle Fernand hatte sich so sehr in sie verliebt, dass Omama entschied, Ferien in Kapstadt im kleinen Strandhotel in Sea Point zu verbringen, um die Beziehung zu dieser Dame zu beenden, die ohnehin drei Jahre älter war als er. (I'd say: so what!!!) Also blieb Omama ein paar Tage; zusammen reisten sie umher. 

Natürlich komme ich nicht umhin, genau zu diesem Aspekt meinen Senf dazu zu geben: Aus meiner (sanften, weichen, weiblichen) Sicht sollte man sich für die Liebe entscheiden; Arbeit findet man immer, doch eine starke Verbindung zu einem Menschen, den man liebt, sollte man niemals aufs Spiel setzen, zumal es sich um etwas Kostbares und Wahrhaftiges handelt. Ich jedenfalls würde meinem Herzen folgen, wenn ich spürte, dass es Liebe ist. Ja, vielleicht sähe mein Leben anders aus, hätte ich einen anderen als den Herzensweg gewählt; weniger schmerzhaft, intensiv, emotional. Oberflächlicher, materiell stabiler, abgesicherter. Doch ich muss mir selbst treu bleiben; kann und konnte nie anders, als mich stets nach diesem Kompass der Liebe zu richten und handeln. Und ich bereue es trotz allem nie und nimmer! Würde mich wieder und wieder so entscheiden.
Es interessiert mich brennend, ob diese Prioritätensetzung auf die männliche und weibliche Wesensart zurückzuführen ist? Entscheiden sich Männer eher für das "Rationale", Vernünftige, Existenzsichernde und Frauen eher für das "Irrationale", Emotionale, Herzhafte? Gewiss lässt sich dies nicht so einfach kategorisieren; es ist vielmehr ein Zusammenspiel von männlichen und weiblichen Attributen, der eigenen Persönlichkeitsstruktur sowie individuellen Situation, Prägung und Idealisierung, die diesen Punkt ganzheitlich beantworten liesse. Wie gerne würde ich jetzt diesbezüglich in ein philosophisches Gespräch mit euch einsteigen, doch der Raum hier gehört nun meinem Onkel und seiner spannenden Entwicklungsgeschichte. 

"Occasionally, Kallos' son Achilles would come to the office to work. He had been SA champion body builder, all muscles. He was very generous in giving me tips about life and recommondations to lonely ladies, usually nurses he had met! He also had a sister, maybe two, whom I had met through the current Mrs Kallos. I did not fancy them much to Mrs Kallos' regrets. She kept on saying "don't you like them, you know they would bring in a big dowry" - their mother was a Leventis, Kallos' first wife.

The amended audited accounts of Agimpex (Pty) Ltd. for the period from 1st July, 1957 to 30th June, 1958, showed R29196 in sales and a net loss of R1212. Bad debts had been incurred with four clients in Accra, Majunga, Dzaoudi (Mazotte). I still held 48.3% of the shares and was a director, but I had no control about the affairs or what went through the books (lesson learned: you can only have control with 50% + 1 share!)."

Achilles, Kallos' Sohn, kam gelegentlich ins Büro zur Arbeit. Er war südafrikanischer Meister im Bodybuilding, ein Muskelpaket. Er war sehr grosszügig im Erteilen von Ratschlägen für ein erfülltes Leben und Empfehlungen von einsamen Damen, meistens Krankenschwestern, die er getroffen hatte! Seine ein, vielleicht zwei Schwestern, die Fernand Francis durch die gegenwärtige Frau Kallos kennengelernt hatte, mochte er nicht besonders, zum Bedauern von Frau Kallos. Sie pflegte zu sagen: "Magst du sie denn nicht, du weisst, sie würden eine grosse Aussteuer mitbringen" - ihre Mutter war eine Leventis, Kallos' erste Ehefrau.

Agimpex verzeichnete in der Geschäftsperiode 1.07.1957 - 30.06.1958 einen Verlust von 1212 Rand, aufgrund von Forderungsausfällen vierer Kunden in Accra, Majunga und Dzaoudi. Fernand Francis hielt immer noch 48.3 Prozent der Anteile und war Direktor, hatte jedoch keine Kontrolle über die Geschäfte oder was durch die Bücher lief (Lektion gelernt: Man kann nur mit 50% + 1 Anteil die Kontrolle haben!).

Aha: Die Lektion, die ich daraus gelernt habe: Manchmal gibt's diese zwei Komponenten auf einen Schlag: Finanzielle Absicherung und eine Liebesbeziehung - ob nun zweckgebunden oder auf echten Gefühlen basierend - das sei jedem selbst überlassen.























 



 

 

 

 

1959
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3.7.  Das Gestern, das heute ist – 1959.
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"Kallos was most of the time speaking Greek on the phone; I wanted to know what it was all about, which got me to start taking Greek lessons, with the rather old Priest of the Greek Orthodox Church of Cape Town. Unfortunately, he could hardly speak a word of English, having just arrived in the country, but he gave me an illustrated book used to teach the language to children. I went about three times to see him, learned the basics of the Greek alphabet and some words like 'parakalo', 'bouturon', 'kreas' - but it was too complicated to just know what the boss was talking about, so I gave up. I had no time in any case."

Kallos sprach die meiste Zeit griechisch am Telefon; Fernand Francis wollte wissen, um was es ging, was ihn dazu bewog, Griechisch-Lektionen zu nehmen, mit einem eher alten Priester der Griechisch Orthodoxen Kirche in Kapstadt. Unglücklicherweise konnte er kaum ein Wort Englisch sprechen, zumal er erst im Land angekommen war, aber er gab ihm ein illustriertes Buch, das den Kindern zum Lehren der Sprache diente. Uncle Fernand besuchte den Priester etwa drei Mal, lernte die Basis des griechischen Alphabets und einige Wörter wie "parakalo" (bitte), "bouturon" (Butter), "kreas" (Leib oder Fleisch) - aber es war zu kompliziert, um zu erfahren, was der Chef besprach, also gab Fernand Francis auf. So oder so fehlte ihm die Zeit dafür.

"In March, 1959, my brother Henri hitch-hiked from Zurich to Barcelona via Geneva, Lyon in one day. On 1st April, 1959, he sent a card from Barcelona, having just seen Palma, Madrid and Bilbao. He was going to take a ship to Marseille on the 7th and then would hitch-hike to Auxonne to visit our grand-mother Nany.

During May, 1959, I became a member of The Automobile Association of South Africa (AA) which was to give me continuous service for the next 30 years or even longer.


 AA van Suid-Afrika, Veteraanlidmaatskap Fernand Francis, Mei 1959


On 15th May, 1959, the agreement of employment with Kallos & Son (Pty) Ltd. was amended, whereby it was fixed to 30th June, 1959, thereafter for an indefinite period, subject to one month's notice either way, and the salary was fixed at 150 pounds pm., without payment for overtime in SA or abroad.

Thus, the formally guaranteed bonus fell away. Mr Kallos felt that he had promised too much previously. A letter which my Father wrote on 19th May, 1959, stated: "es ist sehr wohl möglich, dass Dein Salär zu hoch war, aber die Leute sind zu stolz und wollen Dir nicht sagen, dass Deine Ansprüche zu hoch sind, aber eine Unterredung schadet nichts."

The situation with Kallos became untenable, constantly bickering and shouting, even at my Mother and Father, whenever they met. I had now to consider other options, if I left Kallos. One of them had to do with working for Bardahl SA (lubricants) - I had met a Mr de Jouy in Cape Town. The other was to work for Mr Bächler from Pall Mall Delicatessen in Johannesburg. My Father felt that: "Bächler ist nichts für Dich - Du kannst doch nicht am Ladentisch oder an der Kasse stehen - jede Arbeit ist ehrenwert, aber manchmal kann man sie doch nicht annehmen". (Yet Mr Bächler did well with his business; in years to come he even acquired a citrus farm near Rustenburg which we visited twice over time, in addition to his house in Melville!).

In that letter Father also mentioned he would reach official pension age on 31st December, 1959, but as he was not getting a pension, there was a chance that he could work a bit longer. He also mentioned that I should not worry about my brother Henri in Switzerland, that he could apply for stipends and that cousin Paul Gmür would not drop him."

Im März 1959 trampte Henri an einem Tag von Zürich via Genf und Lyon nach Barcelona. Am 1. April 1959 sandte er seiner Familie in Johannesburg eine Karte aus Barcelona, nach der Besichtigung von Palma, Madrid und Bilbao. Papa hatte im Sinn, am 7.04. ein Schiff nach Marseille zu nehmen, um weiter per Anhalter nach Auxonne zu ziehen, um ihre Grossmutter Nany zu besuchen.


"Buonas dias amigos, ..." Papa's Karte aus Barcelona - 1. April 1959 - seine Handschrift erkenne ich auf den ersten Blick; sie hat sich in den darauffolgenden Jahren also nicht verändert ...


Im Verlaufe des Monats Mai 1959 wurde uncle Fernand Mitglied des südafrikanischen Automobilclubs AA, was ihm andauernde Dienstleistungen für die nächsten 30 Jahren oder sogar länger sicherte.


Am 15. Mai 1959 wurde Fernand Francis' Arbeitsvertrag per 30.06.1959 geändert, danach auf unbestimmte Zeit, kündbar durch beide Parteien innerhalb eines Monats, und der Lohn wurde auf monatlich 150 Pfund festgelegt, ohne Vergütung von Überzeit in Südafrika oder im Ausland. Somit fiel der ursprünglich garantierte Bonus weg. Herr Kallos empfand es so, dass er vorher zu viel versprochen hatte. In einem Brief, den Opapa uncle Fernand am 19.May 1959 geschrieben hatte, erklärte er: "es ist sehr wohl möglich, dass Dein Salär zu hoch war, aber die Leute sind zu stolz und wollen Dir nicht sagen, dass Deine Ansprüche zu hoch sind, aber eine Unterredung schadet nichts."

Die Situation mit Kallos wurde unhaltbar, dieser zankte und schrie ständig, sogar mit Omama und Opapa, immer wenn sie sich trafen. Uncle Fernand musste nun andere Optionen in Erwägung ziehen, falls er Kallos verlassen würde. Eine davon betraf die Arbeit für Bardahl SA (Autopflege- und Additivprodukte) - er hatte einen Herrn de Jouy in Kapstadt kennengelernt. Die andere beinhaltete eine Beschäftigung bei Herrn Bächler von Pall Mall Delikatessen in Johannesburg. Opapa bemerkte: "Bächler ist nichts für Dich - Du kannst doch nicht am Ladentisch oder an der Kasse stehen - jede Arbeit ist ehrenwert, aber manchmal kann man sie doch nicht annehmen".
(Doch Bächler war erfolgreich mit seinem Geschäft; in den kommenden Jahren erwarb er sogar eine Zitrus-Farm in der Nähe von Rustenburg, die sie im Laufe der Zeit zweimal besuchten, zudem sein Haus in Melville!).

In diesem Brief erwähnte Opapa auch, dass er sein offizielles Rentenalter am 31. Dezember 1959 erreichen würde, doch da er keine Altersrente erhielt, bot sich eine Gelegenheit, etwas länger zu arbeiten. Er erwähnte zudem, dass uncle Fernand sich nicht um Bruder Henri in der Schweiz sorgen müsse; dieser könne Stipendien beantragen und Cousin Paul Gmür würde ihn nicht im Stich lassen.

"I had mentioned to Kallos that I was considering going on holidays to Switzerland during June, so he suggested that I could possibly call on various people in Europe and Africa on the way back (all on my account). He gave me two letters of introduction, dated 29th May, 1959, one being for AG Leventis, Paris, the other for George Keralakis of Leventis in Manchester, and he drew up a list of all the people I should see on the way in Lausanne, Paris, London, Manchester, Liverpool, Accra, Takoradi, Sekondi, Lagos, Freetown, Monrovia!!!
According to my pass, I got a single journey re-entry visa on 2nd June, 1959. I left for Europe, first stopping over at Nice, calling on my Godmother in Cannes.
On 11th June, I carried on from Nice to Zurich with Swissair and booked in at Franziskaner Hotel at Niederdorfstrasse off Stüssihof which my friend Sonja had organized.
I met my brother in Zurich then studying at the ETH. He showed me around his haunts in the Niederdorf as well as his room.


1959 - Papa als Securitas-Hauswächter - 21 Jahre alt. So verdiente er sich etwas zu seinem Studium an der ETH Zürich dazu.

 

1959 - Papa mit seiner Freundin Judith Forgo, die später die Patentante meines Bruders Fernand Edmund werden sollte. Mit dem Citroën C15.


I then saw my school and pen friend Sonja Schorch over a cup of coffee at the Café Select on the Limmatquai. I had been writing to her over many years, and in my mind I was going to ask her to marry me, but I was never quite ready to ask her. When she wrote that she had met Arthur in the same hospital room, both recuperating, and that she was going to marry him, I thought that I might change her mind - hence my trip - of course to no avail! (See "Images from my Archive 1954-1995" - Ref.04: 1959 My best school friend from my study days in St.Gallen - Sonja Schorch - the image from 1966 was sent to me by her sister Erika, after Sonja died of cancer.)

I called on my cousin Dr. Paul Gmür, at his office in Löwenstrasse, Zurich. I mentioned to him that I had just drunk a delicious beverage, RIVELLA, for the first time. No problem, Paul being on the Board of Directors of Rivella International in Rothrist, and its President, introduced me to and arranged a meeting with Jean Barth in Rothrist whom I met shortly thereafter.
I also placed an advert in either the TA or NZZ, Zurich, seeking to represent Swiss firms in South Africa, and I was eagerly awaiting the many replies that would follow (these included agency offers from HACO in Gümligen, also for Swiss tents, Maestrani chocolate powder, bottle openers, glue manufacturers, condoms, etc., often accompanied by samples)!

Another excursion was a boat trip on Lake Zurich. Some of my slides show the "Gondelbahn" in Zurich (it crossed Lake Zurich from one lakeside to the other between 1959 and 1966 and had been built on the occasion of the G59, der Schweizerischen Gartenbau Ausstellung 1959).
I also visited St.Gallen and the surrounding area and took some slides.

The effect of this trip was that I decided while in Switzerland not to carry on with my travelling programme for Kallos, which would have started in Lausanne, being all at my own costs!

On the way back to South Africa, I stayed over in Athens at the Hotel George V. from 25th June to 26th June, 1959. After doing a short trip around the city, I carried on to Johannesburg, flying along the Nile River and East Africa, seeing Mt. Kenya on the way. 

I then spent a few days with my parents in Johannesburg, meeting inter alia Mr de Jouy from Bardahl."

Inhaltliche Zusammenfassung der englischen Passagen (von nun an, da ich sonst noch gefühlt 100 Millionen Jahre an den Übersetzungen in diesen Kapiteln "Africa - 40 years of dreaming" mit meinem Onkel Fernand Francis und unserem "Erinnerungsgeflecht" dran bin  ;-() ):

Uncle Fernand informierte Kallos darüber, dass er Ferien in der Schweiz in Betracht zog, was diesen dazu bewog, F.F. zu verschiedenen Kunden, z.B. AG Leventis in Paris oder zu Herrn Keralakis (Leventis in Manchester) zu schicken. Er sollte geschäftlich eine Reihe von Leuten in Paris, London, Manchester, Liverpool sowie Westafrika abklappern - und dies auf seine eigenen Kosten!

Am 2.06.1959 reiste Fernand Francis nach Europa - in Cannes besuchte er seine Patentante - von Nizza aus flog er mit der Swissair weiter nach Zürich, wo er im Franziskaner Hotel im Niederdorf einquartierte; seine langjährige Freundin Sonja hatte dies so organisiert. Er traf sich mit seinen Bruder, der an der ETH studierte. Papa führte ihn zu seinen Lieblingsplätzen im Niederdorf und in sein Zimmer.
Anschliessend sah uncle Fernand seine Brieffreundin Sonja Schorch bei einer Tasse Kaffee im Café Select, weil er vorhatte, um ihre Hand anzuhalten. Der richtige Zeitpunkt dafür hatte sich einfach noch nicht ergeben, doch nun wollte er Nägel mit Köpfen machen. Dies war nämlich der eigentliche Grund für seine Reise ... Sonja war inzwischen schon auf dem Sprung in den Hafen der Ehe mit einem Arthur, den sie während eines Krankenhausaufenthalts kennengelernt hatte. Fernand Francis wollte sie umstimmen, jedoch vergeblich. (Hinweis: In seinem Archiv ist ein Foto von Sonja zu sehen, seiner besten Schulfreundin aus seiner St. Galler Schulzeit. Das Foto aus dem Jahr 1966 hatte ihm ihre Schwester Erika nach dem Krebstod Sonjas geschickt).

Uncle Fernand schwärmte von einem Getränk, das er zum ersten Mal genoss: RIVELLA! Praktischerweise war sein Cousin Dr. Paul Gmür im Direktorenverband von Rivella International in Rothrist sowie deren Präsident und konnte ihm ein Treffen mit Jean Barth organisieren. Zudem inserierte Fernand Francis im TA und der NZZ, Zürich, auf der Suche nach Schweizer Firmen, dessen Produkte er in Südafrika vertreten könnte. Er war sehr gespannt auf die Antworten, die tatsächlich vielfältig eintrafen: Haco (Foodservice) in Gümligen, Schweizer Zelte, Maestrani Schokoladenpulver, Flaschenöffner, Klebstoffhersteller, Kondome, etc. - oft wurden Muster beigelegt!

Ebenso unternahm uncle Fernand einen Ausflug mit dem Schiff auf dem Zürichsee; verschiedene Dias zeigen die Gondelbahn, die zwischen 1959 und 1966 anlässlich der G59, der Gartenbauausstellung, gebaut worden war und eine Seeseite zur anderen überquerte. 
Er besuchte St. Gallen sowie Umgebung und schoss einige Fotos.
Die Auswirkung dieses Ausflugs: Fernand Francis beschloss noch in der Schweiz, das Reiseprogramm für Kallos, beginnend in Lausanne, gar nicht anzutreten! (I'd say: "Wise decision, uncle Fernand!")


1959, Zürich - das "Helvetiaschiff" von 1875, das seit Oktober 1958 nicht mehr auf dem See kursierte, dafür als stationäres Restaurant im Rahmen der G59 diente. Im Hintergrund die Gondelbahn, die den Zürichsee überquerte.

Auf der Rückreise nach Südafrika machte er vom 25.06.- 26.06.1959 in Athen im Hotel George V. halt, um nach einer kurzen Stadtbesichtigung weiter nach Johannesburg über dem Nilfluss und Ostafrika zu fliegen; mit Mount Kenya auf dem Weg.

Danach verbrachte uncle Fernand noch ein paar Tage mit Omama und Opapa in Johannesburg und traf sich u.a. mit Herrn De Jouy von Bardahl.


Meine Erinnerungen an unsere "Familienreise" nach Kenya im Jahr 1988, die ich als Würdigung meines Vaters für die bestandene Wirtschafts-Maturität zu meinem Erstaunen geschenkt bekomemn hatte, verknüpfe ich gerne mit dem Mount Kenya, den uncle Fernand 1959 von oben bestaunen konnte.
Besonders schön war unser Aufenthalt im Masai Mara National Reservat mitten im atemberaubenden "wild life" der afrikanischen Tier- und Artenvielfalt. Abenteuerlich und ebenso überraschend war die Ballonfahrt über dem Amboseli Nationalpark an der Grenze zu Tansania, die Papa organisiert hatte. Die Landung war schon sehr speziell, dafür musste der Korb seitwärts gekippt werden, da war mir kurz mulmig ... dafür gab's zum Abschluss ein Champagnerfrühstück, serviert von Einheimischen inmitten der Wildnis!


1988 - Kenya - "schräge" Landung geglückt. Neben mir (Haare noch nicht zu afrikanischen Zöpfchen geflochten) mein jüngerer Bruder Henri Paul, damals 18 Jahre alt.


Ich erinnere mich auch noch an ein sehr eindrückliches, unvergessliches Erlebnis auf und am See in Tansania, der für die Beheimatung der rosafarbenen Flamingos bekannt ist und als beliebtes Ausflugsziel für Touristen angepriesen wird. Der Namen des Sees ist mir entgangen, meinen Vater kann ich nicht mehr fragen, doch vielleicht erinnert sich einer meiner Brüder daran. In einem einfachen, motorbetriebenen Boot wurden wir von einem Einheimischen auf dem See (könnte Lake Eyasi sein) herumgeführt. Bestimmt sind irgendwo in einem Familienalbum in meiner Verwandtschaft noch Fotos aus dieser Zeit vorhanden.
Zwischenzeitlich soll dieser Link einen Eindruck der Schönheit, Anmut sowie des friedlichen Bildes, das die Flamingos vermitteln, bieten:

Spotting Flamingos in Tanzania: Best Viewing Tips

Am Strand, von den Wellen des Indischen Ozeans umspült, wo wir ebenfalls ein paar Tage entspannen konnten, wurden mir die Haare von einer Afrikanerin zu schönen Zöpfchen geflochten - ich trug sie danach über eine Woche in der Schweiz, um im Geflochtenen noch lange meine Sehnsucht nach Afrika, dessen "Essenz" sowie meinen Ursprung unzertrennlich eingefangen zu halten.




1988 - Masai Mara - Abschlussessen in Kenya. Auf dem Tisch kein Rivella ...
Linke Reihe: Monique (Lebensgefährtin Papas), Bruder Henri Paul, Susanne (Freundin von Andreas, Monique's Sohn).
Rechte Reihe: Bruder Fernand Edmund (25-jährig), sein Freund Lorenz (hatte ein Auge auf mich geworfen), Andreas, ich (mit afrikanischer Zopfflechtfrisur) und Papa.

"On 28th June, 1959, I gave Kallos my telegraphic notice of termination of employment per 31st July, which was accepted telegraphically on 29th June. I also requested payment of the balance of my bonus per 31st July; at the same time I asked for my name to be struck off the list of directors of Agimpex (Pty) Ltd. My testimonial from Kallos & Son confirms that I was their Export Manager.

My new P.O Box 3422, Johannesburg, would remain with us for many, many years! Dr Carel de Wet, M.P., had given me a personal recommendation in support of an urgent application to the GPO Johannesburg, as there was a long waiting list, so I got my P.O. box straight away. It helps to have powerful friends!

I returned to my flat at 32 Trianon, Avenue Marseilles, Sea Point, on 3rd July (the lease was expiring on 1st September, 1959).
As from 1st July, 1959, I had leased a flat and garage at 11 "Chamonix", Friars Road, Sea Point, Cape Town, at the monthly rate of 23 pounds for the apartment and 3 pounds for the garage, the property being owned by Côte d'Azur Estates, leased through Syfret's Trust at Wale Street, Cape Town.
As I only reported this to the Aliens Registration Office on 1st September, I got a warning in my booklet! Unfortunately, I could not get out of my new lease, which would have been nice in view of the new development in my work situation.

My neighbours at "Chamonix" were the Swiss couple Joe Giezendanner and his wife, much involved in the local Swiss community. His company, F. Notter & Co., were agents for Zwicky and the manufacturer of "Riri" fasteners. Sometimes I was invited to join them and their friends for supper, but due to my work pressure, I always arrived at coffee time after they had already finished supper! I had got to know them the year before.

Through them I met many Swiss people, I also attended the 1st August dance at the Mount Nelson in Cape Town, went a few times to the Swiss Club at Jonkershoek near Stellenbosch and once did some shooting exercises on their rifle range which nearly blew out my ear drums, the first time I ever held a Swiss army rifle. I also became very friendly with the Podestà family in Cape Town. Mr Podestà was a Bank Manager of the SA Bank of Athens, Cape Town and I would see them or stay with them over the next few years, till we lost contact. Through the Giezendanner's*, I was invited to join the Swiss Men's Choir in Cape Town; I went to two or three of their practice evenings, but soon gave up!
*(See images from my Archive 1959-1995 - Ref.05: 1959 The Giezendanner and Podestà families with my Mother and myself at Joenkershoek.)


1959 - picknick with the Giezendanner and Podestà families - Omama in front at the left and uncle Fernand to the right, only half of his upper body on the photo ... 


An entry in my Registration book states that as from 1st September, 1959, I was doing business for my own account (In those days, foreigners had to report their moves and activities in the Aliens Registration Office)."


Am 28.06.1959 übermittelte uncle Fernand Kallos telegrafisch sein Kündigungsschreiben und verlangte gleichzeitig die Auszahlung seines Bonus per 31.07.1959 sowie die Streichung seines Namens von der Liste der Direktoren der AGIMPEX. Das Arbeitszeugnis von Kallos bestätigt, dass Fernand Francis dort Export Manager war.

Dank der Beziehung zum Abgeordneten de Wet und dessen Empfehlung an das Hauptpostamt Johannesburgs, konnte uncle Fernand rasch ein neues Postfach, das ihm über mehrere Jahre erhalten blieb, erwerben und entging so einer langen Wartezeit.
Er konstatiert, wie nützlich und hilfreich es sei, solch einflussreiche Freunde zu haben!

Am 3. Juli 1959 kehrte F.F. zu seiner Erstwohnung (Mietende per 1.09.1959) an der Avenue Marseilles in Sea Point zurück, obwohl er per 1. Juli eine neue Mietwohnung (23 Pfund monatlich fürs Apartment und 3 Pfund für die Garage) in "Chamonix", ebenfalls in Kapstadt, gemietet hatte. Da er aber vom Ausländeramt am ersten September eine Verwarnung bekommen hatte, weil er nur letzteres gemeldet hatte, konnte er aus diesem Mietverhältnis nicht mehr aussteigen, was er angesichts der neuen beruflichen Entwicklungen bedauerte.
Seine Nachbarn in "Chamonix" waren das Schweizer Ehepaar Joe Giezendanner und seine Ehefrau, die sehr in der schweizerischen Gemeinschaft eingebunden und engagiert waren. Seine Firma, F. Notter & Co. waren Vertreter für Zwicky und die Hersteller der "riri" - Reissverschlüsse. Manchmal wurde uncle Fernand zum Abendessen bei ihnen eingeladen, doch wegen seines enormen Arbeitsdrucks schaffte er es jeweils nur zum Kaffee, nachdem sie alle schon gegessen hatten! Er hatte sie im vergangenen Jahr kennengelernt. 
Dank ihnen lernte er viele Schweizerleute kennen, so nahm er auch am ersten August-Tanz bei Mount Nelson in Kapstadt teil und besuchte mehrmals den Schweizer Club in Jonkershoek bei Stellenbosch, wo er ein paar Schiessübungen unternahm mit einem Schweizer Gewehr, das er zum ersten Mal in den Händen hielt und ihm fast das Trommelfell wegblies! Zudem freundete er sich mit der Podestà Familie in Kapstadt an. Herr Podestà war Bankmanager der Südafrikanischen Bank von Athen; er pflegte die Beziehungen zu ihnen, bis sie sich im Verlauf der Jahre aus den Augen verloren.
Durch die Giezendanners wurde er zum schweizerischen Männerchor in Kapstadt eingeladen, nach zwei oder drei Probelektionen gab er seine Sängerambitionen allerdings schon auf.

Ein Eintrag in seinem Registrierungsbuch verzeichnet, dass Fernand Francis seit dem 1.09.1959 Eigenhandel betrieb. (Damals mussten Ausländer jegliche Bewegungen und Aktivitäten dem Ausländeramt angeben).

 
The RIVELLA project in South Africa - Part 1

"In fact, I had been preparing the ground for the RIVELLA PROJECT in South Africa since 18th July, 1959, following on my visit at Rothrist the month before, getting all the necessary information and technical data from them to submit to potential SA partners, such as Schweppes in Cape Town, Imperial Cold Storage in Pretoria, Stein Bros, Ltd., Johannesburg (a potential manufacturer of the concentrate), Lecol Products (distribution).
In August, 1959, I asked Rivella International, Rothrist, if they would be interested to participate financially. During this month, I got the first 12 bottles of Rivella air freighted from Switzerland which I then sent on to Cape Town. At that stage, I mentioned that I would contemplate the registration of the appropriate companies in South Africa.

On 14th August, 1959, I met Mr Clinton A. Redgrove from London & Dominion Trust, Johannesburg, a few days later Mr C.H. Brink, MD of Federale Volksbeleggings in Cape Town, submitting my project. There were in fact many more similar meetings with potential investors!

On 9th September, Robert Barth from Rivella International indicated that they would invest a maximum of 5000 pounds for both the projected roof organisation and a concentrate plant in South Africa. They also sent me various agreements for consideration. They were to hold 51% of the capital of the roof organisation.

My Father assisted me during all this time in all technical problems or support needed. My personal interest was more the administrative and marketing angle, and getting the whole project going.

According to a letter to Dr Barth dated 28th September 1959, I had a car accident on my way from Cape Town to Johannesburg during the previous week, when part of my draft agreements for the manufacture of the concentrate were damaged!"

Uncle Fernand bemühte sich seit July 1959 darum, das Fundament für das Rivella Projekt in Südafrika zu erschaffen, er unterbreitete potentiellen südafrikanischen Partnern wie Schweppes, Cold Storage, Stein Bros und Lecol die dafür notwendigen Informationen und technischen Angaben. Im August fragte er bei Rivella International nach, ob sie interessiert wären, sich finanziell zu beteiligen. Im Verlaufe dieses Monats erhielt er zudem 12 Flaschen Rivella, aus der Schweiz eingeflogen, die er weiter nach Kapstadt sandte. Fernand Francis war ebenso engagiert, das Projekt potentiellen Investoren schmackhaft zu machen.
Am 9. September kündigte Robert Barth, Direktor von Rivella International an, dass sie bereit wären, sich mit einem Maximum von 5000 Pfund zu beteiligen; dies sowohl für die Dachorganisation als auch für das Konzentrat (Rivella wird aus Milchserum hergestellt).

Ein halbstündiger, spannender Bericht aus dem SRF Archiv (2024) dokumentiert die Rivella Geschichte und bringt uns deren Gründer Robert Barth näher.

"Robert Barth und sein Lebenswerk, 1978 - Unternehmer aus Leidenschaft.":

https://youtu.be/heFAR29_hFE

Opapa half seinem Sohn während dieser Zeit bei den technischen Problemen und unterstützte ihn in allen Belangen. Uncle Fernand war primär daran interessiert, administrativ und im Marketing sein Potential einzubringen sowie das ganze Projekt ins Rollen zu bringen. 
Gemäss einem Brief von Robert Barth verunfallte Fernand Francis auf dem Weg von Kapstadt nach Johannesburg, bei dem einige seiner Vertragsentwürfe für den Konzentrat-Hersteller beschädigt wurden!


 September 1959 - car accident on the way from Cape Town to Johannesburg.


Mein erstes Missgeschick mit dem BMW meines Bruders Fernand im Jahr 1985 war so prägend für meine weitere Fahrkarriere, dass ich sie gleich beenden musste. Erst 17 Jahre später - hochschwanger mit Joya-Anaïs - fand ich die Kurve wieder, bestand die Fahrprüfung und hielt mit 35 Jahren erstmals meinen Führerausweis in den Händen.

Zu meinem 18. Geburtstag hatte ich von meinem Vater 2'000 20 Rappen Stücke in einem farbigen, afrikanischen Korb erhalten. Diese 400.- Franken sollten meine Freiheit einläuten und für bevorstehende Fahrstunden investiert werden. Ich schämte mich schon ein wenig, als ich mit dem ganzen Münz bei der Bank vorbeikam und die Summe auf mein Konto einzahlen liess ... der Bankberater schmunzelte, als ich versuchte, ihm zu erklären, dass ich keineswegs einen Automaten geplündert hatte, sondern mein Vater auf diese glorreiche, originelle Idee gekommen war ;-D!

Nun, der Geldsegen brachte mir kein Glück auf meinen privaten Fahrwegen ... und so ereignete es sich, dass ich mit meinem Bruder Fernand nach dem Top Gun - Fliegerfilm (mit dem charismatischen Tom Cruise in der Hauptrolle) in Bern spätabends nach Hause fahren durfte. Ich hatte schon 4-5 Stunden bei einem Fahrlehrer die Basics geübt und war schon ziemlich sicher unterwegs, deshalb traute Fernand mir dies durchaus zu. Es war kurz vor Mitternacht, stockdunkel, als wir nach Oberbütschel auf der Bernstrasse, die durch den Thanwald führt, von einem Reh überrascht wurden. Ich konnte es nicht voraussehen, so blitzschnell huschte es auf die Hauptstrasse (Tempo 80 erlaubt!) und vor unseren Wagen. Anstatt zuerst zu bremsen, wich ich instinktiv linksseitig aus und brachte das Auto erst danach zum Stillstand. Das reichte schon, um den Hintern des ausgewachsenen Tieres zu streifen. Es schien den Rehbock nicht verletzt zu haben, denn es rannte nach einer kurzen Schrecksekunde weiter ins Dickicht. Doch der Schock lähmte mich, ich konnte keinen Meter mehr weiterfahren. Fernand scholt mich zwar, dass ich falsch reagiert und eine Vollbremsung hätte machen sollen, doch er tröstete mich auch und versicherte mir, die sich grosse Sorgen um das Tier machte, dass es mit einem blauen Auge davongekommen sei und es unversehrt überstanden hätte ...! Ich machte mir ein derartiges Gewissen (ich weiss nicht einmal mehr, ob wir daraufhin den Wildhüter kontaktiert hatten), dass ich meine Fahrübungen abrupt abbrach. Ich sinnierte noch lange über Sinn und Unsinn der Spezies Mensch, den natürlichen Lebensraum der Tiere derart einzudämmen und zu gefährden, dass sie um ihr Leben fürchten müssen. Fortan waren alle Fahrzeuge dieser Grösse und noch grösser eine fahrende Waffe!
Ich sparte das restliche Geld für meinen Traum, nach Südafrika zu reisen auf der Suche nach Jeneva, meiner Nanny, der ich mit elf Jahren entrissen wurde. Diesen Traum konnte ich jedoch leider nicht verwirklichen.


"During September 1959, my brother Henri visited the French family in Auxonne, then together with Nany he went to Fauvernais, Étampes, thereafter visiting his god-mother Renée in Asnières; he then stayed a few days in Paris and Versailles."

Im Verlauf des Septembers 1959 besuchte Papa die französische Familie in Auxonne, danach reiste er mit Nany (seiner Grossmutter/Omamas Mutter) nach Fauvernais, Étampes, anschliessend liess er sich bei seiner Patentante Renée in Asnières blicken; daraufhin verbrachte er ein paar Tage in Paris und Versailles.


Papa in Paris, September 1959. 


"On 13th October 1959, I sent Rivella International a résumé of the people I had contacted so far which makes for interesting reading. I obviously travelled a lot through South Africa during this period!"

See: www.haenggi-basel.ch > FFH > FFH reminiscencies - the 1950's 

Am 13.10.1959 sandte uncle Fernand, der deswegen offensichtlich während dieser Zeit viel in Südafrika umherreiste, Rivella International eine Zusammenfassung der Leute, die er kontaktiert hatte - ziemlich interessant zu lesen:

 Uncle Fernand's Rivella report, 1959, page 1

 

Rivella report, page 2 - unfortunately I had to take a photo from my Laptop, 'cause page 2 wasn't available for download in the original PDF - version.


"My Mother who was needing to earn some extra money for the family, became one of three partners in the Queen's Hall Art Gallery, Johannesburg.

(See www.pelmama.org/QueensHallArtGallery.htm): 

xt of South African art history Â…. PELMAMA in the conte
 

The first exhibition opening on 26th October, 1959. I was not involved at all in the gallery, except attending some of the openings and meeting some of the artists or clients. The other partners were Rosa Lipschitz and Frankie Rubinstein whose husbands were both lawyers and friends of Donald Gordon who in 1957 registered Liberty Life with a capital of only R 84'000. I remember quite distinctly Rosa Lipschitz (much later to be known as Lady Rosa Lipworth) asking my Mother at the gallery to please invest some money in Liberty Life, any amount, as they were going to be listed in a few years at the Johannesburg Stock Exchange, and she would do well. Unfortunately Mother had no spare cash at all, nor did I, so we both missed the boat of becoming very wealthy!

During November, I visited the North Western Coop Cheese Factory in Reivilo near Taungs, being at that time the largest and most modern cheese factory in South Africa under one roof, to discuss the possibility of making the concentrate locally which was needed for the Rivella production of Southern Africa.

I left Cape Town on 20th November, 1959, though the lease for "Chamonix" expired on 30th June of 1960, to return to my parents flat at 33 Majorca Court, Cavendish Road, Yeoville, Johannesburg, near the water tower.

On 23rd December, another 10 cartons of Rivella arrived in Cape Town, sent by their factory in Holland - "Friesland" Coöp, Condensfabriek, Leeuwarden."


Da Omama für die Familie eine zusätzliche Einnahmequelle benötigte, wurde sie eine von drei Partnerinnen der Queen's Hall Art Galerie in Johannesburg (eine spannende, lohnenswerte Entdeckungsreise künstlerischer Art ist unter dem PELMAMA-Link oben zu erfahren).
Am 26.10.1959 wurde die erste Ausstellung eröffnet, uncle Fernand war nicht in die Galerie involviert, ausser an den Eröffnungen dabei zu sein und sich mit einigen Künstlern oder Klienten zu treffen. Die anderen Partnerinnen waren Rosa Lipschitz und Frankie Rubinstein, deren Ehemänner beide Anwälte waren und Freunde von Donald Gordon, der 1957 Liberty Life (eine Lebensversicherung) anmeldete mit einem Kapital von lediglich 84'000 Rand. Fernand Francis erinnert sich daran, dass Rosa Lipschitz (später bekannter als Lady Rosa Lipworth) Omama in der Galerie darum bat, ob sie Geld in Liberty Life investieren könne, irgendein Betrag, da sie in ein paar Jahren an der Johannesburger Börse notiert werden würden und dass sie damit ausgesorgt hätte. Leider hatte Omama gar kein extra Bargeld vorrätig, uncle Fernand ebenso wenig. Somit verpassten sie die Gelegenheit, sehr wohlhabend zu werden!

Im Verlaufe des Novembers 1959 besuchte Fernand Francis die grösste und modernste Käsefabrik Südafrikas in Reivilo, um die Möglichkeit zu besprechen, ein lokal hergestelltes Konzentrat für die Rivella Produktion im südlichen Afrika herzustellen.

Er verliess Kapstadt am 20.11.1959, um zu seinen Eltern in die Wohnung am Majorca Court zurückzukehren, obwohl die Miete für "Chamonix" bis am 30.06.1960 weiterlief.

Am 23.12.1959 kamen weitere zehn Packungen Rivella aus der holländischen Fabrik in Kapstadt an.




 








1960
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3.8.  Das Gestern, das heute ist – 1960.
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"On 7th January, 1960, Jean Barth sent me a cable, requesting that if possible, I should prepare a tourist flight to Switzerland at their expense, to be in Rothrist on Monday, 25th January.
The confirming letter explained that Dr Robert Barth had to advance his proposed trip to Australia and could not stop over in South Africa on the way back, hence:

"Considering the excellent preparatory work you have accomplished in your territory, we would not like to leave you in uncertain suspense as to the further steps to be taken in view of the realisation of the South African project. We also feel that you have familiarized yourself with RIVELLA and its problems to such an extent that the time has come to sit together and to discuss the various possible aspects of your future cooperation with or within Rivella International".

I had to apply for a single journey re-entry visa which according to my pass I got on 11th January, 1960. On 22nd January, 1960, I travelled to Zurich by KLM, arriving on Saturday morning, the return ticket costing then CHF3341. I booked in at the Stüssihof Hotel, and saw my student brother Henri.

On Monday, 25th January, I met Dr Robert Barth for the first time, also Jean Barth and Mr Stapfer, at the office of Rivella International Inc., situated at the rim of the forest above Rothrist. I was shown around the main factory of Rivella AG in Rothrist and got down to learn about everything and to work at the International Office. Dr Robert Barth kindly suggested I stay with his family at his nearby home. Every lunch management and many workers were gathering at the restaurant near the railway station, management in one Stübli, the workers in another, a sort of social apartheid! The work consisted in doing an intensive study of Rivella's system of modern management, marketing and sales methods in Switzerland for adaptation to South African conditions, as well as setting up licence agreements and structures and doing complete preparatory work for the eventual registration of a company in South Africa."

Am 7.01.1960 bat Jean Barth uncle Fernand, auf ihre Kosten einen Flug nach Südafrika vorzubereiten, um am Montag, 25.01.1960 in Rothrist zu sein. Dr. Robert Barth sandte Fernand Francis ein Bestätigungsschreiben, da er eine Reise nach Australien vorziehen musste und auf der Rückreise nicht persönlich in Südafrika Halt machen konnte, daher:

"In Anbetracht der excellenten Vorbereitungsarbeit, die sie in ihrem Wirkungskreis bewerkstelligt haben, möchten wir Sie nicht im Ungewissen lassen angesichts der weiteren Schritte, die notwendig sind für die Verwirklichung des südafrikanischen Projekts. Zudem haben wir das Gefühl, dass Sie schon so vertraut sind mit RIVELLA und dessen Probleme, dass es an der Zeit ist, zusammenzusitzen und die verschiedenen möglichen Aspekte unserer zukünftigen Zusammenarbeit mit oder innerhalb Rivella International zu besprechen."

Nachdem uncle Fernand sein Visa am 11.01.1960 erhalten hatte, flog er am 22. Januar mit KLM nach Zürich, wo er am Samstagmorgen landete. Das Retourbillett kostete damals CHF 3'341. Er checkte im Hotel Stüssihof ein und traf seinen Studentenbruder Henri.

Am 25. Januar traf er Dr. Robert Barth zum ersten Mal, ebenso Jean Barth und Herrn Stapfer im Büro von Rivella International Inc., am Waldrand oberhalb von Rothrist. Er wurde im Hauptgebäude der Rivella AG herumgeführt und lernte alles kennen, ebenso die Arbeit, die im International Büro zu absolvieren wäre. Freundlicherweise schlug Robert Barth uncle Fernand vor, bei seiner Familie im nahegelegenen Haus zu verweilen. 
Die Mittagessen mit der Geschäftsleitung fanden nahe des Bahnhofs statt, Geschäftsführung in einem Stübli, Arbeiterschaft in einem anderen - in gewisser Weise also soziale Apartheid! Die Arbeit bestand darin, sowohl eine intensive Studie über das moderne Management-, Marketing- und Verkaufssystem von Rivella durchzuführen, um diese daraufhin an südafrikanische Bedingungen und Verhältnisse anzupassen, als auch Lizenzverträge und Strukturen aufzustellen sowie eine vollständige Vorbereitungsarbeit für die eventuelle Registrierung einer Gesellschaft in Südafrika zu leisten. 

"Before my return to Johannesburg, my brother took me early February in his lovely Citroën 15 to Basel; besides going down memory lane, we passed by at my school friend's home and saw Pierre Hersberger and his family. On the way back to Zurich, we nearly had a fatal crash near Möhlin AG.

During February, we also called on the Gmür family at Schmelzbergstrasse 54, Zurich, meeting Uncle Charles, Karli, Helen Schneider-Gmür with her husband Ernst and their daughter.

I returned to Johannesburg on 19th February and stayed at my parents' flat at 33 Majorca Court.

My flat at 11 Chamonix had meanwhile been sub-let, furnished, to a German family and an inventory was completed and signed by the new lessor and deposited by Pinnacle Insurance Co. with Mr Podestà from the SA Bank of Athens, according to Pinnacle's confirmation on 3rd February, 1960. I had stayed with the Podestà family for a few days to arrange the inventory and returned to Johannesburg thereafter.

On 16th March, 1960, I held discussions in Johannesburg with a proposed syndicate under the Chairmanship of Dr F.A. Zoellner and other Swiss, Dutch and South African business people to discuss the Rivella project and a proposed test, and who, if in the affirmative, would jointly put up 80'000 pounds. However, at the meeting one of the major interested parties pulled out after discussing the political situation and rising African nationalism in South Africa and surrounding countries which demanded a high return on any investment made."

Bevor uncle Fernand nach Johannesburg zurückkehrte, unternahm er anfangs Februar 1960 zusammen mit Papa eine Spritztour in seinem schönen, alten Citroën 15 nach Basel, entlang der Strasse der Erinnerungen, mit Halt bei Fernand Francis' Schulfreund Pierre Hersberger und seiner Familie. Auf dem Weg zurück nach Zürich entgingen sie knapp einem fatalen Autounfall in der Nähe von Möhlin, AG.
Im Verlaufe des Februars besuchten sie zusammen auch die Gmür Familie an der Schmelzbergstrasse in Zürich, wo sie Onkel Charles, Karli, Helen Schneider-Gmür mit ihrem Ehemann Ernst und ihrer Tochter besuchten.

Uncle Fernand's Wohnung in Chamonix war inzwischen möbliert an eine deutsche Familie untervermietet worden, und eine Inventarliste wurde vom neuen Vermieter vervollständigt und unterschrieben bei der Pinnacle Insurance Co. hinterlegt, mit Peter Podestà (südafrikanische Bank von Athen), bestätigt am 3.02.1960. Fernand Francis war bei der Podestà Familie während der Bestandesaufnahme ein paar Tage zu Besuch und kehrte daraufhin nach Johannesburg zurück.

Am 16.03.1960 hielt uncle Fernand Unterredungen mit Dr. F.A. Zoellner und anderen schweizer-, holländischen und südafrikanischen Geschäftsleuten, um das Rivella Projekt und einen vorgeschlagenen Test zu besprechen. Bei Zusage würde ein Teilkapital von 80'000 Pfund investiert. Am Treffen machte einer der am meisten interessierten Beteiligten einen Rückzieher wegen der aktuellen kritischen politischen Situation mit ansteigendem afrikanischen Nationalismus in Südafrika und den umliegenden Ländern, was daher ein hohes Investment-Risiko jeglicher Art darstellte.


On 21st March, 1960, was the Sharpeville massacre 

See                                        Massaker von Sharpeville – Wikipedia 


Tatsächlich fand kurz darauf am 21.03.1960 das schreckliche Sharpeville Massaker (Demonstration gegen das Apartheid-System) statt, bei dem rund 69 schwarze Menschen und über 180 Opfer verletzt wurden, darunter auch Frauen und Kinder.


Gemälde von Godfrey Rubens zum Sharpeville-Massaker; das Bild ist im südafrikanischen Konsulat in London ausgestellt.

 

"On 26th March, 1960, Rivella wrote that they were sorry that the first round of my efforts had so abruptly come to an end and had catergorically been negative! On 1st April, they suggested that if, at my own cost and risk, I emigrated to Australia (where they had just employed a director to run Rivella in Australia) I might have at some stage an opportunity to collaborate with them!

In May, 1960, Achilles Kallos approached me about joining them again. On 13th May, 1960, I got an offer and was to meet Etienne Kallos in Johannesburg on his return from Leopoldville. I wrote on 9th June, 1960, that I could not accept their offer, as I wanted a contract for a min. period of 18 months at 180 pounds (R360) pm., as I required a certain security and stability, and I thanked them for having approached me. That was the end of the Kallos saga ...

On 14th May, 1960, Henri sent Mother a postcard from a short trip to Lausanne; he would soon start the RS.

From 1st July, 1960, I worked as Senior Statistical Analyst with London & Dominion Trust. The MD was Mr Clinton A. Redgrove. The business consisted principally of placing short-term money, mainly call money, between Institutions, Banks or Pension Funds, the profit taken being the difference in interest rates quoted, a very profitable business as large sums were placed this way, usually for one to a few days. This was all done telephonically by one dealer, Clifford Jewell. Charles Schlimmer was the accountant. My salary was R210 pm."

Am 26.03.1960 bekundete Rivella uncle Fernand ihr Bedauern, dass diese erste Runde seiner Bemühungen derart abrupt zu Ende gekommen sowie grundsätzlich so negativ verlaufen war.
Am 1. April 1960 wurde ihm vorgeschlagen, falls er auf eigene Kosten und Risiken nach Australien (wo sie erst gerade einen Direktor für den Rivella Betrieb in Australien eingestellt hatten) auswandern würde, er eine Gelegenheit haben würde, mit ihnen zusammenzuarbeiten!

Im Mai 1960 wandte sich Achilles Kallos an Fernand Francis, mit dem Angebot, sich ihnen wieder anzuschliessen. Am 13.05. erhielt er eine konkrete Offerte, woraufhin er sich mit Etienne Kallos in Johannesburg nach dessen Rückkehr aus Leopoldville treffen sollte. 
Am 9. Juni schrieb uncle Fernand eine Absage, mit der Begründung, er könne dieses Angebot nicht annehmen, da er ein Vertrag mit einer Laufzeit von mindestens 18 Monaten wünsche, zu einem monatlichen Salär von 180 Pfund (369 Rand), da er eine gewisse Stabilität und Sicherheit anstrebe. Zugleich bedankte er sich für die Kontaktaufnahme.
Das war das Ende der Kallos Saga ...

Am 14. Mai 1960 schickte Papa auf seiner kurzen Reise nach Lausanne seiner Mutter (meiner Omama) eine Postkarte, er würde bald mit der RS beginnen.

Am 1. Juli 1960 trat uncle Fernand seine neue Stelle als Senior Analyse-Statistiker bei London & Dominion Trust an. Die Hauptaufgabe bestand darin, kurzfristiges Geld, hauptsächlich Tagesgelder, zwischen Institutionen anzulegen. Ein sehr profitables Geschäft, da grosse Summen für ein bis zwei Tage angelegt wurden und der Profit aus der Differenz des börsennotierten Zinssatzes bestand. Dies wurde durch einen einzigen Dealer, Clifford Jewell, telefonisch abgewickelt. Der Buchhalter war Charles Schlimmer. 
Uncle Fernands Gehalt betrug monatlich 210 Rand.



Linksfield Ridge - uncle Fernands' favourite spot for dreaming - was to become our home from 1974 to 1978! A fantastic view indeed ...

 

Steepways in Linksfield Ridge: Unser gigantisches Zuhause von 1974-1978! Vorne das Haupthaus mit Swimming Pool und separater Wohnung für Opapa, umgeben von einem riesigen Garten; links hinter dem riesigen Anwesen die Unterkunft für die Angestellten.
In meiner ersten Autobiografie "Atemzüge, Himmelsflüge" lässt sich meine Kindheit dort nachlesen.


Auf dem Vorplatz (Foto oben) tanzte ich mit meiner Cousine Françoise, der ältesten Tochter von uncle Fernand, zum Vergnügen seiner Mutter, unserer Omama.

 

Familienfoto in Steepways, Linksfield Ridge, 1975: Von links nach rechts, Mama mit Schäferhund Rex, Opapa, Fernand Edmund, Henri Paul, Omama, Sandra, Françoise, uncle Fernand, Caroline mit den Zwillingen Henriette und Alexander; Papa kniend neben Mama.



In diesem Pool planschten wir an Weihnachten jeweils bis nach Mitternacht.

Das hätte uncle Fernand 1960, als er sich ein schönes, erfolgreiches Leben ausmalte (von seinem Linksfield Ridge-Lieblingsaussichtspunkt aus) sicherlich nie zu träumen gewagt, dass sich unsere Lebenskreise einmal genau dort treffen und berühren würden ... und dass seine Tochter Françoise meinen Bruder Fernand Edmund heiraten und sie zusammen drei wundervolle Söhne haben würden!

 

Mit meinen Brüdern im Plansch-Plausch, 1976. Mama im Hintergrund auf der Mauer, mit phantastischer Sicht auf Johannesburg.

 



1961-1962
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3.9.  Das Gestern, das heute ist – 1961-1962.
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1961

Art dealer and collector

Decimal currency was introduced in South Africa in February, 1961. Two Rand were equivalent to the old 1 Pound. 
South Africa became a Republic on 31st May, 1961.


"On 9th January, 1961, Father's new Swiss pass was issued in Johannesburg, valid for 3 years.

The Queen's Hall Art Gallery partnership in which Mother had been involved since 1959 came to an end. Mother was playing professional bridge in three different clubs, including the Victoria Club, most of the time she brought some money home, she was a real gambler! At about that time, she twice organized the catering for Mr Arthur Henry Taylor, then President of the Johannesburg Stock Exchange, in his penthouse apartment in Anstey's Building, corner Jeppe and Joubert Street, Johannesburg. 

On 5th April, 1961, Gallery 101 Johannesburg opened their doors, the main partners being Mother and myself as a silent partner. 

See                               History of the Gallery 101 Group in Johannesburg 


April 1961: Jan Buys opening exhibition at Gallery 101, Rand Central, Johannesburg (room 103) 


Father had also given us some loan capital, to the extent of 300 Rand. I was involved part-time in running the gallery's administration and finances and doing related work, such as calling on artists around the country (until 31st December, 1965, after which I joined 100%+!).

Adjoining our Gallery's premises was the Head Office of the Progressive Federal Party with constant to and fro by all PFP leaders. On the ground floor was the Chesa Coffee Bar, well-frequented by artists, critics and passers-by; next to it Percy Tucker had just started his Computicket show services."


Kunsthändler und Sammler

Im Februar 1961 wurde in Südafrika die Dezimalwährung eingeführt. Zwei Rand entsprachen dem ehemaligen 1 Pfund.
Südafrika wurde am 31. Mai 1961 eine Republik. 

Im Januar 1961 wurde Opapa's Schweizer Pass in Johannesburg für weitere drei Jahre verlängert.

Omama's befristete Partnerschaft (seit 1959) in der Queen's Hall Art Gallery kam zu einem Ende. Sie spielte nun professionell Bridge in drei verschiedenen Clubs und war durchaus erfolgreich; regelmässig brachte sie Geld nach Hause - sie war eine richtige Zockerin! Während dieser Zeit organisierte sie zudem zweimal ein Catering für den Präsidenten der Aktienbörse in Johannesburg, Arthur Henry, in dessen Dachwohnung.

Am 5. April 1961 öffnete die Gallery 101 erstmals ihre Türen, Omama als Hauptpartnerin sowie uncle Fernand als "stiller" Partner. Mehr über die Entwicklung dieser Anfangsphase sowie die darauffolgenden, spannenden Jahre ist einzusehen über obigen Link - eine wahre Fundgrube für Kunsthistoriker und - interessierte!

Opapa unterstützte sie mit einem Darlehen in der Höhe von 300 Rand. Fernand Francis kümmerte sich teilzeitlich um die Administration und Finanzen, ausserdem suchte er Künstler im ganzen Land auf (bis am 31.12.1965, anschliessend war er zu mehr als 100 Prozent in der Galerie involviert)

Im gleichen Gebäude befanden sich das Hauptbüro der PFP (der einzigen Partei im südafrikanischen Parlament, die in Opposition zur herrschenden Apartheid stand) sowie im Untergeschoss die Chesa Kaffeebar, die von Künstlern, Kritikern und Passanten gut besucht war. Daneben hatte Percy Tucker jüngst sein Computicket für Veranstaltungen aufgebaut.


"On 17th April, 1961, Henri sent a card from Paris, on the way to visit family in Étampes and Nany in Auxonnes."

Papa sandte am 17.04.1961 aus Paris eine Karte - auf dem Weg zum Familienbesuch in Étampes sowie seiner Nany in Auxonnes.

"Our Father retired from the SA Breweries per 30th April, 1961, without any pension, except for some free beer he was always entitled to which I used to collect occasionally with him at the old brewery (where the Carlton Centre would be built in years to come).

At about this time, after my Father retired from the SA Breweries, I approached Glazer Bros. in the city centre with the outlines of a project my Father had prepared at my insistence, the gist of it being that if Glazer Bros approached Whitbread from England to build a brewery in Johannesburg in partnership, they would most likely score on a possible take-over bid by SA Breweries within a few years. I remember meeting Mr Bernard Glazer briefly and his Private Secretary, Mr de Vries, three times in the adjoining office to discuss this and to submit further technical details they required, but Glazer Bros. were in the end not interested in such a project. (In 1966 Whitbread Brewery actually opened their own brewery in South Africa, but were taken over shortly thereafter by SA Breweries!)

Father travelled outside the country during early May to 16th June, 1961, passing through London on 11th May and 14th May, 1961, and Orly in Paris on 3rd June on a single re-entry visa issued in Johannesburg on the 25th April, 1961. He left Johannesburg again on 17th July, 1961, on a new re-entry visa no. 22.388 valid for one year, dated 11th July, 1961. He was now employed as a consultant by Heineken's in Rotterdam, Holland." 

Opapa ging am 30.04.1961 in den Ruhestand, ohne eine Rente zu erhalten, mit Ausnahme des freien Biers, das ihm von den SA Breweries lebenslänglich jederzeit zustand; uncle Fernand half ihm dabei, es gelegentlich bei der alten Brauerei abzuholen (später würde dort das Carlton Center errichtet werden).
In dieser Zeitspanne versuchte er Glazer Bros. von einem Projekt zu überzeugen, das er zusammen mit Opapa vorbereitet hatte; es ging darum, eine neue Brauerei in Johannesburg in Partnerschaft mit Whitbread (damals die grösste britische Brauerei) zu bauen mit Hinblick auf eine eventuelle spätere Übernahme der SA Breweries.
Uncle Fernand erinnert sich daran, Herrn Bernard Glazer kurz mit seinem Privatsekretär de Vries dreimal im angrenzenden Büro getroffen zu haben, um dies und weitere technische Details, die sie benötigten, zu besprechen. Doch schlussendlich waren sie nicht an einem solchen Projekt interessiert. (1966 eröffneten die Whitbread Breweries in Südafrika ihre eigene Brauerei, wurden jedoch kurz darauf von der SA Breweries übernommen!

Opapa reiste im Mai, Juni 1961 ins Ausland, u.a. nach London und Orly/Paris, kehrte daraufhin wieder zurück und verliess Johannesburg erneut am 17.07.1961 mit einem neuen Visa, das für ein Jahr gültig war. Er war nun als Berater angestellt bei Heineken's in Rotterdam, Holland.


"In "S.A. Art News", Johannesburg, Vol. 1 No. 4, 1st June, 1961, Mother was stated erroneously to have "studied art in Paris ... (she was also named as "Fernande Haenggi-Dumoulin-Neuf" (Colette)!).

I spent my holidays due to me by London & Dominion Trust travelling to Cape Town and calling on various artists in the Cape to arrange for exhibitions at Gallery 101 during 1961 and 1962 and to bring back consignment stock. These included Maggie Laubser at the Strand, Frank Spears, Erik Laubscher (where I stayed), Cecil Higgs, May Hillhouse, Alfred Krenz, Terence McCaw, Marjorie Wallace, Maurice van Esche, and most of the other top artists at that time. 

On a week-end during mid-1961, I took part in an excursion to the Bosworth site of rock engravings near Klerksdorp, organised by Dr Paul Friede who often visited us with his wife at Gallery 101. I remember that we had to call on the farmer to announce our visit or get a key, and that there were hundreds of engraved stones spread around. Our group of about 4 people made numerous rubbings on paper.

On 13th August, 1961, a Mr O. Ohlson from Majorca Court took over "voetstoots" my father's car, a Counsel Sedan TJ125340, for 400 Rand. 

On 13th December, 1961, I reported that I was still working at London & Dominion Trust, Reinsurance House in Commissioner Street, Johannesburg as Senior Statistical Analyst.

During 1961, Gallery 101 Johannesburg arranged the first 17 different and exciting shows."

In der "S.A. Art News" vom 1.06.1961 wurde fälschlicherweise angegeben, Omama habe in Paris Kunst studiert ... (sie wurde ebenso als "Fernande Haenggi-Dumoulin-Neuf" (Colette) benannt!).

Uncle Fernand verbrachte seine Ferien (von London & Dominion Trust) in Kapstadt, wo er verschiedene Top Künstler:innen der damaligen Zeit besuchte für die Ausstellungen im Verlaufe der Jahre 1961 und 1962 in der Galerie 101 und um Konsignationsware zurückzubringen. 

An einem Wochenende im Halbjahr 1961 nahm er an einer Exkursion zur Bosworth Felsgravierungsstätte in der Nähe von Klerksdorp teil; von Dr. Paul Friede organisiert, der sie oft mit seiner Frau in der Galerie 101 besuchte. Uncle Fernand erinnert sich daran, dass er dem Farmer seinen Besuch ankündigen oder den Schlüssel verlangen musste und dass hunderte gravierte Steine herumlagen. Seine Gruppe, bestehend aus etwa vier Leuten, rieben die Motive mit Papier, um so die Gravierungen zu reproduzieren.

Am 13.08.1961 übernahm ein Herr Ohlson Opapa's Auto "voetstoots" (stillschweigende Garantie gegen Mängel) für 400 Rand.
Im Dezember 1961 arbeitete Fernand Francis immer noch bei London & Dominion Trust als Senior Analyse-Statistiker.

Im Verlaufe des Jahres 1961 organisierte die Galerie 101 ihre ersten 17 verschiedenen und aufregenden Ausstellungen.

(On view over the years were ceramics by Esias Bosch, Tim Morris, Andrew Walford as well as by Gordon Vorster and Marie-Hélène Albrecht, gold jewellery by H Peter Cullman, silver and other jewellery by Margaret RichardsonTessa FleischerJohann van Heerden, Egon Wegrostek, Eone de Wet, Peter Davis, Renée le Roux, Sandra Rosenberg, Pauline Hurwitz, Edoardo VillaZeca Mealhabatiks by Louis Steyn, articles in mohair and karakul from the Transkei Hilmond Weavers, the Royal Lesotho Tapestry Weavers, Rorke's Drift, Thabong Kopano and others, as well as fine paintings and graphics by artists from South Africa and Moçambique. The ground floor and basement gallery also carried selected Cape and Transvaal antiques, as well as selected Spanish antiques, art glass from Murano, large ceramic jars from Fasano and modern cutlery from Sweden, designed by Folke Arström for AB Gense.)


1962

"Between 2nd May and 17th May, 1962, Father was in Kinshasa (Democratic Republic of the Congo). An African businessman who had made his money building roads in the D.R.C. had contacted Heineken's, Rotterdam, as he wanted to build a brewery in Kinshasa, thus Father was asked to investigate. Shortly thereafter, on 20th June, 1962, Father was working from the offices of Heineken's in Milano, staying at 15 Via San Paolo.
He was subsequently transferred to Southern Italy to build the new brewery Birra-Dreher in Massafra/Taranto.

I left the employ of London & Dominion Trust, Johannesburg, per 31st May, 1962. From 1st June, 1962, I worked in the Investment Department of Union Acceptances Ltd., Merchant Bankers, at the Stock Exchange Building, Johannesburg. I was employed as Investment Analyst in the New Issues and Investigation Department, at at starting salary of R260 pm. As such I had to do Corporate and Industry assessment, calling on e.g. Consolidated Glass (visiting the factory and interviewing management) or doing a comprehensive investment opportunities report on the Fishing Industry in SA and SWA form available archival material and another report on the packaging industry, which was most interersting."

Vom 2.-17. Mai 1962 war Opapa in Kinshasa. Ein afrikanischer Geschäftsmann, der mit dem Bau von Strassen in der demokratischen Republik Kongo wohlhabend wurde, hatte Heineken Rotterdam kontaktiert, da er eine Brauerei in Kinshasa bauen lassen wollte - Opapa wurde angefragt, nachzuforschen. Kurz darauf, am 20.06.1962, arbeitete Opapa von den Heineken-Büros in Mailand aus und wurde anschliessend nach Süditalien versetzt, um die neue Brauerei Birra-Dreher in Massafra zu bauen.

Uncle Fernand verliess seine Anstellung bei London & Dominion Trust per 31.05.1962, um ab dem 1. Juni bei Merchant Bankers in der Investmentabteilung als Analyst zu arbeiten - dies zu einem Anfangslohn von monatlich 260 Rand. Die Arbeit beschreibt er als äusserst interessant, so musste er zum Beispiel Unternehmens- und Industriebeurteilungen machen, verschiedene Firmen besuchen, besichtigen und die Geschäftsführer interviewen oder  Berichte über umfassende Investmentmöglichkeiten verfassen, wie etwa bei der Fishing Industry, wo er aus erhältlichem Archivmaterial seine Informationen zusammenstellen konnte.

"At the beginning of the year, I met Prue Johnson whose father owned the Johnson Bakery in Jeppe Street near Gallery 101; she became my close friend. It is through her chance meeting at the Chesa coffee bar in Rand Central with Mrs Schuitemaker, ex-wife of Tom Oerder (the son of Frans Oerder*) that I was introduced to Mrs Schuitemaker and the Oerder family in Pretoria. There were enough works belonging to Tom and his two sons to choose from so that we could arrange two big memorial exhibitions in 1963 and 1964!

See                                           Frans D. OERDER archives

A lot of the unframed drawings were just lying in a pile on the floor where one of the sons kept his motorbike!"

(*Frans Oerder war einer der bedeutendsten Künstler in Südafrika, dem leider auch erst nach seinem Tod Anerkennung und Ruhm zuteil wurde:

Frans Oerder was born in Rotterdam in the Netherlands and studied art at the Rotterdam Academy as well as under Ernest Blanc-Garin in Brussels, before moving to Pretoria in 1890. He worked briefly for the Zuid-Afrikaansche Spoorweg Maatschappij (NZASM) and later taught art at the Staatsmeisjesskool, which became Pretoria Girls High School. In 1899, at the request of President Paul Kruger, he joined the Boer cause as an official war artist. Apart from sketching Boer positions in the field, the artist produced a fine group of British portraits while interned as a prisoner of war at Meintjieskop. After his release he travelled up the east coast of Africa, painting landscapes and figure and architectural studies, but the trip was cut short by a bout of malaria. Oerder returned to the Netherlands in 1908 and married flower painter Gerda Pitlo. One of Oerder’s paintings, Magnolias, was sold to the New York Graphic Society and reproductions of the work were bought in record numbers, but the artist derived no financial benefit having sold the rights along with the work. Oerder and his wife settled in Pretoria in 1938 and he continued painting flower studies, still lifes, official portraits, and landscapes based on his travels across the country. > See for example https://youtu.be/c7xyNcNdf0E ).

Anfangs Jahr hatte er Prue Johnson kennengelernt, die Tochter des Besitzers der Johnson Bäckerei in der Nähe der Galerie 101; sie wurde eine enge Freundin. Es ist dieser schicksalshaften Begegnung mit ihr und Frau Shuitemaker, der Exfrau von Tom Oerder (Sohn von Frans Oerder) in der Chesa Kaffeebar zu verdanken, dass er Bekanntschaft machte mit Frau Shuitemaker und der Oerder Familie in Pretoria. Es waren genügend Kunstwerke vorhanden, die Tom und seinen beiden Söhnen gehörten, sodass sie zwei grosse Erinnerungsausstellungen in den Jahren 1963 und 1964 organisieren konnten! (Unbedingt auch diesem Link über Frans Oerder oben folgen ... )

Viele der ungerahmten Zeichnungen lagen einfach auf einem Stapel auf dem Boden, dort, wo sein Sohn sein Motorrad aufbewahrte!


Omama at Frans Oerder Exhibition at Gallery 101, July 1963


"Mid-1962, I started taking riding lessons at the riding school of Major George Iwanowski, famous for his Lipizzaner: 


Aus dem www.haenggi-basel.ch Archiv - uncle Fernand hat diese Informationen zu Major Iwanowski gesammelt. Ich möchte sie euch im Rahmen der spannenden Fragmente, die sich allmählich zu einem Ganzen zusammenfügen sowie Lebenskreise, die uns berühren und über die damaligen Ereignisse informieren, nicht vorenthalten! Sie gehören ebenso zum Erinnerungsgeflecht, das uns verbindet. Den Text der zweiten Seite des PDF's musste ich als nachfolgenden Text kopieren und anschliessend einfügen ...

"... partnership and started Centaur Stables, which later became the first home of the Lipizzaner team. The Major met Count Jankovich-Besan who invited him to his stud at Mooirivier and offered him his first Lipizzaner stallion, Maestoso Erdem. Due to the natural trainability of the Lipizzaner, Erdem was soon performing some of the more difficult dressage movements and impressing at shows all over the country in both competition and displays. It is interesting to note that Iwanowski was not only a dyed-in-the-wool dressage rider, but also jumped and competed in horse racing at the same time. Many steeplechase riders later become top dressage riders, but seldom, if ever, had one rider managed to win a dressage championship and a hurdle championship in the same year - something the Major managed! Building the team Following the success of the displays put on by Erdem, the Major began to build a performing Lipizzaner team. These were all stallions who belonged to other riders, pupils of the Major, but who performed together as a team. It was at about this time that the Major met Colonel Hans Handler, at the time the second in command at the Spanish Riding School in Vienna, in Rhodesia, who gave him his first lessons in High School riding and accepted an invitation to visit his school in Johannesburg. His input into putting together the still rather informal displays – both in organising and choreography, was invaluable. This gave the Major the idea of forming a permanent Lipizzaner team for public displays. In 1962 tragedy struck when Erdem broke his leg. They managed to save the horse though, but his performing days were over. He was retired to stud, but sadly sired only two foals before dying of a mysterious illness. The Major did not appear on a Lipizzaner in public for almost two years. Fate intervened. Count Jankovich-Besan’s stud was in financial trouble and the horses needed to be sold or find their way to the butcher. Angela Irvin and her husband Jack, the managing director of National Chemical Products, bought some of the horses and move them from the stud at Mooi River to the NCP farm at Waterkloof, also in Natal. Major Iwanowski was set with the task of finding homes for the other horses. He proposed to the Irvins that all their young colts be sent to his school for training and that they form a team known as the NCP Lipizzaner team to publicise the company’s products, which included horse feed. This was the first step towards realising the Major’s dream of having his own team of dancing white stallions – an ambitious feat as not even in England had a Lipizzaner team been formed. The training of the young stallions progressed. The public flocked to the performances in droves. The shows became more and more spectacular with the riders donning the formal attire and some of the elaborate period dress of past centuries. Side-saddle displays captured the elegance of days gone by and is unique to the SA Lipizzaner show, as in Vienna they only have male riders. Apart from the Major, all the other riders were women. Some of the original riders in the team were Mietie von Hartesveldt, Margie Widman, Ann Sutton, Lynn Jarmen, Gill Meyer, Anne Webb, Ania Glintenkamp, Eva Sydow, Carol Kretszchmar, Maureen Quinn, Helen Dagliesh and Valerie Welsh. Going from strength to strength, the team’s efforts were rewarded when they were invited by Colonel Handler to visit the Spanish Riding School in Vienna. This proved to them that they were on the right track and that the Lipizzaners in South Africa were here to stay. Major Iwanowski celebrated his 100th birthday earlier this year (2007) and the SA Lipizzaners proudly put on a special performance in his honour, with many of the people and riders that were originally involved. As he now lives in Poland, he was unable to attend, but a video of this event was sent to him as a special tribute from the team in SA."

(Der Text lässt sich mit google translater ganz einfach in die Sprache eurer Wahl übersetzen: Google Übersetzer ).

> Kleine Anmerkung hierzu: Bis hierhin habe ich die englischen Originalpassagen aus der Chronik "Africa - 40 years of dreaming" meines Onkels Fernand Francis selbst übersetzt; ein Luxus, auf den ihr vielleicht von nun an verzichten müsstet, falls ich es schaffe, dies an Google und euch Leser:innen abzugeben ... (im Rahmen meines zur Zeit notwendigen Energiemanagements). Oder wir machen zuerst einen Kompromiss: Ich gebe den Originaltext bei google ein und kopiere daraufhin die deutsche Übersetzung hier hinein ;-D.

"The riding school was just behind the Bob Grayston Riding School, on the road to Rivonia. People used to stable their own horses there. I had to get a proper outfit, jodhpurs and a hard riding cap. I remember going there on many week-ends. Once, practising turns by repeatedly trotting in the form of an "8", I fell down on my head, the cap flew off but I was not hurt, I felt such a fool! In the evening, after the horses had been brushed and stabled, we used to sit around for a while for a chat and drinks."

Mitte 1962 begann uncle Fernand, Reitunterricht an der Reitschule von Major George Iwanowski zu nehmen, berühmt für seine Lipizzaner. Die Reitschule lag direkt hinter der Bob Grayston Reitschule, auf der Straße nach Rivonia. Die Leute stellten dort früher ihre eigenen Pferde unter. Fernand Francis musste sich eine richtige Ausrüstung besorgen, Jodhpurhosen und einen festen Reithelm. Er erinnert sich, an vielen Wochenenden dorthin gegangen zu sein. Einmal, als er Wendungen übte, indem er wiederholt in Form einer „8“ trabte, fiel er auf den Kopf, der Helm flog ab, aber er wurde nicht verletzt, er fühlte sich so dumm! Am Abend, nachdem die Pferde geputzt und untergestellt waren, setzten sie sich eine Weile zusammen, um zu plaudern und etwas zu trinken.

"Major Iwanowski's daughter, I think she was called Maria, introduced me to Caroline Albu (born 1943) who was a regular visitor there. I fancied her and invited her out. Thus on a number of occasions we would go out, sometimes to Hillbrow for a coffee and chat, at other times to some other cultural event. The trouble was that Caroline Albu lived with her partners (Sir George Werner Albu, 2nd Baronet) at their country-house in Chartwell, well to the North of Johannesburg. So I had to drive for over an hour every time, to fetch her and bring her back! At that time she was already befriended to a young man who used to rent out his luxury yacht in the Seychelles, Philip G.L. Lorentz (whom she married in 1969). I also remember being invited to attend a party at their home, without partner. There were lots of young people, besides a few illustrious guests, and trays of food were being passed around. I don't remember seeing her after that, except years later by chance in town."

Die Tochter von Major Iwanowski, uncle Fernand glaubt, sie hieß Maria, stellte ihm Caroline Albu (geboren 1943) vor, die dort regelmäßig zu Besuch war. Er mochte sie und führte sie aus. So gingen sie also bei mehreren Gelegenheiten aus, manchmal nach Hillbrow auf einen Kaffee und zum Plaudern, ein anderes Mal zu einer anderen kulturellen Veranstaltung. Das Problem war, dass Caroline Albu mit ihrem Partner (Sir George Werner Albu, 2. Baronet) in ihrem Landhaus in Chartwell lebte, weit nördlich von Johannesburg. Also musste uncle Fernand jedes Mal über eine Stunde fahren, um sie abzuholen und zurückzubringen! Zu dieser Zeit war sie bereits mit einem jungen Mann befreundet, der seine Luxusyacht auf den Seychellen vermietete, Philip G.L. Lorentz (den sie 1969 heiratete). Er erinnert sich auch daran, zu einer Party in ihrem Haus eingeladen worden zu sein, ohne Partner. Es waren viele junge Leute anwesend, neben einigen illustren Gästen, und Tabletts mit Essen wurden herumgereicht. Fernand Francis erinnert sich nicht, sie danach wieder gesehen zu haben, ausser Jahre später zufällig in der Stadt.

"On 19th August, 1962, Father entered Italy via Domodossola, travelling by train.

My brother Henri then residing at Wehntalerstrasse 576 in Zurich-Affoltern married Janey (Maria Magdalena Pia Anna) Schönenberger on 8th October, 1962, at the Zivilamt, Stadthaus Zurich.

On 29th October I flew to Cape Town on Gallery 101 business, to visit Cape artists. I stayed at the Mowbray home of sculptor George Jaholkowski and Virginia Fortescue until Friday, 2nd November.

During 1962, Gallery 101 Johannesburg arranged a further 29 different and exciting exhibitions, including a National Competition entitled "Art and Religion" which was opened on 26th February, the first prize going to Zoltan Borbereki for his "Crucifixion" in fibreglass. See                            Art&Religion_1962.PDF

By the end of 1962, the first floor premises of Gallery 101 were extended by another room.

Our gallery was a "must", very important collectors bought from us and our openings were usually packed and the opening crowds included the best of society of those days. The other top galleries in Johannesburg in those days were the Adler Fielding Galleries and Everard Read Gallery, then in the city centre."

Am 19. August 1962 betrat Opapa Italien über Domodossola, indem er mit dem Zug reiste.

Papa, der damals in der Wehntalerstrasse 576 in Zürich-Affoltern wohnte, heiratete Mama "Janey" (Maria Magdalena Pia Anna) Schönenberger am 8. Oktober 1962 im Zivilamt Stadthaus Zürich.

Am 29. Oktober flog uncle Fernand aus geschäftlichen Gründen der Gallery 101 nach Kapstadt, um dort Künstler zu besuchen. Er übernachtete im Mowbray-Haus des Bildhauers George Jaholkowski und Virginia Fortescue bis Freitag, 2. November.

Im Jahr 1962 organisierte die Gallery 101 in Johannesburg weitere 29 unterschiedliche und spannende Ausstellungen, darunter einen nationalen Wettbewerb mit dem Titel „Kunst und Religion“, der am 26. Februar eröffnet wurde. Den ersten Preis erhielt Zoltan Borbereki für sein Werk „Kreuzigung“ aus Fiberglas. Siehe obigen Link!

Bis Ende 1962 wurden die Räumlichkeiten im ersten Stock der Galerie 101 um einen weiteren Raum erweitert.

Ihre Galerie war ein „Muss“, sehr wichtige Sammler kauften bei ihnen und ihre Eröffnungen waren meist überfüllt - das Eröffnungspublikum gehörte zum besten gesellschaftlichen Kreis jener Zeit. Die anderen Spitzen-Galerien in Johannesburg damals waren die Adler Fielding Galleries und die Everard Read Gallery, damals im Stadtzentrum.




1963-1964
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3.10.  Das Gestern, das heute ist – 1963-1964.
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1963

"In April, 1963, my brother Henri submitted his ETH Thesis for his doctorate. This was later published by Springer in Berlin / Heidelberg, as listed on the web by 2008."

Im April 1963 reichte Papa seine ETH-Dissertation für seine Promotion ein. Diese wurde später von Springer in Berlin / Heidelberg veröffentlicht, wie bis 2008 im Web aufgeführt:

                                           Microsoft Word - Dokument4


"I left the employ of Union Acceptances Ltd., Johannesburg, as at 31st May, 1963, following on discussions I had with their MD Mr H.A. Williams who did not accept my involvement in the RIVELLA Project as one could not give one's full attention to two activities, and thus he asked me firmly to resign.

Over a week-end, I travelled by train to Lourenço Marques and met a number of artists with a view of arranging a large show at Gallery 101 the following year. The introductions were made by Jórge Navarro who was then the editor of "O Século de Johanesburgo". I had no funds so I slept on a narrow wooden bench at the Nucléo de Arte; I remember that I had lunch or supper at the home of the painter Antonio Heleno."

Uncle Fernand verliess die Anstellung bei Union Acceptances Ltd., Johannesburg, per 31. Mai 1963, nachdem er Gespräche mit deren Geschäftsführer Herrn H.A. Williams geführt hatte, der seine Beteiligung am RIVELLA-Projekt nicht akzeptierte, da man nicht gleichzeitig beiden Tätigkeiten volle Aufmerksamkeit schenken könne, und Fernand Francis daher nachdrücklich aufforderte, zurückzutreten.

An einem Wochenende reiste uncle Fernand mit dem Zug nach Lourenço Marques und traf eine Reihe von Künstlern, um eine große Ausstellung in der Galerie 101 für das folgende Jahr zu organisieren. Die Vorstellungen wurden von Jórge Navarro vermittelt, der damals Herausgeber von „O Século de Joanesburgo“ (das Jahrhundert von Johannesburg) war. Er hatte keine finanziellen Mittel, also schlief er auf einer schmalen Holzbank im Núcleo de Arte; er erinnert sich, dass er das Mittag- oder Abendessen im Haus des Malers Antonio Heleno einnahm.

> Núcleo de Arte ist ein Zentrum für Kunst und Kultur in Maputo/Mosambik (in Südostafrika am Indischen Ozean).

 See:                            Maputo nucleo de arte :: mozambiqueexpert



The RIVELLA project in South Africa - Part II


"On 10th July, 1963, I entered into a Memorandum of Agreement ("Basic Understanding and Time Schedule") with Rivella Holding AG and Rivella International AG., as well as a "Manufacturing and Distribution Agreement" between Rivella International AG and myself."
   
Am 10. Juli 1963 schloss uncle Fernand ein Memorandum of Agreement („Grundverständnis und Zeitplan“) mit der Rivella Holding AG und der Rivella International AG ab sowie ein „Herstellungs- und Vertriebsabkommen“ zwischen der Rivella International AG und ihm.     



Rivella Southern Africa, 1963


"On 20th August, 1963, I and Roberth Barth were appointed as first directors of Rivella Southern Africa (Pty) Ltd., which had been incorporated on 6th August, 1963. Rivella Holding AG held 51% of the issued shares, the remainder were held by me except for 2 shares. Kessel, Feinstein, Torch were the auditors."

Am 20. August 1963 wurden Robert Barth und Fernand Francis zu den ersten Direktoren von Rivella Southern Africa (Pty) Ltd. ernannt, die am 6. August 1963 gegründet worden war. Die Rivella Holding AG hielt 51 % der ausgegebenen Aktien, der Rest wurde von uncle Fernand gehalten, mit Ausnahme von 2 Aktien. Kessel, Feinstein, Torch waren die Wirtschaftsprüfer.

"On 16th September, 1963, RIBO Bottling Co. Ltd. was incorporated, the first directors being David E. Cranko, Fernand F. Haenggi and Michael L. Sims. On 1st October, 1963, Wilhelm J. Rousseau (from Reivilo) was appointed a director and D.J. Schutte as his alternate. Its office was at 1505, Rand Central, Jeppe Street." 

Am 16. September 1963 wurde die RIBO Bottling Co. Ltd. gegründet, die ersten Direktoren waren David E. Cranko, Fernand F. Haenggi und Michael L. Sims. Am 1. Oktober 1963 wurde Wilhelm J. Rousseau (aus Reivilo) zum Direktor ernannt und D.J. Schutte zu seinem Stellvertreter. Ihr Büro befand sich in der Rand Central 1505, Jeppe Street.


1963: Fernand Francis Haenggi, Managing Director of Rivella Southern Africa!


"The company entered into a Memorandum of Agreement with Rivella Southern Africa (Pty) Ltd. on 23rd September, 1963, setting out management and technical consultancy terms.

The autorized capital was R400'000; initially only 2000 shares fo 50c were allotted, of which I held 795+1 shares, W.J. Rousseau 400, Michael L. Sims 400, David E. Cranko, 400, the remaining 4 being held nominally. In addition, Rivella Southern Africa (Pty) Ltd. had made an unsecured loan of R912."

Das Unternehmen schloss am 23. September 1963 ein Memorandum of Agreement mit Rivella Southern Africa (Pty) Ltd. ab, in dem die Bedingungen für Management- und technische Beratung festgelegt wurden.

Das genehmigte Kapital betrug R400.000; zunächst wurden nur 2000 Aktien zu 50 Cents ausgegeben, von denen uncle Fernand 795+1 Aktien hielt, W.J. Rousseau 400, Michael L. Sims 400, David E. Cranko 400 und die verbleibenden 4 wurden nominell gehalten. Zusätzlich hatte Rivella Southern Africa (Pty) Ltd. ein ungesichertes Darlehen von R912 gewährt.

"The prospectus was prepared offering the public the possibility of subscribing to shares in RIBO Bottling Co.Ltd. Unfortunately, no underwriter could be found, and the Financial Mail in particular did not recommend that the public should subscribe as the project had not been financially supported by Rivella International Inc., in cash or in guarantees. Thus, instead of the minimum capital required of R250'000 being rased, only R6'500 was received from the public, predominantly from some Indian investors from Johannesburg!

Thus the company had to refund all monies in trust and I was left with a nice loss on this venture, to some lesser extent also my partners! And the option the company held on some good industrial land at Tulsa Park on the way to Alberton fell away."

Der Prospekt wurde erstellt, um der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu bieten, Aktien der RIBO Bottling Co. Ltd. zu zeichnen. Leider konnte kein Anbieter gefunden werden, und insbesondere der Financial Mail empfahl nicht, dass die Öffentlichkeit zeichnet, da das Projekt weder von Rivella International Inc. finanziell unterstützt wurde noch durch bargeldliche Mittel oder Garantien abgesichert war. So wurden statt des erforderlichen Mindestkapitals von R250.000 nur R6.500 von der Öffentlichkeit aufgebracht, überwiegend von einigen indischen Investoren aus Johannesburg!

Daher musste das Unternehmen alle Gelder treuhänderisch zurückzahlen, und uncle Fernand blieb mit einem erheblichen Verlust in diesem Unternehmen zurück, wenn auch in geringerem Masse ebenso seine Partner! Und die Option, die das Unternehmen auf einem guten Industriegelände im Tulsa Park auf dem Weg nach Alberton hielt, verfiel.

"Poor guy!", rufe ich aus - wieder ein Traum meines Onkels Fernand geplatzt! Ich male mir gerade aus, wie es gewesen wäre, wenn das Rivella Southern Africa-Projekt erfolgreich gewesen wäre ... dann wäre unsere Familie Teil eines Imperiums, das, solange es noch Getränke auf dieser Welt gibt, für fast immer ausgesorgt hätte!

See Rivella today:          Geschichte der Rivella AG von 1952 bis heute | Rivella Group


Quizfragen:

1. Wer weiss, wie der Erfinder Robert Barth auf den Namen dieses bahnbrechenden Getränks RIVELLA gekommen ist?
2. In welchem afrikanischen Land ist das Rivella-Projekt auch noch gescheitert?


Jede richtige Antwort, die ihr mir schreibt (Email- oder Postadresse) bekommt einen kleinen Preis ;-D ...

"I now had to look again for a job. One of the interviews I had was with Sydney Press, MD of Edgars Stores, who operated then from a small office in Johannesburg city centre. He was looking for a Private Secretary; I was one of two finalist choices, but I did not get the job as I had disclosed to him that I still had a personal interest in the Rivella Project which I could not abandon. That made it clear for him.

As from 18th November, 1963, I was to work at the City Merchant Bank, Johannesburg. Pending the bank opening for business, I was temporarily attached to the staff of Syfret's Trust Co. Ltd., Johannesburg. My commencing salary was R300 pm.

There are no more entries in my brown registration booklet after 11th April, 1963. The laws for foreigners must have been relaxed by then. 

During the year, I acquired from Eland Estates a large plot adjoining Winsome Valley's property in Riverside Estate, on a deed of sale. I remember spending many a Sunday there, moving stones out of the way to make a possible track for our car.

During 1963, Gallery 101 Johannesburg arranged a further 18 different and exciting exhibitions including another National Competition entitled "Arbeid-Work", won by Julius Sher."

Fernand Francis musste nun wieder nach einem Job suchen. Eines der Vorstellungsgespräche hatte er bei Sydney Press, Geschäftsführer von Edgars Stores, der damals von einem kleinen Büro im Stadtzentrum von Johannesburg aus arbeitete. Er suchte einen Privatsekretär; uncle Fernand war einer von zwei Finalisten, bekam den Job jedoch nicht, da er ihm offenbart hatte, dass er immer noch persönliches Interesse am Rivella-Projekt hatte, das er nicht aufgeben konnte. Das machte es für ihn klar.

Ab dem 18. November 1963 sollte uncle Fernand bei der City Merchant Bank in Johannesburg arbeiten. Bis zur Geschäftseröffnung der Bank war er vorübergehend dem Personal der Syfret's Trust Co. Ltd., Johannesburg, zugeordnet. Sein Einstiegsgehalt betrug 300 R pro Monat.

Nach dem 11. April 1963 gibt es keine Einträge mehr in seinem braunen Registrierungsheft. Die Gesetze für Ausländer müssen bis dahin gelockert worden sein.

Im Laufe des Jahres erwarb uncle Fernand von Eland Estates ein grosses Grundstück, das an das Anwesen von Winsome Valley im Riverside Estate angrenzt, über einen Kaufvertrag. Er erinnert sich, viele Sonntage dort verbracht zu haben, Steine aus dem Weg zu räumen, um eine mögliche Fahrspur für ihr Auto zu schaffen.

Im Jahr 1963 organisierte die Gallery 101 in Johannesburg weitere 18 verschiedene und spannende Ausstellungen, darunter einen weiteren Nationalwettbewerb mit dem Titel "Arbeid-Work", der von Julius Sher gewonnen wurde.

See                                                           Arbeid-Work.PDF


1964
 

"Father left Johannesburg on 8th April, 1964, and registered at the Swiss Consulate in Napoli on 11th May, his pass being renewed on 14th May for another three years.

On 29th April, 1964, he wrote from Massofra, Italy, mentioning that he would be registering for AHV purposes with the Swiss Consolate in Italy, but that from the point of view of the Italians, his legal domicile was still Johannesburg. There were still problems with the Receiver of Revenue in Johannesburg concerning additional tax claimed on his bonus of 400 Pounds he had received from SA Breweries as at 30th June, 1961, which he hoped could be settled, as he was hoping to be able to return to Johannesburg to look after the Whitbread Brewery project in which Heineken were also involved, and which seemed to be slow in coming to a final stage. He was glad he had his present work, otherwise he would have died of hunger long ago ("Wenn ich auf Whitbread hätte warten müssen, so wäre ich schon lange verhungert..."). He also mentioned that he had not been back to Switzerland since last Christmas, he was well, but worked very long hours (setting up the Dreher Brewery)."

Opapa verliess Johannesburg am 8. April 1964 und meldete sich am 11. Mai beim Schweizer Konsulat in Neapel an, wobei sein Pass am 14. Mai für weitere drei Jahre erneuert wurde.

Am 29. April 1964 schrieb er aus Massofra, Italien, in dem er erwähnte, dass er sich für AHV-Zwecke beim Schweizer Konsulat in Italien registrieren lassen würde, dass nach italienischer Auffassung sein rechtlicher Wohnsitz jedoch weiterhin Johannesburg sei. Es gab noch Probleme mit dem Finanzamt in Johannesburg in Bezug auf zusätzliche Steuerforderungen für seinen Bonus von 400 Pfund, den er von SA Breweries zum 30. Juni 1961 erhalten hatte, die hoffentlich geklärt werden könnten, da er hoffte, nach Johannesburg zurückkehren zu können, um sich um das Whitbread-Brauerei-Projekt zu kümmern, an dem auch Heineken beteiligt war und das offenbar nur langsam zur endgültigen Umsetzung gelangte. Er war froh über seine derzeitige Arbeit, sonst wäre er längst verhungert ("Wenn ich auf Whitbread hätte warten müssen, so wäre ich schon lange verhungert..."). Er erwähnte zudem, dass er seit dem letzten Weihnachten nicht mehr in die Schweiz zurückgekehrt sei, dass es ihm gut gehe, aber er sehr lange Arbeitsstunden habe (beim Aufbau der Dreher-Brauerei).

"On 1st May, 1964, I wrote to Father in Massafra-Taranto, giving interesting news on changes happening in Johannesburg. He replied on 26th July, mentioning that on 22nd July, he had produced his first brew and that there was enough work on hand till the end of the year. He still hoped that he would be able to work for Heineken in Johannesburg, though the Project Planning had already nearly been completed, which had not been the case for Mussafra. He also sent us some photographs of the brewery building as at July, 1964."

Am 1. Mai 1964 schrieb uncle Fernand Opapa, der in Massafra-Taranto arbeitete und berichtete über interessante Neuigkeiten zu den Veränderungen in Johannesburg. Opapa antwortete am 26. Juli und erwähnte, dass er am 22. Juli sein erstes Bier gebraut habe und dass bis zum Jahresende genügend Arbeit vorhanden sei. Er hoffte immer noch, dass er für Heineken in Johannesburg arbeiten könne, obwohl die Projektplanung dort bereits nahezu abgeschlossen war, was in Mussafra nicht der Fall gewesen sei. Ausserdem schickte er ihnen einige Fotos vom Brauereigebäude im Juli 1964.

"Sometimes during the year, I joined a riding school below the Boschkop ridge towards the NW, Boskruin off Muldersdrift Road. I have forgotten what the riding centre was called. I often went there over week-ends. I met a girl who had her own horse stabled at that riding school; she lived in Berea and we became close friends. we used to do long rides towards the North; I remember once galloping over a field not being able to control the horse; slowly but surely I was sliding down on the left sid of the horse, one foot stuck in my stirrup. I don't know how I survived that, somehow I could push myself off the horse and fall down to the ground, with a few bruises. One day in town she told me she wanted to introduce me to her parents in Natal, I got such a shock that I refused and she cried, but I never saw her again, shame! I was definitely not ready for marriage. That was also the end of my horse riding, for a few years (the third time I would probably be unlucky)!"

Irgendwann im Laufe des Jahres besuchte uncle Fernand eine Reitschule unterhalb des Boschkop-Grates in Richtung NW, Boskruin bei der Muldersdrift Road. Er habe vergessen, wie das Reitzentrum hiess. Oft ging er dort am Wochenende hin. Er traf ein Mädchen, das ihr eigenes Pferd in dieser Reitschule untergebracht hatte; sie lebte in Berea, und sie wurden enge Freunde. Sie unternahmen lange Ausritte in Richtung Norden; uncle Fernand erinnert sich, dass er einmal über ein Feld galoppierte und das Pferd nicht kontrollieren konnte; langsam, aber sicher rutschte er auf der linken Seite des Pferdes herunter, ein Fuss steckte in seinem Steigbügel fest. Er weiss nicht, wie er das überlebt habe, irgendwie konnte er sich vom Pferd abdrücken und zu Boden fallen, mit ein paar Prellungen. Eines Tages in der Stadt sagte sie uncle Fernand, dass sie ihn ihren Eltern in Natal vorstellen wollte. Er bekam einen solchen Schock, dass er ablehnte, und sie weinte, aber er habe sie nie wieder gesehen, schade! Er war definitiv nicht bereit für die Ehe. Das war auch das Ende seines Reitens für ein paar Jahre (beim dritten Mal hätte er wahrscheinlich Unglück gehabt!).

"Between 27th September and 16th October, 1964, Father  went on a holiday to Korfu, according to pass entries.

On 15th December, 1964, City Merchant Bank Ltd increased my salary from 1st of next month to R320 pm. I worked as an Investment Analyst (with own clients' portfolios). However, every lunch-time, every evening until late, and every week-end. I would work part-time at Gallery 101, unbeknown to management at the City Merchant Bank. With time, I stretched my lunch-break more and more, at both end. I also remember that every morning there would be a meeting of the staff lead by the bank's economist and the Manager of the Investment Department. Most boring that was, all the blah-blah! I really did not enjoy working there any longer." 

Zwischen dem 27. September und dem 16. Oktober 1964 machte Opapa laut Passaufzeichnungen Urlaub auf Korfu.

Am 15. Dezember 1964 erhöhte die City Merchant Bank Ltd. uncle Fernand's Gehalt ab dem ersten des nächsten Monats auf R320 pro Monat. Er arbeitete als Investmentanalyst (mit den Portfolios eigener Kunden). Doch jeden Mittag, jeden Abend bis spät und jedes Wochenende arbeitete er nebenbei in der Galerie 101, ohne dass die Leitung der City Merchant Bank davon wusste. Mit der Zeit dehnte er seine Mittagspause immer mehr aus, an beiden Enden. Er erinnert sich auch, dass jeden Morgen ein Treffen des Personals stattfand, geleitet vom Bankökonom und dem Leiter der Investmentabteilung. Am langweiligsten war das ganze Geschwafel! Er hatte wirklich keine Freude mehr daran, dort zu arbeiten. 

"I supplemented my income with share dealings through my personal stock broker, under a pseudonym. I always had up to 10 shares that I was watching and/or investing in. Of course, this was not quite kosher.

I acquired on deed of sale a large undeveloped property of 11 acres being Rietfontein 33, mid-may between Fourways north of Bryanston and Rivonia, with an undisturbed view to the Magaliesberg range in the distance. On the property was the foundation of a stone structure from long ago, a semi-circle with, on the higher point, a large stone that looked like a throne. Whenever I was on that particular spot, I felt strange vibes. But this being the best place to build my dream house, first had to find out the problem. I called in an Afrikaans waterdiviner, Mr Viljoen, who with both wooden rods and metal rods criss-crossed the spot and marked the flow off the disturbance which for him was the flow of water. He even worked out at what depth it ran. I did not believe him until I had tested this myself. Lo' and behold, it worked very well with me, and I believed him. I got Michael Sunton to prepare drawings, the house to be built in such a way that paintings and sculptures could be seen at best.

We often visited Gordon Vorster on the Juskei/Crocodile river junction near Lanseria - it was such a beautiful place, and there were always many friends of his there such as Emil Nofal, Jans Rautenbach, Len Lindeque et al.

During 1964, Gallery 101 Johannesburg arranged a further 22 different and exciting exhibiton, including a large show by 10 artists from Moçambique. I had visited them in Lourenço Marques in 1963."

Uncle Fernand ergänzte sein Einkommen durch Aktiengeschäfte über seinen persönlichen Börsenmakler, unter einem Pseudonym. Er hatte immer bis zu 10 Aktien, die er beobachtete und/oder in die er investierte. Natürlich war das nicht ganz legal.

Er erwarb per Kaufvertrag ein grosses unbebautes Grundstück von 11 Acres, Rietfontein 33, Mitte Mai, zwischen Fourways nördlich von Bryanston und Rivonia, mit ungestörter Sicht auf das entfernte Magaliesberg-Gebirge. Auf dem Grundstück befand sich das Fundament eines steinernen Bauwerks aus längst vergangener Zeit, ein Halbkreis mit an der höchsten Stelle grossen Stein, der wie ein Thron aussah.

Immer wenn Fernand Francis an dieser bestimmten Stelle war, fühlte er seltsame Schwingungen. Aber da dies der beste Ort war, um sein Traumhaus zu bauen, musste er zunächst das Problem herausfinden. Er rief einen afrikanischen Wassersucher, Herrn Viljoen, herbei, der mit sowohl Holz- als auch Metallstäben die Stelle kreuz und quer absuchte und den Fluss der Störung markierte, der für ihn der Wasserfluss war. Er ermittelte sogar, in welcher Tiefe es verlief. Uncle Fernand glaubte ihm nicht, bis er es selbst ausprobiert hatte. Siehe da, es funktionierte sehr gut für ihn, und er glaubte ihm. Er liess Michael Sunton Pläne erstellen, das Haus sollte so gebaut werden, dass Gemälde und Skulpturen optimal gesehen werden konnten.


Uncle Fernand's Traum von seinem Haus auf dem Grundstück in Rietfontein, 33, Johannesburg.

 

Bauplan "cottage" ...


Sie besuchten oft Gordon Vorster an der Mündung des Juskei/Crocodile-Flusses in der Nähe von Lanseria - es war ein so schöner Ort, und es waren immer viele seiner Freunde dort, wie Emil Nofal, Jans Rautenbach, Len Lindeque und andere.

Im Jahr 1964 organisierte die Galerie 101 in Johannesburg weitere 22 verschiedene und spannende Ausstellungen, darunter eine grosse Schau von 10 Künstlern aus Mosambik. Uncle Fernand hatte sie 1963 in Lourenço Marques besucht.


       
                   












 

1965-1966
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3.11.  Das Gestern, das heute ist – 1965-1966.
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1965

"Sometimes during beginning of the year, Gallery 101 had provided all the paintings for a show-house in the Randburg area which was being sold by Mrs. Gyaros. Her assistant was Liz Raymond, and as I fancied her, I arranged for us to meet over coffee. This was the beginning of a special part in my life then!"

Irgendwann zu Beginn des Jahres hatte die Galerie 101 alle Gemälde für ein Ausstellungshaus im Randburg-Gebiet bereitgestellt, das von Frau Gyaros verkauft wurde. Ihre Assistentin war Liz Raymond, und da uncle Fernand sie mochte, arrangierte er ein Treffen bei einer Tasse Kaffee. Dies war damals der Beginn eines besonderen Abschnitts in seinem Leben!

"By March, 1965, Michael Sutton had completed the architectural drawings for Rietfontein. However nothing was to come out of this, as I had met Liz Raymond to whom I would become engaged in due course. She got me to leave my parents and move to my own flat at 1302, Blauwberg, Kapteijn Street, Hilbrow. (I stayed at this flat, first as a bachelor, then a married man, until 30th May, 1971).

However, my Mother now demanded from me all monies I owed her, so I was forced to sell the property Rietfontein 33, for which I got about R4'000 to pay her back (a Google search in 2008 showed that this became the "Rietfontein Nature Reserve"!).

Every year I visited the Rand Easter Show which was then still at Milner Park Johannesburg (after 1984 Milner Park became the University of the Witwatersrand West Campus)."

Bis März 1965 hatte Michael Sutton die architektonischen Zeichnungen für Rietfontein fertiggestellt. Daraus sollte jedoch nichts werden, da uncle Fernand Liz Raymond getroffen hatte, mit der er nach und nach verlobt sein würde. Sie brachte ihn dazu, seine Eltern zu verlassen und in seine eigene Wohnung in der Kapteijn Street 1302, Blauwberg, Hillbrow, zu ziehen. (In dieser Wohnung blieb er zunächst als Junggeselle, dann als verheirateter Mann, bis zum 30. Mai 1971).

Omama verlangte jedoch nun von Fernand Francis, dass er ihr all das Geld zurückzahlte, das er ihr schuldete, sodass er gezwungen war, das Grundstück Rietfontein 33 zu verkaufen, wofür er etwa 4'000 Rand bekam, um es ihr zurückzuzahlen (eine Google-Suche im Jahr 2008 zeigte, dass daraus das „Rietfontein Nature Reserve“ wurde!).

Jedes Jahr besuchte Fernand Francis die Rand Easter Show, die damals noch im Milner Park in Johannesburg stattfand (nach 1984 wurde der Milner Park zum West-Campus der Universität von Witwatersrand).

"On 22nd May, 1965, Father wrote that Henri had joined the Schmidheiny Group in Switzerland and that he hoped to move to Johannesburg end of the year. Henri in fact worked at the Technical Centre and Cement Factory, Holderbank ("Bearbeitung von betriebstechnischen Problemlösungen") April to mid-December, 1965."

Am 22. Mai 1965 schrieb Opapa, dass Papa der Schmidheiny-Gruppe in der Schweiz beigetreten sei und dass er hoffte, Ende des Jahres nach Johannesburg zu ziehen. Tatsächlich arbeitete Papa von April bis Mitte Dezember 1965 im Technischen Zentrum und in der Zementfabrik Holderbank („Bearbeitung von betriebstechnischen Problemlösungen“).

"On 30th June, 1965, Father wrote that the new brewery had been officially opened by the Minister of Finance and the Bishop.

He sent some images of the Brew House (Sudhaus) with a nice mosaic weighing 5000 kg, visible from the road, which he had so affix and mount as the artist had forgotten to provide the necessary support. He also mentioned that he still had to keep a special diet (he had diabetes). He also was not comprehending Henri's decision to start his career in the cement industry and did not think that one needed to be "Dr Ing." for such a position, Henri having been strongly science-orientated!"

Am 30. Juni 1965 schrieb Opapa, dass die neue Brauerei offiziell vom Finanzminister und dem Bischof eröffnet worden sei.


Opapa (links) an der offiziellen Eröffnung von Birra Dreher in Massafra im Juni 1965, erstmals mit dicker Brille ... in der Mitte der Bischof; rechts der Finanzminister.


Er schickte einige Bilder des Brauhauses mit einem schönen Mosaik von 5000 kg, das von der Strasse aus sichtbar ist, das er so anbringen und befestigen musste, da der Künstler vergessen hatte, die notwendige Unterstützung zu montieren. Er erwähnte auch, dass er weiterhin eine spezielle Diät einhalten müsse (er hatte Diabetes). Ausserdem konnte er Papas Entscheidung, seine Karriere in der Zementindustrie zu beginnen, nicht nachvollziehen und glaubte nicht, dass man für eine solche Position "Dr. Ing." sein müsse, da Papa doch stark naturwissenschaftlich orientiert war!

"The activities of Gallery 101 expanded at such a rate that by September 1965 a ground floor and basement gallery were added, designed by Lionel Crawford, presenting specifically fine crafts.

On 9th September, 1965, Father enquired from Massafra what had happened to the loans he had made in 1961 when Gallery 101 was opened."

Die Aktivitäten der Galerie 101 expandierten in einem solchen Tempo, dass bis September 1965 eine Galerie im Erdgeschoss und Untergeschoss hinzugefügt wurden, entworfen von Lionel Crawford; speziell feines Kunsthandwerk wurde dort präsentiert.

Am 9. September 1965 erkundigte sich Opapa aus Massafra, was mit den Darlehen geschehen sei, die er 1961 getätigt hatte, als die Galerie 101 eröffnet wurde.

"On 28th September, 1965, he reported he had been on a 10-days holiday stay on Ischia near Napoli. Due to social problems and continuous strikes in all branches of industry in Italy and the strong orientation towards the political left, two proposed brewery projects in Southern Italy had been shelved, one a German project, another an American project. He would in any event stay at Massafra till the end of 1965, possibly till the 1966 summer season, and await further developments, it was better to have work than none at all. He was well introduced and his work was appreciated. He also mentioned Henri hoped to come to South Africa at the beginning of 1966, for 1-1.5 years, as a new cement factory was in the planning."

Am 28. September 1965 berichtete Opapa, dass er sich auf einem 10-tägigen Urlaub auf Ischia in der Nähe von Neapel aufgehalten habe. Aufgrund sozialer Probleme und ständiger Streiks in allen Industriezweigen Italiens sowie der starken Ausrichtung auf die politische Linke waren zwei geplante Brauereiprojekte im Süden Italiens auf Eis gelegt worden, eines ein deutsches Projekt, das andere ein amerikanisches Projekt. Er würde auf jeden Fall bis Ende 1965 in Massafra bleiben, möglicherweise bis zur Sommersaison 1966, und die weiteren Entwicklungen abwarten, da es besser sei, Arbeit zu haben als keine. Er war gut einbezogen und seine Arbeit wurde geschätzt. Er erwähnte auch, dass Papa hoffte, Anfang 1966 nach Südafrika zu kommen, für 1–1,5 Jahre, da eine neue Zementfabrik geplant war.

"On 26th November, 1965, Father wrote that Henri would be leaving for Johannesburg on 17th/19th December, together with wife and son, and he suggested they all meet at Rome on 17th/18th December. He was still waiting for an answer after two weeks. Father now intended staying at Massafra till autumn 1966, as he had to hand over the Brewery to the new Head Brewer and the new Technical Director before he could or had to leave.

There was a possibility of his taking over a building project for a new brewery in Spain (Barcelona) which would ensure work for another two years, till autumn 1967, and which would probably be the last brewery in his life. He also hoped that Mother was investing into a savings account the monies from the AHV and his monthly transfers from abroad!"

Am 26. November 1965 schrieb Opapa, dass Papa am 17./19. Dezember nach Johannesburg abreisen würde, zusammen mit Mama und klein Fernand (zweijährig), und er schlug vor, dass sie sich alle am 17./18. Dezember in Rom treffen. Nach zwei Wochen wartete er immer noch auf eine Antwort. Opapa hatte nun vor, bis zum Herbst 1966 in Massafra zu bleiben, da er die Brauerei an den neuen Braumeister und den neuen Technischen Direktor übergeben musste, bevor er gehen konnte oder musste.

Es bestand die Möglichkeit, dass er die Leitung eines Bauprojekts für eine neue Brauerei in Spanien (Barcelona) übernimmt, was Arbeit für weitere zwei Jahre bis zum Herbst 1967 sichern würde und wahrscheinlich die letzte Brauerei in seinem Leben sein würde. Er hoffte auch, dass Omama das Geld aus der AHV und seine monatlichen Überweisungen aus dem Ausland auf ein Sparkonto anlegte.

"On 15th December, 1965, Henri, Janey and Fernand flew with a Swissair Caravelle from Zurich to Rome, looked around Rome with our Father, and left with an Alitalia DC-8 for Johannesburg (according to Henri's data, they stayed with us at Majorca Court until March, 1966, though I have absolutely no recollection of this!)."

Am 15. Dezember 1965 flogen Papa, Mama und mein Bruder Fernand mit einer Swissair Caravelle von Zürich nach Rom, besichtigten Rom mit Opapa und flogen dann mit einer Alitalia DC-8 nach Johannesburg (laut Papas Angaben blieben sie bis März 1966 bei ihnen im Majorca Court, obwohl uncle Fernand sich überhaupt nicht daran erinnern kann!).

