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Von Adelheid Zingg – Adelheids Leben seit 1942 (auch mit vielen Kurzgeschichten)
Adelheid Zingg
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1.
Meine Kindheit
2.
Tagebuch
3.
25.Februar 2010
4.
02.März 2010
5.
03.März 2010
6.
05.März 2010
7.
06.März 2010
8.
07.März 2010
9.
09.März 2010
10.
Apothekersfrau
11.
Öltanker
12.
10.März 2010
13.
11.März 2010
14.
12.März 2010
15.
14.März 2010
16.
17.März 2010
17.
19.März 2010
18.
20.März 2010
19.
21.März 2010
20.
22.März 2010
21.
23.März 2010
22.
24.März 2010
23.
26.März 2010
24.
27.März 2010
25.
28.März 2010
26.
29.März 2010
27.
30.März 2010
28.
01.April 2010
29.
02.April 2010
30.
03.April 2010
31.
04.April 2010
32.
05.April 2010
33.
06.April 2010
34.
08.April 2010
35.
09.April 2010
36.
11.April 2010
37.
13.April 2010
38.
14.April 2010
39.
15.April 2010
40.
17.April 2010
41.
18.April 2010
42.
19.April 2010
43.
20.April 2010
44.
21.April 2010
45.
22.April 2010
46.
23.April 2010
47.
24.April 2010
48.
25.April 2010
49.
26.April 2010
50.
27.April 2010
51.
28.April 2010
52.
29.April 2010
53.
30.April 2010
54.
01.Mai 2010
55.
02.Mai 2010
56.
03.Mai 2010
57.
04.Mai 2010
58.
05.Mai 2010
59.
06.Mai 2010
60.
07.Mai 2010
61.
08.Mai 2010
62.
11.Mai 2010
63.
13.Mai 2010
64.
15.Mai 2010
65.
16.Mai 2010
66.
17.Mai 2010
67.
19.Mai 2010
68.
20.Mai 2010
69.
21.Mai 2010
70.
22.Mai 2010
71.
23.Mai 2010
72.
27.Mai 2010
73.
28.Mai 2010
74.
29.Mai 2010
75.
30.Mai 2010
76.
01.Juni 2010
77.
02.Juni 2010
78.
03.Juni 2010
79.
05.Juni 2010
80.
06.Juni 2010
81.
07.Juni 2010
82.
08.Juni 2010
83.
12.Juni 2010
84.
13.Juni 2010
85.
14.Juni 2010 (Todestag)
86.
15.Juni 2010
87.
Gedicht
88.
16.Juni 2010
89.
17.Juni 2010
90.
18.Juni 2010
91.
20.Juni 2010
92.
21.Juni 2010
93.
22.Juni 2010
94.
23.Juni 2010
95.
24.Juni 2010
96.
25.Juni 2010
97.
26.Juni 2010
98.
27.Juni 2010
99.
28.Juni 2010
100.
29.Juni 2010
101.
30.Juni 2010
102.
01.Juli 2010
103.
02.Juli 2010
104.
03.Juli 2010
105.
04.Juli 2010
106.
05.Juli 2010
107.
06.Juli 2010
108.
07.Juli 2010
109.
08.Juli 2010
110.
09.Juli 2010
111.
10.Juli 2010
112.
11.Juli 2010
113.
12.Juli 2010
114.
13.Juli 2010
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14.Juli 2010
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15.Juli 2010
117.
16.Juli 2010
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17.Juli 2010
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18.Juli 2010
120.
19.Juli 2010
121.
20.Juli 2010
122.
22.Juli 2010
123.
24.Juli 2010
124.
25.Juli 2010
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26.Juli 2010
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28.Juli 2010
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29.Juli 2010
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30.Juli 2010
129.
31.Juli 2010
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01.August 2010
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02.August 2010
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03.August 2010
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04.August 2010
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05.August 2010
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06.August 2010
136.
07.August 20010
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08.August 2010
138.
13.August 2010
139.
14.Agust 2010
140.
15.August 2010
141.
16.August 2010
142.
17.August 2010
143.
18.August 2010
144.
19.August 2010
145.
20.August 2010
146.
23.August 2010
147.
24.August 2010
148.
25.August 2010
149.
26.August 2010
150.
27.August 2010
151.
28.August 2010
152.
29.August 2010
153.
30.August 2010
154.
31.August 2010
155.
Einzelgeschichten: In Sachen Kampfhunde (geschrieben im November 2011)
156.
Einzelgeschichten: Mein grösster Schock (geschriebeb November 2003)
157.
Ferien mit meiner Tochter und meinen Enkelkindern auf der MS RIA)
158.
Ein Gedicht für meinen Bruder Heini
159.
Gedicht
160.
Eine Schiffsreise auf der MS Ria (1998)
161.
Tagebuch von unserer Reise nach Amerika (1976)
162.
Eine Seereise mit der MS Ria (1989)
163.
02.Dezember 2010
164.
03.Dezember 2010
165.
04.Dezember 2010
166.
08.Dezember 2010
167.
09.Dezember 2010
168.
10.Dezember 2010
169.
11.Dezember 2010
170.
13 und 14..Dezember 2010
171.
20.Dezember 2010
172.
24.Dezember 2010
173.
25.Dezember 2010
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26.Dezember 2010
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27.Dezember 2010
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30.Dezember 2010
179.
31.Dezember 2010
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01.Januar 2011
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02.Januar 2011
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03.Janar 2011
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189.
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11.Januar 2011
191.
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192.
13.Januar 2011
193.
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194.
15.Januar 2011
195.
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197.
18.Januar 2011
198.
19.Januar 2011
199.
20.Januar 2011
200.
21.Januar 2011
201.
22.Januar 2011
202.
23.Januar 2011
203.
24.Januar 2011
204.
25.Januar 2011
205.
28. bis 29.Januar 2011
206.
30.Januar 2011
207.
31.Januar 2011
208.
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209.
02.Februar 2011
210.
03.Ferbruar 2011
211.
04.Februar 2011
212.
05.Februar 2011
213.
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09.Februar 2011
215.
11.Februar 2011
216.
13.Februar 2011
217.
14.Februar 2011
218.
15 und 16. Februar 2011
219.
17 und 18 Februar 2011
220.
19. Februar 2011
221.
20.Februar 2011
222.
21.Februar 2011
223.
22. und 23. Februar 2011
224.
25. und 26.Februar 2011
225.
27. Februar 2011
226.
28.Februar 2011
227.
01.März 2011
228.
02.März 2011
229.
03.März 2011
230.
04.März 2011
231.
05.März 2011
232.
06.März 2011
233.
07.März 2011
234.
08.März 2011
235.
09.März 2011
236.
10.März 2011
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11.März 2011
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12.März 2011
239.
13.März 2011
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14.März 2011
241.
15.März 2011
242.
16.März 2011
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17.März 2011
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18.März 2011
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20.März 2011
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21.März 2011
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22.März 2011
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23.März 2011
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Meine Kindheit
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1.  Meine Kindheit
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Biographie

 

Meine Kindheit

 

Fünf Kinder waren wir;  Walti 1941, Adelheid (meine Wenigkeit) 1942, Verena 1943, Heini 1945 und natürlich unser Nesthäkchen Roman 1957. Wir sind in einem kleinen Bauernhaus mit viel Land und Wald aufgewachsen. Wir besassen Schweine, 1 Kuh, Kaninchen, Hühner und selbstverständlich durften auch Katzen nicht fehlen. Soweit ich mich erinnern kann, hatten wir eine schöne Kinder- und Jugendzeit. Mein Vater war Kleinbauer, das nötige Geld verdiente er als Zwicker in einer Schuhfabrik.

Als wir noch klein waren, machten wir unserer Mutter viel Arbeit. Das Geld reichte schon damals nirgends hin. Zum Glück konnten wir Eier, Kartoffeln, Beeren, Äpfel und Birnen verkaufen. Wir hatten auch Getreidefelder. So konnten wir unser Mehl in die Bäckerei bringen und nach der Schule unser 4pfünder Brot abholen. Der Schulweg dauerte ca. eine halbe Stunde, und so hat meisten schon 1 Stück Brot gefehlt, als wir zu Hause ankamen. Das gab natürlich Reklamationen von unserer Mutter, aber sie meinte es nicht böse, und es half auch nichts.  Wir alle haben die Primarschule und später die Bezirksschule besucht. Wenn wieder eines von uns die Aufnahmeprüfung für die Bezirksschule machen  musste, hatte mein Vater immer mit uns gebüffelt.

Meine Mutter nähte für mich und meine Schwester Verena die schönsten Kleider. Wir waren immer wie Zwillinge angezogen und halten auch noch heute zusammen. Wir sehen uns jede Woche im Joga, sie ist heute Jogalehrerin.

Als wir dann die Schule beendeten, absolvierten wir drei ältesten gleichzeitig die Lehre. Walti als Schriftsetzer, ich als Verkäuferin Charcuterie und Verena als Bäckereiverkäuferin. Dies war eine sehr kostspielige Zeit. Wir mussten ja alle Schulbücher bezahlen und Bahnfahrkarten, da wir in Olten die Lehre machten. Vor der Lehre besuchte ich  noch ein Jahr das Haushaltsjahr in einer Bäckerei im Dorf. Unsere Mutter musste dann auch arbeiten gehen, denn das Geld reichte überhaupt nicht aus.

Nach dem Lehrabschluss kaufte unsere Mutter drei Überseekoffer. Wir mussten ins Welschland. Walti nach Genf, Verena und ich nach Biel. Die Abschlussprüfung haben wir übrigens alle mit Bravour bestanden.

Nun war auch Heini bereit für eine Ausbildung. Er entschied sich für den Beruf des Buchdruckes in Solothurn. Auch er hatte mit den besten Noten bestanden. Unser Nesthäkchen war einige Jahre später endlich auch soweit und hat eine Lehre  Schriftsetzer gemacht.

Meine Schwester und ich hatten eine schöne Zeit in Biel. Später ging es dann weiter nach Zürich, Lugano, immer gemeinsam. Wir bildeten uns stetig weiter, besuchten Kurse. Ich arbeitete bei der Bell AG in Basel. So konnten wir mit der Zeit als Filialleiterinnen in unseren Geschäften arbeiten. Mit knapp 18 Jahren kaufte ich mir einen 54er VW Käfer. Heute ist dieser ja Kult. Damit machte ich Ausfahrten mit meiner Familie. Damals unternahm ich auch die erste grosse Reise. Diese ging ins Emmental auf die Moosegg zu meiner Tante, mit angezogener Handbremse den Berg hinauf, das war ein „Lehrblätz“.

1960 war eine Stelle in einer privaten Metzgerei als Filialleiterin, in Siebnen, zu besetzen. Diese Stelle habe ich gekriegt und so meinen Mann kennengelernt. Er war Metzger in diesem Geschäft. Ein sehr guter Sportler, Ringer und Schwinger. Wir waren jeden Tag zusammen und haben uns so gut kennengelernt und uns nach und nach ineinander verliebt.

Dies war eine sehr schöne Zeit. Wir haben das Verliebt sein jeden Tag in vollen Zügen genossen und sind jeden Tag zusammen nach Bern zur Arbeit gefahren. Im Jahre 1963 haben wir geheiratet. Es war ein schönes Fest. Viele Gäste kamen ganz in Weiss. Meine Schwester Verena  und ihr Freund waren unsere Trauzeugen. 1966 kam unser Sohn Robert, der Stammhalter, zur Welt. Dies geschah per Kaiserschnitt, mit Gelbsucht und einer Hüftgelenkverrenkung. Die Krankenschwester im Spital Belp sagte, Ringer und Schwinger könne er nie werden. Er bekam eine Spreizschiene und konnte deswegen erst mit 2 Jahren laufen, aber danach hat er sich wunderbar entwickelt. Nach 10 Tagen durften wir ihn mit nach Hause nehmen. Bei diesem Kaiserschnitt erwachte ich zu früh und habe das ganze Ärzteteam sprechen hören. Eine Schwester schrie immer, ich solle atmen, bitte atmen sie.

 

 

 

 

Biographie

 

Wir waren viel auf Schwingplätzen und Ringerturnieren auf der ganzen Welt. Der Erfolg im Sport war super. Mein Mann hatte sehr viel trainiert und hatte dadurch aber auch weniger Zeit für uns. Der Junior hat sich sehr gut entwickelt, er konnte auch ringen und war mit 8 Jahren mit mir in Amerika an der Weltmeisterschaft in Minnesota. Das ganze Team war auf einer Ranch eingeladen   Ich war Gouvernante von 8 jungen Buben  im Alter von 8-15 Jahren.  Für mich war dies eine sehr anstrengende aber dennoch sehr schöne Arbeit. Von einem türkischen Kamptrichter habe ich einen Siegelring geschenkt bekommen und ein japanischer Kampfrichter wollte nur mal schnell nach meinem Jungen „Robert“ schauen. Robert lernte Maurer. Inzwischen ist auch ein 2. Kind geboren. Gabriela, 21. Juni 1968. Auch per Kaiserschnitt, das war nicht Bequemlichkeit, sondern wegen meinem Sport. Ich machte Bodenturnen und konnte so in der Schule vor Ort Zusatzkurse geben. Deshalb war eine Geburt auf normalem Wege nicht möglich. Gabriela hat die Tiere sehr geliebt. Ob Vögel, Hunde, Katzen, Eichhörner, Hühner, alles hatten wir, sogar weiße Mäuse, alles was kreucht und fleucht war ihr lieb. Sie wollte mit 4 Jahren Tierärztin werden. Einmal hat sie eine Krähe gebadet, welche zu viel Wasser bekam und ertrank. Dabei wollte sie sie nur „bädele“ und weinte und versteckte sich. Ja, mit ihr hatten wir viel zu tun. Sie war aber so fröhlich, dass sie mit ihrem Lächeln alle umstimmen konnte. Sie hat auch bei der Nachbarin „Guezli“ gestohlen, denn sie wusste ja, wo die sich befanden. In der Grube mit Bruder Robert zu buddeln und kleine Feuerchen zu machen war gang und gäbe.  Wir wohnten in einem  Einfamilienhaus und die Kinder hatten dadurch viel Freiheit. Der Schulweg ging an einem Wald vorbei. Unsere 2 waren auch immer im Training mit Papi. Er wollte ihnen seine Schwingertricks, welche er sehr gut beherrschte, beibringen. Er war 7facher schweizer Meister. An den Schwingfestspielen hatten wir unsere Plätze immer ganz vorne, der Papi war super. Ein Sportler mit Herz.

Gabi lernte Sportartikelverkäuferin. Danach machte sie einen Maurerkurs und arbeitete als Schichtmaurerin auf Baustellen. Natürlich viel sie mit ihrem guten Aussehen und ihren blonden Haaren auf. Robert arbeitete in seinem Beruf als Maurer, versuchte etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Eines Tages lernte er eine Frau kennen, deren Eltern ein Ruinendorf in Siena aufbauten. Also zog es auch ihn dorthin und hat 2 Kinder mit ihr. Leider ging diese Beziehung auseinander und er kam in die Schweiz zurück. Heute lebt er in einem Dorf in der Nähe von mir und kommt mich ab und zu besuchen. Er hat inzwischen eine nette Frau. Seine Kinder kann er  sehen wann er will.

Gabi geriet auf die schiefe Bahn und ist nach vielen Problemen und Schicksalsschlägen am 3. Dezember 1995 verstorben. Ihre Geschichte können Sie unter dem Kapitel: Das Leben mit einer drogensüchtigen Tochter nachlesen.

Unser 3. Kind, Sandra, kam am 17. Mai 1971auch per Kaiserschnitt zur Welt. Etwas klein und leicht war sie. Bei jeder Geburt wusste ich, wie stark und wann die Schmerzen kommen würden, deswegen konnte ich mich darauf einstellen. Die Freude, die ich jedes mal verspürte, wenn ich ein Kind gebar hat jedes Mal die Schmerzen erträglicher gemacht.  Sandra hat früh laufen und sprechen gelernt. Schon mit 10 Monaten machte sie mit Erfolg ihre Gehversuche. Sie hat natürlich von Robert und Gabi viel gelernt. Ich war stolz auf meine drei Kinder. Wir waren die meiste Zeit entweder in Turnhallen oder auf Schwingplätzen. Dank meinem Sport konnte ich viel reisen. Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Schwingfeste.

Sandra hat im Kindergarten schon von der Schule gesprochen  und konnte es kaum abwarten, selbst hingehen zu dürfen, da es ihr im Kindergarten zu langweilig war. Als sie eingeschult wurde, zogen wir in einen Wohnblock in der Nähe der Schule. Der Schulweg war somit viel kürzer und wir konnten unsere 3 Kinder mehr genießen. Als Sandra die Sekundarschule abgeschlossen hatte, machte sie eine Lehre als Lebensmitteltechnologin. Diese hat sie auch mit Bravour bestanden. Ich arbeitete in dieser Zeit bei einer Bellfiliale als Filialleiterin-Stellvertreterin.

Unsere Kinder mussten auch im Haushalt mithelfen. Wir waren ein gutes Team, auch Papi hat mitgeholfen.

Irgendwann hat er eine jüngere gefunden und mich verlassen. Ausgerechnet zu der Zeit, als bei mir Brustkrebs festgestellt wurde. Also war die Brust weg, mein Mann war weg, aber meine Kinder haben immer zu mir gehalten. Ich habe überlebt und bin noch da. Weiteres dazu steht im Kapitel „Brustkrebs. Während dieser Zeit habe ich Dölf kennen und lieben gelernt. Das Verhältnis zu meinem Ex ist o.k. Er hat wieder geheiratet und hat 3 Kinder.

 

 

 

 

 

 

 

Tagebuch:

Umzug nach dem Tod vom Dölf in eine kleinere Wohnung

 

Betrifft meinen Umzug in die Dreieinhalb-Zimmerwohnung  Februar 2010

 

Liebe Frau Scheurer

Der Hauptgrund, aus dem ich in die Dreieinhalb-Zimmerwohnung ziehen wollte, war nicht, dass ich den Preis für diese Wohnung nicht mehr zahlen konnte, Sondern weil ich es nicht mehr ausgehalten habe: das ganze Geschrei und Gebrüll von meinem Nachbarn, es ging immer um die kleinen Kinder.

 

Schon als "Dölf" noch lebte, habe ich immer gesagt, "Hast Du gehört“. Er war schwerhörig und hat immer verneint. Ich aber  habe  das Geschrei von dem Mann  nicht mehr ausgehalten. Es war manchmal vom schlimmsten Wort bis "godverdammi" alles drin. Endlich Ruhe! Ich weiss, wenn man Kinder hat, dass die nicht spuren wie Mann - Frau das gerne haben möchte. Aber wir waren eine Kleinbauernfamilie mit fünf Kindern. Da war dieses Geschrei nie zu hören. Wir haben alle einen Beruf erlernt und sind heute " gut „situiert". Meine drei Brüder haben Geschäfte in Bern, Zürich und Benken SG.

Meine Schwester hat eine Yoga-Schule, welche ich jeden Dienstag besuche und ich gehöre zu dieser Familie. "Dölf" hatte eine Eigentumswohnung in Bern, welche ich geerbt habe und seinen „Camping", der Vorbau mit Wagen misst 80 qm. Das alles habe ich geerbt und ich bin nicht auf eine Wohnung angewiesen. Ich könnte diese kaufen. Ich weiss auch, was und wie Mann - Frau als Mieter umgehen muss. Ich habe aber einen Notar- Anwalt, der alles für mich regelt. Ich werde also nicht eine Renovation unseres Badezimmers und WC wegen diesen blöden "Dübellöchern" begleichen. Wir haben nicht gebohrt und wozu ist ein Badezimmer da: bloss um anzuschauen, wo und wie Mann - Frau da etwas aufhängen könnte? Wenn es Probleme gibt, kontaktieren Sie bitte meinen Notar. Er wird das alles regeln, denn ich bin mich nicht gewohnt, mit sooo viel Geld umzugehen. Habe noch nie in meinem Leben so viel Geld gehabt.

 

 

 

 

Als Filialleiterin habe ich das aber gelernt. Nur so viel auszugeben, dass ich auch noch, halt ohne meinen Lebenspartner, ein für mich anständiges, gutes, lebenswertes Leben geniessen kann. Ich habe gemerkt, dass ich auch ohne meine treusten Freunde weiter leben kann. Ich muss mich nicht von Leuten dirigieren lassen, die mir nichts bedeuten, denn an Geld fehlt es mir nicht. Ich möchte einfach in Ruhe meinen Lebensabend geniessen, ohne Geschrei und Gezeter, denn das brauche ich nicht. Ich habe viel durchgemacht und hätte es verdient ein ruhiges und stilvolles Leben zu geniessen. Sollten Sie diese "Dübellöcher" noch weiter beschäftigen, dann können sie die Adresse meines Notars gerne erfahren. Ich habe das nicht nötig, mich von jemandem "demütigen" zu lassen. Ah, was sehe ich da: Oh Löcher. Das ist verboten. Das steht nirgends im Mietrecht. Ich weiss, sie sind am längeren Hebel. Sie haben das "Zepter" in der Hand. Sollte ich Sie beleidigen dann, können sie ja "ihre Massnahmen vollziehen". Für mich kein Problem, ich habe noch eine Eigentumswohnung in Bern geerbt und einen zweiten "Camping" in Thörishaus und einen Bungalow in Watamu Kenia. Es ist manchmal schwer, wenn man Frau "so viel erben kann " und alle denken, das ist ein armes "Huscheli" Ich aber werde das Erbe meines Lebenspartners "Dölf" in Würde und Vernunft antreten und so hoffe ich doch noch ein paar Jährchen innig und freudig zu erleben,. ohne Stress und ohne Sorgen. Denn das kann ich. Er hat für mich gesorgt. Denn er war ein arbeitsamer Mensch der, für mich nur das Beste wollte. Er aber fehlt mir! Was nützt das ganze Geld wenn der Mensch fehlt. Es muss weiter gehen. Mit Bläcky, mein Hund, und meinen Geschwistern und meine Tochter Sandra und ihre Kinder Carmen und Luca.

Meine Nachbarin wusste es,  und hat das auch gehört, aber niemand hat etwas gesagt. Ich habe diese  Kinder sehr lieb. und in mein Herz geschlossen. Alles hängt wahrscheinlich mit der Frühschicht und Spätschicht zusammen. Aber das ist ihr Problem. Nun ist es ruhig, ich kann aufatmen und, so hoffe ich, mich an der Ruhe erbauen. Ich werde sowieso im Frühling wieder in mein Domizil „Heidiland“ im Camp ziehen. Das Domizil von meinem "Dölf" hat meine Tochter Sandra geerbt. So habe ich weiterhin meine Familie um mich herum und kann mich im meinem "Heidiland" erholen und den Sommer in vollen Zügen geniessen. Ich werde mit Blumen, Pflanzen und in der Natur leben und, so hoffe ich, mein Leben voll geniessen: Immer im Sinne, noch meine

 

 

Kinder Enkelkinder in der Nähe zu haben. Das Leben ist lebenswert, man muss nur wissen, ob man es Leben will?!

 

 

  1. Februar 2010

Nun bin ich umgezogen in mein Reich. Ich hoffe, dass ich da meine Ruhe finde.

Die blöden Dübellöcher haben mir den Abschied aus meiner Viereinhalb-Zimmerwohnung vermiest, denn wenn ich denke, was mein "Dölf" alles repariert hat, was nicht so war, wie es sein sollte, haben die Vermieter viel gespart. Diese Ära ist wohl ein neues Leben, alleine ohne meinen geliebten Lebenspartner fängt an. Mein neues Heim war nicht so sauber, wie ich meine und "Dölf's" Wohnung verlassen habe. Ich habe mir mit meiner Familie und Freunde Mühe gegeben, das Beste daraus zu machen. Alle haben mir beim Umziehen geholfen und auch beim Putzen. Nun wohne ich in Nummer 41 und glaube, meinen Weg gefunden zu haben. Leider ohne "Dölf", den kann man nicht ersetzen. Es ist keiner mehr da, der repariert und hilft. Nun heisst es, sich auf eigenen Füssen hoch zu rappeln, ob es haut oder sticht. Niemand nimmt Rücksicht auf das, was passiert ist. Es ist der Tod eines geliebten Menschen, mit dem Frau zu Recht kommen muss. Zum Glück habe ich meine Tochter mit Ex-Mann und Enkelkinder, die mir sehr zur Seite stehen und mit mir mein Leid teilen.

Es ist einfach unbeschreiblich, ausser man hat es am eigenen Leib- Seele erlebt: Welch ein tiefes Loch entsteht, wenn Mann - Frau einen Lebenspartner verliert. Wir hatten 11 Jahre lang eine wunderschöne Zeit. Er hat für mich alles gegeben. Wir verbrachten Ferien in Kenia, wir haben alle unsere Ausgaben geteilt. Kenia, das war immer ein "Geschenk" für mich, für unsere schöne Partnerschaft. Derjenige, dem es gut ging, hat Aufgaben übernommen. Ich war in den letzten zwei Jahren immer für ihn da, ohne wenn und aber. Nun ist das vorbei. Der Tod hat unsere schöne Lebensgemeinschaft getrennt. Für ihn war es gut, dass er "gehen" konnte, denn das war keine Lebensqualität mehr. Er war die letzten zwei Monate nur noch im Pyjama an der Lungenmaschine und am Inhaliergerät angeschlossen. Ohne ging nichts mehr. Unser Weg führte nur noch entweder zum Arzt oder zum Lungenspezialisten um Wasser zu ziehen, manchmal bis

 

zu drei bis vier Liter. Oder in die Chemotherapie, was ja auch nicht geholfen hat. Sechs Zyklen haben wir gemacht, und es ging ihm immer schlechter. Am 14. Oktober durfte oder konnte er sterben da ja nichts mehr geholfen hat. Es war pallative Sterbehilfe. Er hatte eine Verfügung gemacht, welche ich auch ins Lindenhofspital gebracht habe.

Seine Worte waren: „Ich weiss nicht, was ich machen soll“. Es ging ihm so schlecht.

Ich wurde um 3.00 Uhr angerufen. Man teilte mir mit, dass es ihm sehr schlecht. Ich bin dann sofort ins Lindenhofspital gefahren. Aber er war schon abwesend. Er hat immer nur gesagt: „Was soll ich machen?“. Um 08.30 ist er dann nach einer Spritze Morphin wieder eingeschlafen.

Ich ging nach Hause, nachdem ich die Schwester gefragt habe, ob das geht. Sie hat ja gesagt, denn ich musste mit meinen zwei Hunden schnell mal raus. Dann habe ich meine Tochter angerufen, und sie kam sofort. Wir waren dann um 09.30 Uhr wieder im Spital. Wir hatten aber zwischendurch auch ein Gespräch mit dem Chemospezialist. Er hat mit mir besprochen, dass, wenn es ihm ganz schlecht geht, "Dölf“ in ein Einzelzimmer verlegt würde. Das wurde er dann und hat nur noch gehechelt. Es war schlimm, so was mit anzusehen. Um 9.30 Uhr waren wir bei ihm. Er hatte Tränen in den Augen und hat unsere Hände gedrückt. Ich habe ihm gesagt, "Dass er jetzt gehen könnte, dass wir da wären. Meine Tochter hat gesagt, dass sie auf Mami und ich auf Blacky aufpasst, dass wir unseren Bläcky, den wir gemeinsam aus dem Tierheim „Estavayer“ geholt haben, bei mir bliebt, so lange er und ich lebe. - Er ist dann im Beisein einer Schwester friedlich eingeschlafen. Sie hat uns erklärt, dass das "Herz" aufgehört hat, zu schlagen. Tot.

Ich war so neben den Schuhen, dass ich es vorerst nicht begriffen habe. Erst als wir im Café etwas getrunken haben, und etwas später wurde es mir bewusst. Erst, als "mein Dölf" in seinen Kleidern, die er eigentlich wollte, um nach Hause zu gehen, ohne die Lungenwasser-Melkmaschine und ohne die vielen Geräte, mit einem Blümchen zurecht gemacht, friedlich dalag. Irgendwie war es eine Erlösung für ihn, aber auch für mich, denn wenn man seinen Lebenspartner so daliegen sieht, wie ein Häufchen Elend, ist das kaum auszuhalten.

 

 

 

Nun ja, als Verdingchind hatte er ja damals auch keine Rechte. Er war da, war als sechs Wochen altes Baby abgegeben worden, weil der Vater auf einer Baustelle, tödlich verunglückte und die Gemeinde der Mutter die sieben Kinder weggenommen hatte. Er wurde verschüpft und weiter gegeben, wie ein Stück Ware. Darüber möchte ich lieber nicht viel schreiben. Er war als Kind „ein Arbeitstier“. Man drohte ihm: „Und wenn Du nicht spurst, kommst du ins Heim“. Er hat sich im Hundehaus versteckt, er wurde fast im Brunnentrog ertränkt, er hatte keine warmen eigenen Schuhe. Die Füsse waren im Winter immer etwas gefroren, da er keine eigenen Schuhe hatte. Jeden Morgen früh musste er in die Käserei laufen, bevor er in die Schule gehen konnte. Er wurde im Alter von 8 Jahren verknechtet. Er erhielt wenig essen und alle assen  aus einer Platte. Die stand einfach mitten auf dem Tisch. Er kannte keine Mutterliebe, keine Anerkennung, ja eigentlich sollte er gar nicht da sein. Geboren, um wegzugeben, verschachert zu werden. Seine Geschwister waren auch nicht für ihn da. Er hat das Leben als Verdingbub erlebt, und keine Elternliebe erhalten.

Er hat dann aber seinen Weg gemacht. Mit Hilfe des Göttis, hat er gesagt, konnte dann auch einen Beruf als Maschinenmechaniker erlernen und hat sein Leben gemeistert. Er hat dann auch eine liebe Frau kennen gelernt und sie waren mehrere Jahre verheiratet. Leider ist sie an einem Herzinfarkt gestorben und so war er wieder alleine. Ich habe seine Frau gekannt. Sie war eine herzensgute Frau und die beiden haben zusammen gepasst. Ich kannte die beiden vom Campingplatz und hatte ein gutes Verhältnis mit ihnen. Ich bin öfters mit seiner Frau, ihrem und meinem Hund spazieren gegangen.

Seit 1995 war ich „Dölfs“  Lebenspartnerin, und wir hatten wunderschöne Jahre. Er hat mich auch verwöhnt, wir haben das Leben zusammen genossen. Wir flogen im Winter immer für zwei bis drei Monate nach Kenia. Es war wunderschön. Denn die Gefühle, die er ja nie haben durfte, als Verdingchind, die waren wieder da. Und es ist einfach schade, ich vermisse ihn, ich hätte gerne noch ein paar Jahre mit ihm zusammen gelebt. Leider ist das alles vorbei. Ich vermisse ihn, sein Lachen, seine „Zwillignssprüche", seine Liebe, seine Nähe, sein lieben Worte. Er wird immer in meinem Herzen weiter leben, denn kein Band auf der ganzen Welt ist soo stark, „wie das Band des Herzens“. Ich hoffe, dass ich das schaffe, mit allen meinen lieben Geschwistern, Enkelkinder u.s.w., mit meiner Tochter, die mir immer zur Seite steht.

 

Ohne ihre „Hilfe“ hätte ich es bis anhin nicht geschafft. Und so hoffe ich, soll es auch noch weiter gehen. Das Leben, leben lassen und anfangen mit viel Geduld, mit sich selbst weiter zu leben.

 

Da ist aber auch noch etwas, womit Mann – Frau zu leben hat.

Es geht um das Essen. Ich habe gekocht in all den Jahren, was er am liebsten hatte. Manchmal auch das, was ich mochte. Wir haben zusammen gekocht, jeder das, was er oder sie am besten konnte. Mein Beruf war ja voll auf das Essen ausgerichtet. Ich bin Lebensmittel- und Charcuterieverkäuferi und arbeitete mehrere Jahre bei einer bekannten Metzgerei in Bern. Als Filialleiterin habe Lehrtöchter ausgebildet und verschiedene Filialen als Ferienablösung geleitet. Es war ein Super-Job. Ich hatte mit den Auszubildenden immer sehr viel Spass. Habe heute noch Kontakt mit mehreren. Mein "Dölf" war Maschinist bei einer grossen Baufirma, während 42 Jahren. Er war ein sehr guter  Baggerfahrer, den man selten ersetzen  konnte. So hat er seine Jahre abgespult und geglaubt, dass es ohne ihn nicht geht. So war es früher, Mann- Frau hat geschuftet bis zum umfallen.

 

Auch ich habe im Shoppyland Migros Schönbühl gekrampft. Manchmal, wenn ein Märit war, über zehn bis zwölf Stunden. Ich habe den Märitstand geleitet und grosse Umsätze erzielt. 1990 war das schlimmste Jahr. Ich wurde mitten aus dem Leben gerissen. Ich hatte drei Kinder gross gezogen und dann Brustkrebs. Das war ein Hammerschlag, es war eine Zurücksetzung und etwas, das Frau einfach nicht haben soll. Für mich waren die Untersuchungen positiv. Ich habe Glück gehabt. Die Brust aber war weg. Meine Lymphdrüsen auch. Und so konnte ich nicht mehr voll arbeiten. Na ja, was dann passiert ist, ist ja klar. Ich durfte nur noch das machen, was ging. Niemand behördlich hat mir je geholfen. Mit meinen Freundinnen und ehemaligen Lehrtöchtern habe ich es geschafft, alleine das Leben zu meistern. Nach der Scheidung, das war im Jahr 1994, habe ich gelernt, dass das Leben auch lebenswert ist, wenn auch nur mit einer Brust. Das Herz machte mit und die vielen Operationen, deutlich sichtbar, habe ich akzeptiert.

 

 

 

 

Habe dann "Dölf" kennengelernt und er hat mich so akzeptiert, wie ich war von der Brust her "bis zum geht nicht mehr" operiert und eine einseitige Person, die halt doch zwei Seiten hatte. Die linke und die rechte Seite. Mal besser, mal schlechter. Ich war aber und bin

 

 noch da. Schön, zu leben, all das nach 20 Jahren. Überleben, eigentlich ging es ja ums " kochen, essen. Das ist heute mein grösstes Problem. Ich koche etwas Leckeres, Feines, ich gebe mir Mühe und dann, ja dann muss ich alleine essen. Niemand sagt: "das hast Du fein gekocht, niemand gibt ein Zeichen. So esse ich und habe das Gefühl: schnell runter, abräumen und vorbei ist die “Essenszeit”. Natürlich habe ich unseren Hund Bläcky, welchen wir mit sieben Jahren aus dem Tierheim geholt haben. Ich habe auch Dölf versprochen, dass ich auf ihn aufpassen werde. Bläcky , hat ein Augenleiden, "Keratitis“ . Ich muss ihm am Morgen und am Abend Tropfen in die Augen geben, sonst wird er erblinden. Das mache ich auch. Ich habe ihn als meinen treusten Begleiter und werde immer für ihn da sein. Auch er vermisst meinen "Dölf" und hat Angst, auch mich zu verlieren. Wenn mein Handy klingelt, fängt er an zu heulen, bis ich den Anruf entgegennehme. Er glaubt jedes Mal, dass das mein Lebenspartner sei, der anruft. Aber was soll ich machen von wegen Essen? Das ist das Schlimmste, denn ich kann ja nicht zu meinem Hund sagen, dass „das Gudi“ fein ist. Er kann sich nicht auf den Stuhl setzen und mit mir Essen. Das ist mein grösstes Problem,

während dem Essen alleine zu sein – „Schneller runter mit dem Zeug. Kein Genuss, keine Freude, keine Zuneigung, kein Danke“, es fehlt mir am meisten.

 

Ich glaube, mit meinem gesunden Lebensverstand, das alles zu meistern. Wo sind da die vielen Hilfswerke, Institutionen die überall helfen. Kein Mensch hat sich bei mir gemeldet. Ich habe alles durchgemacht mit seiner Krankheit Lungenkrebs. Ich war dauernd unterwegs, entweder beim Arzt, im Spital oder in der Chemotherapie. Niemand war da ausser meiner Tochter, die immer zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Notfall mit gefahren ist. Sie war für mich die einzige Bezugsperson, die mir in den letzten Tagen Monaten den Rücken gestärkt hat.

 

Nun sitze ich alleine mit einem Glas Rotwein, Kerzenschein, was bei mir dazu gehört, und meinem Hund Bläcky in der Küche.

Er schläft und geniesst meine Anwesenheit. Ich bin ohne meinen Lebenspartner da, und versuche, so gut es geht Weiter zu leben. Kein Band ist stärker auf der Welt als das Band des Herzens.

 

 

 

Aber auch das Schlafen ist ungewöhnlich. Da ging man am Abend ins Bett. Das Ritual waschen, Zähne putzen, gehörte dazu. Als es ihm so schlecht ging, dass er ohne Inhaliergerät und ohne Sauerstoffgerät nicht mehr schlafen konnte, war für mich die normale Nachtruhe auch vorbei. Ich habe immer mit einem Ohr aufgepasst und gehorcht, ob er normal atmet oder hyperaktiv war. Manchmal habe ich ihn aufgeweckt und dann haben wir uns in die Stube gesetzt und er hat inhaliert oder Sauerstoff bekommen. Mit einem kranken Menschen kann man nicht einschlafen, so als ob nichts wäre. Ich habe auf seinen Atem gehört und auch gekannt und wusste, wann ich reagieren sollte. Das glaubt ja niemand, was alles auf einem zukommt, wenn der Partner Atmungsprobleme hat. Manchmal hatte er einen guten Tag. Das heisst, er hat in der Zeit, in der ich mit Hund Bläcky Gassi ging, meistens Frühstück gemacht. Es gab immer zwei Passionsfrüchte und eine Banane, jeden morgen. Er aber hat gemerkt dass er nicht mehr so belastbar war und so habe ich in den letzten Monaten auch das

Frühstück zubereitet. Es ging einfach nicht mehr, aber das war doch kein Problem. Derjenige, der mochte, hat sein Aemtchen erledigt. Als er dann nicht mehr aus dem Pyjama raus wollte und nicht mehr essen wollte, wusste ich, dass es  ihm ganz schlecht ging.

Drei Stunden musste ich betteln, um die Ambulanz an zurufen. Sonntag Abend habe ich ihn Notfall eingeliefert. Er hat geschrien vor Schmerzen. Er hat zum Ambulanzfahrer gesagt. “Schade, dass ich kein Hund bin.” Dann auf die Frage: “Warum?” hat er gesagt,

Einem Hund könnte man eine Spritze geben.

 

Ja, nun ist er tot und mein Leben muss weitergehen. Ich will auch weiterleben.

 

 Nun ist das alles nach vier Monaten geregelt mit der ganzen Erbsache- Ich bin Alleinerbin, also die von ihm ein gesetzte Erbin. Ich bin nicht die gesetzliche Erbin, denn das wären seine Schwestern und deren Kinder, welche ich nie gesehen habe in all den Jahren, wo ich mit "Dölf" zusammen war. Seit 1995 waren wir zusammen, kannten uns aber schon seit 1978. Da hatten wir beide ein Mobilheim auf dem Camp in Thörishaus. Er war verheiratet und ich auch.

Meine Ehe ging 1990 wegen "Brustkrebs" auseineander, ich war nahe daran zu sterben. Hatte Glück: Trotz allen Tabletten oder eben weil ich das oder diese Therapie gemacht

 

habe, lebe ich heute noch. Eine schlimme Zeit war das, ich habe es aber geschafft und bin heute, 2010, noch da. Glück gehört auch zum Leben.

Dölf hat aber seine Frau Regina durch Herzinfarkt verloren. Sie hatte eine schöne Ehegemeinschaft gehabt und gearbeitet bis zum geht nicht mehr. Sie war eine herzensgute Frau. Ich habe Sie gekannt. Das war 1993. So haben wir uns dann näher kennengelernt Alle hatten eine Lehre absolviert. Robert Junior wurde Maurer, Gabriela lernte Sportartikelverkäuferin bei Vaucher und Sandra, die Jüngste, Lebensmitteltechnologin. So ging das Leben mit Brustkrebs vorbei. Ich habe immer als Filialleiterin, und Stellvertreter-Leiterin gearbeitet, habe dazu verdient und wurde dann abserviert. Das war so glaube ich im 1994. Mein Mann hat eine junge leistungsfähige Frau kennen gelernt, ja. 1971. Im 1995 starb dann auch Gabriela. Sie war drogensüchtig. Wir hatten für verschiedene Entzüge alles ausgegeben, es hat nichts genützt. Sie starb so wie ich das weiss an einem Kreislaufkollaps unter Alkoholeinwirkung. Ich musste das so akzeptieren. Traurig aber wahr.

Und mein Sohn, für den ich viel gemacht und Geld ausgegeben habe. Nach seiner "Flucht nach Siena" wegen Schulden, die nicht er gemacht hat, aber ein Hausbesitzer hat die Rechnungen, für die mein Sohn umgebaut hat, nicht bezahlt. Uns so blieb nur der Konkurs. Da war er als Versager abgestempelt, mit einem grossen Schuldenberg.

Mein Sohn lebt heute in der Schweiz hat, psychische Probleme und lebt vor sich hin. Er hat keinen Kontakt mit mir aber zum Glück mit seinem leiblichen Vater. Der hat mit seiner zweiten Frau auch wieder drei Kinder.

 

 

 

Es geht ihnen gut, wir haben einen guten Kontakt und keinen Streit Ich bekomme eine Rente nach dem Pensionskassensplitting und lebe gut, so glaube ich. Jetzt habe ich als Alleinerbin Geld, aber mein Lebenspartner fehlt mir.

Ich bin in eine kleinere Wohnung umgezogen und probiere, mich aufzufangen. Das mit unserem Hund, welchen wir vor zweieinhalb Jahren aus dem Tierheim „Estavayer“ geholt haben. Bläcky hat eine Augenkrankheit ,,Keratitis,,

 Ich muss morgens und abends Tropfen in die Augen geben. Das mache ich, denn was wäre, wenn ich ihn nicht hätte? Er bringt mich zum lachen. Er bringt mich zum weinen, , denn auch er vermisst „Dölf“. Er war einfach unser Kind-Tier, der geheult hat, wenn

 

mein Handy klingelte. Weil er wusste, das ist „Papi“ in Not. So haben wir uns immer verständigt, mit dem Handy wenn etwas passiert ist, oder wenn es „Dölf“ schlecht ging. Wenn ich unterwegs war. Heute, jedes Mal fängt Bläcky an, zu heulen. Er weiss ja, oder versteht es nicht, dass unser „Dölf“ nicht mehr zurück kommt. Die letzte Nacht, als ich „Dölf“ Notfall einliefern musste. Hatte ich zwei Hunde einen auf Besuch, zum Hüten. Als die Ambulanz kam, musste ich die beiden Hunde wegsperren, da sie es nicht zuliessen, dass an meinem „Dölf“ eine Infusion gesteckt wurde und er mit der Bahre abtransportiert wurde. Es war soo furchtbar. Sie mussten auf mich warten. Ich fuhr der Ambulanz hinter her ins Lindenhofspital. Es ging „Dölf“ sehr schlecht. Ich bin bis c.a. 6.00 Uhr im Spital geblieben, musste dann aber nach Hause, um mit meinen Hunden raus zu gehen.

Das was ich vorfand, ist kaum zu glauben. Der Hütehund „Kimo“ lag auf dem Kopfkissen von „Dölf“ und Bläcky, unser Hund, hat sich auf „Dölf’s“ Bettdecke hingelegt. Ich glaube, die zwei wussten, dass er nicht mehr nach Hause kommt. Es bestehen Fotos von dieser Nacht. Die war so überwältigend, dass ich auch wusste was passiert. Er wollte nicht mehr leben, Nur an Apparaten angeschlossen, nur im Pyjama und so traurige Augen. Das haben wir gemerkt. Ein so trauriger Abschied haben wir, mein Hund Bläcky, und ich nicht gewünscht. - Ich bin immer noch nicht darüber hinweg.

Versuche mein Leben mit Bläcky neu zu gestalten. Ich will es schon nur für unseren Hund Bläcky.

 

 

 

Heute waren ein schöner Märztag habe, ein SMS erhalten von meinem Bruder welcher in Aetiopien ein Hilfswerk ins Leben gerufen hat. Seine Frau Elfinesh ist Äthiopierin. Sie sind über 30 Jahre verheiratet. Er baut Brunnen, Schulhäuser für die Ärmsten im Hochland, "Curage" heisst der Ort. Solarenergien-Strassen, die Strasse von „Curage“

 Ist 12 km lang, und führte früher über Stock und Stein. Ich war schon da, im ab gelegenen Busch, wo jede Familie einen "Kral" hat. Der ist umzäunt und rundherum mit der lebenswichtigen Pflanze "Inschera" eingerahmt. Sie haben dank meines Bruders und meiner Schwägerin gut gebaute Krale. Sie haben eine Solarzellen-Anlage, auch einen Generator ..

Licht gibt es nur am Abend zwei Stunden. Ja, von da habe ich heute ein Lebenszeichen erhalten. Es geht ihnen gut denn sie haben wieder ein neues Projekt, Bibliothek Kindergaren, Wege bauen zur Sicherheit der Kleinen.

 

Meine Schwägerin Elfinesh  leitet die Projekte: Bau, Leitungen, Anlagen, da sie die Sprache amarisch beherrscht und die Leute kontrolliert, denn die arbeiten nicht so gerne. Sie ist eine kleine Person, aber Sie versteht die Leute und befiehlt auch, was zu machen ist. --

Dann am Nachmittag, hat mich meine Schwägerin Regula angerufen um zu fragen, wie es mir geht mit der neuen Wohnung. Ohne "Dölf", allein zu zweit. War ein

Supergespräch, das mich in allen Belangen, Fragen und Freude, auf gestellt hat. Es dauert meistens c.a. eine Stunde wenn sie anruft. Denn sie ist Geschäftsfrau und hat dann meistens einen freien Tag. Hatte dann noch meine frühere Mitbewohnerin auf Besuch um c.a. 20.00 Uhr. Was mich sehr aufgestellt hat, denn sie, die Elsbeth, kenne ich, seit ich hier wohne, an der Oberriedstrasse in Thörishaus. Haben alle Hochs und Tiefs miteinander durchgemacht, sie war mir eine grosse Unterstützung als Dölf starb. Nun wohnen wir nicht mehr Tür an Tür, aber Balkon an Balkon. Sie hat sich verabschiedet, fliegt nach Südafrika, an die Hochzeit ihres Göttibuben. Das hat mich auch gefreut. Der Besuch war kurz aber bündig.

 

 

Eine schöne Freundschaft. die nun schon über 16 Jahre dauert, und davon sind elf Jahre Tür an Tür mit „Dölf“ und mir gewesen. Diese Freundschaft wird weitergehen. so hoffe ich noch ein paar Jahre. Wäre schön.

 

Jetzt war ich noch draussen mit meinem Bläcky, meinem treuen Begleiter. Was würde ich machen, wenn es ihn nicht geben würde. Und er wenn ich auch noch den kürzesten Weg wählen würde. Das ist aber nicht so, denn wir sind nun so gute Freunde und halten zusammen. Wenn es geht bis der Weg uns scheidet. Es ist neuneinhalb Jahre alt und ich werde achtundsechzig Jahre alt. Ich hoffe, dass meine Gesundheit so bleibt, wie sie momentan ist. Und wir zwei zusammen bleiben können, denn ohne meinen Hund gibt es mich nicht. Und ohne mich kann Bläcky auch nicht weiter leben. Ich schaue auf seine Augen, gebe Tropfen und er führt an mich in die Natur hinaus, wo das Leben noch lebenswert ist. Die Natur erwacht: es wird Frühling Sommer, Herbst. Jede Jahreszeit hat seine Pracht, man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen solange man kann. Das ist mein Lebensmotto, das werde ich und schaffen, denn das ist mein Ziel.

 

Es lebe Bläcky noch lange an meiner Seite. So Gott will!

 

 

  1. März 2010

Morgen kommt meine Schwester Verena auf Besuch. Sie ist meine Yogalehrerin und ich besuche die Yoga-Stunden seit c.a. acht Jahren. Ich glaube ohne Yoga würde ich das was da alles passiert, wenn man plötzlich alleine ist,nicht durchstehen. Die ganze Erbschaft und Beerdigung und viele Schreibarbeiten mit Banken Behörden, Siegelungsbeamten u.s.w. durchleben muss. Ja, man muss spuren, das und das machen. Damals als er starb hätte ich  das alles nicht geschafft. ohne meine Tochter Sandra, die mir viel Bürokram und anderwärtige Hilfe angeboten hat. Da muss man durch so ist das Leben. Danke Sandra

Meine Schwester ist seit 14 Jahren Witwe und hat mich auch unterstützt. Und morgen wollen wir den Nachmittag mit unseren Hunden geniessen. Sofern da Wetter mitspielt.

 

 

Ich freue mich auf morgen Ein neuer Tag erwacht. Bin nun seit dem 14. Oktober 2009 alleine. Habe viel zu tun gehabt. Aber jetzt kommen die Tage, wo die meiste Arbeit getan ist Und jetzt fange ich auch an zu überlegen: - Was machst Du heute?

 

Ich bin jetzt umgezogen. Bin eingerichtet , Bilder aufgehängt, genagelt, gebohrt. So sollte es auch sein, aber was ist jetzt. jetzt kommt die Leere jetzt habe ich Zeit, nachzudenken. Jetzt brauche ich jemand zum anlehnen.

Ich habe eingepackt, ausgepackt, Keller ein- und ausgeräumt, Estrich ein und ausgeräumt. Jetzt ist Sie da die Leere mit der ich auch um gehen muss. Jetzt ist manchmal niemand da. Alle haben sie geholfen beim umziehen, putzen u.s.w. Alleine und doch nicht alleine. Denn sie sind alle da in Gedanken mir geholfen  zu haben. Schön und merci, aber einer fehlt mir das ist "Dölf", sein schwerer Atem Seine komischen Geräusche. Das Inhaliergerät und das Sauerstoffgerät. Auch sein Geruch.

All das kann man nicht mitnehmen, wenn man umzieht. Aber das Leben geht weiter, weiter. Es muss, ich schaffe das. Freue mich auf morgen. Ich erhalte Besuch von meiner Schwester und es ist ein neuer Tag.

 

 

  1. März 2010

Ja, der neue Tag ist gekommen, aufgewacht. Heute kein Yoga, da meine

Yogalehrerin, meine Schwester, für einen 1 Monat nach Brasilien fliegt, um ihre gesamte Familie, die zwei Söhne mit Enkelkindern, die ausgewandert sind, zu treffen. Ihre Töchter, die in der Schweiz wohnen, fliegen mit Cornelia und Sarah

mit Dario, Ehemann und Enkelkind meiner Schwester. Sophia. Ein Familientreffen in Brasilien. Leider ohne Papi, Grosspapi, Ehemann. Er ist viel zu früh gestorben an Krebs. Meine Schwester ist auch alleine ohne Mann und hat das alles geschafft. Ja, das ist super auch mit mir einen schwesterlich schönen Kontakt. Habe um 9.00 Uhr meine Tochter angerufen um nachzufragen, wie es ihr geht. Sie hat mich dann zum Mittagessen eingeladen. Ich bin nach Tafers gefahren und habe die Zeit und das feine Essen mit ihr genossen. Es war ein Supertag. dank Sinderella. Meine Schwester hat dann angerufen und den Besuch abgesagt.

 

Es war kein Problem Ich weiss ja, das Leben geht weiter. Habe dann einen  grossen Spaziergang gemacht. Und Bläcky hat

es mir mit seinen Luftsprüngen und seinem "Liebsein" gedankt, als ob er wüsste, "sie ist jetzt alleine", das weiss er auch. Ich habe ihm gesagt, dass "Dölf" nicht mehr kommt und "mort" ist. Und wir zwei es schaffen werden. alleine und zusammen, mit Liebe meinerseits und seinen fragenden Augen "seinerseits": - „Wo, wo ist er nur geblieben mein lieber "Dölf?“ - der mich soo verwöhnt hat. - Und mein Frauchen alleine gelassen hat. Ja, wo nur ich weiss er schaut auf uns herab . Ich habe ihm am Sterbebett versprochen, auf unseren Hund aufzupassen, so lang ich lebe. Werde ich auch tun. Was gibt was Schöneres, als dem treuen Blick eines Hundes, der es geniesst, bei Frauchen zu sein und aufpasst, dass sie nicht auch noch sang und klanglos verschwindet.

 

Nun ist für heute meine Geschichte zu Ende. Es ist nicht einfach, weiterzuleben denn da wo es auf gehört hat, da müsste man weiter machen, aber wie. Es gibt niemanden Antwort auf all die Fragen. Was nützt das ganze Geld, wenn die Liebe eines Partners fehlt. Und die Liebe trotz all seinen Beschwerden erhalten blieb, bis zuletzt bis zu seinen letzten Atemzug. Es war seine schöne Zeit wunder schön, von einem Mann verwöhnt zu werden, Ferien Kenia Hilfe im Haushalt, handwerkliche Hilfe. Und die Liebe ist trotz seinen enormen Beschwerden nie gestorben. Und lebt in meinen Herzen weiter.

 

Mit Bläcky unserem treuen Begleiter, dem ich alle meine Kraft und Liebe schenke. Ohne meinen Hund würde es so glaube ich nicht weitergehen. das Leben von "Dölf" lebt in meinem Bläcky weiter. Ich passe auf ihn auf und er auf mich! Morgen ist ein neuer Tag, das Leben von uns zwei geht weiter. Gute Nacht!!

 

 

  1. März 2010

Der Tag war normal. habe Sachen gemacht die mein "Dölf" immer erledigt hat. Sei es gebohrt, genagelt, gestrichen, Sachen erledigt, Telefonate erledigt und mal mit Bläcky spaziert. Er  ist es der mich immer wieder anspornt weiter zumachen. Und weiter zu leben.

 

Habe auch den Tisch auf dem Balkon neu gestrichen. Er sieht super aus. Der Rost ist weg.

Bei mir kann man das nicht mit Farbe machen. Das Sprichwort heisst ja " wer rastet, der rostet". Aber woher soll ich diese Farbe nehmen. die meine Gefühle wieder erwachen lässt. Es war ja immer  so gedämpft so gedrückt keine Zeit mehr für Gefühle in Sachen Liebe. Denn der Tod war stärker! Ich hoffe, wenn es Frühling wird, dass ich das Erwachen die Botschaften der Natur die Schneeglöcklein, die

 schon im März im Camp den Frühling ankünden. Mit hoch erhobenen Blütenprachten, auch meine Lebensfreude erwecken?

 

War am Abend mit Heidi im Theater, das ist eine Kollegin, die ich schon lange kenne. Wohnen zusammen auf dem Camp in Thörishaus. Haben viele Hochs und Tiefs miteinander erlebt und uns immer wieder aufgerappelt. Ihr Mann ist krank "Blase " und nun hatten sie noch einen schweren Autounfall. Wo sie verletzt wurden, und das Auto Abbruchschrott. und sie leben noch. Glück gehabt gönne ich ihnen auch. Na ja, wir schauten uns den Fünfakter "Geld und Geist" oder der passte auch zu uns. Geld, das ist da, aber der Geist "der verlässt einem manchmal. Gestorben ist da die Bäuerin an einer schweren Krankheit, aber sie hat Liebe gesät an ihre Kinder. Und so war das Theater vorbei ein trauriges Ende. Aber auch für die Kinder glücklich, denn sie hat Ruhe und Liebe in die Familie gebracht. Und dann, als sie starb, auch ernten können?

Genau so wünsche ich auch zu gehen.

 

Mit den Gedanken, wenn ich dann noch denken kann, alles oder fast alles gut gemacht zu haben. Aber eben, was heißt das: Kein Mensch ist vollkommen und kein Mensch kann die Saat die er vielleicht in seinem letzten Lebensjahr gesät hat noch ernten. Aber gemacht hat er es. Und so soll es auch sein. Jeder sollte diejenigen, die dableiben, mit schönen Erinnerungen zurücklassen, und hoffen, dass die Saat gelungen ist. Für mich und „Dölf“ war das in unseren Gesprächen immer so. Derjenige, der übrig bleibt, schaut auf das Leben zurück, an die schönen Erinnerungen denken, die wir zusammen erleben durften..

Das mache ich, er hat gesagt, dass ich das schaffe, sollte er vor mir gehen.

 

Er hat auch gesagt , dass er aber nicht mehr weiterleben könnte, mit seiner Krankheit, Hund, Hausarbeit. Er würde sein Leben und das Leben, von Bläcky auslöschen.. Ja, nun ist so gekommen, wie er das wollte. Ich bin noch da, nach aussen stark, aber ganz tief in meinem Herzen ist ein Loch das man nicht reparieren kann. Positiv denken, in seinem Sinne braucht Kraft und wer weiss, vielleicht kommt die Lebensfreude auch wieder?

 

Weil ich meine Tochter habe, mit ihren Kindern, den Ex-Mann Reto,

Marlis, Werner, Frieda, Enkel Luca, Carmen und Freunde, die mich in meinen schwersten Stunden nicht alleine gelassen haben. 4 Monate ist es her seit „Dölf“

 gestorben ist, und ich kann das immer noch nicht verdauen. Es ist so, als hätte ich ein grosses Stück Fleisch gegessen und es blieb im Rachen stecken. Manch mal denkt man, jetzt wird alles gut, der Klotz im Hals ist weg. Das geht aber nicht einfach so.

Man muss würgen und kämpfen, so sollte es sein. Ich hoffe, dass das Gefühl auch wieder kommt. Was nützt das ganze Geld, wenn der Mensch fehlt. der einem das alles vermacht hat. Liebe kann ich nicht kaufen. Und für was brauche ich das Geld. Ja, vielleicht kommt die Zeit, für mich wo ich noch ein bisschen Glück erleben kann. Jeden Tag aufstehen, das ist auch Glück. Glück ist dass ich noch da sein darf, für alle die mir geholfen haben. und für meinen Hund Bläcky. Danke Gott.

 

Auch meine Geschwister Verena, Heini, Elfinesh, Walter und Asta, Roman und Regi, alle haben mir Mut gemacht, haben mich begleitet. Aber, das sind schöne Momente. Ein Anruf, ein SMS.

 

 

Über Probleme sprechen, sei es über „Geldanlagen, Erbe, Aktien“, das haben wir besprochen, die Tage, Monate, die ziehen vorbei. Es ist so, das Leben muss man, ich, in die eigenen Hände nehmen. Diese Bürde kann einem niemand tragen. Aber alle, sie die ich erwähnt habe, haben mich zu tragen versucht. Die Last, der Kummer, die Sorgen, die Behörden, die Steuer-Heinis, u.s.w., da muss man durch. Da ich ja Alleinerbin bin, musste ich das ganze „Procedere“ auch allein durchziehen.

 

Ja, nun ist Ruhe eingekehrt, das ist aber noch nicht vorbei, denn jetzt kommt noch die ganze Erbschaftssteuer, die Steuer, meine Steuererklärung, u.s.w. Ich glaube, es hört nie auf.

Ich aber werde mich durchkämpfen, allen meinen Lieben danken und so hoffe ich, dass ich das Leben doch noch ein bisschen geniessen kann. Werde am 12. März 2010 achtundsechzig Jahre alt. Eigentlich zu jung, um nicht noch ein bisschen Freude zu haben, am Leben.

 

  1. März 2010

Der Morgen hat mit Sonne und Freude angefangen. Guten Morten, liebe Sonne, bringt Wärme und Freude. Ich bin mit Bläcky auf einem Spaziergang gewesen. Der kommt zuerst, bevor mein Kaffee zubereitet wird. Anschliessend Frühstück mit Bläcky, Hausaufgaben gelöst, Wäsche raufgeholt, gebügelt und im Schrank versorgt. Anschliessend Staub gesaugt, abgestaubt, Wohnung auf Vordermann gebracht.

Um 13.00 Uhr hat sich der Versicherungsmann angemeldet, um die Haftpflicht- und die Autoversicherung und die Unfallversicherung auf meinen Namen umzuschreiben. 14.00 erledigt. Meine Tochter hat sich angemeldet. Hatten einige Supergespräche, alles was uns berührt, wurde besprochen. Um 15.30 Uhr fuhr sie weg, nach Hause. Und ich habe einen langen Spaziergang mit Bläcky gemacht. Dann habe ich Abendbrot gegessen und einen Film über mein Traumland, Neuseeland, angeschaut.  und Nachrichten, Tagesschau, Arena, u.s.w. Nun ist es Zeit, schlafen zu gehen. Zu Träumen und zu erwarten, dass alles weiter geht.

 

 

 

 

Es ist schön, solche Lichtblicke zu erleben, wie den Mann von der Versicherung. Wir haben gesprochen über „Dölf’s“ Tod, und über die Verluste, die da entstehen, ohne Hintergedanken. Denn diesen Mann kenne ich schon, so denke ich, seit fünfundvierzig Jahren. Er war in Sachen "Versicherung" immer da. Er hat "Dölf" gut gekannt und nun hat er mich auch gut beraten.

 

Er war und ist ein Mann, Freund der dazu gehört, ohne Verpflichtungen. und  ohne Hintergedanken. Das Gespräch hat mich aufgestellt. Danke Nun ist es Zeit, schlafen zu gehen und von einer Welt zu träumen, die vor 4 Monaten noch in Ordnung war und jetzt aufgehört hat. Die Wirklichkeit ist. Ich bin alleine und doch nicht alleine. Bläcky ist da, der verbindet und mich weiter begleitet, auf einem Weg, der

 so hoffe ich, auch nicht nur im Kreis endet, sondern auch einen Ausgang, hat. in ein neues Leben. ohne "Dölf", aber mit meinem Hund Bläcky . So hoffe ich, dass das Leben

weiter geht. Danke Blacky.

 

 

  1. März 2010

Sonntag. Ja, was mache ich heute? Natürlich gehe ich als erstes mit Bläcky raus. Dann Frühstück: zwei Passionsfrüchte, eine kleine Banane, ein Brot mit Streichkäse. Das ist und bleibt mein Frühstück. so war es immer mit „Dölf“, und so wird es auch bleiben.

Es kam Sport am Fernsehen Super-G der Frauen, Männer, Skirennen, Skispringen u.s.w. Schaue ich gerne. Dann habe ich mit Bläcky einen grossen Spaziergang gemacht. und Beatrice eine Nachbarin  getroffen mit ihrem Hund "Skyri". Heute war sie gut drauf, wir konnten ein paar Worte wechseln ohne Differenzen, welche von ihr kommen. Ich glaube, sie kommt mit ihrem Leben nicht zurecht. Lässt sich aber nichts sagen. --

Ein bisschen geschlafen, ausgeruht. Bläcky nutzt das, er weiss, wenn ich mich auf der Couch einbette, dann geht sie nicht weg. Er hat Verlustängste, begleitet mich auf’s WC ins Zimmer. Überall läuft er mir hinterher, wenn ich Wäsche habe, liegt er hinter der Eingangstür, um mich ja nicht zu verpassen. Er hat Angst, dass ich auch noch abhaue. Werde ich nicht, er ist aber im Moment schlimmer, als ein Kind. Obwohl ich ihm immer sage, dass er bei mir bleibt und dass ich bei ihm „reste“, bleibe.

 

Er wurde ja französisch erzogen. Da helfen manchmal nur liebe Worte, wie: „mon Chérie. Je reste tous les jours chez toi“. Das glaubt er mir und wird ruhig!!

Nun ist es 24.00 Uhr und ich höre die Lieblingskassette mit Liedermusik auf „suahelish“, welche wir fast täglich laufen liessen.

 

In der letzten Zeit öfter, es war eine wundervolle Zeit mit ihm den Winter in Kenia zu verbringen. Er war da zu Hause, in unserem Bungalow 324. Wo wir unsere Afrikaferien verbracht haben, gelebt haben, geschwommen sind, das Leben genossen. „Hakuna Matata“, keine Probleme. „

Va geni“, „Wie geht es?“. „M’Suri“, „Danke, gut“. Heute habe ich Matata M’Suri Suna. E Geti! La La Salama, Mein Buana: Schlaf gut, mein „Dölf“.

 

 

 

  1. März  2010                                                                                                                     Mit Husten und Kopfweh mehrere Male erwacht. Hätte heute Yoga-Stunde. Aber das ging nicht. Mein Rachen war so verschleimt, der Hustenreiz so gross, dass ich meiner Yogalehrerin Schwester Verena abgesagt habe, denn niemand, hat Freude, wenn jemand während der Lektion dauernd hustet. Das war für heute gelaufen. Habe dann Sandra angerufen, und gesagt, dass ich nicht ins Yoga gehe.

sie hat mir vorgeschlagen, zu ihr. nach Tafers zum Mittagessen zu kommen. Es ging mir aber wirklich nicht gut. Mein Blutdruck war auf  60 zu 111, viel zu tief das war nicht normal Fieber 37.6° nicht viel für mich aber zu viel.

Meine Tochter hat dann mich besucht und ich habe für uns zwei Reis mit Eier an einer weissen Sauce gekocht. und gemischter Salat. Sind dann noch mit unseren Hunden spazieren gegangen. Es war so kalt, nur eine kleine Tour. Voll warm eingepackt. Ein Seemann friert nicht, er zittert nur aus Wut.

 

Ja, so ging der Tag vorbei. Anschliessend ein Nickerchen in der warmen Stube. Sandra fuhr nach Hause. Bis 14.30 Uhr habe ich mit Tablette Panadol mich gut erholen können.

Bläcky geniesst es, wenn ich mich einkuschle, und liegen bleibe, denn dann weiss er, dass ich nicht weggehe. Heute Abend geht es mir besser. Christina, aus Zürich hat angerufen, eine frühere Kollegin, Nachbarin, aus Hägendorf.

 

 

 

 

 

Als Apothekersfrau

hat sie so wie meine Schwester gute Ratschläge gegen meine Grippesymptome gegeben. Wir waren die Mädchen aus dem Rolliweg gewesen. Vier Mädchen in der selben Strasse, im gleichen Ort aufgewachsen. Da waren Annerose, Christina, Verena, Jahrgang 43 Ich und Max, Jahrgang 42, Walter 41 und Lilli war die Älteste in unserer

Strasse. Schöne Jugendzeit, super Ja, super Ja, nun ist es schon wieder 24.00 Uhr

und Zeit zum Schlafengehen. Übrigens, Heinz-Georg hat noch ein SMS geschrieben, dass Ria und er “Grippe” haben, ja wer hat sie nicht. Meine Tochter hat ihm zurück geschreiben. Er ist der Bruder meiner Schwägerin Asta und meines Bruders Walter, der Schwager. Er ist Kapitän auf seinem eigenen Schiff, M.S. Ria, das älteste Küstenmotorschiff Deutschlands .Auf diesem Schiff bin ich mindestens schon zwanzig

Mal mitgefahren. Ich habe gekocht, festgemacht, den Laderaum gestrichen, Rost geklopft, Brücke, Deck gestrichen und immer für das Wohl des Besatzung gesorgt. Es war eine wunderschöne Zeit, immer mit meinen drei Kindern, es war unbeschreiblich schön. Wir haben Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen, Holland bereist. Alles auf dem Seeweg: Ostsee, Nordsee, Binnenseen bis Mühlheim an der Ruhr. Es war unbeschreiblich schön, das bleibt eine wunderbare Erinnerung. Ja, dann um 16.10 Uhr hat Heinz-Georg der Kapitän mein Schwager das Seemannslied von Freddi übers Handy geschickt. Diese Musik hat er dann später gesagt am Handy sollte mich auf andere Gedanken bringen. Ja, Deine Heimat ist das Meer Deine Freunde sind die Berge über Rio und Shanghay, über Bade  und Hawaii. Es war super, etwas vom Kapitän  gehört zu haben. Er selber kann ja im Moment nicht zur See fahren, da die M.S. Ria im Heimathafen "Elsfelth" an der Unterweser eingefroren und auf ein Frühlingserwachen wartet um noch ein Jahr über die Meere zu fahren,

 

bevor die M.S Ria abefrackt wird. Und der Traum zu Ende ist von Heinz-Georg. Ich glaube es ist so, als wenn man sein eigenes Haus abreisst. „Und die Heimat ist das Meer. Deine Freunde sind die Berge“  zu Ende ist. Schwierig, als Kapitän nach der Pensionierung an Land weiter zu leben. Zumal er ja das zur See fahren von seinem Vater gelernt hat und das weite Meer, die See, die Wellen, sein Leben, waren.

 

 

 

Auch die Tage, Nächte alleine fahren, fahren, schlafen, schlafen, ab und zu in einem Hafen eine Einladung vom Makler, der die Fracht gelöscht oder geladen hat. Ich war öfter dabei. Eine wunderschöne Zeit, welche ich noch einmal erleben möchte, wenn es auch die „letzte Fahrt“ auf der M.S. Ria mit Heinz-Georg und Frau Ria wäre. Schiff Ahoi.

 

Betrifft: Öltanker

 

Prestige        Eine etwas ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte!

 

Seit 33 Jahren fahre ich auf  einem unter deutscher Flagge fahrenden Frachter mit und koche, male, wasche das Deck, helfe  beim Deckmalen mit. Ich kann auch das Schiff festmachen und  am Radar aufpassen. Auf diesem Frachter läuft alles nach Vorschriften...Wenn wir ankommen in einem Hafen, kommt der Hafenmeister, um den Löschplatz Nr. so und so fest zu legen.  Die Hafenpolizei kommt auch vorbei, um die im Zollschrank (Alkohol, Zigaretten, Zollpapiere) mitgeführte Ware zu deklarieren. Der Zollschrank wird danach versiegelt. Die Papiere und die Reisepässe der Seeleute werden kontrolliert. Der Kapitän muss die Schiffspapiere der letzten Werft und die Schiffsüberholung nachweisen und vorzeigen.  Die Ware muss nach Gewicht deklariert sein. Festgehalten müssen werden der Ort, wo geladen wird, was geladen wird und wohin die Seereise geht. Zeit, Weg, Ankunft. Die Herren von der Küstenwache wollen alles wissen.

Unser Schiff wird mit Quarzit, Getreide, Sand, Steinen, Baumstämmen, oder ab und zu mit einzelnen Teilen eines Schiffes beladen, welches in der Werft zusammengebaut wird. Aber all das wird genau abgecheckt. Ob und mit wie viel Gewicht das Schiff  beladen werden darf. Die Papiere müssen mit der Besatzung übereinstimmen. Hinzu werden die Ware, die Getränke, die beladene Ware, die Gäste und schliesslich die "Hunde" gerechnet. Denn auch wenn Getreide und Lebens-  mittel im Laderaum geladen werden, muss der ganze Raum innen aussen und  sauber gefegt werden. Danach kommt ein Mann von der Aufsicht und kontrolliert. Ich habe schon viele Male mitgeholfen,  den Laderaum rein zu machen.

 

Je nach dem, was geladen wird,  muss alles picke sauber sein! Wenn man dann im Seehafen ankommt  , nach vielleicht 3 Tagen Seereise, fängt alles von vorne an. Da kommen die SGB-Leute der jeweiligen Firma, denen die Ware gehört und wieder wird etwa 3-mal eine Probe von der Ware genommen. Bis das okay zum Löschen kommt. Wenn es aber, wenn Getreide geladen ist,  regnet, wird nicht gelöscht.

Wir lagen schon 3 Tage in Hamburg im Hafen und haben auf das okay zum Löschen gewartet. Nun, dieses Schiff läuft unter Deutscher  Flagge. Ist nicht ausgeflaggt unter Billig

Flagge Panama.

Damit will ich sagen, dass diese ausgeflaggten Schiffe bestimmt weniger kontrolliert werden.

Diese Öltanker, wie die Prestige, habe ich auch schon unterwegs auf der Nordsee gesehen. Aber bei diesen Tankern muss alles schnell gehen. Beladen, , Löschen, alles innerhalb kürzester Zeit. Ich zweifle daran, ob es da noch für die Kontrolle reicht. Das Schiff, auf dem ich mitfahre,  ist im Gegensatz zu diesen Öltankern ein kleiner Fisch. Aber auf dem wird in Deutschland herumgehackt.

Die Kleinen versuchen, sich nach dem Gesetz zu richten. Und die Grossen machen alles kaputt. Unser Schiff hat eine doppelte Wand, obwohl es keine giftigen Waren transportiert. Es versucht, zu überleben. Es ist eines der kleinsten Küstenmotorschiffe in Deutschland, welches Ware auch in die Seitenkanäle transportieren kann.

Unsere Fahrten führen meistens von Deutschland, Nordostseekanal ,Brunsbüttel nach Kiel.Von der Ostsee nach Dänemark - Schweden oder zur Nordsee. Ich bin schon auf etwa 35 Seereisen mitgefahren, habe viel Schönes und Negatives erlebt.

Jedes Mal aber, wenn wir in einer Schleuse zusammen mit diesen riesigen Öltankern sind (wir sind daneben nur ein kleines Schiffchen), habe ich Angst, es könnte etwas passieren. Ich bin dafür, dass auch diese riesigen Öltanker vor dem

Auslaufen besser kontrolliert werden, denn auch überbeladene Tanker können in einem Sturm bei Windstärke 10-12 kentern.

Ich habe das auch schon erlebt. Wir sind zwar nicht gekentert, aber es gab 10 - 15 Meter  hohe Wellen, und wir waren auf einem kleinen Frachter.

 

 

Ich hoffe, dass die Schifffahrt vor allem für die kleineren Betriebe, Binnenschiffer, Küstenmotorschiffer oder andere Transportschiffe nicht kaputt gemacht wird.

Und, dass man die Natur so wie bis anhin, auf unserer Weltmeeren mit vielen geflügelten und schwimmenden Tieren geniessen kann. Das war meine Weihnachtsgeschichte zum Schutze der kleinen Schiffseigner und der ganzen Umwelt.

Denn nicht jeder, der ein Schiff besitzt, ist ein Umweltverschmutzer: auch  er kämpft ums Überleben. Denn die kleinen Schiffseigner in Deutschland sind am aussterben, weil die sogenannten Billigflaggenfahrer, die Grossen, alles wegnehmen. Immer grösser, schneller ans Ziel, so lautet das Motto der geldgierigen Schiffer und Reedereibesitzer.

 

Tagebuch:

Erbschaft

Umzug

„Dölf’s“ Krankheit

Tod seiner ersten Frau

„Dölf’s“ Geschichte als Verdingkind

Hund Bläcky’s Augenoperation

 

 

  1. März 2010 *

 

Heute geht es mir ein bisschen besser. Ich friere kalt, ob ich mich im Bett einkuschle oder aufstehe. Ich fröstle den ganzen Tag. Ich habe 2 Kilo abgenommen. Der Stress, der Tod, der Umzug, der Abschied haben mich geschafft. Ich weiss, das Leben geht, oder soll, weitergehen. Wie und warum, das kann mir niemand sagen. Es heisst immer: "Du musst das das und das machen“. Ich glaube, ich selber setze mir den grössten Druck auf. Meine Nachbarn sehen mich mit Bläcky in den Wald gehen und spazieren. Sie denken: „Ja, sie ist unterwegs, es geht ihr gut“. Wie es aber in meinem Herzen aussieht, wissen sie nicht: die Seele weint und das Leben verlangt – Handle so und so.

 

 

Ja, ich mache das und das, so lange ich mag. Wie lange das geht, bereitet mir Kopfzerbrechen. Denn die Wehwehchen, die ich während des Zügelstresses nicht haben durfte, die sind da. Und die kann ich nicht wegblasen.

Habe heute vom Herr Notar Lehmann die ganze Erbschaftseingabe als Alleinerbin erhalten. Es ist ein Vermögen das ich geerbt habe, abzüglich Notfallrechnungen.

Darin enthalten sind Kosten für die Beerdigungsrechnung, die Kremation, das versiegeln der Schränke, die Steuer und  Versicherungen, Zins, das Auto, die Garage, denn alles musste ja bezahlt werden. Traurig, was da alles zu bezahlen war. Das macht gar keinen Spass. Es ist im falschen Moment gekommen, einen Tag vor meinem Geburtstag. Den feiere ich ja alleine, das heisst, muss ihn ohne meinen Lebenspartner feiern. Ich habe aber alle meine Geschwister, deren Kinder, die Enkel und Freundinnen mit Familien eingeladen, um doch ein bisschen zu feiern. So hoffe ich, dass mein erster Geburtstag ohne meinen Lebenspartner , gediegen verläuft und zu meinem  Glück beiträgt. Ich wünsche mir das und hoffe, dass, diejenigen, die ich eingeladen habe, wirklich kommen. Es ist auch im Sinne von ,,Dölf,, einfach meinen Geburtstag zu feiern.

Er war bei meinen Geburtstagen immer dabei. Er selber wollte seine Geburtstage nie feiern, da er als kleines Kind auch nie Geburtstag hatte, oder es nie gefeiert wurde. Erst mit seiner ersten Frau und mit mir, seiner zweiten Frau, hat er zugelassen, dass ein kleines Fest gemacht wurde. Meistens stimmte er zu, weil ich es so wollte. Es muss ja schon traurig gewesen sein, wenn niemand und kein Kuchen mit Kerzen da war.

Ja, die Kerzen haben uns begleitet. Seit ich mit „Dölf“ zusammen war, haben immer Kerzen gebrannt, wo immer wir waren: Ob in Kenia, auf den kanarischen Inseln , oder in Mallorca. Das Licht der Kerzen hat zu uns gehört, wie das Atmen eines Menschen. Leider ging “dieses Licht" aus. Aber bei mir in meiner neuen Wohnung brennen jeden Abend Kerzen. Die eine brennt auf dem Balkon in der Laterne und zwei in meiner Wohnung. Solange ich denke, geben mir die Kerzen Licht und führen mich auf meinem Wege weiter.

 

P.S. Die Laterne ist ein Geschenk der Campingnachbarn und wird uns immer an die Freundschaft mit mir und “Dölf” erinnern.

 

Wir kannten uns 30 Jahre. “Dölf” war damals Witwer, seine erste Frau Regina war 1993 an einem Herzinfarkt gestorben. 1995 kochten wir einmal zusammen bei ihm ein feines Essen und genossen den Abend. Im Jahr 1996 sind wir zusammen gekommen. Und haben die schönen Jahre mit  Ferien in Kenia genossen. Solange, bis es eben nicht mehr ging. Im Jahr 2007 waren wir zum letzten Mal in Kenia. Auf dem Heimflug sind wir beinahe "abgestürzt". Wir wurden irgendwo über Iran-Irak beschossen, es war grauenvoll. Der Flug dauerte 16 Stunden, ohne Essen, mit Turbulenzen. “Dölf” hat gesagt: "Dä stürzt de öppe ab". Das war das letzte Mal. Wir glaubten nicht, dass wir nach 22 Stunden noch in Basel landen würden: ohne Wasser, immer angegurtet, nichts zu essen, keine Toilette, es

war unbeschreiblich. Wir haben später beim Reisebüro reklamiert und hätten ein Flugticket erste Klasse, für unsere nächsten Ferien bekommen. Das heisst, wir erhielten die Gutschrift. Wir wollten aber nicht mehr, denn das war ein Spiel mit unserem Leben.

Ja, mit “Dölf” ging es auch nicht mehr. Er war krank und ein Flug war unmöglich. Das alles hat sich dann von selbst geregelt. Und von da weg ging es ihm schlecht. Es war das letzte Mal, aber schön war es trotzdem. Danke.

 

  1. März

Ich habe einen Laptop gekauft und eine Digitalkamera. Meine alte Kamera gab den Geist auf und blitzte nur noch, wenn sie wollte. Sandra war im Fachgeschäft dabei. Luca und Sandra haben meinen Laptop programmiert und so erhalte ich ihn morgen, an meinem 68. Geburtstag. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich den Geburtstag ohne Mann an meiner Seite feiern kann. Aber alle meine Geschwister werden kommen.  Und meine Freunde von früher, die mich nicht  vergessen haben. Ich werde den Tag geniessen, wenn auch ohne “Dölf”. Aber mit all meinen Liebsten.

 

Heute erlebte ich etwas Besonderes. Ich war mit meinem Hund Bläcky im Camp und habe dort von einer Frau erfahren, dass die Gänse der Wirtin und Platzwartin des Camps verschwunden gewesen sind. Die eine haben sie mit gebrochenem Flügel gefunden. Sie ist im Tierspital.

 

 

Nach der anderen ging auch ich auf die Suche. So haben wir, die Frau, die ebenfalls einen Hund hat, und ich die andere Gans ganz verstört auf dem 17. Platz gefunden.

 

Die Frau sagte zu mir "Ich brauche eine Decke oder , um sie ein wieder zu fangen. Wir banden unsere Hunde an und ich “lieh” meine Jacke aus, um das Tier einzufangen. Die Frau hat die Gans dann zurückgebracht. Ich bin mit beiden Hunden ohne Jacke im Schneegestöber hinterher gelaufen. Die Jacke bekam ich zurück, voll "Pisse ", ist ja klar: die Gans hatte Angst. Die Wirtin aber hat nie für unsere Hilfe bedankt, oder sonst irgend ein Zeichen gesetzt.

Ja, ich habe das für das Tier getan, nicht für die Wirtin. Meine Jacke habe ich gewaschen und während sie trocknete von meiner Nachbarin hier eine warme Jacke bekommen, sogar geschenkt hat sie mir diese  Jacke. Das ist Freundschaft. Ich wollte eigentlich nur eine Jacke, um heil nach Hause zu kommen.

Nach diesem Erlebnis war ich noch bei Brigitte in der Käserei, um Platten für meinen Geburtstag zu bestellen. Brigitte hat gefragt: "Hast Du Geburtstag?", denn Sie wusste,  dass “Dölf” gestorben ist. “Ja” habe ich gesagt. Und sie hat mir eine weinrote Kerze geschenkt. Eine schöne Kerze, passend zu meinem "Interieur". Darüber habe ich mich sehr gefreut. Früher haben wir zusammen gearbeitet. Sie war meine Lehrtochter und ich war Filialleiterin an der Spitalgasse meiner Arbeitgeberfirma.

 

 

So, ist der Tag, der Montag, schön verlaufen, was wird morgen? Ich werde mal sehen  und geniessen. Ich freue mich. Ich liebe das Leben, halt auch ohne “Dölf”, aber mit all meinen Lieben.  Schön, dass ich noch da bin und Bläcky pflegen kann. Seine Augen, sein treuer  Blick. Ich geniesse es immer, wenn er mir Freude  zeigt und mich umgarnt mit seinen treuen Augen.

Geburtstag 2010

 

  1. März Ein Supertag. *

Ich habe viele SMS erhalten, aus Amsterdam und aus Calpe in Spanien, aus Deutschland, der Schweiz und Belgien. Geliefert wurde über Fleurop auch "es Chörbli voll Blume" von Claudia, Tochter des  Kapitäns. Alle waren sie da.

 

Frieda eine gute Freundin,hat zum Mittagessen ein Poulet,gebracht. Sie war die erste, die mich heute besucht hat. Das ist mein erster Geburtstag ohne „Dölf“, seit 16 Jahren.

 

 

Da ich aber weiss, dass er da oben, wo immer er auch ist, keine Schmerzen mehr hat, geht es mir gut. Ich habe heute einen so schönen Tag erlebt und so viele SMS bekommen.

Das erste ist morgens um 05.15 Uhr von, Heini und Elfinesch mein Bruder und Schwägerin aus Ätjopien eingegangen. Und so ging’s weiter. So viele Besuche, Freude, Freunde, einfach alle waren da.

Mein Laptop ist auch programmiert. Das haben meine Tocher und ihr Sohn Luca gemacht. Es gibt Wein, Blumen stehen herum, es ist so wunderschön. Einfach ein Geburtstag, den ich nie vergessen es werde. Vor allem weil ich ja jetzt alleine bin und mein Leben meistern muss, will und kann. Es waren viele so schöne Momente mit all meinen Freunden, meiner Familie und den Erinnerungen.

 

Ich habe auch von  Ria,  Heinz-Georg, Kapitän auf der  MS RIA  ,Nachrichten erhalten. Sie gehören ja zu meinem Freundeskreis. Jetzt ist es 24.30 Uhr und ich bin hundemüde. Das Leben geht weiter, mit Bläcky und eventuell kam er heute etwas zu kurz. Morgen ist ein neuer Tag.
Ich werde wieder Besuch haben und mich morgen darauf freuen, denn Abwechslung tut gut und ich brauche Euch. Ein schöner Tag ist zu Ende gegangen, möge es noch viele solch schöne Tage in meinem Leben geben. Danke. Es ist Zeit, schlafen zu gehen. Bläcky hat auch schon Feierabend gemacht. Danke an alle, die mich nicht vergessen haben, es war wunderbar.

La La salama, schlafet guet.

 

 

 

 

 

  1. März *

Ja, den Sonntag habe ich heute „allein zu zweit“ verbracht. Ich war mit Bläcky im Camp. Oh, ich habe an „Dölfs“ Todestag gedacht und den 14. Oktober geschrieben. Ich vermisse ihn immer mehr, je länger er mich verlassen hat.

Ich bin auf dem „Dölf und Heidi-Cher“ gewesen. Genau den Weg, den wir letzten Winter immer gegangen sind, zusammen.

 

Im Camp bin ich nachschauen gegangen, ob alles okay ist. Aber je länger ich im Camp bleibe, desto stärker kommt das Verlangen nach ihm. Ich kann „Dölf“ nicht, niemals aus meinen Gedanken streichen. Wir hatten eben uns beiden, die sich gegenseitig trösten konnten. Nun bleibt alles bei mir hängen. Es gibt immer noch viel zu tun, viel zu verarbeiten. Und ich werde versuchen, alleine und mit Bläcky das Leben zu meistern.

Heute war ich in Tafers bei meiner Tochter. Mein Laptop macht nicht so, wie ich will. Ich muss halt die Bedienung einfach von der Pike auf lernen, wie alle anderen auch. Ich schaffe das.

Nun bin ich hundemüde, wie gestern Abend. Ich habe staubgesaugt, abgestaubt, na ja, was man so erledigt, wenn man einen Haushalt hat. Bei Sandra haben wir "computerlet", aber auch das ermüdet. Ich bin froh, bald schlafen zu gehen und von einem Erwachen zu träumen, das alle Sorgen  vertreibt.  Es ist schön Euch zu haben und zu Leben.  Merci Sandra , habe Euch sehr lieb.

Bis Morgen, da habe ich Yoga-Stunde. Ich freue mich darauf und werde auch hingehen. “E decke Muntsch und guet Nacht”.

 

  1. März *

Ja, wie ich es mir gewünscht habe, war heute “ein Tag, so wunderschön wie heute”. Ich bin früh aufgestanden und danach mit Bläcky spazieren gegangen. Dann habe ich Frühstück gegessen. Meine Tochter hatte gesagt, dass sie um 10.00 Uhr zum Kaffe kommen werde, Kaffe mit Gipfeli und Sonnenschein! Das war eine Abwechslung. Meine Tochter hat auch mit mir am Computer geübt. Ich muss noch viel lernen, aber das schaffe ich!

 

Heute habe ich “Dölf” sehr vermisst. Es war schönes Wetter, ich nenne es "Computerwetter". Bin dann in mein Wohnmobil “Heidiland” gegangen, um alles weg- und aufzuräumen. “Dölf” fehlt mir. Ich habe gar nichts getrunken und hatte Pause. Es muss ja weitergehen, das Leben ohne ihn. Kein Kaffe, nichts, das hatten wir im Frühling immer gemacht. Wir sind in den Camp gegangen und fingen an, langsam vorzubereiten auf den Sommer im Camp.

 

Wir haben Kaffee getrunken, im Vorbau bei “Dölf” gesessen und geplant, was wir erneuern mussten, was repariert werden musste.
Der Wasserhahn musste zugedreht werden und alle Ventile sind zu schliessen, bevor die Platzwartin das Wasser wieder einlässt oder uns das Wasser wieder gibt. Die Ventile und der Wasserhahn sind ja den ganzen Winter zugedreht gewesen. Ja, das Planen mit “Dölf”, das fehlt mir. Es fehlt mir, auch wenn die Pläne nicht immer in Erfüllung gingen, da er einfach nicht mehr mochte, nicht mehr konnte.

 

Er wurde zu schwach und seine Augen, sein Blick war so fragend, traurig. Es ist fast nicht auszuhalten gewesen. Ja, er ruht nun tief. Wie aber geht es mit uns weiter, mit mir und mit "Bläcky"? Ich bin froh, dass ich es nicht weiss, sonst würde ich vielleicht anders denken und handeln. Noch lebe ich, bin da und freue mich auf das Camperleben. Mag es kommen, wie es mag. Ich werde vermehrt alleine sein, aber das war ich ja schon letztes Jahr, „allein zu zweit“. Er aber war noch da. Die Erinnerung steigt wieder auf: Du, ich und Brinz, dann Blacky. Auch das ist ein Erbe, welches Du zurückgelassen hast.

Ich schaue den Hund an und denke: “Wir beide schaffen das, gell Blacky”. C'est la vie.

Danke für die schöne Zeit

Heute bin ich um 7.30 Uhr aufgewacht, aber es war noch zu früh, um aufzustehen. Um 08.30 Uhr bin ich dann mit Blacky in den Wald spazieren und die Not erleben gegangen. Ein neuer Tag ist erwacht. Es ist wunderschön, so da zu sein. Für mich, meine Familie und einfach zu Leben. Ich liebe das Leben.

 

Ich habe um 10.30 Uhr den Weg in den Camp eingeschlagen. Wer bekommt bei diesem schönen Wetter keine Frühlingsgefühle?

 

Ich lebe noch, das ist wunderbar ich darf noch für Bläcky, für meine Familie, einfach da sein. Ich brachte im Camp meine Polster, mein Bett, meine Kissen raus an die Sonne. Ich habe „seeklar“ gemacht. Es blieb Zeit, bis 13.00 Uhr noch mit Blacky zu spazieren. Um 14.00 Uhr wurden mir vom Lieferanten die bestellten Möbel geliefert. Ich konnte alles einrichten. Ich glaube, so wie ich das gemacht habe ist so gut.

 

 

 

Mit meiner Tochter telefonierte ich und wir diskutierte unsere mit ihr unsere Lebenslagen. Jeder hat seine Arbeit geleistet. Sandra, weil sie nach Düdingen umzieht und ich, weil ich dann ins "Heidiland" ziehe, sobald es, oder besser wir wieder Wasser kriegen. Eine Laune der Natur, sagt man. Es ist aber eine Laune der Platzwartin, wann , wie und wenn sie wieder Wasser geben will. Es spielt für mich aber keine Rolle, denn ich habe eine sehr schöne Wohnung. Sie ist voll beheizt, mit Wasser und Licht versorgt. Was will ich noch mehr? –

 

Auf meinem Spaziergang mit Blacky habe ich um 23.00 Uhr noch eine Freundin  Elsbeth  Nachbarin ,getroffen. Sie hat mir dann erzählt, dass der Lebenspartner von Elsbeth gestorben ist. Es ist traurig, aber wahr. Er litt an derselben Krankheit, wie „Dölf“, aber hat einfach genau 4 Monate länger mit all den Therapien und so durchgestanden. Die Lebenspartnerin ist aber in Südafrika und war nicht da, als ihr Partner starb. - Ich denke, ich wäre niemals auf eine Reise gegangen, wenn „Dölf“ im Sterben liegen würde. Ich war immer da und habe "auf ihn aufgepasst". Aber eben, er hatte keine Familie, die auf ihn acht gegeben hätte, die zu ihm stand mit ihm durchs Leben ging. Ich aber war da, und werde ihn nie vergessen, denn ich liebe ihn noch heute, obwohl er nicht mehr da ist. -

 

Die Freundin von Nachbarin  Elsbeth und ich führten wunderschöne Gespräche. Sie kam nach dem Spaziergang noch zu mir in die Wohnung. Wir sind beide im Zeichen der Fische geboren und haben dieselbe "Wellenlänge" Es tat gut, über Gott und die Welt zu plaudern. Jetzt ist bald 02.00 Uhr.

 

Ich habe den Abend genossen, so unter "Fische" stumm zu sein und doch zu verstehen, was der andere Mensch sagen will. Das war eine Supernacht, ganz nach "Goethe" Geschichten aus dem Leben zweier Fische zu erzählen, die sich ohne viel zu lamentieren verstehen. Kiemen haben wir keine, aber Atemorgane, eine Lunge und ein Herz. Alles, was noch mitmachen will in unseren Leben - Gott sei es Dank.

 

 

 

 

  1. März*

Ich bin spät aufgestanden und habe am Tod des Lebenspartner von meiner Nachbarin, teilgenommen.--- Das ganze Procedere bei „Dölf“, sein Tod, die Siegelungsbeamtin, die Ämter, das Bestatten, ordnungsgemäss kremieren, die Urne abholen und, und… Das alles macht einen kaputt. Heute bin ich froh, dass alles über die Bühne ging, sich alles geregelt hat. Man hat mich nicht von irgendwo beschimpft, ich hätte zu wenig um die Angelegenheiten für Dölf gekümmert. Mehr konnte ich nicht tun, denn ich bin "Krebspatient Brustkrebs" und habe zudem einen Herzklappenfehler. Man weiss nie, wenn das Herz nicht mehr will. Ich will aber noch leben, da sein für meine Tochter und die Kinder, da sein für meinen Hund Bläcky, für mich selbst!

 

Ich habe heute bei meiner Tochter im Camp Klar-Schiff gemacht. Ich habe den Wohnwagen und die Fenster geputzt, die Betten an der frischen Luft gesonnt, abgesaugt, geklopft, und wieder reingetragen. Ich habe sie bezogen und dann die Vorhänge gewaschen. Meine Tochter ist ja im Moment daran zu packen. Am 27. März bezieht sie eine neue Wohnung  mit meinem Enkel und meiner Enkelin. Ja, ich habe mich , in meiner neuen Wohnung eingelebt und hoffe, dass meine „Katzenallergie" vorüber geht. – Bläcky ist am Schnarchen und will mir wohl sagen, dass es nun an der Zeit ist, schlafen zu gehen. Morgen ist ein neuer Tag. Ich bin bei meinem ältesten Bruder und seiner Frau  zum Geburtstag eingeladen. Er wird 69 Jahre alt. Ich freue mich und danke Gott, dass ich eine so leibe Familie habe. Heute waren, meine besten Freunde auf Besuch bei mir, um nachzuschauen, wie es mir geht.

 

Sie brachten mir auch eine Tasche für meinen Laptop, da ich ja bald wieder zur Schule gehe, um den Umgang mit dem Computer zu lernen. Ich weiss, ich schaffe das, ich werde das auch erlernen, wenn der Computer das will. Jetzt ist es 24.00 Uhr und Zeit zum Schlafengehen. Das ganze Projekt wird runter gefahren. Ich freue mich auf einen neuen Tag, der, so hoffe ich, kommen mag.

Gute Nacht, und schlafet guet.

 

 

 

 

 

 

der Geburtstag meines Bruders

  1. März

Ich habe heute ein bisschen gearbeitet. Im Camp wusch ich bei meiner Tochter die Vorhänge frisch und hängte sie auf. Das ist eine knifflige Arbeit. Dafür brauchte ich drei Stunden. Um 13.00 Uhr ging ich dann nach Hause um zu Baden und um mich für das Geburtstagsfest hübsch zu machen.

Ich brachte die Fleisch- und Käseplatten, den Zopf und die Quarktorte mit. Meine Schwägerin  hatte diese in der Käserei Thörishaus bestellt. Die Käserin hatte sich Mühe gegeben. Es war ein Superfest mit allen meinen Bekannten und Geschwister, der Schwägerin und deren Kinder. Um 20.00 Uhr fuhr ich dann nach Hause und schaute Benissimo, das Spiel vom Schnöri der Nation, an. Es war so-so la-la. Jetzt bin ich müde vom ganzen Tag, gehe schlafen. Guet Nacht.

 

21.märz
Heute ist mir etwas passiert, kaum zu glauben aber wahr. Ich bin mit dem Auto zu Sinderella’s Camp gefahren. Mit dem Zuber habe ich die gewaschenen Vorhänge hinein gebracht und aufgehängt. Um 13.00 Uhr war ich damit fertig, habe den Zuber ins Auto gestellt und das Auto da stehen gelassen. Die Türe habe ich abgeschlossen und bin dann zu meinem Camper "Heidiland", gefahren.

 

Ich habe die Autotür geschlossen und etwas eingeräumt. Blacky liess ich in meinen Garten raus. Dann, um 13.30 Uhr habe ich die Tür vom Auto zugemacht und mich verabschiedet. Ich sagte zu meinem Cämpernachbar, dass ich an das Geburtstagsfest nach Ittigen zu meinem Bruder und seiner Frau fahre. Und so machte ich mich zuerst auf den Weg, in meine Wohnung . Auf dem Abstellplatz vor dem Haus wollte ich Bläcky herausholen. Aber der war nicht da. Mir schoss durch den Kopf: “Der ist doch nicht etwa rausgefallen?”. Aber die Türen waren geschlossen. Schnell fuhr ich zum Camp zurück und wer steht da, vor meiner Gartentür mit seinem roten Ball? Bläcky! Ich hatte gar nicht gesehen, dass er in der Zeit, in der ich die Tür im Camp geschlossen hatte, aus dem Auto gesprungen war, um mit seinem Ball zu spielen.

 

 

Er aber hat geduldig, mit dem Ball vor seinen Pfoten, gewartet, bis ich ihn wieder abgeholt habe. Das nenne ich Treue! Er muss ja mitbekommen haben, dass ich weggefahren bin. Und er hat ausgeharrt und gewartet, dass der Meister zurückkommt. Ja, das ist nun mal passiert, aber es sollte nicht mehr vorkommen. Nun schläft Bläcky ruhig und

 

träumt vielleicht davon, was ihm heute passiert ist.

 

In Ittigen habe ich ihn im Auto gelassen und bin nur zwischendurch mit ihm "Gassi" gegangen. Er fühlt sich im Auto sehr wohl. Dort legt er sich hin und wartet. Aber heute dauerte es für ihn wohl zu lange, bis die Meisterin endlich kommt und die Autotür war ja sowieso offen. Also, nächstes Mal werde ich die Tür schliessen, denn er hätte mir ja hinterher rennen können. Er war aber da, wo er hingehört und hat geduldig gewartet .

Danke Bläcky.

 

 

 

 

 

 

  1. März

Ich war heute mit Bläcky beim Augenarzt, beim Tierarzt. Seine Augen sind "stabil". Er hatte grosse Angst, so sehr, dass er schon auf dem Parkplatz zurück ins Auto gehen wollte. Bei der Tür zur Praxis hat er so hart gezogen, dass ich beinahe gefallen bin. Ich war vorbereitet und wusste, was passiert.

Im Wartezimmer sass er da, immer mit Blick zur Türe und der Frage: “Wo geht es da raus?”. Als wir im Zimmer auf den Arzt gewartet haben, fing er an zu winseln. Es musste ihm ein Maulkorb angezogen werden. Seine Angst war riesengross.

Das ist nun vorbei, seine Augen haben sich nicht verschlechtert. Er darf noch ein bisschen bei mir bleiben.

 

 

 

 

 

Dann war ich noch im Geschäft, um neue Polster im Camper zu bestellen und wegen einem Laminatbelag im Camp, mein Nachbar  hat mir versprochen, dass er mir den Boden mit Laminat belegt und gesagt, dass er das gerne macht. Schön, wenn man Freunde hat, die zu einem stehen. Um 17.00 Uhr war ich dann wieder in meiner Wohnung. Ich fühle mich hier sehr geborgen und muss kein Geschrei mehr anhören. Es ist ruhiger geworden. Und das geniesse ich. Denn das Gezeter war nicht mehr auszuhalten!  Meine Wohnungsnachbarin ist wieder zu Hause, aber ich habe sie noch nicht gesehen. Sie muss jetzt auch, zum zweiten Mal, von einem geliebten Menschen Abschied nehmen. Für mich hat hier im Haus niemand Zeit gehabt. Ich war eigentlich immer mit meinem Kummer, meinem Verlangen, meinem Denken, den Fragen: “warum?” alleine, Es war niemand da, sie waren mit ihren eigenen

 

Problemen beschäftigt. Und so bin ich mit dem Tod und all der Schreibarbeit, all dem Leid selber fertig geworden und habe es alleine verarbeitet. Nun sind es vier Monate her, seit “Dölf” gestorben ist. Ich aber habe das Gefühl, als wäre es gestern gewesen.

 

 

Wenn ich meine Tochter und meine Familie, die vier Geschwister mit Frauen und meine Schwester nicht hätte, würde es mir heute nicht so gut gehen. Habe,  Bläcky  habe ich auch geerbt und sein  Vermächtnis----. Meine Schwester ist seit 14 Jahren alleine und lebt gut. Aber mir fehlt die Wärme, fehlen sein Atmen und sein Dasein so sehr, dass es kaum zu verstehen, zu begreifen ist. Und doch ist es  tatsächlich so. Wie soll es weiter gehen?... Ich weiss, das muss es, für Bläcky und alle meine Lieben, die in meiner grössten Not zu mir gestanden sind und die mich begleitet haben. Denn alle hatten “Dölf” lieb, so wie er war, auf seine eigene Art und Weise, die nur er kannte. Er war als " Verdingchind" umhergeschupft und weitergegeben worden, wie ein Stück Ware! Bei mir, bei meiner Familie " war er “der Dölf” und er hat auch mich durch  meine Krankheiten begleitet. Er hat mich so akzeptiert, wie ich bin und war, mit allen meinen Ecken und Kanten. Danke “Dölf”, Du warst das Beste, was ich erleben durfte und mit Freude genossen habe.

La La salama, Schalf gut.

 

 

 

  1. März

Ich bin früh aufgewacht und mit Bläcky "Gassi" gegangen. Ich habe gefrühstückt und Bläcky bekommt auch sein Häppchen. Ich nahm ihn zum Yoga mit. Dort musste er eine Stunde warten. Der Weg nach Münchenbuchsee ist  etwas schwierig. Ich muss den ganzen Weg über Landstrassen fahren und brauche dreiviertel Stunden, um hinzukommen. Eine Stunde dauert das Yoga und dreiviertel Stunden die Fahrt nach Hause. An einem Morgen kann ich sonst nichts tun, aber ich fühle mich durch das Yoga gut.

Später fuhr ich zum Geschäft, um die Polster im Camper zu bestellen. Ich muss zum Sitzen und Fernsehen etwas weichere Polster kaufen. Meine sind schon 30 Jahre alt.

 

Um 12.00 Uhr war ich dann wieder zu Hause. Es hat mich mit Haut und Haaren in den Camp gezogen. Da gibt es auch noch viel zu tun. Ich habe bei mir und Sandra den Rasen geplegt und den Kehricht geleert.

 

Ich deckte das Zwergenhäuschen ab. Es herrscht Frühlingsstimmung. Meine Nachbarn haben mich zum Kaffee eingeladen und so gönnte ich mir ebenfalls eine Pause. Um 18.00 Uhr fuhr ich nach Hause und habe den Abend genossen.

 

 Meine Nachbarin ist komisch. Ich glaube, sie hat ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht da war, als ihr Lebenspartner starb. Das hätte ich auch. War ich doch immer für “Dölf” da, auch dann, als es ihm so schlecht ging. Nun, das ist ihr Problem. Ich löse meine Probleme, wenn ich denn welche habe. Der Name „Dölf“ geht mir nicht so schnell aus dem Kopf. Wie könnte er auch, er war mein "Anker“ während all den Jahren, und hat für uns immer neue Ziele gesetzt. Z.B. die Keniaferien: das war das Höchste,

was ich mit ihm erleben durfte!  Haben unseren Winter an der Wärme in Kenia, verbracht.  Drei Monate im Jahr war immer wunderbar.

 

Jetzt ist es 24.00 Uhr und Zeit, schlafen zu gehen. Der Schlaf ist manchmal wunderbar, manchmal aber auch gespenstisch. So zum Beispiel, wenn plötzlich jemand im Raum steht und man glaubt, es ist der verstorbene Lebenspartner; was ja nicht sein kann , aber doch? Ich weiss, dass er mir nach allem, was wir durchmachten, die Ruhe gönnt.

 

Vor seinem Tod wusste er einfach nicht, was er machen soll. Das waren seine letzten Worte. Er wusste nicht, was mit mir und Bläcky passiert. Erst als ich ihm gesagt habe: “Schätzu, du kannst jetzt gehen, ich passe auf mich auf und auch auf Bläcky. Als Sandra sagte zu Ihm , dass Sie auf Mami aufpasst, hat er unsere Hände gedrückt, mit Tränen in den Augen. Er wusste, jetzt kann ich gehen. 10 Minuten später war er tot, tot. Einfach so schnell hat sein Herz aufgehört, zu schlagen.

 

 

  1. März

Letzte Nacht hatte ich einen komischen Traum. Ich träumte, mein Nachbar sei um 04.00 Uhr nach Hause gekommen und habe Licht eingeschaltet. Bläcky habe aufgepasst, sei zu meinem Bett gekommen, um es mir mitzuteilen. Ich hätte zu Bläcky gesagt: “Gehe an deinen Platz”.

 

Warum ich geträumt habe, der Nachbar müsse durch meine Wohnung gehen, um in seine Wohnung zu kommen, ist komisch! Zum Glück war es nur ein, Traum. Niemand muss durch meine Wohnung, das habe ich dann auch gemerkt. –

Ich bin um 07.30 Uhr aufgestanden, habe Bläcky ausgeführt, eingekauft und habe danach den Weg in den Camp eingeschlagen. Heute hat die Platzwartin uns das Wasser gegeben. Das heisst der Frühling ist da, es gibt wieder Wasser.

 

Mein Nachbar auf dem Camp hat mir meinen Laminatboden eingebaut. Wir führten ein gutes Gespräch. Bei Sandra habe ich das Wasser installiert. Es hat nur beim WC nicht geklappt, da sind zwei Leute notwendig. Um 16.30 Uhr habe ich meine Nachbarn zu einem, Glas Champagner und belegten Broten eingeladen, um unser Camperleben einzuleiten. Wir sassen bis um 18.30 Uhr gemütlich zusammen.

Danach habe ich abgewaschen, da ja Wasser da ist, und bin nach Hause gegangen. Es war ein schöner Tag. Ich erfreue mich immer, wenn ich mit jemandem reden  kann . Ich muss bloss noch lernen, dass "Dölf" nicht mehr da ist. Ich schaffe das, aber Bläcky sucht ihn überall. Alle sollen ihn streicheln, er ist sehr anhänglich. Ich hoffe, er “begreift” auch, dass es "Dölf" "nicht mehr gibt. Das Leben geht weiter, weiter. Jetzt ist es 23.30 Uhr, Zeit zum Schlafengehen, denn morgen habe ich Waschtag. Es muss ja alles gemacht werden.

 

 

Ich liebe das Leben, mag kommen, was mag. Es gibt mir Licht auch im dunkelsten Tag.

 

 

  1. März

Heute bin ich von meiner Schwägerin  geweckt worden. Sie ist immer noch daran, mit meinem Bruder,) das Haus zu streichen. .

Ich habe heute im Ca. Für den Vorbau habe ich dort Platz geschaffen. Der Bruder von Werner, Walter ist der Schreiner. Bis 13.00 Uhr habe ich in Camp "Heidiland" und bei meiner Tochter gewerkelt, nein,  Ich habe geschafft, „eine Grosse“. Es gibt viel zu entsorgen.

 

Ja, es muss alles gemacht werden. Um 09.00 Uhr habe ich Elsbeth besucht, meine Nachbarin. Es geht ihr gar nicht gut. Sie hat zu mir gesagt, dass Sie nahe an einem Nervenzusammenbruch sei. Sie zitterte am ganzen Körper. Bläcky hat sie gar nicht gesehen, denn ich glaube dass Sie meinen Besuch als aufdringlich empfunden hat. Ich war schon am Vorabend bei ihr. Ich hatte zweimal geklingelt. Ich hatte gehört, dass sie telefonierte. Beim ersten Mal hatte sie  keine Regung gezeigt. Beim zweiten Mal hatte ich gehört, dass sie gesagt hatte: “Einen Moment”. Dann hatte sie gerufen, sie wäre am Baden. Das war mir irgendwie seltsam vorgekommen. Ich selber habe von den Nachbarn keine Hilfe gekriegt. Ich hätte Hilfe aber angenommen, wenn mich jemand gefragt hätte. Dem war nicht so. Nun ziehe ich meine Konsequenzen. Ich antworte nur noch, wenn etwas gefragt wird. Und ich ziehe ja sowieso bald für einen Sommer lang in den Camp. Ich habe da meine Camperfamilien, seit über 30 Jahren. Ich hoffe, die Nachbarin , die Kurve kriegt und wieder Freude am Leben findet. Wer aber hat mich besucht, ausser meiner Familie? Und von ihnen hauptsächlich meine Tochter und meine Geschwister? Sie haben mir, sei es mit Besuchen, mit Telefonaten oder mit SMS geholfen. Es wurde nie langweilig. Ich liebe das Leben und freue mich schon wieder auf morgen.

 

 

 

Ich habe alles gewaschen und so kann ich morgen die Wäsche bügeln und versorgen. Und den Tag auskosten, denn die Wohnung gefällt mir. Ich bin irgendwie eingebettet. Es ist ruhiger geworden. Wie sagte Altbundesrat Ogi: “Freude herrscht". Guet Nacht.

 

 

  1. März

Ich habe mir für heute einiges vorgenommen gehabt. Um 09.00 Uhr war ich schon im Camp. Ich habe keinen Menschen gesehen. Alles habe ich erledigt: die Wäsche versorgt, mein Bett im Camp bezugsbereit gemacht, bei meiner Tochter die Vorhänge aufgehängt. Martin , den ich gebeten hatte,viel alte Möbel zu entsorgen hat nicht zurück gerufen. Ich muss das Zeug morgen selber entsorgen.

 

Ist kein Verlass auf ihn. Ja, nun ist mein Camp bereit. Bei meiner Tochter muss ich noch die Storen montieren. Die habe ich gewaschen und imprägniert.

 

Danach habe ich zu Hause gebügelt, staubgesaugt, abgestaubt, und, und, und. Alles was dazu gehört. Notar Lehmann hatte mir die Steuerformulare und die versteuerbare Erbschaft geschickt. Dafür muss ich c.a. sechstausend Franken Erbschaftssteuer bezahlen. Das ist mir egal, denn das was ich geerbt habe , kam unerwartet. Zwar ist es schön, Geld zu haben. Aber wo bleibt der Lebenspartner? Na ja, auch ich muss damit klar kommen, dass ich jetzt Geld habe, aber keinen Partner mehr. Das Geld lebt nicht, es ist vergänglich die kann zerrinnen. Die Liebe aber die ich bekommen habe , kann ich mit keinem Geld kaufen, und wenn ich Millionär wäre. . Im Moment bin ich nicht bereit, auch nur einen Pfennig von den Konten, die ja jetzt mir gehören, da Alleinerbin, etwas abzuheben. Ich bin immer noch mit all den Arbeiten beschäftigt, die ich ja jetzt alleine bewältigen muss. Ich schaffe das.

Habe ein gutes Gespräch mit meiner Tochter geführt. Zum Glück habe ich Sie!!!

 

 

 

 

 

 

 

  1. März

Ich bin früh aufgestanden und habe den Camp aufgesucht, um einiges zu erledigen. Ich habe die ganze Sache entsorgt. Frau von der Entsorgungsstelle hat zu mir gesagt: “Sie haben aber auch viel Arbeit”. Das stimmt, ich habe viel zu tun und kann nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen. Seit “Dölf” gestorben ist, bin ich am weibeln. Hier und da aufräumen. Zuerst die Züglerei vom Camp in die Wohnung. Dann im Camp bei mir und bei “Dölf” die Wagen winterhart machen. Nach sechs Monaten und nachdem ich oben eingeräumt gehabt habe, putzen, sortieren, entsorgen, die Siegelung vornehmen, der Notar war da, die Banken und überschreiben.

 

“Dölf’s” Beerdigung war so, wie er auf die Welt kam. Als Verdingkind, er hatte nichts zu sagen, wurde hin und her verschachert. Ich darf gar nicht anfangen, es beschäftigt mich immer wieder. Denn ich hatte eine schöne Kindheit, eine Mutter, einen Vater und vier Geschwister. Sie stehen mir in allen Lebenslagen zur Seite. Er hatte das nicht. Welch eine Einsamkeit muss sich da in einem Menschen ausbreiten?

Ja, aber der heutige Tag war super. Ich habe Katharina gesehen. Sie war am Markt im Camp. Als ich von der Entsorgung zurück gekommen bin, habe ich das Auto angehalten und Sie gerufen. Sie hat sich gefreut und ich habe sie dann eingeladen, bei mir einen Kaffee zu trinken. Wir haben ein perfektes Gespräch gehabt. Anschliessend habe ich die Store gewaschen. Dafür habe ich lange gebraucht. Demontiert ist sie schnell. Aber wie sollte ich sie montieren, ohne Plan? Eine habe ich schon montiert. Die nächste kommt morgen dran, wenn ich mag. Heute tut mir alles weh.

Am Nachmittag habe ich einen Bekannten aus Basel, mit Hund “Emelie” im Wald getroffen. Zusammen haben wir einen “Cher” gemacht. Dabei führten wir ein gutes Gespräch. Seine Frau kam später hinzu. Sie ist auf dem "Marianne-Märit" gewesen. Ich habe die beiden mit dem Hund zu einem Glas Rotwein und Chips eingeladen. Wir unterhielten uns gut von und über “Dölf”. Er war sehr geachtet worden und sie hatten ihn auch lieb gehabt. Das hat mit geholfen. 17.30 Uhr sind sie in ihr Mobilheim gegangen. Sie bleiben über’s Wochenende dort. Mich hat das Gespräch sehr gefreut, denn viele wollen oder trauen sich nicht, mit mir über meinen Schatz zu reden.

 

 

 Dabei tut es mir gut wenn ich merke, dass er auch bei anderen Nachbarn eine Lücke hinterlassen hat. Ja, er hat jetzt seine Ruhe und ich auch.

 

P.S. Ein Camp-Nachbar, der bereits über 80 Jahre alt ist, hat seinen Camper zum Verkauf ausgeschrieben. Er mag nicht mehr, ist zu müde. Er hat von seinen Kindern auch keine Hilfe. Ich habe Hilfe und das tut gut. Danke Sandra. Guete Nacht.

 

 

 

 

  1. März

Heute habe ich bis um 8.45 Uhr ausgeschlafen. Dann bereitete ich das Frühstück und habe mit Bläcky den Weg ins Camp eingeschlagen, wo ich noch einiges zu tun gehabt habe. Es war ein ruhiger Tag. Ich habe niemanden gesehen, es war kalt und unfreundlich. Eigentlich war es ein trauriger Tag und ich habe “Dölf” vermisst. Es muss einfach weiter gehen. Ich bin immer noch im Tramp: hopp, Du musst arbeiten, putzen, erledigen, usw. Ich glaube, es hört nie auf. Es ist einfach eine grosse Leere da. Niemand sagt: “guete Tag Schätzu, hesch guet gschlafe?” Kein Atemgeräusch, sogar das Stöhnen vermisse ich. Da war er noch bei mir, man konnte sich zu zweit freuen. Das gibt es alles nicht mehr. Mein Tag war genau so düster wie das Wetter. Aber wenn die Sonne morgen wieder scheinen wird, habe ich mehr Licht. Ohne Dich wird es immer wieder düster. Ohne meinen “Dölf” ist es schwer zu leben.

Bläcky ist meine Aufgabe, er gibt mir Kraft. Er merkt meine Gefühlsprobleme und versucht, mich mit seinem Ball abzulenken. Schön, das er noch da ist. Er gibt mir Kraft, all das zu ertragen und zu verarbeiten. Ich denke nie daran, auch zu gehen. Es gibt immer “einen schönen Tag”, vielleicht morgen, so hoffe ich. Ich habe einfach das Verlangen, mit jemandem darüber zu reden. Es heisst dann immer, habe ich auch  schon erlebt und so schweige ich und schreibe es in ein Buch. Gefühle mitfühlen könnte man, wenn man ein Herz hat, das schlägt und lebt!

 

 

 

 

  1. März

War heute bei meiner Tocher. Sie zieht gerade um. Ich habe einfach mitgeholfen so gut es ging. Ich war zuständig für den letzten Schliff. Einfach die letzten Sachen aus der Küche zu zügeln, seien es Besteck, Geschirr, den Inhalt des Kühlfachs oder Lebensmittel. Ich habe das für  mich mögliche gemacht. eine Schublade für alle wichtigen Sachen, die meine Tochter braucht, mit Briefen, Einzahlungsscheinen, Schlüsseln, einfach mit dem, was zuletzt noch in der verlassenen Wohnung war. Toll, wie Luca, 16 jährig, und Carmen, gestern 17 geworden, mitgeholfen haben.

 

 

Ich habe mit meinem Enkel und sein Papi über die ganze Arbeit, das Umziehen, usw., gesprochen. Mein Enkel hat gesagt, dass er auch müde ist. Ich habe ihm gesagt, dass unser Altersunterschied 52 Jahre beträgt.  Der Papi hat gesagt dass er keinen Hunger hat. Er müsste zuerst alles "abefahre" Ja, so geht mir auch, seit Oktober, als “Dölf” gestorben ist. Ich muss mich jeden Abend “abefahre” und kann dann noch nicht einmal “computerlen”. Am 9. April beginnt die Schule, in der ich alles von der Pike auf  lernen muss, was für mich nicht so einfach ist. Das schaffe ich schon.

Als ich nach Hause ging, hat es bei meiner Tochter in der Wohnung immer noch ausgesehen, als ob der Blitz eingeschlagen hätte. Ja, alles muss gemacht werden. Es wäre schön, wenn man in die Hände klatschen könnte und alles ist überort.

Meine Tochter hat mir ein SMS geschrieben, dass ich das “beste Grosi” auf der Welt sei. Schön, sie hat mir so viel geholfen, als “Dölf” starb. Ich konnte ihr mit meiner Hilfe etwas zurückgeben für die neue Generation, die heranwächst und mit Lebensfreude hilft. Das ist nicht selbstverständlich. Schön, so liebe, herzliche Enkelkinder zu haben und eine so liebe Tochter. Danke.

 

Ich bin hundemüde und Bläcky hat noch sein Fressen bekommen, welches ich in der Hektik des Geschehens vergessen habe. Er hat es auch jetzt noch genommen.

Mit einer SMS hat mir meine Tochter eine gute Nacht gewünscht. Und morgen habe ich einen freien Tag. Ich bin zu Mittagessen von einem Schulkollegen im Restaurant Eintracht in Moosseedorf eingeladen. Wir veranstalten einen gemeinsamen Treff. Wir beide gingen in dieselbe Schulklasse, hatten denselben Schulweg und eine schöne Jugendzeit. Darauf freue ich mich. Danke Max.

 

Es ist Zeit, schlafen zu gehen und mich von den Strapazen der letzten zwei Tage zu erholen. Am Donnerstag geht es weiter. Dann ist noch die alte Wohnung zu putzen, abzugeben und eine neue Ära beginnt.

 

 

 

 

 

  1. April *

Ein neuer Tag ist angebrochen. Ich bin um 8.30 Uhr mit meiner Tochter verabredet gewesen, um ihre alte Wohnung zu putzen. Sandra war alleine da. Alle, die versprochen hatten, zu helfen, haben den Rückzieher gemacht. Wir haben die Küche gereinigt und geplaudert. Es war trotz dem Putzen interessant. Um 11.30 Uhr gingen wir in die neue Wohnung um zu essen.

Ich führte die Hunde spazieren und meine Tochter hat Mittagessen gekocht. Sie hat später noch etwas vor gehabt. Meine Enkelin Carmen  kam auch nach Hause, in die neue Wohnung. Und so habe ich mich verabschiedet, um noch schnell im Camp nachzuschauen, ob alles okay ist. Danach ging ich mit Bläcky nach Hause und dann war Baden angesagt. Ich gönnte mir dann ein Nickerchen. Ich war von den ganzen Strapazen sehr müde: am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag helfen ein- und auszuräumen und zu putzen. Ich habe bei allem geholfen, bei dem was beim Umziehen so anfällt. Gestern war ich noch von einem Schulkameraden im Restaurant Eintracht in Moosseedorf zum Mittagessen eingeladen worden. Er hatte geglaubt, dass ich immer noch in Moosseedorf wohne.

Wir sind als Nachbarskinder aufgewachsen und haben die ganze Kindheit zusammen erlebt.

Es war eine schöne Jugendzeit. Jeden Tag haben wir den Schulweg von vierzig Minuten zusammen gemacht, haben zusammengehalten, sind miteinander durch dick und dünn gegangen. Wir hatten auch unsere ersten Gefühle im zarten Alter von 13 bis 14 Jahren ausgetauscht und “Doktor” gespielt. Ja, mein Mann wäre er nie geworden, denn unsere Wege haben sich getrennt. Er ging ins Welschland und ich nach Biel. Er sieht mich heute noch gerne und er hat es sehr genossen, dass ich seine Einladung zum Essen und Plaudern angenommen habe. Es war schön, verwöhnt zu werden. Er hat sich grosse Mühe gegeben, mich kulinarisch zu verwöhnen.

 

 

 

 

 

 

Jetzt ist es 24.00 Uhr und ich bin schon wieder müde. Ich habe morgen von Nachbarn eine Einladung zum Mittagessen im Camp. Ich freue mich, es gibt Fisch. Aber hoffentlich nicht Forelle blau, das würde ich gar nicht essen. Gute Nacht „zäme“, auf einen neuen Tag.

 

 

 

  1. April

Heute habe ich meine Sachen in den Camp hinunter gebracht. Ich versuche mal, drei Tage über Ostern hier zu übernachten. “Dölf” fehlt mir sehr, mein Gang am Abend zum Nachtessen kochen, um zusammen zu essen, mit ihm zusammen Abendbrot zu kochen. Das ist vorbei. Eine grosse Leere, die, so glaube ich, niemand ausfüllen kann. Auch wenn Sie noch so lieb und nett sind. Er fehlt mir immer mehr. Da ist das Mobilheim, der Vorbau, der “Dölf”. All das kommt nie zurück. Ich habe bis jetzt gar keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Umziehen, einräumen, umziehen und ausräumen, das war in den letzten zwei Monaten mein Ziel. Das Ziel ist erreicht und ich habe das geschafft, fragt sich nur, wie lange das hinhält, denn eigentlich könnte das Leben jetzt weitergehen. Aber ob das geht? Ich weiss, nur, dass ich da eine positive Einstellung pflegen muss.

 

Ich habe eine liebe Tochter, liebe Enkelkinder, ja das wäre da. Aber jemand, der mich in die Arme nimmt und sagt: „Du bist gut, Du hast das gut gemacht“, einfach „ich habe Dich lieb“, das fehlt mir. Das heisst, meine Tochter sagt das, aber auch sie hat eine Stütze nötig, damit sie nicht alles in Sachen Erziehung alleine schaffen muss. Auf den Papi der Kinder ist kein Verlass. Er bezahlt nicht einmal die Alimente, aber mit seinen doch so gut erzogenen Kindern prahlen, das kann er. Mit mir ist er zuvorkommend und anständig. Er hat mich beim Umziehen unterstützt, aber das ist auch alles. Er kriegt sein Leben nicht auf die Reihe, wie soll er auch. Er muss sich vor den Behörden verstecken. Von wegen, Schwindeln bring gar nichts. Ja, so ist das Leben. Ich helfe, wo ich kann.

 

 

Jetzt aber gehe ich schlafen, denn ich bin todmüde und habe die Ruhe verdient, so glaube ich.

 

Mein Nachbar auf dem Camp, bei dessen Familie ich zum Essen eingeladen gewesen bin, hat mir den Wasserhahn repariert und wir haben mit seiner Frau eine gute Flasche Wein getrunken. Es war eine Abwechslung in meinem Alltag, ohne “Dölf”, aber trotzdem mit Freunden von “Dölf”.

 

Er hat hier im Camp positive Spuren hinterlassen, alle hatten sie ihn lieb. Ich auch. Gute Nacht zäme. Danke, es war ein grossartiger Tag mit Sandra. Morgen ist ein neuer Tag.

 

 

 

  1. April

Heute habe ich erfahren,dass mein Sohn, wieder in Münsingen in der Psychiatrie ist. Er kann sein Leben einfach in geordnete Bahnen bringen. Im Frühling hat er immer Probleme. Sie haben ihn abgeholt, weil er in einer Apotheke jemanden bedroht hat. Sein Vater hat einen  Anruf vo der Sanitätspolizei  erhalten. Fünf Minuten später war mein Ex-Mann in Junior’s Wohnung, aber sie hatten ihn bereits abgeholt. “Ronny”, den Hund, hatten sie eingesperrt. Mein Ex-Mann konnte den Hund nur durch ein Fenster rausholen. Ronny ist jetzt bei meinem Ex-Mann.

Ich empfinde das als Frechheit, aber der Junior ist selber schuld. Er hat seine Tabletten nicht mehr eingenommen und so macht sein Kopf, was er will. Halt manchmal zu viel. Ich glaube, wenn man solch einen Sohn hat ist es sehr mit all den Krankheiten umzugehen.  Kleine Kinder kleine Sorgen, grosse Kinder, grosse Sorgen. Ich hoffe, dass ich einmal ohne Sorgen leben kann. Denn auch ich habe Sorgen. Zum Beispiel, ob mein Leben mit Brustkrebs noch weitergeht. Ob ich all das schaffe, was auf mich zukommt. Wir werden sehen.

 

 

 

 

Schnell ist das Leben vorbei und ein neues Leben beginnt. Ohne Sorgen und ohne Leid wird das nie gehen, deshalb nehmen wir, ich sowieso, wie es kommt, ohne Zorn, ohne Stress, “eine Treppe, nach der  Anderen, am schönsten immer nach oben.   Ich hoffe das”. Danke.

 

  1. April

Das Leben geht weiter. Ich habe bis um 8.45 Uhr gut geschlafen. Heute ist Ostern. Den Samstag habe ich ausgelassen. Bereits habe ich ein Telefonat gehabt mit dem letzten Pflegevater von “Dölf”. Er hat sich in seinem Telefonbuch jemanden ausgesucht, weil es im langweilig und er alleine zu Hause war. Er ist über 85 Jahre alt, Witwer und einsam. Vor zwei Monaten hat er mich eingeladen, mit ihm Ferien im Berner Oberland zu machen. Er sitzt im Rollstuhl. Er meinte, es würde mich gar nichts kosten. Ich könnte einfach als Begleitperson mitreisen. Ich aber brauche meine Ruhe. Ich bin seit 14. Oktober daran, aufzuräumen, zu zügeln, den Camp zu putzen, alle Lebensmittel nach Hause zu bringen.

 

  1. April Heute war der Bericht da, dass eine kleinere Wohnung im Eingang Nr. 41 frei wird. Und dann fing es wieder an mit dem Umziehen: den Keller und den Estrich räumen. Im Lauf der Zeit hat sich viel angesammelt. Ich schuftete fast Tag und Nacht. Später zog meine Tochter dann auch in eine Wohnung in der Nähe des Camps um. Sie hat ja den Camper von "Dölf" geerbt. Ihr habe ich auch beim Umziehen geholfen. So war ich seit “Dölf’s” Tod praktisch fünf Monate lang am ,,umziehen,,. Das zerrt und braucht meinen ,vom Krebs gezeichneten Körper.

 

Jetzt ist Ostern und ein lieber Besuch war bei mir: meine Tochter ist mit Ahmed gekommen. Es war ein schöner Nachmittag und ich habe mich daran gefreut. Dieser Ahmed war sehr nett und anständig. Wir haben noch einen Spaziergang entlang der Sense, Fluss, mit unseren Hunden gemacht.

 

 

 

 

Um 21.30 Uhr hat mich meine Schwester Verena,aus Brasilien angerufen,

um zu fragen, wie es mir geht. Ich glaube, sie sorgt sich ein bisschen um mich. Das kann ich begreifen. Ich bin immer noch daran, zu verarbeiten, dass "Dölf" nicht mehr da ist. Er fehlt mir. Jede Arbeit, jede Reparatur hat er für mich erledigt, wenn ich das nicht machen konnte. Man ist alleine, muss leben, muss schauen, oder eben den Hammer oder das Werkzeug selbst in die Hand nehmen. Ich schaffe das.

Es muss weitergehen ohne "Dölf",. einfach so. Das geht.

 

 

 

  1. April

Ich habe bis um 8.45 Uhr geschlafen. Das habe ich gebraucht. Ich bin fix und fertig, abgekämpft” von der ganzen Umzieherei. Seit "Dölf's" Tod bin ich nicht mehr zur Ruhe

gekommen. Da waren die Camper , sein Camp und mein Camp alles neu einzuräumen. Alles war so verlassen, kein Leben mehr drin. Es war einfach nur noch mein Dasein mit Bläcky und wir haben funktioniert wie ein Benziner. Ohne Sprit läuft da nichts. Mein “Motor” hatte schon lange kein Benzin mehr. Ich habe funktioniert wie eine Maschine, der Motor lief auf den letzten Zacken, kurz vor dem Aussteigen. Ich wusste manchmal gar nicht, was ich noch alles machen soll, um zu überleben. Keinen Halt, keine Hilfe, alle waren mit

sich selber beschäftigt, ausser meine Tochter, meine Sonne, die Licht in mein dunkles Leben brachte, mir half und zu mir gestanden ist. Sonst wäre ich gar nicht mehr hier. Bläcky hat mit seinen treuen Augen und seinem Hundegespüri, immer gezeigt, dass er weiss, was mir fehlt. In diesen schweren Stunden, als ich nachts immer aufwachte und glaubte, ich müsse das Zimmer wechseln, denn "Dölf" war bei mir und hat gesagt, dass er mit Bläcky spazieren will.

 

Der Spaziergang war jeden Abend sein letzter Gang. Noch nach draussen, um mit Bläcky zu pinkeln und er wollte natürlich auch noch eine rauchen. All das fehlt mir, der normale Ablauf in unserem schönen Leben, gespickt mit viel Freude und Leid.

 

 

So wie damals, als "Dölf" geweint hat, weil er nicht mehr leben mochte, und gleich wohl mit Bläcky raus wollte. Es war eine so traurige Zeit, da konnte ich ihm nicht helfen. Ich habe seine geschwollenen Beine, seine Brust , den Rücken mit Pulmex eingerieben. Ich habe ihn im Bett hoch gelagert, ihm die Windeln gewechselt, all das, was eine Frau oder ein Mann für den Partner tut, ja nach dem, wer krank ist. Er hat so viel geweint und das Gefühl gehabt, er wäre ein Nichts, einfach so, wie er ja im früheren Leben auch verschachert wurde. Dabei war er für mich ein Mann, der mich verwöhnt hat so lange es ihm wegen seiner Krankheit möglich war. Aber dann, ja dann ging es bergab. Er wollte sterben, gehen.

 

 

Er befürchtete, dass das mir zu viel und ich ihn abschieben würde. Wie hätte ich das auch tun können! Ich und meine Tochter waren für ihn bis zur letzten Minute da. Trotz der Krankheit Lungenkrebs, der Chemotherapie, dem Spital, kann ich es heute noch nicht fassen. Aber so verlief es die letzten Monate seit dem Bericht, dass er Krebs habe. Er glaubte, dass ich ihn fallen lasse, aber wie könnte ich auch? Obwohl er in der letzten Zeit mit mir sehr böse geworden ist. Als ich ihm sagte, dass ich nichts machen kann und dass er auf die Aerzte hören muss, wurde seine Verzweiflung grosser und grosser. Er hat den Esstisch hochgehoben, und zu mir gesagt, dass er jetzt dann sowieso "verrecke" und ich vorausgehen soll, abfahren, da ist die Tür! Das aber war nicht "Dölf", das war seine Verzweiflung durch seine Schmerzen. Dieser Blick in seinen Augen war mir unverständlich, das war ein anderer Mensch. Das war nicht mein “Dölf”, so wie ich ihn gekannt habe. Das waren seine Schmerzen, die er nicht mehr im Zaum halten konnte. Er war desorientiert. Ich wusste, das ist nicht mein Dölf, denn so etwas Böses hat er nie zu mir gesagt. Er ist dann 2 Tage später gestorben. Ich war bei ihm und meine Tochter auch. Er hat gewusst, dass ich ihn liebte und immer für ihn da war . Danke “Dölf”, ich habe Dich sehr geliebt.

 

 

Wenn ich an den Tod und die Tage zuvor denke, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich frage mich, ob mein "Rucksäckli" zu schwer zum Tragen ist oder ob die Last einfach eine Reaktion darauf ist, dass ich das alles tragen muss.

 

Ich hoffe, mein "Rucksäckli" werde einmal leichter und ich könne die "Bürde" ablegen.

Sechs Monate sind vergangen und ich fühle mich so alleine, ohne Mann und ohne Liebe, die er mir gegeben hat. Es muss weiter gehen, weiter, weiter, jeden Tag. Das ist das Leben; Das Leben, bis der Tod uns scheidet. Oder: Scheide wenn Du es vor lauter Schmerzen nicht mehr aushältst. So ist es auch geschehen und das war gut so. Es ist ja unerträglich geworden, zu zusehen, wie aus einem Menschen ein Häufchen Elend wird, das darum bettelt, zu sterben. - Einfach sterben, gehen, gehen.

 

 

 

  1. April

Heute bin ich in der Wohnung gewesen um einige Campingsachen zu holen. Auf dem Weg von der Post, wo ich mein Postfachschlüssel N 88 abgeholt habe, traf ich die Bäuerin, die im Bauernhaus am Hang über uns wohnt und Schäferhunde züchtet. Sie hat mich gefragt, ob ich am Umziehen sei. Sie hat in meinem Auto ein Tischlein gesehen, das „Dölf“ gehört hat. Er hat sich so sehr gefreut, dass ich das im Mobilheim aufgestellt und geehrt hatte. Jetzt hat aber Bläcky den Dreh nicht rausgefunden, wie er auf die Polstergruppe hüpfen könnte, um bei Mami das Fernsehprogramm zu schauen. Er hat sich immer genau über dem Auge gestossen.

 Ja eben, die Bäuerin hat gesagt: "Ich möchte gerne dieses Tischchen. Ich gebe Dir 50.-- Franken, okay?“ Ich habe es vor der Post bei mir ausgeladen und bin bei ihr für nächsten Donnerstag auf ein Glas Rotwein und eine Bauernbratwurst eingeladen worden. Es ist schön, Leute zu kennen, die den Verlust eines Menschen mitfühlen können und ein paar nette Worte sagen.

Jetzt ist es Zeit, schlafen zu gehen. Morgen besuche ich einen Computerkurs und dieser wird sicher anstrengend.

P.S. Mit meinem Sohn geht es nicht gut. Es würde ihm „verschissen“ gehen, hat meine Tochter geschrieben. Das hat mich auch wieder genervt. Was soll ich denn noch tun? Ich bin auch nur ein Mensch. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Bis er zugrunde geht? Ich hoffe, dass er seine Gefühlswelt wieder in den Griff kriegt.

 

 

  1. April

Heute hat der Computerkurs stattgefunden. Ich habe Einiges dazugelernt. Um 12 Uhr bin ich wieder zu Hause, das heißt, im Camp gewesen. Um 13 Uhr ist meine Tochter in ihren Camp gekommen. Ich glaube, sie hat Spaß. Wir haben Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Sie hat mich dazu eingeladen. Es ist immer sehr schön, sie bei mir zu haben. Um 18 Uhr hat sie mich zum Abendessen eingeladen. Sie hat Teigwaren mit Pouletgeschnetzeltes gekocht und es war sehr gut.

Um 22:45 Uhr sind noch meine Enkeltochter und ihr Freund auf Besuch gekommen, um „Tschüss“ zu sagen. Es war eine zufriedene Runde mit vielen Sprüchen und viel Gelächter. Das tut der Seele gut. Man glaubt ja gar nicht, wie einem das Leben durch Besuch von so lieben Menschen versüßt werden kann. Meine Enkeltochter war noch hungrig, da sie direkt von der Arbeit gekommen war. Sie macht ein Praktikum auf der Notfallstation im Sonnenhofspital. Das dauert 6 Monate. Ihr Freund lernt Elektroniker. Er hat bei meiner Tochter die Lampen neu montiert. Mein Enkelsohn hält die Festung und genießt einen Abend, den er wahrscheinlich mit einer Freundin verbringt. Er hat schon die Lehrstelle als Maurer und kann dort bald zu arbeiten beginnen. Es ist schön, solche Enkelkinder zu haben.

 

  1. April

Heute wurde ich von meiner Tochter zu einem feinen Frühstück eingeladen. Es gab Kaffee und Gipfeli. Es ist wunderschön, die Tage wieder im Camp zu verbringen. „Dölf“ wollte das so. Er hat Sinderella, meine Tochter, auserwählt und ihr den Camp vererbt. Wir haben das alles zusammen besprochen. „Dölf“ wusste, dass ich meinen Camp (Heidiland) solange wie möglich behalten werde. Er hat bis zum Schluss versucht, sein „Heimetli“ aufrecht zu erhalten.

Um 21.05 Uhr hat ich meine Enkelin und ihren Freund vom Bahnhof Thörishaus abgeholt. Sie sind bis um 22:00 Uhr bei mir gewesen. Ich habe mich über den Besuch riesig gefreut. Schön, junges aufgestelltes Leben. Das bringt mir Kraft. Ich freue mich über jeden Sonnenstrahl, der mein Heidiland erreicht. Danke und eine gute Nacht. Ich hab euch alle lieb.

 

 

  1. April

Ich habe irgendeinen Ausschlag oder eine Allergie. Es juckt überall und ich muss zum Arzt. Ich bin in die Wohnung gefahren, um zu baden. In der Wohnung ist es kalt gewesen. Eine Nachbarin meinte, ich hätte eine Gürtelrose. Sie sagte, dass ich zum Notfallarzt gehen solle. Morgen gehe ich zum Hausarzt.

Ich habe heute mein neues Wissen mit dem Laptop angewendet und bin schon sehr weit gekommen. Habe heute 3 Emails verschickt. Aber da ich noch keine Antwort erhalten habe, weiß ich noch nicht, ob es gut war. Vielleicht kommen morgen Antworten. Zum Abendessen wurde ich von meiner Tochter eingeladen. Meine Enkelin und ihr Freund haben mich auch besucht. Es war ein sehr schöner Tag.

So, jetzt ist es schon wieder Zeit, schlafen zu gehen. Gute Nacht.

 

Tagebuch 13. April

Ich bin früh aufgewacht. Als ich noch ein bisschen dösen wollte, hatte ich ganz schlimme Träume. Ich bin dann um 8:30 Uhr aufgestanden und war froh, aus diesem Bett zu kommen und zu wissen, dass ich auf beiden Beinen stehe, ich in die Realität zurückgefunden habe. Meine Kämpfernatur habe ich sicher von meinem Vater geerbt. Er führ noch mit dem Farrad täglich 7 Kilometer, hin und zurück, in die Strubi Glutz. Dort habe sie Schuhe produziert und mein Vater hat an einer Maschine, die die Seitennähte gemacht hat, gearbeitet. Das war eine Spezialmachine. Die Arbeit hat ihm nicht besonders gut gefallen. Seine Erfüllung war es, Kleinbauer zu sein. Er war zufrieden, wenn er ums Haus herum „chrätele“ konnte, Auf fedem Fenstersins im Parterre war irgend ein Werkzeig. Sei es eine Beisszange, ein Hammer oder Schraubenzieher. Es gab keine Werkstatt, aber er wusste immer, wo welches Werkzeug zu finden war. Am Abend sass er immer mit Mutti auf dem Bänkchen, da wo die Trauben standen und die zwei verknorksten Quittenbäume. Das war sein Lieblingsplatz, wo er mit Mutti „käsperlen“ konnte.

