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Von Myra Hodel –
Myra Hodel
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1.  Vorwort

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Es gibt viele dinge die in unserer Gesellschaft, Themen über die man nicht redet. Die Medien vernebeln unsere Sicht auf die Realität. Irgendwann ist man abgestumpft. Wenn eine Zugdurchsage kommt, es hat einen Personenunfall gegeben. Regen sich die Menschen darüber auf, dass der Zug verspätet ist, dass sie zu spät zur Arbeit kommen. Doch niemand denkt daran das ein Mensch gestorben ist, dass dieser Mensch vielleicht aus suizidaler Absicht vor den Zug gesprungen ist. Aber wir sehen nur unser Leben. Wir sind alle wild darauf viel Geld zu haben und einen guten Job zu machen, eine Familie zu gründen. Und wieso sollten uns diese dinge auch kümmern, es ist nur ein weiterer egoistischer Mensch der sich das Leben nimmt. Ich will den Menschen einen anderen Blickwinkel auf diese Themen zeigen.

Ich habe dinge gesehen und erlebt die ich am liebsten vergessen würde. Ich habe mir viele Gedanken über diese Welt gemacht und daraus hat sich ein solcher Hass auf diese Scheinheilige und doch so miese Welt entwickelt.

 

Der Gedanke ein Buch zu schreiben kam mir, weil Psychische Probleme immer verbreiteter werden. Psychiatrien haben zu wenig betten. Und sogar die Kinderpsychiatrie ist voll.

Mir ist klar das man solche dinge nicht wissen will, es ist einfacher an unser Sozialsystem zu glauben. An das zu glauben was die Zeitungen berichten. Trotzdem entspricht dies leider der heutigen Realität. Ich will meine Geschichte aufschreiben um meinen Frieden mit meiner Vergangenheit zu finden und auch um den Menschen etwas mit auf ihren Weg zugeben. Das anscheinend niemand so richtig wahr haben will. Es ist einem egal solange es einem selbst nicht betrifft. Das ist die Welt in der wir heute leben.

 

Auch wenn ich diese Welt nicht verändern kann, hoffe ich doch meinen Teil dazu beitragen zu können, das Menschen denen es schlecht geht geholfen wird.

 

Da ich sehr offen und direkt mit meiner Krankheit umgehe habe ich fest gestellt das viele Menschen schockiert sind wenn sie den begriff Borderline hören. Und sich oft auch nicht getrauen nach zu fragen, was es genau ist und ihrer Fantasie freien lauf lassen. Viele Menschen behandeln einem anders wenn sie es wissen. Ich denke das liegt daran, dass man es mir nicht ansieht. Ich für meinen Teil habe durch diese Reaktionen meiner Mitmenschen den Spass daran gefunden die Menschen zu schockieren.

Nun frage ich mich wieso wir all diese Dinge todschweigen und die einzige Antwort die mir einfiel war: weil wir sie nicht kontrollieren können, weil wir sie nicht erklären können und sie uns deshalb Angst machen. Nur merken wir nicht wie viel schlimmer und verbreiteter dieses Thema wird weil wir darüber nicht reden.

 
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1.  Vorwort

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Ich wünschte mir, ich hätte eine Erklärung warum ich so bin. Wieso ich mich selbstverletze, wieso ich angst vor allem habe? Man hat das drängende Gefühl sich für alles rechtfertigen zu müssen. Sich rechtfertigen und erklären zu müssen was mit einem nicht stimmt, aber wie soll ich das erklären wenn ich es selbst nicht weiss. Ich weiss nicht wer ich bin. Es ist eine leere, ein Gefühl der Taubheit die alle träume die man hatte zu nichte macht. Alle Kraft und der Mut zu kämpfen ist weg. Man muss sich aus dem Bett zwingen, man muss sich zwingen etwas zu essen. Man schaut fernsehen aber nimmt nicht wahr was man schaut, es ist als würden alle Wörter und Sätze, einfach durch einen durch einen durchziehen. Man versteht sie aber es ist als könnte man sie nicht aufnehmen. Als wäre zwischen mir und dem Rest der Welt eine undurchdringbare Nebelwand hinter der alles nach dummem Geschwätz klingt. Was auch kommt, es ist, als könnte nicht eine Emotion gespürt oder Reaktion hervorrufen werden weil alles leer ist. Es ist weiss, wie ein kahler, leerer Raum. Der dich auszufüllen schein. Man schwebt im nichts. Wie ein Astronaut in einem Weltall in dem es keine Planeten gibt. Ein gar nichts. Trotzdem wird man ständig gefragt: „Was ist los mit dir? Wieso geht es dir so schlecht? Wann kannst du wieder arbeiten gehen?“ Man versucht wirklich zu verdeutlichen, dass man es nicht weiss, dass man einfach keine Kraft mehr hat und das alles in Finsternis gehüllt ist. Man merkt schnell, dass niemand so richtig versteht von was man spricht. Durch das wird das Gefühl der Isolation, das Gefühl das man alleine irgendwo im gar nichts rumirrt und keine Ahnung mehr hat wo man herkommt und wo man eigentlich hin will, verstärkt. Auf der Suche nach einer anderen Erklärung die, die Menschen, die man liebt, verstehen lassen könnte. Wünscht man sich nichts sehnlicher als eine Diagnose. Eine einfache Diagnose, die erklärt was los ist. Bei der man sagen kann „Schau im Internet“ oder „ich gebe dir ein Fachbuch“

Da wusste ich leider noch nicht dass man so eine Diagnose nie wieder los wird und dass sie einem vieles verbauen kann.

 

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1.  Vorwort

C
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Ich hatte meinen ersten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, als ich 18 Jahre alt war. Ich habe mich aufgrund von einem Nervenzusammenbruch, Selbstverletzungen und Panikattacken selbst eingewiesen. Ich war schockiert, wütend und konnte es nicht fassen, als mein Freund John zu mir kam und sagte, er denke, ich benötige Hilfe und dass mir ein Klinikaufenthalt bestimmt gut tun würde.

 

Ich dachte, die spinnen doch, ich kriege meine Probleme allein unter Kontrolle, ich bin doch kein Psycho. Jedoch musste ich nach zwei schrecklichen Monaten einsehen, dass ich am Boden lag und es nicht schaffte aufzustehen. Ich ging jeden Tag zur Arbeit, ich schrieb gute Noten und zog jeden Arbeitstag so durch, wie es von mir erwartet wurde, was dazu führte, dass ich, sobald ich aus dem Geschäft lief, eine Panikattacke hatte und nicht mehr aufhören konnte zu weinen, auch wenn es für dies keinen Grund gab. Manchmal lag ich im Bett, starrte die Wände an und fragte mich, wieso es mir so schlecht ging. Ich wusste es nicht. Ich konnte nicht schlafen, was dazu führte, dass ich am Morgen danach total ausgelaugt war. Was mich dazu brachte, dass mir die Tränen schon am Morgen vor der Arbeit kamen. Trotzdem weigerte ich mich, mich krank zu melden. Selbst als ich in der Waschküche zusammen brach und mich übergeben musste, war ich fest entschlossen arbeiten zu gehen. Es war wie auf einem Kreisel, auf dem ich mich drehte: arbeiten, weinen, Panikattacke, schlafen, arbeiten, weinen, Panikattacke, schlafen. Ich kam nicht raus und dachte, es würde niemals vorbei gehen. Ich fühlte mich irgendwann wie ein Roboter, der nichts fühlt, der nur noch funktioniert. Ich war leer. Es was, als würde ich mich in einem riesengroßen schwarzen Trichter drehen und immer weiter nach unten fallen. Irgendwann sah ich das Licht oben am Trichter nicht mehr, sondern nur noch das schwarze Loch, in das es mich zog. Es war, als hätte jemand jede Freude aus mir herausgezogen, und ich wusste nicht, wie ich diese Freude wieder finden sollte. Als wäre nichts mehr genug wertvoll um sich daran zu erfreuen. Wenn man sich die alltäglichen kleinen Freuden, die einem ein lächeln ins Gesicht zaubern, als ein Feuer vorstellt. Ist es, als hätte jemand Wasser darüber geleert. Es ist ausgelöscht. Nur noch der warme Rauch der Erinnerung ist davon übrig. Ich erkannte mich selbst nicht mehr, da ich eigentlich immer ein sehr fröhlicher und optimistischer Mensch war.

 

Wir werden oft gefragt: „Wer bist du? Wie heißt du?“ Aber was macht man, wenn man es selbst nicht mehr weiß, was macht man, wenn man das Gefühl hat, dass man sich selbst irgendwie verloren hat?

Als ich mich dazu durchgerungen hatte, in eine Psychiatrie zu gehen, erledigte mein Freund für mich die Formalitäten. Ich hatte sofort einen Platz auf der Akutstation für Jugendliche. Und als ich dort ankam und diese fremden Menschen wissen wollten, was mir fehlt, war ich total überfordert. Durch das Erzählen meiner Probleme hatte ich sofort eine Panikattacke nach der anderen. Sie gaben mir sehr schnell Beruhigungstabletten, und einige Tage später hatte ich eine komplette Medikamenteneinstellung. Ich lag nur im Bett, starrte die Wände an und stand nur auf, wenn ich musste. Ich hatte das Gefühl, all meine Lebensenergie war weg, als hätte jemand den Schalter ausgeschaltet. Ich starrte die weißen Wände an und fragte mich, wie es dazu kommen konnte. Meine Gedanken drehten sich pausenlos im Kreis. Die ersten Wochen fragte ich die Pfleger ständig, wann ich nun endlich wieder arbeiten gehen könne. Sie sagten mir, dass ich mich erstmals ausruhen sollte. Es war wie ein Druck, den ich mir selbst aufgebaut habe. Ich wusste damals nicht, was ich beweisen wollte.