"I left the employ of City Merchant Bank Ltd., Johannesburg, per 31st December, 1965.

During the year, I sold at a small profit my property held under deed of sale in Riverside Estate since 1963.

Having spent a few days at Gallery 101 full-time, during my holidays, helped me to make up my mind as to what my next job would be. Mother was dead against my working full-time in the gallery, saying this was not the place for a man, I could never live from it. But I loved the environment, the hubbub and to meet the artists and clients, so she could not change my mind, and I was to start the following month."

Uncle Fernand beendete seine Beschäftigung bei der City Merchant Bank Ltd., Johannesburg, per 31. Dezember 1965.

Im Laufe des Jahres verkaufte er sein seit 1963 im Riverside Estate befindliches Eigentum, das er gemäss Kaufvertrag besass, mit kleinem Gewinn.

Ein paar Tage Vollzeit in der Gallery 101 während seines Urlaubs zu arbeiten, half ihm dabei, sich zu entscheiden, welchen Job er als Nächstes antreten würde. Omama war strikt dagegen, dass er Vollzeit in der Galerie arbeite; sie sagte, das sei kein Platz für einen Mann, davon könne er niemals leben. Aber uncle Fernand liebte die Atmosphäre, das Treiben und den Kontakt mit den Künstlern und Kunden, daher konnte sie seine Meinung nicht ändern, und so sollte er im folgenden Monat anfangen.

"During 1965, Gallery 101 Johannesburg arranged a further 24 different and exciting exhibitions, including one by Kenneth Bakker whom I had visited at his home some time before and a very favourite artist of mine, Judith Mason.

Gordon Vorster often held a braai on his beautiful property on the Juskei River, the popular Lieberstein wine flowing freely. We saw him many a week-end during the many years we handled his work - Gordon Vorster's shows were usually well attended and sell-out exhibitions."

Im Jahr 1965 organisierte die Galerie 101 in Johannesburg weitere 24 verschiedene und spannende Ausstellungen, darunter eine von Kenneth Bakker, den uncle Fernand einige Zeit zuvor in seinem Zuhause besucht hatte sowie eine seiner sehr geschätzten Künstlerinnen, Judith Mason.

Gordon Vorster veranstaltete oft ein Grillfest auf seinem schönen Anwesen am Fluss Juskei, wobei der beliebte Lieberstein-Wein grosszügig floss. Sie sahen ihn an vielen Wochenenden während der vielen Jahre, in denen sie mit seinen Arbeiten zu tun hatten - Gordon Vorsters Ausstellungen waren in der Regel gut besucht und ausverkauft.


1965, Galerie 101 mit grossem Erfolg. 



Onkel Fernand Francis am Crocodile River unterhalb des Anwesens von Gordon Vorster, im Februar 1965.


1966

Gallery 101 - a full-time activity

BJ Vorster was Prime Minister from 1966-1978, H Verwoerd having been stabbed to death in the House of Assembly in 1966.

During Vorster's term, legislation was introduced underpinning the policy of Apartheid, at the same time opening a dialogue with black African states.

"From 1st January, 1966 I worked full-time at Gallery 101, Rand Central, at 165 Jeppe Street, Johannesburg (I was the Managing Director and owned 50% of the business).

From 1st January till 31st March 1966, Henri worked at the H/Office of Anglo Alpha Cement Ltd., Johannesburg (preparatory work for the project of a new cement factory in Dudley).

On 15th January, 1966, Father enquired from Massafra what impression Mother and I had from the daughter-in-law. He also said: "Der kleine Fernand ist ja sehr nett und scheint intelligent zu sein, aber in diesem Alter sind alle Kinder lieb und nett!" He also mentioned that he had met his class comrades from the gymnasium in Zurich, a few had died, all others had already been on pension for two or three years and looked older than he did, some even had quite a belly!

He also visited Alfred Schiesser, my god-father, in Solothurn who lived in a nice house and whose sister and brother-in-law Villa were also there.

He also mentioned that due to the exceptional cold he had slipped on the frozen ground and was now sore in his hip and knee bone as well as the toes. He had not heard further about the Barcelona project, but he could in any case stay in Massafra until autumn, and if nothing further materialised, he would return to Johannesburg."

Galerie 101 - eine Vollzeitbeschäftigung

BJ Vorster war von 1966 bis 1978 Premierminister, nachdem H. Verwoerd 1966 im Abgeordnetenhaus erstochen worden war.

Während Vorsters Amtszeit wurde die Gesetzgebung eingeführt, die die Politik der Apartheid unterstützte, gleichzeitig aber einen Dialog mit schwarzen afrikanischen Staaten eröffnete.

Ab dem 1. Januar 1966 arbeitete uncle Fernand Vollzeit in der Galerie 101, Rand Central, in der Jeppe Street 165, Johannesburg (er war Geschäftsführer und besass 50 % des Unternehmens).

Vom 1. Januar bis zum 31. März 1966 arbeitete Papa im Hauptbüro von Anglo Alpha Cement Ltd., Johannesburg (Vorbereitungsarbeiten für das Projekt einer neuen Zementfabrik in Dudley).

Am 15. Januar 1966 erkundigte sich Opapa in Massafra, welchen Eindruck Omama und uncle Fernand von der Schwiegertochter (meiner Mama) hatten. Er sagte auch: „Der kleine Fernand ist ja sehr nett und scheint intelligent zu sein, aber in diesem Alter sind alle Kinder lieb und nett!“ Er erwähnte ausserdem, dass er seine Klassenkameraden vom Gymnasium in Zürich getroffen habe, einige seien gestorben, alle anderen seien schon seit zwei oder drei Jahren pensioniert und sahen älter aus als er selbst, einige hätten sogar einen ziemlichen Bauch!

Er besuchte auch Alfred Schiesser, uncle Fernands Paten, in Solothurn, der in einem schönen Haus wohnte und dessen Schwester und Schwager Villa ebenso da waren.

Er erwähnte ausserdem, dass er aufgrund der aussergewöhnlichen Kälte auf dem gefrorenen Boden ausgerutscht sei und nun Schmerzen in Hüfte und Knie sowie in den Zehen habe. Weiteres vom Barcelona-Projekt habe er nicht gehört, aber er könne auf jeden Fall bis zum Herbst in Massafra bleiben, und falls sich nichts weiter ergeben sollte, würde er nach Johannesburg zurückkehren.

"Shell was building a large oil refinery in Taranto, and as he got to know the director of the Italian firm responsible for its assembly, he was pondering the possibility of changing in autumn from the field of beer to oil/petrol!

On 16th February, 1966, Father wrote that in the Brewery News he had read that a new brewery would be built in Omaruru, South West Africa, for about 500'000 Pound, by a firm in Hamburg, and he asked me to do some investigations. He also mentioned that he was still driving with his SA driver's licence from 22nd March, 1954!

Early March, 1966, I twice flew to Windhoek to attend the opening of two exhibitions we had organised through Gallery 101, Johannesburg, at the Association of Arts Gallery, Windhoek. The first exhibition opening was on 7th March, 1966 (Gordon Vorster) and the second was on 21st March, 1966 (Walter Battiss). I remember the impressive approach through the hills outside Windhoek, staying in a hotel in the city centre, visiting Olga Levinson in her castle (Heynitzburg) and seeing her collection.

I also remember Adolph Jentsch at the opening, shrugging his shoulders when I asked him what he thought about the landscape paintings of Gorden Vorster!"

Shell baute eine grosse Ölraffinerie in Taranto, und während Opapa den Direktor der italienischen Firma kennenlernte, die für den Aufbau verantwortlich war, dachte er darüber nach, im Herbst vom Bier- zum Öl-/Benzinbereich zu wechseln!

Am 16. Februar 1966 schrieb Opapa, dass er in der Brewery News gelesen hatte, dass in Omaruru, Südwestafrika, eine neue Brauerei für etwa 500.000 Pfund von einer Firma in Hamburg gebaut werden sollte, und er bat Fernand Francis, einige Nachforschungen anzustellen. Er erwähnte auch, dass er immer noch mit seinem südafrikanischen Führerschein vom 22. März 1954 fuhr!

Anfang März 1966 flog uncle Fernand zweimal nach Windhoek, um die Eröffnung von zwei Ausstellungen zu besuchen, die sie über die Gallery 101 in Johannesburg in der Association of Arts Gallery in Windhoek organisiert hatten. Die erste Ausstellungseröffnung war am 7. März 1966 (Gordon Vorster) und die zweite am 21. März 1966 (Walter Battiss). Er erinnert sich an die beeindruckende Auffahrt durch die Hügel ausserhalb von Windhoek, an seinen Aufenthalt in einem Hotel im Stadtzentrum, den Besuch bei Olga Levinson in ihrem Schloss (Heynitzburg) und an das Betrachten ihrer Sammlung.

Fernand Francis erinnert sich auch an Adolph Jentsch bei der Eröffnung, wie er mit den Schultern zuckte, als er ihn fragte, was er von den Landschaftsbildern von Gordon Vorster hielt!

"On 22nd March, 1966, in response to my news from 18th February, Father set out a detailed list of problems he had had about Henri's handling of finances or commitments. He also reported that he had been in touch with the people in Hamburg about the brewery project in Omaruru. As to the American project he had not had further details, he probably was too old for them. He would be staying in Massafra over the summer, then would see if he had any other chances, which he realised, was not going to be easy, otherwise he would be going back to Johannesburg.

Sometimes after March 1966, the company "Ribo Bottling Company Ltd" was wound up.

In April, while visiting Esias Bosch in White River to discuss his forthcoming exhibition in June and to collect some of his stoneware pieces, his neighbours the artists Zakkie Eloff and wife Renée van Zyl, popped in."

Am 22. März 1966, als Reaktion auf Fernand Francis' Nachricht vom 18. Februar, legte Opapa eine detaillierte Liste der Probleme vor, die er mit Papas Umgang mit Finanzen oder Verpflichtungen gehabt hatte. Er berichtete auch, dass er mit den Leuten in Hamburg wegen des Brauerei-Projekts in Omaruru in Kontakt gewesen sei. Bezüglich des amerikanischen Projekts habe er keine weiteren Details erhalten, wahrscheinlich sei er dafür zu alt. Er würde den Sommer über in Massafra bleiben und dann sehen, ob er noch andere Chancen habe, da ihm bewusst war, dass es nicht einfach werde; ansonsten würde er nach Johannesburg zurückkehren.

Irgendwann im März 1966 wurde die Firma "Ribo Bottling Company Ltd" aufgelöst.

Im April, während uncle Fernand Esias Bosch in White River besuchte, um seine bevorstehende Ausstellung im Juni zu besprechen und einige seiner Steinzeugwerke abzuholen, schauten seine Nachbarn, die Künstler Zakkie Eloff und seine Frau Renée van Zyl, vorbei."

"From 1st April, 1966, Henri and family lived in Lichtenburg in a rented house, as Henri was now involved as Electrical Engineer responsible for the electrical and other technical installations in Anglo Alpha's new building project in Dudfield.
Jeneva Mabote joined their family as a maid (she stayed with them until 1978).

On a day between 18th and 23rd April, 1966, Caroline whom I did not know yet, went to a concert by not so young Marlene Dietrich at the Civic Theatre, Johannesburg, with her friend at that time."

Ab dem 1. April 1966 lebten Papa, Mama und mein Bruder Fernand in Lichtenburg in einem gemieteten Haus, da Papa nun als Elektroingenieur für die elektrischen und anderen technischen Einrichtungen im neuen Bauprojekt von Anglo Alpha in Dudfield verantwortlich war.
Jeneva Mabote trat als Dienstmädchen in unsere Familie ein (sie blieb bis 1978 bei uns).

An einem Tag zwischen dem 18. und 23. April 1966 besuchte Caroline, die uncle Fernand zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte, mit ihrer damaligen Freundin ein Konzert der nicht mehr ganz jungen Marlene Dietrich im Civic Theatre in Johannesburg.

"On 22nd April, 1966, Father mentioned that nothing was going to happen in connection with the project in Barcelona. He added the symbol (= 0.-) which meant there would be no more income for him. He also sent a small photo of himself, aksing that I purchase a small bottle of "Muguet Caron" and give it to Mother on the 1st May, together with the photo. This tradition I remember was always kept in our family, already in my childhood in Basel, either a bouquet of lilies of the valley or the equivalent perfume!"

Am 22. April 1966 erwähnte Opapa, dass in Verbindung mit dem Projekt in Barcelona nichts passieren werde. Er fügte das Symbol (= 0.-) hinzu, was bedeutete, dass es für ihn kein weiteres Einkommen geben würde. Er schickte auch ein kleines Foto von sich und bat uncle Fernand, eine kleine Flasche „Muguet Caron“ zu kaufen und sie zusammen mit dem Foto am 1. Mai Omama zu geben. Diese Tradition, an die er sich erinnert, wurde in ihrer Familie immer gepflegt, schon in seiner Kindheit in Basel, entweder mit einem Strauss Maiglöckchen oder mit dem entsprechenden Parfüm!

Auch ich habe diesen süssen, blumigen Duft eines Frühlingstages als Kind schon früh an Omama geschnuppert - ihr Parfum aus Maiglöckchen hat mich seither immer an sie erinnert. In der Schweiz habe ich mich im Teenageralter auf die Suche nach diesem speziellen Duft gemacht und wurde per Zufall auf einem Markt fündig, als mein schweifender Blick an einem Stand mit Fläschchen, die ein Maiglöckchen-Etikett trugen, haften blieb ... (damals wusste ich noch nicht, woher Opapa das Parfüm für Omama organisierte, egal, wo er sich gerade auf der Erdkugel befand. Dank Onkel Fernand weiss ich nun, dass es aus dem Hause Caron in Paris stammt, das immer noch diesen Duft herstellt und verkauft). Ich habe mir ein Muster des "Muguet-Caron" aus Paris schicken lassen, um zu sehen, ob es demjenigen Duft aus der Kindheit entspricht. Leider nicht ganz, und so bleibe ich meinem eigenen "Lily of the Valley" Eau de Parfum von L'Erbolario weiterhin treu, das in Italien vegan, ohne Parabene, Silikone und Mineralöle hergestellt wird. Vielleicht hat das Haus Caron seine Rezeptur von damals inzwischen etwas verändert ... so oder so bin ich sehr happy, diese Essenz zu tragen, auch, weil es mich an die romantische Liebeserklärung Opapas an seine Gattin erinnert. Insbesondere, da er kein Mann der grossen Worte war und Omama nicht sehr liebevoll mit ihm umgegangen ist.

So wird der Duft heute angepriesen:

"In 1952, the House of CARON had the idea of capturing the scent of a sunny day. This 1st of May, it is launching a soliflore fragrance inspired by the tender, delicate scent of lily of the valley. A perfect gift for Parisians staying in the city. This treasure inspired our in-House perfumer who has perpetuated the tradition and composed a light and joyful interpretation of Muguet du Bonheur.
The fragrance opens with bright, sparkling citrus notes. Bergamot, mandarin and lime essences. Then comes a larger-than-life pear. Crisp and sweet. Highlighted by a note of watermelon. The fruit's botanical facet marries with the fresh, delicate notes of lily of the valley, recreated with rose essence from a For Life-certified source. Cedar, moss and patchouli create a wood scent with a certain Parisian elegance.

Gifting a lily of the valley on the 1st of May brings good luck to its recipient. In 1561, Charles IX was the first to offer the ladies of the court a sprig of this flower, brought from Italy, as a gesture of good luck. Long confined to the aristocracy, this custom became popular in the early 1900s."

Carefree, joyful, candid, radiant. Muguet du Bonheur is an ode to the plant kingdom, to nature and to renewal: An ode to springtime nature!


1952 hatte das Haus CARON die Idee, den Duft eines sonnigen Tages einzufangen. Am 1. Mai bringt es nun einen Soliflore-Duft auf den Markt, inspiriert vom zarten, filigranen Duft des Maiglöckchens. Ein perfektes Geschenk für Pariser, die in der Stadt bleiben. Dieser Schatz inspirierte unseren hauseigenen Parfümeur, der die Tradition fortführte und eine leichte und fröhliche Interpretation von Muguet du Bonheur komponierte.
Der Duft eröffnet mit hellen, spritzigen Zitrusnoten. Essenzen von Bergamotte, Mandarine und Limette. Dann folgt eine überdimensionale Birne. Knackig und süss. Betont durch eine Note von Wassermelone. Die botanische Facette der Frucht verbindet sich mit den frischen, zarten Noten des Maiglöckchens, nachgebildet mit Rosenessenz aus einer For Life-zertifizierten Quelle. Zeder, Moos und Patschuli schaffen einen Holzduft mit einer gewissen Pariser Eleganz.

Das Schenken eines Maiglöckchens am 1. Mai bringt seinem Empfänger Glück. Im Jahr 1561 war Karl IX. der erste, der den Damen am Hof einen Zweig dieser Blume, aus Italien mitgebracht, als Glücksbringer überreichte. Lange Zeit der Aristokratie vorbehalten, wurde dieser Brauch Anfang des 20. Jahrhunderts populär.

Sorglos, freudig, offen, strahlend. Muguet du Bonheur ist eine Ode an das Pflanzenreich, an die Natur und an Erneuerung: Eine Ode an die Natur des Frühlings!

See                                      Muguet du Bonheur – PARFUMS CARON


"On 9th May, 1966, he wanted to know if he needed a visa to come back to South Africa, as "retired businessman", bearing in mind he had already been in SA between 1954 and 1961. 

On 13th May, 1966, I wrote Father a letter in connection with his visa and also mentioned that I had visited Henri and his family in Lichtenburg during the previous week-end, that they seemed to enjoy the place, that I had visited the alluvial diamond diggings together with Liz and eagerly searched for diamonds but only found a lot of other stones!"

Am 9. Mai 1966 wollte Opapa wissen, ob er ein Visum benötigte, um als „pensionierter Geschäftsmann“ nach Südafrika zurückzukehren, wobei er schon noch im Gedächtnis behalten musste, dass er bereits zwischen 1954 und 1961 in Südafrika gewesen war.

Am 13. Mai 1966 schrieb uncle Fernand Opapa einen Brief bezüglich seines Visums und erwähnte auch, dass er Papa, Mama und klein Fernand am vergangenen Wochenende in Lichtenburg besucht hatte, dass sie den Ort zu geniessen schienen, dass er gemeinsam mit Liz die alluvialen Diamantgruben besichtigt und eifrig nach Diamanten gesucht hatte, aber nur viele andere Steine gefunden habe!


1966 in Bakerville, nahe Lichtenburg - auf Diamantensuche: Mama, Papa und Liz

 


Onkel Fernand mit Liz (links) zu Besuch bei Papa (in der Mitte), Mama und klein Fernand (ganz rechts) - Lichtenburg im Mai 1966. 


"On 21st May, 1966, Father asked me to give Mother on the 2nd June another "Muguet-Caron" (this being their wedding anniversary). He mentioned he was leaving Birra Dreher in Massafra per beginning of October and was then coming back to Johannesburg. Meanwhile he was still awaiting a reply concerning two other new brewery projects in Bari (to be built by German interests) and in Reggio Calabria, to be financed by Italians and Arabs, which would give him another one year's work, respectively two years. He had not heard anything any more from Henri since refusing to give him a "loan".

Am 21. Mai 1966 bat Opapa Fernand Francis, Omama am 2. Juni nochmals einen „Muguet-Caron“ zu schenken (anlässlich ihres Hochzeitstags). Er erwähnte, dass er Birra Dreher in Massafra Anfang Oktober verlassen werde und dann nach Johannesburg zurückkehre. In der Zwischenzeit wartete er noch auf eine Antwort bezüglich zwei weiterer neuer Brauereiprojekte in Bari (zu bauen von deutschen Investoren) und in Reggio Calabria, finanziert von Italienern und Arabern, was ihm jeweils ein weiteres Jahr Arbeit bzw. zwei Jahre verschaffen würde. Von Papa hatte er seit der Ablehnung, ihm ein „Darlehen“ zu geben, nichts mehr gehört.

"On 8th June, 1966, Senator Robert F. Kennedy held his memorable speech at the University of the Witwatersrand (which Caroline attended).

On 13th June, I wrote Father that he had to apply at the SA Embassy in Rome for the visa. I mentioned that I had gone to Natal during the week-end to visit artists, while Mother had visited Henri and his family in Lichtenburg, bringing back a lovely selection of multi-coloured stones.

On 7th July, 1966, I wrote Father, mentioning that he would hardly recognise Johannesburg, as the city had changed so much in recent times. I also told him that for almost a year I had been going out regularly and exclusively with a 23-year old girlfriend. The name was Liz for Elizabeth; she was South African, on the  motherside Danish, lived for a while in London and Copenhagen where she had studied interior decoration. Mother had known her from the very first day, and I felt that I liked her. I would probably marry her but as Father was coming back I wanted to wait so I could introduce her to him. Meanwhile we would get engaged, probably by the end of July, 1966, but we could only marry in 1967 which would give us time to prepare the household. I also mentioned that Mother was very tired and needed holidays which she never had since the gallery started."

Am 8. Juni 1966 hielt Senator Robert F. Kennedy seine denkwürdige Rede an der University of the Witwatersrand (an der Caroline teilnahm).

Am 13. Juni schrieb uncle Fernand Opapa, dass er sich bei der südafrikanischen Botschaft in Rom um das Visum bewerben müsse. Er erwähnte, dass er am Wochenende nach Natal gefahren war, um Künstler zu besuchen, während Omama Papa und seine Familie in Lichtenburg besucht hatte und eine schöne Auswahl an mehrfarbigen Steinen mitbrachte. 

Am 7. Juli 1966 schrieb uncle Fernand Opapa und erwähnte, dass er Johannesburg kaum wiedererkennen würde, da sich die Stadt in letzter Zeit so stark verändert hatte. Er erzählte ihm auch, dass er seit fast einem Jahr regelmässig und ausschliesslich mit einer 23-jährigen Freundin ausging. Ihr Name war Liz, kurz für Elizabeth; sie war Südafrikanerin, mütterlicherseits Dänin, lebte eine Zeitlang in London und Kopenhagen, wo sie Innenarchitektur studiert hatte. Omama kannte sie vom allerersten Tag an, und Fernand Francis hatte das Gefühl, dass er sie mochte. Er würde sie wahrscheinlich heiraten, aber da Opapa zurückkommen würde, wollte er warten, um sie ihm vorstellen zu können. Währenddessen wollten sie sich verloben, wahrscheinlich bis Ende Juli 1966, aber heiraten könnten sie erst 1967, was ihnen Zeit geben würde, den Haushalt vorzubereiten. Uncle Fernand erwähnte auch, dass Omama sehr müde war und Urlaub brauchte, den sie seit Beginn der Galerie nie gehabt hatte.

"I also mentioned that I was seeing Henri from time to time, i.e. was coming with his family to Johannesburg every third week-end. Janey's father was due to arrive in South Africa for holidays and he would be going with Henri and family to Rhodesia and Zambia, also to the Kruger National Park for one week. They wanted that Mother also come along, but such a long trip by car was impossible and too strenuous. Janey's father intended to look around if he could not open a business."

Uncle Fernand erwähnte auch, dass er Papa von Zeit zu Zeit sah, das heisst, dass er alle drei Wochenenden mit Mama und klein Fernand (fast dreijährig) nach Johannesburg kam. Mamas Vater (Dädi, mein zukünftiger Pate) sollte für die Ferien nach Südafrika kommen, und er würde mit Papa, Mama und meinem Bruder Fernand nach Rhodesien und Sambia reisen, ebenfalls für eine Woche in den Kruger-Nationalpark. Sie wünschten, dass auch Omama mitkommt, aber so eine lange Autoreise war unmöglich und zu anstrengend. Dädi beabsichtigte, sich umzusehen, ob er nicht ein Geschäft eröffnen könnte.

"On 11th July, Father wrote that, although there were still a few possibilities outstanding, he had come to the conclusion that it would be difficult to find something; he was accordingly finishing off per September/October, 1966.
He was also  wondering if Henri was still speculating in landed property, and that he was still awaiting an answer or letter from Henri (maybe Henri feared that he would be asked for the refund of the CHF 1'500 due since a year)!

On 13th July, 1966,  I wrote Father, sending his new AA membership card, mentioning also that Henri's father-in-law was in Johannesburg and Lichtenburg, that he was very surprised about Johannesburg and his surroundings, that he would probably visit Rhodesia. His "Balair" plane was delayed a whole 27 hours, as the navigator had fallen sich over Tripoli; hence they had to fly back to Malta. In addition, the return trip to Europe was advanced by a whole week, this being the joy of flying with a cheaper airline."

Am 11. Juli schrieb Opapa, dass, obwohl noch einige Möglichkeiten offen stünden, er zu dem Schluss gekommen sei, dass es schwierig sein würde, etwas zu finden; er beendete daher die Angelegenheiten per September/Oktober 1966.
Er fragte sich auch, ob Papa noch immer in Immobilien spekulierte, und dass er noch auf eine Antwort oder einen Brief von ihm wartete (vielleicht fürchtete Papa, dass er um die Rückzahlung der seit einem Jahr fälligen 1'500 CHF gebeten werden würde)!

Am 13. Juli 1966 schrieb uncle Fernand Opapa und schickte ihm seine neue AA-Mitgliedskarte; er erwähnte auch, dass Dädi in Johannesburg und Lichtenburg war, dass er sehr überrascht über Johannesburg und seine Umgebung war und dass er wahrscheinlich Rhodesien besuchen würde. Sein "Balair"-Flugzeug hatte sich ganze 27 Stunden verspätet, da der Navigator über Tripolis krank geworden war; daher mussten sie nach Malta zurückfliegen. Ausserdem wurde die Rückreise nach Europa um eine ganze Woche vorgezogen, was die Freude am Fliegen mit einer günstigeren Fluggesellschaft mit sich brachte.

"On 17th July, 1966, Father sent me his congratulations about my forthcoming engagement with Liz Raymond; he also wanted some photos of her and me. He was concerned about Mother needing a holiday which she had not had for years. He was thiniking of returning to South Africa directly from Rome and not to go to the expense of passing first through Switzerland, as he had nobody left there and was not particularly interested in Paul Gmür or Helen.

About this time, Father got a farewell present from the management at Birra Dreher in Taranto. On 31st August, 1966, he wrote again, mentioning that he had applied for the re-entry visa at the SA Embassy in Rome which should cause no problems. The possibility of his collaboration on the new brewery South of Palermo was still in abeyance; the answer was not negative, but what nerved him was that he always had to wait for a decision. Should he be going to Johannesburg, he was hoping to get the representation of 3 firms in the brewery trade and was awaiting an answer. Henri was still keeping silent and not yet repaid his debt. Father would definitely be finished with Massafra per 30th September."

Am 17. Juli 1966 schickte Opapa Fernand Francis seine Glückwünsche zu seiner bevorstehenden Verlobung mit Liz Raymond; er wollte auch einige Fotos von ihr und ihm haben. Er machte sich Sorgen, dass Omama einen Urlaub brauchte, den sie seit Jahren nicht mehr gehabt hatte. Er dachte daran, direkt von Rom nach Südafrika zurückzukehren und nicht den Aufwand auf sich zu nehmen, zuerst durch die Schweiz zu reisen, da er dort niemanden mehr hatte und an Paul Gmür oder Helen nicht besonders interessiert war.

Um diese Zeit erhielt Opapa ein Abschiedsgeschenk von der Geschäftsleitung der Birra Dreher in Taranto. Am 31. August 1966 schrieb er erneut und erwähnte, dass er bei der SA-Botschaft in Rom ein Wiedereinreisevisum beantragt habe, was keine Probleme bereiten sollte. Die Möglichkeit seiner Mitarbeit an der neuen Brauerei südlich von Palermo war noch offen; eine negative Antwort gab es nicht, aber was ihn nervte, war, dass er immer auf eine Entscheidung warten musste. Sollte er nach Johannesburg gehen, hoffte er, die Vertretung von drei Firmen im Brauereigeschäft zu erhalten, und wartete auf eine Antwort. Papa schwieg weiterhin und hatte seine Schulden noch nicht beglichen. Opapa würde definitiv am 30. September mit Massafra fertig sein.

"On 15th September, I sent Father a picture of my fiancée. I also discussed his taking over additional agencies which, if he wanted, he could run under the name of "Galrand Holdings (Pty) Ltd." which I was using personally for my agency efforts. 

On 20th September, 1966, Father left Napoli, then got a single entry visa issued by the SA Embassy in Rome on 21st September, and a few days later arrived in Johannesburg (12th October).

From July, 1962 to October, 1966, my Father sent via Weggelin & Co. St.Gallen, CHF40'620 to my Mother from Switzerland, equivalent then to ZAR6'640.00, into her account at French Bank of SA Ltd., Johannesburg. In November and December, 1966, he paid her in ZAR545 for both months, and then moved out.

In November, 1966, my Mother purchased Stand 101, Plantation Road, Gardens, Johannesburg for R13'000. Father had given her a loan of R2'000 on 24th November, 1966, and would be entitled to 10% of profit on resale proceeds.

As Mother could not get a bond due to her age, the property was bought in my own name as nominee, through our lawyer David E. Cranko. There was a first bond registered on the property, in favour of the SA Permanent Building Society.

During the second part of the year, I spent many week-ends at Tegwan's Nest near Greylingstad, where Peter German used to ride his horse. Tony and Joan Ross, Tony Davenport and Pauline, Sheila and her sister Saphne and some members of the Nicholson family often came along, as well as occasionally Liz Raymond.

During 1966, Gallery 101 Johannesburg arranged a further 29 different exhibitions, including the first exhibition by Mslaba Dumile.

Gallery 101 had special visiting cards designed."

Am 20. September 1966 verliess Opapa Neapel, erhielt dann am 21. September ein einmaliges Einreisevisum von der SA-Botschaft in Rom und kam wenige Tage später am 12. Oktober in Johannesburg an.

Von Juli 1962 bis Oktober 1966 überwies Opapa über Weggelin & Co. St. Gallen CHF 40'620 an Omama aus der Schweiz, was damals dem Gegenwert von ZAR 6'640,00 entsprach, auf ihr Konto bei der French Bank of SA Ltd., Johannesburg. Im November und Dezember 1966 zahlte er ihr jeweils ZAR 545 für beide Monate und zog dann aus.

Im November 1966 kaufte Omama das Grundstück 101, Plantation Road, Gardens, Johannesburg für R13.000. Opapa hatte ihr am 24. November 1966 ein Darlehen von R2.000 gewährt und hätte Anspruch auf 10 % des Gewinns aus dem Wiederverkauf.

Da Omama aufgrund ihres Alters keine Hypothek aufnehmen konnte, wurde das Grundstück in uncle Fernands eigenen Namen als Treuhänder über ihren Anwalt David E. Cranko gekauft. Auf dem Grundstück wurde eine erste Hypothek zugunsten der SA Permanent Building Society eingetragen.

Während der zweiten Jahreshälfte verbrachte Fernand Francis viele Wochenenden im Tegwan's Nest in der Nähe von Greylingstad, wo Peter German sein Pferd ritt. Tony und Joan Ross, Tony Davenport und Pauline, Sheila und ihre Schwester Saphne sowie einige Mitglieder der Familie Nicholson kamen oft mit, ebenso gelegentlich Liz Raymond.

Im Jahr 1966 organisierte die Galerie 101 in Johannesburg weitere 29 verschiedene Ausstellungen, darunter die erste Ausstellung von Mslaba Dumile.

Für die Galerie 101 wurden spezielle Besucherkarten entworfen.


Visitenkarte Galerie 101, 1966

 


Zeichnung des Künstlers Dumile (oben) und Onkel Fernand vor einem Gemälde von Walter Battiss, 1966.

 


Ausstellungsraum der Galerie 101 im Untergeschoss, 1966

 


























1967
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3.12.  Das Gestern, das heute ist – 1967.
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A Life of fulfilment

"Early January 1967, Caroline Nicholson got a lift down to Cape Town; she stayed at the home of Mary Coke. On 10th January, she saw Macbeth by Shakespeare at the open air theatre in Maynardville, with her Uncle Reg and Aunt Rachel Nicholson.

By early 1967, my engagement to Liz had come to an end, she had met Piet-Hien de Haes and lived in Killarney; that did not last either, for she then married in 1972 Rowan Martin, a game-ranger in Rhodesia she knew before she had met me. Î'll never forget Piet-Hein for he left SA owing lots of money to Gallery 101 with many unpaid post-dated cheques!"

Anfang Januar 1967 liess sich Caroline Nicholson nach Kapstadt mitnehmen; sie wohnte im Haus von Mary Coke. Am 10. Januar sah sie Macbeth von Shakespeare im Freilufttheater in Maynardville, zusammen mit ihrem Onkel Reg und ihrer Tante Rachel Nicholson.

Anfang 1967 war uncle Fernands Verlobung mit Liz beendet, sie hatte Piet-Hien de Haes kennengelernt und lebte in Killarney; das hielt ebenfalls nicht lange, denn 1972 heiratete sie Rowan Martin, einen Wildhüter in Rhodesien, den sie kannte, bevor sie ihn kennengelernt hatte. Uncle Fernand wird Piet-Hein nie vergessen, weil er Südafrika mit einem Berg Schulden bei Gallery 101 verliess und zahlreiche ausgestellte Schecks unbezahlt blieben!

"Father gave me for my birthday on 28th January, 1967, his share of R100 he had put in 1961 as loan participation into Gallery 101.

As from 1st March, 1967, Henri lived with his family in their new house at 47, 6th Avenue, Highlands North, Johannesburg. I remember visiting them occasionally. 

On 11th March, 1967, Sandra was born at the Marymount, Kensington in Johannesburg."

Opapa schenkte Fernand Francis zu seinem Geburtstag am 28. Januar 1967 seinen Anteil von 100 Rand, den er 1961 als Darlehensbeteiligung in die Galerie 101 investiert hatte.

Ab dem 1. März 1967 wohnte Papa mit Mama und klein Fernand (dreieinhalbjährig) in ihrem neuen Haus in der 47, 6th Avenue, Highlands North, Johannesburg. Uncle Fernand erinnert sich, sie gelegentlich besucht zu haben.

Am 11. März 1967 wurde ich im Marymount in Kensington, Johannesburg, geboren.


Sandra

"Das also bin ich
Ein afrikanisches Kind
Dessen Seele vibriert
Ein Geflecht aus Sonne
Mond und Sterne
Im Zentrum
Du
Hältst mich 
Auf dieser Erde
Währenddem ich werde
Ein Geäst
Auf dem vieles liegt 
An deinem Stamm
Angeschmiegt
Ein weiblicher Schoss 
Der Leben gebiert
Einfach so 
Heimat für Klang
Lyrischen Gesang
Vogelgezwitscher
Ohne Glamour & Glitzer
Mein Gewand
Dein göttlicher Glanz
Tief verwurzelt
Du
Der mich wiegt
Das Dunkel besiegt
Mein Fundament
Meine Krone
Mein Licht
Mein Atem
Liebe."



"Early in 1967, probably over Easter, I joined Peter German and Daphne Nicholson at Tegwan's Nest near Greylingstad, as he often went there to visit his friends on the farm and one could ride horses. At the top part of the farm was a very large collapsed kraal from long ago. I fell off a horse, breaking a tendon at the one ankle; Daphne had to drive me back to Johannesburg in my car, as I was incapacitated. It took ages to heal."

Anfang 1967, wahrscheinlich zu Ostern, schloss sich uncle Fernand Peter German und Daphne Nicholson auf Tegwan's Nest in der Nähe von Greylingstad an, da er oft dorthin ging, um seine Freunde auf der Farm zu besuchen und man dort reiten konnte. Auf dem oberen Teil der Farm gab es einen sehr grossen, längst eingestürzten Kraal. Er fiel von einem Pferd und zog sich eine Sehnenzerrung am Knöchel zu; Daphne musste ihn mit seinem Auto zurück nach Johannesburg fahren, da er ausser Gefecht gesetzt war. Es dauerte ewig, bis es heilte.

"During April, 1967, I met another lass, Wendy; I played Ping Pong with her at my Mother's home in Gardens, went to drive-ins and a few times to the countryside, but this platonic relationship soon broke up; Wendy was leaving for Europe to make her life. I also took a casual friend, Gillian Skeen, to my property on Riverside Estate near Lanseria, at that time the river flowing through it was quite respectable.

I also went out with yet another girl, Judy Allsopp, a graphic artist I had first met in Cape Town. We once did a trip to Pilgrim's Rest (our relationship stopped after I met Caroline in June)."

Im April 1967 traf uncle Fernand ein anderes Mädchen, Wendy; er spielte Ping Pong mit ihr bei Omama bei ihrer neuen Bleibe in Gardens, sie gingen zu Drive-ins und ein paar Mal aufs Land, aber diese platonische Beziehung endete bald; Wendy ging nach Europa, um ihr Leben aufzubauen. Fernand Francis nahm auch eine beiläufige Freundin, Gillian Skeen, mit zu seinem Grundstück auf dem Riverside Estate in der Nähe von Lanseria, zu dieser Zeit war der Fluss, der dort hindurchfloss, ziemlich beträchtlich.

Uncle Fernand ging auch mit einem weiteren Mädchen aus, Judy Allsopp, eine Grafikerin, die er erstmals in Kapstadt getroffen hatte. Sie unternahmen einmal eine Reise nach Pilgrim's Rest (ihre Beziehung endete, nachdem er im Juni Caroline getroffen hatte).

"On 25th April, 1967, Father's Swiss pass was renewed in Johannesburg for another 3 years. During 1967, he travelled a lot, passing through Jan Smuts Airport on 26th April, 11th and 17th June, 2nd and 21st October. 

There were weekly bridge sessions alternating at my flat and the flat of Peter German and Tony Ross, all of us living at the same address, on different floors, at Blauwberg, Kaptejn Street in Hillbrow. Caroline Nicholson often used to come for bridge, towing behind her sister Anne (in my flat there was a bridge table in both rooms, one for beginners in the bedroom and one for advanced players in the living room).

Some of the group also regularly played tennis where the College of Education was later to be built; that is where I remember really fancying Caroline for the first time."

Am 25. April 1967 wurde Opapas Schweizer Pass in Johannesburg für weitere 3 Jahre erneuert. Im Jahr 1967 war er viel unterwegs und durchreiste den Flughafen Jan Smuts am 26. April, 11. und 17. Juni sowie am 2. und 21. Oktober.

Es gab wöchentliche Bridge-Runden, die abwechselnd in uncle Fernands Wohnung und in der Wohnung von Peter German und Tony Ross stattfanden, sie alle lebten an derselben Adresse, auf verschiedenen Etagen, in Blauwberg, Kapteijn Street in Hillbrow. Caroline Nicholson kam oft zum Bridge und nahm ihre Schwester Anne mit (in seiner Wohnung gab es in beiden Zimmern einen Bridge-Tisch, einen für Anfänger im Schlafzimmer und einen für Fortgeschrittene im Wohnzimmer).

Einige aus der Gruppe spielten auch regelmässig Tennis dort, wo später das College of Education gebaut werden sollte; an diesem Ort erinnert sich Fernand Francis, dass er an Caroline zum ersten Mal wirklich Gefallen fand.

"After moving up from Durban, Caroline had shared a flat with her sister Anne, at Noverna Court near Clarendon Circle, for two years. Subsequently, Johan Huysekamp, a medical student and mutual friend, got her a room in an old house called Kyalami in Esselen Street, corner Edith Cavell Street , Hillbrow (opposite the Porterhouse), where she stayed for a year. During this period, she worked full-time at Liebermann Studios as a potter.

In her flat, Kyalami no.29, Caroline also made ceramic jewellery in her small electric test kiln (occasionally this was even used as a toaster)."

Nachdem Caroline aus Durban zugezogen war, hatte sie zwei Jahre lang eine Wohnung mit ihrer Schwester Anne geteilt, im Noverna Court in der Nähe des Clarendon Circle. Anschliessend vermittelte ihr Johan Huysekamp, ein Medizinstudent und gemeinsamer Freund, ein Zimmer in einem alten Haus namens Kyalami in der Esselen Street, Ecke Edith Cavell Street, Hillbrow (gegenüber dem Porterhouse), in dem sie ein Jahr lang wohnte. In dieser Zeit arbeitete sie Vollzeit bei den Liebermann Studios als Töpferin.

In ihrer Wohnung Kyalami Nr. 29 stellte Caroline ebenfalls Schmuck aus Keramik in ihrem kleinen elektrischen Test-Ofen her (gelegentlich wurde dieser sogar als Toaster benutzt).


Carolines Töpferwerke bei Liebermann, 1967


Auch ich würde später mit Ton arbeiten - das Erschaffen und Verschenken von Skulpturen, Reliefs und Bäumen machte nicht nur mir Freude. Als Jasmin zweijährig war, stellte ich meine Arbeiten in Fällanden aus, zusammen mit einer Künstlerfreundin (Silvia Bäumli, Aquarellmalereien). Momentan hat dieser künstlerische Ausdruck keine Priorität, was ich schon bedaure, doch liegen mir die Poesie und das Schreiben mehr am Herzen; zudem besitze ich keinen eigenen Brennofen, was den Erschaffungsprozess bis zur Vollendung der Kunstwerke umständlicher macht, als mit Worten zu tanzen, musizieren, malen.


Jazzeli in Fällanden anlässlich meiner Ausstellung im September 2001, mein bis anhin schönstes "Wunderwerk" - so keck wie sie damals schon war, ist sie immer noch ;-D

 

 Mother & Child - ein Motiv, das mich stets begleitet - 2001.


My inner self - cuddled up - San♥Pottery, 2001.



Shelter


"I fold myself
into the deepest truth
I can carry

The world moves in waves
loud, curling, unasked
but inside
there is peace

I am held
by what I have become
earth remembering hands
motion learning mercy

Nothing here is fixed
nothing is broken

This is not hiding
this is waiting
warm, unfinished
Alive."

San♥Poetry


Graceful Dance, 2001, San♥Pottery

 

Diese Bäume waren sehr begehrt: San♥Pottery, 2001


In Vorbach (Oberpfälzische Gemeinde) bei Isolde (Franzs Cousine) gemeinsam getöpfert - diese Wanduhr aus dem Jahr 1994, die ich immer noch besitze - zeitlos! 


"In June, 1967, Daphne Lance held a birthday party at her parents' home near the Wanderers Club. I kept on asking Caroline for a dance (her companion was Johan Huysekamp), she had no chance! Co-incidentally, I had known Bill Lance, Daphne's father, through my Father, as Bill Lance was Company Secretary of the SA Breweries Group. It took 3 weeks before Caroline accepted to go out for a drink (a glass of milk) at Tivoli, Rosebank! Finally, on 8th July, 1967, I went with Caroline and her family to Maseru and Butha-Buthe in Lesotho. I had problems getting back into SA as no re-entry visa for SA had been applied for!

We returned to Johannesburg on 10th July, 1967, passing through the Willem Pretorius Game Reserve. During July, we also saw a performance of "The Odd Couple" by Neil Simon at the Brian Brooke Theatre."

Im Juni 1967 veranstaltete Daphne Lance eine Geburtstagsfeier im Haus ihrer Eltern in der Nähe des Wanderers Clubs. Uncle Fernand bat Caroline ständig um einen Tanz (ihre Begleitung war Johan Huysekamp), sie hatte keine Chance! Zufälligerweise kannte er Bill Lance, Daphnes Vater, durch Opapa, da Bill Lance Sekretär der SA Breweries Gruppe war. Es dauerte 3 Wochen, bis Caroline zustimmte, auf ein Getränk (ein Glas Milch) ins Tivoli in Rosebank zu gehen! Schliesslich reiste Fernand Francis am 8. Juli 1967 mit Caroline und ihrer Familie nach Maseru und Butha-Buthe in Lesotho. Er hatte Probleme, wieder nach Südafrika zurückzukehren, da kein Wiedereinreisevisum für Südafrika beantragt worden war!

Sie kehrten am 10. Juli 1967 nach Johannesburg zurück und fuhren durch das Willem-Pretorius-Game-Reserve. Im Juli sahen sie zudem eine Aufführung von „The Odd Couple“ von Neil Simon im Brian-Brooke-Theater.

"On 22nd July, Caroline and I went to the Sani Pass to ski, as there had been an unexpected good snow fall over Lesotho; we stayed one night at the Harrismith Motel and one night at the Sani Pass Mountain Lodge beyond the border entry. Of course, we had not taken any food, except for bananas, so we shared these with some other skiers for some meat, so we could eat our "Sani Pass Special" as we called it later."

Am 22. Juli fuhren Caroline und uncle Fernand zum Sani Pass, um Ski zu fahren, da es in Lesotho unerwartet starken Schneefall gegeben hatte; sie übernachteten eine Nacht im Harrismith Motel und eine Nacht in der Sani Pass Mountain Lodge jenseits der Grenzstation. Natürlich hatten sie kein Essen dabei, ausser Bananen, also teilten sie diese mit einigen anderen Skifahrern gegen etwas Fleisch, damit sie später ihr „Sani Pass Special“, wie sie es nannten, geniessen konnten.

"On 9th August, 1967, Caroline required for a job at Chelsea Pottery in London, owned by Mr Hubbard, recommended by Sammy Liebermann.

On 13th August, 1967 there followed another trip into Lesotho, together with the family. I remember a stop being at Roma, as we had to enquire about the whereabouts of a potter friend of Caroline; however he had left without trace.

On 16th and 17th August, 1967, Caroline and I were in Lourenço Marques, together with Daphne and her French friend at that time, Jacques. We had a dinner-dance at the Polana Hotel as we stayed in another nearby much cheaper hotel.

We visited the Botanic Garden and the Market in Lourenço Marques and also Catembe. On the way back, near the border, Caroline became very sick; she was allergic to crab meat and all crustaceans we had enjoyed in LM."

Am 9. August 1967 bewarb sich Caroline für eine Stelle in der Chelsea Pottery in London, die Mr. Hubbard gehörte, empfohlen von Sammy Liebermann.

Am 13. August 1967 folgte eine weitere Reise nach Lesotho, zusammen mit der Familie. Uncle Fernand erinnert sich, dass sie einen Zwischenstopp in Roma einlegten, da sie sich nach dem Verbleib eines Töpferfreundes von Caroline erkundigen mussten; er war jedoch spurlos verschwunden.

Am 16. und 17. August 1967 waren Caroline und Fernand Francis in Lourenço Marques, zusammen mit Daphne und ihrem damals französischen Freund Jacques. Sie legten ein Dinner-Dance im Polana Hotel hin, während sie in einem anderen, näher gelegenen, viel günstigeren Hotel wohnten.

Sie besuchten den Botanischen Garten und den Markt in Lourenço Marques und auch Catembe. Auf dem Rückweg, in der Nähe der Grenze, wurde Caroline sehr krank; sie war allergisch gegen Krabbenfleisch und alle Schalentiere, die sie in LM genossen hatten.

Spannend zu erfahren, dass Caroline an einer Krabben- und Schalentierallergie leidet - so, wie sich dies bei Joya-Anaïs entwickeln würde. Anfangs hatte sie nur ein leichtes Brennen im Hals, beim zweiten Crevetten-Schmaus wurde es dann heftiger mit geschwollenen Atemwegen, Hautausschlag, starkem Unwohlsein. Ein Test ergab Gewissheit, dass sie eine lebensbedrohliche Allergie hat. Seitdem sollte sie immer mit einem Allergie-Notfall-Set bestehend aus Kortison-Tabletten und EpiPen unterwegs sein. Da sie längst schon auf eigenen Beinen steht und inzwischen erwachsen ist, steht es nicht mehr in meinem Fürsorgebereich, sicherzustellen, dass sie für einen solchen Notfall gerüstet wäre - sie weiss am besten, wie sie damit umgehen muss. Das gehört zum Loslassen mit dazu: Seinem Kind zu vertrauen, dass es gut auf sich aufpasst und gelernt hat, Risiken und Gefahren "vernünftig" einzuschätzen sowie auf die Instinkte zu hören.


Joya-Anaïs im Hasligarten, 2005 (dreijährig). Ich möchte sie immer beschützen: Mein zweites, mir geschenktes "Wunderwerk"♥.


"On 20th August, 1967, Daphne and her French friend Jacques, Caroline and I went to the East Rand Proprietary Mines E.R.P.M. Inter-tribal Dance held at the Cinderella Gold Mine.

On 26th August, 1967, we attended an ice hockey match at Wembley Stadium, Johannesburg (Wembley Lions vs Swiss Bears).

Over the long weekend of 4th September, 1967, Caroline and I went to Esias Bosch, the potter from White River, on a buying trip for Gallery 101. This was the first time Caroline accepted to go anywhere with me, lucky that she was interested in ceramics! We stayed at the Aloes Guestfarm in Sycamorre, Eastern Transvaal, on 2nd September and visited the Sudwala Caves near Shagan.

In about September, we went to Pilgrim's Rest, where I proposed for the third and as I warned, the last time."

Am 20. August 1967 gingen Daphne und ihr französischer Freund Jacques, Caroline und uncle Fernand zum intertribalen Tanz der East Rand Proprietary Mines (E.R.P.M.) in der Cinderella Gold Mine.

Am 26. August 1967 besuchten sie ein Eishockeyspiel im Wembley-Stadion in Johannesburg (Wembley Lions gegen Swiss Bears).

Am langen Wochenende vom 4. September 1967 unternahmen Caroline und Fernand Francis eine Einkaufstour zu Esias Bosch, dem Töpfer aus White River, für die Galerie 101. Dies war das erste Mal, dass Caroline zustimmte, irgendwo mit uncle Fernand hinzugehen - glücklicherweise interessierte sie sich für Keramik! Sie übernachteten am 2. September auf der Aloes Guestfarm in Sycamorre, im östlichen Transvaal und besuchten die Sudwala-Höhlen in der Nähe von Shagan.

Irgendwann im September fuhren sie nach Pilgrim's Rest, wo uncle Fernand Caroline zum dritten und, wie er gewarnt hatte, zum letzten Mal einen Heiratsantrag machte. 

Vor kurzem hatte ich in Hasli die Gelegenheit, Caroline zu fragen, warum sie so lange gezögert hatte, Onkel Fernand's Heiratsantrag anzunehmen. Ihre Antwort leuchtete mir daraufhin durchaus ein: Sie war noch blutjung, hatte sich in diesem zarten Alter (sie 19, er 33) noch keine Gedanken über eine feste Bindung gemacht; erkannte aber schlussendlich, dass es mit den beiden trotz des grossen Altersunterschieds klappen könnte. Und so war es dann auch!

"Caroline soon moved into my flat but was officially baby-sitting Peter's flat as he was abroad at that time - Mum Nicholson knew nothing of this or she would have been shocked!

On 16th and 17th September, 1967, I invited Caroline to see Swan Lake, Act 2, at the Civic Theatre in Johannesburg, presented by PACT; Caroline rememembers that we were sitting in the front row, most uncomfortable, for we could see the ballerina's sweat drop! Shortly after this, we saw "Raka", a stunning ballet by N.P. van Wyk Louw, also at the Civic Theatre in Johannesburg. During this period, we also saw "Madame Butterfly" by Giacomo Puccini presented by PACT at the Civic Theatre."

Caroline zog bald in uncle Fernands Wohnung ein, betreute aber offiziell Peters Wohnung, während er zu dieser Zeit im Ausland war - Mama Nicholson wusste nichts davon, sonst wäre sie schockiert gewesen!

Am 16. und 17. September 1967 lud Fernand Francis Caroline ein, Schwanensee, Akt 2, im Civic Theatre in Johannesburg zu sehen, präsentiert von PACT; Caroline erinnert sich, dass sie in der vordersten Reihe sassen, sehr unbequem, da sie sogar den Schweiss der Ballerina sehen konnten! Kurz darauf sahen sie „Raka“, ein atemberaubendes Ballett von N.P. van Wyk Louw, ebenfalls im Civic Theatre in Johannesburg. In dieser Zeit sahen sie auch „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini, präsentiert von PACT im Civic Theater.

Spätestens jetzt frage ich mich ernsthaft, ob der Storch mich wohl ins falsche Nest fallen liess, damals, im März 1967: In der künstlerisch und kulturell hoch interessierten Familie meines Onkels Fernand widerspiegeln sich nämlich einige Facetten meiner artistischen Persönlichkeit, die in diesem Umfeld sicherlich wahr- und ernstgenommen sowie unterstützt worden wäre ... zudem blieb Caroline zeitlebens eine "geerdete" (nicht fanatische) Christin, was massgeschneidert zu meinem Seelenkostüm gepasst hätte.
Was mich wohl am meisten geprägt hätte, war der Mut meines "südafrikanischen" Onkels, seinen Traum zu leben, auch wenn es bedeutete, finanziell nicht auf Rosen gebettet zu sein und einige Opfer zu bringen. Ausserdem seine Offenheit, in fremde Kulturen einzutauchen, deren Wesensarten kennenzulernen sowie diese Schätze zu schätzen und das Kostbare zu fördern und vernetzen. Nun, mein Kampf sollte wohl so sein, und wahrscheinlich bin ich dadurch erst zu der Frau geworden, die ich heute bin: In erster Linie Herzensmensch, Mutter und Überlebenskünstlerin, die es nie verlernt hat, dankbar zu sein.

"We often went to Café Florian in Hillbrow on Sundays - they had lovely chocolates! Other Cafés were Café Paris, Café Wien, Café Zurich und Café Kranzler. 

Shortly thereafter, I was going to ask Dad Nicholson for permission to marry Caroline, buth nothing happened on that trip as Caroline wasn't sure yet; on the following trip to Flora over the long week-end on 7th to 10th October, 1967, I asked for and got permission from her parents - and I did not even have to show my qualifications, diplomas and whatever else I thought I had to present and which I had taken with me!

On 14th and 15th October, 1967, we again went to Flora, together with Anne

Between 19th and 21st October, 1967, my Father was in Moçambique on business.

A private engagement party was held at the Restaurant Franco on the 24th October, 1967."

Caroline und Fernand Francis gingen sonntags oft ins Café Florian in Hillbrow – dort hatten sie wunderbare Pralinen! Weitere Cafés waren Café Paris, Café Wien, Café Zürich und Café Kranzler. 

Kurz darauf wollte uncle Fernand Dad Nicholson um Erlaubnis bitten, Caroline zu heiraten, aber auf dieser Reise passierte nichts, da Caroline sich noch nicht sicher war; auf der folgenden Reise nach Flora über das lange Wochenende vom 7. bis 10. Oktober 1967 bat er ihre Eltern um Erlaubnis - und war erstaunt, dass er nicht einmal seine Qualifikationen, Diplome und alles andere vorzeigen musste, von denen er dachte, dass er sie präsentieren müsste und die er mitgenommen hatte!

Am 14. und 15. Oktober 1967 gingen sie erneut nach Flora, zusammen mit Anne.

Zwischen dem 19. und 21. Oktober 1967 war Opapa geschäftlich in Mosambik.

Eine private Verlobungsfeier fand am 24. Oktober 1967 im Restaurant Franco statt.


Verlobungsfeier uncle Fernand und Caroline, Oktober 1967 - Mama und Papa auch dabei (zuoberst links und rechts).


"On 12th November, 1967, Caroline and I, together with Daphne Lance, went to Flora, Caroline must have stayed back, as I returned alone from Johannesburg to Flora on 10th December, 1967.

At the end of 1967, Caroline and I went on a car trip to the Rorke's Drift Mission where we met Peder Gowenius, in order to arrange an exhibition of tapestries for Gallery 101, visiting the Blood River Monument on the way.

From January to December, 1967, my Father lived at "Witberg", corner Tudhope and Olivia Roads, in Berea, during that time he reduced his support to my Mother to just under R100 pm.

During 1967, Gallery 101 Johannesburg arranged 18 different exhibitions including exciting sculptures by Berrel Jensen."

Am 12. November 1967 gingen Caroline und uncle Fernand zusammen mit Daphne Lance nach Flora. Caroline muss zurückgeblieben sein, da er am 10. Dezember 1967 allein von Johannesburg nach Flora zurückkehrte.

Ende 1967 machten Caroline und Fernand Francis eine Autofahrt zur Rorke's Drift Mission, wo sie Peder Gowenius trafen, um eine Ausstellung von Wandteppichen für die Galerie 101 zu organisieren, auf dem Weg besuchten sie das Blood River Monument.

Von Januar bis Dezember 1967 lebte Opapa im "Witberg", an der Ecke Tudhope und Olivia Roads, in Berea. In dieser Zeit reduzierte er seine Unterstützung für Omama auf knapp unter 100 Rand pro Monat.

Im Jahr 1967 organisierte die Galerie 101 in Johannesburg 18 verschiedene Ausstellungen, darunter aufregende Skulpturen von Berrel Jensen.













 
1968
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3.13.  Das Gestern, das heute ist – 1968.
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St. Francis on-the-Hill, Flora

"We got married at Flora, Marquard in the Orange Free State on 20th January, 1968, with about 700 guests invited mainly by Caroline's parents - it was a real Flora promotion - a quiet Christmas Eve wedding with close family would have been preferred. Uncle Hugh Nicholson drove the bride and her Father to the wedding in his beautiful Jaguar Saloon; Anne, Henrietta and Philippa were bridemaids."

Sie heirateten am 20. Januar 1968 in Flora, Marquard im Oranje-Freistaat, mit etwa 700 Gästen, die hauptsächlich von Carolines Eltern eingeladen wurden - es war eine echte Promotion für Flora - eine stille Hochzeit an Heiligabend im Kreis der Familie wäre bevorzugt gewesen. Onkel Hugh Nicholson fuhr die Braut und ihren Vater in seinem wunderschönen Jaguar Saloon zur Hochzeit; Anne, Henrietta und Philippa waren Brautjungfern.


Heirat in der Kirche auf der Flora-Farm, 1968

 

Dreistöckige Hochzeitstorte - ein süsser Traum wird gemeinsam von uncle Fernand und Caroline angeschnitten: Er behält die Hand oben ...


"A short honeymoon trip to Coffee Bay in the Transkei followed, via the western side of Lesotho. The first night was spent at the virtually empty President Hotel, Bloemfontein. Next morning we went to the early morning service with the nuns at the Chapel of St. Michael School. After breakfast, we were the only people, we proceeded via Winburg, Reddersburg and Smithfield to Lady Grey."

Es folgte eine kurze Hochzeitsreise nach Coffee Bay in der Transkei, über die Westseite von Lesotho. Die erste Nacht verbrachten die frisch Vermählten im fast leeren President Hotel in Bloemfontein. Am nächsten Morgen besuchten sie den Frühgottesdienst mit den Nonnen in der Kapelle der St. Michael Schule. Nach dem Frühstück, bei dem sie die einzigen Gäste waren, fuhren uncle Fernand und Caroline über Winburg, Reddersburg und Smithfield nach Lady Grey.


Auf ihrer Hochzeitsreise trafen sie Xhosa und deckten sich auch gleich mit Stoff ein.


Eine Xhosa-Mutter mit ihrem Kind, nahe Coffee Bay, 26.01.1968.

Ich habe erst diese Woche eine Einladung zum Frühgottesdienst-Besuch in der Notre Dame in Fribourg mit gregorianischem Gesang erhalten. Meine Nachbarin Rita Egli, die im katholischen Glauben verwurzelt ist, besucht diese Gottesdienste regelmässig und schwärmt davon. Ich zögere noch, ihr zuzusagen, da diese Messen sehr früh am Morgen stattfinden; nächster Anlass wäre am kommenden Mittwoch, 10.12.2025 um 6:30 Uhr! Zudem bin ich eine schlechte Beifahrerin und würde - wenn schon, dann schon - Rita in meinem "Hibou" selbst chauffieren wollen. "Hibou" ist mein Hyundai, der mir zum ersten Advent und als Weihnachtsgeschenk von meinen Töchtern und Tömu geschenkt worden ist. Diese Überraschung ist ihnen gelungen! Ich war am 29. November 2025, als sie mit dem Wagen vorfuhren, so überwältigt, dass ich während Tagen immer wieder zum Fenster hinausschauen musste, ob ich träume oder mir dies nur einbilde ... Thomas, Jasmins Freund, der als Automechaniker arbeitet und nebenbei selbständig ein Lohnunternehmen betreibt, hatte diesen PW (Jahrgang 2010) für ein Schnäppchen (400.-) ergattert und in 7-8 Stunden selbst repariert, vorgeführt und auf Hochglanz poliert. Die Versicherungsbeiträge übernimmt Jasmin, sodass ich keinerlei Kosten tragen muss - ausser dem Sprit natürlich - eine weitere Geste, die mich zutiefst berührt; ihr ausgeklügelter Plan zu meiner Unterstützung sowie eine Erinnerung an mein erstes Auto, über das ich nun frei verfügen kann - im Rahmen meiner Energiereserven. Bis anhin hatte ich zeitlebens "Carsharing" praktiziert und nie ein eigenes Fahrzeug besessen. Die "Autoübergabe" war ein zehrender Posten in meiner BiBa-Bilanz, was die Jungmannschaft offenbar realisierte (ich hätte es ihnen niemals so kommuniziert) und dazu bewog, sich für dieses geheime, gemeinsame Projekt zusammenzuschliessen. Wie gesegnet ich mit ihnen bin! Ja, und ich merke einmal mehr, dass ich nun ernten darf, was ich so inbrünstig mit viel Liebe gesät habe ... 

Für den Moment lasse ich meine Entscheidung zur Frühmesse noch offen, doch nach dieser Passage mit der Beschreibung meines Onkels Fernand des kirchlichen Besuchs mit Caroline während ihren Flitterwochen im Jahr 1968 "gluschtet" es mich schon sehr, dies gemeinsam mit Rita zu erleben. Bis zur Kathedrale wär's lediglich eine halbe Stunde Autofahrt und die Wetterprognose für die kommende Woche ist frühlingshaft mild. Also keine vereisten, verschneiten Strassen ... ich zögere auch, weil ich nicht abschätzen kann, wieviel Energie dies meinen Körper kosten wird und ob es das Risiko wert ist.
Nun - kommt Zeit, kommt Rat ...


Distanzen in Afrika erstrecken sich ins Unendliche ... Auto damals im Jahr 1968 und heute, 2025 (bzw. Jahrgang "Hibou" 2010) - siehe Foto unten ...  der technische Fortschritt schreitet mit gigantischen Schritten voran!

 

Sandra mit dem geschenkten Hyundai, am Abend des Rüeggisberger "Adväntsmärit" - 29. November 2025.


Der Tank ist voll gefüllt - freie Fahrt ins Glück! Die Freude steht mir ins Gesicht geschrieben ... nun fliege ich regelmässig mit meiner "Eule" aus in den nahegelegenen Wald, meiner natürlichen Kathedrale.


"After filling the tank, off it was via Barkly East and over Elliot to Coffee Bay which we reached late at night, the 21st January. 

After a few days' stay, we travelled on 27th January to East London, spending the night in a village near Queenstown, reaching Flora on the 28th January, and then leaving for Johannesburg. On that day, Caroline gave me my first birthday present from her: a hairbrush and man's comb!

We received many beautiful wedding presents from artists, including from Judith Mason, Louis Steyn, Gordon Vorster, Esias Bosch, Ulrich Schwanecke, and others."

Nachdem sie den Tank gefüllt hatten, ging es über Barkly East und Elliot nach Coffee Bay, den Caroline und uncle Fernand spät in der Nacht des 21. Januars erreichten.

Nach ein paar Tagen Aufenthalt reisten sie am 27. Januar nach East London, verbrachten die Nacht in einem Dorf in der Nähe von Queenstown, erreichten Flora am 28. Januar und machten sich dann auf den Weg nach Johannesburg. An diesem Tag schenkte Caroline Fernand Francis sein erstes Geburtstagsgeschenk von ihr: eine Haarbürste und einen Kamm für Männer!

Das Brautpaar hat viele schöne Hochzeitsgeschenke von Künstlern erhalten, darunter von Judith Mason, Louis Steyn, Gordon Vorster, Esias Bosch, Ulrich Schwanecke und anderen.

"Caroline was still working at Liebermann's for a further 1.5 months, after getting married. She stopped work on the 5th March because of the long travelling hours - leaving for work at about 6 am. - and because I did not like the hours that she had to work for with hardly any pay.

On 9th February we saw "Annie" at the Adam Leslie Theatre, together with Henri and Janey and Michael Baker.

On 4th March, 1968, my Father was in Bulawayo, Rhodesia, returning on 6th March. On 20th July, 1968, he was again in Bulawayo, Rhodesia, for one day.

On 7th March, 1968, we saw Françoise Hardy at the Civic Theatre.

See:  Vor ihrem Tod enthüllte Françoise Hardy das schreckliche Geheimnis von Jacques Dutronc.
      
On 9th and 10th March, 1968, a big kiln and an electric wheel built by Mr Herman Smit from Liebermann Pottery were installed by him at my Mother's home in Gardens, and Caroline started again to potter, hoping to sell her work through craft shops. However, it did not work out at all as there were constant disputes with my Mother (she was called Omama), in particular because the kiln drew too much electricity and the mains kept on tripping and Caroline had to stop after a while.

Mr Smit also welded the Edoardo Villa sculpture she had in her garden, as damaged.

Between 17th and 23rd March, my Mother was in the Cape, staying at the Grand Hotel; we had my Father for supper on 20th March. On Henri's birthday on 27th April, we had supper at Linger Longer, Braamfontein, together with Janey and the Haenggi parents.

On 5th May, we attended a marvellous concert by Spanish guitarist Narciso Yepes.

Listen:                             Narciso Yepes - Recuerdos de la Alhambra

On Ascension Day, 23rd May, 1968, Caroline and I went on a one day trip to the Loskop Dam North of Middelberg, Transvaal. A few days later, Caroline started her first driving lesson."

Caroline arbeitete nach ihrer Heirat noch weitere 1,5 Monate bei Liebermann. Am 5. März hörte sie wegen der langen Fahrzeiten auf zu arbeiten - sie musste ungefähr um 6 Uhr morgens losfahren - und weil uncle Fernand die Arbeitszeiten, die sie mit kaum Bezahlung leisten musste, nicht gefielen.

Am 9. Februar sahen sie „Annie“ im Adam Leslie Theater, zusammen mit Papa, Mama und Michael Baker.

Am 4. März 1968 war Opapa in Bulawayo, Rhodesien, und kehrte am 6. März zurück. Am 20. Juli 1968 war er erneut für einen Tag in Bulawayo, Rhodesien.

Am 7. März 1968 sahen sie Françoise Hardy im Civic Theater.

Am 9. und 10. März 1968 wurde ein grosser Brennofen und ein elektrisches Rad, gebaut von Herrn Herman Smit von der Liebermann-Keramik, von ihm bei Omama in Gardens installiert, und Caroline begann wieder zu töpfern, in der Hoffnung, ihre Arbeiten über Handwerksläden zu verkaufen. Es funktionierte jedoch überhaupt nicht, da es ständig Streitigkeiten mit Omama gab, insbesondere weil der Brennofen zu viel Strom verbrauchte und die Sicherung immer wieder ausgelöst wurde, sodass Caroline nach einer Weile aufhören musste.

Herr Smit schweisste auch die Edoardo-Villa-Skulptur, die Omama in ihrem Garten hatte, da sie beschädigt war.

Zwischen dem 17. und 23. März war Omama am Kap und wohnte im Grand Hotel; Opapa war am 20. März zum Abendessen auch da. An Papa's Geburtstag am 27. April assen sie zusammen mit Mama, Omama und Opapa im Linger Longer in Braamfontein zu Abend.

Am 5. Mai besuchten sie ein wundervolles Konzert des spanischen Gitarristen Narciso Yepes.

Am Christi Himmelfahrtstag, dem 23. Mai 1968, machten Caroline und uncle Fernand einen Tagesausflug zum Loskop-Stausee nördlich von Middelberg, Transvaal. Wenige Tage später begann Caroline ihre erste Fahrstunde.

Honeymoon in Europe

"On 14th June, 1968, Caroline and I left for Europe for a proper 6 months' honeymoon, but we came back after 2 months because my mother needed help at Gallery 101, not coping with the business!

At first we stayed at Rümlang at the Schönenberger house - the whole family was there except for Janey and the eldest brother and sister. We also stayed one night at the home of Janey's one brother, a policeman from Zug. Visiting the old town, we saw at an interior decorator's shop a beautiful cupboard from the 17th Century which we purchased and shipped to South Africa (it landed in my mother's collection and from there with Henri and Monique!). 

Edi Schönenberger was looking after Henri's red 2 cylinder NSU Prinz which we could borrow for our trip to Italy (Milano, Venice Biennale with South African exhibits, Lago di Garda) and across Switzerland.

On 19th June, 1968, we started off visiting Heidi Weber's Le Corbusier Centre in Zurich.

Read for more information:                Centre Le Corbusier – Wikipedia

We carried on to Schaffhausen and the Rheinfall, then St. Gallen, staying overnight at the "Schwarzer Bären", Speicherstrasse 151, 3km outside of St. Gallen, on the way to Speicher. Bed and breakfast for two cost then only Fr. 23 in all!"

Flitterwochen in Europa

Am 14. Juni 1968 reisten Caroline und uncle Fernand nach Europa für richtige sechsmonatige Flitterwochen, aber sie kamen nach zwei Monaten zurück, weil Omama Hilfe in der Galerie 101 brauchte, sie kam mit dem Geschäft nicht zurecht!

Zuerst wohnten sie in Rümlang im Haus der Familie Schönenberger (Edi Schönenberger) - die ganze Familie war dort ausser Mama und ihrem ältesten Bruder (Heinz) und ihrer ältesten Schwester (Marlis). Sie übernachteten auch einmal bei einem von Mama's Brüdern, einem Polizisten aus Zug (Heinz). Beim Besuch der Altstadt sahen Caroline und uncle Fernand in einem Einrichtungsgeschäft einen wunderschönen Schrank aus dem 17. Jahrhundert, den sie kauften und nach Südafrika verschifften (er landete in Omama's Sammlung und von dort aus bei Papa und Monique!).

Edi Schönenberger kümmerte sich um Papa's roten 2-Zylinder-NSU Prinz, den Caroline und uncle Fernand für ihre Reise nach Italien (Mailand, Biennale Venedig mit südafrikanischen Ausstellungen, Gardasee) und quer durch die Schweiz ausleihen konnten.

Am 19. Juni 1968 starteten sie ihren Besuch im Le Corbusier Zentrum von Heidi Weber in Zürich.

Sie fuhren weiter nach Schaffhausen und zum Rheinfall, dann nach St. Gallen und übernachteten im „Schwarzer Bären“, Speicherstrasse 151, 3 km ausserhalb von St. Gallen, auf dem Weg nach Speicher. Ein Bed & Breakfast für zwei Personen kostete damals insgesamt nur 23 Fr!

"Via Vaduz, we then carried on to the Grisons (Davos, Flüelapass, Swiss National Pass, Zernez, S-chanf, Zuoz, Pontresina, Berninapass) and via Tresenda Valtellina non-stop to Venice.
We visited the Venice Biennale, a few days later after the 18th June riots of 1968.

Returning to Switzerland via Milano and Como, where we crossed the border, then travelled through Bissone, Lugano, Biasca, Lukmanierpass, Disentis, Oberalppass, Göschenen and Schwyz to Lucerne."

Über Vaduz fuhren uncle Fernand und Caroline dann weiter ins Bündnerland (Davos, Flüelapass, Schweizer Nationalpass, Zernez, S-chanf, Zuoz, Pontresina, Berninapass) und über Tresenda Valtellina non-stop nach Venedig.
Sie besuchten die Biennale in Venedig, einige Tage nach den Unruhen am 18. Juni 1968.

Auf der Rückfahrt in die Schweiz über Mailand und Como, wo sie die Grenze überquerten, fuhren sie dann via Bissone, Lugano, Biasca, Lukmanierpass, Disentis, Oberalppass, Göschenen und Schwyz nach Luzern.

Im September 2020, im ersten "Coronajahr", wagten Joya und ich einen Kurztrip nach Venedig und verbrachten anschliessend drei Tage am Strand von Jesolo. Venedig war traumhaft, wegen der Pandemie fast menschenleer, und ich konnte sogar unter den Arkaden des Dogenpalasts tanzen (normalerweise wimmelt es dort von Touristen). Nach Ankunft mit dem Zug verbrachten wir die Nacht vom 25. auf den 26.09. im "Combo" (Campo Dei Gesuiti), einem ehemaligen Jesuitenkloster, das zu einem Hostel, Eventcenter und Studentenwohnheim umfunktioniert wurde - ein genialer Mix aus alt und neu mit wunderschönem Innenhof und geräumigen, ruhigen Zimmern in der Nähe der Vaporettastation. Wir besuchten die Hotspots, schlenderten durch die schmalen Gässchen und kehrten im Caffè Florian ein, dem ältesten Kaffeehaus der Welt (29.12.1720 eröffnet), wo ich den teuersten Latte Macchiato (10.50 Euro) aller Zeiten trinken sollte, auf Anraten einer Kollegin, die mir diese Location wärmstens empfohlen hatte. In der Tat dachte ich an Ingrid und ihren Sohn Florian, von dem sie viel erzählt hatte, währenddem ich ehrfürchtig an der edlen Tasse nippte - die "camerieri" servierten hier mit weissen Handschuhen und bewegten sich geschmeidig zuvorkommend, auf leisen Sohlen - jeden Wunsch von den Lippen ablesend - währenddem ich mir in diesem geschichtsträchtigen Gebäude wie eine Königin vorkam.
Ich hatte in Venezia wie bisher noch nie an einem Ort das Gefühl, in einer "Aura" unzähliger, märchenhafter, romantischer Liebesgeschichten umworben zu sein - ja, man konnte es wahrlich leibhaftig spüren, dass dies die Stadt der Liebe ist - nicht nur die historischen Monumente sprachen davon, auch die Mauern, Pflastersteine, Brücken, Lagunen, der Canal Grande ... alles, was hier an Architektur und Wunderwerken menschlichen Erschaffens anzutreffen ist, trägt sie in sich: Die Poesie dessen, was ich als Liebe empfinde. Das hatte ich so intensiv zu spüren nicht erwartet, und auch heute noch, währenddem ich in den Erinnerungen an diese Reise mit Joya schwelge, durchströmt mich diese Emotion genauso wie damals, ungetrübt. 


Ehemaliges Jesuitenkloster, Aussenansicht 


"Combo" mit Zugang zum Wasser.


"Combo" Innenhof.


Prima colazione nel campo interno.


Wunderschöne Wandmalereien im ehemaligen Klostergebäude.


Doppelzimmer (damals inklusive Frühstück für 2 Personen: CHF 78.-)


Preisliste Caffè Florian ... September 2020.


Edelster Kaffeeschaum - im Florian ein Traum.


Joya auf dem Weg zum Pasta-Znacht ... 


Romantische Abendstimmung am Canal Grande, 25. September 2020


Das berühmte Muranoglas ...


Sandra tanzend unter den Arkaden des Dogenpalastes, 25.09.2020


Am Strand von Jesolo - mein Lieblingsfoto (von mir, auf dem ich alleine drauf bin ...).


Im Hotel "Almar Lido Jesolo" war auch Maskenpflicht - Joya trägt sie elegant.


Mein Gedicht aus dieser Zeit:


Zusammengewirkt

"Gott ist der Quilter, leise und weise
Er sammelt Stücke auf der Reise
Was brach, was wund, was Freude war
Nimmt er behutsam, Jahr für Jahr

Mit Gnadennadel, Faden fein
Webt er mein Leben sanft hinein
Was mir zerfällt, was ich nicht seh
Wird Teil von etwas Grossem
Das ich noch nicht versteh

Denn ich seh nur Muster, schief und wirr
Die Farben grell, der Sinn verirrt
Doch der Schöpfer erkennt den tiefen Plan
Den nur sein Blick erfassen kann

Der Glaube ist der Faden still
Der alles hält, was halten will
Er bindet fest, gibt Wert und Licht
Verlässt das Werk der Liebe nicht

Vielleicht versteh ich einst mein Sein
Warum auch Schmerz muss Farbe sein
Bis dahin ruh ich, unverzagt
In Gottes Hand, die weiter schafft."

 

"We then carried on over the Sustenpass, Furkapass, Grimselpass, Brienz, Interlaken, Beatenberg to Grindelwald where we stayed 3 days. We then proceeded via Thun, Burgdorf to Zug. Our final trip was to Basel and back to Zurich where we had a farewell lunch with our cousin Paul Gmür and his younger son, at their home. 

Then we left for London on 8th July, being met by Anne and Michael Baker; then we had supper with them and Peg and Archie who had invited us all. Jenny and Sue Nicholls joined afterwards and we all saw a beautiful fireworks display as a part of the City of London Festival and were dropped off at the flat of Sue Nicholl's mother where we "encamped" in their lounge during our London stay! They were living at 4 Welbeck Court, Addison Bridge Place, West Kensington, London W14. Sue had organised some tickets for us to see one of the famous regattas at Henley-on-Thames."

For more information:                 Henley Royal Regatta - Wikipedia

Uncle Fernand und Caroline fuhren dann weiter über den Sustenpass, Furkapass, Grimselpass nach Brienz, Interlaken, Beatenberg bis Grindelwald, wo sie drei Tage blieben. Anschliessend ging es über Thun, Burgdorf nach Zug. Ihr letzter Ausflug führte sie nach Basel und zurück nach Zürich, wo sie ein Abschiedsmittagessen bei ihrem Cousin Paul Gmür und seinem jüngeren Sohn zu Hause einnahmen.

Dann reisten sie am 8. Juli nach London, wo sie Anne und Michael Baker abholten; danach genossen sie das Abendessen mit ihnen sowie Peg und Archie, die sie alle eingeladen hatten. Jenny und Sue Nicholls kamen später dazu, und sie sahen alle eine wunderschöne Feuerwerksvorführung im Rahmen des City of London Festivals und wurden zur Wohnung von Sue Nicholls' Mutter gebracht, wo sie während ihres London-Aufenthalts im Wohnzimmer „lagernd“ unterkamen! Sie wohnten in 4 Welbeck Court, Addison Bridge Place, West Kensington, London W14. Sue hatte für sie einige Eintrittskarten organisiert, um eines der berühmten Regatten in Henley-on-Thames zu sehen.

"On 19th July, we visited Aunt Peggy and Archie Heard at Littlehurst in Binfield nr. Bracknell; on another occasion, they showed us around Sonning-on-Thames where we had a drink at the "White Hart Hotel" in the company of David and Janet Christie. At some other time, we had tea once at their basement flat at Collingham Gardens, London SW5, where they showed us their collection. Archie Heard was a director of Carrier Air Conditioning + Refrigeration in the UK. We also visited Anne and Michael Baker at Owletts, Cobham, Kent. On another occasion Caroline travelled alone by train to Rye, East Sussex, to visit Helen Baker staying at her sister's home in Rye; they also looked around the Rye Pottery.

On 22nd July, 1968, we rented a Morris Mini 1000 in London at a flat fee (no mileage!) and zoomed around England in one week (Windsor, Winchester, Salisbury, Stonehenge, Dartmoor, St Ives in Cornwall, then to Bristol (visiting Robin Welch, a potter), then Bath and straight up via Glasgow to Loch Lomond, Pitlochry in NE Scotland (visiting Gallery 101's northernmost client!) and back via Edinburgh, calling on family friends in Fife, seeing the Dunkeld and Melrose Abbeys, part of the Hadrian's wall, on the way sleeping in our car mid-way back to Cambridge, then Newport and London. The garage owner couldn't believe his eyes when he saw the mileage counter ..."

Am 19. Juli besuchten die Turteltäubchen Tante Peggy und Archie Heard in Littlehurst in Binfield bei Bracknell; bei einer anderen Gelegenheit zeigten sie ihnen Sonning-on-Thames, wo uncle Fernand und Caroline im "White Hart Hotel" zusammen mit David und Janet Christie etwas tranken. Ein anderes Mal tranken sie einmal Tee in ihrer Kellerwohnung in den Collingham Gardens, London SW5, wo sie ihnen ihre Sammlung zeigten. Archie Heard war Direktor von Carrier Air Conditioning + Refrigeration in Grossbritannien. Sie besuchten auch Anne und Michael Baker in Owletts, Cobham, Kent. Bei einer anderen Gelegenheit reiste Caroline allein mit dem Zug nach Rye, East Sussex, um Helen Baker zu besuchen, die im Haus ihrer Schwester in Rye wohnte; sie besichtigten auch die Töpferei von Rye.

Am 22. Juli 1968 mieteten uncle Fernand und Caroline in London einen Morris Mini 1000 zu einem Pauschalpreis (keine Kilometerbegrenzung!) und fuhren eine Woche lang quer durch England (Windsor, Winchester, Salisbury, Stonehenge, Dartmoor, St Ives in Cornwall, dann nach Bristol, um Robin Welch, einen Töpfer, zu besuchen, dann Bath und direkt über Glasgow zum Loch Lomond, Pitlochry im Nordosten Schottlands, um Gallery 101s nördlichsten Kunden zu besuchen!) und zurück über Edinburgh, wobei sie Freunde der Familie in Fife besuchten, die Abteien von Dunkeld und Melrose sowie Teile des Hadrianswalls besichtigten, unterwegs halbwegs zurück nach Cambridge im Auto übernachteten, dann Newport und London erreichten. Der Garagenbesitzer traute seinen Augen nicht, als er den Kilometerzähler sah ...

Infos zu Stonehenge:                               Stonehenge – Wikipedia


Stonehenge, 1968, damals noch ohne Touristen und abgrenzenden Zaun.


"On 24th July, 1968, while in Cornwall, Caroline was offered by Janet Leach the opportunity to work at her Studio in St. Ives to start the very next working day. This was unfortunately to be a lost opportunity indeed, as I really could not leave Caroline behind in Cornwall, having just got married (though I had been given the opportunity by Janet of a job as a gallery manager in St. Ives). Following Janet Leach's telephonic introduction, we also had the opportunity to have tea with Bernard Leach, world-renowned ceramic artist, and later in London, on Leach's introduction, after our return from Scotland; we also visited Lucie Rie known then according to Bernard Leach as the best woman potter. We acquired two fragile pieces from her. We also acquired a number of ceramics from the Potters' Association near Cranks (the best period in Britain's ceramic history!) for Gallery 101 which they shipped to the gallery in Johannesburg, including items we had acquired directly from Robin Welch and Janet Leach, to be exhibited in December, 1968."

Am 24. Juli 1968, während ihres Aufenthalts in Cornwall, bot Janet Leach Caroline die Gelegenheit, in ihrem Studio in St. Ives ab dem nächsten Arbeitstag zu arbeiten. Dies sollte leider eine verpasste Chance sein, da uncle Fernand Caroline in Cornwall nicht zurücklassen konnte, gerade nachdem sie geheiratet hatten (obwohl ihm Janet die Möglichkeit eines Jobs als Galeriemanager in St. Ives gegeben hatte). Nach der telefonischen Einführung durch Janet Leach hatten sie auch die Gelegenheit, Tee mit Bernard Leach, dem weltberühmten Keramikkünstler, zu trinken, und später in London, auf Leachs Empfehlung, nach ihrer Rückkehr aus Schottland, besuchten sie auch Lucie Rie, die damals laut Bernard Leach als die beste weibliche Töpferin galt. Sie erwarben zwei zerbrechliche Stücke von ihr. Ausserdem erwarben sie eine Reihe von Keramiken von der Potters' Association in der Nähe von Cranks (die beste Zeit in der Keramikgeschichte Grossbritanniens!) für die Galerie 101, die sie an die Galerie in Johannesburg verschickten, einschliesslich Gegenstände, die sie direkt von Robin Welch und Janet Leach erworben hatten und die im Dezember 1968 ausgestellt werden würden.

(ca. 206 A4)

"Our northernmost call was to see Gallery 101's client "The Highland Fling" in Pitlochry, Scotland. Then it was back to London, visiting on the way Rhodes House in Bishop's Stortford near Newport, Essex, where Cecil Rhodes was born. 

On 28th July, 1968, we had supper with the Nicholls at the Swiss Club, London.

We left London on 30th July, arriving in Orly, Paris, where we got our tickets for the remainder of our trip back to SA. In Paris, we stayed at the Hotel de Lille on the Left Bank, and looked around the city. On 3rd August, we visited the Orangerie and the Musée Rodin, and others.

On 4th August, we carried on from Paris to Madrid by Air France, Caroline carrying in the plane the teapot and the two Lucie Rie bowls on her knees (now in the Pretoria Art Museum, by donation). We then stayed a few days in Madrid in a hotel, but as we had no money on us, we only ate the barest, bread and wine and the like.

We visited art galleries and spent some time in the Prado. I had arranged for a telegraphic transfer of funds from my account at Bank Wegelin, St. Gallen (which account I kept active since the days of my apprenticeship in 1953/54), but nothing had arrived in Madrid by the time we had to leave the hotel!

Upon telephonic enquiries, it was found out that though the money had been sent in time, the transfer got stuck between two various banks in Spain. What could the hotel management do? They trustingly let us go, without a penny in hand! We then flew on 9th August, 1968, to Lisbon with TWA, virtually penniless. Our SAA plane flying off next day, we were stuck at the airport, as we could not go to visit Lisbon city. After a while, Caroline required about a friend of her sister Anne who was a pilot with SAA; the result of it was that we were given free transit and a free stay at a nice centrally situated Hotel in Lisbon (Hotel Embaixador) as transit passengers! We had a dinner on the house, but when it came to coffee which we had ordered, we were told we had to pay for that, as no drinks were included. I emptied all my pockets and scraped almost enough in pennies, centimes, and other currencies. The waiter shook his head and took it all, as it was.

We arrived in Johannesburg on 11th August, 1968, travelling from Lisbon with SAA flight 237."

Ihr nördlichster Besuch galt der Galerie 101 und ihrem Kunden „The Highland Fling“ in Pitlochry, Schottland. Dann ging es zurück nach London, unterwegs machten uncle Fernand und Caroline einen Abstecher nach Rhodes House in Bishop's Stortford in der Nähe von Newport, Essex, wo Cecil Rhodes geboren wurde.

Am 28. Juli 1968 assen sie mit den Nicholls im Swiss Club in London zu Abend.

Sie verliessen London am 30. Juli und kamen in Orly, Paris, an, wo sie ihre Tickets für den Rest ihrer Reise zurück nach Südafrika bekamen. In Paris übernachteten sie im Hotel de Lille am linken Ufer und erkundeten die Stadt. Am 3. August besuchten sie die Orangerie und das Musée Rodin sowie andere Orte.

Am 4. August reisten die frisch Vermählten von Paris nach Madrid mit Air France, wobei Caroline während des Fluges die Teekanne und zwei Lucie-Rie-Schalen auf ihren Knien trug (jetzt im Pretoria Art Museum, als Spende). Sie blieben dann ein paar Tage in Madrid in einem Hotel, aber da sie kein Geld bei sich hatten, assen sie nur das Nötigste, Brot und Wein und Ähnliches.

Sie besuchten Kunstgalerien und verbrachten einige Zeit im Prado. uncle Fernand hatte eine telegraphische Geldüberweisung von seinem Konto bei der Bank Wegelin, St. Gallen, veranlasst (ein Konto, das er seit seiner Lehrzeit 1953/54 aktiv führte), aber als sie das Hotel verlassen mussten, war noch nichts in Madrid angekommen!

Bei telefonischen Nachfragen stellte sich heraus, dass das Geld zwar rechtzeitig überwiesen worden war, die Überweisung jedoch zwischen zwei verschiedenen Banken in Spanien steckengeblieben war. Was konnte das Hotelmanagement tun? Sie liessen die beiden vertrauensvoll gehen, ohne einen Cent in der Hand zu haben! Caroline und uncle Fernand flogen dann am 9. August 1968 mit TWA nach Lissabon, praktisch mittellos. Ihr SAA-Flugzeug startete am nächsten Tag, sodass sie am Flughafen festsassen und die Stadt Lissabon nicht besuchen konnten. Nach einer Weile erkundigte sich Caroline nach einer Freundin ihrer Schwester Anne, die Pilotin bei SAA war; das Ergebnis war, dass sie als Transitpassagiere freien Transit und einen kostenlosen Aufenthalt in einem schönen, zentral gelegenen Hotel in Lissabon (Hotel Embaixador) erhielten! Sie genossen ein Abendessen aufs Haus, aber als es um den Kaffee ging, den sie bestellt hatten, wurde ihnen gesagt, dass sie dafür bezahlen müssten, da keine Getränke inbegriffen seien. Uncle Fernand leerte alle seine Taschen und kratzte fast genug in Pfennigen, Centimes und anderen Währungen zusammen. Der Kellner schüttelte den Kopf und nahm alles so, wie es war.

Sie kamen am 11. August 1968 in Johannesburg an, nachdem sie mit dem SAA-Flug 237 aus Lissabon gereist waren.


Back in Johannesburg

"Our flat at Kapteijn Street had been sub-let to a staff member of the gallery for a certain period, but due to the unexpected earlier return to Johannesburg, this caused havoc, and we had to stay with my Mother for some time which caused further friction with her. It resulted in us having to unexpectedly pack our few belongings and move to a furnished flat at Groot Drakenstein near Clarendon Circle for a short period (September 1968)!

On 8th September we visited Flora. Soon after, we had a picnic at my mother's home in Gardens, like so many others.

During October, 1968, Archie and Peggy Heard were out from the UK, stopping over at the Sunnyside Hotel in Johannesburg. One Sunday we took them to see our land at Riverside, Kosmos and Hartebeespoortdam. 

Caroline's wheel and kiln were picked up by Sammy Liebermann in November and taken to the Liebermann's home in Kelvin, where Caroline would continue to potter for a few months.

Lucas SITHOLE had a solo show at Gallery 101, Rand Central, Johannesburg - Richard Harvey made a film about the artist at that time.

We again visited Flora on 26th and 27th October, 1968.

Round about that time, we went to the Civic Theatre, Johannesburg, to hear the singing duo Nina + Frederick on their South African tour. We were also members of a Ciné Club in Hillbrow near the Chelsea Hotel (Johannesburg Film Society) and saw a number of films on Sunday nights.

On 13th December, 1968, my Father passed through Jan Smuts airport, on the way back to Rhodesia. The next day, we saw John Nicholson off at Jan Smuts airport, going on a long overseas trip.

We spent Christmas at Flora from 24th to 25th December.

Per end of December, 1968, Henri and family left their home in Highlands North, Johannesburg.

During 1968, Gallery 101 Johannesburg arranged 23 different exhibitions including exciting pottery from England we had selected on our overseas trip mid-year."


Zurück in Johannesburg

Ihre Wohnung in der Kapteijn-Strasse war für eine gewisse Zeit an ein Mitglied des Galeriepersonals untervermietet worden, aber aufgrund der unerwartet früheren Rückkehr nach Johannesburg verursachte dies Chaos, sodass Caroline und uncle Fernand für einige Zeit bei Omama bleiben mussten, was zu weiteren Spannungen mit ihr führte. Das führte dazu, dass sie unerwartet ihre wenigen Sachen packen und für kurze Zeit (September 1968) in eine möblierte Wohnung in Groot Drakenstein in der Nähe des Clarendon Circle ziehen mussten!

Am 8. September besuchten sie Flora. Kurz danach machten sie ein Picknick bei Omama zu Hause in Gardens, wie so viele andere.

Im Oktober 1968 waren Archie und Peggy Heard aus Grossbritannien zu Besuch und machten im Sunnyside Hotel in Johannesburg Halt. An einem Sonntag zeigten uncle Fernand und Caroline ihnen ihr Land in Riverside, Kosmos und den Hartebeespoort-Staudamm.

Carolines Töpferrad und Brennofen wurden im November von Sammy Liebermann abgeholt und zu den Liebermanns nach Kelvin gebracht, wo Caroline noch einige Monate weiter töpfern würde.

Lucas SITHOLE hatte eine Einzelausstellung in der Galerie 101, Rand Central, Johannesburg - Richard Harvey drehte zu dieser Zeit einen Film über den Künstler.

Sie besuchten Flora erneut am 26. und 27. Oktober 1968.

Etwa zu dieser Zeit gingen sie ins Civic Theatre in Johannesburg, um das Gesangsduo Nina + Frederick auf ihrer Südafrika-Tour zu hören. Uncle Fernand und Caroline waren auch Mitglieder eines Ciné Clubs in Hillbrow in der Nähe des Chelsea Hotels (Johannesburg Film Society) und sahen sich an Sonntagabenden eine Reihe von Filmen an.

Am 13. Dezember 1968 durchreiste Opapa den Jan-Smuts-Flughafen auf dem Rückweg nach Rhodesien. Am nächsten Tag verabschiedeten sie John Nicholson am Jan-Smuts-Flughafen, der zu einer langen Überseereise aufbrach.

Sie verbrachten Weihnachten vom 24. bis 25. Dezember bei Flora.

Ende Dezember 1968 verliessen Papa, Mama, klein Fernand (vierjährig) und ich unser Zuhause in Highlands North, Johannesburg.

Im Jahr 1968 organisierte die Galerie 101 in Johannesburg 23 verschiedene Ausstellungen, darunter faszinierende Keramik aus England, die uncle Fernand und Caroline auf ihrer Überseereise Mitte des Jahres ausgewählt hatten.


























1969-1970
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3.14.  Das Gestern, das heute ist – 1969-1970.
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Dockworkers strike in Durban, all summarily fired. First man on the moon. Bikinis legalised on SA beaches. Steven Biko founded SA Students Organisation.

"As from 1st January, 1969, Henri and family lived in a rented house at Ulco between Kimberley and Kuruman, being part of an Anglo Alpha Cement Company's employee housing scheme (until 31st December, 1969). Henri was Site Engineer for New Construction Projects of the Lime Works at ULCO.

I had to go to Cape Town on gallery business early in the year to select works for an important exhibition at Gallery 101. Our driver Green came back by car, while I flew back, Caroline fetching me at Jan Smuts Airport."

Streik der Hafenarbeiter in Durban, alle auf der Stelle entlassen. Der erste Mann auf dem Mond. Bikinis auf südafrikanischen Stränden legalisiert. Steven Biko gründete die SA Students Organisation.

Ab dem 1. Januar 1969 lebten Papa, Mama, klein Fernand und ich (bald zweijährig) in einem gemieteten Haus in Ulco zwischen Kimberley und Kuruman, als Teil eines Wohnungsschemas für Angestellte der Anglo Alpha Cement Company (bis zum 31. Dezember 1969). Papa war Bauleiter für neue Bauprojekte der Kalkwerke in Ulco.

Anfang des Jahres musste uncle Fernand für Galeriegeschäfte nach Kapstadt reisen, um Werke für eine wichtige Ausstellung in der Galerie 101 auszuwählen. Ihr Fahrer Green kam mit dem Auto zurück, während Fernand Francis flog und Caroline ihn am Jan-Smuts-Flughafen abholte.

"On 6th January, 1969, Father was in Moçambique on business, he was also in Kinshasa on 22nd January, 1969. In 22nd February, he left SA again through Jan Smuts Airport; on 5th March, 1969, he returned from Kinshasa Ndjili airport.

In February, 1969, Gallery 101 extended their premises on the first floor to rooms 106 and 107, bringing the total space covered on the first floor alone to 2500 sq. feet. In addition, there was a large storage and framing department on the second floor, as well as administrative offices. The premises thus extended over the basement, the ground-floor, first and second floor of Rand Central Building!

We had two young cats, Ginger and Tabby, who used to sit on the table watching us eat; closing their eyes, they used to creep the plates and try to snatch some food!"

Am 6. Januar 1969 war Opapa geschäftlich in Mosambik, und am 22. Januar 1969 war er auch in Kinshasa. Am 22. Februar verliess er Südafrika erneut über den Jan-Smuts-Flughafen; am 5. März 1969 kehrte er vom Flughafen Ndjili in Kinshasa zurück.

Im Februar 1969 erweiterte die Galerie 101 ihre Räumlichkeiten im ersten Stock auf die Räume 106 und 107, wodurch die gesamte Fläche allein im ersten Stock auf 2500 Quadratfuss anwuchs. Zusätzlich gab es eine grosse Lager- und Rahmenabteilung im zweiten Stock sowie Verwaltungsbüros. Die Räumlichkeiten erstreckten sich somit über das Kellergeschoss, das Erdgeschoss, den ersten und zweiten Stock des Rand Central Building!

Caroline und uncle Fernand hatten zwei junge Katzen, Ginger und Tabby, die auf dem Tisch sassen und ihnen beim Essen zusahen; die Augen geschlossen, schlichen sie sich zu den Tellern und versuchten, einen Happen zu schnappen!

"On 6th and 7th April, 1969, we were at Flora; Caroline cut Roland's hair in his rondavel behind the main house, in preparation for his 21st birthday, followed by a tennis party!

From 14th to 18th June, Caroline was staying alone at Flora, Marquard. From about June, she started to work full-time at The Stocking Shop in Rosebank.

With her wedding money, Caroline purchased on 25th June, 1969, under a terms deed of sale, Stand 3 Rivonia Ext. Portion 31, Farm Rietfontein No 2 IR (later to be known as Stand 100, Ext. 9, Rivonia, Sandton), paying a deposit of R675 and the balance off in monthly instalments of R67.50. The sales agents were B&H Elegant Homes in Rosebank."

Am 6. und 7. April 1969 waren uncle Fernand und Caroline in Flora; Caroline schnitt ihrem Bruder Roland hinter dem Haupthaus in seinem Rondavel die Haare, als Vorbereitung auf seinen 21. Geburtstag, gefolgt von einer Tennisparty!

Vom 14. bis 18. Juni blieb Caroline allein in Flora, Marquard. Ab etwa Juni begann sie, Vollzeit im Stocking Shop in Rosebank zu arbeiten.

Mit ihrem Hochzeitsgeld kaufte Caroline am 25. Juni 1969 unter einem Kaufvertrag Stand 3 Rivonia Ext. Portion 31, Farm Rietfontein Nr. 2 IR (später bekannt als Stand 100, Ext. 9, Rivonia, Sandton), zahlte eine Anzahlung von R675 und den Rest in monatlichen Raten von R67,50. Die Verkaufsagenten waren B&H Elegant Homes in Rosebank.

"My Father was again in Moçambique on 18th August, 1969.

During second half of August, 1969, Caroline had a holiday break, staying at the President Hotel in Cape Town for a week; the first day she slept right through until her sister Janet and David met her for supper at the hotel. The next day, she met an Estate Agent who showed her around as I had asked her to look around for some land. Caroline was shown property in Kommetje and kept the agent's card for future use. From 17th August, she stayed at the Christie's at "Ailort", 14 Colenso Rd. in Newlands. Over the week-end, David and Janet took Caroline in their car to Claremont, Hout Bay and Kommetje on the one day and to Bloubergstrand and Stellenbosch area on another day.

The new Hyde Park Corner Centre in Johannesburg / Sandton was being built; we would soon be opening a branch gallery for Gallery 101 there.

In September, Caroline fell pregnant with Françoise - a Françoise Hardy baby we called her later, but as my second name is Francis that also made sense. 

In November, 1969, we attended the play "A sip of Jerepigo" by H.C. Bosman, presented by Patrick Mynhardt at the Chamber Theatre of the Johannesburg Civic Theatre.

Sometimes during 1969, I attended Mrs Mattie Koz's daughter's wedding at the Parktown Synagogue; Mrs Koz was one of our senior gallery custodians.

During 1969, Gallery 101 Johannesburg arranged 25 different exhibitions.

Our good friend Peter German married Anja Robinson sometimes during the year."

Opapa war am 18. August 1969 wieder in Mosambik.

Während der zweiten Hälfte des Augusts 1969 hatte Caroline eine Urlaubspause und blieb für eine Woche im President Hotel in Kapstadt; am ersten Tag schlief sie den ganzen Tag durch, bis ihre Schwester Janet und David sie zum Abendessen im Hotel trafen. Am nächsten Tag traf sie einen Immobilienmakler, der ihr die Gegend zeigte, da uncle Fernand sie gebeten hatte, nach etwas Land Ausschau zu halten. Caroline wurde Immobilien in Kommetje gezeigt und behielt die Visitenkarte des Maklers für die Zukunft. Ab dem 17. August wohnte sie bei Christies in "Ailort", 14 Colenso Rd. in Newlands. Am Wochenende nahmen David und Janet Caroline mit ihrem Auto an einem Tag nach Claremont, Hout Bay und Kommetje und an einem anderen Tag nach Bloubergstrand und in die Gegend von Stellenbosch.

Das neue Hyde Park Corner Centre in Johannesburg/Sandton wurde gebaut; sie würden dort bald eine Filialgalerie für Gallery 101 eröffnen.

Im September wurde Caroline schwanger mit Françoise - ein Françoise-Hardy-Baby, wie sie sie später nannten, aber da uncle Fernands zweiter Vorname Francis war, ergab das auch Sinn.

Im November 1969 besuchten Caroline und Fernand Francis das Stück „A Sip of Jerepigo“ von H.C. Bosman, aufgeführt von Patrick Mynhardt im Chamber Theatre des Johannesburg Civic Theatre.

Irgendwann im Laufe des Jahres 1969 nahm uncle Fernand an der Hochzeit der Tochter von Mrs. Mattie Koz in der Parktown Synagoge teil; Mrs. Koz war eine ihrer leitenden Galeriekuratorinnen.

Im Jahr 1969 veranstaltete die Gallery 101 Johannesburg 25 verschiedene Ausstellungen.

Ihr guter Freund Peter German heiratete im Laufe des Jahres Anja Robinson.


The family is growing

"As from 1st January, 1970, Henri and family lived in their home at 39, Loch Avenue, Parktown West, in Johannesburg. 
Henri Paul was born on 17th January, 1970, at the Florence Nightingale Nursing Home in Berea, Johannesburg.

At the end of January, 1970, Caroline stopped work at the Stocking Shop as she had to spend 3 months in bed in which time she played scrabble with our neighbour, Chris Robinson who lived on the top floor in our building with her husband, well-known photographer Mike Robinson. Caroline stayed at home, making in her small test kin which she kept on the balcony, ceramic jewellery, miniature pigs and mice. These were sold to a small shop in Hillbrow or left on consignment - she never got paid for anything."

Die Familie wächst

Ab dem 1. Januar 1970 wohnten Papa, Mama, klein Fernand (siebenjährig) und ich (dreijährig) in unserem Haus in der 39, Loch Avenue, Parktown West, in Johannesburg. Mein jüngerer Bruder Henri Paul wurde am 17. Januar 1970 im Florence Nightingale Nursing Home in Berea, Johannesburg, geboren.

Ende Januar 1970 hörte Caroline bei der Stocking Shop zu arbeiten auf, da sie drei Monate im Bett verbringen musste. In dieser Zeit spielte sie Scrabble mit ihrer Nachbarin Chris Robinson, die zusammen mit ihrem Mann, dem bekannten Fotografen Mike Robinson, im obersten Stockwerk ihres Gebäudes wohnte. Caroline blieb zu Hause und stellte in ihrem kleinen Test-Kin, den sie auf dem Balkon aufbewahrte, Keramikschmuck, Miniaturschweine und Mäuse her. Diese wurden an ein kleines Geschäft in Hillbrow verkauft oder auf Kommissionsbasis abgegeben - sie bekam nie Geld dafür.

"On 3rd March, 1970, Gallery 101 opened the Hyde Park Branch. Eight shows were held there during the year.
 
In April, 1970, John Cullum Construction drew plans (Stage I.) to my specifications for our new home to be built at 11, Louie Avenue, Northcliff (Stand 228, Northcliff, 1 acre in extent).

On 21st May, 1970, Gallery 101 opened the Hollard Street Branch. Six shows were held there during the year."

Am 3. März 1970 eröffnete die Galerie 101 die Filiale Hyde Park. Im Laufe des Jahres fanden dort acht Ausstellungen statt.

Im April 1970 erstellte John Cullum Construction Pläne (Phase I) nach Fernand Francis' Vorgaben für ihr neues Zuhause, das in der Louie Avenue 11, Northcliff (Stand 228, Northcliff, 1 Hektar gross) gebaut werden sollte.

Am 21. Mai 1970 eröffnete die Galerie 101 die Filiale Hollard Street. Im Laufe des Jahres fanden dort sechs Ausstellungen statt.

"On 6th May, 1970, my Father's pass was extended in Johannesburg for another year. He went to Kinshasa on 3rd June, returning to Johannesburg on 12th June, 1970. Heineken had referred a project to build a brewery for a black financier, Mr Ngunza, B.P. 716, Kinshasa, to Father, who stayed at the Hotel Bonanza, Avenue de l'École, Kinshasa. Mr Ngunza had made his money building roads around the country. However, all projects were stopped later, as finances ran out. Father was not paid most of his fees. At that time, he was also expecting proposals from Pepsi Cola/Canada Dry in Lourenço Marques (Montemor).

The Consulate General of Switzerland in Johannesburg, based on feed-back from the Police Dept. of the Federal Dept. of Justice and Police, Berne, confirmed on 16th June, 1970, that renewal of Swiss passes for Father could continue to be issued in the name of "Haenggi" (as was already the case with his pass issued in Athens on 25th January, 1954)."

Am 6. Mai 1970 wurde Opapas Pass in Johannesburg um ein weiteres Jahr verlängert. Er reiste am 3. Juni nach Kinshasa und kehrte am 12. Juni 1970 nach Johannesburg zurück. Heineken hatte ein Projekt zur Errichtung einer Brauerei für einen schwarzen Financier, Herrn Ngunza, B.P. 716, Kinshasa, an Opapa weitergeleitet, der im Hotel Bonanza, Avenue de l'École, Kinshasa, übernachtete. Herr Ngunza hatte sein Geld mit dem Bau von Strassen im ganzen Land verdient. Später wurden jedoch alle Projekte gestoppt, da die Mittel ausgingen. Opapa erhielt die meisten seiner Honorare nicht. Zu dieser Zeit erwartete er auch Angebote von Pepsi Cola/Canada Dry in Lourenço Marques (Montemor). 

Das Generalkonsulat der Schweiz in Johannesburg bestätigte am 16. Juni 1970, basierend auf Rückmeldungen des Polizeidepartements des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements in Bern, dass die Erneuerung der Schweizer Pässe für Opapa weiterhin auf den Namen „Haenggi“ ausgestellt werden könne (wie bereits bei seinem Pass, der am 25. Januar 1954 in Athen ausgestellt wurde).  

"Françoise was born by natural birth, at Marymount on 28th June, 1970. At the same time and place, Judith Mason gave birth to her first child, Tammy. My Father brought Caroline a bunch of flowers to the hospital! My mother bought Françoise 50 De Beers Centenary linked units as a start-up capital! In addition, Caroline chose a pendant and bracelet from Margaret Richardson to match a ring she already had (the ring was unfortunately stolen some years later). Paul Poppe, at that time Manager of our Gallery 101 branch Hyde Park, ordered from the Hyde Park florist a bouquet of daisies in the shape of a stork and had it sent to Marymount.

Elizabeth who cleaned our flat two days a week, sometimes baby sat Françoise. Caroline visited her mother taking the train to Theunissen when Fafa was six weeks old; her father collected them both by car. The journey to Flora was on gravel roads and Caroline thought the dust on the road could choke Françoise. When Françoise was 3 months old, Caroline flew with her to Cape Town and stayed three weeks with Janet and David."

Françoise wurde auf natürliche Weise im Marymount am 28. Juni 1970 geboren. Zur gleichen Zeit und am gleichen Ort brachte Judith Mason ihr erstes Kind, Tammy, zur Welt. Opapa brachte Caroline einen Strauss Blumen ins Krankenhaus! Omama kaufte Françoise 50 De Beers Centenary verbundene Einheiten als Startkapital! Ausserdem wählte Caroline einen Anhänger und ein Armband von Margaret Richardson, die zu einem Ring passten, den sie bereits hatte (der Ring wurde leider einige Jahre später gestohlen). Paul Poppe, damals Filialleiter ihrer Gallery-101-Filiale in Hyde Park, bestellte beim Floristen in Hyde Park einen Gänseblümchenstrauss in Form eines Storchs und liess ihn nach Marymount liefern.

