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Vollendete Autobiographien: 212

Ein erfreuliches Leben in einer sich schnell verändernder Zeitspanne.

Mein Name ist Walter Marty, bin 87 Jahre alt und wurde am 23. Februar 1936 in Schaffhausen geboren. Der 23. Februar 1936 war ein Sonntag, ein Sonntag mit einer sogenannten Weiberfastnacht. Bei meiner Geburt sind verschiedene Sachen schiefgelaufen. Denn nach Aussage meiner Eltern Schwester, Hedi, kam ich früh und wurde mit technischen Hilfsmitteln aufgehalten, um vorher die Hebamme zu suchen, die dann auch bald eintraf. Mit der Hilfe der Hebamme verlief die Geburt dann einigermassen vernünftig. Gemäss meiner Schwester war ich ein unmöglicher Schreihals, und deshalb wurde mir in der Nacht Fleischbrühe vor verabreicht, ich war das sechste Kind, hatte zwei Brüder und drei Schwestern.
Wie die Eltern auf meinen Namen gekommen sind, weiss ich leider nicht. Ausser, dass in meiner Familie, in der Verwandtschaft väterlicherseits, ein Kind mit dem gleichen Namen existierte. In der Familie wurde ich immer Walti genannt, dieser Name galt auch im Kindergarten und in der Schule.
Im Jahre 1936 war noch die Rezession, welche 1929 begann, immer noch wirksam im wirtschaftlichen Geschehen. Viele Männer waren arbeitslos und wir waren damals eher eine arme Familie, die in einem Arbeiterquartier in Schaffhausen auf der sogenannten Breite wohnten, mein Vater jedoch, geboren 1894 und meine Mutter, mit dem Jahrgang 1900 hatten unsere Familie relativ gut durch diese wirtschaftlichen Viren gebracht, denn mein Vater hatte eine gute Stelle in den Fabriken vom Georg Fischer.
Meine ersten Erinnerungen gehen auf das Jahr 1939 zurück, und ich kann mich erinnern aus dem zweiten Stock unserer Wohnung einem Nachbar zugeschaut, haben wir einen Hasen tötete. Er hat im vor dem Todesstoss liebevoll hinter den Ohren gestreichelt. Nachher wurde auf ein Brett genagelt, und das Fell wurde ihm über seine Ohren abgezogen. Weiter konnte ich mich an ein Erdbeben erinnern, wie ich bei der Mutter auf den Armen lag und weinte. Die Mutter hat mich dann erfolgreich beruhigt, ein weiteres Ereignis, da ich nie vergessen werde, war, wie mein Freund Arthur im Treppenhaus, die herumliegen Zeitungen angezündet hat. Ich konnte dann mit dem Ruf nach meiner Schwester erfolgreich intervenieren. Ein weiteres Erlebnis im 1939 war die Geburt meiner Schwester Charlotte. Ich sehe heute noch, wie meine völlig vertraute Mutter auf dem Kanapee sich ausruhte und über die geglückte Geburt zufrieden war.
Von meiner Taufe habe ich leider nie etwas erfahren. Weiss aber, dass ich katholisch getauft wurde. Das finde ich heute komisch und es freut mich sehr, dass ich nie danach fragte. Als Resultat kann ich sagen, dass mein Pate und meine Patin in meinem Leben nie eine Rolle gespielt haben. So weiss ich auch nicht, wer sie waren. Von meinen Geschwistern wurde ich ausgezeichnet aufgenommen. Besonders erinnere ich mich an die älteste Schwester, Hedi, die sich mir gegenüber als Mutter benommen hat. Sie war bei meiner Geburt schon über 13 Jahre alt. An mein erster zu Hause kann ich mich nur vage erinnern. Wie das Layout der Wohnung ausgesehen hat, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Ich weiss nur noch, dass die Wohnung im ersten Stock lag. Das Haus war dreistöckig und der Eingang lag in einem Häuser verbindenden Tunnel. 1940 sind wir ausgezogen und in der Nähe in ein angebautes Einfamilienhaus.
Mit meinem Freund Arthur spielte ich oft draussen, aber im Quartier gab es viel kinderreiche Familien, und es war nie ein Problem, wenn man nach draussen ging, Kinder zu finden, die mit einem spielten
in unserem Haus gab es ausser Schulbüchern und Zeitungen keine Literatur. Mein Vater bezog die Informationen hauptsächlich aus dem Radio. In unserer Familie war es nicht üblich, Märchen vorzulesen. Stattdessen wurde in unserer Familie viel gesungen und gejasst. Auch besassen wir ein Grammofon mit Schallplatten, aber es wurden nur Schweizer Volksmusik gehört. Vor allem hat mein Vater die Steiner Chilbi laufen lassen, die mir bis heute in den Ohren blieb. Und immer, wenn ich sie höre, erinnere ich mich an meinen Vater.
Fernsehen, gab es bislang nicht, und wir hörten, wenn es klappte, Hörspiele im Radio. Ich kann mich erinnern, dass wir dann abends um das Radio sassen und gemeinsam Hörspiele verfolgten oder dem Briefkasten Onkel zu hörten, wie er Fragen beantworte.
Meine jüngste Schwester wurde 1939 auch im Hause, d.h. in unserer Wohnung geboren. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Mutter in der Stube auf dem Cheslong lag und von meinen Geschwistern betreut wurde, somit waren wir auf sieben Kinder. Sepp der Älteste war 17 Jahre älter als Charlotte die Jüngste. Ich war damals so ziemlich genau drei Jahre alt. Betreut wurden wir meistens von unserer älteren Schwester Hedy. Sie war 16 Jahre älter und war für die Mutter sehr hilfreich den Haushalt zu erledigen.
Von den verschiedenen Jahreszeiten erinnere ich mich einwandfrei, denn die Winter waren sehr hart und kalt, mit viel Schnee. Und die Heizung in unserem Haus war nur für zwei Räume ausgelegt, die Küche und der Wohnraum. Im Winter waren die Schlafzimmer und Korridore im Moment mit Eis beschlagen, besonders die Fenster. Sie wurden immer doch wunderschöne Eisblumen dekoriert. Im Frühling suchten wir oft Blumen auf den Wiesen, speziell für den Muttertag haben wir einfach Margeriten gesucht, um die Mutter zu überraschen. Von Mai bis Oktober brauchte ich bis zum zwölften Altersjahr keine Schuhe, denn während dieser Zeit konnten wir barfuss, d.h. ohne Schuhe verbringen. Unsere Füsse waren abgehärtet und immer mit Staub und Dreck belegt. Ohne Waschküche war das nicht immer einfach, sie am Schüttstein in der Küche zu waschen.
Die Sonn- und Feiertage wurden in unserer Familie immer speziell begangen. Geburtstage wurden während meiner Kindheit nie gefeiert, eher noch die Namenstage, aber ohne speziellen Umständen. Weihnachten und Ostern waren immer feierliche Tage. An Weihnachten spielte unsere ältere Schwester das Christkind und beim Sack Nikolaustag unser alter Bruder den Klaus. Das wurde auch so gehandhabt, als wir schon lange wussten, dass diese Heiligen nur durch normal sterbliche Personen ersetzt wurden.
Die Küche war der Mittelpunkt der Familie. Vieles spielte das ich dort ab. Die neunköpfige Familie zwang uns in Schichten zu essen. Ausserdem arbeitete unser Vater in Schichten: Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht. Diese Unregelmässigkeiten präsentierten in einem komplizierten Ablauf in der Küche. Unsere Mahlzeiten waren einfach aber immer gut und alle hatten immer genügend zum Essen. Alle waren immer satt und Übergewicht kannten wir nur vom Hörensagen. Oft gab es Rösti und weitere Menüs mit Kartoffeln. Im Keller haben wir jedes Jahr im Herbst 1200 kg Kartoffeln eingelagert. In unserem Naturkeller hatten wir natürlich auch Obst gelagert und was nicht fehlen durfte, ein Fass mit sauren Most für den Vater. Gemüse konnten wir im eigenen Garten ernten. Äpfel und Birnen kauften wir auf dem Markt und manchmal, wenn das Geld knapp war, haben wir Fallobst gekauft für zehn Rappen das Kilogramm. Sauerkraut hatten wir immer selber hergestellt und auch im Keller gelagert.
Über uns wohnte eine Familie, die kannte ich nicht. Im Erdgeschoss lebte Familie Frei mit 3 Söhnen. Mit dem jüngsten, Arthur, war ich sehr befreundet. Er war im gleichen Alter und wir besuchten zusammen den Kindergarten und die ersten drei Jahre in der Grundschule. Nachdem wir 1940 an die Schwarzadlerstrasse gezogen waren, haben sich auch die Kontakte verloren. Allerdings mit Arthur hatte ich weiterhin Kontakt und er war bis zum vierten Schuljahr mein engster Schulfreund. Arthur hatte ich dann im Jahre 206 also circa 70 Jahre später wieder an einer Klassenzusammenkunft wieder getroffen oh. Leider ist er kurz darauf verstorben.
Wie schon unter meinen Kinderjahren beschrieben, weiss ich nur, dass meine Mutter ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter pflegte, auch dann, wenn sie während den Kriegswirren sie nicht besuchen konnte. Dann kam dann die von mir erwähnte Episode, dass meine Mutter an einem schönen Morgen aufgestanden ist, zu spät aufgestanden ist und uns Kindern erzählt hat, sehr im Detail, dass ihre Mutter heute Nacht gestorben und sie bei ihr vorbeigekommen sei, um sich zu verabschieden. Das konnte im Nachhinein bestätigt werden. Dies ist auch ein Phänomen, dass ich in verschiedenen Familien abgespielt hatte. Einige meiner Geschwister hatten vor dem Kriege die Gelegenheit, die Grosmutter und den Grossvater mütterlicherseits jeweils in den Ferien zu besuchen. Leider konnte ich das nicht.
Wie sind die Eltern auf deine(n) Vornamen gekommen? Haben deine Eltern gut gewählt?


Meine Mutter war 36 Jahre alt, als ich geboren wurde. In Erinnerung habe ich sie als eine stattliche und arbeitsame Frau mit grauen Haaren. War ja nicht verwunderlich, wenn man sechs Kinder betreuen und füttern muss. Sie war immer für uns da. Das Essen stand immer zu den Zeiten, morgens, mittags und abends für uns bereit. Da die Küche ein wenig zu klein war, mussten wir in Schichten essen, was aber zu keinen grösseren Problemen führte. Für Liebkosungen blieb keine Zeit übrig. Mit dem grossen Altersunterschied der Kinder von bis zu 13 Jahren, mussten die älteren auch mithelfen, die Familie im Schwung zu halten.
Ihre herausragenden Eigenschaften waren das Kochen, das Einkaufen und die Reinigung des Hauses zusammen mit den Älteren. Meine Mutter war eine Allrounderin und da sie aus ärmlichen Verhältnissen stammt, konnte sie keinen Beruf erlernen. Sie stammte aus einer Familie mit zwölf Kindern und sie war die älteste und musste schon mit 15 Jahren musste sie von zu Hause weg und in einem Hotel als Helferin arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Ihr Vater kam dann jeweils Ende Monat, um ihren Lohn abzuholen.
Meine Mutter konnte besonders gut kochen und hat uns immer überrascht, mit wenig Geld ein hervorragender Mittag oder Nacht-Essen zu kochen. Sie machte das Frühstück immer früh und bereitete es für die Frühaufsteher vor. Dazu gab es meistens einen kräftigen Schluck Kaffee. Ausserdem war meine Mutter eine sehr gläubige Katholikin, die jeden Sonntag die Messe besuchte. Damit wir zum Mein Tag essen am Sonntag nicht zu kurz kamen, hat sie immer einen Braten vorbereitet, den sie dann in der Pfanne schmoren liess. Dann lief sie in die Kirche und nach der Messe nach Hause zurück, um dann den Braten und das Mittagessen fertigzustellen.
Kleider waren nicht so wichtig, aber sie war immer sauber und adrett gekleidet. Die Kleider wurden von einer Störschneiderin hergestellt, und zwar zu Hause, denn wir hatten eine Singer Nähmaschine, die man versenken konnte.
Meine Eltern trafen sich 1921 im Hotel Schiff in Schaffhausen. Meine Mutter war in diesem Haus als Dienstmädchen angestellt und mein Vater hatte dort, als Fabrikarbeiter, ein Zimmer gemietet. Bedauerlicherweise sind mir die genauen Umstände nicht bekannt. Sie mussten 1922 im Oktober heiraten. Leider habe ich keine Informationen über dieses Fest.
Meine Mutter hat, wie ich mich erinnern kann, unter der Ehe sehr stark gelitten, da mein Vater keine grosse Hilfe war bei der Erziehung der Kinder und im Haushalt. Allerdings hat er immer gearbeitet und es war immer genügend Geld im Haus, um den Haushalt zu bewerkstelligen. Dank ihrer Umsicht und Einsatz, nicht für sich selbst, aber immer für alle in der Familie konnten wir die Kinder eine einigermassen vernünftige Jugend geniessen und alle den Weg in einen Beruf fanden. Das war in erster Linie ihr Verdienst und ich bin ihr für immer dankbar für diese Unterstützung, die ich und die anderen täglich erfahren durften. Dass sie einmal krank war oder sich entschuldige, dass sie nicht mag oder krank wäre, hat sie nie, aber wirklich nie benutzt.
Meine Mutter hat auch durchblicken lassen, dass sie von ihrem Vater Missbraucht wurde und das sexuell wie auch ausgebeutet, da sie mit zwölf Jahren in ein Hotel gesteckt wurde als Dienstmädchens. Meine Mutter pflegte auch regen Kontakt zu ihren Schwestern und Brüdern. Die Schwestern bis auf eine wohnten alle in der Schweiz, und meine Mutter benutzte jede Gelegenheit, ihre Schwestern zu besuchen. Die Schwester, den Namen habe ich vergessen, die in Deutschland in Singen wohnte, hat unsere Mutter immer unterstützt und nach den Kriegsjahren konnten sie sich an der Grenze treffen. Meine Mutter versuchte immer die verzweifelte Schwester zu beruhigen, und gab ihr Geschenke, sogar ihre Unterhosen. Dieser Vorfall hat dann zur dazu geführt, dass sie auf dem Posten mitgenommen wurde und sie sich ausziehen musste, ob noch mehr Ware unter ihren Kleidern versteckt wäre.
Ich weiss nur, dass meine Mutter ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter pflegte, auch dann, wenn sie während den Kriegswirren sie nicht besuchen konnte. Dann gab es spirituelle Gedankenaustauschs. Nachfolgend kam dann die von mir erwähnte Episode, dass meine Mutter an einem schönen Morgen aufgestanden ist, zu spät aufgestanden ist und uns Kindern erzählt hat, sehr im Detail, dass ihre Mutter heute Nacht gestorben und sie bei ihr vorbeigekommen sei, um sich zu verabschieden. Das konnte im Nachhinein bestätigt werden. Dies ist auch ein Phänomen, dass ich in verschiedenen Familien abgespielt hatte. Einige meiner Geschwister hatten vor dem Kriege die Gelegenheit, die Grosmutter und den Grossvater mütterlicherseits jeweils in den Ferien zu besuchen. Leider konnte ich das nicht.

Mein Vater war eine kräftige Person, war aber invalide, da seine rechte Hand nur noch zwei Finger hatte, den Daumen und den kleinen Finger. Angeblich war er als Junggeselle in Unterägeri im Kanton Zug in einer Metzgerei tätig und verletzte sich dabei an einer Fleischmaschine. Er hat sich im Jahr 1920 in Schaffhausen niedergelassen. Über seine Jugendzeit, Ausbildung und Beschäftigungen wissen wir leider nichts. Er hat jedoch einen Bruder, Toni, den wir gelegentlich bei uns oder in Ägeri gesehen haben.
Er hatte stets ein gutes Verhältnis zu unseren Kindern, doch die Mutter hat ihm eigentlich die Erziehung anvertraut. Vater hat stets dafür gesorgt, dass genügend Holz für das Heizen während des Winters zur Verfügung stand. Er hat Baumstümpfe gekauft und sie mit Hammer und Spriessen auseinandergetrieben, zersägt und gespalten. Wir haben während der Kriegszeit Holz im Wald gesucht und es drei bis vier Stunden Wanderungen auf den Randen gemacht.
Ich hatte den Arbeitsplatz meines Vaters gut gekannt, denn wenn er über Wochenenden arbeiten musste, war das immer mit 12-stündigen Schichten verbunden. Immer hatten wir die Möglichkeit, ihm das Mittagessen in geeigneter Weise an seinem Arbeitsplatz zuzubereiten. Das war dann jeweils am Samstag, Sonntag und an Feiertagen. Ja, die Arbeitszeiten waren in den Zwanzigerjahren sehr anspruchsvoll. Es war eine Arbeitszeit von mehr als 60 Stunden pro Woche, während er im ersten Jahr einen bezahlten Urlaub erhielt. Das muss man sich einmal vorstellen. Durch seine Schichtarbeit war die Bezahlung angemessen und beinhaltete viele Extrazuschläge. Allerdings hatten diese Tätigkeiten einen negativen Einfluss auf seine Gesundheit, was zu ständigen Magenbeschwerden führte.
Dank besserer Bezahlung der Schichtarbeit konnte unsere Familie ein einfaches Leben führen. Schuldenfrei. Das Geld ging einige Male vor Ende des Monats aus. Dies führte dazu, dass wir manchmal unseren Einkauf im Konsum aufschreiben mussten. Damals war die Miete für meine Eltern sehr gering, und die Elektrizität wurde von meinen Eltern äusserst sparsam eingesetzt. Nachdem das Licht draussen dunkel war, wurde die Rechnung für Strom entsprechend klein, circa 50 Cent pro Monat.

Die Ehe meiner Eltern ist leider ein tragisches Ereignis. Sie waren stets da, wenn wir sie brauchten. Der Vater hat hart gearbeitet, und mit seiner Schichtarbeit war das Familienleben sehr kompliziert. Viele Dinge haben bei ihnen nicht zusammengepasst. Trotz allem existierte eine Familie, die sieben Kinder, vier Töchter und drei Söhne hatte.
Es gab viele Streitereien und viele Auseinandersetzungen, von denen wir einiges mitbekommen haben. Mit den sieben Kindern waren sie beide überfordert. Und die älteste Schwester und der älteste Bruder mussten sehr stark mithelfen, dass es in der Familie funktionierte. Auch Alkohol war im Spiel, denn mein Vater besuchte in Abständen ein Restaurant und kam dann berauscht nach Hause, was zu einem grossen Krach oder Streit führte. Unsere Umgebung merkte nicht viel von diesem Tohuwabohu.
Es war erstaunlich, dass unter diesen Umständen alle Söhne und Töchter eine Ausbildung erfolgreich abschliessen und einen Beruf erlernen konnten. Als die Kinder erwachsen waren, wurden häufig erfreuliche Zusammenkünfte bei den Eltern gefeiert. Nach der Pensionierung meines Vaters, der bis 67 gearbeitet hat, war das Leben einfacher. Die AHV ermöglichte meinen Eltern zum ersten Mal, gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Im hohen Alter haben sie sich dann besser verstanden und wir hatten bei allen Kindern noch ein erfreuliches Erlebnis mit den Eltern. Mein Vater ist 1978 im Alter von 84 Jahren verstorben. Die Mutter wurde 79 Jahre alt und ist ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemannes verstorben. Sie wünschte sich, älter zu werden.

Das ist ein nachdenkliches Kapitel für mich, weil ich wusste, dass sie existierten. Aber ich hatte keinen Kontakt zu ihnen, weder väterlicher noch mütterlicherseits. Die Mutter von meinem Vater verstarb schon 1926 und von seinem Vater wurde nie etwas erzählt. Und gegenseitige Besuche waren so spärlich, dass man sie vernachlässigen konnte. Ich konnte nur spüren, dass etwas nicht stimmt.
Aufgrund der Kriegswirren konnte ich auch keinen Kontakt zu den Eltern meiner Mutter aufnehmen. Für meine älteren Geschwister gab es gemäss ihren Erklärungen regen Kontakt, aber das zwischen 1923 und 1940. Meine Geschwister berichteten mir von Ferien bei ihren Grosseltern in Wahlwies, einem Ort in der Nähe von Stockach, im Schwarzwald.
Was mir dadurch verloren ging, habe ich erst im Jahre 1998 bemerkt, als ich selbst Grossvater wurde. Wir sind seit diesem Jahr darum bemüht, unseren Eltern grosszügige und vorbildliche Grosseltern zu sein.
Meine Frau Melitta und ich strebten danach, für unsere Enkel eine grossartige und unerreichbare Rolle einzunehmen, um ihre Fähigkeiten als Grosseltern zu nutzen und jede Sekunde zu nutzen, um Ihre Kontakte zu knüpfen oder ihre Fürsorge zu übernehmen. Wir waren uns bewusst, dass das Fehlen von Grosseltern eine vielfältige Bedeutung hatte. Wir haben uns auch deshalb entsprechend verhalten, weil wir wussten, dass die Grosseltern in der Kindheit eine wichtige Rolle spielen.
Erinnerst du dich an ihren Tod?