In den ersten Wochen habe ich nur mit meinen Mitpatienten geredet, wenn ich was gefragt wurde. Ich hatte keine Energie, auf die Leute zuzugehen. Ich wollte nur schlafen. Als ich eines Tages aus meinem Zimmer kam, sah ich ein blondes Mädchen, das ungefähr gleich alt war wie ich. Sie wurde von sechs Pflegern festgehalten. Da sah ich auch, warum. Sie schlug um sich, schlug ihre Fäuste und ihren Kopf an die Wand. Sie schrie: „Lasst mich sterben. Wieso lasst ihr mich nicht einfach gehen?“ Plötzlich hatte ich den Eindruck, dass sie unfassbare Kräfte hatte, denn die Pfleger hatten Mühe, sie festzuhalten. Da kam eine Pflegerin zu mir und sagte: „Gehen Sie bitte zurück in Ihr Zimmer!“ Ich war schockiert. Fassungslos. Ich fragte mich: Wieso bin ich hier, ich bin doch nicht so, oder?

 

Wieder und wieder kam es. Es ist, als würde eine Platte aus Stein in deinen Hals geschoben und würde die ganze Luftzufuhr abklemmen. Panik steigt auf. Ich spüre, wie ich zusammensacke.

Die Gedanken rasen:

Ich bekomme keine Luft mehr.

Ich ersticke.

Ich werde sterben.

Was ist, wenn ich sterbe?

Ich kann mich nicht verabschieden, kann ich nicht atmen, kann nicht reden.

Was ist los mit mir? Wieso?

Ich sah die Pflegerin, ihr Mund bewegte sich und ich weiß, dass sie mich beruhigen will. Doch ich höre sie nicht. Es ist, als würde alles in Zeitlupe geschehen. Ich spüre die Tränen, die auf meiner Wange ein Wettrennen machen. Man ist weg, man schwebt im Nichts, die Gedanken sind wie weggeblasen. Man verliert die Kontrolle. Nichts.

Plötzlich ist alles da, die Pflegerin, die einen besorgt ansieht und fragt: „Hören sie mich?“ Die anderen Patienten, die einem fragende und mitleidige Blicke zuwerfen. Man spürt, dass man in der Ecke kauert. Irgendjemand hat eine Decke über mich gelegt. Was ist passiert, wie lange war ich weg? Und wieder steigt die Panik in einem auf. Ich werde aufgefordert, eine Tablette zu schlucken. Als ich frage, was das ist, sagt man mir, es sei ein Temesta, das zur Beruhigung sei. Ich vertraue diesen Leuten und denke mir nichts dabei, als ich sie zu mir nehme.

Ein Arzt mit einem freundlichen Gesicht erklärt mir, dass man das auch Panikattacke nennt. Ich werde nach wenigen Minuten sehr müde und habe das Gefühl zu schweben, als hätten sich alle Muskeln in meinem Körper entspannt. Eine Pflegerin erklärt mir, dass ich einige Minuten hyperventiliert hatte und nicht mehr ansprechbar war.

Ich spürte das dringende Bedürfnis nach einer Zigarette und ging deshalb auf wackelnden und unsicheren Beinen durch den Aufenthaltsraum.

Es waren viele Stühle in einem Kreis aufgestellt und eine Stimmungstafel von 1 bis 10 hing an der Wand. Auf der Tafel stand:

10- Ich könnte bäume ausreissen es geht mir Grossartig

9- Es geht mir sehr gut

8- Es geht mir gut

7-

6-

5- es geht mir nicht gut aber auch nicht schlecht

4- es geht mir nicht gut aber ich habe es unter kontrolle

3-

2- Es geht mir sehr schlecht ich brauche Hilfe

1- Es geht mir sehr schlecht jemand muss handeln sofort!

Jeden Abend um viertelvor 6 kamen alle zu einer Befindlichkeitsrunde zusammen. Jeder Patient kann eine Zahl nennen. Wenn man die 4 nannte fragten sie einem ob man ein Gespräch will. Bei 1-3 hatte man ein Gespräch, ob man wollte oder nicht. Jeder sagte eine Zahl.

In der Ecke hatte es eine Tür aus Glas, die nach draußen führte. Die Sonne schien und ich sah, dass andere Patienten draußen saßen. Ich setzte mich auf einen der weißen Plastikstühle, die noch frei waren, zündete mir eine Zigarette an und spürte immer mehr, wie das Beruhigungsmittel alle Ängste von mir nahm. Ein junge Frau mit langen braunen Haaren und einer Brille sprach mich an: „Hey, wie lange bist du schon hier?“ Ich überlegte, mein Gedächtnis fühlte sich wie an wie Schokoladencreme. Alles war im Chaos und so verklebt. „Ehm, ein paar Tage, und du?“ sagte ich und sah in ihre hellbraunen Augen. „Ich bin grade erst angekommen,“ sagte sie, während sie sich eine zweite Zigarette anzündete. „Warum bist du hier?“ fragte sie. Ich zögerte. Was soll ich sagen, ich weiß es doch selbst nicht. Ich antwortete ausweichend und sagte, ich müsse zurück auf mein Zimmer.

Ich legte mich auf die weiße Bettdecke und schloss die Augen. Und wieder war ich da, an diesem Ort, den ich so Abgrund tief hasste. Ich sehe die Bank, auf der Comicfiguren gezeichnet sind. Höre sie lachen und flüstern. Die Machtlosigkeit und die Ohnmacht war wieder da.

 

 

Ich schrecke auf, schaue mich um, meine Atmung rast. Ich bin der Klinik, es ist alles in Ordnung, versuche ich mir selbst einzureden. Du bist nicht mehr dieses Mädchen und wirst es auch nie mehr sein. Der kleine Kritiker in meinem Kopf erwidert sofort: „Ach ja, warum bist du dann hier?“ Ich stehe auf, gehe zum Lavabo und schütte mir kaltes Wasser ins Gesicht. Mein Blick wandert hoch zum Spiegel. Ich sehe einer junge Frau in die Augen. Sie sind blaugrün, ihre Haut ist sehr blass und wirkt ausgelaugt. Sie hat tiefe Schatten unter den Augen. Bin das wirklich ich? Ich wende mich schnell ab, schiebe den Gedanken schnell weg.

Ich steige in den Bus ein, setzte mich auf einen noch freien Platz. Ich versuche tief zu atmen und das Gefühl das alle mich anstarren nicht zuzulassen. Ich fühle mich unwohl. Der Bus fährt los. „Atme, einfach Atmen, alles ist gut“ versuche ich mir selbst einzureden. Auch wenn ich weiss, dass ich es mir selbst sowieso nicht glaube. Ich starre auf mein Handy versuche mich zu beschäftigen. Es ist wie ein Ball in meinem Innern, als ich eingestiegen bin war er so gross wie eine Murmel, doch mit jedem Atemzug wird er grösser. Mein Blick hascht zur Tür. Ich weiss, ich kann nicht raus. Wieder versuche ich mich selbst zu beruhigen. Doch der Bus scheint immer langsamer zu werden und immer stärker wird das paranoide Gefühl das mich alle anstarren. Das ich eine Tafel auf der Stirn habe auf der in roten blickenden Buchstaben steht PSYCHO. Kennst du den Traum wo man in die Schule geht und dann merkt das man nackt ist? Ich wünschte mir es wäre ein Traum dann würde das alles nicht wirklich passieren. Der Ball in meinem inneren wächst und in mir drin fängt es an zu schreien: „ich will raus! lasst mich sofort raus!“ Ich bekomme Panik, die Tür ist zu. Plötzlich habe ich das Gefühl das die Wände auf mich zukommen sodass der Bus immer kleiner wird. Währenddessen der Ball in meinem Innern immer grösser zu werden scheint. Die Zeit scheint in Zeitlupe zu laufen. Mein Herz rast ich merke das ich immer schneller atme. Ich will weg einfach nur weg. Ich fange unauffällig an mein arm unter der Jacke zu kratzen...

Als ich wieder zu mir komme hält der Bus grade bei einer Station an der ich vorher noch nie gewesen bin. Ich nehme meine Hand auf der Jacke und sehe Blut an meinen Fingern schnell steige ich aus. Hoffentlich hat das niemand gesehen. Ich spüre das es in meiner Jacke weiterblutet, versuche es aber zu ignorieren und sehe mich um, um mich zu orientieren. Als endlich der Bus kommt der mich zurück zur Klinik bringen sollte hatte ich ein dutzend Zigaretten geraucht, hauptsächlich um meine Finger zu beschäftigen. Ich spürte das mein Pullover den ich unter der Jacke an hatte anfing das Blut aufzusaugen. Ich fühlte mich besser aber die Schuldgefühle waren schon im anmarsch. Der beängstigende Gedanken der leider eine Tatsache war hämmerte in meinem Kopf: "Wie kann es sein, dass ich so die Kontrolle verlor öffentlich in einem Bus?!" Das machte mir angst. Als ich endlich wieder in der Klinik war fragte mich meine Bezugsperson wie es gewesen ist. Ich erzählte ihr was passiert ist. Sie versuchte mich aufzuheitern und versorgte meine Wunde. Sie erklärt mir, dass dieses Bustraining erst nach einer Weile klappen würde, ich müsse mit einer Station anfangen und dann langsam aufbauen. Ihr Optimismus war echt anstrengend. Erleichterung durchflutete mich als ich merkte das es schon 18:00 Uhr war und ich realisierte das ich heute keine Therapie mehr hatte. Ich verzog mich auf mein Zimmer, meine Zimmergenossin sass mal wieder heulend auf dem Bett. Ich fragte sie ob ich was tun kann, sie erwiderte dies mit einem Kopfschütteln und einem erneuten Weinausbruch. Es überflutete ich das Gefühl der Machtlosigkeit. Ich klopfte an das Büro der Pfleger und fragte ob jemand kurz kommen kann. Ich hielt dieses geweint nicht aus, obwohl mir auch nach Weinen zu mute war. Doch bei mir kamen keine Tränen als wäre die Funktion Weinen bei mir kaputt gegangen, als wären die Tränendrüsen verstopft. Es war war als würde mein Körper nicht mehr weinen können weil alle tränen schon draussen waren. Als würde man die Verbindung kappen zwischen geist und Körper. er reagiert nicht mehr, obwohl man genau das Gefühl hat das man man beim weinen hat. 