Elizabeth, die ihre Wohnung zwei Tage die Woche putzte, passte manchmal auf Françoise auf. Caroline besuchte ihre Mutter und fuhr mit dem Zug nach Theunissen, als Fafa sechs Wochen alt war; ihr Vater holte sie beide mit dem Auto ab. Die Fahrt zu Flora führte über Schotterstrassen, und Caroline dachte, dass der Staub auf der Strasse Françoise ersticken könnte. Als Françoise drei Monate alt war, flog Caroline mit ihr nach Kapstadt und blieb drei Wochen bei Janet und David.

"Sometimes we went out in the evening such as to the Pancake Bar, or the Milky Lane, both in Hillbrow; later we went to restaurants to the North of Johannesburg, taking Françoise in a carry cot. We often went to drive-ins. There were lots of parties at the homes of various friends, so it was easy to take Françoise who slept in one of the rooms. One week-end, we also called at the home of Judith and Revil Mason then living NW of Johannesburg, at 465 Felstead Road, Honeydew.

On 10th August, 1970, Caroline with Françoise and Dad Nicholson went to visit Joe and Trudi Finch at Teyateyaneng (TY) via Ficksburg, looking at the pieces to be exhibited on 17th August, 1970, at Gallery 101 in Rand Central, Johannesburg centre. After the opening night, we had Joe and Trudi Finch, Sammy and Mary Lieberman, Tim and Marlene Morris for supper at our flat in Blaauwberg - a potters' party.

On 1st September, 1970, we visited Daphne's parents, the Lance's, at their Parkmore home.

Roland Nicholson came to stay for a week in our flat. Caroline and Roland went shopping to get clothes as he was leaving for Australia on a one-way ticket sponsored by his parents (he arrived in Australia on 1st October, 1970). Roly gave Caroline "Snoopy" as a thank you."

Manchmal gingen sie abends aus, zum Beispiel in die Pancake Bar oder die Milky Lane, beide in Hillbrow; später gingen sie in Restaurants nördlich von Johannesburg und nahmen Françoise in einer Tragetasche mit. Sie gingen oft zu Autokinos. Es gab viele Partys in den Häusern verschiedener Freunde, sodass es einfach war, Françoise mitzunehmen, die in einem der Zimmer schlief. An einem Wochenende besuchten sie auch das Haus von Judith und Revil Mason, die damals nordwestlich von Johannesburg unter 465 Felstead Road, Honeydew, lebten.

Am 10. August 1970 besuchten Caroline zusammen mit Françoise und Vater Nicholson Joe und Trudi Finch in Teyateyaneng (TY) über Ficksburg, um die Stücke anzuschauen, die am 17. August 1970 in der Gallery 101 im Rand Central, Johannesburg Zentrum, ausgestellt werden sollten. Nach der Eröffnungsnacht hatten sie Joe und Trudi Finch, Sammy und Mary Lieberman, Tim und Marlene Morris zum Abendessen in ihrer Wohnung in Blaauwberg - eine Töpferparty.

Roland Nicholson kam für eine Woche in ihre Wohnung. Caroline und Roland gingen einkaufen, um Kleidung zu besorgen, da er auf einem von seinen Eltern gesponserten Einwegticket nach Australien reisen würde (er kam am 1. Oktober 1970 in Australien an). Roly schenkte Caroline als Dankeschön „Snoopy“.

"In October, 1970, Françoise was christened at St. George's in Parktown, Tony Ross was Godfather, Sue McLeod and Daphne Nicholson were Godmothers, but Daphne was not present at the Christening, as in Australia with Ava. During the baptism on an overcast day, the priest, Fr. Moore, put Françoise on the altar, the sun suddenly shun through the stained glass, throwing a light shaft right on Françoise - a good omen!

The Christening party that followed was held at the home of Anno and Derek Warren, in Bramley.

Gallery 101 had organised a big show of works by Gordon Vorster in Cape Town, at the Saambou Gallery at the corner of Saambou and Burg Street, which opened on 21st October, 1970. I had driven with Green down to Cape Town, bringing all the works, and my Mother went straight to Cape Town, staying at the Elizabeth Hotel in Sea Point (she had her bag stolen while walking). Caroline took Françoise in a pram to the opening! The well-known art dealer and collector Dr Helmut K. Silberberg was also at the opening. Caroline remembers how he enjoyed Françoise, the youngest visitor present!

During that time, we also visited Jan Dingemans in his Somerset West home.

On a Saturday during November 1970, we went to the newly opened ten-pin bowling alley in the centre of Vanderbijlpark, together with Philip and Karin, Mike Rawstron and Maggy, Toni and Joan Ross.

During the year, we also had for supper Wolfgang and Gudrun Weinek, another time we had Thelma and Cecil Skotnes at our flat for dinner. My Father's pass was extended on 26th November for another 5 years."

Im Oktober 1970 wurde Françoise in St. George's in Parktown getauft. Tony Ross war Pate, Sue McLeod und Daphne Nicholson waren Patentanten, aber Daphne war bei der Taufe nicht anwesend, weil in Australien bei Ava. Während der Taufe an einem bedeckten Tag setzte der Priester, Pater Moore, Françoise auf den Altar, plötzlich schien die Sonne durch das Fenster mit buntem Glas und warf einen Lichtstrahl direkt auf Françoise - ein gutes Omen!

Die Taufparty, die darauf folgte, wurde im Haus von Anno und Derek Warren in Bramley gefeiert.

Die Galerie 101 hatte eine grosse Ausstellung von Werken von Gordon Vorster in Kapstadt organisiert, in der Saambou Galerie an der Ecke von Saambou und Burgstrasse, die am 21. Oktober 1970 eröffnet wurde. Uncle Fernand war mit Green (seinem driver) nach Kapstadt gefahren und hatte alle Werke mitgebracht, und Omama fuhr direkt nach Kapstadt und wohnte im Elizabeth Hotel in Sea Point (ihr wurde unterwegs ihre Tasche gestohlen). Caroline nahm Françoise in einem Kinderwagen mit zur Eröffnung! Der bekannte Kunsthändler und Sammler Dr. Helmut K. Silberberg war ebenfalls bei der Eröffnung anwesend. Caroline erinnert sich, wie sehr er Françoise, die jüngste Besucherin, genoss!

In dieser Zeit besuchten sie auch Jan Dingemans in seinem Zuhause in Somerset West.

An einem Samstag im November 1970 gingen sie zusammen mit Philip und Karin, Mike Rawstron und Maggy, Toni und Joan Ross in die neu eröffnete Bowlingbahn im Zentrum von Vanderbijlpark.

Im Laufe des Jahres hatten sie zum Abendessen auch Wolfgang und Gudrun Weinek, ein anderes Mal Thelma und Cecil Skotnes zum Abendessen in ihrer Wohnung.
Opapas Pass wurde am 26. November um weitere 5 Jahre verlängert.

















1971-1972
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3.15.  Das Gestern, das heute ist – 1971-1972.
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"In January, we had to go to Rorke's Drift to select some pottery for Gallery 101's stock to be kept in the Ground floor gallery. We had lunch there with Otto and Malin Lundbohm who asked our maid, Paulene Maduna, to join us at the table (Paulene later told us that we must never do that again, she preferred eating alone)!

We carried on via Tugela Bridge to Skyline, St. Michael's on Sea, by-passing Durban, arriving in time for supper. This was the home of Uncle Hugh and Aunt Joyce Nicholson who were away. Our meals were brought in to the main house by the local hotel staff who served us in white gloves! We stayed in a bungalow below the main house near-by, next to a big open round water tank reputed to have a lot of snakes in its vicinity! Our Hillbrow maid, Paulene Maduna, looked after Françoise. We spent the next day at Uvongo Beach, spent another night at Skyline and returned directly to Johannesburg. During this month, we were also at Flora, over the week-end - we often travelled down to the Free State.

At Easter, 1971, Michael Fleischer invited many friends, artists and dealers to his home for a big party."

Im Januar mussten sie nach Rorke's Drift fahren, um einige Keramiken für den Bestand der Galerie 101 auszuwählen, die im Erdgeschoss ausgestellt werden sollten. Sie assen dort mit Otto und Malin Lundbohm zu Mittag, die ihre Haushälterin, Paulene Maduna, einluden, sich an den Tisch zu setzen (Paulene erzählte uns später, dass wir so etwas niemals wieder tun sollten, sie zog es vor, allein zu essen)!

Sie setzten ihre Fahrt über die Tugela-Brücke fort nach Skyline, St. Michael's on Sea, wobei sie Durban umgingen und rechtzeitig zum Abendessen ankamen. Dies war das Zuhause von Onkel Hugh und Tante Joyce Nicholson, die nicht da waren. Ihre Mahlzeiten wurden von den Mitarbeitern des örtlichen Hotels ins Haupthaus gebracht, die sie in weissen Handschuhen bedienten! Sie wohnten in einem Bungalow unterhalb des Haupthauses in der Nähe, neben einem großen offenen runden Wassertank, von dem man sagt, dass er viele Schlangen in der Nähe hat! Ihre Hillbrow-Dienstmagd, Paulene Maduna, kümmerte sich um Françoise. Den nächsten Tag verbrachten sie am Uvongo-Strand, verbrachten eine weitere Nacht im Skyline und kehrten direkt nach Johannesburg zurück. In diesem Monat waren sie auch in Flora, übers Wochenende - sie reisten oft in den Freistaat.

Zu Ostern 1971 lud Michael Fleischer viele Freunde, Künstler und Händler zu einer grossen Party in sein Zuhause ein.

Moving to our own home

"On 30th May, 1971, we left our flat in Hillbrow and moved to our new house in Northcliff; Paulene left our employment then.

Schachat & Cullum were still putting on finishing touches and landscaping the garden such as planting huge aloes. Alice Maleleka from Mazenod, Lesotho, our live-in maid, cleaned the house which at that time did not include the large studio on the west side. She always had problems with her boyfriend beating her.

I was working full-time at Gallery 101, Rand Central, looking after the 3 branches (Mondays to Saturdays 10 am until 8 pm or later, on Saturday and Sunday afternoons usually visiting artists), whilst Caroline was busy sorting out the new home and working part-time at the Hollard Street branch of Gallery 101, looking after customers, in support of branch manageress Sheila Baxter, and on Saturdays helping out at the Hyde Park branch, always taking Françoise with her."

Umzug in unser eigenes Zuhause

Am 30. Mai 1971 verliessen sie ihre Wohnung in Hillbrow und zogen in ihr neues Haus in Northcliff; Paulene beendete damals ihre Anstellung bei ihnen.

Schachat & Cullum fügten noch die letzten Verzierungen hinzu und gestalteten den Garten, zum Beispiel durch das Pflanzen riesiger Aloen. Alice Maleleka aus Mazenod, Lesotho, ihre Hausangestellte, die bei ihnen wohnte, putzte das Haus, das zu dieser Zeit noch nicht das grosse Studio auf der Westseite einschloss. Sie hatte immer Probleme damit, dass ihr Freund sie schlug.

Uncle Fernand arbeitete Vollzeit in der Galerie 101 in Rand Central und betreute die drei Filialen (montags bis samstags von 10 Uhr bis 20 Uhr oder länger, und samstags und sonntags nachmittags besuchte er meist Künstler), während Caroline damit beschäftigt war, das neue Zuhause zu organisieren und Teilzeit in der Hollard Street-Filiale der Galerie 101 zu arbeiten, Kunden zu betreuen, um die Filialleiterin Sheila Baxter zu unterstützen, und samstags in der Hyde Park-Filiale auszuhelfen, wobei sie immer Françoise mitnahm.

"Early June, Henri and Janey came for tea on a Sunday afternoon, an occasion to show them our new home. 

Françoise's first birthday party in June was held at our Northcliff home. It so happened that on that day the Automobile Association of SA had organised a competition for a car, which required people to also have to count the beams of our house! They ran around our house, and Tony Ross had to play policeman to try and stop the mayhem! Françoise was walking by then.

In August, 1971, during some photo shooting at Hyde Park, Melvyn Penn with the reigning Miss South Africa happened to see Françoise, all beautifully dressed up like a doll. Melvyn took a shot of her which was later purchased by Fair Lady (it also appeared later in ARTLOOK November, 1972).

On 5th October, 1971, the Consulate General of Switzerland in Johannesburg requested an abridged birth certificate for Françoise so that they could prove registration as a Swiss; the Registrar of Births in Pretoria could not trace a full birth certificate in their registers!

As at 10th November, 1971, my Mother had taken a second bond on her property at 4 Plantation Road, Gardens, of R7000, to cover alterations over the past years, held in my name as her nominee.

Though we had a decorated Christmas tree in Northcliff, we had Christmas dinner with Omama and Opapa on 23rd December and went to Flora on the 24th to celebrate Christmas there and open presents, staying for a few days. I barely survived their terrible tradition of charades!"

Anfang Juni kamen Papa und Mama an einem Sonntagnachmittag zum Tee, eine Gelegenheit für Fernand Francis und Caroline, ihr neues Zuhause zu zeigen.

Françoises erste Geburtstagsfeier im Juni fand in ihrem Haus in Northcliff statt. Es ergab sich, dass an diesem Tag die Automobilvereinigung von Südafrika einen Wettbewerb für ein Auto organisiert hatte, bei dem die Teilnehmer auch die Balken ihres Hauses zählen mussten! Sie rannten um ihr Haus herum, und Tony Ross musste Polizist spielen, um das Chaos zu stoppen! Françoise konnte inzwischen laufen.

Im August 1971, während eines Fotoshootings im Hyde Park, sah Melvyn Penn zusammen mit der amtierenden Miss Südafrika zufällig Françoise, die ganz wie eine Puppe schön gekleidet war. Melvyn machte ein Foto von ihr, das später von Fair Lady gekauft wurde (es erschien später auch in ARTLOOK im November 1972).


♥ Françoise, 1971 - ein traumhaftes Foto!


Am 5. Oktober 1971 bat das Generalkonsulat der Schweiz in Johannesburg um eine verkürzte Geburtsurkunde für Françoise, damit die Registrierung als Schweizerin nachgewiesen werden konnte; das Standesamt in Pretoria konnte keine vollständige Geburtsurkunde in seinen Registern finden!

Am 10. November 1971 hatte Omama eine zweite Hypothek auf ihr Grundstück in der 4 Plantation Road, Gardens, über 7000 R aufgenommen, um Renovierungen der vergangenen Jahre zu finanzieren, die auf Fernand Francis' Namen als ihr Bevollmächtigter eingetragen war.

Obwohl sie in Northcliff einen geschmückten Weihnachtsbaum hatten, feierten sie das Weihnachtsessen am 23. Dezember bei Omama und Opapa und gingen am 24. zu Flora, um Weihnachten dort zu feiern und Geschenke auszupacken; sie blieben ein paar Tage. 
Uncle Fernand hat ihre schreckliche Tradition der Pantomime nur knapp überlebt!


Ihr neues Zuhause in Northcliff, 1971.

Ich erinnere mich noch vage daran, in diesem imposanten Haus, vor dem ich mich winzig wie ein Mäuschen vorkam (also musste ich noch ziemlich jung gewesen sein, noch nicht im schulpflichtigen Alter) übernachtet zu haben. Irgendwie wirkte das Gebäude schon von aussen auf mich wie "off the world" - irgendwie surreal - von Ausserirdischen hierhin platziert, um mit uns Erdenbürgern Kontakt aufzubauen (an diese kindliche Phantasie entsinne ich mich noch, sie wird jedes Mal wieder wachgerufen, wenn ich das Foto des Hauses meines Onkels in Northcliff betrachte). Ich fürchtete mich vor diesen weissen Mauern, die nur spärlich Licht hineinfliessen liessen und eine Kühle ausstrahlten, die mich fröstelte. Innen war Carolines femininer "touch" deutlich zu spüren, als krasser Gegensatz zu den glatten Böden aus Stein, manche von schönen Teppichen überdeckt, den schweigenden weissen Wänden, die nichts zu erzählen hatten und meinen kindlichen Blick aufzusaugen schienen, ohne etwas zurückzugeben. Was ich schon damals wahrnahm, war, dass, hier ein "Künstlerpaar" (nebst den unsichtbaren Ausserirdischen) heimisch war. Verwirrend war es, diese beiden Pole so unerklärlich nebeneinander existierend zu empfinden; noch heute kann ich dieses Gefühl kaum beschreiben. Ich fühlte mich hier einfach unbehaglich. Caroline war eine herzliche Gastgeberin, sie bemühte sich sehr um mein Wohlbefinden. Dank ihrem Geschmack und Gespür für das Weiche, Fliessende und Handgefertigte (die schönen Bettüberwürfe, mit Spitzenbordüren fielen mir besonders auf, nebst den Töpferwaren, die sie selbst hergestellt hatte, sowie auch die Teller, Tassen und Schalen, aus denen wir assen und tranken). Es war eine schlaflose Nacht, die ich alleine in einem grossen Bett verbrachte. Nicht ganz alleine, denn ich spürte ihre stumme und doch eindringliche Anwesenheit - wer weiss, vielleicht landeten noch mehr draussen, auf dem Vorplatz, der in seiner Kargheit eine perfekte Landebahn darstellte? Ich war erleichtert, diesen Ort wieder zu verlassen.

1972

"Sometimes during the year, I acquired in Trafalgar Beach Township, Natal South Coast, the adjoining Ptn. 268 and 269 from the Estate of the former owner of Ptn. 270 (which I had acquired in 1968), meas. 0.88 acres in total, for cash.

We spent Easter (April) 1972 at the bungalow of our friends, the Pawinski's, in Oslo Beach, Natal South Coast, driving in our Valiant SW and camping in our large tent which had been all over Africa with the artist Marcel Pire and his family. We made a day trip with Françoise and Anya Pawinski to view our property at Trafalgar Beach, and returned via Marina Beach.
On the way back to Johannesburg, we stopped at a well-known roadside Zulu craft market.

Below Majuba Hill, we took a closer look at O'Neil's Cottage. In front of it was a grave marker stating "In memory of King's Royal Rifles 1881" (This is the place where the peace was negotiated after the Transvaal burgher's successful War of Independence against the Britisch in 1880/1)."

Irgendwann im Laufe des Jahres erwarb uncle Fernand in Trafalgar Beach Township, Natal South Coast, die angrenzenden Parzellen 268 und 269 vom Nachlass des früheren Eigentümers der Parzelle 270 (die er 1968 erworben hatte), insgesamt 0,88 Acres gross, gegen Barzahlung.

Sie verbrachten Ostern (April) 1972 im Bungalow ihrer Freunde, den Pawinskis, in Oslo Beach, Natal South Coast. Sie fuhren mit ihrem Valiant SW und zelteten in ihrem grossen Zelt, das schon ganz Afrika mit dem Künstler Marcel Pire und seiner Familie gesehen hatte. Sie unternahmen einen Tagesausflug mit Françoise und Anya Pawinski, um ihr Grundstück in Trafalgar Beach zu besichtigen, und kehrten über Marina Beach zurück. Auf dem Rückweg nach Johannesburg hielten sie an einem bekannten Strassenmarkt für Zulu-Handwerk.

Unterhalb des Majuba-Hügels schauten sie sich O'Neils Hütte genauer an. Davor stand ein Grabstein mit der Aufschrift „Zum Gedenken an die King's Royal Rifles 1881“ (Dies ist der Ort, an dem der Frieden nach dem erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg der Bürger des Transvaal gegen die Briten 1880/81 ausgehandelt wurde).

O Neil's Cottage - Gedenkstätte des Friedens nach dem Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1881

"I worked full-time at the 3 branches of Gallery 101 Johannesburg until end of July 1972, and Caroline worked part-time at Gallery 101's city branches until the same time.

Due to increasing untenable and nasty public disputes at Gallery 101's main branch between myself and my Mother which had steadily been building up since 1971, as a result of differing views on how the business had to be conducted in difficult times, or how works had to be presented, or how private purchases had to be dealt with, the auditors were requested by me to make an investigation and to submit their recommendations. As a result, I called for a shareholder's special meeting and submitted my proposals, which in effect meant that either my Mother had to leave the business, or I had to. Mr Rex B Grey, the main outside minority shareholder opted to back my Mother, as a result of which I made a settlement, in effect taking over the Hyde Park branch for my own account, without any assets or liabilities, thus starting again from scratch and Rex B Grey taking over my shares in Gallery 101 per 19th July, 1972. It also meant that we could not use Gallery 101's faithful Valiant S/Wagon any longer!"

Uncle Fernand arbeitete bis Ende Juli 1972 Vollzeit in den drei Filialen der Gallery 101 in Johannesburg, und Caroline arbeitete bis zu derselben Zeit Teilzeit in den Stadtfilialen von Gallery 101.

Aufgrund zunehmend unhaltbarer und unangenehmer öffentlicher Auseinandersetzungen in der Hauptfiliale der Gallery 101 zwischen ihm und Omama, die sich seit 1971 allmählich aufgebaut hatten, resultierend aus unterschiedlichen Vorstellungen darüber, wie das Geschäft in schwierigen Zeiten geführt werden sollte, wie Werke präsentiert werden sollten oder wie private Käufe zu behandeln seien, bat Fernand Francis die Wirtschaftsprüfer, eine Untersuchung durchzuführen und ihre Empfehlungen vorzulegen. Daraufhin rief er eine ausserordentliche Aktionärsversammlung ein und legte seine Vorschläge vor, die im Wesentlichen bedeuteten, dass entweder Omama das Geschäft verlassen musste oder er. Herr Rex B. Grey, der wichtigste externe Minderheitsaktionär, entschied sich, Omama zu unterstützen, wodurch uncle Fernand eine Einigung erzielte und faktisch die Filiale Hyde Park auf eigene Rechnung übernahm, ohne irgendwelche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, und somit wieder von vorne anfing, während Rex B. Grey am 19. Juli 1972 seine Anteile an der Gallery 101 übernahm. Das bedeutete auch, dass sie den treuen Valiant S/Wagon von Gallery 101 nicht mehr nutzen konnten!

Gallery 21 - a new wind blowing

"As from 1st August, 1972, I was operating full-time from Gallery 21, Hyde Park Corner Shopping Centre, and Caroline assisted part-time at the same place, as I had no staff then. She took Françoise with her and put her in the back part of the gallery! Caroline fell pregnant again.

Françoise at that time was clinging onto me, she rebelled with her mother. One day, we couldn't find her - looking from the top of the garden, I saw her walking down the hill with our dog Sheba; she had already reached the former film studios on the N-side of Northcliff. A woman in a red Volkswagen picked them both up and dropped them at the front of our house, asking if that was our child! Françoise often cried or felt insecure at night, and for a while we brought her bed into our bedroom and she felt better next to us."

Galerie 21 - ein neuer Wind weht

Ab dem 1. August 1972 arbeitete Fernand Francis Vollzeit in der Galerie 21 im Hyde Park Corner Shopping Centre, und Caroline half dort Teilzeit, da er damals kein Personal hatte. Sie nahm Françoise mit und setzte sie in den hinteren Teil der Galerie! Caroline wurde erneut schwanger.

Françoise klammerte sich damals an ihren Dad, sie rebellierte gegen ihre Mutter. Eines Tages konnten sie sie nicht finden - vom oberen Ende des Gartens aus sah uncle Fernand, wie sie den Hügel mit ihrem Hund Sheba hinunterging; sie war bereits bei den ehemaligen Filmstudios auf der Nordseite von Northcliff angekommen. Eine Frau in einem roten Volkswagen nahm sie beide mit und brachte sie vor ihr Haus und fragte, ob das ihr Kind sei! Françoise weinte oft oder fühlte sich nachts unsicher, und für eine Weile stellten sie ihr Bett in ihr Schlafzimmer, und sie fühlte sich neben ihnen besser.
(Vielleicht fühlte meine jüngere Cousine etwas ähnliches wie ich damals in diesem Haus?)

"At about that time, we attended Liz Raymond and Martin Rowan's wedding reception, attended also by Hugh Tracey.   

During the year, we had Melvyn Penn and his wife for lunch - he liked our décor and took a lovely image in our home.

In September, 1972, architect JP van Bruggen submitted plans for extension to the Northcliff property (Studio and new outbuildings), based on our input and the existing Moorish style; it was our intention to finance this through an increased bond.

I often went to Esias Bosch in White River to buy works for our permanent stock. One such display was illustrated the following year on the cover of "Bantu" May 1973 Vol. XX No. 5.

Again we had a decorated Christmas tree in Northcliff, however we had Christmas dinner with my parents on 23rd December and on 24th we went to Flora to celebrate Christmas there and open presents, staying for a few days.

Our good friend Peter German separated from Anya sometimes during the year, their son Stuart was born the previous year."

Um diese Zeit besuchten sie den Hochzeitsempfang von Liz Raymond und Martin Rowan, an dem auch Hugh Tracey teilnahm.   

Siehe:                              Hugh Tracey – Wikipedia


Im Laufe des Jahres luden sie Melvyn Penn und seine Frau zum Mittagessen ein - er mochte ihre Einrichtung und machte ein wunderschönes Bild in ihrem Zuhause:


Stillleben - Foto von Melvyn Penn während dem Lunch im Haus meines Onkels Fernand in Northcliff, 1972.

Im September 1972 reichte der Architekt JP van Bruggen Pläne für eine Erweiterung des Anwesens in Northcliff ein (Studio und neue Nebengebäude), basierend auf ihren Vorgaben und dem vorhandenen maurischen Stil; sie hatten die Absicht, dies durch eine Erhöhung des Baukredits zu finanzieren.

Uncle Fernand ging oft zu Esias Bosch in White River, um Werke für ihren ständigen Bestand zu kaufen. Eine solche Ausstellung wurde im folgenden Jahr auf dem Cover von „Bantu“ im Mai 1973, Band XX Nr. 5, abgebildet:


F.F - Ausstellung wurde abgebildet auf dem Cover von "Bantu" im Mai 1973.

Wieder hatten sie einen geschmückten Weihnachtsbaum in Northcliff, jedoch feierten sie das Weihnachtsessen am 23. Dezember mit Omama und Opapa, und am 24. gingen sie nach Flora, um dort Weihnachten zu feiern und Geschenke auszupacken, und blieben für einige Tage.

Ihr guter Freund Peter German trennte sich irgendwann im Laufe des Jahres von Anya, ihr Sohn Stuart war im Vorjahr geboren worden.













1973-1974
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3.16.  Das Gestern, das heute ist – 1973-1974.
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The family is expanding

1973

Oil embargo and international oil crisis followed by inflationary recession

"For my birthday on Sunday, 28th January, 1973, we had Henri and Janey for morning tea and other friends who came during the day.

At the beginning of the year, Caroline stopped work at Gallery 21 Hyde Park, as pregnancy time was uncomfortable. The doctors only discovered in February that she was having twins.

On Sunday evening, the 11th March, Caroline started to have pains and tried to get hold of me, I had arranged a musical soirée at the gallery in Hyde Park, organised by and for the benefit of the Waldorf School, but the telephone had been taken down! So our neighbours, Dr Neville Howes and his wife Bodel, took Caroline to the hospital.

I finally arrived at the Park Lane Clinic in Parktown as Caroline was about to give birth, I had to put on a nose and mouth mask and a hair cap to watch the birth, but I promptly fainted from the smell of ether from the epidoral injection. I had to be helped out into the waiting room until I recovered. Later I told Granny Nicholson that Caroline had had a Caesarean birth - I was obviously totally "deurmekaar" and under shock!

Thus the twins were born on the 11th March at 23.55 and 24.05 respectively - it was agreed with the doctors that they would both be considered born on 11th March. The doctors attending, besides Dr Neville Howes and his wife Bodel, were Drs Ivo Safro and Monty Shnier. Caroline stayed in hospital for a week, during which time Margaret Oswald from Flora babysat Françoise.

The Sandton Chronicle in their end March, 1973, edition, mentioned the twins arrival to their proud parents, adding "eventually to be exhibited, not hung at the Haenggi's well-known Gallery 21 at Hyde Park Corner"!"

Die Familie wächst

1973

Ölembargo und internationale Ölkrise, gefolgt von inflationsbedingter Rezession

Zu uncle Fernands Geburtstag am Sonntag, dem 28. Januar 1973, kamen Papa und Mama zum Vormittagstee sowie andere Freunde, die im Laufe des Tages eintrafen.

Zu Beginn des Jahres hörte Caroline bei der Galerie 21 Hyde Park auf zu arbeiten, da die Schwangerschaftszeit unangenehm geworden war. Die Ärzte entdeckten erst im Februar, dass sie Zwillinge erwartete.

Am Sonntagabend, dem 11. März, bekam Caroline Schmerzen und versuchte, Fernand Francis zu erreichen. Er hatte einen musikalischen Abend in der Galerie in Hyde Park organisiert, arrangiert von und zugunsten der Waldorf-Schule, aber das Telefon war abgeschaltet! Also brachten ihre Nachbarn, Dr. Neville Howes und seine Frau Bodel, Caroline ins Krankenhaus.

Uncle Fernand kam schliesslich in der Park Lane Klinik in Parktown an, während Caroline gerade kurz davor war zu gebären. Er musste eine Mund- und Nasenmaske sowie eine Haube tragen, um die Geburt beobachten zu können, aber er fiel sofort in Ohnmacht wegen des Geruchs von Äther von der Epiduralinjektion. Man musste ihm helfen, in den Warteraum zu kommen, bis er sich erholt hatte. Später erzählte er Granny Nicholson, dass Caroline per Kaiserschnitt entbunden hatte - er war offensichtlich völlig durcheinander und unter Schock!

So wurden die Zwillinge am 11. März um 23.55 Uhr und 24.05 Uhr geboren - es wurde mit den Ärzten vereinbart, dass sie beide als am 11. März geboren betrachtet werden. Die behandelnden Ärzte, neben Dr. Neville Howes und seiner Frau Bodel, waren die Drs. Ivo Safro und Monty Shnier. Caroline blieb eine Woche im Krankenhaus, währenddessen Margaret Oswald von Flora sich um Françoise kümmerte.

Die Sandton Chronicle erwähnte in ihrer Ausgabe Ende März 1973 die Geburt der Zwillinge bei ihren stolzen Eltern und fügte hinzu: „Schliesslich werden sie ausgestellt, allerdings nicht aufgehängt in der bekannten Galerie 21 der Haenggis am Hyde Park Corner!

"Granny and Pippa came up for two weeks; later a 24hr trained African nurse recommended by the Clinic came for two months, as the twins were sickly and on a 24hr care programme; she slept with them in their room. The nurse and Caroline took it in turns to take care of them, they were fed on S26. A free nappy service had been provided.

Between 7th May and 1st June, 1973, Caroline, Françoise and the twins stayed at Flora; I joined them between 31st May and 1st June.

On 8th June, 1973, my Mother sold her property in The Gardens to Mrs M.R. Levine for the sum of R29'500 and gave me a letter of indemnity and requested me to sign the Dee of Sale on her behalf.

Mid-June, Gladys came as a nanny for the three kids; she was very motherly, shy, a Zimbabwean. She was always with the twins, and always went with the children to Flora.

On 17th June, 1973, Gordon and Betty Nicholson left Flora for Rio de Janeiro.

Aged 39, round about the time of the twins' birth, I started having various affairs which carried on until 1980."

Granny und Pippa kamen für zwei Wochen; später kam eine 24-Stunden ausgebildete afrikanische Krankenschwester, die von der Klinik empfohlen wurde, für zwei Monate, da die Zwillinge krankheitsanfällig waren und auf einem 24-Stunden-Betreuungsprogramm standen; sie schlief bei ihnen im Zimmer. Die Krankenschwester und Caroline wechselten sich bei der Betreuung ab, sie wurden mit S26 (ein Babymilchpulver) gefüttert. Ein kostenloser Windelservice wurde bereitgestellt.

Zwischen dem 7. Mai und dem 1. Juni 1973 wohnten Caroline, Françoise und die Zwillinge bei Flora; uncle Fernand schloss sich ihnen zwischen dem 31. Mai und dem 1. Juni an.

Am 8. Juni 1973 verkaufte Omama ihr Grundstück in The Gardens an Frau M.R. Levine für die Summe von R29.500 und gab Fernand Francis ein Entschädigungsschreiben und bat ihn, die Kaufurkunde in ihrem Namen zu unterschreiben.

Mitte Juni kam Gladys als Kindermädchen für die drei Kinder; sie war sehr mütterlich, schüchtern, eine Simbabwerin. Sie war immer bei den Zwillingen und ging immer mit den Kindern nach Flora.

Am 17. Juni 1973 verliessen Gordon und Betty Nicholson Flora, um nach Rio de Janeiro zu reisen.

Im Alter von 39 Jahren, ungefähr zur Zeit der Geburt der Zwillinge, begann uncle Fernand verschiedene Affären zu haben, die bis 1980 anhielten.

Ich frage mich, wie das für Caroline gewesen sein musste, dass ihr Ehemann so offen seine Affären auslebte und von ihr "verlangte", mit dieser Realität umzugehen, als wäre es das Natürlichste und Legitimste der Welt. Ich wagte es bisher nicht, sie mit Fingerspitzengefühl darauf anzusprechen, aus Respekt davor, alte Wunden aufzubrechen. Zumal sie immer sehr positiv und verklärt über ihren inzwischen verstorbenen Mann spricht (heute wäre er 88 Jahre alt geworden). Immerhin hat er seine Leidenschaft nicht insgeheim ausgelebt, umso bemerkenswerter, dass Caroline dies über so viele Jahre emotional aushalten und verkraften konnte. Ich staune einmal mehr über diese Frau, die sich zeitlebens demütig, dienend und in sich zentriert (souverän) der Familie, ihren Aufgaben und Gott unterworfen hat. Eine Selbstaufopferung oder grenzenlose Hingabe, die sie dennoch nicht zerstört hat. Sie spricht auch selten über ihre eigenen Gefühle, diese steckt sie zugunsten der Gemeinschaft und einem grösseren Ganzen zurück. Bemerkenswert - aber erstrebenswert? Ich denke mir, nur wenn man von einer allesumfassenden, bedingungslosen Liebe durchströmt wird, ist dies möglich. Und diese Liebe hat sie trotz allem bis zu seinem letzten Atemzug in sich bewahren sowie davon zehren können. Eine Gabe, ohne die sie die Untreue meines Onkels nicht hätte überstehen können.
Was ich von Françoise weiss: Diese Selbsthingabe ihrer Mutter war ihr schon als Kind in schmerzlichem Bewusstsein, weshalb sie sich "schwor", niemals derart von einem Mann abhängig zu werden! Was sie als erwachsene Frau nun umzusetzen und ihrem eigenen Versprechen sich selbst gegenüber tatsächlich zu leben vermag.

"On 10th July, 1973, we contacted the Michael Mount Waldorf School to register our 3 children for nursery school right through to High School; nothing came of it as they had closed the branch near us and only operated from the North of Johannesburg, too far for us.

On 27th July, 1973, we had supper at Fred Schimmel's home. The Food was doctored and I was very sick for the next few days. On the same day Caroline sold Stand 100, Ext 9, Rivonia, to Antony James King, for R11'000 less outstanding balance, cashing in about R5'500; funds were only received six months later, on 9th January 1974!

During 1973 and 1974, Caroline played bowls with Joan and Tony Ross at the Jewish Club in Rivonia.

We participated at the NICRO Art Dealers Fair at the Rembrandt Pavillon in Milner Park; a cocktail was held at the University on 7th August with many artists attending."

Am 10. Juli 1973 kontaktierten uncle Fernand und Caroline die Michael Mount Waldorf Schule, um ihre 3 Kinder vom Kindergarten bis zur Oberschule anzumelden; es kam jedoch zu nichts, da sie die Filiale in ihrer Nähe geschlossen hatten und nur noch im Norden von Johannesburg betrieben wurden, was für die Familie zu weit war.

Am 27. Juli 1973 waren sie zum Abendessen bei Fred Schimmels Haus eingeladen. Das Essen war verdorben und uncle Fernand war in den darauffolgenden Tagen sehr krank. Am selben Tag verkaufte Caroline Stand 100, Ext 9, Rivonia, an Antony James King für R11'000 abzüglich des ausstehenden Guthabens und erhielt etwa R5'500 bar; die Gelder wurden jedoch erst sechs Monate später, am 9. Januar 1974, eingezahlt!

In den Jahren 1973 und 1974 spielte Caroline zusammen mit Joan und Tony Ross im Jewish Club in Rivonia Bowls.

Sie nahmen an der NICRO Art Dealers Fair im Rembrandt Pavillon in Milner Park teil; am 7. August fand an der Universität ein Empfang mit vielen anwesenden Künstlern statt.

"At about this time, our house appeared in "Johannesburg" from the "Pride of South Africa" book series (no. 7), published by Purnell, Cape Town, written by A.P. Cartwright, the images being taken by Melvyn Penn. 

A wall around part of the property and a large studio were added onto our Northcliff house, built by an independent African builder from Rhodesia and his staff. This was in part made possible by a donation of R5'000 from my Mother; she had also given a similar amount to my brother Henri at that time to get him out of his own problems. The building society vetted the construction so that we could increase our bond."

Etwa zu dieser Zeit erschien ihr Haus in „Johannesburg“ aus der Buchreihe „Pride of South Africa“ (Nr. 7), veröffentlicht von Purnell, Kapstadt, geschrieben von A.P. Cartwright, die Bilder wurden von Melvyn Penn aufgenommen.

Eine Mauer um einen Teil des Grundstücks und ein grosses Studio wurden zu ihrem Haus in Northcliff hinzugefügt, gebaut von einem unabhängigen afrikanischen Bauunternehmer aus Rhodesien und seinem Team. Dies wurde teilweise durch eine Spende von R5'000 von Omama ermöglicht; sie hatte zur gleichen Zeit meinem Papa auch einen ähnlichen Betrag gegeben, um ihm aus seinen eigenen Problemen zu helfen. Die Bausparkasse prüfte die Bauarbeiten, damit sie ihre Hypothek erhöhen konnten.

"During September, 1973, my Father helped Mother out at Gallery 101, Rand Central, doing artists' statements, such as for Errol Boyley. At around that time, he was also acting as a "commission basis" only agent for the SA agents of Gebr. Bühler, Uzwil (Zakrzewski & Co. or similar name) - he had to travel quite a bit in South Africa in this matter. They were planning and building silos. Father never made a penny out of it and soon gave up."

Im September 1973 half Opapa Omama in der Galerie 101, Rand Central, aus, indem er Künstlererklärungen erstellte, zum Beispiel für Errol Boyley. Etwa zu dieser Zeit arbeitete er auch ausschliesslich auf Provisionsbasis als Vertreter für die südafrikanischen Agenten von Gebr. Bühler, Uzwil (Zakrzewski & Co. oder ein ähnlicher Name) - er musste dafür recht viel in Südafrika umherreisen. Sie planten und bauten Silos. Opapa verdiente keinen Cent daran und gab bald auf.

"On 8th September, 1973, I left Johannesburg for Barcelona, changing plane in Madrid, then on 11th September I called on Juan Gaspar of Sala Gaspar (by introduction from Harold Jeppe), committing myself to acquiring the latest graphics by Joan Miró and some lithos by Antoni Clavé (the Troubadours portfolio) for a December show at our gallery in Hyde Park. Juan Gaspar took me out for lunch, which was much enjoyable as he was a lifelong friend of Picasso, Miró, Clavé and others and had lots to tell me. I also visited the Picasso Museum in the old city and looked around Barcelona.

On 12th September I reached London (I was then already considering to open a branch in Europe), staying at the Hotel Russell on Russell Square, seeing inter alia Berrell Jensen over the week-end. I left London on 20th September, returning via Zurich to Jan Smuts Airport on 28th September. As a result of the Barcelona trip, exhibitions of works by Joan Miró and Pablo Picasso were shown at Gallery 21 as early as from December 1973 onwards.

In the gallery envelopes for 1500 invitations had to be hand-written, usually by Caroline and myself, only then did Di Newman introduce a metal plate system; much later a computer bureau did the work as the lists had increased substantially. On average there were 2 openings a month."

Am 8. September 1973 verliess uncle Fernand Johannesburg Richtung Barcelona, mit Umstieg in Madrid, und am 11. September besuchte er Juan Gaspar von Sala Gaspar (auf Empfehlung von Harold Jeppe). Er verpflichtete sich, die neuesten Grafiken von Joan Miró sowie einige Lithografien von Antoni Clavé (das Troubadours-Portfolio) für eine Ausstellung im Dezember in ihrer Galerie in Hyde Park zu erwerben. Juan Gaspar nahm Fernand Francis zum Mittagessen mit, was sehr angenehm war, da er ein langjähriger Freund von Picasso, Miró, Clavé und anderen war und ihm viel erzählen konnte. Fernand Francis besuchte auch das Picasso-Museum in der Altstadt und machte eine Rundtour durch Barcelona.

Am 12. September erreichte uncle Fernand London (er dachte zu diesem Zeitpunkt bereits darüber nach, eine Niederlassung in Europa zu eröffnen) und wohnte im Hotel Russell am Russell Square. Unter anderem traf er am Wochenende Berrell Jensen. Er verliess London am 20. September und kehrte über Zürich am 28. September zum Jan-Smuts-Flughafen zurück. Infolge der Reise nach Barcelona wurden bereits ab Dezember 1973 in der Galerie 21 Ausstellungen von Werken Joan Mirós und Pablo Picassos gezeigt.

In der Galerie mussten 1500 Einladungen von Hand beschriftet werden, normalerweise von Caroline und Fernand Francis. Erst dann führte Di Newman ein Metallschild-System ein; viel später erledigte ein Computerbüro die Arbeit, da die Listen erheblich gewachsen waren. Im Durchschnitt gab es zwei Eröffnungen pro Monat.

"During September, 1973, Francine Wohlfahrt-Cartier on a trip around the world, passed through Flora, and carried on to our home in Northcliff where she and family spent a month, parking in our garden and sleeping in their caravan.

On 26th September, 1973, my Mother was paid out R18'372 as net proceeds from the sale of her property, by cheque. She soon moved to a rented house at 134 Cedar Street, Corriemore, below Northcliff, together with my Father.

Around this time, Caroline's sister Henrietta spent 3 months at our home sleeping in Françoise's room, as she was doing a typing course in Johannesburg city; Françoise slept in the twin's room.

In October, 1973, the International Oil crisis and the Jom Kippur War began which would have tremendous effects on the oil price movements and the economies in Europe (serious international stock market crash lasting to December, 1974) and ultimately affect me in my gallery operations over the next few years."

Im September 1973 reiste Francine Wohlfahrt-Cartier um die Welt, machte einen Zwischenstopp in Flora und setzte ihre Reise zu Fernand & Caroline's Zuhause in Northcliff fort, wo sie mit ihrer Familie einen Monat verbrachte, im Garten parkte und in ihrem Wohnwagen schlief.

Am 26. September 1973 erhielt Omama per Scheck R18'372 als Nettoprofit aus dem Verkauf ihres Grundstücks. Sie zog bald zusammen mit Opapa in ein gemietetes Haus in der Cedar Street 134, Corriemore, unterhalb von Northcliff.

Um diese Zeit verbrachte Carolines Schwester Henrietta drei Monate in ihrem Haus und schlief in Françoises Zimmer, da sie einen Schreibmaschinenkurs in Johannesburg absolvierte; Françoise schlief im Zimmer der Zwillinge.

Im Oktober 1973 begannen die internationale Ölkrise und der Jom-Kippur-Krieg, die enorme Auswirkungen auf die Ölpreisentwicklungen und die Wirtschaften in Europa haben würden (schwerer internationaler Börsencrash, der bis Dezember 1974 andauerte) und letztlich Fernand Francis' Arbeit in seiner Galerie in den folgenden Jahren beeinflussen würden.

See:                                      Jom-Kippur-Krieg – Wikipedia

"At about this time, my cousin Paul Gmür visited South Africa, together with his wife Marie-Kathrin. They stayed at the Balalaika, Rudd Road in Illovo. Father would drive them around in the car. We saw them only briefly at the Balalaika.

On 14th November, 1973, Father got a cheque for R5'000 from Mother, most likely to finance part of his forthcoming trip to visit Maurice van Esche and settle any purchases.

On 12th December, 1973, Caroline purchased Erven, 3163 and 3164, Mountain Road, Kommetjie (each meas. 498 m²), for R10'500 in total, obtaining a bond of R6'000 from the SA Permanent Building Society at 9% p.a., paying the balance off at R66.50 pm. The stands faced due north; they were near to the Kommetjie Chapel and offered magnificent views towards Long Beach and the Atlantic Ocean and abutted a rural zone on the mountain side.

During December, 1973, my Father travelled by Boeing 747 via Nairobi to Zurich, arriving on 24th December, from where he wrote a letter to Mother, dated the 27th December. On 25th December, he was with cousin Helen and her children, the next day in Geneva, and on 27th he called unannounced on Maurice van Esche at Marin near Thonon-les-Bains on the South side of Lake Geneva, on behalf of Mother, to try and get an agreement of exclusivity in collaboration with her new gallery (Madame Haenggi Gallery at Hollard Street, Johannesburg) and her client Jack Galasko. Maurice could only see my Father for half an hour, as he was offf to France for a few days! Our Father travelled from Zurich to Madrid on 29th December, staying over a few days, and returning by SAA to Johannesburg, to arrive on 3rd January, 1974.

Though we had a decorated Christmas tree in Northcliff, we went to Flora on the 24th December to celebrate Christmas there and to open presents. We stayed for a few days. Between Christmas and New Year, on Wednesday, 27th December, the twins were baptised by Fr. Hemsley at St. Francis-on-the-Hill, Flora.

The twins godparents were: our son: Thelma Skotnes, Roland Nicholson, Peter German; our daughter: David Christie, Henrietta Edwards, Georgie Robins. Of the godparents, only David Christie attended the Christening, as held at Flora, plus other family members."

Etwa zu dieser Zeit besuchte Fernand Francis' Cousin Paul Gmür zusammen mit seiner Frau Marie-Kathrin Südafrika. Sie wohnten im Balalaika, Rudd Road in Illovo. Opapa fuhr sie mit dem Auto herum. Sie sahen sie nur kurz im Balalaika.

Am 14. November 1973 erhielt Opapa von Omama einen Scheck über 5.000 R, höchstwahrscheinlich, um einen Teil seiner bevorstehenden Reise zu finanzieren, um Maurice van Esche zu besuchen und etwaige Einkäufe zu erledigen.

Am 12. Dezember 1973 kaufte Caroline die Grundstücke Erven 3163 und 3164, Mountain Road, Kommetjie (jeweils 498 m²), für insgesamt R10.500 und erhielt von der SA Permanent Building Society eine Hypothek über R6.000 zu 9 % p.a., wobei sie den Restbetrag mit R66,50 pro Monat abzahlte. Die Grundstücke waren nach Norden ausgerichtet; sie befanden sich in der Nähe der Kommetjie-Kapelle, boten einen herrlichen Blick auf Long Beach und den Atlantischen Ozean und grenzten an eine ländliche Zone auf der Bergseite an.

Im Dezember 1973 reiste Opapa mit einer Boeing 747 über Nairobi nach Zürich und kam am 24. Dezember an, von wo aus er einen Brief an Omama schrieb, datiert auf den 27. Dezember. Am 25. Dezember war er bei Cousine Helen und ihren Kindern, am nächsten Tag in Genf, und am 27. besuchte er unangekündigt Maurice van Esche in Marin bei Thonon-les-Bains auf der Südseite des Genfer Sees im Auftrag von Omama, um zu versuchen, eine Exklusivitätsvereinbarung in Zusammenarbeit mit ihrer neuen Galerie (Madame Haenggi Gallery in der Hollard Street, Johannesburg) und ihrem Kunden Jack Galasko zu erreichen. Maurice konnte Opapa nur eine halbe Stunde sehen, da er für ein paar Tage nach Frankreich reisen musste! Opapa flog am 29. Dezember von Zürich nach Madrid, blieb dort ein paar Tage und kehrte mit SAA nach Johannesburg zurück, um am 3. Januar 1974 anzukommen.

Obwohl sie in Northcliff einen geschmückten Weihnachtsbaum hatten, gingen sie am 24. Dezember zu Flora, um dort Weihnachten zu feiern und Geschenke auszupacken. Fernand Francis & Familie blieben dort ein paar Tage. Zwischen Weihnachten und Neujahr, am Mittwoch, den 27. Dezember, wurden die Zwillinge von Pater Hemsley in St. Francis-on-the-Hill, Flora, getauft.

Die Paten der Zwillinge waren: ihr Sohn: Thelma Skotnes, Roland Nicholson, Peter German; ihre Tochter: David Christie, Henrietta Edwards, Georgie Robins. Von den Paten nahm nur David Christie an der Taufe teil, die in Flora stattfand, sowie weitere Familienmitglieder.

Die aufmerksamen, sensiblen Leser:innen unter euch werden spätestens jetzt bemerkt haben, dass uncle Fernand die Namen der Zwillinge bisher nie ausschrieb. Seine Letztgeborenen werden von ihm in seiner Chronik lediglich mit "twins" und "son" - "daughter" betitelt. Dies hat einen Grund, den ich nur kurz (aus Achtung der familiären Privatsphäre) erklären möchte: Alexander und Henriette hatten zeitlebens ein angespanntes Verhältnis zu ihren Eltern, weshalb sie ihren Vater baten, sie in seiner Autobiografie nicht namentlich und auch nicht mit persönlichen Details aus ihrem Leben zu erwähnen.

Henriette lebt heute mit ihrer Familie immer noch in Südafrika (Cape Town).
Alex im Wallis.

1974

As from 1st January, 1974, my Mother took over Hollard Street Branch from Gallery 101 and carried on in her own name as Madame Haenggi Gallery (until October, 1976).

Early February, Caroline and I went with our red Datsun for a 2 weeks' holiday to the Cape. We left Johannesburg on Wednesday, 6th February 1974, staying in Kuruman that evening; next day we stopped over in Upington; on Friday, 8th we travelled via the Augrabies Falls and Carnavon to Lambert's Bay, staying two nights. Petrol stations were closed on Sunday, so we had to get spare petrol from canisters, worrying if we could ever reach Cape Town, free-wheeling whenever possible! There we stayed at the President Hotel in Sea Point (Sunday night 10th February for 3 nights).

We also did two short trips to Kommetjie to see the plot recently acquired near the Church, via Llandudno and Hout Bay; one trip was on the 11th February.
Another day trip was on 12th February, 1974, to Paarl and surroundings, enjoying the Botanical Garden and Wildflower Reserve below the Paarl Rock, and then off to Wellington, dramatic Bain's Kloof Pass, Ceres, Worcester and back via Sir Lowry's Pass.
That very morning we had already made a short trip to Bloubergstrand which I knew well from my days in food exports in 1958/1959!

On 13th February, we travelled back from Cape Town to Johannesburg via Rooi Els, Betty's Bay and Arniston, then Swellendam, George and over the Montagu Pass to Uniondale and Willowmore, our last stop-over en route.
We stayed overnight in most beautiful Arniston."

1974

Ab dem 1. Januar 1974 übernahm Omama die Hollard Street Filiale von Gallery 101 und führte sie unter ihrem eigenen Namen als Madame Haenggi Gallery weiter (bis Oktober 1976).

Anfang Februar fuhren Caroline und uncle Fernand mit ihrem roten Datsun für einen zweiwöchigen Urlaub in die Kapregion. Sie verliessen Johannesburg am Mittwoch, den 6. Februar 1974, und übernachteten an diesem Abend in Kuruman; am nächsten Tag machten sie Halt in Upington; am Freitag, den 8., reisten sie über die Augrabies-Wasserfälle und Carnavon nach Lambert's Bay, wo sie zwei Nächte blieben. Tankstellen waren am Sonntag geschlossen, also mussten sie Ersatzbenzin aus Kanistern holen und sich Sorgen machen, ob sie Kapstadt überhaupt erreichen würden, wobei sie, wann immer möglich, den Wagen frei rollen liessen! Dort übernachteten sie im President Hotel in Sea Point (Sonntagabend, 10. Februar, für drei Nächte).

Uncle Fernand und Caroline unternahmen auch zwei kurze Ausflüge nach Kommetjie, um das kürzlich in der Nähe der Kirche erworbene Grundstück zu besichtigen, über Llandudno und Hout Bay; eine Reise fand am 11. Februar statt.
Ein weiterer Tagesausflug war am 12. Februar 1974 nach Paarl und Umgebung, wobei sie den Botanischen Garten und das Wildblumenreservat unterhalb des Paarl Rocks genossen, und danach weiter nach Wellington, den dramatischen Bain's Kloof Pass, Ceres, Worcester und zurück über den Sir Lowry's Pass.
Schon an jenem Morgen hatten sie einen kurzen Ausflug nach Bloubergstrand unternommen, den Fernand Francis aus seinen Zeiten im Lebensmittel-Export 1958/1959 gut kannte!

Am 13. Februar reisten sie von Kapstadt zurück nach Johannesburg über Rooi Els, Betty's Bay und Arniston, dann weiter nach Swellendam, George und über den Montagu-Pass nach Uniondale und Willowmore, ihrem letzten Zwischenstopp unterwegs.

Sie übernachteten im wunderschönen Arniston.


The London venture + Art Basel

"On 27th and 28th February, 1974, I stayed in Barcelona at the Hotel Royal, having travelled via Madrid, and called again on Juan Gaspar from the famous Sala Gaspar gallery; then I was off to London, calling on Petersburg Press (organising a show of American artists which opened in the Hyde Park gallery in May). I returned via Zurich, had discussions with Mr Ottiker, owner of an existing Gallery 21 at Neumarkt 21, Zurich, and also with Ingvild Goetz, a woman from Munich who owned "Art in Progress", one of the top galleries in Claridenstrasse Zurich at that time and who wanted a year's rent in advance (she eventually had to leave Switzerland as she was a foreigner). I had been considering taking over the premises to run a branch gallery, but nothing came out of both discussions, so London would be the next project."


Das Londoner Projekt + Art Basel


Am 27. und 28. Februar 1974 blieb uncle Fernand im Hotel Royal in Barcelona, nachdem er über Madrid gereist war und besuchte erneut Juan Gaspar von der berühmten Sala Gaspar Galerie; dann machte er sich auf den Weg nach London und besuchte die Petersburg Press (die eine Ausstellung amerikanischer Künstler organisierte, die im Mai in der Hyde Park Galerie eröffnet wurde). Er kehrte über Zürich zurück, führte Gespräche mit Herrn Ottiker, dem Besitzer der bereits bestehenden Galerie 21 am Neumarkt 21 in Zürich, und auch mit Ingvild Goetz, einer Frau aus München, die "Art in Progress" besass, eine der führenden Galerien in der Claridenstrasse in Zürich zu dieser Zeit und die eine Jahresmiete im Voraus verlangte (sie musste schliesslich die Schweiz verlassen, da sie Ausländerin war). Fernand Francis hatte erwogen, die Räumlichkeiten zu übernehmen, um dort eine Zweiggalerie zu betreiben, aber aus beiden Gesprächen ergab sich nichts, sodass London das nächste Projekt werden würde.

"Over Easter, 1974 (April) Caroline went with the 3 kids and their nanny Gladys Ndlovu (a Zimbabwean) to Tegwan's nest in Greylingstad, with Peter German and Stuart. Peter's horse was called "Winston" and Stuart's pony was called "Whisky".

From mid-June to mid July, our children stayed at Flora with their nanny Gladys, as Caroline accompanied me to Switzerland, England and Spain. The twins started walking after that.

On 12th June, I visited Esias Bosch in White River to get stocks, leaving at 6.30 am., as we were leaving Johannesburg for Switzerland the same evening.

We arrived in Zurich and stayed at the Stüssihofstatt Hotel overnight, Armando Baldinelli having joined us from London to go with us to Basel.

We had to get our stand 15.175 readied for the Art Fair. Unfortunately, our box with all the art works sent from Johannesburg landed in Italy by error, and it took time to trace and have it forwarded urgently to Basel. We used our free time to show Armando Baldinelli and Zoltan Borbereki around the old city of Basel. They were staying at our hotel, Hotel Central at Falknerstrasse 3, Basel.

From 19th to 24th June, Caroline and I looked after our stand at the ART 5'74 BASEL, where we exhibited South African and international artists. 

Numerous artists and clients visited us during this time, including dealer Juan Gaspar from Barcelona."

Über Ostern 1974 (April) fuhr Caroline mit den 3 Kindern und ihrer Nanny Gladys Ndlovu (einer Simbabwerin) zum Nest von Tegwan in Greylingstad, zusammen mit Peter German und Stuart. Peters Pferd hiess "Winston" und Stuarts Pony hiess "Whisky".

Von Mitte Juni bis Mitte Juli blieben Françoise, Alex und Hen in Flora mit ihrer Nanny Gladys, während Caroline uncle Fernand in die Schweiz, England und Spanien begleitete. Danach begannen die Zwillinge zu laufen.

Am 12. Juni besuchte Fernand Francis Esias Bosch in White River, um Vorräte zu besorgen, und machte sich um 6.30 Uhr auf den Weg, da sie am gleichen Abend Johannesburg Richtung Schweiz verlassen würden.

Sie kamen in Zürich an und übernachteten im Stüssihofstatt Hotel, wobei Armando Baldinelli aus London zu ihnen gestossen war, um mit ihnen nach Basel zu reisen.

Sie mussten ihren Stand 15.175 für die Kunstmesse vorbereiten. Leider ist ihre Kiste mit allen aus Johannesburg verschickten Kunstwerken versehentlich in Italien gelandet, und es hat einige Zeit gedauert, sie ausfindig zu machen und dringend nach Basel weiterzuleiten. Ihre freie Zeit nutzten sie, um Armando Baldinelli und Zoltan Borbereki die Altstadt von Basel zu zeigen. Sie wohnten in ihrem Hotel, dem Hotel Central in der Falknerstrasse 3, Basel.


Caroline mit den Künstlern Baldinelli und Borbereki auf dem Rhein, 1974

Vom 19. bis 24. Juni haben Caroline und uncle Fernand sich um ihren Stand auf der ART 5'74 BASEL gekümmert, an dem sie südafrikanische und internationale Künstler ausstellten.


Caroline an der ART BASEL, 1974

Während dieser Zeit besuchten sie zahlreiche Künstler und Kunden, darunter der Händler Juan Gaspar aus Barcelona.

See:      Views of the GALLERY 21 booth at the BASEL ART FAIR 1974

"We did not know she had been photographed until the following year, when in 1975 I happened to see her photo on a Press board - the image had been taken by Ruth Vögtlin, Zurich.

We then proceeded to London on 27th June to finalise discussions for possible gallery premises and for its construction, as well as a furnished apartment in Chelsea; we first stayed at the Russell Hotel which Walter Battiss always used and recommended. We also saw Georgie and Chris at their home, and we had lunch at Peggy and Archie's flat. We also saw the film "La Grande Bouffe", a.k.a. "Blow-Out" with Armando Baldinelli who was staying with his friends Rosa & Sydney Lipworth on his return from the Art Fair Basel. We also saw the rock musical "Hair" with a few of our ex South African friends. 

We left London on 10th July for Nice in Southern France and visited the Maeght Foundation in St Paul de Vence.

We left Nice on 11th July for Barcelona. A taxi took us to the Hotel Regina in the city centre, but I forgot that my briefcase with all the important documents from London inlcuding the lease had been packed at the back of the taxi! The local radio station was contacted; an appeal to all taxi drivers was made on the 6 o'clock news, and we soon were reunited with our briefcase. We could now have a happy dinner with Juan Gaspar and his wife.

After sight-seeing around the old city of Barcelona, we left the next evening for Johannesburg.

During this year I published a book on Armando Baldinelli, jointly with the artist.
This entailed a lot of preliminary work assembling the data, proof-reading the book and marketing it (launched in August, 1974).

Parallel to this, I also published 78 original graphics by 9 South African artists under the "EDITIONS 21" seal which entailed a lot of detailed work with the artists and supervising the printing at Bruce Attwood's Pentalith Studio (shown at the gallery in August).

Sometimes during August, 1974, we took our three children to the Johannesburg Zoo where they enjoyed in particular the farm animals."


Sie wussten nicht, dass Caroline fotografiert worden war, bis zum folgenden Jahr, als uncle Fernand 1975 zufällig ihr Foto auf einem Pressebrett sah - das Bild war von Ruth Vögtlin, Zürich, aufgenommen worden.

Am 27. Juni reisten sie dann nach London, um die Gespräche über mögliche Galerieflächen und deren Ausbau sowie über eine möblierte Wohnung in Chelsea abzuschliessen; zunächst übernachteten uncle Fernand und Caroline im Russell Hotel, das Walter Battiss immer nutzte und empfahl. Sie besuchten auch Georgie und Chris in ihrem Zuhause und hatten Mittagessen in Peggy und Archies Wohnung. Ausserdem sahen sie den Film „La Grande Bouffe“, auch bekannt als „Blow-Out“, mit Armando Baldinelli, der nach seinem Besuch der Art Fair Basel bei seinen Freunden Rosa und Sydney Lipworth wohnte. Sie besuchten auch das Rockmusical „Hair“ mit einigen ihrer ehemaligen südafrikanischen Freunde.

Sie verliessen London am 10. Juli Richtung Nizza in Südfrankreich und besuchten die Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence.

Am 11. Juli verliessen sie Nizza Richtung Barcelona. Ein Taxi brachte sie zum Hotel Regina im Stadtzentrum, aber uncle Fernand hatte vergessen, dass sein Aktenkoffer mit allen wichtigen Dokumenten aus London, einschliesslich des Mietvertrags, hinten im Taxi verstaut worden war! Das örtliche Radiostudio wurde kontaktiert; ein Aufruf an alle Taxifahrer wurde in den Nachrichten um sechs Uhr gemacht, und bald waren sie wieder mit ihrem Aktenkoffer vereint.
Nun konnten sie ein glückliches Abendessen mit Juan Gaspar und seiner Frau geniessen.

Nach einer Besichtigungstour durch die Altstadt von Barcelona verliessen sie am nächsten Abend die Stadt und reisten nach Johannesburg.

In diesem Jahr hat uncle Fernand ein Buch über Armando Baldinelli veröffentlicht, gemeinsam mit dem Künstler. Dies erforderte viele Vorarbeiten, wie das Sammeln der Daten, das Korrekturlesen des Buches und das Marketing (veröffentlicht im August 1974).


Buch mit Mitwirkung Fernand Francis, im August 1974 veröffentlicht

See:    Armando Baldinelli https://www.art-archives-southafrica.ch/BALDINELLI.htm

Parallel dazu hat er auch 78 Originalgrafiken von 9 südafrikanischen Künstlern unter dem Label „EDITIONS 21“ veröffentlicht, was viel Detailarbeit mit den Künstlern und die Überwachung des Drucks im Pentalith Studio von Bruce Attwood erforderte (im August in der Galerie ausgestellt).

Irgendwann im August 1974 nahmen sie ihre drei Kinder mit in den Zoo von Johannesburg, wo sie besonders die Bauernhoftiere genossen.


"I again left Johannesburg on 11th September, stopping over one day in Zurich, getting to London on the 12th September; I stayed in David Krut's flat in 36 Tite Street, Chelsea and met his friend David Morgan; I called on Barcelona on 18th September, returned to London and left for South Africa on 23rd September. The purpose of this trip was to check on the plans for the building alterations attended to by David Morgan and his crew, to interview staff and to attend to incidental matters in collaboration with our accountant David Krut, as well as to organise shows from Sala Gaspar in Barcelona for the London gallery (at one of the parties organised by David Morgan in his flat in W1, I met Barbro Lembke who would remain a family friend for a long time).

In October, 1974, Gladys left as she had become pregnant. She organised that her friend Joyce, also a Zimbabwean, came to stay with us in Northcliff. We had as gardener a Rhodesian named Newton.

Next to our gallery in Hyde Park was the famous Plaka Restaurant owned by John Nalbantis and his wife Gaye from Australia. We sometimes ate out there or entertained people for coffee. 

Entries in my passport show further pass controls in London on 8th October, 12th October, returning in SA on 21st October, then again out from Jan Smuts on 28th to attend the opening of Gallery 21 London on the 31st October.

I left London again on 3rd November to return to South Africa.

As from November, 1974, Henri lived with his family at "Steepways", Linksfield Ridge in Johannesburg. Our Mother and Father who until then had lived at 134 Cedar Street, Corriemore, also joined them some time later."

Uncle Fernand verliess Johannesburg erneut am 11. September, hielt sich einen Tag lang in Zürich auf und kam am 12. September in London an; er wohnte in der Wohnung von David Krut in der Tite Street 36, Chelsea und traf seinen Freund David Morgan; er besuchte Barcelona am 18. September, kehrte nach London zurück und reiste am 23. September nach Südafrika. Der Zweck dieser Reise war, die Pläne für die Gebäudeänderungen zu überprüfen, die von David Morgan und seinem Team durchgeführt wurden, Mitarbeiter zu interviewen und in Zusammenarbeit mit ihrem Buchhalter David Krut sporadische Angelegenheiten zu regeln, sowie Ausstellungen von Sala Gaspar in Barcelona für die Londoner Galerie zu organisieren (bei einer der von David Morgan in seiner Wohnung in W1 veranstalteten Partys lernte Fernand Francis Barbro Lembke kennen, die für lange Zeit eine Familienfreundin bleiben sollte).

Im Oktober 1974 verliess Gladys die Familie F.F Haenggi, da sie schwanger geworden war. Sie organisierte, dass ihre Freundin Joyce, ebenfalls eine Simbabwerin, zu ihnen nach Northcliff kam. Ihr Gärtner war ein Rhodesier namens Newton.

Neben ihrer Galerie in Hyde Park befand sich das berühmte Plaka Restaurant, das John Nalbantis und seine Frau Gaye aus Australien besassen. Manchmal assen sie dort draussen oder luden Leute auf einen Kaffee ein.

Einträge in seinem Reisepass zeigen weitere Passkontrollen in London am 8. Oktober und 12. Oktober, Rückkehr nach Südafrika am 21. Oktober, dann erneut Ausreise vom Jan Smuts Flughafen am 28. Oktober, um der Eröffnung der Gallery 21 London am 31. Oktober beizuwohnen.

Uncle Fernand verliess London erneut am 3. November, um nach Südafrika zurückzukehren.

Ab November 1974 lebten Papa, Mama, Fernand (11-jährig), ich (7) und Henri Paul (4) in "Steepways", Linksfield Ridge in Johannesburg. Omama und Opapa, die bis dahin in der Cedar Street 134, Corriemore, gewohnt hatten, zogen einige Zeit später ebenfalls zu uns.

"Steepways" - steile Wege - ja, dieser Ort hat viel eingefangen: Träume, Glück, Motorgeräusche, stille Gebete, intuitive Tänze, Familienzusammenkünfte, Samtpfötchen, Hundegebell, Kinderlachen, Tom Jones und Neil Diamond-Klänge, die die Realität in einem vom Apartheid-System gepeinigten Land für einen kurzen Moment lang verstummen liess. Das, was sich gestern dort abspielte, hallt immer noch in meiner Erinnerung nach, jedoch nicht mehr so übermächtig, schmerzhaft und prägend.

Linksfield Ridge widerspiegelt heute, in meiner Retrospektive, die Licht- und Schattenseiten, die unser menschliches Leben durchziehen. Die schönen, erfüllenden Momente sind umso kostbarer, je mehr wir mit den Schatten zu kämpfen haben. Mich haben die einschneidenden Erlebnisse Gottseidank nicht zerbrechen lassen, eher zu einem dankbaren, verletzlichen und doch starken Menschen geformt. Ja, inmitten von Schock, Unvorhergesehenem und den Erschütterungen, die wir als Familie an diesem wunderschönen Plätzchen mit fantastischer Aussicht auf Johannesburg erlebt haben, schwingt im Innersten ein unbeschwertes, leichtes, verträumtes, hoffnungsvolles und liebevolles, zärtliches Ich mit, mit dem ich mich nun als erwachsene Frau mehr denn je zu identifizieren vermag.


Steepways, Linksfield Ridge, November 1974 - Oktober 1978: Eine Nummer zu gross für Henri René und Marlen Hänggi-Schönenberger?

 

Steepways - filmreife Kulisse mit ebenso dramatischer Geschichte ... zu lesen in meiner 1. Autobiografie "Atemzüge, Himmelsflüge".


Living room


"Ready for a playful fight"? Fernand Edmund, Henri Paul und Alexia - 1976 auf dem Vorplatz in Steepways.

 

Sandra in Steepways an ihrem 11. Geburtstag.


"Eleven years old, standing in the garden at home - not knowing that this would be one of the last birthdays under the South African sun.

By October, everything had changed. Suitcases packed, hiding under the bed, goodbyes said too quickly, a life folded away like the dress I wore that day.

But the grass was green, the curtains glowed orange, and for one quiet afternoon in March, 1978, the world still felt steady and whole.

A smile both proud and shy would soon turn into a girls cry: "Why on earth did we have to leave? Papa, what have you done?!?"

Elf Jahre alt, im Garten zu Hause - ohne zu wissen, dass dies einer der letzten Geburtstage unter der südafrikanischen Sonne sein würde.

Im Oktober hatte sich alles verändert. Koffer gepackt, sich unter dem Bett versteckt, Abschiede viel zu schnell gesagt, ein Leben zusammengefaltet wie das Kleid, das ich an diesem Tag getragen habe.

Aber das Gras war grün, die Vorhänge strahlten orange, und für einen stillen Nachmittag lang im März 1978 fühlte sich die Welt noch stabil und ganz an.

Ein Lächeln, zugleich stolz und schüchtern, würde sich bald in das Weinen eines Mädchens verwandeln: „Warum um alles in der Welt mussten wir gehen? Papa, was hast du getan?!?“

Dieses Mädchen schreit immer noch in mir - ich kann sie nicht mehr beruhigen, sie braucht eine Erklärung für das, was damals geschehen ist. Ich versichere ihr, dass ich dem nachgehen werde und verfasse heute einen Brief, den ich am Montag (heute ist Samstag) per Email versenden werde:

Mein Schreiben an das Südafrikanische Nationalarchiv in Pretoria, 14.02.2026


Ich recherchiere ausserdem im Internet über die Entstehungsgeschichte von Linksfield Ridge und stosse auf etwas enorm Spannendes: Hier berührten sich die Lebenskreise von Mahatma Gandhi und dem Architekten dieses Stadtteils, einem Herrn Kallenbach anfangs des 20. Jahrhunderts: 

In the Footsteps of Gandhi - A Fascinating Work of Local History | The Heritage Portal

Kommende Woche habe ich einen Flug nach Afrika gebucht ... mit der "FEH-Airways" (meinem Bruder Fernand Edmund als Piloten) heben wir gemeinsam ab und überfliegen mit dem Flugsimulator unseren ehemaligen Wohnsitz, unsere Schulen und weiter den Kruger National Park, Kenya und all diejenigen Orte, die uns die Magie Afrikas erneut mit kindlichem Enthusiasmus spüren lassen.
Und einmal mehr muss ich dem technischen Fortschritt an dieser Stelle Dank aussprechen.

Wie sich dieser Flug vom bequemen Sofa aus angefühlt hat und ob mich mein Bruder ohne Crash wieder nachhause zu fliegen vermochte, davon erzähle ich später. Ich freue mich jetzt schon auf dieses Abenteuer, das ganz gewiss noch mehr Erinnerungen wach rufen wird und somit auch neue SANI-Töne ;-D

"At the beginning of November, 1974, I rushed out of the travel agent's shop on the ground floor of Hyde Park, having just bought a ticket and I walked straight into a glass pane of the Shopping Centre instead of using the adjoining glass door. I mananged to shatter the heavy glass pane and was left with a big piece of glass sticking out above my lungs! Mr Smith, the pharmacist, told me not to move and called the ambulance, and I was taken to the hospital's emergency section, Caroline getting with me into the ambulance. The doctors removed the large splinter, stitched me up and put my arm in a sling and told me to take a rest for a few days. 

Two days later, on the 8th November, with arm in sling, I travelled to London and went straight from Heathrow to our London gallery to work! I returned to Johannesburg on 15th December, without a sling."

Anfang November 1974 stürmte uncle Fernand aus dem Reisebüro im Erdgeschoss von Hyde Park, nachdem er gerade ein Ticket gekauft hatte, und lief direkt in eine Glasscheibe des Einkaufszentrums, anstatt die danebenliegende Glastür zu benutzen. Es gelang ihm, die schwere Glasscheibe zu zerbrechen, und es blieb ein grosses Stück Glas über seinen Lungen stecken! Mr. Smith, der Apotheker, sagte ihm, er solle sich nicht bewegen, und rief den Krankenwagen. Er wurde in die Notaufnahme des Krankenhauses gebracht, Caroline kam mit ihm in den Krankenwagen. Die Ärzte entfernten den grossen Splitter, nähten ihn wieder zusammen, legten seinen Arm in eine Schlinge und sagten ihm, er solle sich ein paar Tage ausruhen.

Zwei Tage später, am 8. November, reiste Fernand Francis mit einer Armschlinge nach London und ging direkt vom Flughafen Heathrow zu ihrer Londoner Galerie, um zu arbeiten! Am 15. Dezember kehrte er nach Johannesburg zurück, ohne Schlinge.

Flashback - Parktown, 1973:

Papa, Henri (3) und ich (6) wollen vom Parkplatz losfahren - Papa möchte die Tageszeitung kaufen und merkt, dass er etwas vergessen hat. Er legt mir das "münz" in die Hand, bevor er ins Haus zurückeilt. Ich lege die zwei 20 cent-Stücke in meinen Mund (ich hatte damals die unerklärliche Angewohnheit, Geldstücke in den Mund zu legen) währenddem ich mit Henri Schalk mache; wir lachen herzhaft und schon ist eine Münze (ca.24 mm Durchmesser) in meinem Hals stecken geblieben. Ich ringe nach Luft, halte mich instinktiv so still wie möglich und erstarre - Henri begreift den Ernst der Lage und schreit um Hilfe. Papa rast ins Spital, wo es mir wie eine Ewigkeit vorkommt (währenddem ich panische Erstickungsangst habe) bis ich narkotisiert werde und das Metall aus meinem Hals entfernt wird. Ich muss eine Nacht lang zur Überwachung bleiben. Am nächsten Morgen erwache ich in einem Einzelzimmer, mein linker Arm schmerzt höllisch - erst dann begreife ich, wo ich bin. Die Infusion, die sie mir angebracht haben, verursacht den starken Schmerz an der Einstichstelle der Nadel. Ich getraue mich nicht, etwas zu sagen, versuche es still auszuhalten, bis eine Krankenschwester zu mir kommt und bemerkt, dass ich weine:
"But Sandra, why didn't you say anything?!?" ruft sie aus.
Ich habe keine Antwort darauf.
Sie redet mir daraufhin gut zu, entfernt die (wie ich es damals empfand) "Foltereinrichtung" und versichert mir, dass ich bald nach Hause entlassen werde. Sie zeigt mir die in einem Plastikbehälter aufbewahrte Münze, die ich verschluckt habe.
"You can take it home, if you want", sagt sie zu mir mit einem sanften Lächeln, das mir das Gefühl des Verlassenseins, das ich an diesem Morgen spüre, wegzaubert.

Ob mich dieses lebensbedrohliche Ereignis davon abhielt, als Kind weiterhin Münzen in meinem Mund aufzubewahren? Ich glaube nicht ...



Was für eine schöne Münze - ich erkenne sie nun wieder - etwas kleiner als ein 2.- Fr Stück, deshalb ist sie auch in meiner Speiseröhre stecken geblieben, dies drückte auf die Luftröhre, was meine Atemnot und die starken Schluckschmerzen erklärt. Mein kindlicher Körper reagierte mit Alarm: "Ich ersticke!" Wäre sie in die Luftröhre gerutscht, wäre ich heute nicht mehr hier.
Links abgebildet die Royal Protea (die Nationalblume) und rechts das Wappen Südafrikas. 


Prompte Antwort auf meine Anfrage an das südafrikanische Nationalarchiv heute, 16. Februar 2026:


260216 Prompt answer from National Archives of South Africa

 

Cases against my father and mother, and indeed from Omama against her own son and daughter-in-law (J Haenggi).

 

WLD (Witwatersrand Local Devision) meaning: High Court of South Africa - 1978 mit Sitz in Johannesburg (hohe Summen, komplexe Betrugsfälle, Insolvenzen).


Letter to my dear little one, Sandra:

"My dear little one,

I know how suddenly everything fell apart.

The police.
The fear.
The adult voices behind open doors.
The house that was no longer ours.

Boxes. Goodbyes. Confusion.

And I know what hurt the most.

Not only the house.
Not only the things.

But Jeneva.

Your Jeneva.
The woman who held you from the day you were born.
Who comforted you.
Who knew your tears.
Who knew your scent.
Who tucked you into bed.
Who was like a mother to you - for eleven years.

And then:

Your hiding place.
Your prayer.
Your silent trembling.
The goodbye -
and no reunion.

Her trace lost.

For a child, that is not a “move.”
It is a break in the heart.

Your crocodile tears.
You had to be brave.
You had to be strong.
You had to go along.

But you were only a child.
It wasn't your fault.

You did not lose anyone because you were not important.
You lost because the world of adults fell apart.

Papa was not a criminal.
He had larger dreams and wishes
than reality could hold.
He had money troubles.

Sometimes such circumstances tear people apart
without the love ever stopping.

Jeneva, your African Mummy:

The love she gave you has not disappeared.
It lives on in you ...

... in your warmth,
in your sensitivity,
in your strength,
in your ability to feel,
in your expression,
in your dance,
in your songs.

You lost your homeland -
but you did not lose your dignity.

Not your heart.

Not your capacity to love.

I see your sad face from back then.
And today I tell you:

You were innocent.
You were loved.
You were valuable.

And you still are.

I am here now.
I understand what happened.
I can put it into perspective.
I protect you.
I hold you.

The past may remain sad.
But it is no longer dangerous.

And Jeneva -
she belongs to your story.

No one can take her from you.

We move forward.
Not because we forget.
But because we honor what was.

With love,

Your adult self,

♥ SANI."


"Liebe Kleine,

ich weiss, wie plötzlich alles zerbrochen ist.

Die Polizei.
Die Angst.
Die Erwachsenenstimmen vor offenen Türen.
Das Haus, das nicht mehr unseres war.
Kisten. Abschiede. Verwirrung.

Und ich weiss, was am meisten wehgetan hat.

Nicht nur das Haus.
Nicht nur die Dinge.

Sondern Jeneva.

Deine Jeneva.
Die Frau, die dich seit deiner Geburt gehalten hat.
Die dich getröstet hat.
Die deine Tränen kannte.
Die deinen Geruch kannte.
Die dich ins Bett brachte.
Die für dich wie eine Mutter war - elf Jahre lang.

Und dann:
Dein Versteck.
Dein Gebet.
Dein stilles Beben.
Der Abschied und
kein Wiedersehen.
Ihre Spur verloren.

Für ein Kind ist das kein „Umzug“.
Das ist ein Bruch im Herzen.

Deine Krokodilstränen.
Du musstest tapfer sein.
Du musstest stark sein.
Du musstest mitgehen.

Aber du warst nur ein Kind.
Es war nicht deine Schuld.

Du hast niemanden verloren, weil du nicht wichtig warst.
Du hast verloren, weil die Welt der Erwachsenen aus den Fugen geraten ist.

Papa war kein Verbrecher
Seine Träume und Wünsche waren grösser
als die Realität es tragen konnte.
Er hatte Geldsorgen.

Manchmal reissen solche Umstände Menschen auseinander,
ohne dass die Liebe aufhört.

Jeneva, deine afrikanische Mama:
Die Liebe, die sie dir gegeben hat, ist nicht verschwunden.
Sie lebt in dir weiter:

In deiner Wärme.
In deiner Sensibilität.
In deiner Stärke.
In deiner Fähigkeit, zu fühlen.
In deinem Ausdruck.
In deinem Tanz.
In deinen Liedern.

Du hast Heimat verloren -
aber du hast nicht deine Würde verloren.
Nicht dein Herz.

Nicht deine Fähigkeit zu lieben.

Ich sehe dein trauriges Gesicht von damals.
Und ich sage dir heute:

Du warst unschuldig.
Du warst geliebt.
Du warst wertvoll.
Und du bist es immer noch.

Ich bin jetzt hier.
Ich verstehe, was passiert ist.
Ich ordne es ein.
Ich schütze dich.
Ich halte dich.

Die Vergangenheit darf traurig bleiben.
Aber sie ist nicht mehr gefährlich.

Und Jeneva -
sie gehört zu deiner Geschichte.
Niemand kann sie dir nehmen.

Wir gehen weiter.
Nicht, weil wir vergessen.
Sondern weil wir würdigen, was war.

In Liebe,
Dein erwachsenes Ich."



 

Bei uns wurde immer alles totgeschwiegen. Auch nach diesem dramatischen Ereignis; der Entwurzelung aus meinem Geburtsland und Anpassungsversuch an eine neue Umgebung und Kultur in der Schweiz, blieb alles Unausgesprochene in der Luft hängen. Mama und Papa versuchten, das, was durch ihr unkluges Handeln verschüttet worden war, einfach unter eine dicke Schicht des Schweigens zu kehren. Auf meine kindliche Frage, warum wir denn so urplötzlich nach Zürich umziehen mussten, kam lediglich die knappe Antwort: "Wegen dem Apartheid-System."
Ausserdem begründeten sie diese "Entscheidung" (als ob es ein freiwilliger Entscheid gewesen wäre - dies konnte ich ja instinktiv in dem Alter schon spüren und erfassen, ausserdem hatte ich mit eigenen Augen gesehen, wie die Polizei meinen Vater mit Handschellen abführte) mit: "Fernand (1978: 15-jährig) wäre sonst lange in den südafrikanischen Wehrdienst einberufen worden."
Mein intuitives Misstrauen ihrer Aussagen gegenüber bestätigte sich in Bezug auf die Apartheid-Begründung, doch der zweite Punkt stimmt tatsächlich: 

1957 wurde im Defence Act festgelegt, dass eine Wehrpflicht für weisse südafrikanische Männer möglich ist. 1967 wurde die Wehrpflicht eingeführt, nachdem der namibische Unabhängigkeitskrieg begonnen hatte.[2] Sie begann mit der Vollendung des 16. Lebensjahrs oder dem Schulabschluss. Der Wehrdienst (National Service) dauerte ab 1977 zwei Jahre, zuzüglich einem weiteren Jahr Dienst bei den Citizen Forces oder einem anderen zusätzlichen Dienst. Ende der 1970er Jahre traten Zehntausende Wehrpflichtige ihren Dienst nicht an. 1977 kam es zum ersten Prozess gegen einen Wehrdienstverweigerer. Die Conscientious Objectors Support Group (COSG, deutsch etwa: „Unterstützungsgruppe für Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen“) stand den ersten Verweigerern zur Seite. Zugleich gründeten Südafrikaner im Exil in London und Amsterdam das Committee on South African War Resistance (COSAWR, deutsch etwa: „Komitee für südafrikanischen Kriegswiderstand“).

Heute, da ich dies alles besser zu verstehen, einzuordnen und zu durchleuchten versuche (nicht um anzuklagen, sondern um die Wahrheit - so gut als möglich - zu finden), sehe ich die Schlauheit ihrer Ausreden: 

1. Apartheid ist "Schuld": Ja, an der gesellschaftspolitischen Entwicklung und auch wirtschaftlich fanden dadurch massive, einschneidende Umbrüche statt. Jedoch hatten meine Eltern durchaus die Wahl: Bei drohender Verschuldung rechtzeitig die Bremse ziehen und Ansprüche drosseln - Besitz verkaufen und zu einem bescheidenerem Leben finden. Sie wählten jedoch beide bewusst das Hintergehen und Ausnutzen von Menschen, um sich ihren Luxus weiterhin leisten zu können. Dabei blendeten sie ebenso bewusst aus, was dies mit uns Kindern machen würde und wie es uns dabei zumute war.

Zum Vergleich: Uncle Fernand Francis zeigt in seiner Chronik, wie er inmitten dieser wirtschaftlichen Veränderungen damit umgegangen ist.

2. Mein Bruder Fernand mit 16 in den "National Service": Ein sehr triftiger Grund, das Land zu verlassen und damit seine eigene Schuld nicht eingestehen zu müssen. Dies ist ja immer auch schambehaftet - und eigentlich sollte man daraus lernen, doch wie sich später herausstellte, war es bei beiden eine Charaktereigenschaft, Menschen zu ihren Gunsten zu manipulieren und hintergehen. Und ja, dies muss an dieser Stelle offen ausgesprochen werden, weil es zeigt, wie kommende Generationen unter eben solchen Umständen, Verhaltensmustern und Ego-Entscheidungen leiden und es wichtig ist, diese destruktiven Muster zu durchbrechen oder aufzulösen. Indem man sie analysiert (ohne zu verurteilen), bewusst macht, durchleuchtet und versucht, nicht in die gleichen Fussstapfen und Abhängigkeiten zu geraten.

Ich muss es ebenso schmerzlich aussprechen: Es hat sich nie einer dafür interessiert, wie es mir dabei gegangen ist. Ich integriere diese Schattenanteile in meinen autobiografischen Werken deshalb selbst, weil ich heute nicht mehr nur die kleine Sandra verkörpere, die vieles zwar instinktiv wahr genommen hat, jedoch nicht einordnen und verstehen konnte. Heute, als Erwachsene, lerne ich mich nun selbst um das Kind zu kümmern, das bewusst unterdrückt, für dumm gehalten wurde und unter diesem Mantel des Schweigens fast ebenfalls verstummt wäre (so wie meine Brüder).

Ich erkenne hiermit an, was war - und stelle es nicht mehr infrage. Ich gebe der Wahrheit ihren Platz zurück. Ich trage, was war - klar, ohne Verdrehung, ohne Anklage.


"Caroline and I were both directors of the London Gallery from incept, David Krut (Mr 10% we called him) was director until 24th January, 1976.

We carried some exciting SA and international art!

Caroline worked part-time at Gallery 21 Hyde Park, in the morning, and after the opening of Gallery 21, London on 31st October, 1974, she worked full-time, supported by 3 staff members, while I was abroad. 

As every year, we had Christmas Eve in Northcliff and went to Flora on Christmas Day staying for a few days.

My tax assessment for 1974 reflected an assessed income of R18160, on which I had paid R3663 to the Johannesburg tax office - a big chunk taken out by the Receiver of Revenue!"


Caroline und uncle Fernand waren von Anfang an beide Direktoren der London Gallery, David Krut (den sie Mr. 10% nannten) war bis zum 24. Januar 1976 Direktor.

Sie führten einige aufregende südafrikanische und internationale Kunst!

Caroline arbeitete vormittags Teilzeit in der Gallery 21 Hyde Park, und nach der Eröffnung der Gallery 21 in London am 31. Oktober 1974 arbeitete sie vollzeit, unterstützt von 3 Mitarbeitern, während Fernand Francis im Ausland war.

Wie jedes Jahr verbrachten sie Heiligabend in Northcliff und gingen am Weihnachtstag zu Flora, wo sie ein paar Tage blieben.

Seine Steuererklärung für 1974 wies ein festgestelltes Einkommen von R18160 aus, auf das uncle Fernand R3663 an das Steueramt in Johannesburg gezahlt hatte - ein grosser Teil wurde vom Finanzamt einbehalten!      


Rooted in Love


"A suitcase standing by the door
A silence heavier than before
Small hands holding what they knew
A sky that shifted into blue

The world I knew dissolved that day
No map to show the hidden way
A child’s heart learning how to bend
Not knowing where the road would end

But somewhere underneath the fear
A quiet rhythm stayed so near
A warmth no storm could take apart
A steady drum inside my heart

Love was stronger than the fall
Stronger than the breaking wall
Stronger than the sudden night
Love was there, a hidden light

Through the leaving, through the pain
Through the silence, through the rain
What was planted did not part
Love kept beating in my heart

I searched the shadows for the truth
I held the fragments of my youth
No blame, no rage to carry on
Just asking where the light had gone

And in the archives of my days
I found the human, flawed and brave
Not heroes carved in black and white
But souls who walked through wrong and right

And slowly, gently, something grew
A wider, kinder point of view
The minor key began to rise
Into a clearer, open sky

Love is stronger than our fear
Stronger than what’s unclear
Stronger than the hardest part
Love rewrites the wounded heart

Through the choices we have made
Through the debts that must be paid
Through the truth that sets us free

Love becomes our legacy

I carry you in every step
In every breath I haven’t left
The dance we shared still moves in me
A living continuity

No ending note, no final line
Just warmth unfolding through all time

Love is softer than the night
Love is patient, love is light
Love is quiet, love is strong
Love goes on and on and on

Not erasing what has been
But holding all we’ve walked within
From minor chords to open skies
Love is how the music rises

A pulse beneath the setting sun
The story woven, not undone
No curtain call, no grand goodbye
Just love continuing …

Softly
Softly

Love is softer than the night
Love is patient, love is light
Love is quiet, love is strong
Love goes on and on and on

Gently
  Gently."


 ♥ SANI, 15.02.2026

♥ Rooted in Love  https://suno.com/s/twnsyn8lwbZoPUK8



Roots

"Dust on my feet, sun in my hair
You held my hand like a whispered prayer
Drum in the distance, heat in the sky
We moved together, you and I

The day came sudden, wind changed fast
A door closed hard on the fragile past
Small girl standing, trying to see
How the world could break so suddenly

Oh Mama of the warm earth ground

We are still here, we are still sound

Oh heartbeat under skin and bone

Love is the rhythm we carry home

Steps in the sand, feet in the clay
You said, “Be brave now, walk your way”
I said, “Never will I forget”
Your voice is rising in me yet

Years like rivers flowing wide
Truth like a tide I could not hide
But no more anger, no more blame
Just human fire and human flame

Oh Mama of the warm earth ground

We are still here, we are still sound

Oh rhythm stronger than the night

Love is turning dark to light

Breath
Step
Turn

I feel you in my moving feet
I feel you in the rising heat
No chains of past, no fear to prove
Only the circle of the groove

Oh Mama of the living flame

Love is stronger than all shame

Oh story written in the sand

We rise together, hand in hand

Heartbeat slow
Breath in
Breath out

Not ending
Only flowing

Love carried me
Love shaped me
Love continues to be

Love goes on
Love goes on
Love goes on

Love carries me
Love shapes me
Love continues to be

 Gently
Softly
Gently

Love Love Love."

♥ SANI, 15.02.2026

   ♥ Roots https://suno.com/s/m0cSZE8qSyYyDLle





 



1975-1976
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3.17.  Das Gestern, das heute ist – 1975-1976.
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1975

FRELIMO wins Moçambique independence, after 500 years of colonial rule

"Caroline worked at Gallery 21 in Hyde Park in the morning, with staff, unless she was abroad.

On 3rd February I was off to London, staying at a furnished flat I had rented in Draycott Place, Chelsea. A large exhibition of African artists was being assembled during that time, opening at Gallery 21 on 19th February. Caroline went to Flora for the twins' birthday, together with Françoise and Joyce. She left them there for about 2 months and flew to London to join me.

We went from London to Zurich over the Easter week-end (Easter was on 30th March) as I had a meeting with the owner of the local Gallery 21 Zurich on that Saturday. During the remainder of the time in Zurich, we did some shopping at Grieder's in Bahnhofstrasse. Caroline went back to London and was met by Peter German and dropped at our flat. I returned directly to Johannesburg.

There were staff problems in London, so Caroline had to help for a while to look after the gallery; there she worked each day from 10h t0 18h. The South African artist Anton Uys took her to an artist's party at Cyril Fradan. Caroline's sister Henrietta stayed with her at our London flat. During that time, Caroline took Henrietta to see a film on David Hockney called "A Bigger Splash", and she went with Peter German to see the play "Bus Stop". Caroline returned to Johannesburg and picked up the kids from Flora, Joyce left soon thereafter (Caroline had difficulties finding a new maid, as she was looking for someone earthy; ultimately she found young Julia through Flora, Anya's maid).

Sometimes at the beginning of the year, the Haenggi's in Johannesburg got together at my brother's home at Steepways in Linksfield Ridge which was recorded with one of the rare family group photographs."

1975

FRELIMO gewinnt die Unabhängigkeit Mosambiks nach 500 Jahren Kolonialherrschaft

> see:    FRELIMO - Wikipedia

Caroline arbeitete vormittags in der Gallery 21 in Hyde Park mit dem Personal, es sei denn, sie war im Ausland.

Am 3. Februar reiste uncle Fernand nach London und wohnte in einer möblierten Wohnung, die er in der Draycott Place, Chelsea, gemietet hatte. Zu dieser Zeit wurde eine grosse Ausstellung afrikanischer Künstler vorbereitet, die am 19. Februar in der Gallery 21 eröffnet wurde. Caroline ging zu Flora zum Geburtstag der Zwillinge, zusammen mit Françoise und Joyce. Sie liess sie dort für etwa 2 Monate und flog nach London, um sich ihm anzuschliessen.

Caroline und Fernand Francis sind über das Osterwochenende von London nach Zürich gefahren (Ostern war am 30. März), da uncle Fernand an diesem Samstag ein Treffen mit dem Besitzer der örtlichen Galerie 21 Zürich hatte. Während der restlichen Zeit in Zürich haben sie bei Grieder in der Bahnhofstrasse eingekauft. Caroline ist nach London zurückgefahren, wurde von Peter German abgeholt und zu ihrer Wohnung gebracht. Daraufhin ist Fernand Francis direkt nach Johannesburg zurückgekehrt.

In London gab es Personalprobleme, sodass Caroline für eine Weile aushelfen musste, um sich um die Galerie zu kümmern; dort arbeitete sie täglich von 10 bis 18 Uhr. Der südafrikanische Künstler Anton Uys nahm sie mit zu einer Künstlerparty bei Cyril Fradan. Carolines Schwester Henrietta blieb bei ihr in ihrer Londoner Wohnung. Während dieser Zeit nahm Caroline Henrietta mit, um einen Film über David Hockney namens "A Bigger Splash" zu sehen, und sie ging mit Peter German, um das Theaterstück "Bus Stop" anzuschauen. Caroline kehrte nach Johannesburg zurück und holte die Kinder bei Flora ab; Joyce verliess die Familie kurz darauf (Caroline hatte Schwierigkeiten, eine neue Haushälterin zu finden, da sie jemanden Bodenständigen suchte; letztendlich fand sie die junge Julia über Flora, Anyas Haushälterin).

Irgendwann zu Beginn des Jahres versammelten sich die Haenggis in Johannesburg in unserem Haus in Steepways in Linksfield Ridge, was mit einem der seltenen Familiengruppenfotos festgehalten wurde:


Linksfield Ridge, 1975: The Haenggi family in South Africa


"While we were living in Northcliff, we did a lot of entertaining, often having dinner parties. Soon after arriving back from London, we had a braai at our home in Northcliff. John Nicholson prepared the lamb which came from Flora, Granny had made the sosaties; the party was attended by Armando Baldinelli, the Meerkotters, Zoltan Borbereki, the Jaroszynskis - I was going to show slides from the 1974 Art show, but I had forgotten them in the gallery, so I had to go to town to collect them!

On 3rd March, 1975, I approached Rand Bank to investigate the possibility of consolidating my financial commitments, the result of which was that certain loan facilities were granted by Rand Bank, Brick & Potteries Co. and David A. Rubenstein of Glen Anil fame.

On 24th, 1975, I was welcome by Simon van der Stel Foundation, Pretoria, as a life member (No. L6913). The director was W.J. Punt, I knew him from the early Gallery 101 days.

On 12th June, 1975, I wrote Caroline a card from Basel, mentioning that I had landed in Zurich with Eric Estorick (from the Grosvenor Gallery) who would be coming to Basel later, and that I had met Alan Christea (Waddingtons, London) busy arranging the British entry. The same day, I wrote Caroline another postcard from Basel, reporting on the setting up of our exhibition stand at the ART 6'75 Basel Fair, joinery work and electrical work being attended to, mentioning also that Zoltan Borbereki, Dudu and Karin Jaroszynski were arriving next day, Saturday, and Priska Aves on Monday. Daniel Kovacs and his mother Elizabeth Sebök had also come to the Art Fair according to a card sent on 16th June, 1975.

On 18th June, I attended the ART 6'75 Basel Art Fair, showing various SA and international art. Caroline did not attend, but I was assisted by Priska Aves, manageress of our London gallery, who had come directly from London. Displayed on the press wall was a picture of Caroline in her Marimekko dress, taken the year before! I managed to find out who the photographer was and got a copy - so though not at the Fair in person, she was there anyhow!"

Während Caroline und uncle Fernand in Northcliff lebten, haben sie viele Gäste unterhalten und oft Dinnerpartys veranstaltet. Kurz nach ihrer Rückkehr aus London hatten sie ein Braai (Grill) bei ihnen zu Hause in Northcliff. John Nicholson bereitete das Lamm zu, das von Flora stammte, Granny hatte die Sosaties (südafrikanische Lammspiesse) gemacht; an der Party nahmen Armando Baldinelli, die Meerkotters, Zoltan Borbereki, die Jaroszynskis teil - Fernand Francis wollte Dias von der Kunstshow 1974 zeigen, hatte sie aber in der Galerie vergessen, also musste er in die Stadt fahren, um sie zu holen!

Am 3. März 1975 wandte er sich an die Rand Bank, um die Möglichkeit zu prüfen, seine finanziellen Verpflichtungen zusammenzufassen, was dazu führte, dass bestimmte Darlehensmöglichkeiten von der Rand Bank, Brick & Potteries Co. und David A. Rubenstein von der Glen Anil-Firma gewährt wurden.

Am 24. Januar 1975 wurde uncle Fernand von der Simon-van-der-Stel-Stiftung in Pretoria als Lebensmitglied (Nr. L6913) willkommen geheissen. Der Direktor war W.J. Punt, den er aus den frühen Tagen der Galerie 101 kannte.

Am 12. Juni 1975 schrieb uncle Fernand Caroline eine Karte aus Basel und erwähnte, dass er in Zürich mit Eric Estorick (von der Grosvenor Gallery) gelandet war, der später nach Basel kommen würde, und dass er Alan Christea (Waddingtons, London) getroffen hatte, der mit der Organisation des britischen Beitrags beschäftigt war. Am selben Tag schrieb er Caroline eine weitere Postkarte aus Basel, in der er über den Aufbau ihres Messestandes auf der ART 6'75 Basel fair berichtete, wobei Tischler- und Elektroarbeiten erledigt wurden. Ausserdem erwähnte er, dass Zoltan Borbereki, Dudu und Karin Jaroszynski am nächsten Tag, Samstag, und Priska Aves am Montag ankommen würden. Daniel Kovacs und seine Mutter Elizabeth Sebök war laut einer Karte vom 16. Juni 1975 ebenfalls an der Kunstmesse erschienen.

Am 18. Juni besuchte uncle Fernand die ART 6'75 Basel Kunstmesse, an der verschiedene südafrikanische und internationale Kunst gezeigt wurde. Caroline nahm nicht teil, aber er wurde von Priska Aves unterstützt, der Leiterin ihrer Londoner Galerie, die direkt aus London gekommen war. An der Pressewand war ein Bild von Caroline in ihrem Marimekko-Kleid aus dem Vorjahr zu sehen! Fernand Francis schaffte es herauszufinden, wer die Fotografin war und bekam eine Kopie - also war sie, obwohl nicht persönlich auf der Messe, dennoch irgendwie präsent!

Wir genossen in Steepways auch viele leckere Braais, Papa war immer der Grillprofi und Mama (zusammen mit Jeneva) bereiteten die Beilagen zu. Mama ist immer noch eine exzellente Köchin mit einem künstlerischen Auge für das dekorative Anrichten der Speisen. Währenddem Papa am Grill schwitzte und Mama in der Küche beschäftigt war, planschten wir Kinder vergnügt im angrenzenden Pool. Und für einen Moment konnte ich die himmelschreiende Ungerechtigkeit hier ausblenden.


Papa - virtuos schwitzend am Grill, Steepways, 1976

"I proceeded to London, did a one-day business trip to Paris with Dion Friedland (the first plane/last plane), and returned to Johannesburg on 7th August. In Paris, we called on Galerie de France a.o.

As I was often in London (January, February/March, June/August, September and November), Caroline worked full-time in the Hyde Park Gallery (unless she was in London). Until she found a maid, all the kids went from about June to September to a day crèche in Linden - the Kinder Hotel - from 10h to 18h, Mondays to Fridays.

(Let me - the adult Sandra - share my thoughts and emotions regarding this passage, and former others concerning the same subject: It pains me once again that the children were moved around like "furniture" or art work already at such young age! 40 years of uncle Fernand's dreaming: the rest of the family had to sadly and painfully pay the price for it - this is my honest and personal point of view).

On 6th August, I sent Caroline a postcard from Zurich, stating that I was about to leave for Paris, and that unofficially, I was to take over Gallery 21, Zurich, belonging to Mr Charles Ottiker, as from 1st October. However, as he had an accident and was in hospital, nothing could be finalised."

Uncle Fernand reiste nach London, machte einen eintägigen Geschäftsaufenthalt in Paris mit Dion Friedland (erstes Flugzeug/letztes Flugzeug) und kehrte am 7. August nach Johannesburg zurück. In Paris besuchten sie unter anderem die Galerie de France.

Da er oft in London war (Januar, Februar/März, Juni/August, September und November), arbeitete Caroline Vollzeit in der Hyde Park Gallery (es sei denn, sie war in London). Bis sie eine Haushälterin fand, gingen alle Kinder etwa von Juni bis September von 10 bis 18 Uhr an Werktagen in eine Tageskrippe in Linden - das Kinderhotel.

(Lasst mich - die erwachsene Sandra - meine Gedanken und Gefühle zu diesem Abschnitt sowie zu früheren gleichen Passagen teilen: Es schmerzt mich erneut, dass die Kinder schon in so jungen Jahren wie "Möbel" oder Kunstwerke hin- und herbewegt wurden! 40 Jahre von Onkel Fernands Träumen: Der Rest der Familie musste dafür traurig und schmerzhaft bezahlen - dies ist meine ehrliche und persönliche Betrachtung).

Am 6. August schickte uncle Fernand Caroline eine Postkarte aus Zürich, in der er schrieb, dass er kurz davor sei, nach Paris zu reisen und dass er inoffiziell ab dem 1. Oktober die Leitung der Galerie 21 in Zürich, die Herrn Charles Ottiker gehörte, übernehmen sollte. Da dieser jedoch einen Unfall hatte und im Krankenhaus war, konnte nichts endgültig vereinbart werden.

"In about September, Caroline eventually found a young Tswana maid, very sweet but very strict. She worked to pay for her brother's schooling. She was too young, exhausted and couldn't cope with her first job, so she beat the children regularly. Caroline had to help her to regulate her day looking after household and kids.

( ... autsch! )

For over a year another huge project was getting ready, the "Umabatha" portfolio of 15 woodcuts by Lucky Sibiya in an edition of 225, entailing a lot of preparatory work, printing, putting together and marketing the portfolio; it was finally launched on the 18th September. It meant that I put in a lot of extra hours.

On one occasion, we had Rex and Angela van Schalkwyk, together with Benjamin Pogrund and his wife Anne Sassoon for dinner - for the whole evening, a car was parked outside our house in Northcliff, leaving as soon as our guests had left; we assumed the Special Branch listened in - Pogrund was the night editor of the Rand Daily Mail and he was on a special security list - he left the country later on.

We also had for dinner Norman Catherine and Janet, with Louis le Sueur and Marijka. They did not get on at all. Another time it was Revel and Judith Mason (they heard our owl; it reminded them of their courting days on the hill when the owl was also there). Tim and Marlene Morris came for dinner, too - Tim came to check Caroline's kiln. There were other friends, too - we entertained a lot."

Etwa im September fand Caroline schliesslich ein junges Tswana-Mädchen als Haushälterin, sehr lieb, aber sehr streng. Sie arbeitete, um die Schulbildung ihres Bruders zu finanzieren. Sie war zu jung, erschöpft und kam mit ihrem ersten Job nicht zurecht, sodass sie die Kinder regelmässig schlug. Caroline musste ihr helfen, ihren Tag bei der Betreuung von Haushalt und Kindern zu organisieren.

( ... autsch! )

Seit über einem Jahr wurde ein weiteres grosses Projekt vorbereitet, das „Umabatha“-Portfolio mit 15 Holzschnitten von Lucky Sibiya in einer Auflage von 225 Exemplaren, das viele Vorbereitungsarbeiten, Druck, Zusammenstellung und Vermarktung des Portfolios erforderte; es wurde schliesslich am 18. September veröffentlicht. Das bedeutete, dass uncle Fernand viele zusätzliche Stunden arbeitete.

Einmal hatten sie Rex und Angela van Schalkwyk zusammen mit Benjamin Pogrund und seiner Frau Anne Sassoon zum Abendessen - den ganzen Abend parkte ein Auto vor ihrem Haus in Northcliff und fuhr erst weg, als ihre Gäste gegangen waren; sie gingen davon aus, dass der Special Branch (Abteilung der britischen Polizei) mithörte - Pogrund war Nachtredakteur der Rand Daily Mail und stand auf einer speziellen Sicherheitsliste - später verliess er das Land.

Zum Abendessen hatten sie auch Norman, Catherine und Janet, zusammen mit Louis le Sueur und Marijka eingeladen. Sie verstanden sich überhaupt nicht. Ein anderes Mal waren es Revel und Judith Mason (sie hörten ihre Eule; sie erinnerte sie an ihre Liebeszeiten auf dem Hügel, als die Eule ebenfalls dort war). Tim und Marlene Morris kamen auch zum Abendessen vorbei - Tim wollte Carolines Brennofen überprüfen. Es gab auch andere Freunde - sie haben viel unterhalten.

"One day, our maid left the top of the rubbish bin on the hot plate, it melted and blackened the kitchen walls - Françoise was told to go and wake up the twins from their afternoon sleep, instead she ran out of the house and went to the neighbour to call for help; however, she was so frightened that she just stood outside their house until she was asked what was wrong!

Newton, our gardener, started to work with my Mother, as she paid him more!

On my return from London, via Switzerland, I visited the Art Cologne Köln 1975 which was held from 6th to 10th November, as one of our artists was represented by another gallery showing in Cologne.

Towards the end of November, 1975, it became clear that our London gallery could not be kept any longer, as the financial backers of the Johannesburg operation were going bust one after the other (David Rubenstein's Glen Anil as well as the original Rand Bank which did not renew a large trade bill) and Brick & Potteries who caused problems or other backers who stopped giving support (Dion Friedland). So I stopped going to London after that.

Our Christmas tree was made of some branches which Caroline picked up and painted white."

Eines Tages liess ihre Haushälterin den Deckel des Mülleimers auf der heissen Herdplatte stehen, er schmolz und schwarzte die Küchenwände ein - Françoise wurde gesagt, sie solle die Zwillinge aus ihrem Nachmittagsschlaf wecken, stattdessen rannte sie aus dem Haus und ging zum Nachbarn, um Hilfe zu rufen; allerdings war sie so verängstigt, dass sie einfach draussen vor deren Haus stehenblieb, bis sie gefragt wurde, was los sei!

Newton, ihr Gärtner, begann mit Omama zu arbeiten, da sie ihm mehr bezahlte!

Bei seiner Rückkehr aus London, über die Schweiz, besuchte uncle Fernand die Art Cologne Köln 1975, die vom 6. bis 10. November stattfand, da einer ihrer Künstler von einer anderen Galerie vertreten wurde, die in Köln ausstellte.

Gegen Ende November 1975 wurde klar, dass ihre Londoner Galerie nicht länger aufrechterhalten werden konnte, da die finanziellen Unterstützer des Johannesburg-Betriebs nach und nach pleitegingen (David Rubensteins Glen Anil sowie die ursprüngliche Rand Bank, die einen grossen Handelswechsel nicht erneuerte) und Brick & Potteries, die Probleme verursachten, oder andere Unterstützer, die keine weitere Unterstützung gaben (Dion Friedland). Deshalb hörte uncle Fernand danach auf, nach London zu reisen.

Ihr Weihnachtsbaum bestand aus einigen Zweigen, die Caroline aufgesammelt und weiss gestrichen hatte.


Going bust

1976

Soweto riots on 16th June, 1976. Black Consciousness movement becomes increasingly influential. TV is first broadcast in SA.

Economic news: The Star on 18.11.1976 reports: "Depressed economic conditions during the past year which have been responsible for considerable gloom among art dealers and art galleries are beginning to take their toll..."