Im Jahre 1941 konnte ich in den Kindergarten auf der Breite in Schaffhausen eintreten. Erinnern kann ich mich noch an Schwester Anna, mit der schönen weissen Haube, die uns Kindergartenkinder liebevoll betreut hat. Dieser Kindergarten existiert noch heute und das Gebäude ist noch immer mit dem gleichen Putz verkleidet, wie ich es erlebt habe. Bei einem kürzlichen Besuch dort, konnte ich auch feststellen, dass die Bäume, unter denen wir gespiegelt hatten und fotografiert wurden und immer noch in alter Frische leben. Der Weg von unserem Haus zum Kindergarten war ungefähr 10 Minuten lang und war einfach zu begehen. Es gab noch keinen Verkehr, und gelegentlich sah man einen Bauer mit einem Wagen und Pferdegespann.
Ich hatte eine schöne Zeit dort. Und ich denke, sie war gut für mich. Zu dieser Zeit hatte ich auch viele Kollegen, mit denen ich zusammen spielen konnte. Ich erinnere mich noch gut an den Raum, in dem wir spielten, und weiss noch immer, wie die Wände mit religiösen, christlichen Bildern in ganz einfacher Farbe bemalt waren.
Wir haben viel gebastelt und gespielt, natürlich mit Holz Spielsachen. Auch haben wir ein Nadelkissen für die Mutter genäht hat. Dabei ist mir in Erinnerung geblieben, dass ich am schnellsten fertig war. Ich war auch schneller als die Mädchen.
Wir Buben waren nicht immer die einfachsten Kindergärtner. Denn der Kindergarten war umzäunt mit einem Drahtzaun. Er hatte ein Loch auf der Strassenseitig und es geschah, dass wir in den Pausen durch das Loch verschwanden. Einmal sahen wir vom Kindergarten aus, wie Bauer Siegrist mit einem Wagen und seinem schwarzen Pferd Choli unterwegs war. Wir wussten natürlich, dass dieser Bauer sehr kinderfreundlich war und wir jeweils, wenn keine Ware auf dem Wagen war, mitfahren durften. Und wenn wir den vom Garten aus Sahen vorbeifahren, sind wir natürlich sofort doch unser Loch verschwunden und dem Bauern mit Ross und Wagen nachgerannt und haben auf den Wagen Platz genommen.
Ich erinnere mich noch gut an die Kindergärtnerinnen, es waren zwei, eine ältere und eine jüngere, natürlich gekleidet in Blau, mit langem Rock und einer weissen Haube. Sie waren hilfsbereit und freundlich und ich kann mich an keine Streitereien oder Unannehmlichkeiten erinnern. Die ältere Dame hiess Schwester Hedwig und die jüngere Schwester Anna.
An Kinder, die mit mir zusammen in den Kindergarten besuchten, kann ich mich auch gut zurückbesinnen. Da waren: Albert Ineichen, Heinz Leu, Robert Hofer.
Zu Hause hatten wir immer Katzen und Hasen. An eine Katze, mit schwarz weissem Pelz, kann ich mich noch gut erinnern. Wir nannten sie Lilly und war der Liebling der Familie. Im kleinen Holzschopf, integriert im Haus, hatten wir auch Hasen, dies als Nahrungsmittelergänzung. Einmal passierte es, dass ein Hase entweichen konnte, der aber nicht weggelaufen ist, sondern zu unserer Belustigung und Freude, uns in der Wohnung besucht hat.
Ins Kino gehen, oder speziell Sendungen am Radio zu hören, das gab bei uns nicht. In der Freizeit spielten wir immer im Freien, verstecken oder Räuber und Polizei.

Als ich zehn Jahre alt war, plagte mich oft eine Angina mit starkem Fieber. Und ich konnte deshalb oft die Schule nicht besuchen. Daher entschieden meine Eltern mit dem Spezialarzt Rümbeli, dass die Mandeln herausoperiert werden sollten. So wurde einen Termin fixiert und am Morgen bin ich dann mit meiner Mutter zu dieser Arztpraxis, mit dem Auto, Bus und mitlaufen in die Stadt gefahren. Und der Doktor hat mich in Empfang genommen und die Mutter hat sich verabschiedet, mit dem Versprechen mich am Nachmittag wieder abzuholen. Natürlich hatte ich Angstzustände. So wurde ich in einen Stuhl gesetzt und beide Hände an den Armlehnen fest gebunden. Nachher wurde mir eine furchtbar stinken die Maske aufgesetzt, es war Äther. Der Arzt forderte mich auf zu zählen und ich weiss noch, mit ungefähr zehn oder zwölf Zahlen war ich dann nicht mehr bei Bewusstsein. Wie lange die Operation gedauert hat, weiss ich nicht, ich weiss aber, dass mir der Arzt die ganzen Mandeln herausgeschnitten hat. Ich wurde dann auf ein Bett gelegt, wo ich dann wieder aufwachte. Es war mir übel und die Wunden schmerzte grauenhaft. Die Mutter kam vorbei, hat mit dem Arzt gesprochen und ich durfte nachher mit ihr die Praxis verlassen.
Schwankend lief ich mit meiner Mutter zur nächsten Busstation und warten dort auf einen Bustransport, der und bald aufnehmen konnte. Im Bus waren bisher nicht viele Leute, so konnte ich bequem mit meiner Mutter einen Sitz einnehmen. Dafür war ich froh, denn ich konnte kaum stehen. Aber plötzlich fühlte sich der Bus mit vielen Erwachsenen und ich wurde dann aufgefordert, den älteren Personen bitte Platz zu machen. Ich musste aufstehen, aber niemand hat sich dafür eingesetzt, dass es mir speiübel war. Nun ich habe die Busfahrt überstanden und konnte dann zu Hause ein paar Tage ruhig und entspannt meine Schmerzen und Wunden ausheilen lassen. Nachher hatte ich tatsächlich keine erkrankten Mandeln mehr. Leider hatte immer noch Probleme beim Schlucken, worauf mir der gleiche Arzt an einer Sitzung die Zungen-Mandeln elektrisch weg brannte. Nachher hatte ich Ruhe von diesen lästigen Erkrankungen.
Unfälle hatte ich keine nennenswerte. Noch zweimal musste ein Arzt zu mir nach Hause kommen, Doktor Zimmermann, und der hat mir in der Kniekehle ein Abszess behandelt, indem er es aufschnitt, das Eiter ausdrückte und wieder vernähte. Dies geschah natürlich ohne Narkose und ohne Schmerzspitzen, die es damals gar bisher nicht gab. Denn in den Jahren um circa 1944 gab es das bis jetzt nicht. Das alles hatte ich gut überstanden und hatte keine Probleme beim Spielen oder zur Schule zu gehen.
In meiner Familie gab es keine speziellen Krankheiten oder Unfälle, die unser Familienleben beeinträchtigt hätten. Hausach meiner älteren Schwester Ruth parkte einmal Diphtherie, die geheilt werden konnte. Zusätzlich aber kamen spezielle Leute in unser Haus, die das Zimmer von Ruth mit Gas desinfizierten. Ausser diesem Vorfall kann ich mich an nichts mehr erinnern bezüglich Krankheiten und Unfälle
An welche Krankheiten oder Unfälle erinnerst du dich besonders?

als ich zehn Jahre alt war plagt mich oft eine Angina mit starkem Fieber. Und ich konnte oft die Schule nicht besuchen. Daher entschieden meine Eltern mit dem Spezialarzt Doktorrin Beerli, dass die Mandeln besten raus operiert werden sollten. So wurde der neuen Termin fixiert und und an einem morgen bin ich mit meiner Mutter zu dieser Arztpraxis mit dem Auto Bus und mit laufen gefahren. Und der Doktor hat mich in Empfang genommen und die Mutter hat sich verabschiedet, mit dem Versprechen mich am Nachmittag wieder abzuholen. So wurde ich in einen Stuhl gesetzt und beide Hände an den Armlehnen fest gebunden. Nachher wurde mir eine furchtbar stinken die Maske aufgesetzt die mit Äther war. Der Arzt forderte mich auf zu zählen und ich weiß noch mit ungefähr zehn oder zwölf Zahlen war ich dann nicht mehr bei Bewusstsein. Wie lange die Operation gedauert hat weiß ich nicht, ich weiß aber dass mir der Arzt die ganzen Mandeln herausgeschnitten hat. Ich wurde dann auf ein Bett gelegt wo ich dann wieder aufwachte. Es war mir übel und die Wunden schmerzte grauenhaft. Die Mutter kam vorbei hat mit dem Arzt gesprochen und ich durfte nachher mit ihr die Praxis verlassen.
Schwankend lief ich mit meiner Mutter zur nächsten Busstation und warten dort auf einen Bustransport, der und bald aufnehmen konnte. Im Bus waren noch nicht viele Leute so konnte ich bequem mit meiner Mutter einen Sitz einnehmen. Dafür war ich froh, denn ich konnte kaum stehen. Aber plötzlich fühlte sich der Bus mit vielen Erwachsenen und ich wurde dann aufgefordert den älteren bitte Platz zu machen. Ich musste aufstehen aber niemand hat sich dafür eingesetzt dass es mir Spay übel war. Nun ich habe die Busfahrt überstanden und konnte dann zu Hause ein paar Tage ruhig und entspannt meine Schmerzen und Wunden ausheilen lassen. Nachher hatte ich tatsächlich keine erkrankten Mandeln mehr. Oh aber hat immer noch Probleme beim schlucken, worauf mir der gleiche Arzt an einer Sitzung die Zungen-Mandeln elektrisch wegbrannte. Nachher hatte ich Ruhe von diesen lästigen Erkrankungen.
Hattest du in deiner Kindheit schwierige Phasen mit Krankheiten oder Unfällen durchzustehen?

Gab und/oder gibt es es in deiner Familie Krankheiten/Unfälle, die dich geprägt oder dein Leben beeinflusst haben?


Zum Glück musste ich nur einmal umziehen und das mit vier Jahren und das war im Jahre 1940, als wir an die Schwarz-Adlerstrasse in Schaffhausen auf der Breite zogen. Der Grund zum Umziehen war ganz einfach, denn unsere Familie brauchte mehr Wohnraum, was uns dadurch ermöglicht wurde.
Da dieser Umzug nur ca. 200 m Luftlinie war und demselben Quartier stattfand, hatte er keine unmittelbaren Auswirkungen bezüglich Freundschaften.
Schlafgelegenheiten hatten wir zwar nur, wenn zwei Kinder in einem Zimmer schlafen konnten. Die Zimmer waren aber geräumig und boten genügend Platz für zwei Betten. Aber im Winter war es in diesen Zimmern sehr kalt, da keine Möglichkeit bestanden, die Zimmer zu heizen. Zum Glück hatten wir genügend Bettflaschen, die wir tagsüber im Ofen in der Stube aufwärmen konnten.
Die Unterschiede zu den heutigen Wohnverhältnissen waren frappant. Die Häuser waren ja nicht isoliert, also mussten wir jedes Jahr die Fenster mit Vor-Fenstern auskleiden, was immer eine aufwendige Arbeit darstellte, denn die Fenster mussten gereinigt und gepflegt werden. Und da sie auf dem Estrich gelagert wurden, der nur über eine Leiter erreichbar war, war da seine aufwendige und gefährliche Prozedur.
Die sanitären Anlagen waren minimal. Wenn als wir einzogen, hatten wir ein Plumpsklo ohne Wasser. Darunter konnte man ins Güllenloch sehen. Natürlich hat es entsprechend gerochen, je nach Wetter. WC-Rollen kannten wir nicht und wir mussten wöchentlich all die Zeitungen zerschneiden und im WC platzieren. Nach einigen Jahren wurde das umgebaut oder besser saniert und wir bekamen eine WC-Anlage mit Wasserspülung. Das empfanden wir als eine grundlegende Verbesserung für unsere damalige Hygiene. Leider wurde ein Spülbecken nicht eingebaut. Der einzige Wasserhahn im ganzen Haus war in der Küche am Schüttstein. Dort mussten wir uns auch täglich waschen. Baden konnten wir nur, wenn die Mutter alle drei Wochen in der Gemeinschafts-Waschküche im Quartier Gelegenheit hatte, zum Waschen. Diese Waschtage habe ich noch gut in Erinnerung, denn wir mussten früh ihn morgen in der Waschküche Feuer legen, damit genügend warmes Wasser zum Waschen vorhanden war. In den Wasch trögen hatten wir dann Gelegenheit zu baden. Damals benutzten alle sieben Kinder. Damit wir ein wenig Privatsphäre hatten, mussten wir alle Fensterläden schliessen.
Die Ausstattung der Küche war minimal. Wir kochten mit Gas. Zudem war ein kleiner Holzofen in der Ecke, auf dem man auch Mahlzeiten zubereiten konnte. Kühlschränke gab es natürlich nicht und warmes Wasser war unmöglich, ausser wir haben es in den Pfannen auf dem Gasherd gekocht.
Als Haushaltsgeräte kannte ich nur einen Dampfkochtopf. Ausser aus dem stand uns nichts mehr zur Verfügung, das zur Erleichterung beigetragen hätte.
Ja, wir hatten ein Radio und einen Plattenspieler. Beides wurde Regel benutzt. Fernsehen kannten wir keineswegs, auch später nicht. Aber da meine Schwester als Schneiderin zu Hause bei uns gearbeitet hat, wurde schon früh ein Wandtelefon eingerichtet. Benutzt wurde das Radio vor allem, um die Nachrichten von Beromünster zu hören. Auch sind wir jeweils bei Hörspielen um das Radio gesessen und haben gespannt zugehört. Der Briefkasten Onkel am Montagabend durfte nie fehlen. Und mein Vater nutzte den Plattenspieler vielfach, um seine geliebte Volksmusik zu hören und das repetitive.
Bei jeder Gelegenheit, wenn meine Frau und ich Schaffhausen besuchen, ist ein Abstecher an meinen früheren Wohnort unvermeidlich. Und es ist interessant zu beobachten, dass auch nach Jahrzehnten die Siedlung vom Georg Fischer noch vorhanden ist. Jetzt sind aber private Eigentumswohnungen vorhanden, die rege benutzt werden. Das ganze Quartier mit dem Namen Negerdörfli hat sich praktisch nicht verändert, ausser, dass mehr Bäume und Sträucher vorhanden sind. Wenn ich zurückkehre, dann kommt mir alles so klein und niedlich vor.
Ja, in diesem Quartier gab es sehr viele Kinder in meiner Altersgruppe, 5-16 Jahre. Einige der Kinder gingen natürlich in das gleiche Schulhaus, in das Steigschulhaus. Verbindungen habe ich bis heute, in dem wir Klassenzusammenkunft zelebrieren und uns alte Erinnerungen teilen.
Einen Jugendfreund hatte ich kürzlich via Facebook wieder gefunden. D.h. nach circa mehr als 70 Jahren. Seither treffen wir uns und mit Partnerinnen regelmässig. Egon holt, seine Partnerin Verena sind auf der gleichen Wellenlänge wie meine Frau und ich Melitta.
Ich hatte sehr früh Vorstellungen, einmal in einem Eigenheim zu leben und nicht mehr in einem Arbeiterquartier, dass oft von Lehrern, die Arbeiterkinder von dort betreuten mussten, parteiisch behandelt wurden. Meine Gedanken waren diesbezüglich sehr konkret und ich hatte den Plan, dass ich das mit meiner Ausbildung da sicher bewerkstelligen könnte.
Ich wohne heute mit meiner Frau in meinem Einfamilienhaus, das ich 1970 mit Arbeitskollegen geplant und als Bauherr für die Familie in Frenkendorf gebaut habe. Vor 1970 bewohnte ich mit meiner Familie und zwei Söhnen in einer Mietwohnung in Allschwil. Das neue Einfamilienhaus war natürlich ein sozialer Aufstieg für die ganze Familie. Allerdings haben wir von 1973 bis 1981 in Japan gewohnt, auf das ich später noch zurückgekommen werde.
Mit der heutigen Situation im Einfamilienhaus sind wir sehr zufrieden, aber wir denken auch daran, ob wir alters halber in eine Wohnresidenz für ältere Leute umziehen sollten. Konkrete Entscheidungen haben wir bisher nicht getroffen, sind aber am Ball, etwas in dieser Hinsicht zu unternehmen.
Hast du deine Kindheit und Jugend in der gleichen Wohnung bzw. im gleichen Haus verbracht, oder musstest du öfters umziehen?

Falls ihr umgezogen seid, was waren die Gründe für den Umzug/die Umzüge? Wie wurde darüber entschieden?

Da dieser Umzug nur ca. 200 m Luftlinie war und demselben Quartier stattfand. hatte er keine unmittelbare Auswirkungen bezüglich Freundschaften.
Wie entwickelten sich die Raum- und Schlafverhältnisse seit deiner Jugend?

Erinnerst du dich an besonders schöne und für dich wertvolle Rückzugsorte?

Wie unterscheiden sich deine früheren Wohnverhältnisse von den heutigen Ansprüchen?

Wie war das konkret mit den jeweiligen sanitären Installationen? WC, Badewanne, Dusche und der Körperhygiene?

Wie waren die Küchen in deiner Kindheit im Vergleich zu heute ausgestattet bzw. wie wurde damals gekocht?

Was für Haushaltsgeräte hattet ihr? Was bedeuteten sie?

Wie war das für dich jeweils mit Radios, Fernseher, Computer und anderen elektronische Medien?

Bist du an frühere Wohnorte zurückgekehrt?

Mit Wohnorten sind auch immer Menschen verbunden. Welche Erinnerungen hast du an Nachbarn und Kameraden aus der Nachbarschaft?

Zu wem hast du heute noch Kontakt bzw. hättest noch gerne Kontakt?

Ab wann hattest du Vorstellungen, wie du einmal wohnen wolltest? Wie konkret waren diese?

Über welche Stationen, Wohnsituationen bist du zur heutigen gekommen? Wie sieht diese aus?

Denkst du bereits ans Wohnen im Alter und triffst konkrete Vorkehrungen bzw. hast solche bereits getroffen?