 

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1.  Vorwort

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Ich war ein Mädchen von 11 Jahren, war sehr schüchtern und zurückhaltend. Ich besuchte die 5 Klasse in Uster.

Ich liebte Pferde, ging jeden Samstag Nachmittag reiten. Und genoss es immer allein zu sein und ein Buch zu lesen oder ein Hörspiel zu hören.

Eigentlich ging ich immer gern zur Schule, bis am Anfang der 5 Klasse ein Lehrer Wechsel stattfand und ich Frau Schürz als Klassenlehrerin bekam. Sie war sehr streng und konnte nicht mit Kindern umgehen die nicht so ein grosses Selbstvertrauen hatten, da sie nicht sehr viel Einfühlungsvermögen besass.

Da sie ziemlich sauer werden konnte, hatte ich Angst von ihr aufgerufen oder etwas gefragt zu werden. Ich hatte eine solche Panik davor, dass ich mich oft nicht auf den Schulstoff konzentieren konnte und immer wieder Blackouts hatte wenn sie mich aufrief.

Bei Prüfungen stellte ich mich oft krank, oder sass wie auf heissen Kohlen, da ich immer sobald ich das Prüfungsblatt vor mir hatte, alles vergessen hatte was ich gelernt habe. Dazu kam die Angst wieder unterstellt zu bekommen, dass ich nichts zuhause lerne.

In dieser Zeit hatten meine Eltern viele Gespräche mit Frau Schürz, da sie merkten das meine Leistungen immer schlechter wurden. Das brachte jedoch nie etwas. Auch meine Eltern hatten viel Streit unter sich wobei es immer um mich ging, um meine Leistung, um mein Verhalten, um meine Zukunft, und, und, und.

 

Anfangs sechste Klasse kam ich in ein neues Schulhaus, ich fuhr mit dem Fahrrad hin, war jedoch nicht nervös. Erst als ich den Schulhof betrat und eine Gruppe von Mädchen auf mich zusteuerten, rutschte mir das Herz in die Hose. Schnell hab ich gemerkt das sich bei diesen Mädchen alles um Kleider, Mode und Aussehen drehte und grenzte mich schnell ab. Wenn ich allein in die Pause ging, kamen sie zu mir und fragten mich wo ich meine Kleider kaufen würde, am Anfang war es mir nur unangenehm. Aus dem Grund weil es für mich keine Rolle spielte wie ich aussah. Für mich zählten andere dinge. Ich habe mich immer weiter zurückgezogen, auch vor meiner Familie und meinen Freunden ausserhalb der Schule. Im Nachhinein denke ich, dass ich es zu meinem Schutz getan habe. Ich sagte mir immer wieder: „Sie können mir nichts, sie sind mir egal!“ Jeden Morgen habe ich nachgedacht, wie ich anfangen würde zu schreiben wenn ich in dem Moment- in dem ich den Schulhof betrat meine Gedanken aufschreiben würde. Es war immer der selbe Gedankengang: „und wieder ging sie an den Ort den sie so hasste...“

In den Pausen sass ich wie auf glühenden Steinen und hoffte mehr als alles andere, dass sie jetzt nicht kommen würden, um mich fertigzumachen. Oft stellte ich mir in solchen Momenten vor ich könnte mich unsichtbar machen oder einfach verschwinden. Dann in den Lektionen habe ich mich nicht auf den Schulstoff konzentriert sondern mich darauf vorbereitet, was in der Pause passieren könnte und mir selbst eingeredet es sei alles in Ordnung. Bis ich es irgendwann selbst geglaubt habe. Mit meiner besten Freundin Lisa hatte ich regelmässig Kontakt habe aber nie viel von meiner neuen Schule erzählt, ich habe es nur genossen mich mit anderen Problemen befassen zu dürfen und wenn wir zusammen gelacht haben kam es mir oft vor als wäre es jemand anders der lacht. Filme, Bücher oder Kassetten habe ich geliebt um in eine andere Welt versinken zu können. Nur um einige Stunden am Tag in einer anderen Welt zu sein und nicht ich selbst sein zu müssen.

Bald lernte ich eine Klasse unter mir, ein Mädchen kennen, sie wohnte auf meinem Heimweg. Wir fingen an jeden Tag zusammen nach Hause zu laufen, wir hatten viel Spass und bald war es für mich ein Licht im dunkel des Tages.

In den Turnstunden lief jedes mal mindestens einmal das ein und selbe Lied. Und ich hatte immer das Gefühl kleiner und hilfloser zu werden.

-but something happend for the very first time with you my heart melts into the ground found something true and everyone`s looking round thinking i`m going crazy-

(bleeding love, leona lewis)

Immer dieses Gefühl als entfernten sich die Turnwände um mich selbst -unaufhaltsam. In solchen Momenten wünscht man sich den Tod, Einschlafen zu können und nie mehr aufwachen zu müssen. Alles vergessen zu können.

Nur mein Kopf der mir immer wieder befohlen hatte ihnen nicht diesen Triumph zu gönnen, konnte mich am Leben halten.%u2028Jeden Abend das Gefühl, aus Angst vor dem nächsten Tag nicht einschlafen zu können. Ich öffnete die Nachttischschublade wie in Trance. Sah die Tabletten, die einem so schnell in den Schlaf wiegen müssten... Der Schlaf der dich abschalten lässt. Eine Tablette mit einem Schluck Wasser runter spülen, eine stunde im Bett rumwälzen und versuchen diese verdammte Angst, die immer von neuem in mir aufstieg abzuschalten. Ich machte das Licht an, so hat es keinen Sinn. Also die zweite Tablette.. die dritte.. die vierte.. die fünfte.. bis ich endlich in den Schlaf glitt. In einen unruhigen Schlaf. Ich hab nichts gespürt, nicht den Entschluss gefasst und mich trotzdem jeden morgen gefragt wieso ich noch hier bin. Wie ein Roboter der versucht aus einer Kugel aus undurchsichtigem glas auszubrechen und egal was er tut er prallt immer wieder vom glas ab und landet auf seinem Hinterteil. Auf dem Weg zur Schule fragte ich mich manchmal ob ich das alles nur Träume und wann ich endlich aufwachen würde. Die Angst ist es, die mich immer weitertrieb, die mich immer mehr Tabletten schlucken lies. Der Schlaf war wie eine Kammer in die niemand reinkommt, in der dich niemand verletzen kann. Der einzige Fluchtweg ins Schwarze. Die flucht an ein Ort an dem ich nicht mehr denken musste. Der mich in seine Hülle nahm, der mich vor allem beschützte.

Ich lief aus der Turnhalle. Gott sei dank, endlich nach hause. Zögerlich betrat ich die Garderobe und im Schneckentempo begann ich mich umzuziehen. Es war mir unangenehm, wenn sie an meiner Kleidung schon so viel auszusetzen hatten was würden sie erst zu meinem Körper sagen? Ich wollte es nicht wissen, deshalb versuchte ich es so lange rauszuzögern bis sie alle gegangen waren. Krampfhaft versuchte ich, das Geflüster und die Blicke zu ignorieren. Als sie alle fort waren und ich mich fertig angezogen hatte, suchte ich meine Winterstiefel, fand sie jedoch nicht. Als ich realisierte, dass sie deshalb so geflüstert hatten, lief weinend zu meiner Lehrerin. Spürte jedoch keine Trauer, nichts als Wut und die Tränen auf meiner Wange. Ich fand ihn im Brunnen auf dem Schulhof. Den einzigen klaren Gedanken den ich fassen konnte, war die Frage: „Wie werden sie reagieren, was werden sie morgen darüber sagen?“

Endlich klingelte es, nach einer grauenhaften Mathestunde in der ich wiedermal nur die zahlen auf meinem Blatt angestarrt hatte war ich froh das es nun vorbei war. Ich habe mir verboten darüber nachzudenken das ich ja morgen wieder kommen müsste und packte schnell meine Sachen. Ich wollte verschwinden. Als zum Fahrradständer kam sah ich das mein rotes Fahrrad nicht nur mit meinem schloss angekettet war sondern auch mit einem andern. Ich schaute mich um, aber sah nur Schüler die wie gewohnt, aus dem Schulareal strömten redend und lachend. Ich lief nach Hause und ein paar Tage später als meine Eltern merkten, dass mein Fahrrad weg war erzählte ich ihnen tag für tag das ich es vergessen hatte. Ich weiss nicht mehr wie die Geschichte endete.

Ein paar Wochen später fand ich mein Fahrrad kaputt auf. Ich habe nie darüber nachgedacht mir Hilfe zu holen. Was würde es ändern? Wenn man immer und immer wieder hört, dass man Scheisse, hässlich und blöd ist, glaubt man es irgendwann selbst. Ich verstand nicht wieso sie es taten, heute weiss ich das sie es machten um sich besser zu fühlen. Ich denke das sie mit sich selbst nicht klar kamen. Man glaubt das man selbst schuld ist, also wieso Hilfe holen. Und wie sollte ich das erklären? ich konnte es noch nicht mal meinem Tagebuch anvertrauen. Ich konnte es nicht ausdrücken oder aussprechen. Ich habe gelebt wie ein Roboter, ohne Gefühl. Mit einer dicken Mauer um mich rum. Weil mich nichts berühren oder verletzen sollte.