"The year started off really badly financially. On 23rd January, 1976, I gave my London staff notice, requesting that the gallery be closed before the next rent was due in March. By 23rd March, the London gallery was closed and our participation at the forthcoming art fair Basel was cancelled at the last minute - only the catalogue entries remained. In a matter of 1.5 years, I had managed to loose R150'000 between my London gallery and the South African operations, the bulk in London! I had arranged that Priska Aves, our London manageress, could have as a thank-you a free trip to SA to see our South African set-up, which she did during the year."

Pleite gehen

1976

Soweto-Unruhen am 16. Juni 1976. Die Black-Consciousness-Bewegung wird zunehmend einflussreicher. Das Fernsehen wird erstmals in Südafrika ausgestrahlt.

Wirtschaftsnachrichten: The Star berichtet am 18.11.1976: "Die während des vergangenen Jahres herrschenden gedrückten wirtschaftlichen Bedingungen, die für beträchtliche Trübsal unter Kunsthändlern und Kunstgalerien verantwortlich waren, beginnen ihre Auswirkungen zu zeigen..."

Das Jahr begann finanziell wirklich schlecht. Am 23. Januar 1976 hat uncle Fernand seinem Londoner Team gekündigt und darum gebeten, dass die Galerie vor der nächsten Mietzahlung im März geschlossen wird. Am 23. März war die Londoner Galerie geschlossen, und ihre Teilnahme an der bevorstehenden Kunstmesse in Basel wurde in letzter Minute abgesagt - nur die Katalogeinträge blieben erhalten. Innerhalb von 1.5 Jahren hatte Fernand Francis es geschafft, zwischen seiner Londoner Galerie und den südafrikanischen Aktivitäten R150'000 zu verlieren, den grössten Teil in London! Er hatte arrangiert, dass Priska Aves, ihre Managerin in London, als Dankeschön eine kostenlose Reise nach Südafrika machen konnte, um ihr südafrikanisches Setup zu besichtigen, was sie im Laufe des Jahres auch tat.

"On 29th January, 1976, I got a "Greetings Telegram" from my Father, for my birthday the previous day, the only cable I remember ever getting from him.

During March, 1976, we went to Bloemfontein to see John and Leechie Nicholson off to Brazil, staying overnight in one of the hotels. They were calling on Anne Baker in Rio de Janeiro.

On 16th March, 1976, I asked Waller's Estate Agency in Betty's Bay to sell our two properties simultaneously, as times were pretty bad in Johannesburg in my line of business. As at 29th February, 1976, I still owed R10'755 on the property after paying R2'554 interest since I purchased it. They reported that the property market was everywhere still very depressed.

During the Easter holidays form 30th March, Caroline and our children and their nanny went on a 3 weeks' holiday in Oslo Beach, Natal South Coast, to stay at the Pam and Sylvester Pawinsky holiday cottage for free. I came to pick them up, accompanied by J.N. Lots of special shells were picked up at Oslo Beach!

On 19th April, 1976, Henrietta married Robert Edwards at St. Francis on the Hill, Flora. Caroline and our kids were there, I brought them back from Flora.

I could not come on holidays, as I had to look after the gallery, and as there was a huge exhibition of works by Karin and Dudu Jaroszynski at the University of the Witwatersrand on the go which opened on 25th April, this had required a lot of preparatory work, such as assembling, cataloguing and printing preparations and hanging the works.

Caroline was working at Gallery 21 Hyde Park part-time and on an irregular basis. She also worked at the Tim Morris workshop from January to March (she had been invited by Tim; she earned very little, enough to cover costs, and received commission on sale of own works). She also worked at Camberg's, a small family owned jewellery shop near the GPO (end of April/May; full-time), and at another jewellery shop (Charles Greig) in Commissioner Street for better pay (from July; full-time).

My Father left Johannesburg again on 14th April, 1976, returning on 7th May, 1976."


Am 29. Januar 1976 erhielt uncle Fernand ein „Grusstelegramm“ von Opapa zu seinem Geburtstag am Vortag, das einzige Telegramm, an das er sich erinnere, das er jemals von ihm bekommen habe.

Im März 1976 reisten sie nach Bloemfontein, um John und Leechie Nicholson nach Brasilien zu verabschieden und übernachteten in einem der Hotels. Sie wollten Anne Baker in Rio de Janeiro besuchen.

Am 16. März 1976 bat Fernand Francis Waller's Estate Agency in Betty's Bay, ihre beiden Immobilien gleichzeitig zu verkaufen, da die Zeiten in Johannesburg in seinem Geschäftszweig ziemlich schwierig waren. Zum 29. Februar 1976 schuldete er nach Bezahlung von R2'554 Zinsen seit dem Kauf noch R10'755 für die Immobilie. Sie berichteten, dass der Immobilienmarkt überall noch sehr schwach sei.

Während der Osterferien ab dem 30. März gingen Caroline und die Kinder zusammen mit ihrer Nanny für drei Wochen in den Urlaub nach Oslo Beach an der Südostküste von Natal, um kostenlos im Ferienhaus von Pam und Sylvester Pawinsky zu übernachten. Uncle Fernand holte sie ab, begleitet von J.N. Es wurden viele besondere Muscheln am Oslo Beach gesammelt!

Am 19. April 1976 heiratete Henrietta Robert Edwards in St. Francis on the Hill, Flora. Caroline und die Kinder waren dabei, Fernand Francis brachte sie von Flora zurück.

Uncle Fernand konnte nicht in die Ferien mitkommen, da er sich um die Galerie kümmern musste und da an der Universität von Witwatersrand eine grosse Ausstellung von Werken von Karin und Dudu Jaroszynski stattfand, die am 25. April eröffnet wurde. Dies erforderte viel Vorbereitungsarbeit, wie Zusammenstellung, Katalogisierung und Druckvorbereitung sowie das Aufhängen der Werke.

Caroline arbeitete Teilzeit und unregelmässig in der Galerie 21 Hyde Park. Ausserdem arbeitete sie von Januar bis März in der Werkstatt von Tim Morris (sie war von Tim eingeladen worden; sie verdiente nur sehr wenig, gerade genug, um die Kosten zu decken, und erhielt eine Provision beim Verkauf eigener Werke). Sie arbeitete auch bei Camberg's, einem kleinen, familiengeführten Schmuckgeschäft in der Nähe des GPO (Ende April/Mai; Vollzeit) und in einem anderen Schmuckgeschäft (Charles Greig) in der Commissioner Street für besseres Gehalt (ab Juli; Vollzeit).

Opapa verliess Johannesburg erneut am 14. April 1976 und kehrte am 7. Mai 1976 zurück.

(Eine Frage drängt sich hier natürlicherweise auf: Wurde Caroline für ihre tatkräftige Unterstützung in der Galerie auch entlöhnt? Oder war es in einem solchen Familienbetrieb selbstverständlich, dass die Frau sowohl Haushalt/Kinder zu organisieren hatte und auch noch als freiwillige Unterstützung im Geschäft mithalf? Ich wage es nicht, dies noch eingehender zu durchleuchten ... ).

"In April, Caroline organised an exhibition of original Disney cells in the foyer of the Hyde Park Corner Shopping Centre, around the Villa sculpture (I was against this). On Saturday afternoon, they were taken down and stacked against the walls of the gallery. Linda Goodman visited the centre and asked Françoise then present to show her which one she liked most, and Linda promptly bought it - Françoise became a dealer at the tender age of 6!

On 1st July, 1976, the gallery in Hyde Park reduced its size by one third (taken over by Jean Barnard Weavers), all the staff was dismissed except for a book-keeper and Steven Ditshilwane who worked for a reduced or no salary during the next few months. 

On 4th July, 1976, a renewable bill of R60'000 drawn by the then Rand Bank Ltd on our business in Hyde Park was not renewed (it was secured by a 2nd bond on Riverside 60 for R30'000 and a personal surety from David A. Rubenstein, also for R30'000).

On 7th July, 1976, I deposited the original Deed of Purchase of the Hangklip property with Brick & Potteries Johannesburg (Derek Greenberg was M.D.) as further security, in addition to other pledges.

On 13th July, 1976, Caroline became a member of the Montagu Country Club, Johannesburg (single club and bowls membership), playing every Sunday morning with our friends Joan and Tony Ross, for about two years.

At the end of July, the gallery reduced its size by another third (taken over by Nedbank) - its size had come down from originally 2600 square feet to 600 square feet! I had to cancel my booking of 10th September, 1976, of two stands at the Art Washington '77, managed by The Felluss Gallery, Washington; we could not take this commitment any longer!

During October, 1976, we saw a cabaret featuring Juliet Prowse, including dance and singing, held at the Film Trust Arena in Bedfordview, Johannesburg, a nice way to forget the bad times we were going through.

As at 30th October, 1976, my mother closed her gallery at Holland Street in the city centre (Madame Haenggi Gallery) the premises being now shared and run by partner Chris Crake under the name of "Chris Crake Madame Haenggi Gallery" (until April 1977)."

Im April organisierte Caroline eine Ausstellung von originalen Disney-Zellen in der Eingangshalle des Hyde Park Corner Shopping Centre, rund um die Villa-Skulptur (uncle Fernand war dagegen). Am Samstagnachmittag wurden sie abgenommen und gegen die Wände der Galerie gestapelt. Linda Goodman besuchte das Zentrum und bat Françoise, die damals anwesend war, ihr zu zeigen, welches ihr am besten gefiel, und Linda kaufte es prompt - Françoise wurde im zarten Alter von 6 Jahren Händlerin!

Am 1. Juli 1976 verringerte die Galerie in Hyde Park ihre Grösse um ein Drittel (übernommen von Jean Barnard Weavers), alle Angestellten wurden entlassen, ausser einem Buchhalter und Steven Ditshilwane, die in den nächsten Monaten mit reduziertem oder gar keinem Gehalt arbeiteten.

Am 4. Juli 1976 wurde ein erneuerbares Wertpapier über R60'000, ausgestellt von der damaligen Rand Bank Ltd auf unser Geschäft in Hyde Park, nicht erneuert (es war durch eine zweite Hypothek auf Riverside 60 über R30'000 und durch eine persönliche Bürgschaft von David A. Rubenstein, ebenfalls über R30'000, gesichert).

Am 7. Juli 1976 hat uncle Fernand die originale Kaufurkunde der Hangklip-Immobilie bei Brick & Potteries Johannesburg (Derek Greenberg war Geschäftsführer) als zusätzliche Sicherheit hinterlegt, zusätzlich zu anderen Pfandrechten.

Am 13. Juli 1976 wurde Caroline Mitglied des Montagu Country Club in Johannesburg (Einzelclub- und Bowls-Mitgliedschaft) und spielte jeden Sonntagmorgen mit ihren Freunden Joan und Tony Ross, für etwa zwei Jahre.

Ende Juli verringerte die Galerie ihre Fläche um ein weiteres Drittel (übernommen von Nedbank) - ihre Grösse war von ursprünglich 2600 Quadratfuss auf 600 Quadratfuss geschrumpft! Fernand Francis musste seine Buchung vom 10. September 1976 für zwei Stände auf der Art Washington '77, verwaltet von der Felluss Gallery, Washington, stornieren; sie konnten dieses Engagement nicht länger aufrechterhalten!

Im Oktober 1976 besuchten sie ein Kabarett mit Juliet Prowse, inklusive Tanz und Gesang, das in der Film Trust Arena in Bedfordview, Johannesburg, stattfand - eine schöne Möglichkeit, die schlechten Zeiten, die sie durchmachten, zu vergessen.

Am 30. Oktober 1976 schloss Omama ihre Galerie in der Hollandstrasse im Stadtzentrum (Madame Haenggi Galerie), die Räumlichkeiten wurden nun vom Partner Chris Crake unter dem Namen "Chris Crake Madame Haenggi Galerie" (bis April 1977) gemeinsam genutzt und betrieben.

"By November, 1976, a 3rd bond for R12'000 had been registered in favour of Brick & Potteries; in addition, I was personally responsible for the balance of the rental due by Gallery 21 London to the landlord in London (Centrovincial Estates Mayfair) who had sued me for payment (luckily the 20-year lease was soon taken over by a new tenant)!

On 14th November, there was another huge prestige exhibition shown at the University of the Witwatersrand, the Retrospective by Zoltan Borbereki. This also required a lot of preparatory work, such as assembling, cataloguing and returning the works to owners.

In order to ensure an orderly distribution of any assets to all my personal creditors and all creditors of Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd., we agreed for Caroline to sue me for repayment loans she had made (R3'156). This was done on the basis of an affidavit given to the Supreme Court of South Africa (Witwatersrand Local Division), signed by Caroline on 19th November, 1976. The affidavit also showed that my personal liabilities exceeded assets by R31'000, and that I was in fact insolvent.

On 30th November, 1976, my personal estate was placed under provivional sequestration (Justice Curlewis). This meant that I no longer had the authority to act in my own right, I could not sign documents, take commitments, until either an offer was made by an outsider to all creditors, accepted by the Supreme Court (so many cents in the Rand) or I had to wait 5 years before applying for rehabilitation. On 30th November, Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd. was placed in provisional liquidation - the gallery thus closed for good - we were bust but we could live in our own house for another few months.

Caroline made special Russian Christmas bread - she often baked her own bread then - there was no money. We did not go to Flora this time."

Bis November 1976 war eine dritte Anleihe über 12'000 R im Namen von Brick & Potteries registriert worden; darüber hinaus war uncle Fernand persönlich für den Rest der Miete verantwortlich, die Gallery 21 London an den Vermieter in London (Centrovincial Estates Mayfair) schuldete, der ihn auf Zahlung verklagt hatte (zum Glück wurde der 20-jährige Mietvertrag bald von einem neuen Mieter übernommen)!

Am 14. November fand eine weitere grosse Prestigeschau an der Universität von Witwatersrand statt, die Retrospektive von Zoltan Borbereki. Auch dies erforderte viel Vorbereitungsarbeit, wie das Zusammenstellen, Katalogisieren und Zurückgeben der Werke an die Eigentümer.

Um eine geordnete Verteilung aller Vermögenswerte an alle seine persönlichen Gläubiger und alle Gläubiger von Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd. sicherzustellen, vereinbarten sie, dass Caroline Fernand Francis Rückzahlung von Darlehen verklagt, die sie gewährt hatte (R3'156). Dies geschah auf der Grundlage einer eidesstattlichen Erklärung, die dem Obersten Gerichtshof von Südafrika (örtliche Abteilung Witwatersrand) vorgelegt und von Caroline am 19. November 1976 unterzeichnet wurde. Die eidesstattliche Erklärung zeigte auch, dass seine persönlichen Verbindlichkeiten die Vermögenswerte um R31'000 überstiegen und dass Fernand Francis tatsächlich insolvent war.

Am 30. November 1976 wurde sein persönlicher Nachlass unter vorläufige Sicherstellung gestellt (Justice Curlewis). Das bedeutete, dass uncle Fernand nicht mehr befugt war, in eigener Verantwortung zu handeln, er konnte keine Dokumente unterschreiben, keine Verpflichtungen eingehen, bis entweder ein Angebot von aussen an alle Gläubiger gemacht und vom Obersten Gerichtshof akzeptiert wurde (so viele Cent im Rand) oder er 5 Jahre warten musste, bevor er die Wiederherstellung beantragen konnte. Am 30. November wurde Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd. in vorläufige Liquidation gestellt - die Galerie wurde somit endgültig geschlossen - sie waren pleite, aber sie konnten noch einige Monate in ihrem eigenen Haus leben.

Caroline machte spezielles russisches Weihnachtsbrot - sie backte damals oft ihr eigenes Brot - es war kein Geld vorhanden. Diesmal gingen sie nicht nach Flora.

So sieht ehrliche Auseinandersetzung mit den schlechten Zeiten im Leben aus. Es tut weh, dies als Angehörige so unverblümt dargestellt zu lesen, und es darf auch schmerzlich sein, denn es ist menschlich, mutig, auch für die Nachkommen enorm lehrreich, wie sich mein Onkel dem Scheitern - so plötzlich vor dem Nichts zu stehen - stellt.

Und ich frage mich: "Warum tendieren Menschen eher dazu, die Schattenseiten zu vertuschen, sie nicht zu zeigen, verdrängen, in eine "erträgliche Form" zu hüllen?
Warum fühlt sich Schweigen sicherer an, als ehrliches Aussprechen?"

Einige Gedanken hierzu:

1. Scham ist schwerer auszuhalten als Schmerz

Schmerz sagt: "Mir ist etwas passiert."
Scham sagt: "Mit mir stimmt etwas nicht."

Scheitern berührt Identität. Viele Menschen können Fehler eingestehen, aber nicht das Gefühl "nicht zu genügen". Also wird verschönert, relativiert, verdrängt. Aus Selbstschutz.

2. Das Bedürfnis nach Würde

Manche Menschen fürchten, durch Offenlegung an Würde zu verlieren. Sie glauben: "Wenn ich Schwäche zeige, verliere ich Respekt." Dabei ist oft das Gegenteil wahr. Aber diese Erfahrung muss man erst machen.

3. Familiäre Loyalität und Systemschutz

In Familien gilt oft unbewusst: Wir schützen unser Bild nach aussen. Wir halten zusammen. Wir zeigen keine Risse.
Wer die Schatten benennt, wird schnell als Störer erlebt. Nicht, weil er/sie falsch liegt, sondern weil er/sie das Gleichgewicht verschiebt.

4. Kontrollverlust


Wenn ich meine Schatten zeige, verliere ich die Kontrolle über das Narrativ. Vielleicht werde ich missverstanden. Vielleicht werde ich verurteilt. Viele Menschen wählen lieber eine "erträgliche Version" als das Risiko echter Offenheit.

5. Ungeübte Tiefe


Nicht jeder hat gelernt, mit Vielschichtigkeit umzugehen.
Ich kann sagen: Es war schwer. Und es war menschlich. Und es war lehrreich.
Viele denken in Entweder-oder: Stark oder schwach. Erfolg oder Versagen. Gut oder schlecht. Schatten zu integrieren erfordert innere Reife.

6. Spirituelle Ebene


Wer seine Schatten zeigt, muss sein Ego relativieren. Das ist nicht leicht.

7. Überlebensintelligenz

Sich sicherer zu fühlen gehört zur Überlebensstrategie des Körpers. Dies wird erst bewusst, wenn man sich tiefgehender mit diesen unbewussten Verhaltensmustern auseinandersetzt.
Wenn Menschen lieber schweigen als ihre Gedanken, Emotionen und Bedürfnisse auszusprechen, widerspiegelt dies:

° Schutz vor Bewertung : Wenn man spricht, macht man sich sichtbar - dies öffnet die Tür für Kritik, Ablehnung, Missverständnisse, Konflikte. Schweigen schützt: Niemand kann angreifen, was nicht ausgesprochen wird.

° Angst vor Verletzlichkeit: Sprechen - besonders über Persönliches - bedeutet Verletzlichkeit. Und Verletzlichkeit fühlt sich für das Nervensystem wie GEFAHR an. Unser Gehirn ist evolutionär darauf programmiert, soziale Ablehnung als Bedrohung wahrzunehmen. Früher konnte Ausstossung aus der Gruppe lebensgefährlich sein. Also wählt es oft den "sicheren" Weg: Zurückhalten statt Risiko.

°
Kontrolle behalten: Menschen, die schweigen, geben weniger von sich preis, verraten keine Unsicherheiten, vermeiden es, etwas "Falsches" zu sagen. Schweigen vermittelt ein Gefühl von Kontrolle. Sprechen bedeutet Kontrollverlust - denn man kann nicht steuern, wie andere reagieren.

° Früh gelernte Muster: Viele Menschen haben gelernt: "Sei nicht so laut." "Rede nicht zurück." "Das interessiert keinen." Wenn Sprechen früher zu Beschämung oder Strafe geführt hat (so, wie bei mir), speichert das Gehirn: Reden=Gefahr, Schweigen=Sicherheit. 

°
Innere Unsicherheit: Manchmal fühlt sich Schweigen sicherer an, weil man sich selbst noch nicht sicher ist: "Was denke ich eigentlich?" "Ist meine Meinung wichtig?" "Bin ich kompetent genug?" Schweigen vermeidet die Konfrontation mit diesen inneren Zweifeln.

Wichtig zu wissen: Schweigen fühlt sich kurzfristig sicher an!
Langfristig kann es Einsamkeit verstärken, Missverständnisse erzeugen, Selbstwert schwächen, Beziehungen oberflächlich halten.
Sprechen ist riskanter - aber es ist auch der Weg zu Verbindung, Klarheit und gesunder Selbstentfaltung.

Ich persönlich habe mich schon als Kind instinktiv - nun, als Erwachsene umso bewusster - dazu entschieden: Ich vertusche nicht. Ich schweige nicht. Ich übernehme Verantwortung. Ich bin mir der dunklen Seiten bewusst. Ich kämpfe für Wahrhaftigkeit. Gerechtigkeit. Frieden. (Nicht einen Frieden der Harmonie wegen, sondern der Wahrheit wegen). Ich integriere. Ich schütze im Dienst der Wahrheit - und bewahre so die Verbindung zu Gott, meinen Ressourcen und den Menschen. Auch wenn es zeitweilen schmerzt. Unangenehm ist. Die Balance ins Wanken bringt. Mich verletzlich macht. Mich aus der Komfortzone wirft. 
Denn ich weiss: Ich bin verankert. Ich kann überwinden und transformiert werden.
Mein Lebenskreis zieht weiter. Berührt. Trägt. Ist Bewegung. Rhythmus. Ich bleibe eingebunden - der Kreis trennt nicht - er verbindet Punkte, Menschen, Schicksale, Geschichten. Ich entferne mich nicht von meiner Herkunft, ich durchlaufe sie bewusst - und komme verwandelt und erweitert wieder zum Essentiellen zurück.  

Und jetzt vor allem: Als Integrität für meine Nachkommen. Dies führt nämlich vom eigenen, begrenzten Ich-Erleben ins Unbegrenzte, Weite - es fühlt sich für mich warm, zärtlich, stimmig, friedlich sowie wahrhaftig und liebevoll an.

Der Lebenskreis symbolisiert wunderbar: Vom begrenzten Ich-Sein ins Weite - und wieder zurück ins konkrete Leben, immer bewusster. Und er bleibt nicht in sich verschlossen, geschlossen, sondern öffnet sich stets aufs Neue, um in Verbindung zu bleiben und im Resonanzraum Vollendung zu finden. 


The Ground Beneath

"It seemed the room had hushed its breath
and would not let it go
as with a still and faithful hand
I moved what lay below

The evening cast its golden veil
on dust of former days
as if a distant summer wind
had crossed forgotten ways

A deeper tone from shadowed earth
rose softly through the air
as though the ground had found a heart
and held it beating there

The floor beneath my measured step
grew steady, warm and kind
and whispered low: Be not afraid
of what you leave behind

So piece by piece I cleared the hours
from corners dim with years
and felt within the quiet dusk
the easing of old fears

No shout of triumph filled the dusk
no bright, resounding claim -
but like a pilgrim’s far-off hymn
a gentle knowing came

And through the open window drifted
breath of early morn
as though the room itself had known
the self once hurt - reborn

So piece by piece I cleared the hours
from corners dim with years
and felt within the quiet dusk
the easing of old fears

A deeper tone from shadowed earth
rose softly through the air
as though the ground had found a heart
and held it beating there

The floor beneath my measured step
grew steady, warm and kind
and whispered low: Be not afraid
of what you leave behind."


♥ SANI, 26.02.2026


The Ground Beneath  https://suno.com/s/oNvdOnuzfUASwauy






















 

























1977-1978
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3.18.  Das Gestern, das heute ist – 1977-1978.
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1977

Oliver Tambo in exile officially becomes President of the ANC, after having become its acting president in 1967 due to the imprisonement of Mandela in 1964. 

Economic news: The Star reported on 28.2.1977: Squeeze hits the 101: one of Johannesburg's biggest and oldest art galleries, the 101, is closing because of the economic squeeze ... (this was our original gallery in town).

"On 11th January, 1977, I made arrangements in writing a number of my or the gallery's creditors to accept unframed graphics published under the "Editions 21" seal or books by Armando Baldinelli we had published, in full settlement of their claims; these agreements were submitted to my liquidators on 25th May and accepted.

On 11th January, 1977, Mr Justice A.J. Vermooten extended the Rule Nisi to 1st March, 1977.

On 31st January, 1977, Leslie Cohan from Western Trust, Johannesburg, advised all creditors that he had been appointed Provisional Trustee of my insolvent estate and submitted an approximate statement of my financial affairs per 30th November, 1976.

On 1st February, 1977, I received a copy of a valuation of our house in Northcliff, made by Alaric T. Willys on behalf of Western Trust, detailing the property.

During January and February, 1977, I operated from and used a section of my Mother's former gallery at Hollard Street (Madam Haenggi / Chris Crake Gallery), until new premises were found nearby. I made a sale of my favourite sculpture by Zoltan Borbereki to a famous American collector, Dr Mortimer Sackler whom I visited in New York years later, the "Butterlfy". It had been in my personal collection till then, but times were bad.

On 12th February, 1977, The Collectors Gallery in Rosebank, Johannesburg, auctioned many of the international art works which had belonged to us and meanwhile had been ceded by Gallery 21 to Minerva Leasing."


1977

Oliver Tambo im Exil wird offiziell Präsident des ANC, nachdem er 1967 aufgrund der Inhaftierung Mandelas im Jahr 1964 dessen amtierender Präsident geworden war.

Wirtschaftsnachrichten: The Star berichtete am 28.2.1977: Squeeze trifft die 101: Eine der grössten und ältesten Kunstgalerien Johannesburgs, die 101, schliesst wegen des wirtschaftlichen Drucks ... (das war ihre ursprüngliche Galerie in der Stadt).

Am 11. Januar 1977 traf uncle Fernand schriftliche Vereinbarungen mit einer Reihe von Gläubigern von ihm oder der Galerie, dass sie ungerahmte Grafiken unter dem Siegel „Editions 21“ oder von ihnen veröffentlichte Bücher von Armando Baldinelli als vollständige Begleichung ihrer Forderungen akzeptieren würden; diese Vereinbarungen wurden am 25. Mai seinen Insolvenzverwaltern vorgelegt und angenommen.

Am 11. Januar 1977 verlängerte Herr Richter A.J. Vermooten die Rule Nisi bis zum 1. März 1977.

Am 31. Januar 1977 informierte Leslie Cohan von Western Trust, Johannesburg, alle Gläubiger darüber, dass er zum provisorischen Treuhänder des insolventen Nachlasses von Fernand Francis ernannt worden sei, und legte eine ungefähre Aufstellung seiner finanziellen Verhältnisse zum 30. November 1976 vor.

Am 1. Februar 1977 erhielt uncle Fernand eine Kopie der Bewertung ihres Hauses in Northcliff, erstellt von Alaric T. Willys im Auftrag von Western Trust, die die Immobilie detailliert darstellte.


Bewertung seines Hauses in Northcliff, 1977

 


Including the property: servants quarters.


Im Januar und Februar 1977 arbeitete Fernand Francis aus und nutzte einen Teil der ehemaligen Galerie von Omama in der Hollard Street (Madam Haenggi / Chris Crake Gallery), bis sie in der Nähe neue Räumlichkeiten gefunden hatten. Er verkaufte seine Lieblingsskulptur von Zoltan Borbereki an einen berühmten amerikanischen Sammler, Dr. Mortimer Sackler, den er Jahre später in New York besuchte, die „Butterfly“. Sie befand sich bis dahin in seiner persönlichen Sammlung, aber die Zeiten waren schwierig.

Am 12. Februar 1977 versteigerte die Collectors Gallery in Rosebank, Johannesburg, viele der internationalen Kunstwerke, die ihnen gehört hatten und inzwischen von Galerie 21 an Minerva Leasing abgetreten worden waren.

"On the evening of 20th March, 1977, our two cars, the red Datsun and the green Toyota Hi-Ace, were collected from our home in Northcliff by a representative of Lease Plan International who arrived with two drivers; we had to hand over our car keys. The next morning, I and Caroline went to town in a taxi; Caroline was dropped at the office of the leasing company, where she stayed until late in the evening, waiting to be handed back the keys of the Datsun. On condition that she brought in the sum of R800 (R100 owing on the lease, R700 as sale value) by next morning, she got the keys, was brought to the compound, from there she drove to Northcliff to fetch me, then we went straight to my brother Henri to ask him to help us out, as we had no spare cash. Henri refused, but luckily Janey's mother was there, and Caroline, totally upset, got the advance from Janey. The next morning, Caroline paid the sum over to Lease Plan International, Henri having prepared an agreement of cancellation of the lease with Lease Plan International. The Toyota was lost, as we still owed a larger amount on that lease."

Am Abend des 20. März 1977 wurden ihre beiden Autos, der rote Datsun und der grüne Toyota Hi-Ace, von einem Vertreter von Lease Plan International bei ihnen zu Hause in Northcliff abgeholt, der mit zwei Fahrern kam; Caroline und uncle Fernand mussten ihre Autoschlüssel übergeben. Am nächsten Morgen fuhren sie mit einem Taxi in die Stadt; Caroline wurde an der Niederlassung der Leasingfirma abgesetzt, wo sie bis spät in den Abend blieb, um darauf zu warten, dass ihr die Schlüssel des Datsun zurückgegeben wurden. Unter der Bedingung, dass sie bis zum nächsten Morgen die Summe von R800 (R100 ausstehend vom Leasing, R700 als Verkaufspreis) mitbrachte, erhielt sie die Schlüssel, wurde zum Gelände gebracht, von dort fuhr sie nach Northcliff, um uncle Fernand abzuholen, woraufhin sie direkt zu Papa gingen, um ihn um Hilfe zu bitten, da sie kein Bargeld zur Verfügung hatten. Papa lehnte ab, aber zum Glück war Muetti (meine Grossmutter mütterlicherseits) da, und Caroline, völlig aufgewühlt, bekam die Anzahlung von Mama. Am nächsten Morgen zahlte Caroline den Betrag an Lease Plan International, wobei Papa eine Vereinbarung zur Kündigung des Leasingvertrags mit Lease Plan International vorbereitet hatte. Der Toyota ging verloren, da sie noch einen grösseren Betrag für dieses Leasing schuldig waren.


Zu dieser Zeit waren Muetti, Witle (meine Patentante) mit klein Caveh (heute Chefarzt des Kantonsspitals Winterthur) - ganz rechts - bei uns zu Besuch; dieses Foto repräsentiert die "heile", in Wahrheit brüchige Fassade am Zoo Lake, Johannesburg, 1977. Papa zerrt Mama an den Haaren, weil sie die Sonnenbrille anbehalten hatte und er dies nicht schön fürs Foto fand ... ich trage ihre grosse, schwere Handtasche mit einem Lächeln.


"Galrand Holdings (Pty) Ltd., a dormant company from the Gallery 101 Group, opened its doors at Equity House, Fox Street, on 21st March1977, trading as Gallery 21; Caroline was its sole shareholder and director for the next 5 years; I was technically employed by the Gallery on a commission basis.

From 31st March till 25th April, 1977, Anne Baker visited South Africa together with David and Gordon. She stayed with us at Louie Avenue and had a party there for all her friends, Caroline catered for her with home-made breads and cheese, that's all we could offer. Mum and Dad came over Easter to fetch them and to take them to Flora.

On 13th April, 1977, our eldest sent us a card from Flora, where she had spent a few days with her brother and sister as well as Anne, David and Gordon Baker.

Caroline still worked full-time at the jewellers Greig until about July, 1977. During that time, the young ones were with their nanny at home, all day. Françoise started ballet at Auckland Park (I took her every morning to school), she spent the afternoons at her friend Debbie on Northcliff, until Caroline left for Buckland early August. She then started spending afternoons at Omama (Steven fetching and dropping her daily) who was then staying on the property of Henri and Janey at Steepways in Linksfield. She often spent weekends at the Haenggi family there and started taking piano lessons with Mr Lomm, as her three cousins Fernand, Sandra and Henri were also going there, all at the same time.

I took Fafa to the Roossevelt Recreation Centre to try to get her into gym, but we were told one had to choose between ballet and gym - both would not be possible."

Galrand Holdings (Pty) Ltd., ein ruhendes Unternehmen der Gallery 101 Gruppe, eröffnete am 21. März 1977 seine Türen im Equity House, Fox Street, unter dem Namen Gallery 21; Caroline war in den nächsten 5 Jahren die einzige Gesellschafterin und Direktorin; uncle Fernand war technisch gesehen auf Provisionsbasis bei der Galerie angestellt.

Vom 31. März bis zum 25. April 1977 besuchten Anne Baker zusammen mit David und Gordon Südafrika. Sie wohnte bei uncle Fernand und Caroline in der Louie Avenue und veranstaltete dort eine Party für all ihre Freunde. Caroline versorgte sie mit selbstgebackenem Brot und Käse, mehr konnten sie nicht anbieten. Mum und Dad Nicholson kamen über Ostern, um sie abzuholen und nach Flora zu bringen.

Am 13. April 1977 schickte ihnen ihre Älteste (Hen) eine Karte aus Flora, wo sie ein paar Tage mit ihrem Bruder (Alex) und ihrer Schwester (Fafa) sowie Anne, David und Gordon Baker verbracht hatte.

Caroline arbeitete bis etwa Juli 1977 noch Vollzeit beim Juwelier Greig. In dieser Zeit waren die Kleinen den ganzen Tag über bei ihrer Nanny zu Hause. Françoise begann Ballett in Auckland Park (uncle Fernand brachte sie jeden Morgen zur Schule), sie verbrachte die Nachmittage bei ihrer Freundin Debbie in Northcliff, bis Caroline Anfang August nach Buckland ging. Danach begann sie, die Nachmittage bei Omama zu verbringen (Steven holte sie täglich ab und brachte sie zurück), der zu dieser Zeit auf dem Anwesen von Papa und Mama in Steepways in Linksfield wohnte. Oft verbrachte sie die Wochenenden bei uns dort und begann, Klavierunterricht bei Herrn Lomm zu nehmen, da auch wir drei Cousins Fernand, Sandra und Henri gleichzeitig dort Unterricht hatten.

Fernand Francis brachte Fafa zum Roossevelt Recreation Centre, um zu versuchen, sie fürs Turnen anzumelden, aber man sagte ihnen, man müsse sich zwischen Ballett und Turnen entscheiden - beides gleichzeitig sei nicht möglich.

Begegnung über die Jahre - ein später Brief an meinen Klavierlehrer 

Lieber Herr Lomm

Wenn ich Ihnen heute begegnen könnte,
würde ich mich nicht mehr auf den zu hohen Klavierstuhl schwingen müssen.
Ich würde Ihnen gegenüber sitzen -
als Frau, als Künstlerin, als jemand,
der verstanden hat, was Sie damals meinten.

Als Kind empfand ich Sie als streng.
Heute erkenne ich:
Sie waren sorgfältig.

Sie behandelten Musik nicht wie ein Zeitvertreib,
sondern wie eine Sprache,
die man mit Respekt betritt.

Sie liessen uns nicht schummeln -
nicht bei Noten, nicht bei uns selbst.
Die Abstände zwischen unseren Stühlen
waren vielleicht Ihr erstes Lehrstück:
Eigenständigkeit.

Damals wollte ich nur alles richtig machen.
Heute weiss ich, dass es um etwas anderes ging -
um innere Ordnung,
um Lauschen,
um das Vertrauen in die eigene Stimme.

Als ich „Für Elise“ spielte
und Sie kaum merklich nickten,
pflanzten Sie etwas in mir.

Kein Applaus.
Kein Überschwang.
Sondern Würde.

Das A+ im Theorietest war für mich Triumph,
für meinen Bruder Anlass zum Zweifel.
Heute lächle ich darüber.
Nicht, weil ich „gewonnen“ habe -
sondern weil ich begriff,
dass Können nichts mit Konkurrenz zu tun hat.

Vielleicht wussten Sie das schon immer.

Unser gemeinsamer Weg war kurz.
Doch manche Lehrer begleiten uns länger
als ein ganzes Leben.
Nicht durch ihre Stimme -
sondern durch das Echo,
das sie in uns hinterlassen.

Ich dichte heute.
Ich tanze zu meinen eigenen Liedern.
Ich verwebe Worte mit Klang
und Klang mit Bewegung.

Die Kreativität kennt keine Form,
sie wandelt sich -
doch sie bleibt.

Wenn ich ehrlich bin,
ist in jeder Melodie ein Rest jener Hingabe,
die Sie mir schenkten.

In jeder freien Bewegung
ein Kern von Haltung.

Vielleicht war Ihre grösste Gabe nicht Strenge,
sondern Zutrauen -
ausgedrückt in einem leisen Nicken.
Einem anerkennenden Lächeln.

Dafür danke ich Ihnen.
Nicht als Kind.
Sondern als Frau,
die ihre eigene Musik gefunden hat. 

SANI, 1. März 2026


A card for Mr Lomm - keeping it safely in my treasure case - I'm sure he's smiling from above ... listening to my SANI-sound: Today especially for him.
Grateful for the seed he has planted in my Heart.

 

Can you hear the sound of these words ... ?

 

... with love, a grateful SANI.

 

♥ Thanks To Lomm  https://suno.com/s/cQYSHkOJlIpBNotP

  

Thanks To Lomm

"In the stillness of a quiet room

Before ambition
Before applause
There was listening

And in that listening
A door of light opened

Not outward -
Inward

Keys beneath small hands
Breath held between tones
Dust turning like galaxies
In afternoon air

No word was spoken
No praise declared

Only a gaze

That did not waver
When the note trembled

And when the fragile melody rose

Soft as a prayer -
You answered
With a nod

A single, luminous smile

That nod -

Not judgment
Not approval
But recognition

Spirit greeting spirit

Light bowing to light

Like the returning phrase of "Für Elise"

It circles still -
Tender, unbroken
A sacrament that sounds
Moving through time
Without end

Years fall away

Rooms dissolve
The child becomes voice
The voice becomes offering

And in every tone released

Into the trembling air
There remains
That quiet blessing

Not behind me
Within me

Between discipline and freedom
The soul finds its own sound

And in the space

Where silence becomes radiance
I feel it again -
That gentle, sacred gesture

Like a hand of light
Resting upon becoming

Amen to the music

Amen to the listening
Amen to the light that knew me
Before I knew myself

Spirit greeting spirit
Light bowing to light

And in every tone released

Into the trembling air
There remains
That quiet blessing

Amen to the music
Amen to the listening
Amen to the light that knew me
Before I knew myself

Spirit greeting spirit
Light bowing to light."


♥ SANI, 01.03.2026

 

"On 14th June, 1977, Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd. was put under final winding-up order by the Supreme Court of SA (Witwatersrand Local Division) - Case 13124/76 PH 109.

On 3rd July, 1977, I approached my brother Henri presently in Switzerland to find out if his offer he had made concerning Northcliff still stood, but if his situation had changed, I would understand. I also gave him some leads to Iran and the Middle East as he was intending to do business there. He replied on 1st August from Zurich that he was still tied up with business affairs for another few weeks, involved in establishing a new venture in Switzerland and Saudi Arabia. He also could not see how he could help me saving our house in Northcliff. On 3rd July, 1977, I also wrote to my father-in-law, Gordon Nicholson at Flora, to find out if he could bid for our house on behalf of a children's trust to be formed. He replied on 7th July that he could only bid on behalf of an established entity and stated "I fear under present conditions I am unable to assist with any cash advances."

On 8th July, 1977, Caroline approached the liquidators of my estate to release her personal assets, being Kommetje and the shares in Galrand Holdings (Pty) Ltd. she had acquired on 17th November 1976 for a nominal R2. The liquidators stated on 19th August that they first had to refer the matter to the major creditor (Rand Bank).

On 11th July, 1977, we delivered 401 unframed graphics from the Editions 21 to Trakman, for account of the insolvent gallery in Hyde Park, to be auctioned.

On 12th July, 1977, I indicated to Rivella International that I wished to resign as director of Rivella Southern Africa (Pty) Ltd (the latter company, dormant since 1968, was deleted from the Companies Registration Office, Pretoria, per 21st April, 1980). I had been a director of Southern Africa (Pty) Ltd. since 1960."

Am 14. Juni 1977 wurde die Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd. vom Obersten Gerichtshof von Südafrika (Witwatersrand Local Division) - Fall 13124/76 PH 109 - unter endgültige Liquidation gestellt.

Am 3. Juli 1977 wandte sich uncle Fernand an Papa, der sich derzeit in der Schweiz aufhielt, um herauszufinden, ob sein Angebot bezüglich Northcliff noch bestand, aber falls sich seine Situation geändert hätte, würde er das verstehen. Er gab ihm auch einige Hinweise auf den Iran und den Nahen Osten, da er dort Geschäfte machen wollte. Er antwortete am 1. August aus Zürich, dass er noch für einige Wochen mit geschäftlichen Angelegenheiten beschäftigt sei und mit der Gründung eines neuen Unternehmens in der Schweiz und Saudi-Arabien beschäftigt sei. Er konnte auch nicht sehen, wie er ihm helfen könnte, ihr Haus in Northcliff zu retten. Am 3. Juli 1977 schrieb Fernand Francis auch an seinen Schwiegervater Gordon Nicholson in Flora, um herauszufinden, ob er im Namen eines zu gründenden Kinderfonds für ihr Haus bieten könnte. Er antwortete am 7. Juli, dass er nur im Namen einer bestehenden Einheit bieten könne und erklärte: "Ich fürchte unter den gegenwärtigen Bedingungen bin ich nicht in der Lage, bei Bargeldvorschüssen zu helfen."

Am 8. Juli 1977 wandte sich Caroline an die Liquidatoren seines Nachlasses, um ihre persönlichen Vermögenswerte freizugeben, nämlich Kommetje und die Anteile an Galrand Holdings (Pty) Ltd., die sie am 17. November 1976 für einen nominalen Betrag von 2 R übernommen hatte. Die Liquidatoren erklärten am 19. August, dass sie die Angelegenheit zunächst dem Hauptgläubiger (Rand Bank) vorlegen müssten.

Am 11. Juli 1977 lieferten sie 401 ungerahmte Grafiken aus den Editions 21 an Trakman, für Rechnung der insolventen Galerie in Hyde Park, zur Versteigerung.

Am 12. Juli 1977 teilte uncle Fernand Rivella International mit, dass er als Direktor von Rivella Southern Africa (Pty) Ltd zurücktreten möchte (die letztgenannte Gesellschaft, seit 1968 ruhend, wurde am 21. April 1980 aus dem Handelsregister in Pretoria gelöscht). Er war seit 1960 Direktor von Southern Africa (Pty) Ltd. gewesen.

"The liquidator's report to the second meeting of my personal creditors to be held on 27th July, 1977, stated inter alia that my insolvency was caused as a result of my inability to meet my obligations in respect of a suretyship given on behalf of the company "Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd", now in liquidation. My fixed property was shown as R89'000 and movables as R1'000, whilst my secured creditors were listed as R98'000, preferent creditors as R2'000 and concurrent creditors as R55'000.

On 1st August, 1977, our house in Northcliff was sold by Trakman's by public auction to Schachat & Cullum Johannesburg, together with many other properties and items from my estate. We could stay at 11 Louie Avenue, Northcliff, until 4th August, 1977.

On 1st August, 1977, the auctioneers Trakman's in Johannesburg sold:

Property 228, Northcliff (our house) for ZAR21'000 to Schachat's on behalf of the United Building Society,

3 stands in Trafalgar, Natal South Coast, for * ZAR500 each, 
Porperty Riverside 60 for ZAR10'000 to Rand Bank of SA, 
160 Baldinelli books to our friend Sylvester Pawinski at 20c each,
401 "Editions 21" graphics at 25c each to New Moon Prints, Johannesburg.

I had just arrived too late to bid indirectly for the graphics, it took me 3/4hour to find my way to Trakman's, the story of my life, so said Caroline!

(* In the year 2003, a stand in Trafalgar Square, Natal South Coast, on the ridge, was sold for ZAR180'000, then equivalent to CHF36'000 - we had lost our three stands in 1977 at ZAR500 each!)"

Der Bericht des Liquidators für die zweite Versammlung seiner persönlichen Gläubiger, die am 27. Juli 1977 stattfinden sollte, stellte unter anderem fest, dass uncle Fernands Insolvenz durch seine Unfähigkeit verursacht wurde, seinen Verpflichtungen aus einer Bürgschaft zugunsten der Gesellschaft „Gallery 21 (Hyde Park) (Pty) Ltd“, die sich nun in Liquidation befand, nachzukommen. Sein unbewegliches Vermögen wurde mit ZAR89'000 und sein bewegliches Vermögen mit ZAR1'000 angegeben, während seine gesicherten Gläubiger mit ZAR98'000, die bevorrechtigten Gläubiger mit ZAR2'000 und die gleichrangigen Gläubiger mit ZAR55'000 aufgeführt wurden.

Am 1. August 1977 wurde ihr Haus in Northcliff von Trakman's bei einer öffentlichen Auktion an Schachat & Cullum Johannesburg verkauft, zusammen mit vielen anderen Immobilien und Gegenständen aus seinem Nachlass. Sie konnten bis zum 4. August 1977 in der 11 Louie Avenue, Northcliff, wohnhaft bleiben.

Am 1. August 1977 verkauften die Auktionatoren Trakman's in Johannesburg:

Immobilie 228, Northcliff (ihr Haus) für ZAR21'000 an Schachat im Auftrag der United Building Society,
3 Grundstücke in Trafalgar, Natal South Coast, für jeweils * ZAR500,
Immobilie Riverside 60 für ZAR10'000 an die Rand Bank of SA,
160 Baldinelli-Bücher an ihren Freund Sylvester Pawinski zu je 20 Cent,
401 "Editions 21" Grafiken zu je 25 Cent an New Moon Prints, Johannesburg.

Fernand Francis war gerade zu spät angekommen, um indirekt für die Grafiken zu bieten, es dauerte 3/4 Stunde, um seinen Weg zu Trakman's zu finden - die Geschichte seines Lebens, sagte Caroline!

(* Im Jahr 2003 wurde ein Stand am Trafalgar Square, Natal South Coast, auf dem Grat für 180'000 ZAR verkauft, damals entsprechend 36'000 CHF – sie hatten 1977 ihre drei Stände für je 500 ZAR verloren!)


Inserat Trakmans in der Sunday Times vom 24.07.1977: öffentliche Auktion am 01.08.1977.

 
"My Father gave me a letter dated 1st August, 1977, to hand over to Caroline when in Buckland, giving news about Steepways and enclosing some cigarettes.

From Friday, 5th August, 1977, Caroline and the twins lived at Buckland Flora for about 6 months and I and Françoise moved to a flat at 2102 High Point, Pretoria St., Hillbrow, Johannesburg. Caroline had organised transport from Northcliff to Buckland. The owner had a large open van on which he had tied all our goods under a big canvas; luckily nothing fell off, except for one long mirror which broke, so Caroline deducted the cost of it from the already cheap transport cost (the owner had just started up; needing money he gave a very low quote and he was not insured). Steven had gone down with the transport van, while Caroline, the children and I preceeded the van in our own car to lead the way over the bumpy path through the fields from Flora to Buckland. The owner mentioned, he would never again do long-distance trips again! After that, I and Françoise used to drive to Buckland almost every weekend.

As there was no money nor any shops around Buckland, Caroline depended on a vegetable garden. She did two hours of some schooling activities with the twins in the morning; they had a picnic lunch on the many rocks around the house, and then worked in the vegetable garden in the afternoon. It was a difficult time, but also good time as the twins were so close and Caroline had a very intensive relationship with them. My Mother gave us some money to buy a gas fridge for Buckland; we also got a tricycle from her for the twins.

Françoise and Sandra came down during the September school holidays.

During October, Caroline had come up from Buckland to have an operation which was done on a Friday, the twins were left in the care of Granny. The following Sunday, we attended the confirmation of Fernand Edmund at St Charles Catholic Church in Victory Park, performed by Archbishop J. Fitzgerald; we then proceeded to Steepways, Linksfield.

Françoise came with me to spend the Christmas holidays at Buckland."

Opapa gab uncle Fernand einen Brief vom 1. August 1977, den er Caroline übergeben sollte, sobald er in Buckland war, mit Nachrichten über Steepways und einigen beiliegenden Zigaretten.


Opapas Brief an Caroline, 01.08.1977


Ab Freitag, den 5. August 1977, lebten Caroline und die Zwillinge etwa sechs Monate in Buckland Flora, und uncle Fernand und Françoise zogen in eine Wohnung in der High Point 2102, Pretoria St., Hillbrow, Johannesburg. Caroline hatte den Transport von Northcliff nach Buckland organisiert. Der Besitzer hatte einen grossen offenen Lieferwagen, auf dem er all ihre Sachen unter einer grossen Plane befestigt hatte; zum Glück fiel nichts herunter, ausser einem langen Spiegel, der zerbrach, sodass Caroline die Kosten dafür vom ohnehin schon günstigen Transportpreis abgezogen hat (der Besitzer hatte gerade erst angefangen; da er Geld brauchte, gab er ein sehr niedriges Angebot und war nicht versichert). Steven war mit dem Transporter gefahren, während Caroline, die Kinder und uncle Fernand dem Van in ihrem eigenen Auto vorausfuhren, um den Weg über den holprigen Pfad durch die Felder von Flora nach Buckland zu weisen. Der Besitzer erwähnte, dass er niemals wieder lange Strecken fahren würde! Danach fuhren Françoise und Fernand Francis fast jedes Wochenende nach Buckland.

Da es weder Geld noch Geschäfte in der Nähe von Buckland gab, war Caroline auf einen Gemüsegarten angewiesen. Morgens machte sie zwei Stunden Schulaktivitäten mit den Zwillingen; sie machten ein Picknick-Mittagessen auf den vielen Felsen rund um das Haus und arbeiteten dann nachmittags im Gemüsegarten. Es war eine schwierige Zeit, aber auch eine gute Zeit, da die Zwillinge so eng miteinander verbunden waren und Caroline eine sehr intensive Beziehung zu ihnen hatte. Omama gab ihnen etwas Geld, um einen Gas-Kühlschrank für Buckland zu kaufen; sie bekamen auch ein Dreirad von ihr für die Zwillinge.

Françoise und ich kamen während den September-Schulferien nach Flora.

Im Oktober war Caroline aus Buckland gekommen, um sich einer Operation zu unterziehen, die an einem Freitag durchgeführt wurde, die Zwillinge wurden in der Obhut von Granny (Nicholson) gelassen. Am darauffolgenden Sonntag besuchten sie die Firmung meines Bruders Fernand in der St. Charles Katholischen Kirche in Victory Park, durchgeführt von Erzbischof J. Fitzgerald; anschliessend fuhren alle nach Steepways, Linksfield.

Françoise kam mit ihrem Vater, um die Weihnachtsferien in Buckland zu verbringen.


Foto oben: Erzbischof Fitzgerald, Fernand Edmund, uncle Fernand.
Foto unten: Papa mit Henri Paul, mein Bruder Fernand, uncle Fernand, Françoise mit Opapa und ich vor der katholischen Kirche St Charles, wo mein Bruder 1977 (14-jährig) konfirmiert wurde.

Meine Erinnerungen an meine Schulferien damals mit Françoise in Flora sind lediglich bruchstückhaft: Wir verbrachten die Zeit verspielt, tanzend, ziemlich unbeschwert. Ich erinnere mich insbesondere, mit ihren Grosseltern mütterlicherseits (den Nicholsons) einen sehr feinen Brunch auf ihrer Farm mit selbst gebackenem Brot, "honeymisch" (ein Gemisch aus Honig und Butter, das ich liebte) und ganz viel "condensed milk" (die sie ebenfalls für den Verkauf selber herstellten) genossen zu haben. Ohne mir dessen damals bewusst zu sein, war ich nun an der schier endlos fliessenden Quelle meiner süssesten Versuchung angelangt (die ich mit meinem jüngeren Bruder Henri heimlich manchmal nachts in Steepways auskostete - in meiner 1. Autobiografie geschildert). Kann sein, dass wir auch auf dem Traktor von Grampy Nicholson mitfahren durften - das Landleben war für mich schon damals voller sinnlicher Eindrücke - insbesondere die Abgeschiedenheit, Einfachheit und Ursprünglichkeit, die hier vorgelebt wurde, hinterliessen etwas Verwurzelndes in mir. Wo immer ich auch länger in den Ferien weilte - so schön und nährend es war (ob auf der Farm oder in Plettenberg-Bay am Meer, wo wir jeweils auch ganz besondere Momente als Familie erlebten) - stets vermisste ich Jeneva schrecklich. Meine Brüder erinnern sich daran, dass ich des nachts von ihr träumte und ihren Namen rief. Scheinbar bekamen sie so unfreiwillig ganze Gespräche mit, die ich im Halbschlaf mit meiner afrikanischen Mama führte. Sie erzählten mir jeweils am Morgen, was ich zusammengemurmelt hatte. 

Obwohl nur ich im Rahmen der englischen Schule "Mc Auley" - bis heute katholisch geführt - einen innigen Glauben lebte, war es wohl der Tradition wegen, dass mein älterer Bruder Fernand konfirmiert wurde. Als Familie gingen wir sonst nie in einen Gottesdienst - Papa, Mama, Fernand und Henri (beide Brüder wurden in der Deutschen Schule in Johannesburg unterrichtet) besuchten zwar meine Aufführungen mit christlichen Szenen aus der Bibel, bei denen ich meinen theatralischen Ausdruck verwirklichen konnte; mit Jesus Christus waren sie damals jedoch nicht verbunden (ausser Henri, der von mir schon früh eine christliche Dosis eingeflösst bekam). Henri wandte sich in der Schweiz, so wie ich, vom Glauben ab - Muetti (Grossmutter mütterlicherseits, eine strenge Katholikin) hatte uns den Schrecken eines sich rächenden Gottes heraufbeschwört - später jedoch, beide in unterschiedlich lebensbedrohlichen Situationen, errettete uns Christus aus unserer Not.
Henri war in Kroatien alleine beim Segeln in ein missliches Manöver geraten, bei dem sein Segelboot (von unserem Onkel Edi ausgeliehen) kenterte; nachdem er mehrmals versucht hatte, es wieder aufzurichten, flehte er - am Ende seiner Kräfte - zu Gott:
"Jesus, wenn's dich gitt, hilf mir bitte jetzt ...". Und genau in dem Augenblick konnte er das Boot wieder aufrichten. Er blieb bis zum heutigen Tage seinem damaligen Versprechen treu: "... wenn du mir hilfsch, glaub ich a diich und folge dir." 

Fernand ist inzwischen ein still-Glaubender, er redet nicht viel über Gott, wenn, dann sehr überzeugt und man merkt, dass in seinem Herzen der Same von damals (vielleicht auch ohne diese Firmung) gekeimt und gewachsen ist; sich immer noch entfaltet. Seine Frau Françoise ist von Kindsbeinen an mit dem Glauben an Christus verwurzelt. Wenn ich das Foto von damals, 1977, mit den beiden vor der Kirche in Victory Park anschaue, erfasst mich das Wundersame, das uns immer wieder im Leben begegnet, und ich frage mich einmal mehr:
"Wer hätte damals gedacht, dass sie ein Paar werden und eine Familie gründen würden?"  Zumal - wie sich später im Zusammenhang mit ihrem Kinderwunsch zu ihrem Glück herausstellte - sie in Wahrheit nicht den gleichen Grossvater hatten! Doch dieses Geheimnis wird erst später gelüftet ...

Ja, die Wege und Lebenskreise des Herrn sind unergründlich, was sich auf mannigfache Weise zeigt - auch in meinen Autobiografien. 

Was mir aus dieser Zeit noch eindrücklich geblieben ist:
Der Beichtstuhl.
Regelmässig mussten wir zur Beichte, was in mir eine Mischung aus grossem Respekt und Furcht auslöste. Ich fühlte mich schuldig an vielem, auch wenn es mich nicht selbst betraf. Fortwährend befasse ich mich mit diesem Schuldgefühl, das mir auch damals die Beicht-Rituale nicht abnehmen konnten. Inzwischen weiss ich, dass ich vieles von meinen Eltern (vielleicht auch Grosseltern?) unbewusst auf mich genommen habe, was sich intensiv auf meine Gewissenhaftigkeit und mein Selbstwertgefühl auswirkte. Ich "arbeite" im Bewusstsein dessen noch daran, diesen unnötigen Ballast abzuladen. Ich lege es vors Kreuz und darf getrost in Gottes Gnade innerlichen Frieden finden. Damals betete ich lange Rosenkranzgebete, heute spricht das Herz nur das Notwendigste aus, was sich erstaunlich leicht anfühlt. Es braucht also nicht viel, um mit sich und dem Schöpfer ins Reine zu kommen - auch ohne Beichtvater und Absolution.


Henri Paul (zweiter von links in der 1. Reihe) wurde 1977 in der Deutschen Schule Johannesburg eingeschult.


The Haenggi Foundation Inc.

1978

BJ Vorster stepped down as Prime Minister due to a scandal involving misappropriation of Government funds, but was elected President. Pieter Botha became Prime Minister

"On 23rd January, 1978 The Haenggi Foundation Inc. was duly incorporated as an Association not for Gain, the first trustees being Lucas Sithole, Tim Morris, Philip Clarke, John Nicholson, Gordon Nicholson, Lynette Nicholson, FML Haenggi and the first Honorary Secretary being FF Haenggi - the whole concept I already conceived during 1977 (more on this on the records of the Foundation). I could not be a trustee or in any position other than in an honorary position, due to my insolvency."


Die Haenggi Foundation Inc.

1978

BJ Vorster trat als Premierminister zurück aufgrund eines Skandals im Zusammenhang mit der Unterschlagung von Regierungsgeldern, wurde jedoch zum Präsidenten gewählt. Pieter Botha wurde Premierminister.

Am 23. Januar 1978 wurde die Haenggi Foundation Inc. ordnungsgemäss als gemeinnütziger Verein gegründet, die ersten Treuhänder waren Lucas Sithole, Tim Morris, Philip Clarke, John Nicholson, Gordon Nicholson, Lynette Nicholson, FML Haenggi (Omama) und der erste Ehrenamtliche Sekretär war FF Haenggi - das gesamte Konzept hatte uncle Fernand bereits im Jahr 1977 entwickelt (mehr dazu in den Aufzeichnungen der Stiftung). Er konnte aufgrund seiner Zahlungsunfähigkeit kein Treuhänder sein oder irgendeine andere Position einnehmen, ausser einer ehrenamtlichen Position.

"Fafa was still playing piano, doing ballet, staying during the afternoons with Omama and the Haenggi's at Linksfield.

Caroline and the twins lived at Buckland until 28th January, 1978, they lived at Cottage no. 1, Green Giant Farm. Françoise and I still lived at 2102 High Point, Pretoria St. Hillbrow, until mid-July, 1978.

On Saturday, 28th January, 1978, Four Winds Transports moved the furniture from Buckland to Cottage no. 1, Green Giant Farm (Trollip's farm), at a cost of R350. On the lorry were Caroline and the twins, illegally. The van got bogged down due to heavy rains. I met the van in Germiston at a pre-arranged spot and picked up my family at 11 0'clock at night; they slept at my flat in High Point, and the next day I went with them to meet the truck at Green Giant's Farm."

Fafa spielte immer noch Klavier, machte Ballett und verbrachte die Nachmittage bei Omama und uns in Linksfield.

Caroline und die Zwillinge wohnten bis zum 28. Januar 1978 in Buckland, sie lebten in Cottage Nr. 1, Green Giant Farm. Françoise und uncle Fernand wohnten bis Mitte Juli 1978 noch in der 2102 High Point, Pretoria St., Hillbrow.

Am Samstag, 28. Januar 1978, transportierte Four Winds Transports die Möbel von Buckland zu Cottage Nr. 1, Green Giant Farm (Trollips Farm), zu Kosten von R350. Auf dem Lastwagen waren Caroline und die Zwillinge, illegal. Der Wagen blieb aufgrund starker Regenfälle stecken. Fernand Francis erreichte den Wagen in Germiston an einem vorher vereinbarten Treffpunkt und holte seine Familie um 11 Uhr nachts ab; sie schliefen in seiner Wohnung in High Point, und am nächsten Tag fuhr er mit ihnen, um den Lkw auf Green Giant's Farm zu treffen.

"On 14th February, 1978, I got a negative reply from The Western Australian Art Gallery, Perth WA, in response to my application for the position of Director of the Gallery.

On 11th April, 1978, I also got a negative reply from the City of Launceston, Tasmania, regarding my application for the position of Director of the Queen Victoria Museum & Art Gallery, Launceston, as there had been a number of outstanding applicants. My original application to the Tasmanian Museum & Art Gallery, Hobart, had been refered by them to Launceston.

On 26th April, 1978, Sotheby's sold the balance of the international art ex Gallery 21 which now belonged to Minerva Leasing owned by David Rubenstein and David Ellman, mostly at a fraction of the original retail price. I looked at the auction from far behind but did not stay on, it was all too sad."

Am 14. Februar 1978 erhielt uncle Fernand eine negative Antwort von der Western Australian Art Gallery, Perth WA, auf seine Bewerbung für die Stelle des Direktors der Galerie.

Am 11. April 1978 erhielt er zudem eine negative Antwort von der Stadt Launceston, Tasmanien, in Bezug auf seine Bewerbung für die Position des Direktors des Queen Victoria Museum & Art Gallery, Launceston, da es eine Reihe von herausragenden Bewerbern gab. Seine ursprüngliche Bewerbung beim Tasmanian Museum & Art Gallery, Hobart, war von ihnen nach Launceston weitergeleitet worden.

Am 26. April 1978 verkaufte Sotheby's den Rest der internationalen Kunst aus der Galerie 21, die nun Minerva Leasing gehörte, im Besitz von David Rubenstein und David Ellman, meist zu einem Bruchteil des ursprünglichen Einzelhandelspreises. Fernand Francis beobachtete die Auktion aus der Ferne, blieb aber nicht, es war alles zu traurig.

"Around April, the twins went to Flora. Caroline was now alone during the week, Fafa still living with me in Hillbrow, spending the afternoons with Omama. I phoned Caroline as usual during the afternoon; one day she sounded strange, Caroline admitted she had drunk a bottle of Dyant; I gave her hell and went straight to see her, telling my Mother I would be late. Luckily Caroline, who had tried to commit suicide, had not drunk the whole bottle. I took her to the emergency hospital where she was kept overnight for observation.

Granny and Grampy Nicholson immediately brought the twins back, bringing Betty with from Flora to make sure Caroline would never be alone again. Betty stayed in the servants' room at the back of the garage. Gordon Nicholson took Caroline to Germiston and Krugersdorp and bought her clay so she could do something from home.

As a consequence, I decided to give up the flat in Hillbrow and returned with Fafa to Green Giant Farm during mid-July. This meant that I had to bring her every morning early to school, on the way to the gallery, and Steven picked her up from there and brought her to Omama at Linksfield; I would then collect her after work and return to the farm.

In the morning, Caroline took the twins to see the farm and all the activities, ride wagons, see the silos, swing in the big mulberry tree. They walked a lot and did gardening. Françoise remembered Mr Trollip's horrible dog!"

Irgendwann im April gingen die Zwillinge zu Flora. Caroline war nun unter der Woche allein, Fafa wohnte immer noch bei uncle Fernand in Hillbrow und verbrachte die Nachmittage bei Omama. Er rief Caroline wie üblich am Nachmittag an; eines Tages klang sie seltsam, und Caroline gab zu, dass sie eine Flasche Dyant getrunken hatte; Fernand Francis machte ihr eine Szene und fuhr sofort zu ihr, wobei er Omama sagte, dass er später kommen würde. Zum Glück hatte Caroline, die versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, nicht die ganze Flasche getrunken. Uncle Fernand brachte sie notfallmässig ins Krankenhaus, wo sie über Nacht zur Beobachtung blieb.

Oma und Opa Nicholson brachten die Zwillinge sofort zurück und nahmen Betty von Flora mit, um sicherzustellen, dass Caroline nie wieder allein sein würde. Betty blieb im Personalzimmer hinten in der Garage. Gordon Nicholson nahm Caroline mit nach Germiston und Krugersdorp und kaufte ihr Ton, damit sie etwas von zu Hause aus machen konnte.

Infolgedessen beschloss uncle Fernand, die Wohnung in Hillbrow aufzugeben und kehrte Mitte Juli mit Fafa zur Green Giant Farm zurück. Das bedeutete, dass er sie jeden Morgen früh zur Schule bringen musste, auf dem Weg zur Galerie, und Steven (unser Fahrer) holte sie von dort ab und brachte sie zu Omama in Linksfield; Fernand Francis holte sie dann nach der Arbeit ab und kehrte zur Farm zurück.

Am Morgen nahm Caroline die Zwillinge mit, um die Farm und alle Aktivitäten zu sehen, Wagen zu fahren, die Silos zu besichtigen, auf der grossen Maulbeerbaumschaukel zu schwingen. Sie gingen viel spazieren und machten Gartenarbeit. Françoise erinnerte sich an Mr. Trollips schrecklichen Hund!

1. August, 1990:

Ein heisser Sommertag. Ich hatte ihn ausgewählt, um meiner Verzweiflung und meinem Liebeskummer endlich ein Ende zu setzen. Ich verbrachte meinen - so wie ich es geplant hatte - letzten Lebenstag bewusst am Aareufer - beim Eichholz in Wabern - in seiner Nähe. Ich beobachtete die glücklich spielenden Kinder, die frisch Verliebten - das Lachen und die fröhlichen Stimmen drangen schmerzhaft in die Dunkelheit meiner psychischen Verfassung. Niemand sah, wie ich meine Hände im Gras verkrampfte, keiner wusste um den quälenden Schmerz und die Todessehnsucht, die an mir klebte, seitdem ich bei meiner Mutter in Cannero versucht hatte, meinen Weg trotz schwierigen familiären Verhältnissen zu finden (Papa hatte mit mir, nach einem ehrlichen Brief an ihn, gebrochen und mich aus dem Hasli-Haus verbannt - Mama selber instabil, jeder Tropfen des vorübergehend tröstenden Alkohols einer zuviel). Ich hatte versucht, Tom zu vergessen und in eine Zukunft zu blicken, die mich versöhnen würde mit all dem Schweren, das wie eine dunkle, sich nicht zu entladen wollende Wolke über mir schwebte. Kein Hoffnungsschimmer am Horizont, auch nach einem Jahr nicht, nachdem ich meine Matura bestanden und versucht hatte, Fuss zu fassen. Mama hatte mir einen Chihuaha geschenkt, er war noch ein Baby, als er friedlich in meinen Armen lag. Ich vergesse den herzzerreissenden Moment nie, in dem ich zwischen diesem mich neugierig beschnuppernden Welpen, dessen Herzschlag mich warm und pulsierend in das Lebendige zog und dem Entscheid, mich eben diesem Leben zu entziehen, rang. Es war ein Dilemma und letzter Kampf, wie eine Prüfung, ob ich zu diesem endgültigen Entschluss bereit sei. Ich nannte ihn Bhakti - hingebungsvolle Liebe - ja, die allesumfassende Liebe würde mich erlösen. Dorthin wollte ich: Nachhause. In Gottes Arme.
Doch es kam anders.
Und 12 Jahre später gebar ich am 1. August 2002 meine zweite Tochter. Ich nannte sie Joya-Anaïs: reine Freude.

"Soon Caroline, needing income, decided to work in the afternoon for Jan van den Berg at his new antique shop, The Mixer in Northcliff, going directly back home to the twins, who had been looked after by Betty after their afternoon nap. This was from about the middle to the end of 1978.

Once there was a luncheon party under the mulberry tree, attended by Joan and Tony Ross, Karin and Philip Clarke and all their children, as well as Mr Trollip. Caroline had made the biggest pile of pancakes; there were pancakes with tuna fish as a main meal, followed by pancakes with cinnamon as desert! Then all walked through the mealie field down to the valley, picking up some very dry mealies on the way. Soon after that, Philip gave Karin money to go to Pick'n Pay and bring us a huge selection of essential food!"

Bald entschied Caroline, die Einkommen brauchte, nachmittags für Jan van den Berg in seinem neuen Antiquitätengeschäft, The Mixer in Northcliff, zu arbeiten und direkt danach nach Hause zu den Zwillingen zurückzukehren, die nach ihrem Mittagsschlaf von Betty betreut worden waren. Dies geschah ungefähr von der Mitte bis zum Ende des Jahres 1978.

Einmal gab es eine Mittagsgesellschaft unter dem Maulbeerbaum, zu der Joan und Tony Ross, Karin und Philip Clarke mit all ihren Kindern sowie Herr Trollip eingeladen waren. Caroline hatte den grössten Stapel Pfannkuchen gemacht; es gab Pfannkuchen mit Thunfisch als Hauptgericht, gefolgt von Pfannkuchen mit Zimt als Nachtisch! Dann gingen alle durch das Maisfeld ins Tal und pflückten auf dem Weg einige sehr trockene Maiskolben. Kurz darauf gab Philip Karin Geld, damit sie zu Pick'n Pay geht und ihnen eine riesige Auswahl an wichtigen Lebensmitteln bringt!

"Our red Datsun was stolen one night, we did not know it. As the petrol run out, it got stuck near Lanseria airport. I drove to work in my second car and saw our Datsun without realising it was ours, and only after Caroline phoned me at work that she herself could not go to work, did we click it was the same car. I phoned the police who found the Datsun, filled it up and brought it back to Caroline, so she got to work late that day!

Fafa gave up her piano lessons, as too classical; she also refused to practice. She got over her learning problems, started reading, enjoying school. When she moved to Green Giant Farm, she got her first bicycle and our son had a green plastic tractor, I do not remember about his twin sister.

Lucas Sithole had been commissioned by Mr H Füllemann of Ciba-Geigy SA through our gallery to do a major work which was officially handed over during 1978 and first presented in Spartan - "Working together", 1978."

Ihr roter Datsun wurde eines Nachts gestohlen, sie wussten es nicht. Als das Benzin ausging, blieb er in der Nähe des Flughafens Lanseria liegen. Uncle Fernand fuhr mit seinem zweiten Auto zur Arbeit und sah ihren Datsun, ohne zu erkennen, dass es ihrer war, und erst nachdem Caroline ihn bei der Arbeit anrief, weil sie selbst nicht zur Arbeit fahren konnte, dämmerte ihnen, dass es dasselbe Auto war. Fernand Francis rief die Polizei an, die den Datsun fand, tankte und zurück zu Caroline brachte, sodass sie an diesem Tag zu spät zur Arbeit kam!

Fafa gab ihren Klavierunterricht auf, weil er zu klassisch war; sie weigerte sich auch zu üben. Sie überwand ihre Lernprobleme, begann zu lesen und hatte Freude an der Schule. Als sie auf die Green Giant Farm zog, bekam sie ihr erstes Fahrrad und Alex hatte einen grünen Plastiktraktor, was Hen bekam - daran erinnert sich mein Onkel nicht.

Lucas Sithole wurde von Herrn H. Füllemann von Ciba-Geigy SA über ihre Galerie beauftragt, ein grosses Werk zu schaffen, das 1978 offiziell übergeben und erstmals in Spartan - "Gemeinsam arbeiten", 1978, präsentiert wurde.

"During June, 1978, my parents moved from Linksfield to 10, Escombe Ave., Parktown. Just at that time, our son was with Caroline and his sister at Green Giant's Farm, got very sick after eating a carrot from the garden (the vegetable garden was right against the main road, behind some trees, and was getting all the lead from passing cars, as lying below street level; the veggies were certainly unhealthy); he had chronic diarrhoea and was very dehydrated. I went to Green Giant Farm to be with the family in order to be able to take him and Caroline to Dr Ali Bacher in Rosebank Mews early next morning, as an emergency case. Dr Bacher prescribed emergency medication to counter-act dehydration. Then Steven picked them up and dropped them at Escombe Ave., but the house was locked, so Caroline waited in Opapa's adjoining cottage which had not been locked. Unfortunately, I was held back helping my parents with their final move from Linksfield Ridge, and Caroline and son had to wait till very late in the night until I brought them back to Green Giant's Farm. He soon recovered.

There were a number of Court cases against Henri and his family as is recorded in the SA National Archives, Pretoria, including some initiated by our Mother.

On 11th September, 1978, Henri and Janey's Linksfield property was a Show House, offfered by Cattaneo Real Estate.

From October, 1978, my brother Henri and his family lived in Geroldswil, Switzerland.

On 27th October, 1978, Caroline was advised by my liquidators, Western Trust, that all assets alleged to be her property in terms of her affidavit of 4th August, 1977, had been released to her in terms of Sect. 21 of the Insolvency Act.

On two occasions, we went with Karin Clarke to the Transvaal Yacht Club in Schoemansville. She was a member there and took us on her own boat.

Christmas 1978 was spent at Flora."

Im Juni 1978 zogen Omama und Opapa von Linksfield in die Escombe Ave. 10 in Parktown. Genau zu dieser Zeit war Alex mit Caroline und Hen auf der Green Giant Farm und wurde sehr krank, nachdem er eine Karotte aus dem Garten gegessen hatte (der Gemüsegarten lag direkt an der Hauptstrasse, hinter einigen Bäumen, und bekam das gesamte Blei von den vorbeifahrenden Autos ab, da er unterhalb des Strassenniveaus lag; das Gemüse war sicherlich ungesund); er hatte chronischen Durchfall und war stark dehydriert. Uncle Fernand ging zur Green Giant Farm, um bei seiner Familie zu sein, damit er Alex und Caroline am nächsten Morgen früh als Notfall zu Dr. Ali Bacher in Rosebank Mews bringen konnte. Dr. Bacher verschrieb Notfallmedikamente, um die Dehydrierung zu bekämpfen. Dann holte Steven sie ab und brachte sie zur Escombe Ave., aber das Haus war verschlossen, also wartete Caroline im angrenzenden Cottage von Opapa, das nicht verschlossen war. Leider wurde Fernand Francis zurückgehalten, um Omama und Opapa beim endgültigen Umzug aus Linksfield Ridge zu helfen, und Caroline und Alex mussten bis spät in der Nacht warten, bis er sie zurück zur Green Giant's Farm bringen konnte. Alex erholte sich bald.

Es gab eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen Papa und Mama, wie im SA National Archives, Pretoria, verzeichnet ist, einschliesslich einiger, die von Omama initiiert wurden.

Am 11. September 1978 wurde unser Grundstück in Linksfield ein Schauhaus, angeboten von Cattaneo Real Estate.


"A masterpiece of perfection" - as it seems ... Inserat Verkauf Steepways, 1978. "Once in a lifetime" - indeed!


Ab Oktober 1978 lebten wir in Geroldswil, Schweiz.

Am 27. Oktober 1978 wurde Caroline von uncle Fernands Liquidatoren, Western Trust, darüber informiert, dass alle Vermögenswerte, die gemäss ihrer eidesstattlichen Erklärung vom 4. August 1977 ihr Eigentum sein sollten, ihr gemäss § 21 des Insolvenzgesetzes freigegeben worden waren.

Bei zwei Gelegenheiten gingen sie mit Karin Clarke zum Transvaal Yacht Club in Schoemansville. Sie war dort Mitglied und nahm sie auf ihr eigenes Boot mit.

Weihnachten 1978 wurde in Flora verbracht.


Letztes Foto einer "heilen" Haenggi-Welt in Steepways, Linksfield Ridge, 1978. Wir Kinder hatten keine Ahnung (Sandra unbewusst), welches Drama sich in Wahrheit abspielte ... 


♥ Farewell  https://suno.com/s/UbwVXUgn9B0mrJau



Farewell

"Oh my homeland, far away
They take me from your golden shore
The drums grow silent in the night
I may not see your hills no more

Farewell, my land, farewell tonight
Across the dark and restless sea
Though fate may take me far from home
My heart will still remember thee

My African mother’s song’s in the wind
From my father’s voice I flee
Though destiny may carry me afar
My heart will wander free

Farewell, my land, farewell tonight
Across the dark and restless sea
Though fate may take me far from home
My heart will still remember thee

Oh ocean wide, remember me
Oh stars above the African sky
One day my soul will find the way
Back to the land where I said goodbye

Farewell, my land, farewell tonight
Across the dark and restless sea.
Though fate may take me far from home
My heart will still remember thee

My Heart still remembers
Still
My Heart
Still
My Heart

Oh my homeland, far away
They take me from your golden shore
The drums grow silent in the night
I may not see your hills no more

Farewell, my land, farewell tonight
Across the dark and restless sea
Though fate may take me far from home
My heart will still remember thee

My African mother’s song’s in the wind
From my father’s voice I flee
Though destiny may carry me afar
My heart will wander free

Farewell, my land, farewell tonight
Across the dark and restless sea
Though fate may take me far from home
My heart will still remember thee

Oh ocean wide, remember me
Oh stars above the African sky
One day my soul will find the way
Back to the land where I said goodbye

Farewell, my land, farewell tonight
Across the dark and restless sea
Though fate may take me far from home
My heart will still remember thee

My Heart still remembers
Still
My Heart
Still
 My Heart."


♥ SANI, 07.03.2026

















 































 






































1979-1980
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3.19.  Das Gestern, das heute ist – 1979-1980.
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1979

It was President BJ Vorster's last year as a President

"The whole family lived at Green Giant Farm, Lanseria, until 31st January, 1979. From 1st February, we lived at 6 Finsbury Road, Auckland Park, in a house Caroline had rented from Mrs AS Cramer, at a monthly rental of R270, for 2 years.

Caroline worked at The Mixer Northcliff until 28th February; from 1st March till 31st December, 1979, she worked at the Mixer in Melville as their Northcliff shop had closed (5 days/week, mornings only).

Betty stayed with the family at Auckland Park; however she had to return to Flora as she had been checked by the Johannesburg police and had no valid work permit. Caroline was given a fine, protested and had to go to Court and was told never to do it again, so Betty had to leave for good. Betty had taught the children Negro spirituals. Then Gertrude joined us part-time, she worked 3 days a week and used to have an afternoon nap in the back room."

1979

Es war das letzte Jahr von Präsident BJ Vorster als Präsident

Die ganze Familie meines Onkels lebte auf der Green Giant Farm in Lanseria bis zum 31. Januar 1979. Ab dem 1. Februar wohnten sie in der Finsbury Road 6, Auckland Park, in einem Haus, das Caroline von Frau AS Cramer für eine monatliche Miete von R270 für 2 Jahre gemietet hatte.

Caroline arbeitete bis zum 28. Februar im The Mixer Northcliff; vom 1. März bis zum 31. Dezember 1979 arbeitete sie im Mixer in Melville, da ihr Laden in Northcliff geschlossen worden war (5 Tage/Woche, nur morgens).

Betty blieb bei der Familie in Auckland Park; sie musste jedoch zu Flora zurückkehren, da sie von der Polizei in Johannesburg überprüft worden war und keine gültige Arbeitserlaubnis besass. Caroline erhielt eine Geldstrafe, legte Einspruch ein und musste vor Gericht erscheinen und wurde angewiesen, dies niemals wieder zu tun, sodass Betty endgültig gehen musste. Betty hatte den Kindern Negro-Spirituals beigebracht. Dann kam Gertrude teilzeitweise zu ihnen, sie arbeitete 3 Tage die Woche und machte nachmittags im hinteren Raum ein Nickerchen.

"I had been hoping to go to the Art Fair in Basel this year, but we did not have sufficient funds, so I'd have to wait another year. I also mentioned in a letter that our Father had decided to stay in South Africa, due to the climatic conditions and because his AHV old age pension was far too little to live in Switzerland or Italy.

On 23rd March, 1979, my brother Henri wrote from Geroldswil, reporting on the financial possibilities and conditions in Switzerland, should we consider leaving SA. He also gave us interesting news on his children.

Over the Easter holidays, Ava and Daphne Nicholson took the twins by car to Kokstad, Caroline went with Fafa when the private school holidays started - on Good Friday they went by train to Pietermaritzburg, then carried on to Kokstad with a PUTCO bus used mainly by Blacks.

On 26th May, 1979, I wrote my brother Henri and Janey mentioning that business had improved considerably since last October, compared to previous years, thanks to the frequent business visitors from Europe and particularly the USA."

Uncle Fernand hatte gehofft, dieses Jahr zur Kunstmesse in Basel zu gehen, aber sie verfügten nicht über genügend Mittel, also müsste er noch ein weiteres Jahr warten. Er erwähnte auch in einem Brief, dass Opapa beschlossen hatte, in Südafrika zu bleiben, aufgrund der klimatischen Bedingungen und weil seine AHV-Altersrente viel zu gering war, um in der Schweiz oder in Italien zu leben.

Am 23. März 1979 schrieb Papa aus Geroldswil und berichtete über die finanziellen Möglichkeiten und Bedingungen in der Schweiz, falls sein Bruder Fernand in Erwägung ziehen sollte, Südafrika zu verlassen. Er gab ihm auch interessante Neuigkeiten über uns Kinder.


Papas Brief an uncle Fernand, 1979.
"Die Kinder sind sehr glücklich ... " dabei blendet er offensichtlich aus, wie unglücklich ich damals war. A struggle in real life and school with a broken heart.


Über die Osterferien fuhren Ava und Daphne Nicholson mit dem Auto mit den Zwillingen nach Kokstad, Caroline ging mit Fafa, als die Ferien an der Privatschule begannen - am Karfreitag fuhren sie mit dem Zug nach Pietermaritzburg und setzten dann ihre Reise mit einem PUTCO-Bus, der hauptsächlich von Schwarzen genutzt wurde, nach Kokstad fort.

Am 26. Mai 1979 schrieb uncle Fernand Papa und Mama und erwähnte, dass sich das Geschäft seit letztem Oktober im Vergleich zu den Vorjahren erheblich verbessert hatte, dank der häufigen Geschäftsbesucher aus Europa und insbesondere den USA.

"During the winter holidays, the twins went on a train to Theunissen; they were picked up by Caroline's Dad and brought to Flora. Grampy Nicholson had told the twins they should just come when they felt like it; they kept on asking their mother until she gave in. On the trip down there were no problems, but on the trip back someone made advances so they locked the door of the cabin; both were terrified when Caroline picked them up, but they said that nothing had happened. It was to be the last time Caroline tried this experiment.

During August, 1979, Françoise was in Switzerland on a trip organised by Pro Juventute, the air ticket being subsidised by half; in addition we had to pay nominally for her sojourn. She stayed with the Berdot family in Rossinière VD for 3 weeks; Mme Berdot wrote us a letter on 22nd November, 1979, stating that she was happy that Françoise had enjoyed the stay with them, as she was always worried our eldest would be bored, that she was a wonderful girl, always very active and in spite of the language problem, had well integrated with them and always had a good contact with them."

Während der Winterferien fuhren die Zwillinge mit einem Zug nach Theunissen; sie wurden von Carolines Vater abgeholt und zu Flora gebracht. Opa Nicholson hatte den Zwillingen gesagt, sie sollten einfach kommen, wann immer sie Lust hatten; sie fragten ihre Mutter immer wieder, bis sie nachgab. Auf der Hinfahrt gab es keine Probleme, aber auf der Rückfahrt machte jemand Annäherungsversuche, sodass sie die Tür der Kabine abschlossen; beide waren entsetzt, als Caroline sie abholte, aber sie sagten, dass nichts passiert sei. Es sollte das letzte Mal sein, dass Caroline dieses Experiment versuchte.

Im August 1979 war Françoise in der Schweiz auf einer von Pro Juventute organisierten Reise, wobei das Flugticket zur Hälfte subventioniert wurde; zusätzlich mussten sie nominell für ihren Aufenthalt bezahlen. Sie blieb drei Wochen bei der Familie Berdot in Rossinière VD; Mme Berdot schrieb ihnen am 22. November 1979 einen Brief, in dem sie erklärte, dass sie froh sei, dass Françoise den Aufenthalt bei ihnen genossen habe, da sie sich immer Sorgen machte, dass ihre Älteste sich langweilen könnte, dass sie ein wunderbares Mädchen sei, immer sehr aktiv und trotz des Sprachproblems gut bei ihnen integriert war und immer einen guten Kontakt zu ihnen hatte.

"On 22nd August, 1979, we had Anya for supper and, just back from Europe, her son Stuart. As I mentioned to Peter German in England in my letter of 23rd August, income I derived from the art market was lousy, and I was in the market for an administrative or export job that would pay enough to carry me so that I could keep running the gallery as a hobby!

A huge retrospective exhibition of works by Lucas Sithole was held at RAU (Rand Afrikaans University) in Johannesburg (opening on 15th August) and the Pretoria Art Museum (opening on 12th September), accompanied by an illustrated book. This required a lot of time in research, assembling, cataloguing, preparing and proofreading (many evenings into the night). In addition, a lot of time was involved in sending about 500 copies of the book to overseas parties, as a promotion.

A similar huge exhibition of 131 works by Norman Catherine was held at RAU from 11th September, many of which were in our collection.

On 9th October, 1979, there appeared a letter from my Father in the "Tagesanzeiger", Zurich on p.16., criticising their correspondent in Nairobi, a Mr. Bänziger. Father was attentively following the political scene and particularly believed in representing the truth.

Sometimes during the year, Paul Gmür visited Johannesburg on his way to a client in Namibia. He stayed at the President Hotel. One day, Caroline and I met him and my Father at the Holiday Inn, Milpark, for supper."

Am 22. August 1979 hatten sie Anya zum Abendessen und, gerade aus Europa zurückgekehrt, ihren Sohn Stuart. Wie uncle Fernand Peter German in England in seinem Brief vom 23. August erwähnte, war das Einkommen, das er vom Kunstmarkt erhielt, miserabel, und er suchte eine Verwaltungs- oder Exportstelle, die genug zahlte, um ihn zu tragen, damit er die Galerie weiterhin als Hobby betreiben konnte!

Eine grosse Retrospektive der Werke von Lucas Sithole wurde an der RAU (Rand Afrikaans University) in Johannesburg (Eröffnung am 15. August) und im Pretoria Art Museum (Eröffnung am 12. September) abgehalten, begleitet von einem illustrierten Buch. Dies erforderte viel Zeit für Forschung, Zusammenstellung, Katalogisierung, Vorbereitung und Korrekturlesen (viele Abende bis in die Nacht). Darüber hinaus war viel Zeit dafür nötig, etwa 500 Exemplare des Buches an ausländische Empfänger zu senden, als Promotion.

Am 9. Oktober 1979 erschien im "Tagesanzeiger" in Zürich auf S. 16 ein Brief Opapas, in dem er deren Korrespondenten in Nairobi, einen Herrn Bänziger, kritisierte. Opapa verfolgte aufmerksam die politische Szene und glaubte besonders daran, die Wahrheit zu vertreten.


 

Opapas Leserbrief an den "Tagesanzeiger", Oktober 1979.


Irgendwann im Laufe des Jahres besuchte Paul Gmür Johannesburg auf dem Weg zu einem Kunden in Namibia. Er übernachtete im President Hotel. Eines Tages trafen Caroline und uncle Fernand ihn und Opapa im Holiday Inn, Milpark, zum Abendessen.


Fund raising trip to Europe, New York and Washington DC

1980

"On 6th January, 1980, our former house in Northcliff was a show house, offered by Currie's-L.K. Jacobs at R44'000 ("majestically Moroccan") on behalf of first purchaser, after we had lost it in 1976. One of the sons of the painter Nico van Rensburg acquired it.

I left Johannesburg on 16th January, 1980, arriving on Tuesday 22nd January in Zurich, staying at the Hotel Bristol.

I arranged meetings with Helvetas and Dr Wille from Sotheby's Zurich about Lucas Sithole and Zoltan Borbereki works; I visited the Maeght Gallery and was surprised to find that Gimpel Weitzenhofer Gallery and Bruno Bischofberger had gone from Claridenstrasse where I had intended to have a gallery years gone by.

On 23rd January, I made arrangements to call on the Institut für Auslandsbeziehungen in Bonn shortly. I visited the Rietberg Museum for the first time, called on Galerie Bürdeke who had handled Borbereki previously, Orell Füssli about our Sithole book, then I visited another gallery.j

On 24th January, I travelled with the Lorelei Express from Zurich via Basel and Karlsruhe to Bonn, staying at the Hotel Aigner in Dorotheenstrasse, had a breakfast next morning with Dr Rees at the Bergischer Hof, contacted the Friedrich Ebert Stiftung and made an appointment with Dr Bruno Heck, a Chairman of the Konrad Adenauer Stiftung in St Augustin. I met him on Friday, 25th January, at 2 pm.; he agreed to organise free bursaries for Black students.

I then visited the Bundesmuseum, Bonn and took the Rheinpfeil IC back to Zurich." 


Fundraising-Reise nach Europa, New York und Washington DC

1980


Am 6. Januar 1980 war ihr ehemaliges Haus in Northcliff ein Schauhaus, angeboten von Currie's-L.K. Jacobs zu R44'000 („majestätisch marokkanisch“) im Auftrag des Erstkäufers, nachdem uncle Fernand es 1976 verloren hatte. Einer der Söhne des Malers Nico van Rensburg erwarb es.


Inserat des Verkaufs des Northcliff-Hauses, 1980


Fernand Francis verliess Johannesburg am 16. Januar 1980 und kam am Dienstag, 22. Januar in Zürich an, wo er im Hotel Bristol übernachtete.

Er vereinbarte Treffen mit Helvetas und Dr. Wille von Sotheby's Zürich über Werke von Lucas Sithole und Zoltan Borbereki; er besuchte die Maeght Galerie und war überrascht, festzustellen, dass die Gimpel Weitzenhofer Galerie und Bruno Bischofberger von der Claridenstrasse verschwunden waren, wo er vor Jahren beabsichtigt hatte, eine Galerie zu eröffnen.

Am 23. Januar traf uncle Fernand Vorbereitungen, um bald das Institut für Auslandsbeziehungen in Bonn aufzusuchen. Er besuchte zum ersten Mal das Rietberg Museum, rief bei der Galerie Bürdeke an, die zuvor Borbereki vertreten hatte, bei Orell Füssli wegen ihres Sithole-Buches, daraufhin besuchte er eine weitere Galerie.

Am 24. Januar reiste er mit dem Lorelei-Express von Zürich über Basel und Karlsruhe nach Bonn und übernachtete im Hotel Aigner in der Dorotheenstrasse. Am nächsten Morgen frühstückte er mit Dr. Rees im Bergischen Hof, kontaktierte die Friedrich-Ebert-Stiftung und machte einen Termin mit Dr. Bruno Heck, dem Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung in St. Augustin. Uncle Fernand traf ihn am Freitag, 25. Januar  um 14 Uhr; Dr. Heck stimmte zu, kostenlose Stipendien für schwarze Studierende zu organisieren.

Anschliessend besuchte Fernand Francis das Bundesmuseum in Bonn und fuhr mit dem Rheinpfeil IC zurück nach Zürich.

"My brother fetched me from the hotel on Saturday, we fetched Janey at Globus where she was security officer, and they took me to their flat in Geroldswil.

On Sunday, 27th, they took me by car to Heiligenschwendi to show their intended property with magnificent view over Lake of Thun. After lunch at he Hotel Waldpark in Goldiwil we drove to Bern to see the Bärengraben and the old city. 

On the way back, we stopped at Balsthal at the Restaurant Kreuz."

Papa holte seinen Bruder Fernand am Samstag vom Hotel ab, sie holten Mama bei Globus ab, wo sie Ladendetektivin war, und sie brachten uncle Fernand in unsere Wohnung in Geroldswil.

Am Sonntag, 27., fuhren wir mit dem Auto nach Heiligenschwendi, um meinem Onkel Papas beabsichtigte Immobilie mit herrlichem Blick auf den Thunersee zu zeigen. Nach dem Mittagessen im Hotel Waldpark in Goldiwil fuhren wir weiter nach Bern, um den Bärengraben und die Altstadt zu besichtigen.

Auf dem Rückweg hielten wir in Balsthal im Restaurant Kreuz an.


Mit uncle Fernand in Heiligenschwendi, 1980. Papa wollte dort eine Immobilie erwerben, entschied sich dann aber für das Anwesen in Hasli bei Riggisberg. Dort zogen wir 1981 ein.


"On Monday, 28th (Janey had baked a lovely cake for my birthday just gone by) I then carried on from Baden over Bern (cut my stay short there as museums and galleries were closed) to Geneva where I stayed one night in a crummy hotel near the station, the Hotel de l'Union. I acquired from the Librairie Payot a number of books in French for Françoise which I had posted to Johannesburg. I then contacted Dr Wille from Sotheby's Zurich and was told that they could not take any works by Lucas Sithole or Zoltan Borbereki for their next London auction - rather disheartening!

Tuesday, I did some research on foundations at the library of the United Nations Building, then was collected from my hotel by Ludovic van Essche and his son Paul from Durban, to have lunch at his home in Marin-Sussignes near Thonens, France and make a selection of works (drawings and watercolours) from his father, Maurice van Essche who had died in 1977, and to discuss a possible exhibition at the end of the year (it did not materialise).

On 31st January, after unsuccessfully trying to visit the Musée Barbier-Muller who were closed that day, I flew by Swissair from Geneva to Paris Orly, and booked in at the Hotel Alma near the Eiffel Tower as the Hotel de Lille I used to stay in before, had changed hands meanwhile and was now a **hotel. After replacing my lost travellers cheques at Thomas Cook, I visited the Centre George Pampidou and many galleries in the area."

Am Montag, 28., (Mama hatte ihm einen wunderbaren Kuchen zu seinem Geburtstag, der schnell verfolg, gebacken) fuhr uncle Fernand dann von Baden über Bern weiter (er hat seinen Aufenthalt dort verkürzt, da Museen und Galerien geschlossen waren) nach Genf, wo er eine Nacht in einem heruntergekommenen Hotel in Bahnhofsnähe, dem Hotel de l'Union, übernachtete. Er erwarb in der Librairie Payot eine Reihe von französischen Büchern für Françoise, die er nach Johannesburg geschickt hat. Dann nahm er Kontakt mit Dr. Wille von Sotheby's Zürich auf und ihm wurde gesagt, dass sie keine Werke von Lucas Sithole oder Zoltan Borbereki für ihre nächste Auktion in London annehmen könnten - ziemlich entmutigend!

Am Dienstag hat Fernand Francis h in der Bibliothek des Gebäudes der Vereinten Nationen einige Recherchen über Stiftungen durchgeführt, dann wurde er von Ludovic van Essche und seinem Sohn Paul aus Durban von seinem Hotel abgeholt, um bei ihm zu Hause in Marin-Sussignes in der Nähe von Thonens, Frankreich, zu Mittag zu essen und eine Auswahl von Werken (Zeichnungen und Aquarelle) seines Vaters Maurice van Essche, der 1977 gestorben war, zu treffen und eine mögliche Ausstellung am Ende des Jahres zu besprechen (die nicht zustande kam).

Am 31. Januar, nachdem uncle Fernand vergeblich versucht hatte, das Musée Barbier-Muller zu besuchen, das an diesem Tag geschlossen war, flog er mit Swissair von Genf nach Paris-Orly und checkte im Hotel Alma in der Nähe des Eiffelturms ein, da das Hotel de Lille, in dem er früher gewohnt hatte, inzwischen den Besitzer gewechselt hatte und nun ein **Hotel war. Nachdem er seine verlorenen Reiseschecks bei Thomas Cook ersetzt hatte, besuchte er das Centre George Pompidou und viele Galerien in der Umgebung.

"On Friday, 1st February, I  contacted the Sackler's in their Paris flat and was told that they were now in New York and had divorced recently. The next day, I visited the Palace of Discovery, the Grand Palais, then Artcurial on Ave. Matignon; I also  saw Galerie Isy Brachot and Galerie Romanet who had both Karin Jaroszynska and Tadeusz Jaroszynski under contract. I also walked along the streets of Montmartre and visited the Chruch of the Sacré Coeur.

On Sunday, 3rd February, I took the train from Gare du Nord to Mons and Bruxelles; my travelling companion for the next 3 hours was a Belgian girl from Quévrain I did not know before, so I asked her to take a photo of me which she posted to Johannesburg, at my request.

I arrived at the Gare du Nord, Bruxelles, found a near-by *Class B Hotel through an automat, situated in a crummy area with lots of political graffiti all over the area and the railway station.

I tried to phone Sheila and Tony who had left their place and did a lot of walking in the Haute Ville, along Avenue Louise - there were a lot of empty shops, flats, apartments to let. The next day, I took the train from the Gare du Midi to the airport and flew to London Heathrow, waited 45' for a bus to take me to London Victoria, then by taxi to Peter German's flat where I arrived too early and had to wait 2.5 hours. We spent the evening at the Restaurant Topolino not far from my former flat at Draycott Place.

Peter made a number of appointments for me for Tuesday, 5th February, such as the Centre for Education Development Overseas in Tavistock House (they where untraceable), the Hayward Foundation, the Thompson Foundation, Christian Action and Diego Delgado of Frida, the Christian Concern for Southern Africa, the Defence and Aid, Oxfam, Royal Commonwealth Society, Royal Society of Arts, Commonwealth Art Association and Commonwealth Association of Museums (John McKenzie) whom I met. Peter also made an appointment with Tony Humphreys of the African Centre who introduced me a.o. to Dr Matthews, Head of the African Education Trust at the same address. My lunch appointment with Tony Humphreys was cancelled in the last minute, he told Peter later he had the feeling The Haenggi Foundation was sponsored by the SA Government and that they were very wary. But I saw him later with an African colleague from Zimbabwe whose name I did not catch; the latter challenged me intensively to prove that I was not a SA Government agent; he felt my Swiss pass was a fake and now carried his finger prints after he had touched it! I got very hot under the collar and only left the room after I got him to wipe his marks off - all a rather political set-up rather than a cultural association."

Am Freitag, 1. Februar, kontaktierte uncle Fernand die Sacklers in ihrer Pariser Wohnung und ihm wurde gesagt, dass sie jetzt in New York seien und sich kürzlich getrennt hätten. Am nächsten Tag besuchte er den Palais de la Découverte, den Grand Palais und dann Artcurial an der Avenue Matignon; er besuchte auch die Galerie Isy Brachot und die Galerie Romanet, die beide Karin Jaroszynska und Tadeusz Jaroszynski unter Vertrag hatten. Er spazierte auch durch die Strassen von Montmartre und besuchte die Kirche Sacré-Cœur.

Am Sonntag, 3. Februar, nahm er den Zug vom Gare du Nord nach Mons und Brüssel; seine Reisebegleiterin für die nächsten 3 Stunden war ein belgisches Mädchen aus Quévrain, das er vorher nicht kannte, also bat uncle Fernand sie, ein Foto von ihm zu machen, das sie auf seinen Wunsch nach Johannesburg schickte.

Uncle Fernand kam am Gare du Nord in Brüssel an, fand ein nahegelegenes *Klasse-B-Hotel durch einen Automaten, das in einem schäbigen Viertel mit viel politischer Graffiti in der Gegend und am Bahnhof lag.

Fernand Francis versuchte, Sheila und Tony anzurufen, die ihre Wohnung verlassen hatten, und machte viele Spaziergänge in der Haute Ville entlang der Avenue Louise - es gab viele leere Geschäfte, Wohnungen, Apartments zu vermieten. Am nächsten Tag nahm er den Zug vom Gare du Midi zum Flughafen und flog nach London Heathrow, wartete 45 Minuten auf einen Bus, der ihn nach London Victoria brachte, dann mit dem Taxi zu Peter Germans Wohnung, wo er zu früh ankam und 2,5 Stunden warten musste. Sie verbrachten den Abend im Restaurant Topolino, nicht weit von seiner früheren Wohnung in Draycott Place.

Peter machte eine Reihe von Terminen für Fernand Francis für Dienstag, 5. Februar, wie zum Beispiel beim Centre for Education Development Overseas in Tavistock House (sie waren nicht auffindbar), der Hayward Foundation, der Thompson Foundation, Christian Action und Diego Delgado von Frida, der Christian Concern for Southern Africa, der Defence and Aid, Oxfam, der Royal Commonwealth Society, der Royal Society of Arts, der Commonwealth Art Association und der Commonwealth Association of Museums (John McKenzie), den uncle Fernand traf. Peter vereinbarte auch einen Termin mit Tony Humphreys vom African Centre, der ihn unter anderem Dr. Matthews, Leiter des African Education Trust, an derselben Adresse vorstellte. Sein Mittagstermin mit Tony Humphreys wurde in letzter Minute abgesagt, dieser sagte später zu Peter, er habe das Gefühl, dass die Haenggi Foundation von der südafrikanischen Regierung unterstützt würde und dass sie sehr vorsichtig seien. Uncle Fernand sah ihn jedoch später mit einem afrikanischen Kollegen aus Simbabwe, dessen Namen er nicht mitbekam; dieser forderte ihn intensiv heraus zu beweisen, dass er kein Agent der südafrikanischen Regierung war; er meinte, sein Schweizer Pass sei gefälscht und jetzt trug er seine Fingerabdrücke darauf, nachdem er ihn berührt hatte! Uncle Fernand wurde sehr wütend und verliess den Raum erst, nachdem er ihn dazu gebracht hatte, seine Spuren zu entfernen - alles eher ein politisches Arrangement als eine kulturelle Vereinigung.

"At 2 pm I had an appointment with Dr John McKenzie to discuss possible shows in British Museums, at 3.30 I met Paul Renshaw from the British Council of Churches, Christian Aid Dept., in SW9 who until 1979 had lived in Johannesburg. I came to the conclusion that some of the organisations I had seen were cover-up organisations of the ANC or PAC using art and education for their purposes!

On the way back to Piccadilly Circus there was a large demonstration by up to 10'000 people blocking many roads. Calls I made that day were to the Gulbenkian Foundation, London, Diego Hildago of Frida, Hugh Shaw of the Arts Council of Great Britain in respect of a proposed exhibition of Contemporary African artists at the Hayward Gallery in 1982, but too early for details. I passed by at Waddingtons and saw Alan Cristea again.

On Wednesday, 6th February, I saw briefly Dr Thilo von Waltzdorf at Sotheby's about the works by Lucas Sithole and Zoltan Borbereki; I got the same reply as in Zurich, galleries in Europe first had to promote the artists before Sotheby's would handle their works. Peter German then drove me to the airport so that I could catch a TWA plane for New York, leaving at 12 o'clock. The flight lasted 8.5 hours, but it meant we only arrived at 14.30 NY time - a long day.

I booked in at the Abbey Victoria Hotel on 7th Ave + 51st St. near the Sheraton and left a message at Mr CW Shaver's office. He phoned me the next morning at 8 o'clock and invited me for dinner on Friday and to an opening of an artist on Saturday at 3 pm and to the Carnegie Hall that evening."

Um 14 Uhr hatte uncle Fernand einen Termin bei Dr. John McKenzie, um mögliche Ausstellungen in britischen Museen zu besprechen, um 15.30 Uhr traf er Paul Renshaw vom British Council of Churches, Christian Aid Abteilung, in SW9, der bis 1979 in Johannesburg gelebt hatte. Er kam zum Schluss, dass einige der Organisationen, die er gesehen hatte, Tarnorganisationen des ANC oder PAC waren, die Kunst und Bildung für ihre Zwecke nutzten!

Auf dem Rückweg zum Piccadilly Circus gab es eine grosse Demonstration von bis zu 10'000 Menschen, die viele Strassen blockierten. Die Anrufe, die uncle Fernand an diesem Tag tätigte, gingen an die Gulbenkian Foundation, London, Diego Hildago von Frida, Hugh Shaw vom Arts Council of Great Britain bezüglich einer geplanten Ausstellung zeitgenössischer afrikanischer Künstler in der Hayward Gallery 1982, aber noch zu früh für Details. Er ging bei Waddingtons vorbei und sah Alan Cristea wieder.

Am Mittwoch, 6. Februar, hat Fernand Francis Dr. Thilo von Waltzdorf bei Sotheby's kurz wegen der Werke von Lucas Sithole und Zoltan Borbereki gesehen; er erhielt dieselbe Antwort wie in Zürich: Galerien in Europa müssten die Künstler zunächst fördern, bevor Sotheby's ihre Werke bearbeiten würde. Peter German fuhr ihn daraufhin zum Flughafen, damit er einen TWA-Flug nach New York erwischen konnte, der um 12 Uhr abflog. Der Flug dauerte 8,5 Stunden, aber das bedeutete, dass sie erst um 14.30 Uhr New Yorker Zeit ankamen - ein langer Tag.

Am 7th Ave + 51st St. in der Nähe des Sheraton checkte uncle Fernand im Abbey Victoria Hotel ein und hinterliess eine Nachricht im Büro von Herrn CW Shaver. Er rief ihn am nächsten Morgen um 8 Uhr an und lud ihn am Freitag zum Abendessen, am Samstag um 15 Uhr zur Eröffnung eines Künstlers und abends in die Carnegie Hall ein.

"On Thursday and Friday, I visited dozens of galleries, including Sydney Janis showing Jean Arp, Suzuki Graphics, Hammer Gallery, Asia Art Museum, André Emmerich, Witkin gallery, Marina del Rey gallery who showed interest in Norman Catherine, the Rockefeller Collection. On Friday evening, the Shavers fetched me at my hotel; we had supper at the up-market French restaurant Le Périgord.

Sunday morning, 9th February, I met Mr Shaver at his office and showed him our Fund Raising portfolio. Though he was positive about the financing of workshops at the present time, we would first have to increase our efforts to raise funds from business in South Africa.

I then visited more top galleries along Madison Avenue and Uptown, called on Wittenborn & Co. art book publishers. I arrived at the Shaver's at 6 pm, half an hour late; we had a lovely light dinner in their fairly large apartment, followed by a visit to the Carnegie Hall where the St Louis Orchestra was playing a New York première by Erb, the Mozart Concerto No. 9 and Sibelius Symphony No. 1, the conductor being Leonard Slatkin. Both the Carnegie Hall and the St Louis Orchestra had been funded to a large extent by Mr CW Shaver. We then had a drink at the adjoining Sheraton Hotel, and then they left me on the way to my hotel.

Sundays museums open at 11 o'clock. I first went to the Guggenheim Museum, in the afternoon I visited the MOMA with thousands of people milling about, the most staggering venue. This was followed by a visit to the American Museum of Crafts.

Through a mutual friend I was taken in the evening to see the view from the top of the World Trade Centre on the 107th floor where we had a drink and a grandiose view over Brooklyn and surrounding areas. This was followed by supper in Soho at the "162 Spring Street Restaurant".

On 11th February, I phoned Dr Mortimer Sackler's secretary, Miss Huber, to make an appointment. I also tried to make appointments with others, such as the Carl and Lily Pforzheimer Foundation. A definite date was made to see Mr William Carmichael, in charge of Africa & Middle East, at the Ford Foundation, for 3 pm that day. The African American Institute were coming back to me for an appointment with Mrs Springwater next day."

Am Donnerstag und Freitag besuchte uncle Fernand dutzende Galerien, darunter Sydney Janis, die Jean Arp zeigte, Suzuki Graphics, Hammer Gallery, Asia Art Museum, André Emmerich, Witkin Gallery, Marina del Rey Gallery, die Interesse an Norman Catherine zeigten, sowie die Rockefeller Collection. Am Freitagabend holten ihn die Shavers in seinem Hotel ab; sie speisten im gehobenen französischen Restaurant Le Périgord.

Am Sonntagmorgen, 9. Februar, traf Fernand Francis Herrn Shaver in seinem Büro und zeigte ihm ihr Fundraising-Portfolio. Obwohl er der Finanzierung von Workshops zurzeit positiv gegenüberstand, müssten sie zunächst ihre Bemühungen um die Mittelbeschaffung von Unternehmen in Südafrika verstärken.

Uncle Fernand besuchte dann weitere Top-Galerien entlang der Madison Avenue und Uptown und besuchte die Kunstbuchverlage Wittenborn & Co. Er kam um 18 Uhr bei den Shavers an, eine halbe Stunde zu spät; sie hatten ein schönes leichtes Abendessen in ihrer ziemlich grossen Wohnung, gefolgt von einem Besuch in der Carnegie Hall, wo das St.-Louis-Orchester eine New Yorker Premiere von Erb spielte, das Mozart-Konzert Nr. 9 und die Symphonie Nr. 1 von Sibelius, der Dirigent war Leonard Slatkin. Sowohl die Carnegie Hall als auch das St.-Louis-Orchester waren weitgehend von Mr. CW Shaver finanziert worden. Danach tranken sie etwas im angrenzenden Sheraton Hotel, daraufhin liessen sie Fernand Francis auf dem Weg zu seinem Hotel zurück.