Diese Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren prägend für mich. Ein neuer Lehrer für die vierte und fünfte Klasse, sehr parteiisch und dazu ein bekennender Nazi war für die Arbeiterkinder vom Negerdörfli in der Klasse eine graue Eminenz. Das war ein Schock nach der pädagogischen Ausgeglichenheit von Fräulein Haug und für mich nicht schnell zu verdauen. Er war zwar heimatliebend und hat uns auf diesem Gebiet viel gelehrt. Als Beispiel, im Kanton Schaffhausen haben wir jedes der 36 Dörfer erwandert. Dazu hat er ein erfolgreiches Theaterstück geschrieben; über die Entstehungsgeschichte der Stadt Schaffhausen. Das spielten wir die Uraufführung davon. Ich hatte zwar keine Hauptrolle, aber als Papst und Ritter war ich zufrieden. Davon später mehr.
Und gegenüber der Grundschule hatten wir eine neue Sitzordnung. Buben und Mädchen wurden getrennt. Aber der Lehrer ermöglichte uns nicht, neben dem Schulfreund zu sitzen, sondern er hat seine Einteilung durchgesetzt. Arbeiterkinder wurden ersichtlich getrennt von den übrigen Buben. Zwei Kameraden und 10 Schülerinnen treffe ich noch regelmässig an unseren jährlichen Klassentreffen
Der Schulalltag war aus meiner Sicht immer streng. Zucht und Ordnung lautete die Devise. Aber die Gestaltung des Unterrichts empfand ich als sehr abwechslungsreiche und lehrreiche. Und in den Pausen wurde jeweils gespielt, die Buben und Mädchen getrennt. Die Hausaufgaben waren nicht übertrieben. Doch etwas erinnert mich jedes Mal, wenn ich etwas unterschreiben muss, an diesen Lehrer. Er hiess Willy und für meine Augen schrieb er das W so schön, dass ich es seither nachahme und in meiner Unterschrift bis heute verwende.
Turnen und singen mochte ich aufrichtig. Auch das Rechnen bereitete mir Spass. Den Deutschunterricht hasste ich. Dort waren auch meine schlechten Leistungen. Das war damals ein echtes Problem.
Unvergesslich blieb folgende Episode. Einmal wurde ich vom Lehrer aufgefordert ein Bild, das an der Wand hing, mündlich zu beschreiben. Ich stand lange da, ohne etwas zu sagen und der Lehrer forderte mich auf, wenigstens zwei Sätze zu formulieren. Das Bild sehe ich noch heute vor mir, auch 75 Jahre zurück. Er hat mich ständig bombardiert mit Fragen und hat mich so psychisch fertig gemacht. Auf dem Bild sah man ein Feld mit geschnittenen Ähren. Ein junges Mädchen war daran, die Ähren zu bündeln und in Schöchli zusammenzustellen. Leider beleidigt mich der Lehrer dauernd und machte mir Vorwürfe, dass ich nichts könne. So liess er mich 20 Minuten stehend und ich musste mir seine abschätzigen Bemerkungen an meiner Person wiederholt anhören. Nachdem ich nach 20 Minuten zwei kurze Sätze zusammengebracht hatte, liess er mich absitzen. Ich war traumatisiert. Diese Geschichte ging in die Annalen dieser Klasse ein. Bedauerlicherweise musste ich mir das auch an der ersten Klassenzusammenkunft im 1971 nochmals anhören, indem der anwesende Lehrer darauf zurückkam und sich brüstete ein geduldiger Lehrer gewesen zu sein. Diese Zusammenkunft war für mich verdorben.
Unser Lehrer konnte auch eine andere Person sein. Als Autor eines Theaters: die Entstehung der Stadt Schaffhausen, hat er eine tolle Arbeit geleistet. Er hat mit unserer Klasse seine Premiere absolviert. Die ganze Klasse war involviert und jeder hatte, eine Rolle zu spielen. Ich zum Beispiel war ein Ritter und der Papst Johannes. Beides kleine Rollen, aber doch nicht weniger wichtig, mir war es damals so vorgekommen. Das Theater beanspruchte viel Bastelarbeiten und Kleider, die uns die Mütter nähten. Es war eine einmalige und tolle Geschichte und wir durften das Theater mehrmals anderen Klassen vorführen. So etwas vergisst man natürlich nicht und kommt immer wieder zur Sprache an den Klassentreffen.
Ja, der Lehrer Willy B. war ein komischer Kauz, immer parat zum Strafen, besonders die Schüler vom Negerdörfli. Eine weitere Episode passierte mir bei einer Zeichenstunde. Also ich benötigte ein Lineal und wusste, es lag auf dem Lehrerpult. Während er in der Klasse herumspazierte, machte ich mich auf den Weg zum Pult, um das Lineal zu holen. Plötzlich bekam ich von hinten eine kräftige Ohrfeige, bei der ich fast umflog, mit der Bemerkung, ich hätte auf dem Pult die Zeit nachschauen wollen. Wenigstens konnte ich mich rechtfertigen und er hat sich bei mir im Nachhinein entschuldigt.
Sein Zynismus kannte kein Ende. Einmal traf er meine Freunde und mich im Bus von der Stadt auf die Breite. Wir hatten unsere Reifen dabei, nachdem wir vorher mit unseren Holzreifen in die Unterstadt gerannt waren, um Kollegen zu treffen. Auf dem Weg fand ich eine Buskarte, die wir dann stolz benutzen, um auch einmal mit Autobus fahren zu können. Zufällig war unser Lehrer B. auch im Bus und hat uns argwöhnisch begutachtet. Dass die Buskarte gefunden war, wusste er nicht. Jedenfalls am anderen Morgen wurde ich zitiert und gescholten, dass man mit dem Reifen nicht mit dem Bus fahren sollte und ich deshalb nach der normalen Schulstunde noch eine Stunde nachsitzen musste. Ich war schockiert und hatte kein Verständnis. Aber der Clou der Geschichte kommt noch. Denn nach 15 Minuten klopfte es an der Tür und einer seiner Lieblingsschüler, Egon G., erschien und erzählte dem Lehrer, dass ich die Buskarte auf der Strasse gefunden hätte. Daraufhin musste ich nochmals Verhaltensregeln anhören und wurde dann nach Hause entlassen.
Diese Atmosphäre war für uns Arbeiterkinder bedenklich. Ein Freund von mir, Arthur Frei, auch vom Negerdörfli, hatte Schwierigkeiten im Deutschunterricht. Sehr wahrscheinlich war er ein Legastheniker, was man damals bisher nicht kannte. Bei einem längeren Diktat produzierte er 64 orthografische Fehler, die der Lehrer genüsslich mit rot anzeigte, damit die ganze Arbeit wie rot gefärbt aussah. Ich weiss das so genau, weil B. mit dem offenen Heft genüsslich in der Klasse der Reihe nach jedem Schüler das hautnah zeigte. Das mit der Bemerkung, dass Arthur zu nichts zu gebrauchen wäre und nicht einmal fähig sei, das Salz für die Suppe zu verdienen.
Das zur Stimmung in dieser gesellschaftlich getrennten Klasse. Dazu noch ein weiteres Beispiel. Unserer Klasse wurde eine kleine Dame zugeteilt, die mit Ihrer Familie aus Deutschland in der schönsten Villa an der Stockerbergstrasse wohnte. Ihr Vater, Herr H., war Direktor und Koordinator von Georg Fischer, Singen. Ein Ort in Deutschland, in der Nähe von Schaffhausen. Herr Horstmann war in einer wichtigen Funktion, denn Georg Fischer belieferte während des Zweiten Weltkrieges die Deutsche Armee mit Waffen oder Teilen. Unter anderem Steuergeräte für die Flugzeuge und Gusswannen für die Panzer, um nur einige zu nennen. Das war für Schaffhausen und die Schweiz ein einträgliches Geschäft. Zurück zu Renate Horstmann, die bevorzugte Schülerin von B. Sie durfte jeweils am Montag von ihren bezaubernden Wochenenden erzählen. Sie wurde speziell bevorzugt behandelt.
Bemerkung: Wer Herr H. war, habe ich sehr viel später, 2002, im Bericht von Bergier erfahren. Bergier Bericht: die unabhängige Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg (UEK). Ein neues Bild der Schweiz im 2. Weltkrieg schildern die Studien nicht. Ihre Stärke liegt im Aufzeigen der Komplexität der damaligen Situation.
Ja, die Episoden und Eskapaden mit Lehrer, Willy B., konnte ich nie vergessen, sie beschäftigen mich bis heute.
Nach Beendigung der fünften Klasse wurde ich von Lehrer Müller unterrichtet. Er war sehr praktisch orientiert und hat unsere Klasse in meiner Sicht hervorragend geleitet. Vor seiner Lehrerausbildung war er als gelernter Elektriker tätig. Wir lernten bei ihm auch das Gärtnern, indem wir eine Parzelle nutzen konnten, die zum Schulhaus gehörte. Unsere Schüler haben viel dazugelernt.
Eine Besonderheit war, dass er sich Zeit genommen hat, uns, drei Schüler,Erich, Konrad und ich, kostenlos Blasmusikunterricht zu geben. Die Blasinstrumente kauften wir mit ihm zusammen im Zeughaus Schaffhausen auf der Breite. Mein Cornett hatte im Jahre 1948 einen Kaufpreis von 34 Franken. Wir haben uns sehr bemüht und konnten schliesslich am Ende der 5. Klasse in die Knabenmusik Schaffhausen eintreten.
In diesem Schuljahr betreuten wir immer Kinder aus Deutschland für zwei bis drei Monate in unserer Klasse. Das war damals als Hilfe der Schweiz für Deutschland angeordnet. Aus meiner Sicht war das eine Bereicherung.
Meine Schulleistungen verbesserten sich gegenüber der 5. Klasse zusehend. Und so bestand ich die Prüfung für die Sekundarstufe spielend.
Bestraft wurde auch hier und ich bekam meine gerechte Strafe für kleinere Vergehen. Lehrer Müller hatte drei Stecken für Tatzen. Man konnte jeweils wählen, mit welchem man bestraft werden wollte. Den dicksten nannte er Göring, den mittleren Hitler und den kleinsten Göbels. Eine Ohrfeige bekam ich auch, dies aber mit 10 anderen Knaben. Das empfand ich als gerecht, denn wir mobbten einen Mitschüler auf üble Art und Weise.
Ich war ein durchschnittlicher Schüler, der nie Lernschwierigkeiten hatte, aber auch nicht darüber hinausgehende Anstrengungen unternahm. Dennoch bestand ich die Aufnahmeprüfung zur Mittelstufe mit Leichtigkeit, obwohl das den Lehrer überrascht hat. Wir waren beide überrascht vom Resultat der 14.45 Punkten.

Und gegenüber der Grundschule hatten wir eine neue Sitzordnung. Buben und Mädchen wurden getrennt. Aber der Lehrer ermöglichte uns nicht, neben dem Schulfreund zu sitzen, sondern er hat seine Einteilung durchgesetzt. Arbeiterkinder wurden ersichtlich getrennt von den übrigen Buben.
Zwei Kameraden und 10 Schülerinnen treffe ich noch regelmäßig an unseren jährlichen Klassentreffen
Der Schulalltag war immer streng, aus meiner Sicht. Zucht und Ordnung lautete die Devise. Aber die Gestaltung des Unterrichts empfand als sehr abwechslungsreiche und lehrreich. Und in den Pausen wurde jeweils gespielt, die Buben und Mädchen getrennt.
Die Hausaufgaben waren nicht übertrieben.
Turnen und singen mochte ich in besonderem Masse. Auch das Rechnen bereitete mir Spass. Den Deutschunterricht hasste ich. Dort waren auch meine schlechten Leistungen.
Einmal wurde ich aufgefordert vom Lehrer, ein Bild, das an der Wand hing, mündlich zu beschreiben. Ich stand lange ohne etwas zu sagen und der Lehrer forderte mich auf, wenigstens zwei Sätze zu formulieren. Das Bild sehe ich noch heute vor mir, oh auch 75 Jahre zurück. Auf dem Bild sah man ein Feld mit geschnittenen Ähren. Ein junges Mädchen war daran, die Ähren zu bündeln und in Schöchli zusammenzustellen. Leider beleidigt mich der Lehrer dauernd und machte mir Vorwürfe, dass ich nichts könne. So liess er mich 20 Minuten stehend und ich musste mir sein Nörgeln an meiner Person anhören. Nachdem ich nach 20 Minuten zwei kurze Sätze zusammen gebracht hatte, liess er mich absetzen. Diese Geschichte ging natürlich in die Annalen dieser Klasse ein. Bedauerlicherweise musste ich mir das auch an der ersten Klassenzusammenkunft im 1971 nochmals anhören, indem der anwesende Lehrer darauf zurückkam und sich brüstete ein geduldiger Lehrer gewesen zu sein. Diese Zusammenkunft war für mich verdorben.
Eine weitere Episode, die ich nie vergessen konnte, war die, dass wir an einem Nachmittag zwei Stunden lang gezeichnet haben. Ich habe das sehr genossen und mich immer darauf gefreut. Ich benötigte nun ein Linear für meine Zeichnung und wusste, dass der Lehrer ein solches auf seinem Pult hatte. Ich wollte das holen und lief unbeschwert nach vorn zum Pult. Ich wurde plötzlich von einer gewaltigen Ohrfeige von hinten auf die Seite gedrückt. Ich fragte den Lehrer fassungslos: warum? Seine Antwort war für mich unentschuldigt, da er vermutet hatte, dass ich auf der Uhr, die ebenfalls auf deinem Schreibtisch lag, wissen wollte, welche Zeit es sein würde.Entschuldigt hat er sich dafür nicht.
Unser Lehrer konnte auch eine andere Person sein. Als Autor eines Theaters: die Entstehung der Stadt Schaffhausen, hat er eine tolle Arbeit geleistet. Er hat mit unserer Klasse seine Premiere absolviert. Die ganze Klasse war involviert und jeder hatte, eine Rolle zu spielen. Ich zum Beispiel war ein Ritter und der Papst Johannes. Beides kleine Rollen, aber doch nicht weniger wichtig, mir war es damals so vorgekommen. Das Theater beanspruchte viel Bastelarbeiten und Kleider, die uns die Mütter nähten. Es war eine einmalige und tolle Geschichte und wir durften das Theater mehrmals anderen Klassen vorführen. So etwas vergisst man natürlich nicht und kommt immer wieder zur Sprache an den Klassentreffen.
Erinnerst du dich an deinen ersten Schultag?

unsere Lehrerin war eine ältere Dame und hieß Ella Haug. Sie hat uns den Schuleintritt erleichtert und konnte uns problemlos führen.
Welche Erwartungen hattest du an die Schule?

Was weisst du noch über deinen Schulweg?

Wie hast du lesen gelernt?

Wie hast du schreiben gelernt?

An welche Schulkameraden erinnerst du dich?

Wie war euer Lehrer bzw. eure Lehrerin?

Erinnerst du dich an Bestrafungsmethoden in der Schule? Wie beeinflussten diese deine schulischen Leistungen?

An welche Höhepunkte des Unterrichts erinnerst du dich?

Welche Fächer wurden unterrichtet? Welches war dein Lieblingsfach?

Für mich war das Rechnen das Lieblingsfach denn da war ich Klassen bester über drei Jahre lang. Deutsch hat mir nicht so behagt denn mein Vokabel er war eher beschränkt. Außer rechnen und Sprache hatten wir auch turnen und basteln. Und ich kann mich erinnern, erstmals einen Drachen mit meinen Schulkameraden gebastelt zu haben. Auch Weihnachtssterne haben wir sehr schöne zubereitet.
eine Episode ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ich konnte sehr bald schwimmen und da sie am Rhein. Da sagt unsere Lehrerin geliebt und und mit einer Servelatwurst mit Brötchen belohnt. Da damals das Fleisch rationiert war, mussten wir Fleischmarken an die Lehrerin abgeben.
Wie waren deine Schulleistungen? Wie dein Verhältnis zu Hausaufgaben? Half dir jemand?

Was tatst du nach der Schule?

Etwas anderes darf natürlich nicht unerwähnt bleiben:
Der Bombenangriff auf Schaffhausen am 1. April 1944
es waren an einem Samstagmorgen das Wetter war angenehm und wir hatten Schulunterricht wie immer. Allerdings wegen der Kriegszeit und Mangel an Heizungsmaterial mussten wir nur halbtags in die Schule, damit die Anzahl Schulzimmer reduziert werden konnten.
plötzlich um circa 11:00 Uhr gingen die Sirenen los. Zur damaligen Zeit war das nichts ungewöhnliches und wir warteten ab, was zu tun sei. Kurz nach dem Alarm erschien der Oberlehrer und befahl uns sofort in den Luftschutz Keller zu gehen. Das taten wir umgehend. Der Luftschutz Keller war ein gewöhnliche Keller welcher mit dicken Baumstämmen verstärkt wurde. Nachdem wir uns im Keller gesetzt hatten, begann unsere Lehrerin uns eine Geschichte vorzulesen. Nicht lange, denn plötzlich knallte es ohrenbetäubend und ein Stein flog durch ein kleines Fenster in den Keller. Die Lehrer konnten zum Glück eine Panik verhindern, aber es herrschte Ungewissheit über das was geschehen war. Jemand sprach vom End-Alarm und wir konnten den Keller verlassen und in die Schulzimmer zurückkehren. Im Schulzimmer fanden wir ein Chaos vor, denn all die Fensterscheiben waren in Stücken auf dem Boden und Bänken verteilt. In Angst und Schrecken wurden wir aufgefordert nach Hause zurückzukehren. Auf dem Heimweg sein wir in der Stadt und Umgebung dicke Rauchwolken aufsteigen.
Warst du schon an einem Klassentreffen? Wie hat das auf dich gewirkt?


Wie waren diese Jahre für dich ganz allgemein, unabhängig von der Schule?

Kannst du deine Schulkameraden noch charakterisieren und beschreiben? Erinnerst du dich an die Sitzordnung bzw. wo du jeweils sassest?

Und gegenüber der Grundschule hatten wir eine neue Sitzordnung. Buben und Mädchen wurden getrennt. Aber der Lehrer gan und nicht die Möglichkeit, neben dem Schulfreund zu sitzen, sondern er hat seine Einteilung durchgesetzt. Arbeiterkinder wurden ersichtlich getrennt von den übrigen Buben.
Zwei Kamaraden und 10 Schülerinnen treffe ich noch regelmäßig an unseren jährlichen Klassentreffen
Wie war euer Schulalltag?

Der Schulalltag war immer streng aus meiner Sicht. Zucht und Ordnung lautete die Devise. Aber die Gestaltung des Unterrichts empfand als sehr abwechslungsreiche und lehrreich. Und in den Pausen wurde jeweils gespielt, die Buben und Mädchen getrennt.
Die Hausaufgaben waren nicht übertrieben.
Welches war dein Lieblingsfach? Welche Fächer mochtest du gar nicht?

einmal wurde ich aufgefordert vom Lehrer, ein Bild da sie an der Wand hing, mündlich zu beschreiben. Ich stand lange ohne etwas zu sagen und der Lehrer forderte mich auf wenigstens zwei Sätze zu formulieren. Das Bild sehe ich noch heute vor mir, oh auch 75 Jahre zurück. Auf dem Bild sah man ein Feld mit geschnittenen Ähren. Ein junges Mädchen war daran die Ähren zu bündeln und in Schöchli zusammen zu stellen. Leider beleidigt mich der Lehrer dauernd und machte mir Vorwürfe, dass ich nichts könne. So ließ er mich 20 Minuten stehend und ich musste mir sein Nörgeln an meiner Person. anhören. Nachdem ich nach 20 Minuten zwei kurze Sätze zusammen brachte ließ er mich absetzen. Diese Geschichte ging natürlich in die Annalen dieser Klasse ein. Leider musste ich mir das auch an der ersten Klassenzusammenkunft im 1971 noch Mals anhören, indem der anwesende Lehrer darauf zurück kam und sich brüstete ein geduldiger Lehrer gewesen zu sein. Diese Zusammenkunft waren für mich verdorben.
Wie würdest du den Lehrer bzw. die Lehrerin charakterisieren? War er/sie z. B. gerecht?

Nach der fünften Klasse kam ich zum Lehrer Ernst Müller. Er war sehr praktisch eingestellt und hat unsere Klasse aus meiner Sicht hervorragend geleitet. Er hatte vor dem Lehrerseminar als gelernter Elektriker gearbeitet. Bei ihm lernten wir auch Gärtnern, indem wir eine Parzelle benutzen konnte die zum Schulhaus gehörte. Das war sehr lehrreich für uns Schüler.
Eine Besonderheit war, er hat mir und zwei weiter Schülern gratis Blasmusikunterricht gegeben. Die Blasinstrumente kauften wir im Zeughaus. Mein Cornet kostete damals 1948, 34 Franken. Und wir lernten gut und fleißig, sodass wir nach einem in die Knabenmusik Schaffhausen eintreten konnten.
Wie waren deine Schulleistungen? Wie dein Verhältnis zu Hausaufgaben? Half dir jemand?

Meine Schulleistungen verbesserten sich zusehend. Und so bestand ich die Prüfung für die Sekundarstufe spielend.
Erinnerst du dich an Bestrafungsmethoden in dieser Schulstufe? Wie beeinflussten diese deine schulischen Leistungen?

Was tatst du in deiner Freizeit? In den Ferien? Mit wem verbrachtest du diese vorwiegend?

Einmal war ich mit dem Fahrrad unterwegs, zusammen mit drei Freunden. Von Schaffhausen fuhren wir nach Gwatt an den Thunersee, um in einem Zeltlager teilzunehmen. Organisiert wurde es von den Guttemplern. Es waren erfreuliche Tage mit zahlreichen neuen Bekanntschaften, aber für einen Schulschatz reichte es nicht.
Warst du ein guter Schüler? Gab es Rivalitäten unter den besten Schülern?