 

  1. April

Heute ist ein besonderer Tag gewesen. Ich habe die letzten 2 Nächte in der Wohnung geschlafen, da ich eine Allergie habe.

 

 

Es juckt überall da, wo ich wegen meines Brustkrebses operiert wurde. Die Angst ist einfach da, daran zu denken, dass sich etwas so Schlimmes wiederholen könnte. Ich glaube nicht, dass ich so etwas noch einmal durchstehen würde. Ich würde nicht mehr kämpfen wollen. Aber es ist bestimmt nur eine Allergie. Doch auch das tut weg, da man im unterbewusstsein immer an den Krebs denkt, der sich 1990 in meiner rechten Brust ausgebreitet hat. Ja, denken wir an Jahre danach. Aber die Jahre nach dem Brustkrebs waren auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Im Jahre 1995 ist unsere Tochter Gabriela gestorben. Sie war unser Sorgenkind. Und Robert ist jetzt auch wieder in der Nervenklinik. Er hat jemanden bedroht. - Ach, wären die Gedanken zollfrei, was wäre wenn, und aber -.

Heute habe ich Besuch von „meinem“ Schreiner und seiner Frau gehabt. Er macht mir den Vorbau an meinem Wohnmobil. Ich freue mich darauf und hoffe, dass ich diesen Vorbau auch noch etwas werde genießen können. Ja, das Leben geht weiter, mit oder ohne mich. Solange es geht, geniesse ich es noch, jeden morgen das Vogelzwitschern zu hören, die Sonne aufgehen zu sehen und ihr Licht unsere düsteren Gedanken erwärmen zu lassen. Ein neuer Tag beginnt und ruft uns in die Realität zurück. – He Sonne, guten Tag: Scheine so lange ich das noch ertrag -. Lebe das Leben, mag kommen was mag. Es leuchtet voll Licht Dir den kunkelsten Tag.

Am Nachmittag habe ich Besuch von meiner Freundin gehabt, die mir in meiner Schweren Zeit so herzlich beigestanden ist. Ihr Mann ist mit ihr gekommen. Wir haben viel über unsere Ferien gesprochen, die wir früher gemeinsam in einer Skihütte auf der Bellalp verbrachten. Über eine Krawatte, die ich für den Geburtstag des Schreiners selber gestrickt hatte, und über unsere Tandemskifahrt, die wir früher in diesen Ferien öfters veranstalteten. Es war eher ein Skifliegen, aber wir sind an der Schneebar angekommen. Das Transparent der Schneebar hat Werner auf seiner Talfahrt gestoppt. Ich liebe das Leben, es gibt bestimmt noch viele so schöne Tage in meinem Leben. Danke an Alle, die dazu beitragen, die mich in der Not getragen haben.

Es ist jetzt 24.00 Uhr. Ich gehe noch schnell an die Sense, dahin, wo wir "Dölf's" Asche gestreut haben. Am 14. Oktober ist er gestorben, wurde er von seinen Schmerzen erlöst. Er wollte nicht mehr. Er wusste, dass er sterben wird.

 

Wir haben auch alles geregelt, die Testamente geschrieben. Auch ich habe mein Testament geschrieben, komme, was kommen mag. Ich möchte gerne noch ein bisschen leben, ohne Angst, ohne Kummer, ohne Not. Ich möchte einfach das Leben geniessen. Was heisst geniessen? Geht das überhaupt? Denn seit 1990 ist das Leben ein Kampf für mich. Zuerst der Brustkrebs, eine Brust wurde entfernt. Dann Chemotherapie u.s.w. Ich bin eine einfache Frau, habe aber genau das durchgemacht. Dabei hatte ich 3 Kinder, einem Leistungssportler als Mann. Ich habe es geschafft und wollte einfach leben. Leben, das war mein Gedanke. Ich schaffe das; so Gott will. Ich bin heute noch da, nach 20 Jahren. Wir sind im Jahr 2010. Woher hatte ich die Kraft? Ja, ich habe das ohne, Psychotherapie, ohne Hilfe geschafft. Mit meiner besten Freundin und meinen Freunden, die heute noch zu mir stehen. Aber als ich die Diagnose erhielt, war ich allein, ohne Hilfe, auf mich alleine angewiesen. Wo war die Krebsliga, die alles versprechen und wenn’s passiert, bist Du allein. Nicht so, wie Politikerinnen, die halt auch diese Krankheit haben, und das alles über’s Fernsehen breitschlagen und sich bedauern lassen. Ja, ich habe es selbst geschafft, ohne Gespräche, Beratungen. Ich musste nur funktionieren und es ging, “weiterleben". So war meine Krebsgeschichte . Einfach so, inkognito.

 

  1. April

Heute habe ich viel "gewerkelt". Ich habe die Rebe ausgemacht und neu eingepflanzt. Wenn Sie austreibt, gibt es eine Pergola. Und sonst fliegt sie in den Grüncontainer.
Um 13.00 Uhr hat Elsbeth an gerufen, dass die Waschmaschine frei sei und ich waschen könne. So ging ich dann in die Wohnung um zu waschen. Zwischendurch habe ich ein Nickerchen gemacht, denn die Gartenarbeit war mühsam. Die Rebe wollte nicht rauskommen. Um 18.00 Uhr bin ich ich wieder im Camp gewesen und mit Bläcky spazieren und mit dem Ball spielen gegangen. Nun bin ich todmüde, muss ins Bett. Morgen bin um 8.00 Uhr beim Hausarzt angemeldet, Blutkontrolle, u.s.w. Dann werde ich die Wäsche runterholen, bügeln und versorgen. Später kommen noch die Elektriker zum Strom ablesen.

 

 

 

6 Monate ist es schon her, dass „Dölf“ gestorben ist, und immer noch kein Lichtschimmer am Horizont. Es ist so; ich muss da durch, muss versuchen ohne ihn eine neue Welt zu gestalten. Zum Glück habe ich die Hilfe von meiner Tochter und ihren Kindern. Ich bin noch nicht mal bereit, das geerbte Geld anzunehmen. Das bringt mich auch nicht weiter. Er fehlt mir an allen Ecken und Enden. Auch wenn er krank war, war er doch da und ich habe ihn gepflegt, ohne Wenn und Aber. 4 Tage vor seinem Tod habe ich mich zu ihm ins Bett gelegt, um ihm ein bisschen Wärme und Geborgenheit zu spenden. Um ihm zu zeigen, was er mir bedeutet. Er starb am 14. Oktober. Seine Asche haben wir an einem Fluss verstreut. Ich gehe gerne an diesen Ort, da fühle ich mich ihm nahe.

Mein Testament habe ich auch schon geschrieben. Aber bis es soweit ist, möchte ich mein Leben genießen, ohne Kummer oder Sorgen. Aber geht das überhaupt? Seit 1990 ist mein Leben ein Kampf. Brustkrebs, Chemotherapie, Tod meiner Tochter, Tod von „Dölf“ u.s.w. Ich bin eine einfache Frau, habe aber Gott sei dank bis heute überlebt. Heute schreiben wir das Jahr 2011.

Ich habe heute viel gewerkelt in meinem Camp. Habe die alte Rebe ausgemacht und eine neue gesetzt, wenn alles klappt gibt es eine Pergola. Die Hausarbeit habe ich auch erledigt, bin mit Bläcky spazieren gegangen und jetzt bin ich auch erledigt. Morgen um 8:00 Uhr habe ich einen Arzttermin für die Blutkontrolle.

Gehe schlafen und träume von einem schönen Tag. Es sind schöne Momente, wenn ich am Morgen aufstehen kann und mich meine Beine tragen, die Hunde Freude zeigen und ich weiss, dass ich doch noch für etwas da bin. Und sei es nur oder eben gerade um mit Bläcky zu spazieren. Schöne Momente, wenn die Sonnenstrahlen meinen Körper erwärmen und mich so auf unserem Spaziergang begleiten. Danke Bläcky. Es ist ein Geschenk, dass Du bei mir geblieben bist. Und ein Geschenk auch für "Dölf", denn es war sein Wunsch. Er selber wollte gehen, hatte so starke Schmerzen, dass es fast nicht mehr auszuhalten war. Er ist jetzt da, wo er hin wollte. 6 Monate ist es her. Ruhe sanft. "Eg ha de vo Härze gärn gha." Ich werde Dich nie vergessen. Du wirst in meinem Herzen solange weiterleben, wie wir zwei leben, Bläcky und ich. Es war eine wunderschöne Zeit. Schade, nun ist sie vorbei. Ich glaube auch für mich wird die Sonne wieder scheinen, so hoffe ich.

 

  1. April

Ich bin heute wegen dem Arzttermin früh aufgestanden. Es ist jedes Mal das Gleiche: Ich habe das Gefühl,  dass wir uns nicht so richtig verstehen. Ja, wir werden sehen, was rauskommt. Ich habe ja gar keine Zeit mehr gehabt, mich um mich selbst zu kümmern.
6 Monate nach „Dölf’s“ Tod war ich am arbeiten. Ich hoffte, so den Gefühlen zu entkommen. Ich habe geschuftet wie eine Maschine. Niemand hat den Motor abgestellt, er lief und lief. Nun ist endlich Ruhe eingekehrt. Ich habe aber immer noch das „Streben“ nach Arbeit. Wo ist der Genuss geblieben? Wo sind die schönen Gefühle, die Liebe, die Zärtlichkeit, die Anerkennung? Die Gefühle sterben langsam ab. Aber zum Glück gibt es ja meine Tochter mit meiner Enkelin. Sie geben mir Kraft, um immer weiterzumachen. Und Bläcky natürlich auch. Er leidet unter Verlustängsten. „Wo ist er nur, mein Schatz, mein „Dölf“? Denn ohne ihn ist es, als wäre mir ein Bein amputiert worden und ich werde nur noch von einem getragen. Das andere trägt Dich noch, aber die Frage lautet: Wie lange? „Dölf“ kann jetzt endlich in Frieden Ruhen, ohne vor Schmerzen fast verrückt zu werden. „Eg ha de vo Härze gärn u wirde di nie vergässe“. Du wirst für immer in meinem Herzen weiterleben. Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen.

Danke Bläcky, dass du geblieben bist. So kann ich mindestens das Gefühl haben, wenigstens für 1 Wesen da zu sein. Ich werde noch gebraucht und wir brauchen einander. Das ist ein schönes Gefühl.

Heute hat sich das Wetter von seiner besten Seite gezeigt. Sonne, blauer Himmel, nur bläst leider die Bise und lässt die Wärme nicht zu uns durchdringen. Meine Tochter hat Besuch bekommen und ich wurde ausgeladen. Aber das macht nichts. Meine Tür steht jedoch immer offen. Ich weiß ja schließlich auch, was ich mit meinem Leben anzufangen habe. Ich habe immer etwas zu tun, zum Beispiel Blumen pflanzen und in der Natur zu arbeiten. Ein schönes Unkraut kann auch sehr schöne Farben, Licht und Freude ins Leben bringen. Für mich gibt es kein Unkraut, weil viele davon auch heilende Eigenschaften haben. Uns Menschen geht es ja ähnlich. Im Winter ziehen wir uns zurück, um dann im Frühling in voller Pracht wieder zu erblühen. Dann möchte man am liebsten Freudensprünge machen, oder Tanzen und Singen. Was für ein tolles Gefühl, danke dass ich das alles noch erleben darf.

 Später sind meine Tochter und ich noch mit ihren Hunden an der Sense baden gegangen. Zurück im Heidiland hatten wir noch ein gutes Gespräch. Nun ist es Zeit um schlafen zu gehen.

 

Tagebuch 18. April

Heute war nichts Besonderes angesagt. Es hatte sich kein Besuch angemeldet, also habe ich ausgeschlafen. Dann bin ich mit Bläcky spazieren gegangen, wie jeden Morgen. Ich habe mir ein feines Früchtefrühstück mit 1 Stück Brot mit Streichkäse gemacht. Mhh, das war gut. Frisch gestärkt machte ich mich an die Arbeit. Heute wollte ich mein Velo auf Vordermann bringen. Eine SMS rief mich aus meiner Einsiedelei. Es war meine beste Freundin Marlis. Sie wollte sich mit ihrem Mann bei mir zum Besuch anmelden. Diese 2 sind meine besten Freunde, schon seit über 30 Jahren. Sie wollten mir zu meinem Geburtstag einen neuen Koffer schenken. Bis jetzt habe ich noch gar keine Zeit gehabt, zu verreisen oder auch nur an Ferien zu denken. Sie kamen um 14:00 Uhr und sind bis 17:30 Uhr geblieben. Marlis hat mich während meiner Zeit mit dem Brustkrebs jeden Tag im Spital besucht. Sie fuhr sogar mit mir zur Kur. Dies war vor 20 Jahren und ich kann diese Freundschaft gar nicht genug schätzen. Sie ist nicht mal mit viel Gold aufzuwiegen. Es ist ein wunderschöner Nachmittag gewesen. Um 18:00 Uhr habe ich nochmal Besuch von meiner Tochter, meiner Enkelin und ihrem Freund erhalten. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich freue mich über jeden Besuch. Das verkürzt die Tage und bringt die Sonne in mein Herz. Es war ein super Tag mit vielen Überraschungen. Liebe, Freude, das gehört zum Leben und zum Überleben. Jetzt ist es schon wieder Zeit, schlafen zu gehen. Danke an Alle, dass Ihr mir Eure Zeit schenkt.

 

  1. April

Heute hatte ich einige Besorgungen zu machen. Als ich mit allem fertig war und im Camp eintraf, war es auch schon Zeit für das Mittagessen. Danach ging ich mit Blacky spazieren und begegnete meiner Tochter. Sie sagte, dass sie und meine Enkelin, in die Stadt wollten, die Hunde ließen sie im Camp meiner Tochter. Plötzlich hörte ich ein Winseln. Es war Wasco.

 

Ich habe ihn dann zu mir genommen und er hat sich beruhigt. Eine Nachbarin und ich sind mit den 3 Hunden spazieren gegangen. Es war wunderbar. Habe dann das Nachtessen vorbereitet, meine Enkelin und ihr Freund waren pünktlich. Es ist ein schöner Ausklang dieses Tages gewesen. So schön kann das Leben sein. Ich habe noch per SMS mit meiner Tochter die News ausgetauscht und wünschte ihr eine gute Nacht. Dann bin war noch am Plätzli von „Dölf“, ich vermisse ihn immer mehr. Tja, so ist das Leben eben auch.

 

 

 

 

  1. April

Heute wäre meine Mutter 90 Jahre alt geworden. Sie ist leider schon viele Jahre tot. Sie war auch schwer krank und starb im Spital in Olten. Sie hatte auch nicht mehr leben wollen. Sie hatte so viele Schmerzen im "Rücken, im Unterleib“ gehabt und das Leben alleine im Altersheim war für sie sehr schwer gewesen. Alle Kinder waren verstreut gewesen und niemand hatte in unserem Haus gewohnt, wo sie uns geboren hatte. Sie hatte einmal meinen Lebenspartner "Dölf" gefragt, ob er ihr nicht Schlaftabletten hätte besorgen können. Das Leben war für sie zu einer Qual geworden. Sie hatte nicht mehr leben wollen. So konnte sie in einer Nacht sterben, in der sie ganz alleine war und sich verlassen fühlte. Sie hatte mich bedrängt. Sie hatte manchmal nachts zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr angerufen und gesagt, dass sie jetzt in den Vorhof springen würde, um sich das Leben zu nehmen. Wenn ich in grosser Angst um meine Mutter dann den Verwalter nachts angerufen hatte, war er nachschauen gegangen und hatte mich zurückgerufen. Oft hatte er mir mitgeteilt, es wäre gar nichts gewesen. Der Heimverwalter wusste jeweils auch nicht, wie die Dinge standen. Meine Mutter hatte daraufhin immer vorgegeben, ich sei eine Lügnerin gewesen. Ich glaube heute noch, dass Sie sich alleine und verlassen gefühlt hatte. Wegen dieser Einsamkeit gehe ich oder will ich nie ins Altersheim gehen. Dort sind alte Menschen senil und werden abgestempelt: „Ja die spinnt“. Es ist nicht das Wort „spinnen“. Es ist die Einsamkeit, die man fühlt und daneben noch klar im Kopf und im Geist ist.

 

Trotzdem merkt man, dass man eine Last ist. Dann ist der “Rucksack” zu schwer, man möchte den Ballast abwerfen. Das ist aber nur möglich, wenn einem jemand zur Seite steht und hilft, die Bürde zu tragen. Sonst geschehen immer wieder so Sachen wie Suizide. -’Warum noch leben, für wen ist das noch tragbar? - Ich glaube, jeder Mensch merkt, wenn die Zeit da ist. Er merkt, wenn er das Alleinsein satt hat und er den kürzeren Weg antreten will. Ja, so ist es. Das Leben kann manchmal grausam sein. Es ist wie bei einem kleinen Kind: Und wenn Du das nicht aufisst, gibt es nichts. Im Alter jedoch ist man meistens nichts und kann gehen, wenn man möchte, ohne oder mit Sterbehilfe. “Dölf” hätte das auch gemacht. Aber ich war immer, bis zum letzten Atemzug, bei ihm.

 

Nun fällt mir das Schreiben schwer. Mir fehlen die Worte. Worte, die ich aus meiner Umgebung gebraucht hätte. Meine Tochter, ihre Kinder und mein Blacky haben mich zu einem neuen Lebensabschnitt getragen. Den will so gut wie ich kann leben. Das Leben geht weiter, weiter. Guet Nacht zäme.

 

P.S. Meine Enkelin, ihr Freund und meine Tochter besuchten mich. Meine Enkelin und ihr Freund verbrachten zwei Tage Freizeit im Camp meiner Tochter. Die haben das richtig genossen und es war toll mit diesen beiden. Der Freund meiner Enkelin hat mir bei Edith, einer Nachbarin, geholfen den Rasen zu pflegen. Meine Tochter kam, um die beiden aus ihrem Liebesurlaub abzuholen und danach war ich wieder alleine. Die beiden Hunde meiner Tochter, Wasco und Dana, meine Tochter und das junge Liebespaar gingen um 17.30 Uhr.

Ich habe später auf meinem Laptop die PUK-Nummer eingegeben und nun spurt er wieder, so wie ich das möchte. Ich habe es geschafft, ihn wieder auf online zu schalten. Es geht doch, wenn man will! Guet Nacht zäme.

 

 

  1. April
    Heute habe ich, wie jedes Jahr, die Geranien eingepflanzt und aufgeräumt. Ich habe das genug vom Wohnungs-wechseln.

 

Später war ich auch in der Wohnung und habe nachgeschaut, ob alles okay ist. Dabei habe ich die Nachbarin gesehen. Sie ging zur Arbeit und grüsste. „Tschau zäme“.

 

Keine Frage dazu, wie’s mir geht, da die Zeit drängt. Wenigstens hat sie Bläcky gestreichelt, was eine Seltenheit ist.

Ja, wie geht es mir? Es jagen sich immer noch die Termine. Ich habe das Gefühl, mir sitze jemand im Nacken und treibe mich an, zu funktionieren. Vielleicht sind das auch meine Ängste, es alles recht zu machen.

Um 14.00 Uhr kam Daniel, mein ein Nachbar ins Camp, um mein Cheminee zu verschieben. Das war eine Riesenarbeit, anstrengend und es hat mich  ausgezehrt. Ich mag gar nicht schreiben, wie das abgelaufen ist.

 

Alleine schafft das niemand. Wir waren zu zweit. Ich habe grosse Schmerzen in meinen Armen und im Rücken. Wir haben zwei Stunden gebraucht. Eine Stunde hat es gedauert, um die Pfosten, den Stapler und die Seilwinde ein- und auszuladen. Und wieder war ich im Zügelstress, aber wir haben es  geschafft. Ich bin total kaputt, aber auch erleichtert, dass es gemacht wurde. Ich habe dann noch ein "Zvieriplättli" zu bereitet. Dazu habe ich ein Glas roten Wein mit Daniel   getrunken und wir haben auf unsere Werk angestossen. Er musste ja noch nach Basel zurückfahren. Es ist schön, Freunde zu haben. Freunde sind aber dünn gesät.

Ja, nun muss ich schlafen gehen und ich hoffe, dass ich morgen überhaupt noch aufstehen kann. Alles tut mir weh. Ich bin wie gerädert, ausgelaugt und total auf dem Hund. Ja, Hund Bläcky und Aemeli, Daniel’s Hund, tummelten auch die ganze Zeit umher. Wir sind heute beide, Daniel und ich, auf den "Hund"* gekommen, vom Stossen, Drücken, Heben, Fixieren, damit das Cheminee nicht kippt. Es war Schwerstarbeit. Ich habe es geschafft. Was alles schaffe ich sonst noch? Wie lange? Ich setze mir keine Ziele, lebe von Tag zu Tag und geniesse es, noch da zu sein. Auf ein neuen Tag, Gute Nacht.

 

 

 

 

  1. April

Heute habe ich einen eingeschriebenen Brief von Notar Lehmann erhalten. Damit kam die Erbschaftssteuer, die sage und schreibe das Doppelte beträgt,  als angegeben. Und dies, weil wir angeblich zwei Monate zu wenig lange zusammen gewohnt haben, ich und „Dölf“. Das finde ich einfach der Gipfel, dass ich mit 68 Jahren noch gezwungen werde, einen Beweis zu bringen, dass wir im Jahre 1999, im November, den Mietvertrag unterschrieben haben. Dass ich beweisen soll, dass „Dölf“ aber noch eine Wohnung in Bern verkaufte in Bern, wir aber schon in der Viereinhalbzimmerwohnung  gewohnt haben und uns mit dem Vormieter den Zins geteilt haben, weil deren Eigentumswohnung eher fertig war. Die damals aktuelle Miete lief ab 1. Februar  2OOO. Wir waren noch zweieinhalb, Monate in Kenia in den Ferien. Wir hatten uns damals ja schon 30 Jahre gekannt. „Dölf“ war mit Regina verheiratet gewesen, ich mit Robert . „Dölf’s“ erste Frau starb 1993 an einem Herzinfarkt und ich wurde geschieden, da mein Mann eine Freundin hatte. Seit 1995 waren „Dölf“ und ich fest zusammen.

 

Und jetzt soll es sein, dass ich wegen zweier Monate doppelte Erbschaftssteuern bezahlen muss?? - Das stimmt überhaupt nicht! Eine Frechheit ist das und es nervt! Aber eben, die Kleinen muss man melken, die Grossen lässt man laufen. Mein Notar erhebt Einsprache gegen all diese Behauptungen von diesen Steuerbeamten. –

Meine Tochter hat noch bei mir hereingeschaut. Sie nervt sich von wegen Geld vom RAV ( Regionale Arbeits Vermittlung) auch.

Aber ich habe noch einen feinen Drink mit ihr getrunken. Und so wird auch das vorbei gehen. Nun gehe ich schlafen und träume von einem neuen Tag. Morgen muss ich um 8.00 Uhr bei meiner Ärztin sein. Hoffentlich ist alles so weit in Ordnung. Ja, morgen geht der Tag oder Vormittag auch vorbei. Wenn man Krebs gehabt hat, muss man immer gefasst sein. Ich schaffe das, wenn das Leben weitergeht. Oder aber das Leben geht weiter, weiter, so hoffe ich.

 

  1. April

Meine Arztvisite bei der Ärztin hat gezeigt, dass die Werte des Cholesterins, des Blutzuckers,nicht so gut waren.

 

 

Und das, obwohl ich überhaupt nicht süsses , esse. Sie hat mir ausgerechnet, wie ich von einem Herzinfarkt gefährdet bin. Ich befinde mich im orangen Bereich. Das Risiko ist also real. Aber das wäre doch schön, wenn man sterben könnte, ohne solch riesige Schmerzen erleiden und ohne es jahrelang ertragen zu müssen, Angst vor dem Tod zu haben. Ich werde aufpassen, dass ich noch ein bisschen da sein kann. Die Ärztin hat mir ein Medikament gegen Depressionen gegeben. Das werde ich nicht schlucken, denn was mir fehlt, ist mein Problem. Ich sagte ihr das auch. Und weiter sagte ich ihr, dass Sie, und auch andere Leute, keine Zeit zum Reden haben und das fehlt mir. Depressiv bin ich nicht. Ich werde keine Antidepessiva-Mittel zu mir nehmen. Sonst bin ich dann in der Mühle der Apotheke und kann womöglich gar nicht mehr ohne leben. Nun habe ich sechs Monate lang alles erledigt, wie eine Maschine. Im Moment ist mein Tank ist leer. Es ist nötig, langsam wieder aufzutanken und wenn es sein muss, auszuspannen. Ich spüre immer noch den Drang, etwas zu arbeiten. Ich muss, Du musst, er kann nicht mehr.

 

 

 

Aber jetzt bin ich ins Camp gefahren. Im „Heidiland“ rede ich mit meinen Blumen. Die reklamieren höchstens wenn sie kein Wasser haben, dann trocknen sie aus. Und genau so ist es mir ergangen. Bloss, meinen Blumen habe ich Wasser gegeben. Wer hat das bei mir gemacht? Nur ein paar tröstende Worte hätten gereicht. Und ich schaffe das ohne abhängig machende Arzneimittel. Weiter, weiter muss es gehen.

 

 

  1. April

Bis jetzt habe ich heute bei meiner Tochter den Rasen gemäht und ihren Camp gelüftet. Hoffentlich kommt sie heute her. Ich habe ein Stück Rasen stehen lassen, weil ich ihr erklären will, wie der Rasenmäher funktioniert. Dann habe ich bei der "Landi" Platten bestellt. Meine lieben Nachbarn  werden mir helfen.

 

 

 

Meine neue Polstergruppe scheint  meinen Liebsten Cämperfreunde  zu gefallen . als ich sie ihnen gezeigt habe. Ausserdem habe ich ,ein  Freund aus Basel gesehen. Er hat mich herzlich begrüsst. Er war damit beschäftigt, die Hecke zu schneiden und er hat gesagt: „Für Dich mache ich eine Pause“. Es war herzlich, ohne Hintergedanken von jemandem in den Arm genommen zu werden. Es ist angenehm gewesen. Ja,  "Drückli" und „Muntschi“ bekomme ich ja nur von meiner Tochter und meinen Enkeln. Aber auch ,die Freundin von Sandra ,nennt mich Mutschgi und gegrüsst mich herzlich. "Danke allne, wo me chöi verstah". Meine Freunde aus dem Aargau, sind auch noch vorbeigekommen  haben einen Boxenstopp gemacht . Sie kam vom Sammeln von Bärlauch und hat  ausserdem nach “Dölf” gefragt: Wie, wo und wann. Die meisten wissen noch gar nicht, was passiert ist. Sie aber hat meine Tochter und ihre Familie in ihrem geerbten Camp-Platz gesehen. Sie kennt meine Tochter seit sie ein Kind war und hat gemeint: „Schön, dass Du nicht alleine bist und junges Leben um Dich herum hast“. Das hat mich gefreut. Auch  eine Freundin aus Belp hat mich in den Arm genommen. D.

Ferner habe ich  auch die Mami der Basler getroffen. Ich habe sie aufgefordert: „Kommt doch schnell zu mir auf einen Drink“. Wir haben dann über unsere ”Dölf’s” gesprochen,

 

 

die ja beide gestorben sind. Es hat geholfen, sich mit ihr über den Tod eines geliebten Menschen zu unterhalten. Wir nippten dazu während eineinhalb Stunden an einem Glas Wasser und ich habe darüber die Zeit ganz vergessen. Eine jede war wieder in der Zeit der letzten Tage ihres Lebenspartners. Dankeschön .

 

Später habe ich bei meiner Tochter noch das letzte Stück Rasen gemäht und den Rasenmäher versorgt. Sie hatte Wäsche gehabt und sich abgemeldet. Mit den Spaniern habe ich mich unterhalten, aber es wurde zu einem „bla bla bla“. Heute waren Leute da um ein bisschen zu reden. Nun hat mich der Schreiner wieder enttäuscht und gesagt, er fange erst in 14 Tagen an. Ich bin halt nur eine Kollegin. Mit ihr kann man ja machen, was man will. Ich glaube, wenn man alleine ist, muss man mit Händen und Füssen und mit den Ellbogen kämpfen, damit man durchkommt.

 

Wozu haben wir Hände, Füsse, ein Hirn, Augen, ein Herz, den Atem? Wir haben sie, um zu leben, das Leben ist ein Kampf. Aber ich bin eine Kämpferin, sonst wäre ich gar nicht mehr da.

 

 

Ich will leben, leben, um mit all den unangenehmen Dingen zu verhandeln und zu zeigen, dass ich auch jemand bin. Es ist Zeit zum Schlafengehen, ohne Antidepressiva.

 

 

  1. April

Meine Tochter ist unerwartet auf Stippvisite vorbei gekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Es ist so schön, wenn ich nicht alleine bin. Ich aber schaffe das, das Alleinsein ist für mich nicht neu. Denn als „Dölf“ so krank war, habe ich gelernt zu akzeptieren, ihm einen Halt zu geben und mit ihm zu hoffen, dass das Leben weiter geht. Das ging es aber nicht. Ja, ich habe es akzeptiert und lebe weiter, weiter.

Ich war heute bei meiner Tochter zum Mittagessen eingeladen, oder besser gesagt zum Nachtessen. Sie hatte Besuch zum Grillieren. Der Besuch hat Fleisch für den Grill mitgebracht. Und was kaum zu glauben ist: "Dölf" hat, als wir das letzte Mal grilliert haben, es waren Pouletflügeli, alles geputzt. Das war am 1. August 2009.

 

Dann hat er den Grill geputzt und alles für ein neues Feuer mit Papier und "Spriesseli" zum Grillieren bereit gemacht. Später mochte er nicht mehr und war zu schwach. Und so haben wir heute, am 25. April, das Feuer, das er meiner Tochter vererbt hat, in seinem Grill angezündet. Das heisst, er hat ihr den ganzen Camp mit Inventar vererbt. Aber wir haben heute dieses Feuer angezündet und an "Dölf" gedacht. Er hat auch in seinen letzten Tagen, als er und ich wussten, dass er sterben wird, noch die Eingangstür neu gestrichen. Dabei hat er das Sauerstoffgerät und einen Pyjama getragen. Er wollte meiner Tochter eine schöne Tür zum Übergeben präsentieren. Er mochte nicht mehr. Ich habe mit ihm die Chemotherapie durchgemacht, war mit ihm im Spital, mit dem Rollstuhl im Lindenhofspital, wo man unten durch in die Pneumologie kommt. Dorthin, wo alle Leute hinmüssen, wenn sie nicht mehr atmen können.

 

Manchmal haben sie ihm drei Liter Wasser von der Lunge und vom Herz abgesaugt, denn es drohte die Erstickung. Ja, was habe ich alles gemacht für ihn. Er hätte das auch für mich getan. Es war nun einmal schlimm. Ich glaube, ich habe ein Trauma davon, kein Schleudertrauma. Aber ein Trauma durch die Angstzustände. Kaum war ich zu Hause, erhielt ich einen Anruf und der Frage, ob ich kommen könnte, es ginge meinem Mann sehr schlecht. Ich bin immer zu ihm gegangen und habe ihn getröstet und bemuttert.

 

Ich habe ihn sogar am Tag bevor er starb noch rasiert. Er wollte das von mir haben. Er wollte rasiert sterben. Es war ein „faliment“, denn es tat ihm überall weh. Er hat „gejammert“ und geschrien, wenn ich etwas zu fest mit dem Rasierer umgegangen bin. Ich habe das gemacht, weil ich ihn geliebt habe und ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen habe. So bin ich und so werde ich bleiben. In Gedanken am meinen „Dölf“, der leider für mich zu früh gestorben ist.

 

 

Montag, 26. April

Heute war ein Tag zum vergessen. Ich ging einkaufen und bin immer mit dem Handy unterwegs gewesen. Ich habe einen Anruf vom Lieferanten der "Landi" erwartet, der mir die Betonplatten und den Split bringen soll. Der Lieferant traf um 16.30 Uhr ein.

 

Dann wartete ich wegen dem Fuchs, der es sich unter meines Nachbarn, Fredis Mobilheim gemütlich gemacht hatte, auf den Wildhüter. Der Wildhüter hat erklärt, die Fähe habe vier bis fünf junge Füchslein geboren. Aber weil man ja unter dem Mobilheim so alles verstaut, was man im Moment nicht gebraucht, konnte er nur anhand der Spuren ableiten, dass es ein Fuchs ist, der uns besonders nachts aufweckt. Dann sind die jungen aktiv und die Fähe bringt ihnen Futter. Der Wildhüter hat erzählt, dass sie das Domizil mit den Jungen verlässt, sobald diese gross genug sind. Das wäre in 2 bis 3  Wochen. Die Füchse zieht genau so aus, wie der Fuchs sich da ein Nest gebaut hat. Die Jungen bellen anders, als junge Hunde. Ja, so ist immer etwas los auf dem Camp.

 

 

P.S. Heute Abend sind dann Sabrina  und meine Tochter hergekommen und Sandra hat mich eingeladen. Es war heimelig, mit den Beiden zusammen zu sein. Heute war viel los, ich bin müde und gehe schlafen.

 

Dienstag, 27. April

Ich wusste, heute wird ein strenger Tag und ich bin um 7.30 Uhr aufgestanden.  Mein Nachbar hat mir versprochen, dass er mir die Platten verlegt. Und da Markus  nicht helfen konnte, war ich ja die einzige. Ich bin, so glaube ich, mit meinem Grüneimer etwa fünfzehn  15 Mal gefahren. Pro Fahrt waren bestimmt 25 Kilo Erde und Grasmutten drin. Bei uns heissen kleine Stücke der aufgerissenen Erdscholle „Mutten“ und wenn Gras darauf steht, nennen wir sie Grasmutten. Habe dann zum Nachbar gesagt: „Komm lass uns Pause machen, ich kann nicht mehr“. Wir haben es geschafft. Ich bin aber erledigt. Total erschöpft, am liebsten würde ich laut heulen oder wehklagen. Meine Arme sind wie Blei, ich kann kaum noch den Kugelschreiber in meinen Händen halten. Alles tut weh wie in einem Schraubstock. Aber morgen ist ein neuer Tag. Hoffentlich sind meine Schmerzen bis dann weg. Dann heisst es: Platten legen. Ich schaffe das, wenn es sein muss mit dem "Reserverad".

Ja, dann kam dann wieder die Absage des Schreiners. Neuerdings will er Montag bis Dienstag kommen. Dieser Schieberei , geht mir fürchterlich auf die Nerven. Aber bei mir kann man das ja machen. Habe heute zum Nachbarn  gesagt, ich glaube  erst daran, wenn er da ist.

 

Ich habe dem Schreiner erklärt, dass ich ihm erst glaube, wenn er mit dem Material hier ist. Es ist kein Verlass auf seine Zusage, kein fixer Termin. Ich bin ein Lückenbüsser, das weiss ich aber schon lange. Für meinen Nachbarn war die Arbeit heute auch ein "Krampf". Er ist auch angeschlagen. Mein Herz stottert jetzt, aber ich werde mich jetzt dann schon beruhigen, wenn ich schlafen kann. Guet Nacht.

 

P.S: War bei Sabrina und Sandra zweimal zum Essen ein geladen und das war heute mein Lichtblick. Danke.

 

 

  1. April

Ich bin früh aufgestanden und habe mich richtig gefreut, mit Bläcky spazieren zu gehen. Nach dem Spaziergang habe ich gefrühstückt: Eine Banane und zwei Passionsfrüchte, ein Stück Brot mit Streichkäse. Dazu habe ich einen Kaffee getrunken. Es macht keinen Spass, alleine zu frühstücken. Aber die Welt sieht für mich auch anders aus als vor 6 ein halb  Monaten. ,Da ist mein "Dölf" gestorben und ich vermisse ihn. Ich hoffe, dass auch für mich die Sonne drinnen, nicht nur draussen, wieder scheint.. Sepp  und sein Schwiegersohn, haben für mich die Gartenplatten gelegt. Es war, obwohl ein anstrengender Tag, trotzdem auch ein schöner Tag. Freunde zu haben ist das Wichtigste in meinem Leben. Einfach jemanden zu haben, der hilft, wenn Not am Mann ist.

Meine Tochter ist wieder nach Hause gefahren. Sie hat auch noch eine Familie für die sie eine gute Mami ist. Luca und Carmen meine Enkel , sind ganz liebe Kinder. Ich geniesse es, sie zu haben. -

Zum Abendbrot assen wir eine „kalte Platte“ und haben ein Glas Wein getrunken. Es ist sehr gemütlich und „z'fride“ gewesen. Nun bin ich wie jeden Abend „auf den Felgen", todmüde. Ja, Guet Nacht

 

 

 

 

 

 

  1. April

Das Leben ist wunderschön, wenn man am Morgen aufwacht und die Vögel zwitschern hört wenn man mit offenen Augen durch den Wald spaziert. Es ist wunderschön wenn man sieht, dass das Leben lebenswert ist. Bläcky dankt es mir jeden morgen, indem er seine Freude zeigt.

 

Wenn die Mami die Augen aufmacht und fragt: „guten Tag Bubeli, hast Du gut geschlafen?“, dann ist er happy. Und er wartet bis Mami "putzt und gschträält esch".

 

Vor dem Frühstück gehen wir beide meistens um 8.00 Uhr Gassi. Ich gehe erst um 1.00 Uhr ins Bett, stehe aber immer früh auf. --

Heute haben die Beiden die Gartenplatten gesetzt. Es war heiss wie eine "Moore". Die beiden haben es toll gemacht. Sie waren aber erledigt, so wie ich auch. Ich spüre meine Arme nicht mehr. Morgen ist ein neues Erwachen, und die Schmerzen in meinen Armen werden vorbei sein. Ein neuer Tag beginnt.

 

Eigentlich bin ich froh, dass morgen nichts läuft, denn ich bin an der Grenze meiner Kräfte. Ich freue mich sehr, dass die beiden heute fertig geworden sind. Danke.

 

Morgen, und was ist morgen? Ich werde aufwachen, in die treuen Augen von Bläcky schauen und er wird mit mir kommunizieren: ’ Schön, bist Du noch da. Was machen wir heute?‚ Der Bläcky ist mein Rettungsring. Er hält zu mir durch dick und dünn. Danke mein Bübeli, es ist schön Dich zu haben. Du wirst immer mein Begleiter sein so lange wir zwei leben. Leben, das ist unser Motto. Lebe, liebe, geniesse das Leben, wenn Du kannst. Das mache ich, glaublich, im Duett mit Bläcky. Er ist mein Licht am Himmel, er zeigt mir seine Liebe und ohne Liebe geht nichts. Danke Bläcky.

 

P.S. Ausserdem war Edith  noch im Camp-Platz. Ich hielt ihren Platz in Ordnung. Sie kann mit dem Gedanken, dass der Rasen hoch und verfault ist, nicht leben. Sie hat gesehen, wie er schön aussieht und ist zu mir gekommen. Sie hat gesagt: „Das kann nur Heidi gemacht haben“. Sie wollte mir 40.00 Franken für meine Arbeit geben. Ich habe erwidert: "Edith, wir kenne uns schon so lange“.

 

Wir beide haben einen "Draht" ohne Worte zueinander, wir verstehen uns ohne Handy. Ich spüre wenn sie Stress hat. Sie ist die beste Verkäuferin von  Grillfirma und sie hat die Sprache, die Gefühle, das Verstehen, das ich brauche. Sie ist genauso ein "Sonnenschein" in meinem Leben wie meine Tochter und meine Enkelkinder. Ohne sie alle wäre mein Leben sinnlos. Mit Sinn und Gesprächen meistere ich mein Leben. Ich habe mit  Ihr noch ein „Halbeli Roten getüpft“. Sie hat ihn mitgebracht und sich bedankt.

 

 

Das hat gut getan. Ich liebe sie alle. Ohne sie wäre in mir eine gähnende Leere: meine Tochter, meine Enkel und der Freund meiner Enkelin. Ich geniesse es, dass ihr da seid. Wenn es sein muss, so glaube ich, auch für Grosi. Merci.

 

  1. April

Heute haben wir zwei den "Sunntigskopf füre ’guslet". Wir waren in der Wohnung und haben gebadet: zuerst ich, dann Bläcky. Es ist angenehm gewesen. Ich habe "blüemelet", geputzt und den Balkon gereinigt. Ich erledigte so das, was man als Hausfrau so alles arbeitet. Es ist einfach da, ich weiss immer, was zu tun ist.

Ich habe eine Wohnungsnachbarin getroffen. Sie war am "räuchle" auf dem Balkon. Wir haben ein paar nette Worte ausgetauscht. Sonst habe ich niemanden gesehen.

Um 13.00 Uhr fuhr ich wieder ins "Heidiland". Ich habe Rasen gemäht, auch staubsaugen wollte ich noch. Dazu hat die Zeit nicht gereicht. Um 21.15 Uhr haben meine Lieben aus Basel geklopft, und mich mit „Aemeli“, ihrem Hund, besucht. Etwas später ist noch ein Cämper, gekommen, mit einer Flasche Rotwein , und der war ausgezeichnet. Wir haben gute Gespräche gehabt. Ja, auch sie haben ihr „Bürdeli“ zu tragen. Ihre Tochter wurde im Alter von zwölf Jahren vergewaltigt. Das haben Sie bis  heute noch nicht verarbeitet. Die Gerichtskosten sind immens und für die Eltern eine grosse Belastung. Der Täter läuft frei herum.  Die Mutter hat gesagt: „Wenn ich wüsste, wo er sich rumtreibt, ich würde ihn erschiessen. Der hat so viel Leid in unsere Familie gebracht“. Ja, wir haben aber auch über das Camperleben gesprochen. Wir geniessen es, eine gute Kameradschaft zu haben. Sie sind sehr hilfsbereit und lieb.  Ihr Mann hat ja bei mir, das Cheminée versetzt, so wie  meine Nachbarn, die Platten verlegt haben. Schön, solche Freunde zu haben. Nun ist es Zeit, schlafen zu gehen und zu träumen.

 

Guet Nacht zäme.

 

  1. Mai

Da haben wir anno 1963 geheiratet. Wir hatten drei Kinder: Gabi ist 1995 gestorben und für Robert, geboren am 18. Juli 1966, bin ich, so glaube ich, gestorben. Dabei habe ich mich immer bemüht. Das Herz einer Mutter ist so gross wie die Berge.

 

Klettern sollte man können. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn am Dienstag nach dem Yoga besuchen könnte. Er hat abgelehnt, da wäre er mit Ronny am Spazieren. Ja, dann will er mich nicht empfangen. Schade. Nicht alle Kinder haben eine Mutter. Ich habe ihm nichts getan Ich weiss nicht, was es ist. Aber eben, ich war so krank. Er hat mich im Spital

 

nicht besucht. So werde ich mein Leben in die Hand nehmen. In beide Hände Das einzige Kind ist meine Tochter. Wenn ich Sie nicht hätte, wäre mein Leben nicht lebenswert. Auch meine Enkel Carmen,   17 Jahre, und  Luca  16 mich besuchen mich. So schlecht kann ich doch gar nicht sein. Ich habe keine Schuldgefühle. Es tut einfach weh, im Herz und in der Seele. Aber eben, mein Leben geht weiter, weiter.

 

Heute hat mich mein Sonnenschein besucht. Wir haben diskutiert und Kaffee getrunken. Es beglückt mich, wenn ich etwas erzählen, klagen darf, denn das muss raus. Der Knoten im Hals bleibt sonst stecken. Ja, es ist schön, eine so liebe Tochter zu haben. So können wir unsere Sorgen teilen. Heute bin ich mehr oder weniger mit Putzen beschäftigt gewesen und damit, Moskitonetze zu montieren. Ausserdem habe ich viel weggeworfen, habe ausgemistet. Ich möchte nicht, dass meine Tochter nicht so viel Arbeit hat, sollte ich dereinst sterben. Ich weiss ja nie, wann mein letztes Stündchen geschlagen hat. Noch bin ich für meine Tochter, für meine Enkelkinder da. Diese Zeit geniesse ich so sehr und hoffe, das bin ich noch lange. Es ist Feierabend und ich bin müde. Guet Nacht zäme.

 

  1. Mai

Ich war heute alleine und habe eine Gartensendung auf 3sat geschaut. Ich habe Emails geschrieben und zu Teil auch Antwort bekommen.

 

Die Gartensendung war sehr interessant. Meine Sal-Weide ist wahrscheinlich diesen Winter erfroren. Ich glaube, es gibt nur eins: man muss sie bis auf die festen, starken Äste herunter- schneiden. Vielleicht treibt sie dann wieder aus. Diesen Winter sind viele Pflanzen erfroren. Solange mein Herz nicht einfriert, geht das Leben weiter.

 

Es muss auch für Bläcky weitergehen. Er ist der Einzige, der auf mich angewiesen ist. Er ist ein Stück von uns dreien. "Dölf" ist nicht mehr da, aber Bläcky, den haben wir am 3. März 2001 aus dem Tierheim in Estavayer geholt. Also ist er jetzt drei Jahre bei uns, das heisst, bei mir. Ich passe auf und kämpfe um ihn.

 

Seine Augen werde ich pflegen, das haben meine Tochter und ich "Dölf" am Sterbebett im Lindenhofspital versprochen. Das halte ich auch. Bläcky ist mein Lebensinhalt. Er zeigt mir seine Freude, er zeigt mir dass er mich liebt. Er zeigt mir, dass wir zwei zusammenbleiben müssen, wegen ihm aber auch wegen mir. Ich bin der Hoffnung, dass wir beiden noch ein bisschen zusammen leben können. So soll es auch sein. Heute Abend hat meine Tochter ein SMS gesendet, dass sie sich mit einem Freund im Camp trifft. Das finde ich nicht gut. Ich hoffe, dass das nicht so weiter geht. Es ist aber ihr Leben, ich lebe meins: Manchmal, ohne dass jemand, eben kein Hahn nach mir kräht. Ich liebe das Leben mit meiner Tochter und den Kindern oder sonst einfach jemandem, der sich interessiert, einfach so und fragt: „Wie geht es Dir?“ - Ja, so haha, wie soll es mir gehen, ohne "Dölf"? -

 

Soeben ertönt das Lied am Radio ein Lied und die Worte: “shangri-la shangri-la, Du bist mein Traumland. Du weisst, es ist das einzige Band. Du weisst, dass ich Dich immer küsse“. Ja, mein Traumland heisst „Heidiland“. Das Land gehört mir nicht. Aber ich bin die Heidi, Adelheid, und weiss, dass die „schöni Zyt schnäll vergeit“.

Eg be aber no da, werde Euch ou mau verlah“. Ich bliebe aufrecht und niemals stehen, denn die Zeit wird weitergehen. Eure Mami, Grosi.

 

3.Mai

Der Schreiner ist um 8.00 Uhr vorgefahren. Ich bin erst um 7.45 Uhr aufgestanden. Ich habe gar nicht daran geglaubt, dass er überhaupt kommt. Der Schreiner hat das ganze Holz für den Vorbau abgeladen. Werner ,der Mann meiner besten Freundin ist dann auch dazu gekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Zuerst habe ich einen Kaffee serviert, da ich ja auch noch keinen gehabt hatte. Mit Bläcky musste ich auch noch gehen und das habe ich auch gemacht.

 

Nachdem alles abgeladen war, haben der Schreiner und ich angefangen, mit der Trennscheibe die Platten zu durchschneiden. Ich habe den „Gib-Häb-Zünd“ gespielt. Werner musste um 11.00 Uhr nach Hause gehen, um die drei Mädchen von Regula , seine Tochter zu bekochen.

Ja, und von da an habe ich geholfen, die Platten zu zuschneiden: Mit Wasser auf das Blatt giessen, damit nicht so viel Staub aufgewirbelt wird.

Ich habe dann auch gekocht und serviert. Am Abend war ich todkaputt. Es juckte überall, wahrscheinlich von dem Staub der Trennscheibe. Zwischendurch hat der Schreiner bestimmt etwa fünf geschäftliche Telefone erhalten. Eins hat er abgesagt und die anderen auf c.a. drei Wochen später vertröstet. Dem einen hat er für Dienstag zugesagt, obwohl der Dienstag für mich reserviert gewesen ist. Dass hat mich enttäuscht. Also er will am Mittwoch bei mir weitermachen. Das glaube ich erst, wenn er da ist. Man hat schon beinahe das Gefühl, dass man auf Godot wartet. Ja, „bis Samstag sollte es soweit sein“, hat er versprochen. Pah, ich glaube es nicht. Das heisst, die Türen und Fenster gibt es erst in 14 Tagen, dann ist der Schreiner in den Ferien. Ja, ich warte. Das Ganze habe ich mir etwas anders vorgestellt. Aber eben, die Heidi kann warten. Aber nicht mehr soo lange.

 

 

  1. Mai 2010

Ich habe heute das gemacht: Flaschen entsorgt, Paper gebündelt, eingekauft und auf die Bank gegangen. Dort habe ich die Rechnung über 3760.— Franken an die Firma, welche die Verglasung am Wintergarten gemacht hat, bezahlt. In meiner Wohnung war ich auch um die Orchideen zu giessen und um zu schauen, ob alles okay ist. Ausserdem habe ich gebadet und dann mein rotes Haar wie Pippi-Langstrumpf gefärbt. Bläcky hat seinen Platz genossen und aufgepasst, dass Mami nicht durchbrennt . Wie könnte ich auch. Bläcky ist mein Halt, er ist und bleibt bei mir. Er ist überall, egal wo ich mich bewege: Ob ich zur Toilette oder ins Freie gehe, er klebt mir immer an den Fersen. Er hat Verlustängste. Er vermisst das Ritual, das "Dölf" in unsere Partnerschaft brachte. Für Bläcky ist um 12.00 Uhr Zeit zum Mittagessen, um 15.00 Uhr Zeit für einen Rinderpansen und um 17.00 Uhr für getrockneten Fisch.

 

Dazwischen finden natürlich mindestens vier bis fünf Spaziergänge statt. Bläcky ist ein Teil von uns: Mein "Dölf", ich und Bläcky. Ein ausgeklügeltes Team. Jeder wusste, was los ist. Wir haben uns innig geliebt und das ist noch präsent, auch wenn "Dölf" nicht mehr lebt. Er ist immer noch da.

Danke, "Dölf", für alles, was Du für uns zwei, für Bläcky und für mich, getan hast. Geniesse deinen Feierabend.

 

 

Ich komme mir manchmal vor wie eine Spinne. Frühmorgens gehe ich in den Wald und merke, wie ich das Netz einer Spinne kaputt mache. Sie hat das Netz gebaut, um ihre Gefühl - ja, auch Spinnen haben Gefühle - auszuleben. Ich spaziere da durch und mache ihr ganzes Werk kaputt. Ich merke es zwar, denke aber nicht daran, was ich soeben zerstört habe. Genau so geht es mir. Ich versuche immer wieder, „neue Netze“ zu bauen. Aber meistens werden auch meine Netze kaputt gemacht. Und immer wieder baue oder knüpfe ich neue Netze. Dies einfach, um etwas zu überqueren, sei es, eine Brücke oder ein Gedanke. Einfach Gefühle leben lassen, so lange das noch geht.

 

 

  1. Mai 2010

Der Schreiner war schon um 8.00 Uhr vor meinem Mobilheim. Es geht vorwärts. Ja, endlich baut er bei mir. Er hat viele Aufträge, die sich kreuzen. Ich glaube, ich stehe zu hinterst auf dieser Liste. Aber ich bin es gewohnt, mich zu wehren. Ich habe das ganze Leben anstehen müssen. Es freut mich, dass ich glaublich bei meiner Tochter den Vortritt habe. So freut es mich, dass ich noch da sein darf, mit meinen Enkeln ) und dem Freund meiner Enkelin,  ganz besonders mit meiner Tochter.

 

Es lief heute wie am Schnürchen. Ich habe dem Schreiner  Handlanger   geholfen. Für ihn ist es vielleicht zu wenig gewesen. Ich habe mich aber bemüht. Es war ein schöner Tag, weil der Schreiner wirklich baute. Er hat Balken gesetzt und den Boden gemacht. Mann-Frau kann sehen, was heute gebaut wurde. Die Stützbalken, das ganze " Grippe" hat er fast fertig gestellt. Es gibt immer Licht, auch wenn es regnet.

 

Ein Lichtschimmer in Form des Daseins des Schreiners oder eben meiner Tochter "Sinderella". Sie hat uns dann bei sich zum Kaffee eingeladen. Um 17.30 Uhr hat der Schreiner alles eingepackt. Er hat gesagt, er müsse alles mitnehmen. Das waren c.a. 8 verschiedene Geräte, die ein Schreiner gebraucht, wenn er an der Arbeit ist. Ich habe dann entgegnet: "So ist es halt, wenn man morgen schon wieder an einem anderen Ort Verpflichtungen hat. Dann heisst es: Alles wieder einpacken. Hättest Du morgen bei mir den Termin, könntest Du alles stehen und liegen lassen. Wenn man sich etwas einbrockt, muss man es auch ausessen“. Ja, doch heute ist viel Arbeit erledigt worden. So kann ich mich nicht beklagen. Jeden Tag 3 Schritte vorwärts und einen zurück. Irgendeinmal kommen wir alle ans Ziel. Der Zieleinlauf dauert halt manchmal noch eine halbe Runde. Erreichen tun wir alle unser Ziel, auch wenn es verkehrt herum geht. Für heute haben wir unser Ziel erreicht. Danke „Wale“.

Und meine Tochter hat uns den Tag noch abgerundet, in dem sie mit Bläcky und ihren Hunden, Wasco und Dana, spazieren gegangen ist. Und sie hat uns beide, „Wale,, und mich, zum Kaffee eingeladen. Danke und "La La Salame". Das ist suahelisch und heisst: Schlafet guet.

 

 

  1. Mai

Ich habe aufgeräumt, habe Balken und Leisten unter dem Mobilheim versorgt: Ich war den ganzen morgen am Aufräumen "um’d Hütte, het aube mi Vater gseit". Um 14.00 Uhr musste ich in meine Wohnung fahren, denn Waschen war angesagt.

Ich habe sechs Maschinen gewaschen und aufgehängt. Vor 20 Jahren konnte ich das nicht. Heute ist es möglich , auch weil es gehen muss. Ich fühle Schmerzen in meinen Armen und den Händen. Aber eben, es muss alles gemacht werden. Ich bin todmüde und freue mich, ins Bett zu gehen und von einem neuen Tag zu träumen. Von einem Tag, Freitag: Kein "Freitag", aber was soll’s. Ich bin froh, dass ich noch etwas besorgen kann, alleine.

 

Ich traf noch Elsbeth meine Nachbarin.Wir tauschten einen Gruss und sie hat gesagt, dass sie jeden Abend „weg ist“.

 

Das verstehe ich, aber man kann vor einem solchen Schicksal nicht flüchten. Denn auch wenn man es nicht wahrhaben will, so hat man als Lebenspartner noch einem solchen Verlust fast "den Verföugeler“. Ich habe immer das Gefühl, dass mir jemand auf die Finger "oder sogar in meinem Gesicht lesen kann, was in mir passiert.

Egal, die Schulkollegin von  Dölf hat angerufen, Marianne,Ich habe ihr meine Handynummer gegeben , und ihr auch gesagt, dass "Dölf" verstorben ist. Sie war "schockiert" und hat es mir auch gesagt. Wir haben ein tolles Gespräch geführt. Ich konnte ihr sagen, dass er nicht gewollt hatte, dass ich eine Todesanzeige mache. Er hatte so gehen wollen, wie er als Bueb war. Er hatte eigentlich einen Namen, der war 2"Dölf". Er war aber immer nur der "Bueb", der arbeiten musste und den man fast ertränkt hat, nur weil er weder "gix no gax" gesagt hat. Die Schulkollegin will mich diesen Sommer einmal besuchen, da freue ich mich. Sie ist ja auch die einzige, die ihn oder sein Dasein vermisst hat. Das habe ich ihr gesagt. Das hat eine gute Wirkung auf mich gehabt.

 

  1. Mai

Heute war ein strenger Tag. Ich hatte gestern viel Wäsche, da ich die Allergie hatte. Deshalb musste ich meine Wäsche öfters wechseln. Aber das Beste ist ja, dass ich wieder eine Allergie habe, und zwar fast dieselbe. Mich juckt es unter der rechten Brust, in den Kniekehlen und am linken Oberarm. Die Ärztin hat gesagt, dass das nervlich bedingt ist. Die Allergie tritt also auf, wenn ich mich aufrege über, ja eben, das Nichteinhalten des Bauplans oder einfach über Sachen, die mich beschäftigen. Vielleicht löst auch der Betonstaub die Allergie aus. Ach ja, auf was bin ich nicht allergisch.

Um 12.00 Uhr habe ich einen Eimer trockene Wäsche und vier Einkaufstaschen voll frisch gewaschener Wäsche in den Camp gebracht. Bügeln werde ich sie später, wenn es die Zeit dann erlaubt. Als meine Mutti so alt war, wie ich jetzt, bin ich immer nach Hägendorf gefahren, um ihre Wäsche zu besorgen. Heute mache ich es selber. Ich weiss nicht, was die jungen Leute verlangen oder wollen. Ich kam immer gut zurecht.  Enkelin  Carmen und ihr Freund Thomas waren mit mir im Heidiland. Meine Tochter hatte ein Rendez-vous. Sie musste eher weggehen. Ja, so versucht man, es alleine zu schaffen. Ich bin bereit, zu kämpfen, so lange es geht.

 

 

  1. Mai

Ich bin wegen Jucken und Schmerzen aufgewacht. Dann bin ich aufgestanden und habe gesehen, dass an mir wieder eine Allergie ausgebrochen ist. Bin um 8.30 Uhr zu Doktor Fischer gefahren. Sie hat mir dieselben Mittel wie vor 2-3 Wochen gegeben. Sie hat gesagt: „Was haben sie gearbeitet?“ Ich habe geantwortet, dass ich geholfen hätte, Gartenplatten mit der Trennscheibe zu schneiden. Der Schreiner hatte die Trennscheibe und ich habe mit Wasser gekühlt, damit nicht so viel Staub aufwirbelt. Ja, und so habe ich mir vom Zementstaub eine Allergie geholt. Ich konnte fast nicht schlafen, wollte aber

 

an die Klassenzusammenkunft gehen. Das habe ich auch gemacht.
Ich bin um 9.30 Uhr losgefahren. Um 10.50 Uhr kam ich im Restaurant Schlüssel in "Hägendorf" an. Wir haben einen schönen Tag verbracht. Wir haben über unsere Schulabschlüsse und über unsere Freundschaften gesprochen. Wir gingen auch noch auf den Friedhof. Dort habe ich auch das Grab von Mutter, von Schulkollegen und Kolleginnen besucht. Zuletzt waren wir noch im Café Vögeli-Beck. Eine Schulfreundin, Trudi Vögeli, ist dort die Inhaberin. Mit ihr wurde ich nie warm. Also auch heute kam kein Gespräch zustande. Sie müsste etwas mehr für ihr Aussehen machen und nicht so hoch gebildet plappern. Ja, so sind wir alle verschieden.

 

Roland Heuri, er wohnt in Malaga, weiss nicht mehr, wie man Schwizerdeutsch spricht. Er wollte uns alle überzeugen, dass, wenn ein Mensch stirbt, die Seele immer und ewig auf der Erde bleibt und den Zurückgebliebenen sein Leben lang begleitet. Ist das Unsinn oder wahr? Max Grimm, mein Schulkollege, war auch da. Wir hatten den gleichen Schulweg gehabt. Er ist in mich verliebt. Ich aber habe eine innige nachbarschaftliche Beziehung zu ihm. Er hat mich zum Nachtessen in "Crissier" FR eingeladen. Er will anrufen.

Sepp Fluri ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt. Wie ein Schatten. War gar nicht leicht. Er wollte mit mir im Auto fahren bis ins Café, wo wir uns alle noch verabschiedet haben. Er hat mir eine Flasche, Süssmost geschenkt, und gesagt, dass er von meinen Augen nicht loskommt. Er besitzt zwei Hektaren Wald und eine gut gehende Mosterei.

 

Er hat mir erzählt, dass die Buben in meiner Klasse ihn hatten zusammenschlagen wollen. Ich wäre die Einzige gewesen, die sich auf seine Seite gestellt hätte. Und so hatten sie ihn in Ruhe gelassen. Roland,  Kurt,  Max,  Sepp,  René.  René ist ein Unausstehlicher und von Beruf "Lehrer". Er will alle bekehren, ja, das waren die Männer. Die Klassenzusammenkunft war schön. Meine Schulfreunde waren halt zweigeteilt. Diejenigen, die die Bezirksschule nicht geschafft haben und die, zu denen gehöre ich, die die höhere Schule geschafft hatten. Madlen, Heidi und ich waren in der Bezirksschule, welches gleich dem Gymnasium ist, und die anderen:

Elvira, Rösli, Lilly, Trudi, Margrit,  Vögeli, Sepp . Alle die haben die Prüfungen nicht geschafft. Ruedi, Madlen, René, Max, Gertrud und Adelheid, wir haben es

 

geschafft. Ja und da war immer eine Brücke. Ohne dass wir das wollten. Wir mussten Physik. Mathe, Chemie, Französisch, Englisch, Deutsch Grammatik in Schrift und Sprache lernen. Ich habe es geschafft, mit Mühe und Not. Aber was soll’s, ich habe die letzten Jahren mit guten Noten absolvieret und meinen Abschluss gemacht. Die Türen waren für viele Aussichten offen. Ich habe dann drei Jahre eine Lehre als Verkäuferin als Detailhandelsangestellte absolviert. Ich musste das dritte Lehrjahr selbst finanzieren mit Putzen, Kinderhüten in einer Bäckerei im Dorf. Der Bäcker Chef wollte mich anfassen. Er hat von mir einen Schlag kassiert. Da ist ihm die Lust vergangen. Er war sehr gläubig in der Kirche und "katholisch". Er sass in der Kirche in der ersten Reihe. Seine Frau war ein "Räf" und ich musste putzen, in der Backstube helfen, im Haushalt arbeiten, im Laden auffüllen, Diätkochen für die Grossmutter. Die Grossmutter war sehr lieb gewesen. Ich wurde vom Chef betatscht, vom Bäckereigehilfen befummelt und zuletzt auch vom Sohn. Ich glaube, wenn, ich das meinem Vater er zählt hätte, er hätte gehandelt. Aber eben die 60.-- Franken im Monat waren ein Taschengeld. Ohne Taschengeld ging es nicht. Meine Schwester und ich haben viele Male unser Taschengeld unserem Bruder gegeben. Es waren drei Franken. So konnte unser Bruder, er hatte auch drei  Franken  ,da reichten die neun Franken.so konnte er,    ins Kino gehen und für eine Freundin bezahlen. Wir wurden immer eingeladen und sassen in der vordersten Reihe.

 

 

Ja, so war es. Wir zwei Schwestern

 waren immer zusammen unterwegs. Ohne meine Schwestern ging nichts. Wir beiden mussten immer zur selben Zeit zu Hause sein. Wir brauchten aber kein Geld, um auszugehen. So haben wir unser Taschengeld meistens unserem älteren Bruder abgegeben. Es war eine wilde Zeit, meine Schwester und ich, wir waren ein Herz und eine Seele.

Meistens war meine Schwester zu spät. Und so hat Mutti uns manchmal  an den Haaren gezogen, oder dann hatten wir Zahnschmerzen, dann ging es ohne "schimpfis" ins Bett. Ja, wir hatten eine schöne Jugendzeit, streng zwar, aber okay. Ich möchte das gar nicht vergessen. Es war eine

schöne Zeit. Zu erleben, wie es sein könnte, wenn man einen Freund hätte. Ich hatte auch einen. Es war Heinrich aus der Nachbarschaft. Wir sassen manchmal stundenlang

 

in unserem Wald. Ausser einem Kuss auf de Wange ist nichts passiert. Ich aber glaubte schon, dass ich schwanger bin. Wir waren nicht aufgeklärt und so immer in Sachen Gefühle gehemmt. So geschadet hat es nicht, ich musste nicht heiraten.

 Im Gegenteil. Ich wollte, als ich verheiratet war,  schwanger werden.  Sinderella. Sie ist das Kind aus meiner Ehe mit Robert Senior. Zum Glück gibt es sie noch, wir haben jeden Tag telefonischen Kontakt. Sehen uns öfters, teilen uns unsere Sorgen. kleine Sorgen, das gibt es nicht. Ich habe keine rosa-rote Brille. Meine ist eine Violette.

Manchmal sehr dunkel und das, wenn die Sonne scheint. Heute scheint sie auch drinnen und heitert mein Gemüt auf. Bläcky schnarcht schon unter dem Tisch. Ein gutes Zeichen, schlafen zu gehen. Monika, Nachbarin im Cämp, hat mir noch einen Besuch beschert und mich gefragt, ob ich "Tiramisu" gerne esse. Sie hat mir ein Stück gebracht. Es war sehr fein und hat mir meinen Leben versüsst. Das heisst, das ist mein Abend gewesen. Heidi ,wohnt gleich gegenüber im Cämp, war auch noch da und hat mir ein "Züpfli" gebracht. Ich sehe,. ich werde nicht vergessen. Um mich herum habe ich gute "Freunde", die mir Kraft geben und auch mal fragen: "Wie geht es Dir?" Ich habe geantwortet: „Heidi, Ja, danke es geht gut“. Im Herzen drin ist es manchmal eine gähnende Leere.

 

Ich aber gönne es allen meinen Nachbarn, Freunden, Geschwistern, wenn sie noch zusammen sind. Ich kann das nicht mehr.

Aber in Gedanken ist er immer noch bei mir. Gerne weit weg, aber doch noch da, ganz nahe. Da, wo wir seine Asche gestreut haben. Den Platz besuche ich jeden Tag, immer mit Bläcky auf unserem Spaziergang. .

 

  1. Mai

Heute habe ich viel gearbeitet. Ich habe den Rasen gemäht bei Edith Triebel, den Rasen gemäht bei Rolf Schären und gejätet. Ja, es ist schon streng, mit dem Rasenmäher unterwegs zu sein. Ich aber mache das gerne, denn das ist für mich Therapie. Ich bin froh, kann ich das machen. Ich habe keine Verpflichtung. Aber es macht mir Spass, etwas zu machen, wenn ich fühle, dass diejenigen sich freuen darüber. Mein Motto ist: Mache das, woran du Freude hast. Das habe ich auch und geniesse es, jemandem etwas zu liebe zu tun. Ja, ganz einfach; Ich liebe Euch alle.

 

 

Heute ist der Schreiner gekommen. Aber er kam nicht um 12.00 bis 12.30 Uhr, nein,

erst um 13.00 Uhr. Er hat die Seite bei der Eingangstüre getäfert und die linke Seite vorbereitet. Es gibt noch viel zu tun. Der Schreiner war voll in seinem Arbeitsprogramm. Ich habe eine Zwischenverpflegung gemacht und mit ihm geplaudert. Es war arschkalt. Ich musste mich erst einmal aufwärmen.

Heute Morgen war ich bei meiner Schwester im Yoga. Es hat auf mich eine gute Wirkung gehabt, . Jetzt bin ich in meinem Stübchen und schreibe das auf, was mich bewegt. Im Moment habe ich viel Bewegung in und um das Haus.

Am Abend hat mich dann noch meine Tochter besucht und so haben wir auch noch etwas getrunken, auf das Wohl von "Dölf".

 

Ich denke an Bungalow 324: . Unser schöner Bungalow in Kenia. Ja, das war einmal mit „Dölf“, das waren so schöne Zeiten mit ihm und im Village -.

Wir hatten immer viel los. Im Dorf haben alle Papa „Watamu“ gekannt. Das ist vorbei. Ich könnte es mir auch heute leisten, aber ohne „Dölf“, das geht nicht mehr.

 

Diese schönen Zeiten kann man nicht mehr aus dem Speicher hervorholen. Das ist vorbei. Für immer und ewig. Ja, so ist das Leben – vergänglich.

 

Ja, ich liebe das Leben. Nun gehe ich ins Bett. Es ist mein einziger Ort, wo ich das Gefühl habe, irgendwie geliebt zu werden.

 

  1. Mai  2010

Ja, etze gets e stränge Tag.

Ich bin um 7.00 Uhr aufgestanden. Ich wusste, dass der Schreiner kommt. Um 8.30 Uhr ist er eingetroffen. Vorher war ich einkaufen und auf der Post, und mit Bläcky spazieren.

Letzte Nacht träumte ich viel. Ich war im Traum in einer Zeit, die es nicht mehr gibt, nämlich auf dem Flughafen, als wir eingecheckt haben. Zwei Stunden später checkten wir aus, mussten das Gepäck suchen und alles in einen Bus verladen. Dann mussten wir nach Zürich fahren und neu einchecken. Was haben wir auf unseren Hin- und Zurückflügen nicht alles erlebt Die letzten 14 Jahre nach Kenja. Dies habe ich geträumt, es ist aber wahr. Beim letzten Flug sind wir beinahe abgestürzt. Diese Ära ist vorbei. Ich bin noch da, alleine mit Bläcky. „Dölf“ hat damals gesagt, dass er Bläcky zum Hüten niemals weggeben werde. So war es dann auch: wir konnten nicht mehr in die Ferien. „Dölf“ war einfach zu schwach. Er wollte einfach nur noch im Camp in seinem Mobilheim die Eingangstür neu streichen, wegen meiner oder für meine Tochter. Er machte dies in seinen letzten 7 Tagen mit dem Sauerstoff-Inhalationsgerät. Er wollte alles geregelt haben, und das hat er auch so besorgt. Testamente, eine Verfügung, alles war da. Was aber nützt mir all das, wenn mein „Dölf“ nicht mehr da ist? Aber es ist 1 Jahr, 10 Jahre oder noch mehr.

 

Für mich war es zu kurz. Wir waren immer oder meistens einverstanden, was wir, wenn oder aber tun werden. Auf jeden Fall waren die Jahre, die wir zusammen waren, zu kurz, um all das Schöne, aber auch Traurige zu verarbeiten. Ich bin immer noch am überlegen: „Wenn oder aber was wollen wir? Was will er?“. Seine Worte waren: "Ich will nicht mehr, ich will gehen. Ohne Schmerzen, ohne dahin und dorthin zu fahren.“.

 

 

 

 Alle Ärzte wollten für ihn nur das "beste". Aber "das beste“, also Chemotherapie, Lungenwasserziehen, manchmal bis zu 3 Litern, war nicht gut genug. „Dölf“ und ich haben alles versucht. Aber es hat nichts gebracht. Wir waren mit dem Rollstuhl unterwegs, dahin und dorthin, dabei wollte er gar nicht in den Rollstuhl sitzen.

Ja, diese Ära ist vorbei und ich werde ihn nie vergessen. Er war ein zuvorkommender Mensch, der eine Frau ehrte! So schön, schön war die Zeit. Er hat jetzt seinen Frieden und auch ich muss in die Normalität des Lebens zurückfinden, das schaffe ich auch. "Ich liebe das Leben".

 

Dölf ist schon sieben Monate weg von mir, gestorben.

  1. Mai. 2010*

Um 08.15 Uhr bin ich aufgestanden und bin Bläcky auf den Frühspaziergang gegangen. Dann frühstückte ich und verliess die Wohnung, um einkaufen zu gehen. Ich füllte mein Proviant auf und leerte das Postfach. Ja, ich machte eigentlich das, was  "Dölf" immer erledigt hat. Um 10.15 Uhr war ich wieder im Heidiland. In meinem geliebten Mobielheim.

 

Und um 11.00 Uhr war der Schreiner da, um die Innenverkleidung anzubringen, isoliert war vorher schon. Die ausführliche Arbeit, die Verkleidung, hat er heute gebaut.

Er hat es gut, super gemacht. Ich bin froh, dass das jetzt bald fertig ist. Aber mit dem Schreiner war es schön, zu arbeiten. Heute hat es geklappt, er war bis 16 30 Uhr hier.

Wir haben am Mittag fein gegessen: 12.00 - 13.00 ist Mittagszeit. Ich habe Omeletten mit Schinken und Käse, dazu grünen Salat,zu bereitet. Er, so glaube ich, hatte auch Hunger. Es ist auch schön jemand zu bekochen, der es schätzt und hungrig ist.

Und schön ist es ganz einfach, dass ich nicht alleine „essen“ muss. Das ist ein riesiges Problem. "Dölf" und ich, wir waren ja immer zusammen. Wir haben zusammen gegessen, geschlafen und gewerkelt. Ja, wir machten zusammen Ferien, wir diskutierten.

 

 

 

Es war eine schöne Zeit mit ihm. Zuletzt haben wir auch zusammen gelitten. Seine Schmerzen haben sich auf mich übertragen. Nicht im wörtlichen Sinn, ich aber habe auch gelitten. Gesehen, wie er leidet. Helfen konnte ich ihm nicht. Aber ich redete ihm zu, die Chemotherapie zu ertragen, Wasser zu ziehen, wenn er fast erstickte. Leider, ja leider half das alles nichts. Ja, nun bin ich alleine und ich werde mein" Leben meistern: denn das war auch im Sinne von „Dölf“. Er hat immer gesagt: "Ich weiss, dass Du ohne mich mit und für "Bläcky

 es schaffst, weiter zu leben. "Du bist eine starke Frau". Nach alledem, was Du durchgemacht hast, schaffst Du das". Ich schaffe es, das weiss ich "so lange mein Herz noch schlägt, meine Beine mich noch tragen, solage mein Wille noch da ist und für mich mein Leben noch lebenswert ist. Dank "Sinderella“, meine Tochter, meine Enkel  

 

 

 

 die mich immer auf meinem Weg begleiten und helfen, wenn Not am Mann ist. Danke.

Bäcky ist eben auch jetzt mein bester Freund. Er verlangt nicht, er begehrt nicht, er zeigt mir ohne wenn und aber seine Treue. Danke, es ist so schön, einen treuen Begleiter zu haben, mit treuen Augen und mit so viel Freude. Luftsprünge kann ich nicht mehr machen, aber seine Treue, seine Blicke, sein Jaulen wenn er mal 1 Stunde alleine ist, das ist für mich Lebenswert. Das sind Werte, die nichts kosten, aber mehr wert sind, als alles Geld auf der Welt.

 

Meine Tochter hatte Besuch und ich war ausgeladen. Halb so schlimm, ich verstehe das. Nur bei mir ist die Tür immer offen. Akzeptiere das, was soll ich sonst tun. Ja, ich weiss ja auch was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich habe immer etwas zum "blüemele". Das gibt mir Kraft in der und mit der Natur zu arbeiten. Schaue jedes Pflänzchen an. Ob es Unkraut ist oder edle Blume. Ein schönes Unkraut kann so viel Farbe und Licht, Freude ins Herz zaubern, dass auch sie ein Recht haben, zu blühen. Auch beim Mensch ist es so. Er fängt plötzlich an zu welken. Spürt er aber den Frühling, ist er, ob jung oder alt, bereit, das als Erwachsener zu erleben.

 

Und wenn dann noch die verschiedenen "Vogelzwitscher-Laute“, die man wahrnimmt, vor allem im Wald, auf der Wiese, in Begleitung eines Hundes, ja, dann möchte man am Liebsten Sprünge machen. Oder aber den "Spagat", welchen ich mit 68 Jahren immer noch beherrsche. Oder Tanzen, singen, auch wenn das Herz wehtut. Einfach leben, weiterleben. Ein Geschenk Gottes, wenn das Leben sogar auch noch ohne Schmerzen ist. Was für ein tolles Gefühl, danke, dass ich das alles noch kann.

 

  1. Mai

Heute habe ich es genossen, etwas länger auszuschlafen und mich auf den Tag vorzubereiten. Um 8.30 Uhr bin ich aufgestanden, habe meine „Katzenwäsche“ gemacht und bin dann mit Bläcky in den Wald spaziert. Das ist jeweils meine erste Arbeit. Für mich heisst das, im Wald mit Bläcky den Tag zu erleben, mit meinem treuen Begleiter. Was für Augenblicke, die Vögel zwitschern zu hören und den neuen Tag bewusst zu erleben.

Um 9.30 Uhr habe ich das Frühstück mit 2 Passionsfrüchten, 1 kleinen Banane, 1 Stück Brot mit Streichkäse und 1 Kaffe gemacht. Dasselbe jeden Tag, auch wenn ich nun alleine bin. Das haben wir zwei all die Jahre gegessen. Das Ritual wird bleiben, auch wenn mein Schatz nicht mehr an meiner Seite oder mir gegenüber sitzt. Er ist immer präsent. Wir beide vermissen ihn.

Habe nach dem Baden in der Wohnung und dem Blumengiessen, Lüften, etwas „Pützele“, Blumen für Asta’s grossen Tag am 16. Mai eingekauft. Dann findet ein Familienfest im Gasthof Sternen in Muri statt. Ich freue mich auf diesen Tag. Es ist schön, dass wir noch alle Geschwister zusammen sind. Ich meine damit die Grimm Familie Walti, Adelheid, Verena, Heinrich und Roman. Die Männer sind verheiratet. Ich und Verena sind leider Witwen. Meine Schwester Verena ist schon sei 15 Jahren allein, ich seit 7 Monaten. Und das Leben geht weiter, weiter. Ich habe Hilfe von meinen Geschwistern, am meisten  von meiner Schwägerin Regi.

Heute hat meine Tochter gesagt, sie gingen in die Stadt. Und Wasco ist im Mobilheim meiner Tochter geblieben. Dann, um 14 Uhr, habe ich ein Winseln gehört. Es war Wasco. So habe ihn zu mir geholt und es ist Ruhe geworden. Ich bin bei meiner Nachbarin zum Kaffee eingeladen gewesen. Wasco ist dauernd am Türchen gesessen und hat auf meine Tochter gewartet. Danach sind eine Freundin und ich mit den drei Hunden spazieren gegangen. Jadi und Wasco haben gespielt, es war ganz toll. Die zwei Hunde sind gute Freunde. Sie sind dann auch noch im Bach baden oder laufen gegangen. Bläcky hat seinen Weg gemacht und sich da nicht eingemischt.

Ich habe dann das Nachtessen vorbereitet. Meine Enkelkinder sind pünktlich gewesen. Es ist ein schöner Ausklang eines schönen Tages gewesen. So schön kann das Leben sein.

Ich habe dann mit meiner Tochter noch SMS geschrieben, die News ausgetauscht und guten Nacht gewünscht. Ich bin noch am Plätzchen von „Dölf“ gewesen.

 

Ich vermisse ihn immer mehr. Ja, so ist das Leben. Wenn es am schönsten ist, muss man gehen. Ich gehe jetzt schlafen und ausruhen. Es ist war ein schöner Tag: Danke, gute Nacht.

 

PS:

Heute habe ich noch eine traurige Nachricht erhalten. Tante Martheli ist gestorben. Beim Tanti und bei Götti war ich als kleines Mädchen immer auf Besuch. Schade.

 

 

  1. Mai

Asta’s 70-ter Geburtstag im Hotel Sternen in Muri.   Asta ist  meine Schwägerin.

Es war ein Superfest, an dem ich mit meinen Geschwistern zusammen sein konnte. Angela war auch da. Lisa und Heinz-Georg sind nicht gekommen, obwohl sie auch eingeladen waren. Schade. Aber auch ohne die beiden hatten wir ein Superfest.

Mein ältester Bruder Walti las eine Laudatio vor, mit der er, seine Frau Asta verehrt hat. Das war soo rührend, dass Walti und Asta Tränen in den Augen hatten. Walti bekam Tränen beim Lesen selbst und Asta beim Zuhören. Das war super und hat uns alle berührt. Christof und seine Frau kamen aus Brasilien. Angela hat sich aus Deutschland eingefunden. Die Ostschweiz war durch Pamela mit ihrem Mann Timo und Ladina vertreten. Sie haben Regi und Romi,  vertreten.mein jüngster  Bruder mit Frau Regi- Heini , mein bruder  kam mit Elfinesh Frau und Theresa, dem Adoptivkind und ihrem Mädchen, angereist. Verena, meine Schwester, und ich trafen auch mit Anhang ein. Meine Tochter Sandra erschien mit Carmen und Thomas. Dann waren ferner Sarah und Dario mit ihrem entzückenden Mädchen da und Patricia, Tochter  von Asta und Walter, mit ihrem Mann. Er ist Grieche und brachte zwei Enkelkinder mit. Schliesslich will ich noch Cornel erwähnen, der mit Maissa kam.

Sie ist Brasilianerin. Es war ein richtiges Familienfest zu Ehren unserer Asta, die uns alle zusammenschweisst. Sie ist immer da und hat dies mit den Geburtstagsfesten aufgebaut. Es war schön und hat mir das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein. Alle haben sie mich ich gefragt: „Wie geht es Dir, Mädi, Adi, Adelheid,habe eben so viel Namen.

Sie kümmern sich um mich. Das heisst, wenn es mir schlecht gehen würde, würden sie mir helfen.

 

 

Ich weiss aber, dass mein Leben weitergeht. Das war auch der Wunsch von „Dölf“. Und so will ich es auch.

 

Bläcky war bei meinen Nachbarn. Ich glaube, er hat sich dort wohl gefühlt. Bekommt er doch von den beiden immer Leckerli. Als ich ihn abholte, hat er ein "Gejaule " losgelassen, ein „Muntschi“ gegeben und Freude gezeigt, dass ich noch da bin. Er hat ihren Hund Jadi auch nervös gemacht. Bloss: das kann man nicht einfach so abstellen. So ist es eben. Bläcky leidet an Verlustängsten, weil Papi so schnell gegangen ist. Wenn ich dann auch noch gehe, ist das für ihn eine Katastrophe. Der Weg, den wir 14 Jahre gegangen sind, vermisst er. Den Weg von meinem Mobilheim zu „Dölf’s“ Mobilheim. Da glaubt er immer, dass „Dölf“ wieder da sei. Ja, so geht mein Leben weiter, weiter. 

 

Heute hat mein Sonnenschein, meine Tochter Sandra Geburtstag und auch meine Schwester Verena. Meine Schwester ist auch eine liebe, erfahrene Frau, welche ihren Mann vor 14 Jahren verloren hat. Und bei mir sind es 7 Monate seither, die für mich schon jetzt zu lange sind. Das Leben geht weiter, weiter! Danke.

 

Heftüberschrift:

 

Umbau

Geburtstag Verena, meiner Schwester

Geburtstag Asta

Geburtstag meiner Tochter Sandra

Dölf’s Tod, Abschied

Immer weiter

Dölf’s letzter Verdingvater lebt noch

 

  1. Mai

 

Zwei Geburtstage

Ich habe schlecht geschlafen. Ich bin um 2 Uhr aufgestanden, weil ich einfach nicht einschlafen konnte. Vielleicht kommt das von der Freude, alle meine Lieben zu sehen und Gespräche zu führen, die ich halt schon vermisse.

Mein Ansprechpartner ist Bläcky und er versteht meine Sprache, meine Körpersprache und meine Gefühle. Wenn ich mal laut stöhne, hat er schon Angst, dass mir etwas fehlt. Das ist aber für mich normal. Ich glaube, die Gefühle gegenüber einem Mann sind verloren gegangen. "Dölf" hat mich geliebt und mit all meinen Narben begehrt. Ja, mein Körper ist nicht mehr begehrenswert gewesen, hingegen aber mein Dasein. Begehrenswert ist unser Zusammensein mit meinen und seinen Macken gewesen. Dazu gehören meine Schmerzen, die ich seit 1990, meiner Operation, der Brustamputation, habe. „Dölf“ hat das akzeptiert, genauso wie ich seine Krankheit angenommen habe. Wir haben alles probiert und ich habe schliesslich alles verloren. Ja, ich weiss, es geht weiter. Bis jetzt habe ich seine schriftlichen Sachen und Ordner noch im Schrank. Ich bin noch nicht bereit, alles wegzupacken. Er fehlt mir an allen Ecken und Enden --- .

Aber genauso hätte ich es vermisst, wenn ich nicht mit meiner „Sandra“ hätte Geburtstag feiern können. Ich bin 1 Stunde lang bei ihr gewesen. Sie hat aber wieder andere Pflichten gehabten und ich bin wieder nach Hause gegangen. Mein Enkel hat Atemprobleme gehabt. Ich auch; Aber bei mir ist es mein Herz gewesen. Ich mag nicht darüber schreiben. Ich bin traurig geworden, habe geweint und mich gefragt, was soll ich tun. Meine Tochter hat Geldprobleme; Und ich habe Geld? Ja, was soll ich mit meinem geerbten Geld machen? Bläcky hat Verlustängste und braucht mich. Das kann ich nicht kaufen. Ich muss ihm sagen, dass ich ihn nicht verlasse. Wir bleiben zusammen. Es gibt nichts Schöneres, als die treuen Augen eines Hundes zu sehen. Er will und kann bei mir bleiben. Ja, nun bin ich müde und morgen ist ein strenger Tag. Nicht für mich, sondern der Schreiner und sein Bruder werden kommen, um die Schiebetüren zu montieren. Dann ist es aber noch nicht fertig. Ja, schauen wir mal, was und wann die kommen. Heidi wartet, ja wartet schon lange.

 

 

 

 

 

 

Mittwoch 19. Mai 2010

Der Schreiner ist früh gekommen. Als  er kam, war ich, schon vom Einkaufen zurück, auf der Post gewesen, hatte das Papier und den Kehricht entsorgt. Es war 8.30 Uhr. Danach ging es mit Weiterbauen los, damit, den letzten Schliff anzubringen. Das heisst, dass die Türe mit Alu eingerahmt werden musste, die Fenster wurden eingebaut, und so weiter. Der Schreiner hatte das Holz, das er extra zugeschnitten hatte um beim Mobilheim abzuschliessen, im Geschäft vergessen. So blieb mir nichts anderes übrig, als nach Aarberg zu fahren und es abzuholen.

Ich war um 10.30 Uhr zurück. Der Schreiner brauchte noch .Metallabdeckungen, 2 Stück zu 2 Meter, eckförmig. So fuhr ich auch noch in den Baumarkt, um diese einzukaufen. Was blieb mir anderes übrig: wenn ich wollte, dass dies und jenes gemacht wird, musste ich auch spuren oder eben einkaufen gehen oder Material abholen. Ich war am Abend todmüde, denn ich habe ja auch noch Mittagessen gekocht und den Abwasch besorgt. Dazu alles, was man als Hausfrau so erledigt. Beim Putzen habe ich auch noch geholfen. Ich habe Maschinen ins Auto zurückgestellt und aufgeräumt. Staubgesaugt hat der Schreiner, ich hatte kein Gehör mehr, um das auch noch zu erledigen. Ich war müde von der ganzen Umherrennerei. Als “mein” Schreiner gegangen war, habe ich mich einmal hingelegt und bis um 16.00 Uhr ausgeruht. Ich kann ja dann, wenn er arbeitet, nicht mein obligatorisches Mittagsschläfchen halten, welches ich unbedingt brauche. Am Abend habe ich noch etwas ferngesehen und um 24.00 Uhr bin ich ins Bett gegangen!

 

Donnerstag 20. Mai 2010

Ich bin um 8.00 Uhr aufgewacht. Das erste, was ich gedacht habe, war: “Heute habe ich frei, keine Handwerker”. Ich wusste aber, dass ich in meiner Wohnung einfach mal nachschauen musste, ob alles okay ist. Dort habe ich mich mit einem feinen Kamillenbad verwöhnt. Ich brauche das, denn wenn gewerkelt wird, gibt es immer Staubpartikel. Da ich ja auf fast alles allergisch bin, musste ich sehr aufpassen!

Nach dem Baden habe ich mich wieder hingelegt und bis um 12.30 Uhr geschlafen. Ich bin einfach müde. Nun muss ich eben alles alleine machen. Der Mann an meiner Seite fehlt mir. Wir haben alles zusammen erledigt.

 

 

Den Haushalt, kochen, bügeln, handwerkeln, malen, trösten, zureden, ja, und die "Liebe", die auch dazu gehört hat. All das fehlt mir immer mehr.

 

Ich kann meine Pläne, meine Gefühle nicht mehr auskosten. Alleine und alleingelassen muss ich halt jetzt selbst schauen, wie ich das schaffe. "Dölf" wollte dass ich weiterlebe

und das Leben geniesse. Allein schon wegen unserem Hund Bläcky. Das ist schwierig.

Ich habe das Reden mit einem Menschen verstanden, aber das Bellen ist nicht dasselbe. Ich werde aber für meinen treuen Hund da sein. All meine "Liebe und Fürsorge gehört ihm. Er hat Probleme mit seinen Augen. Ich werde ihn pflegen und wenn es sein sollte, auch für ihn sehen. Pia war noch bei mir auf Besuch. Sie ist eine treue Camperin

Und ihr Besuch hat mich sehr gefreut. Wir hatten ein gutes Gespräch. Sie ist seit 15 Jahren Witwe und meistert so ihr Leben mit Kartenspielen, Reisen, Freundin Theres und ihr Leben geht auch weiter. Schon 15 Jahre sind vergangen, seit ihr Mann verstorben ist. Und sie ist noch da. Schön, dass es sie noch gibt.

Um 16.30 Uhr dann ist mein Sonnenschein Sandra zu mir gekommen. Sie war beim Arzt. Sie regt sich wegen der Arbeitslosenversicherung, respektive dem RAV, sehr auf.

Von denen wird sie dauernd gestresst. Das Amt will noch dieses und jenes von Ihr. Ihr Berater sagt ist dort: “Wenn Sie das nicht besorgen, gibt es kein Geld”. Das bringt sie so auf die Palme, dass sie eine Depression bekommen hat. Ich hoffe, dass es Sandra bald wieder gut geht. Heute hatten wir beide es jedenfalls lustig. Sandra ist mit mir zu Otto's Warenposten gefahren.

 

Wir haben einen Wicker-Tisch mit 4 Sesseln eingekauft, die in meinen Wintergarten passen.

Mit zwei Autos haben wir das zusammen in den Camp gebracht und aufgestellt. Und

wir haben eine Apéro getrunken und die neuen Sachen eingeweiht. Es war richtig

“zufrieden”. Vorher habe ich Bläcky noch seine Augentropfen verabreicht und bin mit ihm Gassi gegangen.

 

 

 

Jetzt ist es an der Zeit, dass ich auch meinen Erholungsschlaf mache und am Morgen mit viel Energie und Kraft aufwache, da ich einen freien Tag habe. Ich bin bei meiner Schwester zu einer nachträglichen Feier ihres Geburtstags eingeladen. Ich freue mich, morgen ist ein neuer Tag. Gute Nacht.

 

             

Freitag 21. Mai 2010

Genau, der Tag war frei. Ich musste nicht “gib, häb, zünd” spielen, wie Dienstag und Mittwoch und hatte wirklich frei.

Ich habe am Morgen mein Postfach geleert und dann die Wohnung für Pfingsten seeklar gemacht. Dann habe ich Folie für die Glas Schiebetüren gekauft. Bläcky ist zweimal in die Scheiben gesprungen. Ich habe die Scheiben beklebt und nun ist es besser. Er hat das kapiert. Der Schreiner hat eine Super arbeit geleistet. Er hat die Erneuerung so gebaut, wie ich es haben wollte. Ich glaube nicht, dass er meine Wünsche in Sache "schreinern, bauen" lesen konnte.

Aber er hat das super gebaut. Darüber habe ich mich besonders gefreut. Ich aber war ganz abgespannt. Auch wenn er am Bauen war und ich nicht viel geholfen habe, habe ich doch meinen Mittagsschlaf vermisst. So habe ich ihn und "Oelibörli" ein Freund von mir bekocht und mir Mühe gegeben. es allen recht zu machen.

 

Um 15.00 Uhr waren wir bei meiner Schwester Verena eingeladen. Meine Tochter und  ich waren pünktlich. Aber bis 16.00 Uhr ist niemand aufgetaucht. Erst um 16.15 Uhr kam mein Bruder mit seiner Frau. Ja, und das war es dann auch. Der Sohn meines Bruders, seine Frau und ihr Kind sind nicht eingetroffen. Mein Bruder und seine Frau gingen früh nach Hause, da der Sohn,  Chris und Familie morgen wieder nach Brasilien heim fliegen. Und so hat Verena eine Bündner Platte, eine Käseplatte und drei Ring Brote auf den Tisch gestellt. Das war Fleisch und Käse für c.a. 10 Personen. Wir waren aber nur fünf. Das war für meine Schwester eine grosse Enttäuschung: kalt gestellt, ohne Abmeldung. Das lernt einen, das nächste

Mal nichts zu organisieren.

 

 

Ich wäre auch sehr enttäuscht gewesen. Aber morgen ist ein neuer Tag. Meine Schwester hat uns von der feinen Torte, vom Gebäck, dem Fleisch, dem Käse und dem Brot eingepackt. Die Enttäuschung war gross, der Aufwand auch. Wir haben auf jeden Fall die Gastfreundschaft meiner Schwester genossen und sind bis zuletzt geblieben. Es war super. Danke Verena.

 

Ich habe um 21.00 Uhr noch Besuch von Monika und Daniel erhalten. Wir haben im Vorbau eine Flasche Rotwein getrunken und das neue „Heidiland“ eingeweiht. Jetzt bin ich wie jeden Abend müde und freue mich auf den neuen Tag. Ich hoffe, er werde mit viel Freude, ohne Stress, ohne Sorgen und ohne Zorn sein. Mein Sonnenschein kommt über Pfingsten her. Dann scheint die Sonne und mein Sonnenschein ist da.

 

Samstag 22. Mai 2o10

Ich bin um 8.00 Uhr aufgestanden und mit Bläcky in den Wald zum "Gassi gehen" spaziert. Anschliessend habe ich gefrühstückt und mich meiner Lieblingsbeschäftigung,

dem “Blüemele", wie Dölf es nannte, gewidmet. Welch eine Freude zu sehen, wie sich jede Blume entfaltet, wenn sie die Wärme der Sonne spürt. Es ist auch beim Menschen so. Bei schönem "Wetter" möchte man am Liebsten Luftsprünge machen. Das Alter bestimmt die Höhe der Sprünge. Aber im Herzen dann ist bei mir ein so wunderschönes Gefühl, wenn die Sonne scheint. Gerade so, als ob ich noch zwanzig wäre.

Gefühle sind da, um uns Menschen zu führen, um uns den Weg zu zeigen. Ob in guten oder schlechten Zeiten. "Dölf" ist tot, aber meine Gefühle zu ihm, die sind nicht gestorben. Die sind noch da. Er hätte heute zu mir gesagt, "Hesch blüemelet?" Ja, so war es. Meine Blumen leben und ich rede auch mit ihnen. Willst Du blühen, dann blühe. So habe ich immer einen blühenden Garten, wenn eben manchmal auch mit Mauerblümchen. Es kommt auch für diese Mauerblümchen eine Zeit, da der Frühling wieder einkehrt. Ich habe heute Abend mit meinem "Sonnenschein Sandra” verbracht. Wir hatten es z’friede bei Fussball anschauen und “computerlen”. Es war ein schöner Abend mit viel Lachen, Sprüche und Verse schmieden. Das Dichten habe ich nicht verlernt. Ich geniesse das Leben und will leben!

 

Die Hunde Wasco, Bläcky und Dana waren ruhig. Das auch, weil wir Ruhe ausgestrahlt haben. Um 23.20 Uhr ist "Sinderella" zum Schlafen in ihren Camp gegangen. Genau, das mache ich jetzt auch. Ich freue mich auf einen neuen Morgen. Zum Frühstück gibt es bei mir Passionsfrucht, Banane, Kiwi, "Züpfe" mit Käse, Butter, Konfitüre. oder Honig und eine Tasse Muntermacher Kaffee gehört dazu. Müde wie immer um diese Zeit gehe ich nun auch schlafen und freue mich auf einen neuen Tag. La-La Salama. Das ist suahelisch. Gut Nacht, schlafet guet.

 

Sonntag 23. Mai 2010

 Heute lacht die Sonne, schaut zum Fenster rein, und bringt mir Licht, Licht, das ich seit Wochen vermisst habe. Für mich ist das ein Zeichen von Leben. Mit mehr Schwung und Elan, beginnt der Tag schon beim aufwachen.

 

  1. Mai

Habe entsorgt und das Postfach geleert. Blacky musste zu Hause warten, da mein Auto voll beladen war. Mit Truhe, Töpfen, Messing, einfach räumen, musste ich. Dann habe ich die Pfosten vom Vorbau gestrichen und die Hälfte des Bodens. Ja, es muss alles gemacht werden. Habe die Farbe gemixt, die mir gefällt. Vielleicht kann ich morgen den ersten Anstrich machen. War heute um 1 i. m m Uhr in der Wohnung, um zu waschen. Ja, Staub gesaugt habe ich auch noch. Mit Bläcky bin ich Gassi gegangen. Um 2 min.vor elf Uhr war ich wieder im Camp. Ich glaube oder weis, dass das mein Zuhause ist. Ich fühle mich geborgen im “Heidiland”. Ich bin alleine, aber doch nicht alleine. Er ist bei mir, er beschützt mich. Er hilft mir über meinen Schmerz hinwegzukommen. Ja, präsent ist er immer noch. Mein Leben geht weiter, einen Weg, wo ich Steine räumen muss, für mich kein Problem. Ich bestaune die Steine und geniesse es. Einen schönen Stein aufzuheben, In der Sense, im Fluss, hat es Tuftsteine. Habe schon viele gefunden und die sind in meinem Blumengärtchen. Jeder Stein ist er auch so gross und schwer. Wenn ich will, kann ich alle auf meinem steinigen Weg wegräumen, ebnen  und den Weg begehen. Wenn ich will, kann ich Berge versetzen..

 

 

 

Und da, an dem Ziel, das für mich gut ist, angekommen ,. bin todmüde, vom Waschen, Treppensteigen, Staubsaugen, Boden streichen. Wer streichelt mich, Wer geht mit mir die Treppe hoch, um doch noch das Ziel zu erreichen. Ja, es ist Zeit zum Schlafengehen und von einem neuen Weg zu träumen. Mach ich, gute Nacht zäme.

 

  1. Mai

Tagwach um 07.30 Uhr. Bläcky wollte es so. Wenn er merkt, dass Frauchen wach ist, sich streckt und reckt, dann könnten wir doch Gassi gehen. Ich aber sage zu ihm:  attent oder warte eine Minute. auf die Toilette und ein paar Minuten brauche ich, um mich auf den neuen Tag vorzubereiten. Um 08.00 Uhr bin ich aufgestanden. Ich habe mich gewaschen, gekämmt und bin dann mit Bläcky in den Wald gestartet. Anschliessend hat es Frühstück gegeben und dann musste ich in die Wohnung und in den Trockenraum, um meine Wäsche zu holen. Im Camp angekommen, fing ich an, die Wände zu malen und den Boden und, und... Ich muss am 7. Juni alles gestrichen haben. Dann wird die Tür geliefert und der Finish gemacht, so hoffe ich.

Mit meiner Tochter habe ich Abendbrot gegessen. Es hat Raclette draussen im Vorbau gegeben. Es war richtig z’fride. Dann haben wir uns “Gute Nacht” gesagt. Sie wollte “ihre Sendungen” schauen und ich meine. --

Monika hat dann noch geschrieben, dass sie Morgen Samstag kommen und gefragt: darf ich Dich noch anrufen? Es war 23.00 Uhr. Für mich ist das nicht spät, da ich nie vor 1.oo Uhr ins Bett gehe. Dann aber und besonders heute mit einem müden Körper, der die Erholung braucht. Habe heute viel geleistet, irgendwie hat mich jemand angetrieben. Bin froh, habe ich so viel erledigt. Die Wäsche hat ja auch noch gewartet um versorgt zu werden. Irgendwie habe ich übernatürliche Kräfte, die meinen Motor starten, so wie heute, wenn ich etwas will, so schaffe ich das, auch wenn mein Körper manchmal nicht mehr bereit ist. Ja, und heute hat es in meiner Nachbarschaft viele Probleme gegeben. Aber eben, ich nehme teil, spende Trost, wenn möglich, obwohl Ich manchmal am meisten Trost gebrauchen könnte. Hoffe, dass für uns alle morgen wieder die Sonne scheint. Es ist  3.00 Uhr, Zeit zum Schlafengehen.

 

 

Und von guten Neuigkeiten zu hören, so sollte es auch sein.

Bläcky hat schon seinen Schlaf gefunden. Ist ruhig in seinem Frisch gewaschenen Hundebett. Einfach herrlich, gute Nacht. Mein Sonnenschein Sinderella hat schon Lichterlöschen, gut so. Ich hab’s auch bald, Danke Gott.

 

 

  1. Mai

Bläcky wollte schon um  07.30 Uhr in den Wald. Ich habe mich noch einmal umgedreht . Habe zu ihm gesagt, “geh noch ein bisschen schlafen”. Er ging an seinen Platz. Um  08.10 Uhr bin ich nach dem Kämmen, dem Waschen und Anziehen als erstes mit ihm in den Wald. Frühstück, Postfach leeren und um 10.oo Uhr hat meine Tochter gesimselt, dass sie zum Frühstück kommt. Ja, ich habe dann mit ihr noch einen Kaffee getrunken und dann hat sie mir meinen Schrank zusammen gesetzt und aufgehängt. Um12.00 Uhr waren wir fast fertig und bis 13.00 Uhr war sowieso Ruhezeit – Das Nachtessen habe ich bei ihr bekommen und genossen. Es war z’fride. Monika ist dann noch gekommen und hat bei mir einen Strauss weisse Rosen deponiert, da ich nicht im “Heidiland” war. Haben zusammen mit meiner Tochter bei ihr über Gott und die Welt geredet. Und Wasco  und Hund Emeli haben zusammen gespielt.

 

P.S: Der Blumenstrauss hat mich riesig gefreut. Danke Monika. Nun bin ich den ganzen Abend alleine und habe Musikantenstadel geschaut. Mit Monika und Kurt gesprochen und ich habe ihnen meinen Vorbau gezeigt. Nun bin ich “nudlefertig”, war dauernd auf den Beinen, habe gewerkelt, “blüemelet” und mich an der Natur gefreut. Man kann fast das Gras wachsen hören, die Pflanzen wie sie wachsen und gedeihen. Das ist mein Leben, meine Freude, mein Vorwärtskommen, mein Lebenselixier. Schön, noch da zu sein. Danke.

 

  1. Mai

Am Morgen habe ich und Sinderella um  09.30 Uhr gefrühstückt.

Wir zwei gehören zusammen, das ist ein Draht, der uns zusammengeschweisst hat, durch dick und dünn zu gehen, mag kommen, was mag. Ja, manchmal gibt es Momente, wo ich auch fast nicht mehr mag. Aber eben, das Leben geht weiter. Lebe so lange Du kannst, geniesse jeden Tag, denn der ist Dir geschenkt, weil so glaube ich, immer jemand an mich denkt. -

Um 13.30 Uhr ist dann Marlis mit Schwester Liselotte und Werner gekommen. Monika und Daniel waren auch mit dabei. Liselotte sollte den Hund von Monika und Daniel zum hüten abholen. Wir verbrachten einen angenehmen Nachmittag. (Marlies ist meine Freundin, die an meiner Seite meine ganze Krebskrankheit mit mir durchgemacht und mich ständig begleitet hat.

Und so lebe ich, immer in Gedanken, der Krebs könnte aber muss nicht wieder zurückkommen. Ich bin noch da. So ist das Eben, Glück gehabt, danke  und gute Nacht.

 

 

  1. Juni2010


Es ist jetzt 24.00 Uhr.

Ich war heute im Yoga und wir haben den ganzen Körper von Kopf bis Fuss aufgeweckt. Mit klopfen, streichen, massieren. Wir haben unseren eigenen Körper

durch gezielte Massagen, Klopfen, Energie spenden von einem Arm zum anderen mit Energie aufgetankt, mit Lebensenergie, Freude, es war super. Es hat mir sehr gut getan. Habe meinen Körper so eigentlich angetrieben, von Kopf bis Fuss. Habe mich nach der Yoga-Stunde sehr gut gefühlt. Es ist auch kein Druck da, ob eventuell sie nebenan, die Übung besser macht, als ich. Für mich ist es so richtig, wie ich es mache ohne dass er rebelliert. Schön war es. Wir sind jahrelang Freunde, die immer

dieselben Lektionen geniessen. Wenn jemand fehlt, fragt man, warum, wieso. Ja, und meine Schwester ist meine Yogalehrerin. Ihre Stimme ist mir so vertraut, dass die Übungen gar nicht schwer sind. Ich geniesse Yoga mit geschlossenen Augen!

Um 11.30 Uhr war ich wieder zu Hause. Mit Bläcky raus spazieren gehen. Er geniesst es, wenn wir den grossen „Cher“ machen.

 

Aber manchmal halt nur die kleine Runde. Habe heute meinen Lebhag zurückgeschnitten. Mit aufräumen putzen, brauchte ich 3 Stunden. Danach habe ich Roger Federer „Tennis“ geschaut im Fernsehen. Er hat verloren. Ich habe schon viele Male im meinem Leben verloren und keine Millionen gemacht. Bin zu frieden, so wie es läuft ohne „Dölf“ aber mit meinem treuen Begleiter Bläcky. Mit Sandra Tochter habe ich auch noch eine Stunde telefoniert. Das freut mich riesig, Ja. Sie ist im Moment mein Lebensinhalt, sowie Carmen und Luca.

 

 

  1. Juni

Um 06.15 Uhr bin ich aufgewacht, mit Kopfweh. Bin aber noch einmal eingeschlafen und sage und schreibe erst um 8.30 Uhr aufgewacht. Brauchte wohl den Schlaf und Bläcky war ruhig. Es war gut so. Man soll schlafen, wenn man es braucht. Manchmal ist mein Körper noch nicht bereit, aufzustehen.

Die Schmerzen in meinen Armen sind manchmal so stark, dass ich Übungen machen muss. Mit meinen Händen schnippen und üben, dann geht auch das.

Habe heute die Farbdosen ,und Pinsel verräumt, da ich im Moment genug habe vom Malen, streichen. Wer macht bei mir eine neue Fassade, es ist niemand da, der diese Arbeit übernehmen könnte. Ja, so gehe ich alleine durch mein neues Leben. Bin froh, wenn ich jeden morgen aufstehen kann, darf. Ein muss ist es nicht.

 

Nun ist der Tag ist gekommen, wo ich meine Vergissmeinnicht, aus der Erde nehmen konnte, denn die haben bestimmt genug abgestanden um im nächsten Jahr wieder voll zu blühen. Bei Sandra auch noch den Frühlingsschliff gemacht und dann bin ich in den Fernsehabend… Mit Carmen noch über Facebook gechatet. Es ist Zeit zum Schlafengehen und zum Träumen von meiner neuen Zukunft. Mit oder ohne Mann.

 

Ein bisschen anlehnen würde Ich schon. Muss aber nicht sein. Das Leben ist ein einsamer Weg.

 

 

 

  1. Juni

Alles, was ich noch weiss, ist ein Traum, so hoffe ich. Ich bin um 06.00 Uhr aufgewacht. Habe geträumt, dass ich wieder Krebs habe. Eine Geschwulst im Brustbereich. --  Zum Glück nur ein Traum, so hoffe ich. Nach ein paar Minuten bin ich dann auch wieder eingeschlafen, bis um 9.00 Uhr. Dann wurde Bläcky unruhig, er wollte „Gassi“ gehen. Nach meinem Frühstück sind wir einkaufen gegangen, wie fast jeden Tag. Habe einen grünen Zaun gekauft, um bei Sandra eine Sperre zu machen für Wasco, Ihren Hund, denn wir glauben, dass er eine Lücke gefunden hat, um schnell mal seine Runde zu drehen. Wir wissen es nicht, könnte aber sein. Auf dem Camp ist Leinenzwang.

 

Um 14.00 Uhr habe ich dann Sandras Stimme gehört. Sie war auch da. Mein Sonnenschein. Haben dann nach dem Spaziergang mit den Hunden Bläcky, Wasco und Dana, die Waldrunde gemacht. Anschliessend habe ich computerlet und etwas gelernt. Ich werde das bestimmt schaffen, online zu gehen, usw..

Habe dann Nachtessen gekocht und mit Sandra „e gmüetleche Höck“ in meinem neuen Wintergarten gehabt. Dann bei ihr noch das Fernsehen im Camper/Schlafzimmer eingerichtet. Habe einen Film geschaut und dann die wöchentliche Informationssendung „Aeschbacher“.

Anschliessend um 23.00 Uhr mit „Bläcky“ noch spazieren gegangen. Und wen habe ich getroffen? Sandra mit ihren zwei Hunden. Nach einem Gute - Nachtkuss verabschiedet und eine gute Nacht gewünscht. Nun ist es Zeit, bei Bläcky noch die Tropfen in seine Augen zu geben. Damit er nicht erblindet. Es ist 24.30 Uhr, Zeit zum Schlafengehen. Gute Nacht meine lieben Camperfreunde, schlafet guet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Juni

Diese Nacht habe ich gut geschlafen bis, ich um 5.30 Uhr durch Böllerschüsse aufgeweckt wurde. Es waren deren 10. Mein Hund Blacky hat einen Sprung auf mein Bett gemacht. Er hatte Angst.

Natürlich bin ich hinausgegangen und habe meinen Campingnachbarn gesehen. Er ist auch aufgeschreckt. Es hat so getönt, als wäre ein Wohnwagen in die Luft gesprengt worden. Um 6.15 Uhr war wieder Ruhe. Ich habe anschliessend noch bis 8.45 Uhr etwas gedöst. Dann bin ich mit Blacky in den Wald spaziert und habe gefrühstückt.

Dann musste ich die Post holen, Brot einkaufen und bin dann zu meiner Tochter, auf „Dölfs“ Platz, gefahren. Sie hat den Lebhag geschnitten. Ich habe zusammengeputzt. Dann habe ich noch bei mir den Busch geschnitten und Nachbarseite geputzt. Das hat müde gemacht.

Habe heute auch bei Rolf, er weilt in der Dominikanischen Republik. Hat da eine ganz liebe Frau namens Mercedes. Also bei ihm habe ich den Rasen gemäht. War viel, es soll ja schön sein, wenn er ankommt im Schweizerländli. Anschliessend mit Armin diskutiert. Er wollte wissen, wie es mir geht. Ja, wie geht es mir? Ja, eben so, wie es einer Frau geht, die ihren besten, liebsten Lebenspartner verloren hat. Alleine ist mit all den Sorgen. Alleine ist mit dem „Erbe“ Geld und eigentlich noch gar nicht begriffen hat, dass er so gut für mich vorgesorgt hat. Ich brauche nicht mehr zu arbeiten, könnte das Leben geniessen, begreife es aber immer noch nicht. Wie er das gemacht hat, dass ich Alleinerbin bin. Der Camp von „Dölf“ Sandra gehört. Die zwei hatten einen so guten „Draht“ zusammen. Es hätte Vater und Tochter sein können. Er hat sie und ihre Kinder geliebt, akzeptiert, genau so wie mich. Es gab mich halt nur mit meiner Tochter und genau das wollte er auch. Ja, wir waren seine Familie, eine Familie die er nie gehabt hat. Bis die Krankheit Lungenkrebs uns im Moment noch mehr zusammengeschweisst hat. Wir aber wussten, dass es keinen Ausweg mehr gibt, als es zu akzeptieren, zu kämpfen, „Chemotherapie“ zu machen, Wasser zu ziehen, das war unsere Welt seit der Diagnose. Operieren, dann sterbe ich an der OP oder sausen lassen, da war ich dagegen, denn ich bin heute noch da. 1990 hatte ich Brustkrebs. Ich musste eine Brust amputieren und einen Aufbau anfertigen lassen. Von meinem Bauchfett.

Operation dauerte 6 Stunden, ich bin noch da. Das konnte man bei „Dölf“ nicht machen.

Es war das Ende. Am 12. Juni 2009 wussten wir was er hat, Lungenkrebs, Asthma, Magen-Darm-Operation. All das plus Chemotherapie hat nichts geholfen. Ich habe all das durchgemacht. Für mich hat es sich ausbezahlt. Für meinen Schatz nicht. Wir aber haben  auch gekämpft, alles gemacht. Es war zu wenig. Zuviel zu „Sterben, zuwenig zum „

Leben“. Es war für mich ein Schock, dass das alles, was und wie, wir es gemacht haben, nicht gereicht hat. Doch nach 1 bis 2 Jahren anzuhängen. Er wollte sterben, er wollte gehen, dahin, wo er keine Schmerzen mehr hatte. Einfach gehen, gehen. Das Leben geht weiter, einfach weiter. Er soll seine Ruhe haben. -------

 

Um 17.00 Uhr bin ich mit Blacky in den Wald aufgebrochen und habe später bei meiner Tochter, mit ihrer Freundin und deren Freund Abendbrot gegessen. Es war ein lustiger Abend mit alten Geschichten von früher. Wir konnten wieder einmal richtig herzlich lachen. Ich habe ihnen auch noch meinen neuen Wintergarten  gezeigt. So ist es dann bald Zeit geworden, ins Bett zu gehen.

 

  1. Juni

Ich bin um 6.30 Uhr aufgewacht. Der Tag hat nicht gut angefangen. Ich habe gespürt, dass heute eigentlich alles schief läuft, Ich habe nichts von meiner Tochter gehört, von der Freundin und ihrem Freund.. Irgendetwas ist schief gelaufen. Ja, um 12.30 Uhr bin ich dann bei ihnen vorbei gegangen.die Freunde  waren sehr reserviert. Die Nacht ist nicht so gelaufen und da waren halt noch die vier Hunde. Die Beiden haben sich verabschiedet. Dann habe ich mit meiner Tochter ein Glas Wasser getrunken. Sie ist angeschlagen, da sie psychische Probleme hat. Ich bin froh, dass ich nicht mehr in ihrer Lage bin. Ich bin nicht noch “Alleinerziehende” und muss  nicht zwei pubertierende Kinder leiten, ihnen den Weg zeigen. Zeigen, was eigentlich normal wäre. Ja, was ist für mich normal? Ich habe etwas gewagt und verloren. Mein Schreiner ist unfähig und die Heidi, die kann warten.

 

Ich glaube, wenn ich mich nicht wehren würde, wäre er im Herbst noch am Bauen. Ich mag nicht mehr, ich habe lange genug um mein Leben und um das Leben von “Dölf” gekämpft. Es ist Zeit, für mich zu schauen, zu leben, denn mein Leben soll auch weiter gehen

 

Um 18.30 Uhr kam  ein Nachbar er hat mir eine Trauerweide geschenkt, weil er gesehen hat, dass meine 18jährige Trauerweide nicht mehr austreiben will. Wir haben dann ein Glas Wein getrunken und über “Dölf” gesprochen. Seine Frau ist mit Auspacken beschäftigt gewesen, denn die Ferien waren für sie zu Ende. Eigentlich war alles so schön, wenn da nicht der Schreiner gewesen wäre, der mir mit seiner Absage um 5 Minuten vor 12.00 Uhr den ganzen Abend versaut hat. Also, ich hätte morgen früh auf ihr gewartet. Ich habe ihn angerufen, dass die Wände vom Wasserschaden kaputt sind. Er hat gemeint: “Ok, wir schauen am Freitag“. Aber abgemacht war Montag. Und er hat noch bemerkt: „Du kannst ja die Türe holen, die hat gar keinen Platz in Deinem Auto“. Also wäre sie am Montag bereit zum Abholen!. Darauf hin habe ich seine Nummer aus meinem Handy gelöscht. Ich nerve mich so, dass ich morgen wahrscheinlich wieder eine Allergie habe, eine Allergie gegen den Schreiner, Danke.

 

 

  1. Juni

„Äs het me gnärvt, dass der  Schreiner den Termin auf 11.Juni verschoben hat, ohne zu fragen, ob mir das überhaupt passt. Ich habe am Sonntagabend angerufen, weil ich ihm sagen wollte, dass die Tafeln innen vom Wasser kaputt und aufgeschwemmt sind. Den Wasserschaden habe ich ihm gemeldet. Er antwortete, er habe keine Zeit. Und so ist es während der ganzen Bauerei gegangen. Immer hiess es; „Heute nicht, weil ich so und so viel Arbeit habe“. Das, was der Schreiner bei mir machen musste, ist auch Arbeit gewesen. Ich habe dann am Montag bei der Lieferfirma angerufen. Der Schreiner hätte die Tür am 4. Juni abholen und am 7. Juni montieren sollen. – Ich habe aus lauter Wut über den Schreiner meine Gebüsche geschnitten. Es war ja auch Zeit. Ich hatte aber diesen Montag, 7. Juni, für den Schreiner frei gehalten und wollte ihm helfen, den „Gib-Häb-Zünd“ machen. Ja so habe ich dann doch noch etwas gewerkelt. Zum Vergessen, dieser Ärger! Ich glaube, wenn eine Frau Auftraggeberin ist, nehmen es die Handwerker nicht so genau. Die denken: „Und dann noch pensioniert, die hat doch nichts zu tun. Die liegt doch bloss auf der faulen Haut rum“. Ich aber habe meine Wohnung, meinen Camp, welchen ich “leidenschaftlich” hege und pflege. Das ist mein Lebenselixier. Ja, und Blacky, mein Hund, will auch raus.

 

 

  1. Juni

Ich war heute im Yoga, das hat mir gut getan: Durchatmen, gute Übungen für meinen Körper machen. Eine Stunde nur für mich alleine. Meine Gedanken sind voll und ganz “beim Yoga”. Dann hat mich meine Schwester, die Yogalehrerin, auch noch zum Essen eingeladen. Es war friedlich, im Garten mit Swimmingpool zu sitzen, ein Gespräch zu führen und dem Plätschern des Wassers im Pool zu lauschen, mich in einer wunderbaren Welt zu finden. Ein Paradies auf Erden im grossen Stil. Mein „Heidiland“ ist kleiner, aber ich bin da zu Hause, immer in der Nähe  meines Sonnenscheins und ihren Kindern.

 

Um 13.15 Uhr hat dann der Schreiner angerufen und mitgeteilt, dass Er Morgen kommt. Also schon am 9. Juni. Er war kurz angebunden. Wahrscheinlich ist ihm ein Termin abgesagt worden, hat er eine Reprosche erhalten. Das ist mir egal. Ich bin der Kunde, der Kunde ist König. Ich konnte als Filialleiterin bestellte Fleischplatten auch nicht 30 Tage später liefern. Ja, nun kommt er morgen. Er muss noch Reparaturen machen, den Boden versiegeln und die Türe montieren. Das hat er sich selbst eingebrockt. Er war dreieinhalb Wochen gar nicht mehr da, hat nichts mehr gemacht.

 

 

Um 13.15 Uhr hat dann der Schreiner angerufen und mitgeteilt, dass er Morgen komme, also schon am 9. Juni. Er war kurz angebunden. Wahrscheinlich ist ihm ein Termin abgesagt worden, hat er eine Reprosche erhalten. Das ist mir egal. Ich bin der Kunde, der Kunde ist König. Ich konnte als Filialleiterin bestellte Fleischplatten auch nicht dreissig Tage später liefern. Ja, nun kommt er morgen. Er muss noch Reparaturen machen, den Boden versiegeln und die Türe montieren. Das hat er sich selbst eingebrockt. Er war dreieinhalb Wochen gar nicht mehr da, hat nichts mehr gemacht.

 

 

  1. Juni 2010 Freitag

Ich hatte heute viel zu tun. Ich musste zum Bauhaus, zur Post, zu Denner, die Flaschen entsorgen und in der Wohnung die Pflanzen giessen. Weiter musste ich wegen einem Zeckenbiss zur Ärztin. Der Kopf war in meiner “Brustwarze”: genau dort hat mich die “Zecke” gebissen. Die Ärztin konnte den Kopf der Zecke mit der Pinzette herausnehmen. Aber es tat sehr weg. Darauf bin ich noch in die Apotheke gegangen, um das Rezept für meine blutdrucksenkenden Mittel abzugeben.

Um 11.00 Uhr war ich wieder zu Hause im “Heidiland”. Ich habe ja zwei Zuhause. Im „Heidiland“ bin ich seit 1978, das ist ja fast das halbe Leben. Ich fühle mich im “Heidiland” richtig geborgen. Und das, obwohl “Dölf” nicht mehr da ist. Er fehlt mir sehr. Wir hatten wunderschöne Jahre zusammen. Die letzten Jahre war er krank. Ich pflegte ihn, bin mit ihm gefahren. Er konnte ja nicht mehr fahren. Er hatte riesige Schmerzen. Für mich war es kein Muss, denn er hätte das auch für mich getan. Da, wo er jetzt ist, leidet er keine Schmerzen mehr und ich hier auch nicht. Denn wenn ein Lebenspartner Schmerzen hat, fühlt man mit. Automatisch weiss man, was Schmerzen sind. Ich habe das selbst erlebt. Furchtbar, man fühlt sich hilflos, alleine. Ich aber war da.

 

 

Samstag, 12. Juni 2010

Auch heute habe ich viel zu tun gehabt. Ich holte die Post und habe dann bei Rolf und Mercedes (meine Nachbarn aus der Domenikanischen Republik) den Platz sauber gemacht und aussen herum gejätet. Alles ist okay.

Dann habe ich bei mir die Saal-Weide geschnitten. Sie ist 18 Jahre alt und will nicht mehr austreiben. - Was soll ich denn, mit achtundsechzig Jahren? –

Ja, die Pflanze Saal-Weide kann nichts sagen, sie ist auf uns angewiesen.
Ich für meinen Teil rede mit den Pflanzen. Entweder willst du oder eben nicht. Die Chance gebe ich ihr. Es war ein Geschenk von meinen besten Freunden.


Nun ist es bald 2.00 Uhr und ich bin müde. Am Abend hat es viel zu reden gegeben. Mein Sonnenschein ist gekommen. Monika und Daniel waren bei mir auf Besucht.

 

 

Dann hat mich Mercedes aus der Dominikanischen Republik besucht, noch bevor sie ihre Koffer ausgepackt hatte. Sie ist gekommen, um sich für alles zu bedanken. Rolf ,ihr Mann ,war auch dabei.. Es hat mit dem Flug nicht geklappt. Die beiden sind vierundzwanzig Sunden unterwegs gewesen. Das kenne ich! – Wenn man dann zu Hause ist, findet man den Hausschlüssel nicht. – So ist es uns ergangen: Wir waren Todmüde, hatten nur das Ziel vor Augen, in die Wohnung einzukehren,

in die Haja.

 

 

  1. Juni

Ich bin erst um 8.15 Uhr aufgestanden. Es ist Sonntag und ich habe frei, frei: Das heisst: Mache was Du willst. Lebe so, wie es Dir Spass macht, so wie Du leben möchtest.

Ja eben. Kein Geräusch, kein Atmen, nach Atem ringen, keine Schmerzen. Das alles hatte zu meinem Leben gehört. Heute ist es acht Monate her, seit ich meinen Mann verloren habe. Ich vermisse ihn. Ich vermisse das Sauerstoffgerät, das ihm Luft gegeben hat. Ich vermisse die Pumpe, das Inhaliergerät, das seine Atemwege geöffnet hat. Sein Stöhnen und Ringen nach Luft, seine Nähe, seine Hilfsbereitschaft, sein Dasein. Das alles vermisse ich. Zusammen waren wir ein Team. Jeder hat das gemacht, was er leisten konnte. Ja, und die letzten beiden Jahre war ich diejenige, die geleistet hat. Das hätte er auch für mich getan.

Ich bin mit unserem Hund übrig geblieben, den wir gemeinsam adoptiert haben. Sein Geld, seine Geschichte als Verdingchind sind mir geblieben, nur das. Das Leben geht weiter.

 

 

  1. Juni Tag-Todestag

Es sind acht Monate nach „Dölf’s“ Tod. Es ist mir heute gar nicht gut gegangen. Ich habe den ganzen Morgen an “Dölf” gedacht. Ich mochte nichts arbeiten, war einfach neben meinen Schuhen. Alles fiel mir schwer: jeder Gang, ob mit Blacky in den Wald, oder zu frühstücken, zu leben, zu atmen und weiter zu machen. Es war gar nicht mein Tag. Ich habe die Post geholt und bin gleich nach Hause. Dann war Daniel da, ein Lichtblick. Er hat mir geholfen, das Türchen,  zu reparieren. Ich bin heute nicht dazu bereit gewesen, zu reden. Ich bin in so bedrückter Stimmung gewesen, dass ich froh war, als die Reparatur fertig gewesen ist und ich mich in mein “Iglu” zurückziehen konnte. Ich wollte mit niemandem reden. Ich habe gewusst, dass heute ein Tag ist, wo ich ganz nahe am Wasser gebaut habe.

Um 13.00 Uhr bin ich mit „Dölf’s“ Lieblingsrosen 

an die Sense gegangen, dahin, wo wir seine Asche gestreut haben. Die Rosen sind schon an seinem Plätzchen in einer Mineralflasche gewesen. Das hat mich ruhig gestimmt. Er hat das bestimmt mitgefühlt. Ich weiss, ich schaffe das, sein Leben seine Fragen zu beantworten  Der Tag ging zu Ende. Er hat das Leben geliebt.

 

Es wäre schön, wenn es den Vierzehnten in jedem Monat nicht mehr geben würde.

Ich bin einsam, trotz all den Besuchen. Das Leben muss weiter gehen. Ich liebe das Leben. All das Geld, das er mir vererbt hat, bringt mir den Menschen "Dölf" nicht zurück. Ich muss, ohne wenn und aber, mit diesen Gedanken fertig werden.

Er wollte gehen. Er wusste, dass ich das Leben ohne ihn schaffen kann. Er hat gesagt: „Wenn Du vor mir gehst, gehe ich auch. Du aber schaffst das mit Deinem Lebenswillen. Du wirst und musst weiterleben“.

Seit 20 Jahren, nach meinem Brustkrebs, bin ich noch da, mag kommen, was mag. Das leuchtet voll Licht mir den dunkelsten Tag . Ja, der Tag, der 14. Juni, ist  da. Ich auch, ich will weiterleben im Sinne von "Dölf". Er war so lieb, die Liebe fehlt mir. Sehnsucht, Freude, all das fehlt mir. Ich aber mache weiter, weiter, so Gott will. 

 

 

  1. Juni

Ich bin um 7.00 Uhr früh aufgestanden und habe mich angezogen, dann gewaschen, frisiert und mein Frühstück gegessen. Es hat bestanden aus einer Banane, einer Passionsfrucht, einer Scheibe Brot mit Streichkäse und einem Kaffee. Es ist seit Jahren  dasselbe und ich mache es so weiter, weiter. Aber einfach ohne "Dölf". Er fehlt mir.

Ich hatte heute Yoga und meine Tochter kam mit. Ihr geht es zurzeit auch nicht so gut.

Meine Tochter hat mich abgeholt und wieder nach Hause ins Camp gebracht.
Ich habe einen Joghurt gegessen und dann ausgeruht, denn Yoga ist nicht einfach „Kopfstand“. Man kann beim Yoga auch sehen, wie es im oder mit dem Kopf steht. Man kann sehen, ob der Körper bereit ist, Übungen zu machen und in sich rein horchen, den Körper spüren, lenken. Man kann eine Stunde lang die negativen Gedanken loswerden. Wenn Gedanken kommen, über das „Muss“ oder „das will ich auch noch“, kein e Antwort geben. Einfach weiter machen, mit Seele, Kopf und Geist. Den Körper spüren und da wo man merkt, das geht nicht so gut, die Atmung hin lenken. Das gibt Kraft und so geht es weiter, weiter.

Um 12.00 Uhr hat der Schreiner angerufen, dass er eher kommt, ob das okay sei. Das war für mich klar. Zu früh kommen ist okay, denn während der ganzen Bauerei war es immer später. Es ging um Tage, Wochen. Heute hat mich das gefreut. Habe auch mitgeholfen, als „Gib-Häb-Zünd“ herauszuräumen und hereinzuräumen. Ich habe staubgesaugt und mit feinen Biscuits „kaffeetisiert“. Es war friedlich und gemütlich. Und so ist es schliesslich 17.00 Uhr und Feierabend für ihn geworden. Ich habe dann alles noch gesaugt. Um 18.00 Uhr bin ich mit Blacky 30 Minuten spazieren gegangen und er war happy. Es nervt meinen Blacky, wenn ein anderer Mann da ist und mit mir plaudert oder zusammen arbeitet. Denn das durfte nur “Dölf”. Damals machte Blacky Platz im Eingang zum Mobilheim hinter dem Moskitoschutz und beobachtete mich. Er hat alles im Griff gehabt. - Blacky spielt den Bauherrn und wenn es sein muss, springt er über den Staubsauger und raus in den Vorbau. – Er ist eifersüchtig, das begreife ich auch. “Dölf” hat ihn soo verwöhnt.

Es wird schwer sein, wieder einen Mann, einen Freund zu finden, der in sein Leben passt. Aber das ist ja im Moment kein Problem. Ich suche auch niemanden. Im Moment geht mein Leben auf einer Spur weiter. Auf der Spur, die ich vierzehn Jahre gehabt und genossen habe. Ob es einmal wieder eine so schöne zweite Spur gibt, das weiss niemand. Wenn es sein muss, „lande ich auf der Überholspur“, also schneller als Mann-Frau denkt, und der Gott lenkt.

 

 

 

 

 

 

 

Nun muss ich mich erholen und morgen ist ein neuer Tag. Der Tag, der mir, so hoffe ich,

-- „erläuchtet den dunkelsten Tag“…..

                     Ich träume weiter, denn Träume sind Schäume;

                     Werden manchmal wahr, das ist klar.

So klar wie ein Bergsee.

                     Dein Spiegelbild nimmt Dir auch Dein Herzweh.

                      Du siehst Dein Ebenbild, bist also nicht allein,

                      drum lass mich mein Ebenbild sein.

 Allein zu zweit geht alles besser.

 

  1. Juni

Ja, nun ist es schon wieder 1.30 Uhr. Daniel (aus Basel), hat mich besucht und wir haben zusammen bis fast um Mitternacht eine Siebendeziliterflasche roten Wein getrunken. Es war ruhevoll und behaglich, so über Gott und die Welt zu sprechen. Gleichzeitig haben wir meinen neuen Wintergarten zusammen in unserem Sinne eingeweiht. Am Morgen habe ich in meiner Wohnung nachgesehen ob alles beim Rechten ist. Ich h habe gebadet und die Haare gefärbt, denn die wären schon grau; Und, und, und. Ich habe den Orchideen Wasser gegeben, gelüftet und, man glaubt es kaum, vom Balkon aus meinen Nachbarn gesehen. Das war das erste Mal, als er gerade parkiert hat. Das zweite Mal, als ich meine Wohnung verlassen hatte, um in den Camp zurück zu gehen. Wir haben und mit „tschüss“ gegrüsst. Das dritte Mal dann habe ich ihn beim Einkauf im Laden in Flamatt getroffen. Da sieht man sich vielleicht einen Monat nicht und dann drei Mal am Tag. Na ja, mir ist das „wurst“. Wir haben nicht dieselbe Wellenlänge, verstehen uns aber. Es ist einfach das „sehen und gesehen werden“ gewesen. Zufall oder Intuition?

 

 

  1. Juni

Ich gehe schlafen, denn ich bin todmüde. Heute habe ich den ganzen Tag Kopfschmerzen gehabt. Dafalgan hat nichts genützt. Morgen ist ein neuer Tag.

 Dann habe ich einen Klassentreff mit dem Jahrgang 1943. Meine Schwester Verena, Anne-Rose Grimm und Christine Rauber sind dabei. Wir alle hatten in derselben Strasse gelebt, sind dort gross geworden, hatten denselben Schulweg und pflegen immer noch ein inniges Verhältnis. Ich glaube, wir sind zusammen geschweisst und lieben uns. Wir sind die Rolliweg-Meitli von Hägendorf. Ich freue mich darauf, ins Casino zu gehen um gut zu essen. Anschliessend soll der Weg ins Kunstmuseum führen, um die Anker-Ausstellung anzuschauen. Ich besitze selbst noch ein Ankerbild, das habe ich geerbt. Ich will mal schauen, ob es echt ist oder eine Kopie. „Nume e Kopie“, das bin ich auch. Bin aber glücklich, dass ich noch da bin. „Aes esch nume e Kopie“, Guet Nacht.

„Nei, eg be kei Kopie, eg be es Original, denn me gets nume einmal“. Ich bin ein Original aus dieser Familie von Hedwig ,und Walter. Ich habe noch vier Geschwister, alles Originale: Walter, Verena, Heinrich und “Little Boy” Roman. Es ist eine wunderschöne Familie. Zu den vier Genannten gehöre ich auch noch. Ich bin die Zweitälteste, die, die viel gesungen und Streiche gespielt hat. Man hat gesagt, ich hätte ein freches Maulwerk, aber sie alle lieben mich noch heute. Wir haben einen wunderbaren Familienzusammenhalt. Ich weiss immer, wer wo ist: Sei es in Deutschland, in Griechenland, Brasilien, Aetiopien, Spanien oder in Italien. Wir sind eine Multi-Kulti-Familie aus allen Kontinenten. Wir lieben uns und da soll noch einer sagen, das gehe nicht. Das passt. Wir hatten auch alle eine gute Erziehung. Wir waren froh, Mutter und Vater zu haben, die während dem zweiten Weltkrieg auf uns aufgepasst haben,. Eigentlich ist es eine gute Familie.

Denn Dein Spiegelbild im Bergsee “Gantrischsee” bewegt sich und du hast du Dein Ebenbild so wie du einmal warst. Wegen der Bewegungen siehst du keine Falten und denkst, sieht doch gut aus, oder? Also positiv denken und Dein Herz, deine Gedanken lenken. Lenken genau dahin, wie und wo Du sein möchtest. Denn ob Spiegel- oder Bergsee, alleine bist du nie, wenn du hineinschaust. Auch wenn es nur dein Ebenbild sein sollte. Zwei schaffen und meistern das Leben immer besser. Gut, so werde ich so weiterleben und mich jeden Tag freuen, wenn ich mein Bild sehe. Ich denke: - Was könnten all diese Falten erzählen? -  Aber auch: - Was kann ich mit all meinen Falten noch Positives erleben? – Ich freue mich und geniesse das Leben.

 

Gute Nacht, ich bin hundemüde. Blacky schnarcht schon. Es ist Zeit zum Schlafengehen und von einem neuen Anfang zu träumen. Danke Gott, sei zufrieden, denn nicht jedem Menschen ist dieses grosse Glück beschieden.

 

 

  1. Juni

Ich bin um 6.30 Uhr aufgestanden und in die Wohnung hinauf gefahren. Um 7.00 Uhr habe ich angefangen, zu waschen. Ich habe gefrühstückt und meine Wohnung geputzt und den Blumen Wasser gegeben. Ja, und, und; Was eben an Arbeit anfällt, wenn man allein ist. Blacky habe ich mitgenommen. Der gehört zu mir wie meine Tasche mit Inhalt.

Ich habe vier Maschinen gewaschen, aufgehängt und die kleine “Jana ” (Töchterchen meiner Nachbarin) hat mir „Tschüss“ gerufen. Sie hat gefragt, ob sie mir etwas halfen kann. Sie ist so herzig. Dann hat sie mich zu sich eingeladen, um ihr Haus zu sehen. Es ist ein Schneckenhaus mit kleinen Schnecken besetzt, in ihrem Zimmer. Und so musste mich die Mutter Beatrice fast in die Wohnung rein lassen. Ich bin noch nie bei ihr gewesen in all den Jahren. Die Kleine hat das Wunder vollbracht. Es hat dann einen Kaffee gegeben, aber der kleine Timo hat wieder “gmöget”, wie in all den Jahren, als ich noch über ihnen einen Stock höher gewohnt habe. Manchmal habe ich das Geschrei der Kinder und besonders des Vaters nicht mehr ausgehalten und “Dölf” auch nicht. “Dölf” ist gestorben. Ich bin alleine und umgezogen, in eine kleinere Wohnung, wo es zurzeit noch ruhig ist. Ich bin ja im Camp in meinem “Heidiland” und ab und zu in der Wohnung. Ich habe einen Neuanfang gewagt und so geht mein Leben weiter. Um 12.30 Uhr war ich wieder im Camp im “Heidiland”. Schlafen war angesagt, ich war sehr müde.

 

Auch mit Blacky musste ich noch einen grossen Spaziergang machen. Dann habe ich eine Stunde geschlafen. Später kam der Schreiner, um das Schloss “original" zu montieren. Ja ich bin froh. Nicht über die gesalzene Rechnung, die er mir präsentiert hat, aber einfach froh, wieder Ruhe zu haben. Ruhe, ohne Wut und ohne Stress. Jetzt muss noch ein Elektriker her, der mir noch das Licht installiert und dann kann ich in Ruhe den Sommer geniessen, so hoffe ich.

 

Mein Wintergarten-Vorbau sieht schön aus. Es fehlen noch ein paar Dinge. Meine Tochter hat mir einen schönen Fisch aus Metall aufgehängt und den kann ich als Schlüsselbrett benutzen oder um andere Sachen aufzuhängen. Ja, mein Sonnenschein hat den für mich kreiert.

 

 

  1. Juni

Ich bin um 9.30 Uhr aufgestanden und mit Blacky in den Wald spaziert. Dann kam das Frühstück und weiter ging es, indem ich die Wäsche aus dem Trockenraum holte und einkaufen gegangen bin. Als meine Tochter um 16.00 Uhr gekommen ist, bin ich schon müde gewesen. Ja, die Wäsche versorgen, bügeln, die eingekauften Waren in den Kühlschrank legen: Fleisch, Joghurt u.s.w. Die Kälte ist fast unerträglich. Am Morgen war es gerade noch 8° Celsuis kalt: Regen, Regen, Wind und es ist einfach ein Wetter zum „möögge“, zum davonlaufen. Dahin, wo es warm ist. Das geht aber nicht, denn im Moment könnte ich gar nicht allein in die Ferien fahren. Ich vermisse meinen "Dölf". Ich weiss, dass er nicht mehr da ist. Aber er ist in meinem Herzen immer noch präsent.

 

P.S. die Rosen, die ich an der Stelle, wo wir, meine Tochter, meine Enkelkinder und ich, ihn oder seine Asche verstreut haben, diese Rosen blühen noch. Und wir haben das am 14. Oktober gemacht. Die Rosen blühen noch acht Monate nach seinem Tod. Am Nachmittag ist meine Tochter gekommen, um meinen Laptop auf Vordermann zu bringen. Wir sassen vier Stunden vor meinem P.C. Sie hat meine Fotos programmiert. Nun bin ich im Facebook, kann chatten und geniesse es auch. Es klappt schon gut.

 

Zum Nachtessen hat meine Tochter ein Fondue mitgebracht. So hatten wir etwas Feines, das ich für mich alleine gar nicht zubereite. Um 19.30 Uhr ging Sandra nach Ha use. Ich bin glücklich, dass sie die Zeit genossen hat, in der sie mich in die neue Welt eingeführt hat, um zu leben, zu chatten, um Freunden zu schreiben, zu geniessen und dazu zu lernen. Das hat eine gute Wirkung auf mich gehabt.

Am Abend um 21.30 Uhr sind dann noch Monika und Daniel (aus Basel) bei mir gewesen.

 

Wir haben eine Flasche guten Wein getrunken und über Gott und die Welt gesprochen. Es war z'fride. Heute habe ich kompensiert und die Welt vergessen: Habe vergessen, die Tabletten einzunehmen, vergessen, dass Blacky Hunger hat. Ich bin in einer an deren Welt zu Hause, genau das, was ich eigentlich nie wollte. Es musste so sein. Wer nichts wagt, gewinnt nichts. Ich habe gewonnen, gelernt und kann nun schon Vieles auf dem PC anschauen, ihn bedienen, darauf lesen u.s.w.