Sonntags waren Museen um 11 Uhr geöffnet. Zuerst ging uncle Fernand ins Guggenheim-Museum, am Nachmittag besuchte er das MoMA mit Tausenden von Menschen, die herumliefen, der beeindruckendste Ort. Darauf folgte ein Besuch im American Museum of Crafts.

Durch einen gemeinsamen Freund wurde er am Abend mitgenommen, um die Aussicht von der Spitze des World Trade Centers im 107. Stock zu sehen, wo sie ein Getränk und einen grossartigen Blick auf Brooklyn und die umliegenden Gebiete genossen. Darauf folgte das Abendessen in Soho im "162 Spring Street Restaurant".

Am 11. Februar rief uncle Fernand Dr. Mortimer Sacklers Sekretärin, Miss Huber, an, um einen Termin zu vereinbaren. Er versuchte auch, Termine mit anderen zu vereinbaren, wie zum Beispiel der Carl- und Lily-Pforzheimer-Stiftung. Ein fester Termin wurde gemacht, um Herrn William Carmichael, zuständig für Afrika & Naher Osten, bei der Ford Foundation, an diesem Tag um 15 Uhr zu sehen. Das African American Institute würde sich am nächsten Tag wegen eines Termins mit Frau Springwater bei ihm melden.

"I  made an appointment with Mr William Moody from the Rockefeller Brothers Fund for Thursday, 11.30. My meeting with Mr William Carmichael lasted an hour, he had been in SA a few times, was involved with FUBA, and promised to visit us in March/April.

Tuesday, 12th February was a national holiday in part of the business community and society. I tried to contact Mr de Wet (re unpaid Sithole débacle) in Beverley Hills, spoke to the President of the Helena Rubenstein Foundation, cancelled my American Airlines flight to Chicago to Los Angeles planned for 14th February as I had enough to do in New York, passed by at Harry N Abrams book publishers in connection with a possible publication on Lucas Sithole. Marisa del Rey Gallery were keen to have a solo show of Norman Catherine in 1981 but we had to submit further details.

Wednesday, 13th February The African American Institute were positive about an exhibition of paintings and sculptures by African artists in 1981/82. I had lunch with Dr Mortimer Sackler and Theresa, his new wife of 10 days; last time I met him was in December, 1976 in Johannesburg. They still had 2 Borbereki sculptures in stone and one in red ivory, also 2 sculptures by Lucas Sithole.

I also called on Bill Moody of the Rockefeller Brothers Fund; they specialised on financing legal costs for Black Sash and similar organisations. He intended visiting us in Johannesburg in April/May. He made an appointment for me to see Hilda Mortimer, the SA Education Programmer of the Institute of International Education, at 3.30 this afternoon. Then I contacted Nyoka Hahn at the I.C.A., International Communications Agency, Washington DC; she used to be in Johannesburg and came to our gallery a few times. She was now Asst. Director of the Africa Section.

At the Pennsylvania Station I collected my ticket to travel by Metropolitan train to Washington DC on Friday, 15th February, 1980, leaving at 7.30 am. and back at 7 pm., the journey taking 3.5 hours each way. I first saw the Hirshhorn Museum and Sculpture Gardens, then after lunch, the Museum of African Arts, part of the Smithsonian Institution."

Uncle Fernand hatte einen Termin mit Herrn William Moody vom Rockefeller Brothers Fund für Donnerstag, 11:30 Uhr, vereinbart. Sein Treffen mit Herrn William Carmichael dauerte eine Stunde, er war ein paar Mal in Südafrika gewesen, war bei FUBA engagiert und versprach, sie im März/April zu besuchen.

Dienstag, 12. Februar, war in einem Teil der Geschäftswelt und der Gesellschaft ein nationaler Feiertag. Fernand Francis hatte versucht, Herrn de Wet (wegen unbezahltem Sithole-Debakel) in Beverly Hills zu kontaktieren, sprach mit dem Präsidenten der Helena Rubenstein Foundation, hatte seinen American Airlines-Flug von Chicago nach Los Angeles am 14. Februar storniert, da er in New York genug zu tun hatte, besuchte den Buchverlag Harry N. Abrams in Verbindung mit einer möglichen Veröffentlichung über Lucas Sithole. Die Marisa del Rey Gallery war daran interessiert, 1981 eine Einzelausstellung von Norman Catherine zu veranstalten, aber sie mussten weitere Details einreichen.

Mittwoch, 13. Februar: Das African American Institute äusserte sich positiv über eine Ausstellung von Gemälden und Skulpturen afrikanischer Künstler in den Jahren 1981/82. Uncle Fernand hatte Mittagessen mit Dr. Mortimer Sackler und Theresa, seiner neuen Frau seit 10 Tagen; das letzte Mal, dass er ihn getroffen hatte, war im Dezember 1976 in Johannesburg. Sie hatten noch 2 Borbereki-Skulpturen aus Stein und eine aus rotem Elfenbein sowie 2 Skulpturen von Lucas Sithole.

Fernand Francis besuchte auch Bill Moody vom Rockefeller Brothers Fund; sie spezialisierten sich darauf, die Anwaltskosten für Black Sash und ähnliche Organisationen zu finanzieren. Er hatte vor, sie im April/Mai in Johannesburg zu besuchen. Er machte einen Termin für ihn, um Hilda Mortimer, die SA-Bildungsbeauftragte des Institute of International Education, heute um 15:30 Uhr zu treffen. Daraufhin kontaktierte Fernand Francis Nyoka Hahn bei der I.C.A., International Communications Agency, Washington DC; sie war früher in Johannesburg gewesen und besuchte ein paar Mal ihre Galerie. Sie war jetzt stellvertretende Direktorin der Africa Section.

Am Pennsylvania Bahnhof holte uncle Fernand sein Ticket, um am Freitag, 15. Februar 1980, mit dem Metropolitan-Zug nach Washington DC zu reisen, Abfahrt um 7:30 Uhr morgens und Rückkehr um 19 Uhr, die Fahrt dauerte jeweils 3,5 Stunden. Zuerst besuchte er das Hirshhorn Museum und die Skulpturengärten; nach dem Mittagessen das Museum of African Arts, das zur Smithsonian Institution gehört.

"On Saturday, there was snow all over New York, the drought of 22 days had been broken. I spent the whole day at the Metropolitan Museum of Art which includes a huge Sackler Hall. I also called on the Aaron Faber gallery showing beautiful works by goldsmiths from all over the World. The next day, I went to look at the Brooklyn Museum which has a fine collection of art and also visited the Brooklyn Library.

Monday, being Washington Day, museums, galleries and shops were closed. I managed to see the Victor Vasarely Centre which had taken over from Denise René closed 3 years before, I also saw the Whitney Museum of American Art having an exhibition by Noguchi at that time. At Roly Michaux Gallery, I saw an exciting show by Karel Appel. I also posted a Lucas Sithole book to Mrs Jane Engelhard in New Jersey, as arranged.

Wednesday, the 20th February I left New York for Amsterdam with KLM, a trip of 6.5 hours, however loosing 6 hours sleep as travelling from West to East. In Amsterdam, I visited the Stedeljik Museum, then the adjoining Vincent van Gogh Museum, then the Rijks Museum. Finally, I did a one -hour boat trip on the canals. The plane left for Zurich at 8.10 pm; I booked in at the Hotel Bristol, minus my luggage lost somewhere between New York and Amsterdam, which however I got a few days later including all my cassette tapes, minus a handle!

I spent a few days with Henri and Janey and family at Geroldswil and returned to Johannesburg on 25th February, 1980. During this trip, I was in two minds whether I should carry on art dealing, also whether I should stay in South Africa or leave South Africa for good."

Am Samstag lag überall in New York Schnee, die 22-tägige Dürre war beendet. Uncle Fernand verbrachte den ganzen Tag im Metropolitan Museum of Art, das eine riesige Sackler Hall umfasst. Ausserdem besuchte er die Aaron Faber Galerie, in der schöne Werke von Goldschmieden aus der ganzen Welt gezeigt wurden. Am nächsten Tag ging er zum Brooklyn Museum, das eine hervorragende Kunstsammlung hat und besuchte auch die Brooklyn Library.

Am Montag, dem Washington-Tag, waren Museen, Galerien und Geschäfte geschlossen. Er schaffte es, das Victor Vasarely Centre zu sehen, das vor drei Jahren Denise René übernommen hatte. Ausserdem besuchte er das Whitney Museum of American Art, das zu dieser Zeit eine Ausstellung von Noguchi zeigte. In der Roly Michaux Gallery sah er eine spannende Ausstellung von Karel Appel. Uncle Fernand schickte auch, wie vereinbart, ein Lucas Sithole Buch an Mrs. Jane Engelhard in New Jersey.

Am Mittwoch, 20. Februar, verliess er New York nach Amsterdam mit KLM, eine Reise von 6,5 Stunden, wobei er jedoch 6 Stunden Schlaf verlor, da er von Westen nach Osten reiste. In Amsterdam besuchte Fernand Francis das Stedelijk Museum, dann das angrenzende Vincent van Gogh Museum, dann das Rijksmuseum. Schliesslich machte er eine einstündige Bootsfahrt auf den Kanälen. Das Flugzeug nach Zürich startete um 20:10 Uhr; er checkte im Hotel Bristol ein, minus seines Gepäcks, das irgendwo zwischen New York und Amsterdam verloren gegangen war, das er jedoch einige Tage später inklusive all seiner Kassettentapes erhielt, abgesehen von einem Griff!

Uncle Fernand verbrachte einige Tage bei uns in Geroldswil und kehrte am 25. Februar 1980 nach Johannesburg zurück. Während dieser Reise war er hin- und hergerissen, ob er weiterhin im Kunsthandel tätig sein sollte, und auch, ob er in Südafrika bleiben oder Südafrika für immer verlassen sollte.

"I then got from my brother a letter sent from Geroldswil on 28th January, 1980, explaining his view of the events that led him to loose Steepways and to start a new life in Switzerland! Henri started his new job at K+W, Thun, as from 1st February, 1980, residing at Obere Hauptgasse 38, Thun. His family was to follow in a few months' time, at the end of the children's school term.

During my absence in January and February Caroline worked at the gallery full-time.

A school friend of Françoise and neighbour, Susie Cowan, took her to the Anglican Sunday school at St. Peter's. That is how we started attending church on a regular basis. Gertrude was now staying permanently in a back-room at Finsbury Ave, except for weekends.

Eddie Schönenberger and his daughter stayed with us sometimes during the year, they then carried on to Flora. Eddy used to ride horses bare-back, with no saddle!

On 5th March, 1980, an Evening Salon Concert was given at home of Nicky and Strilli Openheimer, at Little Brenthurst, at 8.15 pm., which I attended with Caroline and my Mother. On this occasion, Gerard Korsten (the son of the well-known singer Gé Korsten) was playing his violin, accompanied by Hennie Joubert on the piano. Gerard Korsten, then 19 years old, had been a pupil of Prof Alan Solomon for nine years.

On 7th April, 1980, I mentioned to Henri in Geroldswil that Caroline and the children were at the same time staying with her brother Ava in Kokstad. I also mentioned that I expected 1980 to be a boom year and that Françoise would not go to Switzerland, rather we were planning to go to the Cape for holidays. I also thanked Henri for the lovely time I had had in January in Switzerland, I had been treated like a prince, with all the raclettes, chocolates and photos."

Uncle Fernand erhielt dann von Papa einen Brief, der aus Geroldswil am 28. Januar 1980 gesendet wurde, in dem er seine Sicht der Ereignisse erklärte, die ihn dazu führten, Steepways zu verlieren und ein neues Leben in der Schweiz zu beginnen! Papa begann seine neue Arbeit bei K+W, Thun, ab dem 1. Februar 1980 und wohnte in der Oberen Hauptgasse 38, Thun. Wir sollten ihm in einigen Monaten folgen, am Ende unseres Schuljahres.

Papas Brief (Seite 1) an uncle Fernand, 1979 - SEINE Sicht der Dinge: Sorry, Papa, aber so unschuldig warst du nicht!

Papas Brief an seinen Bruder, Seite 2 - 1979 - darin äussert er sich enttäuscht über die "unterlassene Hilfeleistung" - unglaublich! Meine nüchterne, ehrliche Sicht darauf: Zuerst eine heile Welt vorspielen, dann seine eigenen Machenschaften vertuschen wollen, daraufhin noch erwarten, dass die Familie das "Verbrechertum" beschützt und es ausbadet. Starker Tobak!


Während uncle Fernands Abwesenheit im Januar und Februar arbeitete Caroline Vollzeit in der Galerie.

Eine Schulfreundin von Françoise und Nachbarin, Susie Cowan, nahm sie mit zum anglikanischen Sonntagsschulunterricht in St. Peter's. So begannen sie, regelmässig die Kirche zu besuchen. Gertrude (ihre Nanny) wohnte nun dauerhaft in einem Hinterzimmer in der Finsbury Ave, ausser an den Wochenenden.

Mein Onkel Edi (mütterlicherseits) und meine Cousine Daniela blieben irgendwann im Jahr bei ihnen, sie gingen dann weiter zu Flora. Edi ritt früher Pferde ohne Sattel, also barfuss auf dem Pferd! ... was mich nicht erstaunt: Er war ein Freigeist und führte später - nach Serbien ausgewandert - ein Gestüt.

Am 5. März 1980 fand ein Abend-Salonkonzert bei Nicky und Strilli Openheimer in Little Brenthurst um 20:15 Uhr statt, an dem uncle Fernand mit Caroline und Omama teilnahm. Bei dieser Gelegenheit spielte Gerard Korsten (der Sohn des bekannten Sängers Gé Korsten) Geige, begleitet von Hennie Joubert am Klavier. Gerard Korsten, damals 19 Jahre alt, war neun Jahre Schüler von Prof. Alan Solomon gewesen.

Am 7. April 1980 erwähnte Fernand Francis in Geroldswil gegenüber Papa, dass Caroline und die Kinder zur gleichen Zeit bei ihrem Bruder Ava in Kokstad waren. Er erwähnte auch, dass er erwartete, dass 1980 ein Boomjahr sein würde und dass Françoise nicht in die Schweiz gehen würde, vielmehr planten sie, in die Kapregion in den Urlaub zu fahren. Er dankte Papa auch für die schöne Zeit, die er im Januar in der Schweiz gehabt hatte, er war wie ein Prinz behandelt worden, mit all den Raclettes, Pralinen und Fotos.

"Caroline and the children being away over Easter, I spent the 6th April at Tessa and Michael Fleischer who had invited 50 people for a braai but 85 attended!

On 22nd April, 1980, there appeared another letter from my Father in the Tagesanzeiger Zurich, in connection with the spy affair Williamson as seen from the SA point of view ("Spionageaffäre Williamson aus südafrikanischer Sicht") - I think this is the last "letter to the editor" Father sent out or had published.

During June, Michael and Anne Baker and her 3 children stayed with us - Michael fixed the glass of our anthracite heater in the lounge, so that we could be warm. After that, the Bakers went to Flora for the winter holidays, together with Caroline and our 3 kids. At Flora, Caroline made a birthday cake for Françoise - a pink ballet shoe; however the icing was bitter and not edible. Gordon also had his birthday then.

On 30th June, 1980, I mentioned to Henri that their former house in Loch Avenue, where the Barsotti family were now living, was to be put up for sale shortly, and that the house belonging to the Themelis, where our parents had been living, would also soon be sold by the owner.

Mid-year, while visiting the Mofolo Art Centre in Soweto, I took some interesting pictures in preparation of our PELMAMA ACADEMY SOWETO project."

Da Caroline und die Kinder über Ostern weg waren, verbrachte uncle Fernand den 6. April bei Tessa und Michael Fleischer, die 50 Personen zu einem Braai eingeladen hatten, aber 85 kamen!

Am 22. April 1980 erschien ein weiterer Brief Opapas im Tagesanzeiger Zürich im Zusammenhang mit der Spionageaffäre Williamson aus südafrikanischer Sicht („Spionageaffäre Williamson aus südafrikanischer Sicht“) - Fernand Francis glaubte, dies sei der letzte „Leserbrief“, den Opapa abschickte oder veröffentlichen liess.

Im Juni blieben Michael und Anne Baker mit ihren 3 Kindern bei ihnen - Michael reparierte das Glas ihres Anthrazitofens im Wohnzimmer, damit sie es warm hatten. Danach gingen die Bakers zusammen mit Caroline und ihren 3 Kindern über die Winterferien nach Flora. In Flora machte Caroline eine Geburtstagstorte für Françoise - ein rosa Ballettschuh; die Zuckerglasur war jedoch bitter und ungeniessbar. Gordon hatte ebenfalls an diesem Tag Geburtstag.

Am 30. Juni 1980 erwähnte uncle Fernand gegenüber Papa, dass unser ehemaliges Haus in der Loch Avenue, in dem nun die Familie Barsotti wohnte, bald zum Verkauf stehen würde, und dass das Haus der Familie Themelis, in dem Omama und Opapa gelebt hatten, ebenfalls bald vom Eigentümer verkauft werden würde.

Mitte des Jahres, während seines Besuchs im Mofolo Art Centre in Soweto, machte Fernand Francis einige interessante Fotos zur Vorbereitung ihres PELMAMA ACADEMY SOWETO Projekts.

"From 1st July, Caroline worked at night at the Exclusive Bookshop in Hillbrow, between 18h and 22h (flexi-night). This lasted till the end of the year. From 1st September till 31st October, she also worked 5 full days per week at the Bambi Cane Studio in Braamfontein.j

On 4th September, 1980, I contacted Mr G.W. Lampert who was trustee in the Insolvent Estate H.R. Haenggi, requesting that any public advertisement of the proposed public auction of the properties belonging to the Estates of my brother, Janey and the children's trusts, clearly reflected "the correct names of the Estates, with proper initial, and country of residence, for I and my family have suffered considerable loss of face, income and prestige in recent months due to misleading previous advertisements". Mr Lampert replied on 8th September that he would accordingly instruct the auctioneers who were about to sell the two properties, as he appreciated the position of the members of my family.

On 8th October, 1980, our parents were gagged by 3 black gangsters in their home at 10 Escombe Avenue, Parktown West; this was even mentioned in the press. By chance, Françoise phoned us and wanted to visit her grand-parents that very day, so our driver Stephen Ditshilwane took her and they found them tied up in the bathroom, lemon stuck in mouth, hands tied up, door locked and key thrown out of the window.

On 22nd December, 1980, Henri, Janey and family sent us some news from Thun, their new home town."

"Ab dem 1. Juli arbeitete Caroline nachts im Exclusive Bookshop in Hillbrow, zwischen 18 und 22 Uhr (Flexi-Nacht). Dies dauerte bis zum Jahresende an. Vom 1. September bis zum 31. Oktober arbeitete sie ausserdem fünf volle Tage pro Woche im Bambi Cane Studio in Braamfontein.

Am 4. September 1980 kontaktierte uncle Fernand Herrn G.W. Lampert, der Treuhänder des insolventen Nachlasses H.R. Haenggi (meines Vaters) war, und bat darum, dass jede öffentliche Anzeige der geplanten öffentlichen Auktion der Immobilien, die den Nachlässen Papas, Mamas und der Kindertreuhänder gehören, eindeutig "die korrekten Namen der Nachlasse, mit den richtigen Initialen und dem Wohnsitzland, widerspiegelt, denn Fernand Francis und seine Familie hatten in den letzten Monaten aufgrund irreführender früherer Anzeigen erheblichen Verlust an Gesicht, Einkommen und Ansehen erlitten." Herr Lampert antwortete am 8. September, dass er demnach die Auktionatoren anweisen werde, die die beiden Immobilien verkaufen würden, da er die Lage der Mitglieder seiner Familie schätzte.

Am 8. Oktober 1980 wurden Omama und Opapa von 3 schwarzen Gangstern in ihrem Haus in der Escombe Avenue 10, Parktown West, gefesselt und geknebelt; dies wurde sogar in der Presse erwähnt. Zufällig rief Françoise ihnen an und wollte ihre Grosseltern an genau diesem Tag besuchen, also brachte ihr Fahrer Stephen Ditshilwane sie hin - sie fanden sie im Badezimmer gefesselt vor, mit Zitronen im Mund, Hände gefesselt, Tür abgeschlossen und Schlüssel aus dem Fenster geworfen.

Breaking news in the Rosebank Gazette: Omama und Opapa wurden im Oktober 1980 in ihrem Zuhause Opfer eines gewaltigen Einbruchs! 


Am 22. Dezember 1980 erhielten sie Neuigkeiten von Papa, Mama und uns aus Thun, unserer neuen Heimatstadt.


Thun - ein Jahr voller Veränderungen.
Neue Schule. Neue Wege entlang der Aare. Neue Gesichter, die mich noch nicht kannten.
Hier im Bernbiet begrüsst man sich mit: "Tschou."

Ich bewegte mich neugierig an diesem lauschigen Ufer.
Und vorsichtig Schritt für Schritt über die Pflastersteine der Altstadt. Die Gassen, die alten Mauern, das Schloss hoch über der Stadt - alles sah aus wie eine verwunschene Kulisse. Für einen Augenblick fühlte ich mich wie eine Prinzessin, die bald ihrem Prinzen begegnen würde.
Mit 13 darf man noch an Märchen glauben ...

Und dann kam dieser Tag.

Ich wusste, dass er irgendwann kommen würde.

Man hatte darüber gesprochen.
Trotzdem traf mich der Moment wie ein kleiner Schreck.

Eine rote Spur.

Als ich sie sah, wurde mir heiss und kalt zugleich. 
Ich wusste sofort, was sie bedeutete.

Zum Glück geschah es zu Hause.

Im Spülwasser verlor sich das Rot und verwandelte sich in ein zartes Rosa, wie eine Rose, die langsam im Licht verblasst.

Ich wandte mich an meine Mutter. Ihre Reaktion war kurz und nüchtern.
Keine Umarmung. Kein Innehalten. Nur eine klare Anweisung:
Ich solle in die Apotheke an der oberen Hauptgasse gehen und Binden kaufen.

Also ging ich.

Der Weg durch die Altstadt kam mir länger vor als sonst. Jeder Schritt über die unebenen Steine fühlte sich laut an.
Ich hatte das Gefühl, als könnte jeder sehen, was gerade mit mir passiert war.

In mir rief noch das Kind:
Bitte nicht. Noch nicht. Nicht jetzt.

Vor der Apotheke blieb ich stehen und blickte durch das Schaufenster.
Hinter der Theke stand eine Verkäuferin.

Zu meiner Erleichterung eine Frau.

Als ich eintrat und das Wort: "... ... Binden, ...", sagte, senkte ich den Blick. Mein Gesicht wurde glühend vor Verlegenheit, als wäre die rote Spur aus meinem Körper bis in meine Wangen gewandert.

Die Verkäuferin blieb freundlich und ruhig. Für sie war dieser Moment vermutlich nichts Aussergewöhnliches - für mich war er weltbewegend.

Den ganzen Heimweg über dachte ich an meinen Vater. Ich wusste nicht, wie er reagieren würde. 
Am Abend erzählte meine Mutter ihm davon.

Er sah mich an. Dann lächelte er:
"Zum glück isch alles guet. Das müemer grad fyre."

Ich war überrascht: Feiern?!?

Doch genau das taten wir. Papa lud uns zum Znacht auswärts ein.

Was war in den Gesichtern meiner Brüder zu lesen?
Nichts Besonderes. Schwesterchen hatte ihre Tage bekommen - das Normalste der Welt.

Und während wir dort sassen, merkte ich, dass sich etwas in mir veränderte. Papas Freude war ehrlich. In seiner Stimme lag ein stiller Respekt vor dem, was mein Körper nun ganz selbstverständlich zu sprechen begonnen hatte.

Langsam verlor die Scham ihre Schwere.

Und an ihre Stelle trat etwas anderes: Etwas Leiseres. Fast Ehrfürchtiges.


"At Christmas we had a house-swapping holiday: while Janet and David were in Johannesburg over Christmas, we could use their home at Claremont in the Cape. Caroline and the children travelled down by train, nearly missing it. I joined on the 24th December for a week, after selling a sculpture to pay for the trip. One twin got a "love" doll for Christmas, the other a container to hold his Matchbox collection and a Spiderman suit - Caroline had bought a Christmas tree, and Janet's maid Lala helped to prepare the Xmas turkey.

Philippa had her 21st birthday party (orange juice/champagne breakfast) in the morning. Everyone made good use of Janet and David's pool, our son learned how to dive and do press-ups! On Saturday, 27th December 1980, we went to "Peter Pan on Ice" at the Foreshore, a present from Gordon Nicholson given to our family for Christmas.
We also did a few trips around the Cape, in David's car.

The whole family returned by train via the Northern route, but our coach for Johannesburg had been linked to another train heading towards Durban! So we got to Johannesburg via a grand detour and much delay."

Zu Weihnachten hatten sie einen Haus-Tausch-Urlaub: Während Janet und David über Weihnachten in Johannesburg waren, konnten sie ihr Haus in Claremont an der Küste nutzen. Caroline und die Kinder reisten mit dem Zug hinunter, beinahe hätten sie ihn verpasst. Uncle Fernand stiess am 24. Dezember für eine Woche dazu, nachdem er eine Skulptur verkauft hatte, um die Reise zu bezahlen. Ein Zwilling bekam eine "Liebes"-Puppe zu Weihnachten, der andere einen Behälter für seine Matchbox-Sammlung und einen Spiderman-Anzug - Caroline hatte einen Weihnachtsbaum gekauft, und Janets Haushälterin Lala half bei der Zubereitung des Weihnachts-Truthahns.

Philippa feierte ihren 21. Geburtstag (Orangensaft/Champagner-Frühstück) am Morgen. Jeder nutzte das Schwimmbad von Janet und David aus, Alex lernte Tauchen und Liegestütze zu machen! Am Samstag, 27. Dezember 1980, gingen sie zu "Peter Pan auf Eis" am Foreshore, ein Geschenk von Gordon Nicholson für ihre Familie zu Weihnachten.
Sie machten auch ein paar Ausflüge rund um die Kapregion in Davids Auto.

Die ganze Familie kehrte mit dem Zug über die nördliche Route zurück, aber ihr Wagen nach Johannesburg war mit einem anderen Zug nach Durban gekoppelt worden! Also kamen sie mit einem grossen Umweg und grosser Verspätung nach Johannesburg.

Beauty From Ashes
 
„I was standing in the ruins
Of everything I knew
Pieces of my broken story
Scattered in the truth
Every tear felt like a failure
Every step was hard to take
I thought the fire had consumed me
Left me nothing but mistakes
 
But in the silence, You were speaking
In the darkness, You were near
 
You turn beauty from ashes
Hope from the pain
You take what was broken
And make it whole again
When I feel like I’m losing
You’re still holding me fast
You are making something beautiful
Out of my past
 
I was drowning in the questions
Why it had to be this way
Carrying the weight of yesterday
Like it wouldn’t fade
But You met me in the valley
Didn’t leave me there alone
You were building something stronger
In the places I felt torn
 
Now I see it, You were working
Even when I couldn’t see
 
You turn beauty from ashes
Hope from the pain
You take what was broken
And make it whole again
When I feel like I’m losing
You’re still holding me fast
You are making something beautiful
Out of my past
 
I’ve trusted You in the fire
I’ve trusted You in the rain
Even in the waiting
You were still the same
Every scar would tell the story
Of Your mercy and Your grace
You didn‘t waste a single moment
You redeemed it all in time
 
You turn beauty from ashes
Joy from the tears
You’re rewriting my story
Through all of these years
And I know in the breaking
There’s a purpose that lasts
You are making something beautiful
Out of my past
 
From the ashes I will rise
Not by strength, but by Your light
You are making all things new
You are making all things right
 
You turn beauty from ashes
Hope from the pain
You take what was broken
And make it whole again
When I feel like I’m losing
You’re still holding me fast
You are making something beautiful
Out of my past
 
I trust You in the fire
I trust You in the rain
Even in the waiting
You are still the same
Every scar tells the story
Of Your mercy and Your grace
You don’t waste a single moment
You redeem it all in time
 
You turn beauty from ashes
Joy from the tears
You’re rewriting my story
Through all of these years
And I know in the breaking
There’s a purpose that lasts
You are making something beautiful
Out of my past
 
From the ashes I will rise
Not by strength, but by Your light
You are making all things new
You are making all things right
 
From the ashes I am rising
Not by strength, but by Your grace
You are making all things new
You are love along the way
 
Love along the way
Beauty
Love
Beautiful Love.“

 
♥ SANI, 18.03.2026


♥ Beauty From Ashes  https://suno.com/s/Uf70KBvmJSfm242b
 

























































1981-1982
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3.20.  Das Gestern, das heute ist – 1981-1982.
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Rehabilitation 

1981

"On 15th February, 1981, as a member of the Selection Committee of the Watercolour Society of South Africa, I had to choose entries submitted, together with other members of the Selection Committee. I remember that some of the members were not happy with my harsh critical approach, and kept on calling certain works back for reconsideration, to no avail. I refused their cheque of R20 for the work done, and got a letter of thanks the next day. I was never again asked to be part of their Selection Committee!

Caroline stopped working at the Exclusive Bookshop in Hillbrow on Sunday nights per end of February, 1981; however she had started full-time work at "Oh Yes" in Rosebank from 1.1., leaving their employ on 18.4.1981."


Rehabilitation

1981

Am 15. Februar 1981 musste uncle Fernand als Mitglied des Auswahlkomitees der Aquarellgesellschaft von Südafrika zusammen mit anderen Mitgliedern des Auswahlkomitees die eingereichten Beiträge auswählen. Er erinnert sich, dass einige Mitglieder mit seinem strengen kritischen Ansatz nicht zufrieden waren und bestimmte Werke immer wieder zur erneuten Überprüfung zurückriefen - erfolglos. Fernand Francis lehnte ihren R20-Scheck für die geleistete Arbeit ab und erhielt am nächsten Tag ein Dankesschreiben. Er wurde nie wieder gebeten, Teil ihres Auswahlkomitees zu sein!

Caroline hörte Ende Februar 1981 auf, sonntagsabends im Exclusive Bookshop in Hillbrow zu arbeiten; jedoch hatte sie ab dem 1.1. eine Vollzeitstelle bei „Oh Yes“ in Rosebank begonnen und verliess diese Beschäftigung am 18.4.1981.

"On 21st April, 1981, I asked Mr C. Lampon from Oliewenhout Estates in Honeydew to contact the owner of Ptn. 90/91 Schuurveberg No. 488-JQ for details as I was considering this site totalling 50 morgen to be suitable for the purposes of our PELMAMA Project. We drove up a few times in our beige Datsun on a very rough track and on the ridge through the high grass, trying to avoid rocks and boulders on the way. The trouble was that there was a very high noise-level from the nearby main road going north to the Hartebeespoortdam; on the South, we were too near to the Pelindaba Atomic Research Centre which might have become a problem in due course. 

On 28th June, 1981, we celebrated Françoise's 11th birthday party at our home in Auckland Park, attended by my parents, the Joan and Tony Ross family and Jean Cowan with their two daughters. This was followed by ice-skating at the Carlton Centre. 

My Mother travelled to Switzerland on 5th September, 1981.

On 15th September, 1981, I asked Michael Judin to apply on my behalf for the rehabilitation of my estate; on 5th October I submitted the required information about our current situation. This stated inter alia that our family outgoings at that time were R900 pm., our joint family income was R600 pm., and support from in-laws both sides in cash or kind another R300 pm. On 22nd October Michael Judin advised that the legal costs in applying to the Court would be R1'000, which I paid off at R250 pm., the last instalment being due March, 1982.

On 1st October, 1981, we got a lovely card from Grindelwald signed by everyone; this trip had been a birthday-treat for my Mother; she returned to Johannesburg on 26th October.

We had a belated birthday party at her home at Escombe Ave., Parktown West.

During 1981, we published a book on Zoltan Borbereki in an ordinary and two special limited editions, jointly with the artist. This was the last of 3 books on South African artists I got involved with.

Winter holidays were spent at home, Christmas holidays at Flora."

Am 21. April 1981 bat uncle Fernand Herrn C. Lampon von Oliewenhout Estates in Honeydew, den Eigentümer von Ptn. 90/91 Schuurveberg Nr. 488-JQ zu kontaktieren, um Einzelheiten zu erfahren, da er dieses Gelände mit insgesamt 50 Morgen für die Zwecke ihres PELMAMA-Projekts geeignet hielt. Sie fuhren mehrmals mit ihrem beigen Datsun auf einem sehr schlechten Weg und über den Kamm durch das hohe Gras, wobei sie versuchten, Steine und Felsen auf dem Weg zu vermeiden. Das Problem war, dass es einen sehr hohen Geräuschpegel von der nahegelegenen Hauptstrasse nach Norden zum Hartebeespoortdam gab; im Süden waren sie zu nah am Pelindaba-Atomforschungszentrum, was sich im Laufe der Zeit zu einem Problem entwickeln könnte.

Fernand Francis' Traum eines neuen Projekts: PELMAMA. Dafür musste zuerst Grundstück gefunden werden ... 


Auf der Suche nach Neuland ... uncle Fernand erkundet das Fundament für die Realisierung seines neuen Projekts.


Entwicklung der PELMAMA Akademie im Verlauf der darauffolgenden Jahre - uncle Fernands Vision einer Ausbildungsstätte (Kunst, Musik, Tanz) für die Einheimischen entwickelte sich nicht ganz so wie erwartet, mündete schlussendlich in eine Fachhochschule.

 

PELMAMA Phase I

 

PELMAMA Phase II

 

PELMAMA Entwicklung Phase III


See:                                 PELMAMA Academy Soweto

Am 28. Juni 1981 feierten sie Françoises 11. Geburtstagsfeier in ihrem Zuhause in Auckland Park, an der Omama und Opapa, die Familie Joan und Tony Ross und Jean Cowan mit ihren zwei Töchtern teilnahmen. Anschliessend gingen sie im Carlton Centre Schlittschuhlaufen.

Omama reiste am 5. September 1981 in die Schweiz.

Am 15. September 1981 bat uncle Fernand Michael Judin, in seinem Namen die Wiederherstellung seines Nachlasses zu beantragen; am 5. Oktober reichte er die erforderlichen Informationen über ihre aktuelle Situation ein. Darin wurde unter anderem angegeben, dass ihre Familienausgaben zu dieser Zeit R900 pro Monat betrugen, ihr gemeinsames Familieneinkommen R600 pro Monat betrug und sie Unterstützung von Schwiegereltern beider Seiten in bar oder Sachleistungen für weitere R300 pro Monat erhielten. Am 22. Oktober teilte Michael Judin mit, dass die Gerichtskosten für die Beantragung beim Gericht R1'000 betragen würden, die Fernand Francis mit R250 pro Monat abzahlte, die letzte Rate war im März 1982 fällig.

Am 1. Oktober 1981 erhielten sie eine wunderschöne Karte aus Grindelwald, die von uns allen unterschrieben war; diese Reise war ein Geburtstagsgeschenk für Omama; sie kehrte am 26. Oktober nach Johannesburg zurück.

Fernand Francis und family feierten eine nachträgliche Geburtstagsfeier bei Omama zu Hause in der Escombe Ave., Parktown West.

Im Jahr 1981 veröffentlichten sie gemeinsam mit dem Künstler ein Buch über Zoltan Borbereki in einer normalen und zwei speziellen limitierten Auflagen. Dies war das letzte von 3 Büchern über südafrikanische Künstler, an denen uncle Fernand beteiligt war.

Die Winterferien verbrachten sie zu Hause, die Weihnachtsferien bei Flora.

1982

"Caroline did not work externally, she had to act as a taxi driver to the children with all the extra murals and music.

On 22nd January, 1982, I wrote to Martin Farmer from the Oxford Road Gallery in Illovo who was about to auction the contents of my Mother's home in Parktown West, requesting that the wording of the advertisements should be in no way a refer to myself, my family or my activities which had nothing to do with either my Mother or my brother Henri now in Switzerland, as I had suffered from previous advertisements he had placed.

On 2nd March, 1982, Fernand sent a welcoming card to Opapa, and my brother Henri had added some notes about the loss of their dog and their lama."

Caroline arbeitete nicht extern, sie musste als Taxifahrerin für die Kinder mit all den zusätzlichen Kursen und Musik fungieren.

Am 22. Januar 1982 schrieb uncle Fernand an Martin Farmer von der Oxford Road Gallery in Illovo, der kurz davor war, den Inhalt des Hauses von Omama in Parktown West zu versteigern, mit der Bitte, dass die Formulierung der Anzeigen in keiner Weise auf ihn, seine Familie oder seine Aktivitäten Bezug nimmt, die nichts mit Omama oder seinem Bruder Henri, der jetzt in der Schweiz ist, zu tun hatten, da er unter früheren Anzeigen, die Papa geschaltet hatte, gelitten hatte.


Die Machenschaften meines Vaters (und meiner Mutter sowie Omama) brachten nicht nur Schande über unsere Familie - was dieses Schreiben meines Onkels, um den Ruf seines Namens und seiner Familie noch irgendwie zu retten, aufzeigt.


Am 2. März 1982 schickte mein Bruder Fernand eine Willkommenskarte an Opapa, und Papa hatte einige Notizen über den Verlust unseres Hundes sowie unseres Lamas hinzugefügt.


Latest news from my brother Fernand and Papa in Hasli, 1982 
Ein sehr süsser, einfühlsamer Brief von Fernand. Zwischen seinen Zeilen ist zu lesen, dass auch er Opapa (und - völlig ahnungslos - Omama) sehr vermisst hat ... 


"On 21st March, 1982, the family watched the blast down of the J.C.I. block around Equity House; it took 3' and was the first of this kind in South Africa.

On 2nd April, 1982, The Divisional Council of the Cape refused our request to close off a portion of the road adjoining plot 3164, Kommetje, which we wanted to purchase and use for gardening purpose, as this would have restricted public access to the mountain. I had already made preliminary sketches about how our retirement/holiday home could look like (three levels, Moorish style).

On 21st April, 1982, my Father, at the tender age of 85 years, got an international driving permit through the AA, stating his residence to be 10, Escombe Ave., Parktown West Johannesburg! A few days later, on 24th April, 1982, my parents emigrated from South Africa, leaving Johannesburg by Swissair, arriving at Hasli in Riggisberg the next day. We inherited their TV and Mimi, the cat. The two pieces of luggage they had handed in to Kühne & Nagel in Johannesburg on 19th April did not arrive in Zurich on their plane, so they incurred extra costs which Father tried to claim from K&N!"

Am 21. März 1982 sah die Familie die Sprengung des J.C.I.-Blocks um das Equity House; sie dauerte 3 Minuten und war die erste dieser Art in Südafrika.

Am 2. April 1982 lehnte der Bezirksrat von Kapstadt ihren Antrag ab, einen Teil der Strasse neben dem Grundstück 3164 in Kommetje zu sperren, den sie kaufen und für Gartenbauzwecke nutzen wollten, da dadurch der öffentliche Zugang zum Berg eingeschränkt worden wäre. Uncle Fernand hatte bereits vorläufige Skizzen gemacht, wie ihr Alters-/Ferienhaus aussehen könnte (drei Ebenen, maurischer Stil).

Am 21. April 1982 erhielt Opapa im zarten Alter von 85 Jahren über die AA einen internationalen Führerschein, wobei sein Wohnsitz mit 10, Escombe Ave., Parktown West Johannesburg angegeben wurde! Wenige Tage später, am 24. April 1982, emigrierten Omama und Opapa aus Südafrika, verliessen Johannesburg mit Swissair und kamen am nächsten Tag bei uns in Hasli in Riggisberg an. Uncle Fernand und Caroline erbten ihren Fernseher und Mimi, die Katze. Die beiden Gepäckstücke, die sie am 19. April bei Kühne & Nagel in Johannesburg abgegeben hatten, kamen nicht in Zürich auf ihrem Flug an, sodass ihnen zusätzliche Kosten entstanden, die Opapa von K&N zu erstatten versuchte!

"On 27th April, 1982, my Estate was rehabilitated by Order of the Supreme Court of South Africa, Witwatersrand Local Division, Case No. 5418/82, PH 109. This meant that I could now lead a full business life as I used to before the 1st November, 1976, and that I did not have to rely on Caroline to stand or sign in my stead. I was advised of this by Michael Judin of Goldman Judin & Werner, on 4th May, 1982; at the same time, Michael Judin let me off paying the balance of his fees.

Caroline took the 3 children to a music teacher in Northcliff who tested them and found out that our son was the most talented. So I took them to Alan Weinberg in Bramley, Françoise played the recorder, our son started again to play piano and his sister took the guitar.

On 17th May, 1982, I got a letter from the Friends of the SA National Gallery, welcoming me as a Life Member.

Money was a major issue in 1982; we couldn't buy any clothes or extras. On 5th July, 1982, I mentioned in a letter to John le Sueur in Cape Town that South Africa was heading into a strong recession until the end of 1983."

Am 27. April 1982 wurde uncle Fernands Nachlass durch Beschluss des Obersten Gerichtshofs von Südafrika, Witwatersrand Lokale Abteilung, Fall Nr. 5418/82, PH 109, rehabilitiert. Dies bedeutete, dass er nun sein Geschäftsleben wieder voll führen konnte, wie er es vor dem 1. November 1976 getan hatte, und dass er nicht auf Caroline angewiesen war, um an seiner Stelle zu handeln oder zu unterschreiben. Michael Judin von Goldman Judin & Werner informierte ihn darüber am 4. Mai 1982; gleichzeitig erliess ihm Michael Judin die Zahlung des Restbetrags seiner Gebühren.

Caroline brachte die 3 Kinder zu einem Musiklehrer in Northcliff, der sie testete und herausfand, dass Alex am talentiertesten war. Also brachte uncle Fernand sie zu Alan Weinberg in Bramley, Françoise spielte Blockflöte, Alex begann wieder Klavier zu spielen und Hen nahm die Gitarre.

Am 17. Mai 1982 erhielt Fernand Francis einen Brief von den Freunden der SA National Gallery, die ihn als lebenslanges Mitglied willkommen hiessen.

Geld war 1982 ein grosses Problem; sie konnten keine Kleidung oder Extras kaufen. Am 5. Juli 1982 erwähnte uncle Fernand in einem Brief an John le Sueur in Kapstadt, dass Südafrika bis Ende 1983 in eine starke Rezession steuerte.

"On 27th June, 1982, Françoise accompanied me to a celebrity concert at the Pace School Theatre, Soweto. The American soprano Martina Arroyo, accompanied by Sini van den Brom on the piano, gave an impressive recital, the concert proceeds being donated for music promotion in Soweto. 
This had been organised by Pieter Serfontein, then involved with culture in Soweto, who knew Martina Arroyo when in Italy. On Monday, 5th July, 1982, Caroline went with Pieter Serfontein to the Civic Theatre in Pretoria to attend an afternoon rehearsal, Martina Arroyo singing the title role in "Aïda"; after the rehearsal, Martina came to talk to the children present.

On 21st September, 1982, my Father asked me to de-register him at the Swiss Consulate in Johannesburg, so that his AHV would be in order. As far as the SA authorities were concerned, he was still a permanent resident in South Africa, at least until his re-entry visa was expiring in April, 1983. He also wrote that he was going to visit Helen on Sunday next, the 26th September, as they were celebrating Karli's 60th birthday there, whose Godfather he was, and then he would stay another two days in Zurich. He also thanked Caroline and the children for their news and good wishes.

On 6th October, 1982, my Mother sent our son a card hoping to see him in Switzerland one day during his holidays."

Am 27. Juni 1982 begleitete Françoise uncle Fernand zu einem Prominentenkonzert im Pace School Theatre in Soweto. Die amerikanische Sopranistin Martina Arroyo, begleitet von Sini van den Brom am Klavier, gab ein beeindruckendes Recital, dessen Einnahmen für die Förderung der Musik in Soweto gespendet wurden.
Dies war von Pieter Serfontein organisiert worden, der damals in Soweto in kulturellen Belangen tätig war und Martina Arroyo aus Italien kannte. Am Montag, 5. Juli 1982, ging Caroline mit Pieter Serfontein ins Civic Theatre in Pretoria, um an einer Nachmittagsprobe teilzunehmen, bei der Martina Arroyo die Titelrolle in „Aïda“ sang; nach der Probe kam Martina, um mit den anwesenden Kindern zu sprechen.

Am 21. September 1982 bat Opapa uncle Fernand, ihn beim Schweizer Konsulat in Johannesburg abzumelden, damit seine AHV in Ordnung wäre. Soweit es die südafrikanischen Behörden betraf, war er immer noch ein ständiger Einwohner in Südafrika, zumindest bis sein Wiedereinreisevisum im April 1983 ablief. Er schrieb auch, dass er Helen am kommenden Sonntag, 26. September, besuchen würde, da sie Karli's 60. Geburtstag dort feierten, dessen Patenonkel er war, und anschliessend würde er noch zwei weitere Tage in Zürich bleiben. Ausserdem bedankte er sich bei Caroline und den Kindern für ihre Nachrichten und guten Wünsche.


Opapas Dankesschreiben an Caroline und die Kinder, aus der Schweiz, im September 1982.


Am 6. Oktober 1982 schickte Omama Alex eine Karte in der Hoffnung, ihn eines Tages während seiner Ferien in der Schweiz zu sehen.

Jambo und Lumpi trösteten uns über den tragischen Verlust des Dackels Hüdeli hinweg. Jambo, ein prächtiger schwarzhaariger Kater und Lumpi, grau-getigert, die in Steepways in Fernands Bett zur Welt gekommen waren, hatten sich schon gut an ihr neues Zuhause gewöhnt. Wie es Fernand in seinem liebevollen Brief an Opapa geschrieben hatte, genossen sie auch den Schnee und dank ihrem langen, seidigen Fell waren sie optimal vor Kälte geschützt. Vielleicht waren sie sogar erleichtert, nicht mehr so schwitzen zu müssen. Jambo wurde 22 Jahre alt, Lumpi, der später mit Omama nach Beatenberg zog, sogar 24.
Als wir noch in Thun wohnten, mussten sie jeweils aufs Dach unserer Wohnung im obersten Stock klettern, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Henri sorgte für einen Schreckmoment, als er ebenfalls hinaus kletterte, um ihnen Gesellschaft zu leisten. In Hasli streiften sie durch den paradiesischen Garten, den Omama liebevoll pflegte und hegte. Mimi wäre hier sicherlich auch wohlig verwöhnt aufgehoben gewesen. Den Stress des langen Flugs von Johannesburg nach Zürich wollten meine Grosseltern ihr wohl nicht mehr zumuten. Als unser Lama Dalai starb, war ich bei meiner Patentante Witle in Winterthur in den Ferien. Ich hatte zu Dalai, den wir von den Vorgängern, den Bachmanns übernommen hatten, keine grosse Beziehung - ich fürchtete immer, er würde mich anspucken und hielt deshalb respektvolle Distanz. Trotzdem war ich traurig, als er verstarb. Später kam noch ein weisser Schäferhund dazu - Snowy - der mit seiner aussergewöhnlich schönen Statur von Passanten und Besuchern für Bewunderung sorgte.
Mama, ein Morgenmensch, lief schon damals jeden Morgen noch vor dem Frühstück mit ihren Hunden in den Wald oder - wie heute - dem Strand entlang. Für sie war es schon immer wichtig, einen festen Rhythmus aufrechtzuerhalten: Aufstehen, Tiere füttern, Spaziergang, Frühstück, Siesta, Haus- oder Handarbeit, Kochen, Lesen, TV und früh zu Bett gehen. Da sie sich dies fortan als Hausfrau - ausser den 1-2 Jahren als Ladendetektivin - zeitlich auch immer leisten konnte, war es glücklicherweise ein gesunder Ausgleich zu ihrer für Stress und Überforderung anfällige Wesensart. In einem Fotoalbum, das ich damals gestaltete und sich momentan noch bei Mama in Griechenland befindet, finden sich schöne Aufnahmen von unseren Haustieren, die ich später teilen werde, wenn meine Mutter aus Kreta zurückgekehrt ist. 

"On 28th October, 1982, I thanked my Father for his postcard from Zurich and the Blausee (where he had been with the family on 11th October). I also mentioned that we had a few problems in Johannesburg: Caroline had had an operation on the 26th October, in a Provincial Hospital and was now recuperating rapidly at home. In addition, her Father, Gordon Nicholson, left hospital in Bloemfontein on 28th October, he had had two successive heart attacks, had been for three weeks in the intensive care unit, and had to now move about the farm in a wheelchair, always with oxygen by his side.

In addition, we had been given notice by the owner of our present rented premises, per 31st January, 1983, and that we were looking for a house in Greymont, Albertsville, Westdene or Melville, but everything had become incredibly expensive, at min. R45'000, and we still needed to find a deposit of R10'000 which amount we did not have as yet.

On 4th November, 1982, my brother Henri referred in a letter to the Court case initiated by our Mother in 1978."

Am 28. Oktober 1982 dankte uncle Fernand Opapa für seine Postkarte aus Zürich und dem Blausee (wo er am 11. Oktober mit uns gewesen war). Er erwähnte auch, dass sie ein paar Probleme in Johannesburg hatten: Caroline hatte am 26. Oktober in einem Provinzkrankenhaus eine Operation und erholte sich nun schnell zu Hause. Ausserdem verliess ihr Vater, Gordon Nicholson, am 28. Oktober das Krankenhaus in Bloemfontein; er hatte zwei aufeinanderfolgende Herzinfarkte gehabt, war drei Wochen auf der Intensivstation gewesen und musste sich nun mit einem Rollstuhl über die Farm bewegen, immer mit Sauerstoff an seiner Seite.

Ausserdem hatte uncle Fernand vom Eigentümer ihrer derzeit gemieteten Räumlichkeiten eine Kündigung zum 31. Januar 1983 erhalten, und sie suchten nach einem Haus in Greymont, Albertsville, Westdene oder Melville, aber alles war unglaublich teuer geworden, mindestens R45'000, und sie mussten noch eine Anzahlung von R10'000 finden, die sie bisher noch nicht hatten.

Am 4. November 1982 bezog sich Papa in einem Brief auf die von Omama 1978 eingeleitete Gerichtsverhandlung.


Papas Schreiben an seinen Bruder im November 1982, immer noch an seine Unschuld glaubend oder glauben-machen-wollend. Manche Menschen - wie auch meine Mutter - besitzen die aussergewöhnliche Fähigkeit, das Zurechtgedachte auch wirklich zu glauben und verinnerlichen. Psychologisch sehr interessant.

"On 6th December, 1982, Caroline purchased the Greymont house - 59 2nd Street, Lot 572, Greymont, for R45'000, from C. Hawla. The bond in favour of the Allied Building Society was for R35'000. Our monthly bond repayments were R457.

On 17th December, 1982, my Father wrote again, mentioning that time was flying by very fast. Cost of living at Riggisberg was for him about the same as in Johannesburg, but his eye specialist cost at least three times more than in South Africa. His glaucoma was well under control, but his sight ability had diminished and he had to swallow expensive medication! He apologised for his bad writing and blamed the very weak light!

On 19th December, 1982, the "Pelindaba Museum of African and Modern Art (PELMAMA)" trust was registered; it acquired a certain property meas. 17.9 hectares (44 acres) in the Pelindaba/Santa Barbara District - the intention was then to ultimately house the PELMAMA Permanent Art Collection on this property. The land cost only ZAR35'000 plus interest and incidentals.

Christmas was spent at Flora, with Caroline and our 3 kids, Granny. Grampy Nicholson taught the children tennis at some stage."

Am 6. Dezember 1982 kaufte Caroline das Haus Greymont - 59 2nd Street, Grundstück 572, Greymont, für R45'000 von C. Hawla. Die Hypothek zugunsten der Allied Building Society betrug R35'000. Ihre monatlichen Hypothekenraten betrugen R457.

Am 17. Dezember 1982 schrieb Opapa erneut und erwähnte, dass die Zeit sehr schnell vergehe. Die Lebenshaltungskosten in Riggisberg waren für ihn ungefähr gleich wie in Johannesburg, aber sein Augenarzt kostete mindestens dreimal so viel wie in Südafrika. Sein Glaukom war gut unter Kontrolle, aber seine Sehkraft hatte abgenommen und er musste teure Medikamente schlucken! Er entschuldigte sich für seine schlechte Schrift und machte das sehr schwache Licht dafür verantwortlich!

Am 19. Dezember 1982 wurde der Trust "Pelindaba Museum für Afrikanische und Moderne Kunst (PELMAMA)" registriert; er erwarb ein bestimmtes Grundstück von 17,9 Hektar (44 Acres) im Bezirk Pelindaba/Santa Barbara - die Absicht war damals, schliesslich die ständige Kunstsammlung von PELMAMA auf diesem Grundstück unterzubringen. Das Land kostete nur 35'000 ZAR zuzüglich Zinsen und Nebenkosten.

Weihnachten wurde bei Flora verbracht, mit Caroline und ihren 3 Kindern, Oma. Opa Nicholson brachte den Kindern irgendwann Tennis bei.










1983-1984
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3.21.  Das Gestern, das heute ist – 1983-1984.
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1983

"We lived at Finsbury Ave., Auckland Park, till 31st January, 1983, our monthly rent then being R270. We had to vacate the premises as the owner's son needed the property for himself. As from 1st February, 1983, we lived in our own house in Greymont.

While I worked full-time at Gallery 21 in town, with Steven, Caroline started to bake cakes at "Dial-a-Cake" in Westdene, 5 mornings a week for 6 months; I remember in particular her delicious carrot cakes!

On 3rd January, 1983, our friend Philip advanced us the sum of R12'000 to pay for the deposit and incidentals for our new house! We had no surplus funds of our own.

The children were zoned to an awful school beyond Triomf. It was our luck that Roosevelt School had an English head mistress who sent Caroline a letter which was addressed to the Educational Department requesting the permission for the twins to attend Roosevelt as we lived closer to the Roosevelt School than to the other school.

On 8th April, 1983, I wrote Father, mentioning that these were lousy times for my art business. January had been the worst month since 1976; I had only sold for R600, not enough to pay Steven his wages, never mind the rent. Business however had improved somewhat since the beginning of March, and soon I would be able to carry on with the monthly transfers to Mother. I also mentioned that we had stayed in Greymont over Easter, and that the children could search early in the morning for their Easter eggs which were hidden in our small garden."

1983

Uncle Fernand lebte mit seiner Familie in der Finsbury Ave., Auckland Park, bis zum 31. Januar 1983, ihre monatliche Miete betrug damals R270. Sie mussten die Wohnung räumen, da der Sohn des Eigentümers das Haus für sich selbst benötigte. Ab dem 1. Februar 1983 wohnten sie in ihrem eigenen Haus in Greymont.

Während er Vollzeit in der Gallery 21 in der Stadt arbeitete, begann Caroline zusammen mit Steven, 5 Morgen die Woche für 6 Monate im "Dial-a-Cake" in Westdene Kuchen zu backen; uncle Fernand erinnert sich besonders an ihre köstlichen Karottenkuchen!

Am 3. Januar 1983 stellte ihnen ihr Freund Philip die Summe von R12'000 zur Verfügung, um die Anzahlung und Nebenkosten für ihr neues Haus zu zahlen! Sie hatten keine überschüssigen eigenen Mittel.

Die Kinder waren einer schrecklichen Schule jenseits von Triomf zugeteilt. Sie hatten das Glück, dass die Roosevelt-Schule eine englische Leiterin hatte, die Caroline einen Brief schickte, der an das Bildungsministerium gerichtet war und um die Erlaubnis bat, dass die Zwillinge die Roosevelt-Schule besuchen durften, da sie näher an der Roosevelt-Schule wohnten als an der anderen Schule.

Am 8. April 1983 schrieb uncle Fernand Opapa und erwähnte, dass dies schlechte Zeiten für sein Kunstgeschäft seien. Der Januar war der schlimmste Monat seit 1976 gewesen; er hatte nur für R600 verkauft, nicht genug, um Steven seinen Lohn zu zahlen, geschweige denn die Miete. Das Geschäft hatte sich jedoch seit Anfang März etwas verbessert, und bald würde Fernand Francis in der Lage sein, die monatlichen Überweisungen an Omama fortzusetzen. Er erwähnte auch, dass sie über Ostern in Greymont geblieben waren und dass die Kinder früh am Morgen nach ihren Ostereiern suchen konnten, die in ihrem kleinen Garten versteckt waren.

"The whole of South Africa was suffering from a drought, we were only allowed to water our garden on Wednesdays and Saturdays in the afternoon, by hand, and most dams were virtually empty. This was the worst drought in 100 years, the production of electricity from coal was endangered, and the Government had to take emergency measures to redirect water from the Vaal River, at the cost of millions, so that electricity could still be produced, Cabora Bassa not delivering any more. I also mentioned that in general, an improvement in the economy was expected towards the end of the year, with boom times in 1984. I also wrote that we had put our two properties in Kommetje on the market, in view of the strong increase in property prices in general, due also to the influx of Whites from South West Africa, and also to be able to repay the loan from our friend Philip. The  Morris was still running very well, needing very little petrol, and Caroline was using it almost daily.

On 16th April, 1983, Adek Auctioneers sold the property at 10, Escombe Avenue, Parktown, which belonged to Mr Themelis and where my parents had lived for a while until they returned to Switzerland in 1982. My parents had been offered a house by Mr Themelis but they could not afford it.

On 18th April, 1983, my Father mentioned that his re-entry visa for South Africa had expired on 4th April, and that he had notified the SA Immigration office in Pretoria about his new residence in Switzerland. He also mentioned that Mother was very happy at Hasli, and provided it was not raining, she was in the garden the whole day, planting flowers and bushes till there was no more space available!"

Ganz Südafrika litt unter einer Dürre, sie durften ihren Garten nur mittwochs und samstags nachmittags von Hand bewässern, und die meisten Stauseen waren praktisch leer. Dies war die schlimmste Dürre seit 100 Jahren, die Stromerzeugung aus Kohle war gefährdet, und die Regierung musste Notmassnahmen ergreifen, um Wasser vom Vaal-Fluss umzuleiten, was Millionen kostete, damit weiterhin Strom produziert werden konnte, da Cabora Bassa kein Wasser mehr lieferte. Uncle Fernand erwähnte in seinem Brief an Opapa auch, dass im Allgemeinen eine Verbesserung der Wirtschaft gegen Ende des Jahres erwartet wurde, mit Boomzeiten im Jahr 1984. Er schrieb auch, dass sie ihre beiden Grundstücke in Kommetje zum Verkauf angeboten hatten, angesichts des starken Anstiegs der Immobilienpreise im Allgemeinen, was auch auf den Zustrom von Weissen aus Südwestafrika zurückzuführen war, und um ausserdem das Darlehen von ihrem Freund Philip zurückzahlen zu können. Der Morris lief immer noch sehr gut, benötigte sehr wenig Benzin, und Caroline benutzte ihn fast täglich.

Am 16. April 1983 verkauften die Adek-Auktionatoren das Grundstück in der Escombe Avenue 10 in Parktown, das Herrn Themelis gehörte und wo Omama und Opapa eine Zeit lang gewohnt hatten, bis sie 1982 in die Schweiz zurückkehrten. Ihnen war von Herrn Themelis ein Haus angeboten worden, aber sie konnten es sich nicht leisten.

Am 18. April 1983 erwähnte Opapa, dass sein Wiedereinreisevisum für Südafrika am 4. April abgelaufen war und dass er das SA-Einwanderungsamt in Pretoria über seinen neuen Wohnsitz in der Schweiz informiert hatte. Er erwähnte auch, dass Omama in Hasli sehr glücklich war und, sofern es nicht regnete, den ganzen Tag im Garten war, Blumen und Büsche pflanzte, bis kein Platz mehr verfügbar war!

"On 9th May, 1983, I placed an advertisement in The Star, Johannesburg (Land for Sale), offering the Kommetje plots for sale, Plot 3163 at R22'000 and Plot 3164 at R25'000, prices encreasing at 1.5% pm from 1st June, 1983.

On 19th May, 1983, my Father asked me to make contact with his Johannesburg optician he had been with since 1974, Dr Kaye, and to send his file to Switzerland (he suffered badly from chronic wide angle glucoma in his left eye).

In June, Françoise was Wendy (Peter Pan) in a school play.

During June, 1983, we organised a big show at Gallery 21 called "The Nude at 21" - Caroline's image appeared in "The Star" of 22nd July.

On 11th October, 1983, we sold Kommetje 3163 for R25'000 to P.A.B. Smuts, we only got the net proceeds early 1984 which were R17'500 which helped to pay back Philip's loan plus interest. In my files were the original sketch designs I made - another dream unfulfilled!

Sunday school at St. Peter's - Françoise was confirmed there in November, 1983. Granny and Grampy Nicholson and Daphne attended the ceremony, also Sue McLeod and Tony Ross. Daphne gave Françoise as a present a clock made by Ava, in yellow wood with a cross made out of stinkwood, with the initials FH (the original hands of the clock were made out of metal, years later exchanged).

Françoise took her winter holidays at Flora, with Susie; David and Gordon were there, too.

Christmas at Flora; the Kokstad Nicholsons were there, too. Fafa then went to spend a week alone with Daphne, riding horses - Judy and company had to return to school.

We moved the gallery from Equity House to Victory House at the end of December, 1983. Steven and I carried everything by hand or on a trolley.

On 13th January and 19th December, 1983, my Father got two cards from his niece Helen Schneider-Gmür, giving news about her family and commenting on his health (these cards he had kept in his personal papers till he died; he had been very fond of Helen)."

Am 9. Mai 1983 schaltete ich eine Anzeige in der Zeitung The Star in Johannesburg (Land zu verkaufen), in der ich die Kommetje-Grundstücke zum Verkauf anbot, Grundstück 3163 für R22'000 und Grundstück 3164 für R25'000, die Preise stiegen ab dem 1. Juni 1983 um 1,5 % pro Monat.

Am 19. Mai 1983 bat Opapa uncle Fernand, Kontakt mit seinem Augenarzt in Johannesburg aufzunehmen, bei dem er seit 1974 in Behandlung war, Dr. Kaye, und seine Unterlagen in die Schweiz zu senden (er litt stark unter chronischem Weitwinkelglaukom im linken Auge).

Im Juni spielte Françoise Wendy (Peter Pan) in einem Schultheaterstück.

Im Juni 1983 organisierten sie eine grosse Ausstellung in der Gallery 21 mit dem Titel "The Nude at 21" - Carolines Bild erschien in der "The Star" am 22. Juli.

Am 11. Oktober 1983 verkauften sie Kommetje 3163 für R25'000 an P.A.B. Smuts. Die Nettobeträge erhielten sie erst Anfang 1984, was R17'500 betrug, was half, Philips Darlehen zuzüglich Zinsen zurückzuzahlen. In seinen Akten befanden sich die ursprünglichen Skizzenentwürfe, die uncle Fernand angefertigt hatte - ein weiterer unerfüllter Traum!

Sonntagsschule in St. Peter - Françoise wurde dort im November 1983 konfirmiert. Grossmutter und Grossvater Nicholson sowie Daphne nahmen an der Zeremonie teil, ebenso Sue McLeod und Tony Ross. Daphne schenkte Françoise eine von Ava gemachte Uhr aus gelbem Holz mit einem Kreuz aus Stinkholz und den Initialen FH (die ursprünglichen Zeiger der Uhr waren aus Metall, wurden aber Jahre später ausgetauscht).

Françoise verbrachte ihre Winterferien bei Flora, zusammen mit Susie; David und Gordon waren ebenfalls dort.

Weihnachten bei Flora; auch die Kokstad Nicholsons waren dort. Fafa fuhr dann eine Woche allein mit Daphne weg, um reiten zu gehen - Judy und die anderen mussten zur Schule zurück.

Sie zogen die Galerie Ende Dezember 1983 vom Equity House ins Victory House um. Steven und uncle Fernand trugen alles von Hand oder mit einem Wagen.

Am 13. Januar und 19. Dezember 1983 erhielt Opapa zwei Karten von seiner Nichte Helen Schneider-Gmür, in denen sie Neuigkeiten über ihre Familie gab und seinen Gesundheitszustand kommentierte (diese Karten bewahrte er in seinen persönlichen Unterlagen auf bis er starb; er hatte Helen sehr gemocht).


1984

Change of South Africa's legislation. Pieter Botha made First State President. Desmond Tutu became first black Bishop of Johannesburg, awarded Nobel Peace Prize as a promoter of peaceful negotations between black and white people.


"Caroline worked during the mornings in the gallery, during the afternoon she was taxi driving the children.

On 21st February, 1984, our Father / Opapa died at Hasli by his own hands.

On 28th February, 1984, Dr Helen Schneider-Gmür then living at Ottenbach in Switzerland wrote a letter to my Mother concerning the recent death of Father; Uncle Walter, whose only niece Helen was, and mentioned a few memories about the times she had spent with my parents in Basel, in her younger days (of which I did not remember anything)

On 22nd March, 1984, I paid back R9'000 to Philip in respect of his loan from January 1983. I still owed him R3'000 plus interest at 18% p.a.(!).

On 6th April, 1984, Mother was paid out the life insurance policy on my Father, taken out in June 1928 with the Colonial Mutual Life Assurance Soc. Ltd., Melbourne. The sum paid out was 5'966.25 pounds (premiums had been paid throughout the 56 years!).

On 31st May, 1984, there appeared in the Rand Daily Mail a picture of Caroline and Stephen Ditshilwane discussing a work by Fred Schimmel on show at Gallery 21.

During the July holidays, we acted as tourists in town, visiting the Boxing, the Barclays and the Jewish Museums, the Johannesburg Stock Exchange and the Oppenheimer Gardens behind the old Rissik Street Post Office.

We also attended an unforgettable performance of the Swiss mime artists "Mummenschanz" at the Civic, during July.

Sometimes during the year, Barbro Lemke from Stockholm visited us in Greymount and took a photo of us with the two cats (Kiki the white cat and Blackie) and one in our living room. She had acted as a courier for the Swedish Embassy in Pretoria over a number of years.

Henri started a new job in Basel as from 1st September, 1984, moving to a flat at Sternengasse, Basel. His family and our parents stayed in Hasli.

On 24th December, 1984, there was a Nativity Play at St. Peter's Anglican Church in Auckland Park - our son was Joseph, Henriette was Gabriel and Françoise was the Narrator!"


1984

Änderung der Gesetzgebung in Südafrika. Pieter Botha wurde erster Staatspräsident. Desmond Tutu wurde erster schwarzer Bischof von Johannesburg und erhielt den Friedensnobelpreis als Förderer friedlicher Verhandlungen zwischen Schwarzen und Weissen.


Caroline arbeitete morgens in der Galerie, nachmittags fuhr sie die Kinder mit dem Taxi.

Am 21. Februar 1984 starb Opapa in Hasli durch eigene Hand.

Am 28. Februar 1984 schrieb Dr. Helen Schneider-Gmür, die damals in Ottenbach in der Schweiz lebte, einen Brief an Omama bezüglich des kürzlichen Todes von Opapa; Onkel Walter, dessen einzige Nichte Helen war, erwähnte einige Erinnerungen an die Zeiten, die sie in ihrer Jugend mit Omama und Opapa in Basel verbracht hatte (uncle Fernand erinnerte sich diesbezüglich an nichts mehr).

Am 22. März 1984 zahlte er Philip R9'000 zurück in Bezug auf sein Darlehen von Januar 1983. Er schuldete ihm noch R3'000 zuzüglich Zinsen von 18% p.a.(!).

Am 6. April 1984 wurde Omama die Lebensversicherungspolice für Opapa ausgezahlt, die im Juni 1928 bei der Colonial Mutual Life Assurance Soc. Ltd., Melbourne, abgeschlossen worden war. Die ausgezahlte Summe betrug 5'966,25 Pfund (die Prämien waren über die gesamten 56 Jahre hinweg bezahlt worden!).

Am 31. Mai 1984 erschien in der Rand Daily Mail ein Bild von Caroline und Stephen Ditshilwane, die über ein Werk von Fred Schimmel sprechen, das in der Galerie 21 ausgestellt war.

Während den Juliferien bewegten sie sich wie Touristen in der Stadt und besuchten die Boxing, die Barclays und die Jüdischen Museen, die Johannesburg Stock Exchange und die Oppenheimer Gardens hinter dem alten Rissik Street Post Office.

Sie haben im Juli auch eine unvergessliche Aufführung der Schweizer Pantomimen "Mummenschanz" im Civic besucht.

Irgendwann im Laufe des Jahres besuchte sie Barbro Lemke aus Stockholm in Greymount und machte ein Foto von ihnen mit den zwei Katzen (Kiki, der weisse Kater, und Blackie) und eines in ihrem Wohnzimmer. Sie war über mehrere Jahre als Kurierin für die Schwedische Botschaft in Pretoria tätig gewesen.

Papa trat ab dem 1. September 1984 seine neue Stelle in Basel an und zog in eine Wohnung in der Sternengasse, Basel. Mama, wir Kinder und Omama blieben in Hasli, bis sie sich trennten und auch Mama auszog.

Am 24. Dezember 1984 gab es ein Krippenspiel in der St. Peter's Anglican Church in Auckland Park - Alex war Joseph, Henriette war Gabriel und Françoise die Erzählerin!



Schreiben an Opapa - Seite 1


260322 Brief an Opapa, Seite 2


Letzte Seite hinten auf das Couvert (es hatte nicht alles Platz auf der Karte ...).


Dearest One


"Dearest one, can you hear me now
Words still echo deep inside
Soft like something never spoken
That refuses just to die

I see you walking past my door
Your breathing heavy, full of pain
I sat there lost in books and numbers
Didn’t know what to contain

My heart ran to you
But I stayed where I sat
Trapped in the silence
In words I never spoke

And I carry you with me
Not just in the pain
But also in the light
Where your love remains

I’m letting you go
While holding on tight
’Cause your love still lives
And it won’t leave my side

The next day the world collapsed
Your shadow carved in me
A picture burned into my soul
That time can’t set free

For so long I believed somehow
I could have changed your end
One single word, one step, one touch
Could have brought you back again

But I was just a child
Couldn’t measure that depth
Couldn’t carry the weight you held

Now I carry you with me
Not just in the pain
But also in the light
Where your love remains

I’m letting you go
While holding on tight
’Cause your love still lives
And it won’t leave my side

I still see us in quiet moments
Where time would slow its pace
Milk and sweets and gentle laughter
And the softness in your face

You were almost blind - I see it now
Your battle was too deep
I couldn‘t be where your pain could end
So I set you free

And I carry you with me
Now even more in the light
Your quiet presence
Still feels right

I lay down the guilt
Back into time
To my heavenly Father
What remains
Is love - still mine

I forgive myself
HE forgives me
And I hope you forgive me too

I carry you with me
In the light
Love remains
I carry you with me
With love
Love always
Love
  Love."

♥ SANI, 22.03.2026

♥ Dearest One  https://suno.com/s/tIrIBHOH7SjUg7Bx


1985-1986
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3.22.  Das Gestern, das heute ist – 1985-1986.
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1985

"On 26th December, 1984, I had left Johannesburg for Europe. I called on various people in Zurich, then took the train to Thun via Berne and was picked up by my brother Henri (he was starting his new job in Basel on the 3rd January, 1985) who took me to their home at Hasli (during that time Caroline and our children had gone to Flora for a few days).

On 5th January, 1985, I had a second meeting with Werner Schindler in Berne. At Hasli, the temperature fell to -21°C that night, in La Brévine to -40°C!

The next morning, 6th January, 1985, I travelled by train from Berne to Geneva Airport, going on to Paris by Swissair, staying at the Hotel Ascot-Opera, very near to the Opera House in Paris. On 7th January, 1985, I had a meeting with Salvador Dali's Private Secretary in Paris, Robert Descharnes, in the latter's apartment. I also saw a superb exhibition of Kandinsky at the Centre Pompidou. On the 8th January, 1985, I met Guy Weelen at home to discuss a possible show of Vieira da Silva, but was referred to the artist's exclusive dealer, Galerie Jeanne Bucher.

On 9th January, I travelled from Paris to Bruxelles by train arriving with a four hour delay; I stayed for 2 nights at the Hotel Métropole in the centre of the city. I had a meeting in Bruxelles the next day, with Berrocal's agent, B. Hamburski; on the 11th January I proceeded to Berlin being the only passenger on a small air plane (piloted by its owner plus one navigator), meeting Mrs Seitz of Galerie Brusberg in the afternoon to discuss a possible show of works by Horst Antes in South Africa. That evening, I met Dr. Uwe Runge and his charming wife at their home, for supper. I remember feeling rather insecure at the sight of some guys with weird punk hairstyles who kept on looking in my direction while changing trains on a deserted underground station!"


1985

Am 26. Dezember 1984 hatte uncle Fernand Johannesburg Richtung Europa verlassen. Er besuchte verschiedene Leute in Zürich, fuhr dann mit dem Zug über Bern nach Thun und wurde von Papa abgeholt (dieser würde am 3. Januar 1985 seine neue Arbeit in Basel beginnen), der ihn zu unserem Haus in Hasli brachte (während dieser Zeit waren Caroline und ihre Kinder für ein paar Tage nach Flora gereist).

Am 5. Januar 1985 hatte uncle Fernand ein zweites Treffen mit Werner Schindler in Bern.
In Hasli fiel die Temperatur in jener Nacht auf -21°C, in La Brévine auf -40°C!

Am nächsten Morgen, 6. Januar 1985, reiste uncle Fernand mit dem Zug von Bern zum Flughafen Genf und flog weiter nach Paris mit Swissair, wo er im Hotel Ascot-Opera übernachtete, ganz in der Nähe der Oper in Paris. Am 7. Januar 1985 hatte er ein Treffen mit Salvador Dalis Privatsekretär in Paris, Robert Descharnes, in dessen Wohnung. Fernand Francis besuchte auch eine hervorragende Ausstellung von Kandinsky im Centre Pompidou. Am 8. Januar 1985 traf er Guy Weelen zu Hause, um eine mögliche Ausstellung von Vieira da Silva zu besprechen, wurde aber an den exklusiven Händler der Künstlerin, die Galerie Jeanne Bucher, verwiesen.

Am 9. Januar reiste uncle Fernand von Paris nach Brüssel mit dem Zug und kam mit einer vierstündigen Verspätung an; er blieb 2 Nächte im Hotel Métropole im Stadtzentrum. Am nächsten Tag hatte er ein Treffen in Brüssel mit Berrocals Agenten, B. Hamburski; am 11. Januar reiste er nach Berlin weiter, als einziger Passagier in einem kleinen Flugzeug (gesteuert vom Besitzer plus einem Navigator) und traf am Nachmittag Frau Seitz von der Galerie Brusberg, um eine mögliche Ausstellung von Werken Horst Antes' in Südafrika zu besprechen. An diesem Abend traf er Dr. Uwe Runge und seine charmante Frau zu Hause zum Abendessen. Fernand Francis erinnert sich, dass er sich ziemlich unsicher fühlte, als er ein paar Typen mit seltsamen Punkfrisuren sah, die immer wieder in seine Richtung schauten, während sie in einer verlassenen U-Bahn-Station die Züge wechselten!

"I then went to Stockholm as included in the number of stop-overs in the same price-range, saw Peder Olin from Grafikhuset Futura again, enjoyed the modern Swedish design to be found everywhere, got some presents for the family and flew back to Zurich; my luggage got lost and I was refunded by the airline. A last call at Hasli and then it was back to Johannesburg end of January, 1985.

On 11th February, 1985, my Mother wrote from Hasli, referring to my recent visit, and also stated "Henri only comes on weekends. Having so many debts, we live without money from him yet, but do not miss him, having peace."

On 29th March, 1985, I asked a good friend for bridging finance of R6'000, but he turned my request down. I mentioned that Nedbank had turned down the gallery's request for an increase in the overdraft to R25'000, in fact insisting on our reducing it to R10'000. Turnover had gone up by 35% to R117'400, with considerable increase in exports; we also had to carry the Foundation to the extent of our business' overdraft, and we were 4 months in arrears with bond repayments on our own house in Greymont!

During March and April, 1985, we were considering to take an additional floor space of 111 m² at Victory House in order to run a "Realistic Fine Arts Gallery" in that section, to make it more exciting for gallery visitors to come to our building; we approached some friends to be 50% partners, but they were not keen on our fancy idea!"

Uncle Fernand ging dann nach Stockholm, da in der Anzahl der Zwischenstopps im gleichen Preissegment enthalten, traf Peder Olin von Grafikhuset Futura wieder, genoss das moderne schwedische Design, das überall zu finden war, besorgte einige Geschenke für die Familie und flog zurück nach Zürich; sein Gepäck ging verloren, und er wurde von der Fluggesellschaft entschädigt. Ein letzter Besuch in Hasli, dann ging es Ende Januar 1985 zurück nach Johannesburg.

Am 11. Februar 1985 schrieb Omama aus Hasli und bezog sich auf seinen kürzlichen Besuch, und sie schrieb auch: „Henri kommt nur am Wochenende. Wir leben trotz so vielen Schulden noch ohne Geld von ihm, vermissen ihn aber nicht, da wir Frieden haben.“

Am 29. März 1985 bat uncle Fernand einen guten Freund um Überbrückungsfinanzierung von 6'000 R, aber er lehnte seine Bitte ab. Er erwähnte, dass Nedbank den Antrag der Galerie auf eine Erhöhung des Überziehungskredits auf 25'000 R abgelehnt hatte und tatsächlich darauf bestand, dass sie ihn auf 10'000 R reduzieren. Der Umsatz war um 35 % auf 117'400 R gestiegen, mit erheblichem Anstieg der Exporte; sie mussten auch die Stiftung im Umfang ihres Geschäftskredits unterstützen, und sie waren mit den Hypothekenzahlungen für ihr eigenes Haus in Greymont 4 Monate im Rückstand!

Während der Monate März und April 1985 überlegten sie, in Victory House zusätzliche 111 m² zu mieten, um in diesem Bereich eine "Realistische Kunstgalerie" zu betreiben, damit es für Galeriebesucher spannender wird, ihr Gebäude zu besuchen; sie wandten sich an einige Freunde, um 50% Partner zu werden, aber sie waren nicht an ihrer ausgefallenen Idee interessiert!

"On 21st April, 1985, our white and deaf short haired cat with one yellow and one green eye, 9 years old, named "Kiki" which we got from my mother, disappeared from our home in Greymont. I put up a few notices around our neighbourhood "het U ons wit kat gesien", but we never got the cat back.

Within a month, on 20th May, 1985, Caroline sold the Greymont house (59 2nd Street, Lot 572, Greymont) for R64'000, to a teacher. The resulting net cash flow was R15'900, of which R15'000 went straight to Nedbank to reduce the gallery's overdraft; they had been pestering us to reduce our overdraft! We left the house on 15th July, 1985, moving to 101 Anton van Wouw Street (Erf 206), Roosevelt Park, in a house rented by Caroline from David P Malan, Pretoria, at an initial monthly rental of R600, increasing yearly.

Summer holidays were spent in our new home, getting settled. Caroline took Shaun and our son to a mask workshop during the school holidays. Fafa was to guide a camp. During August, 1985, our son accompanied our driver Steven to visit Lucas Sithole near Pongola. Lucas later wrote that he hoped he would come again so that he could show him around the river.

On 29th September, 1985, Françoise got a cheque from the SABC amounting to R180 net after deduction for PAYE, for her part as a Dodo and a dormouse in "Alice's Adventures in Wonderland", directed by Michael McCabe as a TV production which was called "An introduction to Lewis Carroll". She had been to the studios on 13th May and 22nd June. The drama teacher from Auckland Park Preparatory School, Mrs McCabe, offered her a part-time job at the SABC on the children's programme! This was her first salary as a professional; she missed school for shootings.

On Wednesday, 23rd October, 1985, Henriette and her brother were confirmed and had their Confirmation and First Communion at St. Peter's Church (The Right Rev. Bishop G.W. Ashby). The Nicholson grand-parents from Flora attended. Our son got a Bible from his godfather Roland Nicholson.

My mother visited us in Johannesburg from 9th November, 1985.

For the 27th November, 1985, we had been invited for cocktails by The Ambassador of Switzerland and Mrs J.O. Quinche in Pretoria, but we sent our regrets.

On 7th December, 1985, I applied to the Australian Embassy, Pretoria, for a visa to emigrate and to open a business in Australia.

During the Christmas holidays, we took a stall at the Melville Flea market, selling hand-made Christmas decorations out of straw, bundles of oats and wheat and Christmas wreaths out of wheat, all decorated.

Since the birth of Françoise in 1970, then with the twins, we went regularly to the drive-in, about once a month until middle of 1985. This stopped after I had been told by a fortune-teller in Switzerland who was a friend of Janey at Hasli that I would soon die from a gun-shot. As a result, bullet-proof security glass was installed in our bedroom which was right on the street-side at Greymont. We stopped going to the drive-in-cinemas, particularly as on the last time, a Coloured person in another car and I had an argument while waiting to get into the drive-in."

Am 21. April 1985 verschwand ihre weisse und taube kurzhaarige Katze mit einem gelben und einem grünen Auge, 9 Jahre alt, namens "Kiki", die sie von Omama bekommen hatten, aus ihrem Zuhause in Greymont. Uncle Fernand hängte ein paar Aushänger in ihrer Nachbarschaft auf: "het U ons wit kat gesien" (haben Sie unsere weisse Katze gesehen?), aber wir bekamen die Katze nie zurück.

Innerhalb eines Monats, am 20. Mai 1985, verkaufte Caroline das Haus in Greymont (59 2nd Street, Lot 572, Greymont) für R64'000 an eine Lehrerin. Der daraus resultierende Netto-Cashflow betrug R15'900, wovon R15'000 direkt an die Nedbank gingen, um den Überziehungskredit der Galerie zu reduzieren; die Bank hatte sie gedrängt, ihren Überziehungskredit zu verringern! Die Familie verliess das Haus am 15. Juli 1985 und zog in die Anton van Wouw Strasse 101 (Erf 206), Roosevelt Park, in ein Haus, das Caroline von David P Malan, Pretoria, zu einer anfänglichen monatlichen Miete von R600 gemietet hatte, die jährlich stieg.

Die Sommerferien verbrachten sie in ihrem neuen Zuhause, um sich einzuleben. Caroline nahm Shaun und Alex während der Schulferien mit zu einem Maskenworkshop. Fafa sollte ein Camp leiten. Im August 1985 begleitete Alex ihren Fahrer Steven, um Lucas Sithole in der Nähe von Pongola zu besuchen. Lucas schrieb später, dass er hoffte, er würde wiederkommen, damit er ihm den Fluss zeigen könnte.

Am 29. September 1985 bekam Françoise einen Scheck von der SABC über R180 netto nach Abzug der Lohnsteuer für ihre Rolle als Dodo und Maus in „Alice im Wunderland“, inszeniert von Michael McCabe als Fernsehproduktion, die „Eine Einführung in Lewis Carroll“ genannt wurde. Am 13. Mai und 22. Juni war sie in den Studios gewesen. Die Theaterlehrerin der Auckland Park Preparatory School, Mrs. McCabe, bot ihr einen Teilzeitjob bei der SABC in der Kindersendung an! Dies war ihr erstes Gehalt als Profi; sie verpasste die Schule wegen der Dreharbeiten.

Am Mittwoch, 23. Oktober 1985, wurden Henriette und Alex konfirmiert und hatten ihre Konfirmation und Erstkommunion in der St. Peter Kirche (Der Hochwürdigste Bischof G.W. Ashby). Die Grosseltern Nicholson aus Flora nahmen teil. Alex bekam eine Bibel von seinem Paten Roland Nicholson.

Omama besuchte sie in Johannesburg ab dem 9. November 1985.

Für den 27. November 1985 waren sie zu Cocktails vom Botschafter der Schweiz und Frau J.O. Quinche in Pretoria eingeladen worden, aber sie sandten ihre Absage.

Am 7. Dezember 1985 beantragte uncle Fernand bei der Australischen Botschaft in Pretoria ein Visum, um auszuwandern und ein Geschäft in Australien zu eröffnen.

Während der Weihnachtsferien stellten sie einen Stand auf auf dem Melville Flohmarkt, an dem sie handgefertigte Weihnachtsdekorationen aus Stroh, Bündel Hafer und Weizen sowie Weihnachtskränze aus Weizen, alle dekoriert, verkauften.

Seit der Geburt von Françoise im Jahr 1970, dann mit den Zwillingen, gingen sie regelmässig ins Autokino, ungefähr einmal im Monat bis Mitte 1985. Dies hörte auf, nachdem ihnen eine Wahrsagerin in der Schweiz, die eine Freundin von Mama in Hasli war, gesagt hatte, dass Fernand Francis bald durch einen Schuss sterben würde. Infolgedessen wurde kugelsicheres Sicherheitsglas in ihrem Schlafzimmer installiert, das direkt zur Strassenseite am Greymont lag. Sie hörten auf, ins Autokino zu gehen, besonders da uncle Fernand beim letzten Mal mit einer farbigen Person in einem anderen Auto einen Streit hatte, während sie darauf warteten, ins Autokino zu kommen.

1986

"My mother returned to Switzerland on 18th January, 1986, a few days earlier than her scheduled return date; we had lots of disputes about her behaviour and cut her holidays short.

At Easter our son got from his school one of the many rabbits given away, named "Graphite" who would be with us until he died in 1992. During the Easter holidays, all our kids were at Flora, with the Nicholson cousins.

On 30th April, 1986, after various unpleasant threats from Philip (he would send people to clean our house out!), I repaid him by cheque the outstanding capital amount of R3'000 plus accumulated interest of 18% p.a.! He graciously gave Caroline in turn R100 in cash, as a present.

Françoise turned 16 this year; we took her out to Golden Reef City as a treat.

On 10th July, 1986, I wrote to my Mother, mentioning that people seemed to have decided to spend their money on anything, the gallery had been very busy compared to the previous year, inflation had been running at about 18%p.a., but I had to carry people much longer than in the past. As the bad overseas TV coverage from the previous year had diminished, tourists had started to come again during the first four months (I had none in 1985), however in the meantime, a national state of emergency had been declared, affecting tourism, so we were still struggling. I expected that the art market would not be good for a few years, more and more people were packing their bags or considering doing so, the property market was down a lot, and business confidence was at very low ebb. Even the Amoils family (who owned Victory House and many other old buildings in the city centre) were splitting up, the younger members wanting to leave and getting their money out."


1986

Omama kehrte am 18. Januar 1986 in die Schweiz zurück, einige Tage früher als ihr geplanter Rückkehrtermin; sie hatten viele Streitigkeiten über ihr Verhalten und verkürzten deshalb ihren Urlaub.

Zu Ostern bekam Alex von seiner Schule eines der vielen verschenkten Kaninchen, das den Namen "Graphit" erhielt und bis zu seinem Tod 1992 bei ihnen blieb. Während der Osterferien waren alle Kinder bei Flora, zusammen mit den Nicholson-Cousins.

Am 30. April 1986 zahlte uncle Fernand nach verschiedenen unangenehmen Drohungen von Philip (er würde Leute schicken, um ihr Haus auszuräumen!) ihm per Scheck den ausstehenden Kapitalbetrag von R3'000 zuzüglich angesammelter Zinsen von 18 % pro Jahr zurück! Er gab Caroline wiederum grosszügig R100 in bar als Geschenk.

Françoise wurde dieses Jahr 16; sie nahmen sie zum Vergnügen mit nach Golden Reef City.

Am 10. Juli 1986 schrieb uncle Fernand Omama und erwähnte, dass es schien, als hätten die Leute beschlossen, ihr Geld für alles Mögliche auszugeben, die Galerie war im Vergleich zum Vorjahr sehr beschäftigt, die Inflation lag bei etwa 18 % pro Jahr, aber er musste die Leute viel länger begleiten als früher. Da die schlechte ausländische TV-Berichterstattung des Vorjahres nachgelassen hatte, begannen wieder Touristen in den ersten vier Monaten zu kommen (1985 hatte er keine), jedoch war zwischenzeitlich ein nationaler Notstand erklärt worden, der den Tourismus beeinflusste, sodass sie immer noch Schwierigkeiten hatten. Uncle Fernand erwartete, dass der Kunstmarkt für ein paar Jahre nicht gut sein würde, immer mehr Menschen packten ihre Koffer oder überlegten, dies zu tun, der Immobilienmarkt war stark gefallen und das Vertrauen in die Wirtschaft war sehr niedrig. Sogar die Familie Amoils (die das Victory House und viele andere alte Gebäude im Stadtzentrum besass) spaltete sich, die jüngeren Mitglieder wollten gehen und ihr Geld herausholen.

"I had, after discussion with the family, decided to go to Australia for 2-3 months during 1987 on a reconnaissance trip, concentrating on Perth, Melbourne or Tasmania, to find some sort of occupation, and meanwhile get our permanent visas in order (nothing came of this idea). I also mentioned that our son had done well at his 800m races last Saturday. Henriette had to do a project for her Latin class; she spent a whole week doing the Coliseum in scale from out of cut paper, made statuettes in papier-mâché to go into the arches, and painted it all. This effort was seen by the teacher for a whole few seconds, and top marks were awarded accordingly!

As from 10th July, 1986, Caroline and the three children spent a week with Pippa at the River Farm in Bergville, learining to ride horses with Piet. Our son fell off a horse; his mother thought he was dead. They also visited the Royal National Park with Pippa. They then spent a week at Flora, leaving him there to spend some time at the farm as he needed to do a few months of practical farm work, wanting to study at Cedara Agricultural College. He did not stay long, as he had now decided not to become a farmer. Caroline and I had also considered sending him to an Agricultural College two hours North of Pretoria; we looked around where he would have been a boarder but we didn't like the atmosphere at all.

My mother appears to have remained in contact with Violet Mabuza / Anna V. Mabuza from Linksfield times for I found two cleared cheques of R50 each she had sent them on 9th March and 8th August, 1986, drawn on Barclays Bank, Leisk House.

On 23rd September, 1986, I wrote to my Mother mentioning that Françoise who at the beginning of the year had joined the school's athletic group was the third fastest in the 1500m out of all students at her school! She was still doing drama with Bess Finney, extra courses at the College of Education and girl-guides as well.

Now and then, Françoise was reading a lesson from the testament at St. Peter's Church, and every now and then her brother would act as a helper, this they both enjoyed.

Caroline was working at the gallery three times weekly, the other time she was busy taxiing here and there. 

During December, 1986, Françoise was at a guide camp."

Uncle Fernand hatte nach Rücksprache mit der Familie beschlossen, 1987 für 2-3 Monate nach Australien zu reisen, um dort eine Erkundungsreise zu unternehmen, wobei der Schwerpunkt auf Perth, Melbourne oder Tasmanien lag, um irgendeine Art von Beschäftigung zu finden und inzwischen ihre Daueraufenthaltsvisa in Ordnung zu bringen (aus dieser Idee wurde nichts). Er erwähnte auch, dass Alex letzten Samstag bei seinen 800-m-Rennen gut abgeschnitten hatte. Henriette musste ein Projekt für ihren Lateinunterricht umsetzen; sie verbrachte eine ganze Woche damit, das Kolosseum massstabsgetreu aus ausgeschnittenem Papier zu gestalten, kleine Statuetten aus Pappmaché zu machen, die unter die Gewölbe kommen sollten, und alles zu bemalen. Dieser Aufwand wurde vom Lehrer für ganze wenige Sekunden betrachtet, und dementsprechend wurden Bestnoten vergeben!

Ab dem 10. Juli 1986 verbrachten Caroline und die drei Kinder eine Woche mit Pippa auf der River Farm in Bergville, um bei Piet Reiten zu lernen. Alex fiel von einem Pferd; Caroline dachte, er sei tot. Sie besuchten auch den Royal National Park mit Pippa. Danach verbrachten sie eine Woche bei Flora, wobei sie Alex dort liessen, um etwas Zeit auf dem Bauernhof zu verbringen, da er einige Monate praktischer Farmarbeit absolvieren musste, da er am Cedara Agricultural College studieren wollte. Er blieb nicht lange, da er nun beschlossen hatte, kein Landwirt zu werden. Caroline und uncle Fernand hatten auch überlegt, ihn auf eine Landwirtschafts-Hochschule zwei Stunden nördlich von Pretoria zu schicken; sie schauten sich an, wo er als Internatsschüler untergebracht gewesen wäre, aber sie mochten die Atmosphäre überhaupt nicht.

Omama schien den Kontakt mit Violet Mabuza / Anna V. Mabuza aus den Linksfield-Zeiten aufrechterhalten zu haben, denn uncle Fernand fand zwei eingelöste Schecks über jeweils 50 R, die sie ihnen am 9. März und 8. August 1986 geschickt hatte, ausgestellt auf die Barclays Bank, Leisk House.

Am 23. September 1986 schrieb er ihr, dass Françoise, die zu Beginn des Jahres der Leichtathletikgruppe der Schule beigetreten war, die drittschnellste über 1500 m von allen Schülern ihrer Schule war! Sie machte immer noch Theater mit Bess Finney, zusätzliche Kurse am College of Education und war auch bei den Pfadfinderinnen.

Hin und wieder las Françoise eine Lektion aus dem Testament in der St. Peter's Kirche, und ab und zu half Alex als Helfer, was beiden Freude bereitete.

Caroline arbeitete dreimal wöchentlich in der Galerie, die übrige Zeit war sie damit beschäftigt, hierhin und dorthin zu fahren.

Im Dezember 1986 war Françoise in einem Pfadfinderlager.










1987-1989
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3.23.  Das Gestern, das heute ist – 1987-1989.
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1987

"For the 15th January, 1987, we had once more been invited for cocktails by The Ambassador of Switzerland and Mrs J.O. Quinche in Pretoria, but we sent our regrets.

Anna Mabuza visited us on 12th February at Gallery 21; we never saw her again after that.

On 2nd March, 1987, the remaining property Kommetje 3164 was sold for R24'000 to Noel J. Downes; proceeds of R22'000 were paid into the account of our company Galrand Holdings (Pty) Ltd. 

During June, Françoise did a school cycle trip to Durban which was reported in the local newspapers, cuttings of which I sent to my Mother in September, 1987 (I mentioned in that letter a.o. that inflation in SA was currently running at 17.5% p.a.).

For her 41st birthday, I gave Caroline a lovely sculpture by Lucas Sithole, called "They must be here, somewhere!" - LS8712.

On 11th November, 1987, I wrote to my Mother mentioning inter alia that the stock market had collapsed by 40% in 4 weeks and that this had affected our sales of works by Lucas SITHOLE on his recent exhibition (which had opened on 13th October).

On 14th December, 1987, I also stated: 

"Johannesburg's city centre has now become very black, as the centre has been opened to Blacks for business purposes. The Mining Houses, bank head offices, stockbrokers, main hotels and advocates are of course still around us, but the mix of people walking about during lunch hours and particularly Saturdays is 90% black.
In fact, in our building, most white tenants have left to make place for other nationalities. But to be in the North, I could never afford it. So we'll stay here, unless we emigrate, and if that falls through, we'll have to think again and withdraw on our land. Most flats in the city centre, in the Joubert Park area, Hillbrow and parts of Mayfair, are now in the so-called "grey" areas, i.e. there are more blacks or coloureds than whites, and this is expected to become law next year, a subtle change to the dogmatic Group Areas laws. But of course, the world does not know this. And on top of this, more and more blacks are moving into the backyards of white-owned houses in the suburbs, and even Roosevelt Park has changed amazingly in the past six months; when I walk home from the bus to the house, dozens of African chat about and sit in the grass and on the pavement borders until sunset, as is typical of Africa, and one day, soon enought, I'm sure, they'll be able to own some of the houses, too. I don't mind all this, but they will never be my clients."


1987

Am 15. Januar 1987 waren sie erneut vom Botschafter der Schweiz und Frau J.O. Quinche in Pretoria zu einem Empfang eingeladen worden, aber sie schickten erneut ihre Absage.

Anna Mabuza besuchte sie am 12. Februar in der Galerie 21; danach haben uncle Fernand und Caroline sie nie wieder gesehen.

Am 2. März 1987 wurde das verbleibende Grundstück Kommetje 3164 für R24'000 an Noel J. Downes verkauft; Erlöse von R22'000 wurden auf das Konto ihrer Firma Galrand Holdings (Pty) Ltd eingezahlt.

Im Juni machte Françoise eine schulische Radtour nach Durban, die in den örtlichen Zeitungen berichtet wurde, Ausschnitte davon hat uncle Fernand im September 1987 an Omama geschickt (in diesem Brief erwähnte er unter anderem, dass die Inflation in Südafrika derzeit bei 17,5 % pro Jahr lag).

Zu ihrem 41. Geburtstag schenkte uncle Fernand Caroline eine wunderschöne Skulptur von Lucas Sithole mit dem Titel „They must be here, somewhere!“ – LS8712.

Am 11. November 1987 schrieb uncle Fernand Omama und erwähnte unter anderem, dass der Aktienmarkt in 4 Wochen um 40% eingebrochen war und dass dies ihre Verkäufe von Werken von Lucas SITHOLE in seiner jüngsten Ausstellung (die am 13. Oktober eröffnet wurde) beeinflusst hatte.

Am 14. Dezember 1987 stellte Fernand Francis ausserdem fest:

"Das Stadtzentrum von Johannesburg ist inzwischen sehr schwarz geworden, da das Zentrum für Schwarze zu Geschäftszwecken geöffnet wurde. Die Bergbauhäuser, Bankhauptsitze, Börsenmakler, Haupt-Hotels und Anwälte sind natürlich immer noch um uns herum, aber die Mischung der Menschen, die während der Mittagspausen und besonders samstags herumlaufen, ist zu 90 % schwarz.
Tatsächlich haben in unserem Gebäude die meisten weissen Mieter das Haus verlassen, um Platz für andere Nationalitäten zu machen. Aber im Norden zu wohnen könnte ich mir niemals leisten. Also werden wir hier bleiben, es sei denn, wir wandern aus, und wenn das scheitert, müssen wir neu überlegen und uns auf unserem Land zurückziehen. Die meisten Wohnungen im Stadtzentrum, im Bereich Joubert Park, Hillbrow und Teilen von Mayfair, befinden sich nun in den sogenannten "grauen" Gebieten, das heisst, es gibt mehr Schwarze oder Farbige als Weisse, und dies soll nächstes Jahr gesetzlich verankert werden, eine subtile Änderung der dogmatischen Group-Areas-Gesetze. Aber natürlich weiss die Welt davon nichts. Und obendrein ziehen immer mehr Schwarze in die Hinterhöfe der weissen Eigentümerhäuser in den Vororten und selbst der Roosevelt Park hat sich in den letzten sechs Monaten erstaunlich verändert; wenn ich vom Bus nach Hause gehe, plaudern Dutzende Afrikaner und sitzen im Gras und auf den Gehwegrändern bis zum Sonnenuntergang, wie es typisch für Afrika ist, und eines Tages, sicher bald, werden sie auch einige der Häuser besitzen können. Das macht mir nichts aus, aber sie werden niemals meine Kunden sein."

1988


"Caroline and our 3 children did an illegal midnight stint driving through Roosevelt up to Melville stealing political posters from the AWB to the ANC (voting about future direction of SA politics).

On 20th January, 1988, Caroline and I spent a lovely evening at home, our children having laid out the table beautifully, and we had a delicious supper for our 20th anniversary!

Caroline knitted a grey Fair Isle with reindeer and snowflakes for Françoise's 18th birthday. Fafa then also got the Mini Morris.

On 23rd June, 1988, I wrote a letter to Marie-Louise Wirth, Martins-Mühle, CH-8181 Hochfelden, referring to a recent meeting I had with her about a possible collaboration in Switzerland and Frankfurt a.M. At that time, I was first trying to place our large collection of South African art through Sotheby's Zurich, and if successful, would be able to consider moving to and operating in Switzerland. I also took a larger work by Lucas Sithole with me on the plane, LS8801, which I left with her, later to be collected by Mrs S. Bilar in Baar who acted then as agents for us in respect of Lucas Sithole.

On 23rd July, 1988, our former house in Northcliff was again advertised as a show house in the Sunday Star, priced at R175'000, offered by Megaland.

We were still awaiting a reply in connection with my application for emigration to Australia. Françoise did not spend Christmas with us; she was in Plettenberg Bay on a Beach Mission."

1988

Caroline und ihre 3 Kinder unternahmen eine illegale Mitternachtsaktion, bei der sie durch Roosevelt bis nach Melville fuhren und politische Plakate von der AWB zum ANC stahlen (Abstimmung über die zukünftige Richtung der südafrikanischen Politik).

Am 20. Januar 1988 verbrachten Caroline und uncle Fernand einen wunderschönen Abend zu Hause, ihre Kinder hatten den Tisch schön gedeckt, und sie genossen ein köstliches Abendessen zu ihrem 20. Hochzeitstag!

Caroline strickte einen grauen Fair-Isle-Pullover mit Rentieren und Schneeflocken für Françoises 18. Geburtstag. Fafa bekam ebenfalls den Mini Morris.

Am 23. Juni 1988 schrieb Fernand Francis einen Brief an Marie-Louise Wirth, Martins-Mühle, CH-8181 Hochfelden, in dem er auf ein kürzliches Treffen mit ihr bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit in der Schweiz und in Frankfurt a.M. Bezug nahm. Zu dieser Zeit versuchte er zunächst, ihre grosse Sammlung südafrikanischer Kunst über Sotheby's Zürich zu veräussern, und im Erfolgsfall wäre es ihm möglich gewesen, in die Schweiz umzuziehen und dort tätig zu werden. Uncle Fernand nahm auch ein grösseres Werk von Lucas Sithole, LS8801, mit ins Flugzeug, das er bei ihr liess, später wurde es von Frau S. Bilar in Baar abgeholt, die damals für sie in Bezug auf Lucas Sithole als Agentin fungierte.

Am 23. Juli 1988 wurde ihr ehemaliges Haus in Northcliff erneut in der Sunday Star als Schauhaus inseriert, zum Preis von R175'000, angeboten von Megaland.

Sie warteten noch auf eine Antwort auf seinen Antrag zur Auswanderung nach Australien. Françoise verbrachte Weihnachten nicht bei ihnen; sie war in Plettenberg Bay bei einer Strandmission.


1989

Pres. Botha suffers heart attack. F.W. de Klerk was inaugurated as State President September 1989. New era of reform begins, release of political Apartheid laws, begin of constitutional talks.

"Françoise gave her brother her Mini Morris.

On 18th February, 1989, Françoise and I flew by Swissair to Zurich. In the plane we sat next to an elderly person who recommended that she should visit JMEM (YWAM) at Lyss. After calling on my school friend Sonja Schoch and her husband Paco at the Zurich Zoo, where she had been Personal Secretary to the Director for many years, we went to Berne and Hasli. Soon thereafter, we travelled to Lyss and saw the set-up at JMEM. As a result Françoise joined them and worked there as house help for 3 months, cleaning and peeling veggies. She then joined Kings Kids Switzerland for 2 months.

I then called on the Australian Embassy in Berne, asking how long it would take as a Swiss to get an emigration permit for Australia. The Indian-looking staff member at the Australian Embassy asked to see my pass. He noticed that it had been issued in Johannesburg, and promptly blurted out that as I was living in South Africa, it would take 2-3 years longer than he had just mentioned before knowing my residence! He was very rude about South Africa and my living there, and I got very cross about this. I returned to Johannesburg on 5th March.

For the twins 16th birthday in March 1989 we went to see a film on Pavarotti in Orange Grove, it was not appreciated by all! This was followed by dinner at a neighbouring Chinese Restaurant; there were bow-tie biscuits for dessert!

Françoise informed the family she was not coming back, so I left Jan Smuts on 12th August to discuss matters with her, but to no avail; I was back in Johannesburg on 23rd August, very cross, and in her words then, she said she had been disowned by her father. At that time, Caroline had a major operation and was in hospital. 

Henriette was reconfirmed at the Trinity Methodist Church near us; she held a speech which her Mum only attended, in which she publicly stated that she was unhappy with her confirmation at St. Peter's in 1985!

The rest of the family had Christmas at Roosevelt Park; it was a disaster, the twins boycotted it and sulked!"


1989

Präsident Botha erleidet Herzinfarkt. F.W. de Klerk wurde im September 1989 als Staatspräsident vereidigt. Eine neue Ära der Reform beginnt, Freilassung der politischen Apartheid-Gesetze, Beginn der Verfassungsgespräche.

Françoise gab ihrem Bruder ihren Mini Morris.

Am 18. Februar 1989 flogen Françoise und uncle Fernand mit Swissair nach Zürich. Im Flugzeug sassen sie neben einer älteren Person, die empfahl, dass sie JMEM - Jugend Mit Einer Mission - (YWAM: Youth With A Mission) in Lyss besuchen sollte. Nach dem Besuch seiner Schulfreundin Sonja Schoch und ihres Mannes Paco im Zürcher Zoo, wo sie viele Jahre persönliche Sekretärin des Direktors gewesen war, reisten sie weiter nach Bern und Hasli. Kurz darauf fuhren sie nach Lyss und sahen sich die Einrichtung bei JMEM an. Daraufhin trat Françoise ihnen bei und arbeitete dort 3 Monate als Haushaltshilfe, putzend und Gemüse schälend. Danach arbeitete sie 2 Monate bei Kings Kids Switzerland.

Uncle Fernand besuchte daraufhin die australische Botschaft in Bern und fragte nach, wie lange es als Schweizer dauern würde, eine Auswanderungserlaubnis für Australien zu bekommen. Das indisch aussehende Mitglied des Personals der australischen Botschaft wollte seinen Pass sehen. Er bemerkte, dass er in Johannesburg ausgestellt worden war, und platzte sofort heraus, dass es, da Fernand Francis in Südafrika lebte, 2-3 Jahre länger dauern würde, als er gerade erwähnt hatte, bevor er seinen Wohnsitz kannte! Er war sehr unhöflich gegenüber Südafrika und seinem Leben dort, was uncle Fernand sehr wütend machte. Am 5. März kehrte er nach Johannesburg zurück.

Zum 16. Geburtstag der Zwillinge im März 1989 gingen sie nach Orange Grove, um einen Film über Pavarotti zu sehen, was nicht von allen geschätzt wurde! Danach gab es Abendessen in einem benachbarten chinesischen Restaurant; zum Nachtisch gab es Schleifen-Kekse!

Françoise teilte der Familie mit, dass sie nicht zurückkommen würde, also verliess uncle Fernand Jan Smuts am 12. August, um Angelegenheiten mit ihr zu besprechen, jedoch ohne Erfolg; er war am 23. August wieder in Johannesburg, sehr verärgert, und in ihren Worten sagte Fafa damals, dass sie von ihrem Vater enterbt worden sei.
Zu dieser Zeit hatte Caroline eine grössere Operation und war im Krankenhaus.

Henriette wurde in der Trinity Methodist Church in ihrer Nähe erneut konfirmiert; sie hielt eine Rede, an der nur ihre Mutter teilnahm, in der sie öffentlich erklärte, dass sie mit ihrer Konfirmation 1985 in St. Peter’s unzufrieden gewesen sei!

Der Rest der Familie feierte Weihnachten in Roosevelt Park; es war eine Katastrophe, die Zwillinge boykottierten es und schmollten!


















1990-1993
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3.24.  Das Gestern, das heute ist – 1990-1993.
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1990

Mandela was let out of prison on 11th February, 1990


"Caroline worked in the mornings at Gallery 21, during the afternoon she was taxi driver for the family. We had an old red car, a Datsun, with a tear in front and the street showing through the floor, the children refused to be dropped in front of the school, we had to stop around the corner. We also had a beige Datsun which had belonged to my Mother, in addition to the Morris 1100 which had belonged to my Father.

For the twins 17th birthday in March, 1990, we went to R.A.U. to listen to some musicians and performers from South America - our son remembered the one Banjo player, also that Caroline wore a stunning long dress.

Australia - no go!

It took 4.5 years for the Australian Embassy in Pretoria to advise me on 5th June, 1990, that my application of 17th December, 1985, for migrant entry to Australia under the concessional family category had been unsuccessful (I needed 80 points to get in, got only 0 for age, 20 for skills, 15 for education, 20 for employability and 15 as concessional points!) - so Switzerland was the next again!