Ein Gymnasium zu besuchen, stand für mich nie zur Diskussion. Für mich war immer klar, nach der Sekundarschule folgt eine Berufslehre, entweder Schreiner oder einen technischen Beruf.
In Schaffhausen besuchte ich das Schulhaus Gelbhausgarten. Der Schulweg war über 2,5 km lang, wofür ich circa eine halbe Stunde brauchte, um von zu Hause zur Schule zu laufen. Im letzten Schuljahr konnte ich dafür ein Fahrrad benutzen. Wiederum hatte ich Glück und ich wurde dem Lehrer Carl Rahm zugeteilt. Er wurde von den Schülern als bester Lehrer der Knabenrealschule Schaffhausen bezeichnet.
An Schulkameraden erinnere ich mich gut. Konnte aber leider keine Kontakte aufrechterhalten. Und Klassenfotos von dieser Zeit habe ich gar keine. Gewalt in dieser Schulstufe gab es nicht. Wenn etwas schieflief, dann mussten wir immer am Donnerstagnachmittag Strafstunden absitzen, beim Zeichnungslehrer Giovanni.
Dazu noch eine Erinnerung: in unserem Quartier wurden die Strassen neu geteert. Dafür wurden auch Dampfmaschinen verwendet. Da hat uns Quartier-Jungen besonders interessiert. So an einem schönen Abend wussten wir ja nichts Gescheiteres zu tun, als an der Dampfmaschine herumzuschrauben und Ventile zu öffnen. Natürlich haben wir bald herausgefunden, wie man Dampf ablassen kann. Das haben wir so lange probiert, bis kein Dampf mehr kam. Bedauerlicherweise hatte das ein Nachspiel mit der Polizei und der Firma. Aber wir hatten Glück, es wurde an der Dampfmaschine nichts beschädigt durch uns. Aber natürlich wie immer, die Polizei kam in die Schule und wir hatten einen Verweis bekommen mit zusätzlichem Strafunterricht am Donnerstagnachmittag. Der anwesende Lehrer war, wie schon erwähnt, Giovanni. Er war unser Zeichnungslehrer und eine natürliche Persönlichkeit, der sehr gerne mit seinem Hund spazieren ging. Als wir zu dritt mit Einkaufstaschen in das Klassenzimmer eintraten, empfing er uns freundlich. Und er fragte uns beiläufig, ob wir Einkäufe erledigen müssten für die Eltern. Das haben wir natürlich bejaht und wussten, dass er eigentlich kein Interesse hatte, mit uns den Nachmittag zu verbringen. Kurzerhand, er schickte uns zum Einkaufen, mit der Bemerkung, das sei wichtiger als bei ihm im Klassenzimmer zu sitzen.
Mein Verhältnis zum Hauptlehrer und zu den anderen Fachkräften war nichts Besonderes. Es war eine eher nüchterne Zeit und ohne grössere Probleme. Die Lehrer machten eigentlich keinen grossen Eindruck auf mich. Natürlich beruhte das auf Gegenseitigkeit. Denn meinen Einsatz hielt ich auf einem Minimum, indem ich zu Hause praktisch nie lernte und oft unvorbereitet in der Schule sass. Dazu kam, dass meine Sehschärfe stark nachliess und ich nichts mehr alles, was an der Wandtafel stand, lesen konnte, aber das interessierte niemanden und ich wehrte mich auch nicht dagegen, sondern liess es geschehen. Beim Beginn der Lehre bei Georg Fischer wurde das dann korrigiert.
Im Allgemeinen waren wir sehr gefügige Schüler. Und die Vorschriften machten uns absolut keine Probleme, diese einzuhalten. Auseinandersetzungen zwischen Schülern und Lehrern hat es in unserer Klasse nie gegeben, es herrschte eher eine friedliche Atmosphäre. Aber gelernt haben wir viel. Und bei Herr Rahm mussten wir jeden Monat ein Gedicht auswendig lernen und als Hausaufgabe einen Aufsatz schreiben. Die Gedichte mussten wir jeweils am Samstagmorgen auswendig aufsagen. Das waren gute Gedächtnisübungen und ich kann heute noch, zu meiner Verblüffung, einige Gedichte auswendig aufsagen. Allerdings passierte es auch, dass ich am Samstag nach der Pause zum Aufsagen aufgefordert wurde und ich dabei ins Stocken geraten bin, weil ich zu wenig gelernt hatte.
Um mir Geld zu beschaffen, habe ich mich während der Schulzeit in einer Bäckerei als Ausläufer in der Freizeit anstellen lassen. Und so habe ich für ein paar Monate mit Fahrrad und Krätze Brot verteilt und das am Morgen vor der Schule. Das war nicht immer so einfach, besonders im Sommer, wenn die Schule um 06.45 begann. Aber ich wollte unbedingt an einem Skilager teilnehmen. Damit konnte ich ein Skilager für Bessere im Toggenburg auf dem Iltios bezahlen. Da aber meine Skiausrüstung wegen Geldmangel sehr dürftig war, bekam ich etliche Probleme mit der Lagerleitung, denn besonders war ich nicht zweckmässig für schlechtes Wetter ausgerüstet.
Im letzten Schuljahr habe ich dann an drei Nachmittagen nach der Schule in meiner Freizeit in einer Weinhandlung als Ausläufer gearbeitet und während den Ferien konnte ich als Hilfsarbeiter im Wein-Betrieb mithelfen. Das hat mir hervorragend gefallen, denn der Chef, Herr Baumann war ein netter Typ zu mir und hat mir vieles beigebracht in der Kellerei. Ja, so war ich in meiner Freizeit sehr beschäftigt. Hatte aber so immer Sackgeld. Einen Teil vom Lohn gab ich jeweils meiner Mutter, die das sehr schätzte.
Im Herbst 1951 meldete ich mich beim GF als Lehrlingskandidat für eine Mechanikerlehre an. An einer technischen Prüfung, die über einen Tag dauerte, konnte ich mit meinen Fähigkeiten beweisen, dass ich tauglich war. Das klappte wunderbar und problemlos.
In der Freizeit war immer spielen im Wohn-Quartier angesagt, oder dann üben mit dem Cornett. Das erwähnte Felsentäli spielte immer eine wichtige Rolle. Und in den Sommerferien konnte ich vom Arbeitgeber meines Vaters GF für drei Wochen in die Kolonie, Rotschuh, in der Nähe von Vitznau am Vierwaldstättersee.
Einmal war ich mit dem Fahrrad unterwegs, zusammen mit drei Freunden. Von Schaffhausen fuhren wir nach Gwatt an den Thunersee, um in einem Zeltlager teilzunehmen. Organisiert wurde es von den Guttemplern, I.O.G.T. Es waren erfreuliche Tage mit zahlreichen neuen Bekanntschaften, aber für einen Schulschatz reichte es nicht, obwohl ich mich dafür einsetzte. Mein Fahrrad hatte ich aus Fahrradteilen, die ich in einer Abfallgrube in der Nähe von unserem Wohnhaus fand, selbst montiert. Deshalb war es nur zu 80 % fahrtüchtig, mit dem Resultat, dass ich bei der Abfahrt am Brünigpass, wegen Bremsproblemen, in einer Kurve stürzte. Zum Glück konnte ich die Reise mit dem Fahrrad beenden.
Mein Beziehungsnetz in den letzten Schuljahren war aus meiner Sicht ausgezeichnet. Nebst den Schulkameraden habe ich auch in der Knabenmusik Schaffhausen gespielt. Dabei konnte ich an verschiedenen Anlässen teilnehmen. So zum Beispiel 1951 an der 450-Jahr-Feier, Schaffhausen bei der Eidgenossenschaft. Ausserdem hatte ich in meinem Wohn-Quartier, Negerdörfli, gute Freunde. Jeweils im Frühling und Herbst fuhren wir mit dem Fahrrad an den Untersee nach Steckborn, um zu fischen.
Auch war ich zu dieser Zeit zum ersten Mal im Kino. An einem Sonntagnachmittag schaute ich mir mit einem Kollegen, Egon, den Film, der dritte Mann, an. Verstand ihn aber schlecht. Nachher besuchte ich das Kino oft, denn der Eintritt kostet, man höre und staune, 0.50 Fr. Das war kein Logen-Platz. Natürlich waren das nur die ersten drei Reihen und man musste steil aufschauen, sodass man nach dem Film Schmerzen im Genick bekam. Gaunerloge wurden diese Sitzplätze auch genannt.
Nach dem Schulabschluss im Jahr 1952 war ich 16 Jahre jung, war weltoffen und hatte keine Sorgen oder Druck von den Eltern. Denn ich besass ja einen Vertrag mit Georg Fischer, dort nach drei Wochen Ferien die Lehre als Werkzeugmacher zu beginnen. Darauf war ich stolz und freute mich ungemein, eine tolle Lehrstelle bei einer so renommierten Firma antreten zu können.
Erinnerst du dich an den Entscheid, ob Sekundarschule oder Gymnasium?

in Schaffhausen besuchte ich das Schulhaus Gelbhausgarten. Der Schulweg war über 3 km lang wofür ich circa eine halbe Stunde brauchte um von zu Hause zur Schule zu gelangen. Im letzten Schuljahr konnte ich ein Fahrrad benutzen.
Erinnerst du dich an deine Schulkameraden? Hast du heute noch Kontakt? Hast du noch Klassenfotos?

Gewalt in dieser Schulstufe gab es nicht. Wenn etwas schief lief dann mussten wir immer am Donnerstagnachmittag Überstunden absetzen beim Zeichnungslehrer. Dazu noch eine Erinnerung: in unserem Quartier wurden die Straßen neu belegt. Dafür wurden auch Dampfmaschinen verwendet. Da hat uns Quartier-Jungen besonders interessiert. So an einem schönen Abend wussten wir ja nichts gescheites zu tun, als an der Dampfmaschine herum zu schrauben. Natürlich haben wir bald rausgefunden wie man Dampf ablassen kann. Das haben wir so lange probiert bis kein Dampf mehr kam. Leider hatte das ein Nachspiel mit der Polizei und der Firma. Aber wir hatten Glück es wurde an der Dampfmaschine nichts kaputt gemacht durch uns. Aber natürlich wie immer, die Polizei kam in die Schule und wir hatten einen Verweis bekommen und zusätzlich Überstunden am Donnerstagnachmittag. Der anwesende Lehrer hieß Giovanni. Er war unser Zeichnungslehrer und ein natürliche Persönlichkeit gerne mit deinem Hund spazieren ging. Als wir in das Klassenzimmer ein Garten war er dort und empfing uns freundlich. Und da wir Taschen dabei hatten fragt er uns wo wir noch Einkäufe erledigen müssten für die Eltern. Das haben wir natürlich bejaht und wussten dass er eigentlich kein Interesse hatte, mit uns den Nachmittag zu verbringen. Kurzerhand, er schickt ihr uns zum einkaufen mit der Bemerkung, das sei wichtiger als bei ihm im Klassenzimmer zu sitzen.
Wie war dein Verhältnis zum Lehrer/zur Lehrerin? Inwiefern haben sie dich geprägt?

Mein Verhältnis zum Hauptlehrer und zu den anderen Fachkräften war nichts besonderes. Es war nüchtern und ohne größeren Probleme. Die Lehrer macht eigentlich keinen großen Eindruck auf mich. Natürlich war das gegenseitig das gleiche. Im Allgemeinen waren wir sehr gefügige Schüler. Und die Vorschriften machten uns absolut keine Probleme, diese einzuhalten. Auseinandersetzungen zwischen Schüler und Lehrer hat es in unserer Klasse nie gegeben, es herrschte eine friedlich Atmosphäre.
Um mir Geld zu beschaffen habe ich mich in einer Bäckerei als Ausläufer in der Freizeit anstellen lassen. Und so habe ich für ein paar Monate mit Fahrrad und Krätze Brot verteilt und das vor und nach der Schule. Das war nicht immer so einfach da im Sommer die Schule um 06.45 begann. Damit habe ich mein Skilager im Toggenburg bezahlen können. Da aber meine Skiausrüstung wegen Geldmangel sehr dürftig war, bekam ich etliche Problem mit der Laberleitung.
Im letzten Schuljahr habe ich dann in einer Weinhandlung als Ausläufer gearbeitet und während den Ferien konnte ich als Hilfsarbeiter im Betrieb mithelfen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn der Chef war ein netter Typ zu mir und hat mir vieles beigebracht.
Ja so war ich in meiner Freizeit sehr beschäftigt.
Im Herbst 1951 meldete ich beim GF als Lehrlingskandidat für eine Mechanikerlehre an. An einer technischen Prüfung, die über einen Tag dauerte konnte ich mit meinen Fähigkeiten beweisen, dass ich tauglich war. Das klappte wunderbar.
Wie war dein Beziehungsnetz in dieser Zeit?

Mein Beziehungsnetz in den letzten Schuljahren war aus meiner Sicht sehr gut. Nebst den Schulkameraden habe ich auch in der Knaben Musik Schaffhausen gespielt. Dabei konnte ich an verschiedenen Anlässen teilnehmen. So zum Beispiel an der 450 Jahr Feier, Schaffhausen bei der Eidgenossenschaft. Und außerdem hatte ich in Quartier gute Freunde.
auch war ich zu dieser Zeit zum ersten Mal im Kino an einem Sonntagnachmittag und schaute mir mit einem Kollegen den Film, der dritte Mann an. Verstand ihn aber schlecht. Nachher besuchte ich das Kino oft, denn der Eintritt kostet eh, man höre und staune, 0,50 Fr. das war natürlich kein Logen-Platz. Natürlich waren das nur die ersten drei Reihen und man musste steil auf schauen so dass nach dem Fil Schmerzen im Genik hatte.
Nach dem Schulabschluss im 1952, war ich 16 Jahre Jung, war weltoffen und hatte keine Sorgen oder Druck von den Eltern. Wenn ich Katja einen Vertrag mit Georg Fischer dort nach drei Wochen Ferien die Lehre zu beginnen. Darauf war ich stolz und freute mich ungemein eine tolle Lehrstelle bei einer renommierten Firma antreten zu können.

Zum Leidwesen meiner Eltern habe ich die Musik, Trompete spielen,
und die Knabenmusik aufgegeben, denn der Sport interessierte mich mehr und mehr. Auch mein Umfeld, mit sich im Sport und alle meine Freunde waren dabei.
Da gab sich die Gelegenheit, das Kajakfahren auf dem Rhein zu erlernen. Wir waren eine Gruppe von fünf jungen Männern, die sich diesem Sport leisteten. Es ergab sich, dass wir einen tollen Trainer hatten, der sich auf das Kajakfahren spezialisiert hatte. Erich, der Trainer, war ein paar Jahre älter als wir uns musste eigentlich aus gesundheitlichen Gründen, Kajak fahren. Der Grund war, er wurde beim Bombenangriff auf Schaffhausen am 1. April 1944 schwer verletzt und vom Arzt als Therapie das Kajakfahren verschrieben wurde. Wir waren Mitglieder des Faltbootclubs Schaffhausen und haben dort eine Gruppe Rennpaddler gegründet. Leider hatten wir nur veraltete Boote. Aber als enthusiastische Jungs trainierten wir ca. 5 Mal pro Woche. So entschlossen wir uns, unsere eigenen Boote zu bauen. Ein unheimlicher und kühner Beschluss. Aber unter Anleitung und Plänen vom Züchter Kajak Club haben wir im Winter 1953 54 fünf taugliche Boote in der Freizeit gebaut. Im Nachhinein eigentlich eine unglaubliche Geschichte. Aber als Gruppe waren wir erfolgreich und haben auch im Ausland am Bodensee eigentliche Erfolge erzielt. Dadurch konnte ich auch an einer Schweizer Meisterschaft 1954 in Solothurn mit meinem Kollegen Egon den ersten Rang gewinnen. Ja, sogar an internationale Wettkämpfen konnten 1955 wir teilnehmen und das in Stein am Rhein. Stolz trug ich damals den Traineranzug mit dem Schweizer Kreuz
Der Sport mit fünf Trainingseinheiten pro Woche hatte meine Freizeit bestimmt, denn oft waren wir auch an den Wochenenden engagiert

In meinem ganzen Leben spielte das Lesen eine grosse Rolle. Im Jahr 1946 begann ich mit dem Lesen von Zeitungen. Das motivierte mich, wegen der Berichte über den Kriegsprozess in Nürnberg. Dies war für mich von Interesse, da wir in Schaffhausen nahe mit Kriegsgeschehen in Verbindung standen.
Die fünfte Klasse hatte die Möglichkeit, SJW zu lesen, die der Lehrer jede Woche verteilte. Meine ersten Bücher waren Sachbücher, wie Helveticus, ein Sachbuch. Das von 1949 besitze ich immer noch.
Ich habe mich bald für C.G. Jung entschieden. Und habe ein paar Bücher bei ex liberis gekauft und gelesen. Die Philosophie von Jung und seine Philosophie interessieren mich bis heute. Auch hat er sich oft am Radio geäussert.
Durch meine Auslandsaufenthalte in England und Japan besitze zahlreiche Bücher in Englisch von deren Kultur. Besonders der Buddhismus hat mich sehr fasziniert. Ich habe viele Bücher von Dalai Lama gelesen.
Derzeit besitzen meine Gattin und ich ungefähr 250 Bücher. Und wir zerbrechen uns den Kopf darüber, was wir damit anfangen sollten.
Seit etwa 10 Jahren benutze ich die Gelegenheit, E-Books zu kaufen und zu lesen. Als Mitglied der Kantonsbibliothek Baselland bin ich regelmässig in der Kantonsbibliothek Baselland zu finden, um uns zu informieren.

Wie leicht fiel es dir in deiner Jugend, Kontakte aufzubauen und zu pflegen?

10.1 Beziehungen in der Jugend
Da ich mich in einem aktiven Umfeld befand, in der Berufslehre, im Sport und im Quartier, hatte ich überhaupt keine Probleme Kontakte zu pflegen und aufzubauen. Langeweile hatte ich nie, denn entweder war ich von Beruf engagiert oder an Sport Anlässen und wenn nichts los war haben wir spontan etwas organisiert und durchgeführt. Mein Social Live wie man heute sagt war äusserst aktiv und mit Leben beseelt.
Mädchen gehörten nicht zu meinen Jugendbeziehungen. Die vier Schwestern zu Hause deckten meinen Bedarf zum weiblichen Geschlecht voll ab. Auch war ich viel zu scheu.

Allerdings, als ich 19 Jahre jung war, besuchte ich mit meinem Trainer Erich das Restaurant und Café Gründler im ersten Stock in der Unterstadt von Schaffhausen. Es war das Stammlokal der Rennpaddler. Im Café sassen zwei Frauen, eine um die 20 und die Jüngere um die 15. Wir verbrachten dort eine erfreuliche Stunde. Wie es sich herausstellte, waren es Cousinen, die sich trafen. Die Ältere Rosemarie machte Avancen zu Erich und die Jüngere Melitta, 15 Jahre jung, gefiel mir besonders mit Ihren wunderschönen Jahren hervorragend. Nun wir kamen überein zusammen noch ein weiteres Lokal zu besuchen. Die Wahl fiel auf das Café Eder in der Enklave Büsingen, nahe Schaffhausen. Mit einem VW Käfer fuhren wir nach Büsingen und verbrachten dort noch eine sehr gemütliche Zeit. Beglückt und zufrieden verliessen wir Büsingen. Wie daraus zwei Ehepaare wurden, darüber später.

In den 1956 bis 1959 gab es für mich meisten nur Sport und Militär. Aber im Frühjahr 1959 schlug Amor zu. An einem Samstagabend nach der Schule in Zürich, fühlte ich frisch und frei, mit einer inneren Ruhe, besuchten wir den Maskenball im Casino Schaffhausen. Da war auch Melitta, das Mädchen, das ich vor 4 Jahren im Café Gründler kennenlernte. Sie holte mich zum Tanzen vom Tisch. Nachher tanzten wir in die Nacht hinein und begleitete sie nach Hause an Fischhäuserstrasse. Wir fühlten uns im siebten Himmel. Ab diesem Datum war Melitta für die Priorität 1. Mit meinem gedrängten Programm, mit Freundin, Schule, Beruf und Militär war ich voll ausgebucht und vernachlässigte meine Freunde. Ja, das hätte ich besser managen können, wie mir Jahre später bewusst wurde. Aber ich hatte mit Melitta eine feste Freundin und wir lebten auf Wolke sieben.

In den 1956 bis 1959 gab es für mich meisten nur Sport und Militär. Aber im Frühjahr 1959 schlug Amor zu. An einem Samstagabend nach der Schule in Zürich, fühlte ich frisch und frei, mit einer inneren Ruhe, besuchten wir den Maskenball im Casino Schaffhausen. Da war auch Melitta, das Mädchen, das ich vor 4 Jahren im Café Gründler kennenlernte. Sie holte mich zum Tanzen vom Tisch. Nachher tanzten wir in die Nacht hinein und begleitete sie nach Hause an Fischhäuserstrasse. Wir fühlten uns im siebten Himmel. Ab diesem Datum war Melitta für die Priorität 1. Mit meinem gedrängten Programm, mit Freundin, Schule, Beruf und Militär war ich voll ausgebucht und vernachlässigte meine Freunde. Ja, das hätte ich besser managen können, wie mir Jahre später bewusst wurde. Aber ich hatte mit Melitta eine feste Freundin und wir lebten auf Wolke sieben.

Im April 1952 war mein letzter Schultag ohne Tamtam. Der Lehrer verabschiedete jeden mit einem Handschlag und wünschte jedem von den etwa 30 Schülern ein gutes Leben. Ich führte noch ein Gespräch mit einigen meiner engsten Freunde, doch dann kam der Abschied. Viele von ihnen habe ich nicht wiedergesehen. Doch zwei sind mir in meiner Ausbildung erneut aufgefallen.
Unmittelbar nach der obligatorischen Schulzeit konnte ich meine Lehre als Werkzeugmacher in der Maschinenfabrik von GF in Schaffhausen beginnen. Diese Lehrstelle war ca. 4 km von zu Hause entfernt. Mit meinem Velo konnte ich diesen Ort gut anfahren. Die Arbeitszeit begann um 06.45 und 90 Min. Mittagszeit, dauerte bis 17.15. Samstag wurde auch gearbeiteten 06.45 bis 11.15, das hiess 48 Stunden pro Woche. Aber mit 1.5 Tage Werkschule pro Woche. Das war eine tolle und prägende Zeit für mich. Denn die Werksschule war mit erstklassigen Lehrern besetzt.
Und als Werkzeugmacher wurde ich ausgebildet im Feilen, Bohren, Fräsen, Drehen, Schleifen, Schweissen und Schmieden. Das war für mich hochinteressant und ich war mit meinen Fähigkeiten sehr zufrieden. Ich habe an der dreitägigen Lehrabschlussprüfung mit meinem Handwerk eine hervorragende Note erhalten. Obwohl mir nicht alles zu meiner Zufriedenheit gelang.
Verdient habe ich während der Lehre 0,5 Franken die Stunde. Davon wurden 15 Cents abgezogen, um am Ende etwas Cash auszahlen zu können. Das Ergebnis waren doch 800 Franken auf die Hand ausbezahlt.
Die Lehrzeit habe ich bravourös beendet, indem ich von ca. 200 Lehrlingen unter den ersten 10 lag. Direktor Müller hat uns verabschiedet. Von seiner Rede sind an mir zwei Punkte hängen geblieben
1. Trinke Alkohol nur aus Freude zum etwas feiern
2. Strebe immer etwas Spezielles an. Das habe ihm sein Vater beigebracht, indem er ihm ein Holzlineal schenkte, mit einem Oktaeder an beiden Enden. Den habe er immer noch als Andenken,
Noch eine Bemerkung. 1952 waren nicht die besten Wirtschaftsjahre und es war nicht einfach einen Job oder Lehrstelle zu finden. Und am ersten Tag hat uns der Lehrlingsvorsteher, Herr Ochsener zusammengerufen und uns eine Antrittsrede gehalten. Darin bemerkte er streng an uns gerichtet: haltet Euch an die Vorschriften und gebt Euch Mühe, denn er habe die Möglichkeit jeden von uns mit drei weiteren Kandidaten auszutauschen. Das sass.