 

 

  1. Juni

Am 21. Juni im Jahr 1968 habe ich um 11.15 Uhr meine erste Tochter Gabriela im Lindenhofspital in Bern geboren. Die Geburt geschah, wie bei meinem Sohn, per Kaiserschnitt. Wir haben uns so sehr über unser Mädchen gefreut: Wir haben einen Buben und ein Mädchen gehabt! Das war ganz toll. Alles verlief normal, aber ja, sie hatte ihren eigenen Kopf. Sie kam spielend durch die Prüfungen, hat alles überspielt und uns getäuscht. Sie hat die Schule und danach die Lehre bei einem Sportartikelgeschäft abgeschlossen. Dann hat sie zusätzlich noch Maurer gelernt, war aber nie zuverlässig. Sie hat alles, was sie anpackte, mit dem Mund schon fertig gehabt, bevor sie angefangen hatte. Dann ist sie im “Brune Mutz” nach dem Arbeiten in schlechte Kreise geraten. Zuerst ist es nur Bier gewesen, das war normal. Aber später kamen Drogen dazu und das war der Anfang vom Untergang. Was alles dann passiert ist, kann ich nicht beschreiben. Sie ist schliesslich heroinabhängig gewesen. Ich glaube, wenn ich anfange zu beschreiben, wie das war, bekomme ich “Weinkrämpfe”. Oh, es folgten Entzüge in Portugal, Entzüge in der Provence. Immer war sie abgehauen und

total verladen aufgefunden worden. All die Gespräche und die Billete hatten wir bezahlt und die Entzugskur auch. So ging dann auch unsere Ehe auseinander.

 

Oder sie ist abgehauen und total verladen total verladen nach Hause gekommen. Und das Spiel hatte wieder von vorne angefangen. Ich hatte es fast nicht ausgehalten. Dann zog sie aus, weil ich ihr einmal sagte, als sie wieder morgens erst um 2.30 Uhr mit dem Taxi nach Hause gekommen war, dass sie unser Familienleben kaputt machte.

 

 

 

Die Taxikosten bezahlten immer wir. Ja, und dann waren noch andere Drogen dazu gekommen, Alkohol, Anzeigen wegen Dealerei, Schlägereien, Bussen von der Bahnpolizei, der Kantonspolizei und zuletzt Verhandlungen wegen Handel mit Drogen. Dann hatte sie auch noch meine jüngere Tochter, unser drittes Kind Sandra, Jahrgang 1971, in die Drogenszene mit genommen. Beide Töchter waren dann bei einer Freundin in die Wohnung an der Str.?? eingezogen und hatten zu dritt Drogen konsumiert. Nach dem Gurtenfestival war dann die Freundin neben Gabriela und Sandra im Bett wegen Drogenkonsum gestorben. Die Freundin hatte aber "Astma", aber  am Festival auf dem Gurten Drogen konsumiert Gehabt. Meine Töchter waren aber nicht mit ihr zusammen gewesen. Und ja, Gabriela hatte einen Schock. Sie hatte nicht gewusst, dass die Freundin Asthma gehabt hat. Sie hatten nicht gewusst, was alles die Freundin konsumiert hatte. Aber der Vater der Freundin wollte unsere beiden Töchter wegen unterlassener Hilfeleistung verklagen. Bloss, als der Tod eintrat, hatten sie ja geschlafen. Aber dann hatten sie den Notfall angerufen.

Ja, und ich hatte wieder alles ausgefressen: Mit der Polizei, mit dem Vater der Freundin, ich räumte die Wohnung, und, und, und! Und trotzdem war ich immer für sie da. Beide Töchter kamen wieder nach Hause. Die Jüngere konnten wir retten. Ich hatte stundenlange Gespräche mit ihr gehabt. Sie kam von den Drogen weg. Sie sagte mir aber, dass meine ältere Tochter süchtig ist. Uns so ging es wieder in den Entzug nach Münsingen, die die Waldau, u.s.w.

Am 3. Dezember 1995 ist meine ältere Tochter gestorben. Starb sie an den Drogen, am Alkohol, an sonstigen Einwirkungen? Das Verfahren gegen ihren damaligen Freund wurde eingestellt. Sie ist in der Wohnung, die sie mit einem Alkohol- und Drogensüchtigen geteilt hat, im Badezimmer ohne Fremdeinwirkung gestorben. Sie hat sich wegen einem Kreislaufkollaps mit der Bluse am Handtuchhalter unter dem Lavabo erhängt. Als der Freund sie gefunden hat, war sie tot und blau angelaufen. Ja, so soll es gewesen sein. Wie, wenn, und aber? Es ist passiert. Sie fehlt mir heute noch, obwohl sie bei uns alles kaputt gemacht hat.

 

 

 

 

1990 war bei mir Brustkrebs diagnostiziert worden. 1990 wurde mir eine Brust amputiert. Schon damals war ich total am Limit meiner Lebenskraft gewesen. 1995 war meine Ehe zerbrochen, der Mann ging weg. 1995 starb meine ältere Tochter. Es war einfach zu viel, was da passiert ist. Mehr durfte nicht sein.)

 

Ich habe mich aufgerappelt. Mein Motto war jetzt will und muss ich weiterleben. Ich habe ja noch zwei Kinder, die eigentlich erwachsen sind. Aber die brauchen mich. Ich habe mir eine neue Wohnung gemietet, habe ein neues Leben angefangen und einen neuen Mann gefunden.

 

 

  1. Juni

Ein neuer Tag hat begonnen. Ich bin früh aufgewacht. Ich habe zum Ziel gesetzt, bei mir, meiner Tochter und Edith (einer Nachbarin) die Rasen zu mähen. Dann bin ich einkaufen gegangen und musste mit mit Blacky zum Tierarzt. Er hatte Ohrenschmerzen. Er bekommt Tropfen ins Ohr und Tropfen in die Augen, damit er nicht erblindet. Das mache ich jeden Tag. Er ist mein treuster Begleiter. - Was würde ich machen ohne meinen Mann? – Jetzt ist es so, er ist gestorben. Ich bin zurückgeblieben, bin aber nicht alleine. Blacky lebt bei mir, der mich sehr liebt und „Dölf“ immer sucht. Er ist so treu, will immer dahin, wo “Dölf’s” Mobilheim war. „Dölf“ ist nicht mehr da und ich sage  es ihm. Oder: „Wie sage ich das meinem Hund.“ Es gibt immer noch Leute, die nach “Dölf” fragen. Ich vermisse ihn sehr. Nun geht mein Leben weiter. Es muss und ich will. Es muss für Blacky, denn er braucht mich. Ich liebe das Leben, sehe das Bett und freue mich jeden Abend. Zwar bin ich alleine, aber für “Dölf” so das Beste. Er ist erlöst worden, konnte sterben.

 

 

  1. Juni

Heute musste ich in die Wohnung fahren und schauen, dass meine Orchideen Wasser bekommen.

 

Die Sonnenstore habe ich hinunter gedreht, denn Orchideen lieben es nicht, wenn die Sonne direkt auf die Blätter scheint.

Zuerst gehe ich mit Blacky Gassi, gekämmt und gewaschen. Das mache ich, ehe ich mit Blacky in den Wald gehe. Ich kann ja nicht als “Vogelscheuche” in den Wald, sonst wird es kein Gezwitscher geben. Frühmorgens im Wald, diese Ruhe, die Tierlaute hören und leben; Es lebt der Wald, Das ist eine Oase der Ruhe. Schön, dass es noch einen Wald gibt, der nicht abgeholzt ist. Freue mich jeden morgen. Dann erst komm ich zu meinem Frühstück.

Heute habe ich dann die Post geholt, etwas Kleines eingekauft und das Auto für den Abgastest angemeldet. All das hat “Dölf” immer gemacht. Nun muss ich einkaufen, das Autos reparieren lassen, Reparaturen im und am Mobilheim organisieren. Alles hat er gemacht. Ich aber schaffe das. Das Leben geht weiter, weiter. Es geht mit meinem Hund weiter, der mir mit seinen treuen Augen zeigt, dass er mich liebt. Nun ist es Zeit, dass ich ins Bett gehe. P.S. Meine jüngere Tochter, mein Sonnenschein war auch da.

 

 

  1. Juni

Ich habe früh am Morgen Maria mit Hund Babette getroffen. Das ist eine etwas falsche Hündin. Hat schon viele Hunde gepackt und gebissen. Sie ist 14 Jahre alt. Ich glaube, dass sie irgendwo Schmerzen hat.

Ja, die Maria hat ihren Mann verloren, oder er ist abgehauen, 

oder auf dem Neuenburgersee ertrunken. Er war mit der Freundin auf seinem Schiff gewesen, als ein Sturm aufzog. Die Freundin hatte mit der Schwimmweste an Land schwimmen können. Er ist seit damals, seit c.a. drei Jahren, unauffindbar. Das Schiff ist weg, der Mann ist weg. Maria hat ein Haus, wo es düster ist und sie alleine. Sie weiss nicht einmal, ob er doch noch einmal zurück kommt. Gefunden hat ihn die Seepolizei nie. So lebt Maria alleine im Hause mit Hund Babette und weiss nie, ob er doch noch zurück kommt. Ich weiss wenigstens, wo “Dölf” ist. Er kommt nie wieder. Er ist wirklich gestorben. Und ich, wie Hund Blacky, bleiben alleine zurück. Rosmarie (einer Bekannten) kam dann auf einen Besuch zu mir. Sie ist auch Witfrau und meistert ihr Leben ganz gut. Ihr Mann war auch sehr krank. Er hatte Speiseröhren- und Lungenkrebs.

 

Sie hat auch viel durchgemacht, gelitten. Noch länger als ich, ist Sie mit ihrem Mann viele Male in die Insel gefahren. Sie hat Operation um Operation, Chemotherapie und Notfall mit ihm durchgestanden, ein Drama. Es hat gut getan, mir ihr zu plaudern. Es war eine Abwechslung in meinem eigentlich einsamen Dasein. Mich nervt manchmal, dass viele Leute mich fragen: “Wie geht es Dir?“ Meistens wollen oder fragen sie das einfach, um gefragt zu haben oder um etwas zu erfahren. Nicht um meinetwillen. Ich weiss, dass ich mein Leben meistere, ob allein mit Blacky. Aber ob ich irgendwann wieder einen Partner kennen lern werde, ist fraglich. Blacky lässt das nicht zu.

 

Um 18.00 Uhr ist dann noch der Elektriker gekommen. Er wird mir meine Lampen anschliessen, damit ich mehr Licht habe. Schön, dass es ihn gibt. Ich kenne ihn seit über 30 Jahren.

 

 

 

 

  1. Juni

Heute bin ich früh aufgestanden, denn ich wollte in die Stadt Bern, um etwas zu erledigen. Ich habe auf der Bank ein Gespräch schliessen. Ich glaube es hört nie auf: Das und jenes musst du noch erledigen. Ich habe Blacky mitgenommen und im Bahn hof Parking geparkt. Da kann man vorne seitwärts links und rechts hineinfahren. Ich habe den richtigen Weg gewählt. Dann bin ich zur Kantonal Bank spaziert. Nun ist das auch geregelt. Die Uhr von Jean-Piaget habe ich am Bärenplatz zur Reparatur abgegeben. Am Montag muss ich um 10.00 Uhr wieder auf der Banks sein, um den Schmuck und das Silbergeld zu verkaufen. Dann muss ich die Uhr abholen. Danach werde ich aber ruhig sein, denn dann muss ich nicht mehr Angst haben, mir könnte etwas gestohlen werden. Meine Tochter hat wegen der Unordnung meiner Enkelin Streit mit ihr gehabt. Die Unordnung habe ich im Camper gesehen, aber es ist nicht meine Arbeit, etwas dazu zu sagen. Es nützt nichts, weil ich ja nur die Grosi bin.

 

 

 

Ich habe in die Wohnung und den Schmuck zu holen. gehen müssen. Ich will nicht auf das ganze Geld aufpassen, dass es mir nicht gestohlen wird. Auf der Kantonalbank hatte ich ein Rendez-Vous, um alles zu verkaufen. Nun sind die Münzen und die Vreneli verkauft und ich brauche nicht mehr darauf aufzupassen. Es ist aber immer ein Einschnitt in meine Leben. Erinnerungen an die Zeit mit „Dölf“ werden wach. Daran, als wir zusammen waren und die Liebe auch nicht zu kurz kam. Es sind schöne Jahre gewesen. Mir ging es gut und ihm auch. Bis dann die Probleme angefangen haben und er krank wurde. Ich sehe immer noch die fragenden Augen, die Hilflosigkeit, wenn er keinen Atem mehr hatte und geweint hat. Er hat aber immer gesagt: “Du hast Brustkrebs überlebt, hast es geschafft, damit zu leben, zu kämpfen, weiter zu leben. Du schaffst es auch ohne mich, wenn ich sterben sollte.“ Von sich aber hat er gesagt: „Ich schaffe das nicht ohne Dich. Dann gehe ich auch, mit Blacky“.

 

Ich weiss nicht, ob ich das schaffe. Ich möchte schon. Bloss frage ich mich, ob ich das überhaupt will, denn ich vermisse ihn so. Ich wünsche mir, dass er seine Ruhe gefunden hat da oben, wovon niemand weiss, wie es da oben ist. Meine Tochter und ich aber sagen immer zueinander: „Er hat seine Ruhe und würde sich freuen, wenn er sehen würde, wie es uns geht, wie ich das Leben meistere. Jede Hürde, jede Kritik, jeden Angriff der Steuerbehörde, der Leute, die mir jetzt auf die Finger schauen, ich meistere das. Aber das bin ich mich gewöhnt. Das haben sie vorher schon gemacht und nicht gemerkt, wie ich schlecht es mir ergangen ist. Mein Leben geht weiter, weiter, so Gott will.

Ich schaffe das, weil ich nach aussen stark bin. Nach innen ist manchmal eine abgrundtiefe Leere, ein Gefühl der Einsamkeit. - Ich bin allein mit Blacky, er braucht mich und ich ihn auch -. Wir bleiben zusammen, so lange mich meine Füsse tragen. Danke Blacky.

 

 

 

 

 

 

  1. Juni Samstag

Heute ist mein Sonnenschein gekommen. Wir haben „zäme käfelet”. Es ist wunderschön, so eine Tochter zu haben. Wen interessiert es schon, wie es mir geht? Doch, Monika und Daniel (aus Basel)! Sie besuchen mich immer, wenn sie in den Camp kommen. Schön, dass es sie gibt. Freunde zu haben, ist das Schönste auf der Welt. Sie machen mein Leben lebenswert. Wenn jemand stirbt, sind die Freunde dünn gesät. Als Frau ohne Partner ist es schwierig, an der Gesellschaft teilzunehmen. Schwierig ist es alleine deshalb, weil die meisten denken: “Die sucht einen Mann“. Wie sollte eine Frau den Mann, der gestorben ist, einfach so schnell vergessen? Ich kann das nicht. Er wird immer in meinem Herzen bleiben und vergessen kann ich ihn sowieso nicht. Er hat mich verwöhnt, als er noch lebte. Und jetzt hat er finanziell gesorgt, dass ich gut leben kann. Leider bin ich noch nicht bereit, vom Geld Gebrauch zu machen. Kommt Zeit, kommt Rat.

 

 

  1. Juni Sonntag

Es ist eine komische Luft, die Kopfweh bereitet. Es kann doch nicht sein, dass ich mit Kopfweg erwache. Das kommt so gut wie nie vor. Aber das tut nichts zur Sache. Muss mit dem Hund Gassi gehen, so oder so. Keinen Menschen habe ich im Wald getroffen. Wieso bleiben all die Leute, die Hunde besitzen, im Bett? Ja klar, ich war ja schon um 7.00 Uhr wach Aber Blacky ist happy, wenn er raus kann. Meine Tochter hat bis mittags ausgeruht und ich habe „blüemelet“, wie immer Sonntags. Das macht keinen Lärm und ich habe meine Freude dran. Meine Tochter hatte Besuch von Sabrine Besuch von Christina und Daniel (Bekannte meiner Tochter). Und ich habe dann auch noch

Besuch von meinem Sonnenschein gehabt, bevor sie nach Hause gegangen ist. Es ist jedesmal ein Lichtblick, wenn sie kommt.

Ob wohl es ihr auch nicht immer gut geht, strahlt sie immer. Wir zwei sind ein Herz und eine Seele. Das ist so schön. Danke. Um 18.30 Uhr ist sie nach Hause gefahren.

 

 

 

 

  1. Juni

 

Musste früh aus den Federn.

Ich hatte auf der BK-Bank ein Rendez-vous mit dem Chef vom Münzenkontor. Ich will meine alten Münzen loswerden. Und die Goldvreneli, die verkaufte ich ja am Freitag. Es ist alles rund gelaufen. Das Geld liess ich mir auszahlen.

Ich bin froh, dass ich das erledigt habe. Wenn ich etwas habe, das mir gestohlen werden kann, ist immer eine Unruhe in mir. Das ist auch erledigt. Am Montagmorgen bin ich in Sachen Erben unterwegs gewesen und ich habe immer einen kalten Schauer über meinen Rücken. Es ist so, als würde ich etwas Verbotenes machen.

Am Nachmittag habe ich ausruhen müssen. Vorher bin aber noch mit Blacky spazieren gegangen. Er ist ja alleine zu Hause gewesen. Nun ist das auch erledigt und ich bin zufrieden, dass ich nicht mehr auf die Vreneli und die Münzen aufpassen, sie hüten muss. Ja, und mein Leben geht weiter, weiter, einfach so, weil ich das will. Und weil Blacky mich noch braucht. Ich liebe ihn. In ihm geht das Leben von “Dölf” weiter, weiter.

 

 

  1. Juni

Heute hätte ich eigentlich Yoga gehabt. Aber ich musste auf eine weitere Bank. Um 9.00 Uhr war ich zu einem Gespräch mit dem Chef, Herrn  angemeldet. Ja, es geht um eine Geldanlage. u.s.w. Ich muss ja jetzt das doppelte an Erbschaftssteuer bezahlen. Das nervt mich zwar, aber was soll’s. Im Weiteren Steuern zahlen, und den Vor bau, und das Glas, und… Es ist genug Geld da. Aber ich bin noch nicht bereit,

das Geld zu nehmen, das "Dölf" so hart verdient hat. Ob ich das verrechnen werde, das weiss ich nicht. Denn ohne mich wäre er hilflos gewesen. Und er war sein 14Jahren mein Lebenspartner. Wir hatten eine schöne Zeit. Monika und Daniel sind auch im Camp gewesen. Sie haben mich besucht. Das freut mich immer. Ja und dann kam noch mein Sonnenschein. Welche eine Freude, das geniesse ich. Wir haben

noch einen Schlummertrunk mit ihr genommen und über Gott und die Welt geredet. Es hat Spass gemacht und nun bin ich hundemüde und gehe in mein Reich.

 

Dahin, wo ich schlafen und ein neues Leben beginnen kann.

Gute Nacht, bis morgen, auf einen neuen Tag.

 

 

  1. Juni

Heute bin ich erst um 8.15 Uhr aufgewacht. Ich habe sehr gut geschlafen und von einer Welt geträumt, in die ich noch zurück kommen will. Ich schaffe das, da bin ich sicher, mit Blacky, unserem gemeinsamen Hund. „Dölf“ hat ihn so geliebt. „Dölf“ ruhe sanft. - Du bist geborgen, hast keine Schmerzen mehr, und ich muss mich auch nicht mehr um Dich ängstigen. Muss deine fragenden Augen nicht mehr sehen und das Nachluftringen -.

Ich habe mit meiner Tochter gefrühstückt und über ihre Kinder geplaudert. Als Alleinerziehende hat sie es nicht immer leicht. Doch ich bin für sie da. Ich stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Heute hatte ich Besuch von jemandem, den ich übers Facebook kennen gelernt habe. Ich kenne ihn seit April. Er hat mich angefragt, ob ich ihn in meinem Freundeskreis aufnehmen will. Meine Tochter hat mir gezeigt, wie das geht. Und so haben wir uns über Nachrichten senden kennen gelernt. Dieser Besuch kam für mich überraschend. Der Mann hat mich schon über Nachrichten gefragt;,“Wo ist denn das „Heidiland?“. Die meisten Leute um mich herum wissen das. Ich habe ihm geschrieben, es liege im Camp Thörishaus, weil er gedacht hat, das liege im Bündnerland. Er fragte mich, natürlich über Nachrichten, wo ich sei. Ich habe ihm geantwortet: „Wenn mich jemand finden will, dann kann man das“. Daraufhin hat er sich in der Beiz durchgeboxt und sie haben ihm gesagt, wo ich wohne und wo das „Heidiland“ ist. Plötzlich ruft jemand an der Tür: „Hallo“ und wer war da? Mein Facebook-Freund. Wir haben fast drei Stunden über unsere Verluste, über die Verstorbenen und über unsere Arbeit und uns gesprochen. Ich redete übers blüemele, gärtele und er über sein Geschäft, wo er immer auf Achse ist. Er hat gesagt, es gefalle ihm hier und dass er spontan gekommen ist, hat mich sehr gefreut. Um 17.30 Uhr hat er sich verabschiedet. Es war ein schöner Nachmittag. Ich hatte mein Badekleid an und so habe ich mir einen schönen Wickelschal darüber angezogen.

 

 

 

Aber, die Gespräche, die wir geführt haben, waren hilfreich und sinnvoll. Er hat ja auch seinen Vater verloren. Er weiss, wie das ist, wenn man einen lieben Menschen verliert.

Es ist alles testamentarisch geschrieben worden. Ich bin die Alleinerbin, habe aber noch nichts von seinem Geld angefasst. Es tut mir im Herzen weh. Mich hat der Besuch sehr aufgestellt und mir gezeigt, dass es auch noch andere Menschen gibt, die alleine sind. Ja, der Taxifahrer und meine Tochter haben mir den Tag versüsst.

 

So dürfte es immer sein. Nun ist Zeit, schlafen zu gehen und zu träumen von einem Prinzen, der die Prinzessin wieder wachküsst. Ich hoffe das. Ich freue mich auf einen neuen Tag. Guet Nacht zäme.

 

  1. Juli

Schon um 5.30 Uhr bin ich wegen den Krähen aufgewacht, die irgendetwas auf meinem Mobilheimdach zerlegt haben. Das war ein Lärm! Ich habe, als ich aufgewacht bin, mit der Hand an die Wand geschlagen, aber nur mein Hund wurde davon wach. Der Lärm hat nicht aufgehört. Ich bin hinaus gehuscht und habe mit dem Wasserstrahl gespritzt. Endlich sind die Krähen weggeflogen. Aber mein Schlaf war auch weg.

So bin ich um 7.00 Uhr mit Blacky Gassi gegangen. Aber ich bin den ganzen Tag müde. Die Vögel haben mir den Schlaf geraubt. Ich habe heute zwischendurch meinen Schlaf nachgeholt. Nun wäre ich eigentlich fit für den Ausgang. Aber mein Gang geht ins Bett. Ich bin so müde und bekomme zu wenig Atem. Schuld daran ist das “Ozonloch”, merke ich. Ich habe ausserdem mit dem Taxichauffeur gechattet. Der hatte aber auch keine Zeit. Etwas später habe ich bei Edith, bei meiner Tochter und bei mir gewässert. Es war schon 21.45 Uhr, als ich fertig war.

Der Taxichauffeur hat doch noch etwas von sich hören lassen. Er hat einen strengen Tag gehabt, hat viele Krankenfahrten absolviert. Ich kann es verstehen, als Taxifahrer muss man das tun. Bei dieser Hitze wäre das nichts für mich. Ich wäre heute am liebsten eine Maus gewesen. hätte ich mich in ein Erdloch verkriechen können und erst wieder herauskommen müssen, wenn die ganze Hitze vorbei ist.

 

Das bin ich aber nicht. Zwar akzeptiere ich, dass die Leute manchmal denken: „Ja, die, die hat gut lachen. Es geht ihr gut“. Aber was heisst gut? Das ist relativ. Ich mache das Beste draus. Ich will und werde mich nicht verkriechen. Ich bin da. Ich bin ein liebenswerter Mensch und das will ich bleiben. Danke und e Gueti Nacht.

Es ist jetzt 1.00 Uhr. Das ist meine Zeit, zu der ich ins Bett gehe. Ich hoffe bloss, dass morgen nicht wieder die Krähen auf meinem Dach lärmen, denn sonst kräht auch kein Hahn nach mir. Wie soll er denn? Ich höre nichts, sehe nichts, weiss aber was, wie, wenn passiert.

 

 

  1. Juli Freitag

 Mein Nachbar im Cämp konnte nach Hause und hat nichts. Wozu war er denn im Spital? Ja, das ist sein Leben. Ich habe mein Leben und manchmal mit Sorgen wegen meiner Tochter. Sie hat zurzeit Probleme mit den Kindern.

 

Sie fühlt sich einfach nicht mehr zu Hause. Die Tochter hat eine Unordnung und der Sohn die faulen Sprüche, wie sein Vater. Der hat sich nie um die Kinder gekümmert und keine Alimente gezahlt. Der Staat hat Bevorschussungen ausgerichtet. Der Vater hat seine Rechnungen nicht bezahlt, Schulden angehäuft und noch mehr. Alles auf einem Stapel. Meine Tochter hat die zwei Kinder erzogen, gearbeitet und er führt bloss die grosse Klappe. Ich habe nichts gegen den Vater der Kinder: Mir hat er beim Umzug geholfen. Zu mir ist er nett und anständig. Aber für seine Kinder hatte er nie und hat er keine Zeit. Alle hacken auf meiner Tochter herum. Niemand sagt einmal: Danke. Kaufen können sie alles, denn Mami kann es richten. Ja, und das ist zu viel.

 

 

  1. Juli

Manchmal ist das Leben hart, sehr hart. Ich muss mit meinen Nachbarn umgehen. Es wird mir auf die Finger geschaut und dabei bin ich 68  Jahre alt, alleine mit Bläcky und meistere mein Leben. Ich geniesse, lebe, spaziere, gehe einkaufen und habe auch Besuch. Es ist kein Herrenbesuch, aber trotzdem wird mir schnell etwas angedichtet.

 

Na ja, ich bin alt genug um zu wissen, was ich mache. Ich hatte „Dölf“ so lieb und werde diesen lieben, treuen Lebenspartner nie vergessen. Ich bin am Abschlussfest meines Enkels dabei gewesen. Es war super, was die Klassen aufgespielt haben. Musicals, deren 5 und eines schöner, als das andere. Von Hair bis zu Maria, Musik der 60er Jahre mit viel Rock n’Roll. Es war so toll, dass ich mit meinen Gefühlen in die 60er Jahre zurück versetzt wurde. Ich konnte nicht mehr ruhig sitzen, weil mich die Musik in meine jungen Jahre versetzt hat. In den 60er Jahren bin ich halt zu Hause. Damals war ich gerade mal 18 Jahre alt und wir tanzten bis in die Frühen Morgenstunden.

 

 

  1. Juli

Heute hat mich meine Tochter besucht. Ihre Seele ist krank. Sie hat zurzeit Probleme mit ihren Kindern. Sie ist einfach diejenige, welche die Arbeit verrichtet und die beiden Kinder machen sich über Mami lustig. Ich habe gespürt, dass es ihr nicht gut geht. Die Wohnung ist zu klein. Dreieinhalb Zimmer reichen nicht, wenn Mami und Tochter ein Zimmer teilen.

 

Meine Enkelin ist unordentlich und meine Tochter und ihr Sohn räumen hinter her. Für mich ist d das nichts Neues. Ich habe jahrelang hinterher geräumt und nie einen Dank bekommen. Ich habe vollzeit gearbeitet, um die Ausbildungen mit meinem Geld zu bezahlen. Und was ist dann passiert? Meine verstorbene Tochter und mein Sonnenschein sind auf die schiefe Bahn gekommen. Wer hat das wieder ausgebügelt? Das waren ich und mein Ex-Mann. Er hat auch viel getan und Entzüge mit meiner verstorbenen Tochter durchgezogen.

 

Das war 1990. Da war meine verstorbene Tochter ausgelernt und als Akkordmaurerin abgesackt. Sie hat meinen Sonnenschein mit hineingezogen und, und… Ich war diejenige, die das alles ausgefressen, das heisst, bezahlt hat. Ja, aber plötzlich war meine Krankheit, der Brustkrebs, da, und niemand hat sich um mich gekümmert. Der Junior ist nach einer Nacht- und Nebelaktion mit Freundin und Kindern nach Italien abgehauen. Er hatte ein Geschäft gehabt, ein Maurergeschäft.

 

Aber da, wo er gearbeitet hat, wurde er nicht bezahlt. Mein Sohn ist Konkurs gegangen und davongelaufen, nach Italien. Den Schuldenberg mit der Wohnung, Strom und alles, was noch zu bezahlen war, haben wir bezahlt. Als ich während vier Wochen in Jegenstorf im Spital lag, hat ein einziges Telefonat mit mir gemacht.

Meine verstorbene Tochter hat mich in diesen vier Wochen einmal besucht, mit Saufkumpanen und der Bierflasche in den Händen. Ein Lärm war das, ich musste mich wegen ihr vor den anderen Patienten schämen. Betrunken war sie.

 

 

  1. Juli

Ich habe gut geschlafen und bin um 8.30 Uhr erwacht. Als Erstes bin ich mit Blacky in den Wald spaziert und habe später das Frühstück für meine Tochter und mich bereit gemacht. Sie ist heute anders gewesen. Sie nervt sich und hat sich dann auch um 13.00 Uhr auf den Heimweg nach Düdingen gemacht, um nach dem Rechten zu sehen. Verabschiedet hat sie sich bloss mit einer SMS. Ich war gerade unterwegs, um mein Postfach zu leeren.

Als ich nach Hause kam, hatte ich plötzlich schnelles Atmen und krampfartige Herzschmerzen. Ich habe mich hingelegt und ein Herzmedikament eingenommen. Um 14.30 Uhr ging es mir wieder besser.

 

Was das war, weiss ich nicht. Wahrscheinlich hat es wegen “Dölf’s” DVD angefangen, die mir mein Bruder Heinrich geschenkt hat. Er machte das, um “Dölf” zu ehren und um ein Andenken an ihn zu bewahren. Irgendwie habe ich nichts verarbeitet. Die Gefühle zu “Dölf”, die ich immer noch habe, waren präsent und so ist es eigentlich den ganzen Tag gewesen. Ich war neben meinen Schuhen und habe mich im Kreis gedreht. Mein Herz hat verrückt gespielt. Ich wusste, dass ich wieder zu fest an ihn dachte. Ich bin so traurig wie schon lange nicht mehr gewesen. Jetzt aber höre ich schöne Musik und ich weiss, dass mein Leben weiter gehen muss, um für Blacky da zu sein. Es muss weiter gehen, damit ich ihm helfe, dass er nicht erblindet. Ich muss, ich will, ich möchte noch da sein für alle, die mich so lieben wie ich bin. Für die, die mir ein bisschen von meiner Bürde tragen und mich trösten.

 

 

Heute ist niemand da gewesen. So habe ich den ganzen Tag meinen Rucksack getragen. Ich habe ihn Stück für Stück ausgepackt. Nun ist er leer. Die ganze Last ist weg. Und das Leben geht weiter, weiter. Danke.

 

 

  1. Juli

Früh am Morgen waren die Herzbeschwerden wieder da. Ich fühlte so ein Stechen in der Herzgegend. Nach dem Spaziergang mit Blacky habe ich mein Herzmedikament eingenommen genommen und bin noch einmal ins Bett gegangen, habe mich hingelegt. Um 11.00Uhr war es besser. Ich hatte mich ja für 10.00 Uhr zur Maniküre angemeldet, um meine Nägel schön zu machen. Das hat mich abgelenkt und so sind die Schmerzen vorbei gegangen. Ich konnte mit der Nagelstylistin reden. Ja, reden ist wichtig.

Meine Tochter hat mich zum Essen eingeladen. Ich habe es sehr genossen, bei ihr zu sein. Um 13.00 Uhr war ich wieder zurück bei Blacky. Er war ruhig, es hat auf jeden Fall niemand reklamiert. Am Nachmittag dann habe ich ein Schläfchen gehalten. Die Schmerzen waren gewichen. Am Abend hätte noch den Abschlussball meines Enkels stattgefunden . Ich mochte aber nicht mehr mit dem Auto nach Tafers fahren. Es strengt mich an, bei dieser grossen Hitze zu fahren. Aber mit Blacky bin ich auf der grossen Tour spazieren gegangen. Wir sind um 19.30 Uhr aufgebrochen, da ist es auch nicht mehr so heiss. Später habe ich noch mit meiner Tochter gechattet.

 

Sie hat die Fotos vom Abschlussfest ihres Sohnes auf Facebook ins Internet gestellt. Die Bilder habe ich noch angeschaut. Und schliesslich habe ich den Fussballmatch gesehen, den Holland gewonnen hat. Um 24.30 Uhr bin ich ins Bett, nachdem ich Tagebuch geschrieben hatte.

 

 

  1. Juli

Heute habe ich bis um 9.00 Uhr geschlafen. Ich glaube, das brauchte ich und ich habe mich erholt. Heute ist der 7. Juli, alles okay.

 

 

Ich habe keine Herzbeschwerden. 9.00 Uhr ist für mich sehr spät, denn normalerweise stehe ich zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr auf. Vielleicht hat es auch an der Hitze gelegen.

Meine Tochter hat angerufen und gefragt, ob ich ihre Hunde hüten könnte. Sie hätte ein Vorstellungsgespräch bei Swisscom. Und am Abend würde sie arbeiten. Ja, so ging ich dann mit den drei Hunden im Fluss baden. Auf mich hatte das auch eine gute Wirkung.

 

P.S. Ich habe schöne Fingernägel. Die Nagelstylistin hat das toll gemacht. Ich kann sogar jäten, kein Problem. Das hat mich sehr gefreut. Es war schön bei ihr. Meine Tochter kam um 18.00 Uhr etwas eher, musste aber dann noch einmal gehen, zur Arbeit. Ja, ich bin später noch einmal spazieren gegangen. Um 20.30 Uhr kam meine Tochter zurück. Wir haben zusammen den Fussballmatch Schweiz gegen Deutschland geschaut und uns gefreut, dass die Deutschen verloren haben.

 

 

  1. Juli

Ich bin um 7.00 Uhr aufgestanden. Ich habe gut geschlafen, obwohl ich erst um 2.30 Uhr ins Bett gegangen bin. Die Nacht war kurz. Heute ist mein Waschtag in der Wohnung und ich habe mich um 7.00 Uhr eingeschrieben. Angefangen habe ich um 7.30 Uhr und bin um 11.30 Uhr fertig gewesen. Um 13.00 Uhr bin ich im Camp ja bei mit meiner Tochter bei Rolf und Mercedes die Dominikanischen Nachbarn zum Mittagessen eingeladen gewesen. Das Essen hat fein geschmeckt. Das Menu hat bestanden aus: Lammfiletplätzli, gebratenen Kartoffelscheiben und Ratatouil. Zur Vorspeise wurde Rohschinken mit Melone serviert.

 

Zum Apéro hat’s Champagner, zum Essen einen guten Tropfen roten Wein gegeben. Es war ganz toll, so verwöhnt zu werden. Bloss ist es einfach ein wenig heiss gewesen, bei 33° Celsius. Das Essen dauerte bis 15.45 Uhr.

 

 

 

 

Um 18.00 Uhr bin ich bei Camper-Nachbarn, den "Italienern", zum Nachtessen eingeladen gewesen. Hier habe ich ein superfeines Abendbrot genossen. Das dauerte bis 21.30 Uhr. Für mich ist das sehr anstrengend gewesen. Ich war total erledigt vom vielen Reden und Essen. Dazu kommt, dass ich keinen Mittagsschlaf gehabt habe. Um 24.00 Uhr bin ich im Bett gewesen und ich konnte und mochte nicht mehr. Besser verteilt wäre gut gewesen. Aber eben, die Einladungen kamen unabhängig voneinander. Für mich ist es ja schön, wenn ich eingeladen werde. Dankeschön.

 

 

  1. Juli

Das ist sehr schwer. Eine Bürde, die ich tragen muss, annehmen muss, weitertragen muss. Mit „Dölf“ keine Pläne schmieden können, aber so weiterleben, als wäre nichts. Müssen, Du musst, das will und kann ich nicht. Das, was ich mit Blacky rund um unser Wohlbefinden mache, muss ich nicht, das will ich. Ich atme auf, wenn es Blacky morgen wieder besser geht und wir zwei Kumpel ohne Schmerzen, ohne Zwang weiterleben können. Ich hoffe, mit ein bisschen Liebe. Die bekomme ich auch von meiner Tochter und ihren Kindern. So geht das Leben weiter, weiter, morgen ist ein neuer Tag. Ich freue mich darauf.

Wer weiss, was, wie und wo? Ich bin noch da. Das zählt und das Leben geht weiter, weiter.

 

 

  1. Juli

Heute wollte ich einen freien Tag. Ich bin von den Einladungen meiner Camper-Nachbarn müde geworden. Der Tag ist schön gewesen. Zuerst bin ich mit Blacky in der Sense baden gegangen. Aber dann hatte er Probleme mit seinen Augen. Er wollte nicht mehr bis zur Sense laufen und die Rute zeigte nach unten. Ich habe gemerkt, dass er Schmerzen am Auge hatte. Was sollte ich machen?

 

 

 

 

Dann plötzlich, als ich ihm habe Tropfen ins Auge geben wollen, hat er gewinselt. Ich habe gemerkt, dass er Schmerzen hatte. Die Nachbarn wollten auch helfen. Der Hund hat es nicht zugelassen. Er hatte Schmerzen und ich musste reagieren. Also fuhr ich zum Notfallarzt. Aus Blackys Auge lief ein rötliches Sekret aus. Ich hatte Angst, dass er das Auge verliert. Das Auge musste behandelt werden. Blacky wollte fast nicht mehr zum Auto laufen. Als "Dölf" noch da war, sind wir immer zusammen mit ihm zum Augenarzt, zum Tierarzt gefahren. Blacky hatte uns beiden vertraut. Jetzt bin ich alleine und muss selbst entscheiden. Das ist nicht einfach, wenn man immer alles geteilt hat: Sorgen, Freude, Krankheiten.

 

 

  1. Juli

Ich habe etwas länger geschlafen. Blacky war ruhig, die ganze Nacht. Ich muss ihm Antibiotika geben und Tropfen ins Auge flössen. Es geht ihm besser. Ich bin froh, habe ich mich dazu entschieden, zum Notfallarzt zu gehen. Der neue Tag hat gut angefangen. Ich war bei meiner Tochter um 10.30 Uhr zum zweiten Frühstück eingeladen. Anschliessend habe ich mich vom Stress am Samstag erholt. Es ist wieder Ruhe eingekehrt. Blacky zeigt auch wieder Freude am Leben ohne Schmerzen. Es ist schwierig, wenn man plötzlich alleine ist und alle Entscheidungen selbst, ohne Partner, treffen muss. Wir haben immer alles besprochen, zusammen gemacht und zusammen erlebt. Nun bin ich alleine auf mich angewiesen, muss alleine entscheiden, was, wie, wenn gut für mich und meinen Blacky ist. Ich will es schaffen, ich muss es schaffen. Es schaffen, und die Zeit , die mir noch bleibt, schön und lebenswert gestalten. Genau, so wie “Dölf” es wollte.

 

 

  1. Juli

Ich bin um 6.00 Uhr aufgestanden. Blacky hat ab und zu gestöhnt. Nach dem Frühstück bin ich auf meiner Tour gewesen, das Postfach leeren, den Blumen in der Wohnung Wasser geben und im „Bauhaus“ Gardinen kaufen.

 

 

In der "Landi" habe ich Futter für die Hunde besorgt, und, und, und. Ich habe meinen Vorrat aufgestockt. Dann habe ich meiner Tochter den Vorschlag gemacht, die Hunde bei mir zu lassen. Ich bin in der "Sense" mit den drei Hunden baden gegangen. Es war toll.

 

Dann zog ein Gewitter auf. Ich musste meinen Hunden zwischendurch Bachblütentrofen geben, um sie zu beruhigen.

Eine Stunde hat das gedauert, die Hunde waren sehr nervös. Ich habe aber alles im Griff gehabt. Um 21.15 Uhr hat meine Tochter die Hunde abgeholt. Und so widmete ich mich dem Fernsehabend. Nun bin ich sehr müde. Heute gehe ich früh schlafen, denn ich bin sehr müde und will ins Bett. Es ist Zeit zum Schlafengehen. Guet Nacht und auf Morgen.

 

 

  1. Juli

Ich bin aufgewacht, weil meine Tochter Hundefutter, das ich ihr besorgt habe, abgeholt hat. Das ist um 8.00 Uhr gewesen. Ich habe die Schritte erkannt. Wir haben uns begrüsst. Sie hat ein Vorstellungsgespräch gehabt und so habe ich meinen Tag gestaltet, wie ich wollte. Ich bin einkaufen gegangen, und bin bei der Ärztin gewesen. Ich habe Medikamente gebraucht. Die Arztgehilfin hat gewusst, wer ich bin. Das hat mich gefreut. Ich bin also nicht nur eine Nummer. Den ganzen Tag habe ich von niemandem etwas gehört, aber das muss auch nicht sein.

Ich muss ja mein Leben selbst meistern, der Meister, "Dölf", fehlt. Ich wollte heute ein Stahlseil trennen. Ich habe alles probiert, es ging einfach nicht. Mit einer Zange, einer Elektrozange, einer Gartenschere, Haushaltschere habe ich es versucht. Es ging nichts. Ich muss meine Stahlseile vom Lisibachdach (ein zusätzliches Schutzdach vom Wohnheim) festzurren , weil nächste Nacht ein Sturm auf kommen soll. Morgen werde ich irgendwie einen Nachbarn fragen. Er fehlt mir, mein "Dölf". Er war immer da, wenn ein Problem auftauchte. So versuche ich, wenn möglich, alles alleine zu machen.

 

 

 

Morgen ist ein neuer Tag. Um 10.00 Uhr wird meine Schwägerin „Kimo“ den Hund bringen, auch ein treuer Begleiter. Sicher wird er wieder beim letzten Abendspaziergang, den Weg zu "Dölf" einschlagen, der halt nicht mehr da ist. Ja, und so werde ich immer erinnert, dass jemand fehlt. Morgen ist auch wieder der 14. Juli. Am 14. Oktober ist „Dölf“ gestorben. Es war der Tag, als die Welt für mich unterging. Er aber wollte, dass ich weiter lebe, dass ich das Leben für und mit Blacky geniesse. Das mache ich auch. Es geht weiter, das Leben geht weiter, weiter.

 

9 Monate ist es her, seit er mich verlassen hat. Ich glaube, das Trauern hört nie auf. Es war eine so schöne Zeit mit ihm. Liebe das Leben, so lange es geht; Denn nicht jedem Menschen ist dieses grosse Glück beschert. Glück, was ist das? Ja, es gibt es. Ich habe noch meinen "Sonnenschein", meine Tochter mit den Enkelkindern. Das Leben ist lebenswert.

 

  1. Juli

Heute vor 9 Monaten ist "Dölf" gestorben. Es war heute sehr heiss: 34° Grad, beinahe nicht auszuhalten. Am besten ging es mir im Wald, beim Spazieren mit den Hunden. Der Schatten der Bäume gibt mir Kraft, um bei dieser Hitze im Wald zu spazieren. Meine Schwägerin ist pünktlich um 9.50 Uhr gekommen. Es gab Gipfeli und Kaffee und war sehr gemütlich. Sie freute sich auch über meinen Vorbau. Wir hatten es behaglich, haben geplaudert und gelacht. Es ist soo schön, eine Familie zu haben, die mich mit Ratschlägen unterstützt und mich immer auch einladen. Nun ist Zeit, schlafen zu gehen und von einem neuen Leben zu träumen: Von vorne anzufangen und Entscheidungen zu treffen, gerade so wie es mir passt. Ich freue mich, schlafen zu gehen. Und ich hoffe, dass es kein Gewitter gibt. Denn meine zwei Hunde fürchten sich vor Gewittern. So schliesse ich meine Geschichte und freue mich auf einen neuen Tag. Ich bin immer noch traurig, dass mich “Dölf” verlassen hat.

E gueti Nacht.

 

 

 

 

  1. Juli

„Ja, hüt esch e asträngende Tag gsi - Em Blacky esch es ned guet gange. Ha no mau müesse zum Tierarzt. Aer het Schmärze gha. Der Tierarzt het gseit, dass eg morn na mau muess cho. Sis Aug, d’Pupille, esch sehr verletzt. Mi muess es wahrscheinlich use operiere. Warte mer mau ab, was morn der Doktor seit. Eg glaube, das begleitet me dür mis Läbe. Salbe, pflege, luege und häufe. We me de no met niemerem cha drüber rede, esch es no schlimmer. Eg go etze de is Bett. Bi müed vom Stess de ganz Tag“.

Sich zu ängstigen und nicht helfen zu können, das ist schlimm. Ich brauche meinen Schlaf.

 

So gehe ich jetzt ins Bett und träume von einem für Blacky positiven Entschluss. Gute Nacht, morgen ist ein neuer Tag.

 

 

 

 

  1. Juli

Ich war früh aufgestanden, denn ich musste um 8.30 Uhr mit Blacky in der Tierklinik sein. Es ist schlimm: Das Auge muss raus, die Hornhaut ist geplatzt. Und das kann man nicht ändern, es muss herausoperiert werden. Er hat Schmerzen. Es geht nicht mehr ohne Schmerzmittel. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er weint vor Schmerzen. Dann laufen auch die Tränen im halbblinden Auge. Und ich darf nichts am Auge tun. Er muss starke Schmerzen haben. Im Wald will er die irgendwie abbauen und streunert durch das Dickicht, wie wenn er etwas abschütteln möchte. Ja, am Dienstag wird das Auge herausoperiert. Er kommt bestimmt mit einem Auge zurecht. Das hat er ja jetzt schon geschafft. Er eckt halt manchmal an und tut sich weh. Ich werde auf ihn aufpassen. Das habe ich an „Dölf’s“ Sterbebett versprochen.

 

 

 

 

 

  1. Juli

Heute war es etwas kühler und so habe ich Gartenarbeiten in Angriff nehmen können. Bei dieser Hitze ist es ja fast nicht möglich, körperliche Arbeit zu verrichten. Ich habe heute die Hecke und Rosen geschnitten, gewischt und mein Schlafzimmer raus geputzt. Der Elektriker kommt am Dienstag, um die Leitungen zu ziehen. Da musste ich mein Bett kleiner machen, damit er überhaupt Platz hat, um die Leitungen zu installieren, die Lampen zu montieren und Aussenlichter anzubringen. So ist heute für mich ein Arbeitstag gewesen. Bin zufrieden mit mir, habe viel gewerkelt, geputzt, mein Mobilheim in Schuss gebracht. „Man weiss ja nie, wer kommt. Vielleicht der Schah von Persien“ hat mein Vater immer gesagt. So ist es auch. Mann-Frau, wenn man alleine ist, also "single", passt die ganze Horde um mich herum auf, dass da ja niemand kommt.

 

 

 

  1. Juli

Der Geburtstag meines Sohnes ist heute, um 11.25 Uhr. Er ist 1966 per Kaiserschnitt im Spital Belp geboren. Ich bin fast an der Operation gestorben. Seine Geburt war drei Wochen verspätet!

Man machte einen Kaiserschnitt. Und ich bin während des Kaiserschnitts, das heisst, während sie den Kleinen herausgeholt hatten, erwacht. Die hatten mir auf meinem Bauch rumgedrückt und zueinander gesagt: „Es blutet nicht, es blutet nicht“. Ich war ja in einer Kurznarkose gewesen, hatte aber alles verstehen können, was sie zueinander gesagt hatten. Sie drückten auf meiner Kaiserschnittnarbe. Ich dachte: „Jetzt sterbe ich“- Ich hatte nur noch die Worte, und alles ganz weit weg, gehört: „Tuet schnufe Frau Zingg, tüet schnufe“. Ja, und die Stimme war im Solothurnerdialekt . Es hatte sich angehört, wie wenn es meine Mutter gewesen wäre. Die Stimme hatte mich am Leben erhalten. Die Stimme hatte gesagt; „Sie atmet wieder“. Dann war ich weg gewesen. Ja, sie gaben mir noch einmal Narkosemittel in Form von Lachgas gegeben.

 

 

 

 

  1. Juli

Ich bin hin- und hergerissen: Was soll ich tun?. Soll ich Blacky das Auge herausnehmen lassen, oder soll ich nicht? Ich bin auch jetzt wieder alleine, wie am 14. Oktober mitten in der Nacht, am Sterbebett von „Dölf“. Er hat gehen wollen, er wollte sterben. Er hat gefleht: „Lass mich gehen“. Er hat gehen können, wie es sein Wunsch gewesen ist. Um 10.35 Uhr ist er gestorben. Meine Tochter und ich haben am Sterbebett gestanden. Er hat so gehen können, wie er wollte. Ich habe ihn gehen lassen, habe ihm versichert: „Du kannst gehen. Ich, wir sind da und passen auf Blacky auf“. Und Meine Tochter hat bemerkt: „Ich passe auf Mami auf“. So ist er von uns gegangen. Jetzt bin ich alleine, muss selbst entscheiden, was ich will, was ich tun soll, was ich mit Blacky tun soll. Blacky kann ja nichts sagen. Er muss sich alles gefallen lassen. Ich muss ihm helfen. Er hat grosse Schmerzen am Auge. Ich kann das nicht mehr mit ansehen. Es macht mich krank.

 

Ich habe heute mein Profilbild auf Facebook geändert. Eine Zeitlang sah man nur die Vorhänge.

 

Meine Gedanken waren ganz tief unten. –„Da reicht ein Vorhang. Der Rollade esch abe“-. Dann aber habe ich zu mir gesagt: „Kämpfe, kämpfe, das ist ja nicht das erste Mal“. Ich habe eigentlich all die Jahre, die ich verheiratet war, gekämpft in Wort und Sinne. Das werde ich doch auch mit Blacky schaffen. Er ist mein Freund, mein treuer Begleiter . Wenn ich ihn verliesse, wäre das auch für mich, mein letzter Freund, den ich verliere. Er wollte doch immer nur Streicheleinheiten. Er hat mir Lebenskraft gegeben und gibt sie mir weiter. Ich freue mich, dass ich noch bei ihm bin. Wir gehen zusammen durch dick und dünn. Ich werde auf Dich aufpassen, Dich führen, wenn es mit Deinen Augen nicht mehr geht. Zusammen sind wir ein Team. Ich wünsche mir, dass der Tag der Operation gut verläuft und wir noch 1,2,3,4 Jahre zusammen bleiben können. Dass wir uns gegenseitig helfen, Du mit Deinem treuen Blick. Ich bleibe bei Dir.

 

 

 

 

  1. Juli

Um 8.00 Uhr musste ich ihn in die Tierklinik bringen, meinen Hund Blacky. Er ist operiert worden. Das rechte Auge wurde herausgenommen. Als ihm die Infusion gegeben worden ist, bin ich eine Stunde bei ihm gewesen. Dann bin ich einkaufen gegangen, habe die Post und das Auto geholt und bin zum Aufwachen wieder bei ihm gewesen. Hund Kimo ist alleine im Mobilheim geblieben und hat geheult. Eine Nachbarin ist mit ihm Gassi gegangen. Um 11.30 Uhr bin ich mit Bläcky wieder zu Hause gewesen. Es geht ihm so-so-la-la. Er hat starke Schmerzen gehabt und hat nun einen Kragen. Der Kragen ist zwar ein Problem, allerdings geht es ihm aber wieder besser. Wir können nach vorne schauen und mit drei Augen durchs Leben gehen. Ich habe bis jetzt immer alles geschafft, was ich wollte. Blacky ist mein treuer Begleiter und ich werde auf ihn aufpassen, so lange ich kann. Er bedeutet mir mehr, als alles Geld auf der Welt. Mir hat das Geld nie geholfen, sondern mein Lebenswille.

So ist es auch jetzt. Die Kraft, die ich habe, kommt vom Yoga. Da lernt man, mit Atemtechnik und Übungen den Zustand zu akzeptieren, wenn der Körper einmal nicht mehr will. Man lernt, den eigenen Körper zu fühlen und keine negativen Gedanke zu haben. So lebe ich dank Yoga in einer Welt, in der halt nicht immer alles rund läuft. Aber ich akzeptiere das und geniesse das Leben. Ich geniesse es allein zu zweit, mit drei Augen, mit unseren Gebrechen, die uns anhaften. Das Leben geht weiter, weiter, so Gott will. Ich bin noch da.

 

 

  1. Juli

Heute bin ich, mit Kimo und Blacky, alleine gewesen. Ich bin mit den Hunden spazieren gegangen und habe Besuch von Nachbarn bekommen, die sich interessieren, wie es meinem Hund geht. Rosmarie, eine alte Bekannte, ist vorbei gekommen. Sie hat „Gudi" gebracht und nach Blacky gefragt. Monika, eine andere Nachbarin vom Camp, ist auch wegen Blacky bei mir auf Besuch gewesen. Es ist schön, dass die Nachbarn Anteilnahme zeigen. Trotzdem, wenn es um Entscheide geht, bin ich alleine. So alleine, dass ich manchmal ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich Entscheide für oder gegen Blacky fälle.

 

Heute ist etwas passiert. Blacky wollte, obwohl er den Kragen hat, die grosse Tour einschlagen. Er hat Sprünge wie ein junger Hase vollführt, um mir zuzeigen, dass er die grosse Runde machen will. Das zeigt mir, dass es mit ihm aufwärts geht und der Kragen kann dann auch weg. Ich habe später noch kleinere Arbeiten erledigt. Ich hatte das Gefühl, dass der Tag gar nie vorbei gehen will.

 

 

  1. Juli

Heute war ich das Postfach leeren. Mir war der Tag zuwider und ich wollte nur dass er schon vorbei wäre. Nachher habe ich bei meiner Tochter aussen herum gejätet, Rosen geschnitten und die Hazienda gepflegt. Ich kam mir vor wie ein Auskunftsbüro. Alle, die vorüber gelaufen sind, wollten etwas wissen. Oder einer hat nach „Dölf“ gefragt. Er hat zu mir gesagt, ob ich „Dölf“ helfe. Ich habe ihm geantwortet, dass „Dölf“ seit fast 9 Monaten nicht mehr lebt. Der Frager war wie vor den Kopf gestossen: - „Was, der lebt nicht mehr?“ - Ja, so habe ich ihm erzählt, dass „Dölf“ Lungenkrebs gehabt hatte und hat gehen wollen. So hat er seine Ruhe. Bei mir aber geht das Leben weiter; Kämpfen, verteidigen, weiterleben, das Beste daraus machen.

Es ist noch nicht so weit, dass ich „Dölf“ vergessen kann. Das heisst, vergessen kann ich ihn sowieso nicht. Ich hoffe, dass ich weiter leben kann und vielleicht wieder jemanden finde, der zu mir steht, der mich akzeptiert und vielleicht auch liebt.

 

 

Monika und Daniel, sehr nette Camping Nachbarn aus Basel, sind auch noch gekommen und so ist der Tag, doch noch angenehm, zu Ende gegangen.

 

 

  1. Juli

„Dä Tag esch düre“. Ich bin früh aufgewacht und glaubte, es sei Montag.

Um 10.00 Uhr bin ich bei der Nagelstylistin angemeldet gewesen. Das ist aber erst morgen, heute ist Sonntag. Ja, heute Sonntag habe ich einen Spaziergang mit Blacky gemacht, dahin, wo er wollte. Es ist ein etwas grösserer Spaziergang gewesen.

 

Ich habe Leute mit oder ohne Hunde getroffen. Ein Spaziergänger hat mich gefragt, wozu die Hunde diesen Kragen hätten. Ich habe es ihm und seiner Frau erzählt. Denn diese Tiere sind nicht krank oder räudig, sondern der Kragen schützt sie vor Kratzen. Ja, den Menschen würde man intubieren, damit er sich ruhig verhält. Stellen Sie sich einen Menschen mit einem so grossen Kragen vor. Das geht gar nicht, der läuft so nicht herum. Der Hund ist und bleibt ein Tier. Er wird nicht oder kann nicht gefragt werden. Ob er die Operation will, entscheiden der Mensch und der Arzt. Für den Arzt ist es Profit, für den Hund eine qual. Ich weiss ja nicht, was sie mit ihm gemacht haben. Ich bin dabei gewesen, als sie ihn intubierten und als er wieder aufwachte. Mann muss Vertrauen haben. Allerdings, nach "Dölf's" Chemotherapie und dem Wasserziehen, seinem Sterben, war es mit meinem Vertrauen zu Ärzten vorbei. Ich glaube, sie haben meinen Mann zu Tode „gedöckterlet“. Was sollte ich machen! Ich bin ein Leihe und weiss nicht, was sie tun oder taten. Für mich ist es eine Horrorgeschichte.

 

 

  1. Juli

Ja, „hüt war ich für Nägelpflege bi Sabrina angemeldet“. Sie hat das gut gemacht. Ich geniesse es, zwei Stunden still zu sitzen und mich pflegen zu lassen. Wer pflegt mich schon zwei Stunden lang? Diese Pflege würde ich gebrauchen, um meinen Herzschmerz zu „dökterlen“, das habe ich heute erlebt. Später bin ich noch mit einem Mann zum Kaffee in Düdingen verabredet gewesen. Er kann umgehen mit Menschen. Er ist Taxifahrer und weiss, oder erlebt auf seinen Transporten, mit Menschen umzugehen, welche ein bisschen, angeschlagen sind, so wie ich.

 

Wir hatten ganz tolle Gespräche über Gott und die Welt, über das Leben, über sein oder nicht sein.

 

Es gibt keine Bedingungen, sonder wir können einfach zusammen über das reden, was einen beschäftigt. Ich bin auch noch bei meiner Tochter zu Essen eingeladen gewesen. Sie musste ein bisschen warten auf mich. Sie hat es aber verstanden und es mir auch gegönnt. Ja, der Tag war toll.

 

Und auf dem Camp haben sie mich vermisst. Sonst bin ich halt immer da. Heute nicht.

Es ist schön, wenn man vermisst wird. Ich bin heute raus aus meinem Alltagstrott. Dafür habe ich mich schön gekleidet und habe mich ohne Zielangabe und mit Blacky „verduftisiert“. Das war gut so. Ich lebe mein Leben. Über das wie, wo und wann brauche ich niemandem Auskunft zu geben. Es ist ein schöner Tag mit meiner Tochter, mit der Nagelstylistin, mit diesem Taxifahrer gewesen, „eifach z fride“. Danke.

Ich habe angefangen, zu leben, weiter zu leben, das Leben zu geniessen, Freude zu haben, einfach neu anzufangen. Danke an alle. Ich habe noch mit meiner Enkelin und dann noch mit Samantha, die Tochter meines Patenkindes, in Brasilien gechattet. Schön, wenn mich auch die jungen Leute verstehen und mit mir chatten. Ein schöner Tag geht zu Ende. Blacky geht es besser. Es ist schön, noch da zu sein.

 

 

 

 

  1. Juli

Bei mir und bei Camper Nachbarn war heute Rasenmähen angesagt. Dann ist Einkaufen, das Postfach leeren, in der Wohnung nachschauen und ein bisschen Putzen drangekommen. Meine Tochter und der Taxichauffeur waren da. Er wäre gerne mit mir ausgefahren. Aber ich lasse Blacky nicht alleine.

Ich habe alles bereit gestellt, um in die Wohnung zu gehen. Angesagt ist dort Waschen. Ich freue mich auf morgen, auf meine Vorbaueinweihung mit Freunden. Alle, die mir geholfen haben und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Wir sind vierzehn Personen. Ich werde das Fest geniessen. Meine Tochter hat versprochen, dass sie grilliert.

 

Ich mache Kartoffelsalat und Tomatensalat. Campernachbarn werden Salate und Selbstgebackenes Brot mitbringen. Das wird morgen sein, heute ist Waschen angesagt. Ja, das muss alles erledigt werden.

 

 

 

 

Ich nehme Blacky mit und gehe etwas eher, in die Wohnung. So kann ich noch ein schönes Schaumbad nehmen. Wenn schon, dann schon. Etwas zu Essen nehme ich auch mit. Die Monatlichen Rechnungen müssen auch noch bezahlt werden. So kann ich den etwas kühleren Tag mit Gutem verbinden. Zeit für den Kaffee habe ich auch. Ich mache es mir gemütlich. So, nun ist mein Tagebuch auch wieder nachgetragen, bis heute Abend.

Monika, eine Cämpernachbarin ist noch um 23.00 Uhr  zu einem Glas Wein vorbei gekommen. Eben, es wurde 1.00 Uhr, bis ich ins Bett gehen konnte.

 

 

  1. Juli

Dann bin ich erst um 8.30 Uhr auf gestanden und habe Blacky ausgeführt. Es war ein schöner Morgen. Später habe ich etwas die Sträucher geschnitten und dann kam meine Tochter, um ihren Rasen zu mähen. Anschliessend ist sie zu mir zum Kaffee gekommen. Diese Besuche freuen mich immer. Es war gemütlich und behaglich. Sie ist dann zu Marianne, der Platzwartin, gegangen, um das Geld für die Arbeit zu holen, die Sie geleistet hat. Ja, und der Taxichauffeur kam auch zu Besuch. Er hat gewusst, dass meine Tochter da gewesen ist. Wir drei hatten zusammen gute Gespräche über die Arbeit und Zufälle.

Meine Tochter ist dann um 16.00 Uhr gegangen. Sie musste ja um 17.30 Uhr mit Arbeiten beginnen. Der Tag ist gut verlaufen. Ich habe noch einen Film geschaut, dann kamen Monika und ihr Mann aus Basel, auf Besuch. Sie blieben bis um 1.00 Uhr. Und so war ich wieder die Letzte auf dem Camp, die die das Licht löschte.

 

 

  1. Juli

Um 8.00 Uhr bin ich bei der Ärztin, gewesen. Mein Blutdruck ist okay. Ich habe mich genervt, weil ich 15 Minuten warten musste. Ich bin ja die erste Patientin gewesen. Nun, so ist es.

 

 

Ein Arzt, ein Zahnarzt, überhaupt irgend jemand, der mir sagen will, was ich muss, das passt mir nicht.

Ich habe später das Vorbaufest vorbereitet. Ich habe15 Gäste zu bedienen gehabt. Es hat Kartoffelsalat, Tomatensalat, Hörnlisalat und gegrilltes Fleisch gegeben: Würste, Cippolata, Saucen u.s.w. Es war ein schöner Abend und meine Tochter hat gegrillt. Ich habe mich so meinen Gästen widmen können.

 

Meine beste Freundin und eine Nachbarin  haben mir geholfen zu servieren. „Merci viumau. Es het mi gfreut.“ Die letzten Gäschte sind um 23.00 Uhr nach Hause gegangen. Es war ein sehr schönes Fest aber auch schnell vorbei. 4 meiner Freunde sind geblieben bis halb eins. Hat mich sehr gefreut, dass alle gekommen waren die beim Vorbau mitgehlofen haben. Werde noch ein anderes Fest organisieren für den Elektriker und seine Frau. Habe es Versprochen! „Eg muess im Momänt e chli Rueh ha. Be irgendwie truurig. Eg vermisse einfach mi „Dölf“, je länger je mehr. Ou Blacky vermisst ihn“.

 

 

  1. Juli

Am Morgen bin ich mit Blacky spazieren, die Vögel hören gegangen. Die Geräusche im Wald erwecken zum Leben. Es gib nichts Schöneres, als das Leben in der Natur. Nichts Schöneres, als mit Blumen zu reden, sie zu pflegen, Blacky zu pflegen, und auf mich aufzupassen, damit ich noch ein bisschen Leben kann. Ich hoffe, meine Werte- Blutwerte seien gut und ich könne noch ein paar Jahre auf Blacky aufpassen.

Samstag ist langweilig gewesen, niemand ist gekommen, nichts habe ich gehört. Es war einfach ein Tag zum Vergessen. Ich habe dann für mich ganz alleine etwas gegrillt und so mein Dasein gefeiert. Schliesslich hat doch noch meine Tochter angerufen und mich zum Kaffee eingeladen. So ging der Samstag vorbei, mit Geknalle. 31. Juli und 1. August sind eine nervige Sache. Blacky hat Angst vor der Knallerei. Da muss ich ihm Angsttropfen geben. Der 1. August (Bundesfeiertag mit viel Feuerwerk) kommt ja erst.

 

 

 

 

  1. August

Ich habe mit meiner Tochter gefrühstückt, aber erst um 10.00 Uhr. Von da an ging’s bergab. Ich habe grosse Mühe mit Bläcky gehabt. Er fürchtet sich vor der Knallerei (Bundesfeier). Ich bin auch nervös. Er hat ja noch den Kragen und ich weiss nicht, was passiert, wenn er abhaut. Nun, so bin ich im Stress und habe immer Angst. Ab 16.00 Uhr ist es mit der Knallerei losgegangen und das wird die ganze Nacht dauern. Ich schliesse die Türen und gebe Bläcky Notfalltropfen. So werden wir das durchstehen.

Zu meinem Erstaunen hat mich noch der Taxifahrer angerufen um nach Bläcky zu fragen. Das hat mich doch sehr gefreut!

Der 1. August ist für alle Hunde und Katzen Stress! Ein so grosser Stress, dass manch ein Tier spurlos verschwindet, .verunfallt und vor lauter Angst davonrennt! Eben, so ist es, es macht allen Angst.

So, das ist geschafft: jetzt, um 3.00 Uhr ist Feierabend. So haben wir doch noch ein paar Stündchen, um zu schlafen.

 

 

  1. August

Wir haben zusammen gefrühstückt, meine Tochter und ich. Der Tag ist ruhig ruhig verlaufen. Ich bin zwar allein gewesen, mache aber immer das Beste draus. Ich weiss, dass ich alleine bin, manchmal auch traurig. Mich aber will und sieht man immer mit einem Lächeln, dabei hat mein Leben eine Kehrtwendung genommen.

 

 

  1. August

Ich habe keinen Besuch bekommen und es ist auch sonst ruhig gewesen. Alle, oder fast alle, sind nach Hause gegangen. Es ist manchmal eine riesengrosse Leere, die ich auch schaffen und akzeptieren muss. Ich habe „ gärtelet und  blüemelet“ und lebe. Ich hatte Herzschmerzen. Die kommen seit „Dölf’s“ Tod immer häufiger. Es ist auch wegen Bläcky. 14   Tage hatte er einen Kragen. Er hat Montag- und Dienstagnacht gelärmt, wollte seinen Kragen ausziehen.

 

 

Er hat die ganze Nacht mit Unterbrüchen probiert, den Kragen abzustreifen. Ich konnte nicht schlafen und er auch nicht. Es hat mich sehr genervt. Ich bin froh, wenn das Zeug, der Kragen, weg ist. Es nervt. Ja, die Nacht war lange, sehr lange. Ich bin froh, denn morgen können wir wahrscheinlich den Kragen wegnehmen. Ich hoffe, dass wir zwei noch ein bisschen zusammen bleiben können.

 

  1. August

Ich musste um 8.00 Uhr zum Tierarzt. Alles ist okay. Ich muss tröpfelen und probieren, sein Auge, das er noch besitzt, zu pflegen. Er war happy, dass er wieder frei herum laufen konnte. Ohne Kragen, ohne Schmerzen. Ja, das ganze hat 2.000. — Franken gekostet. Die Operation, die Notfallbehandlung zweimal und Nachuntersuchungen 38.—Franken. Es ist halt so, dass, wenn man ein Tier hat, auch dafür bezahlen muss. Und das Tier pflegen muss. Ich hoffe, dass es so bleibt und man das andere Auge erhalten kann. Er findet sich ganz gut zurecht  er ist noch mehr fixiert auf mich . Er läuft mir immer hierher, so wie er sagen möchte: „Du gehst dann nicht auch noch ohne mich„. Es ist ein ruhiger Tag gewesen. Monika und Daniel waren da mit Emely.

 

  1. August

Alle sehen, dass Bläcky ohne Kragen herumlaufen kann. Und ich muss mich zuerst an meinen Hund gewöhnen. Weil er nur noch ein Auge hat. Haben zusammen drei 3 Augen und bleiben zusammen und passen aufeinander auf. Er ist ein so guter Hund. Ich könnte gar nicht ohne ihn leben.

 

 

  1. August

Ich bin früh erwacht und habe gut geschlafen. Ich habe im Wald Maria mit Hund Babette getroffen. Sie hat auch ihre Geschichte. Ihr Mann ist vor drei Jahren auf dem Neuenburgersee gekentert. Er hatte eine Freundin bei sich, die mit Weste ans Ufer schwimmen und sich retten konnte. Er aber ist seit damals verschollen und sie ist Witwe. Aber sie weiss gar nicht, ob ihr Mann tot ist.

 

Er wurde als verschollen erklärt. Nun sitzt sie auf einem grossen Haus, einem Feriencamp in Cudrefin. Es wird ihr zuviel. Sie will alles verkaufen und neu anfangen. Das begreife ich. Anschliessend habe ich gefrühstückt. Um 13.00 Uhr ging ich in die Wohnung um zu waschen. Da musste ich noch Hund „Emely" hüten. Das war anstrengend. Um 19.00 Uhr war ich wieder im Camp. Monika und Daniel haben den Hund um 22.00 Uhr abgeholt. Wir haben noch einen Schlummertrunk, ein Glas roten Wein, getrunken. Dann bin ich ab ins Bett.

 

 

  1. August

Um 11.30 Uhr habe ich meinen Arzttermin gehabt. Wie immer musste ich warten. Ich aber wusste, dass meine Werte gut sind, das fühlte ich. Nach  20 Jahren „Brustkrebs“ kennt man seinen Körper. Es war alles OK und das  21  Jahr beginnen. Das ist ein Geschenk für mich. Es glaubt ja gar niemand, was ich alles durchgemacht habe. Wie viele traurigen Stunden, Minuten, Tage und immer mit dem Gedanken: Der Krebs kommt wieder. Es ist mein Glückstag gewesen. Es ist wunderschön, noch da zu sein. Ein neues Jahr beginnt. Ich liebe das Leben mit allen Facetten.

Meine Enkelin hat Geburtstag und hat sich über meine Gratulation um 13.30 Uhr sehr gefreut. Sie war online. Das ist für mich auch etwas Neues. Man kann mit Freunden kommunizieren. Es ist zwar nicht immer so gut, aber ich mache das Beste daraus. Das Leben geht weiter, weiter. Danke!

 

 

  1. August

Ruhig ist es im Camp. Ich habe eine Arbeit geplant, vor der ich jedes Mal zurückscheue: Die Tanne musste geschnitten werden. Es ist mühsam, auf der Leiter zu stehen und zu schneiden. Die Arme sind zwar beschäftigt mit an dem Seil ziehen und schneiden, da muss man schon. aufpassen, dass man nicht runterfällt. Ich habe es geschafft, ohne zu stolpern. Aber am Zeigefinger habe ich mir eine grosse Blase zugezogen. Das heilt wieder und morgen möchte ich mit dem Laminat anfangen. Wenn es sein muss, schaffe ich das auch alleine. Zuschauer hat’s immer.

 

Aber eben, Zuschauer helfen nur, wenn's sein muss. Das muss auch niemand, ich schaffe das, wie ich das, das ganze Leben geschafft habe. Ich bin ein Stehauffrauchen. So ist auch mein Lebensmotto. Weiter, weiter. Morgen ist ein neuer Tag. Packe ihn an und er ledige das, was sein muss. Ich habe das Leben. Das Leben ist so wunderbar. Man muss nur leben, leben, geniessen, atmen, träumen, aufstehen!

 

 

  1. August

Ja, heute geht es mir nicht gut. Es ist ein Tag vor „Dölf’s“ Tod. 9 Monate danach habe mir viel vorgenommen: Dass, ich dies und das nicht mehr tue. Es ist Facebook, das mich krank macht. Ich mag nicht mehr auf Antworten warten, die dann doch nicht kommen und Versprechen lesen: „Ich komme auf Besuch“. Ich brauche das nicht. Ich muss für mein Leben schauen. Ich will zurückhaltend sein, keine Gefühle preisgeben. Ich brauche keinen Mann, sondern nur einen Ansprechpartner. Den gibt es nicht. Ich habe genug von den Männern. Ich brauche keinen fürs Bett, brauche keinen um auszugehen. Sondern ich brauche jemanden, der mir zuhört und der Mann muss zuerst geboren sein. Ja, ich weiss, ich muss mein Leben in beide Hände nehmen, nichts preisgeben und selbst auf mich aufpassen. Kein Mann kann mir da raus helfen Auch meine besten freunde nicht, niemand, will die Rolle übernehmen. So bleibe ich alleine, passe auf mich auf. Das Leben geht weiter, weiter, so Gott will.

 

 

  1. August

Vor 10 Monaten ist "Dölf" gestorben. Es wird ein schwerer Tag für mich. Ich bin ganz durcheinander. Es läuft in meinem Kopf ein Film, so wie er gestorben ist. Noch einmal muss  ich das durchleben. Ich und meine Tochter waren bei ihm.

Es ist traurig, dass er mich alleine gelassen hat. Das Geld, das er für mich dagelassen hat, bringt mir "Dölf" nicht mehr zurück.

Heute habe ich noch etwas gewerkelt, um mich abzulenken. Es dreht sich im Kreis. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine Einstellung zum Leben. Es ist schwer, jemanden in mein Leben einzuschliessen.

 

So weiterleben, wie bis anhin das geht nicht. Ich muss etwas ändern und das zwar ganz alleine durchziehen, ohne wenn und aber. Mich vom Zwang befreien, kein Facebook, denn das bringt auch nichts. Was soll ich mit einer Freundschaft, die nur aus Worten besteht? Und wo ich nicht geschätzt werde, brauche ich auch nicht präsent zu sein.

 

Ich weiss, meine Gedanken sind manchmal sehr düster. Wenn ich aber Bläcky sehe, seinen Blick, dann muss ich sage: Ja, für Dich bin ich da. Ich weiss, dass Du mich liebst“. Liebe nehmen, Liebe geben, ohne Verpflichtungen, ist auch etwas, was einem ein Mensch nie geben kann. So werde ich mit meinem Bläcky zusammen bleiben. Ich werde mein Leben auf meine Art und Weise leben und auch nur mit Bläcky zusammenbleiben. Er bringt mir mehr, als sonst jemand.
Morgen werde ich an "Dölf's" Platz gehen und ihm eine Rose hinstellen. Ich weiss, er freut sich darauf, auch wenn er sie nicht mehr sieht. Er hat mich geliebt, uns geliebt. Ich werde ihn nie vergessen. Ich werde mir auch nichts antun. Ich lebe das Leben und bleibe da, solange Bläcky lebt. Was danach kommt, ist "wurscht". Es ist egal was passiert, denn der Mensch denkt und Gott lenkt. In dem Sinn lebe ich und bleibe ich unter Euch. Danke für Alles! 

 

 

  1. August

Meine Tochter hat mich mit einem Freund  besucht. Ich kenne ihn schon länger. Ich bin um 9.30 Uhr erst am Frühstück gewesen, als sie gekommen sind. Es hat mich sehr gefreut. Meine Tochter hat einen Kaffee und ihr Freund eine Cola. Dann haben sie sich verabschiedet. Sie wollten nach Hause. Morgen beginnt für  meinen Enkel der Ernst des Lebens. Luca lernt Maurer. Meine Enkelin geht in die Feusi-Schule, um Chemie und Physik zu lernen. Sie will eine Ausbildung als Krankenschwester machen. Und meine Tochter hat ja ihre neue Stelle. So wusste ich, dass ich heute alleine sein werde.

Ich habe dann mit dem Taxichauffeur gechattet. Er musste letzte Nacht mit Kunden Probleme gehabt haben. Dem Chauffeur gehört das Taxiunternehmen. Da muss er Tag und Nacht erreichbar sein. Er war sehr nervös, hat sich aufgeregt. Ich habe ihm vor geschlagen, dass er zu mir in den Camp kommt und wir darüber reden.

 

 

Er fühlte sich von einem Kunden betrogen, den er wegen einer Panne am Auto nach Frankreich gefahren hat. Er hat das Geld nie bekommen. Der Kunde hat aber nach der Fahrt gesagt, mit Gepäck zwei Kinder und Frau, dass er das erst bezahlen könnte, nachdem die Versicherung bezahlt habe. Ja, eben das hat ihn genervt. Das, und noch einer, der dauernd auf seinem gemieteten Parkplatz parkiert.

Der Taxichauffeur ist zu mir gekommen, wir haben über die Ereignisse gesprochen und er war drei Stunden bei mir. Wir habe ein gutes Gespräch gehabt und so hatte ich das Gefühl, dass es gut war für ihn und gut für mich. Ich bin sehr froh darüber.

So hatte ich einen schönen Sonntag und war nicht alleine. Danke Charly.

Am Abend kamen dann noch meine Cämper  Freunde Monika und Daniel.

Sie haben sich verabschiedet bis Donnerstag. So hat dann mein Sonntag doch noch

ein Licht in meine manchmal düsteren Tage gebracht. „Dölf“ geht es gut. Er ist fein raus!

 

 

  1. August

Gestern Sonntagnachmittag hatte ich Besuch vom Taxichauffeur, ein Facebook-Freund. Er kam um 14.00 Uhr und blieb bis um 17.30 Uhr. Wir haben einen guten Draht zusammen, können miteinander reden. Er hatte Probleme und so haben wir versucht, und wir haben es auch gemacht, „darüber geredet". Das war schön und er ist wirklich ein lieber Mann zum Reden.

Ich glaube, nur Leute, die dasselbe durchgemacht haben, wie ich, können verstehen, dass es halt manchmal ganz dunkel ist. So, als würde ein Gewitter aufziehen. Es entlädt sich und plötzlich scheint die Sonne wieder, auch wenn es nur ein paar wärmende Strahlen sind. Sie sind da und zeigen Dir den Weg, der für Dich bestimmt ist. Ich gehe meinen Weg vielleicht auch mit einer Abkürzung. Das weiss nur der da oben. Ich will im Moment noch leben.

Die Sonne erwärmt mein Herz, meine Gefühle, meine Gedanken und meinen Herzschmerz mit den Stichen am Herzen. Ich hoffe, dass das einmal vorbei geht.

Von der Ärztin habe ich Mittel bekommen und werde sie auch anwenden, wenn, wie und wo ich will.

 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Leben an mir vorbei zieht und ich den Lebensweg gar nicht mehr mitschreiten kann.

Manchmal ist der Tag so schwer, so düster, dass ich es fast nicht aushalte. Nach aussen die fröhliche, gutgelaunte Nachbarin zu zeigen und tief in meinem Herzen, in der Seele, ist ein düsteres Loch. Wie komme ich da raus? Wie kann ich so weiterleben? Wie soll das gehen? Alle meine Gedanken wenn ich wach werde sind bei meiner ersten Bewegung: -„wo ist "Dölf"? - Mit dem Hund raus gehen, komme nach Hause, kein Frühstück: -„wo ist "Dölf"? – Einkaufen: - „wo ist "Dölf"? - Atmen, die Nähe eines geliebten Menschen fühlen, er ist da: -„wo ist "Dölf"? - Mit Bläcky gehen: -„wo ist "Dölf"? - Geliebt zu werden: -„wo ist "Dölf"? - Er fehlt mir, seine Präsenz, seine Liebe, seine Gefühle, sein schweres Atmen, seine Aussetzer, seine Lungenmaschine, sein Asthma-Inhalator, einfach seine Nähe… - „wooo ist die?“ –

Weg, ganz schnell weg war er, und tot.

Heute bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, hatte einen bösen Traum. Meine Tochter stand vor der Tür, "blutüberströmt" und zusammen geschlagen. Es war schrecklich! Ich war schlagartig hellwach, wusste aber, dass es nicht stimmt. Lange konnte ich nicht mehr einschlafen. Dann hat der Wind noch die Ganze Nacht am Mobilheim gerüttelt. Ich habe ganz schlecht geschlafen. Ich war wie gerädert, konnte aber dann am Tage etwas Schlaf nachholen. Es geht mir auch wieder gut. Ich gehe jetzt dann ins Bett, schlafen. Morgen ist Yoga. Ich freue mich darauf. Das ist mein Leben. Ohne Yoga würde es, so glaube ich, nicht mehr gehen.

 

  1. August

Mit Bläcky geht mein Leben weiter. Es muss ja, ich will auch, ich liebe all die Leute die mir am Herzen liegen; Die mich lieben, mit mir zusammen sind. Es ist so schön, Freunde zu haben, die zu mir stehen, mich lieben und verehren. Ich bin ja kein Übermensch, habe all meine Schicksalsschläge überwunden und bin noch da. Danke, ich muss ins Bett. Ich bin müde und die Biene, die mich gestochen hat, hat mir damit auch Schmerzen verursacht. Sie hat sich ja meinen kleinen rechten Zehen ausgesucht .Es tut schon weh, aber zu wenig, zum Sterben. Der Fuss ist geschwollen. Morgen ist ein neuer Tag, das geht wieder weg. Das sind kleine Wehwehchen.

 

 

Es gab in den letzten 20 Jahren Momente, wo ich nicht mehr leben wollte. Ich habe mich durchgekämpft und so geht mein Leben weiter, weil ich will und auch muss, für Bläcky. Das mache ich, schaffe ich, immer In Gedanken an "Dölf". Ich habe ihn so geliebt. Er hat mich verehrt, begehrt und gebraucht!!!

 

 

  1. August
    Ich bin heute früh vom Klingeln des Telefons aufgeweckt worden. Es war der Taxichauffeur. Eigentlich wollte er jemand anderen anrufen. Er hat sich entschuldigt und Guten Tag“ gesagt. Von da weg hörte ich nichts mehr . Ja, so ist es.

Rolf und Mercedes haben sich verabschiedet. Sie reisten zurück nach Puerto Plata in der Dominikanische Republik. Ich habe mit meiner Tochter Glocken geläutet und mit Schweizerfähnchen gewunken. Sie haben noch einmal mit dem Auto eine Runde gedreht, gehupt und: Tschüss, weg waren sie. Es tut weh, wenn sie wieder gehen. Ein herzlicheres Volk, als Afrikaner, gibt es nicht . Das hat uns zusammen geschweisst. Schade sind sie weg. So ist das Leben, das geht weiter, muss weiter gehen, in Wort und Sinne. Mache das Beste daraus. Es lebe mein Leben! Meine Gefühle, meine Gedanken! Ich bin noch da, danke. Gute Nacht, schlafet guet.

 

 

  1. August

„Eg weiss, mis Läbe geit witer, witer“. Heute aber habe ich einen Besuch gehabt, der mich überwältigte vor Freude. Das kam so: Da fragt man einen Facebook Freund: "Hast Du Zeit für einen Kaffee?" Er antwortet: "mau gugge" und wenn er das sagt, ist noch nie was daraus geworden. "Mau gugge" heisst fast J'ein. Das weiss ich auch.

Ich bin für den zu alt, aber doch noch interessant: Vielleicht vom Geld her oder von meiner Art zu reden und eben, meinem Alter entsprechend kenne ich Weisheiten, die ich halt an Erfahrung gesammelt habe, in meinem Leben. Aber das, was ich heute erlebt habe, ist so etwas wie Vorsehung. Plötzlich stand der Facebook-Freund da vor meiner Tür und sagt: "Hallo".

 

Er hat keinen Wein mitgebracht, aber ein Paket Gudi für Bläcky. Er weiss, dass ich immer ein Glas, eine Flasche roten Wein habe. So haben wir einen wunderschönen Abend gehabt. Als Geschenk hat er mir mein Lied "Ewegi Liebi“ auf mein Handy gepostet. Danke.

Nun habe ich meinen Klingelton, der mich an ihn erinnert. Er ist verheiratet. Das ist für mich tabu. Aber ewegi Liebi ist immer noch da. Das ist mein Geheimnis,

keines vom Facebook. Nein, er ist jemand, den ich schon so lange kenne. Und er hat mich, so sieht es auch aus, nie vergessen. Das war der Aufsteller des Tages. So schön kann eine ewige Liebe sein. Ich brauchte gar nichts zu fragen: “Kommst Du?“

 Er hat den Weg gefunden. Er ist älter, grau und vom Arbeiten verbraucht. Ich bin

vom Krebs gezeichnet. Er aber hat mir zeigen wollen, dass er immer noch an mich denkt. So was nenne ich Freundschaft. Er hat nicht gesagt, :”Mau gugge”, er war da, genau in dem Moment, als mir vom Waschen, vom Treppenhaussteigen, Kübel hochheben, und, und, alles weh getan hat. Welch eine Freude. Ich kann es jetzt noch gar nicht fassen. Mein Rufton wird nun “ewigi Liebi” sein. Auf den Rufton und auf den Besuch habe ich schon lange gewartet Er stand einfach da vor meiner Tür mit einem Paket “Hundeguetzli” und ich habe mich riesig gereut. Bis 24.00 Uhr sassen wir im Vorbau und haben eine feine Flasche Rotwein getrunken. Dazu haben wir über unsere Liebelei gesprochen. Super, dass er an mich gedacht hat. Als ich ihn gesehen habe, dachte ich, dass das ein Geist ist. Er war es aber, mein bester Freund aus alten Zeiten. Ewegi Liebi, so klingelt jetzt mein Handy, so wird es auch bleiben. Danke für den Besuch.

 

 

  1. August.

Wäsche hinunter geholt, gebügelt und zusammen gelegt, und es musste eingekauft werden. Es geht mir im Moment nicht so gut. Ich bin einfach traurig, dass “Dölf” nicht mehr da ist. Ich vermisse ihn. Ich weiss gar nicht, was ich tun soll. Es nervt mich, dass mir auf die Finger geschaut wird und dass ich gar nicht richtig weiss, wie das weitergehen soll. Ich bin manchmal so, so einsam. Der Weg, den ich gehe, ist gut so, aber manchmal sehr einsam, wie am Freitag.

 

Manchmal habe ich 5 bis 6 Mal Besuch. Dann gibt es wieder Tage, an denen niemand nach mir fragt. Wenn ich nur wüsste, was ich tun soll. Der Taxichauffeur ist auch sehr nervös, putzt mich manchmal mit Worten weg. Ich habe ihm erklärt, dass wir zusammen reden können. Ich ertrage das nicht, wenn man mich einfach  mit Worten tröstet Es ist vorher auch gegangen ohne Facebook. Mein Leben und so kann es auch bleiben.

 

 

Ich muss das nicht haben. Ich nehme mir vor, morgen nur 1 bis 2 Stunden auf Facebook zu gehen. Wenn mich jemand erreichen will, habe ich ja auch mein Handy. Es kann nicht so weiter gehen, dass ich süchtig werde.

Ich beginne morgen damit, zurückzustufen und wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Es ging vorher auch und geht auch jetzt wieder so weiter.

 

 

  1. August

Heute habe ich etwas weniger auf Facebook gechattet. Ich habe die Rosen zurückgeschnitten, die Blumen gehegt und gepflegt. Nun, es muss alles gemacht werden. Ich habe keinen Mann mehr, der mir hilft. Ich bin alleine, alleine mit meinen Sachen, die ich alle machen muss. Ich habe eben auch noch die Wohnung geputzt.. Und ich werde älter, auch wenn man mir das vielleicht nicht ansieht. Ich habe heute Morgen im Radio auf Musikwelle ein Lied von Semino Rossi gewünscht. „Bist Du allein heute Nacht“. Es wurde gespielt. Mein Wunsch war halt nur für mich alleine. Für wen sollte ich es sonst noch wünschen? Ich muss alleine fertig werden. Ich habe zwar gute Freunde, meine Familie, die mich unterstützen. Aber „Dölf“ fehlt mir. Ja, es muss weitergehen, so oder so. Ich muss mit meinem Leben fertig werden.

Leben und geniessen, vielleicht auch noch Ferien machen. Ich werde mal sehen, ob mein Wunsch erfüllt wird. Nun bin ich müde, morgen muss ich früh raus. Dann habe ich Yoga, das tut mir gut. Bis morgen Abend.

 

 

 

 

  1. August

Heute bin ich im Yoga gewesen. Ich habe mich darüber gefreut, dass meine Schwester Verena mich danach zum Essen eingeladen hat. Wir führten gute Gespräche und wir können über Gott und die Welt reden. Das Essen war fein, Bläcky und der Hund Carlo haben so schön zusammen gespielt. Um 13.00 Uhr bin ich nach Hause gefahren. Es war sehr heiss im Auto. Zu Hause angekommen, hat man uns schon vermisst. Später hatte ich ein gutes Gespräch mit dem Taxifahrer gehabt, und gedacht, dass ich dann schlafen könne. Das war aber nichts. Besuch ist gekommen und so habe ich mich darüber gefreut. Und im Schwups war der Tag vorbei. Bin sehr müde und freue mich, ins Bett zu gehen und zu träumen. Träumen, von einem neuen Lebensabschnitt, davon wie das weitergeht mit uns beiden, mit Bläcky und mir. Er braucht mich und wir möchten noch ein bisschen zusammen sein. Ich habe mich beim Spaziergang übertreten. Im Fuss habe ich Schmerzen. Ich habe Eiswickel machen müssen. Ob ich morgen noch laufen kann, ist eine Frage. Ich gehe nun ins Bett und erhole mich. Ich brauche meinen Schlaf.

Der Taxifahrer (Charly) hat mich auch noch angerufen. Wir sind dauernd unterbrochen worden. Aber es war ein gutes Gespräch. Nun ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Gute Nacht.

 

 

  1. August

Am Morgen konnte ich kaum gehen. Ich habe mir über Nacht Wickel angelegt. Mein Fuss ist sehr stark geschwollen. Ich probiere, ihn selbst zu kurieren, aber es hat nicht geklappt. Es ist sehr schmerzhaft gewesen. Ich konnte die Nacht durch wegen der grossen Schmerzen nicht gut schlafen. Am Nachmittag sind meine Tochter und meine Enkelin zum Kaffee gekommen. Meine Enkelin hat die Getränke serviert und mich bedient. An frühen Abend, als die beiden schon weg waren, habe ich mit der Ärztin einen Termin für 9.30 Uhr am Donnerstag vereinbart. Es ist eine Bänderzerrung seitlich. Es wurde mir schon zweimal operiert.

 

 

 

Das erste Mal 1990 am 18. Oktober, gleich nach meiner Brustamputation. Ja, das zweite Mal war 1995 und jetzt ist der Fuss wieder am rebellieren. Ich hoffe, dass die Schmerzen weggehen und ich noch ein bisschen laufen und das Leben geniessen kann. So, wie ich es eigentlich immer wollte. Aber es ging leider nicht mehr. „Dölf“ war sehr krank. Ja, das ist vorbei. Ich hoffe auch, dass es für mich weiter geht.

 

 

  1. August

Heute Morgen konnte ich kaum aufstehen. Ich hatte solche Schmerzen, dass ich gar nicht wusste, was los war. Und ich habe mich in der Zeit vertan. Es war bereits 8.30 Uhr und ich bin immer noch im Bett gewesen. Die Schmerzen liessen nicht nach.

Ich war um 9.30 Uhr bei meiner Ärztin. Sie hat Röntgenbilder gemacht ,und gesagt, dass ich eine Bänderzerrung habe.

 

 

  1. August

Bin erst um 8.30 Uhr mit Schmerzen aufgewacht. Um 24.00 Uhr letzte Nacht , bin ich noch mal aufgestanden und habe mir einen Wickel mit Antiflogestin gemacht. Ich kann kaum laufen, vor allem, wenn ich aufstehe. Es dauert einen Moment, bis ich normal gehen kann. Ich bin einfach nicht mehr zwanzig. Heute habe ich liebe Gespräche mit Max (Schulkollege) gehabt. Ihm habe ich eine Einladung, für ein  Essen absagen müssen. Mit dem Charly dem Taxichauffeur war ich in St. Silvester, um zu 

sehen, wo das ist. Am Samstag bin ich dort zu einer Hochzeit meiner Nachbarn eingeladen.

Kapitän Heinz-Georg hat mich angerufen Ich habe  ihm gesagt, dass ich im Herbst auf Besuch auf die MS RIA komme. Ja, und Heinz (Campernachbar) hat mich auch noch besucht, wir haben ein Glas Rotwein getrunken.

 

Nun ist es 23.30 Uhr und kein Mensch online auf facebook. Ich will davon weg. Ich will nicht abhängig werden. Mein Leben geht weiter, muss weiter gehen. Und zwar so weitergehen, wie es für mich das Beste ist. Ich freue mich auf Morgen auf das Fest, auch wenn es regnet, das spielt keine Rolle.

 

Ich kann nach Hause gehen, wenn ich will. Ich liebe das Leben und das geht auch weiter, weiter.

Ich freue mich auf neue Sachen, einen neuen Anfang, ohne "Dölf“. Leben und leben lassen, geniessen und geniessen lassen, ohne wenn und aber: Es muss, weiter gehen.

 

 

  1. August

Ich bin früh morgens mit Bläcky noch schnell in die Wohnung, um zu duschen und die Haare zu waschen. Ich bin etwas spät dran gewesen und dann etwas zu spät in der Kirche. Das macht nichts. Wenn ich etwas schaffen will, dann kann ich das.

In der Kirche war es  schön. Es sind wenig Leute dort gewesen. Von unserem Wohnblock waren es die  5 Familien, wenn man dem so sagen kann: Elsbeth, Romy, Beatrice und Pesche, Daniel und Marina mit je zwei Kindern und Ich , meine Wenigkeit. Alex und Sonja haben sich über meinen Besuch gefreut. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl gehabt, dass sie sich freuten. Elsbeth und Romy waren etwas eifersüchtig auf mich, ich habe es gemerkt. Es spielt keine Rolle. Ich bin alleine gefahren. Habe es auch so geschafft, ohne alle anderen.

Auf dem Weg ins Schloss Laupen habe ich mich verflogen. In Schmitten bin ich gerade aus statt rechts abgebogen. Ich weiss ja genau, wo Schmitten und Laupen liegt. Es war schön, dauerte aber lange. Um 13.30 Uhr bin ich im Camp weggefahren und um 16.45 Uhr gab es den ersten Tropfen zu trinken und zu essen. Man machte Fotos und noch einmal Fotos, warten war angesagt. Das hat mich ein bisschen genervt. Um 18.30 Uhr bin ich wieder im Camp gewesen. Ich bin froh gewesen, mein Fuss schmerzte. Und so bin ich zuerst einmal mit Bläcky  spazieren gegangen und habe mich dann hingelegt.

 

 

  1. August, Donnerstag

Um 8.00 Uhr bin ich mit Bläcky zum Tierarzt gefahren. Die Konsultation hat 10 Minuten gedauert, gewartet habe ich auch 10 Minuten. Das ganze hat 99.-- Franken gekostet. 49.-- Franken die Augenuntersuchung, 38.-- Franken die Kontrolle, 12.-- Franken eine Salbe für die Augen. Das ist schnell verdientes Geld.

 

Anschliessend war ich in der Wohnung und habe auch noch Kaffeekapseln geholt, den Rasen an drei Orten gemäht. Ja, und das alles mit meinem Fuss. Er schmerzt immer noch. Ich laufe auch 20 1. Ich höre wie mein Fuss knackt.

Am Nachmittag ist meine Tochter noch bei mir gewesen. Es war ganz lustig. Wir haben Sprüche gemacht und konnten viel lachen. Das hat mir gut getan: Einfach ein bisschen Freude haben. Am Abend bin ich todmüde und bin froh, dass ich schlafen kann.

Ja, ich kann mir ja selber lieb sein. Das tue ich auch. Es ist ein Muss. Ich war in der Wohnung, dann einkaufen und anschliessend beim Bjoutier. Ich habe die goldene Armbanduhr Omega abgeholt. Das ist ja die Uhr von "Dölf". Ich habe sie verkleinern lassen, damit ich sie tragen kann! Ich werde sie tragen. Dann habe ich den Rasen gemäht, die Hecke geschnitten und Fenster geputzt: „Blüemelet“, bei meiner Tochter und bei mir. Ja, ich habe immer etwas zu tun. Ich sehe die Arbeit und es freut mich auch, etwas zu machen. Das ist mein Lebenselixier. Ich freue mich über Besuch. Das macht Spass. So kann ich sehen, dass man mich lieb hat. Aber manchmal kommen alle zusammen und dann ist es wieder ruhig, fast zu ruhig. So soll es sein.

Denn "Dölf" fehlt mir immer noch. Der Ansprechpartner fehlt mir. Vielleicht wird es dem Taxichauffeur manchmal auch zuviel, wenn ich ihm schreibe oder erzähle.

 

 

  1. August

Ich war bei meiner Ärztin wegen des Fusses. Sie hat mir empfohlen, ich sollte meinen Fuss noch ein binden. Noch 14 Tage lang. Oh, und das kotzt mich an. Ich muss aber, denn wenn ich ohne Verband rumlaufe, knickt mein Knöchel nach aussen.

 

Ich musste in die Wohnung, um die Rechnungen zu bezahlen. Habe aber am Morgen einen lieben Besuch gehabt. Der Taxichauffeur hat mich besucht und überrascht. Er ist um 9.05 Uhr zum Kaffe da gewesen. Ich bin mit Blacky unterwegs gewesen. Ich habe mich sehr gefreut. Um 10.15 Uhr ist er wieder gegangen. Er ist gestresst, dauernd unterwegs. Hier und da und dort. Ich habe dann am Nachmittag die Rasenmähertour gemacht und Kanten geschnitten. Ich habe viel gearbeitet. Meine Tochter hat dann nach mir gefragt. Aber auch der Taxichauffeur hat sich erkundigt, wie es mir geht.

 

Schön, wir können gut reden. Das freut mich. Ich brauche meine Ruhe aber auch. Ich bin nicht mehr zwanzig, die Spuren gehen nicht weg. Sie hinterlassen Zeichen der Erlebnisse. Ich mag gar nicht erzählen. Der Tag hat gut angefangen und gut aufgehört. Morgen ist Yoga.

 

 

  1. August, Dienstag

Heute war ich im Yoga. Es hat eine gute Wirkung auf mich gehabt. Mit den Frauen, vor allem meiner Schwester, ist alles so schön. Wir sind eine grosse Familie. Ich geniesse es, mit ihnen zusammen zu sein. Anschliessend bin ich wegen der Store, die einen Sengschaden hat, noch bei „Bantam“ vorbei gegangen. Und dann war ich noch beim Optiker. Am Nachmittag bin ich nach Bern gefahren, um Nespresso-Kapseln zu kaufen und später mit Blacky spazieren. Es ist einfach so, ich muss alles alleine machen. Keiner hilft mir. Ich muss alles alleine entscheiden und bezahlen. Danach bin ich nudelfertig gewesen. Am Nachmittag musste ich schlafen und etwas ausruhen. Niemand denkt daran, was ich alles erlebt, mitgemacht habe. Das ist nun vorbei. Ich denke an die Zukunft. Ich muss und ich denke positiv. Ich will ja weiterleben und geniessen. Mein Leben geht weiter, weiter.

 

 

Einzelgeschichten:

 

(geschrieben im November 2011)

 

In Sachen Kampfhunde

 

Es gibt auch noch andere Hunde, die vom Ausland über die Grenze gebracht werden. Es gibt Hunde, die sind nicht erzogen, kennen keinen Gehorsam, kein ’Fuss’, ’Sitz’‚ oder ’Platz’‚, geschweige denn ’Pfui’. Und genau ein solcher Mischlingshund, zwischen einem Husky und sonst etwas, griff unseren Hund an.

Der Hundeführer, ein Bube, hatte 2 Hunde an der Leine, konnte sie aber nicht festhalten. Beide Hunde stürzten sich auf unseren Hund Brinz. Ich schrie: ’Pfui ’, Brinz war auf dem Rücken und hat herzzerreissend gejault. Und ich habe es mit der Leine probiert, habe die Bestie geschlagen. Den grossen Hund nenne ich die Bestie. Die Hündin oder der Hund liess aber nicht von ihm los. Als Brinz endlich flüchten konnte, hat die Bestie ihn noch mal gebissen, in den After.  Seit 28. Dezember 2005 sind wir immer noch mit der Pflege der Verletzungen beschäftigt. Wir sind daran, den Hund mit Pflastern zu versorgen, Salbe einzureiben. Er hat auch ein paar Kilo abgenommen und ist nun krank geworden. Immer wieder entdecken wir neue Bisswunden an ihm!

 Jetzt ist es nötig, dass er immer wieder Antibiotika und Cortison bekommt. Dazu kommt noch eine Allergie, wegen dem Stress. Seit 3 Monaten versuchen wir, unseren Hund zu retten.

 

Brinz ist ein „Entlebucher“ und 15 Jahre alt. Ich besuchte mit ihm die Hundeschule. Er hat auch noch nie einen Hund oder einen Menschen gebissen. Der Hundehalter der 2 Hunde meldete sich nur einmal. Ich glaube, der grosse Hund war gar nicht angemeldet. Seit ein paar Tagen habe ich diesen Hund nicht mehr gesehen und wir haben Angst, dass so etwas noch einmal passiert. Unser Hund ist nach diesem Angriff seit Monaten krank und es will nicht aufhören. Es muss Pflicht für die Hundehalter sein, jeden Hund zu dressieren, damit so was nicht passiert.

 

 

Denn wenn ein Hund so verbissen wird, könnte auch er böse werden oder Angst haben. Mit Krankenpflege, mit pudern und salben, mit: „Wir bezahlen die Rechnung“, ist es nicht getan. Die Folgen trägt der Besitzer der gebissenen Hunde, und wir tun das schon seit 3 Monaten.

 

(geschrieben am 27. Oktober 2003)

 

Mein grösster Schock in meinem Leben

 

Im September 1990 zog ich mir einen Bänderriss am rechten Fuss zu. In der Sense, dem Fluss, der neben meinem ,Wohnort durchfliesst, habe ich mir meinen Fuss eingeklemmt. Ich musste operiert werden.

Im Oktober fühlte ich einen Knoten in meiner rechten Brust. Es war nötig, eine Mammographie zu machen. Am 15. Oktober 1990 war ich für die Fussoperation angemeldet worden. Aber da war ja noch der Knoten in meiner Brust. Im Röntgeninstitut teilte ich mit, dass meine Fussoperation für den 15. Oktober 1990 in einem Spital in der Umgebung von Bern angemeldet war. Einen Tag vor dieser Operation trat ich ein. Mein Fuss wurde für die Operation des Bänderrisses vorbereitet.
Aber da war eben der Knoten in meiner rechten Brust.

Ein Chefarzt vom Inselspital kam mit den Ärzten des Spitals zu mir und liess mich wissen, dass der Knoten nicht gut aussehen würde und sofort weggeschnitten werden müsse. Statt des Fusses wurde dann der Knoten, das heisst, schliesslich meine ganze Brust entfernt. Die rechte Brust wurde sofort amputiert! Als ich erwachte, war meine Brust weg und mein Bänderriss noch da. Ich wollte leben und habe mich viel mit Blumen beschäftigt. Damals dachte ich: "Du lebst ja, was willst Du noch mehr". Später wurde auch der Bänderriss noch operiert.

Die älteren Patienten im Spital glaubten, dass ich für die Blumen zuständig gewesen sei. Eine alte, bettlägerige Frau sagte einmal zu mir: „Könnten Sie meinen Blumen auch frisches Wasser geben?“ Und ich machte es, denn Blumen bedeuten mir alles und sind mein Leben. Die Patientinnen und Patienten glaubten alle, dass ich das Blumenmädchen vom Spital sei.

 

Ich lag 6 Wochen im Spital. Meine Freundin fuhr mich jeden Tag mit meinem Rollstuhl aus und wusch für mich Kleider. Meine Freunde, mein Mann und alle haben mir den Tag versüsst. Meine Kinder brachten mir unseren Hund Sambo vor das Spital. Ich konnte ihn sehen und, ich war mir bewusst. „Das überlebst Du.“

 

 

Etwa 10 Tage nach meiner Brustoperation bekam ich den Bericht von Doktor Sommer: „Sie haben keine Metastasen“. Das war für mich der schönste Moment in meinem Leben;  zu Überleben!

Am 18. April, begleitete meine Freundin mich auf der Reise in die Erholungskur. Die Kur dauerte 3 Wochen, die ich allein, nur mit meinem Hund verbrachte. Ich musste jeden Tag spazieren gehen. Und heute, 13 Jahre nach meinem grössten Schock, lebe ich immer noch. Es geht mir gut. Mein neuer Hund heisst Brinz. Ich gehe jeden Tag ein paar Stunden unter freiem Himmel spazieren, mit ein paar Schmerzen, aber das ist auszuhalten. Ich lebe und das Leben geniesse ich mit meinem Freund, meinen Freundinnen, meinen Kindern und Geschwistern. He, ich bin noch da!

 

Adelheid

 

 

Ferien vom

Mit meiner Tochter und meinen Enkelkindern auf der MS RIA)

 

Die Anfahrt zum Schiff führte von Lyss via Bern und Basel nach Hamburg. Weiter ging sie über Flensburg nach Fredericia und schliesslich nach  Aarlborg.  Die Reisezeit betrug total 26 Stunden und wir reisten in 8 verschiedenen Zügen. Aber  all die Mühe  war eine Reise wert, um schliesslich auf der MS RIA mitzufahren. Wir alle, meine Tochter Sandra, meine Enkelkinder Carmen, 8 Jahre, und Luca, 7Jahre, sowie ich selbst waren froh, endlich auf der MS RIA angekommen zu sein.

 

Das Tischlein war gedeckt,

die Kojen frisch bezogen,

alles war da,

Heinz-Georg und auch Claudia.

 

Die Anreise, die war stressig

mit Sitzen in den Zügen, essig,

aber was will man machen

mit all den sieben Sachen!

 

„Locker nehmen“ war die Devise,

der Nordwind, zwischendurch nur ’ne Brise.

Auf dem Koffer sitzen, raus und rein,

das alles musste halt so sein.

 

Nun endlich durften wir auch sitzen

und das gute z’Nacht stibitzen.

Keiner sagte: „He, steh wieder auf,

auf den Platz da setzte ich mich drauf“.

 

Ausgepackt,

das wurde am  morgen

Da machten mir uns keine Sorgen.

Einfach liegen, schlafen wollten wir,

denn wir wussten: Sicher, wir bleiben hier.

 

Von Aarlborg ging’s nach Uddevalla.

Es war lustig, da waren wir wieder voll da:

Ausgeruht und ausgeschlafen

erreichten wir den schönen Hafen.

 

Quarzit geladen haben wir,

dazwischen gab es gar kein Bier.

Am Abend dann ein Gläschen Wein

für die grossen Kinderlein.

Die Kleinen gingen früh zu Bett,

                                waren aber immer ganz, ganz nett.

 

36 Stunden bis nach Kiel,

das war unser nächstes Zeil.

 Und geschaukelt hat es auch.

 Das ist aber hier so  Sitte . Nur nicht so

 Toll, bitte , bitte .

 

In Kiel, da ging unsere Claudi fort,

um zu arbeiten an einem anderen Ort.

Carmen und Luca vermissen Sie sehr,

denn Sie erzählt auch Geschichten vom Meer.

 

Ria hat uns auch besucht,

Sie war im Haus ganz ausgebucht.

Gäste hier und Gäste da,

überall ein Trallala.

 

Frische Wäsche hat sie uns gebracht:

gewaschen, gebügelt, sauber gemacht.

Ein „Danke“ auch an Tante RIA,

denn Sie, Sie ist für alle da.

 

Weiter ging es dann nach Bremen, auf der Weser ganz schön sachte

bis der Kapitän einen Halt für uns machte.

Da durften wir dann auch ausgehen,

um Bremen ein bisschen anzusehen.

 

Pizza essen war angesagt, die war herrlich und ganz fein.

Ein Gläschen dazu, das musst sein.

Der Nachhauseweg, der war schwierig.

Wir fragten unser Kinderlein: „Bitte sagt uns, wo geht es wieder heim.

Auf die MS RIA mussten wir.

Sie zeigten uns den Weg genau,

dabei waren wir zwei gar nicht blau.

 

                                Bärbel ist dann eingestiegen.

                                Es war schwierig, sehr schwierig, die Kinder rumzukriegen.

Denn was Neues, das ist schwer

bei kleinen Kindern umso mehr.

Sie spielte mit den Kinderlein

manch schönes Spiel, das musste sein.

 

Ja, aber wo, wo liegt denn Minden?

Das mussten wir dann auch noch finden.

Durch den Nord-Ostsee-Kanal ging es dann

ganz schnell über die Elbe bis Cuxhaven,

da durften wir auch wieder schlafen.

 

Am Morgen weiter,

das Stückchen Nordsee, das wird ja heiter.

Schaukeln hin und schaukeln her,

es war gerade genug, bitte nicht mehr.

 

Auf der Weser war es ruhig.

Wir wurden dann auch wieder mutig,

gingen nach oben zu Heinz-Georg.

Es gab kein Wein, es gab kein Grog.

Eine Tasse Tee und Zwieback dazu

und schon war es fertig mit der Ruh.

 

                                Nun sind wir auf dem Weg nach Minden,

hoffentlich werden wir es finden.

Heidschnucken, Kühe säumen den Fluss,

grünes Gras im Überfluss.

 

Keine Schaukelei, kein nervöses Treiben,

alles schön ruhig, ich glaube wir bleiben.

Aber eben, so ist das Leben: Die Seefahrt, die ist nun zu Ende.

Jetzt gibt es drum auch eine Wende.

 

Aussteigen und dann ab in die Schweiz,

auch die hat ihren besonderen Reiz:

Seen, Flüsse, Berge,

die auch schon auf uns warten,

vielleicht auch nur in unserem Garten

und gleich dahinter die sieben Zwerge.

 

Schule, arbeiten ist angesagt,

wenn auch der Abschied an uns nagt.

Mit einem Küsschen an alle, die uns vermissen,

werden wir ihnen die Tage versüssen.

Wir kommen wieder, das ist klar.

Vielleicht auch schon im nächsten Jahr.

 

 

 

 

 

 

 

Für Heini gedichtet

 

Dein Herzschlag, der ist immer da,

ob gestresst oder ob trallala.

Es schlägt und das nur für Dich,

in Deinem Herzen, hoffentlich.

 

Hoffentlich auch jeden Tag

mal langsam, mal schneller, wenn es mag.

Ich hoffe, dass Du daran denkst,

denn Du bist der, der alles lenkt.

 

Ich weiss, es ist manchmal schwer

„Nein“ zu sagen hinterher.

Aber eines weiss ich, das ist klar:

Ein Herz das schlägt, ist wunderbar.

 

Du hast jetzt noch mal Glück gehabt,

es ist im Leben einfach so.

Es geht bergauf und auch bergab,

das Herz, das ist nur einmal da.

 

Kein Stellvertreter hilft Dir aus,

wenn es nicht mehr schlagen will.

 

Lebe mehr mit dem Gefühl

deshalb denke daran: Stecke zurück

das Leben ist das allerhöchste Glück.

 

 

 

Gedicht

Es fehlt immer die Zeit

 

Heutzutage kann man konstatieren

nervöse Leute, die immer pressieren.

Können sich nicht gemütlich geben

und verpassen so ihr Leben.

Bei diesen Leuten heisst es weit und breit

Ich habe heute keine Zeit.

 

Die Frauen drehen ihre Runden,

es geht um Minuten und Sekunden.

Wie der Teufel muss man putzen,

in der Wohnung die Zeit ausnutzen.

Geladen sind sie wie Dynamit:

„Eg ha hüt haut gar kei Zyt“.

 

Die Männer sind womöglich

gar nicht besser diesbezüglich.

Haben meistens zu reklamieren,

sei’s im Büro oder bei den Ihren.

Braucht man einen, gibt es noch Streit:

Tut mir leid, heute habe ich keine Zeit.

 

Und die grünen, jungen Eminenzen,

möchten am liebsten nur faulenzen,

spörtle, tanzen, telefonieren,

spiegelschauen, karisieren.

Hilf der Mutter ein wenig heut:

Sorry, hab heut keine Zeit.

 

So ist das Leben ganz vergänglich.

Ich geniesse die Stunden vollumfänglich

 

 

 

Denn kannst du das Leben voll geniessen,

 

wird auch keine Träne fliessen,

wenn Du gehst ganz unverhofft.

Dir jemand auf die Schulter klopft:

„Komme zu mir? Heute habe ich Zeit.“

Ich würde gehen, ich wäre bereit.

 

 

 

Eine Seereise auf der MS RIA, 1998

 

 

  1. Tag

Ich fuhr von Bern mit dem Zug zur MS RIA, die in Cuxhaven liegt. Um 9.45 Uhr bin ich in Bern abgefahren. In Olten ist meine Schulfreundin Elvira in den Zug zugestiegen. Wir haben uns bis Mannheim gut unterhalten, Fotos gemacht, sind umgestiegen. Um 17.45 Uhr war ich in Bremen und hatte gleich Anschluss nach Cuxhaven. Um 20.31 Uhr bin

ich in Cuxhaven angekommen und mit dem Taxi zum Amerikahafen gefahren. Um 21.00 Uhr bin ich auf der MS RIA angekommen.

Der Kapitän Heinz-Georg und sein Matrose Jan-Dirk haben mich schon erwartet. Jan-Dirk hat für mich Abendbrot gekocht. Um 23.00 Uhr bin ich ins Bett gegangen.

 

 

  1. Tag

Frühstück ist um 7.30 Uhr gegessen worden. Dann hat der Befehl gelautet: „Leinen los“ und ab ging es, in die Elbe bis zur Nordsee Richtung Heimathafen. In Oldenburg haben wir Weizen gelöscht, was c.a. 3 Stunden dauerte. Dann ist die Fahrt weiter gegangen. In der Nordsee hat die Schaukelei angefangen. Jan-Dirk ist es schlecht geworden, er hat gekotzt. Aber mir ging es ganz gut: Ich habe die ganze Zeit gehäkelt und fast ein ganzes Deckchen fertiggemacht. Jan konnte es einfach nicht glauben, dass man da noch Handarbeiten kann. Nach dem Weserturm hat das Schaukeln aufgehört und man konnte sich wieder in die Küche wagen, um das Abendbrot zu bereiten. Jan hat Bratkartoffeln gekocht. Na ja, auf der Weser ging Männerküche so.

Jan ist gerne ausgestiegen, denn er hat Angst und das ist sein grösstes Problem. Ich habe keine Angst: Es ist ja nicht das erste Mal und ich habe Vertrauen zum Kapitän.

 

 

  1. Tag

Wir sind heute bis Brake, beziehungsweise bis Elsfleth weitergefahren. Vorher sind wir in Oldenburg mit Uwe, einem alten Kumpel von Heinz-Georg, einkaufen gegangen. Er hat mich mitgenommen. Die Männer haben fast alle Lebensmittel aufgebraucht. Wir sind mit dem Taxi zurück an Bord gekommen und anschliessend weiter gefahren. Abends um 20.00 Uhr sind wir in Elsfleth angekommen. An Bord habe ich alleine geschlafen, denn ich hatte Bordwache.

 

 

  1. Tag

Ich bin um 8.30 Uhr aufgestanden und habe alleine Frühstück gegessen. Heinz-Georg und Jan gingen zu ihren Frauen nach Hause und Ria hat sie abgeholt. Um 10.00 Uhr hat Claudia mich zum Tee abgeholt und anschliessend zum Mittagessen eingeladen. Zu

 Mittag hat es Erbsensuppe mit Kartoffeln, Speck und Gemüse gegeben. Das hat fein geschmeckt. Zum Dessert bestand aus Pudding  ,aber ohne mich ,ich hätte am Liebsten für mich einen Coup Dänemark, zu  bereitet . Wir haben auf unserem Spaziergang Renate Kögen mit der kleinen Katrin auch noch getroffen. Ria hütet Kartin. Es war lustig. In Ria's und Heinz-Georg's Haus ist es kalt gewesen und ich habe dauernd gefroren. Gerne bin ich am Abend wieder an Bord der MS RIA gegangen. Ich haben noch Proviant eingekauft und vom Auto über die Rehling zum Schiff gehievt. Danach habe ich noch alles in den Proviantraum und das Fleisch in der Tiefkühltruhe versorgt. Um 23.30 Uhr war Feierabend.

Ich habe noch ein Schlückchen Bier genommen und dann bin ich ab ins Bett. Ich bin alleine gewesen, denn Heinz- Georg schlief zu Hause. Er wollte am morgen um 7.00 Uhr von Elsfleth nach Brake weiterfahren.

 

 

  1. Tag, Samstagnachmittag

Tagwache ist um 6.00 Uhr gewesen. Zuerst war die Maschine klar zu machen, dann kochte ich Kaffee. Heinz-Georg ist um 7.30 Uhr gekommen, zu spät. Er hat sich verschlafen. Claudia ist wieder an Bord gekommen und hat Brote mitgebracht. Um 8.00 Uhr starten wir nach Brake, es regnet. Bevor wir ablegen, besucht uns noch Mobsi, der Schulkollege von Heinz-Georg. Er hat mit seinem Schlepper "Blumenfeld" einen grossen Tanker nach Bremen gebracht. Als er in die Richtung , Bremen gefahren ist, hat er sich über Funk bei uns gemeldet und gepfiffen. Auf dem Rückweg hat er bei uns längsseits angelegt, um schnell ein wenig mit mir, respektive mit uns, zu plaudern. Claudia hat mich extra aufgeweckt.

Es ist 9.30 Uhr, als wir anfangen zu laden. Unsere Fracht besteht aus 470 Tonnen Futtermehl für Rendsburg. Wir sind bei Claus eingeladen. Um 12.00 Uhr sind wir mit Laden fertig geworden und schon wollte der Kapitän wieder nach Hause. Er ist um 12.00 Uhr abgeholt worden. Claudia wollte Marc sehen und ging mit dem Kapitän. Am Nachmittag sind Heinz-Georg und Torben um 14.00 Uhr wieder an Bord gekommen. Der Kapitän hat das Schiff mit Weiss bemalen wollen und Torben hat die Antenne des Navigators reparieren müssen. Um 16.00 Uhr habe ich Kaffee gekocht, dazu hat es Kuchen gegeben. Um 17.00 Uhr bin ich mit Ria in die Apotheke gefahren. Dann sind Heinz-Georg, Claudia und Torben nach Hause gegangen.

 

 

  1. Tag Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr

Ich habe ein Soufflé gekocht. Heinz-Georg und Claudia kommen pünktlich, wie abgemacht, um 14.00 Uhr an Bord. Es heisst: „Leinen los“. Nun soll es über Bremerhaven und Cuxhaven nach Rendsburg im Nord-Ostesee-Kanal gehen. Wir haben Windstärke 7-8 in der Nordsee, aber mir geht es gut. Ich habe c.a. noch 1 Stunde geschlafen. Um 19.00 Uhr hat es Abendbrot oben an Deck gegeben. Claudia hat es zu bereitet. Das Wetter ist ziemlich stürmisch gewesen, aber es ging noch. Wir sind bis nach Brunsbüttel, Schleuse Nord-Ostsee-Kanal gefahren, um im Nord-Ostsee-Kanal in der Nähe der Schleuse zu übernachten. Da war es mit Ausnahme der grossen Schiffe, die da durch diesen Kanal schippern, ruhig. Die hört man natürlich schon. Um 24.00 Uhr bin ich im Bett gewesen und sofort eingeschlafen. Ich habe Probleme mit dem Motor gehabt, der den Strom an Bord erzeugt. Den muss man per Knopfdruck abstellen, wenn man mit Fernsehen fertig ist. Ich bin die letzte, die ins Bett gegangen ist.

 

 

  1. Tag, Montag

Um 10.00 Uhr sind wir weiter gefahren. Vorher habe ich Frühstück gemacht. Claudia und Heinz-Georg haben noch geschlafen. Aber kaum haben sie den Kaffee gerochen, schwups, sind sie da gewesen. Aber Heinz-Georg hat keine Zeit zum frühstücken gehabt. Er wollte sofort los fahren. Wir haben ihm Brote geschmiert und den Kaffee auf die Brücke gebracht. Die Dauer der Fahrt hat c.a. 6 Stunden betragen.

Um 14.00 Uhr haben wir Rendsburg, das liegt in der Mitte des Nord-Ostsee-Kanals, erreicht. Dieser verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Es ist schönes Wetter gewesen. Zum Mittagessen hat es Braten mit Kartoffelstock und Salat gegeben. Claudia hat das Dessert gemacht: Pudding für Papi. Ich habe das Essen gekocht.

Um 15.00 Uhr haben wir am TV noch Tennis geguckt. Das Match Willilams-Davenprot ist übertragen worden. Davenport ist mit 6.4 zu 6.1 Sieger geworden. Es war ein gutes Match. Ich habe zur Vesper noch Apfelwähe gebacken. Um 16.30 Uhr haben wir zusammen noch während c.a. 1 ½ Stunden einen Abendspaziergang am Hafen gemacht.

Ich habe meine Keniafilme am Fernsehen über Video anschauen wollen. Das ging aber nicht. Um 20.00 Uhr haben wir Abendbrot gegessen und um 20.15 Uhr einen Krimi am Fernsehen angeschaut. Nun ist es 24.00 Uhr. Alle schlafen, nur ich noch nicht. Denn um 6.00 Uhr werden die Leute hier im Hafen mit Löschen anfangen. Um 10.00 Uhr sollen wir fertig sein. Dann geht es ab nach Lübeck, in der Nähe von Hamburg. Da wird das Schiff neu beladen. Mit was, das weiss ich auch noch nicht, wir werden sehen. Gute Nacht.

 

 

Dienstag, 8. Tag

Es ist 6.00 Uhr früh. Die Lukendeckel werden mit dem Motor aufgemacht. Da muss man ja wach werden. Rendsburg ist eine schöne Stadt, aber das Zentrum liegt weit vom Hafen entfernt. Um 10.00 Uhr hätte das Löschen fertig sein sollen, aber damit war wieder mal nichts. Der kleine Schaufelbagger, der mit dem Kran in den Schiffbauch gehisst wird, war defekt. Und so haben die armen Hafenarbeiter den ganzen Laderaum von Hand saubermachen müssen. Das hat 2 Stunden länger gedauert. Um 12.30 Uhr konnten wir die Leinen losmachen und den Rest des Nord-Ostsee-Kanals weiterfahren. Leer Schliff fuhren wir nach der Schleuse in Kiel in die Ostsee. Ich habe noch Mutti angerufen und gefragt, wie es ihr geht. An der Schleuse ist ein netter Festmacher gewesen. Er hat mir etwa 10 Illustrierte geschenkt. Ich fand das super. Heinz-Georg hat gesagt, das sei ihm noch nie passiert.

Nun ist ja auch Renate zum Festmachen, Deck waschen, Maschine abschmieren u.s.w. da. Die Ostsee ist ruhig. Wir sind Richtung Schleswig Holstein gefahren, also vorbei an

 La  Bö , Fehmarn , Travemünde und um Mitternacht, um 24.00 Uhr, angekommen. Die See ist etwas unruhig gewesen, Windstärke 6. Aber es ging ganz gut.

 

 

Mittwoch, 9. Tag

Es ist wundervoll gewesen, das blaue Wasser und hier und da mal ein entgegenkommendes Schiff. Margot Schlichting heisst das Schiff, auf dem ich auch schon Ferien verbracht und gekocht habe. Der Frachter fährt uns immer hinterher. Er kriegt in Lübeck auch Ladung. Der Kapitän heisst Rolf Jacobs. Wir haben ihn in Oldenburg getroffen. Er hat sich gefreut. In der Aufregung hat er beim Begrüssen „Tschüss Claudia“ gesagt und ein Kompliment gemacht. Er hat gesagt: „Du bist noch genau so hübsch wie vor 3 Jahren. Du hast Dich überhaupt nicht verändert. Liebe Adelheid!!“

Es ist 22.00 Uhr. Das Abendbrot habe ich verpasst. Ich bin schlafen gegangen und Claudia hat mich schlafen lassen. Später habe ich ein Stück Brot gegessen und einen Pfefferminztee getrunken. Um 24.30 Uhr haben wir in Lübeck festgemacht. Nachher sind alle sofort schlafen gegangen. Denn morgen um 1/2 8 Uhr wollen sie mit Laden anfangen. Wir laden Weizen für Hamburg. Die Dauer der Fahrt ist c.a. 1 1/2 Tage.

Es ist pünktlich mit Löschen angefangen worden. Ich habe gestern Abend eine Fleischsuppe vorgekocht, da Claudia und ich in die Stadt gehen wollen. Wir müssen um 12.15 Uhr wieder an Bord sein, denn der Kapitän will sofort auslaufen. Wir haben in der Stadt Marzipan gekauft und ich habe mit dem Schatz telefoniert. „Dölf“ geht es gut und Prinz auch. Sandra, Röbi, Reto und die Kinder sind auch wohlauf. Das freut mich.

Der Makler hat uns wieder mit dem Auto zum Hafen gefahren. Er hat die MS RIA noch ausklariert das Seeschiff Margot  Schlichting  einklariert  . Pünktlich um 12.30 Uhr sind wir ausgelaufen, Richtung Travemünde.

Es ist herrliches Wetter gewesen, Sonnenschein. Wir haben aber unruhige See gehabt, Windstärke 6-7. Es gibt hohe Wellen, das Spritzwasser kommt bis zum Ruderhaus. Bei der hohen Brücke über die See  in Fehmarn , geht langsam die Sonne unter. Um 16.00 Uhr habe ich zum Nachmittagsimbiss Apfelchüechli gebacken. Wir haben so viele Äpfel im Proviantraum. Dazu gibt es Kaffee. Claudia hat noch Vanillesauce zu den Chüechli gemacht. Wir haben es sehr schön zusammen, teilen uns die Arbeit ein. Um 16.30 Uhr ist Heinz-Georg für eine halbe Stunde schlafen gegangen. Dann ist uns aber ein grosser Tanker entgegen gekommen und wir haben ausweichen müssen. Schnell, den Kapitän aufwecken und Kurs ändern. Wir müssen noch 13 Seemeilen fahren. 1 Seemeile beträgt 1.200 Kilometer. Dazu brauchen wir 3 Stunden. Die Sonne geht hinter ein paar Wolken unter und es wird langsam Nacht. Abendbrot gibt es nicht, die See ist zu unruhig. Es schüttelt und rüttelt an unserem Schiff herum. Man wundert sich nur, dass ein Schiff nicht auseinanderfällt.

Ich habe an Carmen und Luca einen Brief über meine Erlebnisse hier an Bord geschrieben. Daneben habe ich schon zwei Set Runde Deckchen gehäkelt. Ich habe ja nebst Kochen auch freie Zeit zum Häkeln und das lenkt bei Seegang ab. Ich bin schon ganz fest seetüchtig, denn bis jetzt habe ich bei Sturm noch nie das Bett aufsuchen müssen. Nun laufen wir lautlos in die Schleuse ein. Es hat noch ein paar Schiffe hier, die heissen: Unifeeder ein 2000 Tonnenfrachter, "Aqua Marin", ein 10000 Tonnenfrachter und „Merkur“, ein 1000 Tonnenfrachter, zusammen mit der MS RIA. Die MS RIA ist eines der letzten Küstenmotorschiffe auf der Weser. Früher gab es 30 kleinere Schiffe, heute noch 4. Unser Schiff kann 400 Tonnen Fracht laden. Wir haben 1a Weizen geladen. Dieser Weizen kommt in die Mühle in Hamburg und daraus wird Weissmehl entstehen. Wenn alle Motoren still sind, ist das ein herrliches Gefühl. Diese Ruhe hier in der Schleuse, herrlich. Sie dauert c.a. 1/2 Stunde. Dann werden die Motoren gestartet, Leinen los und langsam aus der Schleuse fahren, wenn es vorne bei schwerem Seegang so fest auf das Wasser aufschlägt. Er hat zu genommen, der Sturm, er hat Windstärke 8-9. Aber alles von vorne ist weniger schlimm, als quersee. Das haben wir auch schon gehabt. Da geht dann fast nichts mehr. Man muss den Fernseher, das Radio, Bücher, das Fernglas, Stühle, das Video, Kaffeekanne und alles, was noch steht, auf den Boden stellen, sich hinsetzen, festhalten und abwarten.

Ja, es ist alles gut gegangen. Nun ist die See ruhig geworden. Wir haben Landschutz links und rechts und können endlich wieder runter in die Kombüse, um etwas zu Essen zu holen. Claudia macht uns ein paar eingeklemmte Brote, bringt 1 Apfel und Tee. Nun ist die Welt wieder in Ordnung. Jetzt schleichen wir uns auf die Schleuse in Kiel zu. Wir wollen noch in die Schleuse und werden danach an den "Dalben" festmachen. Ich werde noch 1 Glas Wein trinken, heute der erste Alkohol, und dann schlafen gehen. An den "Dalben  festmachen" heisst: an ganz dicken Holzpflöcke, welche in den Boden eingerammt sind, festmachen.

 

 

Donnerstag, 10. Tag

Wir sind aus der Schleuse ausgelaufen. Wir sollten eigentlich am Mittwoch in Hamburg löschen. Aber wir haben neue Order gekriegt, dass wir erst am Donnerstag löschen können, weil die MS Margot Schlichting uns während wir schliefen, überholt hat. Ein Gehetze ist das, jeder will der Erste sein. Auf der Elbe ist es ruhig. Ich habe gehäkelt. Wir haben am Fischereihafen in Hamburg, in der Nähe von Sankt Pauli, festmachen müssen. Ich habe heute schon vorgekocht, da Claudia und ich in die Stadt gehen wollen, um die Postkarten bei der Post aufzugeben. Wir müssen um 11.30 Uhr zurück sein, da Heinz-Georg zum Löschhafen fahren will. Aber wegen Regen wurde die Margot Schlichting nicht gelöscht. Die neue Order lautet: löschen erst am Freitag, um 6.00. Nun können wir oder müssen wir wieder warten.

 

 

Freitag, 11. Tag

Am Morgen um 7.30 Uhr habe ich Frühstück gemacht. Die Leute sind schon am Löschen gewesen. Wir haben die Order gekriegt, um 16.00 Uhr im nächsten Hafen neu zu laden. Aber um 12.00 Uhr ist uns wieder ein neuer Termin fürs Laden gegeben worden: erst Samstagmorgen, wegen Regen. Und das Beste ist, die MS Margot Schlichting lädt wieder vor uns.

Heute Freitag hat es Reis Casimir gegeben, Geschnetzeltes und grünen Salat. Es hat allen geschmeckt. Die Platten sind leer gewesen. Claudia hat das Dessert gemacht, aber nur für 3 Personen. Ich esse kein Dessert. Claudia hat Kopfschmerzen gehabt, ging nach dem Essen schlafen und Heinz-Georg auch. Es sind 4 Telefonanrufe gekommen. Ein neuer Matrose hat sich gemeldet. Er will bald möglichst einsteigen. Und der Makler hat angerufen, dass wir mit der neuen Ladung von Hamburg nach Flensburg fahren müssen und anschliessend nach Eckernförde. Das liegt bei Kiel. Es kann sich aber alles noch einmal ändern. Um 19.00 Uhr habe ich Abendbrot gemacht. Claudia ist es besser gegangen. Renate hat 20 Mark für 2 Flaschen Wein und etwas zum Knabbern ausgegeben. Sie ist sonst so geizig. Aber sie hat jetzt 10 Tage von unserem Wein getrunken, musste wohl oder übel auch einmal etwas ausgeben. Wir haben noch einen Wildwestfilm geguckt und morgen soll es nun um 8.00 Uhr weitergehen.

 

 

Samstag, 12. Tag

Frühstücken und Leinen los, in einen neuen Industriehafen. Guten Morgen. Der Frühstückstisch ist schon von Renate gedeckt gewesen, unglaublich. Sie kann eigentlich nur Deckarbeit machen und die meistens noch falsch. Leider können wir bei der Oelmühle  erst um 13.00 Uhr laden, da die Brücke, unter der wir  leerschiff  unten durchfahren wollen, wegen Reparatur geschlossen ist. Das heisst also: Masten runterbauen und warten, bis Niedrigwasser ist. Und der Makler hat nichts von alldem gesagt. Also wird das Laden wieder um 3 Stunden verschoben. Claudia will nach Hause zu Marc. Sie hat Langezeit oder Heimweh nach ihm. Um 14.00 Uhr haben wir endlich laden können. Die MS Susanne hat noch vor uns gelegen. Also hiess es, nochmals 1 Stunde länger warten. Um 12.45 Uhr habe ich Mittagessen gekocht Es gab Omeletten mit Apfelmus. Das ist der Wunsch des Kapitäns gewesen. Um 14.30 Uhr haben wir endlich, endlich laden können. Wir laden 400 Tonnen Sojaschrot, die wir nach Flensburg bringen sollen. Nun noch schnell ein Glas Wein trinken und ab ins Bett.

 

 

Sonntag, 13. Tag

Tagwache ist um 7.00 Uhr gewesen. Wir fahren durch den Nord-Ostsee-Kanal weiter. Es wird c.a. 6 Stunden dauern. Wir haben eine unruhige Nacht verbracht. Es war stürmisch und das Wasser hat die ganze Nacht unter dem Schiff gegluckert. Das Barometer steht auf Alarm. Südwestwinde sind sehr stark. Heute haben wir eine Stunde länger schlafen können, wegen Ebbe und Flut. Ich habe Frühstück gemacht und dann das Mittagessen vorbereitet. Die Wetterprognosen sind schlecht. Um 14.00 Uhr sind wir in der Schleuse  Holtenau-  Kiel. Nun geht es mit dem Schaukeln los. Wir brauchen 6 Stunden bis Flensburg. Es ist auf See nicht viel los. Es hat fast keine Frachtschiffe, nur ein paar verrückte Segler. Heute ist Montag. Ich muss noch schnell den Kaffee zubereiten, bevor es mit Schaukeln so richtig losgeht. Renate geht ins Bett, Heinz-Georg passt auf und ich bin am Häkeln.

Claudia hat Marc telefoniert, dass er sie in Hamburg abholen soll. Dauer der Fahrt: c.a. 2 1/2 Stunden. Marc kommt zu spät und wir müssen ablegen, um einem neuen Schiff Platz machen, das beladen werden soll. Marc trifft um 15.30 Uhr ein und wir müssen noch einmal festmachen, damit Claudia aussteigen kann. Marc und Claudia haben noch 10 Minuten Zeit, um den Kuchen zu essen und den Kaffee zu trinken, dann müssen sie von Bord. Wir verabschieden uns, machen noch 2 Fotos und: Weg sind sie, mit ihrem Auto in Richtung Bremen.

Es heisst: „Leinen los“. Wir haben uns über Funk abgemeldet und sind unter der Köhlandbrücke in Hamburg  durch, neben Blankenese vorbei, an Stade vorbei, auf der Elbe Richtung Brunsbüttel. Um 21.00 Uhr sollen wir in Brunsbüttel sein. Und nach der Schleuse um 22.30 Uhr haben wir an den Dalben festgemacht.

Ich habe ein Bier getrunken. Es schmeckt nicht, überhaupt nicht. Nun ist es 23.00 Uhr. Alle sind schon im Bett. Wir brauchen keine Bordwache, denn wir liegen ja im Hafen von Flensburg, fest und gut angebunden. Gute Nacht, bis morgen.

 

Unser Abendessen hat aus belegten Broten aus Zopf und Schwarzbrot bestanden, mit Käse, Mettwurst, Schinken und für unser Schleckmaul, den Kapitän, mit Nutella, Schwarztee oder Früchtetee dazu. Am Tage durch gibt es keinen Alkohol. Erst wenn das Schiff MS RIA fest ist, gibt es einen Schlummertrunk: 1 Bierchen oder 1 Glas Wein, nicht mehr. Es ist auch gut so, so muss es sein, denn die Seefahrt ist kein Wasserlecken. Da muss man seine sieben Sinne zusammen haben. Das Leben auf einem Frachter ist hart, aber gemütlich und eben wie es das Sprichwort sagt: „Wir leben alle auf demselben Boot, keiner kann aussteigen, wenn er will. Und man muss sich auch anpassen können“. Also noch einmal: gute Nacht.

 

 

Montag, 14. Tag

Um 6.00 Uhr wollten die Leute anfangen zu Löschen. Heinz- Georg wartete bis um 7.00 Uhr, dann bis um 7.10 Uhr. Erst danach kam der Mann vom Silo. Er hat wohl vergessen, seine Uhr umzustellen.

Um 1/2 8.00 Uhr bin ich aufgestanden und habe Frühstück gemacht. Der Makler hat frische Brötchen gebracht. 300 Mark kostet das Hafengeld, also bloss um in Eckerförde festzumachen und zu laden. 300 DM ist schon viel oder wie Heinz- Georg sagt immer: Goldene Brötchen. Nach dem Frühstück bin ich in die Stadt gelaufen. Das sind c.a. 1 oder 2 Kilometer, so etwa 3/4 Stunden. Ich habe Eier, Brot, Käse und Wein eingekauft. Danach habe ich Tee und Kekse zum z'Znüni bereit gemacht. Renate war ja zu bequem dazu. Heinz-Georg ist, oder hat um 9.00 Uhr 1 Stunde schlafen gehen wollen. Ich bin um 11.00 Uhr zurückgenommen und er hat immer noch geschlafen. Zum Mittagessen hat es Kartoffeln, Blumenkohl und Hackbraten gegeben. Das Dessert hat aus Joghurt bestanden. Ich habe einen Herrenkuchen für die Vesper eingekauft.

Um 12.00 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Und um 13.00 Uhr sind die Männer mit ihrem grossen Saugarm fertig mit Löschen gewesen. Um 13.30 Uhr sind wir sofort los gefahren nach Eckerförde. Dann sind wir c.a. 5 1/2 Stunden dicht an der dänischen Grenze entlang gefahren. Um 19.30 Uhr sind wir in Eckenförde angekommen. Die MS Margot Schlichting muss auch noch Platz haben in Eckenförde, hinter den Butterdampfern. Diesmal liegt sie hinter uns und wird nach uns beladen.

 

 

Dienstag 15. Tag

Um 6.00 Uhr klopft jemand an das Schiff. Sie wollen laden. Eckenförde ist ein schönes Dorf, eine schöne Stadt, mit alten Riegelbauten und kleinen, verträumten Strässchen. Wir haben noch das Wichtigste eingekauft. Um 11.00 Uhr ist das Schiff beladen gewesen und weiter ist es gegangen, nach Kiel. Die See ist stürmisch, aber es geht so. Ich freue mich, dass die Reise wieder langsam nach Hause geht. Heute gibt es Fisch, Kartoffeln und Salat.

Wir haben auf See 3 Stunden gebraucht. Nun haben wir in Rendsburg ungefähr in der Mitte des Nord-Ostsee-Kanals festgemacht. Wir haben bei Famila noch Kartoffeln, Lauch, Rüben eingekauft, denn morgen gibt es eine währschafte Suppe. Alles schläft schon, nur ich bin noch wach. Die Schiffe fahren an unserer RIA vorbei. Morgen soll das Wetter in der Nordsee mit Windstärke 10-11schlecht sein. Na ja, ich werde es überleben. Ansonsten gehe ich eben in meine Koje, soll kochen wer will. Es gibt halt dann nur Zwieback und Tee.

 

 

Mittwoch, 16. Tag

Daraus ist nichts geworden. Als wir in Rendsburg abgelegt haben, haben wir den Seebericht abgehört. Es sollen 6 Meter hohe Wellen und Windstärke 10-11 sein. Das ist zuviel. Da wir niemand an Bord haben, der den Matrosenbrief hat, können wir nicht in die Nordsee raus. Heinz-Georg entschliesst sich, im Nord-Ostee-Kanal bei der Schleuse Brunsbüttel festzumachen. Nun liegen wir vor Wind und warten alle auf besseres Wetter. Der Wind rüttelt an unserem Schiff und der Regen peitscht auf das Ruderhausdach. An Fahren ist gar nicht zu denken. Ich mache einen Spaziergang in die Stadt Brunsbüttel, telefoniere meinem Schatz und sage ihm, dass sich meine Heimreise noch einmal verzögert. An Bord zurück zu kommen ist schwierig gewesen. Ich habe mich auf einen Dalben setzen und mit den Händen versuchen müssen, den Bügel bei der Treppe zu erreichen. Denn ich bin 2 Stunden weg gewesen und Heinz-Georg und Renate haben immer noch geschlafen.