On 21st June, 1990, we were guests at a dinner party held by Alphons Frey, Consul General of Switzerland in Johannesburg, at his home, 56 Westcliff Drive, Westcliff."


1990

Mandela wurde am 11. Februar 1990 aus dem Gefängnis entlassen.


Caroline arbeitete morgens in der Galerie 21, nachmittags war sie Taxifahrerin für die Familie. Sie hatten ein altes rotes Auto, einen Datsun, mit einem Riss vorne und dem Strassenbelag, der durch den Boden zu sehen war; die Kinder weigerten sich, direkt vor der Schule abgesetzt zu werden, sie mussten um die Ecke halten. Sie hatten auch einen beigen Datsun, der Omama gehört hatte, zusätzlich zum Morris 1100, der Opapa gehört hatte.

Zum 17. Geburtstag der Zwillinge im März 1990 gingen sie zur R.A.U., um einige Musiker und Künstler aus Südamerika zu hören - Alex erinnerte sich an den einen Banjo-Spieler, ausserdem trug Caroline ein atemberaubendes langes Kleid.

Australien - keine Chance!

Es dauerte 4.5 Jahre, bis ihn die Australische Botschaft in Pretoria am 5. Juni 1990 darüber informierte, dass sein Antrag vom 17. Dezember 1985 auf Einwanderung nach Australien unter der konzessionalen Familienkategorie erfolglos gewesen war (uncle Fernand brauchte 80 Punkte, um aufgenommen zu werden, erhielt jedoch nur 0 Punkte für Alter, 20 für Fähigkeiten, 15 für Ausbildung, 20 für Beschäftigungsfähigkeit und 15 als konzessionale Punkte!) - also war die Schweiz wieder die nächste Option!

Am 21. Juni 1990 waren sie Gäste bei einem Abendessen, das Alphons Frey, Generalkonsul der Schweiz in Johannesburg, in seinem Haus, 56 Westcliff Drive, Westcliff, veranstaltete.

"We got an invitation from Paul and Mariekathrin Gmür to attend a family gathering at their home at Via Valmara 9, Brissago, on 30th June, 1990, which we had to turn down. On 5th September, 1990, Mariekathrin Gmür-Henggeler, aged 71, died in Zurich from a heart failure.

Our son attended confirmation classes at the Trinity Methodist Church near us, but on confirmation date, he realised that confirmation isst not biblically based, so he never reconfirmed.

Françoise was registered at the Albert-Ludwig-Universität, Freiburg i.Br. from 1st October, 1990 (WS 90/91) to 30th September, 1991 (SS 91), commuting between Basel and Freiburg i.Br.

In November, Hen wrote matric with distinction in maths and history, she was a Prefect and went to Natal with her four friends as an after matric holiday. The Extra-Curricular Centre for Highly Gifted Pupils did a career test and recommended architecture to Henriette which thrilled her. She then did a one-week stint with one of the top architectral firms in Rosebank - François Pienaar of Meyer, Pienaar, Smith, Moren Inc.

We had a few burglaries over time, so decided to install a burglar proofing on windows and doors. The last attempt of a burglary failed somehow, as the burglar/s left a pile of cameras, TV and the like, near the door to the living room, being somehow disturbed in his/their action."

Sie erhielten eine Einladung von Paul und Mariekathrin Gmür, an einem Familientreffen in ihrem Haus in der Via Valmara 9, Brissago, am 30. Juni 1990 teilzunehmen, die uncle Fernand und Caroline jedoch ablehnen mussten. Am 5. September 1990 starb Mariekathrin Gmür-Henggeler, 71 Jahre alt, in Zürich an Herzversagen.

Alex nahm am Konfirmationsunterricht in der Trinity Methodist Church in ihrer Nähe teil, aber am Konfirmationstag erkannte er, dass die Konfirmation nicht biblisch basiert, weshalb er sich nie erneut konfirmieren liess.

Françoise war vom 1. Oktober 1990 (WS 90/91) bis zum 30. September 1991 (SS 91) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. immatrikuliert und pendelte zwischen Basel und Freiburg i.Br.

Im November schrieb Hen das Abitur mit Auszeichnung in Mathematik und Geschichte, sie war eine Prefektin und reiste mit ihren vier Freundinnen nach Natal als Ferien nach dem Abitur. Das ausserschulische Zentrum für hochbegabte Schüler führte einen Berufstest durch und empfahl Henriette die Architektur, was sie begeisterte. Anschliessend absolvierte sie ein einwöchiges Praktikum bei einer der führenden Architekturfirmen in Rosebank - François Pienaar von Meyer, Pienaar, Smith, Moren Inc.

Im Laufe der Zeit hatten sie einige Einbrüche, deshalb beschlossen sie, ein einbruchssicheres System an Fenstern und Türen zu installieren. Der letzte Einbruchsversuch scheiterte irgendwie, da der/die Einbrecher einen Haufen Kameras, Fernseher und Ähnliches in der Nähe der Tür zum Wohnzimmer zurückliessen und irgendwie in ihrem Vorhaben gestört wurden.

1991

"We were still at 101 Anton van Wouw Street in Roosevelt Park, Johannesburg; our rent had shot up to R966 p.m.

On 16th January, 1991, Karl Ulrich Gmür died in Zurich aged 69, after a severe sickness.

Henriette completed an elementary typing course with "Norite" in February, 1991. Caroline knitted a black jersey for her son's 18th birthday and a long cardigan for Hen's 18th birthday.

I made a very big sale at the gallery and took it as a sign from above giving blessing on Hen's trip. A welcome tantième was given to St. Peter's Church who had been praying for money to fix their roof or get them a computer. My condition was it could not be used for a computer or such equipment, only for the building.

On 4th March, 1991, we sold Françoise's holdings in De Beers (which she got in 1970) through Martin & Co. for R3'378  net which she reinvested into a sculpture by Lucas Sithole on my recommendations, LS8907.

On 18th March, 1991, I and Henriette left Jan Smuts for Zurich, staying at the Hotel Bristol for 2 nights, on 21st we were at Hasli, then over weekend we were going via Basel to Freiburg im Breisgau. Henriette had had an interview with the Registrar at the ETH and was told she would first have to learn German at the University in Freiburg i.Br. where Françoise had studied full-time (she was told to only have German speaking boyfriends, it would make it easier for her!), then she would have to get a Swiss matriculation exemption certificate before she could study architecture at the ETH. I remember that Françoise, Hen and I walked for hours through the fields and rivers to view a potential accommodation - it was not an easy time for her!

On 2nd April, 1991, she duly registered at the Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg i.Br., as a "Gasthörer" during the summer semester, in order to "broaden her knowledge of the German language".

I returned to Johannesburg alone on 15th April, 1991."


1991


Sie lebten immer noch in der Anton-van-Wouw-Strasse 101 in Roosevelt Park, Johannesburg; ihre Miete war auf R966 pro Monat gestiegen.

Am 16. Januar 1991 starb Karl Ulrich Gmür in Zürich im Alter von 69 Jahren nach einer schweren Krankheit.

Henriette absolvierte im Februar 1991 einen Grundkurs im Maschineschreiben bei "Norite". Caroline strickte ein schwarzes Trikot zum 18. Geburtstag von Alex und einen langen Cardigan für Hens 18. Geburtstag.

Uncle Fernand machte einen sehr grossen Verkauf in der Galerie und nahm es als ein Zeichen von oben, das Hen unterwegs segnete. Eine willkommene Tantième wurde der St. Peter-Kirche gegeben, die dafür gebetet hatte, Geld für die Reparatur ihres Daches oder für die Anschaffung eines Computers zu bekommen. Fernand Francis' Bedingung war, dass es nicht für einen Computer oder dergleichen Geräte verwendet werden dürfe, sondern nur für das Gebäude.

Am 4. März 1991 verkauften sie Françoises Beteiligungen an De Beers (die sie 1970 erhalten hatte) über Martin & Co. für netto R3'378, die sie auf Empfehlung ihres Vaters hin in eine Skulptur von Lucas Sithole reinvestierte, LS8907.

Am 18. März 1991 verliessen Henriette und uncle Fernand Jan Smuts Richtung Zürich und übernachteten für 2 Nächte im Hotel Bristol. Am 21. waren sie in Hasli, und über das Wochenende fuhren sie über Basel nach Freiburg im Breisgau. Henriette hatte ein Gespräch mit dem Sekretär der ETH und wurde informiert, dass sie zuerst Deutsch an der Universität in Freiburg i.Br. lernen müsse, wo Françoise in Vollzeit studiert hatte (man sagte ihr, sie solle nur deutschsprachige Freunde haben, das würde es ihr erleichtern!), danach müsse sie ein Schweizer Maturitätsbefreiungszeugnis erhalten, bevor sie an der ETH Architektur studieren könne. Uncle Fernand erinnert sich, dass Françoise, Hen und er stundenlang durch Felder und Flüsse gingen, um eine mögliche Unterkunft zu besichtigen - es war keine einfache Zeit für Hen!

Am 2. April 1991 schrieb sie sich ordnungsgemäss an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. als „Gasthörerin“ für das Sommersemester ein, um „ihre Kenntnisse der deutschen Sprache zu erweitern“.

Fernand Francis kehrte am 15. April 1991 allein nach Johannesburg zurück.

"On 28th June, 1991, as a follow-up on our telephonic conversation Mid-March, I wrote to Dennis Vennos from the Private School Dr. V. Junod, Mühlegasse 14, Zurich, to send Henriette in Basel the necessary documentation so that she could do a preparatory course (Winter 91/92) to enable her to pass the reduced entry examination for architecture at the ETH (this course would begin on 8th October, 1991, and last till 28th February, 1992, the examination by the ETH would take place between 2nd and 12th March, 1992). The course cost CHF4'800, payable in six monthly instalments, part of which we paid from SA, part from my account in Zurich. Henriette was going to stay at Paul Gmür's house at Susenbergstrasse 103, in their visitor's room which used to be originally Regula's room, as from September, 1991.

During August, 1991, having left Freiburg i.Br. and before starting at Junod, Henriette went on an extended bicycle trip all across Germany to the North Sea, in order to learn German on the spot!

The times were again very bad, there was no money, but I made another unexpected small sale which I tried to read as a sign from above that it would help to bring our son to Europe, as the last of our children. But he did not want to live in Europe, as he had his friend in Johannesburg (I had to present the trip as a holiday with open end return date and hope this affair would die out).

On 8th October, 1991, we arranged a solo show by Lucas SITHOLE, the first in two years. Lucas had not been to Johannesburg for the past 12 months, preferring to be far away from the trouble spots. They were very powerful works, lost in South Africa. We sent 3'000 invitations out, only 48 people came to the opening, there were 3 sales, of which two had been concluded some time before the opening, and were intended for a collector in Europe. It was not surprising that with all these troubles, Lucas left the very same opening night to travel 7.5 hours from Johannesburg to his home near Pongola!" 

Am 28. Juni 1991, als Folge ihres Telefongesprächs Mitte März, schrieb uncle Fernand an Dennis Vennos von der Privatschule Dr. V. Junod, Mühlegasse 14, Zürich, um Henriette in Basel die notwendigen Unterlagen zu senden, damit sie einen Vorbereitungskurs (Winter 91/92) absolvieren konnte, um die reduzierte Aufnahmeprüfung für Architektur an der ETH zu bestehen (dieser Kurs sollte am 8. Oktober 1991 beginnen und bis zum 28. Februar 1992 dauern, die Prüfung durch die ETH würde zwischen dem 2. und 12. März 1992 stattfinden). Der Kurs kostete 4'800 CHF, zahlbar in sechs monatlichen Raten, von denen ein Teil über SA und ein Teil von Fernand Francis' Konto in Zürich bezahlt wurde. Henriette würde ab September 1991 im Haus von Paul Gmür in der Susenbergstrasse 103 in ihrem Gästezimmer wohnen, das ursprünglich Regulas Zimmer war.

Im August 1991, nachdem sie Freiburg i.Br. verlassen hatte und bevor sie bei Junod anfing, machte Henriette eine ausgedehnte Fahrradtour quer durch Deutschland bis zur Nordsee, um die deutsche Sprache vor Ort zu lernen!

Die Zeiten waren wieder sehr schlecht, es gab kein Geld, aber uncle Fernand machte einen weiteren unerwarteten kleinen Verkauf, den er als ein Zeichen von oben zu deuten versuchte, dass es helfen würde, Alex als das letzte ihrer Kinder nach Europa zu bringen. Aber er wollte nicht in Europa leben, da er seinen Freund in Johannesburg hatte (Fernand Francis musste die Reise als Urlaub mit offenem Rückgabedatum darstellen und hoffen, dass diese Angelegenheit sich erledigen würde).

Am 8. Oktober 1991 organisierten sie eine Einzelausstellung von Lucas SITHOLE, die erste seit zwei Jahren. Lucas war in den vergangenen 12 Monaten nicht in Johannesburg gewesen, da er es vorzog, weit weg von den Problemzonen zu sein. Es waren sehr kraftvolle Werke, in Südafrika verloren. Sie verschickten 3'000 Einladungen, nur 48 Personen kamen zur Eröffnung, es gab 3 Verkäufe, von denen zwei bereits einige Zeit vor der Eröffnung abgeschlossen worden waren und für einen Sammler in Europa bestimmt waren. Es war nicht überraschend, dass Lucas angesichts all dieser Probleme noch in der gleichen Eröffnungsnacht aufbrach, um die 7.5 Stunden von Johannesburg nach Hause in der Nähe von Pongola zu reisen!

Not funny!

"On 30th October, 1991, I wrote to my Mother stating inter alia: 'Here, it is not funny. The economy, politics, and the art scene, everything is in disarray. There is no money left, every week one can see marches in front of our building, this way, that way. Nothing can be sold any more; the tourists are now young people with their rucksack on their back, not our former clientèle. Every day, there are approximately 40 attacks in Johannesburg alone. I have to reduce the size of the gallery, the overheads and insurances in order to survive till next year, and probably give notice to Steven. Luckily our son was finishing his studies; he was busy writing his matric and is meant to start a bank apprenticeship in January 1992.'

On 18th November, 1991, Françoise registered with the University of Basel in order to study for a Phil. I. degree.

On 27th November, 1991, "The Citizen" from Johannesburg reported: "Mr Average is now worse off than in 1975".

We got an invitation to a Dinner and Dance on the 30th November, 1991, on the occasion of the opening of the NFO XI Home Ground and Pavilion at Randjesfontein, as well as to attend the cricket games that week-end with the family. Caroline Lorentz Albu phoned me especially about this, but I had to regret much to her disappointment. I had absolutely no clue about cricket, nor did I feel inclined to mix with people at this time of my life in view of the general problems I had to face at present.

On 9th December, I wrote to my Mother about the forthcoming trip and mentioned that our son had recently been doing woodwork with Mr Albrecht, a cabinet maker; this was coming to an end shortly due to the trade holidays. Caroline and he were then going to make a farewell trip to Flora and Bergville and bring back Granny Nicholson from Bergville to stay with Caroline over the holidays, in addition Ava and Daphne were living not far from our home.

On 10th December, 1991, I sold all the units in the Standard Bank Gold Fund held by the twins jointly. Our son got a first class matric - I left with him on 21st December, 1991, and took him via Hasli to Basel and introduced him to Voellmy and Lachenmeyer, as well as to the Athletics Club.

Françoise and Fernand got engaged on Christmas Eve in 1991."

Nicht lustig!

Am 30. Oktober 1991 schrieb uncle Fernand Omama unter anderem: 'Hier ist es nicht lustig. Die Wirtschaft, die Politik und die Kunstszene, alles ist durcheinander. Es ist kein Geld mehr da, jede Woche kann man Märsche vor unserem Gebäude sehen, mal hier, mal dort. Nichts kann mehr verkauft werden; die Touristen sind jetzt junge Leute mit Rucksack auf dem Rücken, nicht unsere früheren Kunden. Jeden Tag gibt es allein in Johannesburg ungefähr 40 Angriffe. Ich muss die Grösse der Galerie, die laufenden Kosten und Versicherungen reduzieren, um bis zum nächsten Jahr zu überleben und wahrscheinlich Steven kündigen. Zum Glück war Alex am Ende seines Studiums; er war beschäftigt, sein Abitur zu schreiben, und soll im Januar 1992 eine Bankausbildung beginnen.'

Am 18. November 1991 schrieb sich Françoise an der Universität Basel ein, um für einen Phil. I.- Abschluss zu studieren.

Am 27. November 1991 berichtete "The Citizen" aus Johannesburg:
"Herr Durchschnitt ist jetzt schlechter dran als 1975".


Sie erhielten eine Einladung zu einem Dinner und Tanz am 30. November 1991 anlässlich der Eröffnung des NFO XI Heimstadions und des Pavillons in Randjesfontein, sowie zur Teilnahme an den Cricket-Spielen an diesem Wochenende mit der Familie. Caroline Lorentz Albu rief uncle Fernand dafür extra an, aber er musste ihr zu ihrer grosser Enttäuschung absagen. Er hatte absolut keine Ahnung von Cricket, noch fühlte er sich zu dieser Zeit seines Lebens geneigt, sich mit Menschen zu vermischen, angesichts der allgemeinen Probleme, denen er derzeit gegenüberstand.

Am 9. Dezember schrieb uncle Fernand Omama über die bevorstehende Reise und erwähnte, dass Alex kürzlich mit Herrn Albrecht, einem Möbeltischler, Holzarbeiten gemacht hatte; dies würde aufgrund der Feiertage im Handwerk bald enden. Caroline und er würden dann eine Abschiedsreise nach Flora und Bergville machen und Oma Nicholson von Bergville abholen, damit sie über die Feiertage bei Caroline bleibt; zusätzlich lebten Ava und Daphne nicht weit von ihrem Zuhause entfernt.

Am 10. Dezember 1991 verkaufte Fernand Francis alle von den Zwillingen gemeinsam gehaltenen Anteile des Standard Bank Gold Fund. Alex erhielt ein erstklassiges Abitur - uncle Fernand verliess Johannesburg am 21. Dezember 1991 mit ihm und führte ihn über Hasli nach Basel, wo er ihn Voellmy und Lachenmeyer sowie dem Leichtathletikverein vorstellte.

Françoise und mein Bruder Fernand verlobten sich am Heiligabend 1991.


1992


"I returned to Switzerland on 11th January, 1992.

We were still living at 101 Anton van Wouw Street in Roosevelt Park, Johannesburg. Our rent had gone up to R1'062 p.m.

My cousin Paul Gmür from Zurich contacted me telephonically on the 3rd March, 1992, as he was concerned about my Mother who had problems at Hasli (and who must have contacted him directly). I replied in writing, setting out the situation as I saw it from my side, mentioning inter alia that Hasli had been on the market for some time, also reporting on the current security situation in Johannesburg.

Our son returned unexpectedly to South Africa on 7th March, 1992.

On 4th April, 1992, my brother Henri wrote about his desperate financial situation in Hasli and mentioned that Henri Paul and Omama would be moving to smaller places shortly.

On 30th June, 1992, I mentioned in a letter from Johannesburg to my Mother that 'the situation here is getting desperate, no sales during December or March, and if I could have gone bust a second time in my life, that was it at the end of March. So I decided to get rid of everything at throw-away-prices, and that has saved us from another disaster, at the least for the time being, but I still have a long way to go to be flush like at the beginning of 1991.'

I also mentioned that I hoped that by the middle of next year, lots would have changed with us, what it was exactly, I did not know, but I was getting sick of South Africa. I also mentioned that our cat Mimi was no more, nor Purr, we only had Heidi aged about 14 years and our rabbit, Graphite.

On 21st July, 1992, the Basler Zeitung in Switzerland reported 'In Südafrika nimmt die längste Wirtschaftsrezession seit dem 2. Weltkrieg kein Ende'."


1992


Uncle Fernand kehrte am 11. Januar 1992 in die Schweiz zurück.

Sie wohnten immer noch in der Anton-van-Wouw-Strasse 101 in Roosevelt Park, Johannesburg. Ihre Miete war auf R1'062 pro Monat gestiegen.

Sein Cousin Paul Gmür aus Zürich kontaktierte ihn am 3. März 1992 telefonisch, da er sich wegen Omama sorgte, die Probleme in Hasli hatte (und die ihn wahrscheinlich direkt kontaktiert hatte). Uncle Fernand antwortete schriftlich, indem er die Situation aus seiner Sicht darlegte, unter anderem erwähnte, dass Hasli schon seit einiger Zeit auf dem Markt war, sowie über die aktuelle Sicherheitslage in Johannesburg berichtete.

Alex kehrte am 7. März 1992 unerwartet nach Südafrika zurück.

Am 4. April 1992 schrieb Papa über seine verzweifelte finanzielle Lage in Hasli und erwähnte, dass mein Bruder Henri Paul und Omama in Kürze in kleinere Wohnungen umziehen würden.

Am 30. Juni 1992 erwähnte uncle Fernand in einem Brief aus Johannesburg an Omama, dass "die Lage hier verzweifelt wird, keine Verkäufe im Dezember oder März, und wenn ich ein zweites Mal in meinem Leben Pleite gehen könnte, dann war es das Ende März. Also beschloss ich, alles zu Schleuderpreisen loszuwerden, und das hat uns zumindest vorübergehend vor einer weiteren Katastrophe bewahrt, aber ich habe immer noch einen langen Weg vor mir, um wieder so flüssig zu sein wie zu Beginn des Jahres 1991."

Uncle Fernand erwähnte auch, dass er hoffte, dass bis zur Mitte des nächsten Jahres bei ihnen vieles anders sein würde, was genau, wusste er nicht, aber er hatte Südafrika satt. Er erwähnte auch, dass ihre Katze Mimi nicht mehr da lebte, ebenso wenig Purr; sie hatten nur noch Heidi, etwa 14 Jahre alt, und ihr Kaninchen Graphite.

Am 21. Juli 1992 berichtete die Basler Zeitung in der Schweiz: "In Südafrika nimmt die längste Wirtschaftsrezession seit dem 2. Weltkrieg kein Ende."


"I trust the Lord we shall be guided to do the right thing at the right time!

On 20th August, 1992, I wrote my Mother stating 'No week goes by without Blacks marching up and down town, passing in front of our building (Victory House). It is no wonder people do not come and though we had a few clients from overseas during the past two months, they are the smaller buyers, not the big business people like in the past. Today, over lunch-time, we had about 10'000 workers passing by, demanding higher wages etc., this follows on the 2-day stay-away recently and additional strikes.' I concluded 'Anyway, I trust the Lord that we shall be guided to do the right thing at the right time.'

On 26th August, 1992, the Star from Johannesburg reported 'Poor whites return to haunt South Africa's Paradise lost!'

In September, 1992, Bishop Frederick Amoore from Bloemfontein had supper with us and our son to find out where he wanted to  got, as he was interested in being trained for full time Christian work. Our son did not carry on with the contact, though he was again approached by the Rev. Charles May during the following year, on 23rd February.

We were in our minds getting ready to leave Johannesburg.

On 20th September, 1992, Henriette came out from Switzerland to visit us (she had been staying for a few months in a room at home of my cousin Paul Gmür); she and Caroline travelled to the Free State and Natal to see the family. Henriette then visited her best friend in Grahamstown for a few days and returned to Europe on 23rd October via Luxembourg.

On 15th October, 1992, I sent Hen her share of proceeds from the sale of Standard Bank Fund units.

Henriette, having successfully passed her entrance exams (68.1%) in October 1992, registered as a student in the Department of Architecture of the ETH on 26th October, 1992. She got a bursary from Solothurn for the next few years, until she had finished her studies at the ETH.

On 19th October, 1992, I wrote to my friend Sonja Schoch in Zurich 'Geschäftlich war's in 31 Jahren noch nie so schlecht. Die geldkräftigen Sammler sind nach Europa, Australien oder Kanada ausgereist, die übrigen Sammler kaufen keine Kunst mehr, und unsere alten Kunden von Europa und den V.S.A kommen auch nicht mehr.'

In October, 1992, Inkatha's Freedom Party President Mangosuthu Buthelezi lead the singing as an estimated 20'000 Zulus marched through Johannesburg, defying a ban on the carrying of traditional weapons in public.

On 29th November, 1992, the Sunday Times, Johannesburg, reported 'Sorry plight of million Whites hit by recession, almost one million White South Africans are leaving below the breadline.'

We spent Christmas 1992 at home, with a happy son."


"Ich vertraue dem Herrn, dass wir geleitet werden, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun!"

Am 20. August 1992 schrieb uncle Fernand Omama: "Keine Woche vergeht, ohne dass Schwarze durch die Stadt marschieren, an unserem Gebäude (Victory House) vorbeigehen. Es ist kein Wunder, dass die Leute nicht kommen, und obwohl wir in den letzten zwei Monaten ein paar Kunden aus dem Ausland hatten, sind dies die kleineren Käufer, nicht die grossen Geschäftsleute wie früher. Heute, zur Mittagszeit, hatten wir etwa 10'000 Arbeiter, die vorbeigingen und höhere Löhne usw. verlangten; dies folgt auf den kürzlichen zweitägigen Arbeitsausstand und zusätzliche Streiks." Uncle Fernand schloss mit den Worten: "Wie auch immer, ich vertraue dem Herrn, dass wir geleitet werden, zur richtigen Zeit das Richtige zu tun."

Am 26. August 1992 berichtete der Star aus Johannesburg: "Arme Weisse kehren zurück, um Südafrikas verlorenes Paradies heimzusuchen!"

Im September 1992 hatte Bischof Frederick Amoore aus Bloemfontein mit ihnen und Alex Abendessen, um herauszufinden, wohin er gehen wollte, da er daran interessiert war, für die Vollzeitarbeit im christlichen Dienst ausgebildet zu werden. Alex setzte den Kontakt jedoch nicht fort, obwohl er im folgenden Jahr am 23. Februar erneut vom Pfarrer Charles May angesprochen wurde.

Sie bereiteten sich innerlich darauf vor, Johannesburg zu verlassen.

Am 20. September 1992 kam Henriette aus der Schweiz zu ihnen, um sie zu besuchen (sie hatte einige Monate in einem Zimmer bei uncle Fernands Cousin Paul Gmür gewohnt); sie und Caroline reisten in die Freistaat- und Natal-Region, um die Familie zu besuchen. Henriette besuchte dann für ein paar Tage ihre beste Freundin in Grahamstown und kehrte am 23. Oktober über Luxemburg nach Europa zurück.

Am 15. Oktober 1992 schickte uncle Fernand Hen ihren Anteil am Erlös aus dem Verkauf von Standard Bank Fondseinheiten.

Henriette, die im Oktober 1992 ihre Aufnahmeprüfungen erfolgreich bestanden hatte (68,1 %), schrieb sich am 26. Oktober 1992 als Studentin in der Abteilung für Architektur der ETH ein. Sie erhielt für die nächsten Jahre ein Stipendium von Solothurn, bis sie ihr Studium an der ETH abgeschlossen hatte.

Am 19. Oktober 1992 schrieb Fernand Francis seiner Freundin Sonja Schoch in Zürich: „Geschäftlich war's in 31 Jahren noch nie so schlecht. Die geldkräftigen Sammler sind nach Europa, Australien oder Kanada ausgereist, die übrigen Sammler kaufen keine Kunst mehr, und unsere alten Kunden aus Europa und den USA kommen auch nicht mehr.“

Im Oktober 1992 führte der Präsident der Inkatha-Freedom-Partei, Mangosuthu Buthelezi, den Gesang an, als schätzungsweise 20'000 Zulu durch Johannesburg marschierten und damit ein Verbot des öffentlichen Tragens traditioneller Waffen missachteten.

Am 29. November 1992 berichtete die Sunday Times in Johannesburg: "Trauriges Schicksal von Millionen Weissen, die von der Rezession getroffen werden, fast eine Million weisse Südafrikaner lebt unterhalb der Armutsgrenze."

Sie verbrachten Weihnachten 1992 zu Hause, mit einem glücklichen Alex..


Good-bye South Africa!

1993

Min. de Klerk and Mandela receive the Nobel Peace Price

"Our son kept on suggesting he could take over our house and start a commune. It was difficult to make him understand it was not our own house, and that the owner would not want a commune.

On 18th January 1993, I joined the Solidarity Fund for Swiss Abroad, so that I would be covered at a reduced rate for medical expenses whilst in Switzerland on leave and upon my final return, this at the premium of CHF312 p.m., which uncluded a political risk cover. I had to acquire an "Anteilschein" in the Fond (no. 30687).

On 5th February, the Swiss Consulate in Johannesburg enquired about Henriette's registration for purposes of the AHV and the like; I wrote that she had been registered in Regensdorf since 10th December, 1992.

As from 31st March, 1993, we had no more staff at Gallery 21 in Victory House, the premises had been reduced from originally 195m² by 2/3 retaining only the main exhibition room and adjoining small office as we still needed space to do our fund raising operations for the PELMAMA ACADEMY* in Soweto, besides storing the many works by Lucas SITHOLE.
*(From 1981-1984, Caroline and I regularly drove to Soweto on Saturday afternoons - in total 23 times - to attend meetings of trustees of the Pelmama Art, Dance & Music Workshop at the Mofolo Art Centre. I did many more trips to Soweto and Pretoria before and in between to meet various people and authorities, in preparation of the establishment of the PELMAMA ACADEMY SOWETO as a Technical College).

On 22nd May, 1993, I flew from Johannesburg to Zurich with SR287. I did an exploratory trip in Switzerland in order to establish where we would be staying in Switzerland, what work was available and what support we could get.

I stayed a while in Beatenberg at my mother's flat, on the couch in her living room on the ground level; I met the owner of the chalet, Mme de la Motte from Bruxelles and arranged a lease on the upper floor of Châlet Sunnsyte, Beatenberg, which happened to be available then.

At the same time, I was registered at the commune of Beatenberg as "arbeitslos", as from May 1993.

I was in Basel over Father's day, 20th June, 1993. Our two daughters Françoise and Henriette invited me to the Circus Knie in Olten; my brother Henri and his sons Henri and Fernand were also present.

We also went the the ZOO in Basel, with Françoise, Fernand, Henri jr and senior and Monique."


Auf Wiedersehen, Südafrika!

1993

Min. de Klerk und Mandela erhalten den Friedensnobelpreis

Alex schlug immer wieder vor, dass er ihr Haus übernehmen und eine Kommune gründen könnte. Es war schwierig, ihm klarzumachen, dass es nicht ihr eigenes Haus war und dass der Besitzer keine Kommune wollte.

Am 18. Januar 1993 trat uncle Fernand dem Solidaritätsfonds für Schweizer im Ausland bei, damit er zu einem ermässigten Tarif für medizinische Ausgaben während seines Aufenthalts in der Schweiz und nach seiner endgültigen Rückkehr abgesichert wäre, zu einer Prämie von CHF 312 pro Monat, die eine politische Risikoversicherung einschloss. Er musste einen „Anteilschein“ im Fonds (Nr. 30687) erwerben.

Am 5. Februar erkundigte sich das Schweizer Konsulat in Johannesburg nach Henriettes Anmeldung zu Zwecken der AHV und ähnlichem; Fernand Francis schrieb, dass sie seit dem 10. Dezember 1992 in Regensdorf registriert sei.

Ab dem 31. März 1993 hatten sie kein Personal mehr in der Galerie 21 im Victory House, die Räumlichkeiten waren von ursprünglich 195m² um zwei Drittel reduziert worden, wobei nur die Haupträumlichkeiten für Ausstellungen und das angrenzende kleine Büro erhalten blieben, da sie weiterhin Platz für ihre Fundraising-Aktivitäten für die PELMAMA ACADEMY* in Soweto benötigten, abgesehen davon, dass sie die vielen Werke von Lucas SITHOLE lagern mussten.
*(Von 1981 bis 1984 fuhren Caroline und uncle Fernand regelmässig samstags nach Soweto - insgesamt 23 Mal - um an Sitzungen der Treuhänder des Pelmama Art, Dance & Music Workshop im Mofolo Art Centre teilzunehmen. Er machte viele weitere Reisen nach Soweto und Pretoria davor und dazwischen, um verschiedene Personen und Behörden zu treffen, zur Vorbereitung der Gründung der PELMAMA ACADEMY SOWETO als technische Hochschule).

Am 22. Mai 1993 flog uncle Fernand mit SR287 von Johannesburg nach Zürich. Er unternahm eine Erkundungsreise in der Schweiz, um herauszufinden, wo sie in der Schweiz wohnen würden, welche Arbeit verfügbar war und welche Unterstützung sie erhalten konnten.

Er blieb eine Weile in Beatenberg in Omamas Wohnung, auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer im Erdgeschoss; er traf die Besitzerin des Chalets, Mme de la Motte aus Brüssel, und vereinbarte einen Mietvertrag für die obere Etage des Châlet Sunnsyte, Beatenberg, die zu diesem Zeitpunkt verfügbar war.

Zur gleichen Zeit wurde Fernand Francis in der Gemeinde Beatenberg ab Mai 1993 als "arbeitslos" registriert.

Am Vatertag, dem 20. Juni 1993, war er in Basel. Seine beiden Töchter Françoise und Henriette luden ihn in den Circus Knie in Olten ein; Papa und meine Brüder Henri und Fernand waren ebenfalls anwesend.

Sie besuchten auch den Zoo in Basel, zusammen mit Françoise, meinen Brüdern, Papa sowie Monique.

"On 20th July, 1993, flying SR284, I returned from Zurich to Johannesburg. During my absence, on the 11th June, 1993, the Receiver Revenue in Johannesburg queried how our living expenses had been financed taking into account the net increase in our assets and the children being at university in Switzerland!

On 1st August, 1993, Caroline and I went to visit Lucas SITHOLE at his home outside Pongola for a last time.

On 8th August, 1993, I returned to Switzerland, flying SR285 from Johannesburg to Zurich; I was back in Johannesburg on 22nd October, 1993 (SR286), to fetch Caroline and prepare for the big move to Switzerland. 

The Foundation's intended land was sold to pay back monies I had advanced over the years to finance its activities and to pay for the land. Proceeds would then be used to close the gallery business and clear the bank overdrafts, as well as finance the move to Switzerland (these funds of CHF41'743 were only paid on 6th September, 1994, after we had left).

Unbeknown to me, my godmother Suzanne died in Paris 12è on 1st November, 1993 (information I only became aware of in 2010)!

Our son had been doing a one year's Ministerial Training Course at the Rhema Bible Training Centre in Randburg, for which he got a Certificate of Merit on 26th November, 1993. Caroline and I attended the Graduation ceremony.

On 23rd November, 1993, he got through the AA in Braamfontein his international driving permit valid for 3 years. Shortly after the 26th November, he told us he was leaving South Africa on the next plane.

On 24th November, 1993, we gave short notice to the owner of 101 Anton van Wouw Street, Mr Jacques Malan, per 31st December, 1993; we had found a new tenant.

On 3rd December, 1993, the Receiver of Revenue issued a limited tax clearance, indicating that our assets on emigration consisted of insurance policies to the value of R31'835 (blocked forever and only liquidated in 2008!).

We left South Africa for Switzerland on 18th December, 1993, with SR287. Ava had just bought Caroline's FIAT UNO for cash, as a present for Judith. We needed to be driven to the airport two hours before departure, as we still had to bring Heidi in her basket to the Cargo section. Ava refused to take us, so Caroline asked her good friend Jane Theron who then took us in her own car! Strangely enough, Ava and Daphne were at the airport to see us off, though they had not been able to bring us to it!

At Christmas, 1993, there was a beautiful reception committee waiting for us in Beatenberg, Switzerland!

We were back to where I had taken Caroline in June, 1968, 

                                                    PARADISE!"


Am 20. Juli 1993 flog uncle Fernand mit SR284 von Zürich nach Johannesburg zurück. Während seiner Abwesenheit, am 11. Juni 1993, fragte der Revenue-Empfänger in Johannesburg, wie ihre Lebenshaltungskosten finanziert worden seien, berücksichtigt man den Nettozuwachs ihrer Vermögenswerte und dass die Kinder in der Schweiz studierten!

Am 1. August 1993 besuchten Caroline und Fernand Francis Lucas SITHOLE zum letzten Mal in seinem Zuhause ausserhalb von Pongola.

Am 8. August 1993 kehrte uncle Fernand in die Schweiz zurück, flog SR285 von Johannesburg nach Zürich; er war am 22. Oktober 1993 wieder in Johannesburg (SR286), um Caroline abzuholen und den grossen Umzug in die Schweiz vorzubereiten.

Das für die Stiftung vorgesehene Grundstück wurde verkauft, um Gelder zurückzuzahlen, die er über die Jahre zur Finanzierung ihrer Aktivitäten und für den Kauf des Grundstücks vorgeschossen hatte. Die Erlöse sollten dann verwendet werden, um das Galeriegeschäft zu schliessen, die Banküberziehungen auszugleichen und den Umzug in die Schweiz zu finanzieren (diese Mittel von CHF41'743 wurden erst am 6. September 1994 ausgezahlt, nachdem sie bereits gegangen waren).

Uncle Fernand's Patentante Suzanne starb am 1. November 1993 im 12. Arrondissement von Paris (Informationen, von denen er erst 2010 Kenntnis erlangte)!

Alex hatte ein einjähriges Ministerschulungstraining am Rhema Bible Training Centre in Randburg absolviert, für das er am 26. November 1993 ein Zertifikat für besondere Verdienste erhielt. Caroline und Fernand Francis nahmen an der Abschlussfeier teil.

Am 23. November 1993 erhielt Alex beim AA in Braamfontein seinen internationalen Führerschein, der 3 Jahre gültig war. Kurz nach dem 26. November teilte er seinen Eltern mit, dass er Südafrika mit dem nächsten Flug verlassen werde.

Am 24. November 1993 gaben sie dem Eigentümer der 101 Anton van Wouw Strasse, Herrn Jacques Malan, mit Wirkung zum 31. Dezember 1993 kurze Kündigungsfrist; sie hatten einen neuen Mieter gefunden.

Am 3. Dezember 1993 stellte der Finanzamt-Empfänger eine begrenzte Steuerfreistellung aus, welche angab, dass ihre Vermögenswerte bei der Auswanderung aus Versicherungspolicen im Wert von R31'835 bestanden (für immer gesperrt und erst 2008 liquidiert!).

Sie verliessen Südafrika am 18. Dezember 1993 mit SR287 in die Schweiz. Ava hatte gerade Carolines FIAT UNO bar bezahlt als Geschenk für Judith. Sie mussten zwei Stunden vor Abflug zum Flughafen gefahren werden, da sie Heidi noch in ihrem Korb in den Frachtbereich bringen mussten. Ava weigerte sich, sie zu fahren, also fragte Caroline ihre gute Freundin Jane Theron, die sie dann mit ihrem eigenen Auto mitnahm! Seltsamerweise standen Ava und Daphne am Flughafen, um sie zu verabschieden, obwohl sie sie nicht dorthin bringen konnten!

An Weihnachten 1993 wartete ein wunderschönes Empfangskomitee auf sie in Beatenberg, Schweiz!

Sie waren zurück an dem Ort, wohin uncle Fernand Caroline im Juni 1968 gebracht hatte,
 
                                           

                                                DAS PARADIES!



An Weihnachten 1993 zurück im Paradies!

 


♥ Between Two Worlds https://suno.com/s/rt1TDuzW2YVGXSvi



Between Two Worlds


"At that time
A country held its breath
Between the weight of memory
And the shape of what comes next

He turned the key in silence
As if a life could vanish
Without a question why
Just dust and light and paintings
And a closing of the sky

Between two worlds
Between the dark and dawn
Between what we were given
And what is never gone

Between two worlds
Between the loss and time
What we carry forward
Outlives what we leave behind

The walls still hold their voices
The colors still would speak
Of hands that shaped a lifetime
And truths he dared to seek

But time became uncertain
The ground no longer sure
And everything he carried
Found no place to endure

Between two worlds
Between the known and new
Between the life he lived for
And all he could not do

Between two worlds
Between the dark and dawn
What we carry forward
Is never truly gone

No final exhibition
No gentle letting be
Just fragments of a story
Rewoven into me

Yet memory kept its fire
Refused to disappear
And in forty years of dreaming
His vision turned to clear

And here within my own story
His traces still remain
In lines of thought and lineage
In loss that speaks again

He wove his life to language
To something whole and rare
A final work of being
The man, the time, the art

Between two worlds
Yet neither left behind
For what is truly given
Outlives both place and time

Between two worlds
Between the dark and dawn
What we carry forward
Is never truly gone

Between two worlds
Still carrying on."


♥ SANI, 09.04.2026





Winding Down
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3.25.  Das Gestern, das heute ist – Winding Down.
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Winding Down

"Due to the ever increasing violence and disastrous political and economic situation in South Africa since the unbanning of the various black groupings, with weekly if not daily marches by thousands of mainly Blacks waving red flags down Harrison Street in front of our Gallery 21 (COSATU, ANC, Communist Party) or Fox Street (Inkatha), my specialised art business collapsed totally as clients were no longer coming to the city centre.

We were forced to either emigrate to Australia (which had been turned down, as we were not meeting points of requirements), or to go north to the Foundation's land or to return to Switzerland, as the outlook for a peaceful or an economically prosperous South Africa which is a pre-requisite for the art business, was not likely to materialise for the next 5-10 years.

In the process and as a result, I sold by silent auction to various SA public institutions part of my private art collection held through The Haenggi Foundation Inc. until I had recouped the estimated capital invested in the whole collection. This was followed by a general free donation of the bulk of the remaining works to those same institutions, retaining but a few major pieces which were LOANED through the Foundation to various public institutions until 2008, as documented elsewhere. This process started with the sale in August, 1990 and extended well into 1993, and again in 2006 and 2008. By 2009, everything still on loan to museums in South Africa had been donated outright to them.

The works held through The Haenggi Foundation Inc. were all part of the PELMAMA PERMANENT ART COLLECTION, as illustrated:


In the Pretoria Art Museum, Pretoria - a selection I

 

In the Pretoria Art Museum, Pretoria - a selection II

 

In the Oliewenhuis Art Museum, Bloemfontein - a selection

I still had to commute between Switzerland and South Africa until I had terminated our fundraising campaigns for the PELMAMA ACADEMY in Soweto and attended in April/May 1995 to the disposal of the Estate of Lucas Sithole and the closing of our remaining offices in Johannesburg.

In September/August, 1994, no longer having a place of our own to stay in Johannesburg, I stayed at the home of Ava and Daphne Nicholson, then at the home of Dirk and Annie Meerkotter, then back with the Nicholsons, attending to our Fund Raising efforts and awaiting details from the Executor of the Lucas Sithole Estate. Lucas Sithole had died in Pongola on 8th May, 1994.

One Sunday, I attended service at St Peter's Church - a group photo of the congregation present was taken that day, fortuitously - there were totally new people, only 3-4 old ladies, mainly Blacks or Coloureds, reflecting the trend in the  arrival of new tenants or owners in the area, according to Tim Gray.


St Peter's Church, group photo, 1994.


In 1995, I stayed for a few days (between 24th April and 3rd June, 1995) with Ulrich and May Schwanecke and in a room at St Peter's Church rectory, Auckland Park, made available by Rev. Tim Gray and his wife, Rose who had been transferred to Parkview - a new Priest had been appointed so there were lots of alterations going on and I could use the facility.

After 1995, I never went back to South Africa - I only kept up-to-date with developments through the Internet."


Zu Ende bringen

Aufgrund der immer weiter zunehmenden Gewalt und der katastrophalen politischen und wirtschaftlichen Lage in Südafrika seit der Aufhebung des Verbots der verschiedenen schwarzen Gruppierungen, mit wöchentlichen, wenn nicht täglichen Märschen von Tausenden hauptsächlich schwarzer Menschen, die rote Fahnen die Harrison Street vor ihrer Galerie 21 (COSATU, ANC, Kommunistische Partei) oder die Fox Street (Inkatha) hinuntertragen, brach uncle Fernands spezialisiertes Kunstgeschäft vollständig zusammen, da die Kunden nicht mehr ins Stadtzentrum kamen.

Sie waren gezwungen, entweder nach Australien auszuwandern (was abgelehnt wurde, da sie die Anforderungen nicht erfüllten) oder nach Norden zum Land der Stiftung zu ziehen oder in die Schweiz zurückzukehren, da die Aussicht auf ein friedliches oder wirtschaftlich prosperierendes Südafrika, die eine Voraussetzung für das Kunstgeschäft ist, in den nächsten 5-10 Jahren wahrscheinlich nicht realisierbar war.

Im Verlauf und als Ergebnis verkaufte Fernand Francis durch stille Auktion an verschiedene südafrikanische öffentliche Institutionen einen Teil seiner privaten Kunstsammlung, die über The Haenggi Foundation Inc. gehalten wurde, bis er das geschätzte in die gesamte Sammlung investierte Kapital zurückerhalten hatte. Darauf folgte eine allgemeine kostenlose Spende des Grossteils der verbleibenden Werke an dieselben Institutionen, wobei nur einige wenige bedeutende Stücke zurückbehalten wurden, die über die Stiftung bis 2008 an verschiedene öffentliche Institutionen VERLIEHEN wurden, wie an anderer Stelle dokumentiert. Dieser Prozess begann mit dem Verkauf im August 1990 und erstreckte sich bis weit in das Jahr 1993, und erneut in den Jahren 2006 und 2008. Bis 2009 war alles, was noch an Museen in Südafrika verliehen war, endgültig an diese gespendet worden.

Die Werke, die über The Haenggi Foundation Inc. präsentiert wurden, waren alle Teil der PELMAMA PERMANENTEN KUNSTSAMMLUNG, wie auf den Fotos oben dargestellt.

Uncle Fernand musste weiterhin zwischen der Schweiz und Südafrika pendeln, bis er ihre Fundraising-Kampagnen für die PELMAMA ACADEMY in Soweto beendet und im April/Mai 1995 die Verwertung des Nachlasses von Lucas Sithole und die Schliessung ihrer verbleibenden Büros in Johannesburg erledigt hatte.

Im September/August 1994, nachdem sie keinen eigenen Aufenthaltsort mehr in Johannesburg hatten, wohnte er im Haus von Ava und Daphne Nicholson, dann im Haus von Dirk und Annie Meerkotter, dann wieder bei den Nicholsons, wobei er sich um ihre Fundraising-Bemühungen kümmerte und auf Einzelheiten vom Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Lucas Sithole wartete. Lucas Sithole war am 8. Mai 1994 in Pongola gestorben.

An einem Sonntag besuchte Fernand Francis den Gottesdienst in der St.-Peter-Kirche - an diesem Tag wurde zufällig ein Gruppenfoto der anwesenden Gemeinde gemacht - es waren völlig neue Leute da, nur 3-4 alte Damen, hauptsächlich Schwarze oder Farbige, was nach Angaben von Tim Gray den Trend bei der Ankunft neuer Mieter oder Eigentümer in der Gegend widerspiegelte.

Im Jahr 1995 blieb er für ein paar Tage (zwischen dem 24. April und dem 3. Juni 1995) bei Ulrich und May Schwanecke und in einem Zimmer im Pfarrhaus der St. Peter-Kirche, Auckland Park, das ihm von Pfarrer Tim Gray und seiner Frau Rose zur Verfügung gestellt wurde, die nach Parkview versetzt worden waren - ein neuer Priester war ernannt worden, also gab es viele Veränderungen, und er konnte die Einrichtung nutzen.

Nach 1995 ist uncle Fernand nie wieder nach Südafrika zurückgekehrt - er hielt sich nur über das Internet über die Entwicklungen auf dem Laufenden.


Zwischen zwei Welten: Rückblick und Gegenwart der südafrikanischen Kunstszene

Wenn ich heute (2026) auf die Entwicklung in Südafrika zurückblicke, erscheint mir der Abschied meines Onkels im Jahr 1993 wie ein Übergang zwischen zwei Epochen - ein Bruch genau an der Nahtstelle von Vergangenheit und Zukunft.

Er verliess ein Land in Unsicherheit, in einem Moment, in dem noch nicht absehbar war, wohin der politische Wandel führen würde.

Die Zeit vor der 1994 South African general election war geprägt von Spannungen, offenen Fragen und einer tiefen Fragilität, die nicht nur das gesellschaftliche Leben sondern auch den Kunstmarkt durchzog.

Heute hingegen zeigt sich ein anderes Bild: Südafrika ist eine gefestigte Demokratie, wenn auch mit erheblichen Herausforderungen. Und die Kunstszene hat sich in einer Weise entwickelt, die damals kaum vorstellbar war: international vernetzt, thematisch vielschichtig und von einer neuen Generation von Künstler:innen geprägt, die ihre Stimmen selbstbewusst in den globalen Diskurs einbringen.

Institutionen wie das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa und Veranstaltungen wie die Investec Cape Town Art Fair stehen heute sinnbildlich für diese Öffnung. Afrikanische Kunst ist nicht länger Randerscheinung, sondern ein zentraler Bestandteil internationaler Sammlungen und Ausstellungen geworden.

Und doch bleibt eine gewisse Ambivalenz. Die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen des Landes sind weiterhin spürbar (wie ich nach Gesprächen mit Bekannten, die sich jüngst ein halbes Jahr in Südafrika aufgehalten haben, in Erfahrung bringen konnte). Und auch im Kunstmarkt bestehen Ungleichgewichte fort. Die lokale Realität steht nicht immer im Einklang mit der globalen Wahrnehmung (auf dies hatte mein Onkel in seiner Chronik ja auch schon hingewiesen).

Im Rückblick wird deutlich, dass uncle Fernand genau jenen Moment erlebte, in dem alles möglich schien - und zugleich alles unsicher war. Er ging, als die alte Ordnung zerfiel, ohne die Gewissheit, dass sich eine neue stabilisieren würde.

Vielleicht liegt darin die Tragik, aber auch die Bedeutung seiner Geschichte: Er gehört zu jener Generation, die zwischen den Zeiten stand - zu früh, um von der späteren Öffnung zu profitieren und zu tief verwurzelt, um mit dem Umbruch einfach mitzugehen.

Seine Chronik Africa - 40 Years of Dreaming gewinnt vor diesem Hintergrund eine zusätzliche Dimension. Sie ist nicht nur Erinnerung, sondern auch ein stilles Bindeglied zwischen zwei Welten - zwischen einer vergangenen Kunstlandschaft und einer Gegenwart, die sich neu erfunden hat.

So wird sein persönlicher Abschied zugleich Teil einer grösseren Erzählung:
Der Transformation eines Landes und seiner Kunst - vor allem aber auch der Menschen, deren Lebenskreise untrennbar mit beidem verbunden waren.


Im Klang zweier Leben


Zu seinen Lebzeiten blieb mein Onkel eine stille Gestalt in meinem Alltag -  präsent vielleicht in Erzählungen, doch fern in der unmittelbaren Erfahrung. Seine Nähe war kein gelebter Raum, sondern eher ein leiser Hintergrundton, der sich meinem Bewusstsein entzog.

Erst mit seinem Tod im Jahr 2021 begann sich diese Distanz auf unerwartete Weise zu verwandeln. Durch seine Chronik öffnete sich ein neuer Zugang - nicht laut, sondern behutsam, fast wie ein Wiederfinden über die Zeit hinweg. In seinen Worten und seinem Vermächtnis trat er mir näher, als es zu Lebzeiten je der Fall gewesen war.

Was sich darin zeigte, war mehr als Erinnerung - es war ein Erkennen. Unerwartete Berührungspunkte wurden sichtbar: Eine tiefe, fast selbstverständliche Liebe zur Kunst, Musik und zum Tanz, die Verwurzelung in Südafrika als innerer Ort, der nie verloren ging und ein wacher, sensibler Umgang mit jenen, die am Rande stehen.

So entstand nachträglich eine Verbindung, die nicht aus gemeinsam erlebter Zeit erwuchs, sondern aus einem inneren Verstehen und Empfinden - als hätten sich unsere Lebenskreise, lange getrennt, erst im Rückblick berührt.

Es kam mir vor, als zöge sich ein unsichtbarer Faden durch unsere Leben - gewoben aus dem Gespür für Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und dem Streben nach Integration; getragen von einer gemeinsamen Hingabe an Kunst und Kultur jenseits aller Grenzen sowie dem stillen Wunsch, im Schreiben Zeugnis zu geben - als Zeitzeugen, die Räume für kommende Generationen öffnen.

Heute lebe ich schöpferisch erfüllt in einem sanften Rhythmus - im Vertrauen, dass das, was uns prägt sich verwandeln darf und dass Sehnsucht, Erinnerung und Liebe einander nicht widersprechen, sondern ein Ganzes bilden.

So verflechten sich unsere Geschichten - seine und meine - zu einem stillen Dialog über Zeit und Wandel, Verlust und Weitergabe.

Und vielleicht liegt darin die eigentliche Vollendung: Im Weitertragen dessen, was war, im Vertrauen auf das, was bleibt und in der Hoffnung auf die Liebe, die alles überwindet - über Zeit hinweg und doch im selben Atem.

Was bleibt ist der Klang dessen, was uns verbindet und in uns weiterlebt.












 



Addendum
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3.26.  Das Gestern, das heute ist – Addendum.
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1. Mehr zu den ersten Atemzügen meines Onkels Fernand Francis Hänggi sowie seinen Erinnerungen aus 1934-1950:  FFH reminiscencies - the 1940's



2. Zum folgenden Reisebericht: "Bernis Reise ins Paradies"


Manche Menschen hinterlassen Spuren nicht nur durch das, was sie tun, sondern auch durch das, was sie schreiben. Der folgende Reisebericht gehört für mich dazu.

Berni hat seine Eindrücke, Erlebnisse und Gedanken während seiner Reise durch Südafrika im Herbst 2024 festgehalten - auf seine ganz eigene Art: direkt, humorvoll, manchmal provokativ, oft nachdenklich und immer unverkennbar persönlich. 

Mit seiner ausdrücklichen Zustimmung übernehme ich diesen Bericht unverändert in meine Autobiographie. Gerade die Ecken und Kanten, die Dialektausdrücke, die spontanen Urteile und subjektiven Beobachtungen machen den Wert des Textes aus. Sie erzählen nicht nur von einer Reise, sondern auch von dem Menschen, der sie erlebt und aufgeschrieben hat.

Für mich hat dieser Bericht darüber hinaus eine ganz besondere Bedeutung. Ich wurde in Südafrika geboren und musste das Land im Alter von elf Jahren verlassen. Seit 1978 war es mir nie mehr möglich, dorthin zurückzukehren. Umso bewegender ist es für mich, die Schilderungen eines Menschen zu lesen, der viele Jahrzehnte später durch jene Landschaften reist, die einst Teil meiner Kindheit waren. Seine Beobachtungen erlauben mir einen Blick auf ein Land, das mir immer verbunden geblieben ist, dessen Entwicklung ich jedoch nur aus der Ferne verfolgen konnte.

Ich betrachte diesen Bericht nicht nur als persönliche Reiseerzählung, sondern auch als Zeitdokument. Er vermittelt ein authentisches Bild eines Autors, seiner Generation, seiner Sicht auf die Welt und zugleich die Eindrücke eines Südafrikas, das sich seit meiner Kindheit tiefgreifend verändert hat.

Aus all diesen Gründen habe ich bewusst darauf verzichtet, den Text sprachlich oder inhaltlich zu glätten. 
So möge dieser Bericht genau so gelesen werden, wie er geschrieben wurde: als ehrliche Stimme eines Menschen, der unterwegs war und seine Eindrücke festhalten wollte.



Nur erste Seite (von 11) aus dem PDF hier lesbar. Deshalb anschliessend die weiteren Seiten einzeln ...

 


 

 

 


 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Danke, Bärnhard fürs Teilen deiner südafrikanischen Eindrücke und Erlebnisse.


3. War damals wirklich alles besser und unbeschwerter als heute?

Die 1970-er und 80-er Jahre werden so verklärt und nostalgisch dargestellt:
"iustitia invalidis"
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4.  "iustitia invalidis"
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Gerechtigkeit für die Versehrten, die auf taube Ohren, blinde Augen, kalte Herzen und Gleichgültigkeit stossen. Basierend auf meinen eigenen, unsäglichen Erfahrungen mit dem System IV in der Schweiz, eröffne ich dieses Kapitel nicht nur für meine Nachkommen, Angehörige und Freunde; vielmehr möchte ich hiermit viele Aspekte dieser staatlichen Sozialversicherung wahrheitsgetreu aufzeichnen, um kommenden Generationen eine hoffentlich positive Entwicklung dokumentieren zu können. 

So wie es aktuell, Stand 2025 bei der IV läuft, ist es für viele Leidtragende unhaltbar bis schädlich. Wie kann es sein, dass ein ursprünglich sozialer Gedanke Jahrzehnte später zu einem Werkzeug der Instrumentalisierung mutiert ist? In einer Gesellschaft, die nur so stark sein kann, wie ihr schwächstes Glied, lohnt es sich, dieser Frage nachzugehen.

Meine Berichterstattung, die auf tatsächlichen, wahren Fakten basiert, soll wie immer möglichst fair, vielseitig und fundiert erfolgen. Mit einigen emotionalen Ausbrüchen ist jedoch zu rechnen. Soll ich mich dafür entschuldigen oder darf dies im Rahmen meines authentischen Frauseins einer breiteren Leserschaft zugemutet werden? Ich entscheide mich heute für das "legitime" Empfinden, weil ich überzeugt bin, dass sich viele Menschen damit identifizieren können und die darin enthaltene Thematik naturgemäss die Gemüter aufwühlt, erhitzt, ohnmächtig macht oder sie erst recht ums Recht kämpfen lässt. 
Ich entscheide mich für den Kampf - so ausdauernd, würdevoll, intensiv und weise, wie es meine körperlichen Grenzen zulassen. Denn es ist mir ein Herzensanliegen, welches nicht in Verschwiegenheit gehalten werden will - das würde mir noch mehr meiner kostbaren Lebensressourcen rauben.
Ich kämpfe nicht nur für mich, nein vor allem auch für die Gerechtigkeit aller, die sich in einer solchen Situation befinden, auf die "Unterstützung" der IV angewiesen zu sein. 
Alle Mittel, die rechtens sind, sollen mir dabei dienlich sein.

Und wenn ich meine Stimme erhebe, dann hoffentlich zum Wohle aller Betroffenen.
Denn es kann jeden treffen - überall und jederzeit.

Ich kämpfe nicht alleine - dazu reicht die Kraft nicht mehr - sondern werde gestützt, getragen und beraten von meinen Angehörigen.


Spread love into the world ♥ !

 

Historischer Prozess
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4.1.  "iustitia invalidis" – Historischer Prozess.
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Was ist die IV?

"Die Schwester der AHV" - auf der AHV/IV - Startseite unter > Sozialversicherungen > Invalidenversicherung (IV) > Allgemeines ist dies zu lesen, weiter:

Die schweizerische Invalidenversicherung (IV) ist wie die AHV und die Krankenversicherung eine gesamtschweizerische obligatorische Versicherung. Ihr Ziel ist es, den Versicherten mit Eingliederungsmassnahmen oder Geldleistungen die Existenzgrundlage zu sichern, wenn sie invalid werden.
Die IV ist Teil des eidgenössischen Sozialversicherungsgesetzes. Dieses basiert auf dem Drei-Säulen-Prinzip: Die staatliche Versicherung mit IV, AHV und den Ergänzungsleistungen (EL) als erste Säule, die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) als zweite Säule und die Selbstvorsorge als dritte Säule. Dieses Sozialversicherungssystem wird ergänzt durch die öffentliche Sozialhilfe. Auch als Fürsorge bezeichnet, bildet sie das letzte Auffangnetz.

Wie bei der AHV und den EL besteht auch bei der IV ein Rechtsanspruch auf Leistungen, wenn die im Gesetz genau festgelegten Bedingungen erfüllt sind.

Die schweizerische Invalidenversicherung gibt es seit 1960. Ihre Entstehung geht auf das Jahr 1925 zurück, als das Schweizer Stimmvolk einen Verfassungsartikel zur Schaffung einer Alters- und Invalidenversicherung zustimmte.

Was aber bedeutet Invalidität im Sinne der IV?

Erwerbsunfähigkeit aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigung.
Die IV definiert Invalidität als eine durch körperlichen, psychischen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte Erwerbsunfähigkeit bzw. Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich (z.B. im Haushalt) zu betätigen.
Diese Unfähigkeit muss bleibend sein oder längere Zeit (mindestens ein Jahr) dauern. Es spielt jedoch keine Rolle, ob der Gesundheitsschaden schon bei der Geburt bestanden hat oder Folge einer Krankheit oder eines Unfalles ist.

Invalidität besteht also unter folgenden Voraussetzungen:
° Es liegt ein Gesundheitsschaden vor,
° es besteht eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit bzw. Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, und
° die Erwerbsunfähigkeit ist durch den Gesundheitsschaden verursacht.

Was als so existenziell absichernd angepriesen wird auf der AHV/IV - Internetseite, erfüllt heute, Stand 2025, die ursprüngliche Intention nicht mehr. Was angesichts der steigenden Zahl an Versehrten und Neurenten sowie demgegenüber mindernden finanziellen Mitteln nicht verwunderlich ist. Das Milliardenloch in der IV zeigt die harte Realität auf, die die wirklich zu Schaden Gekommenen selbst ins existenziell Bodenlose stösst. Dabei ist nicht einmal die Diagnose heutzutage relevant - ausschlaggebend ist die lang anhaltende Arbeitsunfähigkeit. Deshalb wird auf Biegen und Brechen versucht, mit Wiedereingliederungsmassnahmen dem eigentlichen Defizit im System entgegenzuwirken.
Ich wurde zu so einer Besprechung vor Ort eingeladen und habe selbst in einem halbstündigen Gespräch, welches ich aufnehmen durfte, die Taktik, die die IV anwendet, leibhaftig spüren müssen. Nur zu schade, kann ich diese Sprachaufnahme hier (noch) nicht veröffentlichen. Sie würde das, was schief läuft, gut aufzeigen können. Jeder, der diese Aufnahme gehört hat, war betroffen und bestürzt, auch jene, die mich nicht kennen und daher keineswegs mit meiner ME/CFS - Symptomatik vertraut sind.

Nun, schlussendlich geht's in unserer Gesellschaft meistens nur ums Geld. Die Versicherungen untereinander scheffeln sich anteilsmässig die Kohle zu - Geld, das eigentlich den Betroffenen vollumfänglich zustünde. Aber was hilft es, den Blick auf die Unzulänglichkeiten gerichtet zu halten? Nicht viel. Würde ich dauerhaft damit hadern, würde ich die Konsequenzen ziehen und - wie mein Onkel Edi Schönenberger, der als Rechtsanwalt hinter dieses wahre Gesicht im schweizerischen Sozialsystem blicken konnte - auswandern. Mit einem unversehrten Körper ginge das noch, doch momentan ist dies auch familientechnisch für mich keine Option. Und doch sollte niemand, der so kämpferisch veranlagt ist wie ich, den Kopf in den Sand stecken.

Deshalb habe ich mich entschieden, ein wenig an der Oberfläche des Systems zu kratzen, indem ich mich mit meinen Unterstützer:innen zusammentue, um das uns Mögliche in die Tat umzusetzen. Ebenso setze ich alles auf mein Gottvertrauen: "With God all things are possible!"

Wir werden sehen, was sich für die Betroffenen und alle Zukünftigen - mit der Zeit - in Bewegung setzen und nachhaltig zum Positiven verändern wird. 
Wie immer bin ich unerschütterlich in meinem Optimismus und hartnäckigem Kampfgeist, jedoch auch lernfähig genug, um zu erkennen, wann es noch Sinn macht, die Energiereserven dafür anzuzapfen. 

Es soll mit der Dokumentation meiner Akte auch spannend bleiben, festzuhalten, was sich alles bewegen darf. Positiv und negativ. Beide Pole sind existenzberechtigt. Und nur die Kraft der Liebe vermag sie zu vereinen und ins Lot zu bringen. Auch dieser Liebe bin ich hoffnungslos hingegeben. Zum Glück!
Akte SFi
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4.2.  "iustitia invalidis" – Akte SFi.
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Auf
 in den Kampf!

David (ich und meine Unterstützer:innen) gegen Goliath (IV).

Gerechtigkeit den Versehrten und ihren Angehörigen! Dieser Kampf kann nur gemeinsam, im Kollektiv gefochten werden und idealerweise zum Sieg führen. Oder zumindest ein steter Tropfen sein, der den harten Brocken allmählich höhlt. Damit alle zukünftigen Betroffenen es leichter haben mögen, zu ihrem Recht zu kommen.

Heute also ist mein R-Beschwerdebrief an das Verwaltungsgericht Bern zugestellt worden, nachdem die IV meine Einsprache vom 15. April 2025 abgeschmettert hatte. 



Jasmin meldet mir die Zustellung, nachdem sie den A-R-Brief ans Verwaltungsgericht des Kantons Bern an der Scheibenstrasse 11, gestern, 02.10.2025, versandt hat.

 

Gemeinsam haben Alexia, KI, Jasmin und ich an diesem Beschwerdebrief gefeilt:



 250930 - Beschwerdeschrift SFi - Seite 1

 


 250930 - Beschwerdeschrift SFi - Seite 2

 

250930 - Beschwerdeschrift SFi - Seite 3

 

250930 - Beschwerdeschrift SFi - Seite 4

 

250930 - Beschwerdeschrift SFi - Beilagen

 

 250913 - Jasmins Schreiben an den RAD - Seite 1

 

 250913 - Jasmins Schreiben an den RAD - Seite 2

 

250913 - Jasmins Schreiben an den RAD - Seite 3

 

 250411 - Arztbericht Dr. Wälti für die IV




Viollier-Labor (1000.- CHF) vom November 2022:  Antikörperstatus EBV, VZV, CMV 

 

 

 250917 - Arztbericht Dr. Elisa Guggisberg für IV.

 

 240306 - Austrittsbericht Montana - Seite 1

 

Austrittsbericht Montana Seite 2 mit Unterschrift vom Assistenzarzt Dr. Luis Rosario


IV - Verfügung vom 5. September 2025:




IV-Verfügung vom 5. September 2025, Seite 1

 

 

 Verfügung Seite 2

 

 Verfügung vom 5.09.2025 - Seite 3

 

 Berechnung der Teilrente

 


 Erklärung zum Rentenentscheid

 

 Stellungnahme zu meinem Einwand vom 15. April 2025, 1







 Fortsetzung der Stellungnahme und Rechtsmittelbelehrung

 

 


 Infos zum Beschwerdeverfahren und Unterschrift des Case Managers.



 Bericht des IV-Gutachters vom RAD

 

 Unterschrift des IV-Gutachters Dr. Becher


Am Dienstag, 7. Oktober 2025 erhielt ich einen R-Brief vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern - Abteilung Sozialversicherungsrecht - mit der Aufklärung darüber, wie das weitere Vorgehen im Prozess abläuft: Wen wunderts? Erst mit einem Vorschuss von 800.- CHF kommt die Sache gegen die IV-Verfügung vom 5. September 2025 wirklich ins Rollen. 
Am 15. Oktober habe ich den Betrag einbezahlt. Somit ist das Verfahren jetzt offiziell eröffnet!


 251006 R-Brief vom Verwaltungsgericht Kanton Bern, Seite 1

 

251006 Schreiben vom Verwaltungsgericht, Seite 2. Offenbar haben wir es mit einer Verwaltungsrichterin Carol Frey zu tun. Carol - auf Englisch "Lobgesang" ... hoffen wir, zu unserem Wohlwollen und Sieg ;-D ... !

 

251017 Brief von Verwaltungsrichterin Carol J.A. Frey: Das Verfahren ist definitiv eröffnet ... 


Frau Richterin Carol J.A. Frey bewilligte am 14. November 2025 ein Fristverlängerungsgesuch der IV und bestätigt somit indirekt die voraussichtlich langandauernden Gerichtsverhandlungen, die in solchen Fällen in der Schweiz an der Tagesordnung sind. Es braucht also auch in diesem Prozess "ä längä schnuuf"!


251114 Fristverlängerungsgesuch der IV, weil der RAD noch keiner Stellungnahme bezüglich meiner Beschwerde vom 30. September 2025 nachgegangen ist.



260203 - Gerichtsschreiben mit klarer Positionierung und Zurechtweisung der Richterin an IV-RAD: Nicht taugliche Stellungnahme, da widersprüchlich und nicht substantiell.


260203 - Gerichtsschreiben Seite 2. Bis heute - 02.04.2026 - ist die Stellungnahme der IV (Frist bis 2.März 2026 schon verstrichen) noch hängig ...

 

♥  Worth The Cost   https://suno.com/s/G5cfdBPmYWZbVZgk      


ME/CFS
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Seite 48 wird geladen
4.3.  "iustitia invalidis" – ME/CFS.
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Die Diagnose ME/CFS zeichnete sich bei mir allmählich ab - zuerst wurde eine postvirale Erschöpfung festgestellt. Als sich mein Zustand immer mehr mit der als PENE (neuroimmunologische Reaktion des Körpers auf Anstrengung) bezeichneten Symptomatik in Verbindung gebracht werden konnte, war es meinem Hausarzt Dr. Wälti schon klar - nur leider konnte er mir dies bis zur Abklärung mit der IV nicht so klar ins Gesicht sagen. Im Nachhinein weiss ich warum: Es ist eine schwere, heimtückische Krankheit, die zurzeit nicht heilbar ist (gemäss aktuellem Wissensstand der Schulmedizin). 
ME (Myalgische Enzephalomyeltis) ist eine neuroimmunologische Krankheit, die meist durch einen viralen Infekt (z.B das Pfeiffersche Drüsenfieber oder Covid) ausgelöst wird. ME kann zu schwerer Behinderung führen. Die genaue Ursache der Erkrankung ist mangelhaft erforscht, doch es konnten bereits diverse Dysfunktionen des Nervensystems, des Hormonsystems, des Immunsystems und weiterer Systeme und Organe nachgewiesen werden. Wegen der starken Beschwerden und Einschränkungen sind viele Patient:innen nicht in der Lage die einfachsten Aufgaben des Alltags selbst zu bewältigen. Deshalb verschwinden sie aus dem Leben in die Isolation. Dies ist der Grund, weshalb man kaum von der Krankheit hört. Die Schwerstbetroffenen sind so schwach und sensitiv, dass sie ihr Leben in abgedunkelten und schallisolierten Räumen verbringen und künstlich ernährt werden müssen. Diese Situation wird zusätzlich verschlimmert durch eine desolate soziale Absicherung und medizinische Versorgung.

Beim Test zur Abklärung (Fragebogen der schweizerischen Gesellschaft für ME & CFS) schnitt ich als moderat (mittelschwer) betroffen ab. Gemäss FUNCAP, ein Instrument, das explizit zur Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit bei ME entwickelt wurde, gilt es fünf Schweregrade zu unterscheiden:

- sehr mild: Weniger als 50%ige Verringerung des Aktivitätsniveaus als vor d. Erkrankung
- mild: Mindestens 50%ige Verringerung des Aktivitätsniveaus als vor der Erkrankung
- moderat: überwiegend an das Haus gebunden
- schwer: überwiegend bettlägrig
- schwerst: Vollständig bettlägrig und pflegebedürftig

Weltweit waren bereits vor der Pandemie ca. 17 Millionen Menschen von ME oder CFS betroffen; in der Schweiz zwischen 16'000 und 24'000. Durch die Pandemie haben sich diese Zahlen mindestens verdoppelt. Etwa 60% der Betroffenen sind durch die Krankheit arbeitsunfähig (so wie ich), und mindestens ein Viertel ist ans Haus gebunden oder bettlägrig und pflegebedürftig. Patient:innen mit ME und CFS haben im Vergleich zu anderen Krankheiten die niedrigste Lebensqualität.
Da ME unzureichend erforscht ist, fehlt bis heute das Wissen über die genaue Ursache der Krankheit. Verschiedene Pathomechanismen konnten aber nachgewiesen werden und die Forschung zeigt ein immer genaueres Bild des Zusammenhangs zwischen den Symptomen und körperlichen Fehlfunktionen.



Meine Vision hinsichtlich der Rundumversorgung der ME/CFS und Long Covid Betroffenen, nach Annahme der Motion für eine nationale Strategie. Diese wurde im Ständerat am 18.09.2025 besprochen und abgesegnet.




Fernands grafische Darstellung des Versorgungshauses: geht an Bundesrätin Baume-Schneider und Nationalrat Lorenz Hess, 7. Oktober 2025

 

Mit dem Risiko einer Verschlechterung meines Zustandes (nehme ich in Kauf), folge ich meinem Herzensanliegen, Betroffenen zu helfen, dies im Rahmen meiner Möglichkeiten: Da ich ein visionärer Typ bin, kann ich vorerst mal (until I may rise - healthy again - and shine) mit meinem noch gut funktionierenden Verstand Ideen teilen, die inspirierend sein mögen im Prozess zur besseren Versorgungs- und Erkenntnislage. Ein entscheidender, erster Schritt ist mit der Annahme einer nationalen Strategie für die Betroffenen also gemacht - das Fundament wird gelegt (Anerkennung der Krankheit und ernst nehmen; hinhören, sehen, mitfühlen, bewegen, handeln - aus Nächstenliebe und Fürsorge).

Die entscheidenden Bausteine in meinem symbolisch dargestellten Haus, das als Schutz für die Kranken, die nur in mehr oder weniger einschneidender Isolation überleben können: 

- Linke Hauswand: Medizinische Versorgung, Schulung von Medizinern und Pflegefachleuten, Therapeuten - Erschaffung von Kompetenzzentren für ME/CFS und Long Covid Betroffene, Einsatz von Off-Label-Medikamenten, dies jedoch sehr bedacht und sorgsam (Sensitive reagieren sehr heftig auf Medis), sonstige Hilfsmittel für Erleichterung im Alltag. Schnellere Diagnostik und Hilfe; Fokus auf Hausbesuche sowie akute Versorgung. 
- Rechte Hauswand: Wissenschaft, Forschung - bitte mit Inklusion von komplementärmedizinischen, alternativen Erkenntnissen und positiven Erfahrungen (es muss nicht immer alles statistisch "bewiesen" werden - Hauptsache es hilft - wirksame Methoden interdisziplinär teilen/austauschen).
- vordere und hintere Wand: Finanzielle Mittel, Spenden.
- Mittig (tragende Menschen und Beziehungen) und horizontal (ME/CFS & Long Covid Patientenorganisationen) wie das Jesuskreuz verlaufend: Gebete braucht es ebenso dringend! Eines ist sehr effektiv, es stammt aus meiner Feder (im Auftrag der Talweg Gemeinde). Ob gläubig oder nicht gläubig - es bewegt auf urmenschliche Art und Weise
- Linker Dachbalken: Sozialversicherungen - sehr ausbaufähig! Die IV lässt (Stand heute, 2025) die ME/CFS Betroffenen ALLE abblitzen und im Stich - ebenso die Gerichte).
- Rechter Dachbalken: Unsere kollektive Verantwortung schlägt sich im Bund, der Politik und in der Gesellschaft nieder - Reminder: Eine Gesellschaft kann nur so "stark" sein wie ihr "schwächstes" Glied ("über stark und schwach liesse sich auch noch philosophieren").
- Ein ebenso wichtiger Akteur in dieser ganzen, gemeinsamen Bau - und Erbauungsgeschichte: Die Betroffenen selbst: Indem sie sich ihrer Würde und Selbstachtung bewusst bleiben und nicht aufgeben. Sie müssen aussprechen (lernen), was sie brauchen - offen, ehrlich, konkret. Denn nur so kann am effizientesten geholfen werden. 
- Ja, und freiwillige Helfer braucht es wie in jedem konstruktiven Aufbau auch - dieses "Hand in Hand" muss nicht weltbewegend oder riesengross sein: Eine kleine Aufmerksamkeit, ein Wort der Aufmunterung im Rahmen eines kurzen Telefonats oder Besuches, ein Mut-machendes Schreiben (Karte oder Brieflein), ein Blümchen oder Goodie vor die Haustüre gelegt ... selbst das winzigste Zeichen der Anteilnahme vermag Licht ins Dunkel der tapfer Leidenden zu bringen. Oder ein stilles Gebet vor dem Einschlafen oder auf dem Weg zur Arbeit ...


 Mein Gebet, das ich selbst jeden Tag mehrmals bete, als Buchzeichen.


Das Ausharren und Aushalten-Müssen innerhalb dieser zu ihrem Schutz und ihrer Versorgung errichteten "Mauern" soll ein Wohlfühlort für die schwer Erkrankten sein, bis sie schrittchenweise gesunden und in ein "normales" Leben mit mehr Lebensqualität hinaustreten können (Ziel). 
Ebenso wichtig ist der Austausch mit den Ländern, die in der Forschung und Entwicklung von Aktionsplänen schon weiter sind als die Schweiz: Deutschland und Österreich.

Mehr Informationen (auf Englisch) zu ME/CFS: 

https://en.wikipedia.org/wiki/Myalgic_encephalomyelitis/chronic_fatigue_syndrome



Antwort von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider auf mein Schreiben vom 8. Oktober 2025:


Sie hat sich tatsächlich die Zeit genommen, auf mein Schreiben vom 8.10.2025 - mit der Grafik meiner Vision des "Versorgungshauses" - einzugehen. Das hat mich natürlich sehr gefreut, auch wenn der Inhalt sehr sachlich ausgefallen ist ... so läuft das nun Mal auf den Ämtern. Herzlichen Dank, Frau Bundesrätin E. Baume-Schneider :-D et bien à vous, aussi.


Wiederum wurde mir eine Aufgabe anvertraut, an der ich seit einer Woche gearbeitet habe; ich sollte eine Darstellungsform finden, die es Betroffenen ermöglicht, ihre Energien besser einzuteilen und eine geeignete, möglichst einfache Form der Hilfestellung im bewussten Erfassen der Tätigkeiten, Auszeiten, Ziele, Beanspruchung der persönlichen Ressourcen abzubilden. Ich habe sie an mir getestet und bin bis anhin schon recht zufrieden damit.
Hier die Schritte, die ich von der Idee bis zur aktuellen Tabelle vollzogen habe: 

1. Alles beginnt am ersten November 2025 wie immer mit einem Geistesblitz und Skizze der zu manifestierenden Idee:


In meinem Notizbuch ist diese Skizze mit der Idee einer Bilanz-Balance, kurz BiBa, entstanden. Der Flamingo symbolisiert Liebe, Hingabe, Treue, Herzöffnung sowie Gleichgewicht, Aufrichtung, Harmonie, Gelassenheit und das Schätzen der Schönheit im Leben. Er fördert die Fähigkeit, Liebe bedingungslos zu geben und empfangen.


2. Ich überlege mir daraufhin, wie sich eine vereinfachte Tabelle mit einer Übersicht über die verschiedenen Energieaufwendungen sowie deren Erfassung mit +, -, O;  also ob gut, schlecht oder ausgewogen, umsetzen liesse. Zudem zahlenmässig von 1-10: Wie fest zehrt es an den persönlichen Ressourcen und Kräften; 1 = wenig, 10 = ausserordentlich viel. Ziel ist es natürlich, so wenig wie möglich ins Minus zu geraten sowie möglichst wenige Punkte auf dem individuellen, täglichen Energie-Bilanz-Konto zu verbuchen. Möglichst ausgewogen sollte sie mit der Zeit ausfallen können ...


1. November 2025: Erste, sehr farbenfrohe und bewegte Skizze einer Darstellungsform. 


3. Wie lässt sich dieses kunstvolle Abbild zu einer für ME/CFS oder Long Covid Betroffene gut und übersichtlich anwendbaren Tabelle umwandeln?
So sind daraufhin drei verschiedene Fassungen entstanden. 


Erste, noch sehr bunte tabellarische Darstellung der Energiebilanz ...

 

 

Zweite Gestaltungsform - meine Lieblingstabelle - es geht halt doch nicht ohne mein Logo und sanftem Farbton ;-D ... Nachteil: Sie verbraucht zu viel Farbpatrone und ist somit nur für mich persönlich bestimmt, da sie sich nicht massenhaft drucken oder gar in einem praktischen Blockformat anwenden liesse.

 

Diese Tabelle ist schon mal praktisch gut anwendbar - ich teste sie gleich am 1.11.2025 und brauche dafür keine fünf Minuten, um einen guten Eindruck über mein Energiemanagement zu erhalten, vor allem über das Missmanagement im Posten "Ruhe, Entspannung, Erholung ..."!


Seit einer Woche fülle ich diese Tabelle aus, um mehr Bewusstsein und Achtsamkeit sowie einen besseren Umgang mit meinen Energien im Rahmen des "Pacing" zu finden. Wenn sie sich bewährt und es mir nach zwei bis drei Wochen noch nicht "verleidet" ist, zudem deutliche Fortschrittchen zu verzeichnen sind, kann ich diese Version "publikumstauglich" den Betroffenen als Hilfestellung und Unterstützung in diesem Prozess zumuten ... 

... bin wieder weiter dran an meiner BiBa (sie hat sich bisher sehr bewährt) - zeitweise unterbrochen vom kreativen Flow und darauffolgenden "Crashs"  - nun kann ich vernünftiger mit den Energiereserven umgehen, auch nachdem ich mein "Pushmuster" erkannt habe. Dieses Verstehen kommt noch vor dem "Pacing" und der BiBa, weil es die Ursache für PEM und deren Trigger ins Bewusstsein rückt - ist also nicht "nur" Umgang und Symptombehandlung, sondern fundamental für alle weiteren Schrittchen und den Balanceakt, den ich schon beschrieben habe. Heilung wird erst dadurch real und effektiv - was die Hoffnung weiterhin nährt. 

Mein Lied (eines von drei Versionen) für alle ME/CFS - Betroffene soll Mut machen und aufmuntern:

♥ Leise Stark *  https://suno.com/s/356GcKuFXJsTitXk

Meine "Ampelwarntabelle" teile ich auch gerne für jene, die es ebenso als Hilfestellung gebrauchen können:

Mein "Ampelwarnsystem" kann sehr hilfreich sein, wenn man sich daran hält ...

Der wichtigste und schwierigste Schritt ist immer noch die Umsetzung und das "auf-den-Körperhören". Also geduldig dran bleiben und auch nach Rückschlägen nicht aufgeben! 

* Songtext:

Leise Stark

"Manchmal ist der Tag zu schwer
Der Körper flüstert: nicht noch mehr

Die Welt läuft weiter, laut und schnell
Das Licht wird zu stark und grell
Du musst nichts leisten, nichts beweisen
Nur heute durch diesen Moment reisen

Du bist leise stark, auch wenn man’s nicht sieht
Dein Herz schlägt weiter, auch wenn es müde ist
Jeder Atemzug zählt, so wie er kommt
Du bist genug: jetzt, hier vollkommen

Träume finden still ihren Weg
Warten geduldig, tun nicht weh

Auch wenn Energien gerade ruh'n
Du bist stark, du bist genug

Du darfst pausieren, du darfst sein
Auch im Stillstand wächst dein Sein
Du bist leise stark, auch wenn man’s nicht sieht
Dein Mut ist da, auch wenn er flüstert, nicht schreit
Jeder kleine Schritt, auch im Innern getan
Ist ein „Ich lebe“ - ganz lebendig, ganz nah

Und wenn Zweifel kommen
Wie Wolken aus Grau

Denk daran: auch sie zieh'n weiter
Du bist mehr als das, was heute geht
Mehr als das, was äusserlich vergeht
Du bist leise stark, und das reicht aus
Dein Licht brennt sanft aus dir heraus
Kein Ziel, kein Druck, nur dieser Moment
In dem dein Dasein sich selbst erkennt

Atme ein… atme aus
Du bist hier
Hab Hoffnung
Du bist genug
Atme ein… atme aus
Hab Vertrau'n
Du bist hier nicht allein."


♥ SANI, 15.01.2026









 








Licht-Blick
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4.4.  "iustitia invalidis" – Licht-Blick.
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Ohne die vielen kleinen Lichtblicke wäre es schwerer, Krankheiten und Schicksalsschläge zu verkraften. Zum Glück habe ich trotz der Tragweite meiner Symptomatik den Blick ins Positive, Hoffnungsvolle, Transformierende nicht verloren. Dies war zu Beginn eine bewusste Entscheidung, nun ist sie verinnerlicht und darf die Urkraft, das Feuer in mir noch lebensspendender aufflammen lassen. Mein Selbstbild hat sich gewandelt: Ich bin mehr als das ME/CFS; diese Krankheit besitzt nicht die Macht, zu bestimmen, wer ich wahrhaftig bin! Ich empfinde inzwischen viel mehr Selbstachtung, Würde und Liebe - dies darf sich im Heilungsprozess noch weiter entwickeln und im Bewusstsein und Blickfeld bleiben!
Ausserdem habe ich grosses Glück gehabt: Die Menschen in meinem Leben sind jetzt mehr denn je an meiner Seite, um mich auf diesem Weg zu begleiten, tragen, stützen. Ich bin keine Last, eher Inspiration und Vorbild, wie ich mit der Situation umgehe: schöpferisch und kämpferisch bis zum letzten Atemzug aber auch besonnen genug, zu wissen, wann es klüger ist, loszulassen.
Meine Ergotherapeutin, Frau Ferrari, die sich für Long Covid und ME/CFS Betroffene einsetzt und auf diesem Spezialgebiet eigene Erfahrungen sammeln muss, weil die Wissenschaft bisher noch zu wenig über diese Krankheit forschen konnte, hat mich in meiner Wahrnehmung bestätigt: Sie kann viel von mir lernen, was anderen Erkrankten weiterhilft und eines Tages dazu beitragen möge, die Versorgungssituation für die Betroffenen zu verbessern. Und ich werde das intensive Gefühl nicht los, dass dieser Prozess zu meiner Berufung gehört - vielleicht bin ich mein ganzes bisheriges Leben lang sogar darauf vorbereitet worden, diese Krankheit durchzumachen (und zu überwinden), um aus dem Fundus meines Umgangs damit zu schöpfen und anderen eine Hilfe sein zu können. 

Der Wecker klingelt. Die halbe Stunde erlaubte "Schreibzeit" ist um. Ich muss mich künftig daran halten, dies im Rahmen des "Pacing", um weitere "Crashs" zu vermeiden. Frau Ferrari ist dafür meine freundliche Begleitung, und so dürfen wir voneinander profitieren, lernen, eigene Forschung betreiben und die Fortschritte dokumentieren. Ich habe ihr meine Skizze der Vision für eine Rundumversorgung gezeigt - sie war überwältigt und verliess mich (Hausbesuch gestern) mit einem Strahlen und Lächeln. Was auch mich ermutigt hat: Es gibt zwar noch keine Heilung für dieses komplexe Leiden, doch die Hoffnung auf mehr Entfaltung und Lebensqualität ... mit der Zeit, wenn ich mich an die kleinen machbaren Schrittchen halte und das Feuer in mir zähme, zudem mit meinen Meditationen weiter vordringe ins Erschaffen neuer neuronaler Verknüpfungen im Gehirn. Einiges hat sich bereits manifestiert, und ich bin mir sicher, dass noch viel mehr in Bewegung kommt, wenn ich geduldig, zuversichtlich und fokussiert dran bleibe. 
Mein nächster, wichtiger Schritt im Hinblick auf das Ringen mit der IV rückt immer näher, doch davon berichte ich morgen oder übermorgen - mein Körper gibt mir nun den Rhythmus vor, den ich zu respektieren lerne.

"Die subjektiv empfundene Limitierung überwinden" - ein Zitat aus dem IV Gutachten des RAD (regionaler ärztlicher Dienst) - wenn ich dies schaffe, ist eine 50%ige Arbeitsfähigkeit durchaus zumutbar. Mich macht diese Aussage nicht so wütend wie die Fachleute, Therapeuten, Familie, Freunde und Menschen in meinem Umfeld. Was mich dafür umso mehr betroffen macht: Dieser Satz ist symbolisch für die Stigmatisierung bei der IV und einem Grossteil der Bevölkerung, die deshalb lieber weg als hinschaut. Doch was, wenn es sie einmal selbst trifft? Erst dann könnten sie nachvollziehen wie zusätzlich verletzend und belastend es ist, im "Dunkel" ausharren zu müssen und auf dieser psychischen und subjektiv empfundenen Schiene abgestellt zu werden - ausrangiert nicht nur aus dem Leben, nein auch im Bewusstsein derjenigen, die nicht mit der damit verbundenen Hilflosigkeit umgehen können und lieber verdrängen als die Problematik ernst zu nehmen und ihre Verantwortung (kollektiv, als Teil dieser Gemein- und Gesellschaft) wahrzunehmen. 
Deshalb braucht es hier unbedingt ein "Erwachen", eine Bewusstseinsveränderung und ein Hinschauen, auch wenn es unangenehm ist, ohnmächtig, hilflos macht und schmerzlich ist. Wenn ihr da draussen dies so empfinden möget - was sollen wir, die dies leibhaftig erleben müssen, denn sagen?!? Anhand von dem, was ihr dabei fühlt, könntet ihr zumindest ein bisschen nachvollziehen, dass dieser Zustand keineswegs nur subjektiv empfunden oder psychischer Natur sein kann. Also: Es braucht dringend Aufklärungsarbeit - auf eine diplomatische, einfühlsame Art und Weise, denn ich kann durchaus verstehen, dass es viel Schöneres auf dieser Welt gibt, als seinen Blick und die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo es ums Existenzielle, Zehrende, Belastende geht. Mein Herz kann nicht anders, als genau hier im Rahmen meiner Möglichkeiten und Energien aktiv zu werden: Sanft, feinfühlig, zärtlich und doch unerschütterlich - eindringlich. Für uns alle.

Licht - Blicke im Prozess der Heilung: Therapeutinnen, Fachleute und Ärzte sowie die Menschen, die eine tragende Rolle spielen auf diesem Weg, den viele von uns nicht alleine gehen müssen. Der Austausch unter den Betroffenen ist ein ebenso wichtiger Bestandteil des Pfeilers für einen fortschrittlichen Umgang mit der Krankheit: Aus dem Potential schöpfen, das jeder Einzelne in sich trägt. Die positiven Effekte und Erfahrungen teilen, sie dürfen als Inspiration in die persönlichen, individuellen Entwicklungsschrittchen integriert werden. Parallel dazu wird zukünftig auch in der medizinischen Wissenschaft und Forschung ein Durchbruch erfolgen. Die eigene Einstellung immer wieder auf das Machbare, Positive, Konstruktive ausrichten, auch wenn das Leiden an einem zehrt und der Kampf manchmal aussichtslos erscheint. Auf den Körper hören, die Grenzen annehmen und respektieren, mit Blick in die Tiefe, Weite, Höhe: die Hoffnung nicht verlieren. Nicht aufgeben. Dankbar sein für das, was noch geht und vorwärts schauen. Anderen und sich selbst immer wieder Mut zusprechen; sich dafür entscheiden, das Leben dennoch zu umarmen! Allen Widrigkeiten und Rückschlägen zum Trotz. Wir sind mehr als diese heimtückische ME/CFS: Wir dürfen Pioniere in der Erfindung heilsamer Methoden sein! So einfach, wie sich diese aufbauenden Sätze in die Tasten hauen lassen, ist die Umsetzung leider nicht. Doch sie ist möglich. Und das zählt.

Einige Hilfsmittel habe ich inzwischen in meinen Alltag integriert - ein Mix aus Selbsterwirktem und Tipps meiner Ergotherapeutin, die ich hier gerne teile. Auch, um im Rahmen einer Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Skeptiker und der IV zu dokumentieren, wie schöpferisch und erfinderisch wir uns innerhalb der eingeengten Strukturen bewegen müssen, um einigermassen über die Runden zu kommen.
Meine im Folgenden geteilten Anregungen können jedoch nur mild bis moderat (mittelschwer) Betroffenen eine Inspiration oder Hilfestellung sein. Für schwer und sehr schwer an ME/CFS Erkrankte sind jene Empfehlungen zur massvollen Aktivität eher schädlich. Die Vorstellungskraft, Fantasie, das Träumen sowie die innere Freiheit zu entdecken dürfte hoffentlich jedoch auch ihnen zugänglich sein und die Tür des (Über-) Lebens zumindest noch einen kleinen Spalt offen lassen; bis das Wissen entdeckt und diese körperliche Krankheit mit heilenden Therapien und Medikamenten kuriert werden kann. Diese Hoffnung gilt es unter allen Bedingungen aufrecht zu erhalten. Ansonsten wir den Kampf schon verloren haben. 

1. Tagebuch führen: Dient zur Erfassung von Fort- und Rückschritten, Erfahrungen, zur Dokumentation von kleinen Erfolgen, grossen Erkenntnissen, Hoffnungen, Zweifel, Ängsten, Purzelbäumen und waghalsigen Träumen - kurzum: Die ganze, ehrlich-authentische Palette der menschlichen Regungen sei ebenso Bestandteil im Bewältigen der Krankheit.
2. Wecker als Hilfsmittel, nicht über die Grenzen zu gehen ("Pacing"): Nur bis an die Grenze, nicht darüber hinaus ist eines der wichtigsten Gebote, ansonsten der Körper immer wieder einen schmerzhaften "Crash" erleiden muss und eine dauerhafte Verschlechterung riskiert wird. Jeder Crash vermindert eine Regeneration des Körpers und zehrt noch mehr an der Substanz und den noch vorhandenen vitalen Funktionen. 
3. Energie-Management mit Hilfe der gefüllten Wasserflasche: An jedem neuen Tag wird eine Flasche mit Wasser gefüllt. Jedes Mal, wenn Grenzen überschritten werden, muss Wasser ausgeschüttet werden, gemessen am Ausmass der Grenzüberschreitung und der damit verbundenen Schmerzsymptomatik. Ziel: Flasche bleibt gefüllt = wertvolle Ressourcen geschont!
4. Borg-Skala: Erfasst in Zahlen von 1-10 das Mass der Einschränkung (1=leicht; 10=schwerwiegend)
5. Bewusste Ernährung, um den hypersensitiven Körper optimal zu unterstützen
6. Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel
7. Moralische und psychologische Tipps
8. Visualisierungshilfen, Meditationen sowie aufbauende, aufmunternde Sätze



 Keeping the process in memory and mind



Diary Sandra September 2025

 

 Water bottle and alarm clock: two useful tools ...

 

 Energy-management - another tool


 Keep the water bottle full!

Heute werde ich aus meiner bisher vollen Wasserflasche ein wenig ausschütten müssen, weil ich hier zu lange geschrieben habe ... (darf auch mal sein)! 

Mit entsprechend nährstoffreicher Ernährung sollte der Körper gestärkt werden, das ist sowieso das A und O bei jeder Krankheit. Wenn der Appetit nicht mehr mitspielt und auch der Verdauungsprozess zusätzlich erschöpft, lohnt es sich, mit Nahrungsergänzungsmitteln guter, möglichst naturbelassener Qualität die körperlichen Funktionen zu unterstützen.
Ich habe für mich folgende Produkte entdeckt: 
- Die Aminosäure L-Lysin, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die notwendig ist in der Stärkung des Immunsystems
- Vitamin D "Sonne satt" von XbyX - "women in balance" - ein fortschrittliches Unternehmen, von zwei Frauen in Deutschland gegründet, das gezielt auf die Bedürfnisse von Frauen vor, während oder nach den "Wechseljahren" (ich mag dieses Wort nicht besonders, ersetze es daher zukünftig mit: Transformation - tönt für mich weniger negativ behaftet) abgestimmt ist und auf bedenkliche Zusatz- und Inhaltsstoffe verzichtet. Die Pionierinnen auf diesem Gebiet sichern und erweitern ihr Wissen seriös in Zusammenarbeit mit Fachärztinnen und Ernährungsberaterinnen.
- Kräutertröpfchen "Bauchgefühl"- ebenfalls von XbyX als Verdauungshilfe, aber nur wenn notwendig.
- "Ganz gelassen", eine Vitaminmischung, besonders gut fürs Gehirn, von XbyX (übrigens eine Doppelbedeutung: Es steht für XX, die weiblichen Chromosomen und "step by step").
Die Poesie in der Namensgebung ihrer Produkte hat mich natürlich auch angesprochen ...
- LaVita: Ein frisches Naturprodukt, hoch konzentriert - ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe - das mit Wasser verdünnt eingenommen werden kann. Es ist eine Komposition aus über 70 Sorten Obst, Gemüse, Kräutern und pflanzlichen Ölen, ergänzt mit wertvollen Mikronährstoffen (Vitamine und Spurenelemente). Ich nehme es nicht jeden Tag, nur dann, wenn ich keinen grossen Hunger habe.

Medikamente, die ich nur bei Schmerzen einnehme: Dafalgan, Ibuprofen, bei längerer Einnahme noch zusätzlich Magenschoner Pantoprazol.
Seit der kürzlich diagnostizierten Schilddrüsenunterfunktion (hängt erfahrungsgemäss mit der ME/CFS zusammen) sollte ich Euthyrox einnehmen, doch hat dieser Hormonzusatz zu noch stärkeren Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit geführt, deshalb lassen wir das jetzt ganz weg, da mein TSH-Wert noch nicht bedenklich hoch ist. Einmal im Monat werden diese und andere (Vitamin D, Kalium und Folsäure), die nicht im Normbereich liegen, beobachtet. 



 My supplements - as natural as possible


Die Hoffnung jeden Tag neu aufrechterhalten, dass der Körper seine Selbstheilungskräfte mobilisieren, die Medizin oder bahnbrechende Therapien zukünftig Linderung oder gar Heilung verschaffen können. (Dies ist an jedem neuen Tag meine bewusste Entscheidung. Denn diese Krankheit kann einem psychisch herunterziehen, sodass das Licht im Dunkel nicht immer spür- und erkennbar ist).

Ich habe mir einige Strategien ersonnen, die sich bisher bewährt haben: 

- Visualisierung: Sich selbst immer wieder gesund, vital, geheilt sehen und das damit verbundene Gefühl "speichern" - dabei helfen Düfte, sinnliche Rituale, schreiben, Musik hören, sich an das Schöne erinnern. 
- Wohlfühloase kreieren: So gemütlich, warm und stimmig wie möglich.

- Ablenkung:
° Ein Gespräch mit einer/einem Vertrauter/n, wenn man das Gefühl hat, die Decke fällt einem auf den Kopf. Wenn dies live nicht möglich ist, telefonisch. Wecker stellen!
° Seinem zukünftigen, geheilten Ich einen Brief schreiben. Das zukünftige Ich antwortet daraufhin auch. Was sich bei mir besonders tröstlich auswirkt: "Anima schreibt Animus" - ich schreibe ihm, der mit mir tief verbunden ist, wie es mir geht, was ich mir wünsche und stelle mir die Zukunft mit ihm vor. Oftmals stellt sich von selbst ein ekstatisches, heilsames Empfinden ein. 
° Malen mit Farben. Kreativität nach seinen Vorlieben im Rahmen des Energielevels entdecken, entfalten (es muss nicht schön sein, es soll einfach nur gut tun und den Fokus ganz auf den erschaffenden Moment - den Augenblick - lenken). 
° Serie oder etwas Schönes anschauen und/oder lesen - auch hier möglichst keine Grenzen überschreiten. Momentan ist es mir möglich, jeweils eine Folge "New Amsterdam" zu schauen. Ich kann mich sehr gut mit Max identifizieren, dessen Frage in seinen Zellen (genauso wie in meinen) vibriert: "How can I help?"
° Sich zu täglicher Bewegung animieren, sei es auch nur ein paar Schritte vor die Haustür, zum Briefkasten, zum Garten - auch wenn sich die Erschöpfung tonnenschwer anfühlen möge: Nur nicht aufgeben! Wer nur liegen bleibt, weil sich der Körper so abgeschlagen und müde anfühlt, verliert nur noch mehr verbleibende Ressourcen, die durchaus als letzte Reserve vorhanden sind (unser Körper ist resistenter, als wir meinen!). Sich nicht entmutigen lassen, wenn dieser Balanceakt misslingt und einem wieder ins Bett zwingt. Wenn selbst die sanfteste, behutsamste Bewegung aufrecht grad nicht möglich ist: Tanz der Arme, Beine, Zehen, Finger liegend im Bett. Oder eben in der Vorstellung - das Gehirn kann nämlich nicht unterscheiden, ob diese Regung nun real ausgeführt oder "lediglich" vorgestellt wird.
° Prickelndes Wasser einfach über deinen Körper rieseln lassen. Wirkt bei mir sehr belebend und erquickend. (Wenn momentan auch nur für kurze Zeit - immerhin).
° Meditiere regelmässig, auch wenn du anfangs regelmässig einschläfst ... 
° Wer ein Haustier hat, weiss, wie wohltuend ihre blosse Gegenwart sein kann (gilt nicht für Schwerstbetroffene, die gar nichts mehr vertragen, nicht einmal das Schnurren ihrer Katze).
° Auf dem Internet surfen - "virtuell" auf Reisen oder shoppen gehen ... auch hier auf die "Alarmsignale" des Körpers hören (lernen). Ich persönlich kann hier profitieren, mit meinem Onkel Fernand Francis immer wieder in Afrika im Rahmen unseres Erinnerungs-Geflechts (seinen und meinen Memoiren) unterwegs zu sein.

° Ermutigungen:

- Positiv und optimistisch bleiben: Feiere jeden kleinen Fortschritt! Siehe das Glas halb voll, statt halb leer: verlerne es nicht, dankbar zu sein, für das, was noch geht.

- Humor: Eine effiziente Medizin! Lies oder schaue bewusst immer wieder humorvolle Anekdoten. Lache so oft wie möglich mit Familie, Freunden, Bekannten, Unbekannten.

Hier möchte gleich ein Witz (aus dem Internet) platziert werden - eine Frage:
"Hast du auch einen Schrittzähler?"
"Nein, ich fange erstmal langsam an. Ich habe jetzt einen Bewegungsmelder."

- Kommuniziere, was du brauchst. So offen und ehrlich wie nur möglich. 

- Finde Halt in dir, im Glauben, in den Menschen in deinem Umfeld. Ohne schlechtes Gewissen, denn du würdest bestimmt das gleiche oder noch mehr für sie tun.

- Du bist wertvoll, auch wenn du dich wie ein welkes Gemüse fühlst und deine Lebensqualität aktuell auf unterstem Niveau ist. Behalte deine Würde: Du bist mehr als deine Krankheit! Hab Vertrauen in dich! Wachse in der Liebe zu dir selbst.

- Sei fürsorglich dir selbst gegenüber. Achte deinen Körper als Wunderwerk, der noch lebt, bebt und kämpft. Behandle ihn mit Respekt und unterstütze ihn mithilfe symptomorientierter Therapien und Behandlungen, die wohltuend sind sowie der Medizin, die für dich persönlich funktioniert (ist bei jedem Körper anders).
NUR DAS TUN, WAS DIR GUT TUT!

- Du bist nicht ohnmächtig: Erinnere dich daran, dass wir gemeinsam an diesem Versorgungs-Haus bauen und du ein wesentlicher Bestandteil der Bausteine bist. Ja, auch du trägst zum Fortschritt in der Erkenntnis und Entwicklung der Heilung dieser Krankheit bei.

- Vertraue deinem "inneren Arzt". Befolge aber daraufhin auch seine "Anweisungen"!

- Tausche dich mit anderen Betroffenen aus. Lass dich auch von ihnen ermutigen, inspirieren: Du bist nicht allein in dieser Situation.

- Träume! So intensiv, unvorstellbar, gross, umfassend und unrealistisch-unglaublich wie nur möglich.

- Bete. Auch wenn du mit dem Glauben nichts anfangen kannst. Wenn es eine materielle Ebene gibt, dann existiert auch der entsprechende "Gegenpol": das Immaterielle. Verwechsle dies bitte nicht mit Esoterik.

- Folge deiner Intuition, deinen Instinkten und spüre innere Welten auf. Diese sind extrem erfüllend, wenn man sie einmal entdeckt hat und mutig genug ist, hinab zu tauchen.

- Richte deine Aufmerksamkeit immer wieder weg von deiner körperlichen Einschränkung. Finde auch hier ein Gleichgewicht zwischen hinschauen, hinhören, ernst nehmen, pflegen, kämpfen und wegschauen, weghören, verdrängen, auftanken, Leichtigkeit suchen, loslassen.

- Wage auch mal was Verrücktes, das du niemals für möglich gehalten hättest. Step out of the box, out of the ordinary. Dare to be different! JETZT ist erst Recht die Zeit dafür! 

- Und wenn gar nichts mehr geht: Tapfer aushalten, ausharren. Selbst der schlimmste Zustand und Schmerz gehen einmal vorbei. 

- Bewusstseinserweiterung: Es ist schon vollbracht! Du bist heil.
Ja, wir sind es entgegen allen Anzeichen und Wahrnehmungen schon ♥ !

- Wenn dir diese Ermutigungen und Strategien nichts sagen und du nichts damit anfangen kannst, ist das völlig okay. Vertraue einfach deinem eigenen Kompass und finde, entdecke eigene Wege, dir selbst (und vielleicht auch anderen?) zu helfen.

- Atme. Entspanne. Bleibe zuversichtlich: Du kannst nicht tiefer fallen oder höher hinausschwingen als in eine Dich liebende Schöpfung, wo sich alle unsere Lebenskreise früher oder später berühren, verbinden, in Frieden und Freude mitschwingen.



Pancake - dreams ... let them come true! 


Auch wenn es nicht einfach ist, sich im Rahmen des "Pacing" wohl zu fühlen und sich an die Grenzen, die der Körper setzt, zu gewöhnen, sollte die Ausbalancierung des Energiehaushalts schrittchenweise im Fokus bleiben, um eine reelle Chance auf bleibende Heilung ergreifen zu können.

Die schweizerische Gesellschaft für ME/CFS hat eine Broschüre herausgegeben, die ich wärmstens empfehle - deshalb möchte ich alle Interessierte mit folgendem Link verknüpfen:

https://sgme.ch/pacing-broschuere


Together we can make it!



 Together we are strong ;-)

 


Im Sanften Takt


"Ich geh nicht weit, nur Schritt für Schritt
Mein Weg ist leise, doch ich geh ihn mit
Die Welt läuft schneller, ich bleib zurück
Doch jedes Atmen ist ein kleines Stück

Und auch wenn keiner sieht, wie viel es kostet
Trag ich doch weiter, was in mir leuchtet

Denn ich leb im leisen Takt
wo ein kleiner Schritt schon alles sagt
Was von aussen niemand sieht
Ist die Kraft, die weiterzieht

Und auch wenn mein Körper fällt
Halt ich fest an meiner Welt
Denn selbst im kleinsten Augenblick
Kämpft mein Leben sich zurück

Ich schreib die Tage zwischen Licht und Ruh
Trage Hoffnung und Zuversicht immerzu
Kein grosser Plan, kein fixes Ziel
Nur das, was geht - und das ist viel

Und was von aussen wie Stillstand erscheint
Ist innen ein Same, der weiter keimt

Denn ich leb im leisen Takt
Wo ein kleiner Schritt schon alles sagt
Was von aussen niemand sieht
Ist die Kraft, die weiterzieht

Und auch wenn mein Körper fällt
Halt ich fest an meiner Welt
Denn selbst im kleinsten Augenblick
Kämpft mein Leben sich zurück

Vielleicht ist Stärke nicht das Rennen
Sondern immer wieder neu beginnen
Vielleicht heisst Mut nicht laut
sondern still zu sagen:
„Ich geb nicht auf“

Ich leb im leisen Takt
Wo ein Atemzug schon Hoffnung macht
Und auch wenn vieles sanfter wird
Weiss ich, dass mein Leben wirkt

Denn im leisesten Sein bleib ich hier
und wachse still in mir -
Schritt für Schritt zurück zu dir

Ich schreib die Tage zwischen Licht und Ruh
Trage Hoffnung und Zuversicht immerzu
Kein grosser Plan, kein fixes Ziel
Nur das, was geht - und das ist viel

Und was von aussen wie Stillstand erscheint
Ist innen ein Same, der weiter keimt

Denn ich leb im leisen Takt
Wo ein kleiner Schritt schon alles sagt
Was von aussen niemand sieht
Ist die Kraft, die weiterzieht

Und auch wenn mein Körper fällt
Halt ich fest an meiner Welt
Denn selbst im kleinsten Augenblick
Kämpft mein Leben sich zurück

Ja, ich leb im leisen Takt
Wo ein Atemzug schon Hoffnung macht
Und auch wenn vieles sanfter wird
Weiss ich, dass mein Leben wirkt

Denn im leisesten Sein bleib ich hier
und wachse still in mir -
Schritt für Schritt zurück zu dir

Zurück zu dir."