Im Jahre 1955, meiner Aushebung war für mich klar, dass ich als Mechaniker die Rekrutenschule absolvieren wollte. Beim Aushebungsprozedere mit Sport und Medizin war für mich problemlos. Sportlich war ich durch das Training mit dem Kajak ohne Probleme unterwegs. Und stolz hielt ich meinen Traineranzug zur Schau, mit Abzeichen eines Swiss Champion. Um als Waffenmechaniker eingeteilt zu werden, musste ich noch eine Prüfung in Zürich absolvieren. Diese war leicht und ich in der Artillerie als Waffenmechaniker aufgenommen.
In der Kaserne Worblaufen in Bern habe ich die Rekrutenschule absolviert. Interessant war, dass es Kompanien vom Welschen und Tessin gab. Das war eine glückliche Fügung, denn wir hatten die Möglichkeit uns untereinander auszutauschen. Aber der militärische Alltag war eher eintönig und Ausbildung an den verschiedenen Waffensystemen war einfach, ausser das neue Flakgeschütz von Bürle war noch eine Herausforderung. Abwechslung gab es der Küche und in der Verlegung nach Bull. Die Vorgesetzten waren alles Fachkräfte im Range von Adjutanten. Die Offiziere waren nicht am Abverdienen, sondern waren auch Fachkräfte.
Als mir der Vorschlag gemacht wurde Unteroffizier zu werden, war ich nur einverstanden, wenn die Ausbildung als Geschützmechaniker abverdienen könnte. Das wurde mir erlaubt und so habe ich die UO als Geschützmechaniker absolviert und das in der Kaserne Thun. Das war für mich im Aktivdienst wesentlich interessanter.
Entlassen wurde ich als Wachtmeister. Leider musste ich mit 48 Jahren, nach 12 Jahren ohne Dienst nochmals als Material und Munition UO antreten. Das war Horror, mit den jungen Offizieren und Soldaten nochmals Dienst mit Manövern mitzumachen. Am letzten Abend durfte ich noch als Wachkommandant wirken, als eine Strafe vom Feldweibel, einem Bauer. Wir verstanden uns gar nicht. Eigentlich zum Vergessen. Und die Armee war für mich nach diesem 14 Tagen absolut untragbar geworden.

Bald nach der Lehre und dem Militärdienst wusste ich, das kann es nicht gewesen sein. Aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel entschied ich mich für eine berufsbegleitende Ausbildung. Wie mein älterer Bruder Sepp habe ich mich beim Abendtechnikum Zürich angemeldet. Zum Glück war ich nicht der Einzige mit dieser Idee.
Im Frühling 1958, als ich mich in dieser Schule einschrieb, war das Abendtechnikum eine renommierte Adresse. Plötzlich sass ich in einer Klasse von ca. 50 Schülern. Und jeder Schüler wusste, nach vier Jahren werden nur noch ca. 10 den Abschluss mit Diplom abschliessen. Ich war fest davon überzeugt, 4 Jahre später unter den Diplomierten zu sitzen. Ich hatte mich für den Maschinenbau eingeschrieben.
Die ersten zwei Semester waren hart. Denn mit wöchentlichen bis zu 14 Stunden Schule, nebst den 48 Std. im Beruf und ca. 8 Std. Zugfahrten. Jeweils von 19.00 bis 22.00 und am Samstag von 14.00 bis 17.00 h. Dazu jedes Mal 2.0 Std. Zugfahrt, Schaffhausen bis Zürich und zurück. Auch wurde 1958 am Samstagmorgen von 06.45 bis 11.00 gearbeitet. Das ergaben nach Adam Riese ca. 70 Stunden, Woche für Woche. Daneben gab es noch Hausaufgaben. Die ich jeweils am Sonntagnachmittag erledigte. Bald konnte ich im GF vom Fabrikatombetrieb für Drehmaschinen, in das Konstruktionsbüros für automatische Giessereimaschinen wechseln. Das war schon eine Erleichterung und das gefiel mir. Als dann noch bald die 5-Tage-Woche eingeführt und die Arbeitszeit pro Woche schrittweise reduziert wurde, war ich happy. Noch eine Besonderheit des ATZ war, die Semesterprüfungen fanden jeweils am Sonntagmorgen von 08.00 bis ca. 12.00 h statt.
Die Vorlesungen waren gut, denn die Lehrer waren alles Akademiker von den Hochschulen. Wir lernten fleissig und viel. So konnte ich auch beruflich Fortschritte verzeichnen.
Aber bald merkte ich, der ganze Umtrieb mit dem Hin und Her Fahren wurde mir zu viel. Und ich bewarb mich für eine Stelle bei Kugellagerfabrik SRO in Oerlikon. Dort konnte ich bald mit der Arbeit in der Konstruktion beginnen, nachdem ich in Zürich ein Zimmer bei der Familie Vetsch eingemietet hatte. In diesem Umfeld schloss ich im Sommer 1962 mit dem Diplom im Sack ab. Für die Diplomarbeit habe ich eine Dampfturbine mit Getriebe konstruiert. Die schriftlichen und mündlichen Prüfung habe ich mit Erfolg bestanden.
Geschichte vom ATZ. Bedi Büktas war ein überzeugter und überzeugender Verfechter des berufsbegleitenden Studiums. Das Abendtechnikum Zürich (A. T. Z.) – bis Ende des vergangenen Jahres die Hochschule für Technik Zürich – wurde 1922 von weitsichtigen Lehrern und Absolventen der Juventus-Schulen ins Leben gerufen. Das damalige Bildungswesen erlaubte es jungen Leuten nicht, nach einer abgeschlossenen Lehre ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität zu absolvieren. Fachhochschulen gab es kurz nach dem Ersten Weltkrieg noch lange nicht, und der Weg an eine Universität oder die ETH war nur über einen Maturitätsabschluss möglich. Das berufsbegleitende Studium erlaubt es jungen Menschen, neben der Schule eine entsprechende berufliche Tätigkeit weiterzuführen. Für viele Absolventinnen und Absolventen ist das erst die finanzielle Grundlage, um ein Fachhochschulstudium in Angriff zu nehmen. Ausserdem wird so ein enger Bezug zur Praxis hergestellt, was auch auf Arbeitgeberseite sehr geschätzt wird.

Nach meiner Berufslehre bekam ich einen Stundenlohn von 3.20 CHF. Das ergab einen Monatslohn von ca. 600 Franken. Davon gab ich meinen Eltern 240 Franken pro Monat. Davon ging ich mit meinem Freund Remo für eine Woche mit dem Zelt nach Locarno. Aber vom ersten Tag in der Werkstatt wusste ich, das ist meine Sache nicht. Und strebte parallel zum berufsbegleitenden Masch. Ing. Studium eine Stelle in einem der Konstruktionsbüros von GF an. Was ich in kurzer Zeit bekam. Ich habe in dem Büro von Herrn Häberlin eines Piloten der Schweizer Armee, die Möglichkeit gehabt, eine automatische Giessereimaschine zu entwickeln. Meine erste Arbeit war die Entwicklung eines sehr robusten Endschalters. Ich war sehr stolz auf meine Arbeiten am Reissbrett in einer so renommierten Firma. Ich war auch in die Angestelltenkategorie aufgestiegen, mit einem monatlichen Gehalt von Franken 600. Leider nicht viel, aber ausreichend.
Ich habe bald angefangen zu studieren, aber das Studium am ATZ hat mir viel Zeit gekostet. Besonders die lange Fahrt von Schaffhausen nach Zürich und zurück. Ich musste die Kosten überwachen, denn das ATZ kostete mich Fr. 55 pro Monat. Dazu kamen ca. 50 Franken für die Bahn. Um Kosten und Mühe zu sparen, bewarb ich mich bei der Firma SRO in Zürich, bei der ich eine Position als Konstrukteur erhielt. In dieser Fabrik für Kugellager habe ich viel gelernt. Und gute Freunde waren da. In diesem Haus blieb ich bis zum Abschluss meines Studiums 1962.
In dieser Zeit wurde auch die Übernahme der SRO durch die deutsche FAG vorgenommen. Diese Übernahme wurde durch die Konkurrenz mit Kugellagern aus Japan beschleunigt. Es war sehr interessant für mich. Denn ich konnte mit einem Team von der FAG arbeiten.

Meine Berufslehre als Werkzeugmacher hat mich geprägt. Die vier Jahre bei Georg Fischer und die Werkschule waren für mich eine Glückssache, denn ich konnte mich wirklich und ohne Stress entfalten. Es war mir stets klar, dass dies nicht das Ende der Fahnenstange darstellen konnte. Denn nachdem ich mein berufsbegleitendes Studium am Abend Technikum Zürich begonnen hatte, wusste ich, dass ich als Maschineningenieur arbeiten wollte. Aber da lagen noch 8 harte Semester vor mir.
Jedenfalls hat mir der Eintritt ermöglicht, dass ich im Grossbetrieb von Georg Fischer in ein Konstruktionsbüro für Maschinenbau wechseln konnte. Dies war ein grosser und einschneidender Schritt in eine völlig neue Umgebung mit neuen Herausforderungen und Mitarbeitern gewesen. Aber zum Glück hatte ich keine grossen Probleme mit dem Wechsel und die Umgebung gefiel mir ausserordentlich gut.
Mit dem Wechsel glaubte ich das grosse Los gezogen zu haben. Denn ich fühlte mich in der ungewohnten Umgebung wohl und meinen Aufgaben konnte ich mit Leichtigkeit begegnen. Natürlich boten mir diese Ausgangslage recht viele Möglichkeiten, mich zusammen mit der Schule weiterzuentwickeln. Was ich auch mit einem Stellenwechsel ausgeführt habe.
Ich musste auch eine Stelle in Zürich finden, damit ich wenigstens die belastenden Zugfahrten eliminieren kann. So arbeitete ich in Oerlikon für die Kugellagerfabrik, SRO. Dadurch konnte ich mich auch mit mehr Lohn verbessern. Aber in diesem Betrieb konnte ich doch erste Verantwortungen übernehmen, vor allem im Betriebsablauf. Auch kam ich in den Genuss einer Fusion mit der Deutschen FAG. Diese neuen Ansprüche und Herausforderungen gaben mir Gelegenheit, mit neuen und deutschen Ingenieuren zusammenzuarbeiten. Denn während meiner Tätigkeit in dieser funktionierten Gesellschaft konnte ich mein Studium erfolgreich abschliessen.
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass ich grundlegende Erkenntnisse in meinem Leben gewonnen hatte, die ich bei der weiteren Ausbildung meines Berufes anwenden konnte.


Eine Auseinandersetzung mit dem verantwortlichen Hauptmann in Worblaufen, hatte ich Probleme mit dem Urlaub. Ich habe zu spät ein Urlaubsgesuch gestellt und fuhr einfach ohne Unterschrift in den Urlaub. Als Strafe musste ich für den Rest des Wiederholungskurses als Betreuer von Soldaten im Knast aufopfern.
Aber das hat sich gelohnt, denn ich wurde mit einem perfekten Vertrag eingestellt. Und die Firma Geigy entpuppte sich als meine Stelle.

Auslandsaufenthalte prägten das Leben von mir, zusammen mit der Familie. Die Chemiefirma Geigy unterhielt zahlreiche Fabriken in Europa und Übersee, Amerika und Asien. So bekam ich dann 1967 die Gelegenheit, mit der Familie für ein Jahr nach Manchester in England zu ziehen. Hauptsächlich, um Englisch zu lernen. Das war ein grossartiges Erlebnis. In Manchester im Trafford Park im Chemiewerk von Geigy zu arbeiten. Und dazu in einer Wohnung im Vorort von Manchester in Sales in einem Wohnblock zu wohnen. Und das mit meiner Gattin Melitta und Sohn Stefan, 8 Monate alt. Als Ausländer wurden wir hervorragend und freundschaftlich aufgenommen. Wir nahmen English Stunden und gewannen zahlreiche Freunde in unserem Alter, 30 plus.
Ich fuhr mit meinem Opel Rekord via Amsterdam, um dann mit der Ferry nach Hull in England zu gelangen. Das Auto mitzunehmen, fand ich nachträglich als vorteilhaft.
Beim ersten Kilometer auf der linken Seite zu fahren war anstrengend und ich brauchte alle meine Konzentration. Nach einer kurzen Strecke in Hull gefahren, musste ich anhalten, weil der Milchmann mitten auf der Strasse stand mit seinem Vehikel und sich seelenruhig mit einer Frau unterhielt. Aber mit der Weiterfahrt nach Manchester ging es dann zügiger. Ich hielt den Treffpunkt für gut, zog in die vorbereitete und möblierte Wohnung ein.
Meine Frau mit Sohn Stefan kam eine Woche später mit Flugzeug. Es war ihr erster Flug, aber wir begrüssten uns herzlich auf dem Flughafen, wo ich mit dem Auto abholen konnte. Aber meiner Frau gefiel es nicht so besonders in Manchester. Trotzdem fanden wir einige Freunde von der Firma Geigy und konnten uns gegenseitig besuchen. Auch wohnte eine junge Familie im selben Haus auf dem gleichen Stock, ebenfalls mit einer gleichaltrigen Tochter. Was uns das Social Life stark aufwertete.
Für mich war die Arbeit in der Ing. Abteilung unseres Chemiewerkes abwechslungsreich. Auch hatte ich die Möglichkeit für zwei Monate in unserem Pharmabetrieb in Macclesfield zu arbeiten. Das geschah auf Wunsch meines Chefs in der Schweiz. Unser Aufenthalt in UK endete nach 10 Monaten und meine Frau und Sohn Stefan reisten 4 Wochen vor mir nach Basel zurück.
Kurze Zeit nach meiner Rückkehr fusionierten die beiden Firmen, Ciba und Geigy. Ab 1971 gab es nur noch die, Ciba Geigy, was für mich ganz neue Möglichkeiten eröffnete. Ich arbeitete im ehemaligen Cibawerk, Klybeck, und war zuständig mit einer Gruppe von Mitarbeitern für die Forschungsbetriebe. Durch die Fusion kamen natürlich auch einige Auslandswerke hinzu, die betreut werden mussten. Durch meine englischsprachige Ausbildung und Auslandserfahrung kam ich auf eine Liste für Personen mit Chancen auf einen weiteren Auslandsaufenthalt. Und bald wurde ich angefragt, ob ich Lust hätte für vier Jahre nach Japan auszuwandern. Dort soll eine pharmazeutische Produktionsanlage gebaut werden. Das war eine völlig neue Herausforderung und eine Chance zugleich. Aber für mich stellt sich die Frage, wie erzähle ich das meiner Frau und meiner Familie. Ich hatte grösste Bedenken, mit meiner Frau und Familie ein Einverständnis zu erwirken. Aber zum Glück waren das unnötige Bedenken, wenn meine Frau war sofort begeistert und sagte ja, das ist unsere Chance, das machen wir, ohne Wenn und Aber. Das war im Herbst 1972 und der Job war für 1973 bis 77 vorgesehen. Dass die Entscheidung für den Job in Japan positiv ausgefallen ist darauf zurückzuführen, dass meine Frau Auslandserfahrung hatte. Denn ihre Eltern wohnte für eine längere Periode in Hongkong und Melitta hatte sie dort kurz vor unserer Hochzeit für 6 Monate besucht.
Also verliessen wir im April 1973 unser unfertiges Haus, das wir an eine ausgesuchte Familie mit zwei Kindern vermieten konnten. Einen Teil der Möbel verschifften wir und den Rest stellten wir im Lagerhaus ein.
In Japan angekommen, wurden wir vom Finanzchef mit einem Freibetrag begrüsst und im Hotel Takarazuka einquartiert. Dort verbrachten wir fast zwei Monate, weil unser Schiff mit unseren Möbeln einen Schiffbruch erlitten hat und die Ware mit nur dreimonatigen Verzögerung eintrafen.
Unsere Aufenthaltsjahre in Japan, von 173 bis 1981, werde ich separaten Teil beschreiben, denn das war das Highlight für die Familie und mich. Es hat das Leben unserer Familie nachhaltig geprägt.
Nach der Fusion 1970/71 war auch eine ausgeprägte Zeit beim Privatleben. Denn wir schauten uns nach einer neuen Wohnung um, da wir uns im Wohnhaus in Allschwil nicht mehr wohlfühlten. Denn in meiner Familie sind wir inzwischen auf mit zwei Söhnen auf 4-köpfige Familie gewachsen.
So ergab es sich Anfang 1969, dass mich ein Berufskollege auf dem Weg in die Kantine ansprach, ob ich nicht interessiert wäre, mit ihm ein Einfamilienhaus zu planen und zu bauen. So fragte er 5 Berufskollegen. Schlussendlich blieben nur zwei übrig, er als Initiator und ich als Interessierter. Das Problem, das es zu lösen gab, war, wir hatten beide keine Ersparnisse. Und die Idee war, ein Projekt einzureichen, das uns 80 % der Gesamtkosten als Hypotheken zur Verfügung gestellt wurden. Den Rest von 20 %, wir waren davon überzeugt, könnten wir durch unsere eigene Leistung erbringen. Also planten wir in Frenkendorf, nach dem Landkauf, zwei Einfamilienhäuser und reichten das von uns angereihtes Projekt bei der Firma Geigy an der richtigen Stelle ein. Als Architekt half uns der Schwager meines Partners. Bald erhielten wir die Erlaubnis, mit der Ausführung des Projektes zu beginnen. Niemand fragte uns, ob wir genügend Eigenkapital hätten. Mit viel Eigenleistung und noch mehr Selbstbewusstsein starteten wir das Projekt. Und als es zu ca. 80 % erstellt war, zogen wir ein. Vom dreigeschossigen Haus war nur Stockwerk bewohnbar. Aber Ende 1971 waren doch über 90 % fertig und wir konnten glücklicherweise feststellen, die Hypotheken reichten, um alle anfallenden Rechnungen zu bezahlen. Ja, man staune, am Schluss waren noch ca. 30‘000 Franken auf dem Konto plus einiges Erspartes. Der ganze Hausbau wurde natürlich mit dem Einverständnis meiner Frau Melitta und deren Unterstützung abgewickelt. Aus heutiger Sicht wäre das natürlich nicht mehr möglich, unter solchen Umständen in den Besitz eines Einfamilienhauses zu kommen. Und dass alle Arbeiten für das Haus in der Freizeit abgewickelt werden musste, wäre unter den heutigen Arbeitsbelastungen unmöglich.
Bis heute wohnen wir glücklich und zufrieden in diesem Haus und verbringen den wohlverdienten Lebensabend.

Meine berufliche Entwicklung ist stark mit meinen Tätigkeiten im Ausland verbunden. Vor allem die Zeit in Japan hat die Familie und mich nachhaltig geprägt.
Bei meinen beruflichen Veränderungen war oft der Zufall und das Glück im Spiel. Aber ich habe meine Chancen voll genutzt. Ausgangspunkt war meine erfolgreiche Bewerbung bei Geigy in Manchester, wo ich in der pharmazeutischen Produktion in Macclesfield arbeitete. In Basel leitete ich eine Gruppe für die Betreuung von Labor und Forschungsbetrieben sowie für neue Laborneubauten. Dann kam die Fusion mit Ciba zu Ciba-Geigy. Nachfolgend kam natürlich die Chance nach Japan, mit der Familie nach Japan zu ziehen. Wie man sieht, haben ein paar Zufälle zu meinem Glück geholfen. Im Nachhinein sage ich, für die Familie und mich verwunderlich. Aber wir haben das Glück gut verwaltet.
In Japan konnte ich mithilfe von lokalen Architekten und Baufirmen mein Projekt, die Planung und den Bau einer neuen pharmazeutischen Produktionsanlage in Sasayama erfolgreich durchziehen. Die Fabrik ist nun 50 Jahre alt und steht heute noch, ja wurde verschiedene Male erweitert. Darauf bin ich wirklich stolz und diese Leistung wird mich überleben. Ich werde später mehr Details zu diesem Projekt in einem späteren Kapital investieren.
Mein Gehalt in Japan hat unsere Familie problemlos leben lassen und wir konnten jedes Jahr einen guten Batzen sparen. Dieses Ersparte bildete auch die Grundlage bis zum heutigen Tag. Ja, wir konnten uns ein schönes Leben leisten während der ganzen acht Jahre in Japan.
Nach meiner Rückkehr von Japan wurde ich die Zentrale in Basel in die Division Pharma versetzt, wo ich meine Tätigkeiten speziell für die pharmazeutische Produktion im Ausland ausüben konnte. Eine hochinteressante Stelle in einer ganz speziellen Gruppe, welche die Produktionsbetriebe im Ausland betreuten. Damit verbunden waren zahlreiche Auslandsbesuche.
Meine Familie unterstützte mich immer und hat mir meinen Rücken freigehalten. Die Aktivitäten haben mir hervorragend gefallen und mit meinen Chefs hatte ich immer ein gutes Einvernehmen. Auch resultierten bei meinen Projektarbeiten im Ausland sehr enge Freunde.
Besonders in den USA, Ägypten, Spanien, Brasilien, Südafrika und Mexiko pflegte ich perfekte Kontakte. Meistens habe, konnte ich den Ländern bei ihren Investitionsprojekten helfen zu planen und auszuführen. Oft hatte ich bis zu zehn Projekte parallel am Laufen.
In der Zentrale in Basel habe ich einige Japaner mit ihrer Familie betreut. Ein Mann, Herr X hat mich unerwartet betrogen. Ich hatte einen Projektbericht verfasst und ihm übergeben, mit der Bitte, dass er ihn während meiner Abwesenheit meinem Chef präsentieren soll. Was er aber sich erlaubt war, dass er angab den Bericht selber verfasst zu haben. Ich kam dann in die Bredouille, weil ich den Bericht unter meinem Namen verteilte. Und mir wurde dann an einer wichtigen Sitzung vorgeworfen, weil sein Name nicht als Verfasser im Bericht erwähnt wurde. Das Ganze war sehr bedauerlich, denn ich konnte mich nie rechtfertigen.
Meine Pension fiel ja zusammen mit der Fusion von Ciba und Sandoz zu Novartis. Bei meiner Pensionierung war ich 62 Jahre alt und noch voller Tatendrang. Und meine Berater und Betreuungstätigkeit habe anfänglich sehr vermisst. Auch der Wegfall von Geschäftsreisen ist mir schwergefallen. Aber das konnte ich mit meiner Frau durch tolle Reisen nach Asien, Afrika und Südamerika mehr als kompensieren.