 

Ich fuhr mit dem Fahrrad ständig einen schmalen holprigen Weg. auf der einen Seite, ging es den hang hinunter zu einem Bach. Auf der anderen Seite, war ein hoher Zaun. Ich liebte es im Dunkeln zu fahren. Fuhr viel zu schnell. ich war versessen darauf den wurzeln ausweichen zu müssen, durchgeschüttelt zu werden. Meine arme anzuspannen um nicht von Fahrrad zu fliegen. Immer noch schneller sein zu wollen. Ich spürte das Adrenalin, die Gefahr. Ich dachte nicht darüber nach was passierten könnte, ich wusste es. Da ich eigentlich immer ein sehr vorsichtiges Mädchen gewesen bin war ich selbst überrascht von meinem Verhalten. In diesen Momenten war es mir egal, ich wollte nur nicht nachdenken müssen. Und auf eine komische Art und Weise ging es mir danach besser.

Es klingelte. Die Leherein betrat den raum und kündigte für den damaligen Nachmittag, den Schulfotographen an. Es sollten einzel- und Klassenfotos gemacht werden. Zuerst mussten wir einzeln vor die Kamera stehen. Ich hab versucht zu lächeln, es ging nicht. Ich fühlte mich komisch, zur schau gestellt. Der Fotograph war ein nett aussehender, etwas älterer Mann. Er versuchte mich mit Witzen und lockeren Sprüchen dazu zu bringen aufrichtig zu lächeln. Es kam mir vor als wäre ich eine fremde Person in meinem Körper. Als würde mein inneres aus mir rausgehen und mir bei dem verkrampften versuch zu lächeln zusehen. Ich hatte das Gefühl nicht zu wissen wie es geht. Als würde dieser Fotograph etwas schwieriges von mir verlangen etwas was ich noch nie gemacht hatte.

Als die Anmeldung für das Klassenlager verschickt wurden habe ich sie ständig absichtlich vergessen oder gesagt ich habe sie verloren, in der Hoffnung das man mir irgendwann sagen würde es sei zu spät um mich anzumelden. An einem Abend kamen dann meine Eltern zu mir und fragten mich wieso ich nicht ins Klassenlager mitgehen wolle. Ich antwortete ausnahmsweise einmal wahrheitsgemäss. Noch am selben Abend, rief ein Mädchen aus meiner Klasse an, sie wollte die Lösungen der Hausaufgaben haben. Mein Vater nahm der Hörer ab. Ich nahm ihm wie in Trance den Hörer aus der Hand und gab ihr die Lösungen durch. Daraufhin hatten wir ein Gespräch mit meiner Lehrerin, sie sagte, sie könne mich nicht zwingen aber sie denke es sei besser dann hätten sie nicht noch einen Grund mich zu schikanieren. Ich musste zugeben dass sie recht hatte und trotz allem hatte ich noch meinen Stolz der mir sagte ich soll mich nicht unterkriegen lassen.Im Nachhinein kann ich nicht sagen was im Klassenlager war, ich weiss nur noch das ich die Tage und Stunden gezählt habe bis ich wieder nach Hause durfte.

Einmal in der Mathematikstunde sagte mein Klassenlehrer alle Schülerinnen sollen mit ihm etwas besprechen kommen. Wir gingen in einen kleinen Raum mit einem rechteckigen Tisch. Ich sass am Tischende. Die Frage die im Raum stand war, was sie für Probleme mit mir haben. Es kam mir vor wie ein Wirbelsturm der in die luft hob und der mich grob herumwirbelte und immer wieder auf mich einschlug. Die Tränen liessen meine Sicht verschwimmen. Ich hörte alles nur noch unklar und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Nur noch einen Wunsch schrie in meinem Kopf: „Bitte hört auf!“

Ich weiss heute nicht mehr, was sie in diesem Moment alles Aufgezählt haben. Irgendwann jedoch schickte unser Klassenlehrer uns wieder ins Klassenzimmer, ich bat ihn auf das WC gehen zu dürfen. Nur um ein paar Minuten alleine zu sein.%u2028Als ich ins Klassenzimmer zurückging schaute ich niemanden an und starrte in mein       Mathematikheft. Es klingelte zwölf Uhr und ich beeilte mich um wenigstens mit einer Freundin nach Hause gehen zu können. Am Fahrradständer wartete sie schon. Dort passten mich auch zwei Mädchen aus meiner Klasse ab, sie fingen an alles an mir schlecht zu machen. Von meiner Kleider bis zu meinem Gesicht. Ich kann nicht sagen was sie genau gesagt haben. Ich erinnere mich nur noch daran wie ich irgendwann schrie sie sollen mich in Ruhe lassen. Und wie meine Freundin lachend neben dran eine Wasserschlacht mit einem Klassenkameraden veranstaltete. In diesem Moment als ich sie lachen sah, zerbrach etwas in mir. Alles wurde egal, ich stand nur noch tränenüberströmt da und hoffte sie würden aufhören.Ich weinte den ganzen Heimweg lang, meine Freundin lief neben mir her. Sie sagte, ich sollte mich doch in Zukunft schminken.%u2028Seit diesem Tag sprach sie kein Wort mehr mit mir.%u2028Als ich dann Tränenüberströmt nach Hause kam warf ich mich auf das Sofa und schrie ich würde nie mehr in diese Schule gehen. In diesem Moment war ich seit langem kein Roboter mehr, es brach alles aus mir raus.

Mein Vater rief meinen Klassenlehrer an. Ich ging duschen und zog mich um. Im Unterbewusstsein dachte ich: „Es lässt sich sowieso nichts ändern, ich bin selbst schuld“ Also kehrte ich wieder in meine unbrechbare Schale zurück.%u2028Als ich dann nach dem Mittag wieder in die Schule ging, kamen mir die zwei Mädchen entgegen- die mich vor dem Mittag abgefangen hatten- sie riefen mir nach: „Neue Hose? Suuuper!“ Und streckten ironisch beide den Daumen nach oben.

Nach diesem Tag weinte ich nicht mehr, ich lief wie eine Platte, jedes mal das gleiche. In der Schule sass ich wie auf heissen Kohlen und wenn meine Eltern etwas wissen wollten von mir, zickte ich sie nur an. Nur um nicht preisgeben zu müssen das es mir schlecht geht.%u2028Ich habe heute noch Schuldgefühle deswegen, sie wollten mir helfen und ich habe sie jeden Tag von neuem von mir weg gestossen.

Der letzte Schultag der sechsten klasse kam. Und als ich das Letzte mal das Schulhaus verliess, schwor ich mir nie wieder in diese Schule zurückzukehren und mir so etwas nie mehr bieten zu lassen...

Nach den Sommerferien ging ich dann in eine neue Schule, -eine Privatschule. Es war für mich eine völlig neue Welt und bald setze ich mir Grundsätze.%u2028Es war schwer für mich, mich plötzlich wieder so zu verhalten als wäre nichts gewesen. Man hat mir nie etwas angemerkt. Doch im Nachhinein denke ich , dass ich zwar alles weggesteckt hatte, aber doch immer wieder damit zu kämpfen hatte wieder „normal“ zu sein. Unbewusst habe ich mich jeden Tag gefragt, ob es nun los gehen würde mit den Blöden Sprüchen. Ich wollte umbedingt wieder so sein wie ich vorher war. Aber oft kam es mir so vor als spielte ich ein Theater die rolle die ich spielte was eine Person die ich gerne sein würde, aber nicht mehr war. Ich fühlte mich, als wäre ich in ein schwarzes Loch gefallen. Die Mauern um das Loch seien hart und aus festem Stein. Und obwohl ich so hart auf diesem Loch aufgeschlagen war hab ich weiter gemacht, immer wieder weiter gemacht. Meine Verletzungen einfach ignoriert.

Es war als würde ich am Boden des schwarzen Loches so tun als wäre ich nie rein gefallen und doch hatte ich das Gefühl den weg zurück nicht mehr finden.%u2028Ich sagte mir immer wieder: „Lass dich nicht unterkriegen steh wieder auf, niemand schafft es das du am Boden liegen bleibst. Bleib stark!“%u2028Immer wenn ich jemanden im Schulhaus sah der allein war oder von anderen fertiggemacht wurde, war es für mich wie ein schlag ins Gesicht. Trotzdem war ich wie gelähmt und konnte nichts sagen oder tun. In der Pfadi fühlte ich mich wohl, deshalb hatte ich bald das Gefühl ich sei wieder mich selbst, aber im Alltag hatte ich oft Rückschläge und wünschte mir dann einfach nur allein sein zu können.%u2028Es waren die Träume die mich immer wieder Heimsuchten. Oft träumte ich nachts in meiner neuen Schule würden meine Freunde plötzlich anfangen zu tuscheln, dann zu lachen. Ich träumte sie würden anfangen zu fragen, wo ich meine Kleider kaufe. Es war eine ständig wiederkehrende Angst die auf mich einschlug. Eine Welle die unaufhörlich immer wieder kam. Nicht jede Nacht, manchmal drei Nächte hinter einander und manchmal eine Woche gar nicht...

Langsam verdrängte ich die Geschichte mehr und mehr. Bald lernte ich neue Freunde kennen und niemand wusste was früher war.

 

E
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1.  Vorwort

E
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Freund kommen und gehen, dass ist eine Lektion der jeder früher oder später lernt ich musste früh merken das man nicht zu sehr darauf vertrauen das jemand für immer bleibt auch wenn man es sich wünscht. In der Privatschule lernte ich zwei jungs kennen, bald waren sie für mich die brüder die ich nie hatte.
G
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G
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Bei allem, was ich über eine Psychiatrie erzählen kann, ist mir eins fest im Gedächtnis geblieben, wie geschützt man ist. Wenn einem jeder Telefonanruf zu viel ist, ist eine Klinik der beste Ort, um sich abzugrenzen. Da man zu äußeren Reizen und Geschehnissen eine Distanz hat. Das Problem daran ist, dass man noch so stabil sein kann in der Klinik und dies trotzdem keine Garantie ist, dass man die Genesung erfolgreich meistert. Der Grund dafür ist, dass es zu Hause viel mehr Reize gibt und nicht vierundzwanzig Stunden am Tag jemand da ist, durch den man sich geschützt fühlt. Durch diese Sicherheit wollte ich nicht nach sechs Wochen auf der Akutstation wieder nach Hause. Meine Probleme waren nicht gelöst. Als dann meine Betreuerin eine dreimonatige stationäre Therapie vorschlug, war ich sofort einverstanden. Die Dialektisch-Behaviorale Therapie der Borderline Persönlichkeitsstörung basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie.