SANI, 02.04.2026

♥ Im Sanften Takt https://suno.com/s/88FV0svmdpoFUez9







Humor ist, wenn man trotzdem lacht ;-D
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4.5.  "iustitia invalidis" – Humor ist, wenn man trotzdem lacht ;-D.
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"Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Stärkt Hirn, Herz, Nervenkraft
Jeden Tag eine lustige Anekdote
Genauso wichtig wie die 10 Gebote

Jeder kleine Sieg darf gefeiert werden
Zuviel Ernsthaftigkeit kann's verderben
Lächle, lächle ebenso dir selbst zu
Heiterkeit verbreiten kannst auch du."

Diese neue Entscheidung habe ich gestern gefällt
Mitten in der Nacht mich unruhig hin und her gewälzt
Nein, zermürben und verbittern lasse ich mich nicht!
Da ist immer wieder ein Licht, das die Schatten durchbricht:
Ein Regenbogen, der durch die dunklen Wolken sticht
Trag Sonne im Herzen, eine Urkraft, die nicht erlischt
Freudentränen versiegen auch in meinem Leben nicht!


What a wonderful sight!

 

 Twin rainbows - view from my window on 5th September 2025



"D'IV isch ä pfyffe
wotts eifach ned begryffe
die chrankheit söu ybiudig sy
nüt aus eifach äs empfinde:
muesches nur überwinde!

hey, kolleg, unryffe maa (vom RAD)
wosch dä körper äs zytli lang ha
eifach desume ligge, tag für tag
obwou me das gar ned vermaa?

U de die mönschli um eim ume
fühle die das aues ou nume
so wie d'ärzt u therapeute
düe die ihri energie für nüt vergüde?

U au die brichte, zahle, fakte
nüt aus fake, ä betrügerischi akte
aus nume äs määrli, erfunde, erlogge?
we das so wäri, hätti me sech nume säuber betrogge."


Ich liege wach, es kribbelt in meinem Fuss
Das ist wohl ein kleiner Gruss
Wer denkt an mich zu dieser Stund?
Ich gehe der Sache auf den Grund ...

Ich grüble weiter, wer könnt es sein?
Lächelnde Gesichter im Kerzenschein
Träumend gleite ich von Ort zu Ort
Spinne heiter weiter, Wort für Wort
Irgendwann sind die Schmerzen fort

Und? Wer war's - wer hat dich geweckt?
Einer, der sich vor mir versteckt
Den ich nun mit lustigen Reimen neck ...


Ich antworte auf die Frage: "Vo wo hesch die schön dechi?"
"Ha se ganz günschtig bi temu bsteut - reini bouwulle, gueti qualität!"
Tömu bemerkt: "So wie damaus d'Jasmin ;-D"
Ich checke seine Pointe nicht.
Tömu lächelt: "Jazzy hesch ja ou bsteut ... 100% ächt ...!"
Ich denke mir: "aha, das meint er" und entgegne spontan: "Nei, sie isch völlig überraschend choo! Wenn, denn hett dä Franzerl sie bsteut - u hett mer nüt devo verzeut!"
(U vilech isch's bir Joya ou so gsi ... )

Ich überlege mir daraufhin folgendes: Damals war die Schwangerschaft mit Jasmin meine Heilung von einer Störung im vegetativen Nervensystem ... demnach wärs schon praktisch, wenn ich einfach so auf einen Klick hin ein Baby bestellen könnte, das in mir wächst und die Dysfunktionen in meinem Körper aufhebt. Mit hundertprozentiger Erfolgs-Liefergarantie (dass es gesund bei mir und in der Welt ankommt...). Weil das mit der Vorstellungskraft so eindrücklich funktioniert, stelle ich mir dies in meinen Meditationen von nun an auch noch vor: Nochmals schwanger mit einem Kind, nicht nur um der Heilung willen, sondern weil es in mir ein unbeschreibliches Glücksgefühl auslöst. 

Nikita schnarcht auf meinem Bett
Und ich frage mich: 
Weiss eine Katze, was ein Mensch denkt,
Was seine grossen Schritte lenkt?
Seine hoch gesprochenen Laute -
Völliger Quatsch oder doch vertrauter?
Ihre Antwort: Ein süsses Miauen
Bis zum Futternapf wird's immer lauter ...
Die Sprache, die beide verstehen:
Das Schnurren - ein Gefühl fürs Wohlergehen

Sebiron - "ä luschtigä bärner giu in züri" - bringt meine Bauchmuskeln regelmässig ans Limit. Seine humorvollen Sketches auf Instagram verfolge ich seit meinen langen Stunden zuhause. Einer meiner Lieblingsszenen muss ich mit euch teilen - es zeigt auf, mit welchem Talent der Berner Komiker, der in Zürich lebt und arbeitet, skurrile Alltagsthemen humorvoll auf die Spitze treibt, jedoch ohne Grenzen zu überschreiten. Deshalb mag ich ihn sosehr, auch, weil er ehrlich-authentisch herüberkommt und dies eines seiner prägnantesten Markenzeichen ist.

Hier also sein Meisterwerk: Medizinischer Notfall in der Schweiz!

Ein Mann greift sich mit der Hand ans Herz, schnappt nach Luft und bricht daraufhin in seinem Garten bewusstlos zusammen. Eine Nachbarin, die es mitbekommt, muss sich an die Notfallnummer erinnern - dies mit einer Eselsbrücke, die auch mir geholfen hat, sie im Gedächtnis zu behalten:
"Jesses Gott! 118 - füür im dach! 117 - knarre a de birre! 144 - kollabier!"
Sie (Sebi mit einer Damenperücke verkleidet) tippt die 144 nervös in ihr Handy ein und meldet aufgewühlt den Notfall: "Ja, hallo, i bruuche dringend öpper - da isch ä notfau! Schnäu, schnäu, schnäu!"
Der eingetroffene Notarzt fragt die aufgeregte Nachbarin: "Isches dä, wo da ligt?" Woraufhin sie: "Ja, es geit um dä!"
Der Notarzt fragt ganz entspannt: "Ligt er scho lenger so ir sunne? Momentan isch ja d'sunne ziemlech starch, mit UV und so ... hett er sunnecräm aagmacht?"
Sie bemerkt ganz hysterisch: "Er ligt syt zwoi minute da!"
Der Notarzt beugt sich über den Bewusstlosen und fragt diesen fast flüsternd-zärtlich mit einer Seelenruhe: "Heiter mir no ds chrankekasse-chärtli?"
Die Nachbarin, immer hysterischer: "Es isch ä notfau!"
Immerhin ist der Arzt schon an der Herzmassage ... währenddessen fragt er die aufgebrachte Nachbarin: "Heiter eigentlech scho googlet, was chönnt sy?" 
Sie: "Luut google isches ä härzinfarkt", dabei streicht sie sich verzweifelt mit der Hand durch die Haare. (Ihre Panik ist so überzeugend gespielt und unterstreicht Sebis schauspielerische Glanzleistung.)
Der Notarzt nimmts locker: "Aha - luschtegi story: I ha letschti ä patient gha, dä hett schmerzä gha im chlyne finger, luut google ä tumor. Auso isch wahrschynlech haub so wiud ..."
Seine Beschwichtigungen lassen die Nachbarin noch panischer, hysterischer ausrufen:
"I gloub äs isch würklech ä härzinfarkt!!!" Mit beiden Händen hält sie sich noch verzweifelter den schüttelnden Kopf; ihr Gesichtsausdruck widerspiegelt ihre Angst ums Leben des Bewusstlosen (oder inzwischen schon Toten) grandios.
Der Arzt erklärt weiterhin entspannt: "Rein statistisch gseh sy herzinfärkt immer no sehr, sehr säutä."
Sie klärt ihn vehement auf: "Aber er schnuufet nüm u sis härz isch blybe stah!"
Er: "Ja, das wärä erschti aazeichä ..."
Sie: "U was machemer itz?"
Der Notarzt: "Jetz fraag i zur sicherheit glych schnäu mi mentor u prüefigsexpert: ChatGPT, was mach ich bei einem Herzinfarkt?" - dabei nimmt er sein Handy an seine Lippen und stellt diese alles entscheidende Frage.
ChatGPT antwortet: "Schön, dass du fragst. Falls du oder jemand in deinem näheren Umfeld einen Herzinfarkt hat, ist es wichtig, dass du schnellstmöglich die Notfallnummer wählst."
Die Nachbarin ruft energisch dazwischen: "Aber das hani ja scho gmacht!"
Woraufhin er: "Sehr guet, die chöme sicher baud."
Sie fragt nun noch aufbrausender: "Die, welli die? DIR syt de notarzt!!!" 
Der Arzt konstatiert trocken: "Ah, stimmt." Anschliessend hält er sein Handy wieder an seinen Mund und fragt die KI: "ChatGPT, was mach' ich, wenn ich der Notarzt bin?"

The end. So hilarious! Watch Sebi: @sebiron_  

> Sebi als Lästertante:   Über dich erzählt sie nur Gutes     
   
Sowie seine Dialoge in urchigem Berndeutsch sind auch köstlich und gut verträglich ;-D: 

Wenn sich zwei Berner unterhalten


Noch ein ganz aktueller Sketch (13.03.2026):


... strasseverchehrsamt bern, mi name isch hänggi: (LOL)

https://www.instagram.com/reel/DVyxMiTDaO8/?igsh=OTgxMWMxcjQ1Z3p3

Sebis neuer Sketch (25. Mai 2026) - LOL - zum Schreien!


Hier wieder eines aus meiner Feder:

"Äs zidröhnli flügt ds kichererbsli
zum salatbett vomene sterbsli
dert triffts ds trösti u d'wanderine
d'schlaubergine u d'apfelsine
sie lamentiere, argumentiere
äs jumpignon gumpet dezwüsche
u ds grüebli schluchzet verzwyflet:
"was machemer itz, wär cha häufä?
fraage mer no de rettdich!"
dise gugget sech dä schlammassel aa
seit druff abbä: "d'laag isch klar:
ds sterbsli muess mittem kichererbsli
jungi sprössli ha."




 Hiii Hiii - tickling our humorous senses again and again :-D


Mit etwas Abstand verlieren selbst schmerzhafte Erlebnisse manchmal ihren Schrecken und verwandeln sich in Geschichten, die uns zum Schmunzeln bringen. 
Wenn wir irgendwann über das lachen können, was uns einst den Atem geraubt hat, kann dies etwas Heilsames bewirken.
Auch Menschen, die selbst leiden, können anderen Trost und ein hoffnungsvolles Licht spenden.
Im glücklichsten Fall schenken sie ihnen sogar ein Lächeln.

Ja, das Leben ist zeitweise verrückt. Und trotzdem - oder vielleicht sogar deshalb - dürfen wir darüber lachen.

Diese denkwürdige Nacht gehört ganz bestimmt dazu. 

 

260726 - Diese denkwürdige Nacht verwandelte sich erst im Rückblick zum Glück in eine Geschichte, die sich mit einem Augenzwinkern aus drei Blickwinkeln erzählen liess.


Das Leben liefert den Stoff. Manchmal genügt es, genauer hinzuschauen und zu lauschen; den Blickwinkel zu wechseln und eine Geschichte durch die Augen des anderen zu betrachten. So wächst unser Bewusstsein - und aus Verstehen darf dann sogar ein Lächeln die Welt erhellen.

Für mich habe ich dabei eine neue Form entdeckt: Verschiedene Sichtweisen mit einem Augenzwinkern einzufangen und sie auch bildlich zum Leben zu erwecken.(KI setzt Sandras Texte ins illustrierte Gewand).

Ja, das Leben schreibt die erstaunlichsten Geschichten. Auch diese hier ist wahrhaftig so geschehen.


260814 - Joya hat sich dann doch nicht für diese Wohnung entschieden. 

 





 

 




Durch-Blick
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4.6.  "iustitia invalidis" – Durch-Blick.
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Das Blickteam war fortschrittlich genug, mich zuhause zu interviewen. Blick war durch die Motion zur nationalen Strategie für die bessere Versorgung von ME/CFS Betroffenen sensibilisiert und fragte bei mir nach, ob ich bereit sei für ein Interview. Ich sagte natürlich zu, um diesen Durchblick zu unterstützen und meinen Herzenswunsch nach Aufklärung und Anerkennung dieser körperlichen Krankheit in die Tat umzusetzen. Mit dem Risiko eines Crashs, der daraufhin auch folgte, doch dies war es mir wert. Inzwischen habe ich mich davon wieder erholt und bin auf meinem ursprünglichen Energie-Level (zurzeit durchschnittlich 4-5 Stunden).

Am 5. Oktober 2025 wurden sowohl im SonntagsBlick wie auch auf Blick online die Artikel über mich als Betroffene publiziert.

SonntagsBlick mit genauem Durchblick durchdrungen vom meinem Blick:


SonntagsBlick vom 5.10.2025 - der Titel war anders abgemacht - nun, er sollte Aufmerksamkeit erregen, deshalb kann ich inzwischen gut damit leben ...

 

 SonntagsBlick vom 5.10.2025 - Artikel über mich und ME/CFS - Seite 2

 

Online haben Leser die Möglichkeit, den Inhalt zu kommentieren. Bisher sind vier Kommentare zu lesen: Der erste ist sinnbildlich für die Stigmatisierung - die weiteren drei klären Herrn Wittwer mit Fakts und Empathie auf. Die Diskussion ist also eröffnet, und ich bin gespannt, wie sich das Bewusstsein noch weiter entwickeln wird. Ich bin stark genug, mit jeder Kritik umzugehen - mein bisheriges Leben hat mich gut darauf vorbereitet.


Hier der Link zur online Plattform:


Interview mit Video zur Frage: "Wie hat sich dein Selbstbild seit der Krankheit verändert?"



 

Dieses Foto von Raphael sagt mehr als tausend Worte ... aufgenommen am 23.09.2025 auf meinem Balkon. An diesem Nachmittag war es regnerisch.

 


Die Diskussion ist eröffnet ... auf Blick online (Lea Marti hatte mich am 23. September 2025 interviewt)

 


 
Bravo! Sehr gute Aufklärungsargumente sowohl faktisch wie auch mit Fingerspitzengefühl und der notwendigen Empathie ;-D
Die Mehrheit hat es also bisher begriffen ...


Meine Töchter waren sichtlich stolz auf mich, die sich mutig einer breiten Masse gestellt hat. Sie wissen, dass es mir nicht primär um mich geht (ich stehe gar nicht gerne im Fokus), sondern um die Betroffenen und ihre Angehörigen selbst. 
Die Reaktionen bislang sind sehr berührend und zeigen auf, wer intelligent und einfühlsam genug ist, diese Krankheit und die davon Betroffenen zu verstehen. 


Quiet Rhythm

"I don’t go far, just step by step
A quiet road, but it’s mine to keep
The world runs fast, I fall behind
But every breath is a small lifeline

And even if no one sees the cost
I carry the light I haven’t lost
’Cause I live in a quiet rhythm
Where a small step says it all
What the world will never notice
Is the strength that makes me stand tall

And even when my body bends
I’m holding on to what still stays
In the smallest, fragile spark
My life keeps fighting through the dark

I write my days in light and rest
Holding hope inside my chest
No big plan and no set way
Just what I can - and that’s enough today

What looks like stillness from the outside
Is a growing seed I hold inside
’Cause I live in a quiet rhythm
Where a small step says it all
What the world will never notice
Is the strength that makes me stand tall

And even when my body bends
I’m holding on to what still stays
In the smallest, fragile spark
My life keeps fighting through the dark

Maybe strength is not the race
But starting over, day by day
Maybe courage isn’t loud
But softly saying:
“I won’t give up now”

I live in a quiet rhythm
Where a single breath brings hope
Even when things turn softer
I still know my life has scope

In the quiet, I remain
Growing through the hidden pain
Step by step, I find my way
Back to you, come what may

I live in a quiet rhythm
Where a single breath brings hope
Even when things turn softer
I still know my life has scope

In the quiet, I remain
Growing through the hidden pain
Step by step, I find my way

Back to you … 

Yes, I write my days in light and rest
Holding hope inside my chest
No big plan and no set way
Just what I can - and that’s enough today

What looks like stillness from the outside
Is a growing seed I hold inside

’Cause I live in a quiet rhythm
Where a small step says it all
What the world will never notice
Is the strength that makes me stand tall

And even when my body bends
I’m holding on to what still stays
In the smallest, fragile spark
My life keeps fighting through the dark

Maybe strength is not the race
But starting over, day by day
Maybe courage isn’t loud
But softly saying:
“I won’t give up now”

I live in a quiet rhythm
Where a single breath brings hope
Even when things turn softer
I still know my life has scope

In the quiet, I remain
Growing through the hidden pain
Step by step, I find my way
Back to you, come what may

Yes, I live in a quiet rhythm
Where a single breath brings hope
Even when things turn softer
I still know my life has scope

In the quiet, I remain
Growing through the hidden pain
Step by step, I find my way

      Back to you … 

  ... back to you."


♥ SANI, 02.04.2026

♥ Quiet Rhythm Soulful  https://suno.com/s/5M0C5op2XuOPYRkr

 





 
Aus-Blick
Seite 52
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4.7.  "iustitia invalidis" – Aus-Blick.
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Viele Gaben wurden mir geschenkt, durch den, der meine Schritte (inzwischen Schrittchen) lenkt. Diese Gnadengeschenke durfte ich im Verlauf meines Lebens allmählich - zuerst unbewusst, dann immer bewusster - entdecken und entfalten: 

♥ Die Gabe eines reinen Herzens (EQ)
♥ Das Geschenk bedingungslosen Liebens und Geliebt-Werdens
♥ Die Gabe, im göttlichen Zentrum zu ruhen
♥ Das Geschenk, aus der inneren Quelle zu schöpfen
♥ Die Kompetenz eines starken Willens und Verstandes (IQ) 
♥ Die Fähigkeit, in der Stille erfüllt zu sein
♥ Die Gabe der Intuition, der Ur-Instinkte
♥ Das Geschenk, beseelt zu sein
♥ Die Fähigkeit zum Glauben, Vertrauen, Hoffen 
♥ Die Gabe des Verzeihens und der Friedfertigkeit
♥ Das Geschenk der Treue
♥ Die Fähigkeit, biegsam zu sein
♥ Die Gabe des Kampfgeistes und der Widerstandskraft
♥ Das Geschenk, die Weisheit (des Unbewussten) zu kanalisieren
♥ Die Fähigkeit, sich den Schatten und Herausforderungen zu stellen
♥ Das Geschenk der Bewusstwerdung
♥ Die Gabe, unerschütterlich in sich selbst verwurzelt zu sein
♥ Die Fähigkeit, innere Ablehnung zu überwinden
♥ Das Geschenk der Ausdauer
♥ Die Gabe kreativen Erschaffens
♥ Das Geschenk, Mutter zu sein
♥ Die Fähigkeit inneren Erkennens und Erfassens
♥ Die Gabe positiver, konstruktiver Denkweise
♥ Das Geschenk sensibler Wahrnehmung, feinfühligen Empfindens
♥ Die Gabe der Poesie und schönen Künste
♥ Das Geschenk ausdrucksstarker Kommunikation
♥ Die Gabe, zu schweigen
♥ Die Fähigkeit sozialer Interaktion und Vernetzung
♥ Die Gabe musischen, musikalischen und tänzerischen Ausdrucks
♥ Das Geschenk psychoanalytischer (unbewusster, also nicht studierter) Einsichten
♥ Die Gabe des Empfangens und Gebärens
♥ Die Fähigkeit des Verwandelns, der Transformation
♥ Die Gabe, tief zu berühren
♥ Die Kompetenz, über sich hinauszuwachsen
♥ Das Geschenk des Teilens
♥ Die Gabe, authentisch zu sein
♥ Die Fähigkeit, in sich selbst vollständig und frei zu sein
♥ Die Kompetenz, autonom und doch verbunden zu sein
♥ Das Geschenk, bescheiden zu sein
♥ Die Gabe, Wahrhaftiges aufzuspüren
♥ Die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden
♥ Das Geschenk, dem inneren Rhythmus zu vertrauen
♥ Die Gabe zur Selbstreflektion
♥ Die Fähigkeit, visionär und prophetisch zu sehen
♥ Die Gabe des Dienens, des Helfens und Heilens
♥ Das Geschenk der Dankbarkeit
♥ Die Fähigkeit zur Demut und Hingabe
♥ Die Gabe der Gestaltung
♥ Das Geschenk der Verbundenheit mit Gott, der Schöpfung, den Menschen; mit mir selbst
♥ Die Fähigkeit, Sehnsüchte zu benennen
♥ Die Gabe des Lehrens und Instruierens sowie des Lernens
♥ Das Geschenk, tapfer und besonnen zu sein
♥ Die Kompetenz sich zu hinterfragen, anzuzweifeln, in Relation zu setzen
♥ Das Geschenk, nicht perfekt und doch vollkommen zu sein 
♥ Die Gabe, Verantwortung zu übernehmen
♥ Das Geschenk des Sprechens in verschiedenen Sprachen (vor allem des Unbewussten)
♥ Die Gabe der Selbstachtung, Würde, Liebe
♥ Die Fähigkeit, geduldig (Patientin) zu sein
♥ Die Gabe, Gegensätze zu vereinen
♥ Das Geschenk des rechten Masses, der Balance (gilt es noch mehr zu entfalten)
♥ Die Fähigkeit, zu fokussieren und verbinden 
♥ Die Gabe der Fürsorge und Nächstenliebe
♥ Die Kompetenz, zu führen und managen
♥ Die Fähigkeit, Spannungen auszuhalten und anzunehmen
♥ Die Gabe, Fehler und Mängel einzusehen und zu gestehen
♥ Das Geschenk, im Momentum zu sein 
♥ Die Fähigkeit, Schmerz und Leid zu überwinden
♥ Die Gabe reiner Freude
♥ Das Geschenk, zu geniessen
♥ Die Fähigkeit, das Leben leidenschaftlich zu umarmen
♥ Die Gabe der Wertschätzung
♥ Das Geschenk des Betretens heiligen Raumes
♥ Die Fähigkeit zu schweben, jenseits des rein Materiellen erleben
♥ Die Gabe der Weitsicht, des Holismus
♥ Die Kompetenz, zuzuhören, hinzusehen, mitzufühlen (Empathie)
♥ Die Gabe des Betens und Bittens
♥ Das Geschenk der Unerschrockenheit und des Mutes
♥ Die Fähigkeit akribischen Erfassens
♥ Die Gabe der Gastfreundschaft
♥ Das Geschenk feinster Koch- und Backkünste
♥ Die Fähigkeit, egozentrische Absichten zu entlarven
♥ Die Gabe eines "Röntgenblicks"
♥ Das Geschenk des Fleisses, des immer weiter hinauswachsen-Wollens
♥ Die Gabe des Schenkens
♥ Die Kompetenz der Grenzüberschreitung
♥ Das Geschenk, die natürlichen Zyklen zu achten
♥ Die Gabe, zu strahlen und ein Segen zu sein
♥ Die Fähigkeit des Träumens, der Phantasie und Vorstellungskraft
♥ Das Geschenk des Gebens, des Überfliessens
♥ Die Gabe des Beschützens
♥ Die Fähigkeit, den Illusionen kaum zu verfallen
♥ Die Gabe, all diese Geschenke einem liebenden Gott zu verdanken
♥ Das Geschenk, mich belehren, instruieren und führen zu lassen
♥ Die Gabe des Aufheiterns, Aufmunterns, des Humors
♥ Die Fähigkeit, loszulassen
♥ Das Geschenk, heil zu sein
♥ Die Kunst, Geheimnisse zu bewahren
♥ Das Geschenk, Anima zu sein
♥ Die Gabe, Empfangende und mich selbst zu sein 
Das Geschenk, sich nichts auf die Fähigkeiten einzubilden
♥ Die Einsicht, all diese Geschenke und Gaben anzunehmen
♥ Das ausserordentliche Geschenk, das Paradies in mir zu tragen ♥

Wow! Ich bin selbst überrascht, welch kostbarer Reichtum mir im Verlaufe meines Lebens geschenkt wurde ... sich dessen so bewusst zu sein ist ein Grund mehr, zutiefst dankbar zu sein. Demütig. Empfangend. Liebend.

Wo sehe ich mich in einem Jahr? Zwei Jahren? Fünf Jahren? Mit all diesen Gaben im Blickfeld dürfte ich es wagen, meine Transformation so zu prognostizieren:

° In einem Jahr:
Ich bin mit meinem Animus zusammen .♥.
Ich bin weitestgehend wieder gesund, trete hinaus und mache den Betroffenen Mut: Meine Hoffnung hat sich bestätigt. Ich setze mich für die Kranken ein, indem ich koordiniere, delegiere, manage, weiterhin aufkläre, Sensibilität fördere. Ich werde gesehen und gehört.
° In zwei Jahren:
Mein Einsatz und die Gaben, die sich manifestieren dürfen, werden respektiert, wertgeschätzt, geehrt. Ich tanze auf der Weltenbühne, veröffentliche Bücher, Gedichtbände, Ratgeber.
Ich reise nach Afrika :-D
°In fünf Jahren:
Ich bin "Sany", darf meinen Enkelkindern eine fürsorgliche und inspirierende Grossmutter sein und sie auf ihrem Weg begleiten.
Meine Einsätze in Afrika tragen Früchte!
Mein Buch "sandra's book of love" wird veröffentlicht.

Ich verrate nicht alles, es darf noch vieles ein Geheimnis bleiben ...

.... nur noch eines:



Den, der Du bist

"Du bist mein Wunsch und mein Gedanke
Um die sich meine Träume ranken
Was auch immer an mir zehrt
Ich werde niemals wanken
Beweglich und unversehrt
Darf ich jetzt schon vor Dir stehn
Dir in die Augen sehn
Von Angesicht zu Angesicht

Ja, die, die ich sehnsüchtig bin
Umarmt die, die ich sein werde
Und den, der Du bist
Mit jedem Wort, das ich gebärde
Schwingt und tanzt die Erde mit
Die schlummernde Welt
Lässt ihre Schatten hinter sich
Öffnet verklärt die Augen
Geblendet vom reinen Licht."


San♥Poetry


27.10.2025
Snoopy, "glasinova" & co.
Seite 53
Seite 53 wird geladen
4.8.  "iustitia invalidis" – Snoopy, "glasinova" & co. .
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Snoopy - my favourite comic since I was a kid ... 

 
Als Patientin muss ich vor allem eines: geduldig und ausdauernd sein. Ja, ausserdem kämpferisch - die Ernsthaftigkeit muss jedoch auch bewusst durch Unbekümmertheit und Ablenkung neutralisiert werden.

Während meiner absehbaren Geduldsprobe, leisten mir Snoopy, viele Märchenfiguren aus der Kindheit und Katherina Glas "glasinova" zwar nicht leibliche, dafür virtuelle, fabelhafte und inspirierende Gesellschaft. Bis zum "touch-feel-see" - Momentum trösten sie mich geistreich mit ihrem Witz, ihrer Kreativität, ihren vertieften Lebensweisheiten und nehmen mich mit auf ihren Abenteuern und in sagenhafte Welten. Ja, ich brauche keine Drogen, um "high" zu sein - ich lasse mich lediglich auf die fantastischen Reisen mit ihnen ein und darf so meine angestrebte Leichtigkeit in null Komma nichts ebenso wahrhaftig erleben, wie wenn sie körperlich bei mir wären ... 

Nun - darf ich zuerst vorstellen: Snoopy, Charlie Brown, Lucy, Linus, Schröder - sie alle sind Geschöpfe des meistgelesenen Comic-Autoren aller Zeiten, der mit "Peanuts" eines der grössten Comicwerke des 20. Jahrhunderts schuf. Der erste "Peanut"-Strip erschien am 2. Oktober 1950 - feiert dieses Jahr also sein 75-jähriges Jubiläum. Der Erfolg der "Peanuts" hat mehrere Gründe. Erschaffer Charles M. Schulz zeichnete richtige Menschen und echte Gefühle, die wir alle nachvollziehen können, mit der ganzen Bandbreite an emotionalen Schwingungen. Auch wenn Schulz auf offene politische Aussagen verzichtete, reflektierte er während 50 Jahren die gesellschaftliche Entwicklung Amerikas und damit der westlichen Welt. Dank der Mischung aus Humor, konservativem Humanismus, liebenswürdigem Skeptizismus und dem grundsätzlichen christlichen Vertrauen in die Zukunft wurden die "Peanuts" bei aller Düsternis und Grausamkeit zu einer Art "Sicherheitsdecke", an die sich die auseinanderdriftenden Generationen klammerten - denn in Charlie Brown, Lucy, Linus und Snoopy konnten und können sich Menschen aus allen Altersgruppen, Klassen und Kulturen wiedererkennen. (Da wären wir wieder beim Tipp für erfolgreiche Literatur ;-)) 
Am 12. Februar 2000 starb der Schöpfer, dessen Leben und Werk sich so innig ineinander verschränkten, an Rückenmarkkrebs. Er und seine Figuren verabschiedeten sich gleichzeitig. 
Was mich inzwischen als (auch) Erwachsene derart fasziniert ist nebst der Nähe zu den verschiedenen Charakteren, dass sich in jeder Figur einen wahren Teil des Erschaffers Schulz widerspiegelt. Der emotionale Rohstoff für diese waren seine Jugenderinnerungen - unerwiderte Liebe, Ablehnung, Demütigungen und Einsamkeit. Am 26. November 1922 in St. Paul in Minneapolis (USA) geboren, wuchs Charles als behütetes Einzelkind in bescheidenen Verhältnissen auf. Er hatte einen weiss-schwarzen Hund namens Spike (so taufte er Snoopys mageren Bruder). Schon als Kind wollte Charles Comic-Zeichner werden - umso schmerzlicher war die Ablehnung seiner Zeichnungen für das Highschool-Jahrbuch.
Die menschliche Tragödie sowie die menschliche Komödie sind in der Welt des Charlie Brown vollständig verkörpert. Es gibt trotz der kindlich-leichten Oberfläche wohl kaum einen grausameren und düsteren Comic-Strip als die "Peanuts". Der gutmütige, aber ungeliebte und unerträglich einsame Charlie Brown, die selbstgerechte Lucy, das neurotische Genie Linus, das fantastische Wunderkind Schröder. Und natürlich Snoopy, der wahlweise davon träumt, Kampfpilot oder Bestsellerautor zu sein, wenn er nicht über Gott und Hund philosophiert ... 
Der berühmte Schriftsteller Umberto Eco brachte es folgendermassen auf den Punkt:
"Die Kinder gehen einem nahe, weil sie die unheimlich miniaturisierten Repräsentanten der Neurosen eines Bürgers der Industriekultur sind." 
Da kann ich, die mich sehr gut hineinzuversetzen vermag (und es offen eingestehen, ohne mich hinter Karikaturen zu verstecken), nun laut ausrufen: Neurotisch zu sein hat so seine Vorteile! Und danke an Charles, hat er damit mein Leben nachhaltig grossartig bereichert. 

Mit diesem Poster von Snoopy auf seinem Hausdach - träumend und philosophierend - kann ich mich momentan auch sehr gut identifizieren: 


Dieses Bild begleitet mich, seit ich denken kann: Der Träumer und Philosoph Snoopy mit seinem besten Freund Woodstock auf seinem Hundehausdach ...


Auf Wikipedia erfahre ich noch mehr über ihn und seinen besten Freund Woodstock:

Snoopy ist kunstbegeistert. Er hatte sogar einen echten Vincent van Gogh, Sternennacht, in seiner Hundehütte hängen, der leider irgendwann - zusammen mit seinem Billiardtisch - einem Brand zum Opfer fiel. Es gelang Snoopy aber, ihn durch ein Bild des amerikanischen Malers Andrew Wyeth zu ersetzen.

Er liest auch gerne. Irgendwann beginnt er Krieg und Frieden, allerdings nur ein Wort pro Tag. Dann legt er sich wieder auf seine Hütte und denkt darüber nach. Sein Ziel, Schriftsteller zu werden, scheitert zumeist an der Ignoranz der Verleger, die sein Werk ständig ablehnen. Dieses beginnt mit: „Es war eine dunkle und stürmische Nacht“ - womit Snoopy aus dem Roman Paul Clifford des britischen Autors Edward Bulwer-Lytton zitiert.

Snoopy hat sieben Geschwister, darunter seine Brüder Spike (der Dünne in der Wüste), Andy (der fluffig Pelzige, der immer noch auf dem Bauernhof wohnt, von dem die acht stammen), Olaf (der Dicke, der ebenfalls noch dort wohnt), Belle (das Mädchen) und Tupfen (sein verschollener Bruder; taucht nur einmal in einem Comic vom September 1982 auf). Sein bester Freund ist Woodstock. Sein ärgster Feind ist „die Katze von nebenan“, die dem Leser unsichtbar bleibt und die von ihm manchmal auch „World War II“ (Zweiter Weltkrieg) genannt wird.

Im Zeichentrickfilm Lauf um Dein Leben, Charlie Brown! von 1977 fährt Snoopy ein Motorrad, das dem Modell Captain America aus dem Film Easy Rider ähnelt. Im Zeichentrickfilm Gute Reise, Charlie Brown von 1980 steuert Snoopy einen gemieteten blauen Citroën 2CV, umgangssprachlich Ente genannt. Wenn Snoopy etwas angestellt hat oder sich nicht benimmt, entfährt seinem seufzenden Herrchen Charlie Brown in den Filmen Ein Junge namens Charlie BrownLauf um Dein Leben, Charlie Brown! und Gute Reise, Charlie Brown augenrollend der Satz: „Warum kann ich keinen ganz normalen Hund haben wie alle anderen auch?“

Woodstock ist ein kleiner gelber Vogel und Snoopys bester Freund. Als dessen Sekretär kann er Maschinenschreiben und stenographieren. Er selbst äussert nur unartikuliertes Gezwitscher, das durch kurze senkrechte Striche in den Sprechblasen dargestellt wird, doch wird der Inhalt meist von Snoopy für den Leser erschlossen, indem er es wiederholt oder drauf reagiert. Woodstock ist sehr chaotisch, aber dennoch sehr liebenswert.

Snoopy muss ihn auf Grund seiner mangelhaften Flugkünste hin und wieder aus seinem Wassernapf retten. Das liegt daran, dass seine Eltern das Nest, in dem er schlüpfte, auf dem Bauch des schlafenden Snoopy bauten. Als dieser keine Geduld mehr hatte, zog er das Nest weg, während Woodstock mit einem seiner Geschwister gerade Flugstunden machte. Damit zwang Snoopy die Vögel, trotz ihrer geringen Fertigkeiten in die Welt hinaus zu fliegen. Woodstock ist ausserdem in Snoopys Pfadfindergruppe, die er mit seinen Freunden Bill, Conrad und Oliver regelmässig besucht.
Sein Name lehnt sich an den Ort des berühmten Musik-Festivals an.


Ich kann noch viel von Snoopy lernen, zum Beispiel, wie man sich entspannt:

Learning to rest with Snoopy - schubidubiduh - it feels so good!

 

Listening to this song while resting:

https://youtu.be/KAS7bOjvBAM?si=eUlpAPG2qRCvgX7m

"It feels so good - we're drunk in love, like we should ...!"


Was sich während meiner Rekonvaleszenz ebenfalls wohltuend auf Körper, Geist und Seele auswirkt: Kreatives Erschaffen, dazu gehört auch das Stricken und Häkeln - im Rahmen meines Energiezeitfensters, liegend im Bett. Inspiriert durch Katharina Glas "glasinova", die in Wien lebt und Tutorials auf youTube teilt, habe ich meinen Lieblingspullover mit den Puffärmeln vor einem Jahr zu stricken begonnen. So habe ich sie entdeckt: Ich war auf der Suche nach einer Strickanleitung für einen Herbst- Winterpullover und landete prompt bei ihr in der Stube. Als Strickanfängerin (ihr Hobby ist das Nähen) hat sie sich vieles selbst beigebracht und experimentiert mutig einfach drauf los - authentisch, humorvoll und "as crazy, unique and lovable as she is"! Die Puffärmel waren so nicht gedacht, deshalb bezeichnet sie dieses Strickpullover-Projekt als "struggle", weil sie sich durch viele Fehler hindurchkämpfen musste. Doch in genau diese Puffärmel habe ich mich augenblicklich verliebt! Katharina ist selbstbewusst genug, dass sie trotzdem ausdauernd dran bleibt und die Patzer mit Humor und Leichtigkeit zum einmaligen Kunstwerk zu zaubern vermag.

Was ich anfangs noch nicht wusste: "glasinova" (eine Mischung aus ihrem Nachnahmen Glas und der prominentesten Balletttänzerin Anna Pawlowa) tanzt hauptberuflich seit sie 22 Jahre alt ist (heute ist sie 32). Somit erstaunt es nicht, habe ich in ihr einen (noch nicht gelebten) Teil von mir entdecken dürfen.

Ihre Persönlichkeit widerspiegelt sich unverfälscht in ihren Videos; was mich an Katharina besonders fasziniert ist einerseits ihr kreatives Talent und das unverblümte Vermitteln ihres Wissens, andererseits die natürliche, unkomplizierte und erfrischende Art, mit der sie das "Strickmuster" ihres Menschseins verkörpert: Immer in Bewegung, in der Verwandlung, im experimentellen Lernprozess, im zyklischen Wachstum. Zudem teile ich ihre Haltung, dass Scheitern und Fehler im Leben keinesfalls nur negativ sein müssen, nein, im Gegenteil: Sie sind die grössten Lehrmeister! Diese Einstellung erzeugt Resonanz in mir. Ich bin sehr dankbar und glücklich, darf Katharinas Lebenskreis meinen derart wunderbar berühren und mich während meines "time-out"  mitschwingen lassen.


Knit "struggle" with Katharina - I started knitting this puffed-sleeve pulllover (my favourite!) a year ago ... still am (not struggling) enjoying it stitch by stitch :-D



23rd October 2025: This is how far I have come through the period of my fatigue ... half an hour max. time "allowed" for knitting ... am so excited every day to accomplish this dream :-))


Katharina in der Rolle ihres Lebens:


Tänzerin, Musicaldarstellerin, Choreografin und kreatives Allround-Talent: Applaus für die grossartige Katharina ♥ Sie darf meinen Traum leben, was ich ihr von Herzen gönne!

 

 

glasinova still performing on stage at the (for a dancer "old") age of 32,33. 
"Keep on dancing as long as you can, Katharina!"


 

glasinova auf Instagram


Märchen haben mich zeitlebens mit ihrer Symbolik, Mystik, Romantik sowie ihren Happy Ends begleitet - das Mädchen in mir lässt sich immer noch verzaubern und wild, frei, fantastisch zeitlos hinwegtragen in das Sagenhafte, das ebenso an mir als erwachsene Frau haftet wie an der kleinen, verträumten Sandra, die ich mehr denn je umarme, beschütze, umsorge. Und so träumen wir heute gemeinsam von der Liebe, die so märchenhaft in verschiedene Rollen zu schlüpfen vermag, ihre Kreise bis ins Unfassbare zieht und uns wahrhaftig verwandelt. 



Träumereien


"Raue Schritte auf dem Teer
Schöner wär's mit dir am Meer

Schliesse die Augen, träume
Reite zeitlos durch die Räume

Trau dich rein in die Mär
Ob Reiter, Prinz oder Tier
Bescheiden oder mit fetter Meute
Keine Mauer trennt uns hier
Weder Trauer noch Reue
Keine Wunden, die eitern

Raten, reimen oder Eier färben
Im Tau der Träumereien
Darf Hoffnung aufkeimen
Nicht erst im Mai
Wirst du, der Eine
  Dich treu mir lieblich zeigen."


San♥Poetry








Visions coming true
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5.  Visions coming true
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Unter dem Himmel


"Die Zeit steht still
Die Minuten schweigen
Sekunden lösen sich auf
Das Leben nimmt seinen Lauf
Wir lassen uns treiben
Sanft umschmeicheln
Dürfen uns immer wieder
Mit der Schöpfung vereinen
Einatmen und geniessen
Mit der Strömung fliessen
Unter dem Himmel
  Uns demütig verneigen."


San♥Poetry




... und tanzen! 

 





"How can I help?"
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5.1.  Visions coming true – "How can I help?".
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Es ist immer wieder unglaublich und unbeschreiblich, zu erleben, wenn sich Visionen erfüllen. Viele haben sich bereits bewahrheitet, andere sind noch auf dem Weg (es ist also doch nicht alles auf das "neurotische" Konto zu verbuchen) ...

... so wie diese Karte, die ich heute in meinem Briefkasten - ungestempelt - vorgefunden habe. Sie stammt von einer Nachbarin, die an der Klostergasse 8 wohnt, der Strasse unter mir, die entlang dem Jakobsweg nach Rüeggisberg verläuft. Ich kenne sie nicht, deshalb haben mich ihre Zeilen umso mehr berührt und gefreut, zumal sie meiner Vision des Fundaments der Nächstenliebe und Fürsorge wahrhaft reale Konturen verleiht. Ihr ist dieses neue Hauptkapitel zu verdanken, in dem ich meine Träume und Visionen festhalten möchte, die sich manifestieren auf der realen, "materiellen" Ebene. 

♥ Ihre liebenswerte Karte soll den Auftakt dafür machen: ♥♥♥ ...

Das Sujet auf der Vorderseite dieser Karte vom 21. Oktober 2025 verrät schon viel über die unbekannte Absenderin ;-D

 

 

"How can I help?" Wie schön, darf ich dies so liebenswürdig von einer "Aussenstehenden" selbst erfahren.


♥ ♥ Nach dem Blick-Artikel über mich als ME/CFS-Betroffene, durfte ich nebst den vielen positiven Rückmeldungen zudem eine besonders brennende Anfrage zur Gründung und Leitung einer Selbsthilfegruppe entgegennehmen. Natürlich erzeugte dieser Wunsch anderer Betroffener eine Schwingung in mir, die lange nachhallte. Am liebsten wäre ich schon drauf los gehüpft, um diesem Bedürfnis entgegenzukommen, doch ich konnte mich noch rechtzeitig bremsen. Denn es ist mir schon bewusst, dass dieser Verantwortung und auch Ehre gerecht zu werden nebst der durchaus vorhandenen Herzensenergie vor allem einer Voraussetzung bedarf: Ich muss selbst körperlich stabil genug sein, um solch ein Projekt nachhaltig auf die Beine zu stellen und anderen mit meinem Erfahrungswert und Einfühlungsvermögen eine Begleitung sowie Unterstützung in ihrem persönlichen Umgang und Prozess mit dieser Krankheit sein zu können.
Mit dieser Vision gehe ich nämlich - unabhängig vom aktuellen, konkreten Begehren - schon lange "schwanger". Was zuerst im Stillen keimte, bewegt sich nun schon länger in mir, und ich weiss, dass ich dieses "Geschöpf" bald in die Welt bringen werde; so wie ich es "sehe" im Verlaufe des Jahres 2026 ... .
Umso überraschter war ich, als ich gestern (29.10.2025) ein unschlagbares Angebot erhielt, Räumlichkeiten dafür nutzen zu können und - als wäre dies nicht genug - ausserdem noch die nötige administrative und tatkräftige Hilfe zugesprochen bekam: I believe this is more than "self fulfilling prophecy" - namely another vision coming true!
Die Rahmenbedingungen für die "Geburt" sind also bereits erfüllt - demnach werden wir das Kind gemeinsam schaukeln, sobald ihm den Atem (meine Ideen und geistiges Potential) eingehaucht wird ... 
Was mich von nun an noch bewusster und disziplinierter auf mein "Pacing" achten lässt ... trotz der excitement und dem Kribbeln im Bauch, das ich jetzt erst recht spüre!
Wie bei jeder "Schwangerschaft" braucht es trotz der Aufregung und Freude, was das Neue, Junge, Schöne und Herausfordernde wohl alles mit sich bringt, vor allem viel Geduld und eine gute Vorbereitungszeit. 

Ich werde als fürsorgliche "Versorgerin" wiederum mein Bestes geben und vor allem intuitiv die Wachstumsphasen begleiten - so, wie ich es bei meinen Töchtern erfolgreich umsetzen und durch sie erfahren durfte: Mutter sein - für mich ist es das schönste und erfüllendste Geschenk, das einer Frau zuteil werden kann. Deshalb nehme ich auch diese Gabe dankbar an und bete für Weisheit, Schutz, Führung und optimales Gelingen.

Die "Krone" dafür setzte mir Joya-Anaïs (ohne sich dessen bewusst zu sein) heute Nachmittag auf, indem sie mir diese Botschaft zukommen liess:


30. Otober 2025: Joya's immense Botschaft an mich - es berührt mich und lässt mich einmal mehr erkennen, wofür es sich zu kämpfen und lieben lohnt!


♥♥♥ Mama zieht wieder in die Schweiz; bald wird sie keine 10 Autominuten von mir entfernt sein ... Gestern die freudige Nachricht, dass sie ihr Haus auf Kreta (Ano Viannos in Kastri) verkaufen konnte und in ein Stöckli zieht mit ihrem Lebenspartner Walti, ihrem Hund Pipo sowie 10 Katzen ... 

Ich hatte es schon lange vor mir gesehen: Unser gemeinsamer Spaziergang im Wald am Ende ihres Lebens ...

Dieses Mail hatte ich ihr am Vormittag des 6.11.2025 geschrieben - da wusste ich noch nicht, dass alles schon über die Bühne gelaufen und konkret in der Schlussphase war:

Liebs Mamsli
 
Wie entwickeln sich deine Pläne?
Es hilft, sich in Sicherheit zu wähnen:
Was auch kommen mag
Du bist in Dir so stark
Weil Engel dich begleiten
Deine Sehnsuchtsflügel weiten
 
Egal, was gestern war
Heut ist ein neuer Tag
Bereit, dir zu offenbaren
Was du nie zu träumen wagtest
Denn du wirst wundervoll geführt
So wie es deinem Lebensplan gebührt
 
Ja, *was hinter uns liegt
Und was vor uns liegt
Ist nichts im Vergleich dazu
Was in uns liegt*: 
Der Himmel auf Erden
Das schöpferische Werden
Im innersten, liebevollen Kern
Alles, was du brauchst
Ist demnach gar nicht fern …
 
Kussumärmelig,
 
Sandra


Ihre Antwort abends erstaunte mich doch sehr:

Mein HerzensSandrakind

In Dir ist wunderbares an Botschaften, die mein Herz berühren.
Haus verkauft, Stöckli Zusage, Morgen Vertragsunterschrift!
Bitte sende mir Deine I Bahn Nummer, um eine Geldüberweisung zu tätigen. Endlich kann ich Dir etwas zurückgeben für Alles in Liebe, Poesie u. Super Mamma meiner Enkelinnen!
Mein allerliebstes Kind, wir teilen die Engelschar. Sie singen uns in den Schlaf...
Batterie zu Ende, ich noch schnell sende

Kussumarmung Mamsli 


* zitiert von Ralph Waldo Emerson: 


Wie wahr - fürwahr tragen alle meine Autobiografien diese Handschrift des inneren Erlebens, Entdeckens, Erkennens und Reichtums, der unvergänglich und kostbar ist ♥ !

 

♥♥♥♥ Im Laufe meiner Erkrankung habe ich viele unterschiedliche Reaktionen erlebt. Manche Menschen sind verunsichert und wissen nicht, was sie sagen sollen. Andere versuchen, Lösungen zu finden, Ratschläge zu geben oder die richtigen Worte zu suchen. Wieder andere ziehen sich zurück, weil sie sich angesichts einer chronischen Erkrankung hilflos fühlen.

Und dann gibt es Menschen wie Bärnhard.

Zwischen uns entwickelte sich über Wochen hinweg ein feiner, achtsamer Austausch über Gedichte, Geschichten, Bilder, Hoffnungen und die kleinen und grossen Fragen des Lebens.

Eines Tages fragte er mich, ob ich ihm mehr über das erzählen könne, was mein Leben so sehr einschränke und belaste. Dabei suchte er nicht nach medizinischen Erklärungen. Er wollte verstehen.

In seiner Nachricht erzählte er vom Tokoloshi, einem Wesen aus der afrikanischen Mythologie, über das ich in meiner ersten Autobiographie auch schon berichtet hatte. Er verglich den Tokoloshi scherzhaft mit meiner Erkrankung. Gleichzeitig bot er mir seinen kleinen Tupilaq an - eine Figur aus der grönländischen Sagenwelt, die ihn über viele Jahre begleitet hatte (Grönland: Das Land seiner Träume, das er auch schon mehrmals bereist hatte).
Er fragte sich sogar, ob ein Tupilaq einem Tokoloshi den Garaus machen könne.

Was mich daran so tief berührte, war nicht die Mythologie.
Es war etwas anderes.
Es war die Tatsache, dass hier ein Mensch nicht wegschaute.
Dass er Anteil nahm.
Dass er verstehen wollte.
Und dass er, obwohl er wusste, dass er meine Krankheit nicht heilen konnte, nach einer Möglichkeit suchte, mir dennoch etwas von sich zu geben - Trost, Schutz, Hoffnung oder einfach das Gefühl, nicht allein zu sein.

Meine Antwort darauf möchte ich hier teilen.
Nicht weil sie von Krankheit handelt, sondern weil sie zeigt, was echte Anteilnahme bewirken kann.



260604 - Meine Antwort an Bärnhard, der sehr fürsorglich Anteil nimmt und auf eine ganz einfache, ursprüngliche und menschliche Art und Weise auf die Frage: "How can I help?" antwortet.

 


Heute bei mir eingetroffen: Der kleine Tupilaq

Wenn Bärnhard beschliesst, dass etwas seinen Weg gehen soll, dann geht es ihn meist auch. Manchmal über Umwege, Widerstände, Hindernisse und manchmal mit handgeschriebener Reisebegleitung - aber am Ende kommt es dort an, wo es offenbar hingehört.

Vielleicht hätte sich der kleine Reisende kein schöneres Kapitel für seine Ankunft wünschen können.

Heute hat er seinen Dienst angetreten.

Die Wege des Herrn sind bekanntlich unergründlich. Wer weiss - vielleicht arbeitet er bereits am 8. Weltwunder ...


Sonnendurchflutetes Lavendelfeld als Kartensujet

 

260610

Bärnhards handgeschriebenen Zeilen kamen zusammen mit seinem Verbündeten Tupilaq in einem schlichten Briefumschlag daher. Obwohl ich ihn ursprünglich nicht bei mir haben wollte, hat er inzwischen seinen Platz in meiner Vitrine gefunden - als Erinnerung daran, dass manche Symbole ihren Weg zu uns finden, lange bevor wir verstehen, warum.

 

Wenn Hilfe Wurzeln schlägt

Heilwerden lässt sich selten auf einen einzigen Auslöser zurückführen. Oft sind es viele kleine Erfahrungen und Komponenten, die nach und nach miteinander in Resonanz treten und sich zu einem Ganzen verweben: wahrgenommen, gesehen und angenommen werden, Vertrauen fassen, Hoffnung schöpfen, sich verbunden und getragen fühlen, sich umsorgt und verwöhnt wissen, sich selbst mit derselben Achtsamkeit und Liebe begegnen, die man auch einem geliebten Menschen schenken würde, Hilfe annehmen (lernen) - ebenso schulmedizinisches Wissen, das Wissen unserer Vorfahren sowie die Komplementärmedizin als sich ergänzende Quellen des Heilwerdens verstehen, aus denen jeder Mensch auf seine Weise schöpfen darf.

Bernhards Tupilaq ist für mich weit mehr als eine Figur aus der grönländischen Sagenwelt. Er wurde zu einem Sinnbild gelebter Verbundenheit. Was damals als aussergewöhnlicher Ausdruck seiner Anteilnahme begann, wurde nach und nach zu einem inneren Bild - zu einem essenziellen Teil dessen, was Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht wachsen lässt.

Ja, Heilwerden kann dort beginnen, wo wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen, um ganz langsam unseren eigenen Klang wiederzuentdecken. Wie eine leise Ahnung, die in uns allmählich immer mehr Gestalt annehmen darf. Und dort, wo wir den Glauben an Wunder nicht verlieren.


260804 Schreiben an Bärnhard ... schön, gäll

 
Heilwerden beginnt nicht erst dort, wo Krankheit endet

Manchmal beginnt es bereits mit der Art und Weise, wie wir dem Unheil begegnen: mit Vertrauen, mit Humor, mit Hoffnung, mit der Bereitschaft, uns immer wieder neu auf das Leben mit all seinen Schattenseiten einzulassen - und allen Widrigkeiten zum Trotz nicht aufzugeben. Auch diese innere Haltung kann Teil des Heilwerdens sein.

Beim Schreiben dieses Briefes wurde mir noch etwas bewusst: Auch Menschen, die selbst auf dem Weg des Heilwerdens sind, können anderen Trost, Hilfe und Hoffnung schenken. Nicht unbedingt indem sie Antworten haben, sondern indem sie ihre Menschlichkeit teilen. Vielleicht ist genau das eine weitere Quelle des Heilwerdens: füreinander da zu sein, unabhängig davon, an welchem Punkt des Weges man gerade steht.

So ist mein Lied "Dert Wo Dr Sunnestrahl" entstanden - als mein eigener Versuch, Trost, Hoffnung und Zuversicht weiterzugeben.
Denn manchmal genügt schon ein einziger Sonnenstrahl, um eine Träne zu berühren.


♥ Dert Wo Dr Sunnestrahl   https://suno.com/s/l9UOpcCj6nds5eDX




Dert Wo De Sunnestrahl 
 
"Wenn du truurig bisch, chumm use i ds Liecht
Wo dr Wind dini Sorge furtwischt
Lueg em Himmel für e Momänt id Ouge
Är cha meh säge, als mir mängisch gloube
 
Und wenn e Sunnestrahl
Dini Träne berührt
Passiert öppis Chlyses
Wo dis Härz wider spürt
 
Dert, wo dr Sunnestrahl
Uf dini Träne gheit
Malt dr Himmel e Rägeboge
Wo nüm vergeit
 
Är seit dir liis:
«Du bisch nid elei.»
Nach jedem Räge
Findt s‘Liecht di neu
 
Jedi Träne treit e Gschicht i sich
Vo Hoffnig und vo Liebi, Schritt für Schritt
Und was hüt no schwer uf dine Schultre ligt
Wird morn vilicht es Wunder, wo bi dir ytrifft
 
Dr Rägeboge chunnt nid, wil s’Läbe eifach isch
Är chunnt, wil d'Sunne
Dr Räge nie vergisst
Und genau wie bi dir
Ghört beides dezue
Träne und Lache
S’Härz und d'Rueh
 
Dert, wo dr Sunnestrahl
Uf dini Träne trifft
Wachst öppis Schöns
Wo du darfsch empfah
 
Und wenn du morn
Wieder use geisch
Weisch: Nach jedem Räge
Wartet s’Liecht uf di
 
Jedi Träne treit e Gschicht i sich
Vo Hoffnig und vo Liebi, Schritt für Schritt
Und was hüt no schwer uf dim Härzä ligt
Wird morn vilicht es Wunder, wo bi dir ytrifft
 
Wenn du truurig bisch, chumm use i ds Liecht
Wo dr Wind dini Sorge furtwischt
Lueg em Himmel für e Momänt id Ouge
Är cha meh säge, als mir mängisch gloube
 
Und wenn e Sunnestrahl
Dini Träne berührt
Passiert öppis Chlyses
Wo dis Härz wider spürt
 
Dert, wo dr Sunnestrahl
Uf dini Träne gheit
Malt dr Himmel e Rägeboge
Wo nüm vergeit
 
Är seit dir liis:
«Du bisch nid elei.»
Nach jedem Räge
Findt s‘Liecht di neu
 
Jedi Träne treit e Gschicht i sich
Vo Hoffnig und vo Liebi, Schritt für Schritt
Und was hüt no schwer uf dine Schultre ligt
Wird morn vilicht es Wunder, wo bi dir ytrifft
 
Dr Rägeboge chunnt nid, wil s’Läbe eifach isch
Är chunnt, wil d'Sunne
Dr Räge nie vergisst
Und genau wie bi dir
Ghört beides dezue
Träne und Lache
S’Härz und d'Rueh
 
Dert, wo dr Sunnestrahl
Uf dini Träne trifft
Wachst öppis Schöns
Wo du darfsch empfah
 
Und wenn du morn
Wieder use geisch
Weisch: Nach jedem Räge
Wartet s’Liecht uf di
 
Jedi Träne treit e Gschicht i sich
Vo Hoffnig und vo Liebi, Schritt für Schritt
Und was hüt no schwer uf dine Schultre ligt
Wird morn vilicht es Wunder, wo bi dir ytrifft."


♥ SANI, 23.07.2026




Real Love
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5.2.  Visions coming true – Real Love .
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Die einzige Vision, die sich in jedem Augenblick bewahrheitet und vervielfältigt, zeitlos im Momentum mitschwingt, ist die Liebe. 

Doch was ist Liebe? Wie nehmen wir sie wahr? Wie würde ich sie einem Extraterrestrischen am simpelsten erklären?

Es gibt kaum eine Energie und ein Gefühl, welches den Menschen auf so tiefgründige Art und Weise zu inspirieren und über sich emporzuheben vermag; die Liebe wird besungen, bemalt, wundervoll schöpferisch ausgedrückt, ist Zentrum und Kern vieler Religionen und die Mutter aller Hoffnung, allen Lebens, das sich gebiert und gebärt, keimt und wächst. Sie vibriert ebenso im Stillen wie auch in den hörbaren Klängen dieser Welt.
Sie ist die kürzeste, sanfteste und friedlichste Verbindung von Mensch zu Mensch.

Nun, es gäbe rund acht Milliarden (geschätzte Anzahl Menschen auf unserem Planeten, Stand 2025) Arten der Wahrnehmung dessen, was der Homo Sapiens als Liebe bezeichnet. Demnach kann ich es nur aus meinem Empfinden heraus - wie ich Liebe wahrzunehmen vermag - annähernd in Worten auszudrücken versuchen. 

Als Erstes gäbe es die vielfältigen Facetten und Formen der Liebe zu unterscheiden:

♥ Liebe zu Gott
♥ Liebe zur Mutter Erde, Natur, der Schöpfung
♥ Liebe zur leiblichen Mutter, dem leiblichen Vater, zur Familie
♥ Liebe zu den Kindern, Enkelkindern 
♥ Geschwisterliebe
♥ Liebe zu Freundinnen, Freunden
♥ Liebe zum Mitmenschen (Philia), Nächstenliebe (Caritas)
♥ Liebe zwischen Mann und Frau (Eros) sowie gleichgeschlechtliche Liebe
♥ Liebe zu sich selbst 
♥ Körperliche Liebe, Sexualität
♥ Platonische Liebe
♥ Liebe zu einem Haustier
♥ Liebe zum Materiellen (Geld, Immobilien, Möbel, Autos, Kleider, etc.)
♥ Liebe zur Kunst, Kultur, zum vom Menschen Erschaffenen
♥ Liebe zum Immateriellen, zur Idee, zum nicht-Fassbaren
♥ Selbstlose, aufopfernde Liebe: Agape
♥ Liebe zur Mystik

Unter folgendem Link erfährt man mehr über den Begriff, das Gefühl, den Ausdruck, die Symbolik der Liebe sowie deren wissenschaftlichen und religiösen Anbindung. Ausserdem die Liebe in der Literatur, Kunst und im Film: Liebe – Wikipedia

Ich empfinde die Liebe wahrlich als stärkstes Gefühl, das ein Mensch fühlen kann. Sie ist schwer in Worte zu fassen, da sie allumfassend ist und meines Erachtens für menschliches Begreifen unbegreiflich bleibt, solange wir auf der Erde wandern und zwischen gegensätzlichen Polen hin- und herpendeln. Ich bin schlichtweg zu begrenzt, das Wesen der Liebe vollumfänglich zu erleben und erfassen. Doch Funken dieser Liebe vermögen intensiv aus meinem Innern heraus sowie von Aussen nach Innen zu sprühen. Diese zeitlich und räumlich der Vergänglichkeit geweihte "Liebesexplosion" ist demnach umso kostbarer, da sie sich nicht konservieren, einfangen und einsperren lässt, was eine weitere, faszinierende Eigenart darstellt: Die Liebe ist stets im Fluss, bewegt, wandelbar, transformierend, und ich bin mir sicher, dass sie sich jenseits unserer irdischen Welt unendlich auszudehnen sowie unvorstellbare, ungeahnte Formen, Formeln und Kreationen anzunehmen vermag.

Die höchste unter ihnen: Meine Liebe zu Gott.

Daraus leiten sich alle nur erdenklichen und erlebbaren Aspekte der Liebesdaseinsformen und Wahrnehmungen her.
Ohne Gott gäbe es keine Liebe. Kein Leben auf der Erde, kein Bewusstsein, keine Transformation. Aus dieser innigsten Verbindung, Zuneigung und Verbundenheit heraus wächst mein persönliches Empfinden, Bewusstsein sowie mein intuitives Erfassen; meine Wahrnehmung der Liebe. Wir Menschen besitzen das ausserordentliche Privileg, dieses höchste aller Gefühle auszudrücken, zu erleben, fühlen, wenigstens annähernd zu be- und ergreifen, sei es in Worten, Taten, Tänzen, musikalisch, künstlerisch, zwischenmenschlich. Ja, die Liebe bietet Raum für Interaktion, Diskussion, Verknüpfungen sowohl im Denken, als auch auf emotionaler Ebene. "Ich liebe dich" sind Worte, die jeder versteht, wenn er/sie/es diese auch so (jeder auf seine individuelle Art und Weise) zu empfinden vermag. Diese laut ausgesprochene Bekundung muss mit dem entsprechenden Gefühl gekoppelt sein, denn abgespalten davon beherbergt sie bloss leere Worthülsen, nichts mehr als klanglose Laute.
Ja, und über sie liesse sich hiermit noch lange weiter philosophieren ... 

Einem Ausserirdischen würde ich sie so veranschaulichen:

Die Liebe ist es, die mir Atem und Leben einhaucht, mein ganzes Sein bestimmt und selbst wenn ich sterbe, weiterlebt. Sie ist mehr als ein Wort, das alles erschaffen hat: Sie ist Anfang und Ende, Geburt und Tod, vergänglich und ewig, das Zentrum und Uferlose.
Sie ist in allem, durchdringt und umfasst alles.
Sie ist die schönste Melodie, der innigste Tanz, die ausdrucksstärkste Kunst, die sanfteste Zärtlichkeit und ein Wunder, das sich täglich vervielfacht und mich durchströmt, selbst wenn ich mir dessen nicht bewusst bin und es nicht fühle.

Sie ist. War immer. Und wird immer sein.

Und ich würde E.T. fragen:
"Lieber Ausserirdischer, was ist das wichtigste, schönste, unbeschreiblichste für Dich? Aha - nun weisst Du, was Liebe für uns Menschen ist."

Die Liebe zu Gott erfüllt mich mit Demut, Dankbarkeit, Ehrfurcht.
Die Liebe zur Erde, Natur, Schöpfung verbindet mich mit allen Lebewesen.
Die Liebe zu Mutter und Vater ist so unzertrennlich wie eine unsichtbare Nabelschnur.
Die Liebe zu meinen Kindern ist mein Sein, mein Leben, mein Sinn, meine Berufung.
Die Liebe zu Freunden, Familie, Mitmenschen ist wie die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken, das Köstliche, zum Geniessen.

In der Liebe werde ich gefunden, obwohl ich mich selbst verliere.
Bei ihr und in ihr bin ich zuhause.
Und während ich tiefer in sie hineinfalle, werde ich aufgefangen.
Ich trage sie und sie trägt mich.
Ich atme und die Liebe atmet mich.
Wir sind eins.

Die Liebe zu meinem Animus ist die schönste, reinste, ursprünglichste und natürlichste Form der Zuneigung, Zärtlichkeit und Verbindung. Die einzige Poesie, die sich nicht in Worte fassen lässt.

Als Frau vermag ich diese Liebe mit der wunderschönen Poesie von "Tears Of The Soul"  annähernd so zu empfinden: 


"if you fall in love with his soul 
before you ever touch his skin
it's real love.
skin is easy to crave
but the soul ...

... that's where the real hunger begins.
to be drawn not just to lips
but to the quiet between our thoughts.
not just to his body,
but to the weight of our dreams.

that's intimacy.

anyone can touch skin.
but few ever reach where it truly matters.
real love isn't loud
it doesn't burn fast and disappear.
it lingers.

a slow flame that stays
even when the world turns cold.
it's when two souls dance along
before their hands ever meet.

when eyes write poetry
before the lips ever do.

when hearts recognize each other
before anything else
that's when touch 
becomes more than touch.
it becomes homecoming."



Liebe, Begehren, Sehnsucht und Vertrauen gehen Hand in Hand; was durch sie empfunden werden kann, vermag dieser romantische Song zu vermitteln:
                                                 

                                                    https://youtu.be/HqMyhxtAJ80


Ich habe ein ganzes, kunstvolles Buch über sie geschrieben, soviel bedeutet mir die Liebe in meinem Menschenleben ... und ich lerne, sie jeden Tag zu umarmen, umgarnen, mit ihr in Resonanz und Einklang zu sein; die mit ihr verbundene Freude, Leichtigkeit und Glückseligkeit zu teilen mit der Welt und mir selbst. So, wie ein Lächeln das schönste ist, was ein Mensch an sich tragen kann, so ist die Liebe das Wunderbarste, was sowohl die Schöpfung als auch uns Menschen zu erfüllen und beheimaten vermag.

Romantische Balladen übermitteln Empfindungen, die Frauenherzen höher schlagen lassen und umso mehr erstaunen, da sie von Männern geschrieben wurden, die ihre Gefühle offenbaren und in die Welt hinaus singen. Die Liebe vermag also auch Nostalgie, Romantik und Magie zu übermitteln, Verliebte in Trance zu versetzen sowie irdische Grenzen aufzulösen. Ein Tanz der Seelen, der transformiert und die Liebenden in den Himmel auf Erden trägt.
Wie viele "echte" Romantiker, die die Herzen mit ihrer zärtlichen Stimme wie Raclette- und Fonduekäse zu schmelzen vermögen, existieren heutzutage, in unserer hektischen, leistungsorientierten und schnelllebigen, hochtechnisierten Welt noch? Wieviel Romantik und Echtheit der Gefühle dringt noch bis ins tiefste Innerste des Menschen hindurch? Wieviel kostbare Essenz "wahrhaftiger Liebe" verträgt der "moderne" Mensch noch?
Machen wir einen Test!
Wie wirken diese Worte und Klänge auf euch, im 21. Jahrhundert Lebende? Und wie "real" ist die dazu passende Melodie überhaupt? Aus welcher Quelle stammt die Musik, die uns ein Zeitgefühl der 50-er/j60-er Jahre suggerieren soll? Spielt dies überhaupt noch eine Rolle, wenn damit Emotionen erweckt werden? Ist die Liebe nur dann wahrhaftig, wenn ihr Ursprung dem Göttlichen entspringt? Und was, wenn sie Nährboden für Missbrauch, Manipulation sowie künstlich Geschaffenes (wie im Song von "DonJuanAIWhisperer") bietet? Was ist die Intention dahinter: Dass wir uns für einen Augenblick einer harten, leiderprobten Wirklichkeit entziehen und uns in einer märchenhaften Welt, einem vermeintlichen Paradies wiederfinden?
Ja, sie wirft unendlich viele Fragen auf, die Liebe, und die Antworten darauf sind so vielfältig wie es Individuen auf dieser Welt gibt. Eines aber ist gewiss: Die Liebe wird zeitlebens ihre faszinierende, inspirierende, erotisierende und harmonisierende Wirkung auf uns Erdenbürger ausüben, und keiner auf diesem Planeten wird sich ihrer je entziehen noch sie wirklich beherrschen können. Auch AI/KI nicht!                      


"in the soft moonlight


beneath the silver glow
hearts collide in the night
with whispers soft and sweet
everything feels so right
in the soft moonlight
we sway close together 
lost in the magic in time
every glance is electric
every heartbeat a rhyme
our moment to shine


    darling, where are we drifting to
  in this dream, just me and you
    oh we'll spin round somehow
      under stars, feel the vow 
  
   hold me close, it's a dance
   feel the world fade away
   with every gentle movement
 we feel the love, baby stay
in a spell bound trance
every kiss tells a story
of beautiful serenade
as the moonlight wraps us
  our fears start to fade
  together we'll stay 

      darling, where are we drifting to
     in this dream just me and you
       oh we'll spin round somehow
      under stars, feel the vow

   so let's dance until dawn
  a dance of love
      between our souls in the night
  in this moment
    I feel the love, see the light
    together forever and ever

        darling, where are we drifting to
      in this dream just me and you
     oh we'll spin round somehow
      under stars, feel the vow."
                                                          

                                           
Die Worte hat "DonJuan" selbst geschrieben, die Melodie jedoch ist AI/KI generiert ... täuschend echt!

Ob nun Täuschung, Illusion, Traum oder Wirklichkeit - entscheidend für mich persönlich ist das, was Liebe in mir an "wahrhaftig" Empfundenem auslöst sowie im Körper und Bewusstsein auch dann noch tief zu berühren vermag, wenn die alltägliche Realität dazwischenfunkt. Wirklich bedeutend und matchentscheidend entfaltet sie sich, wenn sie zwei Menschen nicht nur zum Zwecke der Fortpflanzung zusammenführt und auch dann noch nachhallt, wenn alles andere verstummt; wenn sie Gemeinschaft und Verbindung schafft, die über das "Ego" hinausreicht und schöpferisch - "gottgewollt" ist.

Wahrhaftig ist Liebe das grösste, kostbarste Geschenk und ein Abbild dessen, was sich uns noch nicht ganz erschliesst. So, wie es in 1 Corinthians, 9-13 geschrieben steht:

"For our knowledge is fragmentary and our prophecy is fragmentary.
But when the complete and perfect comes, the incomplete and imperfect will vanish away.
When I was a child, I talked like a child, I thought like a child, I reasoned like a child; now that I have become a man (woman), I am done with childish ways and have put them aside. 
For now we are looking in a mirror that gives only a dim (blurred) reflection (of reality as if in a riddle or enigma), but then we shall see in reality and face to face! Now I know in part (imperfectly), but then shall I know and understand fully and clearly, even in the same manner as I have been fully and clearly known and understood (by God).
And so faith, hope, love abide, these three, but the greatest of all these is love."
 
                                                              

Bei Dir

"Ich trage sie in mir, ganz still und weit
Unser Zusammensein, unversehrt von Zeit
Vertrautheit, leise, tief verwandt
Unversehrt, Hand in Hand

Wenn Schatten länger um mich stehn
Und Zweifel durch die Räume gehn
Bewahr ich mir, was Wunder heisst
Ein Funke Licht, der weiter reist

Ich sinke in mich, ich lausche
Verlier mich dort, berausch mich
Im Kostbaren find ich
Immer wieder zurück zu dir

Kein Wort zu viel, kein Schritt zu laut
Nur das, was sich zu zeigen traut
Im Übergang von Nacht zu Licht
Wird Stille schöpferisch und spricht

Ich sinke in mich, ich lausche
Verlier mich dort, berausch mich
Im Kostbaren find ich
Immer wieder zurück zu dir

Und wenn die Welt mich weiterzieht
Bleibt das, was zwischen uns geschieht
Kein Lärm, kein Ziel, nur Gegenwart
Die uns behutsam offenbart

Ich sinke in mich, ich lausche hin
Lass los, was war, werd' neu darin
Still und schöpferisch bei dir
In diesem Moment - bei dir

Ich trag es in mir, still und rein
Unser Einssein, unser Sein
Nah vertraut, so tief verwandt
Liebe, die mich tragen kann

Wenn die Schatten dunkler zieh'n
Bleib ich hier und glaub an sie
An die Wunder, leise, klein
Die durch Raum und Zeit scheinen

Ich sinke ein, ich hör dir zu
Verlier mich selbst und find nur du
Ich lausche tief, ich halt mich still
Weil ich zu dir gehören will

In der Dämmerung erwacht
Was die Stille in mir macht
Schöpferisch und ohne Ziel
Nur Gefühl und stilles Ruh'n

Ich sinke ein, ich hör dir zu
Verlier mich selbst und find nur du
Ich lausche tief, ich halt mich still
Weil ich zu dir gehören will

Still…
… und schöpferisch
bei dir

Schöpferisch
Und still
Bei dir

Bei dir
  Bei dir."


 ♥ SANI 18.01.2026


 


English version and Songtext:


Still I Find You

"I carry it inside my chest
Our younger hearts, our quiet best
Familiar love, a place I know
Like holding hands a long way home

When the light is fading slow
And the world feels out of sound
I hold on to what I know
There are miracles still around

I fall back in, I listen close
I lose myself, that’s when I’m yours
I taste the good, I let you in
Yes, I‘ll always find you again

When shadows grow and nights feel wide
I keep the wonder by my side
No need to run, no need to prove
I meet the dark with something true

When the noise is getting loud
And I’m drifting out of sound
I remember what we found
There are miracles still around

I fall back in, I listen close
I lose myself, that’s when I’m yours
I taste the good, I let you in
Yes, I‘ll always find you again

Still and quiet, something grows
In between the yes and no‘s
In the half-light, soft and new
I become my way to you

I fall back in, I listen close
I lose myself, that’s when I’m yours
I taste the good, I let you in
Yes, I‘ll always find you again

Still I fall
Still I do
Every time
I feel you

I still do
I still fall
Every moment
I feel you

I feel you
  I feel you."


♥ SANI 19.01.2026


♥ Still I Find You (one of six)  https://suno.com/s/ieX5WhY8nxw3x4QJ
 













Poetry set to Music
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5.3.  Visions coming true – Poetry set to Music.
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Davon geträumt und es mir vorgestellt hatte ich es immer wieder:
Meine Poesie, meinen Wörtertanz und meinen künstlerischen Ausdruck musikalisch erklingen zu lassen. Da ich zwar ein bisschen auf dem Klavier herumklimpern kann, jedoch nicht gut genug für eine eigene, professionelle Vertonung bin, überbrücke ich diese Lücke mit der heutigen Technik, die ich vorerst mal dazu nutzen kann, diese Vision wahr werden zu lassen. Auch wenn das Endprodukt noch nicht qualitativ mit der menschlichen musikalischen Erschaffungskraft (sowohl gesanglich wie auch instrumental) mithalten kann, erfüllt es rein dadurch, dass die Liederkompositionen (mit AI) mit meinen Songtexten zusammen harmonieren - perfect match - (dies kann man so steuern - also ob es eher romantisch, poppig, countrymässig, rapbetont oder hype, groovy etc. klingen soll). 
Die künstlerische Freiheit liegt also trotz KI-Generierung darin, aus der vorhandenen Klang- und Stimmpalette das zusammenzufügen, was schlussendlich (nach etlichen Versuchen und Hörproben) schön und stimmig zum poetischen Text passt und unvergesslich nachklingt beim "Herzenhören".

So, may I gratefully present the latest results: Hier also offenbart sich meine musikalische Ausbeute der letzten Tage. Ich war erstaunt, wie wenig Energie und Zeit mir das Umwandeln meiner Lyrik in einen Songtext dank künstlicher Intelligenz abverlangte. Und das Resultat ist eindrücklicher als vermutet, aber hört mal selbst (die ersten drei bis vier Melodien habe ich auf YouTube inzwischen hochgeladen, auf die Gefahr hin, dass ich mich blamiere - dieses Experiment und die Erfüllung meiner inneren Schau ist es wert: No risk, no fun, und vielleicht inspiriert das sonst noch jemanden, auf diese Art Schöpfertum auszuleben ;-D). Ich habe nun von meinen eigenen Melodien Ohrwürmer (nebst einem Tinnitus) und Hühnerhaut - aber das ist unerwarteterweise der positive Überraschungseffekt - seinen eigenen Text in Liederform zu hören, ist unglaublich wunderbar und berührend - nach dem Erschaffungsakt also wie eine Geburt und die Freude über das, was neu das Licht der Welt erbklicken durfte, unbeschreiblich. Jetzt dürfen meine "Babys" ankommen, wachsen und eines Tages von menschlichen Stimmen getragen und musikalisch weitergeformt und begleitet werden. Und ich erahne, dass ich hiermit auch bei mir selbst angekommen bin. Finally!


https://youtu.be/cWmR7FouuB8                     SANI♥Art  



Mein ursprünglicher Songtext:


Still Breathing Light

"The city hums like it knows my name
Neon dreams in the pouring rain
Every step feels a little unsure
But my heart keeps knocking on the door
I'v been quiet, I've been low
Carried weight I didn't show
But even cracks let daylight through
And I'm stronger than I knew

I'm still breathing light in the dark
Still chasing sparks in my heart
Every fall just leaves a mark
That proves I tried from the start
I'm still standing, still believing
Still becoming who I am
I bend, I break, but I don't end
I rise again, I rise again

Old regrets like ghosts at night
Whisper doubts, then fade by sunrise
I've learned pain is just a teacher
Not the ending, just a feature

I've been lost down broken roads
Sang (wrote) my truth in undertones
But hope's a fire that won't burn out
Even when I'm full of doubt

I'm still breathing light in the dark
Still chasing sparks in my heart
Every fall just leaves a mark
That proves I tried from the start
I'm still standing, still believing
Still becoming who I am
I bend, I break, but I don't end
I rise again, I rise again

If tomorrow calls my name
I'll answer louder than my fears
I won't erase the scars I gained
They're the map that led me here

I'm still breathing light in the dark
Still chasing sparks in my heart
Even shadows play their part
When you're brave enough to start
I'm still standing, still believing
With my feet on shaking ground
I bend, I break, but I don't fade
I rise, I rise ... unbound

Yeah, I rise again."



Noch atme ich Licht

"Die Stadt summt leise, kennt meinen Namen
Neonträume im Regen vergraben
Jeder Schritt fühlt sich unsicher an
Doch mein Herz klopft weiter an

Ich war still, ich war klein
Trug Lasten ganz allein
Doch selbst Risse lassen Licht herein
Und ich bin stärker, als es scheint

Ich atme noch Licht in der Nacht
Jage Funken in mir mit aller Kraft
Jeder Sturz hinterlässt ein Zeichen
Dass ich den Mut hatte, zu reichen
Ich steh noch hier, ich glaub noch dran
Bin auf dem Weg zu dem, was ich bin
Ich beug mich, brech, doch hör ich nicht auf
Ich steh wieder auf, ich steh wieder auf

Seelenrichter, wie Geister im Traum
Flüstern Zweifel, vergehen im Morgengrauen
Ich hab gelernt: Schmerz ist ein Meister
Nicht das Ende, nur ein Wegweiser

Ich war verloren auf zerbrochnem Grund
Sang (schrieb) meine Wahrheit leise und wund
Doch Hoffnung ist ein Feuer in mir
Das nicht erlischt, auch nicht aus Zweifel hier

Ich atme noch Licht in der Nacht
Jage Funken in mir mit aller Kraft
Jeder Sturz hinterlässt ein Zeichen
Dass ich den Mut hatte, zu reichen
Ich steh noch hier, ich glaub noch dran
Bin auf dem Weg zu dem, was ich bin
Ich beug mich, brech, doch hör ich nicht auf
Ich steh wieder auf, ich steh wieder auf

Wenn der neue Tag meinen Namen ruft
Antworte ich lauter als die Angst
Ich lösch die Narben nicht aus
Sie sind die Karte, dank der ich hierher fand

Ich atme noch Licht in der Nacht
Und selbst Schatten haben ihre Macht
Wenn man mutig genug beginnt
Ich steh noch hier, ich glaub noch dran
Mit zitternden Füssen, fest im Stand
Ich beug mich, brech, doch ich vergeh nicht
Ich steig empor, frei und endlich

Ja ... ich steh wieder auf!"




This one, newly born, makes me cry - too beautiful, emotional (so be careful) ... :

♥ LightI       https://suno.com/s/bSW8FtsYrb0yOUx1
 


Playlist I:


♥ Light II   https://suno.com/s/G3anSXwxv2ZF6cqN

                                    
♥ Light III   https://suno.com/s/urqAukNa2hLdEAmJ

♥ Sonnenuhr   https://suno.com/s/urs79exVpd5Rnw63

♥ Home   https://suno.com/s/FASPX2x8EvMNO6X5

♥ The Rhythm Of Love   https://suno.com/s/U7PRb4gFkpo1dChB

♥  You know    https://suno.com/s/WDfkkbwHWkyvqcKt

♥  My Love    https://suno.com/s/g9I6gXr1fn2WRplT

♥  Tango  https://suno.com/s/f8ayKehFkOSWIi7O

 ♥  Love Asks (Him)   https://suno.com/s/5g6oyWUc5ExdiuCQ

 ♥  Love Asks (Her)  https://suno.com/s/aLfO3v83QpK6O2Q2

♥  Tonight  https://suno.com/s/d8fYpPt7XfWQfimw

♥  Joy   https://suno.com/s/Kn7J54o2jVqBUooK

♥  Joy Instrumental   https://suno.com/s/UA8UqpD1DVJX7TIJ

 

The Gift Of Christmas

Meine Hasli-Familie hat mir gestern eine wunderschöne Weihnachtskarte geschenkt, passend zu meinem märchenhaften, inneren Empfinden. Daraus habe ich ein Gedicht geformt und auch dieses vertont. Unglaubliche Klangwelten eröffnen sich mir nun, was ein weiteres, unfassbares Geschenk des Schöpfers an mich ist. Bald werde ich zu meinen eigenen Songs tanzen - das wird für mich mehr als märchenhaft (a dream come true!) - was mich heute schon mit Freude und Dankbarkeit erfüllt.


The Fairy World inside of me ... captured in this card - a present from Fernand, Françoise and sons - Christmas 2025 :-D 


Fernand's touching signature - I love the way he expresses his sense (with a touch of humour) of art. 24. December 2025 

  
I dedicate both songs to my Hasli-beloved ones:


♥ Gift Of Christmas https://suno.com/s/9QTu9st8qpeo86WZ

    ♥ Gift Of Christmas https://suno.com/s/UNN01RohVU5pcCTB



My Christmas gifts this year:


Hope, Faith, Love - let them shine - December 2025 

 
Weihnachtslicht

"Drei Kerzen brennen
in winterlicher Stille
Blaues Wachs

goldenes Licht

Früchte und Blumen
halten Wache
Die Dunkelheit weicht
Dem sanften Glanz

Hoffnung bleibt wach
Die Liebe wird wahr
Das grösste Geschenk
Auch dieses Jahr."




Rotkehlchen - in Erinnerung an Papa (er liebte Vögel und zwitscherte ihre Stimmen nach) - Dezember 2025. 

 

Sternensacht

"Als Winterzauber die Erde band

Und Herzen still im Dunkel fand
Kam ein Rotkehlchen leis geflogen
Vom Himmelslicht herabgezogen

Durch nächt'gen Schnee, durch Sternensacht
Brach Hoffnung in die Welt der Nacht
Wo es sang, so weich und klar
Zog Liebe ein - für immerdar."


Signs Of Grace

"When winter hushed the weary earth

A star proclaimed the Savior's birth
No trumpet cried, yet heaven came
In Mary's Child, the world made warm
And through dark and quiet days
Small signs of grace still show His ways."


San♥Poetry



Playlist II:


♥  Here And Now  https://suno.com/s/TJteBxWVBsvhdXj4     

♥  Every Bloom Has Its Time  https://suno.com/s/tQS5aI4MgvTj1E70

♥  Here And Now Country  https://suno.com/s/l3fDt1Nm4WesR756

♥  Every Bloom Has Its Time Playful   https://suno.com/s/Qagiz8BAfxc9j36o

♥  Every Bloom Has Its Time Heavy-Trance  https://suno.com/s/ePz4rp5dWa3QPSOo

♥  Who You Are  https://suno.com/s/Ceb5YKIEr9h32AQN

♥  Wrapped  https://suno.com/s/ftZGbGUMgrNBSOPw

♥  Let It In  https://suno.com/s/8QzkMFW8dq3shspx

♥  From Far Away  https://suno.com/s/DPMT2NyYt5trk2zu

♥  Moonlit   https://suno.com/s/LcA9nGWPszoUXdcZ

♥  Hands   https://suno.com/s/L4MrBSseIrrqMbeM

♥  Still    https://suno.com/s/vokj5dqOeJRhDn16

 

 

Playlist III:

 

♥ Outside The Frame  https://suno.com/s/N1eiGNbg8pWtDmbq

♥ Blossom Waltz  https://suno.com/s/mdJFJN8jvZxa7N0t

♥ Pink Breath  https://suno.com/s/6BjTfFMnbiexLaK4

♥ Blossom Waltz II  https://suno.com/s/xu7KyZnmcyMlT1WX

♥ Wickerwork  https://suno.com/s/wpM6ycR1cil1cHKI

♥ Blue Hour  https://suno.com/s/AQF7YoFKDC7xkKa9

♥ Blossom Waltz III  https://suno.com/s/vp01sTNUR4l4LTGj

♥ Art  https://suno.com/s/N7We5AGdyq1PSqii

♥ Touch  https://suno.com/s/sjiVcY9YFFsaBNvL

♥ Morgen  https://suno.com/s/alPE3o0XacwROYQt

♥ Rythm Of My Heart  https://suno.com/s/51ABCSjmhNpn6Mve

♥ Love Theme  https://suno.com/s/UEdxGKsjZzLQ6Aih




 Elephants - captured from my memories from Kruger National Park, 1978.

 

"Liebs Mamsli

Ein Leben voller Spannung
Schatten - Lichtdurchdrungen
Während vieles an dir zehrt
Bleibst du im Herzen unversehrt
Beweglich wie eine Weide
Biegsam, in sich weise

Auf deiner Wachstumsspur
Sammle das Schöne nur
Durch Höhen und Tiefen
Trägt dich jede Welle
Entwurzelt, entrückt
Zu deiner Heimat zurück

Dankbar für die Lebensjahre
Stehst du dir selbst nahe
Ausgekostet, verwöhnt, versöhnt
Darfst du getragen sein
Von Engeln und Begleitern
Wohlbehütet im göttlichen Schein."



Alles Liebe zum Geburtstag, liebs Mamsli - sei dir bewusst, dass es ohne dich auch mich nicht gäbe - deine Kinder und Enkelkinder sowie Urenkel: Dein grösstes Geschenk hier auf Erden … damals hast du mir unter unerträglichen Schmerzen das Leben geschenkt. Auch wenn sich unsere Beziehung nicht immer konstruktiv weiterentwickeln konnte, bin ich dir dankbar für mein wundervolles, erfülltes Dasein.

Lymtwcs ♥


> My Poetry for Mamsli set to Music for her on 9th January 2026:



Wonderful Life

"A life full of tension
shadowed but lit from inside
so much pulling at you
still your heart survives

You bend like a willow
you don’t break in the wind
learning when to let go
learning how to begin

You don’t fight the water
you move with the tide
every scar a reminder
you’re still alive

You’re carried by the waves
through the highs and the lows
unrooted, lifted
back where you belong
You’re closer to yourself
than you’ve ever known
held in the light
you’re coming home

On a path still unfolding
you keep what feels true
letting beauty stay with you
letting the rest move through

Years leave their traces
soft lines on your skin
you’ve tasted the moment
made peace from within

You still fear the falling
Need to trust the ground
But your Heart knows
where you’re found

You’re carried by the waves
through the highs and the lows
unrooted, lifted
back where you belong
You’re closer to yourself
than you’ve ever known
held in the light
you’re coming home

Angels, tunes or echoes
names don’t matter now
something is holding you
you feel it somehow

No need for answers
no need to explain
you rest in the moment
you’re safe in the frame

You’re carried by the waves
let the water decide
every step, every breath
on the turning tide
You’re closer to yourself
you’re finally whole
held in the light
you’re coming home

A life still in motion
still learning to stay
still held by the light
Every wonderful day."

SANI ♥

Dedicated to Mamsli - Happy Birthday!:


♥ Wonderful Life    https://suno.com/s/4F7XWrknJ9nX92nR


Mama, Opapa, Papa, klein Fernand und Sandra, Johannesburg, 1969 - Henri noch in Mamsli's Bäuchlein ...



 My African Mummy Jeneva on my 11th birthday in Steepways, 1978, seven months before our farewell.

 
For my African Mummy (probably already passed away, yet still alive in my Heart):

♥ Wonderful Life dedicated to Jeneva, with an African touch:
https://suno.com/s/6GB6bBh6VNsCLiyB


Jeneva (18) in Highlands North, 1967 - her sweetest smile ♥ Thankyou for still being an unforgettable part of me.

 

Das Buch des Lebens

"Das Buch des Lebens hat viele Seiten
Verschiedene Facetten wie die Jahreszeiten
Kapitel für Kapitel so viel Spannung und Licht
Auch die Schattenseiten überspringt man nicht

Doch solange uns liebende Menschen begleiten
Zählen die Sonnenstunden und wir sind heiter
Die dunklen Blätter fallen allmählich ab
Wort für Wort durchbricht
Hoffnung, Ehre, Lob

Heute schlägst Du eine besondere Seite auf
Deines Lebens wunderbarer Lauf
Du sammelst Kostbarkeiten zu Hauf
Königskind, Du bist geschätzt und geliebt
Gekrönt mit dem Höchsten, das es gibt."

San♥Poetry, March 2018


> This Poetry set to Music on 10th January 2026:

Turn the Page

"The book of life keeps turning pages
Colors fade, then start again
Every chapter writes our questions
Every word becomes a friend
We tried to run from shadows
But they taught us how to stay
Every night was pulling stars out
Just to light another day

I thought I had to walk alone
But love came all along

So we turn the page, let the light come in
Count the moments where our hearts still win
Let the dark fall and fade
What we lost won’t hurt the same
We’re still here, still holding on
Every break made us more strong
Yeah, we turn the page tonight
And the future’s wide and bright

Seasons changed, and so did I
Found my truth between the lines
What was heavy changed to lift me
What was broken put together to shine
Every word was written softly
Grace was hiding in the pain
Now I see the story clearly
Every tear was not in vain

I thought I knew who I should be
But love rewrote the rest of me

So we turn the page, let the light come in
Count the moments where our hearts still win
Let the dark fall and fade
What we lost won’t hurt the same
We’re still here, still holding on
Every break made us more strong
Yeah, we turn the page tonight
And the future’s wide and bright

If this is the moment everything changes
I’m not afraid of what comes next
I’m more than all my yesterdays
I’m crowned by love, I’m at my best

So we turn the page, let the light come in
Count the moments where our hearts still win
Let the dark fall and fade
What we lost won’t hurt the same
We’re still here, still holding on
Every break made us more strong
Yeah, we turn the page tonight
And the future’s wide and bright

The book of life is still unfolding
And your name is written bright."

SANI ♥ 

♥ 
Turn The Page  https://suno.com/s/WMaNPvv32MqfEJ6O

 With each turning of a page, my prayer unfolds - set to Music:

♥ Dein Darf Ich Sein (Version für Eva) https://suno.com/s/eCkAZ3i9SWGxX0qj


Ich habe hoffentlich noch lange Zeit, meine über 100 Gedichte und Gebete zu vertonen! Und wenn man begreift, dass in allen Dingen wunderbare Klänge schlummern, ist dies schlicht und ergreifend "mind blowing". Ich habe mich bisher wie eine Süchtige diesem Flow hingegeben, bis die körperlichen Ressourcen ausgereizt waren. Ich werde mich auch hier disziplinieren müssen; die Balance finden zwischen der "Ekstase" - dem Zustand, in dem ich ganz bei mir, lebendig, schöpferisch Ich-Selbst, verbunden sein darf und dem Körper, der mir signalisiert: "STOP! So überlebe ich das nicht!". Zum Glück habe ich es endlich verstanden, was mich so "pusht" und kann nun dank dieser Erkenntnis meine schöpferische Energie mit der Realität, die die physische Welt (somit auch mein Körper) verlangt, in Einklang bringen. PEM darf nicht mehr der schmerzhafte Preis für Lebendigkeit, Verbundenheit und dieses "ganz-bei-mir-Angekommen-Sein" sein! Ich könnte mich wie Mozart ins Grab komponieren, kreieren (ein sehr schönes Ableben) doch von dieser Versuchung und Gefahr werde ich mich nicht hinreissen lassen. Es warten als Frau und Mutter noch andere, erfüllende, wichtige Aufgaben auf mich. Diese Bodenhaftung werde ich niemals für meinen eigenen Rausch aufgeben. Auch wenn mein Innerstes danach verlangt und schreit (süchtig eben ...). Allmählich wird dieser innere Schrei verstummen und ich mich mit mir selbst und meinem Körper versöhnen - allmählich mich vom Zuviel-Berauschenden in mir entwöhnen. Ein kompletter Entzug ist nicht realistisch und ratsam. Das wäre für mich der sichere Untergang ...

Auf dieser Plattform werde ich nicht alle Vertonungen teilen können, dafür gibt es geeignetere Kanäle, die mehr Menschen erreichen können, doch alles zu seiner Zeit. Im Moment bin ich einfach nur glücklich, in meiner Wesensart aufzublühen und damit nicht nur andere zu beschenken. 

♥ Dein Darf Ich Sein (für Jasmin)  https://suno.com/s/FDLiwdjwecLIidQR


Zudem bleibe ich meiner "Mission" weiterhin treu, für meine Töchter, ihre Nachkommen und (sofern die Technik dem Lauf der Zeit standhält) nachfolgende Generationen als Zeugin "unserer Zeit", im Vergangenen, im Hier und Jetzt sowie im Zukünftigen (geleitet von Ahnungen, Visionen und Gott) dienlich zu sein. Es geht also hiermit nicht lediglich ums Erinnern, die pure Selbstfindung (und/oder auch Täuschung), leidenschaftliches Schöpfen, Erforschen, Philosophieren, Analysieren, Hinterfragen und Durchleuchten meiner Verwurzelung mit meiner Familie, den Ahnen, meinem Stammbaum, den Menschen in meinem Umfeld und mir selbst - vielmehr um ein möglichst "reales", authentisches Erfassen dessen, was der Mensch in seiner Genialität und doch Begrenztheit; in seinem Streben und Begehren, ein würdiges Leben zu gestalten, alles zu erschaffen, erfinden, auszuleben und zu überwinden vermag - jede/r/s in seinem persönlichen Wirkungs- und Lebenskreis, was sich in unserer Gesellschaft, Kultur, (verbunden mit dem Rest) der Welt sowie letztendlich im grossen Ganzen niederschlägt. Dies versuche ich festzuhalten und möglichst lange zu bewahren, weil es zugleich so kostbar wie auch vergänglich ist.
Ein immaterielles Erbe, das zudem inspirieren, beflügeln, nähren und liebevoll erklingen darf.

♥ Dein Darf Ich Sein (für Joya-Anaïs)  https://suno.com/s/P8b3D0C1lgvIgsH6

 




 

 


 

 

 









 





 













 













For A World United In Peace
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5.4.  Visions coming true – For A World United In Peace.
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Angesichts der dramatischen Ereignisse auf der Welt, dem Grauen, Leid, den Konflikten, Katastrophen und Kriegen, kann es nur erbauend sein (anstatt in Ohnmacht und Verzweiflung zu verfallen), ein Gebet (so, wie es Jesus uns lehrte) zu beten. Jeden Tag, auch mehrmals. Mit Musik hoffnungsvoll untermalt, in verschiedenen Sprachen, zum Mithören, Mitsingen, Mittragen - im Herzen, in Gedanken - in Körper, Geist und Seele: For a world united in peace (hopefully to come soon ...).

♥ Pater Noster  https://suno.com/s/oYv1uY4F5BaeyDza


"Pater noster, qui es in cælis
sanctificétur nomen tuum
Advéniat regnum tuum
Fiat volúntas tua
sicut in cælo et in terra
Panem nostrum quotidiánum da nobis hódie
et dimítte nobis débita nostra
sicut et nos dimíttimus debitóribus nostris
Et ne nos indúcas in tentatiónem
sed líbera nos a malo
Amen.
 
Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen.
 
Our Father, who art in heaven
hallowed be thy name
Thy kingdom come
Thy will be done
on earth as it is in heaven
Give us this day our daily bread
And forgive us our trespasses
as we forgive those who trespass against us
And lead us not into temptation
but deliver us from evil
Amen.
 
Notre Père qui est aux cieux
que ton nom soit sanctifié
que ton règne vienne
que ta volonté soit faite
sur la terre comme au ciel
Donne-nous aujourd’hui notre pain de ce jour
Pardonne-nous nos offenses
comme nous pardonnons aussi
à ceux qui nous ont offensés
Et ne nous laisse pas entrer en tentation
mais délivre-nous du Mal
Amen.
 
Padre nostro che sei nei cieli
sia santificato il tuo nome
venga il tuo regno
sia fatta la tua volontà
come in cielo così in terra
Dacci oggi il nostro pane quotidiano
e rimetti a noi i nostri debiti
come noi li rimettiamo ai nostri debitori
e non abbandonarci alla tentazione
ma liberaci dal male
Amen.
 
Bab noss che ti es en tschiel
sia sanctifitgà tes num
vegnia tes reginavel
vegna fatga tia voluntad
sco en tschiel uschia er sin terra
Dà a nus oz noss paun quotidian
e perduna a nus nossas culpas
sco er nus perdunain a quels che han culpas envers nus
E na nus manar betg en tentaziun
mabain liberescha nus dal mal
Amen.
 
Padre nuestro que estás en el cielo
santificado sea tu nombre
venga a nosotros tu reino
hágase tu voluntad
en la tierra como en el cielo
Danos hoy nuestro pan de cada día
perdona nuestras ofensas
como también nosotros perdonamos
a los que nos ofenden
no nos dejes caer en la tentació
y líbranos del mal
Amén."
 

♥ Pater Noster Soft African Touch  https://suno.com/s/winodaHxqtdHF5Qk




Klang und Welt
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5.5.  Visions coming true – Klang und Welt.
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"Wirklichkeit"


Es ist, als streife ein frühlingshafter Duft durch den Raum. Kaum zu fassen, dass er mich immer noch hineinführt in die Wirklichkeit, die an meine Erinnerungen anknüpft. Ich halte inne. Maiglöckchen:

Muguet Du Bonheur.

Wie aus einer anderen Zeit herübergetragen, legt sich das feine, altvertraute Parfum über den Augenblick und öffnet etwas, das längst vergangen schien und doch nicht verloren ist.

Le souvenir flotte dans mon nez. 
Opapa offrait toujours à Omama, au mois de mai - le parfum Muguet pour lui témoigner son amour. Pendant des décennies. Aussi longtemps qu'ils furent ensemble.

Ich sehe ihn vor mir. Als klares Bild in Bewegung. Die Hand, das kleine Caron-Fläschchen, die Zärtlichkeit der Geste. Der Duft hat sich in meinem Gedächtnis und Körper eingebrannt und trägt mehr in sich, als sich in Worte fassen lässt. Flüchtiges Glück, das sich nicht festhalten lässt. Ich wandle diese gefühlte Erinnerung um in den Klang. Ich höre ihn, noch bevor ich die richtige Poesie dafür finde.

Ich lausche. Die Melodie entfaltet sich von selbst, folgt ihrer Natur. Sie nimmt den Duft auf, die Nähe, die Jahre, und hält sie zusammen - eingefangen als Essenz, die umschmeichelt, liebkost, bevor sie wieder verduftet. 

Der SANI-Klang bleibt einen Moment in der Luft hängen. Dann wird er leichter, wie das Parfum, das ihm vorausging. Bevor die Erinnerung wieder in den Hintergrund tritt, wird sie hier und heute (1. Mai 2026) verfestigt und in die Wirklichkeit überführt. Sie widersetzt sich nicht sondern lässt es ganz wie von selbst geschehen. Das Lied, das aus diesem Augenblick geboren wird vereint alles in sich: Duft, Klang, Erinnerung, das Hier und Jetzt, die Essenz und Vergänglichkeit.

Die Wirklichkeit sowie das, was unvergänglich bleibt: Liebe.






Muguet Du Bonheur 
 
"Muguet du bonheur parfum du matin
Un souvenir danse léger incertain
Dans l’air de mai doux comme autrefois
Je ferme les yeux et je les revois
 
Opapa les mains un peu tremblantes
Portait des fleurs blanches et élégantes
Pour Omama chaque année pareil
Un geste simple comme un soleil
 
Oh muguet - muguet du bonheur
Oh muguet doux messager du cœur
Dans chaque clochette un je t’aime
Un je t’aime qui revient quand même
 
Oh muguet - muguet si léger
Comme un secret jamais oublié
Tu racontes tout bas
Ce que le temps n’efface pas
 
L’amour ne vivait pas dans chaque instant
Ni dans les gestes du quotidien
Mais dans ce rite doux et constant
Il disait plus que tous les liens
 
Et moi aujourd’hui je respire encore
Ce parfum léger comme un trésor
Comme une promesse dans le vent
Que l’amour survit au temps
 
Oh muguet - muguet du bonheur
Oh muguet doux messager du cœur
 
Et dans mon cœur au mois de mai
Leur histoire doucement renaît
 
Et moi aujourd’hui je respire encore
Ce parfum léger comme le printemps
Comme une promesse dans le vent
Que l’amour survit au temps
 
L‘amour survit dans chaque instant."

 
 ♥ SANI, 01.05.2026
 



Ich stehe im Supermarkt vor dem Regal mit dem Olivenöl und weiss, dass ich nicht lange hier bleiben werde. Nicht, weil ich es eilig hätte, sondern weil meine Zeit anders bemessen ist. Ich habe den Weg hierher geplant, den Einkauf begrenzt, die Reihenfolge festgelegt. Ich weiss, was ich brauche. Ich nehme eine Flasche in die Hand, lese den Preis und stelle sie wieder zurück. Es ist kein grosser Unterschied, aber ich bleibe einen Moment länger stehen, als notwendig wäre.
Um mich herum geht alles weiter. Regungen, die mehr Körperlichkeit brauchen, daher bewege ich mich langsamer. Nicht sichtbar anders, aber mit mehr Bewusstheit, die ich früher nicht kannte. Neben mir hebt jemand das Handy. Ein Bild flackert auf. Rauch, Unruhe, Gewalt. Ich sehe nicht genau hin, und doch bleibt etwas davon. Ich gehe weiter, halte mich an das, was ich mir vorgenommen habe. Jede zusätzliche Anstrengung hat eine Folge, die ich später spüre.
An der Kasse bleibt alles ruhig. Ich bezahle, nehme die Tasche und finde wieder heraus. Das Licht draussen ist heller, als ich es erwartet habe. Ich setze meine Sonnenbrille auf. Ich bleibe kurz stehen, bis ich sicher bin, dass es für heute genug ist.

Gerne wäre ich noch ins "Kaffi Riggi" hinüber geschlendert - ein Cappuccino, überschäumend, mit feinem Schokoladenstaub, und dazu die Menschen genossen, die sich hier und in der Umgebung begegnen. Einfach dort sitzen und beobachten.

Doch meine Ampel ist auf Orange. 
Stopp. Jetzt.

Ich lasse es. Vielleicht ein anderes Mal, an einem Tag, an dem es reicht, mit den Augen zu lauschen und nichts weiter.

Mein Auto sollte in die Waschanlage. Der gelbe Blütenstaub hat sich in den Tagen, an denen "Hibou" nicht mit mir ausfliegen konnte und draussen still stand, daraufgelegt wie feiner Sand. Ich konnte zwei Herzen hineinzeichnen. Das führte mich zurück in etwas Unbeschwertes, Kindliches.
Die Waschanlage auf dem kurzen Heimweg ist besetzt. Die Entscheidung wird mir abgenommen. Ich fahre weiter. Lieber gebe ich mich nach der Siesta wieder meinem Schreibfluss hin. Er ist kaum zu bremsen und muss doch in Bahnen gelenkt werden, damit er meinen Körper nicht übermannt. Der Umgang mit diesen Grenzen fällt mir immer noch schwer. Gerade in den Phasen, in denen sich innerlich alles frei und ungebändigt ausdehnt, kann der Körper nicht mithalten.

Ich bleibe einen Moment stehen, bevor ich ins Haus gehe. 

Die Nachbarin werkelt fleissig im Garten, auf ihrem kurzen, dunklen Haar glitzern Sonnenstrahlen. Ihre Enkelin ruft ihr etwas zu, ihre Stimme süss und kindlich. Sie erinnert mich an meinen Ursprung in Afrika. Wie ich meiner Nanny mit demselben, zärtlichen Klang in der Stimme zurief.

Autos fahren vorüber. Weiter draussen auf dem Feld mäht der Bauer das Gras auf seinem ruckeligen Traktor. Das Geräusch ist unregelmässig, fast störrisch und fügt sich doch in den Tag ein. 

In der Wohnung ist es stiller als draussen, aber nicht leer. Vieles ist liegen geblieben. Ich habe gelernt, mich dadurch nicht stressen zu lassen. Ordnung hat jetzt nicht oberste Priorität. Alles zu seiner Zeit. Ich stelle die Tasche ab und setze mich. Auspacken kann ich später, nichts muss gekühlt werden. Also darf ich mich oben im Dachstock auf die Couch hinlegen.

Ich schliesse die Augen. Links die schnurrende Katze, rechts der schnurrende Kater. Ihre Stereostimmen summen mich in den Mittagsschlaf. Ich weiss nicht genau, wann ich eingeschlafen bin. Als ich die Augen wieder öffne, ist der Raum derselbe, nur friedlicher. Das Licht liegt weich im Zimmer, die Geräusche von draussen sind gedämpft, wie aus einer gewissen Entfernung. Die beiden neben mir sind noch da, ihr Schnurren gleichmässig, beruhigend. Ohne mich zu bewegen - ich will die Katzen nicht aus ihrem Schlaf wecken - bleibe ich noch liegen. Ich habe Lust auf Süsses, also schleiche ich mich in die Küche (eigentlich müsste ich gar nicht auf Zehenspitzen hinuntergleiten), öffne die Kondensmilch-Dose und bereite mir meinen Lieblingstee zu. Der Rooibos-Orangentee dampft noch, als ich mich zurück in die Couch sinken lasse. Genüsslich schlemme ich meine süsse Nascherei und erinnere mich an die Nächte mit meinem Bruder Henri Paul in ZA- Steepways, als wir uns dieselbe (geklaute) Süssigkeit gönnten. 
Ich stelle mein "Optisan-Energie-Gerät" ein für das Programm: Energieaufbau. Ich lege es neben mich und lasse mich vom regenbogenfarbenen Licht berieseln. "Nur nicht direkt rein schauen", hatte mich meine Masseurin instruiert, als sie es mir grosszügig für unbestimmte Zeit auslieh. Zehn Minuten. Mehr nicht. Ein neues Experiment. Nach drei Tagen kann ich noch nicht sagen, ob es wirklich wirkt. Ich bleibe offen für alles, was sich sanft einsetzen lässt, um meinen Körper zu unterstützen.

Links und rechts neben mir liegen immer noch Lucky und Nikita. Schnurrend, zwischendurch auch schnarchend. Sie sind da, verlässlich, ohne Anspruch. Wenn ich über ihr seidiges Fell streiche, wirkt es beruhigend: Sie sind Einschlafhilfen, Bettflaschen, Powerbanks, Komödianten und treue Begleiter zugleich.

Ich bleibe liegen, bis die Sitzung vorbei ist. Ich nehme das Gerät zur Seite, stelle die Tasse ab und trete an mein Plätzchen nahe der Balkontüre, setze mich im Schneidersitz hin und öffne den Laptop, der auf meinem grossen, schwarzen Koffer liegt mit dem dicken, schweren Fotoalbum, das Papa mit uncle Fernand während zwei Jahren mit viel Herzblut und Fleiss zusammengestellt haben. Mein Glück, meine Inspiration, meine Quelle der Erinnerungen, die darin festgeklebt und doch frei sind. Eigentlich braucht es diesen Koffer nicht mehr als Unterlage, da diese Kapitel Familiengeschichte schon vollendet sind. Doch ich fühle mich wohl so und bilde mir ein, dass die Ahnen mir ebenfalls mit ihrer stillen, unsichtbaren und doch spürbaren Anwesenheit Kraft und den langen Atemzug schenken, den ich brauche, um weiterhin das zu entdecken, was sich allmählich offenbart und näher ins Bewusstsein rückt. 