Ich habe dann Kaffee gekocht und aufgedeckt. Der Wind bläst und es machen weitere Schiffe fest. Es liegen etwa 20 Schiffe vor Wind und warten darauf, dass es endlich weitergehen kann.

Ein Freund von Heinz-Georg macht bei uns längsseits fest und kommt zu uns rüber auf Besuch. Wir haben uns 2 Stunden unterhalten und haben von alten Zeiten geträumt, von der Seefahrt vor 20 Jahren. Das waren noch Zeiten. Und um 19.00 Uhr habe ich das Abendbrot zubereitet. Danach sind noch Vater und Sohn an Bord gekommen: Ein neuer Matrose, der bei Heinz-Georg angeheuert hat. Er macht mir einen guten Eindruck. Hoffentlich hat Heinz-Georg Glück mit ihm. Er kommt von der Binnenschifffahrt. Um 23.00 Uhr ist Feierabend gewesen. Aber ob wir morgen weiterfahren können, ist noch nicht sicher. Gute Nacht, bis morgen.

 

 

Donnerstag, 17. Tag

Heute ist wieder schlechtes Wetter. Es giesst, blitzt und donnert, schlimm. Ich habe um 7.30 Uhr Frühstück gemacht und um 10.30 Uhr entscheidet Heinz-Georg, weiter zu fahren. Aber nur, weil die Margot Schlichting auch weitergefahren ist, bis Cuxhaven. Das ist ein Nothafen. Draussen auf der Elbe liegen etwa 20-30 Schiffe am Anker. Sie können nicht mehr weiterfahren, da der Seegang zu hoch ist und die Ladungen verrutschen könnten. Ein rotes Küstenmotorschiff, hatte schon Schlagseite. Zum Mittagessen, erst um 13.30 Uhr nach der Schaukelei, hat es den Rest Suppe gegeben, und nun entscheidet Heinz-Georg, dass wir hier wahrscheinlich bis Samstag liegenbleiben. Renate fährt morgen nach Hause. Heinz-Georg ist heute mit Hannes, dem Kapitän von der Margot Schlichting, nach Hause gefahren. Nun wird es auch Zeit, dass ich nach Hause fahre. „Dölf“ hat angerufen, dass es Prinz nicht so gut geht. Aber er macht sich auch Sorgen um mich. Der Neue, er heisst Nils, ist gut erzogen, er benimmt sich anständig. Ich hoffe, dass Heinz-Georg endlich einen guten Mann hat. Renate ist um 23.00 Uhr ins Bett gegangen. Nils ist um 22.30 Uhr schlafen gegangen und ich bin wieder die Letzte. Der Wind pfeift uns um die Ohren. Das Schiff schaukelt mich ein.

 

Tagebuch von unserer Reise nach Amerika 1976

 

Mein Sohn Röbi und sein Kollege Markus können an der Weltmeisterschaft der Schüler in der Disziplin Ringen, in Amerika, teilnehmen. Röbi ist 8 Jahre, Markus wird 16 Jahre alt. Sie bilden eine Kleindelegation aus Moosseedorf. Aus der Schweiz reisen noch mehr jugendliche Ringer nach Minneapolis an die Weltmeisterschaft. Unter ihnen gibt es Romands und Deutschschweizer. Ich, sowie die Trainer und Betreuer Perret und Michel begleiten die jugendlichen Sportler .Ich begleite die Jungs als Gouvernante.

 

Mit dem Bus sind wir um 9 Uhr nach Kloten abgefahren. Von dort ist die DC 8 Sata 192 um 14 Uhr gestartet. Aber sie hat in Cannon, in Irland, wegen starkem Wind über dem Ozean eine Zwischenlandung einlegen müssen. Um 17.30 Uhr erst haben wir nach Banger weiter fliegen können. Bis dorthin sind wir, bei 960 Stundenkilometern in 11 Kilometern Höhe, 5 Stunden unterwegs.

Als wir in Banger gelandet sind, war es 18.30 Uhr amerikanischer Zeit. Wir sind umgestiegen und das Flugzeug, das uns nach New York gebracht hat, startete um 20 Uhr. Schliesslich sind wir um 16 Uhr Schweizerzeit, also um 22 Uhr amerikanischer Zeit, in New York angekommen.  Aber wir konnten nicht ins Flughafen-Terminal einfahren und mussten fast 2 Stunden lang im Flugzeug warten. Erst um ½ Stunde nach Mitternacht, also 18.30 Uhr Schweizerzeit sind wir im Hotel angekommen.

Zwischen dem Abflug um 14 Uhr in der Schweiz und der Ankunft am anderen Morgen um 7.30 Uhr nach Schweizerzeit sind 17 Stunden vergangen. Insgesamt waren wir 29 Stunden auf den Beinen.

 

  1. Juli 1976

Im Hotel Edisen hatten wir das Zimmer Nr. 618. Schlafen gingen wir erst um 1.30 Uhr amerikanischer Zeit. Wir haben bis um 9.45 Uhr geschlafen. Das ist 16.45 Uhr Schweizerzeit. Am Mittag haben wir beim Alfredo Potofeu und Salat gegessen und ein Gläschen Wein getrunken. Um 12.30 Uhr sind Markus, Röbi und ich Karten kaufen gegangen, um sie nach Hause zu senden.

Um 16 Uhr haben wir uns im Hotel Edison besammelt. Dann sind wir mit dem Taxi zum LaGuardia Flughafen gefahren. Um 18 Uhr sind wir nach Buffalo abgeflogen. Ich habe gefragt, ob Röbi das Cockpit sehen dürfe. Es ist ihm erlaubt worden. Um 19 Uhr sind wir in Buffalo gelandet. Mir ist es schlecht gewesen.

Um 19.30 Uhr sind wir mit dem Taxi zum Hotel Holiday Inn gefahren. Röbi und ich haben zusammen das Zimmer 205 gehabt.

Um 21 Uhr sind wir zum Nachtessen im Hotel erschienen. Aber das Personal hat unsere Bestellung nicht verstanden. Wir wollten 6-mal Steak mit Fritten und 3-mal ohne. Das war ein richtiger Tumult . Als die Beefsteaks endlich gekommen sind, zeigte das amerikanische Fernsehen Ringen. Das mussten unsere Sportler sehen und die Beefsteaks sind kalt geworden. Die Steaks sind so gros gewesen wie ein Handschuh. Um 23 Uhr sind wir zu Bett gegangen.

 

 

  1. August 1976

Um 4 Uhr war Röbi schon wach und um 5 Uhr erwachte ich auch. Dann haben wir gesungen, bis um halb 9 Uhr gebadet und uns angezogen. Um 9 Uhr haben wir Frühstück gegessen. Eine halbe Stunde später sind wir zu den Niagarafällen aufgebrochen. Röbi ist mit allen anderen auf dem Turm gewesen. Für mich ist der zu hoch. Ich habe unten gewartet und Karten nach Hause geschickt.

Um 15.30 Uhr sind wir wieder am Flughafen gestanden und müssen bis um 20 Uhr warten. Haben gewartet ,und Kaffee, Tee, Coca Cola  getrunken. Ich muss eine Tablette schlucken, damit mir nicht wieder übel wird. Bald geht die Reise weiter nach Minneapolis. Dort können wir endlich 8 Tage am gleichen Ort bleiben. Das Reisen und Fliegen verleidet einem. Um 20.10 Uhr sind wir nach Minneapolis abgeflogen. Um 20.50 Uhr flogen wir über den Wolken, die Sonne schien immer noch. Um 22 Uhr kamen wir im College Augsburg an. Wir wurden von John, Barbara und Dorothy abgeholt. Eine halbe Stunde später standen wir am Empfang. Im College durfte ich nicht mit Röbi in einem Zimmer schlafen. Röbi und Markus haben Zimmer Nummer 415 im 4. Stock erhalten und ich habe Zimmer Nr. 714 im 7. Stock bekommen. Dort stehen zwei Betten für mich, aber 1 Bett reicht.

Heute Abend nach der Ankunft sind alle Ringer zur Gewichtskontrolle auf die Waage gestanden. Ich habe hier in der Halle auf sie gewartet und in meinem Tagebuch geschrieben. Die Wägung hat ergeben, dass Röbi 1400 Gramm und Markus 1500 Gramm zu schwer sind. Daraufhin hat Röbi geweint. Er sorgt sich, dass er das Gewicht herunter bringt. Um 24 Uhr sind wir zu Bett gegangen.

 

 

  1. August 1976

Heute Morgen um 7.30 Uhr ist Röbi wieder guter Laune gewesen. Wir habe alle einen Jetlag, oder, wie wir es nennen: ein bisschen "e sturme Grind". Um 8 Uhr sind wir zum Frühstück gegangen, haben Eier und Toast gegessen. Jede Person muss 9 Dollar im Tag bezahlen. Dies ist das erste Mal. Schon 10 Minuten später sind die Sportler zum Wiegen verschwunden. Ich sass dann im Park schrieb mein Tagebuch. Ein Japaner hat sich zu mir auf die Bank gesetzt. "Do you speak english?" "Yes, very little", habe ich geantwortet. Ich sprach länger als 1 Stunde mit ihm Englisch. Er hat eine Familie, einen Buben, der 1 Jahr alt ist. Er hat mir erklärt, er sei der Trainer und Begleiter der Japaner. Er war im gleichen Jahr in

 Toledo als der Papi von Röbi ,an den Weltmeisterschaften im Ringen, in der 78 kg Klasse teilgenommen hat . Robert  Senior , wurde er damals Fünfter .  Mein Mann ,heute   Ex Mann war mehrfacher Schweizermeister im Ringen

Die Knaben sind um 11 Uhr vom Training zurück gekommen. Dann haben wir bis um 1 Uhr geschlafen. Das Mittagessen hat um 1 Uhr stattgefunden. Herr Perret hat uns die freudige Nachricht überbracht, dass wir alle 9 Dollar pro Tag bezahlen müssten. Das machte für Röbi und mich 118 Dollar. Umgerechnet sind das 295 Franken. Nach dem Essen haben wir bis um 17 Uhr schlafen können. Am Abend haben die Sportler bis um 18.30 Uhr trainiert.

Röbi ist noch 500 Gramm zu schwer gewesen, Markus noch 250 Gramm. Ich glaube, sie schaffen das schon. Heute Abend um 20 Uhr sind es bei Röbi nur noch 200 Gramm zu viel gewesen. Um 11.30 Uhr bin ich zu Bett gegangen, Röbi und Markus schon um 22 Uhr. Ich habe vorher noch geduscht und die Haare gewaschen.

 

 

  1. August 1976

Ich habe gut geschlafen. Um 7 Uhr mussten Röbi und Markus zum Training gehen. Dann frühstückten wir um 9 Uhr. Um 10 Uhr ging ich mit Michel und Coudard in die Stadt. Hier musste ich Geld wechseln. Wir hatten einen Privatchauffeur. Es kostete uns nichts. Der Geldwechsel war die reinste "Zangengeburt". Wir waren gut zwei Stunden unterwegs, nur um Geld zu wechseln. Wir mussten an zwei Orten fragen. Und am dritten Ort wurde mein Pass auf die Gültigkeit geprüft. Dann zeigte mir John, der Chauffeur, noch ein grosses Shoppingcenter. Michel und  Coudard,

 kauften allerlei zu Trinken und zu Essen für die ganze Equipe ein. Davon haben Röbi und Markus allerdings nicht erhalten. Es ist alles an die Welschen gegangen. Aber wir haben ja das Topten, das behalten wir für uns. Um 12.30 Uhr nahmen wir das Mittagessen ein. Ich sprach noch mit Perret über die Verbandsprobleme. Jetzt ist es 13.30 Uhr geworden und wir, Röbi und ich, sind in meinem Zimmer. Wir wollen bis 17 Uhr noch ein bisschen schlafen. Dann ist für unser kleines Moosseedorferteam das Training angesetzt. Röbi schläft schon. Röbi und Markus sind unter dem Maximalgewicht angelangt. Röbi isst nicht viel, Markus immer Durst.

Im Park habe ich unsere Schweizer gefilmt. Nachdem der Film ausgelaufen war, gab ich die Kamera Markus mit in die Tasche. Nachher ging ich mit Markus’ Fotoapparat in den Park und fotografierte die Eichhörnchen. Beim Nachtessen hat mir Markus gesagt, die Kamera sei weg. Man hat sie uns aus der Tasche gestohlen, als Markus und Röbi geduscht haben. Jetzt ist sie weg, gestohlen. Nach dem Nachtessen diskutierten wir in der Loge noch bis um 23 Uhr über Verbandsprobleme. Nachher bin ich ins Bett gegangen. Das heisst, vorher habe ich Kleider gewaschen und geduscht. Meine Aufgabe hier ist es, für alle Ringer die Leibchen, Hosen und Socken zu waschen. Ich habe also jeden Tag grosse Wäsche. Meine Haut an den Fingerspitzen ist wieder weg. Röbi hat gesagt, ich dürfe nicht mehr waschen .Ich bin ja die Betreuerin von den jungen   Knaben, muss einfach schauen,dass Alle zum richtigen Zeitpunkt , am richtigen Ort sind.

 

 

  1. August 1976

Um 8 Uhr gibt es Frühstück und um 9.30 Uhr beginnt das Training. Ich bin die erste gewesen in der Halle, um 8 Uhr früh. Die anderen sind noch nicht da. Es ist 8.10 Uhr, warten, warten, warten. Dann sind sie gekommen und wir sind essen gegangen. Um 10 Uhr ist Training gewesen und die Athleten haben sich gewogen. Röbi und Markus sind 500 Gramm unter dem Gewicht angekommen. Um 12 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Aber am Nachmittag kam die böse Überraschung: alle Ringer, die dieses Jahr 16 Jahre als sind, dürfen nicht mehr ringen. Markus ist um etwa 15 Uhr nachmittags ganz niedergeschlagen daher gekommen.

 

Auf der Ranch

Am Abend sind dann Perret und ich an ein Diner in einer Ranch gefahren. Es hat Schinken vom Grill und gekochten Mais gegeben, Rüebli, Brot und Getränke, was man wollte: Whisky, Gin, Wein, Bier, Tee, Kaffee und vieles Andere mehr. Der Schinken war noch blutig, das ist nichts für mich. Der Mais ist mit samt Schale gekocht und serviert worden. Die Amerikaner haben dies gegessen. Aber ich habe es nicht probiert. Hier hat mich der Zweithöchste der Firma angesprochen. Er hat mich gefragt, wie es geht es Ihnen. Ich habe ihm gesagt, es gehe schlecht, weil drei unserer Ringer nicht starten können. Er hat mir versprochen, dass es eine Lösung gibt. Er hat versichert, dass diese Ringer eventuell eine Konkurrenz für sich austragen könnten. Es werde alles noch einmal besprochen. Ich habe mit diesem Herrn auch ein Photo geknipst. Er heisst Mister Overland und spricht gut deutsch, denn er stammt aus Wien. Mister Overland  besitzt eine Fabrik in Montreal. Er hat erzählt, bei ihm habe ein guter Ringer namens Schaufelberger aus der Schweiz gearbeitet. Der ist jetzt zu alt dafür, etwa 35 Jahre. Ich hoffe, dass sich alles zum Guten wenden wird. Es wäre schade, wenn unsere drei Ringer nicht ringen könnten. Aber auch mit dem Japaner habe ich ein Photo gemacht und der Coach aus dem Irak wollte mit mir tanzen gehen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit der Equipe Suisse hier sei und auch bei ihnen bleiben würde. Der irakische Trainer und Begleiter stammt aus Bagdad. Er hat mir eine Fahne und ein Abzeichen geschenkt, der Japaner eine Krawattennadel und ein japanisches Portemonnaie. Das ist sehr schön. Jetzt ist es aber genug, denn ich muss ins Bett. Am Morgen ist um 5.30 Uhr Tagwache. Dann kommt der erste Schweizer seinen gewaschen Trainer holen, der, so hoffe ich, bis dann trocken ist. Bis jetzt sind unsere Kamera, ein Pullover und ein Paar Ringerschuhe gestohlen worden. Ich hoffe, dass wir, wenn wir nach Hause gehen, noch etwas zum Anziehen und etwas an den Füssen haben. Man weiss ja nie, oder?

 

 

  1. August 1976

Um 5 Uhr hat mich der Zweitkleinste geweckt. Er wollte seinen Trainer haben. Er wiegt 34 Kilo. Jetzt sie sind alle Teilnehmer wiegen gegangen. Alle 8 Ringer hatten bei der offiziellen Waage ihr Gewicht gebracht. Aber immer ist es noch nicht definitiv, ob alle ringen können. Perret und Michel und Ich , haben jetzt um 10 Uhr, noch eine Sitzung. Röbi und Markus schlafen, Röbi in meinem Zimmer. Er hat gestern Abend geweint, weil er seinen Schlüssel nicht gefunden hat. Ich habe ihn in meiner Tasche gehabt. Um 11.15 Uhr ist Mittagessen und um 13.30 Uhr offizieller Beginn der Weltmeisterschaft der Schüler.

Ein herziger kleiner Afrikaner , der etwa 10 Jahre alt gewesen ist, hat mir ein Irakzeichen geschenkt. Ein andere, der etwa 16 Jahre alt gewesen ist, hat mir ein Abzeichen aus Guatemala geschenkt. Er ist mit mir bis zum 7. Stock im Lift gefahren und er hat mir auf Englisch gesagt: "You seeing for me what lovely lady". Das ist ein Kompliment gewesen. Er ist auch traurig, weil er vielleicht nicht ringen kann. Ich könnte ihm doch Mutter sein.

 

Der erste Wettkampftag

Der Einmarsch der Schweizer in die Arena fand um 13.30 Uhr statt, Beginn der Weltmeisterschaft war um 14 Uhr. Röbi hatte in der ersten Runde Freilos. Aber in der zweiten Runde hatte er den Amerikaner. Der wird von mir aus gesehen auch Weltmeister werden. Röbi hat Angst vor ihm gehabt, denn er hat ganz schlecht gerungen: etwa 1 ½ Minuten, dann war es aus. Röbi hat den Amerikaner tief angegriffen. Dieser hat sich auf Röbi geworfen und konnte so die ersten Punkte machen. Das zweite Mal ist er wieder zuerst in die Beine gegangen, hat den Kopf des Amerikaners und beide Arme gehabt. Dieser ist aber zu stark gewesen, so dass Röbi mit dem Bein hat nachhelfen wollen. Der Amerikaner nahm dann das Bein von Röbi und machte so einen Art Päckli. Markus durfte nicht mitkämpfen, weil er schon 16 Jahre alt ist, so wie alle anderen Schweizer, Coudart und Mottier. Chollet hat zwei verloren und auch Turini . Jean Pierre hat den zweiten Kampf gewonnen und auch Reveri , hat seinen zweiten Kampf gewonnen. So sind am zweiten Tag noch drei Schweizer dabei: Röbi, Reveri und Jean Pierre. Es ist bis um 23.15 Uhr gerungen worden, bis mitten in der Nacht. Röbi hat seinen zweiten Kampf um 21.15 Uhr gehabt. Er ist sehr müde gewesen, denn sie sind um 5 Uhr morgens aufgestanden.

 

 

  1. August 1976

Um 8 Uhr bin ich aufgestanden und habe gefrühstückt. Dann habe ich für die Ringer die Kleider gewaschen und um 11.30 Uhr zu Mittag gegessen. Röbi hat

im Wettkampf einen Venezianer. Wenn er gewinnt, ist er Vierter. Markus kann heute Abend auch in einer speziellen Kategorie für 16-jährige ringen. Röbi ist etwas nervös und muss Tropfen nehmen. Ich habe Röbi noch nie so nervös gesehen. Ich hoffe, dass alles gut geht und schreibe um drei Uhr weiter, wenn Röbi gerungen hat.

 

Röbi hat mit dem Venezianer 24:0 verloren. Jetzt ist er Achter. Um 8 Uhr hat Markus einen aus Guatemala 7:5 gewonnen. Auch Philippe Mottier hat auf die Schultern gewonnen. Leider zählt dies nicht für die Weltmeisterschaft. Nach dem Ringen, das ist um 22 Uhr fertig gewesen, war ich noch eingeladen geworden. Wir, das heisst, aus der Schweiz nur ich, gingen Glace essen. Es waren sonst dabei: Mister Overland aus Montreal, Mister Schwindeling aus Deutschland, beide Delegierte de Fila, Mister Amiedi und Misses Amiedi, Jack und Mister Smith und Misses Smith. Um 23 Uhr bin ich schon wieder zu Hause gewesen. Dann bin ich noch in die vierte Etage gegangen. Die Schweizer hatten es im Zimmer von Perret und  Margarey  ganz lustig. Bis 24 Uhr bin ich dort gewesen, nachher habe ich wieder Kleider waschen müssen. Um 0.30 Uhr haben mir Marco, Pierre Alain, Jean Pierre und

Philippe noch einen Besuch abgestattet. Um 0.45 Uhr bin ich schlafen gegangen.

 

 

  1. August 1976

Röbi ist ausgeschieden. Alle Schweizer sind ausgeschieden. Markus muss um 13 Uhr noch ringen, allerdings ausser Konkurrenz. Markus ist Erster, Mottier

Ist Erster und  Caudard ist Zweiter geworden.

 Am Abend sind dann unsere Jünglinge mit dem Japaner und einer Flasche Wein auf mein Zimmer gekommen. Die haben wir mit der Pinzette geöffnet. Dann sind sie bis um 03.00 Uhr bei mir geblieben. Markus war auch dabei. Sie haben den Japaner mitnehmen müssen, denn ich wollte ihn nicht bei mir auf dem Zimmer. Röbi hat bei mir geschlafen. Der Japaner ist dann um 1 Uhr noch einmal gekommen, denn er hat einen kleinen japanischen Ringer gesucht. Dann habe ich noch die Haare gewaschen und Röbi hat noch geduscht. Um 1.15 Uhr sind wir schlafen gegangen.

 

 

  1. August

Um 6.30 Uhr hat Markus uns geweckt. Um 7.30 Uhr ist John uns abholen gekommen. Er hat uns zum Flughafen gebracht. Jetzt, um 9 Uhr, sind wir wieder im Flugzeug und warten auf den Abflug, der um 9.10 Uhr stattfinden soll. Wir fliegen etwa 1 Stunde bis Chicago. Für Taxifahrten in Chicago und Washington haben Röbi und ich 18 Dollar bezahlt.

Ein Taxi hat uns ins Hotel Ascot House gefahren. Dort hatten Röbi und ich Zimmer Nr. 712. Die anderen Wettkampfsportler haben eine Stadtrundfahrt gemacht. Aber Röbi und ich sind hundemüde gewesen. Wir haben 3 Stunden, bis um 17 Uhr, geschlafen. Dann bin ich mit Markus und Röbi eine Glace essen gegangen. Röbi und Markus haben noch ein bisschen vor dem Hotel gespielt, dann ist Markus in sein Zimmer gegangen. Ich bin mit Röbi noch um die Häuserblocks spaziert, dann hat uns ein Afrikaner

verfolgt. Zuerst sind es etwa 5 gewesen, dann nur noch einer. Er ist uns bis ins Hotel gefolgt, wir haben uns gefürchtet!!!! In einem Hotel nicht weit  weg ,von unserem Hotel ,ging ich zur  Reception  ,habe unser Problem erzählt ,und die haben ein Taxi für uns bestellt .Ich wusste nicht ,wollen die jetzt mein Junge oder meine Tasche.

Um 20 Uhr sind wir wieder im Zimmer gewesen und sind in ein italienisches Restaurant Spagetti essen gegangen. Um 22 Uhr sind wir wieder im Hotelzimmer gewesen. Wir haben danach 12 Stunden geschlafen.

 

  1. August 1976

Michel hat uns um 6.30 Uhr geweckt, dann habe ich mich angezogen und um 7 Uhr sind wir zum Flughafen gefahren. Um 9 Uhr sind wir nach Washington abgeflogen. Ich glaube, es fliegt ein Lehrling, denn es geht wie auf einer Achterbahn: auf und ab. Die Landung in Washington erfolgte um 12 Uhr. Nachher sind wir mit dem Taxi ins Midtow-Motor-Inn Hotel gefahren. Um 13.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Es hat Fisch, Pommes Frites und Salat

gegeben. Dazu sind Brötchen mit Butter gereicht worden. Um 15 Uhr sind wir mit dem Airbus nach Washington gegangen.

Wir sahen das Weisse Haus, das Jefferson Denkmal, den Capitol, den Arlingtenfriedhof, das Lincolnmemorial Monument de Washington. Danach

bin ich hundemüde gewesen. Ich wäre am liebsten schlafen gegangen. Am meisten hat mich das John F. Kennedy Grab beeindruckt. Auch das Robert Kennedy Grab war sehr gross. Nun sitze ich im Autobus und warte auf die anderen. Perret und Leuba John sind auch bei mir. Auch Röbi ist da, weil er auch müde ist. Die anderen sind noch das Grab des unbekannten Soldaten anschauen gegangen .

 

Um 19 Uhr sind wir in einem französischen Restaurant gegangen, um noch etwas Feines zu essen. Um 22 Uhr sind wir mit einem Taxi ins Midtown-Inn-Hotel gefahren. Auf dem Nachhauseweg hat ein Student Blumen verkauft, Nelken. Er hat unsere Ringer gefragt, auf Englisch, ob einer mir eine Nelke kaufe, für 1 Dollar. Sie haben nicht verstanden oder wollten es nicht verstehen. Da hat er mir eine rote Nelke geschenkt. Um 23.30 Uhr sind wir schlafen gegangen.

 

 

  1. August 1976

Heute haben wir einmal ausschlafen können. Wir haben bis um 7.30 Uhr geschlafen, dann ist Röbi schon wach gewesen. Im Bett bin ich bis um 10 Uhr geblieben, denn mein Kopf hat wieder einmal gebrummt. Um 12 Uhr haben wir das Mittagessen eingenommen. Vor dem Essen sind Markus, Röbi und ich noch auf der Bank gewesen. Bei der dritten Bank hat es geklappt. Michel und Ravery

 sind zu spät gewesen, denn sie sind erst um 13.30 Uhr gekommen.

Um 14.30 Uhr haben wir  das Fliegermuseum besucht. Wir haben Vieles aus dem 1. Weltkrieg gesehen. Aus dem 2. Weltkrieg den Zeppelin mit der Kabine,  das erste Flugzeug, alle Kampfflieger der USA. Weiter die Appollokapsel, die Surveyerkapsel, die Skylabkapsel, Raketen, verschiedene Mondfahrzeuge, der Helikopter, welcher die ersten Männer mit einem Netz aus dem Meer hisste, ein Mondauto, die Originalanzüge des ersten Mannes auf dem Mond. Wir sind in der Skylabkapsel drin gewesen. Alles in allem es gab sehr, sehr viel zu sehen.

Um 18.30 Uhr bin ich wieder in meinem Zimmer angekommen.

 

Um 19 Uhr wird das Nachtessen eingenommen. Röbi spielt mit seinem Flieger. Er spricht für sich. Um 19 Uhr wäre das Nachtessen angesagt gewesen. Aber man musste einmal mehr warten bis es den Welschen passte. Um 20 Uhr ist  dann endlich gegessen worden. Um 21 Uhr sind wir dann ins Bett gegangen, das heisst, aufs Zimmer. Geschlafen haben wir um 23 Uhr. Wir haben noch einen Film gesehen.

 

 

  1. August

Um 6 Uhr bin ich aufgestanden. Um 7.15 Uhr ist Frühstück und um 8.30 Uhr werden wir mit dem Bus nach Philadelphia fahren. Jetzt ist es 10 Minuten vor 7 und ich bin bereit. Ich habe Hunger.

Um 7.30 Uhr haben wir gegessen gehabt, um 8.10 Uhr sind wir an der Greenhound Haltestelle gestanden. Abgefahren sind wir um 9 Uhr. Perret und Michel haben sich gestritten. Sie streiten immer ein bisschen. Es ist schon so, dass Reisen nervös macht und es ist auch ermüdend. Um 12.40 Uhr sind wir in Philadelphia angekommen. Dann, um 13 Uhr, haben wir in einer italienschen Beiz Pizza gegessen, das Stück für 50 Cent. Um 14.30 Uhr sind wir im Bus gewesen, zur Stadtbesichtigung. Wir habe die Freiheitsglocke gesehen "La cloche de la  liberté“. In Philadelphia haben wir noch das Georg Washington-Denkmal mit dem grossen Kongresssaal gesehen. Aber die Reiseleiterin sprach nur Französisch. Das ist nicht so interessant gewesen. Um 17.30 Uhr sind wir wieder auf der Greenhoundstation gewesen, um 18 Uhr sind wir weiter gefahren.

 

Um 19.30 Uhr sind wir auf der Greenhoundstation gewesen. Da hat wieder eine Streiterei , mit Perret und Michel wegen den 3 Gruppen angefangen. Perret ist schon ein bisschen alt, um noch Gruppenführer zu sein. Nun, um 20.30 Uhr, sind wir mit dem Taxi im Hotel Edison angekommen. Röbi und ich wohnen hier in einem richtigen Gefängnis. Ich bin froh, dass wir bald wieder nach Hause zu gehen . Ich hatte  jeden  Tag  Kopfschmerzen, denn es war sehr heiss in dieser Zeit. Wir haben so viele Städte besucht, so viele Eindrücke von diesem  wunderschönen Land  Amerika ,sehen und erleben  dürfen ,Es war eine Reise wert .Ich aber hatte ja auch immer eine Gruppe zu betreuen .und so habe ich in den letzten Tagen immer mehr an  Schwindelgefühle gelitten.

 

 

Um 22.30 Uhr sind wir ins Bett gegangen. Ich habe schlecht geschlafen.

 

 

  1. August 1976

Um 9.30 Uhr sind wir aufgestanden. Röbi hat Markus geweckt. Um 11.30 Uhr haben wir uns im Hotel versammelt. Dann sind wir ins Pot-au-Feu zum Mittagessen gegangen. Wir haben Alfredo dieses Mal gesehen. Er hat uns den Kaffee spendiert. Ich bin in der Küche gewesen und durfte sehen, wie hier die Schweizersuppe gekocht wird. Wir haben uns um 13 Uhr von Alfredo verabschiedet. Dann sind wir ins Amerikan-Express-Büro gegangen. Wir haben die Reise von Chollet, Perret und  Ravery  bestätigen lassen müssen. Um 14.20 Uhr sind wir mit dem Taxi auf die Cital Laine gegangen und haben einen Bootsausflug gemacht. Der hat ungefähr 2 ½ Stunden gedauert. Wir haben alle Sehenswürdigkeiten von New York gesehen: die Freiheitsstaue, den Empire Bulding und Vieles anderes mehr. Anschliessend sind wir noch auf den Empire State Bulding gegangen. Die Liftfahrt hat vom Erdgeschoss bis in die 810. Etage 75 Sekunden gedauert. Das war ein komisches Gefühl. Um 20 Uhr sind wir im Hotel gewesen. Wir sind von der 34-sten Strasse zu Fuss gelaufen. Anschliessend haben wir noch das Rockefeller Zentrum angeschaut. Schliesslich sind wir dann noch in ein französisches Restaurant gegangen und haben feine Cheeshamburger gegessen und einen guten Wein getrunken. Pro Person hat das 7 Dollar gekostet. Um 22.30 Uhr sind wir auf dem Zimmer der Nr. 933 gewesen. Um 23.30 Uhr sind wir ins Bett gegangen. Markus ist noch bei uns auf dem Zimmer gewesen.

 

 

  1. August 1976

Um 7.30 Uhr hat mich Röbi geweckt. Um 8.10 Uhr bin ich aufgestanden, mit einem Schwindelgefühl . Ich habe eine halbe Stunde gebadet, das war herrlich. Um 8.50 Uhr hat Röbi Markus per Telefon geweckt. Wir haben noch Souvenirs einkaufen wollen. Wir sind etwa in drei Geschäften gewesen, bis wir alles gefunden hatten. Für Sandra habe ich einen Hund, der gehen kann, gekauft. Für Gaby eine Puppe, die gehen kann. Für Frieda kaufte ich ein Armband, für Heidi Hübscher ein Bierkrug, für Mutti eine Gaslampe, für Mäusli einen Aschenbecher, für Röbi und Dani ein Leibchen. Alles in allem hat es 55 Dollar gekostet. Um 12 Uhr haben wir noch das Mittagessen eingenommen. Wir haben in einer Italienerbeiz „Piccata“ gegessen. Das ist gut gewesen. Um 13.15 Uhr haben wir mit Perret, Leuba und Md Rousseau ein Rendez-Vous. Ich muss bis zum Kennedy Airport den Boss spielen. Perret und Ravery, gehen etwas eher ,Margarey und Chollet sind um 15.45 Uhr gegangen. Denn Chollet fliegt nach Quebec nach Kanada. Er ist erst 12 Jahre und muss im Flugzeug abgegeben werden. Margerey  ist mit ihm gegangen. Um 20.15 Uhr werden wir mit dem Car zum Kennedy-Airport abfahren. Jetzt, um 15.45 Uhr, sitzen wir im französischen Kaffee und essen Glace. Um 18.10 Uhr ist Perret mit  Ravery  abgefahren. Um 18.30 Uhr haben wir noch Hüte für Markus und Röbi eingekauft. Jetzt habe ich noch 11 Dollar zu Nachtessen auf dem Flughafen.

 

Etwas später sitze ich in der Halle des Hotels und warte auf die anderen. Madame Leuba, Madame Rousseau, Markus, Marco und Röbi sind hier. Es fehlen noch Jean Pierre, Philippe und Pierre Alain. Um 20.15 Uhr fährt der Bus zum Airport. Um 21.15 Uhr sind wir am Flughafen angekommen. Dort haben wir

Länger als 1 Stunde warten müssen. Das Flugzeug hatte etwa 1 Stunde Verspätung. Jetzt, um 23.30 Uhr sitzen wir immer noch in der Wartehalle. Ich glaube kaum, dass dieses Flugzeug um 23.55 Uhr fliegen wird. Wir sind erst um 24.50 Uhr abgeflogen. Also 1.55 Stunden zu spät. Jetzt fliegen wir wieder der Heimat entgegen. Ich bin so froh, ich habe genug vom Fliegen. Um 13.30 Uhr amerikanischer Zeit hat es an Bord zu Essen gegeben: Kartoffelstock, Roastbeef, Rüebli und Erbsen. Um 15.3o sollten wir in Zürich landen. Das Dessert hat aus Schokoladenpudding bestanden. Jetzt ist es 12 Uhr Mittag Schweizerzeit. Es hat ein Sandwich und Kaffee gegeben. Um 15.45 Uhr sind wir in Zürich gelandet .Mit dem Car ,der für die Nationalmannschaft ,am Flughafen bereit stand ,nach  Bern gefahren .Welch ein Wiedersehen auf der Schützenmatte in Bern .Meine Familie, Robert Senior ,Gabriela ,Sandra, und unser Hund  Sambo ,  standen Spalier .mit einer Kuhglocke ,denn wir hatten ja einen Weltmeister zu feiern. Markus war der Star ,er wurde ja auch trainiert von meinem Mann .Es war so schön ,wieder im kleine Schweizerländle zu sein ,und im eigene Bett zu schlafen. Es hat wie immer Freudentränen gegeben, wenn ich ,oder wir , wieder nach Hause gekommen sind Amerika war eine Reise wert.

 

 

Tagebuch von meiner

Seereise auf der MS RIA vom 2. – 26. Juni 1989

Technische Daten

 

Reeder - Kapitän: Heinz-Georg Jacobs, Bruder meiner Schwägerin

 

Steuermann: Dieter

 

Köchin: Ich

 

Matrose:  Renate

 

Funkzeichen: D D M J (Delta, Delta, Mike, Juliette)

 

Länge des Schiffes:  46.4 m

 

Breite des Schiffes:    8.5 m

 

Ladetonnen:  480 T

 

Eigengewicht:  330 T

 

Bruttoregistertonnen:  299 BRT

 

Kabinen:  5 grosse mit Doppelbett

 

WC- Dusche:  2

 

Esszimmer:  1

 

Vorratskammer gekühlt: 1

 

Gefriertruhe: 1

 

Kühlschränke: 2

 

Küche:  1

 

 

2. Juni, Freitag

Tag der Anreise

Begleitung meiner besten Freunde; Abfahrt in Bern um 17:50 Uhr; Ankunft in Basel um 19:00 Uhr.  Weiterfahrt mit Komet DB mit Sitzplatz bis Hannover, Ankunft um 19:22 Uhr.

Ich war zuerst alleine im Abteil und hatte den Sitzplatz Nr. 45, neben einem freien Sitzplatz. Nr. 46 wurde später ab Mannheim auch besetzt. Leider machte ich mit einem ca. 30 jährigen Mann, der sich beim Badischen Bahnhof zu mir setzte, schlechte Erfahrungen. Er glaubte nämlich, er müsste mich auf seine erregte Männlichkeit aufmerksam machen, indem er sein Glied dauernd unter der Hose bewegte. Ich las und studierte einen Moment lang, was ich machen sollte. Ich holte dann den Schaffner. Aber der Vogel hatte Reissaus genommen. Er hatte wohl ein schlechtes Gewissen. Also um 4:00 Uhr, bis Hannover, wäre ich mit dem nicht alleine im Abteil geblieben. Ab Mannheim kamen dann 5 neue Leute dazu, so dass jeder Platz besetzt war. Und ausgerechnet mir vis à vis musste eine so lange Bohnenstange Platz nehmen. Er beschlagnahmte auch noch meinen Abstellplatz für die Füsse. So wusste ich fast nicht, wie ich sitzen sollte. Auf jeden Fall war das ein Gelage, dass jene die zu hinterst gesessen hatten, kaum rausgehen konnten. Also gab es auch nichts zu Essen. Zum Glück habe ich meinen roten Wein bei mir gehabt. So hatte ich wenigstens etwas zu trinken.

 

 

3. Juni, Samstag

Zugfahrt bis Hannover

Um 3:30 Uhr war es Zeit, nach Bremen aus-  und umzusteigen. Viele Leute, vor allem Männer, haben auf dem Bahnhofboden geschlafen: In der Hand 1 Flasche Bier oder Schnaps. Es war richtig beelendend, so viele Penner und abgestürzte junge Leute zu sehen. Um 4:00 Uhr ging die Fahrt nach Bremen weiter. Es waren zwei nette Leute aus Bayern in meinem Abteil und ein junger Soldat. Der war so müde, dass er seine Station verpasste. Da ich diese nicht wusste, konnte ich ihn auch nicht rechtzeitig wecken. Die Bayern fuhren zur Kur auf die Insel Spiekeroog. Die Frau war traurig, weil sie ihren Hund nicht hatte mitnehmen können. Der Mann lächelte ganz verschmitzt und tröstete sie mit den Worten: „Du hast ja mich. Streichle mich, dann bin ich auch hundeglücklich.“ Wir unterhielten uns auch über die Fleischpreise und über das Zubereiten von Fleisch. Es war interessant, ihre mit unseren Preisen zu vergleichen. Der Herr trug mir in Hannover noch mein Gepäck auf den Bahnsteig. Sie reisten weiter nach Halingen. Sie hatten geplant, von da aus mit der Fähre auf die Insel überzusetzen. Es waren sehr nette und anständige Leute. 

 

Empfang in Hannover

Um 6:20 habe ich im Bahnhofbuffet Bremen mit 2 Brötchen, Butter und einem Kännchen Kaffee gut gefrühstückt. Bloss, mein Kaffee zu Hause ist besser. Doch das Frühstück hat mir neue Kräfte verliehen. Um 8 Uhr ist Ria angerauscht gekommen, um mich abzuholen. Unsere Fahrt hat nach Elsfleth und nach Braken geführt. Der ursprüngliche Plan hat sich geändert. Ria ist verschnupft, sie hat die Grippe. Nichts desto trotz haben wir uns gut gelaunt auf den Weg zu ihrem Wagen gemacht: Hier noch schnell das Gepäck verstauen und los geht’s. Eine gute Stunde später sind wir in ihrem wunderschönen Haus angekommen, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf die Weser hat. Ria erzählte mir, dass sie und Heinz-Georg am Samstagabend zu einer Silberhochzeit eingeladen waren. Heinz-Georg liegt mit seinem Schiff in Cuxhaven, in der Nordsee-Elbe.

Von dort haben wie den Kapitän nach Hause geholt und gleichzeitig mein Gepäck auf die MS RIA gebracht. Ich habe übrigens eine grosse Kabine mit Himmelbett. Alles in blau. Es ist die Steuermannskabine. So, nun habe ich alles ausgepackt und eingerichtet; Es ist herrlich wieder an Bord zu sein. Um 16 Uhr hat es ein feines Dessert und guten Kaffee dazu gegeben, begleitet von einem Kirschbeerlilkör.

Wir haben Bilder ausgetauscht und einander die neuesten Sachen von zu Hause erzählt. Als Ria und Heinz-Georg am Abend fein gestylt zur Silberhochzeit gegangen sind, habe ich mir eigentlich einen Film angesehen.

Der Sohn, Thorben, ist vom Ausgang nach Hause gekommen. Ich bin müde gewesen und eingeschlafen. Immerhin war ich gestern 12 Stunden im Zug unterwegs. Als ich 2 Stunden später wieder erwache, gibt es auf der anderen Seite der Weser ein riesiges Feuerwerk. Dieses war eine echte Augenweide! Doch die Müdigkeit übermannt mich und ich gehe weiterschlafen.

 

 

4. Juni, Sonntag

m 2 Uhr sind Ria und Heinz-Georg zurück gekommen. Sie haben noch Kaffee getrunken. Später sei auch die Tochter, Claudia, nach Hause gekommen. Von dem, was später vorgefallen ist, habe ich nichts mehr mitbekommen. Ich war einfach zu müde. Du dabei hätte ich die Stellung halten sollen.

 

Um 9:00 Uhr ist mit der Schiffsglocke zum Frühstück geläutet worden. Bis jedoch endlich alle versammelt sind, ist es bereits 10:00 Uhr gewesen. Mit dem Auto sind wir eine Stunde später zum Schiff in Cuxhaven losgefahren. Dort hat der Steuermann Didi bereits ungeduldig gewartet. Wir haben zu Mittag gegessen und sind sofort zum Löschen nach Fredericia in Dänemark gestartet. Um 15 Uhr haben wir die Schleuse Brunsbüttel erreicht. Nun werden wir c. a. 6 Stunden durch den Ostseekanal fahren, mit Endstation Kiel. Um 23:00 Uhr ist wieder schlafen angesagt.

 

 

5. Juni, Montag

Heute ist der Tagesbeginn schon um 6 Uhr gewesen. Es war nichts mehr mit ausschlafen, sondern das Motto ist: „Ran an die Säcke“. Wir liegen bei „Comet Hamburg“ längsseits und der will um 6 Uhr weiter fahren. Wir haben Wasser gebunkert, Getränke und Lebensmittel eingekauft; dann das Schiff losgebunden und ab ist’s gegangen, Richtung Fredericia in Dänemark. Wir haben Dachziegel geladen. Es ist eine ganz ruhige Fahrt gewesen, kein Sturm, nur ein bisschen Regen. Über Funk hat Heinz-Georg unsere Ankunft gemeldet. Schon von weitem können wir lesen, an welchem Pier wir festmachen sollen und der Makler steht auch schon da, um das Tau in Empfang zu nehmen.

 

Um 19 Uhr ist der Zoll gekommen und hat wissen wollen, was wir alles im Zollschrank haben. Das muss auf die Falsche resp. auf die Zigarette genau stimmen. Danach ist der Schrank mit einer Plombe versiegelt worden und darf erst in deutschen Gewässern wieder geöffnet werden. Schnell ist es schon wieder Zeit geworden fürs Abendbrot. Wir essen gibt verschiedene Brote, Käse, Marmelade, Butter; Alles was das Herz begehrt. Später gehe ich noch etwas spazieren um abzuschalten und um „Anne Kätje“, so heisst das Schiff, welches vor uns im Hafen liegt, zu besuchen.

Schliesslich haben wir einen kleinen Schwatz gehalten und alle sind hundemüde. Wir wollen schlafen. Und doch hat ein Gläschen Rotwein den Abend schön abgerundet, wobei wir den morgigen Tag sowie den Menüplan haben besprechen können.

Nun ab in die Heia, es ist schnell wieder Morgen.

 

Komplimente

P.S. Etwas muss ich noch loswerden. Der Makler, ein hübscher blonder Däne, will morgen für uns Brötchen und Gipfeli bringen. Er hat mich gefragt, ob ich um 8:00 Uhr schon aufgestanden sei, denn ich bräuchte ja keinen Schönheitsschlaf, weil dann könne er die Brötchen speziell an mich übergeben. So ein Heuchler, oder hat er es vielleicht doch ehrlich gemeint? Dies kommt wohl nie aus und das ist auch besser so. Auf jeden Fall ist er sehr charmant gewesen, was man daran erkennt, dass er bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

 

 

6. Juni, Dienstag

Die Hafenarbeiter wollen heute um 8 Uhr mit dem Löschen beginnen. Löschen nennt man das Entladen eines Schiffes. Um 7.30 Uhr hat mich Didi, der Steuermann, aufgeweckt und gesagt: „Putzi, Du musst Dich hübsch machen, der Makler kommt und bringt Dir Brötchen“. Ein Makler ist ein Schiffsbefrachter. Dieser hat sich aber verspätet und meine Männer an Bord haben es schon mit der Angst zu tun gekriegt, sie müssten ohne Frühstück in den Tag starten. Doch schliesslich ist er mit einer Tüte Brötchen und der deutschen Bildzeitung. Danach habe ich die grosse Ehre (ha ha) gehabt, den Haushalt zu schmeissen. Auf See muss genau so geputzt, abgestaubt, das Bett gemacht werden, u.s.w., wie zu Hause auch. Jetzt, um 10 Uhr, löschen die Hafenarbeiter die grossen Pakete Dachziegel. Um 12 Uhr müssen sie fertig sein und ich muss bis dahin das Mittagessen vorbereitet haben. Die Crew hat sich von mir nach schweizer Art gebackene Omeletten mit Apfelmus gewünscht.

Nach dem Mittagessen sind die Hafenarbeiter auch mit Löschen fertig gewesen.

 

Fahrt nach Aarlborg

Darauf hin sind wir nach Aarlborg ausgelaufen. Dieses liegt ca. 7 Std. von Göteborg entfernt. Heute habe ich mich während der Fahrt etwas hinlegen können. Wahrscheinlich ist es die Umstellung von 560m über Meer auf Null, wegen der ich so todmüde bin. Am Nachmittag hat es Kaffee und Kuchen gegeben.
Heinz Georg hat das Wappen von Elsfleth gekauft. Er möchte, dass ich ihm dieses Wappen vergrössere und auf eine alte Seekarte zeichne. Das vergrösserte Wappen will er dann vorne am Steben aufmalen. Wenn man auf einem Schiff vom Steben spricht, meint man den Bug. Ich habe bis zum Abend gezeichnet. Über Funk kamen neue Ordern, wie und wo wir laden und löschen sollen. Didi hat den Laderaum feucht aufnehmen müssen, denn in Aarlborg werden wir dann Dünger laden. Und schon ist es wieder Zeit gewesen, Abendbrot vorzubereiten und danach die Küche zu reinigen. Nachher habe ich am Wappen weiter gezeichnet. Dies machte ich auf dem grossen Seekarten-Tisch mit dieser herrlichen Aussicht auf den Sommerabend. Heinz Georg hat mir beim Ausstechen geholfen. Und endlich bin ich fertig geworden. Es sind nämlich gesamthaft 4 Wappen auf der Wappenscheibe vereint gewesen.

 

Bald wird Mitternachtssonne sein

Um 20 Uhr ist die See ruhig, die Windstärke beträgt c.a. 2-3. Ich habe am Radio noch schöne Musik gehört. Es ist bereits etwas von der Mitternachtssonne zu bemerken. Es ist taghell. Es ist etwas ganz Besonderes. Heinz-Georg achtet auf das Flussradar, ich auf das grosse Radar und Didi misst und schaut aufs Echolot, denn wir fahren durch den kleinen Belt. Da hat es viele Untiefen und Sandbänke. Die Steuerautomatik ist eingeschaltet, es kann aber auch noch von Hand mitgesteuert werden. Uns hat die die Müdigkeit übermannt, der Körper hat nach Kaffee geschrien.

 

 

7. Juni, Mittwoch

Hier nennen sie mich Putzi. Und Putzi hat um 1 Uhr Kaffee gekocht. Hhhmm, dieser hat unsere Sinne wieder etwas gestärkt. Doch bald haben sie auch noch Hunger bekommen! Tja, dann streiche ich eben noch ein paar Brote: Schliesslich ist das einer meiner Jobs hier.
Um halb 3 Uhr Nachts ist ein Funkspruch von einem entgegenkommenden Schiff gekommen. Es ist schwer beladen gewesen und hat uns auf der Steuerbordseite passieren wollen. Alles ok. Er ist Däne und hat sich bedankt. Die See ist immer noch ruhig. Es herrscht fast eine gespenstische Stille. Der Mond zeichnet auf der Strömung wunderschöne Bilder. Es ist so beeindruckend, dass man dies schon sehen muss! Ein wahrer Traum. Nun sind wir an einigen engen Stellen vorbei gekommen und Heinz-Georg hat von Hand steuern müssen. Es dauert noch 1 Stunde bis Aarlborg, dann haben wir es geschafft. Aber mir fallen die Augen zu. Ich kann gar nicht mehr richtig auf das Radar aufpassen.

Also melde ich mich um 3.30 Uhr ab, damit jemand anderes übernehmen kann. Doch kaum bin ich in der Koje angekommen, ist das Manöver mit dem Anlegen losgegangen. Nach einer knappen halben Stunde Schlaf bin ich wieder aufgewacht, denn der Kapitän hat beim Anlegen etwas laut werden müssen. Es ist mittlerweile 4 Uhr morgens. Um diese Zeit ist niemand mehr an Land, dem man das Tau zuwerfen könnte. Die Motoren heulen auf. Einmal geht’s vorwärts, dann wieder rückwärts, und schon, oder endlich, stehen die Motoren still. Gute Nacht Freunde.

 

Laden in Aarlborg

Stille herrschte aber nicht lange. Schon nach 3 Stunden haben die Hafenarbeiter angeklopft. Sie haben mit Laden beginnen wollen. Es werden 360 Tonnen Dünger mit Lastwagen angefahren und über Fliessband geladen. Und schon bin ich wieder daran gewesen, Frühstück vorzubereiten. Die Crew hat Hunger gehabt. Der Kapitän hat bis um 9:00 Uhr geschlafen. Da auf der MS RIA erst nach dem Laden geputzt wird, bin ich zu Fuss nach Sudersund bei Aarlborg einkaufen gegangen. Der Hafen liegt etwas abseits von der Stadt Aarlborg. Hier habe ich einen schönen handgestrickten Pullover sowie 10 Postkarten gekauft und noch nach Hause telefonieren wollen. Von der Post aus ist dies aber nicht möglich und deswegen musste ich das bei einem Kiosk erledigen. Meine Leute sind alle o.k. Bei Papi ist es mit seiner Lunge nicht so schlimm. Und Sandras Schulter muss mit Ultraschall behandelt werden. Das sind die Neuigkeiten von zu Hause. Somit habe ich beruhigt wieder zur MS RIA zurückgehen können. Zwar etwas schwer beladen gewesen, und immerhin ca. 3 km weit bin ich gelaufen, aber doch erleichtert. Auf halbem Wege habe ich dann unseren Makler getroffen, welcher glücklicherweise sein Auto dabei hatte. Herrlich, ich durfte mitfahren! Auf dem Schiff hat es schon in der Pfanne bereits gebrutzelt. Wahrscheinlich haben die Männer Hunger gehabt. Sie haben mein vorbereitetes Menu fertig gekocht: Sauerkraut mit Stampfkartoffeln, Rippchen und Pinkelwürsten. Es ist ein richtig deftiges Menu, halt für richtig hart arbeitende Männer. Das hat auch wirklich gut geschmeckt. Wir geniessen es, dass wir alle zusammen essen können. Das geht ja nur, wenn wir nicht auf See sind. Dann muss einer immer Wache halten und auf der Brücke bleiben. Auf dem Schiff nenne man das Ruderhaus, wo die Computer, die technischen Geräte und die Ruderanlage installiert sind, eine Brücke.

 

Fahrt nach Ütersen BRD

Um halb 2 Uhr sind wir wieder ausgelaufen, voll beladen für Ütersen BRD. Volle Fahrt voraus. Heinz-Georg ist die schmalen Stellen wie zuvor mit Handsteuerung gefahren. Eine halbe Stunde wünscht der Kapitän Kuchen mit Kaffee. Er fährt noch ca. 1 Stunde, dann wird er sich auch aufs Ohr hauen. Schliesslich hat er viel Schlaf nachzuholen. Per Computer rechnet er den Kurs aus und speichert diesen, stellt die Automatik ein und überlässt nun die Wache dem Steuermann, welcher nichts anderes machen muss, als aufzupassen, dass keine verrückten Segler in die Quere kommen, die sich so weit raus wagen. Und er muss auch auf die Fähren achten, denn diese haben Vortritt.

 

Pst, der Kapitän schläft. Eigentlich hat er nur 1 Stunde schlafen wollen, aber da alles ohne Zwischenfälle abgelaufen ist, lassen wir ihn und er hat den Schlaf der Gerechten geschlafen. 38 Seemeilen hat er selig geschlummert. Aber jetzt kommt die Ecke von Samsö, und da muss er den Kurs neu ausrechnen und speichern.

1 Stunde später ist die Fahrt weiter bis Greena, einer kleinen dänischen Insel, gegangen. Ich habe das Abendbrot zubereitet und noch einen Blick auf die Brücke erhaschen können. Die restliche Besatzung hat mich nicht mehr gesehen, denn ich habe in mein Tagebuch geschrieben. Sie haben gedacht, ich sei nicht mehr mit zurück gefahren. Sie habe einfach gegessen, was ich auf den Tisch gestellt habe.

So, um 20.10 Uhr habe ich Feierabend. Es dauert noch ungefähr eine Stunde, bis wir in Greena sind, und dann haben wir alle unsere Ruhe verdient. Die Sonne scheint immer noch. Schon kommt der Turm von Fornäs in Sicht, also müssen wir schon ganz nahe sein. Eine viertel Stunde später ist die MS RIA über Funk ausgerufen worden. Da sucht uns also jemand. Der Kapitän meldet sich. Es antwortet der Kapitän von der MS Lüppert, einem ganz alten Küstenmotorschiff. Er erwartet uns auf der Insel Greena. Das wird ein Fest geben, sagt Heinz-Georg. Wir sollen bei der MS Lüppert längsseits festmachen.

Halt auf der Insel Greena und die MS Lüppert

Der Kapitän und seine Crew sind zu uns an Bord gekommen. Das erste ist natürlich gewesen, auf die zurückgelegte Fahrt anzustossen. Diese ist auf der Brücke gefeiert worden. Die dänische Freundin des Kapitäns der MS Lüppert, Elisabeth, ist auch an Bord. Sie ist 33 Jahre alt und der Kapitän 53. Er ist einer der ältesten Nordseeoriginale. Sie haben ganz schön Bier geschluckt. Ich bin meinem Rotwein treu geblieben. „Putzi, mach uns doch mal einen Kaffee“, sagte der Kapitän dann. Natürlich mit dem von mir mitgebrachten Kirsch. Also sind wir alle runter in die Kombüse Kaffee kochen gegangen und schon wieder ist angestossen worden. Der Kapitän der MS Lüppert hat etwas gegen die Schweizer. Er nannte uns, nachdem er genug Alkohol intus gehabt hat, „Schleimscheisser“. Nett.

 

 

8. Juni, Donnerstag

Um Mitternacht rum sind wir auch noch die MS Lüppert ansehen gegangen. Ihr Kapitän heisst Gert. Auf diesem Schiff ist der Film vom Schmuggler in Hamburg

mit Manfred Krug als Polizist gedreht worden.

Der Kapitän hat die ganze Brücke voll mit blühenden Pflanzen überstellt. Sogar das Radargerät ist von einem Efeu umschlungen. Alle haben weiter Bier getrunken, ausser mir. Roter Wein ist einfach mehr meine Sache. Der Kapitän der MS Lüppert will um 4 Uhr auslaufen. Da wir ja bei ihm festgebunden sind, müssen wir auch losdüsen. Heinz-Georg ist mit der Dänin in die Kombüse gegangen um Kaffee zu kochen. Der Kapitän der MS Lüppert hat mir Komplimente gemacht und gefragt, ob er bei mir schlafen könne heute Nacht. Da habe ich es ihm dann zurückbezahlt. Ganz anständig habe ich ihm gesagt, dass die Schleimscheisser aus der Schweiz nicht so doof seien, auf sein Kompliment reinzufallen. Ohne einen Kaffee zu trinken habe ich mich höflich von ihm verabschiedet. Es ist schon taghell gewesen.

 

 

Weiterfahrt via Langeland Richtung Ütersen

Um 4 Uhr wieder an Bord der MS RIA, habe ich noch alles abgewaschen, während der Steuermann schon geschlafen hat. Ich bin soeben in meine Koje getreten, als auch Heinz-Georg an Bord gekommen ist. Die Leinen los, Verabschiedung vom Kapitän der MS Lüppert und los geht’s. Die MS Lüppert fährt Richtung Svendborg in Dänemark und wir in Richtung Kiel. Dies wird ein langer Weg. Doch unser Steuermann hat das Ruder übernehmen müssen, da Heinz-Georg zu viel getrunken hat und dazu noch übermüdet gewesen ist. Mit dem Tuckern des Motorengeräusches bin ich eingeschlafen.

 

Ablösungen der Crew

Um 7.30 Uhr haben der Kapitän und ich ganz in Ruhe auf hoher See gefrühstückt.

Es ist kein Land zu sehen gewesen, das ist etwas Einzigartiges.
Der Steuermann ist schlafen gegangen, ich habe ihm gute Nacht gewünscht. Er möchte um 12 Uhr zum Mittagessen geweckt werden. Zur Teezeit um 10 Uhr sind nur drei Personen dagewesen.

Ich habe Didi aufgeweckt, als das Mittagessen gekocht gewesen .ist Er hat geduscht und sich fein gemacht. Dann hat er den Kapitän abgelöst. Das ist das oberste Gesetz. Der Kapitän isst, wenn es möglich ist, zuerst. Heinz-Georg hat dann Didi noch schnell abgelöst, einen neuen Kurs gespeichert, den Kampass und die Automatik eingestellt und dann ist Er in seine Koje gegangen. Übrigens schläft er am anderen Ende des Schiffes. Dort ist der Maschinenlärm nicht so gross. Die Lieblingsbeschäftigung des Kapitäns ist schlafen. Didi hat gegessen und führt das Schiff nun weiter. Ich habe das Geschirr gewaschen, aus dem Bullauge geguckt und das schöne Seeleben genossen. Um 14 Uhr habe ich mich schlafen, nein nachschlafen, gelegt. 1 ½ Stunden später ist es für mich schon wieder Zeit, aufzustehen. Jetzt habe ich Kaffee gekocht. Der Steuermann hält Wache. Er ist immer noch alleine. Der Kapitän schläft immer noch. Wir lassen ihn schlafen und trinken zusammen Kaffee. Uebrigens, jetzt kreuzt uns eben ein iberianischer Frachter. Er hat Wegrecht verlangt, da er mit 600 neuen Autos schwer beladen ist. Wir haben über Funk mit ihm gesprochen. Bei der Insel Langeland beträgt die Entfernung von Kiel noch 7 Stunden.

 

 

Die Zeit drängt

Mittlerweile ist es 16.30 Uhr und wir werden die ganze Nacht durchfahren.

Zurzeit scheint die Sonne und ich mache einen Spaziergang an Deck. Trotzdem muss ich mich aber warm anziehen. Es bläst ein eisiger Wind. Und mit dem Fahrtwind zusammen ist das ganz schön heftig. Herrlich! Die Wellen sind jedoch nicht hoch. Den Kaffee an Deck zu trinken, hat mich ganz schön aufgefrischt. Es ist einfach toll gewesen. Der Kapitän schläft um 18.30 Uhr immer noch, wie sind jetzt beim Kielerturm angekommen. Didi hat auf Handsteuerung umstellen müssen. Wir haben viele entgegenkommende Schiffe gekreuzt. So hat uns auch die MS Hanseatic  gekreuzt und über Funk gemeldet, sie wolle mit dem Kapitän sprechen. Wir haben geantwortet, der habe sich soeben schlafen gelegt. Ich muss noch einen Kuchen backen. Die Seeleute wünschen immer Kuchen zum Kaffee. Sie werden ja dann im Nordostsee-Kanal Zeit haben, denn da kriegt man das Fernsehen ganz schlecht rein. Aber mir ist nie langweilig. Um 18.45 Uhr habe ich Abendbrot zubereitet. Vielleicht ist der Hunger bei Heinz-Georg stärker, als der Schlaf? Es wird sich zeigen.

Es hat begonnen, ein wenig zu schaukeln. Ich habe sämtliche Bullaugen schliessen müssen. Es sind Wasserspritzer herein gekommen und das bei schönstem Wetter. Oha, der Kapitän ist jetzt, um 19.10 Uhr, aufgewacht. Er möchte einen Kaffee haben und danach geht er Didi ablösen. Der Steuermann hat in den in den Maschinenraum

steigen müssen, weil der Motor alle 3 Stunden geschmiert werden muss.

Um 20 Uhr bin ich mit der Küche fertig geworden. Jetzt beginnt die Bordwache des Kapitäns. Alle haben fein gegessen. Didi duscht und geht 4 Stunden schlafen. Anschliessend wird er durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren müssen. Das Wetter ist noch immer sonnig, aber die See ist jetzt nicht mehr so ruhig. Es herrscht Windstärke 5. Ich muss nach oben an die frische Luft. Die Sonne macht aus der Ostsee ein brennendes Meer. Goldgelb spiegelt sie sich darin. Ein wunderschönes Erlebnis. Im Moment ist aus meiner Sicht kein Schiff zu sehen.

 

Ein Tanz an Deck

Um 21.20 Uhr schläft der Steuermann immer noch nicht, denn er muss in der Schleuse von Kiel noch festmachen. Endlich hat dann Heinz-Georg auf Handsteuerung geschaltet, damit er genau zwischen den Bojen hat hindurch fahren können. Steuerbord hat er eine grüne, Backbord eine rote Boje passiert. Im Radio hören wir die Schleswig Holstein Hitparade. Die Hitparade wird von Seeleuten zusammengestellt, die unterwegs sind. So habe sie und wir auch die Stücke gewählt. Es wird Musik gespielt, die mir mach schöne Stunde in meinem Leben in Erinnerung ruft. Gerade spielt man mein Lieblingslied. „I’m looking for freedom“ von Engelbert Humperdinck. Es steht in der Hitparade an 1. Stelle. Der Kapitän und ich tanzen zusammen auf der Brücke. Didi will nicht tanzen, er hat vermutlich Hemmungen. Aber er schiesst ein Foto von uns. Die See ist wieder spiegelglatt geworden bei Windstärke 2. Nun tauchen am Horizont überall Schiffe auf. Wie Ameisen sehen sie aus. Aus allen Himmelrichtungen schleusen sie ein. Rechts vor Links. Freifahrer haben freie Fahrt und Heinz-Georg ist ein Freifahrer. Es ist knapp vor 22 Uhr und die Sonne geht unter. Wie ein roter Feuerball versinkt sie im Meer. Ich habe Fotos gemacht. Oha, der Kapitän ruft nach Kaffee und reisst mich aus meinen Träumereien. Wir trinken ihn auf der Brücke. Natürlich dürfen die feinen, süssen Kuchenstücke aus Dänemark nicht fehlen.

 

Schleusen

Wir haben keine Erlaubnis erhalten, in die Schleuse einzufahren. Zuerst fahren all jene Schiffe, welche einen Lotsen haben. Also warten wir, bis wir an der Reihe sind. Wir treiben auf Reede, es ist draussen noch ganz hell. Die Motoren stehen still. Ab und zu hört man, wie der Kapitän versucht, sein Schiff auf Kurs zu halten.

Eine Stunde später treiben wir immer noch auf Reede. Der Kapitän und der Steuermann ärgern sich gewaltig. Endlich habe sie um 23.10 Uhr freie Fahrt. Das Einfahren in die Schleuse dauert eine halbe Stunde. Meistens lässt der Kapitän sein Schiff in die Schleuse treiben. Dies klappt auch nicht gerade auf Anhieb. Es sind ja noch andere Schiffe in der Schleuse. Der Steuermann hängt überall Fender über Bord, damit das Schiff oder die Farbe nicht beschädigt werden. Ein Fender ist ein Stück Holz, das man aussen an der Bordwand an einem Tau festbindet.

Der Kapitän und der Steuermann ärgern sich wieder, denn Didi möchte doch schon lange schlafen gehen. Morgen müssen wir um 9 Uhr in Ütersen sein um zu löschen. Ütersen kann man nur bei Flut erreichen. Die Fahrzeit dauert ca. 6 Stunden bis zum Nord-Ostsee-Kanal, von da dauert es auf der Elbe noch 3 Stunden. Die Zeit wird knapp. Nur das Glucksen vom Wasser an der Reling hört man noch. Endlich, um 24 Uhr, macht der Steuermann fest. Es geht dabei ganz ruhig zu und her. Zuerst wird vorne festgebunden, damit das Schiff nicht weg treibt. Dann kann er sein Schiff wie ein Auto parken, quasi ohne viele Manöver. Noch mal volle Pulle; und wir sind drin, in der Schleuse.

Keine halbe Stunde später sind wir schon wieder ausgelaufen. In der Schleuse waren 6 Schiffe und ein Binnen- und ein Seeschiff. Didi hat sich noch 2 Brote mit Fleisch gewünscht, dann ist er endlich schlafen gegangen. Nach einem Glas Wein will auch ich Feierabend machen und in die Koje gehen. Die Zeit wird immer knapper. Wegen Hoch- und Niedrigwasser sollten wir spätestens um 6 Uhr in der Schleuse in Brunsbüttel sein. Ich gehe nun in die Kombüse. Es sind alle versorgt.

 

 

9. Juni, Freitag

Um Mitternacht ist im Nord-Ostsee-Kanal nicht viel los. Ab und zu schleicht sich gespenstisch ein entgegenkommendes Schiff an. Der Steuermann ist ins Bett gefallen. Der Kapitän sitzt an der Handsteuerung. Er muss aufpassen, denn das Schiff ist vorne etwas mehr beladen. „Es steht Kopf“ heisst das in der Fachsprache. Hoffentlich reicht die Zeit. Das Radar ist an. Es ist gespenstisch dunkel auf der Brücke. Es darf kein Licht brennen. Nur das Radio läuft. Das ist die einzige Abwechslung. Es ist wirklich einsam, da oben 6 Stunden alleine zu stehen und mit niemandem sprechen zu können. Da gehen einem viele schöne und weniger schöne Erinnerungen durch den Kopf. Ich trinke mein Glas Wein oben bei Heinz-Georg und verkürze ihm, vielleicht so c. a. eine Stunde, seine Fahrzeit, indem wir uns unterhalten. Wir haben uns ja viel zu erzählen. Ich bin so müde geworden, dass ich beinahe im Stehen auf der Brücke eingeschlafen bin. Dann habe ich mich verabschiedet und gehe jetzt schlafen. Die Laternen zieren das Ufer wie Soldaten. Spiegelglatt ist das Wasser. Der Mond ist halb verdeckt, es ist einfach dunkle Nacht.

 

Es ist 7:30 Uhr und schon wieder Zeit, aufzustehen. Es ist für mich eine unruhige Nacht gewesen. Aber das ist normal, wenn die ganze Nacht durch gefahren wird. Meine Männer sind sehr nervös geworden, weil sie fürchteten, die Zeit reiche nicht mehr. Das Schleusen in Brunsbüttel hat zu lange gedauert. Ich habe das Frühstück vorbereitet, während wir auf der Elbe Richtung Hamburg gefahren sind. Bald geht es in einen kleinen Seitenkanal Richtung Ütersen. Dies ist eine Rosenstadt.

 

 

Fallender Wasserstand und immer noch drängt die Zeit

Das Wasser ist gefallen, der Fluss ist enger und enger geworden, hat immer weniger Wasser geführt. Unsere MS RIA hat einen Tiefgang von 2,8m. Um 9.00 Uhr haben wir die erste Grundberührung gehabt. Links und rechts des Flusses stehen schöne Häuser mit Reetdächern. Alle gucken gespenstisch hinter dem Deich hervor. Die Schafe und Kühe grasen zum Greifen nahe am Ufer. Um 9.30 Uhr haben wir die zweite Grundberührung. Der Kapitän ist nervös geworden. Das Silo, bei dem wir löschen sollen, konnte man schon sehen. Da, etwa 100m vor unserem Ziel, die dritte Grundberührung. Der Kapitän versucht alles: Vergebens. Didi steht vorne über dem Bug und misst die Wassertiefe. Ca. 2,9 Meter vorne und hinten, in der Mitte sitzt das Schiff fest, als wäre es verankert. Es gelingt dem Kapitän nicht, das Silo zu erreichen. Die Arbeiter gucken zu. Für sie, jene an Land bedeutet das: Feierabend. Wir müssen bis zum Abend hier bleiben. Das Wasser sinkt weiter und mit ihm die Stimmung. Aber die Sonne scheint. Und wir liegen etwas versteckt zwischen den Bäumen. Sonst würden wir hier noch zur Touristenattraktion. Bald können wir das Land zu Fuss erreichen. Das Schiff liegt auf dem Trockenen, und das 50m vor dem Ziel, so etwas habe ich noch nie erlebt! Der Kapitän ist frustriert, da er extra die ganze Nacht durchgefahren ist, und das alles für die Katz. Wir werden erst am Montag löschen können. Die Reise verzögert sich um 3-4 Tage. Am Montag sollten wir ja in Leer, in Ostfriesland, Dachziegel für Holbäck, in Dänemark, laden. Kurz vor 12 Uhr meldet sich der der Kapitän ab und geht schlafen. Aus 50 Metern Entfernung kann man ihm schon ansehen, dass er stocksauer ist. Ich schreibe fleissig in mein Tagebuch, schliesslich habe ich jetzt ja Zeit dazu.

 

100 Meter vor dem Löschplatz

Der Steuermann sitzt auf der Brücke, hält Wache und hört dazu Musik. Ich koche später schon mal den Pudding vor, vielleicht vermag es ja die Moral meiner Männer ein bisschen zu heben. Mittagessen gibt es erst um 15 Uhr.

Didi ist auch verärgert. Er hat sich darauf gefreut, dass er über das Wochenende nach Hause kann und dann unterwegs wieder zusteigen. Nun wird alles wegen einer halben Stunde kaputt gemacht. Über Funk haben wir uns in Elsfleth beim Makler abgemeldet. Er wünscht uns eine gute Fahrt. Kann man wohl sagen! Zum Lachen, von Fahrt kann keine Rede sein. Didi und ich haben uns oben an Deck unterhalten. Es ist ganz interessant, einmal mit ihm ins Gespräch zu kommen. Es gefällt ihm bei Heinz-Georg: Didi meint, es sei so familiär bei ihm. Nun ist es 14.30 Uhr und wir haben Niedrigwasser. Das Wasser läuft weiter ab. Bald stehen wir auf dem Trockenen und können zu Fuss das Land erreichen. Es hat gleichwohl viele Zuschauer, wir verlangen schon bald Eintrittsgeld. Mit 5 Mark sind sie dabei. Ich habe schon ein paar Bilder mit Seltenheitswert geschossen: Ein Küstenmotorschiff im Trockendock. Wie eingebettet ohne Wasser auf Schlick und Steinen liegt unser Schiff in diesem Fluss. Um 20 Uhr soll Hochwasser sein. Dann können wir die letzten 50 Meter noch schaffen. Leider wird es spät sein zum Löschen.

 

Um 14.45 Uhr ist das Mittagessen beinahe fertig. Ich habe Heinz-Georg aufgeweckt. Wie er gewünscht hat, haben wir um 15.00 Uhr gegessen. Es hat Nudelauflauf gegeben. Danach habe ich die Kombüse geputzt und sitze nun oben an Deck, lese ein Buch und geniesse die Sonne. Das Wasser kommt langsam wieder. Es ist 16.30 Uhr geworden. Didi putzt Messing, Heinz-Georg ruft über Funk Ria an. Nun gibt es Kuchen und Kaffee. Wir besprechen dabei die Lage. Die Jachten, die jetzt fahren können, passen gerade noch, um an uns vorbei zukommen.

 

Ein Manöver

Um 18.30 Uhr dann unternehmen wir den ersten Versuch, die letzten 50 Meter noch zu fahren. Es geht nicht. Wahrscheinlich klemmt unser 700 Tonnenschiff in der Mitte fest. Den zweiten Versuch unternehmen wir um 19.00 Uhr. Er will einfach nicht, es ist zum Verzweifeln. Eine Stunde später noch mal ein Start, und jetzt endlich können wir die letzten 50 Meter noch zurücklegen. Um 20.30 Uhr ist die MS RIA festgebunden und es gibt Abendbrot.
Danach schauen wir uns noch Aktenzeichen XY an. An diesem Abend muss Heinz-Georg um 21.50 Uhr noch an Land um den Zoll anzurufen. Wir gehen zusammen. 40 Minuten später sind wir wieder an Bord. Der Kapitän ist todmüde, er kann kaum mehr die Augen offen halten. Ich verstehe das. Das war ja aufregender als ein Krimi. Wir standen ja plötzlich quer im Fluss und man wusste nie, wann sich das Schiff auf eine Seite legen würde.

Der Kapitän schläft, Didi ist ausgegangen und so habe ich noch ruhig duschen können, ehe ich mich auch aufs Ohr lege. Der Zoll kommt morgen um 8.00 Uhr. Dann möchte auch er einen feinen Kaffee und einen Schali dazu. Einen Schali nennt man hier einen Cognac. Das heisst also, es wird wieder früh Tagwache sein. Dabei hätten wir doch ausschlafen können. Um 24.00 Uhr wollte ich eben ins Bett, da hupte ein Auto. Es ist Ria, die Frau des Kapitäns. Ich renne im Nachthemd auf die Brücke und helfe Ria, an Bord zu kommen. Der Kapitän hat von all dem nichts mitbekommen. Ria und ich trinken noch einen Willkommenstrunk in der Kombüse, dann gehen wir schlafen.

 

10. Juni, Samstag

Um 07.40 Uhr ist ein Krach an Deck losgegangen. Der der Zollbeamte ist an Bord gekommen. Wenn da jemand aufs Schiff springt, weckt er die ganze Mannschaft auf. Ich habe um 8 Uhr Frühstück gemacht. Anschliessend sind wir im Supermarkt einkaufen gegangen. Es ist schönes Wetter und heiss. Wir haben auch noch den schönen Rosengarten besucht, in dem jede Sorte Rosen steht, die es gibt. Und wir haben Eiscafé getrunken. Um 13 Uhr servierte ich Mittagessen.

Nun sitze ich ganz alleine auf Deck und schreibe in mein Tagebuch. Um 15 Uhr soll es Kaffee geben. Anschliessend wollen wir ausgehen. Wir werden einen Ausflug mit dem Auto unternehmen.

Davon sind wir um 22 Uhr von Friedrich Kooge, einem Fischerdorf, zurückgekehrt. Im Fischerdorf haben wir die schönen Fischerboote und Fischerhäuser besichtigt. Wir haben in einem ganz kleinen Fischerrestaurant Krabbensalat verspeist. Das heisst, ich habe ein Flute mit Käse, Schinken, Tomaten gegessen. Es war herrlich. Später habe ich mit Heinz-Georg, Didi und Ria noch etwas Fernsehen geguckt. Nun bin ich müde. Um 23.05 gehe ich ins Bett, respektive in die Koje. Auf dem Schiff heisst das Bett Koje.

 

11. Juni, Sonntag

Ich bin heute um 9.30 aufgestanden, denn ich habe Mal ausgeschlafen. Ria hat Frühstück gemacht und wir haben zusammen gegessen. Didi hat heute liegen bleiben können. Um 11 Uhr sind wir oben an Deck gesessen und haben unseren Aperitif genommen. Der Zollbeamte und seine Arbeitskollegin haben von der anderen Uferseite aus geguckt oder uns beobachtet. Sie sind um12 Uhr zu uns rüber gekommen. Der Kapitän hat sie mit der Flasche herüber gewinkt. Im Moment sind damit beschäftigt, Mittagessen zu zubereiten. Das heisst, Ria hat das Ruder in der Kombüse übernommen. Die Küche nennt man auf einem Schiff Kombüse. Zum Mittagessen gibt es Schweinebraten, Kartoffeln, Erbsli und Rübli. Zum Dessert wird Pudding serviert.
Nach dem Essen habe ich um 13.30 Uhr an Deck meinen Liegestuhl aufgestellt und an der Sonne geschlafen, bis Didi den Kaffee gekocht hat. Es ist auch schon 16 Uhr. Ich habe heute nämlich meinen freien Tag. Es ist kein Wasser mehr im Hafen zu sehen, das Schiff liegt im Schlick. Ria will nach Hause fahren. Dazu braucht sie c.a. 4 Stunden. Heinz-Georg ist erkältet und wehleidig, wie alle Männer, wenn sie etwas zu Jammern haben.

Ria hat um 19 Uhr „Tschüss“ gesagt und ist abgefahren. Der Kapitän, Didi und ich sind spazieren gegangen. Wir haben zwei schöne Türme gesehen. Anfangs haben wir geglaubt, es sei ein Schloss, aber es ist eine Kirche. Wir haben anschliessend im Rosarium noch ein Bierchen getrunken und sind dann nach Haus aufgebrochen. Um 21.30 Uhr haben wir dort zum Abendbrot Spiegeleier gebraten, später dann noch etwas ferngesehen. Es ist der Film “Dr. Kimbel auf der Flucht” gelaufen. Um 23.15 Uhr geht es ab in die Koje. Morgen können wir löschen, endlich. Es ist 23.15 Uhr und ruhig im Hafen. Nur das Wasser gluckst an die Bordwand. Die Zoll beamten stehen auch schon wieder am Hafen und passen auf Schmuggler auf.

 

12. Juni, Montag

Um 7 Uhr ist Tagwache gewesen. Die Arbeiter haben geklopft. Sie haben mit Löschen anfangen wollen. Nun sind wir schon seit Freitag um 9.30 Uhr hier in Ütersen und können erst heute löschen. Davon habe ich Fotos gemacht. Ich habe Frühstück zubereitet und mit der Schiffsglocke zu Tisch geläutet. Nun gehe ich einkaufen. Didi muss beim Löschen aufpassen und der Kapitän fängt an, das Elsflether Wappen vorne am Steben aufzumalen. Der Steben bedeutet: Der Bug. Ich habe die Schablone für dieses Wappen in Vergrösserung gezeichnet. Heinz-Georg hat alles durchgepaust und um 12 Uhr angefangen zu malen. Es ist schönes Wetter. Ich habe Fliegengitter gekauft und gleichzeitig auch Stoff, um Fliegengitter vors Bulli zu nähen. Ringe habe ich auch erhalten. Um 13.30 Uhr hat es Mittagessen gegeben. Die Arbeiter löschen pausenlos. Didi streicht die Kräne und passt auf.

Um 14 Uhr habe ich noch einmal in die Stadt gehen müssen. Der Kapitän braucht rote und gelbe Ölfarbe für sein Wappen. Ausserdem muss ich die Ringe fürs Bullauge umtauschen, denn sie sind zu gross. 1 ½ Stunden später bin ich todmüde vom einkaufen zurück gekommen. Der Kapitän hat schon Wasser für den Zvierikaffee mit Kuchen aufgesetzt. Etwas später fange ich an, Fliegengitter zu nähen. Didi malt die Kräne und der Kapitän zeichnet sein Wappen fertig. Es ist 18 Uhr, Didi und der Kapitän haben Hunger. Es gibt 15 Minuten später Abendbrot.

An diesem Abend hat sich Didi bei mir 50 Mark ausgeliehen. Er will ins Kino. Der Kapitän hat weiter gemalt, bis das Wappen fertig geworden ist. Ich habe die Fliegenschützer für die Kombüse, die Messe und Didi’s Schlafzimmer fertig genäht. Es ist immer noch hell und schönes Wetter. Der Kapitän ist um 22 Uhr schlafen gegangen. Wir wollen am Morgen um 4 Uhr bei Hochwasser starten. Es geht dann nach Leer in Ostfriesland, nahe der holländischen Grenze. Um 22.30 Uhr bin ich noch hellwach, obwohl ich sehr müde bin. Ich nehme noch einen Schlummertrunk. Didi kommt auch nach Hause oder besser gesagt, an Bord. Ich habe ihm in unserem Geheimfach den Schlüssel gelegt. Ich erinnere mich jetzt an den Kranführer, der den ganzen Tag Dünger 360 Tonnen aus unserem Schiffsbauch auf Lastwagen gekippt hat. Er hat wie mein Vater ausgesehen. Draussen ist es heiss gewesen, heiss. Mir ist es schwer ums Herz geworden.

 

13. Juni, Dienstag

Leerfahrt nach Leer in Friesland

Heute ist vielleicht ein Glückstag, wir werden es ja sehen. Ich schreibe schon früh ins Tagebuch, es ist 8.30 Uhr. Der Kapitän hat um 4 Uhr nicht los fahren können, im Fluss ist zu wenig Wasser gewesen. Um 9 Uhr hat er heute Frühstück gekocht. Um 9.30 Uhr gehe ich gehe noch schnell Ringe für die Fliegenfenster einkaufen. Ütersen liegt in Schleswig Holstein. Aber ich muss in 20 Minuten an Bord sein, wir wollen auslaufen.

Um 10 Uhr geht es endlich aus diesem Kaff Ütersen raus: Am Hafen stinkt es. Es hat auch tote Ratten im Wasser und Fliegen, man könnte direkt Salat machen. Um 10.30 Uhr hat es Tee gegeben. Der Kapitän musste rückwärts aus dem Hafen fahren, weil er so verschlickt ist und so viele Untiefen hat. Wir wollen ja nicht wieder stecken bleiben. Nun ist es diesen schmalen Fluss runter gegangen, an schönen Häusern vorbei und an weidenden Kühen Pferden, Schafen und vielen Gänsen und Enten. Um 12.30 Uhr, es ist herrliches Wetter bei c.a. 27 °, sind wir wieder auf die Elbe Richtung Nordsee. Es ist ja alles gut gegangen, wir sind nie stecken geblieben.

- bei ruhigem Wetter wunderschön

Um 13 Uhr hat es Mittagessen à la Putzi gegeben. Ich werde auf dem Schiff Putzi genannt. Das Essen hat aus Spaghetti Bolognese mit Käse und Gurkensalat bestanden. Die haben aber Hunger gehabt! Ich glaube, wenn alles reibungslos verläuft, haben meine zwei Männer auch mehr Appetit. Um 13.45 Uhr bin auf dem Sonnendeck gelegen, am "sünnele". Ich habe das erste Mal mein Badekleid anziehen können und habe versucht, ein wenig zu schlafen. Um 15.30 Uhr hat mir jemand mir vor der Sonne gestanden: Der Kapitän. Er hat Kaffee und Kuchen gewünscht. Putzi kocht. Um 16.30 Uhr ist immer noch herrliches Bilderbuchwetter. Ich bin an Deck und nähe Fliegengitter. Ich muss noch 4 Stück fertig nähen. Dabei sitze ich vorne beim Steben als Galionsfigur. Didi knipst mich wieder.
Um 18.30 Uhr habe ich Abendbrot gemacht. Es hat Tee, Brot, Käse, Fleischsalat gegeben und es war herrlich. Um 19.45 Uhr habe ich Haare gewaschen, getönt und mich geduscht.

Es ist 21 Uhr und die Sonne scheint immer noch durch das Bullauge. Es ist immer noch ein wunderschöner Abend. Wir haben noch ruhige See bei Windstärke 2 und fahren auf der Nordsee leer Schiff, Richtung Leer in Friesland. Wir werden die ganze Nacht durchfahren müssen und versuchen, so die anderen in Ütersen verlorenen Tage nachzuholen. Didi malt an Deck. Es ist einfach herrlich. Ich gehe mal nach oben nachschauen, wer am Ruder steht, ob Didi, der Steuermann, oder Heinz- Georg, der Kapitän. Einer von ihnen müsste eigentlich jetzt 3 Stunden schlafen gehen, um dann den Anderen ablösen zu können. Morgen um 9 Uhr müssen wir ja in Leer laden. Die haben dort einen Hebekran bestellt, um das Schiff zu beladen.
Um 22.30 Uhr ist der Kapitän schlafen gegangen. Er will um Mitternacht geweckt werden. Dann muss natürlich eine Kanne Kaffee gekocht sein. Bis jetzt habe ich noch das Bullauge geputzt, damit alles schön sauber ist wenn wir im Hafen ankommen. Es ist 23 Uhr geworden. Um Mitternacht bin ich noch oben im Ruderhaus. Heinz-Georg löst Didi pünktlich ab. Didi geht in die Heia.

 

 

14. Juni, Mittwoch

Noch um 1 Uhr morgens geniesse ich den schönen Mond und seinen Schein. Ich habe soeben eine Sternschnuppe gesehen. Heinz- Georg hat mich darauf aufmerksam gemacht. Der Kapitän muss aufpassen, denn soeben ist die Meldung durchgekommen, in unserem Fahrwasser treibe ein Segler, der sich verirrt hat. Der wird über Funk auf die Insel Just gelotst. Man kann dieses Manöver ganz gut hören. Hoffentlich findet er den Hafen. Heinz- Georg hat um 1.10 Uhr den Kurs gewechselt. Jetzt fängt es an zu schaukeln. Ich habe mich auf der Brücke verabschiedet und gehe schlafen. Ich bin müde.

 

Um 7.30 Uhr sind wir in Leer, einem der schönsten Ostfriesischen Städte, angekommen. Irgendjemand hat mich ausräuchern wollen. Durch mein Bullauge kommen Abgase und daher bin ich auch aufgewacht. Der Arbeiter mit dem schwimmenden Hebekran haben den Motor genau vor meinem Bullauge warmlaufen gelassen. Ich bin fast erstickt. Um 8.30 Uhr hat es Frühstück gegeben, um 9 Uhr haben die Arbeiter zu löschen angefangen. Der Zollbeamte ist um 9 Uhr gekommen und hat die Zollpapiere abgefertigt. Der Kapitän geht um 9.30 Uhr schlafen. Er war die ganze Nacht auf der Brücke. Didi passt im Laderaum auf, dass die Leute nichts kaputt machen.

Besuche bei Bekannten und Verwandten

Eine halbe Stunde später habe ich mich verabschiedet. Ich will Richard Hempel, meinen pensionierten Zahnarzt, besuchen. Sie haben für mich extra eine Gangway bereitstellen müssen, damit ich habe von Bord gehen können. Richard ist der älteste, Seemann Deutschlands und ist nun pensioniert. Er ist 86 Jahre alt. Wir nennen ihn auch Ritschie. Er ist nicht zu Hause gewesen. Die Mieterin von Ritschie’s Zahnarztpraxis sagte mir, er sei im Spital. Also habe ich mir ein Taxi genommen und bin ins Spital gefahren. Um 11 Uhr habe ich ihn dort angetroffen. Er hat gerade die Koffer gepackt, denn er ist heute entlassen worden. Als ich bei Richard zur Zimmertür rein gekommen bin, hat er mich angeguckt. Ich bin näher und näher heran gegangen, als er plötzlich sagte: „Ach, wer sind sie denn Sie?“ Dann hat er seine Brille aufgesetzt und mich erkannt. „Oh Putzi, mein liebes Putzi“ hat er gesagt. „Wo kommst Du denn her?“ Er hat vor Freude Tränen in den Augen gehabt und wurde einen Moment ganz blass. Dann hat er zu erzählen angefangen, dass er Durchblutungsstörungen im linken Bein hat. Deshalb habe er schon einen Monat hier im Krankenhaus gelegen. Ich habe ihn zum Kaffee an Bord eingeladen. Wir haben uns viel erzählt über mich, über Heinz-Georg, Didi und ihn, Ritschie. Es ist ganz interessant gewesen. Wir sind zu Fuss nach Leer auf die Pier gegangen. Dort habe ich Robert, meinen Mann, angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich eine Woche länger bleiben werde. Es sind alle Geschwister zu Hause. Alles ist okay, das freut mich.

Während der Mittagsstunden habe ich Astas Schwester Lisa, und Claus besucht. Sie sind alle gesund. Lisa hat Zeit für mich gehabt, denn in ihrem Hotel ist nicht viel los. Ich bin einen Moment lang der einzige Gast gewesen. Um 15 Uhr hat mich Claus zurück an Bord der RIA gebracht. Claudia, die Tochter des Kapitäns, ist auch auf Besuch gekommen. Sie hat frische Wäsche und Proviant gebracht. Um 17 Uhr ist Richard gekommen, um sich das neue Schiff anzusehen. Jetzt sind wir einen Moment lang die alte Crew zusammen gewesen, so wie vor 5 Jahren. Morgen werden wir um 6 Uhr auslaufen.

 

 

15. Juni, Donnerstag

Fahrt von Leer zur Schleuse Brunsbüttel

Ich bin um 7.30 Uhr aufgewacht. Es ist herrliches Wetter, die Sicht etwas diesig. Diesig bedeutet, es ist etwas neblig. Die zwei Männer sind punkt 6 Uhr ausgelaufen. Sie haben schon gefrühstückt gehabt, als ich auf die Brücke gekommen bin. Wir sind um 9.30 Uhr an der kleinen Insel Just, an Wangeooge, Langeooge und Spikerooge, Nordana und Sylt vorbei gefahren. Ich muss heute dringend eine kleine Wäsche besorgen und trocknen. Es ist wieder ein herrlicher Tag, etwas heiss. Aber das stört auf einem Frachter nicht, da der Fahrtwind weht und so die Hitze abhält.

 

Um 10.40 Uhr ist Teezeit gewesen. Eine Stunde später habe ich noch zwei Fliegennetze für die Bullaugen genäht und schon hat es geheissen: Mittagessen kochen. Der Speiseplan hat heute auf Sauceneier und Reis mit Gurkensalat gelautet. Essen hat es um 12.30 Uhr gegeben. Es hat fein geschmeckt, sagen meine zwei Männer. Putzi, das bin ich, muss nun abwaschen und dann werde ich an Deck gehen und im Liegestuhl schlafen. Und das auf der Nordsee. Der Kapitän schläft in seiner Koje, Didi ist oben auf der Brücke und passt auf. Übrigens, Didi hat von 11 Uhr bis 12.30. Uhr geschlafen.

Der Steuermann hat mich um 15.30 Uhr aufgeweckt. Sie haben Kuchen und Kaffee haben wollen. Danach bin ich in die Kombüse gestiegen, um Abendbrot für 19 Uhr zu bereiten. Der Kapitän und der Steuermann lösen sich nun alle 3 Stunden ab. Einer ist auf der Brücke, einer in der Koje. Ich lese noch ein Buch. Um 22 Uhr und koche zwei Thermoflaschen für die Nacht. Die Männer wollen oder müssen durchfahren, da sie am Montag in Holbäck löschen wollen.

Um 24 Uhr sind wir in der Schleuse Brunsbüttel. Ich habe Sonnenbrand. Das Schleusen dauert normalerweise 1/2 Stunde. Ich glaube, wenn Ich die Beiden mit Kaffee versorgt habe, gehe ich ins Bett. Um 0.30 Uhr ist für mich Feierabend.

 

 

16. Juni, Freitag

Weiterfahrt zum Ankerplatz Richtung Nordwest Hogänass, Dänemark

Wir haben um 7.30 Uhr die Schleuse in Kiel erreicht. Danach dauerte die Fahrt zum Thyssenkai das liegt nahe der Schleuse von Kiel , um dort zollfrei einzukaufen, 1 Stunde. Um 7.45 Uhr gehe ich duschen. Um 8 Uhr habe ich Frühstück gekocht. Didi hat frische Brötchen geholt. Am Abend vorher stellte ich die Proviantliste auf, damit die zwei Männer wissen, was alles fehlt. Hier ist gross eingekauft worden, da die Lebensmittel in Dänemark teuer sind. Die Rettungsinsel wird auch neu ausgestattet. Das kostet 400 Mark.
In der Zeit, während der der Kapitän und Didi das Schiff verlassen haben, muss ich auf der Brücke Wache halten.

 

Meine Aufgaben an Bord

Oben habe ich alles, das Radar, das Morsegeräte, den Echolot, die Funkanlage feucht abgewaschen. Das alles muss immer blitzsauber sein. Das Messing muss jeden 2. Tag poliert werden, die Bodenteppiche werden gesaugt und die Fliesen feucht aufgewaschen. Um 9.30 Uhr habe ich den Proviant auspacken und einräumen können. Dann habe ich Kuchen gebacken, es wird Teezeit. Tee wird auf einem Tableau auf der Brücke serviert. Meine weitere Arbeit besteht darin, das Bett des Kapitäns zu betten, meine Kammer aufzuräumen, die Küche und die Messe zu saugen, Mittagessen vorzubereiten. Um 11 Uhr bin ich fertig geworden, sitze nun auf der Brücke und geniesse jetzt 1 Stunde lang diese schöne Seereise. Es ist spiegelglatte See, wir haben klare Sicht und Sonnenschein. Seit 3 Tagen mussten wir unsere Bullaugen nicht mehr schliessen.

Mittagessen hat es um 12.30 Uhr gegeben. Dazu ist abgelöst worden. Zuerst hat Didi gegessen und er hat dann den Kapitän abgelöst. Selbst verständlich bleibe ich sitzen bis beide gegessen haben. Als ich um 13.30 Uhr fertig geworden bin mit Küche sauber machen, ist der Kapitän schlafen gegangen. Er will um halb vier geweckt werden. Dann gibt es Kaffee und Kuchen. In der Zwischenzeit gehe ich vorne zum Bug auf das Sonnendeck, nehme Kissen, Decke und Liegestuhl mit. Hier mache ich es mir gemütlich. Dazu lese ich einen Roman.

Genau um 15.30 Uhr ist Kaffeezeit. Es hat von mir gebackenen Mandelkucken mit Schlagsahne gegeben. Didi ist um 16.30 Uhr schlafen gegangen. Um 19 Uhr will er zum Abendbrot geweckt werden. Heinz-Georg und ich sind auf der Brücke und unterhalten uns. Wir haben ein ganz interessantes Gespräch über das Thema Schiffe kaufen, Kosten und Unkosten. Es ist also so, dass, wenn einer nicht dauernd von einem zum anderen Auftrag jagt, er gar nichts verdienen kann. Die Seefahrt ist wirklich ein hartes Geschäft. Und dann und wann sind die Reparaturen so gross, dass er 2 Frachten fahren muss, um die Kosten dafür zu bezahlen. Das geht in Tausende von Franken. Um 19 Uhr ist es Zeit für Abendbrot. Es besteht aus Räucherfisch, Tee, Käse, Schinken, 3-erlei Brot und Joghurt.

 

Wir sind an der Insel Langeland, Dänemark, vorbei gefahren. Dänemark ist ein Inselland. Es hat hier ungefähr 500 Inseln, viele sind bewohnt. Aber etwa 1/3tel der Inseln sind unbewohnt. 45 Minuten sind wir nun an Korsör vorbei gefahren. Da hat es viele Fähren, die den Vortritt haben. Hier werden eine Brücke und ein Tunnel über die und unter der Ostsee gebaut. Die Fundamente bestehen zum Teil bereits.

Nun ist es 21.15 Uhr. Eben klopft Heinz-Georg an und sagt, er könne nicht mehr weiterfahren. Er ist zu müde. Sie wollen an Anker gehen. Etwa um 23 Uhr soll es dann soweit sein. Der Kapitän geht noch duschen, Didi ist am Ruder. Zum Glück kann ich wieder einmal ohne Motorenlärm schlafen und die Ostsee zeigt sich auch von der besten Seite. Es ist eine schöne Abendstimmung. Die Sonne geht unter und der Mond geht auf, welch ein herrliches, wundervolles Naturschauspiel. Ich werde noch auf die Brücke gehen und mein letztes Fliegengitter fertig nähen.

30 Minuten später fahren wir bei Windstärke 4-5 immer noch Richtung Nordwest Hogänass, Dänemark. Hier soll irgendwo der Platz sein, an dem wir ankern.

Hier ist nun unruhige See, schaukeln tut es auch ziemlich stark. Es dauert noch 2 Stunden bis zum Ankerplatz. Ich glaube, ich gehe ins Bett, es ist 22.45 Uhr. Ich verabschiede mich.

 

 

17. Juni, Samstag

Schaukelei am Ankerplatz

Wir haben um 1 Uhr festgemacht, das heisst, wir haben geankert. Das Schiff hat die ganze Nacht geschaukelt. Am Morgen um 7.30 Uhr ist es mir schlecht gewesen und ich habe Kopfschmerzen gehabt. Die Windstärke hat 4-5 betragen. Ich habe kein Frühstück haben wollen. Didi hat gekocht, aber essen mochte ich nicht. Es hat die ganze Nacht geschaukelt und schaukelt nun bis c.a. um 10 Uhr weiter. Es war ein komisches Schaukeln.

Um 10.15 Uhr habe ich endlich frühstücken können, denn es ruhig geworden. Es geht wieder aufwärts. Wir haben ein unmarkiertes Fischernetz gekillt. Bald wird es schönes, herrliches Segelwetter werden und keine Schaukelei mehr. Ich sitze vorne beim Steben und schaue den vielen Ausflüglern mit ihren Segelbooten zu. Alle Leute auf den Segelbooten winken zu uns rüber. Es scheint eine friedliche Welt zu sein. Über Funk wird die MS Ria verlangt. Es ist der Makler. Ein Makler ist hier ein dänischer Schiffsbefrachter. Er will wissen, wann wir da sind.

 

Um 11.15 Uhr hat der Makler mit dem Licht von seinem Auto gemorst und uns so gezeigt, wo wir fest machen dürfen. Er hat Didi geholfen, indem er das Tau über die Poller gehängt hat. Um 11.35 Uhr ist festgemacht gewesen. Zum Mittagessen um 12.10 Uhr hat es gebratenen Fisch, Kartoffeln und Gemüse gegeben. Danach ist die ganze Crew von 13 Uhr bis 15.30 Uhr schlafen gegangen. Später soll es Kaffee geben. Das Wasser plätschert an der Bordwand empor, so als würde es unser Schiff streicheln. Ich bin um 15 Uhr erwacht und habe schnell noch etwas im Tagebuch eingetragen. Pünktlich habe ich Kaffee und Kuchen auf den Tisch gestellt. Anschliessend habe ich einen Bummel durch die Stadt unternommen. Der Kapitän und Didi sind erst um 16.30 Uhr aufgewacht. Sie haben die Schiffsglocke nicht gehört. Zusammen haben wir etwas später im Restaurant zum Krogge ein Bier getrunken. Das hat 45 Kronen gekostet.
Zurück an Bord hat es um 19 Uhr Abendbrot gegeben. Der Kapitän hat ausnahmsweise abgetrocknet. Die Männer wollten einen Film auf Englisch anschauen. Ich habe meinen Roman mit dem Titel "Das Lied der Liebe" fertig gelesen, und gehe nun zu Bett. Ich bin müde. Jetzt, um 23.20 Uhr schauen sich Didi und Heinz-Georg immer noch den Film an, das kann ich gut hören in meiner Kammer. Feierabend gibt es erst um 24 Uhr. Nun herrscht Ruhe. Das Schiff schaukelt aber nicht mehr quer See, wie beim Ankern.

 

 

18. Juni, Sonntag

Ich bin um 6.30 Uhr aufgewacht. Es schlafen alle noch. Ich kann noch nicht aufstehen, denn heute ist ja, Sonntag, da wollen alle ausschlafen. Ich drehe mich also um und versuche, noch 1 Stunde zu schlafen.

Dann bin ich um 9 Uhr aufgewacht. Auf dem Schiff ist immer noch Ruhe. Beide Männer haben noch geschlafen. Soeben habe ich Frühstück gekocht und dann um 9.30 Uhr geläutet. Der erste, der um 10 Uhr gekommen ist, war Heinz-Georg. Didi ist nicht zum Frühstück erschienen. Der dänische Kaffee schmeckt bitter. Meiner zu Hause ist besser. Heinz-Georg hat unten im Schiffsmotor eine neue Düse einbauen müssen. Das kann er nur machen, wenn der Motor still steht und abgeschaltet ist. Um 11 Uhr ist der Makler gekommen und hat gemeldet, dass der vierte Mann heute einsteige. Es ist zwar eine Frau, sie heisst Renate. Sie arbeitet aber an Deck und sieht eher aus wie ein Mann. Sie wird abends um 21 Uhr mit dem Zug in Holbäck ankommen. Bis zum Mittag habe ich die Kammer für Renate gerichtet, das Bett frisch bezogen, die Bullaugen geputzt und zwischendurch noch den Rinderbraten in den Ofen gesteckt, das Mittagessen vorbereitet. Um 13 hat es Mittagessen gegeben: Rinderbraten, Kartoffelstock, Gurkensalat und zum Dessert Schokopudding. Abwaschen habe ich müssen. Heinz-Georg hat vorne am Steben zum Wappen, das er bereits gemalt hat, noch Streifen anmalen wollen. Didi hat Kräne gemalt. Ich habe an der Sonne gelegen und es genossen, bis 15.30 Uhr nichts zu tun. Es sind viele Leute unterwegs gewesen, die sich die Schiffe am Hafen anschaut haben. Es hat hier 4 Schiffe, die alle am Montag löschen wollen. Einer kommt aus Rostock, einer aus Liberia, einer aus Deutschland und da liegt noch ein Japaner. Es gibt um 15.45 Uhr Kaffee und Kuchen.

 

Ein neuer Matrose

Es weht ein starker Wind, wir haben Windstärke 6-7. Der Japaner löscht selber, und das an einem Sonntag. Es fahren etwa 15 Lastwagen auf. Feierabend für die Männer an Bord ist um 18.30. Mein Abendbrot ist fertig, jetzt ist es 19 Uhr. Ich muss abwaschen und dann ist auch für mich Feierabend.

Renate ist 1 Stunde zu früh gekommen, nämlich um 20 Uhr. Didi ist schon unterwegs zum Bahnhof gewesen. Didi, Heinz-Georg und ich haben uns um 21 Uhr am Bahnhof treffen wollen. Um 21 Uhr habe ich Didi am Bahnhof abgeholt, nach Hause telefoniert und auch Hansrudi angerufen. Ich habe mitteilen müssen, dass ich noch später zu Hause bin. Didi und ich haben in der Stadt noch ein Bier getrunken. Das ist in Schweden sehr teuer. Eine kleine Flache kostet ungefähr 7.-- Franken. Wir sind um 23 Uhr wieder an Bord, stossen noch auf Renate an und feiern ein bisschen. Es ist lustig gewesen. Es ist so viel gelacht worden, wie schon lange nicht mehr. Um Mitternacht ist Feierabend. Wir gehen schlafen.

 

 

19. Juni, Montag

Es ist ruhig an Bord und ich glaube, nur ich alleine bin schon wach. Es ist 7.30 Uhr. An Deck haben die Hafenarbeiter schon angefangen zu löschen. Wir haben am Abend vorher noch sämtliche Lucken aufgemacht. Mein Frühstückstisch ist 8 Uhr gedeckt. Ich läute zum Essen. Aus jeder Kammer kommt einer angeschlichen. Der Letzte ist natürlich wieder der Kapitän. Ich habe dann abgewaschen und das Mittagessen vorbereitet. Nun habe ich 1 Stunde Zeit zum Einkaufen. Dann soll es los gehen nach Aarlborg, Dänemark.

Fahrt nach Aarlborg, Dänemark

Wir haben herrliche Sicht, schönes Wetter, ruhige See. 17 Stunden wird die Fahrt dauern. Als ich um 10 Uhr zurück an Bord gekommen bin, sind die alle mit Roststechen beschäftigt gewesen. Die Bordwand aussen muss neu gestrichen werden. Sie haben mich nicht kommen sehen. Nun laufen die Motoren schon, aber die Hafenarbeiter sind immer noch nicht fertig mit löschen. Ich koche Tee. Den Tee trinken wir alle gemeinsam auf der Brücke. Heute bin ich ein bisschen traurig. Ich möchte endlich wieder einmal nach Hause, zu meinem Mann und den Kindern, zur Familie. Ich möchte meine Leute sehen, meine Freunde, die Berge, mein Mobilheim, einfach nach Hause. Auch nach meinem Hund und meiner Katze habe ich Langezeit.

Um 11.30 Uhr habe ich Mittagessen gekocht. Die Betten habe ich schon gemacht. Endlich laufen wir nun aus und sind auf freier Fahrt. Bis nach Aarlborg sind es 17 Stunden. Wir werden wohl heute Nacht um 3 Uhr da sein. Um 12.30 Uhr ist das Mittagessen fertig gewesen. Nun muss ich noch abwaschen, dann habe ich frei bis um 16.30 Uhr. Ich schnappe meinen Liegestuhl und gehe vorne zum Steben zum „sünnele“. Es ist heiss, 30°, klare Sicht, ruhige See. Wir fahren ja mit leer Schiff, da ist es besser, wenn die See ruhig ist. Sonst hätten wir 260 Tonnen Wasser in 4 Tanks lenzen müsse, damit es nicht so schaukelt. Didi passt auf der Brücke auf, Renate und Heinz-Georg liegen in ihren Kojen. Renate ist Bibliothekarin. Eine Mannsfrau, die gerne als Matrose an Deck arbeitet.

Um 15.30 Uhr ist Kaffeezeit gewesen. Nun sind sie wieder alle aus ihren Verstecken hervor gekrochen. Ja, wenn Sie aber Kaffee riechen, dann kommen sie.
Das Geländer und der Reserve-Anker muss neu gestrichen werden. Didi und Renate klopfen den Rost oder die alte Farbe weg. Der Kapitän ist auf die Brücke gestanden. Er hat seine Späherluke gleich oben an der Decke geöffnet. Wenn das Schiff leer ist, kann man überhaupt nichts sehen, denn das Vorschiff liegt so hoch. So hat er auf seinen Stuhl stehen und oben raus gucken müssen. Es ist nun 16.45 Uhr, ich bin müde und gehe schlafen.

Ein zauberhafter Abend

Ich bin erst um 18.20 Uhr aufgewacht! Schnell, ich muss noch Abendbrot machen!
Heute habe ich aber ein Glück, denn Renate hat Abendbrot gemacht. In der Kombüse ist alles fertig, alles sauber. Didi ist um 19.20 Uhr schlafen gegangen. Ich habe auf die Brücke gehen und Wache schieben müssen. Der Kapitän ist duschen gegangen und um 20 Uhr wieder oben auf der Brücke. Jetzt kann ich in meine Kammer. Heinz- Georg hat mich etwas später über den Bordfunk gerufen. Er hat gemeint, ich sollte Mal hoch kommen und ein Foto knipsen. Es scheint, als geht die Sonne wahrscheinlich gar nie unter. Welch schönes Schauspiel, so etwas kann man wirklich nur auf dem Meer sehen! Wir haben auch zwei Schiffe gekreuzt, die entgegen gekommen sind. Das sind ein Russe und ein Däne gewesen. Aber sonst ist nicht viel los. Keine  Meldung über Funk, dass die MS RIA ein Funkgespräch hat. Es ist ruhige See, klare Sicht.
Wir haben einen Rundgang an Deck gemacht. Um 22.10 Uhr es ist immer noch hell, die Sonne geht langsam unter. Ich habe Fotos gemacht. Um 22.30 Uhr verschwindet die Sonne im Meer. Man merkt, dass schon bald der längste Tag ist.

 

Am 21. Juni 1968 war mir nicht so wohl zu Mute. Da habe ich Gabi durch Kaiserschnitt geboren. Es ist 22.45 Uhr geworden. Wir haben die Schallgrenze durchbrochen, denn unser Schiff läuft das erste Mal 10 Meilen. 1 Seemeile entspricht 1.850 km pro Stunde. Das passiert natürlich nur bei Leerschiff. Wir sind um 24.30 Uhr in Aarlborg eingelaufen. Es ist Vollmond, das sieht aus, wie ein grosser Feuerball. Man hat das Gefühl, dass der Mond mit uns fährt. Wir sind schon schnell gelaufen, sind 2 Stunden eher angekommen. Es ist Ruhe auf dem Schiff, alle liegen in ihren Kojen. Um 6.30 Uhr wird Tagwache sein. Normalerweise beginnen sie um 7 Uhr mit Laden. Wir laden Dünger für Ütersen in Deutschland.

 

 

20. Juni, Dienstag

Um 8 Uhr sollte eigentlich jeder zum Frühstück erscheinen. Aber Einer und Eine haben gefehlt. Das sind natürlich wieder der Kapitän, er ist ein Siebenschläfer, und Renate gewesen. Die Hafenarbeiter haben um 9 Uhr begonnen, mit einem Fliessband und mit LKW’s zu laden. Ich habe noch ein paar Besorgungen zu machen. Es ist nämlich so: Schon am Morgen habe ich dem Kapitän 1 Schuh, von zwei ungleichen Schuhen, über Bord geworfen, denn die waren zu antik. Bei einem Schuh fehlte die Hälfte der Sohle. Nun muss ich ihm wohl neue besorgen. Er hat ja sonst nur die schweren Sicherheitsschuhe. Bei den, heute herrschenden 28° ist es für die im Moment zu warm.

In der Stadt habe ich 4 Karten geschrieben, Wein eingekauft und Schuhe Grösse 46. In Sunderby hat es eine schöne Fussgängerzone. Zurück an Bord, stellt vor, hat Renate Tee gebraut gehabt. Das gibt es ja nicht. Um 12 Uhr ist das Mittagessen, Omeletten und Apfelmus, bereit gestanden. Das hat fein geschmeckt. Ich habe für 4 Personen 18 Omeletten gebacken und alle wurden aufgegessen. Um 13 Uhr haben wir auf den Makler gewartet, der unsere Zollpapiere abfertigen soll. Die Ladung hat 480 Tonnen an Gewicht. Der Makler ist da, nun können wir auslaufen.

 

Fahrt Richtung Holtenau Kiel, vorbei an der Insel Greena

Gegenüber liegt die MS Margot Schlichting, das Schiff, auf dem ich letztes Jahr im Dezember drauf war. Der Kapitän ist ein Onkel von unserem Kapitän. Ich habe mit Rolf über Funk gesprochen. „Es ist alles okay an Bord“, hat er gesagt. Es ist eine wunderbare Gegend hier. Wenn ich so aus meinem Bullauge gucke, glaube ich wirklich, frei zu sein. Es ist, wie es in den schönen Seemannsliedern besungen wird. Nun sehe ich mal nach dem Kapitän. Er ist alleine auf der Brücke. Didi und Renate spülen das Deck. Vielleicht hat der Kapitän ja einen Wunsch. Um 14.30 Uhr wünscht er sich einen feinen Kaffee. Auf Befehl, Herr Kapitän.

Nach dem Kaffee bin ich um 15.30 Uhr an der Reihe gewesen, an der Sonne zu liegen. Ich habe meinen Liegestuhl vorne beim Steben aufgestellt und für mich ein paar Schweizerlieder gesungen. Um 17.30 Uhr sei der Kapitän schlafen gegangen, hat mir Didi später gesagt. Er möchte um 18.30 Uhr aufgeweckt werden und Abendessen.

Heute hat Renate nach dem Abendbrot abgewaschen. Ab und zu hilft sie auch in der Kombüse, aber nicht gerne. Wir werden auf der kleinen dänischen Insel Greena übernachten. Bis hierher sind es von Aarlborg 5 ½ Stunden gewesen. Bis zur Insel Greena, das ist ein Nothafen, dauert die Fahrt aber noch c.a. 2 Stunden. Dann machen wir fest. Und wir werden auf einen Landgang gehen. Ich habe wieder meine obligatorische Fieberblase. Wenn ich auf der RIA bin, viel Sonne und Wind habe, bin ich dem unterworfen. Es nervt mich, denn dies hat auch weh. Ach ja, das geht auch wieder vor bei. Um 21 Uhr hat der Schiffsmotor langsam gedreht. Die Fahrtgeschwindigkeit ist gedrosselt worden. Es hat wie in einem Flugzeug getönt, bald werden die Motoren stillstehen. Die Sonne scheint immer noch, es ist c.a. 18 ° warm. Das wird eine ruhige Nacht werden.

Die kleine Insel Greena haben wir besucht. In c.a. 1/2 Stunde hat man die Insel besichtigt. Noch schnell einen Blick in den Jachthafen geworfen und schon sind wir wieder an Bord gegangen. Renate hat Bordwache. Wir haben noch einen kleinen Schlummertrunk genommen und gehen schon bald schlafen. Die MS Margot Schlichting, der deutsche Frachter, macht auch in diesem Hafen fest. Wir haben die Besatzung noch schnell begrüsst und dann ging’s ab in die Koje.

 

 

21. Juni, Mittwoch

Es ist Morgen um 5.30 Uhr. Vor 21 Jahren ungefähr um diese Zeit war ich auch schon wach. Ich befand mich aber auf der Wöchnerinnenstation des Lindenhofspitals in Bern. Ich habe damals, am längsten Tag, meine Liebe Gabriela geboren. Na ja, es war auch für mich ein langer Tag.

 

Ich bin um 6.30 Uhr aufgestanden und nach oben auf die Brücke gegangen. Ich habe mal nachsehen müssen, ob die da oben einen Wunsch haben. Aber der Kapitän ist alleine gewesen, alle anderen schlafen noch.

 

In der Seefahrt lauern viele Gefahren -

Ich halte Wache, der Kapitän muss in den Maschinenraum gehen und die Maschine schmieren. Nach 1 Viertelstunde kommt er zurück. Es ist nichts passiert. Bloss zwei Fähren, die nach Schweden, nach Malmö fahren, haben unseren Weg gekreuzt.

Um 7.30 Uhr habe ich das Frühstück gemacht und mit der Schiffsglocke geläutet. Schon ist der Rest der Mannschaft angekrochen gekommen. Ja, der Hunger treibt sie raus. Nach dem Essen habe ich abgewaschen und Kartoffeln aufgesetzt. Heute gibt es Rösti, Speck und Spiegeleier mit Eisbergsalat. Um 9.30 Uhr haben wir über Funk gehört, dass das russische Passagierschiff Maxime Gorki im hohen Norden von Norwegen auf einen Eisberg aufgelaufen ist. Der Steuermann in Vertretung wäre mit 18 Seemeilen voll daraufgedüst. 1 Seemeile beträgt ja 1852 Meter in der Stunde. Alle Passagiere seien wohlauf. Das Passagierschiff sei in der Mitte seitlich über 6 Meter vom Eisberg auf geschlitzt worden. Die haben Glück gehabt. Es werde noch ein böses Nachspiel geben, sagt unser Kapitän. Um 9.45 Uhr muss mich wohl auf der Brücke zeigen, sonst kommen die mich suchen. Wahrscheinlich glauben sie wieder ich sei über Bord gefallen.

Um 10 Uhr ist Tee gekocht worden. Das hat Renate gemacht, der Kapitän hat es ihr befohlen. Sie arbeitet gar nicht gerne in der Küche. Ich bin vorne beim  Steben , an der Sonne gesessen. Didi hat mich gefragt, ob es heute am Mittag nichts zu essen geben würde. Um 12 Uhr ist für’s Mittagessen alles bereit gewesen. Alles hat nach Pudding geschrien, die haben einen Appetit. „Es gibt erst um 15.30 Uhr Pudding“ war meine Antwort. Ich habe abgewaschen, um 13.30 Uhr Pudding gekocht. Dann habe ich mich mit Heinz-Georg über die christliche Seefahrt unterhalten. Er hat gar nicht mehr so Freude dran. Er sagt, man müsste fast Tag und Nacht fahren, damit finanziell etwas herausschaut. Bauer möchte er sein, meint er. Ich bin um 14 Uhr aufs Sonnendeck gegangen. Bis 15 Uhr habe ich Zeit, dann gibt es Kaffee und Pudding.

 

Ich bin mit dem Nebelhorn geweckt worden. So ein Aas! Ich bin fast aus meinem Badeanzug gefallen, so hat er mich erschreckt. Er hätte mich auch über Lautsprecher mit Musik wecken können, habe ich zu ihm gesagt. Es wäre ihm gar nicht in den Sinn gekommen, hat er sich entschuldigt. Na ja, es gibt „Coffeetime“.
Ich habe ins Tagebuch geschrieben und melde mich um 16 Uhr ab. Es muss ja immer abgemeldet werden, damit man weiss, wo jeder steckt. Das hilft im Notfall, wenn etwas passieren sollte. Man weiss ja nie. Ich aber weiss, wo die Rettungsanzüge und die Schwimmwesten sind.

Später am Nachmittag ist der Kapitän mit Malen beschäftigt gewesen, Renate hat das das Geländer neu gepinselt. Didi hat den Kamin gemalt und Putzi auf der Brücke aufgepasst. Es ist nicht viel zu sehen gewesen. Ein russischer Frachter scheint eine Panne zu haben. Er hat zwei rote Lichter an, und das heisst: Maschinenschaden. Er muss wahrscheinlich Hilfe von Land holen. Um 17 Uhr ist der Russe aus dem Fahrwasser hinausgefahren, ist sozusagen auf den Pannenstreifen ausgewichen. Ein Punkerboot ist längsseits des Russen gegangen. Wahrscheinlich, so hat unser Kapitän gesagt, hat er einen Ölschaden. Dies kann man mit dem Fernglas nur ganz schwierig erkennen. Vielleicht schmuggeln sie? Wir sind nun auf der Höhe der Insel Langeland. Wir brauchen noch c.a. 6 Stunden bis Kiel Holtenau. Ich muss wohl Abendbrot vor bereiten. Nun schläft der Kapitän. Renate schläft, Didi hält Wache.

 

Um 19 Uhr haben wir fertig gegessen. Ich muss noch abwaschen, dann habe ich auch Feierabend. Ich habe Langezeit nach zu Hause.

 

Die Kielerbucht und die Kieler Woche

Eine Stunde später bin ich auf der Brücke und geniesse die schöne Kielerbucht. Viele Segelschiffe hat es noch draussen auf der Ostsee. Eben hat uns ein Militärmarine-U-Boot überholt und die Stena-Line Fähre , kommt uns entgegen. Sie fährt in 16 Stunden nach Göteborg, Schweden. Wir sind in einer halben Stunde in Kiel. Schon wieder ein Stündchen näher von zu Hause. Die Sonne scheint, es ist ruhige See. Ich will

heute Abend noch versuchen, Gabriela zu erreichen um ihr viel Glück zum Geburtstag zu wünschen.

 

Um 21.30 Uhr haben wir in Thyssenqay festgemacht. Ich habe Gabi nicht erwischt. Nach dem Festmachen

gehen wir noch ein bisschen an Land. Hier findet gerade die Kieler Woche statt. Es liegen ein amerikanischer Zerstörer und von der deutschen Marine mehrere Kriegsschiffe in der Kieler Bucht. Man kann sie besichtigen. Es gibt keine Besichtigungsfahrten mit der Barkasse. Greenpeace wollte die Kielerwoche mit Protestaktionen verhindern. Um 23 Uhr sind wir zu Bett gegangen. Didi ist noch auf ein uraltes Segelschiff ausgegangen, gleich nebenan. Er hat mich mitnehmen wollen. Aber es sind alles nur junge Leute an Bord der "Jessica". Ich bleibe an Bord der RIA und gehe in meine Koje. Es ist nun kurz vor Mitternacht. Der Zoll, das heisst die schwarze Gang, beobachtet unser Schiff, ob wir viel leicht schmuggeln würden. Dann ist Feierabend, Bullaugen zu Land sind dicht. Nun herrscht Ruhe. Hier in Kiel werden viele Schiffe ausgeraubt und losgeschmissen. Es werden einfach die Tau zerschnitten und dann treibt das Schiff auf der Kieler Bucht mit der schlafenden Besatzung.

 

 

22. Juni, Donnerstag

Im Nord-Ostsee-Kanal Richtung Brunsbüttel

Wir sind um 6.30 Uhr in der Schleuse im Nord-Ostsee-Kanal in Kiel. Es geht nun 6-7 Stunden weiter, indem wir durch den Nord-Ostsee-Kanal bis Brunsbüttel fahren werden. Es ist viel zu heiss hier an Bord. Es kühlt kaum ab. Ich habe um 7 Uhr Frühstück gemacht und schlecht geschlafen. Gestern Abend haben wir zwar 2-3 Regentropfen abbekommen. Aber das ist viel zu wenig gewesen. Heute ist herrlicher Sonnenschein. Soeben haben uns c.a. 10 Schiffe passiert: "Anna Maria " aus Hamburg, "Cyndy" aus Bremen, “Calabria" aus Bilbao, "Hedwig" aus Cuxhaven, und so weiter.
Es ist 10 Uhr geworden, wir haben Kaffeezeit gehalten. Alle haben schon darauf gewartet. Das ist ja einer der wenigen Momente, in denen alle auf der Brücke sind. Nächste Woche werde ich nicht mehr bei der Mannschaft sein. Renate hat gesagt: „Wenn die nicht wissen, wo Du bist, tönt es dauernd: ‚Wo ist Putzi?’“ Ja, nächste Woche muss wohl Didi kochen, denn bei Renate gibt es nur Müsli. Die kann überhaupt nicht kochen. Dann können Sie dann nicht immer nach Bordputzi schreien. Etwas später habe ich kurz an Deck, an der Sonne, liegen können und in einem Roman "die Wolfsfallen" lesen. Er ist ziemlich spannend. Aber bald habe ich ja wieder Mittagessen kochen müssen. Eine halbe Stunde später bin ich in die Kombüse. Zum Glück ist der Boden etwas kühl, sonst würde man es hier vor Hitze kaum aushalten.

Um 13 Uhr hat es Reis, Currysauce, Koteletts und Eisbergsalat gegeben. „Hat feen smeeken“ heisst das auf Blattdeutsch. Dann hat meine Mittagsruhe begonnen und bis 15 Uhr, zur Kaffeezeit, gedauert. Hierbei hat es heute Kaffee mit dänischem Kuchen gegeben. 30 Minuten später sind wir auf der Elbe Richtung Hamburg gefahren.

 

Schwierige Manöver und Schwimmen

Wir sind über Funk vom Binnenfrachter „Odine“, einem Holländer, angerufen worden. Der Holländer möchte vor uns diesen schmalen Fluss fahren, da er weniger Tiefgang hat. Wir haben die Maschine stoppen müssen. Ich habe vorne beim Steben gesessen, im Badeanzug und habe gelesen. Der Kapitän hat mich gerufen und gesagt: „Putzi, Du kannst baden gehen“. Das liess ich mir nicht zweimal sagen. Die Motoren sind still gestanden, bis uns der Holländer überholt hat. Renate ist nach langem Überreden auch baden gekommen. Das heisst, sie hat endlich ihren Badeanzug angezogen. Sonst läuft sie ja mit Jeans und langärmligem Hemd rum. Und das bei 30°. Didi hat uns mit einem Holzfender eine Einstiegsstütze fest gebunden. So konnten wir von Bord zum Schwimmen gehen. Renate hat sich am Fender festgehalten. Sie kann nicht so gut schwimmen. Aber ich geniesse es. Obwohl es einen durch das Fahrwasser abtreibt, habe ich beinahe das ganze Schiff umschwimmen können. Didi hat mir ein Tau zugeworfen, damit ich wieder einsteigen konnte. Das war ganz toll, super. Es ist jetzt 17 Uhr. Wir fahren unseren verhängnisvollen Fluss hoch. Der Holländer hat uns überholt. Ich habe vorne am Steben aufgepasst und unsere MS RIA ist nicht stecken geblieben. Nach einem etwa halbstündigen Manöver haben wir um 18 Uhr an der Pier in Ütersen festgemacht. Diesmal habe sie beim Anlegen ein paar Beulen gemacht. Dort muss das Schiff neu gestrichen werden, aber es ist nicht schlimm. Es liegen 4 Schiffe hier und es hat nur wenig Platz, um anzulegen. Ein feines Abendbrot habe ich schon zubereitet. Das Barometer in der Küche zeigt 30°. Eine Sauna ist das.

 

Meine Bordwache

Wir haben gegessen, dann habe ich abgewaschen und später noch ein bisschen Verstecken gespielt. Das ist so gekommen: Didi ist ins Kino, Renate und Heinz-Georg sind telefonieren gegangen. Ich habe Bordwache halten müssen. Dabei höre ich Musik und über Bordfunk ein Gespräch auf Holländisch (nix verstehen). Ich habe wegen dem Zoll und dem Anliegen mit ihren Segeljachten wachen müssen. Es ist mir langweilig gewesen. Dann habe ich die zwei kurz nach 20 Uhr von der Stadt her kommen sehen und mich versteckt. Der Kapitän ist mit Renate an Bord gekommen. Das Erste, was er gefragt hat: " Wo ist Putzi?" Renate hat gesagt: „Ihre Kammertür ist zu“. Heinz-Georg fragt weiter: „Was, in ihrer Kammer und Tür zu? Das ist doch viel zu heiss da drin.“ Und dann hat Renate ihren Kommentar abgegeben: „Was die hat Bordwache und lässt das Schiff einfach offen stehen!“ Der Kapitän hat dann gemeint: „Sie hat sich bestimmt versteckt, das macht sie öfters“. Ja, und dann haben die beiden angefangen, zu suchen. Ich bin in Torbens Koje gewesen und es war ganz schön heiss in Torbens Kammer. Torben ist der Sohn vom Kapitän. Sie haben in der Rudermaschine gesucht, im Maschinenraum, im Bad, WC, im Schrank. Heinz- Georg hat in Torbens Koje geguckt, aber nur oberflächlich. Als die Beiden das ganze Schiff abgesucht haben, hat der Kapitän gesagt: „Irgendwo muss sie ja sein. Die hat doch nicht unser Schiff verlassen“. Er ist noch mal in Torbens Kammer gekommen, hat die Gardine vor dem Bett weg gezogen und siehe da, da sitzt Putzi, schweissgebadet. Denn ich habe gedacht, dass die Beiden mich sofort finden würden. Welch ein Gelächter. Typisch Putzi, hat es geheissen. 1/2 Stunde haben die mich gesucht.

 

Ich bin nun noch an Land gegangen und esse ein Eis in einer Eisdiele. Es ist ein feines Schockoladeneis und ich trinke einen feinen Irish Coffee dazu, gespendet vom Kapitän. Um 23 Uhr bin ich wieder an Bord. Didi ist noch nicht zu Hause. Der Kapitän und Renate schlafen schon. Renate ist der Schatten vom Kapitän. Überall läuft sie ihm nach. Sie will alles können, wie Didi und Didi ist daher sauer. Meistens glauben die Makler, dass ich die Frau des Kapitäns bin! Didi hat heute Morgen beim Frühstück zu mir gesagt, die Kapitänsfrau würde ihm immer befehlen. Er hat damit

nicht mich gemeint, da hab ich aber ein Glück gehabt. Und er sagt immer ja, wenn die fragen, er meint damit  die Hafenarbeiter, Zollbeamten, denn wenn der Kapitän am schlafen ist ,lässt er sich nicht stören. Das ist normal, denn auch ein Kapitän muss die vorgeschriebenen  Fahrtzeiten einhalten.  Um Mitternacht gehe ich in die Koje, was heisst, ich gehe ins Bett. Didi ist immer noch nicht da. Um 1/2 8 Uhr kommt der Zoll und um 8 Uhr soll Frühstück bereit sein.

 

 

23. Juni, Freitag

Ich habe gut geschlafen, obwohl das Wasser die ganze Nacht an der Bordwand gluckerte und bin um 7 Uhr aufgestanden. Wollte duschen ,leider war etwas verstopft ,und so viel das Duschen für heute aus.  Punkt 7.30 Uhr kommt der Zollbeamte, um unseren Zollschrank zu plombieren. Jetzt dürfen wir keine Zigaretten und keinen Alkohol herausholen.

 

Eine Stunde später ist das Frühstück bereit gestanden. Es ist mit der Schiffsglocke geläutet worden. Nach dem Frühstücken sind wir Proviant fürs Schiff einkaufen gegangen. Ich habe den Zettel bereit machen müssen, damit ich nichts vergesse. Der Hafenarbeiter auf dem Kran sieht aus, wie mein Vater früher. Er ist auch ein netter Kerl. Er hat mich heute Abend zum Nachtessen eingeladen und hat gesagt, ich hätte schöne Augen. Die würden ihn ganz verrückt machen. Na ja, ich kann nichts dafür. Ich habe sie bei meiner Geburt geschenkt gekriegt. „Ich habe halt Glück gehabt“ war meine Antwort auf sein Kompliment. „Wir sind heute Abend gar nicht mehr hier, wir laufen aus und übernachten in Cuxhaven an der Nordsee“. Es würde so kommen, wir werden um 17.30 Uhr auslaufen. Um 10.45 Uhr ist Teezeit gewesen. Danach habe ich auspacken und den Proviant eingefrieren müssen. Und schon hat um 11.15 Uhr der Nächste gefragt, wann es Mittagessen gibt.
Das ist um 12.15 Uhr serviert worden. Das Mittagessensmenü hat bestanden aus: Nudeln Hacksteak, Eisbergsalat mit Tomaten und Ei. Zum Dessert hat es Erdbeehren mit Schlagsahne gegeben. Wir haben unten in der Messe alle zusammen noch ein bisschen geplaudert. Es war ganz gemütlich. Bevor um 15.30 Uhr schon wieder Teezeit ist, will ich noch Geschenke für meine Leute einkaufen gehen. Renate und Didi müssen die Bordwand neu pinseln. Die haben sie gestern beim Einlaufen am Binnenschiff beschädigt. Die Binnenschiffe liegen tiefer, so dass ein Fender dazwischen gar nichts nützt. Als ich zurück an Bord der MS Ria gekommen bin, ist ein Wunder geschehen. Renate hat Kaffee gekocht gehabt. Kuchen ist auch schon da gewesen. So habe ich um 15.30 Uhr den Kapitän aufgeweckt und „mir hei z’Vieri gno“.

 

Fahrt von Ütersen nach Cuxhaven
Um 17.30 Uhr laufen wir aus. Heinz-Georg muss noch Wasser lenzen. Das heisst, er muss die vorderen Tanks mit Wasser füllen, damit er beim Runterfahren auf der Pinnau etwas sehen, also über den Steben gucken kann. Pinnau heisst der Fluss. Ein Schiffshorn erklingt. Es kommt ein Binnenschiff Namens "Adriaan", ein Holländer, und zwar genau in dem Moment, als wir abgelegt haben. Das heisst also: Schnell noch mal festmachen, ausweichen und den Holländer vorbeiziehen lassen. Zwei Schiffe können sich hier auf diesen Fluss nicht kreuzen. Aber der Holländer hat vergessen gehabt, sich über Funk bei uns zu melden. Und so kann schnell etwas passieren. Wir haben Glück gehabt. Abendbrot um 18.10 Uhr gibt es erst wieder auf der Elbe, wenn auch Didi steuern kann. Diesen Fluss hier, die Pinnau, steuert Heinz-Georg selbst. Es hat nämlich auch noch Segeljachten unterwegs, auch die kann man ganz schlecht sehen. Nun rauschen wir den Pinnau hinunter, vorbei an schönen mit Reet gedeckten Häusern, die gespenstisch hinter den Deich hervorgucken. Vorbei an Wiesen und Feldern, Enten, Vögeln, Kühen, Schafen, Pferden, alles zum Greifen nahe . Die Schafe im hohen Norden heissen Heidschnucken. Es ist 18.20 Uhr geworden. Heute gibt es einmal Pfefferminztee zum z'Nacht, Aufschnitt, Käse, Leberwurst, Mettwurst, verschiedene Saucen, Dreierlei Brot: Schinkenbrot, Schwarzbrot, Graubrot. Schon um 19 Uhr ist alles abgewaschen und wie immer nach jedem Löschen, habe ich Staub gesaugt, alles gefeudelt und abgestaubt. Didi und Renate müssen ihre Kammer selbst putzen. Bleiben mir noch der Salon, die Küche, die Messe, die Kapitänskammer, meine Kammer, 2 WC, 2 Duschen zum reinigen. Also, genug zu arbeiten hat es immer. Auch die Treppe zur Brücke rauf gehört in meinen Bereich.

 

Um 20.20 Uhr habe ich fertig geputzt. Danach bin ich auf die Brücke gegangen und habe den schönen Sonnenuntergang genossen. Wir sind noch bis 23 Uhr gefahren, dann haben wir in Cuxhaven festgemacht. Der liegt wie eingebettet zwischen der Nordsee und der Elbe. Cuxhaven ist auch ein Nothafen, in den man bei schlecht Wetter reinfahren kann. Um 20.30 Uhr ist ein Funkspruch von Fritz Kögen von der "Lili K", einem deutschen Frachter, gekommen. Ich kenne Fritz. Er ist ein Freund von Heinz-Georg und fährt mit Dünger nach Polen. Er hat mich grüssen lassen. Um 22 Uhr ist es langsam finster geworden. Morgen wird es nicht mehr so schönes Wetter sein. Es fängt an, zu schaukeln. Um 23 Uhr ist festgemacht. Das Schiff liegt ganz ruhig an der Lippertkoje in Cuxhaven. Der Hafenmeister wünscht über Funk eine gute Nacht. Der Spruch des Hafenmeisters lautete: „Wat er fahrt leer nach Leer“. Wir trinken zusammen noch ein Gläschen Wein zum Abschied. Es ist ja mein letzter Abend an Bord, wenn alles normal verläuft. Um Mitternacht gehen alle schlafen. Ganz ruhig ist es hier im Hafen. Ich habe sagen müssen oder können: "Ruhe vor dem Sturm“. Gute Nacht.

 

 

24. Juni, Samstag

Nordsee ist Mordsee, oder:

Die Fahrt von Cuxhaven nach Leer bei starkem Seegang ist miserabel

Es ist 4 Uhr morgens und wegen der Tide, wegen Ebbe und Flut, müssen wir schon jetzt ablegen. Sonst kann der Kapitän nicht mehr in den Hafen von Leer einfahren. Die Fahrzeit beträgt 16 Stunden in der Nordsee. Nordsee gleich Mordsee, heisst hier der Spruch der Kapitäne. Um 4.15 Uhr fängt es schon an zu schaukeln. Ich stehe auf und nehme das erste Mal meine Seereisetabletten. Dann gehe ich wieder ins Bett.

Um 5 Uhr klingelt und knallt es in meiner Kammer. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, fällt runter. Ich muss wohl aufstehen und alle Toilettenartikel ins Waschbecken legen. Um 6 Uhr schaukelt es immer mehr, wir haben Windstärke 5-6. Heute gibt es kein Frühstück. Man kann die Tassen ja nicht stehen lassen. Um 7 Uhr fegt es alles runter. Ich stehe auf, muss mich aber, um mich anzuziehen, auf die Bank setzen. Am besten gehe ich wohl barfuss. So kann ich nichts verrenken, wenn ich so wie besoffen auf die Brücke torkle. Eine halbe Stunde später bin ich auf der Brücke angekommen. Didi, der Steuermann und Heinz-Georg, der Kapitän, stehen breitbeinig oben, wie es sich für Seemänner gehört. Die Stühle liegen flach auf dem Boden. Der Kapitän spöttelt. Er sagt: "Oh Putzi, hast Du aber einen flotten Gang“. Didi holt mir eine Scheibe Brot und serviert mir den Kaffee. Ich kann die Tasse aber nicht hinstellen. Es schwabbelt alles über. Lang halte ich diese Schaukelei nicht aus. 16 Stunden sind nun doch zu lange. Um 9.30 Uhr melde ich mich ab und gehe wieder in meine Koje. Gekocht wird heute sowieso nicht. Jeder holt sich eben etwas aus den Kühlschrank. Es soll ungefähr um 15 Uhr etwas ruhiger werden. Dann werde ich versuchen, Tee zu kochen. Ich bin in meiner Koje, es ist jetzt 10 Uhr. Mal stosse ich mich oben am Kopf, mal unten an den Füssen. Das Beste ist wohl, wenn ich mich  ganz nahe an die Wand drücke und mit der Bettdecke eine Rolle mache. Ach ja, das haut hin. Der Wind hat zu genommen. Wir haben nun Windstärke 7. Eben habe ich über den Bordsprecher oben auf der Brücke angerufen. Es ist 10.45 Uhr, ich bleibe in meiner Koje. Der Kapitän wäre auch schlafen gegangen, sagt mir Didi über Funk. Didi hält Wache. Renate lässt sich heute nicht blicken. Sie wird seekrank. Zwischendurch ruft Didi hinunter und erkundigt sich, wie es mir geht. Es geht mir gut. Aber ich möchte jetzt nicht aufstehen. Es schaukelt mir viel zu stark. Und weil wir eben leer nach Leer fahren, wird das Schaukeln nicht auf hören. Das, obwohl der Kapitän die 4 Tanks im Schiffrumpf voll Wasser gepumpt hat.

Um 13 Uhr  bin ich aufgestanden, es ist ruhiger geworden. Ich habe geduscht, meine Haare gewaschen und mich fertig für heute Abend fertig gemacht. Wenn alle anderen duschen, dann ist die Dusche dauernd besetzt. Die See ist jetzt spiegelglatt. Wir werden am Abend in Emden an der Ems, in Friesland sein. Das heisst, wir werden dort sein, wenn wir ankommen wollen. Oha, um 13.15 Uhr hat der Kapitän Hunger gehabt. Er hat an meine Tür geklopft, ist rein gekommen und hat gefragt, ob Renate schon Kartoffeln schaben soll. Ich habe es ja gesagt: Wenn die Hunger haben, dann finden sie mich. „Oh, habt ihr Hunger“ habe ich gesagt. „Ihr Armen, ich mache gleich Mittagessen“. Zum Mittagessen hat es Petersilienkartoffeln, Rindsgoulasch mit Steinpilzen und Gurkensalat gegeben. Um 14 Uhr habe ich beim Abwaschen bemerkt, dass etwas mit dem Trinkwasserhahn nicht gestimmt hat. Er ist verstopft gewesen und wird erst an unserem Reiseziel repariert werden. Wir haben also kein Wasser mehr. Habe ich ein Glück, dass ich schon geduscht bin!

 

Spass muss sein

Der Kapitän ist um 15 Uhr in den Maschinenraum gestiegen. Ich bin mit gegangen, natürlich mit Ohrschutz, denn das ist Vorschrift. Ich habe noch ein paar Aufnahmen vom Maschinenraum gemacht. Über Funk ruft Heinz-Hermann unsere RIA. Sein Schiff heisst "Lili K". Ich habe ja letztes Jahr über Funk mit ihm einen grossen Spass erlebt. Er war mit seinem Schiff in der Nähe unseres Schiffes, konnte es aber noch nicht sehen. Ich sagte ihm, dass ich in einem Segelboot auf der Nordsee treiben würde und nicht mehr wüsste, wo ich mich befinde. Darauf hin hat er immer wieder, etwa 10 Mal, gefragt: „Wo bist Du? Ich kann Dich nicht sehen“. Ich habe ihm dann gesagt, es wäre eine Schweizer Segeljacht und ich könnte ihn genau sehen. Ja, dann entdeckte er plötzlich unsere MS und er kam mir auf die Schliche. Heute hat er sich natürlich gefreut, wieder meine schweizerdeutsche Stimme zu hören. So hat er es auch über Funk gesagt. Ich habe mich auch gefreut.