So wurde meine Freizeit gänzlich durch das Familienleben aufgebraucht. Dazu gehörten selbstverständlich Clubbesuche vom Schweizerverein und gemeinsame Ferienreisen. Überall in Japan oder Übersee war immer die ganze Familie beisammen. Denn im Ausland war es nicht möglich, die Kinder zu den Grosseltern zu bringen. Die waren schlicht nicht vorhanden und so wuchsen unsere Söhne im Japan ohne die ältere Generation auf. Dadurch entwickelten unsere Söhne ihre eigene Kultur, die von der Schweiz mitgebrachte von uns Eltern und ihre Aufnahmen der japanischen Kultur, was eigentlich zu „third cultured chlidren“ führte.
Leider sind meine Eltern und der Vater meiner Frau, während unseres Aufenthaltes in Japan verstorben. Das waren sehr harte Zeiten für uns im Ausland, die geliebten Eltern, ohne sich verabschieden zu können, durch den Tod zu verlieren. Zum Glück konnten wir noch die Mutter meiner Frau einige Jahre in der Schweiz geniessen.
Und da unsere Kinder in die Deutsche Schule gehen konnten, was ich für fünf Jahre im Komitee für die Deutsche Schulen in Japan. Dort war ich als Schatzmeister tätig. Eine sehr anspruchsvolle Arbeit, aber auch mit viel Ehre verbunden. Denn ich konnte an Empfängen des Deutsche-Konsulats teilnehmen. So habe ich den damaligen Aussenminister Deutschland, Herr Walter Scheel an einem Empfang persönlich getroffen.
Zurück in der Schweiz hatte ich etwas mehr Freizeit und Zeit für die Familie. Auch um meine sozialen Kontakte aufzubauen, trat ich im 1983 dem internationalen Orden der Oddfellows bei. Dieser 200-jährige Orden, der in Manchester mit der Aufklärung seinen Anfang nahm, entwickelte sich zu einem mächtigen Orden vor allem in den USA, bevor 1871 in die Schweiz kam. Dort konnte ich meine Persönlichkeit hinsichtlich, ethisches Denken und Handeln zusammen mit einem ausgeprägten Sinn für die Freundschaft, weiter entwickeln. Diesem Orden bin ich bis heute treu geblieben und habe darin auch alle neun Grade durchlaufen und zahlreiche Freunde gewinnen können.

Während meiner Berufskarriere von 1952 bis 1997 hatte ich zahlreiche Vorgesetzte und Arbeitskollegen. Aber mein Erinnerungsvermögen hält sich diesbezüglich in Grenzen. Und da ich in einem Rhythmus zwischen 5 bis 8 Jahren ständig meine beruflichen Aktivitäten wechselten, ergibt das eine schwierige Aufgabe. Denn der Wechsel von der Werkstatt ins Konstruktionsbüro war auch was die Vorgesetzten und Arbeitskollegen angeht ein grosser Unterschied.
Ein Vorkommnis in meiner Lehrzeit beeindruckt mich noch heute, denn ein Arbeitskollege schenkte mir ein Ticket für ein klassisches Konzert in der Johanniskirche in Schaffhausen. Das war für mich aussergewöhnlich, denn ich wusste nicht, was anziehen und wie ich benehmen solle. Zögernd und ruhig nahm ich meinen zugewiesenen Platz ein und genoss den Musikabend in vollen Zügen. Gekannt hatte ich natürlich niemanden.
Ich als Arbeitskollege war in allen Stufen immer loyal meinen Kollegen gegenüber und Kolleginnen. Und eine eklige oder aussergewöhnliche Situation musste ich erfreulicherweise nicht überstehen. Auch in Japan hatte ich einen japanischen Vorgesetzten, auch das ist vernünftig verlaufen. Selber war ich auch Vorgesetzter und konnte so sehr viel vom japanischen System profitieren. Auch konnte ich das Gelernte sehr wohl, zu meinem Vorteil, auch in der Schweiz anwenden.

Meine Frau Melitta hatte ich in zwei Etappen kennengelernt. Einmal im Kaffee Gründler in Schaffhausen als wunderhübsche 15-jährige Melitta mit ihrer Cousine. Und das zweite Mal im Casino in Schaffhausen an einem Fastnachtsball an einem Samstagabend nach dem Schulbesuch Anfang Februar im Jahre 1959. Im Casino tanzten Melitta und ich mehrere Male und ich habe sie schlussendlich nach Hause begleitet. Auf dem Weg zu ihrem Haus ist es dann passiert, wir haben uns schnell verliebt. Und anderntags am Sonntag wieder getroffen. Ich arbeitete damals in Zürich bei der SRO. In Zürich hatte ich ein Zimmer gemietet an der Lindenstrasse bei dem älteren Ehepaar Getsch. Und wir trafen uns jeweils über das Wochenende. Denn die Wochenenden verbrachte ich jeweils bei meinen Eltern in Beringen. Es war für mich ein kompliziertes Leben, mit dem Abend Technikum, als Wochenaufenthaltes in Zürich und an den Weekends in Schaffhausen. Ich kam jeweils erst am Samstagabend nach Schaffhausen, das ich dann oft mit Melitta und einem Kinobesuch begann. Da Melitta mit ihrem Bruder Reinhold eine Wohnung an der Fischerhäuserstrasse wohnte, verbrachte ich die Nächte auch mit meiner Liebsten. Die Eltern von Melitta wohnten nach einem Aufenthalt in Kalkutta in Hongkong. Und sie bezahlten auch die Wohnung von Melitta und Reinhold. Am Sonntag musste ich oft Hausaufgaben erledigen. Melitta zeigte grosses Verständnis für kompliziertes Leben und mich. Und meine Mutter erledigte für mich freundlicherweise die Wäsche. Darüber war ich sehr froh.
Zum Glück besass ich damals einen Fiat 600, den ich als Occasion einem Freund abkaufte. Dieses Auto ermöglichte mir jeweils am Montagmorgen nach Zürich zu fahren und Melitta nach Rafz an ihrem Arbeitsplatz zu chauffieren. Wie ich damals alles auf eine Reihe brachte, ist mir bis heute ein Rätsel. Aber in der Zwischenzeit wechselte ich mein Auto zu einem VW Käfer. Das Leben für mich und Melitta verlief so bis Herbst 1963, also fast vier Jahre.
Da die Eltern seit 1959 in Hongkong lebten, Melitta Vater bekleidete dort einen wichtigen Job in einer Textilfabrik, kam uns die Idee uns vor der Ehe für ein halbes Jahr zu trennen. Also Melitta löste ein Ticket auf einem Handelsschiff für die Reise von Marseille nach Hongkong. Also ich fuhr mit meinem VW Käfer, Melitta nach Marseille und verabschiedete mich dort, nachdem ich ca. 10 Stunden mit ihr auf dem Schiff verbrachte und ich mit einem Kuss auf Wiedersehen sagen konnte. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Besucher aufgefordert wurden, das Schiff zu verlassen. Dann war ich alleine und ging traurig in mein Hotelzimmer zurück. Eine Nacht verbrachte ich in Marseille, bevor ich alleine meine Heimreise antrat. Auf dem Heimweg nahm ich für eine grosse Strecke eine Mutter mit Tochter als Autostoperinnen mit. Sprechen konnte ich nicht viel, da meine Französischkenntnisse minimal waren.
Zurückgekehrt nach Basel kamen mir richtig Zweifel, ob die Trennung das Richtige war, denn ich litt grausam darunter. Ich versuchte mit Briefen die Beziehung aufrechtzuerhalten, was mir fast misslang. Aber endlich konnten wir einen Termin für Melittas Rückkehr in die Schweiz einigen und vereinbaren, dass wir heiraten würden. Vorgesehen war einen Termin im Juli 1964. Also plante ich ein Treffen in Marseille, denn wieder kam Melitta mit dem Schiff zurück. Flugreisen waren damals für uns zu teuer. Als Besonderheit möchte ich noch erwähnen, dass mein Schwager, Karl und Paul mich begleiteten. Melitta wusste nichts davon, da es kurzfristige Entscheidungen waren und ich ihr während sie auf dem Schiff war, das nicht mitteilen konnte. Und als Melitta ankam, war das eine Überraschung und wir konnten uns nach 6 Monaten wieder in die Arme nehmen und herzhaft küssen. Noch am Abend verlobten wir uns, denn die Verlobungsringe hatte ich mitgebracht. Überglücklich traten wir zusammen mit meinem Schwager die Rückreise in die Schweiz an.
Die Hochzeit, das heisst dir kirchliche Trauung, fand am 12. Juni 1964 in Hemmental statt. In der schönen Kirche im Randendorf. Tags vorher waren wir im Standesamt Schaffhausen. Trauzeugen waren, Schwager Karl und Schwester Charlotte.
Nach der kirchlichen Trauung versammelten wir uns am Schiffssteg in Schaffhausen, wo wir dann mit dem angenehmen Schiff, Konstanzerli, eine Schiffsfahrt nach Stein am Rhein und zurück nach Schaffhausen unternahmen. Hayes war ein heisser Sommertag und die Gäste auf dem Schiff waren sehr durstig. Aber die Reise hat allen Hochzeit-Gästen hervorragend gefallen. Den Abend verbrachten wir mit unseren Gästen in Flurlingen im Restaurant am Rhein mit gutem Essen und viel Trinken. Für eine gemeinsame Reise nach der Hochzeit reichte unser Geld nicht und so verbrachten wir ein paar Tage zu Hause und mit Tagesausflügen.
Unsere Zweizimmerwohnung lag in Allschwil an der Lilienstrasse. Diese Wohnung gehörte vorher einem Jugendfreund, der gleichen Tags nach Schaffhausen zügelte, wo wir von Schaffhausen herkamen. So brauchten wir nur ein Zügel unternehmen, das die Arbeit für uns verrichten konnte. Beide hatten wir nicht viel Möbel und konnten das mit einem kleineren Lastwagen bewältigen und damit Geld sparen. Der Umzug geschah ca. 20 Tage vor der Hochzeit und wir hatten Angst uns könnte jemand verpfeifen, weil wir unverheiratet zusammenwohnten. Die Ausstattung unserer Wohnung war sehr einfach und alle Möbel und Zutaten kauften wir im Brockenhaus in Schaffhausen. Und einige Möbel und Geschirr hatte der Melitta von Hongkong nach Allschwil schicken lassen.
Finanziell sah es anfänglich nicht rosig aus für uns. Melitta fand einen guten Job bei der Firma Spengler, wo sie ihr gelerntes Können, das Modellzeichnen, einsetzen konnte. Zusammen mit meinem Lohn konnten wir dann gut leben und sind nach zwölf Monaten im gleichen Haus in eine dreieinhalb Zimmerwohnung umgezogen. Das war natürlich auch notwendig, weil ein Kind unterwegs war und wir mehr Quadratmeter brauchte.
Die Geburt von Stefan am 8. September 1966 hat dann doch einiges geändert. Und Melitta konnte ihren Job an den Nagel hängen und wir konnten im Obergeschoss die 3.5-Zimmer-Wohnung beziehen, wo wir uns sehr wohlfühlten. Aber mit dem Kind begannen dann Probleme mit den Nachbarn, hauptsächlich wegen Lärm. Das konnten wir nie verstehen. Aber wir waren froh, dass wir Anfang 1967 unser Domizil für 12 Monate nach Manchester verlegen konnten. Die Wohnung behielten wir während unserer Abwesenheit. Diese Verlegung gab unserem Familienleben sichtbaren Auftrieb, indem wir tolle Freunde kennengelernt haben. Und wir konnten das Social Life so richtig geniessen.
Zurück in Allschwil, im April 1968 planten wir, seriös eine neue Bleibe zu suchen. Nebst verschiedenen Versuchen eine bessere Wohnung zu finden, kam dann Franz Husmann ins Gespräch, mit der Idee ein eigenes Haus zu bauen. Klar, die ständig neuen Projekte hat unserer Ehe geholfen nicht in eine Routine zu verfallen. Denn im 1969 gab es Familienzuwachs. Und am 25. Juli wurde uns der zweite Sohn Ralf geschenkt. Das war wiederum ein freudiges Ereignis. Auch mein Berufsleben bekam neue Impulse, indem ich zum Handelsbevollmächtigen befördert wurde und die Gerüchte sich häuften, dass eine Fusion von Ciba und Geigy nächstens bevorstehe. Und tatsächlich 1971 passierte es und ich bekam auf dem Ciba Gelände Klybeck mit meiner Gruppe eine neue Lokalität mit neuen Aufgaben zugewiesen. Und nebenbei nahm das Projekt Hausbau in Frenkendorf konkrete Dimensionen an, mit Landkauf und Detail-Planung der beiden Häuser. Die Beanspruchung von mir gross, aber Melitta unterstützte dieses Projekt in jeder Hinsicht. Und das Familienleben wurde dadurch nicht strapaziert, sondern erhielt neue Impulse.
Würdest du wieder heiraten?


Stefan 1966 und Ralf 1969 waren klar Wunschkinder. Und die Schwangerschaften und Geburten haben wir gut überlebt, ohne Komplikationen. Zum Glück konnte Melitta ihren Job aufgeben und sich der Schwangerschaft und Kindern voll widmen. Und bis 1971 wohnten wir ja in Allschwil in einer 3.5-Zimmer-Wohnung. Unterbrochen wurde das nur mit unserem 12-monatigen Abstecher nach Manchester. Unsere Projekte, Auslandsaufenthalt und Hausbau haben uns immer beschäftigt und eine Arbeitsteilung zwischen mir und Melitta war immer klar, mit der Priorität für die Familie. Alle Entscheide wurden immer gemeinsam mit Rücksicht auf die Familie gefällt. Und die Kinder waren zwar Mittelpunkt, aber auch keine Hindernisse für weitreichende Veränderungen.
Es war immer klar, dass Melitta weiterhin zu Hause bleibt und die Kinder vorrangig betreut. Und geändert hat sich in der Beziehung zwischen mir und Melitta nur geringfügig. Da wir überwiegend im Ausland lebten und weit entfernt von unseren Eltern wohnten, waren die Beziehungen zwischen unseren Kindern und den Grosseltern stets ein erfreuliches Ereignis. Spannungen gab es nie zwischen Jung und Alt. Auch mussten unsere Eltern nie unsere Kinder hüten.
Unvergessliche Momente gab natürlich auch. Als Ralf mit 11Monaten einem Leistenbruch plötzlich im Kinderspital Basel operiert werden musste. Die Regeln waren aus heutiger Sicht gar nicht kinderfreundlich, denn wir mussten Ralf abgeben wie Stück-Ware und durften uns erst wieder vereinen bei der Entlassung vom Spital. Besuchen durften wir ihn auch nicht. Der Schaden war für beide, Eltern und Kind, durch diese brutale Trennung gross. Ralf hat sich nur schwer davon erholt, wenn überhaupt, wie wir oft bemerken.
Stefan hat auf der Lilien-Strasse in Allschwil mit andern Kindern schön gespielt und war unachtsam vom Trottoir auf die Strasse gerannt. Das herannahende Auto konnte mit Schnellbremsung inklusive Ausweichen einen Unfall verhindern. Da hat wohl ein Schutzengel mitgespielt.
Als Eltern waren wir sehr auf Disziplin und Offenheit erpicht. Und in Japan war die Umgebung so, dass die Kinder keine Chance hatten auf der Strasse mit Japankindern zu spielen. Denn die 100 % mit Schule und lernen beschäftigt. Aber unsere Kinder besuchten die Deutsche Schule in Kobe. Diese Schule war sehr gut geführt und unsere Kinder fühlten sich dort wohl. Sie fanden auch dort gute Freunde. Aber sie entwickelten sich dort zu „third cultured children“, indem sie mit einer Kultur konfrontiert wurden, die für sie neu war und mit der von zu Hause vermischten und dadurch ihr eigene dritte Kultur entwickelten. Was wichtig war für die Familie; sie hatte ihre eigenen Kulturen, und der Bezug zu alten Leuten fehlte komplett. Denn sie kamen nur mit jungen Familien, sogenannte Expats, in Kontakt. Die Einheit der Familie war dadurch viel kompakter und Kinder und Eltern bekamen eine viel engere Bindung.
Reisen
Oft hatten wir Gelegenheit, gemeinsame Ferien zu verbringen. Vor allem dann, wenn ich Homeleave hatte, nutzten wir die Gelegenheit, die Welt zu bereisen. So waren für uns Bali, Srilanka, Nepal, USA und Hawaii Destinationen, die wir alle mit der ganzen Familie glücklich besuchten und genossen. Einfach unvergessliche Zeiten mit unvergesslichen Erlebnissen. Die ich noch mit Fotos untermauern will. Vor allem die Ferien in Hawaii auf der Insel Kawei war vor unserer Rückkehr in die Schweiz ein absolutes Highlight. Zum Glück konnten wir in unser Heim in Frenkendorf zurückkehren und unsere eingestellten Möbel wieder benutzen. Das erleichterte unsere Rückkehr gewaltig.
Unsere erste grössere Reise im 1974 führte uns nach Bali, von dort in die Schweiz als Homeleave. Auf der Retoureise nach Japan verbrachten wir ein paar Tage in Hawaii auf der Insel Kawei. Das war für uns sehr beeindruckend. Vor allem auf Bali gab es damals nur zwei Hotels. Und die Hindukultur hat uns fasziniert.
Im 1976 einem weiteren Homeleave besuchten wir Srilanka, Singapur, Bangkok und Nepal mit einem Zwischenhalt in Bombay und New Delhi. Auf dieser Reise wurden mir mit Streiks der indischen Airline konfrontiert. Wir kamen so spät in New Delhi an, dass wir im Flughafen auf unseren Koffern übernachteten. Ja, diese Reise stand unter einem schlechten Stern. Denn Stefan verletzte sich einen Tag vor dem Abflug von Osaka sein rechtes Handgelenk an einer Fensterscheibe im Haus. Ausserdem auf der Rückreise von Bangkok nach Zürich wurde Ralf im Flugzeug der Swissair krank, mit hohem Fieber. Da kein Arzt an Bord war, durfte die Crew keine Medikamente herausgeben, sondern diskutierte, ob ein Zwischenhalt die richtige Lösung wäre. Aber die Crew entschied sich zum Weiterflug und betreute Ralf sehr sorgfältig mit kalten Wickeln, um das Fieber zu senken, was dann auch einigermassen gelang. In der Schweiz mussten wir, mit beiden Stefan und Ralf auf Arztvisite. Zum Glück ging es beiden nachher besser.
Rückkehr in die Schweiz
Die Rückkehr in die Schweiz 1981 war für mich und Melitta klar geprägt, die Familie zusammenzuhalten und den Kindern eine Ausbildung in der Schweiz ermöglichen. In der Schweiz war es möglich in Frenkendorf, dass Stefan und Ralf das Pro Gymnasium besuchen konnten. Aber die Integration verlief doch nicht so einfach. Nach dem Pro Gymnasium konnten beide die Berufsmittelschule für eine Ausbildung in Betriebswirtschaft besuchen und erfolgreich abschliessen. Dies war eine lehrreiche Ausbildung für ihre beruflichen Karrieren. Stefan nahm einen Job in der Finanzabteilung von einem Spielzeughersteller an. Und Ralf zog es in das Gebiet der Gesundheitsindustrie, einer Krankenkasse. Aber beide haben sich berufsbegleitend weitergebildet und konnten als Kaufmann mit höherer Ausbildung eine Stelle bekleiden. Stefan zog es wieder nach Asien und nahm eine Stelle in der Mongolei an, auf dem Gebiete der Logistik für eine Schweizerfirma.

Auch der Aufenthalt in Japan gehörte zum Highlight von meinem Leben. Und dies in verschiedener Hinsicht. Das Familienleben und die internationalen sozialen Kontakte waren von überragender Bedeutung. Dazu meine beruflichen Tätigkeiten, als Projektleiter von einem erfolgreich abgeschlossenen Prestige Projekt und als technischer Leiter in der Firma. Zu erwähnen sind auch die kulturellen Erfahrungen auf hohem Niveau.
Zum Schluss möchte ich meine Pension zusammen mit Melitta und der Familie geniessen.
Besonders in der Zeit nach dem Berufsleben, das heisst in den letzten 25 Jahren, konnten Melitta und ich super geniessen, mit zahlreichen Reisen und das Leben mit einem eigenen Haus mit schönem Garten. Und das alles konnten wir ohne Geldsorgen geniessen.
Besonders die Reisen nach Hongkong, wo unser Sohn mit seiner Familie lebte und arbeitete. Weitere Reisen, die uns beeindruckten waren: Australien, Patagonien, USA, Kanada, Japan, Namibia, Ägypten und Schwarzwald in Deutschland. Dazu kamen zahlreiche Flussreisen, eine Kreuzfahrt und einige Städtereisen, wie Rom und Paris. Ja, wir konnten uns den Luxus in all den Jahren leisten. Das brachte uns Beruhigung. Zum Glück wurden wir gesundheitlich nicht beeinträchtigt.
Gerne würden wir weiterhin mehr Reisen, aber die Gesundheit von mir beschränkt unseren Aktionsradius. Das vermissen Melitta und ich sehr. Aber natürlich sind die sozialen Kontakte weiterhin von Bedeutung.
Aktuell versuche ich mit Fernunterricht auf einem Keyboard das Klavierspiel zu lernen. Dies mit mässigem Erfolg. Aber es macht Spass. Aber trotzdem werde ich weiterüben.
Zum Thema Haustiere kann ich folgendes bemerken. Als ich noch zu Hause bei den Eltern lebte, lebten immer eine oder zwei verwöhnte Katzen mit der Familie. Auch hatte Melitta in ihrer Wohnung eine schwarze Hauskatze. Das ging gut, denn diese musste immer in der Wohnung oder auf dem Balkon leben. Kompliziert wurde, als ihr Mutter mit einem Schimpansen von Indien zurückkehrte. Da Spiel des Affen mit der Katze spielten sich dann groteske Situation ab. Einmal an einem Ostersamstag stahl mir dieser Affe Shumie meine Brille von der Nase und zerbrach sie mit einem Grinsen, das man nicht mehr vergessen. Das hiess dann, Ostern ohne Brille.