Ich atme ein, warte noch einen Moment. Dann beginnen meine Finger über die Tasten zu gleiten, als wäre mein Laptop ein Instrument, das die Laute im Innern nach aussen trägt. Wort für Wort - Klang für Klang. Unangestrengt, eher aus dem heraus, was da ist. Die Gedanken kommen nicht geordnet, aber sie finden ihren Weg. Satz für Satz, ohne Eile.
Ich halte mich zurück. Nicht alles, was sich zeigt, muss sofort festgehalten werden. Es reicht, dem zu folgen, was sich so natürlich tragen lässt.

Die Katzen sind noch hier oben, in meinem "Himmelreich". Ab und zu ein leises Geräusch, eine Bewegung. Sie bleiben, ohne sich einzumischen. 

Ich schreibe weiter. Es ist kein gleichmässiger Fluss. Es gibt Pausen, in denen ich lese, speichere, überprüfe, lösche, ergänze, umändere, neu beginne.
Und doch entsteht etwas ganz selbstverständlich. 

Ich muss noch merken, wann es genug ist. Nicht plötzlich, eher als ein kleiner Hinweis, der mir signalisiert: Aufhören, bevor mein Akku leer ist. Nicht jeden erfüllenden Augenblick maximal ausnutzen. Meinem persönlichen Rhythmus folgen.

Auch wenn es in mir noch nachhallt: "Bleib bei mir." 
"Ich bin nie anderswo ..." entgegne ich.

Ich öffne die Balkontüre. Das Zirpen der Grillen ruft mich nach draussen.
Vor dem Abend noch einmal hinaus, in die Wiese liegen, an die wandernde Sonne. 
Die Katzen folgen mir auf leisen Pfoten.

Ja, ich bleibe, auch wenn ich gehe ...

Mein "Instrument" hat vor mir den Geist aufgegeben. Dank Ladekabel wieder in Ordnung gebracht. Aber, Sandra, stell dir vor, das wärst du!
Das musste wohl so kommen, denn deutlicher kann ein Signal nicht sein.


260501 Schnarchende Nikita - am liebsten immer linksseitig an meinem Körper angeschmiegt. Sie passt sich meinem gemächlichen Rhythmus an und liebt es, zu kuscheln.


 

260501 Schnurrender Kater Lucky an seinem Lieblingsplatz: "Hang in there" :-D
Zuoberst an der Seitenlehne fühlt er sich so wohl, dass er auch gleich seine Krallen hier wetzt. Vielleicht erinnert es ihn an seine fitteren Zeiten (er ist nun zehnjährig), als er noch auf die Bäume klettern und ebenso abhängen sowie am Baumstamm kratzen konnte. Auch er zeigt sich "solidarisch" mit mir, indem er sich meinem Tempo anpasst und es offenbar sogar geniesst, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, da ich jetzt nicht mehr - wie früher - losspringen muss zur Arbeit. Was für ihn von Vorteil ist, ist für mich - bei aller Liebe und Fürsorge - eher ein gebunden sein, das einengt. Ich versuche dennoch, das bestmöglichste aus der momentanen Situation zu gestalten.


Der Vollmond, der am Himmel steht, lässt es nicht zu, dass ich in den Schlaf finde. Er hat die Sonne abgelöst und weiss genau, wie er seine magische, belebende Wirkung auf mich ausüben muss. In Kombination mit dem leichten Maiglöckchen-Duft vom Morgen wirkt diese Nacht ungewöhnlich betörend auf mich.

Ich möchte mehr über den ersten Vollmond im Mai erfahren, auf Watson lese ich: 

"Zwei Mikromonde im Mai - sie erscheinen kleiner und dunkler als gewöhnlich.

In diesem Mai gibt es zwei Vollmonde, die genau am Monatsanfang und -ende auftreten: Der erste am 1. Mai und der zweite am 31. Mai 2026. 
Der Mai bietet gleich zwei Vollmonde - interessanterweise treten sie genau am ersten und am letzten Tag des Monats auf. Der erste beginnt am 1. Mai um 19:23 Uhr (MEZ), dabei handelt es sich um den sogenannten Blumenmond (Flower Moon). Er steht für den Höhepunkt des Frühlings, wenn die Natur in voller Blüte steht, Pflanzen spriessen und der Sommer naht. Der Name geht auf indigene Völker Nordamerikas zurück.

Es handelt sich dabei um einen sogenannten Mikromond. Das heisst: Der Mond befindet sich zu diesem Zeitpunkt in einem besonders weit entfernten Punkt seiner Umlaufbahn - dem Apogäum. Dadurch erscheint er etwas kleiner und dunkler als gewöhnlich - etwa 5% kleiner und rund 10% lichtschwächer als ein durchschnittlicher Vollmond. Im Alltag ist dieser Unterschied kaum zu erkennen, wird aber im Vergleich zum Supermond auf Fotos deutlich sichtbar. 
Der zweite erfolgt am 31. Mai um 10:45 Uhr (MEZ). Auch er ist ein Mikromond. Er befindet sich sogar noch weiter von der Erde entfernt als der erste. Er hat noch zwei weitere Bezeichnungen: Blauer Mond und Erdbeermond. Leider färbt sich der Mond dabei weder blau noch rot. Den Blauen Mond nennt man den zweiten Vollmond in einem Kalendermonat. Er ist eher selten, daher die Redewendung "once in a blue moon" (oh, ich erahne schon, dass dies mein nächster Song wird).
Er kommt etwa alle zweieinhalb Jahre vor. Der zweite Name stammt auch von den Ureinwohnern Nordamerikas und markiert die Zeit der Erdbeerernte.

Aufgrund der zwei Vollmonde im Mai wird es in diesem Jahr insgesamt 13 Vollmonde geben."

Immer wieder erfüllt es mich mit Ehrfurcht und Demut, wie einzigartig unser Leben auf diesem Planeten, in diesem Universum, im unermesslichen Kosmos ist! Und doch erheben wir kleinen, winzigen Wesen unser Menschsein auf einen Thron - dabei sind wir bloss ein Staubkörnchen im wundervollen, grossen Ganzen. Unscheinbar und doch von enormer Wirkung, fähig, zu zerstören wie eine Zecke, die wir nur als schädlich begreifen.

Blumenmond, möchtest du mit mir weiter über unsere Existenz philosophieren?

Vielleicht lausche ich morgen deinem Klang, der mehr zu erkennen gibt als meine begrenzte Fähigkeit, das Wunder unseres Lebens zu erfassen.

Flower Moon: Du vertraust mir deine zauberhafte Erscheinung an, ich dir meine grösste Furcht in Bezug auf mich selbst: Die Angst davor, narzisstisch, egozentrisch, machthaberisch und überheblich so viel Raum einzunehmen, dass ich andere damit verdränge und destruktiven Charakter annehme. Ich wünschte, du könntest mir versichern, dass dem nicht so ist. Denn seit ich mir dieser Gefahr bewusst bin, beobachte ich mein Verhalten akribisch, um bei der leisesten Tendenz in diese Richtung entgegenzusteuern. Vielleicht bin ich mir zu sehr bewusst, wie leidvoll solche Persönlichkeitsstrukturen sein können. 
Ach, lieber Mond, du bist aufgegangen, um mich daran zu erinnern, wo mein bescheidenes Plätzchen hier auf der Erde ist.

Once In A Blue Moon
 
"Once in a blue moon the world comes to rest
I feel your heartbeat inside my chest
Love finds its rhythm steady and deep
Rooting us softly in earth at our feet
 
Time forgets us
We choose not to leave
Even the silence leans in to believe
 
'Stay here with me', your whisper so near
Carries me farther than distance or fear
 
We are the moment that won’t slip away
The night holds its breath so we can remain
Every heartbeat says what words can’t prove
Once in a blue moon I found you
 
Deeper we drift into all we’ve become
Two turned to one in the warmth of the sun
No past behind us, no need to pretend
In you is where I begin again
 
'Stay here with me', your voice like a tide
Pulling me closer with nowhere to hide
 
We are the moment that won’t slip away
The night holds its breath so we can remain
Every heartbeat says what words can’t prove
Once in a blue moon I found you
 
Blue moon, you were never elsewhere
Neither was I in this night so clear
All stars fall quiet and soon
Everything leads me back to you
 
We are the moment that won’t slip away
All of it turns to magic when you say my name
Every heartbeat moves me into you
Once in a blue moon love comes true
 
Deeper we drift into all we’ve become
Two turned to one in the warmth of the sun
No past behind us, no need to pretend
In you is where I begin again
 
Every heartbeat moves me into you
Once in a blue moon love comes true
 
Once in a blue moon
I found you."
 

♥ SANI, 02.05.2026


♥ Once In A Blue Moon  https://suno.com/s/fmB8fwUm1TaYLJsE




Was geschieht derzeit auf der Welt?

Ich habe den Fernseher schon lange nicht mehr eingeschaltet. Zu laut, zu grell, zu überwältigend sind die Bilder, die uns täglich erreichen. Schlagzeilen, die sich überschlagen. Szenen, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Ich habe mich entschieden, Abstand zu halten - nicht aus Gleichgültigkeit, sondern um einen klaren Blick zu bewahren. Ausserdem gibt mir meine körperliche Erschöpfung das Mass vor.
Und doch: Wegsehen und mich nur in meine harmonische Klangwelt zurückziehen ist keine Option. Ich muss nicht überall hinschauen, aber darf auch nicht aufhören hinzuhören. Die Welt ruft leise und zugleich ohrenbetäubend.

Wir leben in einer Zeit, in der Krisen nicht mehr nacheinander kommen, sondern gleichzeitig. Konflikte überlagern sich, verstärken sich, greifen ineinander wie Zahnräder einer Maschine, die sich immer schneller dreht. Gewalt, Spannungen, Unruhe - sie sind keine Ausnahmen mehr, scheinen zum Grundrauschen unserer Gegenwart geworden zu sein.
Die Regeln, die einst Ordnung versprachen, verlieren an Kraft. Grenzen werden verschoben, Gewissheiten bröckeln. Und während die Welt versucht, Schritt zu halten, gerät sie immer weiter aus dem Gleichgewicht.

In der Ukraine reisst der Krieg nicht ab. Er hat sich festgefressen, tief in das Land und in das Leben der Menschen. Tag für Tag zerreissen Explosionen die Stille, Drohnen durchziehen den Himmel, Städte werden zu Zielscheiben. Es ist kein schneller Krieg mehr. Es ist ein langsames Ausbluten. Die Fronten verhärten sich, die Hoffnung schwindet. Keine Kompromissbereitschaft für einen Frieden.
Und irgendwo zwischen politischem Kalkül und militärischer Realität hängt die Zukunft eines ganzen Landes davon ab, ob die Unterstützung von aussen standhält - oder nachlässt.

Gaza versinkt in Trümmern, Staub und Verzweiflung. Häuser sind verschwunden, Leben ausgelöscht, Perspektiven begraben. Selbst wenn die Waffen zeitweise schweigen, bleibt das Leid schreiend. Hunger breitet sich aus, Hilfe stockt, Hoffnung wird zur knappen Ressource.

Und während die Welt um Lösungen ringt, wächst eine Generation inmitten von Ruinen auf - geprägt von Verlust, Unsicherheit und einem Trauma, das kein Ende nimmt.

Gleichzeitig droht ein neuer Brandherd zu eskalieren. Rund um den Iran verdichten sich Spannungen, Angriffe, Gegenangriffe, Drohungen. Ein gefährliches Spiel mit immer höherem Einsatz. Die Grenzen zwischen regionalem Konflikt und globaler Krise verschwimmen.
Ein einziger Fehler, ein falscher Schritt, eine Sicherung, die durchbrennt und das Gleichgewicht - längst aus den Fugen geraten - gerät noch weiter ins Wanken.
Was hier geschieht, bleibt nicht isoliert. Es sendet Wellen durch die Welt: politisch, wirtschaftlich, menschlich.

Im Sudan zerbricht ein Staat unter der Last eines brutalen Machtkampfes. Gewalt ist allgegenwärtig. Flucht wird zur einzigen Überlebensstrategie. Millionen Menschen sind unterwegs, ohne Ziel, ohne Sicherheit. Die humanitäre Hilfe stösst an ihre Grenzen, während sich die Krise weiter ausdehnt. Es ist ein stilles Leid, das selten im Mittelpunkt steht und gerade deshalb so erschütternd ist.

In Myanmar geht ein Krieg weiter, den kaum jemand sieht. Ein Land im Dauerzustand des Zerfalls. Die Fronten verlaufen nicht nur zwischen Militär und Widerstand, sondern mitten durch die Gesellschaft. Ordnung löst sich auf, Kontrolle zerfällt in Fragmente. Für die Menschen bleibt ein Alltag aus Unsicherheit, Entwurzelung - geprägt von der ständigen Frage: Was kommt als Nächstes?

Und dann ist da noch die Spannung zwischen China und Taiwan; ein Krisenherd, der noch nicht offen ausgebrochen ist, sich jedoch jederzeit entladen könnte. Militärische Manöver, politische Drohungen. Ein Kräftevergleich im Schatten. Die Lage spitzt sich weiter zu. Eine Eskalation hätte globale Auswirkungen; wirtschaftlich, politisch und für das brüchige Gefüge unserer Welt.

Über all dem liegt ein Netz weiterer Spannungen: Rivalitäten zwischen Grossmächten, Stellvertreterkonflikte. Fragile Regionen am Rand des Zusammenbruchs.

Die Welt ist nicht nur in Bewegung - sie steht unter ständigem Druck.

Und doch bleibt eine Frage: Wie gehen wir damit um?

Vielleicht nicht, indem wir uns von der Flut der Bilder überwältigen lassen. Vielleicht auch nicht, indem wir wegsehen.
Sondern indem wir achtsam hinschauen; mit Bewusstheit, innerer Ruhe und einem wachen Geist. Im aufmerksamen Hinhören und mit feinem Gespür für die Welt, die uns umgibt. Indem wir auch den leisen Tönen in uns selbst Raum geben. Einem friedlichen, hoffnungsvollen Klang lauschen und so - sanft und doch unerschütterlich - unsere Stimmen gegen den Lärm des Terrors erheben.

Und vielleicht bleibt da dieser einfache Satz, fast wie aus einer anderen Zeit:

"Make Love, not war".

Zu schlicht für diese Welt,  könnte man meinen.
Zu naiv angesichts all dessen, was geschieht.
Und doch scheitert er nicht an seiner Wahrheit - sondern daran, wie schwer es uns fällt, sie im Grossen zu leben.
Vielleicht beginnt er genau dort, wo wir stehen. Nicht in den Hallen der Macht, sondern in den leisen Entscheidungen des Alltags. Dort, wo wir wählen, wie wir einander begegnen. Wie wir sprechen. Wie wir hören. Wie wir handeln.

Nicht als Lösung für alles. 
Aber als Anfang.



Make Love Not War

 
"I turned the screen off long ago
Too much noise I didn’t choose to know
Flashing headlines, endless fear
Echoes I still somehow hear
 
I stepped back just to see things clear
Not to run, not disappear
’Cause even silence has a sound
And the world is calling out
 
You don’t have to look at everything
But you can’t unhear the real
 
The world is breaking at the seams
Caught between our fears and dreams
So I’ll listen, I’ll begin
In the quiet deep within
 
Raise my voice, though it’s small
Against the thunder, against it all
Not with anger, not with war
But something softer … something more
 
Cities fall and borders bleed
Power moves where shadows lead
Every side just trying to survive
While hope is barely left alive
 
Generations learn the pain
Passed like fire from vein to vein
And still we wonder why it grows
Into something no one controls
 
Every answer feels too small
For a world this torn apart
 
The world is breaking at the seams
Caught between our fears and dreams
So I’ll listen, I’ll begin
In the quiet deep within
 
Raise my voice, though it’s small
Against the thunder, against it all
Not with anger, not with war
But something softer … something more
 
Make love, not war - a fragile line
Feels too simple for our time
But maybe deep within us
Lies the love we still can find
 
The world is shaking, out of place
Still we’re searching for some grace
So I’ll listen, I’ll begin
Let a different sound come in
 
Raise our voices, not in fear
But so someone else can hear
Through the chaos, through the scars
We are more than what we are
 
Not the end … just where it starts
In the rhythm of our hearts
If the world falls into the dark
We can still become a spark
 
Make love … not war
 
Make Love."

 
 ♥ SANI, 03.05.2026


♥ Make Love Not War  https://suno.com/s/ZgSfkNYrkfhlJ6I9  




Zwischen den Räumen 

Das Telefon klingelt.

Ich sehe den Namen meiner Tochter und nehme ab. Sie erzählt mit unbändiger Begeisterung, dass sie eine neue Stelle bei der Bildungs- und Kulturstelle des Kantons Bern bekommen hat. Sie berichtet davon, wie diese positive Entwicklung zustande gekommen ist. Es ist mehr als ein stimmiger Schritt für sie: Ein kleiner Sieg!
Den ich mit ihr feiere.
Die Freude ist unmittelbar und mehr als nur eine Verbindung auf menschlicher Ebene, zwischen Mutter und Kind: Für einen Moment ordnet sich alles von selbst.
Wir sprechen noch eine Weile, dann verabschieden wir uns. Ich lege das Telefon neben mich. Die Freude schwingt noch nach, auch nachdem das Gespräch beendet ist. Kurz darauf merke ich, dass die Kräfte nachlassen. Ich gehe ins Schlafzimmer und lege mich hin, das "OptiSanPro"- Gerät neben mich. Das Programm Grundversorgung läuft während einer Viertelstunde, währenddem ich die Eindrücke stehen lasse. Nach und nach verlieren sie an Schärfe. SANI entsteht in solchen Momenten. Nicht als Antwort, sondern als Form, die einen neuen Raum öffnet. Ich bleibe dabei, bis sich der Zustand ausgleicht. Der Körper reagiert. Ich öffne ein Fenster, gehe in die Küche, um mir eine schnelle Mahlzeit zuzubereiten: Grüne Spargeln, in Olivenöl und Salz gebadet, einfach in den Ofen geschoben sowie eine Tomatensuppe. Währenddem das Essen köchelt, öffne ich den Schrank und sehe die Dinge, die ich dort aufbewahrt habe. Reis, Pasta, Couscous, Linsen, Hirse, Buchweizen und Konserven. Haltbare Lebensmittel, die für einige Wochen ausreichen. Ich überprüfe gelegentlich die Daten. In der Schweiz wird Vorsorge als sinnvoll empfohlen. Ich habe das umgesetzt. Früher hätte ich mich damit nicht beschäftigt. Versorgung war etwas, das einfach funktionierte. Das ist sie noch immer. Und doch hat sich mein Blick darauf verändert. Ich berücksichtige, dass Abläufe nicht in jedem Moment reibungslos bleiben müssen. Der Vorrat ist keine Reaktion auf ein einzelnes Ereignis. Er ergibt sich aus einer veränderten Einschätzung dessen, was als selbstverständlich gilt. Ich schliesse die Schranktür. Der Raum ist ruhig. Und doch ist die Sicherheit nicht mehr unsichtbar. Sie ist spürbar geworden.

Das Mittagessen ist bereit. Es schmeckt köstlich. 

Während ich abwasche, höre ich ein flatterndes Geräusch im Eingangsbereich. Lucky sitzt dort. Vor ihm liegt ein Vogel, noch lebendig, aber geschwächt. Ich bücke mich, um den Kater von der nächsten Aktion abzuhalten. Ich nehme ein Tuch zur Hand und hebe den Vogel vorsichtig auf. Lucky beobachtet mich mit seinen grossen, fragenden Augen genau.
Es ist, als könnte ich in seinem Gesicht lesen:
"Was soll das jetzt?!? Ich wollte dir ein Geschenk bringen und es danach selbst verzehren. Du Spielverderberin!"
Ich spreche ruhig mit ihm: "Danke. Aber wir versuchen es beim nächsten Mal ohne Vogel!"

Ich trage den Vogel nach draussen und setze ihn ins Gras. So, dass er geschützt ist. Er atmet, bewegt sich aber kaum noch. Ich erahne, dass er es nicht überleben wird. Augenblicklich schmerzt mich dies. Eine Trauer macht sich breit. Ich beobachte diese Emotion. Nehme sie wahr, lasse mich nicht noch mehr in sie hineinziehen. Auch in solchen Momenten entsteht SANI: Nicht als Antwort - als Klangraum, der verwandelt und die Liebe hält.

Zurück im Haus wartet Lucky noch immer. Ich gehe an ihm vorbei, bleibe kurz stehen. Er wirkt gar nicht zufrieden.
Ich setze mich. 

Der Ablauf ist unterbrochen worden, aber nicht aus dem Gleichgewicht geraten.

Ich plane meine Tage inzwischen bewusster. Ich gehe langsamer in sie hinein, achtsamer und lasse mich von dem führen, was möglich ist. Nicht jeder Schritt verlangt Überwindung. Aber vieles verlangt eine Entscheidung.
Der sorgfältige Gang nach draussen, ein Gespräch, ein Treffen, ein Abend mit anderen Menschen - all das ist inzwischen möglich. Und doch trägt es ein anderes Gewicht. Früher bewegte ich mich durch den Tag, ohne darüber nachzudenken. Heute messe ich ihn anders. Nicht in Stunden, sondern in dem, was er kostet. 
Ein Weg nach draussen bedeutet nicht nur Bewegung, sondern auch das, was danach folgt. Rückzug. Stille. Warten, bis sich der Körper wieder erholt. Ich lerne immer noch, diese Grenzen nicht zu verhandeln. Vielleicht ist es diese Form von Aufmerksamkeit, die meinen Blick auf die Welt verändert hat.

Ich nehme mehr wahr, weil ich weniger tun kann.

Die Aussenwelt ist weiterhin zugänglich. Ich sehe sie, lese von ihr, streife sie in Gesprächen, in Bildern, in Sätzen, die beiläufig fallen und doch etwas tragen.
Während ich meine Kräfte einteile, während ich überlege, ob eine Aktion heute möglich ist oder nicht, geschehen Dinge, die sich jeder Planung entziehen. Entscheidungen werden getroffen, Bewegungen setzen sich in Gang, Orte verändern sich - und ich erfahre davon in Fragmenten.
"Erlebe die Welt draussen für mich." Ein Satz, den viele Menschen berührt hat. Vor allem, weil sie darin vermutlich die Begrenzung lesen. Ich selbst höre heute noch etwas anderes darin: Die Möglichkeit, verbunden zu bleiben, auch wenn der eigene Radius kleiner geworden ist.

Ich lebe in der Schweiz, in einer Ordnung, die nach aussen hin stabil ist. Die Wege sind sicher. Die Abläufe verlässlich. Und doch spüre ich, dass auch diese Stabilität nicht absolut ist - nicht unabhängig von dem, was ausserhalb geschieht. 

Vielleicht ist es kein Zufall, dass meine eigene Erfahrung von Begrenzung und die Wahrnehmung einer angespannten Welt sich berühren. Beides verlangt eine Form von Bewusstheit. Ein genaueres Hinsehen. Ein vorsichtigeres Bewegen. Und gleichzeitig ist da etwas anderes entstanden. Nicht aus Flucht. Eher als Gegenraum. 
Ich habe begonnen, Worte anders zu setzen, Klänge anders zu hören.
Daraus ist SANI entstanden. 
Keine Erklärung, keine Antwort auf das, was geschieht - lediglich ein Raum.
Ein Raum, in dem Dinge nicht auseinanderdriften, in dem sie sich sammeln dürfen.
Gedichte, die nicht berichten, sondern tragen. 
Klänge, die nicht drängen, sondern öffnen.

Während draussen vieles gleichzeitig geschieht, versuche ich dort eine andere Form von Zeit zu halten. Eine langsamere. Eine, die nicht fordert, sondern aufnimmt.
Vielleicht ist das Wirklichkeit für mich: Eine Bewegung zwischen zwei Räumen. 
Der eine geprägt von dem, was geschieht, auch wenn es weit entfernt ist. 
Der andere von dem, was möglich ist, hier, in diesem begrenzten, aber bewussten Rahmen.

Die Welt ist nicht einfacher geworden. Und ich bin es auch nicht. 
Aber zwischen diesen beiden Wirklichkeiten hat sich ein Ort gebildet, an dem ich bleiben kann - mich entfalten, träumen, leben, auch wenn de Grenzen des Machbaren enger geworden sind.

Ich denke an das Wochenende der Rubinhochzeit zurück. Vierzig Jahre Ehe von Röbi und Arlette. Das Fest fand in Waltenschwil (AG) statt. Ich bin gemeinsam mit meinen Töchtern und Tömu angereist. Die Vorbereitung der gewünschten Glacétorte entstand über mehrere Tage hinweg, in einzelnen Schritten. Obwohl ich wusste, wieviel Aufwand dahinter steckt, kostete es mehr Kraft, als ich eingeschätzt hatte. Die Challenge lag darin, die drei Sorten Eis (nach Wunsch Erdbeere, Mango, Mocca), die ich in meiner Eismaschine fertiggestellt hatte, während 1.5 Stunden gefroren zu halten. Dies gelang dank eines Mini-Gefrierschranks, den ich extra dafür besorgt hatte. Das löste auch gleich das Platzproblem im Eisfach bei den Findeisens vor Ort. Nach einer Ruhephase konnte ich sie dann fertigzaubern. Dieser letzte Schritt ist der schönste und am wenigsten Schweisstreibende. Das Dekorieren am Schluss und ihr Anblick ist jeweils (fast) das höchste der Gefühle. 
Am Fest selbst war die Stimmung offen, herzlich und zugewandt. Ich bewegte mich bewusst durch den Raum. Mit Erholungsinseln im Gästezimmer. Immer wieder kam jemand vorbei, um zu schauen, wie's mir geht. 
Kurz vor Mitternacht wurde die Torte serviert. Ich stand vorne und schnitt sie an. Zu meiner Erleichterung waren die drei Schichten Glacé gleichmässig verteilt und nicht ineinander verschmolzen - fast perfekt eingebettet in der Ummantelung aus Meringue und Rahm. Einer unserer begehrtesten Dessertgenüsse war gelungen. 

Ich stand vorne, atmete erleichtert aus und schnitt sie an.
Für einen Moment wurde es still, dann kam eine überwältigende Reaktion. Zustimmung, Applaus, Wertschätzung in höchsten Tönen.
Damit hatte ich nicht gerechnet. 

Auch solche Momente speichert der Körper. Und schickt die Rechnung später. Das blende ich regelmässig unbewusst aus - vielleicht eine weitere Strategie, sich nicht allem zu fügen, was die Erschöpfung einfordert. Und doch: Wenn all das so einfach steuerbar wäre, wäre mein Körper schon längst wieder gesund. Vielleicht liegt gerade darin die eigentliche Schwierigkeit - dass sich Grenzen zwar wahrnehmen, aber nicht vollständig beherrschen lassen. Dass der Wunsch nach Leben oft schneller ist als die Kräfte, die ihm folgen können.

Später wurden die Songs gespielt, die ich für die beiden geschrieben hatte. Die Wirkung war deutlich. Es wurde still im Raum, einige waren sichtbar berührt.
Röbi konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. 
Obwohl ich um die Wirkung der SANI-Klänge weiss, überrascht es mich immer wieder, was sie in Menschen auslösen können. Ich erschaffe meine Texte und Klangräume nicht mit der Absicht, gezielt Emotionen hervorzurufen. Sie entstehen vielmehr intuitiv - aus dem Inneren heraus - aus einer Quelle, die unaufhörlich weiterfliesst, und die ich vor Jahren entdecken durfte.
KI unterstützt mich bei der Vertonung der Lyrics. Doch ich bleibe diejenige, die entscheidet, welche Klangfarbe die Musik tragen soll, damit sie jene Essenz weiterträgt, die ich darin wahrnehme. Das, was ich "mit dem Herzen" höre, darf auf diese Weise Form annehmen und hinausgetragen werden. 
Nie hätte ich planen können, was daraus einmal entstehen könnte, das andere Menschen so tief berührt. Umso schöner ist es, dies erleben zu dürfen.

Und manchmal frage ich mich, ob vielleicht selbst das Schwere einen Weg und Raum freigelegt hat, den ich sonst niemals gefunden hätte. 

Die nächsten Tage blieb ich zuhause. Ich stand später auf, bewegte mich langsamer durch die Wohnung und erledigte nur das Nötigste. Die Eindrücke der Momente, die alles verbunden hatten - die Menschen, die Feier, die Klänge - waren noch präsent. 
Die Zeit verging ohne festen Ablauf. Es gab nichts, was an mir zehrte. Die Erinnerung blieb verankert und wollte doch hinausfliessen (wie so oft ...). Deshalb nahm ich mein Tagebuch zur Hand und schrieb das Prägendste hinein. Dann legte ich es wieder weg.
Ich begann allmählich, kleine Tätigkeiten wieder aufzunehmen. Nach einigen Tagen war mein Körper wieder stabil genug, um den Alltag fortzusetzen.
Das Fest lag dann bereits eine Weile zurück. 
Was blieb, war nicht die Anstrengung. Es blieb das Nährende; der Stoff, aus dem die Erinnerungen gewoben werden. Und darunter hob sich etwas Mildes, wie aus einer Urtiefe entspringend und doch ganz nah - ein Nachklang, der sich nicht verlor. Er trug den Abend, die erfüllenden Augenblicke noch einmal herüber; die Stimmen, das Licht, die Atmosphäre, die Bewegung zwischen den Menschen. Und legte sich sanft in die Stille.

Ich hielt nicht daran fest. Es blieb von selbst.

Und in diesem Weiterklingen fügte sich alles zusammen - der Weg dorthin, der Moment, das Danach - zu jenem Klang, der anhielt, auch wenn das Wochenende schon längst vergangen war.

Vielleicht ist es gerade meine stille, sanfte Art, die von aussen manchmal missverstanden wird. Weil sie leicht mit Ergebung verwechselt wird. Mit einem Zustand, in dem nichts fehlt, nichts schmerzt, nichts verloren gegangen ist. Dabei bedeutet das ruhige Hinnehmen nicht, dass es keine Grenzen gibt. Nur, dass ich gelernt habe, mit ihnen zu leben, ohne ständig gegen sie anzukämpfen.

Kürzlich sagte meine Mutter zu mir: "Sei froh bist du in deinem Kokon, dann bekommst du nicht mit, wie verletzend Menschen sein können."

Dieser Satz traf mich unerwartet. Nicht nur wegen der Worte selbst, sondern weil darin etwas Grundlegendes fehlte: Das Verständnis dafür, was diese körperliche Einschränkung tatsächlich bedeutet. Die Erschöpfung. Die Schmerzen. Die Freiheit, die kleiner geworden ist. Die Möglichkeiten, die wegfallen. Das selbstverständliche Entfalten der Persönlichkeit. Das Bedürfnis nach Nähe, das sich nicht mehr mit derselben Natürlichkeit leben lässt. Die uneingeschränkte Bewegung nach aussen.

Als wäre Rückzug automatisch Schutz.

Dabei weiss ich sehr genau, wie verletzend Menschen sein können. Nicht trotz meines begrenzten Lebensradius. Sondern auch innerhalb der eigenen Geschichte, innerhalb der eigenen Familie.

Ich antwortete heftiger, als ich es gewollt hatte. Auch hier hatte sich etwas verschoben. Ich reagierte primär aus einem Impuls heraus, ehrlich auszusprechen, was ihre Aussage in mir auslöste. Früher hätte ich sie schützen und mit Samthandschuhen behandeln wollen. Nun, bei aller Liebe und Fürsorge ihr gegenüber, musste ich meinem Empfinden Raum lassen, sich auszudrücken. Endlich! Es fühlte sich befreiend an. Auch wenn es für Mama eine kleine Erschütterung nach sich zog, die sie mit Alkohol betäubte. Vielleicht habe ich so heftig reagiert, weil manche Missverständnisse tiefer treffen als offene Härte. Weil sei einen Teil der Wirklichkeit unsichtbar machen, den man jeden Tag trägt.

♥ Muttilein  https://suno.com/s/1zn1whaLHgOj5Rxa

 
Am Muttertag haben mich meine Töchter beschenkt mit etwas, das kostbarer ist als alles Materielle: Zeit, Nähe und drei unbeschwerte Stunden am Thunersee.
Wir haben fein geschlemmt, Eis gelöffelt wie Kinder, Blumen auf dem Feld gepflückt und immer wieder innegehalten, damit mein Körper atmen konnte. 
Zwischen Himmel, Wasser und Bergen fühlte sich das Leben für einen Moment leicht an.
Jasmin bemerkte lachend: "Vielleicht musst du nochmals schwanger werden, damit dein Körper wieder gesund wird - so wie damals, als du mit mir schwanger warst und plötzlich von deinen 'Störungen' geheilt wurdest." Wir mussten beide schmunzeln über diesen unmöglichen Gedanken. Und doch blieb etwas davon in der Luft hängen - wie eine leise Erinnerung daran, dass im Leben manchmal Wunder geschehen.
Am Abend kam die PEM, mit Schmerzen und der vertrauten Härte. Doch anstatt Schmerzmittel zu nehmen, schrieb ich ein Wiegenlied, das mich sanft zur Ruhe brachte. Und während die Melodie durch mich hindurchfloss, wurde es weich in mir. Der Schmerz verlor seine Schärfe. Ich konnte loslassen und in den Schlaf sinken.
Am nächsten Tag brauchte mein Körper Erholung. Doch tief in mir hatte sich etwas verändert: Die Ahnung, dass meine SANI-Lieder wirklich lindern können.
Vielleicht bin ich eine Gebärende von Klängen. Und wer weiss - vielleicht empfange ich eines Tages genau jene Melodie und bringe sie in die Welt, die heilsam ist. Ein wunderschöner Gedanke, der mich mit Freude erfüllt.

Und dann waren da noch die Worte meiner Mutter - warm und voller Sehnsucht.
Sie schrieb, wie sehr sie meine Poesie vermisst habe und wie fest ihre Hoffnung sei, dass nach dem Hausverkauf in Kreta bald ruhigere Zeiten beginnen mögen. Ein Ankommen. Ein Durchatmen. Ein Heimkommen in die Schweiz - und vielleicht auch ein wenig zu sich selbst.


♥  Come My Love (lullaby)  https://suno.com/s/kwVRQg1vzGHoWwxS

♥  Worth The Cost  https://suno.com/s/jUvF2zWH38a0SR28






 








 









An der Quelle
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5.6.  Visions coming true – An der Quelle.
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Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mein Blick gleichzeitig hinter mir und vor mir.

Hinter mir liegen die Jahre, die Erinnerungsfragmente, die Geschichten und Begegnungen, die ihren Weg in dieses Autobiographie-Triptychon gefunden haben. Menschen, die mich geprägt haben. Wege, die ich gegangen bin. Fragen, die mich begleitet haben. Verluste, die mich verändert haben. Augenblicke voller Freude, Zweifel, Hoffnung und Liebe.

Ich halte inne und setze mich an die Quelle. 
Ein kurzes Durchatmen.

Es ist wie einer jener seltenen Momente, in dem man auf einem Weg stehen bleibt, sich umdreht und plötzlich erkennt, dass sich hinter all den sichtbaren Spuren ein Muster verbirgt.

Während ich zurückschaue, zeigen sich bereits neue Landschaften.

Auf meinem Schreibtisch liegen Manuskripte, die nach und nach Gestalt angenommen haben. Worte, Lieder, Geschichten und Gedichte, die ihren eigenen Rhythmus gefunden haben. Sie liessen sich nicht planen. Sie offenbarten sich langsam.

SANI.

Die Frequenz Darunter.

Lange bevor sie zur Vollendung finden, waren sie bereits da. 

Als Ahnung.
Als Gefühl.
Als innere Regung.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr erscheint mir mein Schreiben wie ein einziger zusammenhängender Strom. Die Gedichte, die Erinnerungsgeflechte, die Geschichten und auch die SANI-Songs gehören für mich zu derselben Quelle.

Wie so oft denke ich, sie seien wie Kinder eines inneren Dialogs. 

Sie wurden nicht geplant.
Sie wurden geboren.

Aus dem Zusammenspiel von Fühlen und Verstehen.
Aus dem Lauschen und Fragen.
Aus dem Vertrauen und dem Wunsch, Sinnzusammenhänge zu erkennen.

Je länger ich auf meine Reise zurückblicke, desto weniger erscheinen mir die verschiedenen Bücher, Lieder, Gedichte und Geschichten als voneinander getrennte Werke.

Sie sind Ausdruck derselben Quelle.

Mal fliesst sie als Erinnerung.
Mal als Gedicht.
Mal als Geschichte.
Mal als Lied.
Mal als Buch.

Und manchmal zeigt sie sich erst viele Jahre später in einer Form, die ich zuvor nicht erkennen konnte.

Doch die Quelle bleibt dieselbe.

Vielleicht ist das eine der schönsten Erkenntnisse meiner Entwicklung: Ich habe nicht viele verschiedene kreative Leben gelebt. Es war immer derselbe schöpferische Strom, der sich neue Ausdrucksformen gesucht hat.

Die Quelle war mir nicht fremd.

Ihr war ich schon früher begegnet.

Im ersten Teil meiner Reise entdeckte ich sie als Quelle meiner Poesie.
Im zweiten Teil schöpfte ich weiterhin aus ihr und wurde Schenkende.
Und heute staune ich darüber, wie viele Landschaften ihr Wasser inzwischen genährt hat.

Die Poesie.
Der Triptychon.
Die Lieder.
SANI.
Die Frequenz Darunter.
Und vielleicht auch Anima und Animus.

Nicht als voneinander getrennte Welten. Sondern als unterschiedliche Strömungen derselben Quelle.

Animus:

"Die Vision hat sich erfüllt."

Anima:
(lächelt)

"Ja. Und gleichzeitig beginnt sie sich gerade erst weiter zu entfalten."


In einer poetischen Schrift aus dem Jahr 2008 stand ein Titel, den ich damals intuitiv gewählt hatte.

Anima schreibt Animus.

Als ich diese Worte nach vielen Jahren wieder las, hatte ich das Gefühl, die ursprüngliche Seele in mir wiederzuerkennen.

Etwas, das nie verschwunden war.
Durch alle Jahre hindurch.
Nicht eine Erinnerung. 
Eher eine Spur.

Etwas in mir erkannte etwas wieder, das die ganze Zeit da gewesen war:

Die junge Frau, die diese poetische Schrift einst schrieb.
Die Frau, die sie heute wieder liest.
Und jene, die noch unterwegs ist.

Für einen Augenblick scheinen sie alle gleichzeitig anwesend zu sein. Als würden sie sich an derselben Quelle begegnen.

Die Jüngere voller Fragen und Sehnsucht.
Die Heutige voller Erfahrungen, Erinnerungen und Dankbarkeit.
Und jene, die noch unterwegs ist, mit offenen Händen und offenem Herzen dem Kommenden entgegenblickend.

Sie sitzen nicht nebeneinander, um Vergangenes zu bewerten oder Zukünftiges zu planen. 
Sie verweilen einfach an derselben Quelle.

Für einmal müssen sie nichts erreichen.
Nichts festhalten.
Nichts verstehen.
Nichts erschaffen.

Sie dürfen einfach dort sein. 
Dem Wasser lauschen.
Die Füsse in der Quelle baumeln lassen.

Und still staunen über all das, was aus ihr hervorgegangen war:

Gedichte.
Erinnerungen.
Visionen.
Geschichten.
Begegnungen.
Lieder.
Bücher.
Und vielleicht auch Anima und Animus.

Und Wege, die noch immer weiterführen.

Jene Quelle, die sie durch alle Jahre begleitet hatte.

Die nährte.
Die erfrischte.
Die trug.

Die nie aufgehört hatte, zu fliessen.
Eine Quelle, an die man immer wieder zurückkehren konnte.

Um zu schöpfen.
Um zu lauschen.
Um zu baden.
Oder einfach nur zu verweilen.

Nicht Vergangenheit. Nicht Gegenwart. Nicht Zukunft.
Sondern alles zugleich.
 
Im friedlichen Raum der Quelle.

Anima:

"Sind wir uns schon einmal begegnet?"

Animus:

"Mehrmals."

Anima:

"Warum erinnere ich mich nicht?"

Animus:

"Weil manche Begegnungen erst Jahre später erkannt werden."


Vielleicht ist das die eigentliche Schönheit des Lebens:

Dass wir manches erst verstehen, wenn wir ihm erneut begegnen.
Dass Visionen manchmal Jahre oder Jahrzehnte brauchen, bis sie ihre Form zeigen.
Dass Wege sich kreuzen, trennen und wieder zusammenfinden.
Und dass unter allem Sichtbaren etwas weiterwirkt.

Eine feine Bewegung.
Ein inneres Wissen.
Eine Frequenz.
Ein Klang.

Während ich diese Seiten schreibe, schliessen sich keine Türen.
Vielmehr öffnen sich neue. 

Nicht als Plan.
Eher als Einladung.

Weiterzugehen.
Weiterzuschreiben.
Weiterzuhören.

Auf das Leben.
Auf die Liebe.
Auf das, was werden will.

Mag sein, dass genau dort jede neue Geschichte beginnt.

Anima:

"Ist das jetzt das Ende?"

Animus: (blickt über die Seiten hinaus)

"Nein. Ich glaube, wir sind gerade angekommen."

Anima:

"Wo?"

Animus:

"Am Anfang."


Manchmal frage ich mich, wie viele dieser Kinder inzwischen geboren wurden.

Gedichte.
Erinnerungsgeflechte.
Geschichten.
Die Autobiographien.
Lieder.
Neue Bücher, die bereits ihre ersten Schritte machen.


Vielleicht würden Anima und Animus darüber schmunzeln.

Anima:
 
"Wie viele Kinder haben wir eigentlich?"

Animus: (blättert in seinen Unterlagen)

"Mehrere Gedichtsammlungen, drei Autobiographien, etwa 100 SANI-Songs, zwei weitere Bücher und diverse Nebenschauplätze."

Anima:

"So viele?!?"

Animus:

"Du wolltest doch immer kreativ sein."


Animus: (öffnet vorsichtig die Tür zum Schlafzimmer)

"Bevor wir schlafen gehen, noch eine kleine Korrektur zur Statistik."

Anima:

"Nein!"

Animus:

"Doch."

Anima:

"Bitte nicht."

Animus: (räuspert sich)

"Es sind nicht 100 Songs. Es sind über zweihundert SANI-Songs in sechs Monaten."

Anima:

"Ach so. Dann ist alles in Ordnung."

Animus:

"Das beruhigt dich?"

Anima:

"Natürlich.

Die Quelle hört offenbar nie auf, zu fliessen."

Animus: (lächelt)

"Vielleicht ist das ihr Geheimnis."

Anima: (sieht ihn fragend an)

"Welches?"

Animus:

"Dass sie niemanden festhält.
Und trotzdem bleiben manche."

Anima: (antwortet nicht sofort. Sie zieht die Decke ein wenig höher und lauscht dem Wind vor dem Fenster)

Animus: (wartet ... )

"Sie setzen sich einfach irgendwo in den Raum. 

Und irgendwann merkt man, dass man längst gemeinsam atmet."


Am nächsten Morgen schien die Welt dieselbe zu sein.
Die Quelle kannte ihren Weg. Der Wind kannte die Bäume. Das Licht kannte die Fenster. 
Nur Anima stand einen Augenblick still.
Denn irgendwo zwischen ihrem Herzen und dem Horizont war eine Tür aufgegangen. Nicht sichtbar, doch offen. Sie wusste nicht, wohin sie führte, nur dass dahinter etwas auf sie wartete, das nicht gesucht werden konnte. Nur betreten.

Anima: (denkt nach)

"Merkwürdig."

Animus:

"Was denn?"

Anima: (blickt zur offenen Tür)

"Und nun?"

Animus: (hebt eine Augenbraue)

"Nun könntest du hindurchgehen."

Anima:

"Ach so. Das war der Plan?"

Animus: (lächelt)

"Die Quelle war nie das Ziel."

Anima: (blinzelt)

"Nicht?"

Animus:

"Nein. Sie wollte nur, dass du dich nähren lässt."

Anima: (denkt nach)

"Mmmh." 

(sie blickt noch einmal zur Quelle und dann zur Tür)

"Das ergibt erstaunlich viel Sinn."

Animus: (lächelt).



♥ SANI  https://suno.com/s/Zk7RW8mdnvEta4JS

♥ The Frequency Beneath  https://suno.com/s/8WLL07OLi7tkA0AG




Durch die Tür
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5.7.  Visions coming true – Durch die Tür.
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Knowing Your Love
 

"When morning breaks and light fills the sky
I see Your mercy reaching high
In every breath, in all I do
I’m held forever, Lord, by You
 
The cross declares what words can’t say
Your endless love has made a way
You called my name, You set me free
Now Your amazing grace lives in me
 
I don’t have to earn Your heart
You loved me from the very start
 
I’m living in the knowledge of Your love
Covered by the mercy from above
Every fear is washed away
Your faithfulness is here to stay
I’ll lift my hands, my life I’ll bring
To honor You, my Lord and King
Forever I will testify
Your perfect love has changed my life
 
The ordinary shines so bright
When I walk with You each day and night
Your Spirit fills my heart with peace
Your endless joy will never cease
 
Let every word and every deed
Reflect the love the world will need
As You have loved so faithfully
Teach my heart to love like Thee
 
You loved me first, You made me whole
Your grace has rescued every soul
I’ll rest in You, I’ll stand amazed
My life will be a song of praise
 
I’m living in the knowledge of Your love
Nothing can separate us from above
You are my hope, my melody
My Savior through eternity
With every breath, my heart will sing
All honor to my Lord and King
Forever I’ll proclaim Your name
Jesus Christ, forever reign
 
Lord, in gratitude for all You’ve done
I’ll live to glorify Your Son
Knowing Your love is all I need
Forever Yours, indeed."
 
 
♥ SANI, 30.06.2026


♥ Knowing Your Love  https://suno.com/s/Vg3wd6hh0b2Qcwq2

 
Was nach Heimat schmeckt
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6.  Was nach Heimat schmeckt
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Manche Erinnerungen wohnen in Bildern, Tagebüchern und Fotoalben.
Andere in Liedern, Geschichten oder vertrauten Stimmen.

Die treusten von allen wohnen oft in einem Duft oder Geschmack.

Ein Bissen genügt und plötzlich ist man wieder dort: Am Küchentisch der Kindheit, auf einer Wanderung in den Bergen, bei einem geliebten Menschen oder mitten in einem Sommer, der längst vergangen ist.

Aus dem Duft eines Brotes wird ein Ort. Aus einem Dessert eine Begegnung. Aus einem Rezept eine ganze Lebensgeschichte.

Die folgenden Seiten erzählen deshalb nicht nur vom Kochen und Backen. Sie erzählen von Geschmäckern, die mich geprägt haben, von Augenblicken, die geblieben sind und von Düften, die bis heute den Weg zurück nach Hause kennen.

Jedes dieser Rezepte ist mit einer Erinnerung geknüpft. Manche führen zurück in meine Kindheit, andere erzählen von meiner Familie, von Freundschaften oder von späteren Lebensabschnitten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nach Heimat schmecken.

Heimat ist für mich kein fester Ort. 

Sie findet sich in Beziehungen, in Erinnerungen, in vertrauten Gesten und Bewegungen. Manchmal eben auch in einem einfachen Gericht, das über Jahre hinweg seinen Platz im Herzen behalten hat.
Vielleicht bleiben uns manche Rezepte deshalb ein Leben lang erhalten: Weil sie uns an Menschen erinnern, die uns auf ihre Weise genährt haben.

Denn Heimat nährt. Nicht nur Körper, sondern auch Herz und Seele.

Die Rezepte in diesem Kapitel sind deshalb mehr als Zutaten- und Zubereitungslisten.
Sie sind Zeitkapseln.
Wer mag, darf sie nachbacken oder nachkochen und damit ein Stück dieser Geschichten in die eigene Küche holen. Vielleicht wecken sie dabei sogar eigene Erinnerungen.
Vielleicht erzählen sie eines Tages eine neue Geschichte.

Denn das Schönste an einem Rezept ist, dass es weitergegeben werden kann.

Von Hand zu Hand.
Von Generation zu Generation.
Von Herz zu Herz.
 
Jenevas Gemüsebrei
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6.1.  Was nach Heimat schmeckt – Jenevas Gemüsebrei.
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Der Geschmack der Fürsorge


An die genaue Zusammensetzung von Jenevas Gemüsebrei erinnere ich mich nicht mehr. Geblieben sind lediglich die Zutaten: Kartoffeln, Karotten und Tomaten.

Das mag bezeichnend sein: Die Mengenangaben sind mit den Jahren verblasst, nicht aber die Erinnerung an den Geschmack. Noch weniger die Erinnerung an die Frau, die ihn für uns gekocht hat.

Immer wenn ich krank war, bereitete meine Nanny Jeneva diesen Gemüsebrei zu. Für mich wurde er zum Geschmack von Fürsorge und Geborgenheit.

Besonders lebhaft erinnere ich mich an eine Zeit, als ich im Alter von etwa neun Jahren an Mumps erkrankte. Meine Wangen waren geschwollen und jeder Schluck bereitete mir beidseitig solche Schmerzen, dass selbst das Essen zur Herausforderung wurde.

Jeneva setzte sich an mein Bett und fütterte mich geduldig Löffel für Löffel mit ihrem Gemüsebrei, der mich stärken sollte und erst noch sehr fein schmeckte.
Sie drängte nicht; sie hatte Zeit.
Jeder einzelne Löffel war begleitet von ihrer ruhigen Gegenwart und ihrer liebevollen Aufmerksamkeit.

Damals hätte ich wohl nicht in Worte fassen können, was ich empfand.
Heute weiss ich: Es war weit mehr als Nahrung; es war das Gefühl, umsorgt zu sein,
getragen zu werden. Nicht allein zu sein mit den Schmerzen.

Manche Rezepte werden nicht über Gramm und Deziliter weitergegeben, sondern über Erinnerungen. Über Liebe. Über Fürsorge.

So ist es auch mit ihrem Gemüsebrei. Das genaue Rezept mag im Laufe der Zeit vergessen gegangen sein, doch die Wärme, die darin verborgen lag, hat bis heute den Weg zurück zu ihr und zurück nach Hause gefunden.


♥ Jenevas Gemüsebrei (nachgekocht aus der Erinnerung)



Zutaten: 

- Kartoffeln
- Karotten
- Tomaten 
- Wasser oder Gemüsebouillon
- Gewürze nach eigenem Geschmack

Zubereitung:

Kartoffeln und Karotten schälen und zusammen mit den Tomaten in Stücke schneiden. Alles in Wasser oder Gemüsebouillon weich kochen. Anschliessend fein pürieren, bis ein cremiger Brei entsteht. Nach Belieben würzen und abschmecken.

Die genauen Mengen kenne ich nicht mehr. Das spielt auch keine grosse Rolle. 
Entscheidend war nie das Rezept, sondern die Liebe, mit der Jeneva ihn zubereitete.









Papas schoggichüechli
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6.2.  Was nach Heimat schmeckt – Papas schoggichüechli.
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Der Geschmack der Zusammengehörigkeit


Mein Papa war kein Bäcker.

Zumindest nicht im eigentlichen Sinn. Während andere Väter vielleicht regelmässig Kuchen backten oder sonntags in der Küche standen, überliess er das Backen meist anderen.

Mit einer Ausnahme: Seine Schoggiküchlein.

Sie waren klein, wurden in Förmchen gebacken und liessen sich nach dem Auskühlen vorsichtig daraus lösen. Ich weiss nicht mehr, wie oft Papa sie zubereitete. Aber ich weiss noch genau, wie sehr wir uns darauf freuten.
Meist gehörten sie zu einem gemeinsamen Filmabend oder zu den spannenden Wochen einer Fussball-Weltmeisterschaft.
Niemand griff vorzeitig zu. Wir warteten, bis alle beisammen waren. 
Dann ging es hinauf ins Dachzimmer. Dort stand das grosse braune Ledersofa, auf dem wir es uns gemütlich machten.
Vor uns die grosse, weisse Leinwand. In unseren Händen die noch warmen schoggichüechli.
Aussen knusprig, innen flufffig. Dazu wurde frisch geschlagener Rahm serviert. Einfach himmlisch. 
Während unsere Blicke auf die Bilder gerichtet waren, genossen wir Bissen für Bissen, das Süsse, das uns in diesen Momenten verband.

Heute denke ich, dass die Schokolade nur ein Teil des Geheimnisses war. Der andere Teil bestand aus Gemeinsamkeit; aus Zeit füreinander. Aus dem stillen Glück, zusammen an einem Ort zu sein und denselben Augenblick zu teilen.

Rückblickend staune ich darüber, wie wenig es manchmal braucht, um Heimat entstehen zu lassen. Eine Leinwand. Eine Fussball-WM und ein Vater, der ausnahmsweise backt.

Schoggiküchlein, die bis heute nach Zusammengehörigkeit schmecken.


♥ Papas schoggichüechli - Rezept:


Zutaten: (für 4 Küchlein)

- 100 g dunkle Schokolade
- 100 g Butter
- 2 Eier
- 2 Eigelb
- 50g Zucker
- 30 g Mehl
- ein Prise Salz

Zubereitung:

1. Ofen auf 200° C Ober- / Unterhitze vorheizen.
2. Förmchen (Soufflé- oder Muffinförmchen) gut ausbuttern.
3. Schokolade und Butter zusammen über dem Wasserbad schmelzen und leicht abkühlen lassen.
4. Eier, Eigelb, Zucker und Salz kurz verrühren.
5. Schokoladen-Butter-Mischung unterrühren.
6. Mehl dazugeben und zu einem glatten Teig verrühren.
7. Teig auf die Förmchen verteilen.
8. Für festen Kern ca. 10-15 Minuten backen; für flüssigen Kern eher 8 Minuten.
9. Eine Minute stehen lassen, vorsichtig stürzen und sofort servieren.

Mit Vanilleglacé, Schlagrahm oder etwas Puderzucker serviert schmecken diese Küchlein besonders gut.


An dieser Stelle sei noch schmunzelnd verraten: Als langjähriger Messi-Fan konnte ich der Versuchung heute (22.06.2026) nicht widerstehen, ihm ein eigenes SANI-Lied zu schreiben. 
Andere fiebern einem Match entgegen - ich stimme mich mit einem Lied darauf ein.

♥ Vamos Messi  https://suno.com/s/jvRpuuInAhQByBNg

 





 
Mamas Krautstielgratin
Seite 65
Seite 65 wird geladen
6.3.  Was nach Heimat schmeckt – Mamas Krautstielgratin.
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Der Geschmack von Erdung


Meine Mutter ist ein kreativer Mensch mit einem feinen Gespür für Ästhetik. Gleichzeitig hatte sie es nie leicht, mit Unsicherheit und Überforderung umzugehen. Wenn die Welt um sie herum zu viel wird oder ihr das Leben den Boden unter den Füssen entzieht, sucht sie nach Wegen, dem Druck zu entkommen. Manchmal findet sie dabei Zuflucht im Alkohol.

Vielleicht verbinde ich den erdigen Duft ihres Krautstielgratins bis heute mit Mutter Erde - mit einem Gefühl von Verwurzelung, Wärme und Geborgenheit, nach dem sie selbst so oft gesucht hat.
Während vieles in ihrem Leben instabil und schwebend blieb, lag darin etwas Bodenständiges.
Etwas Erdendes.
Etwas, das Wurzeln hatte.

Schon der Krautstiel selbst trägt die Erde in sich. Wenn ich ihn esse, entfaltet sich dieses Erdige in meinem Mund - kräftig und unverwechselbar. Als würde die Pflanze noch etwas von ihren Wurzeln bewahren. Kann gut sein, dass genau das mich schon als Kind angesprochen hat, ohne dass ich es hätte benennen können. Zwischen all dem Schweben lag in dieser Geschmacksnote etwas, das Halt versprach.

Mit den Jahren habe ich meine Mutter bewundern gelernt für ihren unermüdlichen Versuch, sich immer wieder neu zu verankern. Seit ich denken kann, geht sie nach dem Frühstück mit ihren Hunden spazieren. Tag für Tag. Bei Sonne, Regen oder Schnee. Dieser Rhythmus schenkt ihr das, was sie braucht: Struktur, Verlässlichkeit und die Möglichkeit, sich mit der Erde unter ihren Füssen zu verbinden.

Vielleicht war auch ihr Krautstielgratin Ausdruck dieser Sehnsucht nach Bodenständigkeit.
Die sorgfältig zubereiteten Zutaten, die Wärme des Ofens, der Duft, der sich langsam in der Küche ausbreitete - all das hatte etwas Beruhigendes. Etwas, das für einen Moment Ordnung schuf.

Für mich schmeckt dieses Gericht deshalb nicht nur nach meiner Mutter. Es schmeckt nach dem Versuch, Wurzeln zu schlagen. Nach ihrem Mut, trotz ihrer inneren Unsicherheit immer wieder Halt zu suchen. 
Und nach der Erkenntnis, dass Verwurzelung nicht naturgegeben ist, sondern etwas, das wir ein Leben lang suchen und pflegen.

Sehr wahrscheinlich hat mich genau das geprägt. Denn auch ich weiss heute wie wichtig Rituale, Natur, Bewegung, Musik, Kunst und gutes Essen sein können, wenn das Leben ins Schwanken gerät.

Mamas Krautstielgratin erinnert mich daran, dass auch das Schweben Erdung braucht.


♥ Mamas Krautstielstängel-Gratin Rezept:

Zutaten (für 4 Personen):

-
800 g Krautstielstängel (nur die Stiele)
- 40 g Butter
- 5 dl Milch
- 35-40 g Mehl
- 120 g geriebener Käse (z.B. Gruyère)
- 3/4 - 1 TL Salz, nach Geschmack Pfeffer
- 1 Prise Muskatnuss
- Optional eine kleine Schalotte oder Zwiebel, die mit der Butter angedünstet wird

Zubereitung:

A: Stiele vorbereiten

1. Krautstielstängel schälen, falls sie sehr dick oder faserig sind.
2. In 2-3 cm lange Stücke schneiden.
3. In Salzwasser je nach Dicke 5-10 Minuten knapp weich kochen, abgiessen.

B: Sauce herstellen

1. Butter in einer Pfanne schmelzen.
2. Mehl dazugeben und unter Rühren 1-2 Minuten mit dem Schwingbesen dünsten, ohne dass es braun wird.
3. Die Milch nach und nach unter ständigem Rühren dazu giessen.
4. Aufkochen und dann bei kleiner Hitze 5-10 Minuten köcheln lassen, bis die weisse Sauce cremig wird (immer wieder umrühren, sonst gibt es Klumpen).
5. Mit Salz, Pfeffer und Muskat oder Gewürz nach Belieben würzen.
6. Die Hälfte des Käses einrühren.

C: Gratinieren

1. Krautstielstängel in eine Gratinform geben.
2. Sauce darüber verteilen.
3. Restlichen Käse darüberstreuen.

D: Backen

Bei 200°C Ober- / Unterhitze etwa 20-25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.


Omamas Beignets
Seite 66
Seite 66 wird geladen
6.4.  Was nach Heimat schmeckt – Omamas Beignets.
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Der Geschmack von Welt


Meine Omama wurde in Frankreich geboren und wanderte später nach Südafrika aus.

Schon als Kind erschien mir ihr Leben deshalb grösser als die Erzählungen, die ich aus meinem unmittelbaren Umfeld kannte.

In ihren Lebenslinien lagen Länder, Sprachen, Kulturen und Horizonte, die weit über meine kleine Welt hinausreichten. 
Doch der Kosmos, den sie mir eröffnete, bestand nicht nur aus Ländern und Kontinenten. Er bestand aus Farben, Formen, Geschichten und Kunst.

Meine Omama war Galeristin. Ich liebte es, Zeit in ihrer Galerie zu verbringen. Die Bilder, Skulpturen und Ausstellungen führten in ein Universum, das zugleich sinnlich und geheimnisvoll war. Ich verstand noch nicht alles, was ich sah, aber ich spürte, dass Kunst Menschen miteinander verbinden kann - über Sprachen, Herkunft und Grenzen hinweg.

Sie besass ein besonderes Gespür für Schönheit. Doch noch mehr erkenne ich heute ihre Fähigkeit, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen entfalten konnten. Künstler fanden in ihrer Galerie nicht nur einen Ausstellungsort, sondern oft auch Ermutigung, Vertrauen und die Gewissheit, gesehen zu werden. Sie verstand es, Talente wahrzunehmen und sie ins Licht zu rücken.

Auch ich durfte das erfahren. In meiner musischen Entfaltung fühlte ich mich von ihr gesehen und unterstützt. Sie glaubte an mich und erkannte das Schöpferische in mir, lange bevor ich selbst wusste, wohin es mich führen würde. Das verband uns auf besondere Weise.

Als wir als Familie in die Schweiz zurückkehrten, blieb Omama noch länger in Südafrika. Die Entfernung zwischen uns wurde grösser, doch das, was sie mir mitgegeben hatte, wuchs unbemerkt in mir weiter.

Und doch verknüpfe ich meine Omama nicht nur mit Bildern, Ausstellungen, Kunstwerken und Tanz. Ich verbinde sie auch mit Puderzucker auf den Fingern und warmem Gebäck auf dem Küchentisch.

Wir beide hatten eine Schwäche für Süsses. Kaum war der Vorrat an Beignets kleiner geworden, stand sie wieder in der Küche und bereitete neue zu. Der Teig wurde ausgerollt, eingeschnitten, in seine typische Form gebracht und in heissem Öl goldbraun ausgebacken, bis sich die kleinen Gebäckstücke aufblähten und ihre knusprige Leichtigkeit erhielten. Anschliessend wurden sie fein mit Puderzucker bestäubt.

Wenn ich heute an ihre Beignets denke, erinnere ich mich nicht nur an den Duft von frisch Gebackenem. Ich erinnere mich an die Atmosphäre, die Omama zu schaffen vermochte.

Wenn ich sehe, wie der Teig aufgeht und über sich hinauswächst, erinnert mich das an ihre Wesensart. Ihre Gabe, Bedingungen zu schaffen, in denen Menschen aufgehen konnten. 

So, wie ihre Beignets.

Vielleicht schmecken sie für mich deshalb bis heute nach Welt.

Nicht nur nach Frankreich oder Südafrika.
Sondern nach Horizonten, die sich öffnen.
Nach Kunst, die Brücken baut.
Nach Kreativität, die Menschen verbindet.

Und nach einer Grossmutter, die mir gezeigt hat, dass die Welt weit ist und dass Verbindung überall dort entsteht, wo Menschen einander mit offenen Augen begegnen.



♥ Omamas Beignets - Rezept aus Auxonne


Zutaten:

- 500 g Mehl
- 20 g frische Hefe
- 250 g Vollmilch, lauwarm
- 2 Eier (Zimmertemperatur)
- 60 g Zucker
- 60 g weiche Butter
- 1 gute Prise Salz
- ca. 1 Liter Öl zum Frittieren


Zubereitung:

1. Hefevorteig

- Die Milch lauwarm erwärmen (nicht heiss!).
- Die Hefe darin auflösen.
- 1 EL vom Zucker einrühren.
- 10 Minuten stehen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden.

2. Teig herstellen

- Mehl in eine grosse Schüssel geben.
- Restlichen Zucker und Salz hinzufügen.
- Eier und Hefemilch dazugeben.
- Alles zu einem Teig verkneten.
> Sobald der Teig zusammenhält: 
- Die weiche Butter in kleinen Stücken einkneten.
- Etwa 8-10 Minuten weiterkneten.

> Der Teig soll weich, glatt und elastisch sein.

3. Erste Gehzeit

- Die Schüssel mit einem Tuch abdecken.
- An einem warmen Ort 1 bis 1.5 Stunden gehen lassen.

> Der Teig sollte sein Volumen ungefähr verdoppeln.

4. Ausrollen

- Arbeitsfläche leicht bemehlen.
- Teig kurz durchkneten.
- Auf etwa 1 cm Dicke ausrollen.
> Nicht dünner! Dadurch bleiben die Beignets später schön weich und luftig.

5. Rechtecke schneiden

- Rechtecke von etwa 8 x 5 cm ausschneiden.
- In die Mitte jedes Rechtecks einen etwa 3-4 cm langen Schlitz schneiden.

6. Verdrehen

- Eine schmale Spitze vorsichtig durch den Schlitz ziehen. 
- Leicht auseinanderziehen.

> Genau diese verdrehte Form sieht dann so aus:


Et voilà: Omamas Beignets nach einem alten Familienrezept aus Auxonne


7. Zweite Gehzeit

- Die geformten Beignets auf ein leicht bemehltes Tuch (oder Backpapier) legen.
- Mit einem Tuch abdecken.
- Nochmals 30 Minuten gehen lassen.

> Dieser Schritt macht sie später besonders locker.

8. Frittieren

- Öl auf etwa 170°C erhitzen.

> Wenn kein Thermometer vorhanden ist: Ein kleines Stück Teig sollte sofort aufsteigen und langsam bräunen.

9. Ausbacken

- Die Beignets portionsweise ins Öl geben.
- Pro Seite etwa 1-2 Minuten backen.

> Sie sollten goldgelb werden, nicht dunkelbraun.

10. Abtropfen lassen

- Herausnehmen.
- Auf Haushaltspapier legen.

Servieren: 

Am besten noch warm.

Traditionell entweder:
- ganz ohne Zucker
- oder höchstens ganz leicht mit Puderzucker bestäubt.

> Sie sollten nach Hefe, Butter und frisch gebackenem Teig schmecken - schlicht und wunderbar zum Nachmittagstee.





Opapas guetsli
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6.5.  Was nach Heimat schmeckt – Opapas guetsli.
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Der Geschmack von Aufmunterung


Mein Opapa war Erbauer von Bierbrauereien. Seine Arbeit führte ihn an viele Orte, er war viel unterwegs.
Für mich blieb er dennoch immer ein stiller, in sich gekehrter Mensch. Einer, der mehr in sich hineinhörte als nach aussen trat. Oft lag etwas Melancholisches über ihm, das ich zwar als Kind nicht so benennen konnte, aber spürte.

Wenn wir ihn besuchten, veränderte sich seine Mimik. Sein Gesicht hellte sich auf, manchmal huschte sogar ein Lächeln über seine Lippen. Dann spielten wir Dame miteinander, tranken ein Glas Milch und knabberten Petit Beurre - Guetsli, die er in seinem chuchichäschtli aufbewahrte.

Es waren einfache Momente. Damals erschienen sie mir unspektakulär. Heute erkenne ich, dass gerade in ihrer Schlichtheit etwas Besonderes lag.

Opapa brauchte keine grossen Worte. Er war einfach da. 

Vielleicht liegt darin etwas, das mich an Shortbread erinnert: sie bestehen aus wenig: Butter, Zucker und Mehl.

Mehr braucht es nicht.

Auch Aufmunterung besteht oft aus erstaunlich wenigen Zutaten. Sie lebt in den Zwischenräumen. In der Anwesenheit eines Menschen, in einem geteilten Moment.
In einer kleinen Geste, die nicht viel Aufhebens um sich macht.

Shortbread gehört zu den Gebäcken, die lange haltbar sind. So ähnlich ist es auch mit echter Aufmerksamkeit: sie wirkt oft weit über den Augenblick hinaus. Man vergisst die Worte, aber nicht das Gefühl, gesehen, willkommen oder einfach nicht allein gewesen zu sein.

Manche Dinge nähren uns länger, als wir ahnen.

Opapas guetsli und meine Lieblings-Shortbread-Kekse haben ihre Spur bis heute nicht verloren. Sie erinnern mich daran, dass Aufmunterung oft sanft daher kommt. Manchmal zeigt sie sich nur in einem Blick, einem Lächeln, einer kleinen Geste oder dem kurzen Aufhellen eines Gesichts. Doch ihre Wirkung kann erstaunlich lange anhalten.

Ein paar Zutaten.

Eine Partie Dame.

Ein Glas Milch.

Ein Grossvater, dessen Gesichtszüge sich entspannten, wenn seine Enkelkinder zur Tür hereinkamen. 


Shortbread - Rezept

Zutaten: 

- 500 g Butter, geschmolzen
- 625 g Mehl (ca. 5 cups)
- 120 g Maizena (ca. 1 cup)
- 90 g Puderzucker (ca. 3/4 cup)
- 100 g Zucker (ca. 1/2 cup)
- 1 TL Vanilleextrakt oder Vanillezucker
- feiner Kristallzucker (zum Bestreuen)

Zubereitung: 

1. Den Backofen auf 180° C Ober- / Unterhitze vorheizen.
2. Butter in einer Pfanne schmelzen und leicht abkühlen lassen.
3. Mehl, Maizena, Puderzucker, Zucker und Vanille in einer grossen Schüssel mischen.
4. Die Butter dazugeben und alles zu einem weichen, geschmeidigen Teig verarbeiten.
5. Den buttrigen Teig etwa 1 bis 1.5 cm dick auf ein mit Backpapier belegtes Blech (ich nehme lieber eine grosse Gratinform) mit den Fingern hinein drücken (meine bevorzugte Arbeitsweise) oder auswallen.
6. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und die gewünschte Form mit einem Messer leicht vorschneiden (Rechtecke oder Quadrate).
7. Im vorgeheizten Ofen etwa 25 Minuten backen, bis die Oberfläche nur leicht goldgelb ist.
8. Kurz abkühlen lassen und entlang der vorgeschnittenen Linien in Stücke schneiden.
9. Mit feinem Kristallzucker bestreuen.


Auf diesem einfachen Notizzettel überdauerte mein Shortbread-Rezept mit den typischen, englischen Mengenangaben (cups) Jahrzehnte.

 

 

Dieses Ringbuch schenkte mir meine Tante Witle im Jahr 1979. Bei ihr in Winterthur verbrachte ich jeweils meine Ferien. Sie brachte mir ein paar Kochkünste bei. Über die Jahre sammelten sich darin Rezepte - darunter auch die Notizen zu meinen Lieblings-Guetzli. 

 

 Handschrift einer Zwölfjährigen

 

Das Fladenbrot von St. Maria
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6.6.  Was nach Heimat schmeckt – Das Fladenbrot von St. Maria.
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Der Geschmack von Vertrauen


Eine Kindheitserinnerung aus dem Münstertal.


Wenn ich an St. Maria im Münstertal denke, erinnere ich mich nicht zuerst an die Berge. Auch nicht an die Wanderwege in der idyllischen Naturlandschaft oder an Ausflüge.

Ich erinnere mich an das Fladenbrot.

An den Duft aus der Dorfbäckerei. An die dunkle, bemehlte Kruste. Und an jene Ferien, die ich mit meiner Tante Witle und ihren fünf Kindern im Münstertal verbrachte.

Die Ferienwohnung gehörte damals bereits der Familie Schönenberger. Heute wird sie von meinem Cousin Urs verwaltet.
Vieles hat sich verändert. Und doch scheint manches gleich geblieben zu sein.

Vor dem Haus plätscherte ein Bach. Tag und Nacht hörte man sein Wasser vorbeiziehen.
Für meine Tante waren diese Ferien eine willkommene Erleichterung. Die Kinder konnten sich frei bewegen, in der Natur spielen, Staudämme bauen und die Welt entdecken, ohne dass man sie ununterbrochen beschäftigen musste.

Eines Tages schickte mich Witle mit den beiden Ältesten auf eine mehrstündige Wanderung. Sie selbst war mit den jüngeren Kindern unterwegs, und wir sollten uns einige Stunden später auf dem Ofenpass (2149m) wieder treffen.

Ich war etwa vierzehn Jahre alt, die beiden Kinder sieben und fünf.

Heute erscheint mir das selbstverständlich. Damals jedoch fühlte es sich nach einer gewaltigen Verantwortung an.

Was, wenn wir uns verirrten?
Was, wenn ich die Passhöhe nicht fand?
Was, wenn wir zu spät kamen oder am falschen Ort warteten?

Mit diesen Gedanken brachen wir auf. Doch mit jedem Schritt veränderte sich etwas.

Die Berge standen ruhig um uns herum. Der Weg führte über Wälder, Wiesen und entlang kleiner Bäche. Die Kinder waren voller Entdeckerfreude. Jeder Stein wurde untersucht, jeder Käfer bestaunt, jede Wegbiegung versprach ein neues Abenteuer.
Ich begann Geschichten zu erzählen; Geschichten von geheimnisvollen Wesen zwischen den Bäumen. Von verborgenen Schätzen. Von kleinen Wundern hinter der nächsten Kurve. Die Kinder hörten aufmerksam zu und wanderten fröhlich weiter.

Irgendwann bemerkte ich, dass meine Angst verschwunden war. 
Nicht plötzlich. Sondern Schritt für Schritt. Mit jeder Weg-Markierung. Mit jedem gelungenen Entscheid. Mit jedem Kilometer.

Aus Unsicherheit wurde Vertrauen.

Nicht nur Vertrauen in den Weg, auch Vertrauen in mich selbst.

Als wir Stunden später auf dem Ofenpass ankamen und meine Tante mit den jüngeren Kindern bereits auf uns wartete, hatte sich etwas seit dem Morgen verändert. Die Kinder hatten ein Abenteuer erlebt.

Ich hatte entdeckt, dass man manchmal mehr kann als man sich zutraut.

Wenn ich heute an St. Maria denke, erinnere ich mich vielleicht deshalb noch an das Fladenbrot, weil sich in seinem Duft ein Stück Kindheit verborgen hat: Der Bach hinter dem Haus, die Berge, die Kinder. 
Und ein vierzehnjähriges Mädchen, das unterwegs lernte, seiner eigenen, inneren Stimme zu vertrauen.

Das Fladenbrot, das ich mit St. Maria verbinde, stammte aus der Meier-Bäckerei, die mit ihrem traditionellen Münstertaler Roggenbrot bis heute weit über das Tal hinaus bekannt ist. 
Damals dachte ich nicht darüber nach, wie es hergestellt wurde. Es gehörte einfach zum Frühstück dazu.

Erst viele Jahre später begann ich mich für die Geschichte dieses traditionellen Roggenbrots zu interessieren. Das sogenannte Paun jauer wird aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt. Zwei Fladen werden nebeneinander aufs Brett gesetzt, berühren sich beim Gehen und werden schliesslich gemeinsam gebacken.

(Paun jauer bedeutet auf Jauer, dem romanischen Dialekt des Münstertals, einfach "Münstertaler Brot".)

Vielleicht gefällt mir deshalb dieses Bild so gut, weil auch Vertrauen Zeit braucht.
Es wächst nicht auf einmal, sondern langsam - bis aus Unsicherheit Zutrauen wird.

Und manchmal entdecken wir erst Jahrzehnte später, wie kostbar die Zutaten unserer eigenen Geschichte eigentlich waren. So gehört das Paun jauer seit 2009 zum Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz.

Was für mich einst einfach ein Fladenbrot aus der Dorfbeck von St. Maria war, hat sich im Nachhinein als ein kleiner Leckerbissen lebendiger Kulturgeschichte erwiesen.


♥ Paun jauer - Münstertaler Roggenbrot-Rezept


Zutaten für 2 Brote:

Vorteig (Hebel)

- 300 g Roggenmehl
- 300 ml lauwarmes Wasser
- 10 g frische Hefe

Hauptteig

- Vorteig
- 400 g Roggenmehl
- 300 g Weizenmehl
- 350-400 ml lauwarmes Wasser
- 20 g Salz

Zubereitung:

Vorteig

Am Vorabend Roggenmehl, Wasser und Hefe zu einem dickflüssigen Teig verrühren. Die Schüssel abdecken und 6-8 Stunden, am besten über Nacht, ruhen lassen.

Hauptteig

Den Vorteig mit Roggenmehl, Weizenmehl, Salz und Wasser zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verarbeiten. Roggenteig bleibt deutlich feuchter als ein gewöhnlicher Brotteig. Den Teig zugedeckt etwa 45-60 Minuten gehen lassen.

Formen

Die Arbeitsfläche gut bemehlen. Den Teig halbieren und zwei runde Fladen formen.
Die beiden Fladen dicht nebeneinander auf ein bemehltes Backblech oder Brotbrett setzen, sodass sie sich beim Gehen berühren und später zusammenbacken.

Nochmals 30 Minuten ruhen lassen.

Backen

Den Ofen auf 240°C vorheizen.

Die Brote einschieben und etwa 10 Minuten bei 240°C backen. Anschliessend die Temperatur auf 200°C reduzieren und weitere 20-25 Minuten fertig backen.

Die Brote sollen eine kräftige, dunkle Kruste entwickeln.

Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.


Hinweis: Wer mehr über die Geschichte des traditionellen Münstertaler Roggenbrots Paun jauer erfahren möchte, findet auf graubündenVIVA einen lesenswerten Beitrag zur Herkunft, Herstellung und kulturellen Bedeutung dieses besonderen Brotes.

Paun jauer (Münstertaler Brot) | graubündenVIVA











Tante Steffis Franzkuchen
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6.7.  Was nach Heimat schmeckt – Tante Steffis Franzkuchen.
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Der Geschmack von Geborgenheit


Eigentlich heissen sie gar nicht Franzkuchen.

Es sind "Reibedatschi", einfache Kartoffelküchlein aus geriebenen Kartoffeln, etwas Mehl und Ei. In heissem Öl ausgebacken werden sie knusprig und goldbraun. Dazu wird frisch zubereiteter Apfelmus serviert.

Doch für Franz waren es Franzkuchen. Er liebte sie so sehr, dass seine Tante Steffi sie schliesslich nach ihm benannte. 

Wasserkraut in Bayern war für ihn weit mehr als ein Ferienort. Nachdem er seine Mutter früh verloren hatte, fand er dort bei ihrer Schwester Steffi und ihrem Mann Hans ein Stück Geborgenheit wieder. Zwischen den Besuchen lag oft ein ganzes Jahr. Doch wenn er wiederkam, warteten dort vertraute Gesichter, vertraute Stimmen und vertraute Gerüche aus der Küche.
Seine Cousins und Cousinen waren für ihn weit mehr als Verwandte. Sie wurden zu Geschwistern auf Zeit, zu Spielgefährten, Vertrauten und Wegbegleitern.
In Wasserkraut fand er nicht nur Ferien, auch Familie.

Viele Jahre später durfte auch ich Tante Steffi und ihre Familie kennenlernen. Ich verstand sofort, weshalb Franz diesen Ort so liebte. Die Warmherzigkeit dieser Menschen war kaum zu übertreffen. Man wurde nicht nur freundlich empfangen, sondern selbstverständlich aufgenommen. Die Geborgenheit, die dort spürbar war, fühlte sich echt an. Nicht gemacht. Nicht aufgesetzt.
Sondern gewachsen über viele Jahre gemeinsamen Lebens.

Vielleicht schmecken die Franzkuchen deshalb nach mehr als nur Kartoffeln und Apfelmus. Sie schmecken nach Zugehörigkeit. Nach einem Platz, an dem man immer zurückkehren darf.

In diesen Kartoffelküchlein steckt zudem noch eine ältere Geschichte. Während des zweiten Weltkriegs mussten Hans und Steffi nach Deutschland fliehen. Um nicht zu verhungern, gruben sie unterwegs Kartoffeln aus den Feldern. Was damals das Überleben sicherte, wurde später zu einem Familiengericht.

Aus den Kartoffeln der Not wurden die Franzkuchen der Geborgenheit.


♥ Tante Steffis Franzkuchen-Rezept (Reibedatschi)

Zutaten: (für 4 Personen)

- 1 kg mehligkochende Kartoffeln
- 2 Eier
- 2-3 EL Mehl
- 1 TL Salz
- etwas Pfeffer (nach Belieben)
- Öl oder Bratbutter zum Ausbacken
Dazu: 
- Apfelmus (am besten frisch gemacht)

Zubereitung:

1, Die Kartoffeln schälen und fein reiben.
2. Die geriebenen Kartoffeln in ein Küchentuch geben und einen Teil der Flüssigkeit ausdrücken.
3. Eier, Mehl, Salz und nach Belieben Pfeffer dazugeben und alles gut vermischen.
4. In einer Bratpfanne reichlich Öl oder Bratbutter erhitzen.
5. Jeweils eine kleine Portion der Kartoffelmasse in die Pfanne geben und flach drücken. Die Reibedatschi sollen möglichst dünn werden, damit sie schön knusprig ausbacken.
6. Von beiden Seiten goldbraun braten.
7. Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und warm servieren.

Dazu passt traditionell Apfelmus.

Bis heute erzählen die Franzkuchen von einem Haus voller Menschen, echter Geborgenheit und von den Ferien in Wasserkraut, die für ihn zu einem Stück Heimat wurden.
Fernands Birchermüesli
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6.8.  Was nach Heimat schmeckt – Fernands Birchermüesli.
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Der Geschmack von Beständigkeit


Während unserer WG-Zeit im Hasli-Haus hatten wir einen Ämtli- und Kochplan.
Mein Bruder Fernand war jeweils freitags an der Reihe, weil er an diesem Tag im Homeoffice arbeitete. Noch heute sehe ich ihn in der Küche stehen, konzentriert und nicht selten leicht schwitzend über den Pfannen.

Wenn er kochte, dann nicht halbherzig. Er zog sich nicht einfach mit einer Büchse Ravioli aus der Affäre, sondern gab sich Mühe. Pouletbrüstchen an Rahmsauce mit Reis oder Nudeln standen ebenso auf dem Speiseplan wie selbst belegte Pizzen mit Sardellen, Artischocken oder anderen Zutaten. Dabei richtete er sich oft nach unseren Wünschen. Man spürte, dass ihm wichtig war, auf uns einzugehen und zugleich etwas Gutes und Gesundes auf den Tisch zu bringen.

Irgendwann im Verlauf des Abends erschien dann oft noch ein sämiges Birchermüesli. Die Mischung aus Bananen, frischen Früchten, Haferflocken, Milch, Birchermüesli-und Erdbeerjoghurt machte es zu einem kleinen Fest des Alltags.

Unsere Beziehung war nicht immer so selbstverständlich. Als Kinder verband mich mit meinem jüngeren Bruder Henri eine beinahe zwillingshafte Nähe und Verbundenheit, während Fernand, vier Jahre älter als ich, sich manchmal eher am Rand fühlte.
Umso dankbarer bin ich heute für die Jahre in unserer Wohngemeinschaft. Sie waren nicht immer einfach, aber sie schenkten uns die Möglichkeit, einander als Erwachsene neu zu begegnen.

Fernand ist ein feiner Beobachter. Wer ihn kennt, weiss um seine Verlässlichkeit, seinen ausgeprägten Sinn für Verantwortung, seine kreative Begabung und seinen trockenen Humor. Mit grosser Geduld, Ausdauer und Liebe fürs Detail zeichnet er Comics. Mit wenigen Bleistiftstrichen und der ihm eigenen Mischung aus Witz und sensiblem Gespür bringt er das Wesentliche mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

Vor allem aber ist er ein Mensch, auf den man sich verlassen kann.

Zu unserer gemeinsamen Zeit gehörte auch eine erstaunliche Fülle an Katzen. Eine wilde Katze brachte bei uns im Haus dreimal Junge zur Welt: zuerst vier, dann nochmals vier und schliesslich noch drei, bevor wir mit der Antibaby-Pille für die Katz dieser enormen Fruchtbarkeit Abhilfe verschaffen konnten. Einige fanden ein neues Zuhause, andere blieben. Fernand und ich teilten die Liebe zu Katzen, und irgendwann schien das Haus fast ebenso viele Katzen wie Bewohner zu beherbergen.

Mein Kater Niki war damals bereits zwanzig Jahre alt. Als wäre es das Natürlichste der Welt, sass er bei den Mahlzeiten oft auf einem eigenen Stuhl am Tisch und wartete geduldig auf seinen kleinen Anteil Joghurt aus Fernands Birchermüesli. Für ihn gehörte das offenbar ebenso zum genüsslichen Abendprogramm wie für uns das gemeinsame Nachtessen.

Wenn ich heute an Fernands Birchermüesli denke, erinnere ich mich nicht nur an die Fülle der Zutaten oder an die vielen Katzen, die unser Haus bevölkerten. Ich denke an die Beständigkeit eines Menschen, der über Jahre hinweg zu einem verlässlichen Teil meines Lebens geworden ist. Wie ein Fels in der Brandung.

Vielleicht ist das das schönste Geschenkt, das Geschwister einander machen können: dass Nähe wachsen darf, auch wenn sie nicht von Anfang an selbstverständlich war.

Sein Birchermüesli schmeckt für mich deshalb bis heute nach Beständigkeit.


♥ Fernands Birchermüesli - Rezept:

Zutaten: (für 8 Personen)

- 500 g Birchermüesli-Joghurt
- 500g Erdbeerjoghurt
- 2 reife Bananen
- 2 Äpfel, grob gerieben
- saisonale Füchte nach Wahl (Beeren, Aprikosen, Pfirsiche)
- 300 g Haferflocken
- ca. 2 dl Milch
- ein Schuss Orangensaft
- etwas Rahm für die sämige Note
- Zimt oder etwas Honig, je nach Vorliebe

Zubereitung:

1. Die Haferflocken mit der Milch und dem Orangensaft vermischen und quellen lassen.
2. Die Äpfel grob reiben und die Bananen in Scheiben schneiden.
3. Birchermüesli- und Erdbeer-Joghurt, Äpfel, Bananen und saisonale Früchte miteinander vermengen und zu den Haferflocken geben.
4. Falls gewünscht mit Zimt und wenig Honig abrunden.
5. Optional: Mit einem Schuss Rahm verfeinern und gehackte Nüsse oder Rosinen hinzufügen.


Dieses Birchermüesli mag nichts Aussergewöhnliches sein. Speziell wird es durch die Erinnerungen, die damit verbunden sind sowie durch die Menschen, mit denen ich es teilen durfte.
Sandras Schinkegipfeli
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6.9.  Was nach Heimat schmeckt – Sandras Schinkegipfeli.
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Der Geschmack der Zärtlichkeit


Zärtlichkeit ist etwas, das durch meine Adern fliesst, seit ich fühlen kann. Für mich ist sie eine der schönsten Ausdrucksformen der Liebe. Sie wird sichtbar darin, wie ich Menschen begegne, wie ich sie berühre und wie ich ihnen meine Zuneigung schenke.

Zu mir selbst war ich nicht immer so zärtlich. Das lernte ich erst im Verlaufe der Jahre. Lange fiel es mir leichter, anderen Mitgefühl, Geduld und Fürsorge zu schenken als mir selbst.

Mit der Zeit erkannte ich, dass sich die Zärtlichkeit aus der Liebe speist und weit mehr ist als eine Geste oder bewusste Haltung. Sie fliesst ganz natürlich aus dieser Quelle hervor. Alles, was ich tue, trägt etwas davon in sich. Ob ich schreibe, dichte, SANI-Songs erstelle, tanze, male oder Menschen begegne - letztlich ist es immer ein Ausdruck desselben Ursprungs, mit dem ich seit jeher verbunden bin.

Es berührt und erfüllt mich, wenn Menschen dieses Zärtliche an mir wahrnehmen. Sie zeigt sich in meiner Art, zuzuhören, mitzufühlen und für andere da zu sein. Nicht weil ich es müsste, sondern weil es meinem Wesen entspricht.

Ebenso erfüllend ist es, wenn ich diese Zärtlichkeit und Liebe ausdrücken kann, denn dann fühle ich mich mit mir selbst und der Welt im Einklang. Dann entsteht in mir ein Gefühl von Frieden und Zuhause-Sein. Es ist, als würde ich für einen Moment ganz mit dem verbunden sein, was meinem Wesen am tiefsten entspricht.

Zärtlichkeit und Liebe gehören für mich zu den sanften Kräften des Lebens. Sie tragen etwas Weiches, Mütterliches - manchmal auch etwas Verletzliches in sich. Und doch habe ich immer wieder erfahren, dass gerade sie das Harte und Lieblosere überdauern können.

Zärtlichkeit ist nicht dazu da, in unserem Innern verschlossen zu bleiben. Sie möchte gelebt, ausgedrückt und verschenkt werden. Gerade darin liegt ihre Kostbarkeit. Obwohl sie weich daherkommt und manchmal auch sogar zerbrechlich wirkt, liegt in ihr eine erstaunliche Kraft. Keine Härte, keine Enttäuschung und kein Schmerz waren jemals stärker als die Zärtlichkeit und Liebe, die durch mein Leben fliessen. Vielleicht gerade deshalb konnten sie wachsen, mich verwandeln und ihren Platz in meinem Herzen behalten.

Die Zärtlichkeit berührt mich auch deshalb so tief, weil vieles von dem, was in der Welt geschieht, ihr so fremd erscheint. Härte, Gewalt und Lieblosigkeit stehen oft in einem schmerzlichen Gegensatz zu dem, was ich in mir nähren und pflegen möchte.

Manchmal wünsche ich mir, diese Quelle der Zärtlichkeit und Liebe könnte weiter hinausfliessen - in Begegnungen, Worten, Gesten und Geschichten. Nicht, um die Welt zu verändern, sondern um einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass sie an manchen Orten etwas sanfter, liebevoller und menschlicher wird.

Mein Rezept für Schinkegipfeli passt deshalb besser zu mir, als mir lange bewusst war. Der Teig besteht aus Frischkäse, Butter, Mehl und Salz. Er ist weich, geschmeidig und lässt sich behutsam formen. Gefüllt werden die Gipfeli mit Käse und Schinken oder - in einer vegetarischen Variante - mit Käse, Tomatenmark und würzigen Kräutern.

Immer wenn ich sie backe, streift mich der Gedanke, dass gerade darin viel Zärtlichkeit steckt. Die weiche Hülle umschliesst etwas Nährendes und Wohltuendes im Innern. Nichts drängt sich auf. Alles fügt sich sanft zusammen.
Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb sie bei Gross und Klein so beliebt sind.

Je mehr ich lerne, mir selbst mit derselben Zärtlichkeit zu begegnen wie den Menschen, die ich liebe, desto mehr fühle ich mich mit der Liebe verbunden. Nicht als etwas, das von aussen kommt, sondern als etwas, das in uns wohnt und wachsen darf.

Liebe ist das, was mich bewegt. Zärtlichkeit ist die Art, wie sie durch mich in die Welt gelangt.

Meine Schinkengipfeli schmecken für mich deshalb bis heute nach Zärtlichkeit - nach einer Liebe, die das Nährende behutsam umhüllt.

Und vielleicht ist das Schönste an Liebe und Zärtlichkeit, dass ihr Ursprung immer in einem fühlenden Herzen liegt.




Sandras beliebte Schinke- und Tomatenkräuter-Gipteli

 

♥ Sandras Schinkegipfeli - Rezept


Zutaten: (für ca. 28 Mini-Gipfeli)

Teig

- 100 g Doppelrahmfrischkäse (ich verwende dafür am liebsten Kiri)
- 100 g Butter
- 150 g Mehl
- 1/2 TL Salz

Füllung

- 50 g frisch geriebenen Gouda oder ein anderer Käse nach Wahl
- 1 Packung (ca. 100 g) fein geschnittener Hinterschinken (ich liebe den Naturafarm vom Coop)

> für die vegetarische Variante Tomatenmark mit fein gehackten würzigen Kräutern oder Kräutergewürz sowie dem Käse für die Füllung verwenden.

Zum Bestreichen

- 1 Ei, verquirlt

Zubereitung:

Doppelrahmfrischkäse, Butter, Mehl und Salz zu einem glatten Teig verarbeiten und zu einer Kugel formen. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens zwei Stunden, gerne auch über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Käse reiben und die feinen Schinkenscheiben mit den Fingern in kleine Stücke zupfen. Wer es etwas zivilisierter mag, darf natürlich auch zum Messer greifen.

Den gekühlten Teig halbieren. Eine Hälfte bis zur weiteren Verarbeitung im Kühlschrank aufbewahren.

Die erste Teighälfte auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis von etwa 26 cm Durchmesser auswallen. Den Teig dabei gelegentlich wenden, damit er nicht an der Arbeitsfläche oder am Wallholz klebt.

Den Teigkreis in schmale Dreiecke schneiden (ca. 14 Stück). Auf jedes Dreieck etwas Schinken und etwas Käse legen. Anschliessend die Dreiecke von der breiten Seite her zu kleinen Gipfeli aufrollen und mit der Spitze nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Mit der zweiten Teighälfte gleich verfahren.

Die Gipfeli mit dem verquirlten Ei bestreichen und im auf 160 °C vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze oder Umluft) auf der mittleren Schiene etwa 15 Minuten goldgelb backen.

Nach dem Backen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen oder noch leicht warm servieren.

Für das Formen der Gipfeli verwende ich seit Jahren den "Gipfeler" von Betty Bossi. Dieses einfache Hilfsmittel hat sich bewährt und sorgt dafür, dass die Teigdreiecke schön gleichmässig werden. Bei meinen Schinkengipfeli ist er deshalb längst ein fester Bestandteil der Zubereitung.



Der "Gipfeler" erleichtert das Formen enorm 

 


Das zarte Innere, bald ebenso zärtlich umhüllt ...

Jasmins Himbeer-Tiramisù
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Seite 72 wird geladen
6.10.  Was nach Heimat schmeckt – Jasmins Himbeer-Tiramisù.
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Der Geschmack von Leichtigkeit.


Jasmin ist eine Frohnatur und geniesst sowohl Zeit für sich wie auch Geselligkeit. Sie versteht es, ihre Gäste liebevoll zu verwöhnen, und wer einmal ihr Himbeer-Tiramisù probiert hat, wird es nicht mehr vergessen. Es schmeckt so sommerlich erfrischend und leicht, dass man bei jedem Löffel das Gefühl hat, bald abzuheben.

Wie Jasmin selbst vereint auch ihr Himbeer-Tiramisù Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Die fruchtigen Himbeeren sorgen für Frische, die luftige Mischung aus Sahne, Joghurt und Mascarpone für Ausgewogenheit und die getränkten Löffelbiskuits für den Boden, auf dem alles harmonisch zusammenfindet. Der feine Hauch von Schokolade darüber macht die süsse Verführung vollkommen und zieht einen - ganz wie der Name Tiramisù es verspricht - für einen Augenblick ein kleines Stück himmelwärts.
Alles zusammen verbreitet gute Laune, ohne sich in den Mittelpunkt zu drängen.
Es zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht, so natürlich und herzlich wie Jasmins.

Mit Himbeerköpfchen dekoriert ist dieses Tiramisù wie ein kleiner Sommertag auf dem Dessertteller. 
Gut gekühlt serviert lädt es dazu ein, den Sommer mit allen Sinnen zu geniessen.



♥ Jasmins himmlisches Himbeer-Tiramisù Rezept


Zutaten: (für ca. 6 Personen)

- 750 g frische oder tiefgekühlte Himbeeren, aufgetaut
- 250 g Mascarpone
- 250 g Joghurt (Nature)
- 2.5 dl Vollrahm
- 1 EL Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- Löffelbiskuits
- ca. 50 ml Himbeersaft oder Himbeersirup 
- fein geriebene helle oder dunkle Schokolade
- einige schöne, frische Himbeerköpfchen zum Dekorieren

Zubereitung:

1. Die aufgetauten (oder frischen) Himbeeren pürieren und mit dem Zucker sowie etwa 2 EL Himbeersaft oder Himbeersirup verrühren. 
2. Den Vollrahm mit dem Vanillezucker steif schlagen.
3. Joghurt und Mascarpone sorgfältig unterheben, bis eine luftige Creme entsteht.
4. Eine Auflaufform mit Löffelbiskuits auslegen und diese mit Himbeersaft oder Himbeersirup beträufeln. 
5. Darauf eine Schicht Himbeerpüree verteilen, anschliessend die Mascarponecreme darüberstreichen.
6. Die Schichten wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Den Abschluss bildet die Mascarponecreme.
7. Das Tiramisù mindestens 4 Stunden, idealerweise über Nacht, kühl stellen.
8. Vor dem Servieren mit den Himbeerköpfchen dekorieren und die fein geriebene Schokolade darüber streuen.


Während ich dieses Kapitel schrieb, musste ich an ein Lied denken, das aus einer ähnlichen Stimmung heraus entstanden ist. Es erzählt von der Sehnsucht nach mehr Leichtigkeit, ohne dabei die Tiefe zu verlieren.
Oft sind es gerade die kleinen, hellen Momente des Lebens, die uns ein Stück himmelwärts tragen. 

Oder ein SANI-Song ...

♥  Mehr Himmel über meiner Tiefe  https://suno.com/s/tshhZBN14H6wjW2M

 

Mehr Himmel über meiner Tiefe


"Ich trage einen stillen Ton in mir
Wie Abendlicht auf altem Stein
Ein Hauch von Sehnsucht in der Luft
Und dennoch bin ich nicht allein
 
Ich seh die Spuren, die die Zeit
Ganz leise in die Tage schreibt
Und manchmal bleibt mein Herz noch stehen
Wenn etwas Schönes weiterzieht
 
Doch zwischen all den stillen Fragen
Die ich so lange mit mir trage
Hör ich ein Lachen aus der Ferne
Das mich an etwas erinnern mag
 
Ich will mehr Himmel über meiner Tiefe
Mehr Licht zwischen den Zeilen sehn
Nicht weniger fühlen, nicht weniger träumen
Nur etwas leichter durch das Leben gehn
 
Ich will die Wehmut nicht verlieren
Sie hat mich vieles gelehrt
Doch neben ihr soll Leichtigkeit wohnen
Weil auch sie einen Platz verdient
 
Manchmal sitzt die Melancholie
Am Fenster und schaut in die Nacht
Dann kommt die Leichtigkeit vorbei
Und fragt, worüber sie gerade wacht
 
Sie zeigt auf eine Pfütze im Regen
Auf einen Vogel im Wind
Und plötzlich muss ich lächeln darüber
Wie wunderbar wir Menschen sind
 
Und all die kleinen, hellen Dinge
Die oft so still vorüberziehn
Beginnen langsam grösser zu werden
Seit ich gelernt hab, sie zu sehn
 
Ich will mehr Himmel über meiner Tiefe
Mehr Licht zwischen den Zeilen sehn
Nicht weniger fühlen, nicht weniger träumen
Nur etwas leichter durch das Leben gehn
 
Ich will die Wehmut nicht verlieren
Sie hat mich vieles gelehrt
Doch neben ihr soll Leichtigkeit wohnen
Weil auch sie einen Platz verdient
 
Denn das Leben ist nicht entweder oder
Nicht nur Sonne, nicht nur Meer
Manche Wellen tragen Traurigkeit
Und Freude zugleich zu uns her
 
Und vielleicht ist Frieden nichts anderes
Als beides in sich zu verstehn
Die Tiefe darf bleiben
Und trotzdem darf ich lächelnd gehn
 
Ich sammle Licht zwischen den Worten
Dort, wo die Stille atmen kann
Die Sehnsucht sitzt noch an meiner Seite
Doch sie lächelt mich inzwischen an
 
Und über allem spannt sich leise
Ein Himmel, weit und unverstellt
Nicht weil die Tiefe kleiner wurde
Sondern weil das Licht hinein fällt
 
Mehr Himmel über meiner Tiefe
Mehr Weite in meinem Blick
Die Melancholie bleibt meine Begleiterin
Doch Leichtigkeit geht mit
 
Und wenn die Tage dunkler werden
Erinnert mich ein leiser Klang
Dass selbst in einer sehnsuchtsvollen Seele
Immer auch ein Lied begann
 
Wenn der Abend leise kommt
Und Gold auf alte Wege legt
Dann weiss ich, dass die Seele wächst
Wenn sie sich zwischen beidem bewegt
 
Zwischen Sehnsucht und Vertrauen
Zwischen Weite und Daheim
Trägt die Melancholie die Wurzeln
Und die Leichtigkeit den Sonnenschein
 
Mehr Himmel über meiner Tiefe
Mehr Horizonte in mir drin
Nicht weniger fühlen, nicht weniger träumen
Sondern offener für das Leben sein
 
Die Sehnsucht bleibt an meiner Seite
Doch das Licht hat mich berührt
Die Tiefe hält die Wurzeln fest
Während die Leichtigkeit mich führt
 
Die Sehnsucht darf bleiben
Das Licht darf kommen
Und ich darf beides sein
 
Zwischen den Worten wohnt mein Herz
Die Melancholie gibt ihm Tiefe
Die Leichtigkeit verleiht ihm Flügel."

 
♥ SANI, 29.05.2026
 

Joyas Braai-Salate
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6.11.  Was nach Heimat schmeckt – Joyas Braai-Salate.
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Der Geschmack von Freude


Joya trägt die Freude bereits in ihrem Namen. Sie ist eine Wundertüte: bodenständig und zugleich eine Dame von Welt, aufmerksam beobachtend, verspielt und voller kreativer Ideen. Sie liebt das Reisen und lässt sich gerne inspirieren - nicht nur von Menschen und Orten, sondern auch von den kleinen Dingen des Alltags. Dabei umgibt sie eine feine Prise Magie, die man schwer beschreiben kann, die ihre Ausstrahlung jedoch unverkennbar macht.

Beruflich sorgt sie beim Schweizerischen Roten Kreuz in der Debitorenbuchhaltung dafür, dass die Zahlen stimmen. Umso schöner ist der Ausgleich, den sie im Ballett findet. Dort stärkt sie ihren Körper, ihre Mitte und ihre Balance. Vielleicht ist es genau diese Verbindung von Präzision und Leichtigkeit, die auch ihre Persönlichkeit auszeichnet: geerdet und zugleich voller Grazie.

Doch Joyas Kreativität zeigt sich nicht nur in der Küche. Sie schreibt eigene Raptexte, bringt ihre Gedanken und Gefühle authentisch zum Ausdruck und besitzt eine besondere Begabung für Musik und Gesang. 

Ob mit Worten, Melodien oder Zutaten - immer wieder entstehen daraus kleine Kompositionen, die ihre persönliche Handschrift tragen.

Und gerade wenn man meint, Joya bereits zu kennen, blitzt oft wieder eine neue Facette auf, die überrascht und begeistert.

In der Küche folgt sie selten stur einem Rezept. Viel lieber kombiniert sie Zutaten intuitiv, spielt mit Aromen und erschafft daraus stets neue Geschmackserlebnisse. 
Ich staune immer wieder, wie sie aus ganz gewöhnlichen Zutaten etwas Besonderes hervorzuzaubern vermag. Das liegt sicherlich nicht nur an der Maggi-Würze, mit der sie jedes ihrer Gerichte harmonisch abrundet.

Wie so vieles in ihrer Küche entstehen deshalb Joyas Salate weniger nach exakten Mengenangaben als nach Gefühl. Rezepte dienen ihr als Inspiration, nicht als starre Vorgabe. Vielleicht liegt gerade darin ihr ganz eigenes Geheimnis.

Ihr Gurkensalat zeigt, wie aus wenigen Zutaten etwas Vollmundiges entstehen kann.
Die knackige Gurke, Kräuter, Essig, Öl und der unverzichtbare Schuss Maggi verbinden sich zu einer erfrischenden Beilage, die perfekt zu warmen Sommertagen passt. Er erinnert an Joyas offene, aufgeweckte Art und ihre Freude daran, sich immer wieder von neuen Eindrücken inspirieren zu lassen.

Der Hörnlisalat erzählt eine andere Geschichte. Hörnli, saure Gurken, Mais, Mozzarella und eine feine Currynote verschmelzen zu einer überraschenden Mischung aus Bodenständigkeit und kreativer Vielfalt. Wie Joya selbst verbindet er Vertrautes mit spielerischen Impulsen und lädt dazu ein, immer wieder Neues zu entdecken.

Ob Hörnlisalat oder Gurkensalat - beides begleitet unsere Braais, wie die geselligen Grillfeste in Südafrika genannt werden und erinnert mich bis heute an meine Wurzeln. Sie gehören für mich längst zu den vertrauten Sommerfreuden.


♥ Joyas Gurkensalat - Rezept


Zutaten:

- 1 Salatgurke
- einige Spritzer Maggi-Würze
- ca. 1-2 dl Weissweinessig
- ca. 3-4 EL Olivenöl
- italienische Kräuter
- Herbamare oder Salz
- Pfeffer

Zubereitung:

Die Gurke in feine Scheiben hobeln oder schneiden. Essig, Olivenöl und Maggi verrühren und mit italienischen Kräutern, Herbamare (oder Salz) sowie Pfeffer abschmecken. Das Dressing mit den Gurkenscheiben vermengen und vor dem Servieren etwas ziehen lassen.

> Wie so vieles bei Joya gilt auch hier: Die Mengenangaben sind lediglich eine Orientierung. Mit etwas Gefühl und einer Prise Magie entsteht daraus ein wunderbar erfrischender Gurkensalat, der einem nach dem Genuss noch lange wie eine kühle Brise umweht.


♥ Joyas Hörnlisalat - Rezept


Zutaten: (für 6-8 Personen)

- 300 g grosse Hörnli
- ca. 7 kleine saure Gurken, fein gewürfelt
- 1 kleine Dose Mais
- 1 Mozzarella, gewürfelt
- einige Spritzer Maggi-Würze
- 1/4 Tube Mayonnaise
- 1/2 TL Senf
- 2 EL Currysauce
- Essig und Öl oder 1-2 Spritzer Salatsauce
- italienische Kräuter
- Herbamare oder Salz
- Pfeffer


Zubereitung:

1. Die Hörnli al dente kochen und vollständig auskühlen lassen. 
2. Saure Gurken, Mais und Mozzarella beigeben.
3. Aus Mayonnaise, Senf, Currysauce, Maggi sowie Essig und Öl (oder Salatsauce) ein cremiges Dressing zubereiten.
4. Mit italienischen Kräutern, Herbamare (oder Salz) und Pfeffer würzen, sorgfältig vermengen und vor dem Servieren gut durchziehen lassen.


> Die feine Currynote verleiht diesem Hörnlisalat seine spezielle Geschmackskomponente.
Und wie so oft bei Joya gilt auch hier: Kochen ist keine exakte Wissenschaft, sondern ein Spiel aus Erfahrung, Intuition und Gefühl.


"D' Mängeagabe si aui nume plus minus -
i ha's immer nach Gfüehl gmacht."

♥ Joya, 24.06.2026




♥ Merveille  https://suno.com/s/8KQPEVCh7oTQzTaP



Merveille

 
"Merveille
Merveille
 
Il y a des merveilles dans tes yeux
Un ciel ouvert qui chante un peu
 
Tu regardes le monde
Comme au premier matin
Chaque souffle, chaque seconde
Ouvre un nouvel horizon
 
Tu recueilles la lumière
Sans vouloir la retenir
Et ton cœur sait reconnaître
Ce que les mots ne peuvent dire
 
Tu portes loin tes rêves
Mais ton âme connaît la route
Même quand la nuit s’achève
L'amour répond à tous les doutes
 
Merveille
Merveille
 
Il y a des merveilles dans tes yeux
Un ciel ouvert qui chante un peu
Tu vois la beauté là où l’on passe
Tu fais d’un instant une grâce
 
Le cœur pour aimer
L’esprit pour comprendre
Main dans la main
Ils guident tes pas
 
Parfois, la distance nous enlace
Sans jamais changer l’essentiel
Chaque étoile garde une trace
Des cœurs tournés vers le ciel
 
Tu gardes la tendresse
Comme une flamme au fond de toi
L’espérance est une caresse
Qui ne s’éteint jamais
 
Tu comptes les jours
Mais tu mesures la vie
En sourires retrouvés
En instants partagés
 
Et lorsque le vent nous éloigne
Il garde encore nos voix
Comme un souffle qui nous rejoint
Où que l’on soit
 
Merveille
Merveille
 
Il y a des merveilles dans tes yeux
Plus vastes encore que les cieux
Tu rappelles au monde entier
Que l’amour trouve toujours son chemin
 
Garde toujours
Un cœur qui s’émerveille
 
C’est ainsi
Que l’on touche le ciel
 
Merveille
  Merveille."
 
  
♥ SANI, 31.07.2026













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