Ich sehe dich, du siehst mich, aber du siehst den Schmerz, die Wut und die Angst nicht, die mir tief in den Knochen steckt. Du spürst nicht, wie es ist, wenn man aus einem Traum hochfährt, schweißgebadet und tränenüberströmt, obwohl man aus einem Traum hochfährt, obwohl man nur Lachen und Geflüster gehört hat und den Ort gesehen hat, den man mehr als alles andere verabscheut. Du fühlst dich leer, hässlich und irgendwann siehst du dich selbst mit ganz anderen Augen, mit Augen, die dich von Grund auf fertig machen. Du hörst den Puls wie den Rhythmus eines Liedes, das nie endet, obwohl du es dir wünschst, wie nichts anderes auf dieser Welt. Du läufst und läufst und irgendwann stellst du fest, dass du im Kreis gerannt bist und wieder am Anfang stehst. Und Erinnerungen kommen, die in Vergessenheit geraten sind. Du dachtest immer, du seiest stark, weil du alles weggesteckt hast. Und dann stellst du fest, dass es dich Jahre später immer mehr kaputt macht. Ich habe gekämpft, aber irgendwann hat man einfach keine Kraft mehr und will alles vergessen und wieder glücklich sein. Du willst andere glücklich machen, aber es gelingt dir nicht, weil du einfach zu tief in deinen Problemen feststeckst und sie dich nicht mehr loslassen, egal wie fest du es dir wünschst. Es gibt dinge, die sagt man nicht, egal was kommt. Du hast eine Blockade, die du nicht brechen kannst. Und plötzlich kommt jemand, der alles aus dir rausholt und dir den richtigen Weg zeigen will, du weißt, dass es der richtige weg Wäre, aber du schaffst es einfach nicht, ihn zu gehen. Du fühlst dich allein in einer Masse von Menschen, die alle nur das Beste für dich wollen, einfach weil du sie nicht damit belasten willst. Es sind so viele Gedanken, Wünsche und Dinge, die du willst, dass du selbst nicht mehr sie einordnen kannst. Weil es einfach zu viel ist, um damit umzugehen. Alle sagen immer, du bist stark und du willst es für alle Menschen machen, die du liebst, aber es schlägt immer wieder zu und reißt dich mit sich. So das du dir nur noch wünschst, endlich gehen zu können, ohne jemanden zu enttäuschen oder traurig zu machen, und du bleibst stark. Obwohl du weißt, dass es dich unaufhörlich mitreißen wird und das du das nicht willst! –

Wenn es einem so schlecht geht, wird man gezwungen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, was nicht immer schön ist. Man hat ständig das Gefühl, alle um sich herum zu enttäuschen. Viele können sich nicht vorstellen, wie man sich selbst Schmerzen zufügen kann. Sie können es nicht nachvollziehen, was absolut verständlich ist. Man will es nicht mehr tun, man schwört sich jedes Mal von neuem: Das war das letzte Mal, weil man weiß, das es nicht gut ist, das Narben zu sehen sein werden, dass man diesen bestimmten, traurig hilflosen erschreckten und leicht vorwurfsvollen Blick abbekommen wird. Das alle sagen werden: „Aber du hast es doch versprochen.“ Oder dir diesen bestimmten Blick zuwerfen werden. Du weißt, dass all diese Menschen nur so reagieren, weil sie dich lieben und weil sie es nicht verstehen. Doch dann kommt der Moment, an dem du die Kontrolle verlierst, wo du dir nicht mehr anders zu helfen weißt, du kannst an nichts anderes mehr denken, du wirst sogar kreativ und kannst dich solange kratzen bis es blutet. Oder du erwischt dich selbst dabei, wie du panisch das Zimmer nach einem scharfen Gegenstand absuchst. Du erträgst den Druck nicht mehr. Es sind wie die Bauklötze im Spiel Jenga. Jeder Bauklotz ist eine Kleinigkeit, die deine Spannung erhöht. Kleine Bemerkungen, ein Blick, ein Gedanke und die Bauklötze bauen aufeinander auf und irgendwann ist der Turm mit den Klötzen so hoch. Er wird immer schwerer und du weißt, du kannst in nicht mehr tragen, du weißt wie schell dieser Druck weg ist, wenn du dich schneidest und du kannst dir nicht vorstellen, wie du diese Bauklötze sonst loswirst. Du siehst keinen Ausweg, deshalb versuchst du es auszuhalten, du versucht, nicht die Kontrolle zu verlieren. Weil du es doch versprochen hast. Doch dein Kopf ist voll mit diesen Gedanken, du kannst keinen anderen Gedanken mehr fassen. Es ist, als würden diese Gedanken in dich rein gedrückt, so dass kein anderer Gedanke mehr Platz hat. Und du verlierst die Kontrolle ...

Wenn du wieder zu dir kommst, ist der Druck weg, alle Bauklötze wie weggeblasen, nur noch das Blut. Die Wunde, die mit jedem Kontrollverlust grösser und tiefer wird. Du säuberst alles, verbindest die Wunde. Dann kommen die Schuldgefühle. Du weißt genau, wie die Leute reagieren. Und wieder schwörst du es.

Meiner Erfahrung nach ist es eine Sucht. Man ist süchtig danach wie nach Zigaretten. Auch wenn dies ein banales Beispiel ist. Es werden immer mehr, und auch bei Zigaretten weiss man, es könnte einen umbringen. Man weiss, es ist nicht gut und trotzdem tut man es. Und genau wie auch Zigaretten ist es ein Genussmittel. Viele verstehen das nicht, was auch gut ist. Aber der ganze Druck ist weg für ein paar Minuten, man fühlt sich schwerelos.

Jeder Tag verschwimmt in den anderen. Du zwingst dich jeden Tag auf die Beine, um in die Therapie zu gehen, und du versuchst, den Ärzten und Psychologen deine Probleme aufzuzeigen. Du hast das Gefühl, dass die Wand mehr von dem versteht, was du erzählst. Sie sagen dir, dass du einen anderen, einen nicht selbst schädigenden Weg finden musst, um deinen Druck abzubauen, dass du verschiedene Sachen ausprobieren musst. Aber du weißt nicht, wie das gehen soll.

 

Am Donnerstag Morgen hatten wir jeweils Ergotherapie. Kurzgesagt man hat die Möglichkeit etwas zu basteln. Es ging darum Gefühle in Bilder auszudrücken, ich hatte das Bedürfnis das Blatt Papier vor mir einfach schwarz anzumalen. Es tut gut sich mal nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Aber jedes mal, egal was ich machte, kam der kleine Kritiker wieder in meinen Kopf der mir sagte „das ist hässlich, nicht mal das kriegst du hin! wie blöd du doch bist.“ Dadurch wurde es ziemlich schwierig etwas zu gestalten ohne es zu bewerten. Und ich hatte das Gefühl das die Ergotherapeutin das nicht einsehen wollte. Klar wusste ich das sie absolut recht hatte und das es zu meinem besten war wenn sie sagte wir sollen die dinge nicht bewerten. Nur kriegte ich es nicht auf die reihe, ich konnte den kleinen Kritiker in meinem Kopf nicht abstellen.

Jeden Donnerstag Nachmittag hatten wir eine sogenannte Basisgruppe. In der es darum ging Symptome und Krankheit besser zu verstehen. Man durfte jederzeit ein Thema einbringen. Ich fand schnell heraus das andere Patienten ähnliche Probleme hatten wie ich was ich sehr beruhigend fand. Da man sich mit solchen dingen immer sehr allein fühlt. Als wäre man ein Marsmensch der ausversehen auf der Erde gelandet ist. Wir lernten dinge wie Validiren aus dem Grund das viele, mich eingeschlossen, Probleme hatten mit ihrem Umfeld. Es ist oft so, das man das Gefühl hat, das niemand einen versteht. Es ging darum, das wenn man mit Menschen redet und man sich unverstanden fühlt. Versuchen kann, das gesagte zu reflektieren, das man die eigenen Gefühle beschreibt, die man hat beim gesagten. Man lernt die Erwartungen auf ein Minimum runterzuschrauben und zu Akzeptieren das man nun mal kein Beinbruch hat. Bei dem alle sofort verstehen was man braucht und was einem fehlt. Man soll versuchen die Personen in seinem Umfeld vorzubereiten zu sagen „Es kann sein...“ und das man immer Ich-Botschaften verwenden soll. Ich verstand das alles, verstand wieso uns der Arzt das mitgeben wollte. Nur wie kann man das umsetzten? Wie setzt man die Theorie in die Praxis um? Ich wusste das ich diese dinge tun sollte das es mir gut tun würde diese dinge umzusetzen. Nur wusste ich nicht wie ich das tun sollte.