Um 17 Uhr hat es Erdbeeren mit Schlagsahne und Kaffee gegeben. Der Kapitän ist in die Kombüse gekommen und hat angekündigt, seine Frau Ria komme uns um 19 abholen. Sie bringe noch Gäste mit. Ich musste also noch schnell einen Kuchen backen. Das gehört sich so, wenn Gäste kommen und das Schiff anschauen wollen. Der Kuchen ist um 18 Uhr fertig, aber leider etwas schwarz geworden! Meine Koffer sind gepackt gewesen. Bald heisst es, Abschied nehmen von der geliebten Seefahrt und vom neuen Schiff, der MS RIA. Auch Heinz-Georg, Didi und Renate haben gesagt: „Immer, wenn man sich so aneinander gewöhnt hat, muss man wieder nach Hause“. Ich gehe zwar gerne nach Hause, denn hier habe ich meine Familie, meine lieben Freunde, welche mich sicher auch vermisst haben. Wir werden um 18.35 Uhr an der Schleuse in Leer sein, also in 10 Minuten.

 

Wir erwarten Freunde aber finden den Schlüssel nicht

Es hat viele Urlauber mit Segelboten hier. Nun haben wir nach der Schleuse festgemacht und erwarten den Zoll um einzuklarieren. In jedem Hafen kommen die Zollbeamten und der Hafenmeister. Alle wollen ihr Geld verdienen. Die Hafengebühr beträgt durchschnittlich 35 - 50 Mark. Um 18.45 Uhr ist der Zollbeamte da gewesen. Nun können wir weiter zum Liegeplatz fahren, wo wir Dachziegel laden müssen. Vorher darf man auch nicht von Bord gehen. Um 19.10 Uhr ist im Industriehafen von Leer, Ostriesland, festgemacht.

Ria und ihre Freunde haben schon seit 20 Minuten vor dem Tor gewartet. Das ist abgeschlossen gewesen und wir haben keinen Schlüssel gehabt, um aufzuschliessen. Didi ist an Bord zurück gekommen und hat uns gesagt, dass da nirgends ein Schlüssel aufzutreiben wäre. Also haben unser Kapitän und der Steuermann mit Leitern, die wir an Bord hatten, Ria und ihre Gäste über den 2 Meter hohen Drahtzaun mit Stacheldraht holen müssen. Angela kann gar nicht klettern. War das eine Show! Alle Autofahrer die, da vorbei gefahren sind, haben bestimmt geglaubt, sie würden einbrechen.
Wir haben um 20.20 Uhr Kaffe getrunken und Kuchen à la Putzi gegessen. Ich habe im Salon des Kapitäns aufgedeckt. Didi hat gesagt: „Putzi, Du kannst nicht nach Hause gehen, musst hier bleiben“. Dann haben alle das Schiff besichtigen wollen

und natürlich die von mir angefertigten Fliegengitter und mein Wappen, das ich für Heinz-Georg auf einer alten Seekarte vergrössert habe. Er hat es ja dann vorne am Steben durchgepaust und aufgemalt. Nach der Schiffsbesichtigung um 21.30 Uhr sind wir noch einmal im Salon zusammen gekommen und tranken noch einen Schali, einen Cognac. Später sind wir wieder über den hohen Zaun geklettert, mit Gepäck und Tasche. Sie haben noch die Rathausgasse von Leer anschauen wollen. Es ist 22 Uhr. Leer ist ein ganz schönes, sauberes Städtchen in Friesland. Es besteht aus alten, schönen Häusern mit prunkvollen Fassaden, die mit Goldschrift verziert sind. Das Hotel Europa durften wir ja nicht besuchen, da der Kapitän von seiner Schwester ein gerichtliches Hausverbot bekommen hat. Er weiss nicht genau, warum. Später haben wir in einer schönen Eisdiele noch ein Eis gegessen.

Fahrt von Leer nach Brake

Um 23.45 Uhr sind wir von Leer nach Brake in das Haus des Kapitäns abgefahren. Wir sind unterwegs nach Hause. Besser, zum zweiten zu Hause eines Kapitäns. Sein erstes Zuhause ist sein Schiff. Aber schlafen könnte er am Besten bei seiner Familie. Da müsse er nicht immer mit einem Ohr auf die Geräusche achten, die es auf einem Schiff immer gibt. Kaum ist er aber zu Hause, zieht es ihn wieder aufs Meer, hinaus in die freie Welt. Aber auch die Seeleute haben ihre Gesetze. Heinz-Georg sagt: „Für jedes Gesetz gibt es ein Gesetz“. Ja, ja das sieht alles so einfach aus: Aufs Meer hinausfahren. Aber es ist ganz schon nervenaufreibend.

 

 

25. Juni, Sonntag

Der letzte Tag auf See

Um 0.45 Uhr sind wir in Brake an gelangt. Wir gönnen uns noch einen Schlummertrunk, dann geht es ab ins Bett. Ich bin sehr müde, es ist ein anstrengender Tag gewesen.

 

Morgens bin ich um 9.30 Uhr aufgewacht und froh, dass es hier nicht schaukelt. Man kann von meinem Zimmer direkt auf die Weser sehen. Weser heisst der Fluss. Ria hat das Frühstück schon vorbereitet. Anschliessend gehen wir noch den Vater

August, und die Mutter Luise, sowie die Tante Annie des Kapitäns besuchen. Die Eltern des Kapitäns will ich unbedingt besuchen, denn dem Vater des Kapitäns und meiner Schwägerin Asta geht es nicht so gut.

 

Die Eltern haben sich über meinen Besuch sehr gefreut. Der Vater hat mit mir auch ganz lustige Sprüche geklopft. Es hat auch schon gewusst, dass wir Gert auf der MS Lüppert besucht und mit ihm gefestet haben. So schnell spricht sich das an der Küste rum. Um 12 Uhr haben sie Mittagessen wollen, also haben wir uns verabschiedet. Wir haben gesagt, dass wir am Abend, bevor ich wegfahre, noch einmal reinschauen

Würden, um Fotos von zu Hause zu zeigen. Ich habe Fotos von Mutter und Dölf dabei. August hat mir jetzt schon Tschüss gesagt, für den Fall, dass wir uns nicht mehr sehen werden. Er hat gesagt, "Eg go ins Beet". Ich habe dann zu ihm gesagt:

„Komme ich eben in Dein Bett, um mich zu verabschieden“. Er hat dann gemeint: "Eg kann nicht mehr" Ja, so war’s ja auch nicht gemeint. Aber ich habe gemerkt, dass er gar nicht so schlecht zu wege sein kann. Er hat doch ganz schnell geschaltet, oder!
Um 13 Uhr hat es bei Ria Mittagessen gegeben. Das hat herrlich geschmeckt. Der Kapitän hat um 14 Uhr seinen obligaten Mittagsschlaf gehalten. Um 16 Uhr sind wir nach Brake gefahren, um im „Weserblick“ ein Eis zu essen. Man hat dort Aussicht direkt auf die Wesen. Es ist herrlich gewesen. Zum Eis haben wir auch noch einen Sherry getrunken. Ich habe natürlich einen Coup Dänemark bestellt. Bevor wir um 17 Uhr über Land gefahren sind, haben wir noch den Porzellanladen von Angela und Werner in der Braker Fussgängerzone angeguckt. Ich habe schöne Tassen gekauft. Werner hat extra für mich am Sonntag das Geschäft geöffnet. Die Tassen mit den Untertellern heissen "Pharisäer." Die Jägerstube auf dem Lande haben wir auch besucht, ein „Alster“ getrunken. Ein Alster ist ein Alster-Bier mit Zitronensprudel.

Abends habe wir noch schnell Luise, Annie und August besucht, um auf Wiedersehen zu sagen. Lisa war mit Guido, ihrem Sohn, auch auf Besuch da. Sie ist gegenüber Heinz-Georg etwas reserviert gewesen. Bei Ria habe ich einen Kaffee

mit Heinz-Georg, Claudia und Thorben getrunken.

 

Abschied und Rückfahrt

Jetzt ist der Start nach Bremen gewesen, mit meinem schweren Gepäck. Wir sind natürlich mit dem BMW gefahren und es dauert c.a. 1 Stunde. Es ist herrlich über Land zu fahren. Es sieht aus, wie in Canada, so weit kann man gucken. Da liegen herrliche Farmen mit reetgedecken Dächern. Es ist a alles so grosszügig gebaut. Es ist herrlich, diesen schönen Sommerabend im Auto zu geniessen, ohne aufzupassen, nur mitzufahren und schauen können.

Um 22.05 Uhr sind wir am Hauptbahnhof in Bremen angekommen. Ria hat noch etwas essen wollen, aber die Zeit hat nicht mehr gereicht. Der Zug nach Basel sollte eigentlich genau um 22.29 Uhr abfahren. Aber mein Liegewagen ist noch nicht angehängt worden. Dann, um 22.35 Uhr werden 3 Liegewagen angehängt, von denen zwei nach Basel und einer nach München fahren sollen. Der wird in Hannover abgekoppelt. Mit c.a. 1 Viertelstunde Verspätung ist der Zug um 22.54 Uhr losgefahren. Ich habe meine lieben Freunde Ria und Heinz-Georg noch herzlich geküsst und dann ging’s los auf meine 10stündige Reise nach Moosseedorf.

Auch im Zug hatte ich immer noch das Gefühl, dass es schaukelt .Ich bin todmüde gewesen, habe mich aber mit zwei Männern, der eine aus Bremen, der andere aus Enschede, noch ganz gut unterhalten. Um c.a. 24.20 Uhr sind wir in unsere Betten gegangen. Jeder in seins natürlich, so wie es sich gehört. Ich habe einigermassen gut geschlafen, bin etwa 3 Mal aufgewacht. Dabei sollte ich mich eigentlich an das Rattern vom Schiff gewöhnt sein.

 

 

26. Juni, Montag

Um 6.30 Uhr ist Tagwache gewesen. Der Liegewagenschaffner ist rein gekommen und hat mir gleich meine Decke, und Kissen wegnehmen wollen. Ich habe ihm gesagt, er könne es in 5 Minuten abholen, denn ich habe mich ja zuerst anziehen müssen. Um 07.21 Uhr ist der Zug im Badischen Bahnhof eingefahren. Der Zoll ist gekommen, ich hatte, glaubte ich, nichts zu verzollen. Die zwei Männer haben für mich eine Sitzgelegenheit geschaffen und mir einen herrlichen Kaffee serviert. Den Koffer und die Tasche haben sie mir heruntergeholt. Es sind ganz tolle Kavaliere.

 

Um 7.55 Uhr haben wir den Bahnhof Basel mit einer halben Stunde Verspätung erreicht. Ich habe mich beim Umsteigen beeilen müssen, denn der nächste Zug nach Bern ist um 8 Uhr von Gleise 8 abgefahren. Ich habe mich freundlich von meinen Kavalieren verabschiedet. Es war super, so verwöhnt zu werden. Von Basel aus habe ich Robert, meinen Mann, angerufen. Er holt mich in Bern ab, hat er am Telefon gesagt. Heute geht es mir aber gut. Im Zug nach Bern habe ich mich mit einer freundlichen Frau unterhalten. Nun sind die Ankunft und die Endstation meiner dreiwöchigen See- und Bahnreise, um 9 Uhr. Ich bin zu Hause angelangt und es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Es gibt viel zu waschen und aufzuräumen. Bis um 11 Uhr habe ich verschiedene Telefonate erledigt, mich bei meinen Freunden und meiner Mutti, angemeldet.

Nun ist 26. Juni 1989, 12.20 Uhr. Es ist eine schöne Seereise gewesen. Übrigens, mein Mann und mein Hund Sambo haben mich am Bahnhof Bern empfangen. Ich freue mich schon auf die nächste Seereise, welche voraussichtlich im Herbst sein soll. Der Kapitän und seine Crew inklusive seiner Frau freuen sich jetzt schon, wenn ich wiederkomme.

 

 

  1. Dezember

Heilige Zeit. Adventszeit.

Ich bemühe mich, mein Leben zu gestalten. Jetzt kenne ich Charly. Er lebt aber noch im Arbeitsstress, hat ein Geschäft und muss zusehen, dass er etwas verdient, dass Geld herein kommt. Meistens bleibe ich auf der Strecke. Ja eben, die Heidi wartet, kocht dann, wenn er es einrichten kann. Und so geht das Leben, oder zieht das L eben an mir vorbei, ohne Wenn und Aber.

 

 

  1. Dezember

Am Morgen habe ich die Fenster geputzt und den Haushalt gemacht. Es muss alles erledigt werden. Ich bin meine Putzfrau gehe auch viel mit BIäcky hinaus. Spazieren, das lenkt von vielen Sachen ab. Ich freue mich, wenn ich Besuch bekomme, sonst ist es langweilig hier. Es gibt so kein Leben, es ist eben Winter. Alle halten sich an der

Wärme auf. In Camp ist jeweils mehr los. Da ruft immer jemand: „Hallo Heidi“, „Was machst Du?“ oder „Wie geht es Dir?“ Hier oben ist es einsam. Wenn der Taxichauffeur nicht ab und zu vorbei kommen würde, wäre es langweilig.

Ich freue mich auch darüber, mit Bläcky spazieren zu gehen. Er erheitert mir meine manchmal einsamen Tage, wenn er animiert mit seinem zu Ball spielt. Sein Auge, leider hat er ja nur noch 1 Auge, spricht für sich. Man sagt immer: wenn Blicke reden könnten. Bei einem Hund können sie. Das Gefühl, was ein Hund für einen Menschen empfindet, ist unglaublich. Ich weiss, dass Bläcky meine Tränen sieht, mein Gefühlsleben spürt. Er fängt mit seinem Ball zu spielen an, um mein Leben auf zu muntern. Er hat das grösste Gefühl für mich. Er ist der Letzte, der mich wach und munter sieht. Er ist der Erste, der mir seine Freude zeigt, wenn ich am Morgen meine Augen öffne. Er ist einfach ein Kumpel, der alles mit mir durchgemacht hat und mir immer wieder neue Kraft gibt, weiter zu leben. Ein schöner Tag ging zu Ende.

 

Meistens schaue ich am Abend fern, suche mir gezielt Sendungen aus und verbringe meine Abende so .Charly und ich haben noch zusammen gechatet und so ist der Abend vorbei gegangen: Mit 10vor10 schauen. Und schon bald gehe ich ins Bett. Ich benötige 7 Stunden Schlaf, um wieder fit zu sein.

 

 

  1. Dezember

Ich bin früh aufgestanden, aber es ging mir nicht so gut. Ich habe Kopfschmerzen und Husten. Deshalb habe ich bei meiner Ärztin Hustensirup geholt, mich nach dem Spaziergang hingelegt und mir Tee gekocht.

Es kommt manchmal schon vor, dass sich niemand bei mir meldet und mich dann das Gefühl beschleicht, alleine zu sein. Um 10.00 Uhr hat mich Charly besucht.

Ich habe kaum ein Wort heraus gebracht, ohne zu husten. Ja, und mit Bläcky muss ich zudem auch spazieren gehen. Der Charly hat Gipfeli gebracht und ist eine Stunde geblieben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Dann hat er irgendjemanden nach Bern führen müssen. Er hat ja ein Geschäft und ist viel unterwegs.

Auch meine Tochter ist zu mir auf Besuch gekommen. Sie ist mein Sonnenschein. Ich habe immer etwas zum Lachen, wenn sie vorbeikommt. So ist es eben manchmal. Ich gehe meistens mit den Hunden spazieren. Ich freue mich an meinem Hund Bläcky. Mit ihm muss, nein kann ich nach draussen. „Aer esch mis Läbeselexier“.

 

Der Kapitän, bei dem ich viele Seereisen erlebt habe, hat heute Geburtstag. Das Schiff heisst M.S. Ria. Ich habe 3mal versucht, anzurufen. Aber auf dem Schiff war niemand zu Hause.

 

 

  1. Dezember

Es geht mir wieder besser. In der Nacht ist aber der handgeschnitzte Schwinger  aus Holz runtergefallen. Ich habe nachts nichts gehört, am Morgen hat er am Boden gelegen. Ja, so passieren Dinge, die mir zu denken gegeben, Charly hat bei mir zu Mittag gegessen und es ist gemütlich gewesen. Am Nachmittag bin ich mit Bläcky und Skyri spazieren gegangen. Skyri’s Frauchen hatte mich angerufen und gefragt. Die beiden Hunde lieben sich und so ist es nie langweilig, sie haben Spass zusammen. Die Hundehalterin ist eine junge Frau mit physischen Problemen. Sie muss Tabletten nehmen. Aber sie braucht jemanden zu Reden.

 

Es ist ein wunderschöner Nachmittag gewesen. Am Abend ist der Charly  noch vorbeigekommen. Seine Besuche freuen mich immer. Wir können über alles reden und lachen. Es macht Spass, mit ihm zusammen zu sein. Er versüsst mir mein Leben, akzeptiert meinen Hund Bläcky und Bläcky akzeptiert ihn. Ich bin es schon nicht mehr gewohnt, mit einem Mann zusammen zu sein. Ist schon ein Jahr her, seit „Dölf“ nach 14 Jahren Freundschaft gestorben ist. Alle Erinnerungen an ihn sind noch da. Sein Mobilheim hat meine Tochter geerbt und ich habe alles ausgeräumt: Seine Kleider, seine Lieblingssachen. Es ist eine schwere Zeit gewesen.

Nun habe ich einen lieben Mann gefunden. Wir haben es zusammen schön. Ich muss wieder neu anfangen. Ich kann neu erleben, dass ich doch noch verehrt werde und dass das Leben weiter geht. Es ist nicht einfach. "Dölf" und ich hatten so schöne Jahre zusammen. Später dann ging alles nicht mehr, mein Leben bestand nur noch aus Pflegeleistungen. Ich half, aufzustehen, bin zum Arzt gefahren, zur Chemotherapie, zum Lungenröntgen, Wasserziehen, in die Notfallaufnahme, die Intensivstation. Wenn ich nach Hause gegangen bin, habe ich oft mitten in der Nacht wieder raus müssen. Es war einfach schlimm und ich habe ja auch Probleme bekommen: Ich habe nichts mehr gegessen. Die Leidenszeit, die ich mit ihm durchgemacht habe, ist vorbei. Meine Leidenszeit ist es aber noch nicht. Ich kann das ganze Bild nicht aus meinem Kopf streichen, ausradieren. Das bleibt drin. Wenn es trübe Tage gibt, erinnert mich immer wieder alles an ihn. Ich will weiter leben, aber ich möchte nicht, dass jemand für mich so viel Geduld, Pflege und Zeit aufbringen muss. Es soll weiter gehen, aber eben bis es nicht mehr geht. Dann ist Schluss.

 

 

  1. Dezember

In diesem Wohnquartier läuft überhaupt nichts. Ich bin pensioniert und lebe im Winter hier. Ich freue mich jeden Tag,  mit Bläcky nach draussen zu gehen. Das war ja auch meine Aufgabe. "Dölf" konnte es leider nicht mehr. Es ist ihm gut ergangen, dass er sterben konnte. Ruhe sanft! Mein "Dölf" war ein Schatz. Er hat mich verwöhnt. Diese Ära ist vorbei. Spital mein Leben geht weiter. weiter.

  1. Dezember

Der Charly ist um 8.00 Uhr mit Gipfeli gekommen. Er verwöhnt mich und hat mir auch eine rot-orange Rose geschenkt. Es weiss, dass ich Blumen über alles liebe. Ich glaube, ohne Blumen wäre es in meinem Herzen einsam und leer, hatte um 10.30 Uhr einen Auftrag, irgendjemanden ins Spital Tafers zur Arbeit zu fahren. Ich nenne diese Frau "Flundere". Sie ist eine junge Frau, aber sie ist total bequem. Die ist noch zu faul, zum Einkaufen innerhalb von Düdingen zu Fuss zu gehen. Auf diese Frau bin ich nicht eifersüchtig, ich gönne dem Charly  ,die Einnahmen ,die er mit ihr verdient .ich weiss einfach

, dass diese Frau 44 Jahre jünger ist, als ich und vier Mal am Tag das Taxi bestellt. Das sind pro Fahrt 20.-- Franken, kostet also am Tag 80.-- Franken. So viel habe ich vor 44 Jahren nicht einmal im Tage bei 8 Stunden Arbeit verdient. Daneben hatte ich einen Haushalt, 3 Kinder, Sport u.s.w. Auch am 9. Dezember ist der  Charly für diese Frau wieder viermal gefahren.

 

 

  1. Dezember

Ich bin früh aufgewacht, denn ich musste zur Kontrolle zur Ärztin. Mit geht es gut. Beim Aufwachen bin ich manchmal traurig, denn das Bett neben mir ist leer. Es ist schon so, der Mensch weiss es gar nicht zu schätzen, was er hat, wenn ein Partner da ist. Das Leben in meiner Wohnung ist gestorben. Niemand mehr da, der mir guten Tag sagt oder eben klagt, den ich trösten kann, dem ich beistehen und helfen kann. Ich habe ihm geholfen, habe alles getan, was in meiner Macht stand. Es hat nicht gereicht.

Ich habe jetzt den Charly. Bloss, da ist alles programmiert oder auch nicht. Auf jeden Fall stehe ich da in der 2. Reihe. Er hat sein Geschäft und ich meine Haushalte. Meistens erledige ich alles alleine. Am Abend bin ich alleine mit meinen Hund Bläcky, die Sorgen, die Nöte, alle erlebe ich alleine. Mein Leben ist eine Einbahnstrasse. Ich muss selber schauen, wie es weiter geht.

 

 

  1. Dezember

Heute war überhaupt nichts los. Ich bin wie immer am Sonntag alleine gewesen. Der Charly musste Fahrten unternehmen und ich habe alleine zu Hause gesessen. Das ist sein Geschäft. Ich weiss das, aber was ich nicht weiss ist, wie das weitergehen soll. Ich brauche jemanden zum Anlehnen und es ist niemand da. Unser Leben ist auf Sonntag (   Unser Leben ist auf Sonntag programmiert. Am Sonntag ist er aber meistens so müde und ausgelaugt, dass da überhaupt nichts geht.

Am Sonntag ist aber meine Tochter um 14.00 Uhr zu Besuch gekommen. Wir sind mit unseren Hunden spazieren gegangen, haben viel gelacht und uns gefreut über Dinge, über die nur wir zwei reden. Um 17.00 Uhr ist der Charly gekommen, vorher hat er noch zu tun gehabt. Wir haben dann zum Abendbrot mit meiner Tochter ein Raclette gegessen. Bei ihr isst ja niemand Käse. Zusammen haben wir so einen gemütlichen Abend, es war traut und beschaulich. Der Charly hat bei mir geschlafen. Um 6.00 Uhr muss er aufstehen und jemanden nach Tafers fahren.

So ist am 12. Dezember um 5.00 Uhr Tagwache gewesen.

 

 

  1. und 14. Dezember

Heute hat eine ehemalige Lehrtochter bei der Grossmetzgerei, bei der ich als Filialleiterin arbeitete, die Heidi, Geburtstag. Ich habe sie angerufen, doch wir haben nicht lange gesprochen. Sie hat von ihren zwei Kindern mit den Enkelkindern Besuch gehabt. 3 Tage später hat sie mich angerufen. Dann haben wir uns erzählt, was wir so alles erleben und mit unseren Männern erlebten. Ihr Mann ist auch krank. Er hat Prostata-Krebs und fühlt sich nicht mehr als vollwertigen Mann. Es ist ein Drama. Ja, so hat jedermann seine Probleme, ohne lebt niemand. Wir sind bei meinem Bruder zum obligaten Fondue eingeladen gewesen. Es war ein schöner Abend. Wir sind 8 Personen gewesen. Meine Schwester Verena ist auch Witwe und wir haben es aber immer zufrieden. Wir sind wie Könige bedient worden. Es ist immer ein Superfest. Es findet halt ohne unsere Eltern statt, die sind früh gestorben. Und es findet ohne unsere Männer statt. Meine Schwester ist seit 14 Jahren Witwe und ich bin seit 16 Monaten alleine, ohne "Dölf", er ist am 14. Oktober 2009  gestorben.

 

 

  1. Dezember

Ich bin mit meiner Tochter und ihren Kindern bei meinem Exmann eingeladen. Mein Ex hat ja eine Frau und mit ihr zusammen 3 Kinder. Es ist ein feines Nachtessen serviert worden. Wir haben viel gelacht und über alte Dinge aus unserer Ehe gesprochen. Um 21.30 Uhr bin ich aufgebrochen, um nach Hause zu gehen. Ich habe selber fahren müssen, was ich gar nicht gerne tue. Charly hat mich mit seinem Auto fahren wollen, aber ich muss es auch schaffen. Ich muss lernen, alleine unterwegs zu sein. Es macht eigentlich keinen Spass und es freut mich immer, wenn der Charly mit mir eine Autofahrt unternimmt. Das macht mein Leben lebenswert, danke.

Aber auch meine Tochter lässt jeden Tag über Chat oder das Telefon etwas von sich hören. Das freut mich und tut meinem Herzen gut. Nun warte ich auf Weihnachten hoffe, dass es eine frohe Weihnacht wird und dass es für mich so weiter geht, wie bis anhin. Mit viel Freude und viel Mut schaffe ich das. Es ist nun 1.00 Uhr und Zeit, schlafen zu gehen. Ein neuer Tag beginnt bald.

 

 

  1. Dezember

Charly und ich haben zusammen im Kerzenschein ein Filet im Teig und ein Dessert gegessen. Mit viel Freude haben wir einen schönen Tannenbaum geschmückt.

Charly war natürlich auf Pikett. Er hat um 22.00 Uhr einen Termin gehabt, um jemanden nach Hause zu bringen. Zwischendurch hat er mich angerufen und erzählt, wo er gerade unterwegs war. Dann hat er zu Hause geschlafen und auf mich hat ein langes Wochenende gewartet.

An Wochenenden ist er dauernd unterwegs. Ich weiss immer, wo er gerade ist und wer mitfährt und so geht die Zeit für mich schneller rum.

 

 

  1. Dezember

Warten auf Charly. Um 16.00 Uhr ist er da gewesen. Eigentlich hat er aber Bestellungen für da- und dorthin gehabt, also eigentlich keine Zeit für uns. So vergehen die Tage eben ohne es richtig zu geniessen. Er ist immer auf dem Sprung, nervös und besorgt, er könnte etwas verpassen.  Habe ein feines  Essen gekocht,  bei Kerzenschein gegessen Es freut mich  immer wenn  Charly ein wenig Zeit für uns hat. Auch Bläcky  hat dann grosse Luftsprünge  gemacht, als Charly die Hundeleine in die Hand nahm , und sagte .Komm Bläcky  wir gehen spazieren. Hatten einen schönen Abend  mit vielen Taxifahrten dazwischen . Das ist sein Geschäft. Seine Arbeit ist seine Existenz. Und so soll es auch bleiben .Um 22 Uhr hat er sich verabschiedet .Die Arbeit ruft.

  1. Dez.

Bin früh aufgewacht und mit Bläcky spazieren gegangen .Es hat ein bisschen  geschneit und Bläcky hat sich sehr gefreut ,denn  er liebt Schnee, habe ein schönes Foto von Ihm gemacht ,und als ich nach Hause kam ,war meine Tochter mit ihren beiden Hunden da ,und hat mich überrascht .Haben einen feinen Kaffe zusammen getrunken ,und die feinen Gipfeli dazu  gegessen .Sie musste dann wieder nach Hause, hatte noch eine Einladung .Um 15.00 Uhr ist Charly gekommen. Hatte noch weitere Aufträge für Nachmittag .Haben etwas kleines gegessen ,und schon bald gingen seine  Taxifahrten wieder los. Es war ja schlechtes Wetter  und niemand wollte zu Fuss unterwegs sein. Bin dann noch in den Cämp  mit Bläcky habe noch Freunde getroffen .Am Abend noch eine schönen Film angeschaut, mit meinem Schatz  telefoniert , einige Male ,und dann  früh Schlafen gegangen.

27 Dezember

Heute hat mich eine Freundin überrascht  Rosemarie . Sie wollte mit mir spazieren gehen .Bläcky , kennt diese Frau sehr gut, sie kommt mich auch ab und zu in meinem Cämp besuchen. Im Sommer,  Sie lebt auch alleine habe ihren verstorbenen Mann gut gekannt. Wir haben es ausgekostet, denn an diesem Tag, war es nicht so kalt. Als wir wieder bei mir zu Hause waren, haben wir zusammen noch einen feinen Kaffe getrunken .Um 12 Uhr ist Charly gekommen, ausgeschlafen hatte er aber nicht .er wurde um 09,00 Uhr aufgeweckt um  3 Personen nach Bern zum Hauptbahnhof zu fahren. So haben wir zwei noch etwas nach geschlafen  ,denn am Abend hatte er schon  wieder Bestellungen.---Rolf und Mercedes ein  Cämper Nachbar  hat von der Domenikanischen  Repuplik angerufen und uns ein gutes Jahr 2o11 gewünscht ,hat mich sehr gefreut .

 

28.Dezember

Musste mit Bläcky zum Tierarzt. Er hat Schmerzen an seinem , schon fast blinden Auge manchmal weiss ich auch nicht ,was ich machen soll .Ob er Schmerzen hat ,oder einfach nicht zurecht kommt  ,mit seiner Blindheit ,der Arzt hat zu mir gesagt ,dass ich das selber wissen muss ,ob ich das alles noch schaffen kann ,mit Ihm. Ja das ist schwierig. Es gibt immer  Lichtblicke wo ich denke  ,das schaffe ich .wer aber sagt mir ,was richtig ist. Charly war schnell da   ,er hatte jemand zum fahren ,der krank ist und in ein betreutes Heim gefahren werden musste. Ein Auftrag von einer Gemeinde. So war er beschäftigt und ich mit meinen Problemen mit Bläcky alleine.

War kein guter Tag, mein Schatz ist dann am späten Abend vorbei  gekommen, konnte noch ein bisschen erzählen ,was mich so sehr bewegte ,und bedrückte .und so konnte ich ruhig schlafen gehen.

 

29.Dezember 

Habe schlecht geschlafen ,hatte Alpträume. Es hat ja dauernd jemand bei mir geklingelt ,und das ging meistens so um 23.00 Uhr los .So  war es auch wieder in dieser Nacht ,ich war schon am Schlafen ,als es losging .Ich weiss ja nicht ,oder vermute wer das sein könnte .Bläcky hat gebellt wie er das immer macht, wenn jemand klingelt, aber mitten in der Nacht ,das  macht  schon Angst .Habe es der der Hausverwaltug gemeldet, die konnten auch nichts tun .Ja ich war schon am überlegen , ob ich da ausziehen soll.

Es war und ist eine Belastung ,deshalb hatte ich auch meine Alpträume. Hoffe, dass nun Ruhe einkehrt in mein sonst so geregelten Leben. Habe heute etwas  feines  gekocht  und mit Charly darüber gesprochen. Und so einen schönen Abend  verbracht.Noch ein bisschen erzählen ,und das hat mir meinen Tag doch noch versüsst.

 

  1. Dezember

Freue mich auf heute morgen habe abgemacht mit einer Freundin zu spazieren .Wollten schon lange einmal ins Oberried spazieren war ein ganz schöner Tag. Hatten viel zu erzählen Sie hätte Freude ,wenn ich in den Trachtenverein kommen würde .Wer weiss vielleicht ,mache ich das ,denn es bereitet mir grosse Freude ,zu singen und tanzen .im neuen Jahr. Um 12.15 Uhr waren wir wiede ,in meiner Wohnung . Habe einen feinen Kaffe serviert, noch über meinen Cämp  gesprochen. Rosmarie besucht mich immer im Heidiland .Charly ist zum Mittagessen gekommen. Sind noch mit Bläcky in den Wald gegangen ,um Ihn noch ein bisschen zu beschäftigen .Er ist ja blind ,und  das ist sehr traurig.--- Charly hatte noch Termine, und so ging mein Tag zu Ende. Fernsehen das gefällt mir .Ich suche mir einen schönen ,Liebesfilm oder Bergfilme ,Naturfilme ,einfach solche Filme die zu einer Adelheid-Heidi passen .Ein ganz schöner Tag geht zu Ende,

 

31, Dezember

Silvester,  Charly hat mir eine Nachricht geschrieben ,dass er erst um 05.00 ins Bett gegangen ist. Das ist ja klar , jetzt braucht er ,Ruhe . Zuerst mal mit Bläcky raus, und dann einkaufen .Habe mir vorgenommen ein Schweinsfilet im Teig zu servieren. Am Abend  ,denn wir müssen unser Abendessen etwas eher einnehmen. Denn seine Kundschaft will heute Abend gefahren werden.--- Charly ist dann um 16.00 Uhr auf Besuch gekommen .Ausgeschlafen ,und ausgeruht. Haben einen feinen Apero getrunken, Orangenaft ,wie es sich gehört ,für einen Taxifahrer ohne Alkohol .Um 18.00 Uhr mein fein zubereitetes ,Filet im Teig mit Beilagen gegessen .Zum Dessert Fruchtsalat mit Schlagrahm, Einen feinen Espresso ,und schon musste mein Schatz auf die Reise fahren ,Fahrgäste von A nach B  bringen .Haben uns verabschiedet und sind den ganzen Abend in Verbindung geblieben .Ich weiss immer wo er gerade fährt . Ab 23.15 Uhr hat mein Natel  ,dauernd geklingelt .habe liebe Grüsse aus  BRD die Kapitänsfamilie ,Rolf und Mercedes ,Dominikanische  Rep.  Meine Bruder und Elfinesh aus Ätjopien .Geschwister aus der Schweiz ,und auch von Charly bekommen .Da kann ja alles nur gut beginnen ,das neue Jahr. Mit einem Glas Champagner  per telefon angestossen  ,der Klang reichte fast bis zu Charly ,ins neue Jahr  .PROSIT NEUJAHR .

 

Samstag, 1. Januar 2011

Eigentlich bin ich ganz gut erwacht. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky in den Wald spazieren gegangen. Ich wusste ja, dass Charly erst um 15 Uhr auftauchen würde. Sonntag ist für mich eigentlich der freie Tag, aber es ist Neujahr gewesen und daher hat er noch Bestellungen erhalten. Als er gekommen ist, bin ich noch mit einer Freundin im Wald gewesen. Wir haben es uns gemütlich gemacht. Um 19 Uhr, kurz nach dem feinen Fondue Chinoise, hat er wieder eine Bestellung ausgeführt. Ich habe noch ein paar Anrufe von ihm bekommen und der Abend war gelaufen.

Im Fernsehen habe ich einen schönen Film geschaut und bin dann früh ins Bett gegangen. Vorher habe ich mit Bläcky noch eine Runde gedreht. Dabei habe ich um 23 Uhr noch Freunde, die eigentlich Nachbarn sind, getroffen und ihnen ein gutes neues Jahr gewünscht. Schliesslich habe ich noch mit Charly telefoniert, bevor Feierabend gewesen ist .Ich wollte früh schlafen gehen, War sehr müede  ,früh ist für mich  01.00 Uhr .Morgen scheint so hoffe ich ,für mich auch die Sonne ,ein paar Sonnenstrahlen können mein Herz erwärmen .

 

 

Sonntag, 2. Januar 2011

Heute ist immer noch ein freier Tag. Charly hat auf Facebook geschrieben, dass er um 2.10 Uhr zu Bett gegangen ist.

Am Morgen bin ich mit Bläcky in den Wald spaziert. Als ich vom Spaziergang zurückgekommen bin, ist meine Tochter mit den Hunden Wasco und Dana bei mir gewesen. Wir sind noch eine Runde gegangen und haben dann Kaffee getrunken. Meine Tochter und ich haben zusammen ja viel erlebt. Wir haben viel über Dinge von früher lachen müssen. Es ging mal rauf und mal runter.

Meine Tochter ist um 14 Uh nach Hause gefahren. Schon bald danach ist Charly angekommen. Ich habe mich auch über seinen Besuch gefreut und um 18 Uhr das Nachtessen gekocht. Wir haben zusammen gegessen. Später haben wir noch einen schönen Film geschaut und sind früh ins Huli-Bett. Charly musste  morgen um 06.oo Uhr jemanden fahren, so dass früh Tagwache sein wird.

 

Montag, 3. Januar 2011,

Ich habe mit Bläcky zum Tierarzt gehen müssen. Das ist immer eine ganz nervöse Sache. Ich bringe ihn kaum zum Auto heraus, denn er weiss ganz genau, was da passiert. Ich muss ihm vermehrt Tropfen ins Auge geben. Die Prognose lautet stets, dass man nichts machen könne. Dass ich schauen, wie es mir dabei geht, ohne dass ich selber darunter leide. All die Tage und Monate geht es auch mir schlecht, denn es wurde immer schlimmer. Ja, dieser Tag war zum Heulen, denn man ist so machtlos. Noch sieht er mit einem Augen etwas, aber wie lange noch? Charly ist auch traurig gewesen. Wir sind spazieren gegangen und haben unseren Bläcky begleitet. Ein feines Essen gekocht   ,Spagett mit Sauce Bolognaise. Charly hat den Salat zubereitet   ,mit französischer Sauce. Das Wunschkonzert von Radio Fribourg  ,ist immer etwas besonderes, Haben ein Lied von Roger Wittacker gewünscht, Albanie . Früh zu Bett gegangen. Charly hatte eine Fahrt um 06 10 Uhr zum Bahnhof .schlafet guet

 

Dienstag, 4. Januar 2011,

Ich bin heute früh aufgewacht. Bläcky hat sein Geschäft machen  und dringend nach draussen gehen müssen. Er hat an der Haustür irgendetwas gehört. Es muss wieder die „Stalkerin“ gewesen sein. Sie muss auf die Türklinke gedrückt haben. Das war um 7.30 Uhr.

Dann, um 8.30 Uhr, hat sie mich angerufen und gemeint, sie müsste einkaufen und es gehe ihr ganz schlecht. Ich aber habe einen Termin bei der Chinesin wahrnehmen müssen, hatte also selber etwas los. Es geht immer alles auf die Mittleids Tour.

Am Nachmittag sind wir, Charly, Bläcky und ich zusammen ausgeflogen, um unsere Ruhe zu haben. Denn kaum ist Charly bei mir angekommen, ist die „Stalkerin“ schon wieder vor der Tür gestanden und hat hinein kommen wollen. Nach dem feinen Nachtessen ist Charly nach Hause gefahren. Für den nächsten Tag hat er schon 2 Aufträge gehabt. Den einen um 6.10 Uhr, den zweiten von jemandem, der mit dem Zug von Bern nach Kloten reisen wollte. Ja, so hat er immer zu tun. Ich bin froh, denn Taxifahren ist sein Leben. Heute ist ein schöner Tag gewesen. Das Theater von der

„Stalkerin“ ist ja nicht neu. Ich hoffe sehr, es möge einmal aufhören. Ich habe noch 10 vor 10 geschaut. Das gehört dazu. Ich bin noch mit Bläcky raus gegangen und dann ins Bett. Guet Nacht.

 

Mittwoch, 5. Januar 2011,

Ich habe den Plan gehabt, heute die Vorbereitungen für den Geburtstag von Charly zu organisieren. Das ist morgen, am 6. Januar. Aber leider bin ich heute Morgen von

Kopfschmerzen geplagt worden. Das Wetter ist im Moment nicht stabil. Deshalb bin ich um 8.30 Uhr nach dem Spazieren noch einmal ins Bett geschlüpft und habe eine Tablette genommen. Um 9.30 Uhr bin ich dann aufgestanden und der Schmerz ist wie weggeblasen gewesen. Es ist alles okay, die Vorbereitung für Charlys Fest können beginnen.

Dafür habe ich eine ehemalige Lehrtochter von mir aufgesucht. Sie besitzt eine Käserei im Dorf und bereitet für mich die schönsten Fleisch- und Käseplatten zu. Dort habe ich alles bestellt und natürlich auch Königskuchen, Dreikönigskuchen, für Charly. Er ist etwas später angekommen, nämlich um 12.30 Uhr. Zum Mittagessen hat es Spaghetti-Bolognese und einen feinen grünen Salat gegeben. Am Nachmittag, nach dem Gassigehen mit Bläcky, bin ich noch einmal ins Bett gekrochen, denn der Druck im Kopf ist nicht völlig gewichen. Es hat dann angefangen zu schneien. Das ist eine Traumlandschaft gewesen, als ich aufgewacht bin. So war es herrlich, mit Bläcky raus zu gehen. Charly hat Fahrten durchführen müssen und ich habe es mir gemütlich gemacht. Morgen ist ein neuer Tag, ich freue mich.

 

Donnerstag, 6. Januar 2011,

Charly ist zum Frühstück gekommen und hat Gipfeli gebracht. Seinen Geburtstag haben wir nicht so, wie ich mir das gewohnt bin, feiern können. Wir sind ab und zu bei unserer Feier unterbrochen worden. Er muss eben noch arbeiten und ist sehr pflichtbewusst. Zu einem feinen Mittagessen hat es aber trotzdem gereicht. Das Menü, das ich gekocht habe, hat aus Schweinebraten mit Kartoffelstock bestanden. Es hat herrlich geschmeckt. Dann hat es zum Kaffee Kuchen gegeben. Ich habe Charly ein Handy zu Geburtstag geschenkt.

Vom Königskuchen habe ich auch ein Stück gegessen und den „König“ gefunden. Also bin ich Königin gewesen und Charly ist das Geburtstagskind. Es war ein schöner Tag und zudem ist meine Tochter vorbei gekommen. Wir haben mit alkoholfreiem Sekt angestossen, da ja Charly noch Taxi fahren musste. Den Abend habe ich alleine verbracht doch habe ich einen sehr schönen Tag mit Familie und Charly erlebt.

 

 Freitag, 7. Januar 2011

Es ist ein sehr strenger Tag gewesen. Charly hat in der Nacht nach seinem Geburtstag viel zu tun gehabt. Ich habe nur zwischendurch mal etwas von ihm gehört oder gesehen.

 

 Samstag 8. Januar 2011

Charly ist um 15 Uhr zu mir gekommen. Ich habe ihn über unsere Nummer per Handy geweckt. Meine Tochter hat mir am Morgen mit feinen Gipfeli zum Frühstück noch eine Freude bereitet und wir sind auch mit unseren Hunden spazieren gegangen. Es lag ja viel Schnee und das lieben unsere Hunde.

Nachdem Charly angekommen ist, haben wir fein gekocht und mit Freude gegessen. Wir sind mit Bläcky spazieren gegangen und haben den Samstagnachmittag so richtig genossen. Am Abend ging es dann wieder  los, mit Bestellungen. Er ist gefahren bis Sonntagmorgen um 04 15  Uhr das wusste ich auch .Dann wird er auch erst am späten Nachmittag bei mir eintreffen.

 

Sonntag 9, Januar 2011

Der Morgen war langweilig, das warten auf Charly ist schon etwas  krippelig .Ich weiss ja immer ,dass er gut zu Hause angekommen ist ,Das freut mich auch ,aber ich kann nichts unternehmen .Freue mich ,wenn der Frühling kommt ,dann kann ich wieder in mein Heidiland gehen ,dahin wo ich eigentlich zu Hause bin .Meistens kommt er um 15.00 zu mir auf Besuch, oder später ,dann ist der Tag schon zur Hälfte vorbei. Er muss aber auch schlafen und die Ruhezeiten einhalten. Wir haben ja unter der Woche auch schöne Stunden ,wenn er gerade nichts zu tun hat ,die zählen dann doppelt .An diesem Tag wurde es etwas Später ,da haben wir unser obligates Fondue schon um 18.oo gekocht ,und den Abend  bei schöner Musik ,Wunschkonzert Fribourg ,und für uns das Seemannslied  von Freddy Quinn gewünscht .Es war ein gemütlicher Abend.

 

Montag, 10. Januar 2011,

Letzte Nacht hat Charly bei mir geschlafen. Er hat aber früh aus dem Bett müssen, denn er hat um 6 Uhr eine Bestellung erledigt. Ich habe bis um 8 Uhr weiter geschlafen, bin dann mit Bläcky raus gegangen und habe ein schönes Foto gemacht. Charly ist um 12 Uhr zum Mittagessen gekommen. Dann hat er um 13.15 Uhr wieder mit dieser "Stalkerin" abfahren müssen, die mich nicht in Ruhe lässt. Sie ruft mich an, sie will bei mir waschen, will bei mir Essen, will mit mir einkaufen. Ich halte das kaum noch aus.

Am Nachmittag habe ich ganz lieben Besuch von Camperfreunden bekommen, das war aber eine Ueberrschaung! Und so gibt es immer Lichtblicke in meinem Leben, die mich aufstellen, mir Freude bereiten. Das sind beispielsweise gern gesehene Gäste. Mein Schatz ist dann um 18 Uhr zum Nachtessen gekommen. Danach hat er sich verabschiedet, um noch eine Kundin ins Altersheim zu fahren. Und danach ist er in seine Wohnung zurückgekehrt, um zu schlafen. Wir haben einander noch eine gute Nacht gewünscht.

 

Dienstag, 11. Januar 2011

Um 5 Uhr habe ich den Taxifahrer aufgeweckt, weil er einen Gast hat fahren müssen. Der Camper, der sich am Fuss verletzte, braucht jeden morgen das Taxi. Nach dieser Fahrt ist Charly noch einmal ins Bett geschlüpft. Bis um 11 Uhr habe ich nichts von ihm gehört. Ich habe Angst gekriegt, es sei ihm etwas passiert, denn das ist eigentlich nicht üblich. Ich habe ihn auf der offiziellen Taxinummer angerufen, auf der 2. Nummer auch und schliesslich auf unserer privaten Nummer. Nach etwa 6 Versuchen, ihn zu erreichen, ist er dann erwacht und hat gesagt, dass er vom Wochenende Nachholbedarf gehabt habe. Ich begreife das auch, bin aber sehr nervös gewesen.

Wir haben dann, nachdem Charly die „Stalkerin“ gefahren hatte, zu Mittag gegessen. Sie hat mir am Morgen eine SMS geschickt und gefragt, ob ich sie zum Einkaufen fahren würde, was ich ablehnte. Denn ich bin doch kein Taxi und mag ihre Jammerei gar nicht mehr anhören. Ich hoffe, dass diese Belästigungen endlich aufhören. Anderenfalls muss ich das bei Frau Scheuner melden -. Charly hat um 14.30 Uhr einen Termin gehabt. Er hat eine Dame vom Altersheim in die Therapie fahren müssen. Das ist eine herzliche, ältere Dame. Ich liebe sie und sie mag mich auch. Ich habe sie auch schon aushilfsweise zur Therapie gefahren, weil Charly unterwegs mit einem anderen Gast nach Fribourg unterwegs gewesen ist.

Am Abend haben wir fein gegessen und Charly ist früh nach Hause. Und bei mir ist wieder geklopft und geklingelt, telefoniert und gesimslet worden. Die „Stalkerin“ war wieder zu Hause. Das Theater ist wieder losgegangen. Augen zu, Türen zu, Ohren zu, heute habe ich nichts gehört.

Später habe ich mit Charly telefoniert und ihm gute Nacht gewünscht. Morgen ist ein neuer Tag und ich hoffe, es wird einer ohne Theater, mit der Stalkerin . Ich bin froh, dass ich jemanden habe, mit dem ich darüber reden kann. Und das ist Charly. Ich freue mich, ins Bett zu gehen. Ich habe die Klingel ausgehängt, Ruhe ist eingekehrt. Schlafet guet.

 

Mittwoch, 12. Januar 2011

Ich habe meinen Schatz geweckt. Er hat einen Termin bei der Ärztin gehabt. Es war eisig kalt. Am Abend zuvor war er mit dem Taxi unterwegs. Er hat das Auto abgestellt und das Auto ist auf dem Eis gerutscht. Er hat hinein springen und die Handbremse ziehen müssen. Dabei quetschte er sich eine Brustrippe und konnte nicht mehr atmen. So mussten wir etwas unternehmen. Ich schlug ihm vor, ins Spital zu gehen, um den Brustkasten zu röntgen. So machten wir es. Zum Glück ist keine Rippe gebrochen. Aber das Atmen bereitete ihm Mühe. Später dann haben wir gefrühstückt und ich war froh, dass er noch hat Taxi fahren kann. Er hat ja am späten Morgen noch Termine gehabt. Die hat er dann erledigt. Um 12.30 Uhr hat es ein feines Mittagessen gegeben, nämlich Pommes-Frites mit einem feinen Schweinsplätzli. Schni-po heisst das. Es musste ja etwas schnell gehen. Er hat Probleme mit seinem Taxi-Auto gehabt und die Garage aufsuchen müssen. Es ist etwas mit seinen Bremsbelägen nicht in Ordnung gewesen.

Um 18.30 Uhr haben wir Abendbrot gegessen. Wir sind beide Fix und Foxi gewesen. Charly ist nach Hause gefahren und ich habe mich schön in meinem Bett eingekuschelt. Bläcky aber hat noch einmal nach draussen gewollt. Ich habe das gemacht. Gute Nacht.

 

Donnerstag, 13. Januar 2011

Charly hat angerufen. Er hat Schmerzen gehabt. Das glaube ich auch. Wenn er ja nicht selbst der Chef wäre, würde er jetzt auf Unfall machen. Das geht aber nicht, wenn man selbständig ist. Es hat gehen müssen. Wir haben es mit Wickel und Salben probiert. Und siehe da, es ging besser. Er hat heute einem jungen Mann Kleider und Geld von seinen Eltern in die Psychiatrie bringen müssen. Dort ist er wegen Alkohol- und Dorgenexszesses. Die Strecke führt ziemlich weit weg von meinem und Charlys Zuhause. So ist Charly 2 ½ Stunden unterwegs gewesen. Dies ist von den Eltern beglichen worden. Um 13.30 Uhr haben wir essen können und schon hat Charlys Telefon geklingelt. Es hat jemand von A nach B gefahren werden wollen. Um 14.15 Uhr ist er wieder unterwegs gewesen. Um 15.15 Uhr hat er eine Frau nach Tafers zur Arbeit in ein Altersheim gebracht, die er um 20.15 Uhr von dort wieder nach Fribourg, nach Hause, fahren musste. Unser Tag war gelaufen. Sein Geschäft floriert und ich bin am Abend wieder einmal alleine. Zum Glück weiss ich aber immer etwas zu werkeln. Ich weiss, was zu reparieren ist, zu putzen, gehe mit Bläcky raus aus dem Haus, in dem es manchmal ganz einsam ist, da noch alle arbeiten. In der Tagesschau habe ich mich noch über das Tagesgeschehen informiert und einen schönen Film geschaut, der gut für mein Herz ist, also keine Schiessereien. Auch mit Bläcky bin ich noch raus und dann früh zu Bett gegangen. Ich bin müde gewesen und froh, meine Ruhe zu haben.

 

Freitag, 14. Januar 2011

Ja, am Freitag ist immer viel los. Ich muss fürs Wochenende einkaufen. Und meistens muss ich das alleine besorgen, denn Charly hat seine bezahlenden Fahrgäste. Das sind

meistens Frauen, die ihn buchen: Zum einkaufen, um auf der Bank Geld zu holen, damit

sie alles bezahlen können, wenn es stimmt. Ich schaffe das alleine, selten zu zweit mit Charly. Denn die anderen gehen vor. Einkäufe in die Wohnung hoch tragen und was sonst noch alles dazu gehört, wenn man einkauft, schaffe ich meistens alleine. Ich wurde schon vor dem Einkaufsgeschäft stehen gelassen wegen einer solchen wegen einer solchen Frau .Die haben kein Geld, aber für das Taxi reicht es meistens . Wir waren zusammen beim Einkaufen, als diese Frau angerufen hat. Charly fuhr weg, um ihr zu helfen. Ach ja, ich weiss doch, wo es lang geht. Ich kann alles auch selbst hoch tragen , bin nur etwas 30 Jahre älter, als jene, denen er alles vor die Haustür bringt, oder gar in die Wohnung.  Ich habe mir einen schönen Freitagabend beschert. Meine Gedanken sind bei einem schönen Film aus Schweden gewesen.

 

Samstag, 15. Januar 2011

Bis mittags um 12 Uhr habe ich nichts von Charly gehört. Ich bin mit einer Freundin und mit Bläcky spazieren gegangen. Für mich ist es ein wunderbarer Morgen gewesen. Ich

habe mit jemandem reden können, denn zum Reden komme ich schon lange nicht mehr. Zum Glück versteht mein Hund Bläcky meine Sprache. Er fühlt, wenn Mami traurig ist. Er ist immer ganz nahe bei mir, so als hätte er Angst, dass ich ihn verlassen würde. Um 12 Uhr sind wir wieder zu Hause gewesen, haben einen feinen Apero getrunken. Meine Freundin ist nach Hause gegangen und ich habe, wie immer, auf Charly gewartet. Er ist um 15 Uhr gekommen .Haben fein gegessen. Mit meinem Hund Bläcky noch einen schönen Spaziergang gemacht. Charly war müde von der Fahrerei Dann hatte er wieder eine  junge Familie ins nächste Dorf zu fahren, und am Abend wieder nach Hause zu bringen. Es war sehr eisig und kalt draussen ,und gefährlich zu fahren. Es hat noch gereicht für ein feines Nachtessen, dann kamen viele Bestellungen rein .Er ist den ganzen Abend gefahren ,hat mit mir telefoniert ,und ab und zu lustige Geschichten erzählt .Um 24.35 Uhr ,habe ich das letzte Mal ,mit Ihm telefoniert Und  gute Fahrten gewünscht .

 

Sonntag, 16. Januar 2011

Mit Bläcky bin ich schon spazieren gegangen. Es ist ein wunderbarer Morgen gewesen. Es hat geschneit. Bläcky hat daran seinen Spass gehabt. Er ist herumgehüpft wie ein junges Fohlen. Er hat sich gedreht und so richtig Freude gezeigt, dass wir draussen gewesen sind. Ich habe noch eine Frau getroffen, die auch mit ihrem Hund unterwegs gewesen ist. Es hat richtig Spass gemacht. Als ich zurückgekommen bin, hat die „Stalkerin“ wieder angerufen und gefragt, ob ich sie nach Laupen zur Arbeit fahren könnte. Charly würde das Telefon nicht abnehmen. Dabei weiss sie genau, dass er am Sonntag frei hat und ich auch. Ich will in Ruhe gelassen werden. Ich habe abgelehnt. - Sie hat doch ein Abo und kann mit dem Zug fahren.

Um 14 Uhr hat Charly angerufen und mitgeteilt, er würde jetzt dann gleich kommen. Gleich, das ist um 16 Uhr gewesen, der Tag, der freie Sonntag so schon fast vorüber. Wir haben es zusammen ganz schön gehabt und uns den Tag mit einem feinen Nachtessen versüsst, das Wunschkonzert gehört und auch einen Musikwunsch von Semino Rossi durchgegeben: „Rot, rot blühen die Rosen“. Ich gehe spät ins Bett, denn Charly muss um 5 Uhr aufstehen und den Camper fahren. Es ist ein richtig schöner Abend gewesen, an dem wir viel gelacht und auch ein Gläschen Wein getrunken haben.

 

Montag, 17. Januar 2011

Ich bin früh aufgestanden. Zusammen haben wir Kaffee getrunken und dann bin ich auch noch mit Bläcky raus. Danach habe ich noch einmal ins Bett schlüpfen und weiterschlafen können. Um 8.30 Uhr bin ich aufgeweckt worden. Charly hat Gipfeli und eine Orchidee gebracht. Darüber habe ich mich riesig gefreut, denn ich liebe Orchideen. Und bei mir wachsen und blühen sie das ganze Jahr über. Meine Tochter hat mich noch besucht. Sie ist bis um 16 Uhr geblieben. Wir haben viel gelacht und etwas Feines gegessen. Ein ganz schöner Tag ist das gewesen. Um 15 Uhr hat Charly einen Auftrag durchgeführt. So habe ich ihn bis am Abend nicht mehr gesehen. Das ist so etwas wie eine Lotterie: Du kannst zeitmässig gewinnen oder verlieren. Ich hoffe, dass ich gewinne. Das Essen haben wir auch so zwischendurch hineingedrängt. Abwechslung mag ich gerne, es darf bloss nicht stressig sein. Aus dem Alter bin ich raus, stressen lasse ich mich nicht. Da muss halt Charly auch einmal anpacken und mithelfen, wenn schnell etwas zu Essen auf den Tisch soll. Das macht er auch.

Um 19 Uhr hat er wegfahren müssen und so habe ich den Abend alleine verbracht. Der Tag ist gelaufen. Ich richte mich gemütlich ein und beziehe meinen Logenplatz. Schön eingepackt habe ich einen guten Film angeschaut, mit Charly gechattet und ein gutes Glas Wein getrunken. Ich bin noch mit Bläcky raus und dann ab ins Huli. Gute Nacht.

 

Dienstag, 18. Januar 2011

Heute muss ich mit Bläcky zum Tierarzt fahren. Es geht seinem Auge gar nicht gut. Irgendwie merkt er das. Er will beim Tierarzt da gar nicht in die Praxis hinein gehen. Der Tierarzt hat gesagt, man könne nichts mehr unternehmen. Ich solle zusehen, wie lange es für mich stimmt, so dass ich wegen Bläcky nicht krank werde. Ich habe immer gedacht, ich sei stark, aber das hat mir richtig zu denken gegeben. Ja, das Leben geht weiter: Mach das Beste draus. Bläcky ist beim  Tierarzt schneller draussen gewesen, als drinnen. - Nur noch raus aus dem Haus, ins Auto rein -. Das Mittagessen mit Charly ist um 12 Uhr gewesen. Um 13.15 Uhr hat er die „Stalkerin“ nach Laupen gefahren. Und um 14.30 Uhr hat er Frau Wittwer vom Altersheim in die Therapie zum Arzt gebracht. Um 17 Uhr ist der Camper an der Reihe gewesen, mit dem er zum Schiffenensee gereist ist. Und so hat er seine Aufträge gehabt, was ja gut ist so. Wir haben ein paar Mal telefoniert. Um 19 Uhr dann hat er noch 5 junge Männer nach Fribourg bringen müssen. Die haben einen Eishockeymatch besuchen wollen. Um 23 Uhr hat er sie wieder nach Hause gebracht. Wir haben auch am Abend ein paar Mal telefoniert und uns schliesslich eine gute Nacht gewünscht. Ich freue mich auf Morgen, denn dann erhalte ich Besuch von meiner Schwester. Bläcky muss noch raus. Es muss ja alles erledigt sein. Gute Nacht.

 

Mittwoch, 19. Januar 2011

Letzte Nacht ist es etwas unruhig gewesen. Meine Nachbarn schlagen die Tür zu und das war um 3.30 Uhr. Es geht den ganzen Tag so. Ich glaube, die haben keine Türfallen. Und Bläcky reagiert natürlich auf solche Sachen, er ist dann auch unruhig. Ich muss mit den Nachbarn reden, bevor ich wieder in den Camp ziehe.

Ich bin früh aufgestanden, denn ich habe um 8.30 Uhr zu einem Termin beim Chinesen sein müssen. Seine Behandlung tut mir sehr gut. Man nennt das „Nädelen“. Er behandelt mich wegen meinem Bluthochdruck. Anschliessend habe ich noch meine Brille reparieren müssen ,beim Optiker in Bümpliz bei Bern. Ich habe den grauen Star, an meinen Augen, 1990 operiert. Nun kann ich die ganze Welt wieder mit guter Sicht betrachten. Um 12.10 Uhr bin ich wieder zu Hause angekommen. Ich habe es als sehr angenehm empfunden und es hat mir gut getan  ,beim Chinesen. Um 12 Uhr ist Charly gekommen und er hat Pizza mitgebracht. Den Tisch hat er schon gedeckt. Mit Bläcky hat er nicht gehen müssen, der ist mit mir gereist   ,kann Ihn ja nicht mehr alleine  lassen .Es hat mich gefreut, bedient zu werden. Nach dem Essen hat er wieder die „Stalkerin“ gefahren, was mich sowieso nervt. Am Nachmittag habe ich sauber gemacht, bin mit Bläcky raus und habe relaxt. Ich freue mich, wenn ich ein Nickerchen halten kann. Vor der „Stalkerin“ habe ich bis am Abend Ruhe, bis sie von der Arbeit nach Hause kommt. Dann geht das Theater wieder los. "Kannst Du mir eine Wäsche besorgen?" fragt Sie, da ich ja eine eigene Waschmaschine besitze. Ich habe ihr geantwortet, dass ich am Abend wegen den Mietern, die unter mir wohnen, keine Wäsche wasche. Es ist bereits so weit, dass ich jedes Mal erschrecke, wenn es klopft, oder wenn sie die Türklinke drückt. Die Klingel habe ich ja abgestellt. Charly hat ihr gesagt, sie solle mich nicht mehr belästigen. Ich hoffe, sie kapiert das endlich. Sonst muss ich hier ausziehen.

Und prompt: Heute Abend hat sie zweimal angerufen und gefragt, ob sie mich belästigt. Sie weiss gar nicht, was sie macht. Ich habe ihr gesagt, dass ich meine Ruhe haben will. Nachher gab sie Ruhe und ich habe einen schönen Film angeschaut. Später bin ich noch mit Bläcky raus und dann in die Haja, es ist Zeit dazu gewesen. Im Bett habe ich noch das Wunschkonzert im Radio Fribourg angehört. Gute Nacht.

 

Donnerstag, 20. Januar 2011

Ich bin nicht gut aufgestanden. In der Nacht hat es zweimal geklopft. Es muss die „Stalkerin“ gewesen sein. Ich habe nicht nachgeschaut, denn es war ja 24 Uhr, respektive 1.30 Uhr. Das bringt mich noch auf die Palme. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky in den Wald spaziert und habe mich gefreut, in der Natur zu sein und mit Bläcky zu spielen, so weit es geht. Er ist ja fast blind. Um 13.30 Uhr bin ich mit Charly Mittagessen gegangen. Er hat wieder die „Stalkerin“ fahren müssen. Für den nächsten Tag hat er noch 1 Schweinsbraten zum Kochen mitgebracht. Er isst gerne Kartoffelstock dazu. Heute haben wir Curry-Geschnetzeltes mit Reis und einem grünen Salat gegessen. Es hat fein geschmeckt. Es ist mir gut gelungen.

Am Nachmittag ist Charly mit mir in das Freiburger Oberland ausgefahren, nach Dentlingen. Wir haben in einem Restaurant einen feinen Kaffee getrunken. Es war ganz gemütlich und vor allem hatten wir Ruhe, einfach Ruhe, draussen in der Natur. Bläcky hat auch mitfahren dürfen. Das war ein Aufsteller. Um 17 Uhr hat uns Charly nach Hause gebracht. Er hat dann noch einen Auftrag ausführen müssen, denn ein Kollege wollte nach Hause gefahren werden. Er hat mit seinem Auto Pech gehabt. Ich habe mir einen schönen Abend gemacht. Am liebsten sehe ich Heimatfilme. So habe ich einen schönen Film angeschaut und wie immer alles fein säuberlich in mein Tagebuch geschrieben. Es wird meistens 1 Uhr, bis ich ins Bett gehe. Mit "Büebu" bin ich noch schnell raus und dann ab ins Bett.

 

Freitag, 21. Januar 2011

Welch schöner Tag. Die Sonne lacht zum Fenster rein, der Schnee fängt an zu schmelzen. Ich glaube, es wird Frühling. Ich werde jäh aus meinen schönen Träumen gerissen. Die „Stalkerin“ hat mich angerufen. Sie meinte, sie müsse zum Arzt, es ginge ihr ganz schlecht. Sie müsse dringend zum Arzt gefahren werden. Das war auch wieder ein Vorwand, denn zum Arzt dauert ihr Weg fünf Minuten zu Fuss. So ein Theater! Ich weiss nicht, was ich machen soll. Es hört nie auf, dieses Theater. Ich habe dann gefrühstückt und bin mit Bläcky raus aus dem Haus. Ich muss weggehen, in den Camp, wenn ich meine Ruhe haben will. So geht das nicht mehr weiter. Ich kann mich aber auch nicht verstecken, denn das ist ja mein Leben.

Im Camp habe ich meine Ruhe gefunden. Denn da weiss sie nicht, wo ich wohne. Noch nicht. Das ist meine Insel. Charly ist auch in den Camp gekommen und wir haben eine Lasagne gegessen. Am Nachmittag, als Charly einen Auftrag erledigt hat, bin ich zu meiner Tochter nach Düdingen gefahren. Ich bin voll Unruhe gewesen, denn ich weiss nicht mehr, wie das weitergehen soll. Bei meiner Tochter war es gemütlich und Charly ist später, nach seinem Auftrag, auch noch vorbei gekommen. Das hat mir gut getan. Der Abend ist so, wie meistens verlaufen. Ich habe mit Charly etwas gegessen, dann hat er arbeiten müssen. Bläcky und ich sind zu Hause gewesen und haben uns einen schönen Abend gemacht. Es war ruhig, ohne Zwischenfälle. Um 1 Uhr bin ich ins Bett gegangen. Charly hat während seinen Bestellungen angerufen noch ein paar Mal und gute Nacht gewünscht. Ich wünschte ihm gute Fahrten. Es ist so schön, jemanden zu haben, der einem den Rücken stärkt. Schlafet guet, guet Nacht.

 

Samstag, 22. Januar 2011

Um 8 Uhr bin ich aufgestanden und habe Katzenwäsche gemacht, um mit Bläcky raus zu gehen. Er hat dringend sein Geschäft erledigen müssen und hat „nervöselet“. Danach habe ich gut gefrühstückt und einen feinen Kaffee dazu getrunken. Am Vormittag bin ich einkaufen gefahren, das muss ja auch sein. Um 12.30 Uhr bin ich zurück gekommen, habe aber immer noch nichts von Charly gehört. Er ist ja letzte Nacht bis um 4.30 Uhr mit seinem Taxi unterwegs gewesen. Da wird es meistens 15 Uhr bis 16 Uhr, bis er zu mir kommt. Das ist manchmal sehr langweilig. An dem Tag, an dem die Allgemeinheit ,das Wochenende  geniesst, bin ich sehr viel allein. Zum Glück habe ich Bläcky, sonst wäre das sehr einsam. Wenn ich Glück habe, meldet sich Charly so um 13 Uhr und bis er dann noch in die Gänge kommt und wach ist, dauert es. Wenn meine Tochter Zeit hat, besucht Sie mich am Sonntagmorgen. Das ist immer ein Aufsteller. Zum Mittag- und Nachtessen reicht es dann und meistens schon während dem Essen muss er wieder losfahren. Es ist eigentlich ein unruhiges Leben, das ein Taxifahrer hat. Manchmal wieder muss er stundelang warten. Ich bekomme das alles mit, denn er ruft mich zwischendurch an. So weiss ich immer, wie es ihm geht. Ja, die Samstagabende verbringe ich alleine. Zum Glück gibt es Fernsehen, das bringt etwas Unterhaltung in mein Leben. Ich habe einen Film von Rosamunde Pilcher gesehen. Das sind landschaftlich so schöne Filme, bei denen ich mich richtig zu Hause fühlen kann.

Um 1 Uhr bin ich ins Bett geschlüpft, nachdem ich mich noch von meinem Taxifahrer verabschiedet habe. Guet Nacht zäme.

 

Sonntag, 23. Januar 2011

Aufgestanden bin ich um 8 Uhr und habe sofort auf Facebook nachgeschaut, ob mein Schatz auch gut zu Hause angekommen ist. Da schreibt er immer, um welche Zeit bei ihm Feierabend gewesen ist. Ich bin mit Bläcky spazieren und die Natur geniessen gegangen. Es hat geschneit: Die ganze Landschaft sieht wie über pudert aus, herrlich zum Spazieren. Ich habe meine Moonboots anziehen müssen, damit ich keine kalten Füsse gekriegt habe. Zu Hause angekommen, hat das Warten auf Charly angefangen. Heute ist ja Sonntag. Das wäre sein freier Tag und der wäre auch für mich reserviert. Aber meistens wird es 16 Uhr, bis unser Sonntag beginnt. Ich begreife ja, dass er ausschlafen muss. Wenn er schliesslich da ist, geniessen wir unseren halben Tag und die Nacht. Wir essen etwas Feines, meistens ein Fondue. Das ist schnell gemacht und wir essen diese Spezialität sehr gerne. Nach einem schönen Spaziergang mit Bläcky trinken wir noch ein Gläschen Wein, hören schöne Musik auf Radio Fribourg und geben heute einen Wunsch auf. Wir möchten: „Rot, rot Blühen die Rosen“ von Semino Rossi hören.

Wir haben im Fernsehen noch Giaccobo-Müller geschaut. Das ist eine etwas andere Sendung, in der es etwas zu Lachen gibt. Wir sind um ungefähr 1 Uhr zu Bett gegangen.

 

Montag, 24. Januar 2011·

Um 5 Uhr musste Charly aufstehen. Wir· haben zusammen einen Kaffe getrunken. Nun gehts auf die Piste, um einen Auftrag zu erledigen. Ich gehe wieder ins Bett, um zu träumen. Schlafet guet.

Später hat der Tag gut angefangen. Ich bin mit Bläcky raus aus dem Haus und in  Ruhe spaziert. Es freut mich immer, wenn ich meine Nachbarin mit ihren Kindern sehe. Sie winken mir zu und das stellt auf. Kinderlachen, Freude, Herzlichkeit, was gibt es noch schöneres auf der Erde. Um 10 Uhr bin ich wieder in die Wohnung zurückgekommen und habe vom Sonntag her aufgeräumt. Es war die Maschine auszuräumen, Staub zu saugen, ich habe abgestaubt. Ja, das bisschen Haushalt macht sich von ganz allein, sagt mein Mann -. Ja, Charly hat dann angerufen und mitgeteilt, er hätte eine Fahrt ins Spital Tafers. Das heisst, dann wird das wieder 13.30 Uhr, bis wir essen können. Ich bin ja flexibel. Am Nachmittag haben wir ein Mittagsschläfchen gehalten. Ich brauche meine Ruhephase. Ein halbe Stunde reicht mir. Dann bin ich wieder fit, um etwas zu unternehmen. Danach sind wir in den Camp gefahren, um mit Bläcky zu spazieren. Wir haben dabei die Basler getroffen, nämlich Markus mit seiner Mutter Dorli. Wir haben ein gutes Gespräch gehabt, Kaffee getrunken und schon ist Charly wieder aufgebrochen. Er hat von Schmitten nach Marsens fahren müssen. Nach Marsens hat er einen jüngeren Mann gebracht, der mit seinen Leben nicht zurecht  kommt. Ich bin dann mit Bläcky alleine spazieren gegangen und der Tag war schon fast vorbei. Als ich nach Hause gekommen bin, hat mich noch eine liebe Nachbarin besucht, um zu fragen, ob ich mich in der neuen Wohnung gut eingelebt habe. Von Charly habe ich um 20 Uhr noch etwas gehört. Er hat zu tun gehabt und ich habe mir einen schönen Abend bereitet. Um 23 Uhr habe ich Charly gute Nacht gesagt, das hat mich gefreut.

 

 

Dienstag, 25. Januar 2011

Ich bin früh mit Bläcky spazieren gegangen. Um 9.30 habe ich in Münchenbuchsee bei meiner Schwester Yoga gehabt. Yoga ist gut für meinen Körper. Ich mache nur die Übungen, die meine Gelenke aushalten. Wir sind wie eine grosse Familie. Ich bin wohl die Älteste, aber immer noch sehr gelenkig. Heute kann ich noch den Spagat. Den brauche ich im Yoga aber nicht. Bläcky hat im Auto gewartet und grosse Freude gezeigt, als ich zurück gekommen bin. Meine Schwester hat mich zum  Mittagessen eingeladen. Wir haben viel gelacht, über Gott und die Welt. Um 13.30 Uhr bin ich dann wieder in meiner Wohnung gewesen. Auch Charly war da. Später hat er die „Stalkerin“ fahren müssen und schon war er wieder weg mit ihr. Am Nachmittag ist er dann noch mal gekommen. Nun hat er mit mir geübt, mit dem Laptop umzugehen. Das hat Spass gemacht. Am Abend habe ich fern gesehen und bin dann mit den Hühnern ist Bett. Es war ein strenger Tag, danke schön.

 

  1. bis 29. Januar 2011

Heute bin ich früh aufgewacht. Ich wusste, dass der Charly die ganze Nacht unterwegs gewesen ist. Er ist ja jetzt mein Lebensinhalt. Es ist so schön, wenn ich jemanden habe, der sich um mich sorgt. Ich aber mache mir auch Sorgen um ihn, denn ich weiss ja, dass er die ganze Zeit als Taxifahrer unterwegs ist. Seine Besuche sind für mich immer eine Freude. Etwa 6-mal habe ich ihn auf drei Nummern angerufen und dann nach 2 1/2 Stunden doch erreichen können. Er hat geschlafen, denn den letzten Fahrgast hatte er um 6.00 Uhr zur Arbeit gebracht. Das ist sein Job.

Meine Tochter  chattet  gerne mit mir. Jeder ihrer Anrufe freut mich. Mein Leben wäre ohne sie und die Enkelkinder leer. Und jetzt, wo ich auch ein bisschen gelernt habe, wie ich mit dem Laptop mit meinen Freunden chatten kann, bin ich nicht mehr so alleine. Der Charly ist dann zum Mittagessen gekommen. Ich habe es genossen wusste aber, dass der Taxidienst gleich weiter geht. Vorher hat er im Wohnzimmer noch etwas geschlafen und wir sind mit Hund Bläcky etwas spazieren gegangen. Um 18.00 Uhr hat er wieder eine Bestellung nach Fribourg gehabt, dann hat er die ganze Nacht fahren müssen. Er hat mich zwischendurch angerufen und mir erzählt, was alles er noch fahren müsse. Um 1.00 Uhr hat er das letzte Mal angerufen. Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt ins Bett gehe. Es ist das erste mal gewesen, dass er am Sonntagmorgen zu mir gekommen ist, um sich bei mir auszuruhen, nachdem er jemanden zur Arbeit gebracht hatte. Denn er hat gewusst, dass er sonst wieder 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr würde, bis er zu mir kommt und der Sonntag, der wäre für mich reserviert. Er schaltet seine 3 Handys aus. Aber eben, der Sonntag beginnt für uns oder für mich erst am Nachmittag um 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Abend ist immer schön. Wir kochen etwas Feines, trinken auch mal eine gute Flasche Wein und geniessen den Abend zusammen. Dann bleibt er auch bei mir.

 

 

  1. Januar.

Meine Tochter ist am Sonntag auch bei mir auf Besuch gewesen. Sie ist mein Sonnenschein und durch Sie habe ich auch Charly kennen gelernt, über  Facebok , Wir lieben uns so, wie es ist. Ich habe über 14 Jahre lang eine Beziehung mit "Dölf“ gelebt. Die letzten Jahre waren ausschliesslich mit seiner Betreuung ausgefüllt, krank, traurig, verzweifelt. Ich habe funktioniert, so gelebt, und 13 Kilo abgenommen. Das Leben war ausgefüllt mit Fahrten ins Intensivspital und mit dem Hund Spazieren. Zum Essen hat die Zeit nicht mehr gereicht. Dann folgte der Zusammenbruch, der Notfall, und schliesslich habe ich „Dölf“ zu Hause gehegt, gepflegt, ihn zur Chemotherapie gefahren, zum Arzt, ins Spital, in die Intensivstation. Man macht das alles wie eine Maschine, die noch Benzin hat. Zum 4. Mal 2009 wurde er in den Notfall eingeliefert.

Er durfte sterben am 14. Oktober. Sein Leiden hatte ein Ende. Um 10.30 Uhr ist er eingeschlafen. Meine Tochter war dabei. "Dölf" konnte, durfte gehen. So hat er sich das gewünscht. Und ich konnte wieder anfangen zu leben, leben, leben. 

 

 

  1. Januar

Am Sonntagabend bin ich das erste Mal mit dem Charly in einem Mac Donald

gewesen, Cheeseburger und Pommes frites essen. Essen einfach ohne Etikette,

drauflos mampfen. Es ist sehr gut gewesen und es hat Spass gemacht, aus Karton raus Frites zu essen, von Hand ohne Messer und Gabel zu speisen und aus einem Papierbecher Cola zu trinken. Es ist einfach etwas Neues, hat Spass gemacht. Die Jacke auf den Stuhl nebenan zu legen und los ging’s ohne auf die Bedienung zu warten. Mann-Frau bedient sich ja selbst. Ja, ich muss noch etwas schreiben Die Tische waren beim WC-Eingang, aber das Geläuf hat mich nicht gestört. Hauptsache, das Essen war super-fein genug. Ich möchte es nur nicht jeden Tag, denn ich koche auch gerne selber.

In meiner Küche bereite ich das Essen nicht mit viel "Schnick- Schnack", sondern einfach. Es ist auch eine Kunst, mit weniger etwas Gutes zu kochen. Das mache ich auch und so habe ich wieder ein Ziel mit dem Charly zusammen. Er ist 20 Jahre jünger, na und?

 

  1. Februar

Am Morgen hat der Taxichauffeur viele Termine gehabt und für mich ist Montag, Arbeitstag, gewesen.

Ich habe immer etwas zu tun. Da sind ja eine 3 ½ Zimmerwohnung, die geputzt werden muss und meine Orchideen wollen gepflegt werden. Mit Bläcky gehe ich mindestens 4-5 Mal am Tag raus. Es hüpft niemand so hoch, wie mein Hund, wenn ich etwas später nach Hause komme. Er zeigt auch Freude und muntert mich auf, wenn ich traurig bin. Das gibt es auch bei mir. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Der Taxichauffeur ruft aber öfters an, mein Leben ist ruhiger geworden. Und so geht es weiter. Morgen ist ein neuer Tag. Das Leben geht weiter, weiter.

 

 

  1. Februar

Dienstag habe ich Yoga. Yoga gibt mir die Kraft, mein Leben lebenswert zu führen, die innere Ruhe zu finden und 1 Stunde nur für mich und meinen Körper da zu sein. Ich kann dabei negative Gedanken ausblenden. Die gute Yogalehrerin, meine Schwester Verena, hilft mir dabei. Ihre Stimme, ihr Einfühlungsvermögen, macht mich stark. Ich will leben, das Leben geniessen, da sein. Schönes Leben, ohne Sorgen, ohne negativen Seiten und wenn doch, abschalten, weitermachen.

Der Taxichauffeur hat vergessen, dass ich im Yoga bin und hat mich 3 Mal angerufen, hat sich um mich gesorgt. Das war ja noch nie da, dass ich einen Anruf von ihm nicht angenommen habe. Er ist dann auch in meine Wohnung gefahren, er hat einen Schlüssel zur Tür, und hat dann gesehen, dass alles okay ist. Das heisst, Hund Bläcky nehme ich immer im Auto mit, wenn es nicht kalt ist. Er hat immer noch Verlustängste seit „Dölf’s“ Tod. Dann wusste der Taxichauffeur, dass ich ins Yoga gefahren bin. Er muss sich aufgeregt haben, aber für mich ist das etwas Neues, Schönes gewesen. Jetzt hat mich jemand „vermisst“, dass ist jahrelang nicht mehr passiert! Ich konnte gar nichts mehr für mich unternehmen, vorher. Meine Tochter lässt auch nicht locker, wenn ich ihren Anruf nicht entgegen nehme. Schön, wenn man vermisst wird, aber es muss nicht sein.

 

 

  1. Februar

Heute habe ich eine Überraschung erlebt. Der Taxichauffeur ist früh zu mir gekommen. Als er mich angerufen hat, hat er gemerkt, dass es mir nicht so gut geht und hat mich besucht. Da habe ich mich gefreut, dass doch jemand nach mir fragt. Er ist dann zum Mittagessen da geblieben und hat mich zum Nachtessen eingeladen. Nun sind wir Kebab essen gegangen, das war fein. Es ist das er erste Mal, ich bin es ja nicht gewöhnt, Fastfood zu essen. Es ist schon schön gewesen, eingeladen zu werden und mich bedienen zu lassen. Der Taxichauffeur hat mich nach Hause gebracht, denn er musste arbeiten, hatte eine Bestellung.

 

 

  1. Februar

Am Donnerstag ist meine Tochter mit Wasco und Dana, den Hunden, bei auf einen Kaffee gekommen. Bläcky hat sich gefreut. Wir haben Cremeschnitten gegessen. Der Taxichauffeur ist bei mir gewesen. Tochter hat frei gehabt. Sie hat einen neuen Job. Freue mich jeden Tag, wenn jemand kommt. Die Nachbarin ist mit Skyri, ihrem Hund, auch mit mir und Bläcky spazieren gegangen. Und am Nachmittag bin ich noch in den Camp gefahren.

Da habe ich immer die Chance mit jemandem zu reden. Die italienischen Campnachbarn, Renata und Nino sind über 80-jährig und 90jährig, kommen jeden Tag, um ihre Katze und die herrenlose Katze zu füttern. Auch meine beiden besten Freunde Heidi und Sepp sind da gewesen. Sie haben ja keinen festen Wohnsitz, aber im Camp darf man im Winter nicht bleiben. So treffe ich immer jemanden, und wenn ich Bläcky nicht hätte, wäre ich eigentlich alleine. Mit ihm muss ich raus, spazieren und so geht es mir auch gut. Meistere mein Leben.

Der Taxichauffeur kommt natürlich auch jeden Tag. So ist mein Leben zum Teil ausgefüllt. Aber eben, ein bisschen einsam ist es trotzdem, wenn man einen Partner verliert, und plötzlich alleine ist. Man hat eine lange Zeit, nur noch ein Schuh am Fuss, der andere ist leer. Es herrscht eine grosse Leere. Man versucht, das alles zu meistern, so gut es geht. Es geht fast gar nicht, zu einsam ist es. Alles vermisst man die Apparate, das Gestöhne, die Schreie. Obwohl es sehr schlimm war, hat man eine Aufgabe gehabt und das war, zu helfen. Das habe ich gemacht, bin aber krank geworden.

 

 

  1. Februar

Es herrscht Stress für den Taxichauffeur, da bin ich im 2. Glied. Er muss ja arbeiten, fahren, Geld verdienen und ich warte manchmal stundenlang. Freitag: Nacht-Tag-Samstag: Nacht-Tag. Immer ist er am Arbeiten. Zwischendurch macht er eine Pause um zu Mittag zu essen. Aber er ist immer auf Trab. Ich muss mitlernen, weil ich ja 14 Jahre mit „Dölf“ zusammen gewesen bin und er mich mit Afrikaferien verwöhnt hat. Über Weihnachten verbrachten wir 2-3 Monate, die Winterferien, an der Wärme. Es war eine wundervolle Zeit. Nun ist eine neue Ära. Das Leben geht weiter, weiter.

Ich versuche, es so weiter zu leben, wie vorher mit „Dölf“. Das geht aber nicht. Es ist ein neuer Anfang. Ich hoffe, ich finde den Weg, der mir die Kraft gibt, mit dem Taxichauffeur neu zu beginnen. Ich kann das schaffen, soweit mich meine Beine tragen, so weit mein Herz noch schlägt, so Gott will. Ein neues Leben . Ich weiss, ich bin stark, aber sehr viele Tränen fliessen immer dann, wenn ich alleine bin und mit niemandem reden kann. Dann ist es sehr schwer, weiter zu machen. Dank Hund Bläcky schaffe ich das. Ich weiss, er braucht mich. Er hat nur noch 1 Auge. Zusammen sind wir stark. Mit drei Augen schaffen wir das.—

Der Taxichauffeur hat Bläcky auch in sein Herz geschlossen. Ich geniesse diese Zeit so lange, es geht.

 

 

  1. Februar.

Ich bin wie jeden Dienstag ins Yoga gegangen. Ich war um 10.30 Uhr wieder zu Hause, habe dann mit dem Taxichauffeur telefoniert. Er ist zum Mittagessen gekommen. Am Nachmittag haben wir eine Fahrt ins Blaue unternommen. Das

heisst, ich bin bei ihm zu Hause gewesen. Dort habe ich sein Bett frisch bezogen und er hat "Gruntsch", das ist ein Uebername für eine faule Ente, die „Flunder“, noch nach Fribourg führen müssen. Das stresst mich ein wenig. Denn diese Frau ist 46  Jahre jünger, als ich und lässt sich chauffieren, als wäre sie die „Königin". Ich gönne dem

Taxifahrer die Einnahmen von dieser Frau. Aber 3 bis 4-mal 20.fr Franken aus zugeben, bloss um herum kutschiert zu werden. Frage mich, ob die das auch bezahlt und wie sie es bezahlt, aber das geht mich ja nichts an,das ist sein ,,Geschäft,,

 

 

  1. Februar

Ich bin sehr oft traurig, denn der Taxichauffeur gibt mir keine "Liebe". Es findet keine

Umarmung statt, nichts ist da. Er ist 20 Jahre jünger als ich. Ich hätte so gerne ein paar Streicheleinheiten. Da ist aber gar nichts. Ich sollte es machen, ihm den Rücken kraulen. Wer macht das bei mir? Der heilige Geist. Meistens kommt er erst um 1 4.00 Uhr - 15.00 Uhr an dem Tag, den er für mich reserviert hat. Das ist Sonntag. Dann wird gegessen, das Programm ferngesehen, das er will, und etwas getrunken. Ich geniesse meistens Wein, er Whisky. Um c.a. 24.00 Uhr gehen wir ins Bett und schon schläft er wieder. Er liegt 5 Minuten im Bett und er schläft. Das ist unser Liebesleben. Ich glaube, er arbeitet zu viel. Entweder ist er von den Frauen sehr enttäuscht oder frustriert. Es ist schwierig, das zu verstehen. Ich glaube, er hat einen Mutterkomplex. Wir haben es schön zusammen. Die Tage aber, an denen andere Frauen ihren Mann zu Hause haben, gibt es nicht. Er ist dauernd auf Achse.

lch bekoche ihn, er bringt auch Fleisch oder Sonstiges mit. Er sollte aber nicht zuviel essen. Er ist zu schwer. Für mich ist die Welt sonst in Ordnung.

Ich habe es ja auch jahrelang schön gehabt, auch  mit "Dölf". Er war sehr krank.

 

 

  1. Februar.

Mein Leben geht weiter. Der Taxichauffeur ist sehr lieb, besucht mich und geniesst es, bei mir zu sein. Die Abende aber sind sehr lange und so bin ich alleine und doch nicht alleine. Ich mache weiter, so lange meine Kraft reicht. Meine beste Freundin hat Geburtstag. Sie wird 66 Jahre und ich habe ihr gratuliert. Der Taxichauffeur hat mir Blumen gebracht. Wir haben eine gemütliche, traute Zeit gehabt. Er ist spendabel, lieb, anständig aber eben, "Liebe", das fehlt mir. Ich bin ja nicht prüde und  hätte gerne wieder einmal  ein paar Streicheleinheiten. Wann weiss ich nicht.

 

 

  1. Februar

Ich habe Besuch von meiner Tochter bekommen und wir haben es schön gehabt. Es freut mich immer, wenn mein Sonnenschein kommt. Dann haben wir es lustig, ich kann sehr viel lachen und mich freuen, mit den Hunden spazieren zu gehen und

über unsere Beziehungen zu reden. Im Moment geht auch bei ihr nicht alles nach Wunsch. Sie hat 2 Kinder alleine gross gezogen und nun auch noch Probleme mit ihrem Ex-Mann. Er hat kein Dach über dem Kopf und Schulden. Nun hat er sich im Camp eingeschlichen und ihn besetzt. Es ist traurig und mühevoll für meine Tochter, alles lastet auf ihren Schultern. Ich hoffe, dass Reto den Weg findet, dass er sich zurecht findet. Er ist ja der Vater meiner zwei Enkelkinder, Carmen, 18 Jahre und Luca, 17 Jahre jung. Für mich ist mein Leben durch sie nicht langweilig .

Der Taxichauffeur ist auch gekommen. Wir haben zusammen Abendbrot gegessen. Es hat ein Fondue gegeben und wir haben einen heimeligen, gemütlichen Moment verbracht. Ich bin übers Wochenende meistens alleine.

Am Samstag kommt der Taxichauffeur um 14.00 Uhr zum Mittagessen, weil er die ganze Nacht durchgearbeitet hat. Er bleibt so bis um 18.00 Uhr, dann beginnt seine Arbeit, die Leute zu fahren. Er ruft mich zwischendurch auch an um mir zu sagen, wo er gerade fährt von A nach B. Das finde ich zwar schön, ich aber bin alleine. An diesem Samstag hatte er sehr viel zu tun. Er ist die ganze Nacht gefahren und hat

am Morgen die erste Frau um 6.15 Uhr zur Arbeit gebracht.

 

 

  1. Februar

Um 7.15 Uhr ist der Taxichauffeur dann zu mir gekommen, weil er um 11.15 Uhr den Auftrag hatte, jemanden von Bern nach Giffers zu führen. Das war am Sonntag. Am Abend ist es traut und gemütlich gewesen. Aber eben, wir haben ein bisschen geküsst und schon ist er eingeschlafen.

 

 

  1. Februar

Am Montagabend sind wir in Fribourg aetiopisch Essen gegangen. Das war sehr fein.

Ich bin eingeladen worden. Der Taxichauffeur hat mir auch eine rote Rose zum Valentinstag geschenkt. Er gibt sich sehr Mühe, lieb zu sein.

 

 

  1. und 16. Februar

Ich hätte Yoga gehabt. Letzte Nacht hat Bläcky mich 4 Mal aufgeweckt, denn er hatte Durchfall. Ich hätte ihn nicht alleine zu Hause lassen können. Er hatte Bauchschmerzen und ich bin solidarisch mit ihm zu Hause geblieben. Mit dem Taxichauffeur habe ich gechatet. Um 11.00 Uhr habe ich fein gekocht und wir haben zusammen gegessen. Es war z'fride. Bläcky ist es dann besser gegangen und mir auch. Der Taxichauffeur hat seine Kundin "Flundere" nach Freiburg führen müssen und schon wieder bin ich alleine gewesen. Der Taxifahrer ruft mich an, fragt, wie es mir geht. Ich weiss, dass er arbeiten muss, ich bin aber pensioniert. So bin ich jedes Wochenende fast alleine. Ja, Sonntag macht er frei. Aber er kommt erst um 15.00 Uhr bis -16.00 Uhr, wenn er sich von der ganzen Nacht Taxifahren erholt hat. Ich habe es schön mit ihm und geniesse es. Er gibt sich Mühe, ist zwischendurch auch bei mir. Das ist sehr schön für mich, das freut mich. Ich habe ja Bläcky, der hinaus will, spazieren, und das ist mein Glück.

 

 

  1. und 18. Februar

Ich bin früh aufgestanden. Um 6.30 Uhr bin ich wach gewesen, dann zuerst mit Bläcky hinaus, bevor ich gefrühstückt habe. Das Frühstück hat neben Anderem aus 1 Banane, 1 Passionsfrucht, bestanden. So habe ich meine Vitamine. Haushalt z4 besorgen ist für mich selbst verständlich. Auch Männerarbeiten erledige ich selbst, trotz den Schmerzen in meinen Armen. Erledige ich alles selbst. Heute habe ich viele Anrufe von Freunden bekommen und meine Tochter chatet immer zwischen 9.00 und 10.00 Uhr, um zu wissen, wie es mir geht. Sie ist mein Sonnenschein. Das ist ein Geschenk. Auch Der Taxichauffeur kommt zu mir oder ruft an. Er bringt immer etwas mit, seien es Blumen, ein Stück Fleisch, Gudi für Bläcky, Apero. Er nutzt mich nicht aus, gibt sich Mühe. Aber eben, am Abend wenn es dunkel wird, bin ich fast immer alleine. Es hat letzte Nacht jemand an der Haustüre geklingelt, um 23.00 Uhr.

 

 

  1. Februar

Nachbarin Desiree wohnt im Parterre, mein Nachbar Ernst im Hochparterre und ich im 1. Stock. Bei uns 3 Familien hat es geläutet. Desiree hat Angst gehabt und ist zu mir gekommen. Sie ist dann auch bis 1.00 Uhr bei mir geblieben. . Nachbarin Desiree stresst mich mit SMS, Telefonanrufen, manchmal bis zu 10 Mal pro Tag. Ja, und dann ist eben niemand da, um mir beizustehen. Der Taxichauffeur hat sein Geschäft. Ich bekoche ihn, bin da, wenn er Zeit hat. Wenn er bei mir ist, kommt bestimmt die Nachbarin Desiree oder es ruft jemand an, um von A nach B. gebracht zu werden. Wenn wir aber Zeit haben, können wir sehr gut miteinander reden: Über unsere Vorgeschichten, und dann sind wir privat.

Wir haben unsere Ruhe, geniesse es. Heute ist er um 19.00 Uhr gegangen. Er hat "Flundere" chauffieren müssen. Ich weiss nicht, was Sie mit dem Taxichauffeur zu tun hat. Doch wenn sie anruft, ist er in 5 Minuten weg, um sie von A nach B zu bringen. Sie arbeitet in einem Altersheim und ist zu müde, um mit der Bahn und dem Bus zu fahren. Der Taxichauffeur ist ja da. Ich muss das akzeptieren, es ist sein Geschäft. Er sagt, er fahre gerne Taxi. Das ist ja gut so. Am Abend bin ich alleine. Er ruft oft an oder chatet mit mir. Aber die Abende sind einsam, so einsam, dass ich froh bin, dass ich Bläcky, meinen treuen Begleiter, habe. Ich will ja nicht andeuten, dass der Taxichauffeur mich vernachlässigt, aber er lässt mich 6 Tage der Woche, und die Woche hat 7 Tage, am Abend alleine. Nur von Sonntag auf Montag bleibt er bei mir. Wir gehen spät ins Bett und um 7.00 Uhr steht er auf. Und schon ist er wieder weg. Ja, aber er ist ein einfühlsamer Mensch. Ich glaube auch, dass er mich liebt. Ja, Liebe, Freundschaft ist schön, auch wenn sie nur platonisch ist.

 

 

  1. Februar

Ich schlafe alleine, entscheide alleine, lebe alleine, bezahle alles alleine. Und so ist mein Leben nicht geplant. Ich wünsche mir, auch ein bisschen geliebt zu werden. Ich weiss, der Taxichauffeur liebt mich auf seine Art. Ich störe ihn nicht bei seinem Taxigeschäft, doch bin ich offiziell „seine Beziehung“. Was heisst Beziehung? Er kann in seinem Geschäft Leute hin und her kutschieren, ist dauernd unterwegs am Fahren oder am Schlafen. Ich stresse ihn nicht, er mich aber auch nicht. Er ist sehr lieb mit mir, möchte aber auch gerne einmal "gedrückt" werden. Er gibt sich grosse Mühe, aber ich glaube, er bringt das nicht unter einen Hut. Ich meine, eine Freundin und so. Er ist froh, dass ich schon 20 Jahre älter bin. Aber auch Liebe , Zärtlichkeit brauche ich, um atmen zu können. Ohne Liebe, ohne Freunde, ist das Leben nicht mehr lebenswert. Ich wünsche mir, nur ein bisschen zu fühlen, dass ich geliebt werde, wegen mir, meiner Person, und nicht des Geldes wegen. Ich pfeife darauf. Wie, was, wo: Ich will leben, da sein und atmen. So soll es in meinem Leben auch weitergehen. Stalker, wie Nachbarin Desiree, die mich um Geld fragen, Zehennägel schneiden, Fingernägel lackieren, Essen einkaufen, chauffieren, drücken, in der Nacht aufpassen, trösten , brauche ich nicht. Wer tröstet mich denn? Ich habe in einem Monat mehr als 60 SMS mit irgend Fragen erhalten. „Kannst Du..?“, „Machst Du…?“, „Gehst Du…?“, „Kochst Du….?“, „Bedienst Du mich?“.

Wäsche waschen, aufpassen, zum Arzt fahren, mit dem Taxichauffeur und mir Mittagessen, sich auf meiner Couch breit machen, aus den Kühlschrank holen, was man gerne haben möchte. Der Topf ist voll! Ich mag nicht mehr, will meine Ruhe haben. Und wenn der Taxichauffeur mit ihr weiterhin herumfährt, ist das das Ende: Aus und davon. Dann will ich wieder alleine sein, mit Bläcky, meinem treuen Begleiter.

 

 

  1. Februar

Ich glaube daran, dass unsere Liebe nur platonisch ist und geniesse es die Anwesenheit des Taxichauffeurs. Das Leben geht ja weiter. Heute Abend, nachdem der Taxichauffeur weg gewesen ist, ist schon wieder Nachbarin Desiree gekommen. Sie will den Kaffee so, wie der Taxichauffeur; Sie will Cola Zero, so wie er und sie kommt immer dann, wenn er da ist. Sie lädt sich selbst zum Essen ein. Sie rennt dem Taxichauffeur hinterher, gleich hinauf mit ihm zu mir, wenn er sie nach Hause fährt. Sie wohnt im selben Eingang wie ich. Sie belagert mich, bedient sich, nimmt meinen Platz ein. Legt sich hin auf meinem Sofa und ich muss auf dem Lehnstuhl sitzen. All das habe ich jetzt unterbunden. Ich brauche kein Nebengeräusch, keine Pflege. Bin selbständig und lebe mein Leben so, wie ich das will. Dem Taxichauffeur aber ist die Fahrt wichtig, wenn sie ihn bucht; Und bei mir ist dieses Geschäft zu Ende, wenn er sie nach Hause gefahren hat. Soll sie in ihre Wohnung gehen und nicht ihm hinterher in meine Wohnung laufen. Zum Allem hinzu soll ich dann beide auch noch bedienen. Das geht zu weit. Ich habe jetzt einfach ignoriert, dass Sie geklopft, angerufen und mich belagert hat. Es ist Ruhe eingekehrt. Der Taxichauffeur hat mit ihr gesprochen. Alles, was er sagt, ist gut. Was ich will, ist meinen  Frieden.. Es ist meine Wohnung. Ich darf hier einfach meine Ruhe haben und mich freuen, wenn der Taxichauffeur kommt. Ich will niemanden da haben, wenn er mich besucht. Ich glaube, es ist jetzt dann mit dieser Belagerung, diesem Nehmen, Zerren, Klammern, Belästigen vorbei. Ich habe genug, auch wenn ich die Konsequenzen ziehen muss, ist Schluss.

 

 

  1. und 23. Februar

Es gibt ein riesengrosses Problem mit meinen treuen Begleiter Bläcky. Er wird blind. Er eckt überall an. Es schmerzt so sehr in meinem Herzen, wenn er jetzt auch noch krank wird. Ich, oder wir, wussten das bereits, als wir ihn in Estavayer aus dem Tierheim geholt haben. Die Besitzer hatten ihn ja mit 7 Jahren dahin gebracht, weil sie wussten, dass er blind wird. "Dölf" und ich machten mit verschiedenen Hunden Spaziergänge. Bläcky war der einzige Hund, der nicht mit anderen Hunden raufte. So entschieden wir uns, Bläcky aus dem Tierheim zu holen. Als wir der Tierpflegerin nach dem Spaziergang sagten, dass wir diesen Hund haben möchten, erklärte sie uns, er habe Keratitis, also Hornhautverkrümmung. Und Mann-Frau könne nichts dagegen tun. Wir holten ihn zu uns. Wir mussten aber jeden Morgen und jeden Abend Tropfen in beide Augen geben. Er ist unser Liebling gewesen. "Dölf" hat ihn verwöhnt. Am Abend ging immer "Dölf" auf den letzten Rundgang. Durch den Tag war ich an der Reihe.

 

 

  1. und 26. Februar

Immer noch dasselbe Theater mit der Nachbarin. Ich muss das unterbinden. Heute hat mich der Taxichauffeur mit einer Reise in seinem Taxi überrascht. Er ist mit mir den Weg gefahren, den ich von meinem Küchenfenster aus sehen kann .

Ich habe aber nicht gewusst, wie das Gebiet gegenüber heisst, obwohl ich seit c.a. 16 Jahren hier wohne. "Riederen" heisst das und ich habe mit ihm diese Reise gemacht. Es war ein ganz schöner Tag, voll Überraschungen von der Seite des Taxichauffeurs. Aber eben, wie es bei einem Taxifahrer ist, ruft jemand an und will gefahren werden. Und plötzlich ist alles vorbei. Nun sitze ich wieder alleine zu Hause. Der Taxichauffeur ruft mich zwar immer zwischendurch an. Die Zeit, während der wir zusammen sind, ist sehr schön. Ich geniesse das, aber eben: Alleine ist halt auch nicht schön. Das ist aber sein Taxigeschäft. Manchmal bin ich schon traurig, denn ich bin die Nummer 2. Wer ist das schon, gerne.

 

Am 26. Februar hat er einen Bekannten nach Bern bringen müssen. Nachher hat er Gipfeli gebracht und mich und Bläcky verwöhnt. Bläcky freut sich immer, wenn jemand kommt. Der Taxichauffeur ist sehr lieb mit Bläcky ,und Bläcky sucht immer seine Nähe ,um gestreichelt zu werden . Er bringt auch immer etwas. Sein Beruf ist sein Leben. Mein Leben ist, geliebt zu werden. Von Bläcky werde ich sicher geliebt, vom Taxichauffeur glaube ich auch. Aber eben, wer ist schon daran interessiert, was ich mache. Es ist einfach alles erledigt, gewaschen, versorgt. Wer sorgt für mich? Bläcky kann das nicht. Er ist blind und der Taxichauffeur, so glaube ich, ist gar nicht an einem Familienleben interessiert. Meistens bin ich diejenige, die fragt, wie es ihm geht. Manchmal kommen im Chat ganz komische Antworten, die wohl nicht für mich gedacht sind. Aber eben, man sieht nur den Menschen, der da ist. Wie, wenn, wo, was, er tut, weiss man nicht. So gehen die Tage, die Monate an mir vorbei und mein Leben soll weiter gehen, so wie ich es geplant habe.

Leben, atmen und wenn die Zeit kommt, wo ich alles alleine erledigen, alleine sorgen, mich pflegen, Bläcky pflegen, einkaufen, Rasen mähen, waschen, bügeln muss, dann ist die Zeit gekommen, wo man einen Weg findet, der zum Ziel führt. Das Ziel ist ohne Zielband: Kein Sieg, keine Lorbeeren, keine Liebe, keine Gefühle, da aufhören, wo man bei der Geburt angefangen hat. Mit atmen.

Nie werde ich das machen, mir etwas antun. Aber manchmal ist das Leben schon zum "Heulen" wenn man merkt, dass es nicht einfach ist viel alleine zu sein ,alles selbst entscheiden ,und immer nur lächeln . Alle wollen sie

die lächelnde Heidi sehen. Manchmal  bin ich sehr traurig. Freue mich am  Morgen  ,wenn ich aufstehen kann ,um mit Bläcky spazieren zu gehen ,um den neuen Tag zu begrüssen.

Ich lebe noch, habe den Krebs besiegt. Und freue mich jeden Tag,  wenn ich wieder aufstehen kann, und lebe   ,ich liebe das Leben .Morgen ist wieder ein neuer Tag,

  1. Februar 2011

Bin früh aufgestanden   ,musste um 08.00 Uhr beim Chinesen sein ,diese Behandlungen tun mir sehr gut . Es tut gut die  Behandlungen .Es dauert nur eine halbe Stunde ,fühle mich aber immer besser ,wenn ich zur  Praxis rausgehe. Komme mir beflügelt vor ,es läuft alles besser, und ein werde da weitermachen .Er gibt mir Kraft und eine Beschwingtheit ,es tut meiner Seele gut. Habe  Bläcky  mitgenommen, ich kann ihn nicht alleine zu Hause lassen .Er fährt ja so gerne Auto .Um 12.00 kam Charly .Er hat ein

Poulet mit gebracht ,haben fein gegessen .Er musste die Stalkerin ,fahren um 13.15 Uhr .Ich habe einen Spaziergang mit Bläcky unternommen ,dauert ja etwas länger .weil er gar nichts  mehr sehen kann .Am Abend war Charly noch schnell da ,hatte noch Aufträge, und so war der Abend schon da. Habe noch einen schönen Film am Fernsehen geschaut .Um 24.30 ,bin ich schlafen gegangen. Ein schöner Tag ging zu Ende.

  1. Februar 2011

Ein neuer Tag beginnt ,Bläcky hat mich aufgeweckt, er musste dringend raus .Habe mich warm eingepackt ,und mit meinem Hund einen grossen Spaziergang gemacht .Danach mit Charly telefoniert, er war schon unterwegs .Er musste eine Frau zur Kontrolle ins Spital  fahren .Anschliessend , etwas später hat er Gipfeli zum Frühstück gebracht. Das Mittagessen, haben wir erst um 14.30 Uhr eingenommen  diese Frau musste beim Arzt warten .Nach meinem Mittagsschlaf , musste ich zu meinem Steuerberater ,da waren wir uns noch nicht ganz einig. Meine Tochter hat auch noch nachgefragt ,was ich so machen ,arbeiten würde. Ich habe immer etwas zu tun .Ich putze meine Wohnung selber .Erledige meine Einkäufe alleine, gehe mit dem Hund Bläcky raus. Handwerken, kann ich auch wie gesagt, es ist immer Arbeit da ,wenn ich sie sehen will. Mit der Bohrmaschine komme ich auch ganz gut zurecht, habe aber auch schon einmal rückwärts gebohrt. Der Nachbar hat das  gemerkt und geklingelt, und mich darauf aufmerksam gemacht. Freue mich, dass ich so viel selber machen kann, und mit Stolz sagen darf, selbst ist die Frau. Der  Abend war gemütlich und warm in meiner Wohnung, noch mit Bläcky raus .Charly hat auch noch angerufen ,und mir eine gute Nacht gewünscht.

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Ich bin heute früh aufgestanden, denn ich musste ins Yoga gehen. Das tut mir immer gut. Es gibt mir die Kraft und mein positives Denken. Leider ist die Autoanfahrt etwas weit, aber das schaffe ich schon.

Bläcky und ich sind auf unserem schönen Waldspaziergang gewesen, wo ich meine Nachbarin mit ihrem Hund Jady angetroffen habe. Wir haben ein paar Worte geplaudert, dann bin ich zum Frühstücken ins Mobilheim zurück gekehrt. Ins Yoga nehme ich Bläcky immer im Auto mit. Er heult, wenn er alleine ist. Im Auto ist er still. Er muss eben jeweils 1 Stunde auf Mami warten, aber dann bekommt er immer ein Hundebisquit als Belohnung. Ich bin ja noch in der Wohnung, im Camp ist es noch zu kalt.

Es ist schön gewesen, mit den lieben Frauen Yoga zu machen. Ich bin die Älteste, freue mich aber immer auch, meine Schwester zu sehen. Sie ist die Yogalehrerin!

Wenn ich dann nach Hause komme, bin ich jeweils müde. Heute habe ich schnell etwas zu Essen bereitet: Mein liebstes Gemüse und Teigwaren mit Käse. Und ich habe danach 1 Stunde geschlafen. Bläcky hat später auch noch sein Fressen bekommen. Heute Nachmittag gehe ich in den Camp, um etwas aufzuräumen, Schnee zu schaufeln und Fenster zu putzen, damit ich meine Gardinen aufhängen kann. Es ist jetzt mit dem neuen Wintergarten schön, man kann ihn beheizen.

 

Am Mittag habe ich mit Charly Kaffee getrunken. Jetzt fängt bald das Leben B wieder an. Der Schnee ist schon beinahe weggeschmolzen und so kann man ganz gut ums Haus herumlaufen und sich an den ersten Blumen freuen. Charly hat dann wieder zur Arbeit abfahren müssen und ich habe sauber gemacht und abgewaschen. Die Nachbarn haben auch noch „Hallo“ gesagt. Am Abend bin ich wieder zu Hause gewesen. Und kaum war ich da, hat es schon geklingelt. DieStalkerin kam schon wieder. Ich mag nicht mehr!

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Da war nicht viel los. Ich wollte eigentlich mit Bläcky zum Arzt. Aber ich muss sein Auge im Griff haben, sonst wird er ganz blind. Dies ist meine Aufgabe und er will nicht mehr. Jetzt fängt er auch an, auf den Rasen zu pinkeln, was er vorher nie gemacht hat. Das Komische ist, dass er die Nachbarn im Camp genau findet und weiss, wo es etwas Gutes zum Essen gibt.

Ich bin noch im Camp gewesen, um etwas sauber zu machen. Es ist so schön, den Frühling kommen zu sehen, die Schneeglöcklein, die Primeln und die Tulpen. Sie wachsen und machen aus meinem Heidiland ein Blumenparadies.

Am Mittag hat Charly ein Poulet gebracht. Ich war ja in der Wohnung, denn auch da gibt es immer etwas zum putzen. Die schöne Aussicht kann ich nur geniessen, wenn meine Fenster sauber sind, auch wenn ich dann einen Sommer lang im Camp wohne. Um 14 Uhr musste Charly wieder weg. Und Bläcky und ich haben ein Nickerchen gehalten Die Stalkerin hat sich auch wieder gemeldet. Sie hat einkaufen gehen wollen, natürlich mit mir mitfahren und von A nach B gehen. Ich habe „Nein“ gesagt. Ich bin kein Taxi und will meine Ruhe haben.

Am Abend hat Charly noch schnell mal bei mir reingeschaut und wir haben etwas Kleines gegessen. Es ist rasch gegangen, denn er hat viele Bestellungen gehabt. Ich habe danach noch einen schönen Film von Rosamunde Pilcher angeguckt, bevor ich müde ins Bett gegangen bin. Natürlich bin ich noch schnell mit Bläcky raus, aus dem Haus, und dann war Ruhe.

Ich freue mich, in meinem kuscheligen Bettchen zu schlafen und von einer anderen Welt zu träumen. Gute Nacht zusammen.

 

 

  1. März 2011, Donnerstag

Ich bin sehr früh aufgestanden, denn Bläcky hatte Bauchschmerzen. Er muss irgendetwas gefressen haben. Er hat gekotzt und so habe ich ihm Tabletten gegeben und ihn gepflegt. Spazierengehen hat er auch nicht gewollt. Aber im Wald hat er dann seine Schmerzen vergessen. Er hat Rehe gesehen und geglaubt, dass er gleich schnell laufen könne. Damit ist aber nichts gewesen.

 

Charly ist um 9 Uhr mit Gipfeli vorbei gekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Er ist aber um 10 Uhr wieder weggefahren, hat eine Bestellung gehabt. Er hat einen Mann in Bern vom Bahnhof abholen und nach B zu bringen müssen.

Ich habe Zeit gehabt, Daniel anzurufen, denn er hat heute Geburtstag. Das ist ein Freund aus Basel, ein jahrelanger Bekannter. Er hat eine liebe Frau, Monika. Charly hat zum Mittagessen wieder ein Poulet gebracht (sicher? Das hat er gestern schon gemacht. Und hat er heute wirklich auch?). Um 13 Uhr sind wir fertig gewesen und er hat die Stalkerin an ihren Arbeitsplatz bringen müssen. Ich hatte nicht einmal Ruhe, wenn sie am Arbeiten war. Von dort hat sie mich dauernd mit SMS bombardiert. Es ist zum Heulen!

Am Abend bin ich alleine gewesen und die Tür war zu, die Klingel abgestellt. Ich habe mit Charly gechatet und so meinen Tag abgeschlossen. Am Fernsehen habe ich eine interessante Diskussion geschaut und um 24 Uhr bin ich ins Bett gegangen. Ich habe meine Tablette genommen, die ich brauche, weil ich Brustkrebs hatte. Die Tablette ist zum Entspannen, weil ich ja in meinen Armen Scherzen habe.

Mit Bläcky war ich noch draussen und er bekommt immer ein „Wurstrugli“ als Bettmümpfeli. Guet Nacht zäme.

 

 

  1. März 2011, Freitag

In der Nacht um 3.30 Uhr ist ein Glastablar, das im Badzimmer an der Wand aufgeklebt war, runtergefallen. Das war wie ein Überfall: alles voller Gassplitter. Ich habe es aber erst am Morgen aufräumen können. Ich habe Zeitungen ausgelegt und bin wieder ins Bett geschlüpft. Von Schlafen war dann keine Rede mehr, Bläcky ist auch nervös gewesen. Und so bin ich in der Stube gewesen und habe auf den Morgen gewartet. Um 8 Uhr habe ich Charly angerufen. Als erstes habe ich ihm alles erzählt und natürlich geputzt. Als ich mit Bläcky raus gegangen bin, hat mich der Mieter, der unter mir wohnt, gefragt, was ist denn passiert letzte Nacht ? . So hat es jeder gehört. An den Reaktionen aller Mieter habe , das Geklirre hat Alle aufgeweckt . Charly ist um 10 Uhr gekommen. Er hat mich mit einer lilafarbenen Orchidee überrascht. Nach dem Essen sind wir noch mit Bläcky im Camp spazieren gegangen. Und schon hat jemand angerufen, der mit dem Charly fahren wollte.

Um 18 Uhr bin ich wieder zu Hause gewesen. Es wird Frühling, die Schneeglöcklein, Primeln, der „Seidelbast“ blühen schon im Camp. Seidenbast ist eine geschützte Pflanze. Ich habe noch meine Campernachbarn, Heidi und Sepp, und die italienischen Nachbarn, Renata und Nino, getroffen. Wir haben es ganz lustig gehabt.

Später habe ich mit meinem Schatz telefoniert. Auch er erlebt so manches mit seinen Fahrgästen. Es ist ganz interessant: Manchmal ist er auch Seelsorger. Das müsste ja nicht sein. Aber eben, viele alte Leute sind alleine und reden gern mit ihm. Er hat auch Verständnis. Um 23 Uhr haben wir uns verabschiedet. Er ist auch zu Hause gewesen, musste aber noch ein paar Mal fahren, wie das so am Freitag normal ist.

 

Für mich ist ein schöner Frühlingstag zu Ende gegangen. Ich freue mich, wieder in meinen Camp zu gehen.

 

 

  1. März 2011, Samstag

Um ca. 8 Uhr bin ich aufgestanden und mit Bläcky raus gegangen. Da Charly meistens erst um 15 Uhr zu mir kommt, weil er ja fast die ganze Nacht gefahren ist, habe ich genug Zeit einzukaufen, den Haushalt zu besorgen, meine geliebten Orchideen zu begiessen und Telefone erledigen. Wir haben ja ein wunderbares Geschweisterverhältnis, es ist so schön.

Wir sind 5 Geschwister und noch alle da. Das ist ein Geschenk, was man gar nicht zu schätzen weiss. Das Buschtelefon läuft, wenn irgendetwas passiert. Ob positiv oder negativ, wir informieren uns per E-Mail oder Skype oder per Telefon. Wunderbar!

Um 15 Uhr ist Charly gekommen. Er hatte bis 4.15 Uhr gearbeitet. Wir haben Kaffee getrunken und es mit Bläcky zusammen genossen, zu erzählen, was bei ihm letzte Nacht so alles passiert ist. Bei mir herrschte Ruhe.


Am Abend um 18 Uhr haben wir etwas Feines gegessen: Kartoffelstock mit Schweinebraten. Ich habe mich gefreut, zusammen mit Charly zu Essen, bevor es dann wieder weiter ging. Ich habe Tagesschau angeschaut und mich für ein schönes Programm vorbereitet, eine Unterhaltungsshow oder einen guten Film.

Ich habe noch ein paar Mal mit meinem Schatz telefoniert. Er ruft mich immer so zwischen Fahrten, wo er frei ist, an. Ich weiss fast immer, wo er gerade ist und fährt. Um 24.30 Uhr haben wir und verabschiedet. Ich habe ihm eine gute Nacht gewünscht. Nun ist es Zeit für mich, schlafen zu gehen.

Um 1 Uhr hat es bei mir wieder geklopft, es war wohl die Stalkerin. Ich muss das ignorieren. Denn sie drückt auch auf die Türklinke. Ich bin um 1.30 Uhr ins Bett gegangen und konnte schlafen. Das war herrlich. Ich brauche 6 Stunden, am liebsten ohne Unterbrechung, das reicht.

 

 

  1. März 2011, Sonntag

Heute geht es mir gut. Ich habe eine ruhige Nacht ohne Telefon und SMS gehabt. Ich bin gerade mit Bläcky draussen gewesen, da hat mich meine Tochter angerufen und gesagt, sie kommt auf Besuch , mit den Hunden Wasco und Dana . Wir haben Kaffee getrunken und ich habe ihr erzählt, dass Charly immer auf Facebook schreibe, um welche Zeit er vom Arbeiten nach Hause komme. So bin ich immer informiert, dass er gut zu Hause angekommen ist. Meine Tochter und ich haben noch den grossen Spaziergang , braucht etwas mehr Zeit, Bläcky ist ja auch fast blind. Hund Wasco hat noch viel Energie. Ich habe einen schönen Sonntagmorgen verbracht, meine Tochter hat ihn mir versüsst.
 Um 13 Uhr ist sie nach Hause gegangen. Sie hat ja zwei Kinder, Carmen 17 Jahre und Luca, der 16 Jahre alt ist. Die bleiben am Morgen, wenn sie frei haben, etwas länger im Bett und haben um 14 Uhr Hunger. Dann essen sie alle zusammen. „Eu familie finde ich schön so“.

 

Charly ist um 16 Uhr gekommen. Der Sonntag ist ein, unser freier Tag. Viel Zeit bleibt da ja nicht. Er muss aber auch ausschlafen. Wir haben ein Fondue gegessen und das Wunschkonzert von Radio Fribourg gehört. Es ist ruhiger, zufriedener Abend mit schöner Musik zum träumen und erleben gewesen. Musik ist für mich Balsam, ohne die ich das Leben nicht geniessen könnte. Manchmal höre ich ein Stück ganz laut und ziehe die schönen Klänge in mich rein.

Mit Charly zusammen ist es noch schöner, weil wir gerne Musik hören. Um 1 Uhr sind wir schlafen gegangen. Er würde um 5 Uhr aufstehen müssen, um einen Mann vom Camp zum Bahnhof zu bringen. Der Sonntagabend ist ganz schön gewesen.

 

 

  1. März 2011, Montag

Ich bin spät aufgestanden, da ich ja Charly um 5 Uhr geweckt, wir einen Kaffee zusammen getrunken haben und er weggefahren ist. Da bin ich noch einmal ins Bett geschlüpft und habe 3 Stunden weitergeschlafen. Um 8.30 Uhr bin ich dann mit Bläcky raus. Ich muss ihn an der Leine behalten, denn der Wald ist ganz in der Nähe und die Rehe kommen ganz nahe zu unserem Haus. Ich habe die Rehe wieder gesehen. Das ist für mich wie in einem Film. Ich glaube, die kennen mich. So schön.

Um 9.30 Uhr bin ich zurück gewesen, habe mit mir alleine einen feinen Kaffe getrunken und mein Tagesprogramm aufgestellt. Langsam geht es ja wieder in mein Heidiland. Dahin, wo ich am liebsten bin, wo ich meine lieben Nachbarn um mich rum habe. Liebe, nette Worte bekommen, das ist Camper-Leben, besser als hier oben. Ich lebe fast wie eine Einsiedlerin. Nur wenn der Postbote kommt und etwas für meinen Nachbarn hat, dann wird bei mir geklingelt. Charly hat meine Einsiedelei unterbrochen.

Ich habe heute Fisch mit Kartoffeln und einem feinen Salat gekocht. Wir haben fein gegessen, aber wieder sind wir unterbrochen worden. Die Stalkerin wollte gefahren werden. Ich glaube das so. Es ist aber für mich ein rotes Tuch. Viel zu oft und zu stark hat sie mich schon gestört in meinem Leben, so dass ich sie ins Pfefferland wünschen könnte und sie hochkant aus meiner Wohnung werfe!

Ich bin mit Gewürzen und Lebensmitteln im Camp gewesen. Ich muss alles vorbereiten für den Frühling-Sommer 2011. In zirka 10 Tagen gehe ich mit Bläcky wieder in den Camp und freue mich riesig. Charly hat noch telefoniert und um 20.30Uhr Feierabend gemacht.

Ich habe noch mit meiner Schwägerin telefoniert und das Neuste ausgetauscht. Mit Bläcky war ich um 22 Uhr noch schnell draussen. Nach einem schönen lieben Film, der mir meinen Abend versüsst hat, bin ich um 24.30 Uhr ins Bett gekrochen. Zuerst habe ich aber über den Chat noch Charly eine gute Nacht gewünscht, so wie wir es immer tun und habe alles dicht gemacht. Morgen ist ein neuer Tag, ich freue mich darauf. Heute wiess ich, warum ich müde bin. Ich bin sehr zufrieden, der Frühling kann kommen. Schafet gute.

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Heute Morgen habe ich Yogastunde. Ich nehme Bläcky immer mit. Anschliessend bin ich bei der Yogalehrerin, meiner Schwester Verena zum Mittagessen eingeladen.

Charly hat nicht daran gedacht, dass ich Yoga gehabt habe. Er hat 3 Mal auf mein Handy angerufen und ist schliesslich noch in meine Wohnung gefahren, um nachzusehen, ob etwas passiert sei. Ich habe ihn angerufen und die Welt ist wieder in Ordnung gewesen. Wir haben dann zusammen einen Kaffee im Camp getrunken. Er hat um 14.30 Uhr eine Dame aus dem Altersheim in die Therapie bringen müssen. Anschliessend hat er noch eine Frau zur ihrer Arbeit ins Altersheim fahren müssen. Sie ist eine ganz liebe Person. Wir nennen sie „Flundere“. Sie ist übergewichtig. Laufen würde ihr gut tun. Am Abend habe ich noch Fernsehen geschaut und bin mit Bläcky raus gegangen.

Ich freue mich, ins Huli zu gehen. Ich habe mich noch von Charly verabschiedet. Ein ganz schöner Tag ist zu Ende gegangen. Es hat mich jemand vermisst, das kommt selten vor. Ich gehe früh ins Bett, denn ich werde ja um 7.30 Uhr aufstehen müssen.

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Um 7.30 Uhr hat das Telefon am Festnetzanschluss geklingelt. Dauernd versucht jemand, mich anzurufen und die Person spricht nicht. Ich höre nur, dass jemand atmet. Ich habe dann um 9 Uhr bei der Polizei angerufen. Dort haben sie mir erklärt, dass ich das bei der Telefongesellschaft überwachen lassen kann. Es ist ja eine 00034-iger Nummer aus dem Ausland gewesen. Ich habe die dann über die Telefongesellschaft sperren lassen. Aber gleichzeitig habe ich auch meinen Festnetzanschluss auf 3 Monate gekündigt. Von da her habe ich nun Ruhe bekommen. Bei meinem Handy habe ich meine Freunde gespeichert. Anonym nehme ich gar keine Anrufe mehr entgegen. Nun ist Ruhe eingekehrt, telefonische Ruhe, und auch von der Stalkerin her ist eine grosse Erleichterung eingetreten . Ende Feuer, aus. Am Mittag ist Charly gekommen und hat Pizza mitgebracht. Er hat aber nur 1 Stunde Zeit gehabt. Er hat einen Mann nach Marsens fahren müssen. Das ist über die Gemeinde gelaufen. Dieser Mann kommt in seinem Leben nicht zurecht. Am Abend ist Charly noch vorbei gekommen, um gute Nacht zu sagen. Er hat um 5 Uhr jemanden abholen und nach Kloten fahren müssen. Diese Person ist für 3 Monate in die Ferien verreist.

Ich habe früh Feierabend gemacht und langsam angefangen, die Lebensmittel zu packen. Denn schon bald geht es wieder ins Heidiland-Camp zu meinen lieben Camperfreunden, in meine Sommer-Residenz. Ich freue mich darauf. Ich gehe schlafen, es ist Zeit für die Kleinen. Gute Nacht zäme. Gute Nacht Charly.

 

 

  1. März 2011, Donnerstag

Ich bin früh aufgestanden, denn Bläcky wollte raus zum Gassi gehen. Meistens stehe ich um 8 Uhr auf. Wenn Bläcky das merkt, zeigt er sich auch bei mir, um zu sagen: „He, ich bin wach“. Als erstes gehe ich sowieso mit meinem Hund raus. Da brauche ich nicht noch zum Verschönerungs-Verein zu gehen. Kleider anziehen, gute Schuhe und raus aus dem Haus. Da sieht mich ja kein Knochen, höchstens die Hasen, Rehe und Füchse. Die sagen dann guten Morgen. Ich muss meinen Bläcky an der Leine kurz halten, denn es hat wirklich wilde Tiere ganz nahe am Haus, in dem ich im Winter wohne. Um 10 Uhr habe ich mit meinem Steuerverwalter abgemacht, um meine Steuererklärung auszufüllen. Um 10.45 Uhr ist auch diese Arbeit getan gewesen. Charly ist um 12.15 Uhr zum Mittagessen gekommen. Er hat noch Aufträge mit seinem Taxiunternehmen zu erledigen gehabt. Wir haben fein gegessen und sind dann 1 Stunde schlafen gegangen. Anschliessend habe ich gepackt, um in mein geliebtes Heidiland auf dem Camp zu ziehen, um heraus zu putzen. Alles neu macht der Mai. Es ist herrlich, dieses Leben mit Freunden, mit Besuchen von Charly und  von meiner Tochter, am Fluss, der heisst „Sense“. Es ist immer etwas los. Ein schönes Camperleben, super.

 

 

  1. März 2011, Freitag

Ich bin um 8 Uhr aufgestanden. Es geht mir nicht so gut. Bläcky auch nicht. Er hat ja nur noch mich und er ist sehr auf eine Bezugsperson angewiesen. Seinem Auge geht es immer schlechter. Ich bin so traurig und kann ihm nicht helfen. Obwohl er nicht mehr viel sehen kann riecht er jeden morgen die Rehe. Ich muss aufpassen. Charly hat um 9.30 Uhr angerufen, um zu fragen, wie es mir und Bläcky geht.

Ich habe gestern grosse Wäsche gehabt, da ist noch alles hochzutragen, zusammenzulegen, zu bügeln. Ich besorge ja auch Charlys Wäsche. Charly hatte jemanden zu fahren: das Ganze spielte sich wieder in der Mittagszeit ab und wir mussten mit dem Essen warten. Um 13.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen und dann musste er die „Flundere“ ins Altersheim fahren. Sie ist zu bequem zu laufen. Ja, ja, so ist Charlys Verdienst. Am Nachmittag habe ich alles gebügelt und eingepackt, um die Wäsche mit in den Camp zu nehmen. Der Tag war gespickt mit vielen Arbeiten, die niemand sieht, aber gemacht werden sie. Ein so richtiger Tag daneben war das. Ja, auch so gehen die Tage vorbei. Ein Hin und Her, wer weiss, wie und was.

 

 

  1. März 2011, Samstag

Heute ist mein Geburtsta. Ich habe  im Dorf im Lebensmittel Geschäft , eine Fleischplatte und auch eine Käseplatte bestellt. Um 11 Uhr ist eine Frau, die Frieda, zu Besuch gekommen. Sie hat ein Poulet mitgebracht, weil sie wusste, dass ich das so gerne esse. Wir haben zusammen auf unsere Freundschaft angestossen. Als meine drei Kinder Robert Junior, Gabriela und Sandra noch klein waren, haben wir nebeneinander gewohnt. Und unsere Freundschaft ist noch immer intensiv. Ich weiss, was sie macht, wie sie lebt und auch, wenn sie traurig ist. Und das sind schon viele Jahre, das dauert seit 1975.

Ich habe heute viele Telefonanrufe von ehemaligen Lehrtöchtern erhalten, die ich ausgebildet habe. Und aus der ganzen Welt sind Anrufe gekommen: aus Äthiopien, aus Brasilien, Spanien, Kenia und Deutschland. Alle haben an mich gedacht. Wunderschön ist das, von allen meinen Freunden geliebt zu werden.

Um 12.30 Uhr ist Charly vorbei gekommen und hat mir einen Strauss rote Rosen geschenkt. Um 14 Uhr ist der nächste Besuch da gewesen. Da sind meine Schwester Verena und meine Schwägerin Asta gekommen, meine Freundin, die in meiner schwersten Zeit, als ich Krebs hatte, immer für mich da war. Sie fuhr mich 1990 in die Klinik, ins Inselspital, holte mir meine Wäsche im Spital zum Waschen ab, hat schwere Entscheidungen getroffen. Ich musste ja nach der Operation zur Kur, wollte aber nicht ohne meinen Hund Prienz gehen. Das organisierte sie. Ich durfte meinen Hund für 3 Franken pro Tag zur Kur mitnehmen. Und er durfte in meinem Zweibettzimmer schlafen. Meine beiden besten Freunde, Marlis und Werner, sind immer für mich da gewesen. Marlis war sogar 6 Tage bei mir im Kurhaus Haltenegg. Werner halt im Camp, Hecken zu schneiden und Rasen zu mähen. Doch auch mein Bruder Roman mit Regula hat mir einen Ehrenbesuch gemacht. Sie sind extra aus Sankt Gallen angereist. Es ist der schönste Geburtstag meines Lebens gewesen. Auch mein Ex hat angerufen und vom Kapitän habe ich auch einen lieben Anruf gekriegt. Meine Tochter ist mit ihren Kindern auch da gewesen. Ich habe den Tisch wunderbar gedeckt, so wie ich es gelernt habe, sehr fürstlich. Meine Enkelin hat ihren Freund mitgebracht. Es ist ein wunderbarer Tag gewesen. Schade nur, dass mein Enkel nur so schnell vorbei gekommen ist. Danke, es war schön, dass ihr alle vorbei gekommen seid, hat mich sehr gefreut.

 

 

  1. März 2011, Sonntag

Heute habe ich aufräumen und Geschirr zurück bringen müssen. Der ganze Tag ist ein Glückstag gewesen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Danke schön. Ich bin noch sehr müde.

Wir haben auch fein gegessen und einen guten Tropfen Wein dazu getrunken. Ich habe das Geschirr in die Käserei zurück gebracht und auch alles bezahlt. Meine Freundin Doris lebt in Spanien und hat heute, am 13. März, Geburtstag. Das kann ich nicht vergessen. Sie und ihr Mann sind ausgewandert und leben seither in Spanien. Sie haben dort ein Haus gebaut, sind pensioniert und leben da. Es sind ganz liebe Freunde an meinem Wohnort gewesen, wo ich damals verheiratet war.

Ich habe noch Bläckys Auge gepflegt und dieses wunderschöne Gesteck, das ich über Fleurop von der Kapitänsfamilie erhalten habe, immer wieder bewundert. Es ist ein Traum, besteht aus auf einem Anker gesteckten Rosen und verschiedenen Irisarten. Um 11 Uhr ist Charly zum Mittagessen gekommen. Er hat aber viel zu tun gehabt und meine Stalkerin fahren müssen. Vor ihr habe ich aber jetzt Ruhe.

 

Am Nachmittag bin ich mit Bläcky im Camp gewesen. Wir haben noch bei mir mit alten Camperfreunden auf meinen Geburtstag angestossen. Es ist ganz schön gewesen, das kleine, enge Familienfest.

Zu Hause angelangt, habe ich nicht mehr viel Arbeit geleistet, bin müde gewesen. Ich bin ja auch schon am packen, um in mein geliebtes Heidiland zu ziehen. Ich habe noch einen schönen Film angeschaut. Dann bin ich noch mal mit Bläcky raus und habe mich noch von Charly verabschiedet. Es ist Zeit für mich, ins Bett zu gehen.

 

 

  1. März 2011, Montag

Ich bin gut aufgestanden. Bläcky hat mich aufgeweckt. Er wollte raus, spazieren. Im Moment ist es noch sehr kalt. Das Wasser im Camp wird im Winter abgestellt und im Frühling so um Ostern herum bekommen wir wieder Wasser. Im Moment kann ich im Camp auch noch nicht putzen. Aber meine Wohnung kann ich seeklar machen. Ich will ja auch da oben Ordnung haben, wenn ich in meine Sommerresidenz ziehe. Für Bläcky ist es besser, im Camp zu wohnen. Da ist der weg zum Wald kürzer. Er mag gar nicht mehr Treppen steigen. Es geht ihm soso lala, er erblindet ganz und das ist sehr traurig. Charly hat angerufen. Er kommt um 11 Uhr zum Mittagessen, muss um 13 Uhr aber jemanden nach Marsens fahren. Am Nachmittag habe ich wieder Lebensmittel ins Camp gebracht und am Abend bin ich vom vielen Treppensteigen, rauf und runter, todmüde gewesen. Ich bin früh ins Bett gegangen und sehr zufrieden mit mir selber gewesen. Es muss ja alles erledigt werden, fast alles schaffe ich alleine. Ich freue mich auf morgen. Charly will mit mir ausfahren. Er will irgendwohin, wo er weiss, dass das mir gefällt. Ins Gantrischgebirge, da war ich früher immer mit meinen Kindern in den Ferien. Strom gibt es da nur mit 20 Rappenstücken und Wasser bezieht man aus einer Zisterne. Da oben bin ich auch zu Hause, ich freue mich darauf. Gute Nacht

 

 

Ich war Abwartin in einer Clubhütte, viele Jahre lang. Und so verbrachte ich mit meinen Kindern viele schöne Ferien. Da mussten wir mit Skiern und Rucksack 1 Stunde laufen, um zu dieser Berghütte zu kommen. Der Name der Hütte war „Dürrentannen-Hütte“. Es waren wundervolle Ferien. Der Weg zum Restaurant dauerte 1 Stunde mit Skies. Im Winter ging das nur zu Fuss. Das Licht brannte nur, wenn man 20 Rappenstücke in den Stromkasten einwarf. Wasser erhielt man nur über eine Zisterne, was auch nicht immer funktionierte. Aber was soll’s: es waren traumhafte Ferien, wenn auch manchmal mit Zwischenfällen. Wir hatten einmal Frühlingsferien und wollten auch in diese Hütte, um uns ein bisschen zu erholen. Da man ja nur auf Skiern und mit Rucksäcken zu dieser Hütte kommen konnte, gab das

damals ein Problem. Denn die Tochter Gabriela hatte einen Gipsfuss, eine Bänderzerrung, und musste mit dem Rettungsschlitten zur Hütte gebracht werden. Und so konnten wir den ganzen Proviant nicht mitnehmen. Wir mussten zuerst die drei Kinder in die Hütte bringen und etwas später den Rest Proviant holen. Das dauerte ca. 1 ½ Stunden auf Skiern. Als wir dann mit dem Proviant ankamen, hatte unsere zweite Tochter auch eine Bänderzerrung. Sie hatten den Rettungsschlitten benutzt, um eine Talfahrt zu machen. Alle drei waren auf dem Schlitten und dann fuhren sind sie über einen Hügel, stützten und Tochter Sandra war verletzt. Ja, und der Junior war ja gar nicht schuldig, es war seine Idee. So mussten wir am Morgen mir der jüngsten Tochter per Rettungsschlitten zu Tal fahren und auch ihr Bein wurde geschient. Ferien waren es immer noch, aber wirklich nur in der Hütte. Das war ein Krankenlager, das ich nie vergessen werde. Aber mit drei Kindern ist das halt so. Manchmal kommt es anders, als man denkt.

Und dieser Ausflug mit Charly hat mir alle meine Erinnerungen in dieser Hütte aufgewühlt. Es sind schöne Erinnerungen an eine Zeit mit Kindern, die ich nie vergessen habe und an die ich an dem Tag noch mal erinnert worden bin. Danke Charly, es ist ein wunderbarer Tag gewesen.

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Ich bin früh erwacht und mit Bläcky raus. Dann habe ich einen feinen Kaffee getrunken und Bläcky gepflegt.

Um 8.30 Uhr habe ich losfahren müssen, denn heute ist Yoga mit meinen lieben Frauen und der Yogalehrerin, meiner Schwester Verena, angesagt. Ich freue mich darauf, kann wieder Kraft tanken. Um 11 Uhr bin ich wieder auf der Heimfahrt gewesen, habe ein Poulet gekauft. Charly hat angerufen, als ich wieder zu Hause gewesen bin, dass man um 12 Uhr zu Mittag essen könne.

Am Nachmittag würde noch meine Tochter kommen, um mir im Camp zu helfen. Darüber freue ich mich. Charly ist ja beschäftigt gewesen. Wir sind anschliessend mit unseren Hunden Wasco, Dana und Bläcky spazieren und in die Sense baden gegangen. Es ist ein ganz schöner Tag gewesen. Charly ist dann auch wieder da gewesen. Wir haben zusammen ein Plauderstündchen gemacht, Kaffee getrunken und Pläne geschmiedet. Solange man noch Pläne im Kopf hat, geht das Leben weiter. Ich muss heute Abend ein feines Bad nehmen. Mir tun alle Knochen weh vom Tragen und Treppensteigen. Ja, man ist halt nicht mehr zwanzig. Zu Hause angelangt, habe ich mit Charly Abendbrot gegessen und, als Charly nach Haue gegangen ist, meine Hände in die „Schoss“ gelegt, entspannt und einen wunderschönen Film von Lindström, vom Meer, den Bergen und der Freiheit angeschaut und geträumt. Gute Nacht zäme.

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Ich bin spät aufgestanden und habe Muskelkater gehabt. Aber Bläcky musste raus und das ist das Erste, was ich am Morgen mache, raus aus dem Haus. Ich freue mich, denn ich werde morgen im Camp einziehen und meine Winterresidenz verlassen. Die Stalkerin wird mich in Ruhe lassen. Sie weiss nicht, wo ich im Camp wohne. Sie hat Charly gefragt, ob sie mich da besuchen könnte. Charly hat gesagt, besser nicht. „Heidi will ihre Ruhe haben“.

Ich bin natürlich immer orientiert, wenn er sie fahren muss. Aber darüber stehe ich. Ich bin stark, mich haut nichts mehr so schnell aus den Socken. Ich freue mich darauf, die erste Nacht im Camp zu schlafe und mein Heidiland, da wohne ich im Sommer ja schon 34 Jahre lang, es ist mein Ein und Alles.

Ich „nüdere“ noch ein bisschen um mein kleines Iglu herum. Zu tun gibt es noch vieles. Ich nehme mir die Zeit und erledige . eines nach dem anderen. Morgen ist ein neuer Tag. Ich werde fernsehen und träumen, und ein bisschen nachdenken über meine guten und schlechten Zeiten. Gute Nacht, wunderschön, diese Sterne am Himmel. Ich habe bestimmt etwa 10 Fotos gemacht, ehe ich in mein Bett geschlüpft bin und eine gute Nacht gehabt habe.

 

 

  1. März 2011, Donnerstag

Welch eine Ruhe im Camp! Wir wohnen hier so nahe zusammen. Jeder nimmt Rücksicht. Bläcky ist auch soso lieb ruhig, da fängt das Leben wieder richtig an. Ruhe, keine Klopferei, ein ganz neues ruhiges Leben hat angefangen. Vor der Stalkerin ist Ruhe, Ruhe!!!

 

Nach einem wunderschönen Spaziergang mit Bläcky habe ich fein gefrühstückt. Charly ist mit Gipfeli da gewesen, welch schöne Überraschung. Ich habe das erste Mittagessen im Camp gekocht und dann mit Charly fein gegessen und geplaudert. Es ist sehr gemütlich gewesen. Ich bin daran, einzurichten und draussen meinen schönen Tulpen, Vergissmeinnicht, Maiglöckchen zu zuschauen, wie alles zu blühen anfängt. Auch der Seidelbast blüht schon und die Natur erwacht, wunderbar. Das ist eine andere Welt, meine Welt.