Rückblickend auf mein Leben war unser Aufenthalt in Japan von 1973 bis 1981 das Highlight für die Familie und mein Berufsleben.
Wer hat schon als Masch. Ingenieur die Chance als Projektleiter auf einem ehemaligen Reisfeld in Sasayama eine pharmazeutische Produktionsanlage zu planen, zu bauen und in Betrieb zu nehmen. Und das alles in einem komplett neuen und gepflegten Umfeld. Für mich als Projektleiter und Projektingenieur und für meine Familie in, für Verhältnisse in Japan, auf einem gehobenen Stand. Die Chance haben wir, die Familie und ich, mit grossem Engagement, voll benutzt. Natürlich mit Geben und Nehmen auf Augenhöhe. Die japanische Kultur faszinierte uns von allem Anfang an.
Das Projekt Sasayama
Im Jahre 1971 kurz nach der Fusion von Ciba und Geigy zu Ciba-Geigy hat die Pharma Divisionsleitung in Japan entschieden, eine neue pharmazeutische Produktionsanlage zu planen und bauen. Dies anstelle der vorhandenen Produktion in Takarazuka. Dafür kaufte die Tochter Ciba Japan, 300000 m² Land in Sasayama, in einer landwirtschaftlichen Zone für Reisanbau. Das wurde von der damaligen Regierung Tanaka propagiert, um Städte zu entlasten. Solche Projekte profitierten damals von Steuerbegünstigungen. Und da für die Belegschaft Wohnungen gebaut werden mussten, wurde mit Land für die Fabrikation, noch ein Hügel gekauft für den Wohnungsbau. Der Berg wurde abgetragen und das anfallende Material als Füllmaterial auf dem vorgesehenen Fabrikgelände deponiert. Für mich ein einmaliger, mutiger, aber cleverer Vorgang. Und es hat 100 % geklappt.
Für ein solches Projekt ausgewählt und bestimmt zu werden, darauf bin ich sehr stolz.
Im April 1973 flog ich mit meiner Familie mit der Britischen Airways via Ankkoridge nach Japan. In Osaka auf einem ehemaligen Militär-Flughafen kamen wir an und wurden von der Firma abgeholt. In den ersten Tagen wurden wir im Hotel Takarazuka untergebracht.
Mit viel Arbeit und kompetentem Management auf allen Ebenen konnte das neue Werk im Herbst 1956 erfolgreich und unter dem Beisein von Politik und Geschäftsleitung mit einem religiösen Ritual der Shintoreligion eröffnet werden.
Eine Anekdote: Bei der Eröffnungsfeier, wurde uns, zahlreichen Anwesenden, stehend das Essen serviert, wie Ei Stehpartys so üblich. Plötzlich gesellte sich der Verwaltungsratspräsident von Ciba-Geigy, Dr. Louis von Planta, mit vollem Teller zu mir, um mir persönlich zu meiner Leistung zu gratulieren. Dann passierte es, ich in meiner Aufregung dankte für die Ehre und dabei flog aus meinem Mund ein kleiner Spagettibrocken direkt auf seinen Teller. Was geschehen ist, habe ich ihm sofort erzählt, mich entschuldigt und wollte ihm den Teller sofort wegnehmen. Das Ungewöhnliche geschah, er sprach ganz ruhig zu mir, nicht nötig, das passiere immer wieder, ohne, dass man es merke.
Arbeiten für die WHO
Im Frühjahr 1980 wurde ich für drei Monate für die WHO nach Indonesien delegiert, um für das Gesundheitsministerium für eine bestehende Pharmafabrik Sanierungspläne auszuarbeiten. Dies als Hilfe der Ciba-Geigy an Indonesien. Mit dem blauen Pass der WHO flog ich nach Jakarta, wurde stellvertretenden Gesundheitsminister empfangen und eingewiesen. Ich lebte im Hotel, hatte einen Chauffeur mit Auto, der mich täglich vom Hotel in die Fabrik fuhr.
Was ich dort antraf, war unglaublich für meine Erfahrungen und mein Wissen. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal und doch war diese Produktionsanlage wichtig für die Bevölkerungen auf den zahlreichen Inseln. Die Medikamente wurden nach den Rezepten der WHO hergestellt, inklusive Spritzen. Nach sechs Wochen kehrte ich für ein paar Tage nach Japan zurück, um Melitta für ein paar Tage nach Jakarta mitzunehmen. Dort verbrachten wir ein paar Tage mit einem wunderbaren Abstecher nach Yogyakarta. Meinen Anschlussbericht musste ich in New Delhi in Indien beim Headquarter der WHO abgeben. Eigentlich drei verlorene Tage, da unproduktiv. Aber es reichte dennoch für einen Abstecher nach Tajmahall.
Bin hierher korrigiert

Das ist ein schwieriges Kapitel für mich. Sicher sind Erinnerungen vorhanden, für die ich die Konsequenzen besser hätte überlegen müssen. Aber wenn man aus der Kirche kommt, ist man immer klüger.
Aber das war meine grösste Dummheit, so hatte ich mein erspartes Geld, 25’000 HF, das ich bei meinem Hausbau durch Eigenleistung erwirtschaftete, meinem Schwager für sein Restaurant mit deinem Vertrag zur Verfügung gestellt. Dieser machte Konkurs und das Darlehen mussten wir abschreiben.
Im Nachhinein muss ich feststellen, dass ich mich gerne in der Dorfpolitik vermehrt betätigt hätte. Aber mit dem Beruf und der Familie fühlte ich mich voll ausgelastet. Dass ich daran Geschmack gefunden hätte, habe ich bemerkt, als ich für ein paar Jahre in der Rechnungsprüfung Kommission mitarbeiten und doch einige Neuerungen einbringen konnte. Nachher fühlte ich mich zu alt. Auch würde ich in einem Dorfverein Mitglied werden wollen.
13.Oktober

Das älter werden beschäftigt mich eigentlich erst ab dem 70. Lebensjahr. Denn in diesem Alter bemerkte ich, dass mit meinem Herz etwas nicht stimmen konnte. Denn damals im 2006 spürte ich Schmerzen in der Brust und liess mich in die Notfallstation im Kantonsspital Liestal bringen. Dort wurde zwar kein Herzinfarkt festgestellt, aber verengte Herzkranzgefässe. Im Unispital Basel, wurde mir einen Stent gesetzt. Der hat mich wieder auf Trab gebracht und mir wurde eröffnet, dass tägliches Bewegen nicht schaden würden.
Seit dieser Operation trainiere ich nun jeden Tag mindestens 30 min. oder mehr. Und zusätzlich gehe ich noch mit meiner zweimal wöchentlich ins Krafttraining.
Aber wir nutzten die Zeit zum Reisen, ausgiebig:
Im 1998 nach Japan um Freunde zu treffen
1999 Mongolei, weil unser Sohn dort arbeitete
Unser Sohn Stefan arbeitete von 1996 bis 1997 in der Mongolei und lernte dort seine Frau kennen. Heirat in Frenkendorf im 1998
2002 China und Mongolei, ausgeprägte Reise durch die Mongolei. Zugreise von Peking nach Ulan-Bator. Rundreise in der Mongolei uns wohnen in der Jurte.
2003 Hongkong, nachdem Stefan mit seiner Familie für die Logistikfirma Panalpina nach Hongkong verlegt wurde, besuchten wir die Familie in der naheliegenden Insel, Discovery Bay für drei Wochen im Dezember.
1998 Japan
1998 Mongolei
2002 China Mongolei
2004 Hongkong
2005 Australien mit Ralf und Sandra8
2006 Japan, 30 Jahre Sasayama
2007 Hongkong
2008 Irland Busreise
2009 Portugal Flug und Busreise
2011 Patagonien
2014 Namibia
2016 Kreuzfahrt
2007 Flussfahrt auf der Seine von Paris nach Fleur
2017 Flussfahrt Donau
2018 Flussfahrt Rhein
2019 Bus und Schifffahrt nach Sizilien
Unsere Ferienwohnung in Gunten:Von allen Reisen sind Fotos vorhanden und werden in einem Fotobuch festgehalten.
Und was doch eine bedeutungsvolle Periode war, wir kauften im 2001 eine Ferienwohnung in Gunten am Thunersee. Sie gehörte unseren Freunden, Daniel und Ursula Fankhauser. Denn schon lange zog es uns, vor allem mich, an den Thunersee. Thunersee deshalb, weil ich 1957 dort in der Kaserne die UO Schule für Geschützmechaniker besuchte und abverdiente. Diese Gegend hatte sich in meinem Innern eingeprägt. Schon 1952 mit der I.O.G.T in Gwatt an der Mündung der Kander in den Thunersee. Mit dem Kauf der Ferienwohnung, eine 4.5 Zimmer Dachwohnung, hatte sich für uns einen Traum erfüllt. Diese Wohnung war für 12 Jahre unser Refugium, bis es uns zu viel wurde 2 Haushalte zu führen. 2015 haben wir die Wohnung schweren Herzens verkauft.
Aber in dieser Periode unternahmen wir zahlreiche und unvergessliche Ausflüge im Berneroberland. Und der Umstand, dass unser Neffe Thomas, als Besitzer das Hotels Bernerhof in Gstaad führt und führte, erschloss uns das Berner Oberland noch nachhaltiger.
Mitgliedschaft bei den Odd Fellows, einem internationalen Orden: 1983 bin ich in den Orden der Odd Fellows eingetreten. Dies auf Vermittlung von meinem Schwager Karl Auch war ich bei den OF in der Loge zu den drei Ringen von 1997 bis 2006 Schatzmeister für die Loge, die Stiftung und der OFHG. Von 2006 und 2007 war ich Obermeister und von 2008 bis 2017 amtierte ich als Präsident der Stiftung Bärty und Dillingen Deppeler. Diese Ämter haben mich viele Stunden Einsatz gekostet, was ich aber nicht ungern bewerkstelligte.
Unser Garten:Der Einzug in unser neues Haus am Buchenweg drei in Frenkendorf, konfrontierte mich erstmals mit der Gestaltung eines Gartens. Wir standen also in einem halb fertigen Haus und unfertigen Garten, der gestaltet werden möchte. Nur zögerlich bemerkten meine Frau und ich sowie unsere Kinder wie wunderbares sein muss einen gepflegten Garten zu haben. Also gingen wir gemeinsam ans Werk und fragten unsere Nachbarn, wie so etwas angegangen werden sollte. Einen Gärtner zu fragen oder zu beauftragen konnten wir nicht, denn uns fehlte schlicht und ergreifend das Geld dazu. Das hiess natürlich selber Hand anlegen und mit einfachen Werkzeugen etwas zu gestalten. Etwas Gärtnern hatte ich ja zu Hause gelernt in meinen Jugendjahren im Negerdörfli mit meinem Vater. Just vor unserer Abreise nach Japan hatten wir so etwas gestaltet, dass man einen Garten nennen konnte. Rasen und Pflanzen waren einfach, aber es war ein eigener Garten, den man benutzen und pflegen konnte.
Erst nach unserer Rückkehr aus Japan im Sommer 1981 hatten wir, mit den Kenntnissen von japanischen Gärten, ganz klare Vorstellungen wie unser Garten gestaltet werden soll. Denn in Japan hatten wir oft Gelegenheit, japanische Gärten zu besuchen und zu bestaunen. Für uns war klar, unser Garten muss ein Touch von japanischen Gärten aufzeichnen. Aber das konnten wir nur mithilfe von renommierten Gärtnern bewerkstelligen. Unsere Fotos zeugen davon.
Mein Leben ist in verschiedener Hinsicht dokumentiert. Diese Dokumente gehören eigentlich zu dieser Biografie.
Unterlagen zur Lehrabschlussprüfung sind vorhanden. Note 5,4. Auch über den Abschluss der Ingenieursausbildung ist vorhanden mit der Abschlussarbeit. Die schriftlichen Prüfungen habe mit der Note 5.2 abgeschlossen.
Weiter liegt eine Dokumentation über die von mir projektierte pharmazeutischen Produktionsanlage in Sasayama. Zahlreiche Fotos, die ich versuche, in Fotobüchern anzulegen.
Über unsere Ferienwohnung in Gunten liegen zahlreiche Dokumentationen bereit
Ab dem Rentenalter spielten die Familien der Söhne und Enkel eine grosse Rolle. Da Stefan im 1996 in der Mongolei, Ulaan Bator, eine Stelle annahm, besuchten wir dieses für uns fremde Land mit Interesse. Dort arbeitete er für eine Schweizer Firma, die mit Zigaretten handelte. Dort lernte er auch seine Frau Ulzii kennen, die er dann auch 1998 in der Schweiz heiratete. Sie schenkte ihm zwei Söhne, Felix und Lucas. Während Felix im 1998 in der Schweiz das Licht der Welt erblickte, kam Lucas am 16. Oktober 2000 in Hongkong auf die Welt. Denn Stefan hatte inzwischen den Job gewechselt zur Firma Panalpina, die ihn alsbald nach Hongkong versetzte. Und da er die wichtigsten Jahre seiner Jugend in Japan verbrachte, zog es ihn immer wieder nach Asien.
Am 16. Oktober 2000 wäre meine Mutter genau 100 Jahre alt geworden. Das betrachten wir als eine glückliche Fügung.
Die Ehe von Stefan wurde 2016 geschieden und er arbeitet nun für das Inselspital in Bern, nachdem Panalpina mit einer dänischen Firma fusionierte und er dort die Stelle verlor. Unsere Enkel, Lucas und Felix, haben Melitta und ich immer unterstützt, während sie bei Mutter Ulzii wohnten. Felix ist jetzt gelernter Koch und Lucas hat die Handelsschule mit der Berufsmatur abgeschlossen. Er will indessen Lehrer werden. Ulzii arbeitet jetzt in einem Alter und Pflegeheim als Pflegehelferin mit einem RKI Diplom. Für Ulzii haben wir den Rotkreuzkurs bezahlt und das hat sich mehr als gelohnt.
Ralf, der um drei 3 Jahre Jüngere als Stefan, besucht wie Stefan nach dem Progymnasium die Mittelschule für Handel und Wirtschaft. Nachher studierte er berufsbegleitend, mit Erfolg die Handelsschule Baselland, die spielend absolvierte. Er arbeitete nachher als Projektleiter bei einer Krankenkasse und derzeit bei einer Versicherung, auch als Leiter von Spezialprojekten für digitale Kundenbegleitung. Seine Tochter Xenia besucht uns oft mit ihm zusammen.
Was tust du für deine geistige und körperliche Fitness? Welche Veränderungen stellst du fest?

21.7 Körperliche und geistige Fitness
Sich körperlich und geistig fit zu halten hatte immer eine sehr hohe Priorität in meinem Leben. Ab dem 16. Lebensjahr, d.h. seit dem ich Kajak gefahren bin habe ich meinen Körper im Schuss gehalten. Damals haben wir, wenn immer möglich, fünf mal in der Woche trainiert und auch meisten über die Wochenenden. Dazu sind wir als Gruppe rennt Paddler, oft von Schaffhausen nach Stein am Rhein und zurück gerudert. Das waren dann bald mal 40 km, Rhein aufwärts 20 und abwärts 20 km. Nach dem Militär, das war 1958 wo ich mich eingeschrieben am Abend Technikum Zürich eingeschrieben hatte. Das war neuen Semester, oder viereinhalb Jahre in denen ich den Sport vernachlässigen musste. In ließen 54 Monaten hatte ich richtig an Gewicht zugenommen. Von circa 68 kg auf fast 75 kg. Nach dem Abend Tech war ich sehr beschäftigt mit meinen neuen Einstellungen in Zürich und Basel. In Basel bei der JR Geigy AG. Auch während dieser Zeit habe ich praktisch keinen Sport betrieben und weiter an Körper-Gewicht zugelegt. Erst bei unserem Aufenthalt in Japan habe ich wieder begonnen systematisch zu Joggen und Tennis zu spielen. Dabei habe ich mich wieder aufgefangen.
Zurück in Basel habe ich mich wieder regelmässig Tennis gespielt und mich Mental mit Autogenem Training befasst. Das Autogene Training hat mir sehr geholfen, in dem ich jeden Morgen vor der Fahrt ins Büro circa 20 Minuten am Boden liegend Autogenes Training absolvierte. Das habe ich über zehn Jahre bis zur Pension im 1998, täglich bewerkstelligt.
13. Februar. Im Jahre 1983 bin ich in den internationalen Orden der Odd Fellows, durch die Vermittlung von meinem Schwager Karl, eingetreten. Und das in Basel, in die Loge zu den drei Ringen. In diesen nun 200 jährigen Orden ist a
Arbeit an sich selbst oberstes Gebot, in den Gebieten, Freundschaft, Liebe und Wahrheit mit dem Ziel die eigene Persönlichkeit zu fördern mit ethischen Denken und Handeln. In diesem Orden habe ich zahlreiche Vorträge formuliert und vorgetragen, von denen die wichtigsten im Anhang anzutreffen sind. In diesem Orden bin ich bis heute treu geblieben und habe zahlreiche Freunde kennengelernt.
Derzeit mit meinen 86 Jahren brauche ich keine Hilfen zur Gestaltung meines Lebens. Denn mit Medikamenten kann ich meine Gebresten in Schach halten. Wenn man bedenkt, dass ich in meinen Herzkranzgefässen drei Stents eingesetzt bekommen habe und meine Körperaorta wegen einer Amnesie ebenfalls mit Stents Unterstützung erhalte, so kann ich mit Medikamenten das Leben trotzdemDerzeit mit meinen 86 Jahren brauche ich keine Hilfen zur Gestaltung meines Lebens. Denn mit Medikamenten kann ich meine Gebresten in Schach halten. Wenn man bedenkt, dass ich in meinen Herzkranzgefässen drei Stents eingesetzt bekommen habe und meine Körperaorta wegen einer Amnesie ebenfalls mit Stents Unterstützung erhalte, so kann ich mit Medikamenten das Leben trotzdem genießen.
Die Bedeutung meiner Erinnerungen ist sehr hoch und hat mit dem Schreiben meiner Biografie täglich zugenommen. Ich habe eine grössere Zahl an Dokumenten aufbewahrt auf die ich nun zurückgreifen kann, um so meine Erinnerungen mit Leben aufrecht zu erhalten.
Über meine Selbstständigkeit bin ich sehr dankbar. Und, dass meine Frau, Melitta, mit mir zusammen noch im eigen Haus ohne Hilfe ein erfreuliches Leben führen können, dafür sind wir dankbar und wir planen, solange wie möglich im eigenen Haus zu leben und einander zu helfen. Bereits haben wir einen Gärtner, der uns ein bis zweimal pro Jahr hilft. Nun sind wir am planen, inwiefern wir eine Hilfe für die Unterhaltsreinigung.
Meine Dokumentationen sind sehr Umfangreich. Fotos, leider meistens in Fotokopien sind von all meinen Lebensphasen vorhanden. Zudem Zeugnisse und die Diplomarbeit sind wie neu erhalten geblieben. Für mich sind das wichtige Zeugen meines Lebens und sollen für meine Erben erhalten bleiben.
Brauchst oder erhältst du Hilfe? Welcher Art? Wo mangelt es?

Wie wichtig ist dir deine Selbständigkeit in der Gestaltung deines Alltags? In welchem Ausmass könntest du mit Einschränkungen leben?

Welche Bedeutung haben deine Erinnerungen mit dem Älterwerden?

In welcher Form hast du oder ist dein Leben dokumentiert? Wie wichtig ist das für dich?


Ich habe mich seit Jahren an meine Endlichkeit Gedanken gemacht. Zu diesem Thema habe ich verschiedene Bücher und Essays gelesen. Das Buch von Irvin. D. Yalom; IN DIE SONNE SCHAUEN, ist dazu prädestiniert. Es ist von Bedeutung, dass man sich Gedanken über seinen Tod macht und die Folgen. Das Unabwendbare wird dadurch wesentlich erleichtert.
Meine Erwartungen sind konkret darauf gerichtet, dass alles Notwendige für meinen Nachlass geregelt ist. Ich möchte mit Melitta verhindern, dass es zu einem Erbstreit unter unseren Söhnen Stefan und Ralf kommt. Wenn immer möglich, wollen Melitta und ich das gemeinsam so lange wie möglich gemeinsam gestalten.
Das Buch, IN DIE SONNE SCHAUEN, von Irvin D. Yalom beschreibt in eindrücklicher Weise, wie man die Angst vor dem Tod überwindet. Er schreibt, es gibt ein Leben vor dem Tod und über die Dinge im Leben, die wirklich wichtig sind. Ich empfehle dieses Buch allen älteren Menschen.
Über das Ableben haben Melitta und ich oft gesprochen. Und es ist klar geworden, wenn ich zuerst abberufen werde, wird Melitta im Haus verbleiben. Wenn Melitta vor mir gehen müsste, müsste ich mit einem Altersheim vorliebnehmen, da mich Haus und Garten komplett überfordert wäre. Alternativen zum Altersheim sehe ich nicht.
Aber für diese Situationen habe ich und Melitta je ein Testament handschriftlich formuliert und rechtlich überprüfen lassen. Und die Testamente sind mit dem Ehevertrag abgestimmt.
Mein grösster Wunsch für die nächsten Jahre ist, dass ich noch ein paar glückliche Jahre zusammen mit Melitta in unserem Haus verbringen darf.
Für das Ableben eines Lebenspartners, ist so weit vorgesorgt, dass testamentarisch auch vertraglich geregelt, dass der VZ als Willensverstrecker amten wird. Nach meinem Ableben würde meine Frau Melitta weiterhin so lange wie möglich im Haus bleiben und falls nötig externe Hilfe in Anspruch nehmen.
Wir bemühen uns, einen Aufenthalt im Altersheim zu vermeiden. Falls nötig, werden wir noch Pflegehilfen in Anspruch nehmen.
Mein Wunsch für die nächsten Jahre sind, so alt wie meine Geschwister zu werden, d.h. bis über 90 das Leben mit guter Lebensqualität erleben zu können.