 

 

 

 

 

Bereiche

Frühwarnzeichen

Skills                         

Stresstoleranzbereich 70-100

 

 

 

Achtsamkeitsbereich 30-70

 

 

Normbereich

0-30

    

 

 

Einmal in der Woche am Freitag morgen hatten wir die Skillsgruppe. Skills sind Fertigkeiten um innere Spannungen zu regulieren dafür bekamen wir eine Tabelle. Der Normbereich ist der Bereich in dem man entspannt ist und wenn es einem gut geht. Man ist im Achtsamkeitsbereich wenn man gestresst ist und wenn einen etwas beschäftigt. Im Stresstoleranzbereich kommt man irgendwann an den „Point of no Return.“ Das ist der Kontrollverlust der mit der Selbtverletzung, dem Drogenmissbrauch oder gewaltausbrüchen einhergeht. Bei mir ging es hauptsächlich um die Selbstverletzung und Dissotziative Zustände. Man muss lernen das selbstschädigende Verhalten zu ersetzten in dem man lernt die Spannung ( Bauklötze) anders abzubauen. Mit einem nicht selbstschädigenden Verhalten. Man sollte lernen seine Befindlichkeit zu jedem Zeitpunkt mit einer Zahl einschätzen zu können. Es wurde erklärt das man sich auf Frühwarnzeichen achten sollte. Man soll sich selbst beobachten und herausfinden wie es sich äussert wenn die Spannung steigt. Man muss viele dinge ausprobieren um rauszufinden was die Spannung senken kann. Da dies bei jedem Mensch individuell ist. Wir konnten uns austauschen und bekamen ausserdem eine Liste mit Vorschlägen. Es wird unter Achtsamkeitsskills und Stresstoleranzskills unterschieden, da die Achtsamkeitsskills nicht mehr funktionieren wenn man im Stresstoleranzbereich ist. Ein Skill kann bespielsweise ein Spaziergang sein, ein kalte dusche, Tigerbalsam auf die Schläfen oder an Amoniak richen. Es werden Sinnesreize empfolen. Die sogenannten Frühwarnzeichen können beispielsweise, verstärktes zittern, schwitzige Hände, sich unwohl fühlen sein. 

Doch wie soll man seine Befindlichkeit einschätzen können wenn man sich nicht spürt? Wenn alles am Körper taub ist. Wenn man sich kneift und nichts spürt? Ich dachte was wollen sie von mir die wissen doch gar nichts sie wissen nicht wie das ist. Man hat das deprimierende Gefühl das einem helfen wollen und einem gute Ratschläge erteilen, doch man kann sie nicht umsetzten man schafft es einfach nicht.

 

Am Mittwoch Nachmittag, hatten wie jeweils die sogenannte Körperwahrnehmungsgruppe. Wie der Name schon sagt ging es darum den Körper wahrzunehmen. Wir machen immer am Anfang eine befindlichkeitsrunde. Und am ende der Stunde, eine Runde in denen die Frage war was hat diese Übung bei dir ausgelöst.

Ich trotte den anderen den langen Gang bis zum Bewegungsraum hinterher, mir war schlecht ich wollte nur im Bett liegen und die Wände anstarren. Die etwas rundliche Bewegungstheapeutin empfing uns, als die Befindlichkeitsrunde bei mir ankam nannte ich eine 4. Sie nahm Gymnastikbälle aus dem kleinen angrenzenden matrialraum und meine wir sollten sie prellen und ab und zu gegen die Wand schmeissen. Wir starteten. Der Ton, den das aufprallen des Balles auf dem Turnhallenboden erzeugte machte mich extrem nervös und das unregelmässig Bäng das erklang wenn jemand den Ball an die Wand schmiess liess mich jedes mal zusammenzucken. Ich hatte das Gefühl, dass es immer heftiger wurde und die Lautstärke ins unerträgliche stieg. Und das die abstände immer kleiner würden. Wieder hatte ich das Gefühl das der Raum sich verkleinerte und das egal wo ich hinsah ein Ball rumflog ich spürte das ich dabei war durchzudrehen. Ich hatte den Eindruck dass, das Knallen der Bälle immer lauter wurde als würde man bei der Musikanlage den Lautstärkeregler aufdrehen. Ich spüre nichts mehr, weiss zwar das ich meine Hände knief und versuche sie fest zu drücken so das es weh tut sollte aber ich spüre es nicht. Es ist als wäre mein Geist der die Schmerzen an mein Gehirn weitereleiten soll einfach weg. Ich merke das ich in der Ecke stehe und die Tür anstarre aber es sind so viele Menschen und Bälle zwischen mir und der Tür. Ich will raus, weg, auf und davon. Wie in Trance fange ich an meine Beine zu bewegen, Es kommt mir vor wie ein ewig langer Weg. Und die Klänge von den Stimmen der anderen und das aufprallen der Bälle verschwimmen ineinander. Als ich endlich aus der Tür laufe merke ich das ich zusammen sacke.

Ich bin weg im nichts ich sehe zwar das die bewegungstherapeutn mich anspricht ich merke das sich ihre Lippen verwegen, ich höre sie nicht es ist als würden die informationen nicht weitergeleiten aber es ist schön, weil ich mal nicht ich sein muss, als könnte ich füre einige Minuten niemand sein. Ein Astronaut der im Weltall rumfliegt, der die Welt und die Menschen darauf sieht, aber nichts mit dem zu tun hat was auf der Welt vorsich geht.

Plötzlich mit einem unhörbaren knall bin ich wieder da. Ich höre die bewegungstherapeutin zu den anderen patiennten sagen: „macht weiter!“

ich zucke zusammen

wielang war ich weg

was ist passiert

wieso verliere ich so die kontrolle über mich selbst?

Ich versuche aufzustehen meine Beine fühlen sich an als wären sie aus Gummi der nicht zu meinem Körper gehört. Ich höre mich sagen, dass ich zurück will auf in mein Zimmer. Ich sehe der Therapeutin an das sie nicht begeistert ist sie stimmt jedoch zu und sagt ich soll mich bei meiner Bezugsperson melden.

 

Dissiotiativer Zustand

 

Wenn ich in einen emotionalen stress komme und meine Psyche überfordert ist (ZB: wenn ich mich aus einer schwierigen Situation nicht rausziehen kann und nicht weiss wie ich damit umgehen soll) gerate ich in einen Dissotiativen Zustand.

Es ist eine Trennung von Körper und Geist, es ist für mich nicht weiter schlimm man hat danach keine Erinnerungen was in der Zeit passiert ist und wie lange man weg war. Ich sehe das die Leute rundherum reagieren das sie erschrecken und versuchen mich anzusprechen aber ich höre sie nicht. Es kommt bei mir nicht an. (ein Beispiel: es ist wie eine Stromleitung- zwischen Körper und Geist -die man für eine bestimmte Zeit durchschneidet weil zu viel Strom kommt- Überforderung.) Es ist als wäre mein Körper in Watte eingepackt und mein Geist im nirgendwo. Für die Anwesenden ist es meist schwieriger mit der Situation umzugehen. Da ich in dem fall auch kein schmerzempfinden habe, ich auf einen punkt starre und am ganzen Körper zittere.

In der Therapie lernt man das man mit bestimmten Skills /Fertigkeiten ein solchen Zustand verhindern kann. Es gibt sogenannte Frühwarnzeichen, bei mir Beispielsweise wenn ich merke das mir eine Situation unangenehm ist, ich anfange die Hände zu kneten und anfange ein Punkt anzustarren weiss ich, dass ich aus der Situation raus muss. Beispielsweise aufs Klo damit ich, dann anfangen kann zu Skillen und somit den Zustand verhindere.

 

 

 

Du fühlst dich wie in einem Traum

Du fühlst dich wie ein losgelöster Beobachter

Du fühlst dich ausserhalb deines Körpers

Du hast das Gefühl als würde dein Körper nicht zu dir gehören.

 

Man schwebt im nichts. Raum und zeit verlieren ihre Bedeutung, es ist nicht unangenehm es ist als wäre man in einer Wolke die irgendwo herum schwebt nichts ist da weder positiv noch negativ man ist weg von allem es ist als würde nichts mehr existieren.

 

 

Achtsamkeitstraining, visite, bezugsgruppe, körperwahrnehmenungsgruppe

 

 

H
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1.  Vorwort

H
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Ich schaute einen Film dieser endet als der Hauptdarsteller stirbt. Ich klappte den Computer zu, ich war so müde. Ich starre die weis tapezierten Wände an. Ich dachte ja sterben ist die Lösung. Es wären doch sowieso alle glücklicher ohne mich. Ich bin eine Belastung. Ich drehe mich doch sowieso nur im kreis. Ich habe es gewusst. Ich klappte den Computer zu. Ich fragte mich selbst: „Bist du sicher das du das tun willst?“ Mein inneres ich antwortete mir: „Es bringt doch sowieso nichts. Du drehst dich pausenlos im Kreis. Du hast keine kraft mehr. Du bist Wertlos, niemand braucht dich! Du weist tief in dir das es Sinnlos ist. Du willst nicht mehr. Was soll dieses Leben überhaupt? Diese Welt ist doch beschissen. Du bist doch sowieso allen nur ein Klotz am Bein. Ich meine du kannst diese Welt doch sowieso nicht ändern. Was willst du gegen diesen hass ausrichten? Du kommst doch nicht mal mit deinen Problemen klar. Du schafft es sowieso nie dein Leben auf die Reihe zu kriegen. Auf was wartest du?

Und selbst wenn du irgendwo in dir noch ein Funken Hoffnung hättest wie willst du weiter leben. Du hast es gewusst!“

Ich schrieb einen Abschiedsbrief wie in Trance.

 

Du suchst die Tabletten mit der angst im Nacken jemand könnte kommen und würde dich hindern.

Du packst die Tabletten ein, machst dich hübsch ziehst dein Lieblingspullover an, ziehst sorgfältig den liedstrich, packst deine Tasche und mit der Musik im Ohr sieht du dich ein letztes mal um und löscht das licht.

Du läufst ohne wahrzunehmen wer an dir vorbeigeht ohne zu merken wo es dich hinträgt.

Plötzlich sitzt du auf einer Bank du spürst die sonne auf der haut siehst die Kühe gemütlich auf der Wiese hin und her ziehen. Du siehst die Sonne die von Wolken umgeben ist. Mit jeder Tablette wird es wärmer und es wird grell weis. Du spürst die Glücksgefühle die immer stärker werden und die Schuldgefühle gegenüber den Menschen die du liebst verblasen. Die Erleichterung endlich erlöst zu werden macht dich glücklich wie du es noch nie zuvor erlebt hast.