Am Nachmittag habe ich eine halbe Stunde geschlafen, dann bin ich mit Bläcky an die Sense gegangen. Er sieht den Fluss nicht mehr, aber er liebt das Wasser und freut sich immer, wenn wir da hingehen; Dahin, wo ich die Asche von meinem geliebten „Dölf“ gestreut habe. „Dölf’s“ Lieblingsplatz war das. Wir werden ihn nie vergessen. Es ist eine neue Zeit, eine neue Ära, das Leben geht weiter. Diese Gedanken kann ich nicht aus meinem Kopf streichen. Es war halt eine schöne Zeit.

Heute ist heute, wir zwei leben weiter. Ich hoffe, dass ich noch für Bläcky sorgen kann. Er braucht mich, ich bin ja noch da.

 

 

  1. März 23011, Freitag

Heute habe ich mit Bläcky ins Tierspital fahren müssen. Er hat riesige Probleme mit seinem Auge. Da, in die Praxis, will er ja gar nicht reingehen. Ich muss ihn weiter mit Augentropfen behandeln.

Mit geht es gut, ich bin super aufgestanden und habe mir schon wieder Pläne gemacht, was ich heute so alles verrichten könnte. Ich habe angefangen, meinen Gartenzaun neu zu streichen. Er braucht auch ein neues Kleid. Das ist eine schöne Arbeit, die Farbe riecht gut und ich bin draussen in der freien Natur. Zwischendurch habe ich einen Schwatz mit den Italiener-Nachbarn gehalten, habe gelacht und bin vergnügt gewesen. Es hat ein schnelles Mittagessen gegeben mit Charly. Er ist viel auf Achse mit seinem Geschäft. Er ist ein beliebter Taxifahrer. Es ist schön, wenn er Arbeit hat. Gegessen haben wir Spaghetti Carbonara mit Nüsslersalat, das ist fein und ist schnell gekocht. Danach ist er unterwegs gewesen und am Abend auch noch schnell bei und vorbeigekommen, ehe sein Freitag-Nacht Geschäft losgegangen ist. Da fährt er ja mehr oder weniger die ganze Nacht. Ich telefoniere viel mit ihm. Ich weiss, wie, was, wenn und wo er fährt. Super, gute Nacht.

 

Diese nächste Seite im Manuskript kann ich keinem Tag zuordnen. Bitte füge es dort ein, wo es hin gehört.

 

Er hat den Kaffee schon zubereitet gehabt. Ich habe mich hinsetzen können und der erste Sonnenstrahl sass mit gegenüber, am gedeckten Tisch. Denn draussen ist es heute kalt und nass, drinnen hat aber die Sonne geschienen. Es war ein Aufsteller – danke Charly.

Um 11 Uhr hat er jemanden fahren müssen. Sein Taxigeschäft soll ja florieren, das freut mich auch. Ich habe ums Mobilheim herum gewerkelt, bei meiner langjährigen Freundin Edith Rasen gemäht. Auch bei zwei Freunden, Rolf und Mercedes, hat der Ragen gepflegt werden müssen. Zwischen 12 Uhr und 13 Uhr ist Ruhezeit. Danach bin ich auch meine Rasenmäher-Tour gegangen. Das gibt zu tun, ist aber eine gute Therapie für mich. Ich mache es sehr gerne. Denn die Sonne hat mich doch noch mit ihren Strahlen beehrt. Das Gras ist schnell getrocknet gewesen und eine Arbeit weniger für mich.

Am Abend ist noch Charly zum Abendbrot da gewesen. Er ist früh nach Hause gefahren und ich habe mich heute auch früh reisefertig gemacht, für einen erholsamen Schlaf. Ich bin sehr müde. Gute Nacht.

 

 

  1. März 2011, Samstag

Schon bald bin ich endgültig im Camp eingerichtet. Offiziell ist er aber erst ab April offen. Ich schlafe noch in meiner Wohnung und bin sehr gut aufgestanden. Es wird jeden Tag ein bisschen eingepackt. Meistens brauche ich 2 Wochen, bis das letzte, was ich im Camp brauche, auch an Ort und Stelle ist.

Charly hat sich erst um 14.30 Uhr gemeldet. Ja, das ist schon eine Warterei. Zum Glück habe ich Bläcky. Mit ihm kann ich raus spazieren gehen und die Zeit vergeht schnell. Im Camp habe ich dann wieder meine besten Freunde, die Kameradschaft. Nachbarschaft wird da gross geschrieben. Ich muss einfach schauen, dass mir da oben nicht die Decke auf den Kopf fällt. Charly hat mir noch geholfen, Sachen in den Camp zu transportieren. Am Nachmittag sind wir im Camp bei Kuchen und Kaffee gewesen. Bläcky hat den Spaziergang zusammen mit Charly auch genossen. Und so ist der Samstag auch schon bald vorbei gewesen. Denn um 18 Uhr hat er Arbeit gehabt und ist die ganze Nacht gefahren. Wir haben ein paar Mal zusammen telefoniert. Ich habe ferngesehen und bei einem Glas Rotwein den Abend mit Bläcky verbracht. Gute Nacht, ich bin müde.

 

 

  1. März 2011, Sonntag

Heute wird mein Bruder Walter 70 Jahre alt. Wir sind eingeladen. Am Morgen bin ich mit Bläcky raus und anschliessend habe ich am Fernsehen Skifahren geguckt. Es ist mein Fernsehsport. So geht der Sonntagmorgen schneller vorbei. Ich brauche ja nicht zu warten, bis ich etwas von Charly höre, denn ich habe vorher auch alleine gelebt. Meistens macht er mit einem Freund noch die Wochenabrechnung, dann wird es so oder so 15 Uhr bis 16 Uhr. Dann könnte unser, mein Tag, beginnen, wenn man dem so sagen kann. Das wäre eigentlich der Tag, an dem er sich freistellt. Heute sind wir bei meinem Bruder zum 70-igsten Geburi eingeladen. Um 16 Uhr, da haben wir uns schon beeilen müssen. Wir haben Bläcky mitgenommen, er hat im Auto auf uns gewartet. Es hat Fondue Chinoise gegeben. Zum Dessert haben wir eine selbstgebackene Torte von Schwägerin Asta gegessen und es ist eine schöne Geburtstagsfeier gewesen. Alle waren dabei, meine Geschwister Walter, Verena, Heinrich und Roman mit Anhang. Ein wunderschöner Tag ist zu Ende gegangen. Den Abend haben wir noch mit dem Wunschkonzert von Radio Fribourg abgeschlossen. Ich bin früh zu Bett gegangen. Tagwache wird um 5 Uhr sein: der Dienst ruft.

 

 

  1. März 2011, Montag

Ich bin um 5 Uhr aufgestanden. Charly hat einen Auftrag gehabt. Vorher habe ich Kaffe getrunken mit Charly, dann bin ich noch mal ins Huli geschlüpft. Ich habe eben noch 3 Stunden Schlaf gebraucht. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky raus und habe gepackt, denn diese Woche werde ich in den Camp zügeln. Bis ich alles, auch das, was man am meisten vergisst, wie die Tabletten und Toilettensachen, und, und, und, zusammen habe, gibt es viel zu tun.

Charly ist um 12 Uhr zum Mittagessen gekommen. Er ist nervös gewesen, hat kaum Zeit zum Essen gehabt. Der „Doggu“ Stalkerin hat ihn wieder bestellt und das nervt mich sowieso.

Ich gehe am Nachmittag noch einkaufen und gleich im Camp alles einräumen. Hilfe habe ich wenig, aber ich bin mich ja gewohnt, fast alles alleine zu arbeiten. Meine Tochter hat noch angerufen, um zu fragen, wie es mir geht. Darüber freue ich mich immer. So ist der Tag schnell vorbei gegangen. Ich habe noch schnell etwas gewaschen und die Wäsche aufgehängt. Charly hat zu tun, er hat noch angerufen. So wird heute früh Feierabend sein. Ich freue mich, eine Nacht durchzuschlafen.

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Ich habe früh aufstehen müssen und mit Bläcky gehen. Ich habe Yoga gehabt. Ich freue mich, denn ich verbinde das immer mit Besuchen von Freunden, die in dieser Gegend wohnen. Um 12.15 Uhr bin ich wieder zu Haue gewesen. Bläcky ist ja bei mir. Ich habe ein Poulet zum Mittagessen gekauft. Um 12.30 Uhr haben wir beiden essen können. Dann haben wir einen Mittagsschlaf gehalten. Den brauche ich, 30 Minuten reichen. Danach bin ich wieder fit für neue Taten. Ich bin ja daran, einzupacken und meine Wohnung sauber zu machen. Ich gehe ja, lebe ja ab Ende Woche im Camp in Thörishaus, für ca. 7 bis 8 Monate. Ich freue mich riesig. Charly hatte einen Termin mit einer älteren Dame. Sie ist 87 Jahre alt. Er muss sie mit dem Taxi in die Therapie fahren und wieder abholen. Das ist eine sehr nette Frau. Sie lebt im Altersheim, ist aber öfter sehr traurig. Man hat sie einfach versetzt, aus ihrer Wohnung geholt und ins Altersheim gebracht. Ich hoffe, dass das mit mir nicht passieren wird. Dafür werde ich schon sorgen. Ich bin sehr müde heute, ich gehe früh schlafen. Wir habe noch fein gegessen und Charly hat sich verabschiedet. Gute Nacht.

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Charly hat uns aufgeweckt. Er hat einen feinen Kaffee zubereitet. Ich habe mich an den gedeckten Tisch setzen können. Er ist auch noch mit Bläcky raus und so ist es beim Frühstück ganz gemütlich gewesen. Bläcky hat natürlich auch sein Gudi haben wollen. Wir haben noch viele Sachen in den Camp gezügelt. Charly hat geholfen. Er hat aber gleich wieder fahren müssen. Seine Kundin ist eine etwas asoziale Frau gewesen. Sie hat kein Geld, aber Taxifahren und die Preise drücken, das schon. Und manchmal reicht dann das Geld nicht mehr, um die Fahrt zu bezahlen. Diese Kunden gehören halt auch dazu. Mich nervt das, denn ich habe gelernt, nur so viel Geld auszugeben, wie man besitzt. Aber eben, heute ist das eine andere Zeit. Ich bin

später mit dem Auspacken fertig gewesen und habe noch einen grossen Spaziergang mit Bläcky gemacht. Mein Schatz ist noch schnell da gewesen, hat aber einen Gast ins Restaurant fahren müssen Dieser Mann hat Probleme mit seinen Beinen und möchte halt auch mal raus aus dem Haus. Ich habe noch einen schönen Film von Rosamunde Pilcher geschaut und bin danach ins Bettchen und husch, husch, schlafen. 

 

 

  1. März 2011, Donnerstag

Ich habe einen Anruf von meiner „Nachbarin“ Heidi erhalten, dass der Platzwart uns das Wasser aufgedreht hat. Das wird ja im Winter abgestellt. Deshalb können wir auch nicht hier wohnen. Das hat mich sehr gefreut. Ich bin mit Bläcky raus und habe anschliessen einen feinen Kaffee getrunken. Dann bin ich in den Camp hinunter gefahren, um die Wasserhahnen aufzudrehen, zu entlüften, aufzupassen, ob nicht irgendwo ein Leck ist und mein Mobilheim plötzlich unter Wasser steht. Alles ist okay. Ich habe Charly angerufen und ihn orientiert, dass ich im Camp bin. Jetzt kann es losgehen mit Wohnen, mit dem Leben in der Natur, das Blumenmeer vor meinen Füssen. Der Fluss „Sense“ plätschert dahin, das Eis, das sich im Winter gebildet hat, schmilzt und die Natur fängt an, zu erwachen. Es ist ein ganz schöner Tag gewesen. Wir haben im Camp ein Fondue gegessen und warme Füsse gehabt. Die Heizung war an. Das neue Leben, ruhig, ohne Stalkerin, kann beginnen. Welch eine Ruhe, so lässt es sich leben, das Leben geniessen, die erste Nacht im Camp auskosten. In meinem Reich. Gute Nacht.

 

 

  1. März 2011, Freitag

Ich habe sehr gut geschlafen. Bläcky ist aber am Morgen sehr nervös gewesen. Er muss sich ja wieder an etwas Neues gewöhnen und mit seiner Blindheit zu Recht kommen. Wir sind spazieren gewesen, als mich Charly mit Gipfeli überrascht hat. Er hat seinen Einstand im Camp mit seiner Präsenz erbracht. Er fühlt sich auch sehr wohl im Camp. Er sagt, dass er früher, als er mich noch nicht kannte, meistens in der Beiz war oder zu Hause. Hier haben wir alles: ein kleines privates Beizli, frische Luft, einen lieben Hund, der gerne spaziert und so lässt es sich leben.

Charly hilft auch ab und zu etwas mit, wenn Not am Mann ist. Aber am liebsten sitzt er am Computer und lernt mit mir, weil ich ja dieses Metier Komputerwelt erst jetzt gelernt habe. Vorher war ich ja mit der Pflege meines verstorbenen Mannes „Dölf“ beschäftigt. Ja, es ist schön, noch etwas dazu zu lernen. Eine neue Welt hat sich für mich aufgetan. Ich freue ich, schlafen zu gehen im Camp, wo Ruhe ist, herrlich.

 

 

  1. März 2011, Samstag

Charly ist die ganze Nacht gefahren. Er ist erst um 5.30 Uhr ins Bett gegangen. Er hat sich gestern Nacht um 24.30 Uhr noch verabschiedet und eine gute Nacht gewünscht.

Heute bin ich schlecht erwacht. Ich hatte einen Albtraum. Den habe ich ab und zu. Als in den 40er Jahren der Krieg war, musste meine Mutter immer alles verdunkeln. Und man hörte nachts die Flugzeuge, die über die Grenze flogen. Mutti hat dann immer gesagt: „Sie kommen wieder“, und meinte damit eben die Flugzeuge. Und das träume ich heute noch. Mein Vater war ja im Aktivdienst an der Grenze und meine Mutter mit 4 Kindern alleine zu Hause. Ich war damals 3 Jahre alt. Heute ist eine schöne Zeit und ich geniesse mein Leben. Es herrscht kein Krieg mehr, kein Streit. Zufrieden ist mein Leben, es ging rauf und runter. Heute geht es „obsig“.
Charly hat eine Frau nach Kloten fahren müssen. Es ist er fast 5 Stunden weg gewesen vom Fenster und wir beide alleine, Bläcky und ich. Ich habe viel gewerkelt und mich mit meinem liebsten Gemüse verwöhnt. Das sind Hörnli mit Käse. Es ist auch schön, das Leben so zu geniessen, alleine mit Bläcky. Dann schätze ich es wieder, wenn Charly da ist und Freude bereitet. Er ist noch kurz da gewesen, hat aber gleich fahren müssen. Sein Geschäft ruft.

 

 

  1. März 2011, Sonntag

Letzte Nacht ist sehr kalt gewesen. Das Thermometer ist unter Null gesunken. Ich habe meine Rosen abdecken müssen. Sonst erfrieren die Knospen. Ich habe mich warm anziehen müssen, um mit Bläcky spazieren zu gehen. Ich habe ja gewusst, dass Charly erst um 15 Uhr bis 16 Uhr bei mir sein würde. Er ist bis um 4.30 Uhr gefahren. Das heisst, dass er mindestens 12 Stunden schläft. Was macht man an einem Sonntag, wenn der Mann so lange schläft. Planen kann man ja da nichts. Ich weiss, er möchte mich besuchen. Der Schlaf ist stärker. So ist man als Frau eines Taxifahrers die meiste Zeit alleine. In der Nacht, am Tage, die Gäste haben Vorrang.

Ich bin viele Male traurig, wenn ich sehe, wie Familien zusammen etwas unternehmen. Und ich stehe am Fenster und warte. Ich möchte auch ein so schönes Leben haben, etwas planen können, eine Schifffahrt unternehmen eine Dreiseenrundfahrt. Aber das geht nicht, er ist immer sehr beschäftigt.

Die Zeit reicht selten für mich. Er muss fahren, verdienen oder nichts erhalten, das wird gemacht. Und die Alte fährt allein nach Hause.

 

 

  1. März 2011, Montag

Ja, das Leben geht weiter. Es nervt mich, dass man keine Ansprechperson hat. So lange werde ich nicht immer kuschen, denn ich habe auch ein Recht, etwas zu unternehmen und ein glückliches Leben zu führen. Wenn nur jemand Zeit hätte. Ich glaube, Charly ist so angefressen von seiner Arbeit. Ich weiss nur, dass ich mein Leben nicht einschränken werde, wenn ich etwas posten werde. Ich mache das auch weiterhin.

Am Nachmittag ist Charly gekommen. Wir haben fein gegessen, nämlich Schnipo. Das hat sehr gut geschmeckt. Ich habe mich aber beeilen müssen, die Stalkerin hat schon wieder angefragt. Wenigstens kommt sie nicht mehr in meine Wohnung. Am Nachmittag bin ich mit Packen beschäftigt gewesen. Ich halte es in dieser Wohnung fast nicht mehr aus. Ich bin mit Bläcky in den Camp gegangen, um noch fertig zu putzen. Ich habe mich gefreut, als ich die lieben Leute gesehen habe und sie mich umarmt haben. Es ist eine schöne Geste.

Ich habe die Gardinen aufgehängt und rausgeputzt. Das mache ich seit 37 Jahren meistens alleine. Am Abend haben wir noch Abendbrot gegessen und den schönen Abend zu zweit genossen. Es war ganz herrlich. Ein anstrengender Tag ist vorbei gegangen.

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Ich habe früh aufstehen müssen und mit Bläcky raus. Anschliessend bin ich in die Yogastunde gefahren. Es bereitet mir sehr viel Spass, so liebe Menschen um mich zu haben, besonders meine Schwester Verena. Ihre ruhige Stimme lässt mich richtig in die Meditation gehen und gibt mir Kraft, weiterzuleben.

Um 11.30 Uhr bin ich wieder im Mobilheim Heidiland gewesen. Ich habe Besuch von Charly gehabt. Ich habe ein Poulet eingekauft, denn nach dem Yoga bin ich müde und mag nicht mehr noch lange Kochen. Charly ist dann noch mit Bläcky spazieren gegangen und dann haben wir einen Mittagsschlaf gehalten. Am Nachmittag hat Charly noch die Frau aus dem Altersheim in die Therapie gefahren und auch wider ins Heim zurück gebracht. Schliesslich waren noch die „Flundere“ zu fahren und am Abend der Camper. Für mich ist der Tag zu Ende gegangen. Ich habe noch ein bisschen Blumen in meinem Garten angepflanzt, Fernsehen geguckt und bin früh ins Bett. Ich bin oftmals am Abend sehr müde. Deshalb gehe ich eben etwas eher ins Bett. Ich wünsche einen guten Schlaf. Dankeschön. 

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Ich bin ja schon im Camp und habe viel zu tun. Zuerst bin ich mit Bläcky raus gegangen. Er will gar nicht mehr gerne raus. Das Schlimmste ist, dass ich das sehe, wie es ihm geht. Charly und meine Tochter bekommen es gar nicht mit, wie es uns geht. Es ist sehr schlimm, wenn man akzeptieren muss, dass nichts mehr hilft. Im Camp geht es ja besser. - Was heisst aber besser -. Es ist schlimm und ich weiss das. Es wird immer schlimmer. Um 10 Uhr hat Charly angerufen. Er ist mit einem Menschen beschäftigt gewesen, der Probleme mit Drogen hat und das brauche ich nun wirklich nicht mehr. Zu lange habe ich wegen meiner Tochter gelitten. Ich möchte nicht mehr darüber schreiben.

Um 12.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen und Charly hat mich aus meinem Tief heraus geholt. Am Nachmittag haben wir einen Ausflug ins Selital gemacht. Dort steht das Restaurant Schwarzenbühl, davon kannte ich den Senior Wirt. Aber auch da hat das Schicksal zugeschlagen. Der neue Chef-Junior hat mir erzählt, dass der Pappi gestorben ist. Es ist eine Superidee von Charly gewesen, mir die Welt zu zeigen: Die Welt, als alles okay war und die Blumen noch die Farben meiner Fantasie hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagebuch
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2.  Tagebuch
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Tagebuch:

Umzug nach dem Tod vom Dölf in eine kleinere Wohnung

 

Betrifft meinen Umzug in die Dreieinhalb-Zimmerwohnung  Februar 2010

 

Liebe Frau Scheurer

Der Hauptgrund, aus dem ich in die Dreieinhalb-Zimmerwohnung ziehen wollte, war nicht, dass ich den Preis für diese Wohnung nicht mehr zahlen konnte, Sondern weil ich es nicht mehr ausgehalten habe: das ganze Geschrei und Gebrüll von meinem Nachbarn, es ging immer um die kleinen Kinder.

 

Schon als "Dölf" noch lebte, habe ich immer gesagt, "Hast Du gehört“. Er war schwerhörig und hat immer verneint. Ich aber  habe  das Geschrei von dem Mann  nicht mehr ausgehalten. Es war manchmal vom schlimmsten Wort bis "godverdammi" alles drin. Endlich Ruhe! Ich weiss, wenn man Kinder hat, dass die nicht spuren wie Mann - Frau das gerne haben möchte. Aber wir waren eine Kleinbauernfamilie mit fünf Kindern. Da war dieses Geschrei nie zu hören. Wir haben alle einen Beruf erlernt und sind heute " gut „situiert". Meine drei Brüder haben Geschäfte in Bern, Zürich und Benken SG.

Meine Schwester hat eine Yoga-Schule, welche ich jeden Dienstag besuche und ich gehöre zu dieser Familie. "Dölf" hatte eine Eigentumswohnung in Bern, welche ich geerbt habe und seinen „Camping", der Vorbau mit Wagen misst 80 qm. Das alles habe ich geerbt und ich bin nicht auf eine Wohnung angewiesen. Ich könnte diese kaufen. Ich weiss auch, was und wie Mann - Frau als Mieter umgehen muss. Ich habe aber einen Notar- Anwalt, der alles für mich regelt. Ich werde also nicht eine Renovation unseres Badezimmers und WC wegen diesen blöden "Dübellöchern" begleichen. Wir haben nicht gebohrt und wozu ist ein Badezimmer da: bloss um anzuschauen, wo und wie Mann - Frau da etwas aufhängen könnte? Wenn es Probleme gibt, kontaktieren Sie bitte meinen Notar. Er wird das alles regeln, denn ich bin mich nicht gewohnt, mit sooo viel Geld umzugehen. Habe noch nie in meinem Leben so viel Geld gehabt.

 

 

 

 

Als Filialleiterin habe ich das aber gelernt. Nur so viel auszugeben, dass ich auch noch, halt ohne meinen Lebenspartner, ein für mich anständiges, gutes, lebenswertes Leben geniessen kann. Ich habe gemerkt, dass ich auch ohne meine treusten Freunde weiter leben kann. Ich muss mich nicht von Leuten dirigieren lassen, die mir nichts bedeuten, denn an Geld fehlt es mir nicht. Ich möchte einfach in Ruhe meinen Lebensabend geniessen, ohne Geschrei und Gezeter, denn das brauche ich nicht. Ich habe viel durchgemacht und hätte es verdient ein ruhiges und stilvolles Leben zu geniessen. Sollten Sie diese "Dübellöcher" noch weiter beschäftigen, dann können sie die Adresse meines Notars gerne erfahren. Ich habe das nicht nötig, mich von jemandem "demütigen" zu lassen. Ah, was sehe ich da: Oh Löcher. Das ist verboten. Das steht nirgends im Mietrecht. Ich weiss, sie sind am längeren Hebel. Sie haben das "Zepter" in der Hand. Sollte ich Sie beleidigen dann, können sie ja "ihre Massnahmen vollziehen". Für mich kein Problem, ich habe noch eine Eigentumswohnung in Bern geerbt und einen zweiten "Camping" in Thörishaus und einen Bungalow in Watamu Kenia. Es ist manchmal schwer, wenn man Frau "so viel erben kann " und alle denken, das ist ein armes "Huscheli" Ich aber werde das Erbe meines Lebenspartners "Dölf" in Würde und Vernunft antreten und so hoffe ich doch noch ein paar Jährchen innig und freudig zu erleben,. ohne Stress und ohne Sorgen. Denn das kann ich. Er hat für mich gesorgt. Denn er war ein arbeitsamer Mensch der, für mich nur das Beste wollte. Er aber fehlt mir! Was nützt das ganze Geld wenn der Mensch fehlt. Es muss weiter gehen. Mit Bläcky, mein Hund, und meinen Geschwistern und meine Tochter Sandra und ihre Kinder Carmen und Luca.

Meine Nachbarin wusste es,  und hat das auch gehört, aber niemand hat etwas gesagt. Ich habe diese  Kinder sehr lieb. und in mein Herz geschlossen. Alles hängt wahrscheinlich mit der Frühschicht und Spätschicht zusammen. Aber das ist ihr Problem. Nun ist es ruhig, ich kann aufatmen und, so hoffe ich, mich an der Ruhe erbauen. Ich werde sowieso im Frühling wieder in mein Domizil „Heidiland“ im Camp ziehen. Das Domizil von meinem "Dölf" hat meine Tochter Sandra geerbt. So habe ich weiterhin meine Familie um mich herum und kann mich im meinem "Heidiland" erholen und den Sommer in vollen Zügen geniessen. Ich werde mit Blumen, Pflanzen und in der Natur leben und, so hoffe ich, mein Leben voll geniessen: Immer im Sinne, noch meine

 

 

Kinder Enkelkinder in der Nähe zu haben. Das Leben ist lebenswert, man muss nur wissen, ob man es Leben will?!

 

25.Februar 2010
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3.  25.Februar 2010
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  1. Februar 2010

Nun bin ich umgezogen in mein Reich. Ich hoffe, dass ich da meine Ruhe finde.

Die blöden Dübellöcher haben mir den Abschied aus meiner Viereinhalb-Zimmerwohnung vermiest, denn wenn ich denke, was mein "Dölf" alles repariert hat, was nicht so war, wie es sein sollte, haben die Vermieter viel gespart. Diese Ära ist wohl ein neues Leben, alleine ohne meinen geliebten Lebenspartner fängt an. Mein neues Heim war nicht so sauber, wie ich meine und "Dölf's" Wohnung verlassen habe. Ich habe mir mit meiner Familie und Freunde Mühe gegeben, das Beste daraus zu machen. Alle haben mir beim Umziehen geholfen und auch beim Putzen. Nun wohne ich in Nummer 41 und glaube, meinen Weg gefunden zu haben. Leider ohne "Dölf", den kann man nicht ersetzen. Es ist keiner mehr da, der repariert und hilft. Nun heisst es, sich auf eigenen Füssen hoch zu rappeln, ob es haut oder sticht. Niemand nimmt Rücksicht auf das, was passiert ist. Es ist der Tod eines geliebten Menschen, mit dem Frau zu Recht kommen muss. Zum Glück habe ich meine Tochter mit Ex-Mann und Enkelkinder, die mir sehr zur Seite stehen und mit mir mein Leid teilen.

Es ist einfach unbeschreiblich, ausser man hat es am eigenen Leib- Seele erlebt: Welch ein tiefes Loch entsteht, wenn Mann - Frau einen Lebenspartner verliert. Wir hatten 11 Jahre lang eine wunderschöne Zeit. Er hat für mich alles gegeben. Wir verbrachten Ferien in Kenia, wir haben alle unsere Ausgaben geteilt. Kenia, das war immer ein "Geschenk" für mich, für unsere schöne Partnerschaft. Derjenige, dem es gut ging, hat Aufgaben übernommen. Ich war in den letzten zwei Jahren immer für ihn da, ohne wenn und aber. Nun ist das vorbei. Der Tod hat unsere schöne Lebensgemeinschaft getrennt. Für ihn war es gut, dass er "gehen" konnte, denn das war keine Lebensqualität mehr. Er war die letzten zwei Monate nur noch im Pyjama an der Lungenmaschine und am Inhaliergerät angeschlossen. Ohne ging nichts mehr. Unser Weg führte nur noch entweder zum Arzt oder zum Lungenspezialisten um Wasser zu ziehen, manchmal bis

 

zu drei bis vier Liter. Oder in die Chemotherapie, was ja auch nicht geholfen hat. Sechs Zyklen haben wir gemacht, und es ging ihm immer schlechter. Am 14. Oktober durfte oder konnte er sterben da ja nichts mehr geholfen hat. Es war pallative Sterbehilfe. Er hatte eine Verfügung gemacht, welche ich auch ins Lindenhofspital gebracht habe.

Seine Worte waren: „Ich weiss nicht, was ich machen soll“. Es ging ihm so schlecht.

Ich wurde um 3.00 Uhr angerufen. Man teilte mir mit, dass es ihm sehr schlecht. Ich bin dann sofort ins Lindenhofspital gefahren. Aber er war schon abwesend. Er hat immer nur gesagt: „Was soll ich machen?“. Um 08.30 ist er dann nach einer Spritze Morphin wieder eingeschlafen.

Ich ging nach Hause, nachdem ich die Schwester gefragt habe, ob das geht. Sie hat ja gesagt, denn ich musste mit meinen zwei Hunden schnell mal raus. Dann habe ich meine Tochter angerufen, und sie kam sofort. Wir waren dann um 09.30 Uhr wieder im Spital. Wir hatten aber zwischendurch auch ein Gespräch mit dem Chemospezialist. Er hat mit mir besprochen, dass, wenn es ihm ganz schlecht geht, "Dölf“ in ein Einzelzimmer verlegt würde. Das wurde er dann und hat nur noch gehechelt. Es war schlimm, so was mit anzusehen. Um 9.30 Uhr waren wir bei ihm. Er hatte Tränen in den Augen und hat unsere Hände gedrückt. Ich habe ihm gesagt, "Dass er jetzt gehen könnte, dass wir da wären. Meine Tochter hat gesagt, dass sie auf Mami und ich auf Blacky aufpasst, dass wir unseren Bläcky, den wir gemeinsam aus dem Tierheim „Estavayer“ geholt haben, bei mir bliebt, so lange er und ich lebe. - Er ist dann im Beisein einer Schwester friedlich eingeschlafen. Sie hat uns erklärt, dass das "Herz" aufgehört hat, zu schlagen. Tot.

Ich war so neben den Schuhen, dass ich es vorerst nicht begriffen habe. Erst als wir im Café etwas getrunken haben, und etwas später wurde es mir bewusst. Erst, als "mein Dölf" in seinen Kleidern, die er eigentlich wollte, um nach Hause zu gehen, ohne die Lungenwasser-Melkmaschine und ohne die vielen Geräte, mit einem Blümchen zurecht gemacht, friedlich dalag. Irgendwie war es eine Erlösung für ihn, aber auch für mich, denn wenn man seinen Lebenspartner so daliegen sieht, wie ein Häufchen Elend, ist das kaum auszuhalten.

 

 

 

Nun ja, als Verdingchind hatte er ja damals auch keine Rechte. Er war da, war als sechs Wochen altes Baby abgegeben worden, weil der Vater auf einer Baustelle, tödlich verunglückte und die Gemeinde der Mutter die sieben Kinder weggenommen hatte. Er wurde verschüpft und weiter gegeben, wie ein Stück Ware. Darüber möchte ich lieber nicht viel schreiben. Er war als Kind „ein Arbeitstier“. Man drohte ihm: „Und wenn Du nicht spurst, kommst du ins Heim“. Er hat sich im Hundehaus versteckt, er wurde fast im Brunnentrog ertränkt, er hatte keine warmen eigenen Schuhe. Die Füsse waren im Winter immer etwas gefroren, da er keine eigenen Schuhe hatte. Jeden Morgen früh musste er in die Käserei laufen, bevor er in die Schule gehen konnte. Er wurde im Alter von 8 Jahren verknechtet. Er erhielt wenig essen und alle assen  aus einer Platte. Die stand einfach mitten auf dem Tisch. Er kannte keine Mutterliebe, keine Anerkennung, ja eigentlich sollte er gar nicht da sein. Geboren, um wegzugeben, verschachert zu werden. Seine Geschwister waren auch nicht für ihn da. Er hat das Leben als Verdingbub erlebt, und keine Elternliebe erhalten.

Er hat dann aber seinen Weg gemacht. Mit Hilfe des Göttis, hat er gesagt, konnte dann auch einen Beruf als Maschinenmechaniker erlernen und hat sein Leben gemeistert. Er hat dann auch eine liebe Frau kennen gelernt und sie waren mehrere Jahre verheiratet. Leider ist sie an einem Herzinfarkt gestorben und so war er wieder alleine. Ich habe seine Frau gekannt. Sie war eine herzensgute Frau und die beiden haben zusammen gepasst. Ich kannte die beiden vom Campingplatz und hatte ein gutes Verhältnis mit ihnen. Ich bin öfters mit seiner Frau, ihrem und meinem Hund spazieren gegangen.

Seit 1995 war ich „Dölfs“  Lebenspartnerin, und wir hatten wunderschöne Jahre. Er hat mich auch verwöhnt, wir haben das Leben zusammen genossen. Wir flogen im Winter immer für zwei bis drei Monate nach Kenia. Es war wunderschön. Denn die Gefühle, die er ja nie haben durfte, als Verdingchind, die waren wieder da. Und es ist einfach schade, ich vermisse ihn, ich hätte gerne noch ein paar Jahre mit ihm zusammen gelebt. Leider ist das alles vorbei. Ich vermisse ihn, sein Lachen, seine „Zwillignssprüche", seine Liebe, seine Nähe, sein lieben Worte. Er wird immer in meinem Herzen weiter leben, denn kein Band auf der ganzen Welt ist soo stark, „wie das Band des Herzens“. Ich hoffe, dass ich das schaffe, mit allen meinen lieben Geschwistern, Enkelkinder u.s.w., mit meiner Tochter, die mir immer zur Seite steht.

 

Ohne ihre „Hilfe“ hätte ich es bis anhin nicht geschafft. Und so hoffe ich, soll es auch noch weiter gehen. Das Leben, leben lassen und anfangen mit viel Geduld, mit sich selbst weiter zu leben.

 

Da ist aber auch noch etwas, womit Mann – Frau zu leben hat.

Es geht um das Essen. Ich habe gekocht in all den Jahren, was er am liebsten hatte. Manchmal auch das, was ich mochte. Wir haben zusammen gekocht, jeder das, was er oder sie am besten konnte. Mein Beruf war ja voll auf das Essen ausgerichtet. Ich bin Lebensmittel- und Charcuterieverkäuferi und arbeitete mehrere Jahre bei einer bekannten Metzgerei in Bern. Als Filialleiterin habe Lehrtöchter ausgebildet und verschiedene Filialen als Ferienablösung geleitet. Es war ein Super-Job. Ich hatte mit den Auszubildenden immer sehr viel Spass. Habe heute noch Kontakt mit mehreren. Mein "Dölf" war Maschinist bei einer grossen Baufirma, während 42 Jahren. Er war ein sehr guter  Baggerfahrer, den man selten ersetzen  konnte. So hat er seine Jahre abgespult und geglaubt, dass es ohne ihn nicht geht. So war es früher, Mann- Frau hat geschuftet bis zum umfallen.

 

Auch ich habe im Shoppyland Migros Schönbühl gekrampft. Manchmal, wenn ein Märit war, über zehn bis zwölf Stunden. Ich habe den Märitstand geleitet und grosse Umsätze erzielt. 1990 war das schlimmste Jahr. Ich wurde mitten aus dem Leben gerissen. Ich hatte drei Kinder gross gezogen und dann Brustkrebs. Das war ein Hammerschlag, es war eine Zurücksetzung und etwas, das Frau einfach nicht haben soll. Für mich waren die Untersuchungen positiv. Ich habe Glück gehabt. Die Brust aber war weg. Meine Lymphdrüsen auch. Und so konnte ich nicht mehr voll arbeiten. Na ja, was dann passiert ist, ist ja klar. Ich durfte nur noch das machen, was ging. Niemand behördlich hat mir je geholfen. Mit meinen Freundinnen und ehemaligen Lehrtöchtern habe ich es geschafft, alleine das Leben zu meistern. Nach der Scheidung, das war im Jahr 1994, habe ich gelernt, dass das Leben auch lebenswert ist, wenn auch nur mit einer Brust. Das Herz machte mit und die vielen Operationen, deutlich sichtbar, habe ich akzeptiert.

 

 

 

 

Habe dann "Dölf" kennengelernt und er hat mich so akzeptiert, wie ich war von der Brust her "bis zum geht nicht mehr" operiert und eine einseitige Person, die halt doch zwei Seiten hatte. Die linke und die rechte Seite. Mal besser, mal schlechter. Ich war aber und bin

 

 noch da. Schön, zu leben, all das nach 20 Jahren. Überleben, eigentlich ging es ja ums " kochen, essen. Das ist heute mein grösstes Problem. Ich koche etwas Leckeres, Feines, ich gebe mir Mühe und dann, ja dann muss ich alleine essen. Niemand sagt: "das hast Du fein gekocht, niemand gibt ein Zeichen. So esse ich und habe das Gefühl: schnell runter, abräumen und vorbei ist die “Essenszeit”. Natürlich habe ich unseren Hund Bläcky, welchen wir mit sieben Jahren aus dem Tierheim geholt haben. Ich habe auch Dölf versprochen, dass ich auf ihn aufpassen werde. Bläcky , hat ein Augenleiden, "Keratitis“ . Ich muss ihm am Morgen und am Abend Tropfen in die Augen geben, sonst wird er erblinden. Das mache ich auch. Ich habe ihn als meinen treusten Begleiter und werde immer für ihn da sein. Auch er vermisst meinen "Dölf" und hat Angst, auch mich zu verlieren. Wenn mein Handy klingelt, fängt er an zu heulen, bis ich den Anruf entgegennehme. Er glaubt jedes Mal, dass das mein Lebenspartner sei, der anruft. Aber was soll ich machen von wegen Essen? Das ist das Schlimmste, denn ich kann ja nicht zu meinem Hund sagen, dass „das Gudi“ fein ist. Er kann sich nicht auf den Stuhl setzen und mit mir Essen. Das ist mein grösstes Problem,

während dem Essen alleine zu sein – „Schneller runter mit dem Zeug. Kein Genuss, keine Freude, keine Zuneigung, kein Danke“, es fehlt mir am meisten.

 

Ich glaube, mit meinem gesunden Lebensverstand, das alles zu meistern. Wo sind da die vielen Hilfswerke, Institutionen die überall helfen. Kein Mensch hat sich bei mir gemeldet. Ich habe alles durchgemacht mit seiner Krankheit Lungenkrebs. Ich war dauernd unterwegs, entweder beim Arzt, im Spital oder in der Chemotherapie. Niemand war da ausser meiner Tochter, die immer zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Notfall mit gefahren ist. Sie war für mich die einzige Bezugsperson, die mir in den letzten Tagen Monaten den Rücken gestärkt hat.

 

Nun sitze ich alleine mit einem Glas Rotwein, Kerzenschein, was bei mir dazu gehört, und meinem Hund Bläcky in der Küche.

Er schläft und geniesst meine Anwesenheit. Ich bin ohne meinen Lebenspartner da, und versuche, so gut es geht Weiter zu leben. Kein Band ist stärker auf der Welt als das Band des Herzens.

 

 

 

Aber auch das Schlafen ist ungewöhnlich. Da ging man am Abend ins Bett. Das Ritual waschen, Zähne putzen, gehörte dazu. Als es ihm so schlecht ging, dass er ohne Inhaliergerät und ohne Sauerstoffgerät nicht mehr schlafen konnte, war für mich die normale Nachtruhe auch vorbei. Ich habe immer mit einem Ohr aufgepasst und gehorcht, ob er normal atmet oder hyperaktiv war. Manchmal habe ich ihn aufgeweckt und dann haben wir uns in die Stube gesetzt und er hat inhaliert oder Sauerstoff bekommen. Mit einem kranken Menschen kann man nicht einschlafen, so als ob nichts wäre. Ich habe auf seinen Atem gehört und auch gekannt und wusste, wann ich reagieren sollte. Das glaubt ja niemand, was alles auf einem zukommt, wenn der Partner Atmungsprobleme hat. Manchmal hatte er einen guten Tag. Das heisst, er hat in der Zeit, in der ich mit Hund Bläcky Gassi ging, meistens Frühstück gemacht. Es gab immer zwei Passionsfrüchte und eine Banane, jeden morgen. Er aber hat gemerkt dass er nicht mehr so belastbar war und so habe ich in den letzten Monaten auch das

Frühstück zubereitet. Es ging einfach nicht mehr, aber das war doch kein Problem. Derjenige, der mochte, hat sein Aemtchen erledigt. Als er dann nicht mehr aus dem Pyjama raus wollte und nicht mehr essen wollte, wusste ich, dass es  ihm ganz schlecht ging.

Drei Stunden musste ich betteln, um die Ambulanz an zurufen. Sonntag Abend habe ich ihn Notfall eingeliefert. Er hat geschrien vor Schmerzen. Er hat zum Ambulanzfahrer gesagt. “Schade, dass ich kein Hund bin.” Dann auf die Frage: “Warum?” hat er gesagt,

Einem Hund könnte man eine Spritze geben.

 

Ja, nun ist er tot und mein Leben muss weitergehen. Ich will auch weiterleben.

 

 Nun ist das alles nach vier Monaten geregelt mit der ganzen Erbsache- Ich bin Alleinerbin, also die von ihm ein gesetzte Erbin. Ich bin nicht die gesetzliche Erbin, denn das wären seine Schwestern und deren Kinder, welche ich nie gesehen habe in all den Jahren, wo ich mit "Dölf" zusammen war. Seit 1995 waren wir zusammen, kannten uns aber schon seit 1978. Da hatten wir beide ein Mobilheim auf dem Camp in Thörishaus. Er war verheiratet und ich auch.

Meine Ehe ging 1990 wegen "Brustkrebs" auseineander, ich war nahe daran zu sterben. Hatte Glück: Trotz allen Tabletten oder eben weil ich das oder diese Therapie gemacht

 

habe, lebe ich heute noch. Eine schlimme Zeit war das, ich habe es aber geschafft und bin heute, 2010, noch da. Glück gehört auch zum Leben.

Dölf hat aber seine Frau Regina durch Herzinfarkt verloren. Sie hatte eine schöne Ehegemeinschaft gehabt und gearbeitet bis zum geht nicht mehr. Sie war eine herzensgute Frau. Ich habe Sie gekannt. Das war 1993. So haben wir uns dann näher kennengelernt Alle hatten eine Lehre absolviert. Robert Junior wurde Maurer, Gabriela lernte Sportartikelverkäuferin bei Vaucher und Sandra, die Jüngste, Lebensmitteltechnologin. So ging das Leben mit Brustkrebs vorbei. Ich habe immer als Filialleiterin, und Stellvertreter-Leiterin gearbeitet, habe dazu verdient und wurde dann abserviert. Das war so glaube ich im 1994. Mein Mann hat eine junge leistungsfähige Frau kennen gelernt, ja. 1971. Im 1995 starb dann auch Gabriela. Sie war drogensüchtig. Wir hatten für verschiedene Entzüge alles ausgegeben, es hat nichts genützt. Sie starb so wie ich das weiss an einem Kreislaufkollaps unter Alkoholeinwirkung. Ich musste das so akzeptieren. Traurig aber wahr.

Und mein Sohn, für den ich viel gemacht und Geld ausgegeben habe. Nach seiner "Flucht nach Siena" wegen Schulden, die nicht er gemacht hat, aber ein Hausbesitzer hat die Rechnungen, für die mein Sohn umgebaut hat, nicht bezahlt. Uns so blieb nur der Konkurs. Da war er als Versager abgestempelt, mit einem grossen Schuldenberg.

Mein Sohn lebt heute in der Schweiz hat, psychische Probleme und lebt vor sich hin. Er hat keinen Kontakt mit mir aber zum Glück mit seinem leiblichen Vater. Der hat mit seiner zweiten Frau auch wieder drei Kinder.

 

 

 

Es geht ihnen gut, wir haben einen guten Kontakt und keinen Streit Ich bekomme eine Rente nach dem Pensionskassensplitting und lebe gut, so glaube ich. Jetzt habe ich als Alleinerbin Geld, aber mein Lebenspartner fehlt mir.

Ich bin in eine kleinere Wohnung umgezogen und probiere, mich aufzufangen. Das mit unserem Hund, welchen wir vor zweieinhalb Jahren aus dem Tierheim „Estavayer“ geholt haben. Bläcky hat eine Augenkrankheit ,,Keratitis,,

 Ich muss morgens und abends Tropfen in die Augen geben. Das mache ich, denn was wäre, wenn ich ihn nicht hätte? Er bringt mich zum lachen. Er bringt mich zum weinen, , denn auch er vermisst „Dölf“. Er war einfach unser Kind-Tier, der geheult hat, wenn

 

mein Handy klingelte. Weil er wusste, das ist „Papi“ in Not. So haben wir uns immer verständigt, mit dem Handy wenn etwas passiert ist, oder wenn es „Dölf“ schlecht ging. Wenn ich unterwegs war. Heute, jedes Mal fängt Bläcky an, zu heulen. Er weiss ja, oder versteht es nicht, dass unser „Dölf“ nicht mehr zurück kommt. Die letzte Nacht, als ich „Dölf“ Notfall einliefern musste. Hatte ich zwei Hunde einen auf Besuch, zum Hüten. Als die Ambulanz kam, musste ich die beiden Hunde wegsperren, da sie es nicht zuliessen, dass an meinem „Dölf“ eine Infusion gesteckt wurde und er mit der Bahre abtransportiert wurde. Es war soo furchtbar. Sie mussten auf mich warten. Ich fuhr der Ambulanz hinter her ins Lindenhofspital. Es ging „Dölf“ sehr schlecht. Ich bin bis c.a. 6.00 Uhr im Spital geblieben, musste dann aber nach Hause, um mit meinen Hunden raus zu gehen.

Das was ich vorfand, ist kaum zu glauben. Der Hütehund „Kimo“ lag auf dem Kopfkissen von „Dölf“ und Bläcky, unser Hund, hat sich auf „Dölf’s“ Bettdecke hingelegt. Ich glaube, die zwei wussten, dass er nicht mehr nach Hause kommt. Es bestehen Fotos von dieser Nacht. Die war so überwältigend, dass ich auch wusste was passiert. Er wollte nicht mehr leben, Nur an Apparaten angeschlossen, nur im Pyjama und so traurige Augen. Das haben wir gemerkt. Ein so trauriger Abschied haben wir, mein Hund Bläcky, und ich nicht gewünscht. - Ich bin immer noch nicht darüber hinweg.

Versuche mein Leben mit Bläcky neu zu gestalten. Ich will es schon nur für unseren Hund Bläcky.

 

 

 

Heute waren ein schöner Märztag habe, ein SMS erhalten von meinem Bruder welcher in Aetiopien ein Hilfswerk ins Leben gerufen hat. Seine Frau Elfinesh ist Äthiopierin. Sie sind über 30 Jahre verheiratet. Er baut Brunnen, Schulhäuser für die Ärmsten im Hochland, "Curage" heisst der Ort. Solarenergien-Strassen, die Strasse von „Curage“

 Ist 12 km lang, und führte früher über Stock und Stein. Ich war schon da, im ab gelegenen Busch, wo jede Familie einen "Kral" hat. Der ist umzäunt und rundherum mit der lebenswichtigen Pflanze "Inschera" eingerahmt. Sie haben dank meines Bruders und meiner Schwägerin gut gebaute Krale. Sie haben eine Solarzellen-Anlage, auch einen Generator ..

Licht gibt es nur am Abend zwei Stunden. Ja, von da habe ich heute ein Lebenszeichen erhalten. Es geht ihnen gut denn sie haben wieder ein neues Projekt, Bibliothek Kindergaren, Wege bauen zur Sicherheit der Kleinen.

 

Meine Schwägerin Elfinesh  leitet die Projekte: Bau, Leitungen, Anlagen, da sie die Sprache amarisch beherrscht und die Leute kontrolliert, denn die arbeiten nicht so gerne. Sie ist eine kleine Person, aber Sie versteht die Leute und befiehlt auch, was zu machen ist. --

Dann am Nachmittag, hat mich meine Schwägerin Regula angerufen um zu fragen, wie es mir geht mit der neuen Wohnung. Ohne "Dölf", allein zu zweit. War ein

Supergespräch, das mich in allen Belangen, Fragen und Freude, auf gestellt hat. Es dauert meistens c.a. eine Stunde wenn sie anruft. Denn sie ist Geschäftsfrau und hat dann meistens einen freien Tag. Hatte dann noch meine frühere Mitbewohnerin auf Besuch um c.a. 20.00 Uhr. Was mich sehr aufgestellt hat, denn sie, die Elsbeth, kenne ich, seit ich hier wohne, an der Oberriedstrasse in Thörishaus. Haben alle Hochs und Tiefs miteinander durchgemacht, sie war mir eine grosse Unterstützung als Dölf starb. Nun wohnen wir nicht mehr Tür an Tür, aber Balkon an Balkon. Sie hat sich verabschiedet, fliegt nach Südafrika, an die Hochzeit ihres Göttibuben. Das hat mich auch gefreut. Der Besuch war kurz aber bündig.

 

 

Eine schöne Freundschaft. die nun schon über 16 Jahre dauert, und davon sind elf Jahre Tür an Tür mit „Dölf“ und mir gewesen. Diese Freundschaft wird weitergehen. so hoffe ich noch ein paar Jahre. Wäre schön.

 

Jetzt war ich noch draussen mit meinem Bläcky, meinem treuen Begleiter. Was würde ich machen, wenn es ihn nicht geben würde. Und er wenn ich auch noch den kürzesten Weg wählen würde. Das ist aber nicht so, denn wir sind nun so gute Freunde und halten zusammen. Wenn es geht bis der Weg uns scheidet. Es ist neuneinhalb Jahre alt und ich werde achtundsechzig Jahre alt. Ich hoffe, dass meine Gesundheit so bleibt, wie sie momentan ist. Und wir zwei zusammen bleiben können, denn ohne meinen Hund gibt es mich nicht. Und ohne mich kann Bläcky auch nicht weiter leben. Ich schaue auf seine Augen, gebe Tropfen und er führt an mich in die Natur hinaus, wo das Leben noch lebenswert ist. Die Natur erwacht: es wird Frühling Sommer, Herbst. Jede Jahreszeit hat seine Pracht, man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen solange man kann. Das ist mein Lebensmotto, das werde ich und schaffen, denn das ist mein Ziel.

 

Es lebe Bläcky noch lange an meiner Seite. So Gott will!

02.März 2010
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4.  02.März 2010
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  1. März 2010

Morgen kommt meine Schwester Verena auf Besuch. Sie ist meine Yogalehrerin und ich besuche die Yoga-Stunden seit c.a. acht Jahren. Ich glaube ohne Yoga würde ich das was da alles passiert, wenn man plötzlich alleine ist,nicht durchstehen. Die ganze Erbschaft und Beerdigung und viele Schreibarbeiten mit Banken Behörden, Siegelungsbeamten u.s.w. durchleben muss. Ja, man muss spuren, das und das machen. Damals als er starb hätte ich  das alles nicht geschafft. ohne meine Tochter Sandra, die mir viel Bürokram und anderwärtige Hilfe angeboten hat. Da muss man durch so ist das Leben. Danke Sandra

Meine Schwester ist seit 14 Jahren Witwe und hat mich auch unterstützt. Und morgen wollen wir den Nachmittag mit unseren Hunden geniessen. Sofern da Wetter mitspielt.

 

 

Ich freue mich auf morgen Ein neuer Tag erwacht. Bin nun seit dem 14. Oktober 2009 alleine. Habe viel zu tun gehabt. Aber jetzt kommen die Tage, wo die meiste Arbeit getan ist Und jetzt fange ich auch an zu überlegen: - Was machst Du heute?

 

Ich bin jetzt umgezogen. Bin eingerichtet , Bilder aufgehängt, genagelt, gebohrt. So sollte es auch sein, aber was ist jetzt. jetzt kommt die Leere jetzt habe ich Zeit, nachzudenken. Jetzt brauche ich jemand zum anlehnen.

Ich habe eingepackt, ausgepackt, Keller ein- und ausgeräumt, Estrich ein und ausgeräumt. Jetzt ist Sie da die Leere mit der ich auch um gehen muss. Jetzt ist manchmal niemand da. Alle haben sie geholfen beim umziehen, putzen u.s.w. Alleine und doch nicht alleine. Denn sie sind alle da in Gedanken mir geholfen  zu haben. Schön und merci, aber einer fehlt mir das ist "Dölf", sein schwerer Atem Seine komischen Geräusche. Das Inhaliergerät und das Sauerstoffgerät. Auch sein Geruch.

All das kann man nicht mitnehmen, wenn man umzieht. Aber das Leben geht weiter, weiter. Es muss, ich schaffe das. Freue mich auf morgen. Ich erhalte Besuch von meiner Schwester und es ist ein neuer Tag.

 

03.März 2010
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5.  03.März 2010
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  1. März 2010

Ja, der neue Tag ist gekommen, aufgewacht. Heute kein Yoga, da meine

Yogalehrerin, meine Schwester, für einen 1 Monat nach Brasilien fliegt, um ihre gesamte Familie, die zwei Söhne mit Enkelkindern, die ausgewandert sind, zu treffen. Ihre Töchter, die in der Schweiz wohnen, fliegen mit Cornelia und Sarah

mit Dario, Ehemann und Enkelkind meiner Schwester. Sophia. Ein Familientreffen in Brasilien. Leider ohne Papi, Grosspapi, Ehemann. Er ist viel zu früh gestorben an Krebs. Meine Schwester ist auch alleine ohne Mann und hat das alles geschafft. Ja, das ist super auch mit mir einen schwesterlich schönen Kontakt. Habe um 9.00 Uhr meine Tochter angerufen um nachzufragen, wie es ihr geht. Sie hat mich dann zum Mittagessen eingeladen. Ich bin nach Tafers gefahren und habe die Zeit und das feine Essen mit ihr genossen. Es war ein Supertag. dank Sinderella. Meine Schwester hat dann angerufen und den Besuch abgesagt.

 

Es war kein Problem Ich weiss ja, das Leben geht weiter. Habe dann einen  grossen Spaziergang gemacht. Und Bläcky hat

es mir mit seinen Luftsprüngen und seinem "Liebsein" gedankt, als ob er wüsste, "sie ist jetzt alleine", das weiss er auch. Ich habe ihm gesagt, dass "Dölf" nicht mehr kommt und "mort" ist. Und wir zwei es schaffen werden. alleine und zusammen, mit Liebe meinerseits und seinen fragenden Augen "seinerseits": - „Wo, wo ist er nur geblieben mein lieber "Dölf?“ - der mich soo verwöhnt hat. - Und mein Frauchen alleine gelassen hat. Ja, wo nur ich weiss er schaut auf uns herab . Ich habe ihm am Sterbebett versprochen, auf unseren Hund aufzupassen, so lang ich lebe. Werde ich auch tun. Was gibt was Schöneres, als dem treuen Blick eines Hundes, der es geniesst, bei Frauchen zu sein und aufpasst, dass sie nicht auch noch sang und klanglos verschwindet.

 

Nun ist für heute meine Geschichte zu Ende. Es ist nicht einfach, weiterzuleben denn da wo es auf gehört hat, da müsste man weiter machen, aber wie. Es gibt niemanden Antwort auf all die Fragen. Was nützt das ganze Geld, wenn die Liebe eines Partners fehlt. Und die Liebe trotz all seinen Beschwerden erhalten blieb, bis zuletzt bis zu seinen letzten Atemzug. Es war seine schöne Zeit wunder schön, von einem Mann verwöhnt zu werden, Ferien Kenia Hilfe im Haushalt, handwerkliche Hilfe. Und die Liebe ist trotz seinen enormen Beschwerden nie gestorben. Und lebt in meinen Herzen weiter.

 

Mit Bläcky unserem treuen Begleiter, dem ich alle meine Kraft und Liebe schenke. Ohne meinen Hund würde es so glaube ich nicht weitergehen. das Leben von "Dölf" lebt in meinem Bläcky weiter. Ich passe auf ihn auf und er auf mich! Morgen ist ein neuer Tag, das Leben von uns zwei geht weiter. Gute Nacht!!

 

05.März 2010
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6.  05.März 2010
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  1. März 2010

Der Tag war normal. habe Sachen gemacht die mein "Dölf" immer erledigt hat. Sei es gebohrt, genagelt, gestrichen, Sachen erledigt, Telefonate erledigt und mal mit Bläcky spaziert. Er  ist es der mich immer wieder anspornt weiter zumachen. Und weiter zu leben.

 

Habe auch den Tisch auf dem Balkon neu gestrichen. Er sieht super aus. Der Rost ist weg.

Bei mir kann man das nicht mit Farbe machen. Das Sprichwort heisst ja " wer rastet, der rostet". Aber woher soll ich diese Farbe nehmen. die meine Gefühle wieder erwachen lässt. Es war ja immer  so gedämpft so gedrückt keine Zeit mehr für Gefühle in Sachen Liebe. Denn der Tod war stärker! Ich hoffe, wenn es Frühling wird, dass ich das Erwachen die Botschaften der Natur die Schneeglöcklein, die

 schon im März im Camp den Frühling ankünden. Mit hoch erhobenen Blütenprachten, auch meine Lebensfreude erwecken?

 

War am Abend mit Heidi im Theater, das ist eine Kollegin, die ich schon lange kenne. Wohnen zusammen auf dem Camp in Thörishaus. Haben viele Hochs und Tiefs miteinander erlebt und uns immer wieder aufgerappelt. Ihr Mann ist krank "Blase " und nun hatten sie noch einen schweren Autounfall. Wo sie verletzt wurden, und das Auto Abbruchschrott. und sie leben noch. Glück gehabt gönne ich ihnen auch. Na ja, wir schauten uns den Fünfakter "Geld und Geist" oder der passte auch zu uns. Geld, das ist da, aber der Geist "der verlässt einem manchmal. Gestorben ist da die Bäuerin an einer schweren Krankheit, aber sie hat Liebe gesät an ihre Kinder. Und so war das Theater vorbei ein trauriges Ende. Aber auch für die Kinder glücklich, denn sie hat Ruhe und Liebe in die Familie gebracht. Und dann, als sie starb, auch ernten können?

Genau so wünsche ich auch zu gehen.

 

Mit den Gedanken, wenn ich dann noch denken kann, alles oder fast alles gut gemacht zu haben. Aber eben, was heißt das: Kein Mensch ist vollkommen und kein Mensch kann die Saat die er vielleicht in seinem letzten Lebensjahr gesät hat noch ernten. Aber gemacht hat er es. Und so soll es auch sein. Jeder sollte diejenigen, die dableiben, mit schönen Erinnerungen zurücklassen, und hoffen, dass die Saat gelungen ist. Für mich und „Dölf“ war das in unseren Gesprächen immer so. Derjenige, der übrig bleibt, schaut auf das Leben zurück, an die schönen Erinnerungen denken, die wir zusammen erleben durften..

Das mache ich, er hat gesagt, dass ich das schaffe, sollte er vor mir gehen.

 

Er hat auch gesagt , dass er aber nicht mehr weiterleben könnte, mit seiner Krankheit, Hund, Hausarbeit. Er würde sein Leben und das Leben, von Bläcky auslöschen.. Ja, nun ist so gekommen, wie er das wollte. Ich bin noch da, nach aussen stark, aber ganz tief in meinem Herzen ist ein Loch das man nicht reparieren kann. Positiv denken, in seinem Sinne braucht Kraft und wer weiss, vielleicht kommt die Lebensfreude auch wieder?

 

Weil ich meine Tochter habe, mit ihren Kindern, den Ex-Mann Reto,

Marlis, Werner, Frieda, Enkel Luca, Carmen und Freunde, die mich in meinen schwersten Stunden nicht alleine gelassen haben. 4 Monate ist es her seit „Dölf“

 gestorben ist, und ich kann das immer noch nicht verdauen. Es ist so, als hätte ich ein grosses Stück Fleisch gegessen und es blieb im Rachen stecken. Manch mal denkt man, jetzt wird alles gut, der Klotz im Hals ist weg. Das geht aber nicht einfach so.

Man muss würgen und kämpfen, so sollte es sein. Ich hoffe, dass das Gefühl auch wieder kommt. Was nützt das ganze Geld, wenn der Mensch fehlt. der einem das alles vermacht hat. Liebe kann ich nicht kaufen. Und für was brauche ich das Geld. Ja, vielleicht kommt die Zeit, für mich wo ich noch ein bisschen Glück erleben kann. Jeden Tag aufstehen, das ist auch Glück. Glück ist dass ich noch da sein darf, für alle die mir geholfen haben. und für meinen Hund Bläcky. Danke Gott.

 

Auch meine Geschwister Verena, Heini, Elfinesh, Walter und Asta, Roman und Regi, alle haben mir Mut gemacht, haben mich begleitet. Aber, das sind schöne Momente. Ein Anruf, ein SMS.

 

 

Über Probleme sprechen, sei es über „Geldanlagen, Erbe, Aktien“, das haben wir besprochen, die Tage, Monate, die ziehen vorbei. Es ist so, das Leben muss man, ich, in die eigenen Hände nehmen. Diese Bürde kann einem niemand tragen. Aber alle, sie die ich erwähnt habe, haben mich zu tragen versucht. Die Last, der Kummer, die Sorgen, die Behörden, die Steuer-Heinis, u.s.w., da muss man durch. Da ich ja Alleinerbin bin, musste ich das ganze „Procedere“ auch allein durchziehen.

 

Ja, nun ist Ruhe eingekehrt, das ist aber noch nicht vorbei, denn jetzt kommt noch die ganze Erbschaftssteuer, die Steuer, meine Steuererklärung, u.s.w. Ich glaube, es hört nie auf.

Ich aber werde mich durchkämpfen, allen meinen Lieben danken und so hoffe ich, dass ich das Leben doch noch ein bisschen geniessen kann. Werde am 12. März 2010 achtundsechzig Jahre alt. Eigentlich zu jung, um nicht noch ein bisschen Freude zu haben, am Leben.

 

06.März 2010
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7.  06.März 2010
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  1. März 2010

Der Morgen hat mit Sonne und Freude angefangen. Guten Morten, liebe Sonne, bringt Wärme und Freude. Ich bin mit Bläcky auf einem Spaziergang gewesen. Der kommt zuerst, bevor mein Kaffee zubereitet wird. Anschliessend Frühstück mit Bläcky, Hausaufgaben gelöst, Wäsche raufgeholt, gebügelt und im Schrank versorgt. Anschliessend Staub gesaugt, abgestaubt, Wohnung auf Vordermann gebracht.

Um 13.00 Uhr hat sich der Versicherungsmann angemeldet, um die Haftpflicht- und die Autoversicherung und die Unfallversicherung auf meinen Namen umzuschreiben. 14.00 erledigt. Meine Tochter hat sich angemeldet. Hatten einige Supergespräche, alles was uns berührt, wurde besprochen. Um 15.30 Uhr fuhr sie weg, nach Hause. Und ich habe einen langen Spaziergang mit Bläcky gemacht. Dann habe ich Abendbrot gegessen und einen Film über mein Traumland, Neuseeland, angeschaut.  und Nachrichten, Tagesschau, Arena, u.s.w. Nun ist es Zeit, schlafen zu gehen. Zu Träumen und zu erwarten, dass alles weiter geht.

 

 

 

 

Es ist schön, solche Lichtblicke zu erleben, wie den Mann von der Versicherung. Wir haben gesprochen über „Dölf’s“ Tod, und über die Verluste, die da entstehen, ohne Hintergedanken. Denn diesen Mann kenne ich schon, so denke ich, seit fünfundvierzig Jahren. Er war in Sachen "Versicherung" immer da. Er hat "Dölf" gut gekannt und nun hat er mich auch gut beraten.

 

Er war und ist ein Mann, Freund der dazu gehört, ohne Verpflichtungen. und  ohne Hintergedanken. Das Gespräch hat mich aufgestellt. Danke Nun ist es Zeit, schlafen zu gehen und von einer Welt zu träumen, die vor 4 Monaten noch in Ordnung war und jetzt aufgehört hat. Die Wirklichkeit ist. Ich bin alleine und doch nicht alleine. Bläcky ist da, der verbindet und mich weiter begleitet, auf einem Weg, der

 so hoffe ich, auch nicht nur im Kreis endet, sondern auch einen Ausgang, hat. in ein neues Leben. ohne "Dölf", aber mit meinem Hund Bläcky . So hoffe ich, dass das Leben

weiter geht. Danke Blacky.

07.März 2010
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8.  07.März 2010
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  1. März 2010

Sonntag. Ja, was mache ich heute? Natürlich gehe ich als erstes mit Bläcky raus. Dann Frühstück: zwei Passionsfrüchte, eine kleine Banane, ein Brot mit Streichkäse. Das ist und bleibt mein Frühstück. so war es immer mit „Dölf“, und so wird es auch bleiben.

Es kam Sport am Fernsehen Super-G der Frauen, Männer, Skirennen, Skispringen u.s.w. Schaue ich gerne. Dann habe ich mit Bläcky einen grossen Spaziergang gemacht. und Beatrice eine Nachbarin  getroffen mit ihrem Hund "Skyri". Heute war sie gut drauf, wir konnten ein paar Worte wechseln ohne Differenzen, welche von ihr kommen. Ich glaube, sie kommt mit ihrem Leben nicht zurecht. Lässt sich aber nichts sagen. --

Ein bisschen geschlafen, ausgeruht. Bläcky nutzt das, er weiss, wenn ich mich auf der Couch einbette, dann geht sie nicht weg. Er hat Verlustängste, begleitet mich auf’s WC ins Zimmer. Überall läuft er mir hinterher, wenn ich Wäsche habe, liegt er hinter der Eingangstür, um mich ja nicht zu verpassen. Er hat Angst, dass ich auch noch abhaue. Werde ich nicht, er ist aber im Moment schlimmer, als ein Kind. Obwohl ich ihm immer sage, dass er bei mir bleibt und dass ich bei ihm „reste“, bleibe.

 

Er wurde ja französisch erzogen. Da helfen manchmal nur liebe Worte, wie: „mon Chérie. Je reste tous les jours chez toi“. Das glaubt er mir und wird ruhig!!

Nun ist es 24.00 Uhr und ich höre die Lieblingskassette mit Liedermusik auf „suahelish“, welche wir fast täglich laufen liessen.

 

In der letzten Zeit öfter, es war eine wundervolle Zeit mit ihm den Winter in Kenia zu verbringen. Er war da zu Hause, in unserem Bungalow 324. Wo wir unsere Afrikaferien verbracht haben, gelebt haben, geschwommen sind, das Leben genossen. „Hakuna Matata“, keine Probleme. „

Va geni“, „Wie geht es?“. „M’Suri“, „Danke, gut“. Heute habe ich Matata M’Suri Suna. E Geti! La La Salama, Mein Buana: Schlaf gut, mein „Dölf“.

 

09.März 2010
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9.  09.März 2010
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  1. März  2010                                                                                                                     Mit Husten und Kopfweh mehrere Male erwacht. Hätte heute Yoga-Stunde. Aber das ging nicht. Mein Rachen war so verschleimt, der Hustenreiz so gross, dass ich meiner Yogalehrerin Schwester Verena abgesagt habe, denn niemand, hat Freude, wenn jemand während der Lektion dauernd hustet. Das war für heute gelaufen. Habe dann Sandra angerufen, und gesagt, dass ich nicht ins Yoga gehe.

sie hat mir vorgeschlagen, zu ihr. nach Tafers zum Mittagessen zu kommen. Es ging mir aber wirklich nicht gut. Mein Blutdruck war auf  60 zu 111, viel zu tief das war nicht normal Fieber 37.6° nicht viel für mich aber zu viel.

Meine Tochter hat dann mich besucht und ich habe für uns zwei Reis mit Eier an einer weissen Sauce gekocht. und gemischter Salat. Sind dann noch mit unseren Hunden spazieren gegangen. Es war so kalt, nur eine kleine Tour. Voll warm eingepackt. Ein Seemann friert nicht, er zittert nur aus Wut.

 

Ja, so ging der Tag vorbei. Anschliessend ein Nickerchen in der warmen Stube. Sandra fuhr nach Hause. Bis 14.30 Uhr habe ich mit Tablette Panadol mich gut erholen können.

Bläcky geniesst es, wenn ich mich einkuschle, und liegen bleibe, denn dann weiss er, dass ich nicht weggehe. Heute Abend geht es mir besser. Christina, aus Zürich hat angerufen, eine frühere Kollegin, Nachbarin, aus Hägendorf.

 

 

Apothekersfrau
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10.  Apothekersfrau
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Als Apothekersfrau

hat sie so wie meine Schwester gute Ratschläge gegen meine Grippesymptome gegeben. Wir waren die Mädchen aus dem Rolliweg gewesen. Vier Mädchen in der selben Strasse, im gleichen Ort aufgewachsen. Da waren Annerose, Christina, Verena, Jahrgang 43 Ich und Max, Jahrgang 42, Walter 41 und Lilli war die Älteste in unserer

Strasse. Schöne Jugendzeit, super Ja, super Ja, nun ist es schon wieder 24.00 Uhr

und Zeit zum Schlafengehen. Übrigens, Heinz-Georg hat noch ein SMS geschrieben, dass Ria und er “Grippe” haben, ja wer hat sie nicht. Meine Tochter hat ihm zurück geschreiben. Er ist der Bruder meiner Schwägerin Asta und meines Bruders Walter, der Schwager. Er ist Kapitän auf seinem eigenen Schiff, M.S. Ria, das älteste Küstenmotorschiff Deutschlands .Auf diesem Schiff bin ich mindestens schon zwanzig

Mal mitgefahren. Ich habe gekocht, festgemacht, den Laderaum gestrichen, Rost geklopft, Brücke, Deck gestrichen und immer für das Wohl des Besatzung gesorgt. Es war eine wunderschöne Zeit, immer mit meinen drei Kindern, es war unbeschreiblich schön. Wir haben Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen, Holland bereist. Alles auf dem Seeweg: Ostsee, Nordsee, Binnenseen bis Mühlheim an der Ruhr. Es war unbeschreiblich schön, das bleibt eine wunderbare Erinnerung. Ja, dann um 16.10 Uhr hat Heinz-Georg der Kapitän mein Schwager das Seemannslied von Freddi übers Handy geschickt. Diese Musik hat er dann später gesagt am Handy sollte mich auf andere Gedanken bringen. Ja, Deine Heimat ist das Meer Deine Freunde sind die Berge über Rio und Shanghay, über Bade  und Hawaii. Es war super, etwas vom Kapitän  gehört zu haben. Er selber kann ja im Moment nicht zur See fahren, da die M.S. Ria im Heimathafen "Elsfelth" an der Unterweser eingefroren und auf ein Frühlingserwachen wartet um noch ein Jahr über die Meere zu fahren,

 

bevor die M.S Ria abefrackt wird. Und der Traum zu Ende ist von Heinz-Georg. Ich glaube es ist so, als wenn man sein eigenes Haus abreisst. „Und die Heimat ist das Meer. Deine Freunde sind die Berge“  zu Ende ist. Schwierig, als Kapitän nach der Pensionierung an Land weiter zu leben. Zumal er ja das zur See fahren von seinem Vater gelernt hat und das weite Meer, die See, die Wellen, sein Leben, waren.

 

 

 

Auch die Tage, Nächte alleine fahren, fahren, schlafen, schlafen, ab und zu in einem Hafen eine Einladung vom Makler, der die Fracht gelöscht oder geladen hat. Ich war öfter dabei. Eine wunderschöne Zeit, welche ich noch einmal erleben möchte, wenn es auch die „letzte Fahrt“ auf der M.S. Ria mit Heinz-Georg und Frau Ria wäre. Schiff Ahoi.

 

Öltanker
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11.  Öltanker
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Betrifft: Öltanker

 

Prestige        Eine etwas ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte!

 

Seit 33 Jahren fahre ich auf  einem unter deutscher Flagge fahrenden Frachter mit und koche, male, wasche das Deck, helfe  beim Deckmalen mit. Ich kann auch das Schiff festmachen und  am Radar aufpassen. Auf diesem Frachter läuft alles nach Vorschriften...Wenn wir ankommen in einem Hafen, kommt der Hafenmeister, um den Löschplatz Nr. so und so fest zu legen.  Die Hafenpolizei kommt auch vorbei, um die im Zollschrank (Alkohol, Zigaretten, Zollpapiere) mitgeführte Ware zu deklarieren. Der Zollschrank wird danach versiegelt. Die Papiere und die Reisepässe der Seeleute werden kontrolliert. Der Kapitän muss die Schiffspapiere der letzten Werft und die Schiffsüberholung nachweisen und vorzeigen.  Die Ware muss nach Gewicht deklariert sein. Festgehalten müssen werden der Ort, wo geladen wird, was geladen wird und wohin die Seereise geht. Zeit, Weg, Ankunft. Die Herren von der Küstenwache wollen alles wissen.

Unser Schiff wird mit Quarzit, Getreide, Sand, Steinen, Baumstämmen, oder ab und zu mit einzelnen Teilen eines Schiffes beladen, welches in der Werft zusammengebaut wird. Aber all das wird genau abgecheckt. Ob und mit wie viel Gewicht das Schiff  beladen werden darf. Die Papiere müssen mit der Besatzung übereinstimmen. Hinzu werden die Ware, die Getränke, die beladene Ware, die Gäste und schliesslich die "Hunde" gerechnet. Denn auch wenn Getreide und Lebens-  mittel im Laderaum geladen werden, muss der ganze Raum innen aussen und  sauber gefegt werden. Danach kommt ein Mann von der Aufsicht und kontrolliert. Ich habe schon viele Male mitgeholfen,  den Laderaum rein zu machen.

 

Je nach dem, was geladen wird,  muss alles picke sauber sein! Wenn man dann im Seehafen ankommt  , nach vielleicht 3 Tagen Seereise, fängt alles von vorne an. Da kommen die SGB-Leute der jeweiligen Firma, denen die Ware gehört und wieder wird etwa 3-mal eine Probe von der Ware genommen. Bis das okay zum Löschen kommt. Wenn es aber, wenn Getreide geladen ist,  regnet, wird nicht gelöscht.

Wir lagen schon 3 Tage in Hamburg im Hafen und haben auf das okay zum Löschen gewartet. Nun, dieses Schiff läuft unter Deutscher  Flagge. Ist nicht ausgeflaggt unter Billig

Flagge Panama.

Damit will ich sagen, dass diese ausgeflaggten Schiffe bestimmt weniger kontrolliert werden.

Diese Öltanker, wie die Prestige, habe ich auch schon unterwegs auf der Nordsee gesehen. Aber bei diesen Tankern muss alles schnell gehen. Beladen, , Löschen, alles innerhalb kürzester Zeit. Ich zweifle daran, ob es da noch für die Kontrolle reicht. Das Schiff, auf dem ich mitfahre,  ist im Gegensatz zu diesen Öltankern ein kleiner Fisch. Aber auf dem wird in Deutschland herumgehackt.

Die Kleinen versuchen, sich nach dem Gesetz zu richten. Und die Grossen machen alles kaputt. Unser Schiff hat eine doppelte Wand, obwohl es keine giftigen Waren transportiert. Es versucht, zu überleben. Es ist eines der kleinsten Küstenmotorschiffe in Deutschland, welches Ware auch in die Seitenkanäle transportieren kann.

Unsere Fahrten führen meistens von Deutschland, Nordostseekanal ,Brunsbüttel nach Kiel.Von der Ostsee nach Dänemark - Schweden oder zur Nordsee. Ich bin schon auf etwa 35 Seereisen mitgefahren, habe viel Schönes und Negatives erlebt.

Jedes Mal aber, wenn wir in einer Schleuse zusammen mit diesen riesigen Öltankern sind (wir sind daneben nur ein kleines Schiffchen), habe ich Angst, es könnte etwas passieren. Ich bin dafür, dass auch diese riesigen Öltanker vor dem

Auslaufen besser kontrolliert werden, denn auch überbeladene Tanker können in einem Sturm bei Windstärke 10-12 kentern.

Ich habe das auch schon erlebt. Wir sind zwar nicht gekentert, aber es gab 10 - 15 Meter  hohe Wellen, und wir waren auf einem kleinen Frachter.

 

 

Ich hoffe, dass die Schifffahrt vor allem für die kleineren Betriebe, Binnenschiffer, Küstenmotorschiffer oder andere Transportschiffe nicht kaputt gemacht wird.

Und, dass man die Natur so wie bis anhin, auf unserer Weltmeeren mit vielen geflügelten und schwimmenden Tieren geniessen kann. Das war meine Weihnachtsgeschichte zum Schutze der kleinen Schiffseigner und der ganzen Umwelt.

Denn nicht jeder, der ein Schiff besitzt, ist ein Umweltverschmutzer: auch  er kämpft ums Überleben. Denn die kleinen Schiffseigner in Deutschland sind am aussterben, weil die sogenannten Billigflaggenfahrer, die Grossen, alles wegnehmen. Immer grösser, schneller ans Ziel, so lautet das Motto der geldgierigen Schiffer und Reedereibesitzer.

10.März 2010
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12.  10.März 2010
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Tagebuch:

Erbschaft

Umzug

„Dölf’s“ Krankheit

Tod seiner ersten Frau

„Dölf’s“ Geschichte als Verdingkind

Hund Bläcky’s Augenoperation

 

 

  1. März 2010 *

 

Heute geht es mir ein bisschen besser. Ich friere kalt, ob ich mich im Bett einkuschle oder aufstehe. Ich fröstle den ganzen Tag. Ich habe 2 Kilo abgenommen. Der Stress, der Tod, der Umzug, der Abschied haben mich geschafft. Ich weiss, das Leben geht, oder soll, weitergehen. Wie und warum, das kann mir niemand sagen. Es heisst immer: "Du musst das das und das machen“. Ich glaube, ich selber setze mir den grössten Druck auf. Meine Nachbarn sehen mich mit Bläcky in den Wald gehen und spazieren. Sie denken: „Ja, sie ist unterwegs, es geht ihr gut“. Wie es aber in meinem Herzen aussieht, wissen sie nicht: die Seele weint und das Leben verlangt – Handle so und so.

 

 

Ja, ich mache das und das, so lange ich mag. Wie lange das geht, bereitet mir Kopfzerbrechen. Denn die Wehwehchen, die ich während des Zügelstresses nicht haben durfte, die sind da. Und die kann ich nicht wegblasen.

Habe heute vom Herr Notar Lehmann die ganze Erbschaftseingabe als Alleinerbin erhalten. Es ist ein Vermögen das ich geerbt habe, abzüglich Notfallrechnungen.

Darin enthalten sind Kosten für die Beerdigungsrechnung, die Kremation, das versiegeln der Schränke, die Steuer und  Versicherungen, Zins, das Auto, die Garage, denn alles musste ja bezahlt werden. Traurig, was da alles zu bezahlen war. Das macht gar keinen Spass. Es ist im falschen Moment gekommen, einen Tag vor meinem Geburtstag. Den feiere ich ja alleine, das heisst, muss ihn ohne meinen Lebenspartner feiern. Ich habe aber alle meine Geschwister, deren Kinder, die Enkel und Freundinnen mit Familien eingeladen, um doch ein bisschen zu feiern. So hoffe ich, dass mein erster Geburtstag ohne meinen Lebenspartner , gediegen verläuft und zu meinem  Glück beiträgt. Ich wünsche mir das und hoffe, dass, diejenigen, die ich eingeladen habe, wirklich kommen. Es ist auch im Sinne von ,,Dölf,, einfach meinen Geburtstag zu feiern.

Er war bei meinen Geburtstagen immer dabei. Er selber wollte seine Geburtstage nie feiern, da er als kleines Kind auch nie Geburtstag hatte, oder es nie gefeiert wurde. Erst mit seiner ersten Frau und mit mir, seiner zweiten Frau, hat er zugelassen, dass ein kleines Fest gemacht wurde. Meistens stimmte er zu, weil ich es so wollte. Es muss ja schon traurig gewesen sein, wenn niemand und kein Kuchen mit Kerzen da war.

Ja, die Kerzen haben uns begleitet. Seit ich mit „Dölf“ zusammen war, haben immer Kerzen gebrannt, wo immer wir waren: Ob in Kenia, auf den kanarischen Inseln , oder in Mallorca. Das Licht der Kerzen hat zu uns gehört, wie das Atmen eines Menschen. Leider ging “dieses Licht" aus. Aber bei mir in meiner neuen Wohnung brennen jeden Abend Kerzen. Die eine brennt auf dem Balkon in der Laterne und zwei in meiner Wohnung. Solange ich denke, geben mir die Kerzen Licht und führen mich auf meinem Wege weiter.

 

P.S. Die Laterne ist ein Geschenk der Campingnachbarn und wird uns immer an die Freundschaft mit mir und “Dölf” erinnern.

 

Wir kannten uns 30 Jahre. “Dölf” war damals Witwer, seine erste Frau Regina war 1993 an einem Herzinfarkt gestorben. 1995 kochten wir einmal zusammen bei ihm ein feines Essen und genossen den Abend. Im Jahr 1996 sind wir zusammen gekommen. Und haben die schönen Jahre mit  Ferien in Kenia genossen. Solange, bis es eben nicht mehr ging. Im Jahr 2007 waren wir zum letzten Mal in Kenia. Auf dem Heimflug sind wir beinahe "abgestürzt". Wir wurden irgendwo über Iran-Irak beschossen, es war grauenvoll. Der Flug dauerte 16 Stunden, ohne Essen, mit Turbulenzen. “Dölf” hat gesagt: "Dä stürzt de öppe ab". Das war das letzte Mal. Wir glaubten nicht, dass wir nach 22 Stunden noch in Basel landen würden: ohne Wasser, immer angegurtet, nichts zu essen, keine Toilette, es

war unbeschreiblich. Wir haben später beim Reisebüro reklamiert und hätten ein Flugticket erste Klasse, für unsere nächsten Ferien bekommen. Das heisst, wir erhielten die Gutschrift. Wir wollten aber nicht mehr, denn das war ein Spiel mit unserem Leben.

Ja, mit “Dölf” ging es auch nicht mehr. Er war krank und ein Flug war unmöglich. Das alles hat sich dann von selbst geregelt. Und von da weg ging es ihm schlecht. Es war das letzte Mal, aber schön war es trotzdem. Danke.

11.März 2010
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13.  11.März 2010
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  1. März 2010

Ich habe einen Laptop gekauft und eine Digitalkamera. Meine alte Kamera gab den Geist auf und blitzte nur noch, wenn sie wollte. Sandra war im Fachgeschäft dabei. Luca und Sandra haben meinen Laptop programmiert und so erhalte ich ihn morgen, an meinem 68. Geburtstag. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich den Geburtstag ohne Mann an meiner Seite feiern kann. Aber alle meine Geschwister werden kommen.  Und meine Freunde von früher, die mich nicht  vergessen haben. Ich werde den Tag geniessen, wenn auch ohne “Dölf”. Aber mit all meinen Liebsten.

 

Heute erlebte ich etwas Besonderes. Ich war mit meinem Hund Bläcky im Camp und habe dort von einer Frau erfahren, dass die Gänse der Wirtin und Platzwartin des Camps verschwunden gewesen sind. Die eine haben sie mit gebrochenem Flügel gefunden. Sie ist im Tierspital.

 

 

Nach der anderen ging auch ich auf die Suche. So haben wir, die Frau, die ebenfalls einen Hund hat, und ich die andere Gans ganz verstört auf dem 17. Platz gefunden.

 

Die Frau sagte zu mir "Ich brauche eine Decke oder , um sie ein wieder zu fangen. Wir banden unsere Hunde an und ich “lieh” meine Jacke aus, um das Tier einzufangen. Die Frau hat die Gans dann zurückgebracht. Ich bin mit beiden Hunden ohne Jacke im Schneegestöber hinterher gelaufen. Die Jacke bekam ich zurück, voll "Pisse ", ist ja klar: die Gans hatte Angst. Die Wirtin aber hat nie für unsere Hilfe bedankt, oder sonst irgend ein Zeichen gesetzt.

Ja, ich habe das für das Tier getan, nicht für die Wirtin. Meine Jacke habe ich gewaschen und während sie trocknete von meiner Nachbarin hier eine warme Jacke bekommen, sogar geschenkt hat sie mir diese  Jacke. Das ist Freundschaft. Ich wollte eigentlich nur eine Jacke, um heil nach Hause zu kommen.

Nach diesem Erlebnis war ich noch bei Brigitte in der Käserei, um Platten für meinen Geburtstag zu bestellen. Brigitte hat gefragt: "Hast Du Geburtstag?", denn Sie wusste,  dass “Dölf” gestorben ist. “Ja” habe ich gesagt. Und sie hat mir eine weinrote Kerze geschenkt. Eine schöne Kerze, passend zu meinem "Interieur". Darüber habe ich mich sehr gefreut. Früher haben wir zusammen gearbeitet. Sie war meine Lehrtochter und ich war Filialleiterin an der Spitalgasse meiner Arbeitgeberfirma.

 

 

So, ist der Tag, der Montag, schön verlaufen, was wird morgen? Ich werde mal sehen  und geniessen. Ich freue mich. Ich liebe das Leben, halt auch ohne “Dölf”, aber mit all meinen Lieben.  Schön, dass ich noch da bin und Bläcky pflegen kann. Seine Augen, sein treuer  Blick. Ich geniesse es immer, wenn er mir Freude  zeigt und mich umgarnt mit seinen treuen Augen.

12.März 2010
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14.  12.März 2010
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Geburtstag 2010

 

  1. März 2010 Ein Supertag. *

Ich habe viele SMS erhalten, aus Amsterdam und aus Calpe in Spanien, aus Deutschland, der Schweiz und Belgien. Geliefert wurde über Fleurop auch "es Chörbli voll Blume" von Claudia, Tochter des  Kapitäns. Alle waren sie da.

 

Frieda eine gute Freundin,hat zum Mittagessen ein Poulet,gebracht. Sie war die erste, die mich heute besucht hat. Das ist mein erster Geburtstag ohne „Dölf“, seit 16 Jahren.

 

 

Da ich aber weiss, dass er da oben, wo immer er auch ist, keine Schmerzen mehr hat, geht es mir gut. Ich habe heute einen so schönen Tag erlebt und so viele SMS bekommen.

Das erste ist morgens um 05.15 Uhr von, Heini und Elfinesch mein Bruder und Schwägerin aus Ätjopien eingegangen. Und so ging’s weiter. So viele Besuche, Freude, Freunde, einfach alle waren da.

Mein Laptop ist auch programmiert. Das haben meine Tocher und ihr Sohn Luca gemacht. Es gibt Wein, Blumen stehen herum, es ist so wunderschön. Einfach ein Geburtstag, den ich nie vergessen es werde. Vor allem weil ich ja jetzt alleine bin und mein Leben meistern muss, will und kann. Es waren viele so schöne Momente mit all meinen Freunden, meiner Familie und den Erinnerungen.

 

Ich habe auch von  Ria,  Heinz-Georg, Kapitän auf der  MS RIA  ,Nachrichten erhalten. Sie gehören ja zu meinem Freundeskreis. Jetzt ist es 24.30 Uhr und ich bin hundemüde. Das Leben geht weiter, mit Bläcky und eventuell kam er heute etwas zu kurz. Morgen ist ein neuer Tag.
Ich werde wieder Besuch haben und mich morgen darauf freuen, denn Abwechslung tut gut und ich brauche Euch. Ein schöner Tag ist zu Ende gegangen, möge es noch viele solch schöne Tage in meinem Leben geben. Danke. Es ist Zeit, schlafen zu gehen. Bläcky hat auch schon Feierabend gemacht. Danke an alle, die mich nicht vergessen haben, es war wunderbar.

La La salama, schlafet guet.

 

14.März 2010
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15.  14.März 2010
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  1. März 2010

Ja, den Sonntag habe ich heute „allein zu zweit“ verbracht. Ich war mit Bläcky im Camp. Oh, ich habe an „Dölfs“ Todestag gedacht und den 14. Oktober geschrieben. Ich vermisse ihn immer mehr, je länger er mich verlassen hat.

Ich bin auf dem „Dölf und Heidi-Cher“ gewesen. Genau den Weg, den wir letzten Winter immer gegangen sind, zusammen.

 

Im Camp bin ich nachschauen gegangen, ob alles okay ist. Aber je länger ich im Camp bleibe, desto stärker kommt das Verlangen nach ihm. Ich kann „Dölf“ nicht, niemals aus meinen Gedanken streichen. Wir hatten eben uns beiden, die sich gegenseitig trösten konnten. Nun bleibt alles bei mir hängen. Es gibt immer noch viel zu tun, viel zu verarbeiten. Und ich werde versuchen, alleine und mit Bläcky das Leben zu meistern.

Heute war ich in Tafers bei meiner Tochter. Mein Laptop macht nicht so, wie ich will. Ich muss halt die Bedienung einfach von der Pike auf lernen, wie alle anderen auch. Ich schaffe das.

Nun bin ich hundemüde, wie gestern Abend. Ich habe staubgesaugt, abgestaubt, na ja, was man so erledigt, wenn man einen Haushalt hat. Bei Sandra haben wir "computerlet", aber auch das ermüdet. Ich bin froh, bald schlafen zu gehen und von einem Erwachen zu träumen, das alle Sorgen  vertreibt.  Es ist schön Euch zu haben und zu Leben.  Merci Sandra , habe Euch sehr lieb.

Bis Morgen, da habe ich Yoga-Stunde. Ich freue mich darauf und werde auch hingehen. “E decke Muntsch und guet Nacht”.

 

17.März 2010
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16.  17.März 2010
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  1. März 2010

Ja, wie ich es mir gewünscht habe, war heute “ein Tag, so wunderschön wie heute”. Ich bin früh aufgestanden und danach mit Bläcky spazieren gegangen. Dann habe ich Frühstück gegessen. Meine Tochter hatte gesagt, dass sie um 10.00 Uhr zum Kaffe kommen werde, Kaffe mit Gipfeli und Sonnenschein! Das war eine Abwechslung. Meine Tochter hat auch mit mir am Computer geübt. Ich muss noch viel lernen, aber das schaffe ich!

 

Heute habe ich “Dölf” sehr vermisst. Es war schönes Wetter, ich nenne es "Computerwetter". Bin dann in mein Wohnmobil “Heidiland” gegangen, um alles weg- und aufzuräumen. “Dölf” fehlt mir. Ich habe gar nichts getrunken und hatte Pause. Es muss ja weitergehen, das Leben ohne ihn. Kein Kaffe, nichts, das hatten wir im Frühling immer gemacht. Wir sind in den Camp gegangen und fingen an, langsam vorzubereiten auf den Sommer im Camp.

 

Wir haben Kaffee getrunken, im Vorbau bei “Dölf” gesessen und geplant, was wir erneuern mussten, was repariert werden musste.
Der Wasserhahn musste zugedreht werden und alle Ventile sind zu schliessen, bevor die Platzwartin das Wasser wieder einlässt oder uns das Wasser wieder gibt. Die Ventile und der Wasserhahn sind ja den ganzen Winter zugedreht gewesen. Ja, das Planen mit “Dölf”, das fehlt mir. Es fehlt mir, auch wenn die Pläne nicht immer in Erfüllung gingen, da er einfach nicht mehr mochte, nicht mehr konnte.

 

Er wurde zu schwach und seine Augen, sein Blick war so fragend, traurig. Es ist fast nicht auszuhalten gewesen. Ja, er ruht nun tief. Wie aber geht es mit uns weiter, mit mir und mit "Bläcky"? Ich bin froh, dass ich es nicht weiss, sonst würde ich vielleicht anders denken und handeln. Noch lebe ich, bin da und freue mich auf das Camperleben. Mag es kommen, wie es mag. Ich werde vermehrt alleine sein, aber das war ich ja schon letztes Jahr, „allein zu zweit“. Er aber war noch da. Die Erinnerung steigt wieder auf: Du, ich und Brinz, dann Blacky. Auch das ist ein Erbe, welches Du zurückgelassen hast.

Ich schaue den Hund an und denke: “Wir beide schaffen das, gell Blacky”. C'est la vie.

Danke für die schöne Zeit

Heute bin ich um 7.30 Uhr aufgewacht, aber es war noch zu früh, um aufzustehen. Um 08.30 Uhr bin ich dann mit Blacky in den Wald spazieren und die Not erleben gegangen. Ein neuer Tag ist erwacht. Es ist wunderschön, so da zu sein. Für mich, meine Familie und einfach zu Leben. Ich liebe das Leben.

 

Ich habe um 10.30 Uhr den Weg in den Camp eingeschlagen. Wer bekommt bei diesem schönen Wetter keine Frühlingsgefühle?

 

Ich lebe noch, das ist wunderbar ich darf noch für Bläcky, für meine Familie, einfach da sein. Ich brachte im Camp meine Polster, mein Bett, meine Kissen raus an die Sonne. Ich habe „seeklar“ gemacht. Es blieb Zeit, bis 13.00 Uhr noch mit Blacky zu spazieren. Um 14.00 Uhr wurden mir vom Lieferanten die bestellten Möbel geliefert. Ich konnte alles einrichten. Ich glaube, so wie ich das gemacht habe ist so gut.

 

 

 

Mit meiner Tochter telefonierte ich und wir diskutierte unsere mit ihr unsere Lebenslagen. Jeder hat seine Arbeit geleistet. Sandra, weil sie nach Düdingen umzieht und ich, weil ich dann ins "Heidiland" ziehe, sobald es, oder besser wir wieder Wasser kriegen. Eine Laune der Natur, sagt man. Es ist aber eine Laune der Platzwartin, wann , wie und wenn sie wieder Wasser geben will. Es spielt für mich aber keine Rolle, denn ich habe eine sehr schöne Wohnung. Sie ist voll beheizt, mit Wasser und Licht versorgt. Was will ich noch mehr? –

 

Auf meinem Spaziergang mit Blacky habe ich um 23.00 Uhr noch eine Freundin,  Nachbarin ,getroffen. Sie hat mir dann erzählt, dass Ihr Lebenspartner gestorben ist. Es ist traurig, aber wahr. Er litt an derselben Krankheit, wie „Dölf“, aber hat einfach genau 4 Monate länger mit all den Therapien und so durchgestanden. Die Lebenspartnerin ist aber in Südafrika und war nicht da, als ihr Partner starb. - Ich denke, ich wäre niemals auf eine Reise gegangen, wenn „Dölf“ im Sterben liegen würde. Ich war immer da und habe "auf ihn aufgepasst". Aber eben, er hatte keine Familie, die auf ihn acht gegeben hätte, die zu ihm stand mit ihm durchs Leben ging. Ich aber war da, und werde ihn nie vergessen, denn ich liebe ihn noch heute, obwohl er nicht mehr da ist. -

 

Die Freundin von Nachbarin  Elsbeth und ich führten wunderschöne Gespräche. Sie kam nach dem Spaziergang noch zu mir in die Wohnung. Wir sind beide im Zeichen der Fische geboren und haben dieselbe "Wellenlänge" Es tat gut, über Gott und die Welt zu plaudern. Jetzt ist bald 02.00 Uhr.

 

Ich habe den Abend genossen, so unter "Fische" stumm zu sein und doch zu verstehen, was der andere Mensch sagen will. Das war eine Supernacht, ganz nach "Goethe" Geschichten aus dem Leben zweier Fische zu erzählen, die sich ohne viel zu lamentieren verstehen. Kiemen haben wir keine, aber Atemorgane, eine Lunge und ein Herz. Alles, was noch mitmachen will in unseren Leben - Gott sei es Dank.

 

 

 

19.März 2010
Seite 17
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17.  19.März 2010
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  1. März 2010

Ich bin spät aufgestanden und habe am Tod des Lebenspartner von meiner Nachbarin, teilgenommen.--- Das ganze Procedere bei „Dölf“, sein Tod, die Siegelungsbeamtin, die Ämter, das Bestatten, ordnungsgemäss kremieren, die Urne abholen und, und… Das alles macht einen kaputt. Heute bin ich froh, dass alles über die Bühne ging, sich alles geregelt hat. Man hat mich nicht von irgendwo beschimpft, ich hätte zu wenig um die Angelegenheiten für Dölf gekümmert. Mehr konnte ich nicht tun, denn ich bin "Krebspatient Brustkrebs" und habe zudem einen Herzklappenfehler. Man weiss nie, wenn das Herz nicht mehr will. Ich will aber noch leben, da sein für meine Tochter und die Kinder, da sein für meinen Hund Bläcky, für mich selbst!

 

Ich habe heute bei meiner Tochter im Camp Klar-Schiff gemacht. Ich habe den Wohnwagen und die Fenster geputzt, die Betten an der frischen Luft gesonnt, abgesaugt, geklopft, und wieder reingetragen. Ich habe sie bezogen und dann die Vorhänge gewaschen. Meine Tochter ist ja im Moment daran zu packen. Am 27. März bezieht sie eine neue Wohnung  mit meinem Enkel und meiner Enkelin. Ja, ich habe mich , in meiner neuen Wohnung eingelebt und hoffe, dass meine „Katzenallergie" vorüber geht. – Bläcky ist am Schnarchen und will mir wohl sagen, dass es nun an der Zeit ist, schlafen zu gehen. Morgen ist ein neuer Tag. Ich bin bei meinem ältesten Bruder und seiner Frau  zum Geburtstag eingeladen. Er wird 69 Jahre alt. Ich freue mich und danke Gott, dass ich eine so leibe Familie habe. Heute waren, meine besten Freunde auf Besuch bei mir, um nachzuschauen, wie es mir geht.

 

Sie brachten mir auch eine Tasche für meinen Laptop, da ich ja bald wieder zur Schule gehe, um den Umgang mit dem Computer zu lernen. Ich weiss, ich schaffe das, ich werde das auch erlernen, wenn der Computer das will. Jetzt ist es 24.00 Uhr und Zeit zum Schlafengehen. Das ganze Projekt wird runter gefahren. Ich freue mich auf einen neuen Tag, der, so hoffe ich, kommen mag.

Gute Nacht, und schlafet guet.

20.März 2010
Seite 18
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18.  20.März 2010
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  1. März

Ich habe heute ein bisschen gearbeitet. Im Camp wusch ich bei meiner Tochter die Vorhänge frisch und hängte sie auf. Das ist eine knifflige Arbeit. Dafür brauchte ich drei Stunden. Um 13.00 Uhr ging ich dann nach Hause um zu Baden und um mich für das Geburtstagsfest hübsch zu machen.

Ich brachte die Fleisch- und Käseplatten, den Zopf und die Quarktorte mit. Meine Schwägerin  hatte diese in der Käserei Thörishaus bestellt. Die Käserin hatte sich Mühe gegeben. Es war ein Superfest mit allen meinen Bekannten und Geschwister, der Schwägerin und deren Kinder. Um 20.00 Uhr fuhr ich dann nach Hause und schaute Benissimo, das Spiel vom Schnöri der Nation, an. Es war so-so la-la. Jetzt bin ich müde vom ganzen Tag, gehe schlafen. Guet Nacht.

 

21.März 2010
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19.  21.März 2010
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21.märz 2010
Heute ist mir etwas passiert, kaum zu glauben aber wahr. Ich bin mit dem Auto zu Sinderella’s Camp gefahren. Mit dem Zuber habe ich die gewaschenen Vorhänge hinein gebracht und aufgehängt. Um 13.00 Uhr war ich damit fertig, habe den Zuber ins Auto gestellt und das Auto da stehen gelassen. Die Türe habe ich abgeschlossen und bin dann zu meinem Camper "Heidiland", gefahren.

 

Ich habe die Autotür geschlossen und etwas eingeräumt. Blacky liess ich in meinen Garten raus. Dann, um 13.30 Uhr habe ich die Tür vom Auto zugemacht und mich verabschiedet. Ich sagte zu meinem Cämpernachbar, dass ich an das Geburtstagsfest nach Ittigen zu meinem Bruder und seiner Frau fahre. Und so machte ich mich zuerst auf den Weg, in meine Wohnung . Auf dem Abstellplatz vor dem Haus wollte ich Bläcky herausholen. Aber der war nicht da. Mir schoss durch den Kopf: “Der ist doch nicht etwa rausgefallen?”. Aber die Türen waren geschlossen. Schnell fuhr ich zum Camp zurück und wer steht da, vor meiner Gartentür mit seinem roten Ball? Bläcky! Ich hatte gar nicht gesehen, dass er in der Zeit, in der ich die Tür im Camp geschlossen hatte, aus dem Auto gesprungen war, um mit seinem Ball zu spielen.

 

 

Er aber hat geduldig, mit dem Ball vor seinen Pfoten, gewartet, bis ich ihn wieder abgeholt habe. Das nenne ich Treue! Er muss ja mitbekommen haben, dass ich weggefahren bin. Und er hat ausgeharrt und gewartet, dass der Meister zurückkommt. Ja, das ist nun mal passiert, aber es sollte nicht mehr vorkommen. Nun schläft Bläcky ruhig und

 

träumt vielleicht davon, was ihm heute passiert ist.

 

In Ittigen habe ich ihn im Auto gelassen und bin nur zwischendurch mit ihm "Gassi" gegangen. Er fühlt sich im Auto sehr wohl. Dort legt er sich hin und wartet. Aber heute dauerte es für ihn wohl zu lange, bis die Meisterin endlich kommt und die Autotür war ja sowieso offen. Also, nächstes Mal werde ich die Tür schliessen, denn er hätte mir ja hinterher rennen können. Er war aber da, wo er hingehört und hat geduldig gewartet .

Danke Bläcky.

22.März 2010
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20.  22.März 2010
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  1. März 2010

Ich war heute mit Bläcky beim Augenarzt, beim Tierarzt. Seine Augen sind "stabil". Er hatte grosse Angst, so sehr, dass er schon auf dem Parkplatz zurück ins Auto gehen wollte. Bei der Tür zur Praxis hat er so hart gezogen, dass ich beinahe gefallen bin. Ich war vorbereitet und wusste, was passiert.

Im Wartezimmer sass er da, immer mit Blick zur Türe und der Frage: “Wo geht es da raus?”. Als wir im Zimmer auf den Arzt gewartet haben, fing er an zu winseln. Es musste ihm ein Maulkorb angezogen werden. Seine Angst war riesengross.

Das ist nun vorbei, seine Augen haben sich nicht verschlechtert. Er darf noch ein bisschen bei mir bleiben.

 

 

 

 

 

Dann war ich noch im Geschäft, um neue Polster im Camper zu bestellen und wegen einem Laminatbelag im Camp, mein Nachbar  hat mir versprochen, dass er mir den Boden mit Laminat belegt und gesagt, dass er das gerne macht. Schön, wenn man Freunde hat, die zu einem stehen. Um 17.00 Uhr war ich dann wieder in meiner Wohnung. Ich fühle mich hier sehr geborgen und muss kein Geschrei mehr anhören. Es ist ruhiger geworden. Und das geniesse ich. Denn das Gezeter war nicht mehr auszuhalten!  Meine Wohnungsnachbarin ist wieder zu Hause, aber ich habe sie noch nicht gesehen. Sie muss jetzt auch, zum zweiten Mal, von einem geliebten Menschen Abschied nehmen. Für mich hat hier im Haus niemand Zeit gehabt. Ich war eigentlich immer mit meinem Kummer, meinem Verlangen, meinem Denken, den Fragen: “warum?” alleine, Es war niemand da, sie waren mit ihren eigenen

 

Problemen beschäftigt. Und so bin ich mit dem Tod und all der Schreibarbeit, all dem Leid selber fertig geworden und habe es alleine verarbeitet. Nun sind es vier Monate her, seit “Dölf” gestorben ist. Ich aber habe das Gefühl, als wäre es gestern gewesen.

 

 

Wenn ich meine Tochter und meine Familie, die vier Geschwister mit Frauen und meine Schwester nicht hätte, würde es mir heute nicht so gut gehen. Habe,  Bläcky  habe ich auch geerbt und sein  Vermächtnis----. Meine Schwester ist seit 14 Jahren alleine und lebt gut. Aber mir fehlt die Wärme, fehlen sein Atmen und sein Dasein so sehr, dass es kaum zu verstehen, zu begreifen ist. Und doch ist es  tatsächlich so. Wie soll es weiter gehen?... Ich weiss, das muss es, für Bläcky und alle meine Lieben, die in meiner grössten Not zu mir gestanden sind und die mich begleitet haben. Denn alle hatten “Dölf” lieb, so wie er war, auf seine eigene Art und Weise, die nur er kannte. Er war als " Verdingchind" umhergeschupft und weitergegeben worden, wie ein Stück Ware! Bei mir, bei meiner Familie " war er “der Dölf” und er hat auch mich durch  meine Krankheiten begleitet. Er hat mich so akzeptiert, wie ich bin und war, mit allen meinen Ecken und Kanten. Danke “Dölf”, Du warst das Beste, was ich erleben durfte und mit Freude genossen habe.

La La salama, Schalf gut.

 

 

23.März 2010
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21.  23.März 2010
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  1. März 2010

Ich bin früh aufgewacht und mit Bläcky "Gassi" gegangen. Ich habe gefrühstückt und Bläcky bekommt auch sein Häppchen. Ich nahm ihn zum Yoga mit. Dort musste er eine Stunde warten. Der Weg nach Münchenbuchsee ist  etwas schwierig. Ich muss den ganzen Weg über Landstrassen fahren und brauche dreiviertel Stunden, um hinzukommen. Eine Stunde dauert das Yoga und dreiviertel Stunden die Fahrt nach Hause. An einem Morgen kann ich sonst nichts tun, aber ich fühle mich durch das Yoga gut.

Später fuhr ich zum Geschäft, um die Polster im Camper zu bestellen. Ich muss zum Sitzen und Fernsehen etwas weichere Polster kaufen. Meine sind schon 30 Jahre alt.

 

Um 12.00 Uhr war ich dann wieder zu Hause. Es hat mich mit Haut und Haaren in den Camp gezogen. Da gibt es auch noch viel zu tun. Ich habe bei mir und Sandra den Rasen geplegt und den Kehricht geleert.

 

Ich deckte das Zwergenhäuschen ab. Es herrscht Frühlingsstimmung. Meine Nachbarn haben mich zum Kaffee eingeladen und so gönnte ich mir ebenfalls eine Pause. Um 18.00 Uhr fuhr ich nach Hause und habe den Abend genossen.

 

 Meine Nachbarin ist komisch. Ich glaube, sie hat ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht da war, als ihr Lebenspartner starb. Das hätte ich auch. War ich doch immer für “Dölf” da, auch dann, als es ihm so schlecht ging. Nun, das ist ihr Problem. Ich löse meine Probleme, wenn ich denn welche habe. Der Name „Dölf“ geht mir nicht so schnell aus dem Kopf. Wie könnte er auch, er war mein "Anker“ während all den Jahren, und hat für uns immer neue Ziele gesetzt. Z.B. die Keniaferien: das war das Höchste,

was ich mit ihm erleben durfte!  Haben unseren Winter an der Wärme in Kenia, verbracht.  Drei Monate im Jahr war immer wunderbar.

 

Jetzt ist es 24.00 Uhr und Zeit, schlafen zu gehen. Der Schlaf ist manchmal wunderbar, manchmal aber auch gespenstisch. So zum Beispiel, wenn plötzlich jemand im Raum steht und man glaubt, es ist der verstorbene Lebenspartner; was ja nicht sein kann , aber doch? Ich weiss, dass er mir nach allem, was wir durchmachten, die Ruhe gönnt.

 

Vor seinem Tod wusste er einfach nicht, was er machen soll. Das waren seine letzten Worte. Er wusste nicht, was mit mir und Bläcky passiert. Erst als ich ihm gesagt habe: “Schätzu, du kannst jetzt gehen, ich passe auf mich auf und auch auf Bläcky. Als Sandra sagte zu Ihm , dass Sie auf Mami aufpasst, hat er unsere Hände gedrückt, mit Tränen in den Augen. Er wusste, jetzt kann ich gehen. 10 Minuten später war er tot, tot. Einfach so schnell hat sein Herz aufgehört, zu schlagen.

 

24.März 2010
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22.  24.März 2010
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  1. März 2010

Letzte Nacht hatte ich einen komischen Traum. Ich träumte, mein Nachbar sei um 04.00 Uhr nach Hause gekommen und habe Licht eingeschaltet. Bläcky habe aufgepasst, sei zu meinem Bett gekommen, um es mir mitzuteilen. Ich hätte zu Bläcky gesagt: “Gehe an deinen Platz”.

 

Warum ich geträumt habe, der Nachbar müsse durch meine Wohnung gehen, um in seine Wohnung zu kommen, ist komisch! Zum Glück war es nur ein, Traum. Niemand muss durch meine Wohnung, das habe ich dann auch gemerkt. –

Ich bin um 07.30 Uhr aufgestanden, habe Bläcky ausgeführt, eingekauft und habe danach den Weg in den Camp eingeschlagen. Heute hat die Platzwartin uns das Wasser gegeben. Das heisst der Frühling ist da, es gibt wieder Wasser.

 

Mein Nachbar auf dem Camp hat mir meinen Laminatboden eingebaut. Wir führten ein gutes Gespräch. Bei Sandra habe ich das Wasser installiert. Es hat nur beim WC nicht geklappt, da sind zwei Leute notwendig. Um 16.30 Uhr habe ich meine Nachbarn zu einem, Glas Champagner und belegten Broten eingeladen, um unser Camperleben einzuleiten. Wir sassen bis um 18.30 Uhr gemütlich zusammen.

Danach habe ich abgewaschen, da ja Wasser da ist, und bin nach Hause gegangen. Es war ein schöner Tag. Ich erfreue mich immer, wenn ich mit jemandem reden  kann . Ich muss bloss noch lernen, dass "Dölf" nicht mehr da ist. Ich schaffe das, aber Bläcky sucht ihn überall. Alle sollen ihn streicheln, er ist sehr anhänglich. Ich hoffe, er “begreift” auch, dass es "Dölf" "nicht mehr gibt. Das Leben geht weiter, weiter. Jetzt ist es 23.30 Uhr, Zeit zum Schlafengehen, denn morgen habe ich Waschtag. Es muss ja alles gemacht werden.

 

 

Ich liebe das Leben, mag kommen, was mag. Es gibt mir Licht auch im dunkelsten Tag.

 

26.März 2010
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23.  26.März 2010
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  1. März 2010

Heute bin ich von meiner Schwägerin  geweckt worden. Sie ist immer noch daran, mit meinem Bruder,) das Haus zu streichen. .

Ich habe heute im Ca. Für den Vorbau habe ich dort Platz geschaffen. Der Bruder von Werner, Walter ist der Schreiner. Bis 13.00 Uhr habe ich in Camp "Heidiland" und bei meiner Tochter gewerkelt, nein,  Ich habe geschafft, „eine Grosse“. Es gibt viel zu entsorgen.

 

Ja, es muss alles gemacht werden. Um 09.00 Uhr habe ich Elsbeth besucht, meine Nachbarin. Es geht ihr gar nicht gut. Sie hat zu mir gesagt, dass Sie nahe an einem Nervenzusammenbruch sei. Sie zitterte am ganzen Körper. Bläcky hat sie gar nicht gesehen, denn ich glaube dass Sie meinen Besuch als aufdringlich empfunden hat. Ich war schon am Vorabend bei ihr. Ich hatte zweimal geklingelt. Ich hatte gehört, dass sie telefonierte. Beim ersten Mal hatte sie  keine Regung gezeigt. Beim zweiten Mal hatte ich gehört, dass sie gesagt hatte: “Einen Moment”. Dann hatte sie gerufen, sie wäre am Baden. Das war mir irgendwie seltsam vorgekommen. Ich selber habe von den Nachbarn keine Hilfe gekriegt. Ich hätte Hilfe aber angenommen, wenn mich jemand gefragt hätte. Dem war nicht so. Nun ziehe ich meine Konsequenzen. Ich antworte nur noch, wenn etwas gefragt wird. Und ich ziehe ja sowieso bald für einen Sommer lang in den Camp. Ich habe da meine Camperfamilien, seit über 30 Jahren. Ich hoffe, die Nachbarin , die Kurve kriegt und wieder Freude am Leben findet. Wer aber hat mich besucht, ausser meiner Familie? Und von ihnen hauptsächlich meine Tochter und meine Geschwister? Sie haben mir, sei es mit Besuchen, mit Telefonaten oder mit SMS geholfen. Es wurde nie langweilig. Ich liebe das Leben und freue mich schon wieder auf morgen.

 

 

 

Ich habe alles gewaschen und so kann ich morgen die Wäsche bügeln und versorgen. Und den Tag auskosten, denn die Wohnung gefällt mir. Ich bin irgendwie eingebettet. Es ist ruhiger geworden. Wie sagte Altbundesrat Ogi: “Freude herrscht". Guet Nacht.

 

27.März 2010
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24.  27.März 2010
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  1. März 2010

Ich habe mir für heute einiges vorgenommen gehabt. Um 09.00 Uhr war ich schon im Camp. Ich habe keinen Menschen gesehen. Alles habe ich erledigt: die Wäsche versorgt, mein Bett im Camp bezugsbereit gemacht, bei meiner Tochter die Vorhänge aufgehängt. Martin , den ich gebeten hatte,viel alte Möbel zu entsorgen hat nicht zurück gerufen. Ich muss das Zeug morgen selber entsorgen.

 

Ist kein Verlass auf ihn. Ja, nun ist mein Camp bereit. Bei meiner Tochter muss ich noch die Storen montieren. Die habe ich gewaschen und imprägniert.

 

Danach habe ich zu Hause gebügelt, staubgesaugt, abgestaubt, und, und, und. Alles was dazu gehört. Notar Lehmann hatte mir die Steuerformulare und die versteuerbare Erbschaft geschickt. Dafür muss ich c.a. sechstausend Franken Erbschaftssteuer bezahlen. Das ist mir egal, denn das was ich geerbt habe , kam unerwartet. Zwar ist es schön, Geld zu haben. Aber wo bleibt der Lebenspartner? Na ja, auch ich muss damit klar kommen, dass ich jetzt Geld habe, aber keinen Partner mehr. Das Geld lebt nicht, es ist vergänglich die kann zerrinnen. Die Liebe aber die ich bekommen habe , kann ich mit keinem Geld kaufen, und wenn ich Millionär wäre. . Im Moment bin ich nicht bereit, auch nur einen Pfennig von den Konten, die ja jetzt mir gehören, da Alleinerbin, etwas abzuheben. Ich bin immer noch mit all den Arbeiten beschäftigt, die ich ja jetzt alleine bewältigen muss. Ich schaffe das.

Habe ein gutes Gespräch mit meiner Tochter geführt. Zum Glück habe ich Sie!!!

 

 

 

28.März 2010
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25.  28.März 2010
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  1. März 2010

Ich bin früh aufgestanden und habe den Camp aufgesucht, um einiges zu erledigen. Ich habe die ganze Sache entsorgt. Frau von der Entsorgungsstelle hat zu mir gesagt: “Sie haben aber auch viel Arbeit”. Das stimmt, ich habe viel zu tun und kann nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen. Seit “Dölf” gestorben ist, bin ich am weibeln. Hier und da aufräumen. Zuerst die Züglerei vom Camp in die Wohnung. Dann im Camp bei mir und bei “Dölf” die Wagen winterhart machen. Nach sechs Monaten und nachdem ich oben eingeräumt gehabt habe, putzen, sortieren, entsorgen, die Siegelung vornehmen, der Notar war da, die Banken und überschreiben.

 

“Dölf’s” Beerdigung war so, wie er auf die Welt kam. Als Verdingkind, er hatte nichts zu sagen, wurde hin und her verschachert. Ich darf gar nicht anfangen, es beschäftigt mich immer wieder. Denn ich hatte eine schöne Kindheit, eine Mutter, einen Vater und vier Geschwister. Sie stehen mir in allen Lebenslagen zur Seite. Er hatte das nicht. Welch eine Einsamkeit muss sich da in einem Menschen ausbreiten?

Ja, aber der heutige Tag war super. Ich habe Katharina gesehen. Sie war am Markt im Camp. Als ich von der Entsorgung zurück gekommen bin, habe ich das Auto angehalten und Sie gerufen. Sie hat sich gefreut und ich habe sie dann eingeladen, bei mir einen Kaffee zu trinken. Wir haben ein perfektes Gespräch gehabt. Anschliessend habe ich die Store gewaschen. Dafür habe ich lange gebraucht. Demontiert ist sie schnell. Aber wie sollte ich sie montieren, ohne Plan? Eine habe ich schon montiert. Die nächste kommt morgen dran, wenn ich mag. Heute tut mir alles weh.

Am Nachmittag habe ich einen Bekannten aus Basel, mit Hund “Emelie” im Wald getroffen. Zusammen haben wir einen “Cher” gemacht. Dabei führten wir ein gutes Gespräch. Seine Frau kam später hinzu. Sie ist auf dem "Marianne-Märit" gewesen. Ich habe die beiden mit dem Hund zu einem Glas Rotwein und Chips eingeladen. Wir unterhielten uns gut von und über “Dölf”. Er war sehr geachtet worden und sie hatten ihn auch lieb gehabt. Das hat mit geholfen. 17.30 Uhr sind sie in ihr Mobilheim gegangen. Sie bleiben über’s Wochenende dort. Mich hat das Gespräch sehr gefreut, denn viele wollen oder trauen sich nicht, mit mir über meinen Schatz zu reden.

 

 

 Dabei tut es mir gut wenn ich merke, dass er auch bei anderen Nachbarn eine Lücke hinterlassen hat. Ja, er hat jetzt seine Ruhe und ich auch.

 

P.S. Ein Camp-Nachbar, der bereits über 80 Jahre alt ist, hat seinen Camper zum Verkauf ausgeschrieben. Er mag nicht mehr, ist zu müde. Er hat von seinen Kindern auch keine Hilfe. Ich habe Hilfe und das tut gut. Danke Sandra. Guete Nacht.

29.März 2010
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26.  29.März 2010
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  1. März

Heute habe ich bis um 8.45 Uhr ausgeschlafen. Dann bereitete ich das Frühstück und habe mit Bläcky den Weg ins Camp eingeschlagen, wo ich noch einiges zu tun gehabt habe. Es war ein ruhiger Tag. Ich habe niemanden gesehen, es war kalt und unfreundlich. Eigentlich war es ein trauriger Tag und ich habe “Dölf” vermisst. Es muss einfach weiter gehen. Ich bin immer noch im Tramp: hopp, Du musst arbeiten, putzen, erledigen, usw. Ich glaube, es hört nie auf. Es ist einfach eine grosse Leere da. Niemand sagt: “guete Tag Schätzu, hesch guet gschlafe?” Kein Atemgeräusch, sogar das Stöhnen vermisse ich. Da war er noch bei mir, man konnte sich zu zweit freuen. Das gibt es alles nicht mehr. Mein Tag war genau so düster wie das Wetter. Aber wenn die Sonne morgen wieder scheinen wird, habe ich mehr Licht. Ohne Dich wird es immer wieder düster. Ohne meinen “Dölf” ist es schwer zu leben.

Bläcky ist meine Aufgabe, er gibt mir Kraft. Er merkt meine Gefühlsprobleme und versucht, mich mit seinem Ball abzulenken. Schön, das er noch da ist. Er gibt mir Kraft, all das zu ertragen und zu verarbeiten. Ich denke nie daran, auch zu gehen. Es gibt immer “einen schönen Tag”, vielleicht morgen, so hoffe ich. Ich habe einfach das Verlangen, mit jemandem darüber zu reden. Es heisst dann immer, habe ich auch  schon erlebt und so schweige ich und schreibe es in ein Buch. Gefühle mitfühlen könnte man, wenn man ein Herz hat, das schlägt und lebt!

 

30.März 2010
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27.  30.März 2010
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  1. März

War heute bei meiner Tocher. Sie zieht gerade um. Ich habe einfach mitgeholfen so gut es ging. Ich war zuständig für den letzten Schliff. Einfach die letzten Sachen aus der Küche zu zügeln, seien es Besteck, Geschirr, den Inhalt des Kühlfachs oder Lebensmittel. Ich habe das für  mich mögliche gemacht. eine Schublade für alle wichtigen Sachen, die meine Tochter braucht, mit Briefen, Einzahlungsscheinen, Schlüsseln, einfach mit dem, was zuletzt noch in der verlassenen Wohnung war. Toll, wie Luca, 16 jährig, und Carmen, gestern 17 geworden, mitgeholfen haben.

 

 

Ich habe mit meinem Enkel und sein Papi über die ganze Arbeit, das Umziehen, usw., gesprochen. Mein Enkel hat gesagt, dass er auch müde ist. Ich habe ihm gesagt, dass unser Altersunterschied 52 Jahre beträgt. Der Papi hat gesagt dass er keinen Hunger hat. Er müsste zuerst alles "abefahre" Ja, so geht mir auch, seit Oktober, als “Dölf” gestorben ist. Ich muss mich jeden Abend “abefahre” und kann dann noch nicht einmal “computerlen”. Am 9. April beginnt die Schule, in der ich alles von der Pike auf  lernen muss, was für mich nicht so einfach ist. Das schaffe ich schon.

Als ich nach Hause ging, hat es bei meiner Tochter in der Wohnung immer noch ausgesehen, als ob der Blitz eingeschlagen hätte. Ja, alles muss gemacht werden. Es wäre schön, wenn man in die Hände klatschen könnte und alles ist überort.

Meine Tochter hat mir ein SMS geschrieben, dass ich das “beste Grosi” auf der Welt sei. Schön, sie hat mir so viel geholfen, als “Dölf” starb. Ich konnte ihr mit meiner Hilfe etwas zurückgeben für die neue Generation, die heranwächst und mit Lebensfreude hilft. Das ist nicht selbstverständlich. Schön, so liebe, herzliche Enkelkinder zu haben und eine so liebe Tochter. Danke.

 

Ich bin hundemüde und Bläcky hat noch sein Fressen bekommen, welches ich in der Hektik des Geschehens vergessen habe. Er hat es auch jetzt noch genommen.

Mit einer SMS hat mir meine Tochter eine gute Nacht gewünscht. Und morgen habe ich einen freien Tag. Ich bin zu Mittagessen von einem Schulkollegen im Restaurant Eintracht in Moosseedorf eingeladen. Wir veranstalten einen gemeinsamen Treff. Wir beide gingen in dieselbe Schulklasse, hatten denselben Schulweg und eine schöne Jugendzeit. Darauf freue ich mich. Danke Max.

 

Es ist Zeit, schlafen zu gehen und mich von den Strapazen der letzten zwei Tage zu erholen. Am Donnerstag geht es weiter. Dann ist noch die alte Wohnung zu putzen, abzugeben und eine neue Ära beginnt.

 

 

 

01.April 2010
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28.  01.April 2010
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  1. April 2010

Ein neuer Tag ist angebrochen. Ich bin um 8.30 Uhr mit meiner Tochter verabredet gewesen, um ihre alte Wohnung zu putzen. Sandra war alleine da. Alle, die versprochen hatten, zu helfen, haben den Rückzieher gemacht. Wir haben die Küche gereinigt und geplaudert. Es war trotz dem Putzen interessant. Um 11.30 Uhr gingen wir in die neue Wohnung um zu essen.

Ich führte die Hunde spazieren und meine Tochter hat Mittagessen gekocht. Sie hat später noch etwas vor gehabt. Meine Enkelin kam auch nach Hause, in die neue Wohnung. Und so habe ich mich verabschiedet, um noch schnell im Camp nachzuschauen, ob alles okay ist. Danach ging ich mit Bläcky nach Hause und dann war Baden angesagt. Ich gönnte mir dann ein Nickerchen. Ich war von den ganzen Strapazen sehr müde: am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag helfen ein- und auszuräumen und zu putzen. Ich habe bei allem geholfen, bei dem was beim Umziehen so anfällt. Gestern war ich noch von einem Schulkameraden im Restaurant Eintracht in Moosseedorf zum Mittagessen eingeladen worden. Er hatte geglaubt, dass ich immer noch in Moosseedorf wohne.

Wir sind als Nachbarskinder aufgewachsen und haben die ganze Kindheit zusammen erlebt.

Es war eine schöne Jugendzeit. Jeden Tag haben wir den Schulweg von vierzig Minuten zusammen gemacht, haben zusammengehalten, sind miteinander durch dick und dünn gegangen. Wir hatten auch unsere ersten Gefühle im zarten Alter von 13 bis 14 Jahren ausgetauscht und “Doktor” gespielt. Ja, mein Mann wäre er nie geworden, denn unsere Wege haben sich getrennt. Er ging ins Welschland und ich nach Biel. Er sieht mich heute noch gerne und er hat es sehr genossen, dass ich seine Einladung zum Essen und Plaudern angenommen habe. Es war schön, verwöhnt zu werden. Er hat sich grosse Mühe gegeben, mich kulinarisch zu verwöhnen.

02.April 2010
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29.  02.April 2010
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  1. April 2010

Heute habe ich meine Sachen in den Camp hinunter gebracht. Ich versuche mal, drei Tage über Ostern hier zu übernachten. “Dölf” fehlt mir sehr, mein Gang am Abend zum Nachtessen kochen, um zusammen zu essen, mit ihm zusammen Abendbrot zu kochen. Das ist vorbei. Eine grosse Leere, die, so glaube ich, niemand ausfüllen kann. Auch wenn Sie noch so lieb und nett sind. Er fehlt mir immer mehr. Da ist das Mobilheim, der Vorbau, der “Dölf”. All das kommt nie zurück. Ich habe bis jetzt gar keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Umziehen, einräumen, umziehen und ausräumen, das war in den letzten zwei Monaten mein Ziel. Das Ziel ist erreicht und ich habe das geschafft, fragt sich nur, wie lange das hinhält, denn eigentlich könnte das Leben jetzt weitergehen. Aber ob das geht? Ich weiss, nur, dass ich da eine positive Einstellung pflegen muss.

 

Ich habe eine liebe Tochter, liebe Enkelkinder, ja das wäre da. Aber jemand, der mich in die Arme nimmt und sagt: „Du bist gut, Du hast das gut gemacht“, einfach „ich habe Dich lieb“, das fehlt mir. Das heisst, meine Tochter sagt das, aber auch sie hat eine Stütze nötig, damit sie nicht alles in Sachen Erziehung alleine schaffen muss. Auf den Papi der Kinder ist kein Verlass. Er bezahlt nicht einmal die Alimente, aber mit seinen doch so gut erzogenen Kindern prahlen, das kann er. Mit mir ist er zuvorkommend und anständig. Er hat mich beim Umziehen unterstützt, aber das ist auch alles. Er kriegt sein Leben nicht auf die Reihe, wie soll er auch. Er muss sich vor den Behörden verstecken. Von wegen, Schwindeln bring gar nichts. Ja, so ist das Leben. Ich helfe, wo ich kann.

 

 

Jetzt aber gehe ich schlafen, denn ich bin todmüde und habe die Ruhe verdient, so glaube ich.

 

Mein Nachbar auf dem Camp, bei dessen Familie ich zum Essen eingeladen gewesen bin, hat mir den Wasserhahn repariert und wir haben mit seiner Frau eine gute Flasche Wein getrunken. Es war eine Abwechslung in meinem Alltag, ohne “Dölf”, aber trotzdem mit Freunden von “Dölf”.

 

Er hat hier im Camp positive Spuren hinterlassen, alle hatten sie ihn lieb. Ich auch. Gute Nacht zäme. Danke, es war ein grossartiger Tag mit Sandra. Morgen ist ein neuer Tag.

 

03.April 2010
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30.  03.April 2010
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  1. April 2010

Heute habe ich erfahren,dass mein Sohn, wieder in Münsingen in der Psychiatrie ist. Er kann sein Leben einfach nicht in geordnete Bahnen bringen. Im Frühling hat er immer Probleme. Sie haben ihn abgeholt, weil er in einer Apotheke jemanden bedroht hat. Sein Vater hat einen  Anruf von der Sanitätspolizei  erhalten. Fünf Minuten später war mein Ex-Mann in Junior’s Wohnung, aber sie hatten ihn bereits abgeholt. “Ronny”, den Hund, hatten sie eingesperrt. Mein Ex-Mann konnte den Hund nur durch ein Fenster rausholen. Ronny ist jetzt bei meinem Ex-Mann.

Ich empfinde das als Frechheit, aber der Junior ist selber schuld. Er hat seine Tabletten nicht mehr eingenommen und so macht sein Kopf, was er will. Halt manchmal zu viel. Ich glaube, wenn man solch einen Sohn hat ist es sehr gut mit all den Krankheiten umzugehen.  Kleine Kinder kleine Sorgen, grosse Kinder, grosse Sorgen. Ich hoffe, dass ich einmal ohne Sorgen leben kann. Denn auch ich habe Sorgen. Zum Beispiel, ob mein Leben mit Brustkrebs noch weitergeht. Ob ich all das schaffe, was auf mich zukommt. Wir werden sehen.

 

 

 

 

Schnell ist ein Leben vorbei und ein neues Leben beginnt. Ohne Sorgen und ohne Leid wird das nie gehen, deshalb nehmen wir, ich sowieso, wie es kommt, ohne Zorn, ohne Stress, “eine Treppe, nach der  Anderen, am schönsten immer nach oben.   Ich hoffe das”. Danke.

04.April 2010
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31.  04.April 2010
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  1. April

Das Leben geht weiter. Ich habe bis um 8.45 Uhr gut geschlafen. Heute ist Ostern. Den Samstag habe ich ausgelassen. Bereits habe ich ein Telefonat gehabt mit dem letzten Pflegevater von “Dölf”. Er hat sich in seinem Telefonbuch jemanden ausgesucht, weil es im langweilig und er alleine zu Hause war. Er ist über 85 Jahre alt, Witwer und einsam. Vor zwei Monaten hat er mich eingeladen, mit ihm Ferien im Berner Oberland zu machen. Er sitzt im Rollstuhl. Er meinte, es würde mich gar nichts kosten. Ich könnte einfach als Begleitperson mitreisen. Ich aber brauche meine Ruhe. Ich bin seit 14. Oktober daran, aufzuräumen, zu zügeln, den Camp zu putzen, alle Lebensmittel nach Hause zu bringen.

 

05.April 2010
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32.  05.April 2010
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  1. April Heute war der Bericht da, dass eine kleinere Wohnung im Eingang Nr. 41 frei wird. Und dann fing es wieder an mit dem Umziehen: den Keller und den Estrich räumen. Im Lauf der Zeit hat sich viel angesammelt. Ich schuftete fast Tag und Nacht. Später zog meine Tochter dann auch in eine Wohnung in der Nähe des Camps um. Sie hat ja den Camper von "Dölf" geerbt. Ihr habe ich auch beim Umziehen geholfen. So war ich seit “Dölf’s” Tod praktisch fünf Monate lang am ,,umziehen,,. Das zerrt und braucht meinen ,vom Krebs gezeichneten Körper.

 

Jetzt ist Ostern und ein lieber Besuch war bei mir: meine Tochter ist mit Ahmed gekommen. Es war ein schöner Nachmittag und ich habe mich daran gefreut. Dieser Ahmed war sehr nett und anständig. Wir haben noch einen Spaziergang entlang der Sense, Fluss, mit unseren Hunden gemacht.

 

 

 

 

Um 21.30 Uhr hat mich meine Schwester Verena,aus Brasilien angerufen,

um zu fragen, wie es mir geht. Ich glaube, sie sorgt sich ein bisschen um mich. Das kann ich begreifen. Ich bin immer noch daran, zu verarbeiten, dass "Dölf" nicht mehr da ist. Er fehlt mir. Jede Arbeit, jede Reparatur hat er für mich erledigt, wenn ich das nicht machen konnte. Man ist alleine, muss leben, muss schauen, oder eben den Hammer oder das Werkzeug selbst in die Hand nehmen. Ich schaffe das.

Es muss weitergehen ohne "Dölf",. einfach so. Das geht.

 

06.April 2010
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33.  06.April 2010
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  1. April

Ich habe bis um 8.45 Uhr geschlafen. Das habe ich gebraucht. Ich bin fix und fertig, abgekämpft” von der ganzen Umzieherei. Seit "Dölf's" Tod bin ich nicht mehr zur Ruhe gekommen. Da waren die Camper , sein Camp und mein Camp alles neu einzuräumen. Alles war so verlassen, kein Leben mehr drin. Es war einfach nur noch mein Dasein mit Bläcky und wir haben funktioniert wie ein Benziner. Ohne Sprit läuft da nichts. Mein “Motor” hatte schon lange kein Benzin mehr. Ich habe funktioniert wie eine Maschine, der Motor lief auf den letzten Zacken, kurz vor dem Aussteigen. Ich wusste manchmal gar nicht, was ich noch alles machen soll, um zu überleben. Keinen Halt, keine Hilfe, alle waren mit sich selber beschäftigt, ausser meine Tochter, meine Sonne, die Licht in mein dunkles Leben brachte, mir half und zu mir gestanden ist. Sonst wäre ich gar nicht mehr hier. Bläcky hat mit seinen treuen Augen und seinem Hundegespüri, immer gezeigt, dass er weiss, was mir fehlt. In diesen schweren Stunden, als ich nachts immer aufwachte und glaubte, ich müsse das Zimmer wechseln, denn "Dölf" war bei mir und hat gesagt, dass er mit Bläcky spazieren will.

 

Der Spaziergang war jeden Abend sein letzter Gang. Noch nach draussen, um mit Bläcky zu pinkeln und er wollte natürlich auch noch eine rauchen. All das fehlt mir, der normale Ablauf in unserem schönen Leben, gespickt mit viel Freude und Leid.

 

 

So wie damals, als "Dölf" geweint hat, weil er nicht mehr leben mochte, und gleich wohl mit Bläcky raus wollte. Es war eine so traurige Zeit, da konnte ich ihm nicht helfen. Ich habe seine geschwollenen Beine, seine Brust , den Rücken mit Pulmex eingerieben. Ich habe ihn im Bett hoch gelagert, ihm die Windeln gewechselt, all das, was eine Frau oder ein Mann für den Partner tut, ja nach dem, wer krank ist. Er hat so viel geweint und das Gefühl gehabt, er wäre ein Nichts, einfach so, wie er ja im früheren Leben auch verschachert wurde. Dabei war er für mich ein Mann, der mich verwöhnt hat so lange es ihm wegen seiner Krankheit möglich war. Aber dann, ja dann ging es bergab. Er wollte sterben, gehen.

 

 

Er befürchtete, dass das mir zu viel und ich ihn abschieben würde. Wie hätte ich das auch tun können! Ich und meine Tochter waren für ihn bis zur letzten Minute da. Trotz der Krankheit Lungenkrebs, der Chemotherapie, dem Spital, kann ich es heute noch nicht fassen. Aber so verlief es die letzten Monate seit dem Bericht, dass er Krebs habe. Er glaubte, dass ich ihn fallen lasse, aber wie könnte ich auch? Obwohl er in der letzten Zeit mit mir sehr böse geworden ist. Als ich ihm sagte, dass ich nichts machen kann und dass er auf die Aerzte hören muss, wurde seine Verzweiflung grosser und grosser. Er hat den Esstisch hochgehoben, und zu mir gesagt, dass er jetzt dann sowieso "verrecke" und ich vorausgehen soll, abfahren, da ist die Tür! Das aber war nicht "Dölf", das war seine Verzweiflung durch seine Schmerzen. Dieser Blick in seinen Augen war mir unverständlich, das war ein anderer Mensch. Das war nicht mein “Dölf”, so wie ich ihn gekannt habe. Das waren seine Schmerzen, die er nicht mehr im Zaum halten konnte. Er war desorientiert. Ich wusste, das ist nicht mein Dölf, denn so etwas Böses hat er nie zu mir gesagt. Er ist dann 2 Tage später gestorben. Ich war bei ihm und meine Tochter auch. Er hat gewusst, dass ich ihn liebte und immer für ihn da war . Danke “Dölf”, ich habe Dich sehr geliebt.

 

 

Wenn ich an den Tod und die Tage zuvor denke, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich frage mich, ob mein "Rucksäckli" zu schwer zum Tragen ist oder ob die Last einfach eine Reaktion darauf ist, dass ich das alles tragen muss.

 

Ich hoffe, mein "Rucksäckli" werde einmal leichter und ich könne die "Bürde" ablegen.

Sechs Monate sind vergangen und ich fühle mich so alleine, ohne Mann und ohne Liebe, die er mir gegeben hat. Es muss weiter gehen, weiter, weiter, jeden Tag. Das ist das Leben; Das Leben, bis der Tod uns scheidet. Oder: Scheide wenn Du es vor lauter Schmerzen nicht mehr aushältst. So ist es auch geschehen und das war gut so. Es ist ja unerträglich geworden, zu zusehen, wie aus einem Menschen ein Häufchen Elend wird, das darum bettelt, zu sterben. - Einfach sterben, gehen, gehen.

 

08.April 2010
Seite 34
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34.  08.April 2010
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  1. April

Heute bin ich in der Wohnung gewesen um einige Campingsachen zu holen. Auf dem Weg von der Post, wo ich mein Postfachschlüssel N 88 abgeholt habe, traf ich die Bäuerin, die im Bauernhaus am Hang über uns wohnt und Schäferhunde züchtet. Sie hat mich gefragt, ob ich am Umziehen sei. Sie hat in meinem Auto ein Tischlein gesehen, das „Dölf“ gehört hat. Er hat sich so sehr gefreut, dass ich das im Mobilheim aufgestellt und geehrt hatte. Jetzt hat aber Bläcky den Dreh nicht rausgefunden, wie er auf die Polstergruppe hüpfen könnte, um bei Mami das Fernsehprogramm zu schauen. Er hat sich immer genau über dem Auge gestossen.

 Ja eben, die Bäuerin hat gesagt: "Ich möchte gerne dieses Tischchen. Ich gebe Dir 50.-- Franken, okay?“ Ich habe es vor der Post bei mir ausgeladen und bin bei ihr für nächsten Donnerstag auf ein Glas Rotwein und eine Bauernbratwurst eingeladen worden. Es ist schön, Leute zu kennen, die den Verlust eines Menschen mitfühlen können und ein paar nette Worte sagen.

Jetzt ist es Zeit, schlafen zu gehen. Morgen besuche ich einen Computerkurs und dieser wird sicher anstrengend.

P.S. Mit meinem Sohn geht es nicht gut. Es würde ihm „verschissen“ gehen, hat meine Tochter geschrieben. Das hat mich auch wieder genervt. Was soll ich denn noch tun? Ich bin auch nur ein Mensch. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Bis er zugrunde geht? Ich hoffe, dass er seine Gefühlswelt wieder in den Griff kriegt.

 

09.April 2010
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35.  09.April 2010
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  1. April 2010

Heute hat der Computerkurs stattgefunden. Ich habe Einiges dazugelernt. Um 12 Uhr bin ich wieder zu Hause, das heißt, im Camp gewesen. Um 13 Uhr ist meine Tochter in ihren Camp gekommen. Ich glaube, sie hat Spaß. Wir haben Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Sie hat mich dazu eingeladen. Es ist immer sehr schön, sie bei mir zu haben. Um 18 Uhr hat sie mich zum Abendessen eingeladen. Sie hat Teigwaren mit Pouletgeschnetzeltes gekocht und es war sehr gut.

Um 22:45 Uhr sind noch meine Enkeltochter und ihr Freund auf Besuch gekommen, um „Tschüss“ zu sagen. Es war eine zufriedene Runde mit vielen Sprüchen und viel Gelächter. Das tut der Seele gut. Man glaubt ja gar nicht, wie einem das Leben durch Besuch von so lieben Menschen versüßt werden kann. Meine Enkeltochter war noch hungrig, da sie direkt von der Arbeit gekommen war. Sie macht ein Praktikum auf der Notfallstation im Sonnenhofspital. Das dauert 6 Monate. Ihr Freund lernt Elektroniker. Er hat bei meiner Tochter die Lampen neu montiert. Mein Enkelsohn hält die Festung und genießt einen Abend, den er wahrscheinlich mit einer Freundin verbringt. Er hat schon die Lehrstelle als Maurer und kann dort bald zu arbeiten beginnen. Es ist schön, solche Enkelkinder zu haben.