Die heutige Jugend hat wesentlich mehr Möglichkeiten und Freiheiten, das eigene Leben zu gestalten. Und ein 20-Jähriger heute ist verglichen mit 1956, als ich 20 Jahre alt war. Sie sind besser ausgebildet und reifer fürs Leben gewappnet. Allerdings sind die Gefahren ins Abseits abzutauchen gross. Die Frauenpower erachte ich als grösste gesellschaftliche Veränderung, aber als essenzielles Plus für die Menschheit und Gesellschaft. Das beobachte ich auch bei meinen Söhnen und Enkeln und Enkelinnen.
Wäre ich heute, im Jahre 2022, 20 Jahre alt, würde ich die heutigen Vorteile, welche junge Leute heute geniessen, ausnutzen, um mir ein lukratives Leben auszubauen. Die Aus- und Weiterbildung wäre für mich erste Priorität. Die Möglichkeiten auf dem Gebiet der Klimaforschung und Paläontologie würde ich studieren, um die Zusammenhänge der Evolution mit den veränderten klimatischen Entwicklungen besser zu erkennen. Es müsste Forschung sein, an einer renommierten Universität.
Auch würde ich für eine Partnerin interessieren, mit der ich auch beruflich zusammenarbeiten könnte.

Ich bin in einer Familie mit katholischem Hintergrund aufgewachsen und habe in meiner Schulzeit den Religionsunterricht besucht, habe die Erstkommunion und die Firmung praktiziert. Meine Mutter war sehr religiös und besuchte, auch unter erschwerten Umständen, jeden Sonntag die katholische Kirche. Mein Vater war auch katholisch erzogen worden, glaubte aber nichts, was mit Religion in Verbindung gebracht werden konnte. Ja, er wurde wütend, wenn über die Kirche oder die katholische Religion zur Sprache kam. Er muss sehr negative Erlebnisse in Neuägeri in der Schule gehabt haben. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass er von Würdenträgern der Kirche missbraucht wurde, so wütend wurde er jedes Mal bei religiösen Themen die katholische Kirche betreffend.
Deshalb, dieses Umfeld brachte es mit sich, dass ich nie überzeugter Katholik wurde. Ja, ich habe mich schon um die Religionen gekümmert, aber eher, dass ich wohl an eine höhere Macht glaubte, im Sinne eines Agnostikers. Auch war ich überzeugt von Darwin und seinen Schriften zur Evolution. Das hatte auch zur Folge, dass ich evangelisch heiratete, der Religion meiner Frau. Und die Kinder wurden dann auch evangelisch erzogen, christlich getauft und konfirmiert. Und dieser Umgang mit der christlichen Religion hat sich für unsere Familie richtig bewährt.
Die mehr als 8 Jahre in Japan haben meine Familie und mich mit der Urreligion, Shinto und dem Buddhismus konfrontiert. Und besonders der Buddhismus hat mich beeindruckt und begeistert. Aber auch der Shinto Religion kann ich viele positive Seiten zugestehen. Einerseits musste/durfte ich als Vorgesetzter einigen Ritualen, Hochzeiten, Beerdigungen und last but not least, Eröffnungszeremonien, beiwohnen. Dazu habe ich zusammen mit der Familie zahlreiche Shinto Schreine und buddhistische Tempel besucht. Einmal sogar habe meine Frau und ich in einem buddhistischen Tempel übernachtet. Dazu gehörte ein Ritual, das speziell für uns zelebriert wurde.
Besonders den Buddhismus habe ich etwas tiefer studiert und darüber. Zurück in Basel einige Vorträge gehalten. Diese sind im Anhang ersichtlich.
Als Agnostiker glaube ich an eine höhere Macht und an ein Kollektivessbewusstsein, wie es von C.G. Jung vertreten wird. An eine Wiedergeburt kann ich nicht glauben, aber, dass unser Bewusstsein im Kollektiven weiter existieren wird, davon bin ich überzeugt. Auch bin ich überzeugt, dass der Buddhismus an Bedeutung gewinnen wird, denn es ist eine Religion und Lebensphilosophie, die als einzige existierende Religion wissenschaftlich aufgebaut ist und das ohne Dogmen. Zudem, der Buddhismus ist nicht für das Jenseits zuständig, sondern nur für das Diesseits.
Bibelkunde beschränkt sich auf das, was ich Religionsunterricht während der Schulzeit gelernt habe. Aber den Religionsunterricht zur Firmung, konnte ich zusammen mit Erich Von Däniken besuchen. Aber damals im 1950 ist er mir nicht speziell aufgefallen, erst im Nachhinein, als ich seine Bücher las.
Ein Kirchenaustritt kam für meine Frau und mich nie Frage, obwohl ich katholisch bin und meine Frau reformiert geblieben ist. Die Kinder wurden ebenfalls protestantisch erzogen. Und Kirchensteuer bezahlen wir heute.

Ich muss den Titel noch einmal überarbeiten, denn ich bin mir noch nicht sicher, was ich und wie ich ihn formulieren will.
Beim Schreiben nach den Empfehlungen dieser Vorlage habe ich gestaunt, wie weit ich mich zurückerinnern kann und wie detailliert mir die Zeit der Primarschule vorgekommen ist. Verschiedene Erlebnisse habe ich nicht erwähnt, da ich mir vorstellte, nicht im Sinne der Leser zu handeln.
Auch ist mir aufgefallen, wie wenig ich über das Leben meiner Eltern vor ihrer Muss-Heirat wusste. Und mich reut es ungemein, nicht danach gefragt zu haben. Für Nachforschungen ist es leider zu spät.
Meine Biografie soll Zeuge sein, für meine Nachkommen. Auch wollte ich mein attraktives Leben nochmals in Gedanken nacherleben und das ist mir gelungen. Denn was ich in den verschiedenen Lebensphasen alles erlebt habe, ist grossartig. Auch wie sich die Gesellschaft, die Politik, die Technik, die Wirtschaft entwickelt hat, ist aus meiner Sicht, gelinde gesagt phänomenal. Und jetzt in den letzten Jahren die Digitalisierung zu verfolgen und selbst davon zu profitieren ist schwer nachvollziehbar. Dazu kommen natürlich noch die Klimakatastrophe, COVID-19 und nun der unsägliche Krieg in der Ukraine. Gerade über die drei letzten Katastrophen werde ich noch meine Gedanken, Erlebnisse und Feststellungen beschreiben.
Für mich war das Schreiben meiner Biografie nie ein Muss, sondern ein Erlebnis besonderer Art. Besonders, weil ich eine Schwellenangst überwinden musste, infolge meiner beschränkten Deutschkenntnisse, meinem einfachen Vokabular und den suboptimalen Kommentaren meiner Lehrer während der Schulzeit bezüglich meines Deutsch, besonders in den Aufsätzen, deren Erledigungen ich buchstäblich hasste.
Natürlich gibt es Dinge, über die ich nicht geschrieben habe. Es sind zwar keine Fehler oder Fehlverhalten enthalten, aber ich bin überzeugt, dass es, wie in jedem Leben, Geheimnisse geben muss und kann.
Das Formulieren der Biografie hat mir sehr viele erfreuliche Momente beschert. Sei es bei verschiedenen Themen meiner Jugend, oder beim Schreiben über meinen Berufsweg. Denn beim Nachdenken und Niederschreiben, sind bei mir Zusammenhänge aufgefallen, an die ich nie gedacht hätte. Indes ist mir klar geworden, dass zahlreiche Glücksfälle im Spiele waren. Und meine Laufbahn hätte auch viel anders verlaufen können.
Geschrien habe ich regelmässig. Das ist es mir nie schwergefallen. Die Zeit, die dafür aufgewendet habe, ist mir nicht bekannt, denn es hat mir durchwegs Spass gemacht und ich habe so oft wie möglich formuliert. Ich werde weiterhin alles tun, um die notwendigen Arbeiten zu erledigen.
Falls du es schon früher versucht hast, was hast du anders gemacht, so dass es diesmal geklappt hat?

Gedacht hatte ich schon vor ca. 10 Jahren eine Biografie zu schreiben, aber ich wusste schlicht und ergreifend nicht wie ich beginnen sollte. Eifrig habe ich im Internet gesucht. Aber immer, wenn als Erstes vorgeschlagen wurde, mit einem Stammbaum zu beginnen, hat es mir abgestellt. Bis ich an einem Sonntagmorgen im Radio SRF1 mit meiner Frau Melitta, wie jeden Sonntag, wenn immer möglich, die Sendung „Persönlich“ mit Herrn Bohli gehört habe, hat es bei mir Klick gemacht. Denn Herr Bohli hat mich richtiggehend überzeugt. Noch gleichentags habe ich mich via Internet angemeldet. Und seine Beschreibung und die angebotene Unterstützung hat mir sofort gefallen. Sie hat mir meine Schwellenangst, einen eigenen Text zu verfassen, weggenommen. Und mit Begeisterung habe ich auf meinem iPad Pro, zu schreiben angefangen.
Jemanden, der beabsichtigt über sein Leben zu schreiben, würde ich klar die Webseite von, „meet-my-live“ empfehlen, denn etwas Besseres kann ich mir nicht vorstellen. Und wie man geführt wird, ist einfach grossartig. Dass ich meine Biografie formuliert habe, befriedigt mich sehr. Und wenn ich mit meiner Frau Melitta und Söhnen, Stefan und Ralf, darüber diskutiere können wir glücklich über unsere Leben und die gemeinsame Vergangenheit diskutieren. Besonders über unser Ex-Pat Dasein in Japan, wo wir die Kultur, das japanische Essen und die Freunde im Clubleben geniessen konnten.
Was der unbekannte Leser aus meiner Lebensgeschichte lernen können ist sehr schwierig zu formulieren. Doch der Glaube an die Fähigkeit, das Unmögliche zu wagen und zu verwirklichen ist eindeutig zu lernen. Und dass man dazu eine starke Partnerin braucht, die einem den Rücken frei hält, gehört unbedingt dazu. Aber dazu eignen sich die derzeitigen Familienverhältnisse, wo der Mann zusammen mit der Frau für das Einkommen für einen Lebensunterhalt beteiligt sind, wäre dazu nicht so geeignet. Trotzdem stehe ich die Emanzipation der Frauen und ihren beruflichen Erfolgen sehr positiv. Daher sehe ich gegenüber früher sehr unterschiedliche Lebensformen und bin überzeugt, dass damit auch eine Interesse an unser Lebensformen bestehen, wo die Familien mit getrennten Aufgaben zwischen Mann und Frau das Leben glücklich Meistern konnten und die heranwachsenden Kinder sehr Wohl fühlten.
Während des Schreibens meiner Erinnerungen, sind mir dauernd neue Ereignisse in meinem Gehirn aufgetaucht. So mein gelebtes Leben, ist mir seitdem ich darüber schreibe, vielmehr ins Bewusstsein eingedrungen.
Wie stellst du dir den Leser deiner Lebensgeschichte in Hundert oder Zweihundert Jahren vor?

Ich selbst zweifele sehr, ob meine Biografie in hundert oder zweihundert Jahren noch vorhanden sein wird. Denn in der heutigen schnelllebigen und komplexer werdenden Welt werden Biografien nicht mehr gelesen. Denn ich erwarte, dass bis dann, mit der fortschreitenden Digitalisierung, weitaus andere Formen der Kommunikation zur Verfügung stehen werden. Auch stellt sich mir die Frage, ob das geschriebene Wort überhaupt überstehen kann.
Wie ich in Erinnerung bleibe, hat weniger mit meiner Biografie zu tun, als wie ich mich in meiner Entourage täglich verhalten und gelebt habe. Und dazu habe ich mich seit Jahrzehnten darauf eingestellt und mich auch entsprechend verhalten.
In den 87 Jahren seit meiner Geburt in Schaffhausen hat sich sehr viel und immer öfter, verändert. Die Nachkriegszeit mit dem Beginn des Eisernen Vorhang bleibt stark in Erinnerung. Zudem die Einführung der Fernsehsendungen mit den abendfüllenden Unterhaltungen. Dazu die Liveübertragungen vom Sport. Das hat doch stark zur Veränderung in der Gesellschaft beigetragen. Man blieb eher zu Hause als vorher. Dazu kamen der wirtschaftliche Aufschwung in Europa. Allerdings mit hoher Inflationsraten verbunden. Trotzdem, die Lohnbezüger hatten in den 60ern zum ersten Mal Gelegenheit, Ferien ausserhalb des eigenen Landes zu geniessen. In den 70ern prosperierte die Wirtschaft und es kam zu zahlreichen Fusionen und Geschäftsübernahmen. Auch wurde die EWR mit sieben Staaten aufgebaut. In den 80ern erstarkte die Globalisierung und veränderte die Welt. Die zusätzlich einsetzende Computertechnik beschleunigte dieses Marktgeschehen. Dann 1989 brach die Sowjetunion auseinander und der Kalte Krieg wurde beendet. Ab 1990 glaubte die Gesellschaft im Westen an den Frieden und die Globalisierung wurde auf China und Russland ausgedehnt und dir Menschheit erhoffte sich damit, Frieden mit Handel aufrechtzuerhalten zu können. Und bis 2014 glaubte man sich in einer friedliebendes und sorgloses Leben. Und die Wirtschaft in China erstarkte zusehends und wurde zur drittgrössten Wirtschaftsmacht. Während die Digitalisierung mit dem iPhone und Supercomputers die Welt eroberte.
Welches war die schönste Zeitperiode deines Lebens?

Als Highlight in meinem Leben steht Japan im Vordergrund. Dieses fast 9 jährige Leben mit der Familie im fernen Osten kann durch nichts mehr übertroffen werden. Denn mein Job, die Kultur und Religionen haben uns soviel Unbekanntes gebracht, dass wir täglich geniessen konnten und das alles auf Augenhöhe oder Besser. Und die Tatsache, dass für und die ältere Generation fehlte hat uns als Familie ungemein zusammengeschweisst. Da ich erfolgreich war in meinem Job bei Ciba Geigy, konnten ich und meine Familie auch bei den Japanern punkten, was für Ausländer oder Gaijin, wie die Japaner die Expats bezeichnen, nicht immer der Fall war.
Das alles wurde möglich, weil ich durch die Fusion den Job in Japan bekam. Aber einen besonderen Verdienst und Dank gebührt meiner Gattin Melitta. Sie war begeistert mit der Familie nach Japan zu ziehen und hat mir bei allen Situationen den Rücken frei gehalten, damit ich mich auf meinen Job konzentrieren konnte.
Das Schreiben meiner Biografie hat mir sehr viel Spass bereitet. Und hat mir neue Erkenntnisse von meinem Leben gebracht, die ich komplett vergessen hatte. Ja ich kann ohne Umschweife gestehen, ohne die exzellente Führung mit cleveren Fragen, hätte ich das nie geschafft. Aber rückblickend kann ich doch erwähnen, dass ich nach dem Formulieren viel zufriedener bin als vorher. Denn meine Herkunft und Ausgangslage sah nicht so rosig aus. Und in einem Einfamilienhaus mit neun Personen zusammenzuleben war nicht immer einfach. Denn man muss sich vorstellen im ganzen Haus war ein Kaltwasser-Hahn mit einem Plumsklo vorhanden. Aber wir haben es alle in diesem Arbeiterquartier geschafft, einen vernünftigen Beruf zu erlernen, obwohl wir in der Schule als Negerdörfler gebrandmarkt waren und bei den Lehrern nicht beliebt waren. Denn unsere Kleider und die Hygiene entsprachen nicht den damaligen Anforderungen.

In meinen Akten gefunden: Diese Zusammenfassung stammt sehr wahrscheinlich vom Bruder meines Vaters, Anton Marty von Neuägeri. Er verstarb vor einigen Jahren in sehr hohem Alter.
Das Geschlecht ist in Schwyz und in der March vertreten; doch ist die gemeinsame Abstammung nicht nachweisbar. Die Marty von Schwyz gehören in das Nidwässerviertel. Jost Marty von Schwyz war um 1530 mit andern (Obergärtner? Und Amberg) Anhänger der Reformation. Er wurde gefangen genommen und in den Turm gelegt. Da es um den Kopf ging, hielt er es für gut, sich zu bekehren und Busse zu tun. Johann Balz Marty war 1748 Landvogt im Gaster und sein Sohn gleichen Namens 1770 Landvogt in Uznach. Franz Marty war 1848, nach der Konstituierung der politischen Gemeinden durch die neue Verfassung, der erste Gemeindepräsident von lberg. Dort ist das Geschlecht heute hauptsächlich eingebürgert.
Josef und Johann Melchior Marty von Ingenbohl und Kapellvogt Johann Jakob von Iberg fielen 1712 bei Villmergen. Sieben des Geschlechtes kamen in den "Franzosenzeiten" 1798-1799 ums Leben.
Ein unsteter Geist war Johann Balz Marty von Schwyz. Bis zu seinem 20.
Altersjahre war er Viehknecht und Älpler, begann zu studieren, wurde Priester und 1706 Pfarrer in lberg, resignierte 1729, bereiste Italien, Spanien und andere Länder, übernahm nach der Rückkehr die Kaplanei Seewen, dann das Rektorat an der Klösterlischule bei St. Josef, gab aber auch diese Stelle bald wieder auf und wurde 1736 Feldkaplan, um endlich 1752 als Pfarrer in Ingenbohl zu landen, wo er 1781 im Alter von 84 Jahren starb.
Martin Marty war in den 1820er-Jahren Wirt und Siegrist in Schwyz. Vier seiner Söhne traten in den geistlichen Stand: Johann wurde unter dem Namen Martin, Kapitular in Einsiedeln, Missionar und Bischof von Dakota in Nordamerika. Anton war Universitätsprofessor in Prag; Johann Baptist, war Direktor des Lehrerseminars in Schwyz und päpstlicher Kaplan der Schweizergarde in Rom. Martin war Pfarrer in Schwyz.

Die Suche ergab verschiedene Aspekte, die die Rolle der Grosseltern in der Kindheit beleuchten:
1. Emotionale Unterstützung: Grosseltern bieten bedingungslose Liebe, Güte, Geduld, Humor und Trost. Sie spielen eine wichtige Rolle als emotionale Unterstützer für ihre Enkelkinder[1][3][6].
2. Vermittlung von Werten und Normen: Grosseltern vermitteln soziale, berufliche und religiöse Werte sowie die Familiengeschichte. Sie tragen zur Weitergabe von Traditionen und Werten bei[3][6].
3. Zeit und Aktivitäten: Grosseltern verbringen oft viel Zeit mit ihren Enkelkindern, spielen mit ihnen, erzählen Geschichten und schaffen besondere Erinnerungen[1][2][6].
4. Erzieherische Rolle: Obwohl die Erziehung primär den Eltern obliegt, können Grosseltern auch als Ratgeber und Informationsvermittler fungieren. Sie beeinflussen die Wertehaltung und das Verhältnis zur Religion[3][5].
5. Sicherheitsnetzwerk: Grosseltern bleiben oft eine Konstante im Leben der Kinder, die bedingungslose Liebe schenken und ein weiteres Sicherheitsnetzwerk darstellen[6].
Die Rolle der Grosseltern in der Kindheit ist demnach von grosser Bedeutung, da sie nicht nur emotionale Unterstützung bieten, sondern auch zur Vermittlung von Werten und zur Schaffung von besonderen Erinnerungen beitragen. Ihre Rolle als Ratgeber und Sicherheitsnetzwerk ist ebenfalls von grosser Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
Basierend auf den Suchergebnissen ist die Rolle der Grosseltern in der Kindheit facettenreich und bedeutsam. Grosseltern bieten emotionale Unterstützung, vermitteln Werte und Traditionen, verbringen Zeit mit ihren Enkelkindern und können als Führer und Sicherheitsnetz dienen. Ihr Einfluss auf das Leben der Kinder ist tiefgreifend und trägt zu ihrer allgemeinen Entwicklung bei“

Die Corona-Pandemie ist eine weltweite Ausbreitung eines neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2), das im Jahr 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan identifiziert wurde. Es hat sich schnell auf der ganzen Welt verbreitet und verursacht schwere Erkrankungen wie COVID-19. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, Kontakt mit kontaminierten Oberflächen und Aerosole. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Corona-Pandemie am 11. März 2020 offiziell zur globalen Gesundheitskrise erklärt und seitdem haben Regierungen weltweit verschiedene Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren, wie Lockdowns, Maskenpflicht und Impfungen.
Meine Erfahrungen mit Corona
Meine Frau Melitta und ich waren im Frühjahr 2022 beide an COVID-19 erkrankt. Nach ein paar Tagen nach der Rückkehr Hotel in Braunwald. Mich hatte es erwischt, mit Fieber und Kopfschmerzen, während Melitta nur schwache Symptome empfand. Melitta und ich waren 4-mal gegen Corona geimpft.