 

-das wird mein Abschiedslied wenn ich zu früh gehe... hab den sinn verloren.. warum ich geh siehst du dann an meinen wunden... hab mich aufgegeben für viele Menschen hier.. wusste gleich von Anfang an das ich ein kämpfer bin.. bitte Trauer nicht mir geht es gut mam weil ich die abgefuckte erde hier verflucht hab... auf einer weissen weste kannst du jeden fleck sehen wie soll sie sauber bleiben wenn du durch den dreck gehst- (Richter, Bitte hilf mir)

 

Du schaust in die Sonne und plötzlich steht da ein Engel du kannst durch in hindurchsehen und er sagt dir nachdrücklich: „Hol Hilfe! Es ist noch nicht zeit für dich zu kommen. Ich hatte nie die Chance dazu, nutze deine und lebe!“

Du spürst die verlockende Wärme und die Liebe die von dem Engel ausgeht und trotzdem nimmst du das Natel aus der Tasche. Der Bildschirm verschwimmt und du drückst die anruftaste.

Das Gespräch gleitet an dir vorbei. Du hörst nur immer wieder „Bleib wach rede mit mir“

Als das Auto kommt verschwindet der Engel und spürst wie du von der Bank am Boden sackst in zwei Arme. Du hörst dich selbst immer wieder sagen „Alles wird Gut, alles wird gut, alles wird gut...“

 

 

 

Du erwachst im Krankenhaus und plötzlich sind da so viele Menschen die wissen wollen was geschehen ist. Du bist so unendlich müde. Alle möglichen Leute wollen irgend etwas wissen. Mein Kopf fühlt sich an als wäre ein elefant darauf rumgetrampelt und mir kommt der gedanke das es sich so anfühlen muss wenn man ein Drogen Trip hat. Ich weiss doch gar nichts, ich wünschte sie würden gehen mich in ruhe lassen. Eine blonde Ärztin kommt zu mir fragt mich was ich alles geschluckt habe. Ich bemühe mich nachzudenken aber ich habe einfach alles geschluckt was ich an Schlaftabletten und Beruhigungsmittel zuhause gefunden hatte. Ich habe keinen blassen Schimmer mehr was oder wieviel. Ich erzähle ihr von dem Engel und sie sieht mich an als wäre ich durchgeknallt. So fühle ich mich auch. Wieder falle ich in nichts. Als ich wieder aufwache habe ich schrecklichen Durst, ich frage eine Krankenschwester und sie bringt mir ein Becher Wasser. Ich will eine rauchen gehen, aber es dreht sich alles. Und alles ist so Schwumerig. Ich habe das Gefühl ich schwebe, das müssen die Medikamente sein. Die Ärztin kommt wieder und fragt mich wie es mir geht und ob ich freiwillig in die Psychatrie gehe oder ob sie mich zwangseinweisen müssen. So traurig die Situation auch war, irgendwie war sie saukomisch. Ich musste lachen. Was ist das für eine doofe Frage. Ich sagte ihr das wenn ich sowieso keine Wahl hätte, würde ich natürlich freiwillig gehe.

 

 

 

Man liegt im weissen Klinik Bett und starrt die Wand an und in deinem Kopf hallt die Frage wieso hat es nicht funktioniert hat. wieso durfte man nicht gehen, einfach einschlafen und nie mehr aufwachen.

 

Ab dem Moment, wenn du deine Freundin weinen siehst und sie dir sagt: „Ich bin froh, dass du noch hier bist...“ Lebst du für alle diese Menschen die leiden würden, wenn du nicht mehr da bist. Du stehst am Morgen auf und tust was du tun musst. Jedoch nicht für dich oder weil du die Freude am leben wiedergefunden hat. Du weißt, würde es nach dir gehen wärst du nicht mehr hier. Das einzige was dich hindert ist der Gedanke an diese Menschen die dich bedingungslos lieben.

Dir wird bewusst, dass du nicht gehen kannst ohne Schuld auf dich zu laden und trotzdem denkst du dir Pläne aus.

Wie wann und wo könnt ich gehen...

Man läuft über die Strasse und man wünscht sich dass, das Auto nicht anhält. Das es dich so überfährt das du noch ein letztes mal dein Leben an dir vorbei ziehen siehst und das es dann endlich vorbei ist. Ich hatte keine angst mehr vor dem Tot, schlussendlich ist der tot doch das einzig sichere im Leben.

 

Wenn ich etwas aus dieser Erfahrung gezogen habe dann, das man den Menschen sagen muss das man sie liebt weil es den Menschen oft nicht bewusst ist.

 

Vor meinem Suizidversuch habe ich immer gedacht: „Es macht ja nichts, wenn ich nicht mehr da bin“ Nun weiss ich, dass es anders ist. Man fügt leider nicht nur sich selbst schmerzen zu, sondern auch all den Menschen die einen lieben. Auch wenn kein Mensch perfekt ist aber es gibt Menschen die einen lieben und auch wenn man denkt das diese Menschen gut ohne einem auskommen, dies ist nicht so!

 

 

J
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1.  Vorwort

J
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Menschen sagen täglich nein. Aber was ist wenn man sich bei jedem nein fühlt als hätte man einen weltkrieg verursacht. Man fühlt sich schäbig als wäre man ein grausamer mensch. Man gibt sich die Schuld an allem. Wenn sich jemand umbringt, dann wird dieser Mensch ein Egoist genannt. Aber woher nehmen wir das recht dies zu verurteilen? Wir verurteilen die Menschen die nicht mit dieser Welt klarkommen, aber sollten wir dies nicht irgendwie verstehen? Oder zumindest versuchen zu akzeptieren das nicht jeder Mensch mit dieser Welt klarkommt. Das es Menschen gibt die in einer solchen Welt nicht leben wollen. Wir sehen jeden Tag in der Zeitung Berichte über Menschen die hungern aber solange es nicht in unserem Haus geschieht ist das nicht unser Problem. Ich verstehe die Logik dahinter. Aus den Augen, aus dem Sinn. Nun, wir haben Essen, Trinken ein Handy, ein Fernseher und ein Dach über dem Kopf. Das Ironische daran ist, das wir trotzdem nicht zufrieden sind. Wir wollen immer mehr, wir sind wie Vampire, die nie genug Blut trinken können. Man könnte sagen, wir kümmern uns darum. Man kann spenden. Man wird schliesslich zweimal in der Woche angesprochen ob man nicht einmal im Monat 10 Franken für Kinder, Behinderte, Vergewaltigungsopfern, Menschenrechte oder Tiere spenden will. Nur ändert das wirklich etwas?

 In dieser Welt wird man erdrückt, man wird erdrückt von dem zwang nicht aus der Reihe zu Tanzen. Man wird erdrückt von dem anscheinend so selbstverständlichen druck 8.5h pro tag arbeiten zu gehen. Man wird erdrückt von der Erwartung wie alle andern zu sein.

Junge leute nehmen drogen um das zu vergessen. Schlussendlich sind es ginau die, die es vergessen wollen. Die dann in der Klinik landen. Und von Ärtzten behandelt werden die einem so viele Medikamente geben, bis sie jeden Tag ein paar Stunden Kaffee trinken können und die Patienen sich am Abend nicht erinnern, was sie am morgen gegessen haben. Aber man redet über Stabiliesierung und hält sich selbst für ein guten Menschen, damit man in der Nacht wenn man alleine ist mit seinen Gedanken ruhiger schlafen kann. Meiner Erfahrung nach sind Medikamente nicht nur schlecht. Leider werfen viele Ärtzte damit nur so um sich. Und wenn man als Patient nicht genau aufpasst, hat man nach 3 Tagen einen Medikamenten Cotail der abhängig macht und die Probleme sind danach noch dieselben.

Nur haben viele Patienten nicht die Kraft sich zu wehren. Nicht den Lebenswillen um für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Aber klar, je mehr Menschen Pillen brauchen, um den Tag zu überstehen, umso mehr geld bringt es denen ein die diese Pillen herstellen.

Wann werden wir merken das man geld nicht essen kann, wie lange wird es gehen bis dieses System zusammen bricht?

 

Sie machen es sich einfach weil sie es trotz der Theoriebücher nicht verstehen.

Die Menschen sehen nicht was an einem Suizid so verlockend ist, sie sehen nicht das jeder Mensch nur noch auf seinen eigenen vorteil bedacht ist. Das diese Welt sowieso früher oder später untergehen wird. Es heisst immer „einen personenunfall“ schön nett ausdrücken und das einzige was die Menschen hören ist das sie 5 Minuten zu spät kommen, obwohl alle wissen was damit gemeint ist.

Menschen sind verzweifelt.

Wollen wir wirklich die Menschen verurteilen die es hier nicht aushalten?

Ich will es nicht gut heissen sich umzubringen aber trotzdem finde ich, ist man kein Egoist nur weil man es auf dieser Welt nicht aushält.

 

 

K
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1.  Vorwort

K
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Das finstere und das positive Ich

Es ist wie Feuer und Wasser, wie Engel und Teufel.

 

Das positive Ich ist die, die ich eigentlich sein will.

Die, die das gute in den Menschen sieht. Die immer allen helfen will, die fröhlich ist. Neugierig auf diese Welt, die an Wunder und an das Schicksal glaubt. Die glaubt das alles seinen Sinn hat, das alles auf eine Art so kommt wird wie es kommen muss. Das positive Ich ist die, die verzeiht die zweite Chancen gibt. Die vertraut, die immer versucht ein guter Mensch zu sein. Sie ist ehrlich ist und hoffen kann. Sie trägt die Hoffnung und den Willen zu kämpfen in sich. Die sich Gedanken um diese Welt macht.

Die immer versucht zu reparieren was kaputt gegangen ist. Die versucht ihr Leben auf die Reihe zu kriegen, die dafür kämpft ein „normales leben“ zu führen.

 

Das finstere Ich ist diejenige die niemand sieht.