11.April 2010
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36.  11.April 2010
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  1. April

Ich habe irgendeinen Ausschlag oder eine Allergie. Es juckt überall und ich muss zum Arzt. Ich bin in die Wohnung gefahren, um zu baden. In der Wohnung ist es kalt gewesen. Eine Nachbarin meinte, ich hätte eine Gürtelrose. Sie sagte, dass ich zum Notfallarzt gehen solle. Morgen gehe ich zum Hausarzt.

Ich habe heute mein neues Wissen mit dem Laptop angewendet und bin schon sehr weit gekommen. Habe heute 3 Emails verschickt. Aber da ich noch keine Antwort erhalten habe, weiß ich noch nicht, ob es gut war. Vielleicht kommen morgen Antworten. Zum Abendessen wurde ich von meiner Tochter eingeladen. Meine Enkelin und ihr Freund haben mich auch besucht. Es war ein sehr schöner Tag.

So, jetzt ist es schon wieder Zeit, schlafen zu gehen. Gute Nacht.

 

13.April 2010
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37.  13.April 2010
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13. April 2010

Ich bin früh aufgewacht. Als ich noch ein bisschen dösen wollte, hatte ich ganz schlimme Träume. Ich bin dann um 8:30 Uhr aufgestanden und war froh, aus diesem Bett zu kommen und zu wissen, dass ich auf beiden Beinen stehe, ich in die Realität zurückgefunden habe. Meine Kämpfernatur habe ich sicher von meinem Vater geerbt. Er führ noch mit dem Farrad täglich 7 Kilometer, hin und zurück, in die Strubi Glutz. Dort habe sie Schuhe produziert und mein Vater hat an einer Maschine, die die Seitennähte gemacht hat, gearbeitet. Das war eine Spezialmachine. Die Arbeit hat ihm nicht besonders gut gefallen. Seine Erfüllung war es, Kleinbauer zu sein. Er war zufrieden, wenn er ums Haus herum „chrätele“ konnte, Auf fedem Fenstersins im Parterre war irgend ein Werkzeig. Sei es eine Beisszange, ein Hammer oder Schraubenzieher. Es gab keine Werkstatt, aber er wusste immer, wo welches Werkzeug zu finden war. Am Abend sass er immer mit Mutti auf dem Bänkchen, da wo die Trauben standen und die zwei verknorksten Quittenbäume. Das war sein Lieblingsplatz, wo er mit Mutti „käsperlen“ konnte.

 

14.April 2010
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38.  14.April 2010
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  1. April

Heute ist ein besonderer Tag gewesen. Ich habe die letzten 2 Nächte in der Wohnung geschlafen, da ich eine Allergie habe.

 

 

Es juckt überall da, wo ich wegen meines Brustkrebses operiert wurde. Die Angst ist einfach da, daran zu denken, dass sich etwas so Schlimmes wiederholen könnte. Ich glaube nicht, dass ich so etwas noch einmal durchstehen würde. Ich würde nicht mehr kämpfen wollen. Aber es ist bestimmt nur eine Allergie. Doch auch das tut weg, da man im unterbewusstsein immer an den Krebs denkt, der sich 1990 in meiner rechten Brust ausgebreitet hat. Ja, denken wir an Jahre danach. Aber die Jahre nach dem Brustkrebs waren auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Im Jahre 1995 ist unsere Tochter Gabriela gestorben. Sie war unser Sorgenkind. Und Robert ist jetzt auch wieder in der Nervenklinik. Er hat jemanden bedroht. - Ach, wären die Gedanken zollfrei, was wäre wenn, und aber -.

Heute habe ich Besuch von „meinem“ Schreiner und seiner Frau gehabt. Er macht mir den Vorbau an meinem Wohnmobil. Ich freue mich darauf und hoffe, dass ich diesen Vorbau auch noch etwas werde genießen können. Ja, das Leben geht weiter, mit oder ohne mich. Solange es geht, geniesse ich es noch, jeden morgen das Vogelzwitschern zu hören, die Sonne aufgehen zu sehen und ihr Licht unsere düsteren Gedanken erwärmen zu lassen. Ein neuer Tag beginnt und ruft uns in die Realität zurück. – He Sonne, guten Tag: Scheine so lange ich das noch ertrag -. Lebe das Leben, mag kommen was mag. Es leuchtet voll Licht Dir den kunkelsten Tag.

Am Nachmittag habe ich Besuch von meiner Freundin gehabt, die mir in meiner Schweren Zeit so herzlich beigestanden ist. Ihr Mann ist mit ihr gekommen. Wir haben viel über unsere Ferien gesprochen, die wir früher gemeinsam in einer Skihütte auf der Bellalp verbrachten. Über eine Krawatte, die ich für den Geburtstag des Schreiners selber gestrickt hatte, und über unsere Tandemskifahrt, die wir früher in diesen Ferien öfters veranstalteten. Es war eher ein Skifliegen, aber wir sind an der Schneebar angekommen. Das Transparent der Schneebar hat Werner auf seiner Talfahrt gestoppt. Ich liebe das Leben, es gibt bestimmt noch viele so schöne Tage in meinem Leben. Danke an Alle, die dazu beitragen, die mich in der Not getragen haben.

Es ist jetzt 24.00 Uhr. Ich gehe noch schnell an die Sense, dahin, wo wir "Dölf's" Asche gestreut haben. Am 14. Oktober ist er gestorben, wurde er von seinen Schmerzen erlöst. Er wollte nicht mehr. Er wusste, dass er sterben wird.

Wir haben auch alles geregelt, die Testamente geschrieben. Auch ich habe mein Testament geschrieben, komme, was kommen mag. Ich möchte gerne noch ein bisschen leben, ohne Angst, ohne Kummer, ohne Not. Ich möchte einfach das Leben geniessen. Was heisst geniessen? Geht das überhaupt? Denn seit 1990 ist das Leben ein Kampf für mich. Zuerst der Brustkrebs, eine Brust wurde entfernt. Dann Chemotherapie u.s.w. Ich bin eine einfache Frau, habe aber genau das durchgemacht. Dabei hatte ich 3 Kinder, einem Leistungssportler als Mann. Ich habe es geschafft und wollte einfach leben. Leben, das war mein Gedanke. Ich schaffe das; so Gott will. Ich bin heute noch da, nach 20 Jahren. Wir sind im Jahr 2010. Woher hatte ich die Kraft? Ja, ich habe das ohne, Psychotherapie, ohne Hilfe geschafft. Mit meiner besten Freundin und meinen Freunden, die heute noch zu mir stehen. Aber als ich die Diagnose erhielt, war ich allein, ohne Hilfe, auf mich alleine angewiesen. Wo war die Krebsliga, die alles versprechen und wenn’s passiert, bist Du allein. Nicht so, wie Politikerinnen, die halt auch diese Krankheit haben, und das alles über’s Fernsehen breitschlagen und sich bedauern lassen. Ja, ich habe es selbst geschafft, ohne Gespräche, Beratungen. Ich musste nur funktionieren und es ging, “weiterleben". So war meine Krebsgeschichte . Einfach so, inkognito.

 

15.April 2010
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39.  15.April 2010
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  1. April 2010

Heute habe ich viel "gewerkelt". Ich habe die Rebe ausgemacht und neu eingepflanzt. Wenn Sie austreibt, gibt es eine Pergola. Und sonst fliegt sie in den Grüncontainer.
Um 13.00 Uhr hat Elsbeth an gerufen, dass die Waschmaschine frei sei und ich waschen könne. So ging ich dann in die Wohnung um zu waschen. Zwischendurch habe ich ein Nickerchen gemacht, denn die Gartenarbeit war mühsam. Die Rebe wollte nicht rauskommen. Um 18.00 Uhr bin ich ich wieder im Camp gewesen und mit Bläcky spazieren und mit dem Ball spielen gegangen. Nun bin ich todmüde, muss ins Bett. Morgen bin um 8.00 Uhr beim Hausarzt angemeldet, Blutkontrolle, u.s.w. Dann werde ich die Wäsche runterholen, bügeln und versorgen. Später kommen noch die Elektriker zum Strom ablesen.

 

 

 

6 Monate ist es schon her, dass „Dölf“ gestorben ist, und immer noch kein Lichtschimmer am Horizont. Es ist so; ich muss da durch, muss versuchen ohne ihn eine neue Welt zu gestalten. Zum Glück habe ich die Hilfe von meiner Tochter und ihren Kindern. Ich bin noch nicht mal bereit, das geerbte Geld anzunehmen. Das bringt mich auch nicht weiter. Er fehlt mir an allen Ecken und Enden. Auch wenn er krank war, war er doch da und ich habe ihn gepflegt, ohne Wenn und Aber. 4 Tage vor seinem Tod habe ich mich zu ihm ins Bett gelegt, um ihm ein bisschen Wärme und Geborgenheit zu spenden. Um ihm zu zeigen, was er mir bedeutet. Er starb am 14. Oktober. Seine Asche haben wir an einem Fluss verstreut. Ich gehe gerne an diesen Ort, da fühle ich mich ihm nahe.

Mein Testament habe ich auch schon geschrieben. Aber bis es soweit ist, möchte ich mein Leben genießen, ohne Kummer oder Sorgen. Aber geht das überhaupt? Seit 1990 ist mein Leben ein Kampf. Brustkrebs, Chemotherapie, Tod meiner Tochter, Tod von „Dölf“ u.s.w. Ich bin eine einfache Frau, habe aber Gott sei dank bis heute überlebt. Heute schreiben wir das Jahr 2011.

Ich habe heute viel gewerkelt in meinem Camp. Habe die alte Rebe ausgemacht und eine neue gesetzt, wenn alles klappt gibt es eine Pergola. Die Hausarbeit habe ich auch erledigt, bin mit Bläcky spazieren gegangen und jetzt bin ich auch erledigt. Morgen um 8:00 Uhr habe ich einen Arzttermin für die Blutkontrolle.

Gehe schlafen und träume von einem schönen Tag. Es sind schöne Momente, wenn ich am Morgen aufstehen kann und mich meine Beine tragen, die Hunde Freude zeigen und ich weiss, dass ich doch noch für etwas da bin. Und sei es nur oder eben gerade um mit Bläcky zu spazieren. Schöne Momente, wenn die Sonnenstrahlen meinen Körper erwärmen und mich so auf unserem Spaziergang begleiten. Danke Bläcky. Es ist ein Geschenk, dass Du bei mir geblieben bist. Und ein Geschenk auch für "Dölf", denn es war sein Wunsch. Er selber wollte gehen, hatte so starke Schmerzen, dass es fast nicht mehr auszuhalten war. Er ist jetzt da, wo er hin wollte. 6 Monate ist es her. Ruhe sanft. "Eg ha de vo Härze gärn gha." Ich werde Dich nie vergessen. Du wirst in meinem Herzen solange weiterleben, wie wir zwei leben, Bläcky und ich. Es war eine wunderschöne Zeit. Schade, nun ist sie vorbei. Ich glaube auch für mich wird die Sonne wieder scheinen, so hoffe ich.

 

17.April 2010
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40.  17.April 2010
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  1. April 2010

Ich bin heute wegen dem Arzt Termin früh aufgestanden. Es ist jedes Mal das Gleiche: Ich habe das Gefühl,  dass wir uns nicht so richtig verstehen. Ja, wir werden sehen, was rauskommt. Ich habe ja gar keine Zeit mehr gehabt, mich um mich selbst zu kümmern.
6 Monate nach „Dölf’s“ Tod war ich am arbeiten. Ich hoffte, so den Gefühlen zu entkommen. Ich habe geschuftet wie eine Maschine. Niemand hat den Motor abgestellt, er lief und lief. Nun ist endlich Ruhe eingekehrt. Ich habe aber immer noch das „Streben“ nach Arbeit. Wo ist der Genuss geblieben? Wo sind die schönen Gefühle, die Liebe, die Zärtlichkeit, die Anerkennung? Die Gefühle sterben langsam ab. Aber zum Glück gibt es ja meine Tochter mit meiner Enkelin. Sie geben mir Kraft, um immer weiterzumachen. Und Bläcky natürlich auch. Er leidet unter Verlustängsten. „Wo ist er nur, mein Schatz, mein „Dölf“? Denn ohne ihn ist es, als wäre mir ein Bein amputiert worden und ich werde nur noch von einem getragen. Das andere trägt Dich noch, aber die Frage lautet: Wie lange? „Dölf“ kann jetzt endlich in Frieden Ruhen, ohne vor Schmerzen fast verrückt zu werden. „Eg ha de vo Härze gärn u wirde di nie vergässe“. Du wirst für immer in meinem Herzen weiterleben. Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen.

Danke Bläcky, dass du geblieben bist. So kann ich mindestens das Gefühl haben, wenigstens für 1 Wesen da zu sein. Ich werde noch gebraucht und wir brauchen einander. Das ist ein schönes Gefühl.

Heute hat sich das Wetter von seiner besten Seite gezeigt. Sonne, blauer Himmel, nur bläst leider die Bise und lässt die Wärme nicht zu uns durchdringen. Meine Tochter hat Besuch bekommen und ich wurde ausgeladen. Aber das macht nichts. Meine Tür steht jedoch immer offen. Ich weiß ja schließlich auch, was ich mit meinem Leben anzufangen habe. Ich habe immer etwas zu tun, zum Beispiel Blumen pflanzen und in der Natur zu arbeiten. Ein schönes Unkraut kann auch sehr schöne Farben, Licht und Freude ins Leben bringen. Für mich gibt es kein Unkraut, weil viele davon auch heilende Eigenschaften haben. Uns Menschen geht es ja ähnlich. Im Winter ziehen wir uns zurück, um dann im Frühling in voller Pracht wieder zu erblühen. Dann möchte man am liebsten Freudensprünge machen, oder Tanzen und Singen. Was für ein tolles Gefühl, danke dass ich das alles noch erleben darf.

 Später sind meine Tochter und ich noch mit ihren Hunden an der Sense baden gegangen. Zurück im Heidiland hatten wir noch ein gutes Gespräch. Nun ist es Zeit um schlafen zu gehen.

18.April 2010
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41.  18.April 2010
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18. April

Heute war nichts Besonderes angesagt. Es hatte sich kein Besuch angemeldet, also habe ich ausgeschlafen. Dann bin ich mit Bläcky spazieren gegangen, wie jeden Morgen. Ich habe mir ein feines Früchtefrühstück mit 1 Stück Brot mit Streichkäse gemacht. Mhh, das war gut. Frisch gestärkt machte ich mich an die Arbeit. Heute wollte ich mein Velo auf Vordermann bringen. Eine SMS rief mich aus meiner Einsiedelei. Es war meine beste Freundin Marlis. Sie wollte sich mit ihrem Mann bei mir zum Besuch anmelden. Diese 2 sind meine besten Freunde, schon seit über 30 Jahren. Sie wollten mir zu meinem Geburtstag einen neuen Koffer schenken. Bis jetzt habe ich noch gar keine Zeit gehabt, zu verreisen oder auch nur an Ferien zu denken. Sie kamen um 14:00 Uhr und sind bis 17:30 Uhr geblieben. Marlis hat mich während meiner Zeit mit dem Brustkrebs jeden Tag im Spital besucht. Sie fuhr sogar mit mir zur Kur. Dies war vor 20 Jahren und ich kann diese Freundschaft gar nicht genug schätzen. Sie ist nicht mal mit viel Gold aufzuwiegen. Es ist ein wunderschöner Nachmittag gewesen. Um 18:00 Uhr habe ich nochmal Besuch von meiner Tochter, meiner Enkelin und ihrem Freund erhalten. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich freue mich über jeden Besuch. Das verkürzt die Tage und bringt die Sonne in mein Herz. Es war ein super Tag mit vielen Überraschungen. Liebe, Freude, das gehört zum Leben und zum Überleben. Jetzt ist es schon wieder Zeit, schlafen zu gehen. Danke an Alle, dass Ihr mir Eure Zeit schenkt.

 

19.April 2010
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42.  19.April 2010
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  1. April

Heute hatte ich einige Besorgungen zu machen. Als ich mit allem fertig war und im Camp eintraf, war es auch schon Zeit für das Mittagessen. Danach ging ich mit Blacky spazieren und begegnete meiner Tochter. Sie sagte, dass sie und meine Enkelin, in die Stadt wollten, die Hunde ließen sie im Camp meiner Tochter. Plötzlich hörte ich ein Winseln. Es war Wasco.

 

Ich habe ihn dann zu mir genommen und er hat sich beruhigt. Eine Nachbarin und ich sind mit den 3 Hunden spazieren gegangen. Es war wunderbar. Habe dann das Nachtessen vorbereitet, meine Enkelin und ihr Freund waren pünktlich. Es ist ein schöner Ausklang dieses Tages gewesen. So schön kann das Leben sein. Ich habe noch per SMS mit meiner Tochter die News ausgetauscht und wünschte ihr eine gute Nacht. Dann bin war noch am Plätzli von „Dölf“, ich vermisse ihn immer mehr. Tja, so ist das Leben eben auch.

 

20.April 2010
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43.  20.April 2010
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  1. April

Heute wäre meine Mutter 90 Jahre alt geworden. Sie ist leider schon viele Jahre tot. Sie war auch schwer krank und starb im Spital in Olten. Sie hatte auch nicht mehr leben wollen. Sie hatte so viele Schmerzen im "Rücken, im Unterleib“ gehabt und das Leben alleine im Altersheim war für sie sehr schwer gewesen. Alle Kinder waren verstreut gewesen und niemand hatte in unserem Haus gewohnt, wo sie uns geboren hatte. Sie hatte einmal meinen Lebenspartner "Dölf" gefragt, ob er ihr nicht Schlaftabletten hätte besorgen können. Das Leben war für sie zu einer Qual geworden. Sie hatte nicht mehr leben wollen. So konnte sie in einer Nacht sterben, in der sie ganz alleine war und sich verlassen fühlte. Sie hatte mich bedrängt. Sie hatte manchmal nachts zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr angerufen und gesagt, dass sie jetzt in den Vorhof springen würde, um sich das Leben zu nehmen. Wenn ich in grosser Angst um meine Mutter dann den Verwalter nachts angerufen hatte, war er nachschauen gegangen und hatte mich zurückgerufen. Oft hatte er mir mitgeteilt, es wäre gar nichts gewesen. Der Heimverwalter wusste jeweils auch nicht, wie die Dinge standen. Meine Mutter hatte daraufhin immer vorgegeben, ich sei eine Lügnerin gewesen. Ich glaube heute noch, dass Sie sich alleine und verlassen gefühlt hatte. Wegen dieser Einsamkeit gehe ich oder will ich nie ins Altersheim gehen. Dort sind alte Menschen senil und werden abgestempelt: „Ja die spinnt“. Es ist nicht das Wort „spinnen“. Es ist die Einsamkeit, die man fühlt und daneben noch klar im Kopf und im Geist ist.

Trotzdem merkt man, dass man eine Last ist. Dann ist der “Rucksack” zu schwer, man möchte den Ballast abwerfen. Das ist aber nur möglich, wenn einem jemand zur Seite steht und hilft, die Bürde zu tragen. Sonst geschehen immer wieder so Sachen wie Suizide. -’Warum noch leben, für wen ist das noch tragbar? - Ich glaube, jeder Mensch merkt, wenn die Zeit da ist. Er merkt, wenn er das Alleinsein satt hat und er den kürzeren Weg antreten will. Ja, so ist es. Das Leben kann manchmal grausam sein. Es ist wie bei einem kleinen Kind: Und wenn Du das nicht aufisst, gibt es nichts. Im Alter jedoch ist man meistens nichts und kann gehen, wenn man möchte, ohne oder mit Sterbehilfe. “Dölf” hätte das auch gemacht. Aber ich war immer, bis zum letzten Atemzug, bei ihm.

Nun fällt mir das Schreiben schwer. Mir fehlen die Worte. Worte, die ich aus meiner Umgebung gebraucht hätte. Meine Tochter, ihre Kinder und mein Blacky haben mich zu einem neuen Lebensabschnitt getragen. Den will so gut wie ich kann leben. Das Leben geht weiter, weiter. Guet Nacht zäme.

 

P.S. Meine Enkelin, ihr Freund und meine Tochter besuchten mich. Meine Enkelin und ihr Freund verbrachten zwei Tage Freizeit im Camp meiner Tochter. Die haben das richtig genossen und es war toll mit diesen beiden. Der Freund meiner Enkelin hat mir bei Edith, einer Nachbarin, geholfen den Rasen zu pflegen. Meine Tochter kam, um die beiden aus ihrem Liebesurlaub abzuholen und danach war ich wieder alleine. Die beiden Hunde meiner Tochter, Wasco und Dana, meine Tochter und das junge Liebespaar gingen um 17.30 Uhr.

Ich habe später auf meinem Laptop die PUK-Nummer eingegeben und nun spurt er wieder, so wie ich das möchte. Ich habe es geschafft, ihn wieder auf online zu schalten. Es geht doch, wenn man will! Guet Nacht zäme.

 

21.April 2010
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44.  21.April 2010
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  1. April 2010                                                                                                              Heute habe ich, wie jedes Jahr, die Geranien eingepflanzt und aufgeräumt. Ich habe das genug vom Wohnungs-wechseln.

 

Später war ich auch in der Wohnung und habe nachgeschaut, ob alles okay ist. Dabei habe ich die Nachbarin gesehen. Sie ging zur Arbeit und grüsste. „Tschau zäme“.

 

Keine Frage dazu, wie’s mir geht, da die Zeit drängt. Wenigstens hat sie Bläcky gestreichelt, was eine Seltenheit ist.

Ja, wie geht es mir? Es jagen sich immer noch die Termine. Ich habe das Gefühl, mir sitze jemand im Nacken und treibe mich an, zu funktionieren. Vielleicht sind das auch meine Ängste, es alles recht zu machen.

Um 14.00 Uhr kam Daniel, mein ein Nachbar ins Camp, um mein Cheminee zu verschieben. Das war eine Riesenarbeit, anstrengend und es hat mich  ausgezehrt. Ich mag gar nicht schreiben, wie das abgelaufen ist.

 

Alleine schafft das niemand. Wir waren zu zweit. Ich habe grosse Schmerzen in meinen Armen und im Rücken. Wir haben zwei Stunden gebraucht. Eine Stunde hat es gedauert, um die Pfosten, den Stapler und die Seilwinde ein- und auszuladen. Und wieder war ich im Zügelstress, aber wir haben es  geschafft. Ich bin total kaputt, aber auch erleichtert, dass es gemacht wurde. Ich habe dann noch ein "Zvieriplättli" zu bereitet. Dazu habe ich ein Glas roten Wein mit Daniel   getrunken und wir haben auf unsere Werk angestossen. Er musste ja noch nach Basel zurückfahren. Es ist schön, Freunde zu haben. Freunde sind aber dünn gesät.

Ja, nun muss ich schlafen gehen und ich hoffe, dass ich morgen überhaupt noch aufstehen kann. Alles tut mir weh. Ich bin wie gerädert, ausgelaugt und total auf dem Hund. Ja, Hund Bläcky und Aemeli, Daniel’s Hund, tummelten auch die ganze Zeit umher. Wir sind heute beide, Daniel und ich, auf den "Hund"* gekommen, vom Stossen, Drücken, Heben, Fixieren, damit das Cheminee nicht kippt. Es war Schwerstarbeit. Ich habe es geschafft. Was alles schaffe ich sonst noch? Wie lange? Ich setze mir keine Ziele, lebe von Tag zu Tag und geniesse es, noch da zu sein. Auf ein neuen Tag, Gute Nacht.

 

 

 

22.April 2010
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45.  22.April 2010
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  1. April

Heute habe ich einen eingeschriebenen Brief von Notar Lehmann erhalten. Damit kam die Erbschaftssteuer, die sage und schreibe das Doppelte beträgt,  als angegeben. Und dies, weil wir angeblich zwei Monate zu wenig lange zusammen gewohnt haben, ich und „Dölf“. Das finde ich einfach der Gipfel, dass ich mit 68 Jahren noch gezwungen werde, einen Beweis zu bringen, dass wir im Jahre 1999, im November, den Mietvertrag unterschrieben haben. Dass ich beweisen soll, dass „Dölf“ aber noch eine Wohnung in Bern verkaufte in Bern, wir aber schon in der Viereinhalbzimmerwohnung  gewohnt haben und uns mit dem Vormieter den Zins geteilt haben, weil deren Eigentumswohnung eher fertig war. Die damals aktuelle Miete lief ab 1. Februar  2OOO. Wir waren noch zweieinhalb, Monate in Kenia in den Ferien. Wir hatten uns damals ja schon 30 Jahre gekannt. „Dölf“ war mit Regina verheiratet gewesen, ich mit Robert . „Dölf’s“ erste Frau starb 1993 an einem Herzinfarkt und ich wurde geschieden, da mein Mann eine Freundin hatte. Seit 1995 waren „Dölf“ und ich fest zusammen.

 

Und jetzt soll es sein, dass ich wegen zweier Monate doppelte Erbschaftssteuern bezahlen muss?? - Das stimmt überhaupt nicht! Eine Frechheit ist das und es nervt! Aber eben, die Kleinen muss man melken, die Grossen lässt man laufen. Mein Notar erhebt Einsprache gegen all diese Behauptungen von diesen Steuerbeamten. –

Meine Tochter hat noch bei mir hereingeschaut. Sie nervt sich von wegen Geld vom RAV ( Regionale Arbeits Vermittlung) auch.

Aber ich habe noch einen feinen Drink mit ihr getrunken. Und so wird auch das vorbei gehen. Nun gehe ich schlafen und träume von einem neuen Tag. Morgen muss ich um 8.00 Uhr bei meiner Ärztin sein. Hoffentlich ist alles so weit in Ordnung. Ja, morgen geht der Tag oder Vormittag auch vorbei. Wenn man Krebs gehabt hat, muss man immer gefasst sein. Ich schaffe das, wenn das Leben weitergeht. Oder aber das Leben geht weiter, weiter, so hoffe ich.

23.April 2010
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46.  23.April 2010
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  1. April

Meine Arztvisite bei der Ärztin hat gezeigt, dass die Werte des Cholesterins, des Blutzuckers,nicht so gut waren.

 

 

Und das, obwohl ich überhaupt nicht süsses , esse. Sie hat mir ausgerechnet, wie ich von einem Herzinfarkt gefährdet bin. Ich befinde mich im orangen Bereich. Das Risiko ist also real. Aber das wäre doch schön, wenn man sterben könnte, ohne solch riesige Schmerzen erleiden und ohne es jahrelang ertragen zu müssen, Angst vor dem Tod zu haben. Ich werde aufpassen, dass ich noch ein bisschen da sein kann. Die Ärztin hat mir ein Medikament gegen Depressionen gegeben. Das werde ich nicht schlucken, denn was mir fehlt, ist mein Problem. Ich sagte ihr das auch. Und weiter sagte ich ihr, dass Sie, und auch andere Leute, keine Zeit zum Reden haben und das fehlt mir. Depressiv bin ich nicht. Ich werde keine Antidepessiva-Mittel zu mir nehmen. Sonst bin ich dann in der Mühle der Apotheke und kann womöglich gar nicht mehr ohne leben. Nun habe ich sechs Monate lang alles erledigt, wie eine Maschine. Im Moment ist mein Tank ist leer. Es ist nötig, langsam wieder aufzutanken und wenn es sein muss, auszuspannen. Ich spüre immer noch den Drang, etwas zu arbeiten. Ich muss, Du musst, er kann nicht mehr.

 

 

 

Aber jetzt bin ich ins Camp gefahren. Im „Heidiland“ rede ich mit meinen Blumen. Die reklamieren höchstens wenn sie kein Wasser haben, dann trocknen sie aus. Und genau so ist es mir ergangen. Bloss, meinen Blumen habe ich Wasser gegeben. Wer hat das bei mir gemacht? Nur ein paar tröstende Worte hätten gereicht. Und ich schaffe das ohne abhängig machende Arzneimittel. Weiter, weiter muss es gehen.

 

24.April 2010
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47.  24.April 2010
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  1. April 2010

Bis jetzt habe ich heute bei meiner Tochter den Rasen gemäht und ihren Camp gelüftet. Hoffentlich kommt sie heute her. Ich habe ein Stück Rasen stehen lassen, weil ich ihr erklären will, wie der Rasenmäher funktioniert. Dann habe ich bei der "Landi" Platten bestellt. Meine lieben Nachbarn  werden mir helfen.

 Meine neue Polstergruppe scheint  meinen Liebsten Cämperfreunde  zu gefallen . als ich sie ihnen gezeigt habe. Ausserdem habe ich ,ein  Freund aus Basel gesehen. Er hat mich herzlich begrüsst. Er war damit beschäftigt, die Hecke zu schneiden und er hat gesagt: „Für Dich mache ich eine Pause“. Es war herzlich, ohne Hintergedanken von jemandem in den Arm genommen zu werden. Es ist angenehm gewesen. Ja,  "Drückli" und „Muntschi“ bekomme ich ja nur von meiner Tochter und meinen Enkeln. Aber auch ,die Freundin von Sandra ,nennt mich Mutschgi und gegrüsst mich herzlich. "Danke allne, wo me chöi verstah". Meine Freunde aus dem Aargau, sind auch noch vorbeigekommen  haben einen Boxenstopp gemacht . Sie kam vom Sammeln von Bärlauch und hat  ausserdem nach “Dölf” gefragt: Wie, wo und wann. Die meisten wissen noch gar nicht, was passiert ist. Sie aber hat meine Tochter und ihre Familie in ihrem geerbten Camp-Platz gesehen. Sie kennt meine Tochter seit sie ein Kind war und hat gemeint: „Schön, dass Du nicht alleine bist und junges Leben um Dich herum hast“. Das hat mich gefreut. Auch  eine Freundin aus Belp hat mich in den Arm genommen. D.

Ferner habe ich  auch die Mami der Basler getroffen. Ich habe sie aufgefordert: „Kommt doch schnell zu mir auf einen Drink“. Wir haben dann über unsere ”Dölf’s” gesprochen,die ja beide gestorben sind. Es hat geholfen, sich mit ihr über den Tod eines geliebten Menschen zu unterhalten. Wir nippten dazu während eineinhalb Stunden an einem Glas Wasser und ich habe darüber die Zeit ganz vergessen. Eine jede war wieder in der Zeit der letzten Tage ihres Lebenspartners. Dankeschön .

Später habe ich bei meiner Tochter noch das letzte Stück Rasen gemäht und den Rasenmäher versorgt. Sie hatte Wäsche gehabt und sich abgemeldet. Mit den Spaniern habe ich mich unterhalten, aber es wurde zu einem „bla bla bla“. Heute waren Leute da um ein bisschen zu reden. Nun hat mich der Schreiner wieder enttäuscht und gesagt, er fange erst in 14 Tagen an. Ich bin halt nur eine Kollegin. Mit ihr kann man ja machen, was man will. Ich glaube, wenn man alleine ist, muss man mit Händen und Füssen und mit den Ellbogen kämpfen, damit man durchkommt.

Wozu haben wir Hände, Füsse, ein Hirn, Augen, ein Herz, den Atem? Wir haben sie, um zu leben, das Leben ist ein Kampf. Aber ich bin eine Kämpferin, sonst wäre ich gar nicht mehr da.

Ich will leben, leben, um mit all den unangenehmen Dingen zu verhandeln und zu zeigen, dass ich auch jemand bin. Es ist Zeit zum Schlafengehen, ohne Antidepressiva.

 

25.April 2010
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48.  25.April 2010
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  1. April 2010

Meine Tochter ist unerwartet auf Stippvisite vorbei gekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Es ist so schön, wenn ich nicht alleine bin. Ich aber schaffe das, das Alleinsein ist für mich nicht neu. Denn als „Dölf“ so krank war, habe ich gelernt zu akzeptieren, ihm einen Halt zu geben und mit ihm zu hoffen, dass das Leben weiter geht. Das ging es aber nicht. Ja, ich habe es akzeptiert und lebe weiter, weiter.

Ich war heute bei meiner Tochter zum Mittagessen eingeladen, oder besser gesagt zum Nachtessen. Sie hatte Besuch zum Grillieren. Der Besuch hat Fleisch für den Grill mitgebracht. Und was kaum zu glauben ist: "Dölf" hat, als wir das letzte Mal grilliert haben, es waren Pouletflügeli, alles geputzt. Das war am 1. August 2009.

 

Dann hat er den Grill geputzt und alles für ein neues Feuer mit Papier und "Spriesseli" zum Grillieren bereit gemacht. Später mochte er nicht mehr und war zu schwach. Und so haben wir heute, am 25. April, das Feuer, das er meiner Tochter vererbt hat, in seinem Grill angezündet. Das heisst, er hat ihr den ganzen Camp mit Inventar vererbt. Aber wir haben heute dieses Feuer angezündet und an "Dölf" gedacht. Er hat auch in seinen letzten Tagen, als er und ich wussten, dass er sterben wird, noch die Eingangstür neu gestrichen. Dabei hat er das Sauerstoffgerät und einen Pyjama getragen. Er wollte meiner Tochter eine schöne Tür zum Übergeben präsentieren. Er mochte nicht mehr. Ich habe mit ihm die Chemotherapie durchgemacht, war mit ihm im Spital, mit dem Rollstuhl im Lindenhofspital, wo man unten durch in die Pneumologie kommt. Dorthin, wo alle Leute hinmüssen, wenn sie nicht mehr atmen können.

 

Manchmal haben sie ihm drei Liter Wasser von der Lunge und vom Herz abgesaugt, denn es drohte die Erstickung. Ja, was habe ich alles gemacht für ihn. Er hätte das auch für mich getan. Es war nun einmal schlimm. Ich glaube, ich habe ein Trauma davon, kein Schleudertrauma. Aber ein Trauma durch die Angstzustände. Kaum war ich zu Hause, erhielt ich einen Anruf und der Frage, ob ich kommen könnte, es ginge meinem Mann sehr schlecht. Ich bin immer zu ihm gegangen und habe ihn getröstet und bemuttert.

 

Ich habe ihn sogar am Tag bevor er starb noch rasiert. Er wollte das von mir haben. Er wollte rasiert sterben. Es war ein „faliment“, denn es tat ihm überall weh. Er hat „gejammert“ und geschrien, wenn ich etwas zu fest mit dem Rasierer umgegangen bin. Ich habe das gemacht, weil ich ihn geliebt habe und ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen habe. So bin ich und so werde ich bleiben. In Gedanken am meinen „Dölf“, der leider für mich zu früh gestorben ist.

 

26.April 2010
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49.  26.April 2010
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26. April

Heute war ein Tag zum vergessen. Ich ging einkaufen und bin immer mit dem Handy unterwegs gewesen. Ich habe einen Anruf vom Lieferanten der "Landi" erwartet, der mir die Betonplatten und den Split bringen soll. Der Lieferant traf um 16.30 Uhr ein.

 

Dann wartete ich wegen dem Fuchs, der es sich unter meines Nachbarn, Fredis Mobilheim gemütlich gemacht hatte, auf den Wildhüter. Der Wildhüter hat erklärt, die Fähe habe vier bis fünf junge Füchslein geboren. Aber weil man ja unter dem Mobilheim so alles verstaut, was man im Moment nicht gebraucht, konnte er nur anhand der Spuren ableiten, dass es ein Fuchs ist, der uns besonders nachts aufweckt. Dann sind die jungen aktiv und die Fähe bringt ihnen Futter. Der Wildhüter hat erzählt, dass sie das Domizil mit den Jungen verlässt, sobald diese gross genug sind. Das wäre in 2 bis 3  Wochen. Die Füchse zieht genau so aus, wie der Fuchs sich da ein Nest gebaut hat. Die Jungen bellen anders, als junge Hunde. Ja, so ist immer etwas los auf dem Camp.

 

 

P.S. Heute Abend sind dann Sabrina  und meine Tochter hergekommen und Sandra hat mich eingeladen. Es war heimelig, mit den Beiden zusammen zu sein. Heute war viel los, ich bin müde und gehe schlafen.

 

27.April 2010
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50.  27.April 2010
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  1. März 2010

Ich habe mir für heute einiges vorgenommen gehabt. Um 09.00 Uhr war ich schon im Camp. Ich habe keinen Menschen gesehen. Alles habe ich erledigt: die Wäsche versorgt, mein Bett im Camp bezugsbereit gemacht, bei meiner Tochter die Vorhänge aufgehängt. Martin , den ich gebeten hatte,viel alte Möbel zu entsorgen hat nicht zurück gerufen. Ich muss das Zeug morgen selber entsorgen.

 

Ist kein Verlass auf ihn. Ja, nun ist mein Camp bereit. Bei meiner Tochter muss ich noch die Storen montieren. Die habe ich gewaschen und imprägniert.

 

Danach habe ich zu Hause gebügelt, staubgesaugt, abgestaubt, und, und, und. Alles was dazu gehört. Notar Lehmann hatte mir die Steuerformulare und die versteuerbare Erbschaft geschickt. Dafür muss ich c.a. sechstausend Franken Erbschaftssteuer bezahlen. Das ist mir egal, denn das was ich geerbt habe , kam unerwartet. Zwar ist es schön, Geld zu haben. Aber wo bleibt der Lebenspartner? Na ja, auch ich muss damit klar kommen, dass ich jetzt Geld habe, aber keinen Partner mehr. Das Geld lebt nicht, es ist vergänglich die kann zerrinnen. Die Liebe aber die ich bekommen habe , kann ich mit keinem Geld kaufen, und wenn ich Millionär wäre. . Im Moment bin ich nicht bereit, auch nur einen Pfennig von den Konten, die ja jetzt mir gehören, da Alleinerbin, etwas abzuheben. Ich bin immer noch mit all den Arbeiten beschäftigt, die ich ja jetzt alleine bewältigen muss. Ich schaffe das.

Habe ein gutes Gespräch mit meiner Tochter geführt. Zum Glück habe ich Sie!!

28.April 2010
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51.  28.April 2010
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  1. April

Ich bin früh aufgestanden und habe mich richtig gefreut, mit Bläcky spazieren zu gehen. Nach dem Spaziergang habe ich gefrühstückt: Eine Banane und zwei Passionsfrüchte, ein Stück Brot mit Streichkäse. Dazu habe ich einen Kaffee getrunken. Es macht keinen Spass, alleine zu frühstücken. Aber die Welt sieht für mich auch anders aus als vor 6 ein halb  Monaten. ,Da ist mein "Dölf" gestorben und ich vermisse ihn. Ich hoffe, dass auch für mich die Sonne drinnen, nicht nur draussen, wieder scheint.. Sepp  und sein Schwiegersohn, haben für mich die Gartenplatten gelegt. Es war, obwohl ein anstrengender Tag, trotzdem auch ein schöner Tag. Freunde zu haben ist das Wichtigste in meinem Leben. Einfach jemanden zu haben, der hilft, wenn Not am Mann ist.

Meine Tochter ist wieder nach Hause gefahren. Sie hat auch noch eine Familie für die sie eine gute Mami ist. Luca und Carmen meine Enkel , sind ganz liebe Kinder. Ich geniesse es, sie zu haben. -

Zum Abendbrot assen wir eine „kalte Platte“ und haben ein Glas Wein getrunken. Es ist sehr gemütlich und „z'fride“ gewesen. Nun bin ich wie jeden Abend „auf den Felgen", todmüde. Ja, Guet Nacht

 

29.April 2010
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52.  29.April 2010
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29.April 2010

 

Das Leben ist wunderschön, wenn man am Morgen aufwacht und die Vögel zwitschern hört wenn man mit offenen Augen durch den Wald spaziert. Es ist wunderschön wenn man sieht, dass das Leben lebenswert ist. Bläcky dankt es mir jeden morgen, indem er seine Freude zeigt.

Wenn die Mami die Augen aufmacht und fragt: „guten Tag Bubeli, hast Du gut geschlafen?“, dann ist er happy. Und er wartet bis Mami "putzt und gschträält esch".

Vor dem Frühstück gehen wir beide meistens um 8.00 Uhr Gassi. Ich gehe erst um 1.00 Uhr ins Bett, stehe aber immer früh auf. --

Heute haben die Beiden die Gartenplatten gesetzt. Es war heiss wie eine "Moore". Die beiden haben es toll gemacht. Sie waren aber erledigt, so wie ich auch. Ich spüre meine Arme nicht mehr. Morgen ist ein neues Erwachen, und die Schmerzen in meinen Armen werden vorbei sein. Ein neuer Tag beginnt.

Eigentlich bin ich froh, dass morgen nichts läuft, denn ich bin an der Grenze meiner Kräfte. Ich freue mich sehr, dass die beiden heute fertig geworden sind. Danke.

Morgen, und was ist morgen? Ich werde aufwachen, in die treuen Augen von Bläcky schauen und er wird mit mir kommunizieren: ’ Schön, bist Du noch da. Was machen wir heute?‚ Der Bläcky ist mein Rettungsring. Er hält zu mir durch dick und dünn. Danke mein Bübeli, es ist schön Dich zu haben. Du wirst immer mein Begleiter sein so lange wir zwei leben. Leben, das ist unser Motto. Lebe, liebe, geniesse das Leben, wenn Du kannst. Das mache ich, glaublich, im Duett mit Bläcky. Er ist mein Licht am Himmel, er zeigt mir seine Liebe und ohne Liebe geht nichts. Danke Bläcky.

 

P.S. Ausserdem war Edith  noch im Camp-Platz. Ich hielt ihren Platz in Ordnung. Sie kann mit dem Gedanken, dass der Rasen hoch und verfault ist, nicht leben. Sie hat gesehen, wie er schön aussieht und ist zu mir gekommen. Sie hat gesagt: „Das kann nur Heidi gemacht haben“. Sie wollte mir 40.00 Franken für meine Arbeit geben. Ich habe erwidert: "Edith, wir kenne uns schon so lange“.

Wir beide haben einen "Draht" ohne Worte zueinander, wir verstehen uns ohne Handy. Ich spüre wenn sie Stress hat. Sie ist die beste Verkäuferin von  Grillfirma und sie hat die Sprache, die Gefühle, das Verstehen, das ich brauche. Sie ist genauso ein "Sonnenschein" in meinem Leben wie meine Tochter und meine Enkelkinder. Ohne sie alle wäre mein Leben sinnlos. Mit Sinn und Gesprächen meistere ich mein Leben. Ich habe mit  Ihr noch ein „Halbeli Roten getüpft“. Sie hat ihn mitgebracht und sich bedankt.

 

 

Das hat gut getan. Ich liebe sie alle. Ohne sie wäre in mir eine gähnende Leere: meine Tochter, meine Enkel und der Freund meiner Enkelin. Ich geniesse es, dass ihr da seid. Wenn es sein muss, so glaube ich, auch für Grosi. Merci.

30.April 2010
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53.  30.April 2010
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  1. April 2010

Heute haben wir zwei den "Sunntigskopf füre ’guslet". Wir waren in der Wohnung und haben gebadet: zuerst ich, dann Bläcky. Es ist angenehm gewesen. Ich habe "blüemelet", geputzt und den Balkon gereinigt. Ich erledigte so das, was man als Hausfrau so alles arbeitet. Es ist einfach da, ich weiss immer, was zu tun ist.

Ich habe eine Wohnungsnachbarin getroffen. Sie war am "räuchle" auf dem Balkon. Wir haben ein paar nette Worte ausgetauscht. Sonst habe ich niemanden gesehen.

Um 13.00 Uhr fuhr ich wieder ins "Heidiland". Ich habe Rasen gemäht, auch staubsaugen wollte ich noch. Dazu hat die Zeit nicht gereicht. Um 21.15 Uhr haben meine Lieben aus Basel geklopft, und mich mit „Aemeli“, ihrem Hund, besucht. Etwas später ist noch ein Cämper, gekommen, mit einer Flasche Rotwein , und der war ausgezeichnet. Wir haben gute Gespräche gehabt. Ja, auch sie haben ihr „Bürdeli“ zu tragen. Ihre Tochter wurde im Alter von zwölf Jahren vergewaltigt. Das haben Sie bis  heute noch nicht verarbeitet. Die Gerichtskosten sind immens und für die Eltern eine grosse Belastung. Der Täter läuft frei herum.  Die Mutter hat gesagt: „Wenn ich wüsste, wo er sich rumtreibt, ich würde ihn erschiessen. Der hat so viel Leid in unsere Familie gebracht“. Ja, wir haben aber auch über das Camperleben gesprochen. Wir geniessen es, eine gute Kameradschaft zu haben. Sie sind sehr hilfsbereit und lieb.  Ihr Mann hat ja bei mir, das Cheminée versetzt, so wie  meine Nachbarn, die Platten verlegt haben. Schön, solche Freunde zu haben. Nun ist es Zeit, schlafen zu gehen und zu träumen.

 

Guet Nacht zäme.

01.Mai 2010
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54.  01.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Da haben wir anno 1963 geheiratet. Wir hatten drei Kinder: Gabi ist 1995 gestorben und für Robert, geboren am 18. Juli 1966, bin ich, so glaube ich, gestorben. Dabei habe ich mich immer bemüht. Das Herz einer Mutter ist so gross wie die Berge.

Klettern sollte man können. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn am Dienstag nach dem Yoga besuchen könnte. Er hat abgelehnt, da wäre er mit Ronny am Spazieren. Ja, dann will er mich nicht empfangen. Schade. Nicht alle Kinder haben eine Mutter. Ich habe ihm nichts getan Ich weiss nicht, was es ist. Aber eben, ich war so krank. Er hat mich im Spital nicht besucht. So werde ich mein Leben in die Hand nehmen. In beide Hände Das einzige Kind ist meine Tochter. Wenn ich Sie nicht hätte, wäre mein Leben nicht lebenswert. Auch meine Enkel Carmen,   17 Jahre, und  Luca  16 mich besuchen mich. So schlecht kann ich doch gar nicht sein. Ich habe keine Schuldgefühle. Es tut einfach weh, im Herz und in der Seele. Aber eben, mein Leben geht weiter, weiter.

Heute hat mich mein Sonnenschein besucht. Wir haben diskutiert und Kaffee getrunken. Es beglückt mich, wenn ich etwas erzählen, klagen darf, denn das muss raus. Der Knoten im Hals bleibt sonst stecken. Ja, es ist schön, eine so liebe Tochter zu haben. So können wir unsere Sorgen teilen. Heute bin ich mehr oder weniger mit Putzen beschäftigt gewesen und damit, Moskitonetze zu montieren. Ausserdem habe ich viel weggeworfen, habe ausgemistet. Ich möchte nicht, dass meine Tochter nicht so viel Arbeit hat, sollte ich dereinst sterben. Ich weiss ja nie, wann mein letztes Stündchen geschlagen hat. Noch bin ich für meine Tochter, für meine Enkelkinder da. Diese Zeit geniesse ich so sehr und hoffe, das bin ich noch lange. Es ist Feierabend und ich bin müde. Guet Nacht zäme.

 

02.Mai 2010
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55.  02.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Ich war heute alleine und habe eine Gartensendung auf 3sat geschaut. Ich habe Emails geschrieben und zu Teil auch Antwort bekommen.

 

Die Gartensendung war sehr interessant. Meine Sal-Weide ist wahrscheinlich diesen Winter erfroren. Ich glaube, es gibt nur eins: man muss sie bis auf die festen, starken Äste herunter- schneiden. Vielleicht treibt sie dann wieder aus. Diesen Winter sind viele Pflanzen erfroren. Solange mein Herz nicht einfriert, geht das Leben weiter.

 

Es muss auch für Bläcky weitergehen. Er ist der Einzige, der auf mich angewiesen ist. Er ist ein Stück von uns dreien. "Dölf" ist nicht mehr da, aber Bläcky, den haben wir am 3. März 2001 aus dem Tierheim in Estavayer geholt. Also ist er jetzt drei Jahre bei uns, das heisst, bei mir. Ich passe auf und kämpfe um ihn.

 

Seine Augen werde ich pflegen, das haben meine Tochter und ich "Dölf" am Sterbebett im Lindenhofspital versprochen. Das halte ich auch. Bläcky ist mein Lebensinhalt. Er zeigt mir seine Freude, er zeigt mir dass er mich liebt. Er zeigt mir, dass wir zwei zusammenbleiben müssen, wegen ihm aber auch wegen mir. Ich bin der Hoffnung, dass wir beiden noch ein bisschen zusammen leben können. So soll es auch sein. Heute Abend hat meine Tochter ein SMS gesendet, dass sie sich mit einem Freund im Camp trifft. Das finde ich nicht gut. Ich hoffe, dass das nicht so weiter geht. Es ist aber ihr Leben, ich lebe meins: Manchmal, ohne dass jemand, eben kein Hahn nach mir kräht. Ich liebe das Leben mit meiner Tochter und den Kindern oder sonst einfach jemandem, der sich interessiert, einfach so und fragt: „Wie geht es Dir?“ - Ja, so haha, wie soll es mir gehen, ohne "Dölf"? -

 

Soeben ertönt das Lied am Radio ein Lied und die Worte: “shangri-la shangri-la, Du bist mein Traumland. Du weisst, es ist das einzige Band. Du weisst, dass ich Dich immer küsse“. Ja, mein Traumland heisst „Heidiland“. Das Land gehört mir nicht. Aber ich bin die Heidi, Adelheid, und weiss, dass die „schöni Zyt schnäll vergeit“.

Eg be aber no da, werde Euch ou mau verlah“. Ich bliebe aufrecht und niemals stehen, denn die Zeit wird weitergehen. Eure Mami, Grosi.

03.Mai 2010
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56.  03.Mai 2010
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3.Mai 2010

Der Schreiner ist um 8.00 Uhr vorgefahren. Ich bin erst um 7.45 Uhr aufgestanden. Ich habe gar nicht daran geglaubt, dass er überhaupt kommt. Der Schreiner hat das ganze Holz für den Vorbau abgeladen. Werner ,der Mann meiner besten Freundin ist dann auch dazu gekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Zuerst habe ich einen Kaffee serviert, da ich ja auch noch keinen gehabt hatte. Mit Bläcky musste ich auch noch gehen und das habe ich auch gemacht.

 

Nachdem alles abgeladen war, haben der Schreiner und ich angefangen, mit der Trennscheibe die Platten zu durchschneiden. Ich habe den „Gib-Häb-Zünd“ gespielt. Werner musste um 11.00 Uhr nach Hause gehen, um die drei Mädchen von Regula , seine Tochter zu bekochen.

Ja, und von da an habe ich geholfen, die Platten zu zuschneiden: Mit Wasser auf das Blatt giessen, damit nicht so viel Staub aufgewirbelt wird.

Ich habe dann auch gekocht und serviert. Am Abend war ich todkaputt. Es juckte überall, wahrscheinlich von dem Staub der Trennscheibe. Zwischendurch hat der Schreiner bestimmt etwa fünf geschäftliche Telefone erhalten. Eins hat er abgesagt und die anderen auf c.a. drei Wochen später vertröstet. Dem einen hat er für Dienstag zugesagt, obwohl der Dienstag für mich reserviert gewesen ist. Dass hat mich enttäuscht. Also er will am Mittwoch bei mir weitermachen. Das glaube ich erst, wenn er da ist. Man hat schon beinahe das Gefühl, dass man auf Godot wartet. Ja, „bis Samstag sollte es soweit sein“, hat er versprochen. Pah, ich glaube es nicht. Das heisst, die Türen und Fenster gibt es erst in 14 Tagen, dann ist der Schreiner in den Ferien. Ja, ich warte. Das Ganze habe ich mir etwas anders vorgestellt. Aber eben, die Heidi kann warten. Aber nicht mehr soo lange.

 

04.Mai 2010
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57.  04.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Ich habe heute das gemacht: Flaschen entsorgt, Paper gebündelt, eingekauft und auf die Bank gegangen. Dort habe ich die Rechnung über 3760.— Franken an die Firma, welche die Verglasung am Wintergarten gemacht hat, bezahlt. In meiner Wohnung war ich auch um die Orchideen zu giessen und um zu schauen, ob alles okay ist. Ausserdem habe ich gebadet und dann mein rotes Haar wie Pippi-Langstrumpf gefärbt. Bläcky hat seinen Platz genossen und aufgepasst, dass Mami nicht durchbrennt . Wie könnte ich auch. Bläcky ist mein Halt, er ist und bleibt bei mir. Er ist überall, egal wo ich mich bewege: Ob ich zur Toilette oder ins Freie gehe, er klebt mir immer an den Fersen. Er hat Verlustängste. Er vermisst das Ritual, das "Dölf" in unsere Partnerschaft brachte. Für Bläcky ist um 12.00 Uhr Zeit zum Mittagessen, um 15.00 Uhr Zeit für einen Rinderpansen und um 17.00 Uhr für getrockneten Fisch.

 

Dazwischen finden natürlich mindestens vier bis fünf Spaziergänge statt. Bläcky ist ein Teil von uns: Mein "Dölf", ich und Bläcky. Ein ausgeklügeltes Team. Jeder wusste, was los ist. Wir haben uns innig geliebt und das ist noch präsent, auch wenn "Dölf" nicht mehr lebt. Er ist immer noch da.

Danke, "Dölf", für alles, was Du für uns zwei, für Bläcky und für mich, getan hast. Geniesse deinen Feierabend.

 

 

Ich komme mir manchmal vor wie eine Spinne. Frühmorgens gehe ich in den Wald und merke, wie ich das Netz einer Spinne kaputt mache. Sie hat das Netz gebaut, um ihre Gefühl - ja, auch Spinnen haben Gefühle - auszuleben. Ich spaziere da durch und mache ihr ganzes Werk kaputt. Ich merke es zwar, denke aber nicht daran, was ich soeben zerstört habe. Genau so geht es mir. Ich versuche immer wieder, „neue Netze“ zu bauen. Aber meistens werden auch meine Netze kaputt gemacht. Und immer wieder baue oder knüpfe ich neue Netze. Dies einfach, um etwas zu überqueren, sei es, eine Brücke oder ein Gedanke. Einfach Gefühle leben lassen, so lange das noch geht.

 

05.Mai 2010
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58.  05.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Der Schreiner war schon um 8.00 Uhr vor meinem Mobilheim. Es geht vorwärts. Ja, endlich baut er bei mir. Er hat viele Aufträge, die sich kreuzen. Ich glaube, ich stehe zu hinterst auf dieser Liste. Aber ich bin es gewohnt, mich zu wehren. Ich habe das ganze Leben anstehen müssen. Es freut mich, dass ich glaublich bei meiner Tochter den Vortritt habe. So freut es mich, dass ich noch da sein darf, mit meinen Enkeln ) und dem Freund meiner Enkelin,  ganz besonders mit meiner Tochter.

 

Es lief heute wie am Schnürchen. Ich habe dem Schreiner  Handlanger   geholfen. Für ihn ist es vielleicht zu wenig gewesen. Ich habe mich aber bemüht. Es war ein schöner Tag, weil der Schreiner wirklich baute. Er hat Balken gesetzt und den Boden gemacht. Mann-Frau kann sehen, was heute gebaut wurde. Die Stützbalken, das ganze " Grippe" hat er fast fertig gestellt. Es gibt immer Licht, auch wenn es regnet.

 

Ein Lichtschimmer in Form des Daseins des Schreiners oder eben meiner Tochter "Sinderella". Sie hat uns dann bei sich zum Kaffee eingeladen. Um 17.30 Uhr hat der Schreiner alles eingepackt. Er hat gesagt, er müsse alles mitnehmen. Das waren c.a. 8 verschiedene Geräte, die ein Schreiner gebraucht, wenn er an der Arbeit ist. Ich habe dann entgegnet: "So ist es halt, wenn man morgen schon wieder an einem anderen Ort Verpflichtungen hat. Dann heisst es: Alles wieder einpacken. Hättest Du morgen bei mir den Termin, könntest Du alles stehen und liegen lassen. Wenn man sich etwas einbrockt, muss man es auch ausessen“. Ja, doch heute ist viel Arbeit erledigt worden. So kann ich mich nicht beklagen. Jeden Tag 3 Schritte vorwärts und einen zurück. Irgendeinmal kommen wir alle ans Ziel. Der Zieleinlauf dauert halt manchmal noch eine halbe Runde. Erreichen tun wir alle unser Ziel, auch wenn es verkehrt herum geht. Für heute haben wir unser Ziel erreicht. Danke „Wale“.

Und meine Tochter hat uns den Tag noch abgerundet, in dem sie mit Bläcky und ihren Hunden, Wasco und Dana, spazieren gegangen ist. Und sie hat uns beide, „Wale,, und mich, zum Kaffee eingeladen. Danke und "La La Salame". Das ist suahelisch und heisst: Schlafet guet.

06.Mai 2010
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59.  06.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Ich habe aufgeräumt, habe Balken und Leisten unter dem Mobilheim versorgt: Ich war den ganzen morgen am Aufräumen "um’d Hütte, het aube mi Vater gseit". Um 14.00 Uhr musste ich in meine Wohnung fahren, denn Waschen war angesagt.

Ich habe sechs Maschinen gewaschen und aufgehängt. Vor 20 Jahren konnte ich das nicht. Heute ist es möglich , auch weil es gehen muss. Ich fühle Schmerzen in meinen Armen und den Händen. Aber eben, es muss alles gemacht werden. Ich bin todmüde und freue mich, ins Bett zu gehen und von einem neuen Tag zu träumen. Von einem Tag, Freitag: Kein "Freitag", aber was soll’s. Ich bin froh, dass ich noch etwas besorgen kann, alleine.

 

Ich traf noch Elsbeth meine Nachbarin.Wir tauschten einen Gruss und sie hat gesagt, dass sie jeden Abend „weg ist“.

 

Das verstehe ich, aber man kann vor einem solchen Schicksal nicht flüchten. Denn auch wenn man es nicht wahrhaben will, so hat man als Lebenspartner noch einem solchen Verlust fast "den Verföugeler“. Ich habe immer das Gefühl, dass mir jemand auf die Finger "oder sogar in meinem Gesicht lesen kann, was in mir passiert.

Egal, die Schulkollegin von  Dölf hat angerufen, Marianne,Ich habe ihr meine Handynummer gegeben , und ihr auch gesagt, dass "Dölf" verstorben ist. Sie war "schockiert" und hat es mir auch gesagt. Wir haben ein tolles Gespräch geführt. Ich konnte ihr sagen, dass er nicht gewollt hatte, dass ich eine Todesanzeige mache. Er hatte so gehen wollen, wie er als Bueb war. Er hatte eigentlich einen Namen, der war 2"Dölf". Er war aber immer nur der "Bueb", der arbeiten musste und den man fast ertränkt hat, nur weil er weder "gix no gax" gesagt hat. Die Schulkollegin will mich diesen Sommer einmal besuchen, da freue ich mich. Sie ist ja auch die einzige, die ihn oder sein Dasein vermisst hat. Das habe ich ihr gesagt. Das hat eine gute Wirkung auf mich gehabt.

07.Mai 2010
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60.  07.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Heute war ein strenger Tag. Ich hatte gestern viel Wäsche, da ich die Allergie hatte. Deshalb musste ich meine Wäsche öfters wechseln. Aber das Beste ist ja, dass ich wieder eine Allergie habe, und zwar fast dieselbe. Mich juckt es unter der rechten Brust, in den Kniekehlen und am linken Oberarm. Die Ärztin hat gesagt, dass das nervlich bedingt ist. Die Allergie tritt also auf, wenn ich mich aufrege über, ja eben, das Nichteinhalten des Bauplans oder einfach über Sachen, die mich beschäftigen. Vielleicht löst auch der Betonstaub die Allergie aus. Ach ja, auf was bin ich nicht allergisch.

Um 12.00 Uhr habe ich einen Eimer trockene Wäsche und vier Einkaufstaschen voll frisch gewaschener Wäsche in den Camp gebracht. Bügeln werde ich sie später, wenn es die Zeit dann erlaubt. Als meine Mutti so alt war, wie ich jetzt, bin ich immer nach Hägendorf gefahren, um ihre Wäsche zu besorgen. Heute mache ich es selber. Ich weiss nicht, was die jungen Leute verlangen oder wollen. Ich kam immer gut zurecht.  Enkelin  Carmen und ihr Freund Thomas waren mit mir im Heidiland. Meine Tochter hatte ein Rendez-vous. Sie musste eher weggehen. Ja, so versucht man, es alleine zu schaffen. Ich bin bereit, zu kämpfen, so lange es geht.

 

08.Mai 2010
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61.  08.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Ich bin wegen Jucken und Schmerzen aufgewacht. Dann bin ich aufgestanden und habe gesehen, dass an mir wieder eine Allergie ausgebrochen ist. Bin um 8.30 Uhr zu Doktor Fischer gefahren. Sie hat mir dieselben Mittel wie vor 2-3 Wochen gegeben. Sie hat gesagt: „Was haben sie gearbeitet?“ Ich habe geantwortet, dass ich geholfen hätte, Gartenplatten mit der Trennscheibe zu schneiden. Der Schreiner hatte die Trennscheibe und ich habe mit Wasser gekühlt, damit nicht so viel Staub aufwirbelt. Ja, und so habe ich mir vom Zementstaub eine Allergie geholt. Ich konnte fast nicht schlafen, wollte aberan die Klassenzusammenkunft gehen. Das habe ich auch gemacht. 

Ich bin um 9.30 Uhr losgefahren. Um 10.50 Uhr kam ich im Restaurant Schlüssel in "Hägendorf" an. Wir haben einen schönen Tag verbracht. Wir haben über unsere Schulabschlüsse und über unsere Freundschaften gesprochen. Wir gingen auch noch auf den Friedhof. Dort habe ich auch das Grab von Mutter, von Schulkollegen und Kolleginnen besucht. Zuletzt waren wir noch im Café Vögeli-Beck. Eine Schulfreundin, Trudi Vögeli, ist dort die Inhaberin. Mit ihr wurde ich nie warm. Also auch heute kam kein Gespräch zustande. Sie müsste etwas mehr für ihr Aussehen machen und nicht so hoch gebildet plappern. Ja, so sind wir alle verschieden.

Roland Heuri, er wohnt in Malaga, weiss nicht mehr, wie man Schwizerdeutsch spricht. Er wollte uns alle überzeugen, dass, wenn ein Mensch stirbt, die Seele immer und ewig auf der Erde bleibt und den Zurückgebliebenen sein Leben lang begleitet. Ist das Unsinn oder wahr? Max Grimm, mein Schulkollege, war auch da. Wir hatten den gleichen Schulweg gehabt. Er ist in mich verliebt. Ich aber habe eine innige nachbarschaftliche Beziehung zu ihm. Er hat mich zum Nachtessen in "Crissier" FR eingeladen. Er will anrufen.

Sepp Fluri ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt. Wie ein Schatten. War gar nicht leicht. Er wollte mit mir im Auto fahren bis ins Café, wo wir uns alle noch verabschiedet haben. Er hat mir eine Flasche, Süssmost geschenkt, und gesagt, dass er von meinen Augen nicht loskommt. Er besitzt zwei Hektaren Wald und eine gut gehende Mosterei.

Er hat mir erzählt, dass die Buben in meiner Klasse ihn hatten zusammenschlagen wollen. Ich wäre die Einzige gewesen, die sich auf seine Seite gestellt hätte. Und so hatten sie ihn in Ruhe gelassen. Roland,  Kurt,  Max,  Sepp,  René.  René ist ein Unausstehlicher und von Beruf "Lehrer". Er will alle bekehren, ja, das waren die Männer. Die Klassenzusammenkunft war schön. Meine Schulfreunde waren halt zweigeteilt. Diejenigen, die die Bezirksschule nicht geschafft haben und die, zu denen gehöre ich, die die höhere Schule geschafft hatten. Madlen, Heidi und ich waren in der Bezirksschule, welches gleich dem Gymnasium ist, und die anderen:

Elvira, Rösli, Lilly, Trudi, Margrit,  Vögeli, Sepp . Alle die haben die Prüfungen nicht geschafft. Ruedi, Madlen, René, Max, Gertrud und Adelheid, wir haben es geschafft. Ja und da war immer eine Brücke. Ohne dass wir das wollten. Wir mussten Physik. Mathe, Chemie, Französisch, Englisch, Deutsch Grammatik in Schrift und Sprache lernen. Ich habe es geschafft, mit Mühe und Not. Aber was soll’s, ich habe die letzten Jahren mit guten Noten absolvieret und meinen Abschluss gemacht. Die Türen waren für viele Aussichten offen. Ich habe dann drei Jahre eine Lehre als Verkäuferin als Detailhandelsangestellte absolviert. Ich musste das dritte Lehrjahr selbst finanzieren mit Putzen, Kinderhüten in einer Bäckerei im Dorf. Der Bäcker Chef wollte mich anfassen. Er hat von mir einen Schlag kassiert. Da ist ihm die Lust vergangen. Er war sehr gläubig in der Kirche und "katholisch". Er sass in der Kirche in der ersten Reihe. Seine Frau war ein "Räf" und ich musste putzen, in der Backstube helfen, im Haushalt arbeiten, im Laden auffüllen, Diätkochen für die Grossmutter. Die Grossmutter war sehr lieb gewesen. Ich wurde vom Chef betatscht, vom Bäckereigehilfen befummelt und zuletzt auch vom Sohn. Ich glaube, wenn, ich das meinem Vater er zählt hätte, er hätte gehandelt. Aber eben die 60.-- Franken im Monat waren ein Taschengeld. Ohne Taschengeld ging es nicht. Meine Schwester und ich haben viele Male unser Taschengeld unserem Bruder gegeben. Es waren drei Franken. So konnte unser Bruder, er hatte auch drei  Franken  ,da reichten die neun Franken.so konnte er,    ins Kino gehen und für eine Freundin bezahlen. Wir wurden immer eingeladen und sassen in der vordersten Reihe.

Ja, so war es. Wir zwei Schwestern

 waren immer zusammen unterwegs. Ohne meine Schwestern ging nichts. Wir beiden mussten immer zur selben Zeit zu Hause sein. Wir brauchten aber kein Geld, um auszugehen. So haben wir unser Taschengeld meistens unserem älteren Bruder abgegeben. Es war eine wilde Zeit, meine Schwester und ich, wir waren ein Herz und eine Seele.

Meistens war meine Schwester zu spät. Und so hat Mutti uns manchmal  an den Haaren gezogen, oder dann hatten wir Zahnschmerzen, dann ging es ohne "schimpfis" ins Bett. Ja, wir hatten eine schöne Jugendzeit, streng zwar, aber okay. Ich möchte das gar nicht vergessen. Es war eine

schöne Zeit. Zu erleben, wie es sein könnte, wenn man einen Freund hätte. Ich hatte auch einen. Es war Heinrich aus der Nachbarschaft. Wir sassen manchmal stundenlangb in unserem Wald. Ausser einem Kuss auf de Wange ist nichts passiert. Ich aber glaubte schon, dass ich schwanger bin. Wir waren nicht aufgeklärt und so immer in Sachen Gefühle gehemmt. So geschadet hat es nicht, ich musste nicht heiraten.

 Im Gegenteil. Ich wollte, als ich verheiratet war,  schwanger werden.  Sinderella. Sie ist das Kind aus meiner Ehe mit Robert Senior. Zum Glück gibt es sie noch, wir haben jeden Tag telefonischen Kontakt. Sehen uns öfters, teilen uns unsere Sorgen. kleine Sorgen, das gibt es nicht. Ich habe keine rosa-rote Brille. Meine ist eine Violette.

Manchmal sehr dunkel und das, wenn die Sonne scheint. Heute scheint sie auch drinnen und heitert mein Gemüt auf. Bläcky schnarcht schon unter dem Tisch. Ein gutes Zeichen, schlafen zu gehen.  Meine Nachbarin im Cämp, hat mir noch einen Besuch beschert und mich gefragt, ob ich "Tiramisu" gerne esse. Sie hat mir ein Stück gebracht. Es war sehr fein und hat mir meinen Leben versüsst. Das heisst, das ist mein Abend gewesen. Heidi ,wohnt gleich gegenüber im Cämp, war auch noch da und hat mir ein "Züpfli" gebracht. Ich sehe,. ich werde nicht vergessen. Um mich herum habe ich gute "Freunde", die mir Kraft geben und auch mal fragen: "Wie geht es Dir?" Ich habe geantwortet: „Heidi, Ja, danke es geht gut“. Im Herzen drin ist es manchmal eine gähnende Leere.

Ich aber gönne es allen meinen Nachbarn, Freunden, Geschwistern, wenn sie noch zusammen sind. Ich kann das nicht mehr.

Aber in Gedanken ist er immer noch bei mir. Gerne weit weg, aber doch noch da, ganz nahe. Da, wo wir seine Asche gestreut haben. Den Platz besuche ich jeden Tag, immer mit Bläcky auf unserem Spaziergang. .

11.Mai 2010
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62.  11.Mai 2010
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  1. Mai

Heute habe ich viel gearbeitet. Ich habe den Rasen gemäht bei Edith Triebel, den Rasen gemäht bei Rolf Schären und gejätet. Ja, es ist schon streng, mit dem Rasenmäher unterwegs zu sein. Ich aber mache das gerne, denn das ist für mich Therapie. Ich bin froh, kann ich das machen. Ich habe keine Verpflichtung. Aber es macht mir Spass, etwas zu machen, wenn ich fühle, dass diejenigen sich freuen darüber. Mein Motto ist: Mache das, woran du Freude hast. Das habe ich auch und geniesse es, jemandem etwas zu liebe zu tun. Ja, ganz einfach; Ich liebe Euch alle.

Heute ist der Schreiner gekommen. Aber er kam nicht um 12.00 bis 12.30 Uhr, nein,

erst um 13.00 Uhr. Er hat die Seite bei der Eingangstüre getäfert und die linke Seite vorbereitet. Es gibt noch viel zu tun. Der Schreiner war voll in seinem Arbeitsprogramm. Ich habe eine Zwischenverpflegung gemacht und mit ihm geplaudert. Es war arschkalt. Ich musste mich erst einmal aufwärmen.

Heute Morgen war ich bei meiner Schwester im Yoga. Es hat auf mich eine gute Wirkung gehabt, . Jetzt bin ich in meinem Stübchen und schreibe das auf, was mich bewegt. Im Moment habe ich viel Bewegung in und um das Haus.

Am Abend hat mich dann noch meine Tochter besucht und so haben wir auch noch etwas getrunken, auf das Wohl von "Dölf".

Ich denke an Bungalow 324: . Unser schöner Bungalow in Kenia. Ja, das war einmal mit „Dölf“, das waren so schöne Zeiten mit ihm und im Village -.

Wir hatten immer viel los. Im Dorf haben alle Papa „Watamu“ gekannt. Das ist vorbei. Ich könnte es mir auch heute leisten, aber ohne „Dölf“, das geht nicht mehr.

Diese schönen Zeiten kann man nicht mehr aus dem Speicher hervorholen. Das ist vorbei. Für immer und ewig. Ja, so ist das Leben – vergänglich.

 Ja, ich liebe das Leben. Nun gehe ich ins Bett. Es ist mein einziger Ort, wo ich das Gefühl habe, irgendwie geliebt zu werden.

13.Mai 2010
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63.  13.Mai 2010
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  1. Mai  2010

Ja, etze gets e stränge Tag.

Ich bin um 7.00 Uhr aufgestanden. Ich wusste, dass der Schreiner kommt. Um 8.30 Uhr ist er eingetroffen. Vorher war ich einkaufen und auf der Post, und mit Bläcky spazieren.

Letzte Nacht träumte ich viel. Ich war im Traum in einer Zeit, die es nicht mehr gibt, nämlich auf dem Flughafen, als wir eingecheckt haben. Zwei Stunden später checkten wir aus, mussten das Gepäck suchen und alles in einen Bus verladen. Dann mussten wir nach Zürich fahren und neu einchecken. Was haben wir auf unseren Hin- und Zurückflügen nicht alles erlebt Die letzten 14 Jahre nach Kenja. Dies habe ich geträumt, es ist aber wahr. Beim letzten Flug sind wir beinahe abgestürzt. Diese Ära ist vorbei. Ich bin noch da, alleine mit Bläcky. „Dölf“ hat damals gesagt, dass er Bläcky zum Hüten niemals weggeben werde. So war es dann auch: wir konnten nicht mehr in die Ferien. „Dölf“ war einfach zu schwach. Er wollte einfach nur noch im Camp in seinem Mobilheim die Eingangstür neu streichen, wegen meiner oder für meine Tochter. Er machte dies in seinen letzten 7 Tagen mit dem Sauerstoff-Inhalationsgerät. Er wollte alles geregelt haben, und das hat er auch so besorgt. Testamente, eine Verfügung, alles war da. Was aber nützt mir all das, wenn mein „Dölf“ nicht mehr da ist? Aber es ist 1 Jahr, 10 Jahre oder noch mehr.

 Für mich war es zu kurz. Wir waren immer oder meistens einverstanden, was wir, wenn oder aber tun werden. Auf jeden Fall waren die Jahre, die wir zusammen waren, zu kurz, um all das Schöne, aber auch Traurige zu verarbeiten. Ich bin immer noch am überlegen: „Wenn oder aber was wollen wir? Was will er?“. Seine Worte waren: "Ich will nicht mehr, ich will gehen. Ohne Schmerzen, ohne dahin und dorthin zu fahren.“.

Alle Ärzte wollten für ihn nur das "beste". Aber "das beste“, also Chemotherapie, Lungenwasserziehen, manchmal bis zu 3 Litern, war nicht gut genug. „Dölf“ und ich haben alles versucht. Aber es hat nichts gebracht. Wir waren mit dem Rollstuhl unterwegs, dahin und dorthin, dabei wollte er gar nicht in den Rollstuhl sitzen.

Ja, diese Ära ist vorbei und ich werde ihn nie vergessen. Er war ein zuvorkommender Mensch, der eine Frau ehrte! So schön, schön war die Zeit. Er hat jetzt seinen Frieden und auch ich muss in die Normalität des Lebens zurückfinden, das schaffe ich auch. "Ich liebe das Leben".

 Dölf ist schon sieben Monate weg von mir, gestorben.

15.Mai 2010
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64.  15.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Heute habe ich es genossen, etwas länger auszuschlafen und mich auf den Tag vorzubereiten. Um 8.30 Uhr bin ich aufgestanden, habe meine „Katzenwäsche“ gemacht und bin dann mit Bläcky in den Wald spaziert. Das ist jeweils meine erste Arbeit. Für mich heisst das, im Wald mit Bläcky den Tag zu erleben, mit meinem treuen Begleiter. Was für Augenblicke, die Vögel zwitschern zu hören und den neuen Tag bewusst zu erleben.

Um 9.30 Uhr habe ich das Frühstück mit 2 Passionsfrüchten, 1 kleinen Banane, 1 Stück Brot mit Streichkäse und 1 Kaffe gemacht. Dasselbe jeden Tag, auch wenn ich nun alleine bin. Das haben wir zwei all die Jahre gegessen. Das Ritual wird bleiben, auch wenn mein Schatz nicht mehr an meiner Seite oder mir gegenüber sitzt. Er ist immer präsent. Wir beide vermissen ihn.

Habe nach dem Baden in der Wohnung und dem Blumengiessen, Lüften, etwas „Pützele“, Blumen für Asta’s grossen Tag am 16. Mai eingekauft. Dann findet ein Familienfest im Gasthof Sternen in Muri statt. Ich freue mich auf diesen Tag. Es ist schön, dass wir noch alle Geschwister zusammen sind. Ich meine damit die Grimm Familie Walti, Adelheid, Verena, Heinrich und Roman. Die Männer sind verheiratet. Ich und Verena sind leider Witwen. Meine Schwester Verena ist schon sei 15 Jahren allein, ich seit 7 Monaten. Und das Leben geht weiter, weiter. Ich habe Hilfe von meinen Geschwistern, am meisten  von meiner Schwägerin Regi.

Heute hat meine Tochter gesagt, sie gingen in die Stadt. Und Wasco ist im Mobilheim meiner Tochter geblieben. Dann, um 14 Uhr, habe ich ein Winseln gehört. Es war Wasco. So habe ihn zu mir geholt und es ist Ruhe geworden. Ich bin bei meiner Nachbarin zum Kaffee eingeladen gewesen. Wasco ist dauernd am Türchen gesessen und hat auf meine Tochter gewartet. Danach sind eine Freundin und ich mit den drei Hunden spazieren gegangen. Jadi und Wasco haben gespielt, es war ganz toll. Die zwei Hunde sind gute Freunde. Sie sind dann auch noch im Bach baden oder laufen gegangen. Bläcky hat seinen Weg gemacht und sich da nicht eingemischt.

Ich habe dann das Nachtessen vorbereitet. Meine Enkelkinder sind pünktlich gewesen. Es ist ein schöner Ausklang eines schönen Tages gewesen. So schön kann das Leben sein.

Ich habe dann mit meiner Tochter noch SMS geschrieben, die News ausgetauscht und guten Nacht gewünscht. Ich bin noch am Plätzchen von „Dölf“ gewesen.

 Ich vermisse ihn immer mehr. Ja, so ist das Leben. Wenn es am schönsten ist, muss man gehen. Ich gehe jetzt schlafen und ausruhen. Es ist war ein schöner Tag: Danke, gute Nacht.

 

PS:

Heute habe ich noch eine traurige Nachricht erhalten. Tante Martheli ist gestorben. Beim Tanti und bei Götti war ich als kleines Mädchen immer auf Besuch. Schade.

 

16.Mai 2010
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65.  16.Mai 2010
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  1. Mai

Asta’s 70-ter Geburtstag im Hotel Sternen in Muri.   Asta ist  meine Schwägerin.

Es war ein Superfest, an dem ich mit meinen Geschwistern zusammen sein konnte. Angela war auch da. Lisa und Heinz-Georg sind nicht gekommen, obwohl sie auch eingeladen waren. Schade. Aber auch ohne die beiden hatten wir ein Superfest.

Mein ältester Bruder Walti las eine Laudatio vor, mit der er, seine Frau Asta verehrt hat. Das war soo rührend, dass Walti und Asta Tränen in den Augen hatten. Walti bekam Tränen beim Lesen selbst und Asta beim Zuhören. Das war super und hat uns alle berührt. Christof und seine Frau kamen aus Brasilien. Angela hat sich aus Deutschland eingefunden. Die Ostschweiz war durch Pamela mit ihrem Mann Timo und Ladina vertreten. Sie haben Regi und Romi,  vertreten.mein jüngster  Bruder mit Frau Regi- Heini , mein bruder  kam mit Elfinesh Frau und Theresa, dem Adoptivkind und ihrem Mädchen, angereist. Verena, meine Schwester, und ich trafen auch mit Anhang ein. Meine Tochter Sandra erschien mit Carmen und Thomas. Dann waren ferner Sarah und Dario mit ihrem entzückenden Mädchen da und Patricia, Tochter  von Asta und Walter, mit ihrem Mann. Er ist Grieche und brachte zwei Enkelkinder mit. Schliesslich will ich noch Cornel erwähnen, der mit Maissa kam.

Sie ist Brasilianerin. Es war ein richtiges Familienfest zu Ehren unserer Asta, die uns alle zusammenschweisst. Sie ist immer da und hat dies mit den Geburtstagsfesten aufgebaut. Es war schön und hat mir das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein. Alle haben sie mich ich gefragt: „Wie geht es Dir, Mädi, Adi, Adelheid,habe eben so viel Namen.

Sie kümmern sich um mich. Das heisst, wenn es mir schlecht gehen würde, würden sie mir helfen.

 

 

Ich weiss aber, dass mein Leben weitergeht. Das war auch der Wunsch von „Dölf“. Und so will ich es auch.

 

Bläcky war bei meinen Nachbarn. Ich glaube, er hat sich dort wohl gefühlt. Bekommt er doch von den beiden immer Leckerli. Als ich ihn abholte, hat er ein "Gejaule " losgelassen, ein „Muntschi“ gegeben und Freude gezeigt, dass ich noch da bin. Er hat ihren Hund Jadi auch nervös gemacht. Bloss: das kann man nicht einfach so abstellen. So ist es eben. Bläcky leidet an Verlustängsten, weil Papi so schnell gegangen ist. Wenn ich dann auch noch gehe, ist das für ihn eine Katastrophe. Der Weg, den wir 14 Jahre gegangen sind, vermisst er. Den Weg von meinem Mobilheim zu „Dölf’s“ Mobilheim. Da glaubt er immer, dass „Dölf“ wieder da sei. Ja, so geht mein Leben weiter, weiter. 

 

Heute hat mein Sonnenschein, meine Tochter Sandra Geburtstag und auch meine Schwester Verena. Meine Schwester ist auch eine liebe, erfahrene Frau, welche ihren Mann vor 14 Jahren verloren hat. Und bei mir sind es 7 Monate seither, die für mich schon jetzt zu lange sind. Das Leben geht weiter, weiter! Danke.

 

Heftüberschrift:

 

Umbau

Geburtstag Verena, meiner Schwester

Geburtstag Asta

Geburtstag meiner Tochter Sandra

Dölf’s Tod, Abschied

Immer weiter

Dölf’s letzter Verdingvater lebt noch

17.Mai 2010
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66.  17.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Zwei Geburtstage

Ich habe schlecht geschlafen. Ich bin um 2 Uhr aufgestanden, weil ich einfach nicht einschlafen konnte. Vielleicht kommt das von der Freude, alle meine Lieben zu sehen und Gespräche zu führen, die ich halt schon vermisse.

Mein Ansprechpartner ist Bläcky und er versteht meine Sprache, meine Körpersprache und meine Gefühle. Wenn ich mal laut stöhne, hat er schon Angst, dass mir etwas fehlt. Das ist aber für mich normal. Ich glaube, die Gefühle gegenüber einem Mann sind verloren gegangen. "Dölf" hat mich geliebt und mit all meinen Narben begehrt. Ja, mein Körper ist nicht mehr begehrenswert gewesen, hingegen aber mein Dasein. Begehrenswert ist unser Zusammensein mit meinen und seinen Macken gewesen. Dazu gehören meine Schmerzen, die ich seit 1990, meiner Operation, der Brustamputation, habe. „Dölf“ hat das akzeptiert, genauso wie ich seine Krankheit angenommen habe. Wir haben alles probiert und ich habe schliesslich alles verloren. Ja, ich weiss, es geht weiter. Bis jetzt habe ich seine schriftlichen Sachen und Ordner noch im Schrank. Ich bin noch nicht bereit, alles wegzupacken. Er fehlt mir an allen Ecken und Enden --- .

Aber genauso hätte ich es vermisst, wenn ich nicht mit meiner „Sandra“ hätte Geburtstag feiern können. Ich bin 1 Stunde lang bei ihr gewesen. Sie hat aber wieder andere Pflichten gehabten und ich bin wieder nach Hause gegangen. Mein Enkel hat Atemprobleme gehabt. Ich auch; Aber bei mir ist es mein Herz gewesen. Ich mag nicht darüber schreiben. Ich bin traurig geworden, habe geweint und mich gefragt, was soll ich tun. Meine Tochter hat Geldprobleme; Und ich habe Geld? Ja, was soll ich mit meinem geerbten Geld machen? Bläcky hat Verlustängste und braucht mich. Das kann ich nicht kaufen. Ich muss ihm sagen, dass ich ihn nicht verlasse. Wir bleiben zusammen. Es gibt nichts Schöneres, als die treuen Augen eines Hundes zu sehen. Er will und kann bei mir bleiben. Ja, nun bin ich müde und morgen ist ein strenger Tag. Nicht für mich, sondern der Schreiner und sein Bruder werden kommen, um die Schiebetüren zu montieren. Dann ist es aber noch nicht fertig. Ja, schauen wir mal, was und wann die kommen. Heidi wartet, ja wartet schon lange.

19.Mai 2010
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67.  19.Mai 2010
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19. Mai 2010

Der Schreiner ist früh gekommen. Als  er kam, war ich, schon vom Einkaufen zurück, auf der Post gewesen, hatte das Papier und den Kehricht entsorgt. Es war 8.30 Uhr. Danach ging es mit Weiterbauen los, damit, den letzten Schliff anzubringen. Das heisst, dass die Türe mit Alu eingerahmt werden musste, die Fenster wurden eingebaut, und so weiter. Der Schreiner hatte das Holz, das er extra zugeschnitten hatte um beim Mobilheim abzuschliessen, im Geschäft vergessen. So blieb mir nichts anderes übrig, als nach Aarberg zu fahren und es abzuholen.

Ich war um 10.30 Uhr zurück. Der Schreiner brauchte noch .Metallabdeckungen, 2 Stück zu 2 Meter, eckförmig. So fuhr ich auch noch in den Baumarkt, um diese einzukaufen. Was blieb mir anderes übrig: wenn ich wollte, dass dies und jenes gemacht wird, musste ich auch spuren oder eben einkaufen gehen oder Material abholen. Ich war am Abend todmüde, denn ich habe ja auch noch Mittagessen gekocht und den Abwasch besorgt. Dazu alles, was man als Hausfrau so erledigt. Beim Putzen habe ich auch noch geholfen. Ich habe Maschinen ins Auto zurückgestellt und aufgeräumt. Staubgesaugt hat der Schreiner, ich hatte kein Gehör mehr, um das auch noch zu erledigen. Ich war müde von der ganzen Umherrennerei. Als “mein” Schreiner gegangen war, habe ich mich einmal hingelegt und bis um 16.00 Uhr ausgeruht. Ich kann ja dann, wenn er arbeitet, nicht mein obligatorisches Mittagsschläfchen halten, welches ich unbedingt brauche. Am Abend habe ich noch etwas ferngesehen und um 24.00 Uhr bin ich ins Bett gegangen!

20.Mai 2010
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68.  20.Mai 2010
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20. Mai 2010

Ich bin um 8.00 Uhr aufgewacht. Das erste, was ich gedacht habe, war: “Heute habe ich frei, keine Handwerker”. Ich wusste aber, dass ich in meiner Wohnung einfach mal nachschauen musste, ob alles okay ist. Dort habe ich mich mit einem feinen Kamillenbad verwöhnt. Ich brauche das, denn wenn gewerkelt wird, gibt es immer Staubpartikel. Da ich ja auf fast alles allergisch bin, musste ich sehr aufpassen!

Nach dem Baden habe ich mich wieder hingelegt und bis um 12.30 Uhr geschlafen. Ich bin einfach müde. Nun muss ich eben alles alleine machen. Der Mann an meiner Seite fehlt mir. Wir haben alles zusammen erledigt.

Den Haushalt, kochen, bügeln, handwerkeln, malen, trösten, zureden, ja, und die "Liebe", die auch dazu gehört hat. All das fehlt mir immer mehr.

Ich kann meine Pläne, meine Gefühle nicht mehr auskosten. Alleine und alleingelassen muss ich halt jetzt selbst schauen, wie ich das schaffe. "Dölf" wollte dass ich weiterlebe

und das Leben geniesse. Allein schon wegen unserem Hund Bläcky. Das ist schwierig.

Ich habe das Reden mit einem Menschen verstanden, aber das Bellen ist nicht dasselbe. Ich werde aber für meinen treuen Hund da sein. All meine "Liebe und Fürsorge gehört ihm. Er hat Probleme mit seinen Augen. Ich werde ihn pflegen und wenn es sein sollte, auch für ihn sehen. Pia war noch bei mir auf Besuch. Sie ist eine treue Camperin

Und ihr Besuch hat mich sehr gefreut. Wir hatten ein gutes Gespräch. Sie ist seit 15 Jahren Witwe und meistert so ihr Leben mit Kartenspielen, Reisen, Freundin Theres und ihr Leben geht auch weiter. Schon 15 Jahre sind vergangen, seit ihr Mann verstorben ist. Und sie ist noch da. Schön, dass es sie noch gibt.

Um 16.30 Uhr dann ist mein Sonnenschein Sandra zu mir gekommen. Sie war beim Arzt. Sie regt sich wegen der Arbeitslosenversicherung, respektive dem RAV, sehr auf.

Von denen wird sie dauernd gestresst. Das Amt will noch dieses und jenes von Ihr. Ihr Berater sagt ist dort: “Wenn Sie das nicht besorgen, gibt es kein Geld”. Das bringt sie so auf die Palme, dass sie eine Depression bekommen hat. Ich hoffe, dass es Sandra bald wieder gut geht. Heute hatten wir beide es jedenfalls lustig. Sandra ist mit mir zu Otto's Warenposten gefahren.

 

Wir haben einen Wicker-Tisch mit 4 Sesseln eingekauft, die in meinen Wintergarten passen.

Mit zwei Autos haben wir das zusammen in den Camp gebracht und aufgestellt. Und

wir haben eine Apéro getrunken und die neuen Sachen eingeweiht. Es war richtig

“zufrieden”. Vorher habe ich Bläcky noch seine Augentropfen verabreicht und bin mit ihm Gassi gegangen.

Jetzt ist es an der Zeit, dass ich auch meinen Erholungsschlaf mache und am Morgen mit viel Energie und Kraft aufwache, da ich einen freien Tag habe. Ich bin bei meiner Schwester zu einer nachträglichen Feier ihres Geburtstags eingeladen. Ich freue mich, morgen ist ein neuer Tag. Gute Nacht.

21.Mai 2010
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69.  21.Mai 2010
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21. Mai 2010

Genau, der Tag war frei. Ich musste nicht “gib, häb, zünd” spielen, wie Dienstag und Mittwoch und hatte wirklich frei.

Ich habe am Morgen mein Postfach geleert und dann die Wohnung für Pfingsten seeklar gemacht. Dann habe ich Folie für die Glas Schiebetüren gekauft. Bläcky ist zweimal in die Scheiben gesprungen. Ich habe die Scheiben beklebt und nun ist es besser. Er hat das kapiert. Der Schreiner hat eine Super arbeit geleistet. Er hat die Erneuerung so gebaut, wie ich es haben wollte. Ich glaube nicht, dass er meine Wünsche in Sache "schreinern, bauen" lesen konnte.

Aber er hat das super gebaut. Darüber habe ich mich besonders gefreut. Ich aber war ganz abgespannt. Auch wenn er am Bauen war und ich nicht viel geholfen habe, habe ich doch meinen Mittagsschlaf vermisst. So habe ich ihn und "Oelibörli" ein Freund von mir bekocht und mir Mühe gegeben. es allen recht zu machen.

 Um 15.00 Uhr waren wir bei meiner Schwester Verena eingeladen. Meine Tochter und  ich waren pünktlich. Aber bis 16.00 Uhr ist niemand aufgetaucht. Erst um 16.15 Uhr kam mein Bruder mit seiner Frau. Ja, und das war es dann auch. Der Sohn meines Bruders, seine Frau und ihr Kind sind nicht eingetroffen. Mein Bruder und seine Frau gingen früh nach Hause, da der Sohn,  Chris und Familie morgen wieder nach Brasilien heim fliegen. Und so hat Verena eine Bündner Platte, eine Käseplatte und drei Ring Brote auf den Tisch gestellt. Das war Fleisch und Käse für c.a. 10 Personen. Wir waren aber nur fünf. Das war für meine Schwester eine grosse Enttäuschung: kalt gestellt, ohne Abmeldung. Das lernt einen, das nächste

Mal nichts zu organisieren.

Ich wäre auch sehr enttäuscht gewesen. Aber morgen ist ein neuer Tag. Meine Schwester hat uns von der feinen Torte, vom Gebäck, dem Fleisch, dem Käse und dem Brot eingepackt. Die Enttäuschung war gross, der Aufwand auch. Wir haben auf jeden Fall die Gastfreundschaft meiner Schwester genossen und sind bis zuletzt geblieben. Es war super. Danke Verena.

Ich habe um 21.00 Uhr noch Besuch von Monika und Daniel erhalten. Wir haben im Vorbau eine Flasche Rotwein getrunken und das neue „Heidiland“ eingeweiht. Jetzt bin ich wie jeden Abend müde und freue mich auf den neuen Tag. Ich hoffe, er werde mit viel Freude, ohne Stress, ohne Sorgen und ohne Zorn sein. Mein Sonnenschein kommt über Pfingsten her. Dann scheint die Sonne und mein Sonnenschein ist da.

 

22.Mai 2010
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70.  22.Mai 2010
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22. Mai 2o10

Ich bin um 8.00 Uhr aufgestanden und mit Bläcky in den Wald zum "Gassi gehen" spaziert. Anschliessend habe ich gefrühstückt und mich meiner Lieblingsbeschäftigung,

dem “Blüemele", wie Dölf es nannte, gewidmet. Welch eine Freude zu sehen, wie sich jede Blume entfaltet, wenn sie die Wärme der Sonne spürt. Es ist auch beim Menschen so. Bei schönem "Wetter" möchte man am Liebsten Luftsprünge machen. Das Alter bestimmt die Höhe der Sprünge. Aber im Herzen dann ist bei mir ein so wunderschönes Gefühl, wenn die Sonne scheint. Gerade so, als ob ich noch zwanzig wäre.

Gefühle sind da, um uns Menschen zu führen, um uns den Weg zu zeigen. Ob in guten oder schlechten Zeiten. "Dölf" ist tot, aber meine Gefühle zu ihm, die sind nicht gestorben. Die sind noch da. Er hätte heute zu mir gesagt, "Hesch blüemelet?" Ja, so war es. Meine Blumen leben und ich rede auch mit ihnen. Willst Du blühen, dann blühe. So habe ich immer einen blühenden Garten, wenn eben manchmal auch mit Mauerblümchen. Es kommt auch für diese Mauerblümchen eine Zeit, da der Frühling wieder einkehrt. Ich habe heute Abend mit meinem "Sonnenschein Sandra” verbracht. Wir hatten es z’friede bei Fussball anschauen und “computerlen”. Es war ein schöner Abend mit viel Lachen, Sprüche und Verse schmieden. Das Dichten habe ich nicht verlernt. Ich geniesse das Leben und will leben!

Die Hunde Wasco, Bläcky und Dana waren ruhig. Das auch, weil wir Ruhe ausgestrahlt haben. Um 23.20 Uhr ist "Sinderella" zum Schlafen in ihren Camp gegangen. Genau, das mache ich jetzt auch. Ich freue mich auf einen neuen Morgen. Zum Frühstück gibt es bei mir Passionsfrucht, Banane, Kiwi, "Züpfe" mit Käse, Butter, Konfitüre. oder Honig und eine Tasse Muntermacher Kaffee gehört dazu. Müde wie immer um diese Zeit gehe ich nun auch schlafen und freue mich auf einen neuen Tag. La-La Salama. Das ist suahelisch. Gut Nacht, schlafet guet.

23.Mai 2010
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71.  23.Mai 2010
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23. Mai 2010

Heute lacht die Sonne, schaut zum Fenster rein, und bringt mir Licht, Licht, das ich seit Wochen vermisst habe. Für mich ist das ein Zeichen von Leben. Mit mehr Schwung und Elan, beginnt der Tag schon beim aufwachen.

27.Mai 2010
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72.  27.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Habe entsorgt und das Postfach geleert. Blacky musste zu Hause warten, da mein Auto voll beladen war. Mit Truhe, Töpfen, Messing, einfach räumen, musste ich. Dann habe ich die Pfosten vom Vorbau gestrichen und die Hälfte des Bodens. Ja, es muss alles gemacht werden. Habe die Farbe gemixt, die mir gefällt. Vielleicht kann ich morgen den ersten Anstrich machen. War heute um 1 i. m m Uhr in der Wohnung, um zu waschen. Ja, Staub gesaugt habe ich auch noch. Mit Bläcky bin ich Gassi gegangen. Um 2 min.vor elf Uhr war ich wieder im Camp. Ich glaube oder weis, dass das mein Zuhause ist. Ich fühle mich geborgen im “Heidiland”. Ich bin alleine, aber doch nicht alleine. Er ist bei mir, er beschützt mich. Er hilft mir über meinen Schmerz hinwegzukommen. Ja, präsent ist er immer noch. Mein Leben geht weiter, einen Weg, wo ich Steine räumen muss, für mich kein Problem. Ich bestaune die Steine und geniesse es. Einen schönen Stein aufzuheben, In der Sense, im Fluss, hat es Tuftsteine. Habe schon viele gefunden und die sind in meinem Blumengärtchen. Jeder Stein ist er auch so gross und schwer. Wenn ich will, kann ich alle auf meinem steinigen Weg wegräumen, ebnen  und den Weg begehen. Wenn ich will, kann ich Berge versetzen..

Und da, an dem Ziel, das für mich gut ist, angekommen ,. bin todmüde, vom Waschen, Treppensteigen, Staubsaugen, Boden streichen. Wer streichelt mich, Wer geht mit mir die Treppe hoch, um doch noch das Ziel zu erreichen. Ja, es ist Zeit zum Schlafengehen und von einem neuen Weg zu träumen. Mach ich, gute Nacht zäme.

 

28.Mai 2010
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73.  28.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Tagwach um 07.30 Uhr. Bläcky wollte es so. Wenn er merkt, dass Frauchen wach ist, sich streckt und reckt, dann könnten wir doch Gassi gehen. Ich aber sage zu ihm:  attent oder warte eine Minute. auf die Toilette und ein paar Minuten brauche ich, um mich auf den neuen Tag vorzubereiten. Um 08.00 Uhr bin ich aufgestanden. Ich habe mich gewaschen, gekämmt und bin dann mit Bläcky in den Wald gestartet. Anschliessend hat es Frühstück gegeben und dann musste ich in die Wohnung und in den Trockenraum, um meine Wäsche zu holen. Im Camp angekommen, fing ich an, die Wände zu malen und den Boden und, und... Ich muss am 7. Juni alles gestrichen haben. Dann wird die Tür geliefert und der Finish gemacht, so hoffe ich.

Mit meiner Tochter habe ich Abendbrot gegessen. Es hat Raclette draussen im Vorbau gegeben. Es war richtig z’fride. Dann haben wir uns “Gute Nacht” gesagt. Sie wollte “ihre Sendungen” schauen und ich meine. --

Monika hat dann noch geschrieben, dass sie Morgen Samstag kommen und gefragt: darf ich Dich noch anrufen? Es war 23.00 Uhr. Für mich ist das nicht spät, da ich nie vor 1.oo Uhr ins Bett gehe. Dann aber und besonders heute mit einem müden Körper, der die Erholung braucht. Habe heute viel geleistet, irgendwie hat mich jemand angetrieben. Bin froh, habe ich so viel erledigt. Die Wäsche hat ja auch noch gewartet um versorgt zu werden. Irgendwie habe ich übernatürliche Kräfte, die meinen Motor starten, so wie heute, wenn ich etwas will, so schaffe ich das, auch wenn mein Körper manchmal nicht mehr bereit ist. Ja, und heute hat es in meiner Nachbarschaft viele Probleme gegeben. Aber eben, ich nehme teil, spende Trost, wenn möglich, obwohl Ich manchmal am meisten Trost gebrauchen könnte. Hoffe, dass für uns alle morgen wieder die Sonne scheint. Es ist  3.00 Uhr, Zeit zum Schlafengehen.

Und von guten Neuigkeiten zu hören, so sollte es auch sein.

Bläcky hat schon seinen Schlaf gefunden. Ist ruhig in seinem Frisch gewaschenen Hundebett. Einfach herrlich, gute Nacht. Mein Sonnenschein Sinderella hat schon Lichterlöschen, gut so. Ich hab’s auch bald, Danke Gott.

 

29.Mai 2010
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74.  29.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Bläcky wollte schon um  07.30 Uhr in den Wald. Ich habe mich noch einmal umgedreht . Habe zu ihm gesagt, “geh noch ein bisschen schlafen”. Er ging an seinen Platz. Um  08.10 Uhr bin ich nach dem Kämmen, dem Waschen und Anziehen als erstes mit ihm in den Wald. Frühstück, Postfach leeren und um 10.oo Uhr hat meine Tochter gesimselt, dass sie zum Frühstück kommt. Ja, ich habe dann mit ihr noch einen Kaffee getrunken und dann hat sie mir meinen Schrank zusammen gesetzt und aufgehängt. Um12.00 Uhr waren wir fast fertig und bis 13.00 Uhr war sowieso Ruhezeit – Das Nachtessen habe ich bei ihr bekommen und genossen. Es war z’fride. Monika ist dann noch gekommen und hat bei mir einen Strauss weisse Rosen deponiert, da ich nicht im “Heidiland” war. Haben zusammen mit meiner Tochter bei ihr über Gott und die Welt geredet. Und Wasco  und Hund Emeli haben zusammen gespielt.

 

P.S: Der Blumenstrauss hat mich riesig gefreut. Danke Monika. Nun bin ich den ganzen Abend alleine und habe Musikantenstadel geschaut. Mit Monika und Kurt gesprochen und ich habe ihnen meinen Vorbau gezeigt. Nun bin ich “nudlefertig”, war dauernd auf den Beinen, habe gewerkelt, “blüemelet” und mich an der Natur gefreut. Man kann fast das Gras wachsen hören, die Pflanzen wie sie wachsen und gedeihen. Das ist mein Leben, meine Freude, mein Vorwärtskommen, mein Lebenselixier. Schön, noch da zu sein. Danke.

 

30.Mai 2010
Seite 75
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75.  30.Mai 2010
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  1. Mai 2010

Am Morgen habe ich und Sinderella um  09.30 Uhr gefrühstückt.

Wir zwei gehören zusammen, das ist ein Draht, der uns zusammengeschweisst hat, durch dick und dünn zu gehen, mag kommen, was mag. Ja, manchmal gibt es Momente, wo ich auch fast nicht mehr mag. Aber eben, das Leben geht weiter. Lebe so lange Du kannst, geniesse jeden Tag, denn der ist Dir geschenkt, weil so glaube ich, immer jemand an mich denkt. -

Um 13.30 Uhr ist dann Marlis mit Schwester Liselotte und Werner gekommen. Monika und Daniel waren auch mit dabei. Liselotte sollte den Hund von Monika und Daniel zum hüten abholen. Wir verbrachten einen angenehmen Nachmittag. (Marlies ist meine Freundin, die an meiner Seite meine ganze Krebskrankheit mit mir durchgemacht und mich ständig begleitet hat.

Und so lebe ich, immer in Gedanken, der Krebs könnte aber muss nicht wieder zurückkommen. Ich bin noch da. So ist das Eben, Glück gehabt, danke  und gute Nacht.

 

01.Juni 2010
Seite 76
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76.  01.Juni 2010
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  1. Juni 2010


Es ist jetzt 24.00 Uhr.

Ich war heute im Yoga und wir haben den ganzen Körper von Kopf bis Fuss aufgeweckt. Mit klopfen, streichen, massieren. Wir haben unseren eigenen Körper

durch gezielte Massagen, Klopfen, Energie spenden von einem Arm zum anderen mit Energie aufgetankt, mit Lebensenergie, Freude, es war super. Es hat mir sehr gut getan. Habe meinen Körper so eigentlich angetrieben, von Kopf bis Fuss. Habe mich nach der Yoga-Stunde sehr gut gefühlt. Es ist auch kein Druck da, ob eventuell sie nebenan, die Übung besser macht, als ich. Für mich ist es so richtig, wie ich es mache ohne dass er rebelliert. Schön war es. Wir sind jahrelang Freunde, die immer

dieselben Lektionen geniessen. Wenn jemand fehlt, fragt man, warum, wieso. Ja, und meine Schwester ist meine Yogalehrerin. Ihre Stimme ist mir so vertraut, dass die Übungen gar nicht schwer sind. Ich geniesse Yoga mit geschlossenen Augen!

Um 11.30 Uhr war ich wieder zu Hause. Mit Bläcky raus spazieren gehen. Er geniesst es, wenn wir den grossen „Cher“ machen.

 

Aber manchmal halt nur die kleine Runde. Habe heute meinen Lebhag zurückgeschnitten. Mit aufräumen putzen, brauchte ich 3 Stunden. Danach habe ich Roger Federer „Tennis“ geschaut im Fernsehen. Er hat verloren. Ich habe schon viele Male im meinem Leben verloren und keine Millionen gemacht. Bin zu frieden, so wie es läuft ohne „Dölf“ aber mit meinem treuen Begleiter Bläcky. Mit Sandra Tochter habe ich auch noch eine Stunde telefoniert. Das freut mich riesig, Ja. Sie ist im Moment mein Lebensinhalt, sowie Carmen und Luca.

02.Juni 2010
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77.  02.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Um 06.15 Uhr bin ich aufgewacht, mit Kopfweh. Bin aber noch einmal eingeschlafen und sage und schreibe erst um 8.30 Uhr aufgewacht. Brauchte wohl den Schlaf und Bläcky war ruhig. Es war gut so. Man soll schlafen, wenn man es braucht. Manchmal ist mein Körper noch nicht bereit, aufzustehen.

Die Schmerzen in meinen Armen sind manchmal so stark, dass ich Übungen machen muss. Mit meinen Händen schnippen und üben, dann geht auch das.

Habe heute die Farbdosen ,und Pinsel verräumt, da ich im Moment genug habe vom Malen, streichen. Wer macht bei mir eine neue Fassade, es ist niemand da, der diese Arbeit übernehmen könnte. Ja, so gehe ich alleine durch mein neues Leben. Bin froh, wenn ich jeden morgen aufstehen kann, darf. Ein muss ist es nicht.

 

Nun ist der Tag ist gekommen, wo ich meine Vergissmeinnicht, aus der Erde nehmen konnte, denn die haben bestimmt genug abgestanden um im nächsten Jahr wieder voll zu blühen. Bei Sandra auch noch den Frühlingsschliff gemacht und dann bin ich in den Fernsehabend… Mit Carmen noch über Facebook gechatet. Es ist Zeit zum Schlafengehen und zum Träumen von meiner neuen Zukunft. Mit oder ohne Mann.

 

Ein bisschen anlehnen würde Ich schon. Muss aber nicht sein. Das Leben ist ein einsamer Weg.

 

 

03.Juni 2010
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78.  03.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Alles, was ich noch weiss, ist ein Traum, so hoffe ich. Ich bin um 06.00 Uhr aufgewacht. Habe geträumt, dass ich wieder Krebs habe. Eine Geschwulst im Brustbereich. --  Zum Glück nur ein Traum, so hoffe ich. Nach ein paar Minuten bin ich dann auch wieder eingeschlafen, bis um 9.00 Uhr. Dann wurde Bläcky unruhig, er wollte „Gassi“ gehen. Nach meinem Frühstück sind wir einkaufen gegangen, wie fast jeden Tag. Habe einen grünen Zaun gekauft, um bei Sandra eine Sperre zu machen für Wasco, Ihren Hund, denn wir glauben, dass er eine Lücke gefunden hat, um schnell mal seine Runde zu drehen. Wir wissen es nicht, könnte aber sein. Auf dem Camp ist Leinenzwang.

 

Um 14.00 Uhr habe ich dann Sandras Stimme gehört. Sie war auch da. Mein Sonnenschein. Haben dann nach dem Spaziergang mit den Hunden Bläcky, Wasco und Dana, die Waldrunde gemacht. Anschliessend habe ich computerlet und etwas gelernt. Ich werde das bestimmt schaffen, online zu gehen, usw..

Habe dann Nachtessen gekocht und mit Sandra „e gmüetleche Höck“ in meinem neuen Wintergarten gehabt. Dann bei ihr noch das Fernsehen im Camper/Schlafzimmer eingerichtet. Habe einen Film geschaut und dann die wöchentliche Informationssendung „Aeschbacher“.

Anschliessend um 23.00 Uhr mit „Bläcky“ noch spazieren gegangen. Und wen habe ich getroffen? Sandra mit ihren zwei Hunden. Nach einem Gute - Nachtkuss verabschiedet und eine gute Nacht gewünscht. Nun ist es Zeit, bei Bläcky noch die Tropfen in seine Augen zu geben. Damit er nicht erblindet. Es ist 24.30 Uhr, Zeit zum Schlafengehen. Gute Nacht meine lieben Camperfreunde, schlafet guet.

 

05.Juni 2010
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79.  05.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Diese Nacht habe ich gut geschlafen bis, ich um 5.30 Uhr durch Böllerschüsse aufgeweckt wurde. Es waren deren 10. Mein Hund Blacky hat einen Sprung auf mein Bett gemacht. Er hatte Angst.

Natürlich bin ich hinausgegangen und habe meinen Campingnachbarn gesehen. Er ist auch aufgeschreckt. Es hat so getönt, als wäre ein Wohnwagen in die Luft gesprengt worden. Um 6.15 Uhr war wieder Ruhe. Ich habe anschliessend noch bis 8.45 Uhr etwas gedöst. Dann bin ich mit Blacky in den Wald spaziert und habe gefrühstückt.

Dann musste ich die Post holen, Brot einkaufen und bin dann zu meiner Tochter, auf „Dölfs“ Platz, gefahren. Sie hat den Lebhag geschnitten. Ich habe zusammengeputzt. Dann habe ich noch bei mir den Busch geschnitten und Nachbarseite geputzt. Das hat müde gemacht.

Habe heute auch bei Rolf, er weilt in der Dominikanischen Republik. Hat da eine ganz liebe Frau namens Mercedes. Also bei ihm habe ich den Rasen gemäht. War viel, es soll ja schön sein, wenn er ankommt im Schweizerländli. Anschliessend mit Armin diskutiert. Er wollte wissen, wie es mir geht. Ja, wie geht es mir? Ja, eben so, wie es einer Frau geht, die ihren besten, liebsten Lebenspartner verloren hat. Alleine ist mit all den Sorgen. Alleine ist mit dem „Erbe“ Geld und eigentlich noch gar nicht begriffen hat, dass er so gut für mich vorgesorgt hat. Ich brauche nicht mehr zu arbeiten, könnte das Leben geniessen, begreife es aber immer noch nicht. Wie er das gemacht hat, dass ich Alleinerbin bin. Der Camp von „Dölf“ Sandra gehört. Die zwei hatten einen so guten „Draht“ zusammen. Es hätte Vater und Tochter sein können. Er hat sie und ihre Kinder geliebt, akzeptiert, genau so wie mich. Es gab mich halt nur mit meiner Tochter und genau das wollte er auch. Ja, wir waren seine Familie, eine Familie die er nie gehabt hat. Bis die Krankheit Lungenkrebs uns im Moment noch mehr zusammengeschweisst hat. Wir aber wussten, dass es keinen Ausweg mehr gibt, als es zu akzeptieren, zu kämpfen, „Chemotherapie“ zu machen, Wasser zu ziehen, das war unsere Welt seit der Diagnose. Operieren, dann sterbe ich an der OP oder sausen lassen, da war ich dagegen, denn ich bin heute noch da. 1990 hatte ich Brustkrebs. Ich musste eine Brust amputieren und einen Aufbau anfertigen lassen. Von meinem Bauchfett.

Operation dauerte 6 Stunden, ich bin noch da. Das konnte man bei „Dölf“ nicht machen.

Es war das Ende. Am 12. Juni 2009 wussten wir was er hat, Lungenkrebs, Asthma, Magen-Darm-Operation. All das plus Chemotherapie hat nichts geholfen. Ich habe all das durchgemacht. Für mich hat es sich ausbezahlt. Für meinen Schatz nicht. Wir aber haben  auch gekämpft, alles gemacht. Es war zu wenig. Zuviel zu „Sterben, zuwenig zum „

Leben“. Es war für mich ein Schock, dass das alles, was und wie, wir es gemacht haben, nicht gereicht hat. Doch nach 1 bis 2 Jahren anzuhängen. Er wollte sterben, er wollte gehen, dahin, wo er keine Schmerzen mehr hatte. Einfach gehen, gehen. Das Leben geht weiter, einfach weiter. Er soll seine Ruhe haben. -------

Um 17.00 Uhr bin ich mit Blacky in den Wald aufgebrochen und habe später bei meiner Tochter, mit ihrer Freundin und deren Freund Abendbrot gegessen. Es war ein lustiger Abend mit alten Geschichten von früher. Wir konnten wieder einmal richtig herzlich lachen. Ich habe ihnen auch noch meinen neuen Wintergarten  gezeigt. So ist es dann bald Zeit geworden, ins Bett zu gehen.

 

 

06.Juni 2010
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80.  06.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Ich bin um 6.30 Uhr aufgewacht. Der Tag hat nicht gut angefangen. Ich habe gespürt, dass heute eigentlich alles schief läuft, Ich habe nichts von meiner Tochter gehört, von der Freundin und ihrem Freund.. Irgendetwas ist schief gelaufen. Ja, um 12.30 Uhr bin ich dann bei ihnen vorbei gegangen.die Freunde  waren sehr reserviert. Die Nacht ist nicht so gelaufen und da waren halt noch die vier Hunde. Die Beiden haben sich verabschiedet. Dann habe ich mit meiner Tochter ein Glas Wasser getrunken. Sie ist angeschlagen, da sie psychische Probleme hat. Ich bin froh, dass ich nicht mehr in ihrer Lage bin. Ich bin nicht noch “Alleinerziehende” und muss  nicht zwei pubertierende Kinder leiten, ihnen den Weg zeigen. Zeigen, was eigentlich normal wäre. Ja, was ist für mich normal? Ich habe etwas gewagt und verloren. Mein Schreiner ist unfähig und die Heidi, die kann warten.

 

Ich glaube, wenn ich mich nicht wehren würde, wäre er im Herbst noch am Bauen. Ich mag nicht mehr, ich habe lange genug um mein Leben und um das Leben von “Dölf” gekämpft. Es ist Zeit, für mich zu schauen, zu leben, denn mein Leben soll auch weiter gehen

 

Um 18.30 Uhr kam  ein Nachbar er hat mir eine Trauerweide geschenkt, weil er gesehen hat, dass meine 18jährige Trauerweide nicht mehr austreiben will. Wir haben dann ein Glas Wein getrunken und über “Dölf” gesprochen. Seine Frau ist mit Auspacken beschäftigt gewesen, denn die Ferien waren für sie zu Ende. Eigentlich war alles so schön, wenn da nicht der Schreiner gewesen wäre, der mir mit seiner Absage um 5 Minuten vor 12.00 Uhr den ganzen Abend versaut hat. Also, ich hätte morgen früh auf ihr gewartet. Ich habe ihn angerufen, dass die Wände vom Wasserschaden kaputt sind. Er hat gemeint: “Ok, wir schauen am Freitag“. Aber abgemacht war Montag. Und er hat noch bemerkt: „Du kannst ja die Türe holen, die hat gar keinen Platz in Deinem Auto“. Also wäre sie am Montag bereit zum Abholen!. Darauf hin habe ich seine Nummer aus meinem Handy gelöscht. Ich nerve mich so, dass ich morgen wahrscheinlich wieder eine Allergie habe, eine Allergie gegen den Schreiner, Danke.

07.Juni 2010
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81.  07.Juni 2010
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  1. Juni 2010

„Äs het me gnärvt, dass der  Schreiner den Termin auf 11.Juni verschoben hat, ohne zu fragen, ob mir das überhaupt passt. Ich habe am Sonntagabend angerufen, weil ich ihm sagen wollte, dass die Tafeln innen vom Wasser kaputt und aufgeschwemmt sind. Den Wasserschaden habe ich ihm gemeldet. Er antwortete, er habe keine Zeit. Und so ist es während der ganzen Bauerei gegangen. Immer hiess es; „Heute nicht, weil ich so und so viel Arbeit habe“. Das, was der Schreiner bei mir machen musste, ist auch Arbeit gewesen. Ich habe dann am Montag bei der Lieferfirma angerufen. Der Schreiner hätte die Tür am 4. Juni abholen und am 7. Juni montieren sollen. – Ich habe aus lauter Wut über den Schreiner meine Gebüsche geschnitten. Es war ja auch Zeit. Ich hatte aber diesen Montag, 7. Juni, für den Schreiner frei gehalten und wollte ihm helfen, den „Gib-Häb-Zünd“ machen. Ja so habe ich dann doch noch etwas gewerkelt. Zum Vergessen, dieser Ärger! Ich glaube, wenn eine Frau Auftraggeberin ist, nehmen es die Handwerker nicht so genau. Die denken: „Und dann noch pensioniert, die hat doch nichts zu tun. Die liegt doch bloss auf der faulen Haut rum“. Ich aber habe meine Wohnung, meinen Camp, welchen ich “leidenschaftlich” hege und pflege. Das ist mein Lebenselixier. Ja, und Blacky, mein Hund, will auch raus.

 

08.Juni 2010
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82.  08.Juni 2010
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  1. Juni

Ich war heute im Yoga, das hat mir gut getan: Durchatmen, gute Übungen für meinen Körper machen. Eine Stunde nur für mich alleine. Meine Gedanken sind voll und ganz “beim Yoga”. Dann hat mich meine Schwester, die Yogalehrerin, auch noch zum Essen eingeladen. Es war friedlich, im Garten mit Swimmingpool zu sitzen, ein Gespräch zu führen und dem Plätschern des Wassers im Pool zu lauschen, mich in einer wunderbaren Welt zu finden. Ein Paradies auf Erden im grossen Stil. Mein „Heidiland“ ist kleiner, aber ich bin da zu Hause, immer in der Nähe  meines Sonnenscheins und ihren Kindern.

 

Um 13.15 Uhr hat dann der Schreiner angerufen und mitgeteilt, dass Er Morgen kommt. Also schon am 9. Juni. Er war kurz angebunden. Wahrscheinlich ist ihm ein Termin abgesagt worden, hat er eine Reprosche erhalten. Das ist mir egal. Ich bin der Kunde, der Kunde ist König. Ich konnte als Filialleiterin bestellte Fleischplatten auch nicht 30 Tage später liefern. Ja, nun kommt er morgen. Er muss noch Reparaturen machen, den Boden versiegeln und die Türe montieren. Das hat er sich selbst eingebrockt. Er war dreieinhalb Wochen gar nicht mehr da, hat nichts mehr gemacht.

 

 

Um 13.15 Uhr hat dann der Schreiner angerufen und mitgeteilt, dass er Morgen komme, also schon am 9. Juni. Er war kurz angebunden. Wahrscheinlich ist ihm ein Termin abgesagt worden, hat er eine Reprosche erhalten. Das ist mir egal. Ich bin der Kunde, der Kunde ist König. Ich konnte als Filialleiterin bestellte Fleischplatten auch nicht dreissig Tage später liefern. Ja, nun kommt er morgen. Er muss noch Reparaturen machen, den Boden versiegeln und die Türe montieren. Das hat er sich selbst eingebrockt. Er war dreieinhalb Wochen gar nicht mehr da, hat nichts mehr gemacht.

 

12.Juni 2010
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83.  12.Juni 2010
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12. Juni 2010

Auch heute habe ich viel zu tun gehabt. Ich holte die Post und habe dann bei Rolf und Mercedes (meine Nachbarn aus der Domenikanischen Republik) den Platz sauber gemacht und aussen herum gejätet. Alles ist okay.

Dann habe ich bei mir die Saal-Weide geschnitten. Sie ist 18 Jahre alt und will nicht mehr austreiben. - Was soll ich denn, mit achtundsechzig Jahren? –

Ja, die Pflanze Saal-Weide kann nichts sagen, sie ist auf uns angewiesen.
Ich für meinen Teil rede mit den Pflanzen. Entweder willst du oder eben nicht. Die Chance gebe ich ihr. Es war ein Geschenk von meinen besten Freunden.


Nun ist es bald 2.00 Uhr und ich bin müde. Am Abend hat es viel zu reden gegeben. Mein Sonnenschein ist gekommen. Monika und Daniel waren bei mir auf Besucht.

 

 

Dann hat mich Mercedes aus der Dominikanischen Republik besucht, noch bevor sie ihre Koffer ausgepackt hatte. Sie ist gekommen, um sich für alles zu bedanken. Rolf ,ihr Mann ,war auch dabei.. Es hat mit dem Flug nicht geklappt. Die beiden sind vierundzwanzig Sunden unterwegs gewesen. Das kenne ich! – Wenn man dann zu Hause ist, findet man den Hausschlüssel nicht. – So ist es uns ergangen: Wir waren Todmüde, hatten nur das Ziel vor Augen, in die Wohnung einzukehren,

in die Haja.

 

13.Juni 2010
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84.  13.Juni 2010
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  1. Juni

Ich bin erst um 8.15 Uhr aufgestanden. Es ist Sonntag und ich habe frei, frei: Das heisst: Mache was Du willst. Lebe so, wie es Dir Spass macht, so wie Du leben möchtest.

Ja eben. Kein Geräusch, kein Atmen, nach Atem ringen, keine Schmerzen. Das alles hatte zu meinem Leben gehört. Heute ist es acht Monate her, seit ich meinen Mann verloren habe. Ich vermisse ihn. Ich vermisse das Sauerstoffgerät, das ihm Luft gegeben hat. Ich vermisse die Pumpe, das Inhaliergerät, das seine Atemwege geöffnet hat. Sein Stöhnen und Ringen nach Luft, seine Nähe, seine Hilfsbereitschaft, sein Dasein. Das alles vermisse ich. Zusammen waren wir ein Team. Jeder hat das gemacht, was er leisten konnte. Ja, und die letzten beiden Jahre war ich diejenige, die geleistet hat. Das hätte er auch für mich getan.

Ich bin mit unserem Hund übrig geblieben, den wir gemeinsam adoptiert haben. Sein Geld, seine Geschichte als Verdingchind sind mir geblieben, nur das. Das Leben geht weiter.

 

14.Juni 2010 (Todestag)
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85.  14.Juni 2010 (Todestag)
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  1. Juni 2010 Tag-Todestag

Es sind acht Monate nach „Dölf’s“ Tod. Es ist mir heute gar nicht gut gegangen. Ich habe den ganzen Morgen an “Dölf” gedacht. Ich mochte nichts arbeiten, war einfach neben meinen Schuhen. Alles fiel mir schwer: jeder Gang, ob mit Blacky in den Wald, oder zu frühstücken, zu leben, zu atmen und weiter zu machen. Es war gar nicht mein Tag. Ich habe die Post geholt und bin gleich nach Hause. Dann war Daniel da, ein Lichtblick. Er hat mir geholfen, das Türchen,  zu reparieren. Ich bin heute nicht dazu bereit gewesen, zu reden. Ich bin in so bedrückter Stimmung gewesen, dass ich froh war, als die Reparatur fertig gewesen ist und ich mich in mein “Iglu” zurückziehen konnte. Ich wollte mit niemandem reden. Ich habe gewusst, dass heute ein Tag ist, wo ich ganz nahe am Wasser gebaut habe.

Um 13.00 Uhr bin ich mit „Dölf’s“ Lieblingsrosen 

an die Sense gegangen, dahin, wo wir seine Asche gestreut haben. Die Rosen sind schon an seinem Plätzchen in einer Mineralflasche gewesen. Das hat mich ruhig gestimmt. Er hat das bestimmt mitgefühlt. Ich weiss, ich schaffe das, sein Leben seine Fragen zu beantworten  Der Tag ging zu Ende. Er hat das Leben geliebt.

 

Es wäre schön, wenn es den Vierzehnten in jedem Monat nicht mehr geben würde.

Ich bin einsam, trotz all den Besuchen. Das Leben muss weiter gehen. Ich liebe das Leben. All das Geld, das er mir vererbt hat, bringt mir den Menschen "Dölf" nicht zurück. Ich muss, ohne wenn und aber, mit diesen Gedanken fertig werden.

Er wollte gehen. Er wusste, dass ich das Leben ohne ihn schaffen kann. Er hat gesagt: „Wenn Du vor mir gehst, gehe ich auch. Du aber schaffst das mit Deinem Lebenswillen. Du wirst und musst weiterleben“.

Seit 20 Jahren, nach meinem Brustkrebs, bin ich noch da, mag kommen, was mag. Das leuchtet voll Licht mir den dunkelsten Tag . Ja, der Tag, der 14. Juni, ist  da. Ich auch, ich will weiterleben im Sinne von "Dölf". Er war so lieb, die Liebe fehlt mir. Sehnsucht, Freude, all das fehlt mir. Ich aber mache weiter, weiter, so Gott will. 

 

15.Juni 2010
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86.  15.Juni 2010
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  1. Juni

Ich bin um 7.00 Uhr früh aufgestanden und habe mich angezogen, dann gewaschen, frisiert und mein Frühstück gegessen. Es hat bestanden aus einer Banane, einer Passionsfrucht, einer Scheibe Brot mit Streichkäse und einem Kaffee. Es ist seit Jahren  dasselbe und ich mache es so weiter, weiter. Aber einfach ohne "Dölf". Er fehlt mir.

Ich hatte heute Yoga und meine Tochter kam mit. Ihr geht es zurzeit auch nicht so gut.

Meine Tochter hat mich abgeholt und wieder nach Hause ins Camp gebracht.
Ich habe einen Joghurt gegessen und dann ausgeruht, denn Yoga ist nicht einfach „Kopfstand“. Man kann beim Yoga auch sehen, wie es im oder mit dem Kopf steht. Man kann sehen, ob der Körper bereit ist, Übungen zu machen und in sich rein horchen, den Körper spüren, lenken. Man kann eine Stunde lang die negativen Gedanken loswerden. Wenn Gedanken kommen, über das „Muss“ oder „das will ich auch noch“, kein e Antwort geben. Einfach weiter machen, mit Seele, Kopf und Geist. Den Körper spüren und da wo man merkt, das geht nicht so gut, die Atmung hin lenken. Das gibt Kraft und so geht es weiter, weiter.

Um 12.00 Uhr hat der Schreiner angerufen, dass er eher kommt, ob das okay sei. Das war für mich klar. Zu früh kommen ist okay, denn während der ganzen Bauerei war es immer später. Es ging um Tage, Wochen. Heute hat mich das gefreut. Habe auch mitgeholfen, als „Gib-Häb-Zünd“ herauszuräumen und hereinzuräumen. Ich habe staubgesaugt und mit feinen Biscuits „kaffeetisiert“. Es war friedlich und gemütlich. Und so ist es schliesslich 17.00 Uhr und Feierabend für ihn geworden. Ich habe dann alles noch gesaugt. Um 18.00 Uhr bin ich mit Blacky 30 Minuten spazieren gegangen und er war happy. Es nervt meinen Blacky, wenn ein anderer Mann da ist und mit mir plaudert oder zusammen arbeitet. Denn das durfte nur “Dölf”. Damals machte Blacky Platz im Eingang zum Mobilheim hinter dem Moskitoschutz und beobachtete mich. Er hat alles im Griff gehabt. - Blacky spielt den Bauherrn und wenn es sein muss, springt er über den Staubsauger und raus in den Vorbau. – Er ist eifersüchtig, das begreife ich auch. “Dölf” hat ihn soo verwöhnt.

Es wird schwer sein, wieder einen Mann, einen Freund zu finden, der in sein Leben passt. Aber das ist ja im Moment kein Problem. Ich suche auch niemanden. Im Moment geht mein Leben auf einer Spur weiter. Auf der Spur, die ich vierzehn Jahre gehabt und genossen habe. Ob es einmal wieder eine so schöne zweite Spur gibt, das weiss niemand. Wenn es sein muss, „lande ich auf der Überholspur“, also schneller als Mann-Frau denkt, und der Gott lenkt.

 

 

Gedicht
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87.  Gedicht
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Nun muss ich mich erholen und morgen ist ein neuer Tag. Der Tag, der mir, so hoffe ich,

-- „erläuchtet den dunkelsten Tag“…..

                     Ich träume weiter, denn Träume sind Schäume;

                     Werden manchmal wahr, das ist klar.

So klar wie ein Bergsee.

                     Dein Spiegelbild nimmt Dir auch Dein Herzweh.

                      Du siehst Dein Ebenbild, bist also nicht allein,

                      drum lass mich mein Ebenbild sein.

 Allein zu zweit geht alles besser.

 

16.Juni 2010
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88.  16.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Ja, nun ist es schon wieder 1.30 Uhr. Daniel (aus Basel), hat mich besucht und wir haben zusammen bis fast um Mitternacht eine Siebendeziliterflasche roten Wein getrunken. Es war ruhevoll und behaglich, so über Gott und die Welt zu sprechen. Gleichzeitig haben wir meinen neuen Wintergarten zusammen in unserem Sinne eingeweiht. Am Morgen habe ich in meiner Wohnung nachgesehen ob alles beim Rechten ist. Ich h habe gebadet und die Haare gefärbt, denn die wären schon grau; Und, und, und. Ich habe den Orchideen Wasser gegeben, gelüftet und, man glaubt es kaum, vom Balkon aus meinen Nachbarn gesehen. Das war das erste Mal, als er gerade parkiert hat. Das zweite Mal, als ich meine Wohnung verlassen hatte, um in den Camp zurück zu gehen. Wir haben und mit „tschüss“ gegrüsst. Das dritte Mal dann habe ich ihn beim Einkauf im Laden in Flamatt getroffen. Da sieht man sich vielleicht einen Monat nicht und dann drei Mal am Tag. Na ja, mir ist das „wurst“. Wir haben nicht dieselbe Wellenlänge, verstehen uns aber. Es ist einfach das „sehen und gesehen werden“ gewesen. Zufall oder Intuition?

17.Juni 2010
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89.  17.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Ich gehe schlafen, denn ich bin todmüde. Heute habe ich den ganzen Tag Kopfschmerzen gehabt. Dafalgan hat nichts genützt. Morgen ist ein neuer Tag.

 Dann habe ich einen Klassentreff mit dem Jahrgang 1943. Meine Schwester Verena, Anne-Rose Grimm und Christine Rauber sind dabei. Wir alle hatten in derselben Strasse gelebt, sind dort gross geworden, hatten denselben Schulweg und pflegen immer noch ein inniges Verhältnis. Ich glaube, wir sind zusammen geschweisst und lieben uns. Wir sind die Rolliweg-Meitli von Hägendorf. Ich freue mich darauf, ins Casino zu gehen um gut zu essen. Anschliessend soll der Weg ins Kunstmuseum führen, um die Anker-Ausstellung anzuschauen. Ich besitze selbst noch ein Ankerbild, das habe ich geerbt. Ich will mal schauen, ob es echt ist oder eine Kopie. „Nume e Kopie“, das bin ich auch. Bin aber glücklich, dass ich noch da bin. „Aes esch nume e Kopie“, Guet Nacht.

„Nei, eg be kei Kopie, eg be es Original, denn me gets nume einmal“. Ich bin ein Original aus dieser Familie von Hedwig ,und Walter. Ich habe noch vier Geschwister, alles Originale: Walter, Verena, Heinrich und “Little Boy” Roman. Es ist eine wunderschöne Familie. Zu den vier Genannten gehöre ich auch noch. Ich bin die Zweitälteste, die, die viel gesungen und Streiche gespielt hat. Man hat gesagt, ich hätte ein freches Maulwerk, aber sie alle lieben mich noch heute. Wir haben einen wunderbaren Familienzusammenhalt. Ich weiss immer, wer wo ist: Sei es in Deutschland, in Griechenland, Brasilien, Aetiopien, Spanien oder in Italien. Wir sind eine Multi-Kulti-Familie aus allen Kontinenten. Wir lieben uns und da soll noch einer sagen, das gehe nicht. Das passt. Wir hatten auch alle eine gute Erziehung. Wir waren froh, Mutter und Vater zu haben, die während dem zweiten Weltkrieg auf uns aufgepasst haben,. Eigentlich ist es eine gute Familie.

Denn Dein Spiegelbild im Bergsee “Gantrischsee” bewegt sich und du hast du Dein Ebenbild so wie du einmal warst. Wegen der Bewegungen siehst du keine Falten und denkst, sieht doch gut aus, oder? Also positiv denken und Dein Herz, deine Gedanken lenken. Lenken genau dahin, wie und wo Du sein möchtest. Denn ob Spiegel- oder Bergsee, alleine bist du nie, wenn du hineinschaust. Auch wenn es nur dein Ebenbild sein sollte. Zwei schaffen und meistern das Leben immer besser. Gut, so werde ich so weiterleben und mich jeden Tag freuen, wenn ich mein Bild sehe. Ich denke: - Was könnten all diese Falten erzählen? -  Aber auch: - Was kann ich mit all meinen Falten noch Positives erleben? – Ich freue mich und geniesse das Leben.

 

Gute Nacht, ich bin hundemüde. Blacky schnarcht schon. Es ist Zeit zum Schlafengehen und von einem neuen Anfang zu träumen. Danke Gott, sei zufrieden, denn nicht jedem Menschen ist dieses grosse Glück beschieden.

 

18.Juni 2010
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90.  18.Juni 2010
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  1. Juni

Ich bin um 6.30 Uhr aufgestanden und in die Wohnung hinauf gefahren. Um 7.00 Uhr habe ich angefangen, zu waschen. Ich habe gefrühstückt und meine Wohnung geputzt und den Blumen Wasser gegeben. Ja, und, und; Was eben an Arbeit anfällt, wenn man allein ist. Blacky habe ich mitgenommen. Der gehört zu mir wie meine Tasche mit Inhalt.

Ich habe vier Maschinen gewaschen, aufgehängt und die kleine “Jana ” (Töchterchen meiner Nachbarin) hat mir „Tschüss“ gerufen. Sie hat gefragt, ob sie mir etwas halfen kann. Sie ist so herzig. Dann hat sie mich zu sich eingeladen, um ihr Haus zu sehen. Es ist ein Schneckenhaus mit kleinen Schnecken besetzt, in ihrem Zimmer. Und so musste mich die Mutter Beatrice fast in die Wohnung rein lassen. Ich bin noch nie bei ihr gewesen in all den Jahren. Die Kleine hat das Wunder vollbracht. Es hat dann einen Kaffee gegeben, aber der kleine Timo hat wieder “gmöget”, wie in all den Jahren, als ich noch über ihnen einen Stock höher gewohnt habe. Manchmal habe ich das Geschrei der Kinder und besonders des Vaters nicht mehr ausgehalten und “Dölf” auch nicht. “Dölf” ist gestorben. Ich bin alleine und umgezogen, in eine kleinere Wohnung, wo es zurzeit noch ruhig ist. Ich bin ja im Camp in meinem “Heidiland” und ab und zu in der Wohnung. Ich habe einen Neuanfang gewagt und so geht mein Leben weiter. Um 12.30 Uhr war ich wieder im Camp im “Heidiland”. Schlafen war angesagt, ich war sehr müde.

 

Auch mit Blacky musste ich noch einen grossen Spaziergang machen. Dann habe ich eine Stunde geschlafen. Später kam der Schreiner, um das Schloss “original" zu montieren. Ja ich bin froh. Nicht über die gesalzene Rechnung, die er mir präsentiert hat, aber einfach froh, wieder Ruhe zu haben. Ruhe, ohne Wut und ohne Stress. Jetzt muss noch ein Elektriker her, der mir noch das Licht installiert und dann kann ich in Ruhe den Sommer geniessen, so hoffe ich.

 

Mein Wintergarten-Vorbau sieht schön aus. Es fehlen noch ein paar Dinge. Meine Tochter hat mir einen schönen Fisch aus Metall aufgehängt und den kann ich als Schlüsselbrett benutzen oder um andere Sachen aufzuhängen. Ja, mein Sonnenschein hat den für mich kreiert.

 

20.Juni 2010
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91.  20.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Ich bin um 9.30 Uhr aufgestanden und mit Blacky in den Wald spaziert. Dann kam das Frühstück und weiter ging es, indem ich die Wäsche aus dem Trockenraum holte und einkaufen gegangen bin. Als meine Tochter um 16.00 Uhr gekommen ist, bin ich schon müde gewesen. Ja, die Wäsche versorgen, bügeln, die eingekauften Waren in den Kühlschrank legen: Fleisch, Joghurt u.s.w. Die Kälte ist fast unerträglich. Am Morgen war es gerade noch 8° Celsuis kalt: Regen, Regen, Wind und es ist einfach ein Wetter zum „möögge“, zum davonlaufen. Dahin, wo es warm ist. Das geht aber nicht, denn im Moment könnte ich gar nicht allein in die Ferien fahren. Ich vermisse meinen "Dölf". Ich weiss, dass er nicht mehr da ist. Aber er ist in meinem Herzen immer noch präsent.

 P.S. die Rosen, die ich an der Stelle, wo wir, meine Tochter, meine Enkelkinder und ich, ihn oder seine Asche verstreut haben, diese Rosen blühen noch. Und wir haben das am 14. Oktober gemacht. Die Rosen blühen noch acht Monate nach seinem Tod. Am Nachmittag ist meine Tochter gekommen, um meinen Laptop auf Vordermann zu bringen. Wir sassen vier Stunden vor meinem P.C. Sie hat meine Fotos programmiert. Nun bin ich im Facebook, kann chatten und geniesse es auch. Es klappt schon gut.

 Zum Nachtessen hat meine Tochter ein Fondue mitgebracht. So hatten wir etwas Feines, das ich für mich alleine gar nicht zubereite. Um 19.30 Uhr ging Sandra nach Ha use. Ich bin glücklich, dass sie die Zeit genossen hat, in der sie mich in die neue Welt eingeführt hat, um zu leben, zu chatten, um Freunden zu schreiben, zu geniessen und dazu zu lernen. Das hat eine gute Wirkung auf mich gehabt.

Am Abend um 21.30 Uhr sind dann noch Monika und Daniel (aus Basel) bei mir gewesen.

Wir haben eine Flasche guten Wein getrunken und über Gott und die Welt gesprochen. Es war z'fride. Heute habe ich kompensiert und die Welt vergessen: Habe vergessen, die Tabletten einzunehmen, vergessen, dass Blacky Hunger hat. Ich bin in einer an deren Welt zu Hause, genau das, was ich eigentlich nie wollte. Es musste so sein. Wer nichts wagt, gewinnt nichts. Ich habe gewonnen, gelernt und kann nun schon Vieles auf dem PC anschauen, ihn bedienen, darauf lesen u.s.w.

 

21.Juni 2010
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92.  21.Juni 2010
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  1. Juni

Am 21. Juni im Jahr 1968 habe ich um 11.15 Uhr meine erste Tochter Gabriela im Lindenhofspital in Bern geboren. Die Geburt geschah, wie bei meinem Sohn, per Kaiserschnitt. Wir haben uns so sehr über unser Mädchen gefreut: Wir haben einen Buben und ein Mädchen gehabt! Das war ganz toll. Alles verlief normal, aber ja, sie hatte ihren eigenen Kopf. Sie kam spielend durch die Prüfungen, hat alles überspielt und uns getäuscht. Sie hat die Schule und danach die Lehre bei einem Sportartikelgeschäft abgeschlossen. Dann hat sie zusätzlich noch Maurer gelernt, war aber nie zuverlässig. Sie hat alles, was sie anpackte, mit dem Mund schon fertig gehabt, bevor sie angefangen hatte. Dann ist sie im “Brune Mutz” nach dem Arbeiten in schlechte Kreise geraten. Zuerst ist es nur Bier gewesen, das war normal. Aber später kamen Drogen dazu und das war der Anfang vom Untergang. Was alles dann passiert ist, kann ich nicht beschreiben. Sie ist schliesslich heroinabhängig gewesen. Ich glaube, wenn ich anfange zu beschreiben, wie das war, bekomme ich “Weinkrämpfe”. Oh, es folgten Entzüge in Portugal, Entzüge in der Provence. Immer war sie abgehauen und

total verladen aufgefunden worden. All die Gespräche und die Billete hatten wir bezahlt und die Entzugskur auch. So ging dann auch unsere Ehe auseinander.

 

Oder sie ist abgehauen und total verladen total verladen nach Hause gekommen. Und das Spiel hatte wieder von vorne angefangen. Ich hatte es fast nicht ausgehalten. Dann zog sie aus, weil ich ihr einmal sagte, als sie wieder morgens erst um 2.30 Uhr mit dem Taxi nach Hause gekommen war, dass sie unser Familienleben kaputt machte.