Sie war mal ein kleines Monster das aus Ängsten des positiven Ich`s entstanden ist. Man hat sie gefüttert. Alle Menschen die, das positive Ich verletzt oder missbraucht haben, haben dieses kleine Monster gefüttert. Sie grösser und stärker werden lassen. Und nun ist sie stark und mächtig. Sie ist diejenige die davon ausgeht verletzt zu werden. Sie gibt dem positiven Ich die Schuld an allem. Die in jedem Menschen eine böse Absicht erwartet. Die diese Welt hasst, die sich selbst verabscheut. Die schreien und weinen will. Die eine Todessehnsucht hat, die denkt, dass dieses Leben kein Sinn hat. Die aus Angst so grausam sein kann. Die immer wieder jeden positiven Aspekt zerstört. Die wenn jemand sagt: „Das hast du gut gemacht“ gleich tausend Sachen findet, die das Gegenteil zeigen. Als während die positiven Dinge eine Glaskugel und das finstere Ich findet immer einen Weg diese mit Steinen zu bewerfen. So das nur tausend Glasscherben, an denen man sich schneitet, übrig bleiben. Diejenige, die sich hässlich findet. Sie ist fest davon überzeugt das der Kampf den das positive Ich führt absolut umsonst ist. Die sich selbst lächerlich und armselig findet. Der alles irgendwie egal ist. Sie hält Optimisten für naive Menschen. Die sich amüsiert, wenn jemand wegen Kleinigkeiten ein Drama macht. Die den Finger in die wunde des positiven Ich`s legt und Salz reinstreut.

 

 

Sie sind wie zwei Personen in mir. Die ständig im Krieg liegen, die sich bekämpfen. Sich immer gegenseitig übertrumpfen wollen.

Das seltsame ist, das niemand das finstere Ich sieht. Alle sehen nur das positive Ich. Ich spüre das positive Ich ab und zu sehe sie aber nicht. Wenn jemand mir sagt das ich ein fröhlicher netter Mensch bin, weiss ich zwar das diese Person ihren Eindruck schildert nur sehe ich mich selbst nicht so.

Es ist ein beständiges Gefühl der Zerrissenheit, als würde man mit sich selbst kämpfen. Sie sind beide unendlich stur und beide haben ihre berechtigten Gründe so zu denken wie sie denken.

Ich kann es nicht annehmen wenn mir jemand ein Kompliment macht, weil meine Mitmenschen das finstere Ich nicht sehen. Ich aber weiss, dass es ebenso existiert.

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1.  Vorwort

L
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Unfassbare Wut

Wenn man gelernt hat das nicht alles die eigene schuld ist hat man irgendwann eine wut in sich die sich nicht bändigen lässt man schleppt sie mit sich um. Man ist sauer das man die menschen nicht ändern kann das man nicht die möglcihkeit hat menschen wach zu rütteln weil man nicht die möglchkeit hatten den menschen zu helfen und das nur weil man kein chefposition hat man hat keine macht.

Das einzige was man tun kann ist sport zu treiben und zu vergeben was einem angetan wurde.

Nur ändert das nichts und ich bin nicht so naiv zu glauben das dieses buch etwas ändert aber villeicht kann ich so ein paar menschen erreichen und sie davon abhalten die selben fehler zu machen wie ich sie gemacht habe.

 

Ich will alles Perfekt machen ich verlange von mir das ich alles immer sofort perfekt mache. Dieser druck kann ich nicht abstellen. Es ist wie eine Waage mit zwei Schüsseln in einem drin. In der einen Schüssel befindet sich das, was man nicht gut kann, die Fehler die man macht. In der andern all das was man gut macht oder kann. Und egal wie gut man ist oder wer einem sagt „Das hast du gut gemacht“. All die kleinen Fehler, die kleinen dinge wiegen eine Tonne, während die positiven Dinge in der anderen Schüssel sich in Luft auflösen. Ich bin mir sicher das ich die Dinge besser machen würde, wenn ich mir nicht immer so unter druck setzen würde. Die Wut die wie ein vulkan ausbricht, wenn man realiesiert das man sehr wohl positive eigenschaften hat, sie nur nicht anerkennen kann. Ich weiss das ich ein sozialer mensch bin, das ich hilfbereit, einfühlsam und freundlich bin nur kann ich es nicht anerkennen, ich kann es nicht so bewerten wie ich es bei anderen bewerten würde, da es mich noch nie weitergebracht hat. Durch das, dass ich die bedürfnisse der anderen immer über meine gestellt habe bin ich in dieser Situation gelandet. Es hat mich noch nie weitergebracht.

Ich weiss das ich geduld haben muss das ich mir zeit geben muss, die dinge umzulernen. Ich muss lernen weniger streng mit mir zu sein. Aber wie soll ich das tun, wenn meine wut auf mich niergens ein ventil findet. Selbstverletzung geht ja nicht. Es ist als wäre ich so wütend auf mich selbst das es jeden positiven asspekt den ich mir selbst vorhalte auffrisst und nichts übrig lässt ausser scherben, asche und staub.

Wenn eine Freundin mir erzählen würde das sie dieses Problem hätte, würde ich ihr sagen das sie es gut macht, das sie ihr bestes gibt und das niemand perfekt ist. Und ich weiss das ich das an mich selbst richten sollte und ich weiss auch das es richtig wäre. Aber es hat kein Platz weil ich so Wütend bin. Es ist als würde ich, die Theorie in und aus wendig kennen. Leider ist die Praxis etwas vollkommen anderes. Ich wüsste eigentlich wie ich es anstellen müsste um 100% arbeiten zu können ohne einen Rückfall. Manchmal habe ich das Gefühl als würde ich mir diese Probleme einreden als würde ich sie mir selbst machen. Es ist der Gedanke ob man Verückt sein kann ohne es zu wissen. Sind wir nicht alle auf eine gewisse weise verrückt? Auf eine gewisse weise geschädigt von dieser Welt?

 

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1.  Vorwort

M
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Der Roboter

 

Dieser Roboter macht einfach. Er weiss das es mir nicht gut geht, er weiss das ich zusammenbrechen würde, wenn er nicht die Kontrolle übernimmt. Deshalb übernimmt er das Steuer. Er stellt alles ab, was an Gefühlen wie Angst, Zweifel oder Wut da ist. Es ist plötzlich alles gleichgülig. Auch die Freude spürt man nicht mehr, sie verschwindet einfach. Es ist als würde dieser Roboter nur Befehle entgegen nehmen. Er funktioniert wie eine Marionette. Durch diesen Roboter wird eine Schutzwand aufgebaut. Man fühlt sich wie in einem Traum. Die Sicht ist milchig, so als würde man die ganze Welt nur noch durch milchiges glas wahrnehmen und jede Emotion scheint an diesem Glas abzuprallen. Als wäre ich durch diesen Roboter in der Lage alles zu ertragen, all die Wut, die Trauer und der Schmerz ist wie weggeblasen weil er alle Gefühle von einem nimmt. Man funktioniert einfach, spürt nichts ausser einer endlosen Taubheit. Es ist als wäre man auf alle Gefühle resistent wie Antibiotika die einfach nicht mehr wirken. Nur wegen des Roboters schafft man es am morgen aufzustehen. Für den Moment wenn man kurz vor dem zusammenbrechen steht, wenn man einfach nicht mehr kann, wenn einem alles zu viel ist. Den Raum aber nicht hat um wirklich zusammenzubrechen, ist er sehr praktisch.

 

Dieser Roboter ist wie eine unbrechbare Schale. Es schützt eine gewisse zeit lang, man würde nicht überleben ohne aber kann auch nicht über längere Zeit mit ihm leben.

Weil dieser Roboter, diese unbrechbar schützende schale -die Gefühle die abprallen, auf die man das Gefühl hat resistent zu sein- irgendwo in einem kleinen toten Winkel packt, so das es niemand bemerkt. Nur leider hat es in diesem kleinen toten Winkel nur begrenzt Platz. Irgendwann hat es dann keinen Platz mehr in diesem kleinen toten winkel und dann sprudeln all diese Gefühle raus. Es ist dann wie ein Zunami der einen überrollt. Man kann es nicht mehr aufhalten aber es ist auch zu viel um es zu verarbeiten, man gerät in eine Überforderung. Desshalb bricht man dann zusammen, man kann nicht mehr, alle Emotionen fliessen aus einem raus. Und wenn dann die Menschen die das mitbekommen, nicht sofort reagieren, wird diese Person sich wieder ihrem Roboter zuwenden. Aus dem Grund weil man dann keinen Weg sieht, um mit all den dingen fertigzuwerden und gleichzeitig zu funktionieren.

Und es wird von vorn beginnt. Mit jedem Mal dem man sich wieder dem Roboter zuwendet wird es schwieriger ganz auszusteigen.

Und immer mehr gerät in Vergessenheit wie gut sich doch Freude anfühlt, wie es ist zu lachen ohne dass man das Gefühl hat jemand anderem dabei zuzusehen oder wie man weint. Man denkt zwar „Eigentlich wäre die normale Reaktion, wenn ich jetzt weinen würde nur wie geht das?“

Irgendwann weiss man nicht mehr wie man mit Gefühlen umgehen kann wie sie funktionieren wenn man keinen Roboter hat.

 

Dieser Roboter wird von dem druck den diese leistungsorientierten Gesellschaft auf alle von uns ausübt genährt.

Leider ist dieser Roboter auch sehr tükisch, denn wenn man ihn zu lange an hat, weiss man irgendwann nicht mehr wie es sich anfühlt ihn nicht zu haben und man weiss auch nicht mehr wie man ihn wieder los wird.

 

Dieser Roboter ist eine Erschaffung der heutigen Gesellschaft. Es ist ein Weg um zu funktionieren, wie man es unter den widrigsten Umständen schafft zur Arbeit oder zur Schule zu gehen. Die Leistungen zu bringen die von einem erwartet werden.

Unsere Förderer
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