 

 

 

Die Taxikosten bezahlten immer wir. Ja, und dann waren noch andere Drogen dazu gekommen, Alkohol, Anzeigen wegen Dealerei, Schlägereien, Bussen von der Bahnpolizei, der Kantonspolizei und zuletzt Verhandlungen wegen Handel mit Drogen. Dann hatte sie auch noch meine jüngere Tochter, unser drittes Kind Sandra, Jahrgang 1971, in die Drogenszene mit genommen. Beide Töchter waren dann bei einer Freundin in die Wohnung an der Str.?? eingezogen und hatten zu dritt Drogen konsumiert. Nach dem Gurtenfestival war dann die Freundin neben Gabriela und Sandra im Bett wegen Drogenkonsum gestorben. Die Freundin hatte aber "Astma", aber  am Festival auf dem Gurten Drogen konsumiert Gehabt. Meine Töchter waren aber nicht mit ihr zusammen gewesen. Und ja, Gabriela hatte einen Schock. Sie hatte nicht gewusst, dass die Freundin Asthma gehabt hat. Sie hatten nicht gewusst, was alles die Freundin konsumiert hatte. Aber der Vater der Freundin wollte unsere beiden Töchter wegen unterlassener Hilfeleistung verklagen. Bloss, als der Tod eintrat, hatten sie ja geschlafen. Aber dann hatten sie den Notfall angerufen.

Ja, und ich hatte wieder alles ausgefressen: Mit der Polizei, mit dem Vater der Freundin, ich räumte die Wohnung, und, und, und! Und trotzdem war ich immer für sie da. Beide Töchter kamen wieder nach Hause. Die Jüngere konnten wir retten. Ich hatte stundenlange Gespräche mit ihr gehabt. Sie kam von den Drogen weg. Sie sagte mir aber, dass meine ältere Tochter süchtig ist. Uns so ging es wieder in den Entzug nach Münsingen, die die Waldau, u.s.w.

Am 3. Dezember 1995 ist meine ältere Tochter gestorben. Starb sie an den Drogen, am Alkohol, an sonstigen Einwirkungen? Das Verfahren gegen ihren damaligen Freund wurde eingestellt. Sie ist in der Wohnung, die sie mit einem Alkohol- und Drogensüchtigen geteilt hat, im Badezimmer ohne Fremdeinwirkung gestorben. Sie hat sich wegen einem Kreislaufkollaps mit der Bluse am Handtuchhalter unter dem Lavabo erhängt. Als der Freund sie gefunden hat, war sie tot und blau angelaufen. Ja, so soll es gewesen sein. Wie, wenn, und aber? Es ist passiert. Sie fehlt mir heute noch, obwohl sie bei uns alles kaputt gemacht hat.

 

 

 

 

1990 war bei mir Brustkrebs diagnostiziert worden. 1990 wurde mir eine Brust amputiert. Schon damals war ich total am Limit meiner Lebenskraft gewesen. 1995 war meine Ehe zerbrochen, der Mann ging weg. 1995 starb meine ältere Tochter. Es war einfach zu viel, was da passiert ist. Mehr durfte nicht sein.)

 

Ich habe mich aufgerappelt. Mein Motto war jetzt will und muss ich weiterleben. Ich habe ja noch zwei Kinder, die eigentlich erwachsen sind. Aber die brauchen mich. Ich habe mir eine neue Wohnung gemietet, habe ein neues Leben angefangen und einen neuen Mann gefunden.

22.Juni 2010
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93.  22.Juni 2010
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  1. Juni

Ein neuer Tag hat begonnen. Ich bin früh aufgewacht. Ich habe zum Ziel gesetzt, bei mir, meiner Tochter und Edith (einer Nachbarin) die Rasen zu mähen. Dann bin ich einkaufen gegangen und musste mit mit Blacky zum Tierarzt. Er hatte Ohrenschmerzen. Er bekommt Tropfen ins Ohr und Tropfen in die Augen, damit er nicht erblindet. Das mache ich jeden Tag. Er ist mein treuster Begleiter. - Was würde ich machen ohne meinen Mann? – Jetzt ist es so, er ist gestorben. Ich bin zurückgeblieben, bin aber nicht alleine. Blacky lebt bei mir, der mich sehr liebt und „Dölf“ immer sucht. Er ist so treu, will immer dahin, wo “Dölf’s” Mobilheim war. „Dölf“ ist nicht mehr da und ich sage  es ihm. Oder: „Wie sage ich das meinem Hund.“ Es gibt immer noch Leute, die nach “Dölf” fragen. Ich vermisse ihn sehr. Nun geht mein Leben weiter. Es muss und ich will. Es muss für Blacky, denn er braucht mich. Ich liebe das Leben, sehe das Bett und freue mich jeden Abend. Zwar bin ich alleine, aber für “Dölf” so das Beste. Er ist erlöst worden, konnte sterben.

 

23.Juni 2010
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94.  23.Juni 2010
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  1. Juni

Heute musste ich in die Wohnung fahren und schauen, dass meine Orchideen Wasser bekommen.

Die Sonnenstore habe ich hinunter gedreht, denn Orchideen lieben es nicht, wenn die Sonne direkt auf die Blätter scheint.

Zuerst gehe ich mit Blacky Gassi, gekämmt und gewaschen. Das mache ich, ehe ich mit Blacky in den Wald gehe. Ich kann ja nicht als “Vogelscheuche” in den Wald, sonst wird es kein Gezwitscher geben. Frühmorgens im Wald, diese Ruhe, die Tierlaute hören und leben; Es lebt der Wald, Das ist eine Oase der Ruhe. Schön, dass es noch einen Wald gibt, der nicht abgeholzt ist. Freue mich jeden morgen. Dann erst komm ich zu meinem Frühstück.

Heute habe ich dann die Post geholt, etwas Kleines eingekauft und das Auto für den Abgastest angemeldet. All das hat “Dölf” immer gemacht. Nun muss ich einkaufen, das Autos reparieren lassen, Reparaturen im und am Mobilheim organisieren. Alles hat er gemacht. Ich aber schaffe das. Das Leben geht weiter, weiter. Es geht mit meinem Hund weiter, der mir mit seinen treuen Augen zeigt, dass er mich liebt. Nun ist es Zeit, dass ich ins Bett gehe. P.S. Meine jüngere Tochter, mein Sonnenschein war auch da.

 

24.Juni 2010
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95.  24.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Ich habe früh am Morgen Maria mit Hund Babette getroffen. Das ist eine etwas falsche Hündin. Hat schon viele Hunde gepackt und gebissen. Sie ist 14 Jahre alt. Ich glaube, dass sie irgendwo Schmerzen hat.

Ja, die Maria hat ihren Mann verloren, oder er ist abgehauen, 

oder auf dem Neuenburgersee ertrunken. Er war mit der Freundin auf seinem Schiff gewesen, als ein Sturm aufzog. Die Freundin hatte mit der Schwimmweste an Land schwimmen können. Er ist seit damals, seit c.a. drei Jahren, unauffindbar. Das Schiff ist weg, der Mann ist weg. Maria hat ein Haus, wo es düster ist und sie alleine. Sie weiss nicht einmal, ob er doch noch einmal zurück kommt. Gefunden hat ihn die Seepolizei nie. So lebt Maria alleine im Hause mit Hund Babette und weiss nie, ob er doch noch zurück kommt. Ich weiss wenigstens, wo “Dölf” ist. Er kommt nie wieder. Er ist wirklich gestorben. Und ich, wie Hund Blacky, bleiben alleine zurück. Rosmarie (einer Bekannten) kam dann auf einen Besuch zu mir. Sie ist auch Witfrau und meistert ihr Leben ganz gut. Ihr Mann war auch sehr krank. Er hatte Speiseröhren- und Lungenkrebs.

Sie hat auch viel durchgemacht, gelitten. Noch länger als ich, ist Sie mit ihrem Mann viele Male in die Insel gefahren. Sie hat Operation um Operation, Chemotherapie und Notfall mit ihm durchgestanden, ein Drama. Es hat gut getan, mir ihr zu plaudern. Es war eine Abwechslung in meinem eigentlich einsamen Dasein. Mich nervt manchmal, dass viele Leute mich fragen: “Wie geht es Dir?“ Meistens wollen oder fragen sie das einfach, um gefragt zu haben oder um etwas zu erfahren. Nicht um meinetwillen. Ich weiss, dass ich mein Leben meistere, ob allein mit Blacky. Aber ob ich irgendwann wieder einen Partner kennen lern werde, ist fraglich. Blacky lässt das nicht zu.

Um 18.00 Uhr ist dann noch der Elektriker gekommen. Er wird mir meine Lampen anschliessen, damit ich mehr Licht habe. Schön, dass es ihn gibt. Ich kenne ihn seit über 30 Jahren.

 

 

25.Juni 2010
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96.  25.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Heute bin ich früh aufgestanden, denn ich wollte in die Stadt Bern, um etwas zu erledigen. Ich habe auf der Bank ein Gespräch schliessen. Ich glaube es hört nie auf: Das und jenes musst du noch erledigen. Ich habe Blacky mitgenommen und im Bahn hof Parking geparkt. Da kann man vorne seitwärts links und rechts hineinfahren. Ich habe den richtigen Weg gewählt. Dann bin ich zur Kantonal Bank spaziert. Nun ist das auch geregelt. Die Uhr von Jean-Piaget habe ich am Bärenplatz zur Reparatur abgegeben. Am Montag muss ich um 10.00 Uhr wieder auf der Banks sein, um den Schmuck und das Silbergeld zu verkaufen. Dann muss ich die Uhr abholen. Danach werde ich aber ruhig sein, denn dann muss ich nicht mehr Angst haben, mir könnte etwas gestohlen werden. Meine Tochter hat wegen der Unordnung meiner Enkelin Streit mit ihr gehabt. Die Unordnung habe ich im Camper gesehen, aber es ist nicht meine Arbeit, etwas dazu zu sagen. Es nützt nichts, weil ich ja nur die Grosi bin.

Ich habe in die Wohnung und den Schmuck zu holen. gehen müssen. Ich will nicht auf das ganze Geld aufpassen, dass es mir nicht gestohlen wird. Auf der Kantonalbank hatte ich ein Rendez-Vous, um alles zu verkaufen. Nun sind die Münzen und die Vreneli verkauft und ich brauche nicht mehr darauf aufzupassen. Es ist aber immer ein Einschnitt in meine Leben. Erinnerungen an die Zeit mit „Dölf“ werden wach. Daran, als wir zusammen waren und die Liebe auch nicht zu kurz kam. Es sind schöne Jahre gewesen. Mir ging es gut und ihm auch. Bis dann die Probleme angefangen haben und er krank wurde. Ich sehe immer noch die fragenden Augen, die Hilflosigkeit, wenn er keinen Atem mehr hatte und geweint hat. Er hat aber immer gesagt: “Du hast Brustkrebs überlebt, hast es geschafft, damit zu leben, zu kämpfen, weiter zu leben. Du schaffst es auch ohne mich, wenn ich sterben sollte.“ Von sich aber hat er gesagt: „Ich schaffe das nicht ohne Dich. Dann gehe ich auch, mit Blacky“.

Ich weiss nicht, ob ich das schaffe. Ich möchte schon. Bloss frage ich mich, ob ich das überhaupt will, denn ich vermisse ihn so. Ich wünsche mir, dass er seine Ruhe gefunden hat da oben, wovon niemand weiss, wie es da oben ist. Meine Tochter und ich aber sagen immer zueinander: „Er hat seine Ruhe und würde sich freuen, wenn er sehen würde, wie es uns geht, wie ich das Leben meistere. Jede Hürde, jede Kritik, jeden Angriff der Steuerbehörde, der Leute, die mir jetzt auf die Finger schauen, ich meistere das. Aber das bin ich mich gewöhnt. Das haben sie vorher schon gemacht und nicht gemerkt, wie ich schlecht es mir ergangen ist. Mein Leben geht weiter, weiter, so Gott will.

Ich schaffe das, weil ich nach aussen stark bin. Nach innen ist manchmal eine abgrundtiefe Leere, ein Gefühl der Einsamkeit. - Ich bin allein mit Blacky, er braucht mich und ich ihn auch -. Wir bleiben zusammen, so lange mich meine Füsse tragen. Danke Blacky.

 

26.Juni 2010
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97.  26.Juni 2010
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  1. Juni 2010/Samstag

Heute ist mein Sonnenschein gekommen. Wir haben „zäme käfelet”. Es ist wunderschön, so eine Tochter zu haben. Wen interessiert es schon, wie es mir geht? Doch, Monika und Daniel (aus Basel)! Sie besuchen mich immer, wenn sie in den Camp kommen. Schön, dass es sie gibt. Freunde zu haben, ist das Schönste auf der Welt. Sie machen mein Leben lebenswert. Wenn jemand stirbt, sind die Freunde dünn gesät. Als Frau ohne Partner ist es schwierig, an der Gesellschaft teilzunehmen. Schwierig ist es alleine deshalb, weil die meisten denken: “Die sucht einen Mann“. Wie sollte eine Frau den Mann, der gestorben ist, einfach so schnell vergessen? Ich kann das nicht. Er wird immer in meinem Herzen bleiben und vergessen kann ich ihn sowieso nicht. Er hat mich verwöhnt, als er noch lebte. Und jetzt hat er finanziell gesorgt, dass ich gut leben kann. Leider bin ich noch nicht bereit, vom Geld Gebrauch zu machen. Kommt Zeit, kommt Rat.

 

27.Juni 2010
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98.  27.Juni 2010
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  1. Juni 2010/Sonntag

Es ist eine komische Luft, die Kopfweh bereitet. Es kann doch nicht sein, dass ich mit Kopfweg erwache. Das kommt so gut wie nie vor. Aber das tut nichts zur Sache. Muss mit dem Hund Gassi gehen, so oder so. Keinen Menschen habe ich im Wald getroffen. Wieso bleiben all die Leute, die Hunde besitzen, im Bett? Ja klar, ich war ja schon um 7.00 Uhr wach Aber Blacky ist happy, wenn er raus kann. Meine Tochter hat bis mittags ausgeruht und ich habe „blüemelet“, wie immer Sonntags. Das macht keinen Lärm und ich habe meine Freude dran. Meine Tochter hatte Besuch von Sabrine Besuch von Christina und Daniel (Bekannte meiner Tochter). Und ich habe dann auch noch Besuch von meinem Sonnenschein gehabt, bevor sie nach Hause gegangen ist. Es ist jedesmal ein Lichtblick, wenn sie kommt.

Ob wohl es ihr auch nicht immer gut geht, strahlt sie immer. Wir zwei sind ein Herz und eine Seele. Das ist so schön. Danke. Um 18.30 Uhr ist sie nach Hause gefahren.

 

 

28.Juni 2010
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99.  28.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Musste früh aus den Federn.

Ich hatte auf der BK-Bank ein Rendez-vous mit dem Chef vom Münzenkontor. Ich will meine alten Münzen loswerden. Und die Goldvreneli, die verkaufte ich ja am Freitag. Es ist alles rund gelaufen. Das Geld liess ich mir auszahlen.

Ich bin froh, dass ich das erledigt habe. Wenn ich etwas habe, das mir gestohlen werden kann, ist immer eine Unruhe in mir. Das ist auch erledigt. Am Montagmorgen bin ich in Sachen Erben unterwegs gewesen und ich habe immer einen kalten Schauer über meinen Rücken. Es ist so, als würde ich etwas Verbotenes machen.

Am Nachmittag habe ich ausruhen müssen. Vorher bin aber noch mit Blacky spazieren gegangen. Er ist ja alleine zu Hause gewesen. Nun ist das auch erledigt und ich bin zufrieden, dass ich nicht mehr auf die Vreneli und die Münzen aufpassen, sie hüten muss. Ja, und mein Leben geht weiter, weiter, einfach so, weil ich das will. Und weil Blacky mich noch braucht. Ich liebe ihn. In ihm geht das Leben von “Dölf” weiter, weiter.

 

29.Juni 2010
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100.  29.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Heute hätte ich eigentlich Yoga gehabt. Aber ich musste auf eine weitere Bank. Um 9.00 Uhr war ich zu einem Gespräch mit dem Chef, Herrn angemeldet. Ja, es geht um eine Geldanlage. u.s.w. Ich muss ja jetzt das doppelte an Erbschaftssteuer bezahlen. Das nervt mich zwar, aber was soll’s. Im Weiteren Steuern zahlen, und den Vorbau, und das Glas, und… Es ist genug Geld da. Aber ich bin noch nicht bereit,das Geld zu nehmen, das "Dölf" so hart verdient hat. Ob ich das verrechnen werde, das weiss ich nicht. Denn ohne mich wäre er hilflos gewesen. Und er war seit 14Jahren mein Lebenspartner. Wir hatten eine schöne Zeit. Monika und Daniel sind auch im Camp gewesen. Sie haben mich besucht. Das freut mich immer. Ja und dann kam noch mein Sonnenschein. Welch eine Freude, das geniesse ich. Wir haben noch einen Schlummertrunk mit ihr genommen und über Gott und die Welt geredet. Es hat Spass gemacht und nun bin ich hundemüde und gehe in mein Reich.

Dahin, wo ich schlafen und ein neues Leben beginnen kann.

Gute Nacht, bis morgen, auf einen neuen Tag.

 

30.Juni 2010
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101.  30.Juni 2010
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  1. Juni 2010

Heute bin ich erst um 8.15 Uhr aufgewacht. Ich habe sehr gut geschlafen und von einer Welt geträumt, in die ich noch zurück kommen will. Ich schaffe das, da bin ich sicher, mit Blacky, unserem gemeinsamen Hund. „Dölf“ hat ihn so geliebt. „Dölf“ ruhe sanft. - Du bist geborgen, hast keine Schmerzen mehr, und ich muss mich auch nicht mehr um Dich ängstigen. Muss deine fragenden Augen nicht mehr sehen und das Nachluftringen -.

Ich habe mit meiner Tochter gefrühstückt und über ihre Kinder geplaudert. Als Alleinerziehende hat sie es nicht immer leicht. Doch ich bin für sie da. Ich stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Heute hatte ich Besuch von jemandem, den ich übers Facebook kennen gelernt habe. Ich kenne ihn seit April. Er hat mich angefragt, ob ich ihn in meinem Freundeskreis aufnehmen will. Meine Tochter hat mir gezeigt, wie das geht. Und so haben wir uns über Nachrichten senden kennen gelernt. Dieser Besuch kam für mich überraschend. Der Mann hat mich schon über Nachrichten gefragt;,“Wo ist denn das „Heidiland?“. Die meisten Leute um mich herum wissen das. Ich habe ihm geschrieben, es liege im Camp Thörishaus, weil er gedacht hat, das liege im Bündnerland. Er fragte mich, natürlich über Nachrichten, wo ich sei. Ich habe ihm geantwortet: „Wenn mich jemand finden will, dann kann man das“. Daraufhin hat er sich in der Beiz durchgeboxt und sie haben ihm gesagt, wo ich wohne und wo das „Heidiland“ ist. Plötzlich ruft jemand an der Tür: „Hallo“ und wer war da? Mein Facebook-Freund. Wir haben fast drei Stunden über unsere Verluste, über die Verstorbenen und über unsere Arbeit und uns gesprochen. Ich redete übers blüemele, gärtele und er über sein Geschäft, wo er immer auf Achse ist. Er hat gesagt, es gefalle ihm hier und dass er spontan gekommen ist, hat mich sehr gefreut. Um 17.30 Uhr hat er sich verabschiedet. Es war ein schöner Nachmittag. Ich hatte mein Badekleid an und so habe ich mir einen schönen Wickelschal darüber angezogen.

 

 

 

Aber, die Gespräche, die wir geführt haben, waren hilfreich und sinnvoll. Er hat ja auch seinen Vater verloren. Er weiss, wie das ist, wenn man einen lieben Menschen verliert.

Es ist alles testamentarisch geschrieben worden. Ich bin die Alleinerbin, habe aber noch nichts von seinem Geld angefasst. Es tut mir im Herzen weh. Mich hat der Besuch sehr aufgestellt und mir gezeigt, dass es auch noch andere Menschen gibt, die alleine sind. Ja, der Taxifahrer und meine Tochter haben mir den Tag versüsst.

 

So dürfte es immer sein. Nun ist Zeit, schlafen zu gehen und zu träumen von einem Prinzen, der die Prinzessin wieder wachküsst. Ich hoffe das. Ich freue mich auf einen neuen Tag. Guet Nacht zäme.

01.Juli 2010
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102.  01.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Schon um 5.30 Uhr bin ich wegen den Krähen aufgewacht, die irgendetwas auf meinem Mobilheimdach zerlegt haben. Das war ein Lärm! Ich habe, als ich aufgewacht bin, mit der Hand an die Wand geschlagen, aber nur mein Hund wurde davon wach. Der Lärm hat nicht aufgehört. Ich bin hinaus gehuscht und habe mit dem Wasserstrahl gespritzt. Endlich sind die Krähen weggeflogen. Aber mein Schlaf war auch weg.

So bin ich um 7.00 Uhr mit Blacky Gassi gegangen. Aber ich bin den ganzen Tag müde. Die Vögel haben mir den Schlaf geraubt. Ich habe heute zwischendurch meinen Schlaf nachgeholt. Nun wäre ich eigentlich fit für den Ausgang. Aber mein Gang geht ins Bett. Ich bin so müde und bekomme zu wenig Atem. Schuld daran ist das “Ozonloch”, merke ich. Ich habe ausserdem mit dem Taxichauffeur gechattet. Der hatte aber auch keine Zeit. Etwas später habe ich bei Edith, bei meiner Tochter und bei mir gewässert. Es war schon 21.45 Uhr, als ich fertig war.

Der Taxichauffeur hat doch noch etwas von sich hören lassen. Er hat einen strengen Tag gehabt, hat viele Krankenfahrten absolviert. Ich kann es verstehen, als Taxifahrer muss man das tun. Bei dieser Hitze wäre das nichts für mich. Ich wäre heute am liebsten eine Maus gewesen. hätte ich mich in ein Erdloch verkriechen können und erst wieder herauskommen müssen, wenn die ganze Hitze vorbei ist.

Das bin ich aber nicht. Zwar akzeptiere ich, dass die Leute manchmal denken: „Ja, die, die hat gut lachen. Es geht ihr gut“. Aber was heisst gut? Das ist relativ. Ich mache das Beste draus. Ich will und werde mich nicht verkriechen. Ich bin da. Ich bin ein liebenswerter Mensch und das will ich bleiben. Danke und e Gueti Nacht.

Es ist jetzt 1.00 Uhr. Das ist meine Zeit, zu der ich ins Bett gehe. Ich hoffe bloss, dass morgen nicht wieder die Krähen auf meinem Dach lärmen, denn sonst kräht auch kein Hahn nach mir. Wie soll er denn? Ich höre nichts, sehe nichts, weiss aber was, wie, wenn passiert.

02.Juli 2010
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103.  02.Juli 2010
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  1. Juli 2010/Freitag

 Mein Nachbar im Cämp konnte nach Hause und hat nichts. Wozu war er denn im Spital? Ja, das ist sein Leben. Ich habe mein Leben und manchmal mit Sorgen wegen meiner Tochter. Sie hat zurzeit Probleme mit den Kindern.

Sie fühlt sich einfach nicht mehr zu Hause. Die Tochter hat eine Unordnung und der Sohn die faulen Sprüche, wie sein Vater. Der hat sich nie um die Kinder gekümmert und keine Alimente gezahlt. Der Staat hat Bevorschussungen ausgerichtet. Der Vater hat seine Rechnungen nicht bezahlt, Schulden angehäuft und noch mehr. Alles auf einem Stapel. Meine Tochter hat die zwei Kinder erzogen, gearbeitet und er führt bloss die grosse Klappe. Ich habe nichts gegen den Vater der Kinder: Mir hat er beim Umzug geholfen. Zu mir ist er nett und anständig. Aber für seine Kinder hatte er nie und hat er keine Zeit. Alle hacken auf meiner Tochter herum. Niemand sagt einmal: Danke. Kaufen können sie alles, denn Mami kann es richten. Ja, und das ist zu viel.

03.Juli 2010
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104.  03.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Manchmal ist das Leben hart, sehr hart. Ich muss mit meinen Nachbarn umgehen. Es wird mir auf die Finger geschaut und dabei bin ich 68  Jahre alt, alleine mit Bläcky und meistere mein Leben. Ich geniesse, lebe, spaziere, gehe einkaufen und habe auch Besuch. Es ist kein Herrenbesuch, aber trotzdem wird mir schnell etwas angedichtet.

Na ja, ich bin alt genug um zu wissen, was ich mache. Ich hatte „Dölf“ so lieb und werde diesen lieben, treuen Lebenspartner nie vergessen. Ich bin am Abschlussfest meines Enkels dabei gewesen. Es war super, was die Klassen aufgespielt haben. Musicals, deren 5 und eines schöner, als das andere. Von Hair bis zu Maria, Musik der 60er Jahre mit viel Rock n’Roll. Es war so toll, dass ich mit meinen Gefühlen in die 60er Jahre zurück versetzt wurde. Ich konnte nicht mehr ruhig sitzen, weil mich die Musik in meine jungen Jahre versetzt hat. In den 60er Jahren bin ich halt zu Hause. Damals war ich gerade mal 18 Jahre alt und wir tanzten bis in die Frühen Morgenstunden.

 

04.Juli 2010
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105.  04.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Heute hat mich meine Tochter besucht. Ihre Seele ist krank. Sie hat zurzeit Probleme mit ihren Kindern. Sie ist einfach diejenige, welche die Arbeit verrichtet und die beiden Kinder machen sich über Mami lustig. Ich habe gespürt, dass es ihr nicht gut geht. Die Wohnung ist zu klein. Dreieinhalb Zimmer reichen nicht, wenn Mami und Tochter ein Zimmer teilen.

Meine Enkelin ist unordentlich und meine Tochter und ihr Sohn räumen hinter her. Für mich ist d das nichts Neues. Ich habe jahrelang hinterher geräumt und nie einen Dank bekommen. Ich habe vollzeit gearbeitet, um die Ausbildungen mit meinem Geld zu bezahlen. Und was ist dann passiert? Meine verstorbene Tochter und mein Sonnenschein sind auf die schiefe Bahn gekommen. Wer hat das wieder ausgebügelt? Das waren ich und mein Ex-Mann. Er hat auch viel getan und Entzüge mit meiner verstorbenen Tochter durchgezogen.

Das war 1990. Da war meine verstorbene Tochter ausgelernt und als Akkordmaurerin abgesackt. Sie hat meinen Sonnenschein mit hineingezogen und, und… Ich war diejenige, die das alles ausgefressen, das heisst, bezahlt hat. Ja, aber plötzlich war meine Krankheit, der Brustkrebs, da, und niemand hat sich um mich gekümmert. Der Junior ist nach einer Nacht- und Nebelaktion mit Freundin und Kindern nach Italien abgehauen. Er hatte ein Geschäft gehabt, ein Maurergeschäft.

 Aber da, wo er gearbeitet hat, wurde er nicht bezahlt. Mein Sohn ist Konkurs gegangen und davongelaufen, nach Italien. Den Schuldenberg mit der Wohnung, Strom und alles, was noch zu bezahlen war, haben wir bezahlt. Als ich während vier Wochen in Jegenstorf im Spital lag, hat ein einziges Telefonat mit mir gemacht.

Meine verstorbene Tochter hat mich in diesen vier Wochen einmal besucht, mit Saufkumpanen und der Bierflasche in den Händen. Ein Lärm war das, ich musste mich wegen ihr vor den anderen Patienten schämen. Betrunken war sie.

 

05.Juli 2010
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106.  05.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Ich habe gut geschlafen und bin um 8.30 Uhr erwacht. Als Erstes bin ich mit Blacky in den Wald spaziert und habe später das Frühstück für meine Tochter und mich bereit gemacht. Sie ist heute anders gewesen. Sie nervt sich und hat sich dann auch um 13.00 Uhr auf den Heimweg nach Düdingen gemacht, um nach dem Rechten zu sehen. Verabschiedet hat sie sich bloss mit einer SMS. Ich war gerade unterwegs, um mein Postfach zu leeren.

Als ich nach Hause kam, hatte ich plötzlich schnelles Atmen und krampfartige Herzschmerzen. Ich habe mich hingelegt und ein Herzmedikament eingenommen. Um 14.30 Uhr ging es mir wieder besser.

Was das war, weiss ich nicht. Wahrscheinlich hat es wegen “Dölf’s” DVD angefangen, die mir mein Bruder Heinrich geschenkt hat. Er machte das, um “Dölf” zu ehren und um ein Andenken an ihn zu bewahren. Irgendwie habe ich nichts verarbeitet. Die Gefühle zu “Dölf”, die ich immer noch habe, waren präsent und so ist es eigentlich den ganzen Tag gewesen. Ich war neben meinen Schuhen und habe mich im Kreis gedreht. Mein Herz hat verrückt gespielt. Ich wusste, dass ich wieder zu fest an ihn dachte. Ich bin so traurig wie schon lange nicht mehr gewesen. Jetzt aber höre ich schöne Musik und ich weiss, dass mein Leben weiter gehen muss, um für Blacky da zu sein. Es muss weiter gehen, damit ich ihm helfe, dass er nicht erblindet. Ich muss, ich will, ich möchte noch da sein für alle, die mich so lieben wie ich bin. Für die, die mir ein bisschen von meiner Bürde tragen und mich trösten.

06.Juli 2010
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107.  06.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Früh am Morgen waren die Herzbeschwerden wieder da. Ich fühlte so ein Stechen in der Herzgegend. Nach dem Spaziergang mit Blacky habe ich mein Herzmedikament eingenommen und bin noch einmal ins Bett gegangen, habe mich hingelegt. Um 11.00 Uhr war es besser. Ich hatte mich ja für 10.00 Uhr zur Maniküre angemeldet, um meine Nägel schön zu machen. Das hat mich abgelenkt und so sind die Schmerzen vorbei gegangen. Ich konnte mit der Nagel stylistin reden. Ja, reden ist wichtig.

Meine Tochter hat mich zum Essen eingeladen. Ich habe es sehr genossen, bei ihr zu sein. Um 13.00 Uhr war ich wieder zurück bei Blacky. Er war ruhig, es hat auf jeden Fall niemand reklamiert. Am Nachmittag dann habe ich ein Schläfchen gehalten. Die Schmerzen waren gewichen. Am Abend hätte noch den Abschlussball meines Enkels stattgefunden . Ich mochte aber nicht mehr mit dem Auto nach Tafers fahren. Es strengt mich an, bei dieser grossen Hitze zu fahren. Aber mit Blacky bin ich auf der grossen Tour spazieren gegangen. Wir sind um 19.30 Uhr aufgebrochen, da ist es auch nicht mehr so heiss. Später habe ich noch mit meiner Tochter gechattet.

 

Sie hat die Fotos vom Abschlussfest ihres Sohnes auf Facebook ins Internet gestellt. Die Bilder habe ich noch angeschaut. Und schliesslich habe ich den Fussballmatch gesehen, den Holland gewonnen hat. Um 24.30 Uhr bin ich ins Bett, nachdem ich Tagebuch geschrieben hatte.

 

07.Juli 2010
Seite 108
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108.  07.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Heute habe ich bis um 9.00 Uhr geschlafen. Ich glaube, das brauchte ich und ich habe mich erholt. Heute ist der 7. Juli, alles okay.

Ich habe keine Herzbeschwerden. 9.00 Uhr ist für mich sehr spät, denn normalerweise stehe ich zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr auf. Vielleicht hat es auch an der Hitze gelegen.

Meine Tochter hat angerufen und gefragt, ob ich ihre Hunde hüten könnte. Sie hätte ein Vorstellungsgespräch bei Swisscom. Und am Abend würde sie arbeiten. Ja, so ging ich dann mit den drei Hunden im Fluss baden. Auf mich hatte das auch eine gute Wirkung.

 

P.S. Ich habe schöne Fingernägel. Die Nagelstylistin hat das toll gemacht. Ich kann sogar jäten, kein Problem. Das hat mich sehr gefreut. Es war schön bei ihr. Meine Tochter kam um 18.00 Uhr etwas eher, musste aber dann noch einmal gehen, zur Arbeit. Ja, ich bin später noch einmal spazieren gegangen. Um 20.30 Uhr kam meine Tochter zurück. Wir haben zusammen den Fussballmatch Schweiz gegen Deutschland geschaut und uns gefreut, dass die Deutschen verloren haben.

 

08.Juli 2010
Seite 109
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109.  08.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Ich bin um 7.00 Uhr aufgestanden. Ich habe gut geschlafen, obwohl ich erst um 2.30 Uhr ins Bett gegangen bin. Die Nacht war kurz. Heute ist mein Waschtag in der Wohnung und ich habe mich um 7.00 Uhr eingeschrieben. Angefangen habe ich um 7.30 Uhr und bin um 11.30 Uhr fertig gewesen. Um 13.00 Uhr bin ich im Camp ja bei mit meiner Tochter bei Rolf und Mercedes die Dominikanischen Nachbarn zum Mittagessen eingeladen gewesen. Das Essen hat fein geschmeckt. Das Menu hat bestanden aus: Lammfiletplätzli, gebratenen Kartoffelscheiben und Ratatouil. Zur Vorspeise wurde Rohschinken mit Melone serviert.

Zum Apéro hat’s Champagner, zum Essen einen guten Tropfen roten Wein gegeben. Es war ganz toll, so verwöhnt zu werden. Bloss ist es einfach ein wenig heiss gewesen, bei 33° Celsius. Das Essen dauerte bis 15.45 Uhr.

Um 18.00 Uhr bin ich bei Camper-Nachbarn, den "Italienern", zum Nachtessen eingeladen gewesen. Hier habe ich ein superfeines Abendbrot genossen. Das dauerte bis 21.30 Uhr. Für mich ist das sehr anstrengend gewesen. Ich war total erledigt vom vielen Reden und Essen. Dazu kommt, dass ich keinen Mittagsschlaf gehabt habe. Um 24.00 Uhr bin ich im Bett gewesen und ich konnte und mochte nicht mehr. Besser verteilt wäre gut gewesen. Aber eben, die Einladungen kamen unabhängig voneinander. Für mich ist es ja schön, wenn ich eingeladen werde. Dankeschön.

 

09.Juli 2010
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110.  09.Juli 2010
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  1. Juli

Das ist sehr schwer. Eine Bürde, die ich tragen muss, annehmen muss, weitertragen muss. Mit „Dölf“ keine Pläne schmieden können, aber so weiterleben, als wäre nichts. Müssen, Du musst, das will und kann ich nicht. Das, was ich mit Blacky rund um unser Wohlbefinden mache, muss ich nicht, das will ich. Ich atme auf, wenn es Blacky morgen wieder besser geht und wir zwei Kumpel ohne Schmerzen, ohne Zwang weiterleben können. Ich hoffe, mit ein bisschen Liebe. Die bekomme ich auch von meiner Tochter und ihren Kindern. So geht das Leben weiter, weiter, morgen ist ein neuer Tag. Ich freue mich darauf.

Wer weiss, was, wie und wo? Ich bin noch da. Das zählt und das Leben geht weiter, weiter.

 

 

10.Juli 2010
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111.  10.Juli 2010
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  1. Juli

Heute wollte ich einen freien Tag. Ich bin von den Einladungen meiner Camper-Nachbarn müde geworden. Der Tag ist schön gewesen. Zuerst bin ich mit Blacky in der Sense baden gegangen. Aber dann hatte er Probleme mit seinen Augen. Er wollte nicht mehr bis zur Sense laufen und die Rute zeigte nach unten. Ich habe gemerkt, dass er Schmerzen am Auge hatte. Was sollte ich machen?

 Dann plötzlich, als ich ihm habe Tropfen ins Auge geben wollen, hat er gewinselt. Ich habe gemerkt, dass er Schmerzen hatte. Die Nachbarn wollten auch helfen. Der Hund hat es nicht zugelassen. Er hatte Schmerzen und ich musste reagieren. Also fuhr ich zum Notfallarzt. Aus Blackys Auge lief ein rötliches Sekret aus. Ich hatte Angst, dass er das Auge verliert. Das Auge musste behandelt werden. Blacky wollte fast nicht mehr zum Auto laufen. Als "Dölf" noch da war, sind wir immer zusammen mit ihm zum Augenarzt, zum Tierarzt gefahren. Blacky hatte uns beiden vertraut. Jetzt bin ich alleine und muss selbst entscheiden. Das ist nicht einfach, wenn man immer alles geteilt hat: Sorgen, Freude, Krankheiten.

 

11.Juli 2010
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112.  11.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Ich habe etwas länger geschlafen. Blacky war ruhig, die ganze Nacht. Ich muss ihm Antibiotika geben und Tropfen ins Auge flössen. Es geht ihm besser. Ich bin froh, habe ich mich dazu entschieden, zum Notfallarzt zu gehen. Der neue Tag hat gut angefangen. Ich war bei meiner Tochter um 10.30 Uhr zum zweiten Frühstück eingeladen. Anschliessend habe ich mich vom Stress am Samstag erholt. Es ist wieder Ruhe eingekehrt. Blacky zeigt auch wieder Freude am Leben ohne Schmerzen. Es ist schwierig, wenn man plötzlich alleine ist und alle Entscheidungen selbst, ohne Partner, treffen muss. Wir haben immer alles besprochen, zusammen gemacht und zusammen erlebt. Nun bin ich alleine auf mich angewiesen, muss alleine entscheiden, was, wie, wenn gut für mich und meinen Blacky ist. Ich will es schaffen, ich muss es schaffen. Es schaffen, und die Zeit , die mir noch bleibt, schön und lebenswert gestalten. Genau, so wie “Dölf” es wollte.

 

12.Juli 2010
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113.  12.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Ich bin um 6.00 Uhr aufgestanden. Blacky hat ab und zu gestöhnt. Nach dem Frühstück bin ich auf meiner Tour gewesen, das Postfach leeren, den Blumen in der Wohnung Wasser geben und im „Bauhaus“ Gardinen kaufen.

In der "Landi" habe ich Futter für die Hunde besorgt, und, und, und. Ich habe meinen Vorrat aufgestockt. Dann habe ich meiner Tochter den Vorschlag gemacht, die Hunde bei mir zu lassen. Ich bin in der "Sense" mit den drei Hunden baden gegangen. Es war toll.

 Dann zog ein Gewitter auf. Ich musste meinen Hunden zwischendurch Bachblütentrofen geben, um sie zu beruhigen.

Eine Stunde hat das gedauert, die Hunde waren sehr nervös. Ich habe aber alles im Griff gehabt. Um 21.15 Uhr hat meine Tochter die Hunde abgeholt. Und so widmete ich mich dem Fernsehabend. Nun bin ich sehr müde. Heute gehe ich früh schlafen, denn ich bin sehr müde und will ins Bett. Es ist Zeit zum Schlafengehen. Guet Nacht und auf Morgen.

 

13.Juli 2010
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114.  13.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Ich bin aufgewacht, weil meine Tochter Hundefutter, das ich ihr besorgt habe, abgeholt hat. Das ist um 8.00 Uhr gewesen. Ich habe die Schritte erkannt. Wir haben uns begrüsst. Sie hat ein Vorstellungsgespräch gehabt und so habe ich meinen Tag gestaltet, wie ich wollte. Ich bin einkaufen gegangen, und bin bei der Ärztin gewesen. Ich habe Medikamente gebraucht. Die Arztgehilfin hat gewusst, wer ich bin. Das hat mich gefreut. Ich bin also nicht nur eine Nummer. Den ganzen Tag habe ich von niemandem etwas gehört, aber das muss auch nicht sein.

Ich muss ja mein Leben selbst meistern, der Meister, "Dölf", fehlt. Ich wollte heute ein Stahlseil trennen. Ich habe alles probiert, es ging einfach nicht. Mit einer Zange, einer Elektrozange, einer Gartenschere, Haushaltschere habe ich es versucht. Es ging nichts. Ich muss meine Stahlseile vom Lisibachdach (ein zusätzliches Schutzdach vom Wohnheim) festzurren , weil nächste Nacht ein Sturm auf kommen soll. Morgen werde ich irgendwie einen Nachbarn fragen. Er fehlt mir, mein "Dölf". Er war immer da, wenn ein Problem auftauchte. So versuche ich, wenn möglich, alles alleine zu machen.

 

14.Juli 2010
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115.  14.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Heute vor 9 Monaten ist "Dölf" gestorben. Es war heute sehr heiss: 34° Grad, beinahe nicht auszuhalten. Am besten ging es mir im Wald, beim Spazieren mit den Hunden. Der Schatten der Bäume gibt mir Kraft, um bei dieser Hitze im Wald zu spazieren. Meine Schwägerin ist pünktlich um 9.50 Uhr gekommen. Es gab Gipfeli und Kaffee und war sehr gemütlich. Sie freute sich auch über meinen Vorbau. Wir hatten es behaglich, haben geplaudert und gelacht. Es ist soo schön, eine Familie zu haben, die mich mit Ratschlägen unterstützt und mich immer auch einladen. Nun ist Zeit, schlafen zu gehen und von einem neuen Leben zu träumen: Von vorne anzufangen und Entscheidungen zu treffen, gerade so wie es mir passt. Ich freue mich, schlafen zu gehen. Und ich hoffe, dass es kein Gewitter gibt. Denn meine zwei Hunde fürchten sich vor Gewittern. So schliesse ich meine Geschichte und freue mich auf einen neuen Tag. Ich bin immer noch traurig, dass mich “Dölf” verlassen hat.

E gueti Nacht.

 

15.Juli 2010
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116.  15.Juli 2010
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  1. Juli 2010

„Ja, hüt esch e asträngende Tag gsi - Em Blacky esch es ned guet gange. Ha no mau müesse zum Tierarzt. Aer het Schmärze gha. Der Tierarzt het gseit, dass eg morn na mau muess cho. Sis Aug, d’Pupille, esch sehr verletzt. Mi muess es wahrscheinlich use operiere. Warte mer mau ab, was morn der Doktor seit. Eg glaube, das begleitet me dür mis Läbe. Salbe, pflege, luege und häufe. We me de no met niemerem cha drüber rede, esch es no schlimmer. Eg go etze de is Bett. Bi müed vom Stess de ganz Tag“.

Sich zu ängstigen und nicht helfen zu können, das ist schlimm. Ich brauche meinen Schlaf.

So gehe ich jetzt ins Bett und träume von einem für Blacky positiven Entschluss. Gute Nacht, morgen ist ein neuer Tag.

 

 

16.Juli 2010
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117.  16.Juli 2010
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  1. Juli

Ich war früh aufgestanden, denn ich musste um 8.30 Uhr mit Blacky in der Tierklinik sein. Es ist schlimm: Das Auge muss raus, die Hornhaut ist geplatzt. Und das kann man nicht ändern, es muss herausoperiert werden. Er hat Schmerzen. Es geht nicht mehr ohne Schmerzmittel. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er weint vor Schmerzen. Dann laufen auch die Tränen im halbblinden Auge. Und ich darf nichts am Auge tun. Er muss starke Schmerzen haben. Im Wald will er die irgendwie abbauen und streunert durch das Dickicht, wie wenn er etwas abschütteln möchte. Ja, am Dienstag wird das Auge herausoperiert. Er kommt bestimmt mit einem Auge zurecht. Das hat er ja jetzt schon geschafft. Er eckt halt manchmal an und tut sich weh. Ich werde auf ihn aufpassen. Das habe ich an „Dölf’s“ Sterbebett versprochen.

 

17.Juli 2010
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118.  17.Juli 2010
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  1. Juli

Heute war es etwas kühler und so habe ich Gartenarbeiten in Angriff nehmen können. Bei dieser Hitze ist es ja fast nicht möglich, körperliche Arbeit zu verrichten. Ich habe heute die Hecke und Rosen geschnitten, gewischt und mein Schlafzimmer raus geputzt. Der Elektriker kommt am Dienstag, um die Leitungen zu ziehen. Da musste ich mein Bett kleiner machen, damit er überhaupt Platz hat, um die Leitungen zu installieren, die Lampen zu montieren und Aussenlichter anzubringen. So ist heute für mich ein Arbeitstag gewesen. Bin zufrieden mit mir, habe viel gewerkelt, geputzt, mein Mobilheim in Schuss gebracht. „Man weiss ja nie, wer kommt. Vielleicht der Schah von Persien“ hat mein Vater immer gesagt. So ist es auch. Mann-Frau, wenn man alleine ist, also "single", passt die ganze Horde um mich herum auf, dass da ja niemand kommt.

 

18.Juli 2010
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119.  18.Juli 2010
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  1. Juli

Der Geburtstag meines Sohnes ist heute, um 11.25 Uhr. Er ist 1966 per Kaiserschnitt im Spital Belp geboren. Ich bin fast an der Operation gestorben. Seine Geburt war drei Wochen verspätet!

Man machte einen Kaiserschnitt. Und ich bin während des Kaiserschnitts, das heisst, während sie den Kleinen herausgeholt hatten, erwacht. Die hatten mir auf meinem Bauch rumgedrückt und zueinander gesagt: „Es blutet nicht, es blutet nicht“. Ich war ja in einer Kurznarkose gewesen, hatte aber alles verstehen können, was sie zueinander gesagt hatten. Sie drückten auf meiner Kaiserschnittnarbe. Ich dachte: „Jetzt sterbe ich“- Ich hatte nur noch die Worte, und alles ganz weit weg, gehört: „Tuet schnufe Frau Zingg, tüet schnufe“. Ja, und die Stimme war im Solothurnerdialekt . Es hatte sich angehört, wie wenn es meine Mutter gewesen wäre. Die Stimme hatte mich am Leben erhalten. Die Stimme hatte gesagt; „Sie atmet wieder“. Dann war ich weg gewesen. Ja, sie gaben mir noch einmal Narkosemittel in Form von Lachgas.

 

19.Juli 2010
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120.  19.Juli 2010
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  1. Juli

Ich bin hin- und hergerissen: Was soll ich tun?. Soll ich Blacky das Auge herausnehmen lassen, oder soll ich nicht? Ich bin auch jetzt wieder alleine, wie am 14. Oktober mitten in der Nacht, am Sterbebett von „Dölf“. Er hat gehen wollen, er wollte sterben. Er hat gefleht: „Lass mich gehen“. Er hat gehen können, wie es sein Wunsch gewesen ist. Um 10.35 Uhr ist er gestorben. Meine Tochter und ich haben am Sterbebett gestanden. Er hat so gehen können, wie er wollte. Ich habe ihn gehen lassen, habe ihm versichert: „Du kannst gehen. Ich, wir sind da und passen auf Blacky auf“. Und Meine Tochter hat bemerkt: „Ich passe auf Mami auf“. So ist er von uns gegangen. Jetzt bin ich alleine, muss selbst entscheiden, was ich will, was ich tun soll, was ich mit Blacky tun soll. Blacky kann ja nichts sagen. Er muss sich alles gefallen lassen. Ich muss ihm helfen. Er hat grosse Schmerzen am Auge. Ich kann das nicht mehr mit ansehen. Es macht mich krank.

Ich habe heute mein Profilbild auf Facebook geändert. Eine Zeitlang sah man nur die Vorhänge.

Meine Gedanken waren ganz tief unten. –„Da reicht ein Vorhang. Der Rollade esch abe“-. Dann aber habe ich zu mir gesagt: „Kämpfe, kämpfe, das ist ja nicht das erste Mal“. Ich habe eigentlich all die Jahre, die ich verheiratet war, gekämpft in Wort und Sinne. Das werde ich doch auch mit Blacky schaffen. Er ist mein Freund, mein treuer Begleiter . Wenn ich ihn verliesse, wäre das auch für mich, mein letzter Freund, den ich verliere. Er wollte doch immer nur Streicheleinheiten. Er hat mir Lebenskraft gegeben und gibt sie mir weiter. Ich freue mich, dass ich noch bei ihm bin. Wir gehen zusammen durch dick und dünn. Ich werde auf Dich aufpassen, Dich führen, wenn es mit Deinen Augen nicht mehr geht. Zusammen sind wir ein Team. Ich wünsche mir, dass der Tag der Operation gut verläuft und wir noch 1,2,3,4 Jahre zusammen bleiben können. Dass wir uns gegenseitig helfen, Du mit Deinem treuen Blick. Ich bleibe bei Dir.

20.Juli 2010
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121.  20.Juli 2010
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  1. Juli

Um 8.00 Uhr musste ich ihn in die Tierklinik bringen, meinen Hund Blacky. Er ist operiert worden. Das rechte Auge wurde herausgenommen. Als ihm die Infusion gegeben worden ist, bin ich eine Stunde bei ihm gewesen. Dann bin ich einkaufen gegangen, habe die Post und das Auto geholt und bin zum Aufwachen wieder bei ihm gewesen. Hund Kimo ist alleine im Mobilheim geblieben und hat geheult. Eine Nachbarin ist mit ihm Gassi gegangen. Um 11.30 Uhr bin ich mit Bläcky wieder zu Hause gewesen. Es geht ihm so-so-la-la. Er hat starke Schmerzen gehabt und hat nun einen Kragen. Der Kragen ist zwar ein Problem, allerdings geht es ihm aber wieder besser. Wir können nach vorne schauen und mit drei Augen durchs Leben gehen. Ich habe bis jetzt immer alles geschafft, was ich wollte. Blacky ist mein treuer Begleiter und ich werde auf ihn aufpassen, so lange ich kann. Er bedeutet mir mehr, als alles Geld auf der Welt. Mir hat das Geld nie geholfen, sondern mein Lebenswille.

So ist es auch jetzt. Die Kraft, die ich habe, kommt vom Yoga. Da lernt man, mit Atemtechnik und Übungen den Zustand zu akzeptieren, wenn der Körper einmal nicht mehr will. Man lernt, den eigenen Körper zu fühlen und keine negativen Gedanke zu haben. So lebe ich dank Yoga in einer Welt, in der halt nicht immer alles rund läuft. Aber ich akzeptiere das und geniesse das Leben. Ich geniesse es allein zu zweit, mit drei Augen, mit unseren Gebrechen, die uns anhaften. Das Leben geht weiter, weiter, so Gott will. Ich bin noch da.

 

22.Juli 2010
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122.  22.Juli 2010
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  1. Juli

Heute bin ich, mit Kimo und Blacky, alleine gewesen. Ich bin mit den Hunden spazieren gegangen und habe Besuch von Nachbarn bekommen, die sich interessieren, wie es meinem Hund geht. Rosmarie, eine alte Bekannte, ist vorbei gekommen. Sie hat „Gudi" gebracht und nach Blacky gefragt. Monika, eine andere Nachbarin vom Camp, ist auch wegen Blacky bei mir auf Besuch gewesen. Es ist schön, dass die Nachbarn Anteilnahme zeigen. Trotzdem, wenn es um Entscheide geht, bin ich alleine. So alleine, dass ich manchmal ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich Entscheide für oder gegen Blacky fälle.

Heute ist etwas passiert. Blacky wollte, obwohl er den Kragen hat, die grosse Tour einschlagen. Er hat Sprünge wie ein junger Hase vollführt, um mir zuzeigen, dass er die grosse Runde machen will. Das zeigt mir, dass es mit ihm aufwärts geht und der Kragen kann dann auch weg. Ich habe später noch kleinere Arbeiten erledigt. Ich hatte das Gefühl, dass der Tag gar nie vorbei gehen will.

 

24.Juli 2010
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123.  24.Juli 2010
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  1. Juli

Heute war ich das Postfach leeren. Mir war der Tag zuwider und ich wollte nur dass er schon vorbei wäre. Nachher habe ich bei meiner Tochter aussen herum gejätet, Rosen geschnitten und die Hazienda gepflegt. Ich kam mir vor wie ein Auskunftsbüro. Alle, die vorüber gelaufen sind, wollten etwas wissen. Oder einer hat nach „Dölf“ gefragt. Er hat zu mir gesagt, ob ich „Dölf“ helfe. Ich habe ihm geantwortet, dass „Dölf“ seit fast 9 Monaten nicht mehr lebt. Der Frager war wie vor den Kopf gestossen: - „Was, der lebt nicht mehr?“ - Ja, so habe ich ihm erzählt, dass „Dölf“ Lungenkrebs gehabt hatte und hat gehen wollen. So hat er seine Ruhe. Bei mir aber geht das Leben weiter; Kämpfen, verteidigen, weiterleben, das Beste daraus machen.

Es ist noch nicht so weit, dass ich „Dölf“ vergessen kann. Das heisst, vergessen kann ich ihn sowieso nicht. Ich hoffe, dass ich weiter leben kann und vielleicht wieder jemanden finde, der zu mir steht, der mich akzeptiert und vielleicht auch liebt.

 

 

Monika und Daniel, sehr nette Camping Nachbarn aus Basel, sind auch noch gekommen und so ist der Tag, doch noch angenehm, zu Ende gegangen.

 

25.Juli 2010
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124.  25.Juli 2010
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  1. Juli

„Dä Tag esch düre“. Ich bin früh aufgewacht und glaubte, es sei Montag.

Um 10.00 Uhr bin ich bei der Nagelstylistin angemeldet gewesen. Das ist aber erst morgen, heute ist Sonntag. Ja, heute Sonntag habe ich einen Spaziergang mit Blacky gemacht, dahin, wo er wollte. Es ist ein etwas grösserer Spaziergang gewesen.

Ich habe Leute mit oder ohne Hunde getroffen. Ein Spaziergänger hat mich gefragt, wozu die Hunde diesen Kragen hätten. Ich habe es ihm und seiner Frau erzählt. Denn diese Tiere sind nicht krank oder räudig, sondern der Kragen schützt sie vor Kratzen. Ja, den Menschen würde man intubieren, damit er sich ruhig verhält. Stellen Sie sich einen Menschen mit einem so grossen Kragen vor. Das geht gar nicht, der läuft so nicht herum. Der Hund ist und bleibt ein Tier. Er wird nicht oder kann nicht gefragt werden. Ob er die Operation will, entscheiden der Mensch und der Arzt. Für den Arzt ist es Profit, für den Hund eine qual. Ich weiss ja nicht, was sie mit ihm gemacht haben. Ich bin dabei gewesen, als sie ihn intubierten und als er wieder aufwachte. Mann muss Vertrauen haben. Allerdings, nach "Dölf's" Chemotherapie und dem Wasserziehen, seinem Sterben, war es mit meinem Vertrauen zu Ärzten vorbei. Ich glaube, sie haben meinen Mann zu Tode „gedöckterlet“. Was sollte ich machen! Ich bin ein Leihe und weiss nicht, was sie tun oder taten. Für mich ist es eine Horrorgeschichte.

 

26.Juli 2010
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125.  26.Juli 2010
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  1. Juli

Ja, „hüt war ich für Nägelpflege bi Sabrina angemeldet“. Sie hat das gut gemacht. Ich geniesse es, zwei Stunden still zu sitzen und mich pflegen zu lassen. Wer pflegt mich schon zwei Stunden lang? Diese Pflege würde ich gebrauchen, um meinen Herzschmerz zu „dökterlen“, das habe ich heute erlebt. Später bin ich noch mit einem Mann zum Kaffee in Düdingen verabredet gewesen. Er kann umgehen mit Menschen. Er ist Taxifahrer und weiss, oder erlebt auf seinen Transporten, mit Menschen umzugehen, welche ein bisschen, angeschlagen sind, so wie ich.

Wir hatten ganz tolle Gespräche über Gott und die Welt, über das Leben, über sein oder nicht sein.

Es gibt keine Bedingungen, sonder wir können einfach zusammen über das reden, was einen beschäftigt. Ich bin auch noch bei meiner Tochter zu Essen eingeladen gewesen. Sie musste ein bisschen warten auf mich. Sie hat es aber verstanden und es mir auch gegönnt. Ja, der Tag war toll.

Und auf dem Camp haben sie mich vermisst. Sonst bin ich halt immer da. Heute nicht.

Es ist schön, wenn man vermisst wird. Ich bin heute raus aus meinem Alltagstrott. Dafür habe ich mich schön gekleidet und habe mich ohne Zielangabe und mit Blacky „verduftisiert“. Das war gut so. Ich lebe mein Leben. Über das wie, wo und wann brauche ich niemandem Auskunft zu geben. Es ist ein schöner Tag mit meiner Tochter, mit der Nagelstylistin, mit diesem Taxifahrer gewesen, „eifach z fride“. Danke.

Ich habe angefangen, zu leben, weiter zu leben, das Leben zu geniessen, Freude zu haben, einfach neu anzufangen. Danke an alle. Ich habe noch mit meiner Enkelin und dann noch mit Samantha, die Tochter meines Patenkindes, in Brasilien gechattet. Schön, wenn mich auch die jungen Leute verstehen und mit mir chatten. Ein schöner Tag geht zu Ende. Blacky geht es besser. Es ist schön, noch da zu sein.

28.Juli 2010
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126.  28.Juli 2010
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  1. Juli

Bei mir und bei Camper Nachbarn war heute Rasenmähen angesagt. Dann ist Einkaufen, das Postfach leeren, in der Wohnung nachschauen und ein bisschen Putzen drangekommen. Meine Tochter und der Taxichauffeur waren da. Er wäre gerne mit mir ausgefahren. Aber ich lasse Blacky nicht alleine.

Ich habe alles bereit gestellt, um in die Wohnung zu gehen. Angesagt ist dort Waschen. Ich freue mich auf morgen, auf meine Vorbaueinweihung mit Freunden. Alle, die mir geholfen haben und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Wir sind vierzehn Personen. Ich werde das Fest geniessen. Meine Tochter hat versprochen, dass sie grilliert.

 Ich mache Kartoffelsalat und Tomatensalat. Campernachbarn werden Salate und Selbstgebackenes Brot mitbringen. Das wird morgen sein, heute ist Waschen angesagt. Ja, das muss alles erledigt werden.

 Ich nehme Blacky mit und gehe etwas eher, in die Wohnung. So kann ich noch ein schönes Schaumbad nehmen. Wenn schon, dann schon. Etwas zu Essen nehme ich auch mit. Die Monatlichen Rechnungen müssen auch noch bezahlt werden. So kann ich den etwas kühleren Tag mit Gutem verbinden. Zeit für den Kaffee habe ich auch. Ich mache es mir gemütlich. So, nun ist mein Tagebuch auch wieder nachgetragen, bis heute Abend.

Monika, eine Cämpernachbarin ist noch um 23.00 Uhr  zu einem Glas Wein vorbei gekommen. Eben, es wurde 1.00 Uhr, bis ich ins Bett gehen konnte.

 

29.Juli 2010
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127.  29.Juli 2010
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  1. Juli 2010

Dann bin ich erst um 8.30 Uhr auf gestanden und habe Blacky ausgeführt. Es war ein schöner Morgen. Später habe ich etwas die Sträucher geschnitten und dann kam meine Tochter, um ihren Rasen zu mähen. Anschliessend ist sie zu mir zum Kaffee gekommen. Diese Besuche freuen mich immer. Es war gemütlich und behaglich. Sie ist dann zu Marianne, der Platzwartin, gegangen, um das Geld für die Arbeit zu holen, die Sie geleistet hat. Ja, und der Taxichauffeur kam auch zu Besuch. Er hat gewusst, dass meine Tochter da gewesen ist. Wir drei hatten zusammen gute Gespräche über die Arbeit und Zufälle.

Meine Tochter ist dann um 16.00 Uhr gegangen. Sie musste ja um 17.30 Uhr mit Arbeiten beginnen. Der Tag ist gut verlaufen. Ich habe noch einen Film geschaut, dann kamen Monika und ihr Mann aus Basel, auf Besuch. Sie blieben bis um 1.00 Uhr. Und so war ich wieder die Letzte auf dem Camp, die die das Licht löschte.

30.Juli 2010
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128.  30.Juli 2010
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  1. Juli

Um 8.00 Uhr bin ich bei der Ärztin, gewesen. Mein Blutdruck ist okay. Ich habe mich genervt, weil ich 15 Minuten warten musste. Ich bin ja die erste Patientin gewesen. Nun, so ist es.

Ein Arzt, ein Zahnarzt, überhaupt irgend jemand, der mir sagen will, was ich muss, das passt mir nicht.

Ich habe später das Vorbaufest vorbereitet. Ich habe15 Gäste zu bedienen gehabt. Es hat Kartoffelsalat, Tomatensalat, Hörnlisalat und gegrilltes Fleisch gegeben: Würste, Cippolata, Saucen u.s.w. Es war ein schöner Abend und meine Tochter hat gegrillt. Ich habe mich so meinen Gästen widmen können.

Meine beste Freundin und eine Nachbarin  haben mir geholfen zu servieren. „Merci viumau. Es het mi gfreut.“ Die letzten Gäschte sind um 23.00 Uhr nach Hause gegangen. Es war ein sehr schönes Fest aber auch schnell vorbei. 4 meiner Freunde sind geblieben bis halb eins. Hat mich sehr gefreut, dass alle gekommen waren die beim Vorbau mitgehlofen haben. Werde noch ein anderes Fest organisieren für den Elektriker und seine Frau. Habe es Versprochen! „Eg muess im Momänt e chli Rueh ha. Be irgendwie truurig. Eg vermisse einfach mi „Dölf“, je länger je mehr. Ou Blacky vermisst ihn“.

31.Juli 2010
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129.  31.Juli 2010
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  1. Juli

Am Morgen bin ich mit Blacky spazieren, die Vögel hören gegangen. Die Geräusche im Wald erwecken zum Leben. Es gib nichts Schöneres, als das Leben in der Natur. Nichts Schöneres, als mit Blumen zu reden, sie zu pflegen, Blacky zu pflegen, und auf mich aufzupassen, damit ich noch ein bisschen Leben kann. Ich hoffe, meine Werte- Blutwerte seien gut und ich könne noch ein paar Jahre auf Blacky aufpassen.

Samstag ist langweilig gewesen, niemand ist gekommen, nichts habe ich gehört. Es war einfach ein Tag zum Vergessen. Ich habe dann für mich ganz alleine etwas gegrillt und so mein Dasein gefeiert. Schliesslich hat doch noch meine Tochter angerufen und mich zum Kaffee eingeladen. So ging der Samstag vorbei, mit Geknalle. 31. Juli und 1. August sind eine nervige Sache. Blacky hat Angst vor der Knallerei. Da muss ich ihm Angsttropfen geben. Der 1. August (Bundesfeiertag mit viel Feuerwerk) kommt ja erst.

 

01.August 2010
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130.  01.August 2010
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  1. August

Ich habe mit meiner Tochter gefrühstückt, aber erst um 10.00 Uhr. Von da an ging’s bergab. Ich habe grosse Mühe mit Bläcky gehabt. Er fürchtet sich vor der Knallerei (Bundesfeier). Ich bin auch nervös. Er hat ja noch den Kragen und ich weiss nicht, was passiert, wenn er abhaut. Nun, so bin ich im Stress und habe immer Angst. Ab 16.00 Uhr ist es mit der Knallerei losgegangen und das wird die ganze Nacht dauern. Ich schliesse die Türen und gebe Bläcky Notfalltropfen. So werden wir das durchstehen.

Zu meinem Erstaunen hat mich noch der Taxifahrer angerufen um nach Bläcky zu fragen. Das hat mich doch sehr gefreut!

Der 1. August ist für alle Hunde und Katzen Stress! Ein so grosser Stress, dass manch ein Tier spurlos verschwindet, .verunfallt und vor lauter Angst davonrennt! Eben, so ist es, es macht allen Angst.

So, das ist geschafft: jetzt, um 3.00 Uhr ist Feierabend. So haben wir doch noch ein paar Stündchen, um zu schlafen.

 

 

02.August 2010
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131.  02.August 2010
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  1. August

Wir haben zusammen gefrühstückt, meine Tochter und ich. Der Tag ist ruhig ruhig verlaufen. Ich bin zwar allein gewesen, mache aber immer das Beste draus. Ich weiss, dass ich alleine bin, manchmal auch traurig. Mich aber will und sieht man immer mit einem Lächeln, dabei hat mein Leben eine Kehrtwendung genommen.

 

03.August 2010
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132.  03.August 2010
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  1. August

Ich habe keinen Besuch bekommen und es ist auch sonst ruhig gewesen. Alle, oder fast alle, sind nach Hause gegangen. Es ist manchmal eine riesengrosse Leere, die ich auch schaffen und akzeptieren muss. Ich habe „ gärtelet und  blüemelet“ und lebe. Ich hatte Herzschmerzen. Die kommen seit „Dölf’s“ Tod immer häufiger. Es ist auch wegen Bläcky. 14   Tage hatte er einen Kragen. Er hat Montag- und Dienstagnacht gelärmt, wollte seinen Kragen ausziehen.

Er hat die ganze Nacht mit Unterbrüchen probiert, den Kragen abzustreifen. Ich konnte nicht schlafen und er auch nicht. Es hat mich sehr genervt. Ich bin froh, wenn das Zeug, der Kragen, weg ist. Es nervt. Ja, die Nacht war lange, sehr lange. Ich bin froh, denn morgen können wir wahrscheinlich den Kragen wegnehmen. Ich hoffe, dass wir zwei noch ein bisschen zusammen bleiben können.

 

04.August 2010
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133.  04.August 2010
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  1. August

Ich musste um 8.00 Uhr zum Tierarzt. Alles ist okay. Ich muss tröpfelen und probieren, sein Auge, das er noch besitzt, zu pflegen. Er war happy, dass er wieder frei herum laufen konnte. Ohne Kragen, ohne Schmerzen. Ja, das ganze hat 2.000. — Franken gekostet. Die Operation, die Notfallbehandlung zweimal und Nachuntersuchungen 38.—Franken. Es ist halt so, dass, wenn man ein Tier hat, auch dafür bezahlen muss. Und das Tier pflegen muss. Ich hoffe, dass es so bleibt und man das andere Auge erhalten kann. Er findet sich ganz gut zurecht  er ist noch mehr fixiert auf mich . Er läuft mir immer hierher, so wie er sagen möchte: „Du gehst dann nicht auch noch ohne mich„. Es ist ein ruhiger Tag gewesen. Monika und Daniel waren da mit Emely.

 

05.August 2010
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134.  05.August 2010
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  1. August

Alle sehen, dass Bläcky ohne Kragen herumlaufen kann. Und ich muss mich zuerst an meinen Hund gewöhnen. Weil er nur noch ein Auge hat. Haben zusammen drei 3 Augen und bleiben zusammen und passen aufeinander auf. Er ist ein so guter Hund. Ich könnte gar nicht ohne ihn leben.

06.August 2010
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135.  06.August 2010
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  1. August 2010

Ich bin früh erwacht und habe gut geschlafen. Ich habe im Wald Maria mit Hund Babette getroffen. Sie hat auch ihre Geschichte. Ihr Mann ist vor drei Jahren auf dem Neuenburgersee gekentert. Er hatte eine Freundin bei sich, die mit Weste ans Ufer schwimmen und sich retten konnte. Er aber ist seit damals verschollen und sie ist Witwe. Aber sie weiss gar nicht, ob ihr Mann tot ist.

Er wurde als verschollen erklärt. Nun sitzt sie auf einem grossen Haus, einem Feriencamp in Cudrefin. Es wird ihr zuviel. Sie will alles verkaufen und neu anfangen. Das begreife ich. Anschliessend habe ich gefrühstückt. Um 13.00 Uhr ging ich in die Wohnung um zu waschen. Da musste ich noch Hund „Emely" hüten. Das war anstrengend. Um 19.00 Uhr war ich wieder im Camp. Monika und Daniel haben den Hund um 22.00 Uhr abgeholt. Wir haben noch einen Schlummertrunk, ein Glas roten Wein, getrunken. Dann bin ich ab ins Bett.

07.August 20010
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136.  07.August 20010
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  1. August

Um 11.30 Uhr habe ich meinen Arzttermin gehabt. Wie immer musste ich warten. Ich aber wusste, dass meine Werte gut sind, das fühlte ich. Nach  20 Jahren „Brustkrebs“ kennt man seinen Körper. Es war alles OK und das  21  Jahr beginnen. Das ist ein Geschenk für mich. Es glaubt ja gar niemand, was ich alles durchgemacht habe. Wie viele traurigen Stunden, Minuten, Tage und immer mit dem Gedanken: Der Krebs kommt wieder. Es ist mein Glückstag gewesen. Es ist wunderschön, noch da zu sein. Ein neues Jahr beginnt. Ich liebe das Leben mit allen Facetten.

Meine Enkelin hat Geburtstag und hat sich über meine Gratulation um 13.30 Uhr sehr gefreut. Sie war online. Das ist für mich auch etwas Neues. Man kann mit Freunden kommunizieren. Es ist zwar nicht immer so gut, aber ich mache das Beste daraus. Das Leben geht weiter, weiter. Danke!

 

08.August 2010
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137.  08.August 2010
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  1. August

Ruhig ist es im Camp. Ich habe eine Arbeit geplant, vor der ich jedes Mal zurückscheue: Die Tanne musste geschnitten werden. Es ist mühsam, auf der Leiter zu stehen und zu schneiden. Die Arme sind zwar beschäftigt mit an dem Seil ziehen und schneiden, da muss man schon. aufpassen, dass man nicht runterfällt. Ich habe es geschafft, ohne zu stolpern. Aber am Zeigefinger habe ich mir eine grosse Blase zugezogen. Das heilt wieder und morgen möchte ich mit dem Laminat anfangen. Wenn es sein muss, schaffe ich das auch alleine. Zuschauer hat’s immer.

 Aber eben, Zuschauer helfen nur, wenn's sein muss. Das muss auch niemand, ich schaffe das, wie ich das, das ganze Leben geschafft habe. Ich bin ein Stehauffrauchen. So ist auch mein Lebensmotto. Weiter, weiter. Morgen ist ein neuer Tag. Packe ihn an und er ledige das, was sein muss. Ich habe das Leben. Das Leben ist so wunderbar. Man muss nur leben, leben, geniessen, atmen, träumen, aufstehen!

 

13.August 2010
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138.  13.August 2010
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  1. August 2010

Ja, heute geht es mir nicht gut. Es ist ein Tag vor „Dölf’s“ Tod. 9 Monate danach habe mir viel vorgenommen: Dass, ich dies und das nicht mehr tue. Es ist Facebook, das mich krank macht. Ich mag nicht mehr auf Antworten warten, die dann doch nicht kommen und Versprechen lesen: „Ich komme auf Besuch“. Ich brauche das nicht. Ich muss für mein Leben schauen. Ich will zurückhaltend sein, keine Gefühle preisgeben. Ich brauche keinen Mann, sondern nur einen Ansprechpartner. Den gibt es nicht. Ich habe genug von den Männern. Ich brauche keinen fürs Bett, brauche keinen um auszugehen. Sondern ich brauche jemanden, der mir zuhört und der Mann muss zuerst geboren sein. Ja, ich weiss, ich muss mein Leben in beide Hände nehmen, nichts preisgeben und selbst auf mich aufpassen. Kein Mann kann mir da raus helfen Auch meine besten freunde nicht, niemand, will die Rolle übernehmen. So bleibe ich alleine, passe auf mich auf. Das Leben geht weiter, weiter, so Gott will.

14.Agust 2010
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139.  14.Agust 2010
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  1. August

Vor 10 Monaten ist "Dölf" gestorben. Es wird ein schwerer Tag für mich. Ich bin ganz durcheinander. Es läuft in meinem Kopf ein Film, so wie er gestorben ist. Noch einmal muss  ich das durchleben. Ich und meine Tochter waren bei ihm.

Es ist traurig, dass er mich alleine gelassen hat. Das Geld, das er für mich dagelassen hat, bringt mir "Dölf" nicht mehr zurück.

Heute habe ich noch etwas gewerkelt, um mich abzulenken. Es dreht sich im Kreis. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine Einstellung zum Leben. Es ist schwer, jemanden in mein Leben einzuschliessen.

So weiterleben, wie bis anhin das geht nicht. Ich muss etwas ändern und das zwar ganz alleine durchziehen, ohne wenn und aber. Mich vom Zwang befreien, kein Facebook, denn das bringt auch nichts. Was soll ich mit einer Freundschaft, die nur aus Worten besteht? Und wo ich nicht geschätzt werde, brauche ich auch nicht präsent zu sein.

Ich weiss, meine Gedanken sind manchmal sehr düster. Wenn ich aber Bläcky sehe, seinen Blick, dann muss ich sage: Ja, für Dich bin ich da. Ich weiss, dass Du mich liebst“. Liebe nehmen, Liebe geben, ohne Verpflichtungen, ist auch etwas, was einem ein Mensch nie geben kann. So werde ich mit meinem Bläcky zusammen bleiben. Ich werde mein Leben auf meine Art und Weise leben und auch nur mit Bläcky zusammenbleiben. Er bringt mir mehr, als sonst jemand. 

Morgen werde ich an "Dölf's" Platz gehen und ihm eine Rose hinstellen. Ich weiss, er freut sich darauf, auch wenn er sie nicht mehr sieht. Er hat mich geliebt, uns geliebt. Ich werde ihn nie vergessen. Ich werde mir auch nichts antun. Ich lebe das Leben und bleibe da, solange Bläcky lebt. Was danach kommt, ist "wurscht". Es ist egal was passiert, denn der Mensch denkt und Gott lenkt. In dem Sinn lebe ich und bleibe ich unter Euch. Danke für Alles! 

 

 

15.August 2010
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140.  15.August 2010
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  1. August

Meine Tochter hat mich mit einem Freund  besucht. Ich kenne ihn schon länger. Ich bin um 9.30 Uhr erst am Frühstück gewesen, als sie gekommen sind. Es hat mich sehr gefreut. Meine Tochter hat einen Kaffee und ihr Freund eine Cola. Dann haben sie sich verabschiedet. Sie wollten nach Hause. Morgen beginnt für  meinen Enkel der Ernst des Lebens. Luca lernt Maurer. Meine Enkelin geht in die Feusi-Schule, um Chemie und Physik zu lernen. Sie will eine Ausbildung als Krankenschwester machen. Und meine Tochter hat ja ihre neue Stelle. So wusste ich, dass ich heute alleine sein werde.

Ich habe dann mit dem Taxichauffeur gechattet. Er musste letzte Nacht mit Kunden Probleme gehabt haben. Dem Chauffeur gehört das Taxiunternehmen. Da muss er Tag und Nacht erreichbar sein. Er war sehr nervös, hat sich aufgeregt. Ich habe ihm vor geschlagen, dass er zu mir in den Camp kommt und wir darüber reden.

Er fühlte sich von einem Kunden betrogen, den er wegen einer Panne am Auto nach Frankreich gefahren hat. Er hat das Geld nie bekommen. Der Kunde hat aber nach der Fahrt gesagt, mit Gepäck zwei Kinder und Frau, dass er das erst bezahlen könnte, nachdem die Versicherung bezahlt habe. Ja, eben das hat ihn genervt. Das, und noch einer, der dauernd auf seinem gemieteten Parkplatz parkiert.

Der Taxichauffeur ist zu mir gekommen, wir haben über die Ereignisse gesprochen und er war drei Stunden bei mir. Wir habe ein gutes Gespräch gehabt und so hatte ich das Gefühl, dass es gut war für ihn und gut für mich. Ich bin sehr froh darüber.

So hatte ich einen schönen Sonntag und war nicht alleine. Danke Charly.

Am Abend kamen dann noch meine Cämper  Freunde Monika und Daniel.

Sie haben sich verabschiedet bis Donnerstag. So hat dann mein Sonntag doch noch

ein Licht in meine manchmal düsteren Tage gebracht. „Dölf“ geht es gut. Er ist fein raus!

 

16.August 2010
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141.  16.August 2010
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  1. August

Gestern Sonntagnachmittag hatte ich Besuch vom Taxichauffeur, ein Facebook-Freund. Er kam um 14.00 Uhr und blieb bis um 17.30 Uhr. Wir haben einen guten Draht zusammen, können miteinander reden. Er hatte Probleme und so haben wir versucht, und wir haben es auch gemacht, „darüber geredet". Das war schön und er ist wirklich ein lieber Mann zum Reden.

Ich glaube, nur Leute, die dasselbe durchgemacht haben, wie ich, können verstehen, dass es halt manchmal ganz dunkel ist. So, als würde ein Gewitter aufziehen. Es entlädt sich und plötzlich scheint die Sonne wieder, auch wenn es nur ein paar wärmende Strahlen sind. Sie sind da und zeigen Dir den Weg, der für Dich bestimmt ist. Ich gehe meinen Weg vielleicht auch mit einer Abkürzung. Das weiss nur der da oben. Ich will im Moment noch leben.

Die Sonne erwärmt mein Herz, meine Gefühle, meine Gedanken und meinen Herzschmerz mit den Stichen am Herzen. Ich hoffe, dass das einmal vorbei geht.

Von der Ärztin habe ich Mittel bekommen und werde sie auch anwenden, wenn, wie und wo ich will.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Leben an mir vorbei zieht und ich den Lebensweg gar nicht mehr mitschreiten kann.

Manchmal ist der Tag so schwer, so düster, dass ich es fast nicht aushalte. Nach aussen die fröhliche, gutgelaunte Nachbarin zu zeigen und tief in meinem Herzen, in der Seele, ist ein düsteres Loch. Wie komme ich da raus? Wie kann ich so weiterleben? Wie soll das gehen? Alle meine Gedanken wenn ich wach werde sind bei meiner ersten Bewegung: -„wo ist "Dölf"? - Mit dem Hund raus gehen, komme nach Hause, kein Frühstück: -„wo ist "Dölf"? – Einkaufen: - „wo ist "Dölf"? - Atmen, die Nähe eines geliebten Menschen fühlen, er ist da: -„wo ist "Dölf"? - Mit Bläcky gehen: -„wo ist "Dölf"? - Geliebt zu werden: -„wo ist "Dölf"? - Er fehlt mir, seine Präsenz, seine Liebe, seine Gefühle, sein schweres Atmen, seine Aussetzer, seine Lungenmaschine, sein Asthma-Inhalator, einfach seine Nähe… - „wooo ist die?“ –

Weg, ganz schnell weg war er, und tot.

Heute bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, hatte einen bösen Traum. Meine Tochter stand vor der Tür, "blutüberströmt" und zusammen geschlagen. Es war schrecklich! Ich war schlagartig hellwach, wusste aber, dass es nicht stimmt. Lange konnte ich nicht mehr einschlafen. Dann hat der Wind noch die Ganze Nacht am Mobilheim gerüttelt. Ich habe ganz schlecht geschlafen. Ich war wie gerädert, konnte aber dann am Tage etwas Schlaf nachholen. Es geht mir auch wieder gut. Ich gehe jetzt dann ins Bett, schlafen. Morgen ist Yoga. Ich freue mich darauf. Das ist mein Leben. Ohne Yoga würde es, so glaube ich, nicht mehr gehen.

 

17.August 2010
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142.  17.August 2010
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  1. August

Mit Bläcky geht mein Leben weiter. Es muss ja, ich will auch, ich liebe all die Leute die mir am Herzen liegen; Die mich lieben, mit mir zusammen sind. Es ist so schön, Freunde zu haben, die zu mir stehen, mich lieben und verehren. Ich bin ja kein Übermensch, habe all meine Schicksalsschläge überwunden und bin noch da. Danke, ich muss ins Bett. Ich bin müde und die Biene, die mich gestochen hat, hat mir damit auch Schmerzen verursacht. Sie hat sich ja meinen kleinen rechten Zehen ausgesucht .Es tut schon weh, aber zu wenig, zum Sterben. Der Fuss ist geschwollen. Morgen ist ein neuer Tag, das geht wieder weg. Das sind kleine Wehwehchen.

Es gab in den letzten 20 Jahren Momente, wo ich nicht mehr leben wollte. Ich habe mich durchgekämpft und so geht mein Leben weiter, weil ich will und auch muss, für Bläcky. Das mache ich, schaffe ich, immer In Gedanken an "Dölf". Ich habe ihn so geliebt. Er hat mich verehrt, begehrt und gebraucht!!!

18.August 2010
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143.  18.August 2010
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  1. August
    Ich bin heute früh vom Klingeln des Telefons aufgeweckt worden. Es war der Taxichauffeur. Eigentlich wollte er jemand anderen anrufen. Er hat sich entschuldigt und Guten Tag“ gesagt. Von da weg hörte ich nichts mehr . Ja, so ist es.

Rolf und Mercedes haben sich verabschiedet. Sie reisten zurück nach Puerto Plata in der Dominikanische Republik. Ich habe mit meiner Tochter Glocken geläutet und mit Schweizerfähnchen gewunken. Sie haben noch einmal mit dem Auto eine Runde gedreht, gehupt und: Tschüss, weg waren sie. Es tut weh, wenn sie wieder gehen. Ein herzlicheres Volk, als Afrikaner, gibt es nicht . Das hat uns zusammen geschweisst. Schade sind sie weg. So ist das Leben, das geht weiter, muss weiter gehen, in Wort und Sinne. Mache das Beste daraus. Es lebe mein Leben! Meine Gefühle, meine Gedanken! Ich bin noch da, danke. Gute Nacht, schlafet guet.

19.August 2010
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144.  19.August 2010
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  1. August

„Eg weiss, mis Läbe geit witer, witer“. Heute aber habe ich einen Besuch gehabt, der mich überwältigte vor Freude. Das kam so: Da fragt man einen Facebook Freund: "Hast Du Zeit für einen Kaffee?" Er antwortet: "mau gugge" und wenn er das sagt, ist noch nie was daraus geworden. "Mau gugge" heisst fast J'ein. Das weiss ich auch.

Ich bin für den zu alt, aber doch noch interessant: Vielleicht vom Geld her oder von meiner Art zu reden und eben, meinem Alter entsprechend kenne ich Weisheiten, die ich halt an Erfahrung gesammelt habe, in meinem Leben. Aber das, was ich heute erlebt habe, ist so etwas wie Vorsehung. Plötzlich stand der Facebook-Freund da vor meiner Tür und sagt: "Hallo".

 

Er hat keinen Wein mitgebracht, aber ein Paket Gudi für Bläcky. Er weiss, dass ich immer ein Glas, eine Flasche roten Wein habe. So haben wir einen wunderschönen Abend gehabt. Als Geschenk hat er mir mein Lied "Ewegi Liebi“ auf mein Handy gepostet. Danke.

Nun habe ich meinen Klingelton, der mich an ihn erinnert. Er ist verheiratet. Das ist für mich tabu. Aber ewegi Liebi ist immer noch da. Das ist mein Geheimnis,

keines vom Facebook. Nein, er ist jemand, den ich schon so lange kenne. Und er hat mich, so sieht es auch aus, nie vergessen. Das war der Aufsteller des Tages. So schön kann eine ewige Liebe sein. Ich brauchte gar nichts zu fragen: “Kommst Du?“

 Er hat den Weg gefunden. Er ist älter, grau und vom Arbeiten verbraucht. Ich bin

vom Krebs gezeichnet. Er aber hat mir zeigen wollen, dass er immer noch an mich denkt. So was nenne ich Freundschaft. Er hat nicht gesagt, :”Mau gugge”, er war da, genau in dem Moment, als mir vom Waschen, vom Treppenhaussteigen, Kübel hochheben, und, und, alles weh getan hat. Welch eine Freude. Ich kann es jetzt noch gar nicht fassen. Mein Rufton wird nun “ewigi Liebi” sein. Auf den Rufton und auf den Besuch habe ich schon lange gewartet Er stand einfach da vor meiner Tür mit einem Paket “Hundeguetzli” und ich habe mich riesig gereut. Bis 24.00 Uhr sassen wir im Vorbau und haben eine feine Flasche Rotwein getrunken. Dazu haben wir über unsere Liebelei gesprochen. Super, dass er an mich gedacht hat. Als ich ihn gesehen habe, dachte ich, dass das ein Geist ist. Er war es aber, mein bester Freund aus alten Zeiten. Ewegi Liebi, so klingelt jetzt mein Handy, so wird es auch bleiben. Danke für den Besuch.

 

 

20.August 2010
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145.  20.August 2010
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  1. August.2010

Wäsche hinunter geholt, gebügelt und zusammen gelegt, und es musste eingekauft werden. Es geht mir im Moment nicht so gut. Ich bin einfach traurig, dass “Dölf” nicht mehr da ist. Ich vermisse ihn. Ich weiss gar nicht, was ich tun soll. Es nervt mich, dass mir auf die Finger geschaut wird und dass ich gar nicht richtig weiss, wie das weitergehen soll. Ich bin manchmal so, so einsam. Der Weg, den ich gehe, ist gut so, aber manchmal sehr einsam, wie am Freitag.

 

Manchmal habe ich 5 bis 6 Mal Besuch. Dann gibt es wieder Tage, an denen niemand nach mir fragt. Wenn ich nur wüsste, was ich tun soll. Der Taxichauffeur ist auch sehr nervös, putzt mich manchmal mit Worten weg. Ich habe ihm erklärt, dass wir zusammen reden können. Ich ertrage das nicht, wenn man mich einfach  mit Worten tröstet Es ist vorher auch gegangen ohne Facebook. Mein Leben und so kann es auch bleiben.

 

 

Ich muss das nicht haben. Ich nehme mir vor, morgen nur 1 bis 2 Stunden auf Facebook zu gehen. Wenn mich jemand erreichen will, habe ich ja auch mein Handy. Es kann nicht so weiter gehen, dass ich süchtig werde.

Ich beginne morgen damit, zurückzustufen und wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Es ging vorher auch und geht auch jetzt wieder so weiter.

 

23.August 2010
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146.  23.August 2010
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  1. August 2010

Heute habe ich etwas weniger auf Facebook gechattet. Ich habe die Rosen zurückgeschnitten, die Blumen gehegt und gepflegt. Nun, es muss alles gemacht werden. Ich habe keinen Mann mehr, der mir hilft. Ich bin alleine, alleine mit meinen Sachen, die ich alle machen muss. Ich habe eben auch noch die Wohnung geputzt.. Und ich werde älter, auch wenn man mir das vielleicht nicht ansieht. Ich habe heute Morgen im Radio auf Musikwelle ein Lied von Semino Rossi gewünscht. „Bist Du allein heute Nacht“. Es wurde gespielt. Mein Wunsch war halt nur für mich alleine. Für wen sollte ich es sonst noch wünschen? Ich muss alleine fertig werden. Ich habe zwar gute Freunde, meine Familie, die mich unterstützen. Aber „Dölf“ fehlt mir. Ja, es muss weitergehen, so oder so. Ich muss mit meinem Leben fertig werden.

Leben und geniessen, vielleicht auch noch Ferien machen. Ich werde mal sehen, ob mein Wunsch erfüllt wird. Nun bin ich müde, morgen muss ich früh raus. Dann habe ich Yoga, das tut mir gut. Bis morgen Abend.

24.August 2010
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147.  24.August 2010
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  1. August 2010

Heute bin ich im Yoga gewesen. Ich habe mich darüber gefreut, dass meine Schwester Verena mich danach zum Essen eingeladen hat. Wir führten gute Gespräche und wir können über Gott und die Welt reden. Das Essen war fein, Bläcky und der Hund Carlo haben so schön zusammen gespielt. Um 13.00 Uhr bin ich nach Hause gefahren. Es war sehr heiss im Auto. Zu Hause angekommen, hat man uns schon vermisst. Später hatte ich ein gutes Gespräch mit dem Taxifahrer gehabt, und gedacht, dass ich dann schlafen könne. Das war aber nichts. Besuch ist gekommen und so habe ich mich darüber gefreut. Und im Schwups war der Tag vorbei. Bin sehr müde und freue mich, ins Bett zu gehen und zu träumen. Träumen, von einem neuen Lebensabschnitt, davon wie das weitergeht mit uns beiden, mit Bläcky und mir. Er braucht mich und wir möchten noch ein bisschen zusammen sein. Ich habe mich beim Spaziergang übertreten. Im Fuss habe ich Schmerzen. Ich habe Eiswickel machen müssen. Ob ich morgen noch laufen kann, ist eine Frage. Ich gehe nun ins Bett und erhole mich. Ich brauche meinen Schlaf.

Der Taxifahrer (Charly) hat mich auch noch angerufen. Wir sind dauernd unterbrochen worden. Aber es war ein gutes Gespräch. Nun ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Gute Nacht.

 

25.August 2010
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148.  25.August 2010
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  1. August 2010

Am Morgen konnte ich kaum gehen. Ich habe mir über Nacht Wickel angelegt. Mein Fuss ist sehr stark geschwollen. Ich probiere, ihn selbst zu kurieren, aber es hat nicht geklappt. Es ist sehr schmerzhaft gewesen. Ich konnte die Nacht durch wegen der grossen Schmerzen nicht gut schlafen. Am Nachmittag sind meine Tochter und meine Enkelin zum Kaffee gekommen. Meine Enkelin hat die Getränke serviert und mich bedient. An frühen Abend, als die beiden schon weg waren, habe ich mit der Ärztin einen Termin für 9.30 Uhr am Donnerstag vereinbart. Es ist eine Bänderzerrung seitlich. Es wurde mir schon zweimal operiert.

Das erste Mal 1990 am 18. Oktober, gleich nach meiner Brustamputation. Ja, das zweite Mal war 1995 und jetzt ist der Fuss wieder am rebellieren. Ich hoffe, dass die Schmerzen weggehen und ich noch ein bisschen laufen und das Leben geniessen kann. So, wie ich es eigentlich immer wollte. Aber es ging leider nicht mehr. „Dölf“ war sehr krank. Ja, das ist vorbei. Ich hoffe auch, dass es für mich weiter geht.

26.August 2010
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149.  26.August 2010
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  1. August 2010

Heute Morgen konnte ich kaum aufstehen. Ich hatte solche Schmerzen, dass ich gar nicht wusste, was los war. Und ich habe mich in der Zeit vertan. Es war bereits 8.30 Uhr und ich bin immer noch im Bett gewesen. Die Schmerzen liessen nicht nach.

Ich war um 9.30 Uhr bei meiner Ärztin. Sie hat Röntgenbilder gemacht ,und gesagt, dass ich eine Bänderzerrung habe.

27.August 2010
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150.  27.August 2010
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  1. August 2010

Bin erst um 8.30 Uhr mit Schmerzen aufgewacht. Um 24.00 Uhr letzte Nacht , bin ich noch mal aufgestanden und habe mir einen Wickel mit Antiflogestin gemacht. Ich kann kaum laufen, vor allem, wenn ich aufstehe. Es dauert einen Moment, bis ich normal gehen kann. Ich bin einfach nicht mehr zwanzig. Heute habe ich liebe Gespräche mit Max (Schulkollege) gehabt. Ihm habe ich eine Einladung, für ein  Essen absagen müssen. Mit dem Charly dem Taxichauffeur war ich in St. Silvester, um zu 

sehen, wo das ist. Am Samstag bin ich dort zu einer Hochzeit meiner Nachbarn eingeladen.

Kapitän Heinz-Georg hat mich angerufen Ich habe  ihm gesagt, dass ich im Herbst auf Besuch auf die MS RIA komme. Ja, und Heinz (Campernachbar) hat mich auch noch besucht, wir haben ein Glas Rotwein getrunken.

Nun ist es 23.30 Uhr und kein Mensch online auf facebook. Ich will davon weg. Ich will nicht abhängig werden. Mein Leben geht weiter, muss weiter gehen. Und zwar so weitergehen, wie es für mich das Beste ist. Ich freue mich auf Morgen auf das Fest, auch wenn es regnet, das spielt keine Rolle.

Ich kann nach Hause gehen, wenn ich will. Ich liebe das Leben und das geht auch weiter, weiter.

Ich freue mich auf neue Sachen, einen neuen Anfang, ohne "Dölf“. Leben und leben lassen, geniessen und geniessen lassen, ohne wenn und aber: Es muss, weiter gehen.

 

28.August 2010
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151.  28.August 2010
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  1. August 2010

Ich bin früh morgens mit Bläcky noch schnell in die Wohnung, um zu duschen und die Haare zu waschen. Ich bin etwas spät dran gewesen und dann etwas zu spät in der Kirche. Das macht nichts. Wenn ich etwas schaffen will, dann kann ich das.

In der Kirche war es  schön. Es sind wenig Leute dort gewesen. Von unserem Wohnblock waren es die  5 Familien, wenn man dem so sagen kann: Elsbeth, Romy, Beatrice und Pesche, Daniel und Marina mit je zwei Kindern und Ich , meine Wenigkeit. Alex und Sonja haben sich über meinen Besuch gefreut. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl gehabt, dass sie sich freuten. Elsbeth und Romy waren etwas eifersüchtig auf mich, ich habe es gemerkt. Es spielt keine Rolle. Ich bin alleine gefahren. Habe es auch so geschafft, ohne alle anderen.

Auf dem Weg ins Schloss Laupen habe ich mich verflogen. In Schmitten bin ich gerade aus statt rechts abgebogen. Ich weiss ja genau, wo Schmitten und Laupen liegt. Es war schön, dauerte aber lange. Um 13.30 Uhr bin ich im Camp weggefahren und um 16.45 Uhr gab es den ersten Tropfen zu trinken und zu essen. Man machte Fotos und noch einmal Fotos, warten war angesagt. Das hat mich ein bisschen genervt. Um 18.30 Uhr bin ich wieder im Camp gewesen. Ich bin froh gewesen, mein Fuss schmerzte. Und so bin ich zuerst einmal mit Bläcky  spazieren gegangen und habe mich dann hingelegt.

 

 

29.August 2010
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152.  29.August 2010
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  1. August 2010 Donnerstag

Um 8.00 Uhr bin ich mit Bläcky zum Tierarzt gefahren. Die Konsultation hat 10 Minuten gedauert, gewartet habe ich auch 10 Minuten. Das ganze hat 99.-- Franken gekostet. 49.-- Franken die Augenuntersuchung, 38.-- Franken die Kontrolle, 12.-- Franken eine Salbe für die Augen. Das ist schnell verdientes Geld.

Anschliessend war ich in der Wohnung und habe auch noch Kaffeekapseln geholt, den Rasen an drei Orten gemäht. Ja, und das alles mit meinem Fuss. Er schmerzt immer noch. Ich laufe auch 20 1. Ich höre wie mein Fuss knackt.

Am Nachmittag ist meine Tochter noch bei mir gewesen. Es war ganz lustig. Wir haben Sprüche gemacht und konnten viel lachen. Das hat mir gut getan: Einfach ein bisschen Freude haben. Am Abend bin ich todmüde und bin froh, dass ich schlafen kann.

Ja, ich kann mir ja selber lieb sein. Das tue ich auch. Es ist ein Muss. Ich war in der Wohnung, dann einkaufen und anschliessend beim Bjoutier. Ich habe die goldene Armbanduhr Omega abgeholt. Das ist ja die Uhr von "Dölf". Ich habe sie verkleinern lassen, damit ich sie tragen kann! Ich werde sie tragen. Dann habe ich den Rasen gemäht, die Hecke geschnitten und Fenster geputzt: „Blüemelet“, bei meiner Tochter und bei mir. Ja, ich habe immer etwas zu tun. Ich sehe die Arbeit und es freut mich auch, etwas zu machen. Das ist mein Lebenselixier. Ich freue mich über Besuch. Das macht Spass. So kann ich sehen, dass man mich lieb hat. Aber manchmal kommen alle zusammen und dann ist es wieder ruhig, fast zu ruhig. So soll es sein.

Denn "Dölf" fehlt mir immer noch. Der Ansprechpartner fehlt mir. Vielleicht wird es dem Taxichauffeur manchmal auch zuviel, wenn ich ihm schreibe oder erzähle.

30.August 2010
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153.  30.August 2010
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  1. August 2010

Ich war bei meiner Ärztin wegen des Fusses. Sie hat mir empfohlen, ich sollte meinen Fuss noch ein binden. Noch 14 Tage lang. Oh, und das kotzt mich an. Ich muss aber, denn wenn ich ohne Verband rumlaufe, knickt mein Knöchel nach aussen.

Ich musste in die Wohnung, um die Rechnungen zu bezahlen. Habe aber am Morgen einen lieben Besuch gehabt. Der Taxichauffeur hat mich besucht und überrascht. Er ist um 9.05 Uhr zum Kaffe da gewesen. Ich bin mit Blacky unterwegs gewesen. Ich habe mich sehr gefreut. Um 10.15 Uhr ist er wieder gegangen. Er ist gestresst, dauernd unterwegs. Hier und da und dort. Ich habe dann am Nachmittag die Rasenmähertour gemacht und Kanten geschnitten. Ich habe viel gearbeitet. Meine Tochter hat dann nach mir gefragt. Aber auch der Taxichauffeur hat sich erkundigt, wie es mir geht.

Schön, wir können gut reden. Das freut mich. Ich brauche meine Ruhe aber auch. Ich bin nicht mehr zwanzig, die Spuren gehen nicht weg. Sie hinterlassen Zeichen der Erlebnisse. Ich mag gar nicht erzählen. Der Tag hat gut angefangen und gut aufgehört. Morgen ist Yoga.

 

31.August 2010
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154.  31.August 2010
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  1. August 2010, Dienstag

Heute war ich im Yoga. Es hat eine gute Wirkung auf mich gehabt. Mit den Frauen, vor allem meiner Schwester, ist alles so schön. Wir sind eine grosse Familie. Ich geniesse es, mit ihnen zusammen zu sein. Anschliessend bin ich wegen der Store, die einen Sengschaden hat, noch bei „Bantam“ vorbei gegangen. Und dann war ich noch beim Optiker. Am Nachmittag bin ich nach Bern gefahren, um Nespresso-Kapseln zu kaufen und später mit Blacky spazieren. Es ist einfach so, ich muss alles alleine machen. Keiner hilft mir. Ich muss alles alleine entscheiden und bezahlen. Danach bin ich nudelfertig gewesen. Am Nachmittag musste ich schlafen und etwas ausruhen. Niemand denkt daran, was ich alles erlebt, mitgemacht habe. Das ist nun vorbei. Ich denke an die Zukunft. Ich muss und ich denke positiv. Ich will ja weiterleben und geniessen. Mein Leben geht weiter, weiter.

 

Einzelgeschichten: In Sachen Kampfhunde (geschrieben im November 2011)
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155.  Einzelgeschichten: In Sachen Kampfhunde (geschrieben im November 2011)
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Einzelgeschichten:

 

(geschrieben im November 2011)

 

In Sachen Kampfhunde

Es gibt auch noch andere Hunde, die vom Ausland über die Grenze gebracht werden. Es gibt Hunde, die sind nicht erzogen, kennen keinen Gehorsam, kein ’Fuss’, ’Sitz’‚ oder ’Platz’‚, geschweige denn ’Pfui’. Und genau ein solcher Mischlingshund, zwischen einem Husky und sonst etwas, griff unseren Hund an.

Der Hundeführer, ein Bube, hatte 2 Hunde an der Leine, konnte sie aber nicht festhalten. Beide Hunde stürzten sich auf unseren Hund Brinz. Ich schrie: ’Pfui ’, Brinz war auf dem Rücken und hat herzzerreissend gejault. Und ich habe es mit der Leine probiert, habe die Bestie geschlagen. Den grossen Hund nenne ich die Bestie. Die Hündin oder der Hund liess aber nicht von ihm los. Als Brinz endlich flüchten konnte, hat die Bestie ihn noch mal gebissen, in den After.  Seit 28. Dezember 2005 sind wir immer noch mit der Pflege der Verletzungen beschäftigt. Wir sind daran, den Hund mit Pflastern zu versorgen, Salbe einzureiben. Er hat auch ein paar Kilo abgenommen und ist nun krank geworden. Immer wieder entdecken wir neue Bisswunden an ihm!

Jetzt ist es nötig, dass er immer wieder Antibiotika und Cortison bekommt. Dazu kommt noch eine Allergie, wegen dem Stress. Seit 3 Monaten versuchen wir, unseren Hund zu retten.

Brinz ist ein „Entlebucher“ und 15 Jahre alt. Ich besuchte mit ihm die Hundeschule. Er hat auch noch nie einen Hund oder einen Menschen gebissen. Der Hundehalter der 2 Hunde meldete sich nur einmal. Ich glaube, der grosse Hund war gar nicht angemeldet. Seit ein paar Tagen habe ich diesen Hund nicht mehr gesehen und wir haben Angst, dass so etwas noch einmal passiert. Unser Hund ist nach diesem Angriff seit Monaten krank und es will nicht aufhören. Es muss Pflicht für die Hundehalter sein, jeden Hund zu dressieren, damit so was nicht passiert.

Denn wenn ein Hund so verbissen wird, könnte auch er böse werden oder Angst haben. Mit Krankenpflege, mit pudern und salben, mit: „Wir bezahlen die Rechnung“, ist es nicht getan. Die Folgen trägt der Besitzer der gebissenen Hunde, und wir tun das schon seit 3 Monaten.

 

(geschrieben am 27. Oktober 2003)

 

Einzelgeschichten: Mein grösster Schock (geschriebeb November 2003)
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156.  Einzelgeschichten: Mein grösster Schock (geschriebeb November 2003)
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(geschrieben am 27. Oktober 2003)

 

Mein grösster Schock in meinem Leben

 

Im September 1990 zog ich mir einen Bänderriss am rechten Fuss zu. In der Sense, dem Fluss, der neben meinem ,Wohnort durchfliesst, habe ich mir meinen Fuss eingeklemmt. Ich musste operiert werden.

Im Oktober fühlte ich einen Knoten in meiner rechten Brust. Es war nötig, eine Mammographie zu machen. Am 15. Oktober 1990 war ich für die Fussoperation angemeldet worden. Aber da war ja noch der Knoten in meiner Brust. Im Röntgeninstitut teilte ich mit, dass meine Fussoperation für den 15. Oktober 1990 in einem Spital in der Umgebung von Bern angemeldet war. Einen Tag vor dieser Operation trat ich ein. Mein Fuss wurde für die Operation des Bänderrisses vorbereitet.
Aber da war eben der Knoten in meiner rechten Brust.

Ein Chefarzt vom Inselspital kam mit den Ärzten des Spitals zu mir und liess mich wissen, dass der Knoten nicht gut aussehen würde und sofort weggeschnitten werden müsse. Statt des Fusses wurde dann der Knoten, das heisst, schliesslich meine ganze Brust entfernt. Die rechte Brust wurde sofort amputiert! Als ich erwachte, war meine Brust weg und mein Bänderriss noch da. Ich wollte leben und habe mich viel mit Blumen beschäftigt. Damals dachte ich: "Du lebst ja, was willst Du noch mehr". Später wurde auch der Bänderriss noch operiert.

Die älteren Patienten im Spital glaubten, dass ich für die Blumen zuständig gewesen sei. Eine alte, bettlägerige Frau sagte einmal zu mir: „Könnten Sie meinen Blumen auch frisches Wasser geben?“ Und ich machte es, denn Blumen bedeuten mir alles und sind mein Leben. Die Patientinnen und Patienten glaubten alle, dass ich das Blumenmädchen vom Spital sei.

 

Ich lag 6 Wochen im Spital. Meine Freundin fuhr mich jeden Tag mit meinem Rollstuhl aus und wusch für mich Kleider. Meine Freunde, mein Mann und alle haben mir den Tag versüsst. Meine Kinder brachten mir unseren Hund Sambo vor das Spital. Ich konnte ihn sehen und, ich war mir bewusst. „Das überlebst Du.“

 

 

Etwa 10 Tage nach meiner Brustoperation bekam ich den Bericht von Doktor Sommer: „Sie haben keine Metastasen“. Das war für mich der schönste Moment in meinem Leben;  zu Überleben!

Am 18. April, begleitete meine Freundin mich auf der Reise in die Erholungskur. Die Kur dauerte 3 Wochen, die ich allein, nur mit meinem Hund verbrachte. Ich musste jeden Tag spazieren gehen. Und heute, 13 Jahre nach meinem grössten Schock, lebe ich immer noch. Es geht mir gut. Mein neuer Hund heisst Brinz. Ich gehe jeden Tag ein paar Stunden unter freiem Himmel spazieren, mit ein paar Schmerzen, aber das ist auszuhalten. Ich lebe und das Leben geniesse ich mit meinem Freund, meinen Freundinnen, meinen Kindern und Geschwistern. He, ich bin noch da!

 

Adelheid

Ferien mit meiner Tochter und meinen Enkelkindern auf der MS RIA)
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157.  Ferien mit meiner Tochter und meinen Enkelkindern auf der MS RIA)
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Ferien vom

Mit meiner Tochter und meinen Enkelkindern auf der MS RIA)

 

Die Anfahrt zum Schiff führte von Lyss via Bern und Basel nach Hamburg. Weiter ging sie über Flensburg nach Fredericia und schliesslich nach  Aarlborg.  Die Reisezeit betrug total 26 Stunden und wir reisten in 8 verschiedenen Zügen. Aber  all die Mühe  war eine Reise wert, um schliesslich auf der MS RIA mitzufahren. Wir alle, meine Tochter Sandra, meine Enkelkinder Carmen, 8 Jahre, und Luca, 7Jahre, sowie ich selbst waren froh, endlich auf der MS RIA angekommen zu sein.

 

Das Tischlein war gedeckt,

die Kojen frisch bezogen,

alles war da,

Heinz-Georg und auch Claudia.

 

Die Anreise, die war stressig

mit Sitzen in den Zügen, essig,

aber was will man machen

mit all den sieben Sachen!

 

„Locker nehmen“ war die Devise,

der Nordwind, zwischendurch nur ’ne Brise.

Auf dem Koffer sitzen, raus und rein,

das alles musste halt so sein.

 

Nun endlich durften wir auch sitzen

und das gute z’Nacht stibitzen.

Keiner sagte: „He, steh wieder auf,

auf den Platz da setzte ich mich drauf“.

 

Ausgepackt,

das wurde am  morgen

Da machten mir uns keine Sorgen.

Einfach liegen, schlafen wollten wir,

denn wir wussten: Sicher, wir bleiben hier.

 

Von Aarlborg ging’s nach Uddevalla.

Es war lustig, da waren wir wieder voll da:

Ausgeruht und ausgeschlafen

erreichten wir den schönen Hafen.

 

Quarzit geladen haben wir,

dazwischen gab es gar kein Bier.

Am Abend dann ein Gläschen Wein

für die grossen Kinderlein.

Die Kleinen gingen früh zu Bett,

                                waren aber immer ganz, ganz nett.

 

36 Stunden bis nach Kiel,

das war unser nächstes Zeil.

 Und geschaukelt hat es auch.

 Das ist aber hier so  Sitte . Nur nicht so

 Toll, bitte , bitte .

 

In Kiel, da ging unsere Claudi fort,

um zu arbeiten an einem anderen Ort.

Carmen und Luca vermissen Sie sehr,

denn Sie erzählt auch Geschichten vom Meer.

 

Ria hat uns auch besucht,

Sie war im Haus ganz ausgebucht.

Gäste hier und Gäste da,

überall ein Trallala.

 

Frische Wäsche hat sie uns gebracht:

gewaschen, gebügelt, sauber gemacht.

Ein „Danke“ auch an Tante RIA,

denn Sie, Sie ist für alle da.

 

Weiter ging es dann nach Bremen, auf der Weser ganz schön sachte

bis der Kapitän einen Halt für uns machte.

Da durften wir dann auch ausgehen,

um Bremen ein bisschen anzusehen.

 

Pizza essen war angesagt, die war herrlich und ganz fein.

Ein Gläschen dazu, das musst sein.

Der Nachhauseweg, der war schwierig.

Wir fragten unser Kinderlein: „Bitte sagt uns, wo geht es wieder heim.

Auf die MS RIA mussten wir.

Sie zeigten uns den Weg genau,

dabei waren wir zwei gar nicht blau.

 

                                Bärbel ist dann eingestiegen.

                                Es war schwierig, sehr schwierig, die Kinder rumzukriegen.

Denn was Neues, das ist schwer

bei kleinen Kindern umso mehr.

Sie spielte mit den Kinderlein

manch schönes Spiel, das musste sein.

 

Ja, aber wo, wo liegt denn Minden?

Das mussten wir dann auch noch finden.

Durch den Nord-Ostsee-Kanal ging es dann

ganz schnell über die Elbe bis Cuxhaven,

da durften wir auch wieder schlafen.

 

Am Morgen weiter,

das Stückchen Nordsee, das wird ja heiter.

Schaukeln hin und schaukeln her,

es war gerade genug, bitte nicht mehr.

 

Auf der Weser war es ruhig.

Wir wurden dann auch wieder mutig,

gingen nach oben zu Heinz-Georg.

Es gab kein Wein, es gab kein Grog.

Eine Tasse Tee und Zwieback dazu

und schon war es fertig mit der Ruh.

 

                                Nun sind wir auf dem Weg nach Minden,

hoffentlich werden wir es finden.

Heidschnucken, Kühe säumen den Fluss,

grünes Gras im Überfluss.

 

Keine Schaukelei, kein nervöses Treiben,

alles schön ruhig, ich glaube wir bleiben.

Aber eben, so ist das Leben: Die Seefahrt, die ist nun zu Ende.

Jetzt gibt es drum auch eine Wende.

 

Aussteigen und dann ab in die Schweiz,

auch die hat ihren besonderen Reiz:

Seen, Flüsse, Berge,

die auch schon auf uns warten,

vielleicht auch nur in unserem Garten

und gleich dahinter die sieben Zwerge.

 

Schule, arbeiten ist angesagt,

wenn auch der Abschied an uns nagt.

Mit einem Küsschen an alle, die uns vermissen,

werden wir ihnen die Tage versüssen.

Wir kommen wieder, das ist klar.

Vielleicht auch schon im nächsten Jahr.

Ein Gedicht für meinen Bruder Heini
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158.  Ein Gedicht für meinen Bruder Heini
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Für Heini gedichtet

 

Dein Herzschlag, der ist immer da,

ob gestresst oder ob trallala.

Es schlägt und das nur für Dich,

in Deinem Herzen, hoffentlich.

 

Hoffentlich auch jeden Tag

mal langsam, mal schneller, wenn es mag.

Ich hoffe, dass Du daran denkst,

denn Du bist der, der alles lenkt.

 

Ich weiss, es ist manchmal schwer

„Nein“ zu sagen hinterher.

Aber eines weiss ich, das ist klar:

Ein Herz das schlägt, ist wunderbar.

 

Du hast jetzt noch mal Glück gehabt,

es ist im Leben einfach so.

Es geht bergauf und auch bergab,

das Herz, das ist nur einmal da.

 

Kein Stellvertreter hilft Dir aus,

wenn es nicht mehr schlagen will.

 

Lebe mehr mit dem Gefühl

deshalb denke daran: Stecke zurück

das Leben ist das allerhöchste Glück.

 

Gedicht
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159.  Gedicht
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Gedicht

Es fehlt immer die Zeit

 

Heutzutage kann man konstatieren

nervöse Leute, die immer pressieren.

Können sich nicht gemütlich geben

und verpassen so ihr Leben.

Bei diesen Leuten heisst es weit und breit

Ich habe heute keine Zeit.

 

Die Frauen drehen ihre Runden,

es geht um Minuten und Sekunden.

Wie der Teufel muss man putzen,

in der Wohnung die Zeit ausnutzen.

Geladen sind sie wie Dynamit:

„Eg ha hüt haut gar kei Zyt“.

 

Die Männer sind womöglich

gar nicht besser diesbezüglich.

Haben meistens zu reklamieren,

sei’s im Büro oder bei den Ihren.

Braucht man einen, gibt es noch Streit:

Tut mir leid, heute habe ich keine Zeit.

 

Und die grünen, jungen Eminenzen,

möchten am liebsten nur faulenzen,

spörtle, tanzen, telefonieren,

spiegelschauen, karisieren.

Hilf der Mutter ein wenig heut:

Sorry, hab heut keine Zeit.

 

So ist das Leben ganz vergänglich.

Ich geniesse die Stunden vollumfänglich

 

 

 

Denn kannst du das Leben voll geniessen,

 

wird auch keine Träne fliessen,

wenn Du gehst ganz unverhofft.

Dir jemand auf die Schulter klopft:

„Komme zu mir? Heute habe ich Zeit.“

Ich würde gehen, ich wäre bereit.

 

 

Eine Schiffsreise auf der MS Ria (1998)
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160.  Eine Schiffsreise auf der MS Ria (1998)
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Eine Seereise auf der MS RIA, 1998

 

 

  1. Tag

Ich fuhr von Bern mit dem Zug zur MS RIA, die in Cuxhaven liegt. Um 9.45 Uhr bin ich in Bern abgefahren. In Olten ist meine Schulfreundin Elvira in den Zug zugestiegen. Wir haben uns bis Mannheim gut unterhalten, Fotos gemacht, sind umgestiegen. Um 17.45 Uhr war ich in Bremen und hatte gleich Anschluss nach Cuxhaven. Um 20.31 Uhr bin

ich in Cuxhaven angekommen und mit dem Taxi zum Amerikahafen gefahren. Um 21.00 Uhr bin ich auf der MS RIA angekommen.

Der Kapitän Heinz-Georg und sein Matrose Jan-Dirk haben mich schon erwartet. Jan-Dirk hat für mich Abendbrot gekocht. Um 23.00 Uhr bin ich ins Bett gegangen.

 

 

  1. Tag

Frühstück ist um 7.30 Uhr gegessen worden. Dann hat der Befehl gelautet: „Leinen los“ und ab ging es, in die Elbe bis zur Nordsee Richtung Heimathafen. In Oldenburg haben wir Weizen gelöscht, was c.a. 3 Stunden dauerte. Dann ist die Fahrt weiter gegangen. In der Nordsee hat die Schaukelei angefangen. Jan-Dirk ist es schlecht geworden, er hat gekotzt. Aber mir ging es ganz gut: Ich habe die ganze Zeit gehäkelt und fast ein ganzes Deckchen fertiggemacht. Jan konnte es einfach nicht glauben, dass man da noch Handarbeiten kann. Nach dem Weserturm hat das Schaukeln aufgehört und man konnte sich wieder in die Küche wagen, um das Abendbrot zu bereiten. Jan hat Bratkartoffeln gekocht. Na ja, auf der Weser ging Männerküche so.

Jan ist gerne ausgestiegen, denn er hat Angst und das ist sein grösstes Problem. Ich habe keine Angst: Es ist ja nicht das erste Mal und ich habe Vertrauen zum Kapitän.

 

 

  1. Tag

Wir sind heute bis Brake, beziehungsweise bis Elsfleth weitergefahren. Vorher sind wir in Oldenburg mit Uwe, einem alten Kumpel von Heinz-Georg, einkaufen gegangen. Er hat mich mitgenommen. Die Männer haben fast alle Lebensmittel aufgebraucht. Wir sind mit dem Taxi zurück an Bord gekommen und anschliessend weiter gefahren. Abends um 20.00 Uhr sind wir in Elsfleth angekommen. An Bord habe ich alleine geschlafen, denn ich hatte Bordwache.

 

 

  1. Tag

Ich bin um 8.30 Uhr aufgestanden und habe alleine Frühstück gegessen. Heinz-Georg und Jan gingen zu ihren Frauen nach Hause und Ria hat sie abgeholt. Um 10.00 Uhr hat Claudia mich zum Tee abgeholt und anschliessend zum Mittagessen eingeladen. Zu

 Mittag hat es Erbsensuppe mit Kartoffeln, Speck und Gemüse gegeben. Das hat fein geschmeckt. Zum Dessert bestand aus Pudding  ,aber ohne mich ,ich hätte am Liebsten für mich einen Coup Dänemark, zu  bereitet . Wir haben auf unserem Spaziergang Renate Kögen mit der kleinen Katrin auch noch getroffen. Ria hütet Kartin. Es war lustig. In Ria's und Heinz-Georg's Haus ist es kalt gewesen und ich habe dauernd gefroren. Gerne bin ich am Abend wieder an Bord der MS RIA gegangen. Ich haben noch Proviant eingekauft und vom Auto über die Rehling zum Schiff gehievt. Danach habe ich noch alles in den Proviantraum und das Fleisch in der Tiefkühltruhe versorgt. Um 23.30 Uhr war Feierabend.

Ich habe noch ein Schlückchen Bier genommen und dann bin ich ab ins Bett. Ich bin alleine gewesen, denn Heinz- Georg schlief zu Hause. Er wollte am morgen um 7.00 Uhr von Elsfleth nach Brake weiterfahren.

 

 

  1. Tag, Samstagnachmittag

Tagwache ist um 6.00 Uhr gewesen. Zuerst war die Maschine klar zu machen, dann kochte ich Kaffee. Heinz-Georg ist um 7.30 Uhr gekommen, zu spät. Er hat sich verschlafen. Claudia ist wieder an Bord gekommen und hat Brote mitgebracht. Um 8.00 Uhr starten wir nach Brake, es regnet. Bevor wir ablegen, besucht uns noch Mobsi, der Schulkollege von Heinz-Georg. Er hat mit seinem Schlepper "Blumenfeld" einen grossen Tanker nach Bremen gebracht. Als er in die Richtung , Bremen gefahren ist, hat er sich über Funk bei uns gemeldet und gepfiffen. Auf dem Rückweg hat er bei uns längsseits angelegt, um schnell ein wenig mit mir, respektive mit uns, zu plaudern. Claudia hat mich extra aufgeweckt.

Es ist 9.30 Uhr, als wir anfangen zu laden. Unsere Fracht besteht aus 470 Tonnen Futtermehl für Rendsburg. Wir sind bei Claus eingeladen. Um 12.00 Uhr sind wir mit Laden fertig geworden und schon wollte der Kapitän wieder nach Hause. Er ist um 12.00 Uhr abgeholt worden. Claudia wollte Marc sehen und ging mit dem Kapitän. Am Nachmittag sind Heinz-Georg und Torben um 14.00 Uhr wieder an Bord gekommen. Der Kapitän hat das Schiff mit Weiss bemalen wollen und Torben hat die Antenne des Navigators reparieren müssen. Um 16.00 Uhr habe ich Kaffee gekocht, dazu hat es Kuchen gegeben. Um 17.00 Uhr bin ich mit Ria in die Apotheke gefahren. Dann sind Heinz-Georg, Claudia und Torben nach Hause gegangen.

 

 

  1. Tag Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr

Ich habe ein Soufflé gekocht. Heinz-Georg und Claudia kommen pünktlich, wie abgemacht, um 14.00 Uhr an Bord. Es heisst: „Leinen los“. Nun soll es über Bremerhaven und Cuxhaven nach Rendsburg im Nord-Ostesee-Kanal gehen. Wir haben Windstärke 7-8 in der Nordsee, aber mir geht es gut. Ich habe c.a. noch 1 Stunde geschlafen. Um 19.00 Uhr hat es Abendbrot oben an Deck gegeben. Claudia hat es zu bereitet. Das Wetter ist ziemlich stürmisch gewesen, aber es ging noch. Wir sind bis nach Brunsbüttel, Schleuse Nord-Ostsee-Kanal gefahren, um im Nord-Ostsee-Kanal in der Nähe der Schleuse zu übernachten. Da war es mit Ausnahme der grossen Schiffe, die da durch diesen Kanal schippern, ruhig. Die hört man natürlich schon. Um 24.00 Uhr bin ich im Bett gewesen und sofort eingeschlafen. Ich habe Probleme mit dem Motor gehabt, der den Strom an Bord erzeugt. Den muss man per Knopfdruck abstellen, wenn man mit Fernsehen fertig ist. Ich bin die letzte, die ins Bett gegangen ist.

 

 

  1. Tag, Montag

Um 10.00 Uhr sind wir weiter gefahren. Vorher habe ich Frühstück gemacht. Claudia und Heinz-Georg haben noch geschlafen. Aber kaum haben sie den Kaffee gerochen, schwups, sind sie da gewesen. Aber Heinz-Georg hat keine Zeit zum frühstücken gehabt. Er wollte sofort los fahren. Wir haben ihm Brote geschmiert und den Kaffee auf die Brücke gebracht. Die Dauer der Fahrt hat c.a. 6 Stunden betragen.

Um 14.00 Uhr haben wir Rendsburg, das liegt in der Mitte des Nord-Ostsee-Kanals, erreicht. Dieser verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Es ist schönes Wetter gewesen. Zum Mittagessen hat es Braten mit Kartoffelstock und Salat gegeben. Claudia hat das Dessert gemacht: Pudding für Papi. Ich habe das Essen gekocht.

Um 15.00 Uhr haben wir am TV noch Tennis geguckt. Das Match Willilams-Davenprot ist übertragen worden. Davenport ist mit 6.4 zu 6.1 Sieger geworden. Es war ein gutes Match. Ich habe zur Vesper noch Apfelwähe gebacken. Um 16.30 Uhr haben wir zusammen noch während c.a. 1 ½ Stunden einen Abendspaziergang am Hafen gemacht.

Ich habe meine Keniafilme am Fernsehen über Video anschauen wollen. Das ging aber nicht. Um 20.00 Uhr haben wir Abendbrot gegessen und um 20.15 Uhr einen Krimi am Fernsehen angeschaut. Nun ist es 24.00 Uhr. Alle schlafen, nur ich noch nicht. Denn um 6.00 Uhr werden die Leute hier im Hafen mit Löschen anfangen. Um 10.00 Uhr sollen wir fertig sein. Dann geht es ab nach Lübeck, in der Nähe von Hamburg. Da wird das Schiff neu beladen. Mit was, das weiss ich auch noch nicht, wir werden sehen. Gute Nacht.

 

 

Dienstag, 8. Tag

Es ist 6.00 Uhr früh. Die Lukendeckel werden mit dem Motor aufgemacht. Da muss man ja wach werden. Rendsburg ist eine schöne Stadt, aber das Zentrum liegt weit vom Hafen entfernt. Um 10.00 Uhr hätte das Löschen fertig sein sollen, aber damit war wieder mal nichts. Der kleine Schaufelbagger, der mit dem Kran in den Schiffbauch gehisst wird, war defekt. Und so haben die armen Hafenarbeiter den ganzen Laderaum von Hand saubermachen müssen. Das hat 2 Stunden länger gedauert. Um 12.30 Uhr konnten wir die Leinen losmachen und den Rest des Nord-Ostsee-Kanals weiterfahren. Leer Schliff fuhren wir nach der Schleuse in Kiel in die Ostsee. Ich habe noch Mutti angerufen und gefragt, wie es ihr geht. An der Schleuse ist ein netter Festmacher gewesen. Er hat mir etwa 10 Illustrierte geschenkt. Ich fand das super. Heinz-Georg hat gesagt, das sei ihm noch nie passiert.

Nun ist ja auch Renate zum Festmachen, Deck waschen, Maschine abschmieren u.s.w. da. Die Ostsee ist ruhig. Wir sind Richtung Schleswig Holstein gefahren, also vorbei an

 La  Bö , Fehmarn , Travemünde und um Mitternacht, um 24.00 Uhr, angekommen. Die See ist etwas unruhig gewesen, Windstärke 6. Aber es ging ganz gut.

 

 

Mittwoch, 9. Tag

Es ist wundervoll gewesen, das blaue Wasser und hier und da mal ein entgegenkommendes Schiff. Margot Schlichting heisst das Schiff, auf dem ich auch schon Ferien verbracht und gekocht habe. Der Frachter fährt uns immer hinterher. Er kriegt in Lübeck auch Ladung. Der Kapitän heisst Rolf Jacobs. Wir haben ihn in Oldenburg getroffen. Er hat sich gefreut. In der Aufregung hat er beim Begrüssen „Tschüss Claudia“ gesagt und ein Kompliment gemacht. Er hat gesagt: „Du bist noch genau so hübsch wie vor 3 Jahren. Du hast Dich überhaupt nicht verändert. Liebe Adelheid!!“

Es ist 22.00 Uhr. Das Abendbrot habe ich verpasst. Ich bin schlafen gegangen und Claudia hat mich schlafen lassen. Später habe ich ein Stück Brot gegessen und einen Pfefferminztee getrunken. Um 24.30 Uhr haben wir in Lübeck festgemacht. Nachher sind alle sofort schlafen gegangen. Denn morgen um 1/2 8 Uhr wollen sie mit Laden anfangen. Wir laden Weizen für Hamburg. Die Dauer der Fahrt ist c.a. 1 1/2 Tage.

Es ist pünktlich mit Löschen angefangen worden. Ich habe gestern Abend eine Fleischsuppe vorgekocht, da Claudia und ich in die Stadt gehen wollen. Wir müssen um 12.15 Uhr wieder an Bord sein, denn der Kapitän will sofort auslaufen. Wir haben in der Stadt Marzipan gekauft und ich habe mit dem Schatz telefoniert. „Dölf“ geht es gut und Prinz auch. Sandra, Röbi, Reto und die Kinder sind auch wohlauf. Das freut mich.

Der Makler hat uns wieder mit dem Auto zum Hafen gefahren. Er hat die MS RIA noch ausklariert das Seeschiff Margot  Schlichting  einklariert  . Pünktlich um 12.30 Uhr sind wir ausgelaufen, Richtung Travemünde.

Es ist herrliches Wetter gewesen, Sonnenschein. Wir haben aber unruhige See gehabt, Windstärke 6-7. Es gibt hohe Wellen, das Spritzwasser kommt bis zum Ruderhaus. Bei der hohen Brücke über die See  in Fehmarn , geht langsam die Sonne unter. Um 16.00 Uhr habe ich zum Nachmittagsimbiss Apfelchüechli gebacken. Wir haben so viele Äpfel im Proviantraum. Dazu gibt es Kaffee. Claudia hat noch Vanillesauce zu den Chüechli gemacht. Wir haben es sehr schön zusammen, teilen uns die Arbeit ein. Um 16.30 Uhr ist Heinz-Georg für eine halbe Stunde schlafen gegangen. Dann ist uns aber ein grosser Tanker entgegen gekommen und wir haben ausweichen müssen. Schnell, den Kapitän aufwecken und Kurs ändern. Wir müssen noch 13 Seemeilen fahren. 1 Seemeile beträgt 1.200 Kilometer. Dazu brauchen wir 3 Stunden. Die Sonne geht hinter ein paar Wolken unter und es wird langsam Nacht. Abendbrot gibt es nicht, die See ist zu unruhig. Es schüttelt und rüttelt an unserem Schiff herum. Man wundert sich nur, dass ein Schiff nicht auseinanderfällt.

Ich habe an Carmen und Luca einen Brief über meine Erlebnisse hier an Bord geschrieben. Daneben habe ich schon zwei Set Runde Deckchen gehäkelt. Ich habe ja nebst Kochen auch freie Zeit zum Häkeln und das lenkt bei Seegang ab. Ich bin schon ganz fest seetüchtig, denn bis jetzt habe ich bei Sturm noch nie das Bett aufsuchen müssen. Nun laufen wir lautlos in die Schleuse ein. Es hat noch ein paar Schiffe hier, die heissen: Unifeeder ein 2000 Tonnenfrachter, "Aqua Marin", ein 10000 Tonnenfrachter und „Merkur“, ein 1000 Tonnenfrachter, zusammen mit der MS RIA. Die MS RIA ist eines der letzten Küstenmotorschiffe auf der Weser. Früher gab es 30 kleinere Schiffe, heute noch 4. Unser Schiff kann 400 Tonnen Fracht laden. Wir haben 1a Weizen geladen. Dieser Weizen kommt in die Mühle in Hamburg und daraus wird Weissmehl entstehen. Wenn alle Motoren still sind, ist das ein herrliches Gefühl. Diese Ruhe hier in der Schleuse, herrlich. Sie dauert c.a. 1/2 Stunde. Dann werden die Motoren gestartet, Leinen los und langsam aus der Schleuse fahren, wenn es vorne bei schwerem Seegang so fest auf das Wasser aufschlägt. Er hat zu genommen, der Sturm, er hat Windstärke 8-9. Aber alles von vorne ist weniger schlimm, als quersee. Das haben wir auch schon gehabt. Da geht dann fast nichts mehr. Man muss den Fernseher, das Radio, Bücher, das Fernglas, Stühle, das Video, Kaffeekanne und alles, was noch steht, auf den Boden stellen, sich hinsetzen, festhalten und abwarten.

Ja, es ist alles gut gegangen. Nun ist die See ruhig geworden. Wir haben Landschutz links und rechts und können endlich wieder runter in die Kombüse, um etwas zu Essen zu holen. Claudia macht uns ein paar eingeklemmte Brote, bringt 1 Apfel und Tee. Nun ist die Welt wieder in Ordnung. Jetzt schleichen wir uns auf die Schleuse in Kiel zu. Wir wollen noch in die Schleuse und werden danach an den "Dalben" festmachen. Ich werde noch 1 Glas Wein trinken, heute der erste Alkohol, und dann schlafen gehen. An den "Dalben  festmachen" heisst: an ganz dicken Holzpflöcke, welche in den Boden eingerammt sind, festmachen.

 

 

Donnerstag, 10. Tag

Wir sind aus der Schleuse ausgelaufen. Wir sollten eigentlich am Mittwoch in Hamburg löschen. Aber wir haben neue Order gekriegt, dass wir erst am Donnerstag löschen können, weil die MS Margot Schlichting uns während wir schliefen, überholt hat. Ein Gehetze ist das, jeder will der Erste sein. Auf der Elbe ist es ruhig. Ich habe gehäkelt. Wir haben am Fischereihafen in Hamburg, in der Nähe von Sankt Pauli, festmachen müssen. Ich habe heute schon vorgekocht, da Claudia und ich in die Stadt gehen wollen, um die Postkarten bei der Post aufzugeben. Wir müssen um 11.30 Uhr zurück sein, da Heinz-Georg zum Löschhafen fahren will. Aber wegen Regen wurde die Margot Schlichting nicht gelöscht. Die neue Order lautet: löschen erst am Freitag, um 6.00. Nun können wir oder müssen wir wieder warten.

 

 

Freitag, 11. Tag

Am Morgen um 7.30 Uhr habe ich Frühstück gemacht. Die Leute sind schon am Löschen gewesen. Wir haben die Order gekriegt, um 16.00 Uhr im nächsten Hafen neu zu laden. Aber um 12.00 Uhr ist uns wieder ein neuer Termin fürs Laden gegeben worden: erst Samstagmorgen, wegen Regen. Und das Beste ist, die MS Margot Schlichting lädt wieder vor uns.

Heute Freitag hat es Reis Casimir gegeben, Geschnetzeltes und grünen Salat. Es hat allen geschmeckt. Die Platten sind leer gewesen. Claudia hat das Dessert gemacht, aber nur für 3 Personen. Ich esse kein Dessert. Claudia hat Kopfschmerzen gehabt, ging nach dem Essen schlafen und Heinz-Georg auch. Es sind 4 Telefonanrufe gekommen. Ein neuer Matrose hat sich gemeldet. Er will bald möglichst einsteigen. Und der Makler hat angerufen, dass wir mit der neuen Ladung von Hamburg nach Flensburg fahren müssen und anschliessend nach Eckernförde. Das liegt bei Kiel. Es kann sich aber alles noch einmal ändern. Um 19.00 Uhr habe ich Abendbrot gemacht. Claudia ist es besser gegangen. Renate hat 20 Mark für 2 Flaschen Wein und etwas zum Knabbern ausgegeben. Sie ist sonst so geizig. Aber sie hat jetzt 10 Tage von unserem Wein getrunken, musste wohl oder übel auch einmal etwas ausgeben. Wir haben noch einen Wildwestfilm geguckt und morgen soll es nun um 8.00 Uhr weitergehen.

 

 

Samstag, 12. Tag

Frühstücken und Leinen los, in einen neuen Industriehafen. Guten Morgen. Der Frühstückstisch ist schon von Renate gedeckt gewesen, unglaublich. Sie kann eigentlich nur Deckarbeit machen und die meistens noch falsch. Leider können wir bei der Oelmühle  erst um 13.00 Uhr laden, da die Brücke, unter der wir  leerschiff  unten durchfahren wollen, wegen Reparatur geschlossen ist. Das heisst also: Masten runterbauen und warten, bis Niedrigwasser ist. Und der Makler hat nichts von alldem gesagt. Also wird das Laden wieder um 3 Stunden verschoben. Claudia will nach Hause zu Marc. Sie hat Langezeit oder Heimweh nach ihm. Um 14.00 Uhr haben wir endlich laden können. Die MS Susanne hat noch vor uns gelegen. Also hiess es, nochmals 1 Stunde länger warten. Um 12.45 Uhr habe ich Mittagessen gekocht Es gab Omeletten mit Apfelmus. Das ist der Wunsch des Kapitäns gewesen. Um 14.30 Uhr haben wir endlich, endlich laden können. Wir laden 400 Tonnen Sojaschrot, die wir nach Flensburg bringen sollen. Nun noch schnell ein Glas Wein trinken und ab ins Bett.

 

 

Sonntag, 13. Tag

Tagwache ist um 7.00 Uhr gewesen. Wir fahren durch den Nord-Ostsee-Kanal weiter. Es wird c.a. 6 Stunden dauern. Wir haben eine unruhige Nacht verbracht. Es war stürmisch und das Wasser hat die ganze Nacht unter dem Schiff gegluckert. Das Barometer steht auf Alarm. Südwestwinde sind sehr stark. Heute haben wir eine Stunde länger schlafen können, wegen Ebbe und Flut. Ich habe Frühstück gemacht und dann das Mittagessen vorbereitet. Die Wetterprognosen sind schlecht. Um 14.00 Uhr sind wir in der Schleuse  Holtenau-  Kiel. Nun geht es mit dem Schaukeln los. Wir brauchen 6 Stunden bis Flensburg. Es ist auf See nicht viel los. Es hat fast keine Frachtschiffe, nur ein paar verrückte Segler. Heute ist Montag. Ich muss noch schnell den Kaffee zubereiten, bevor es mit Schaukeln so richtig losgeht. Renate geht ins Bett, Heinz-Georg passt auf und ich bin am Häkeln.

Claudia hat Marc telefoniert, dass er sie in Hamburg abholen soll. Dauer der Fahrt: c.a. 2 1/2 Stunden. Marc kommt zu spät und wir müssen ablegen, um einem neuen Schiff Platz machen, das beladen werden soll. Marc trifft um 15.30 Uhr ein und wir müssen noch einmal festmachen, damit Claudia aussteigen kann. Marc und Claudia haben noch 10 Minuten Zeit, um den Kuchen zu essen und den Kaffee zu trinken, dann müssen sie von Bord. Wir verabschieden uns, machen noch 2 Fotos und: Weg sind sie, mit ihrem Auto in Richtung Bremen.

Es heisst: „Leinen los“. Wir haben uns über Funk abgemeldet und sind unter der Köhlandbrücke in Hamburg  durch, neben Blankenese vorbei, an Stade vorbei, auf der Elbe Richtung Brunsbüttel. Um 21.00 Uhr sollen wir in Brunsbüttel sein. Und nach der Schleuse um 22.30 Uhr haben wir an den Dalben festgemacht.

Ich habe ein Bier getrunken. Es schmeckt nicht, überhaupt nicht. Nun ist es 23.00 Uhr. Alle sind schon im Bett. Wir brauchen keine Bordwache, denn wir liegen ja im Hafen von Flensburg, fest und gut angebunden. Gute Nacht, bis morgen.

 

Unser Abendessen hat aus belegten Broten aus Zopf und Schwarzbrot bestanden, mit Käse, Mettwurst, Schinken und für unser Schleckmaul, den Kapitän, mit Nutella, Schwarztee oder Früchtetee dazu. Am Tage durch gibt es keinen Alkohol. Erst wenn das Schiff MS RIA fest ist, gibt es einen Schlummertrunk: 1 Bierchen oder 1 Glas Wein, nicht mehr. Es ist auch gut so, so muss es sein, denn die Seefahrt ist kein Wasserlecken. Da muss man seine sieben Sinne zusammen haben. Das Leben auf einem Frachter ist hart, aber gemütlich und eben wie es das Sprichwort sagt: „Wir leben alle auf demselben Boot, keiner kann aussteigen, wenn er will. Und man muss sich auch anpassen können“. Also noch einmal: gute Nacht.

 

 

Montag, 14. Tag

Um 6.00 Uhr wollten die Leute anfangen zu Löschen. Heinz- Georg wartete bis um 7.00 Uhr, dann bis um 7.10 Uhr. Erst danach kam der Mann vom Silo. Er hat wohl vergessen, seine Uhr umzustellen.

Um 1/2 8.00 Uhr bin ich aufgestanden und habe Frühstück gemacht. Der Makler hat frische Brötchen gebracht. 300 Mark kostet das Hafengeld, also bloss um in Eckerförde festzumachen und zu laden. 300 DM ist schon viel oder wie Heinz- Georg sagt immer: Goldene Brötchen. Nach dem Frühstück bin ich in die Stadt gelaufen. Das sind c.a. 1 oder 2 Kilometer, so etwa 3/4 Stunden. Ich habe Eier, Brot, Käse und Wein eingekauft. Danach habe ich Tee und Kekse zum z'Znüni bereit gemacht. Renate war ja zu bequem dazu. Heinz-Georg ist, oder hat um 9.00 Uhr 1 Stunde schlafen gehen wollen. Ich bin um 11.00 Uhr zurückgenommen und er hat immer noch geschlafen. Zum Mittagessen hat es Kartoffeln, Blumenkohl und Hackbraten gegeben. Das Dessert hat aus Joghurt bestanden. Ich habe einen Herrenkuchen für die Vesper eingekauft.

Um 12.00 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Und um 13.00 Uhr sind die Männer mit ihrem grossen Saugarm fertig mit Löschen gewesen. Um 13.30 Uhr sind wir sofort los gefahren nach Eckerförde. Dann sind wir c.a. 5 1/2 Stunden dicht an der dänischen Grenze entlang gefahren. Um 19.30 Uhr sind wir in Eckenförde angekommen. Die MS Margot Schlichting muss auch noch Platz haben in Eckenförde, hinter den Butterdampfern. Diesmal liegt sie hinter uns und wird nach uns beladen.

 

 

Dienstag 15. Tag

Um 6.00 Uhr klopft jemand an das Schiff. Sie wollen laden. Eckenförde ist ein schönes Dorf, eine schöne Stadt, mit alten Riegelbauten und kleinen, verträumten Strässchen. Wir haben noch das Wichtigste eingekauft. Um 11.00 Uhr ist das Schiff beladen gewesen und weiter ist es gegangen, nach Kiel. Die See ist stürmisch, aber es geht so. Ich freue mich, dass die Reise wieder langsam nach Hause geht. Heute gibt es Fisch, Kartoffeln und Salat.

Wir haben auf See 3 Stunden gebraucht. Nun haben wir in Rendsburg ungefähr in der Mitte des Nord-Ostsee-Kanals festgemacht. Wir haben bei Famila noch Kartoffeln, Lauch, Rüben eingekauft, denn morgen gibt es eine währschafte Suppe. Alles schläft schon, nur ich bin noch wach. Die Schiffe fahren an unserer RIA vorbei. Morgen soll das Wetter in der Nordsee mit Windstärke 10-11schlecht sein. Na ja, ich werde es überleben. Ansonsten gehe ich eben in meine Koje, soll kochen wer will. Es gibt halt dann nur Zwieback und Tee.

 

 

Mittwoch, 16. Tag

Daraus ist nichts geworden. Als wir in Rendsburg abgelegt haben, haben wir den Seebericht abgehört. Es sollen 6 Meter hohe Wellen und Windstärke 10-11 sein. Das ist zuviel. Da wir niemand an Bord haben, der den Matrosenbrief hat, können wir nicht in die Nordsee raus. Heinz-Georg entschliesst sich, im Nord-Ostee-Kanal bei der Schleuse Brunsbüttel festzumachen. Nun liegen wir vor Wind und warten alle auf besseres Wetter. Der Wind rüttelt an unserem Schiff und der Regen peitscht auf das Ruderhausdach. An Fahren ist gar nicht zu denken. Ich mache einen Spaziergang in die Stadt Brunsbüttel, telefoniere meinem Schatz und sage ihm, dass sich meine Heimreise noch einmal verzögert. An Bord zurück zu kommen ist schwierig gewesen. Ich habe mich auf einen Dalben setzen und mit den Händen versuchen müssen, den Bügel bei der Treppe zu erreichen. Denn ich bin 2 Stunden weg gewesen und Heinz-Georg und Renate haben immer noch geschlafen.

Ich habe dann Kaffee gekocht und aufgedeckt. Der Wind bläst und es machen weitere Schiffe fest. Es liegen etwa 20 Schiffe vor Wind und warten darauf, dass es endlich weitergehen kann.

Ein Freund von Heinz-Georg macht bei uns längsseits fest und kommt zu uns rüber auf Besuch. Wir haben uns 2 Stunden unterhalten und haben von alten Zeiten geträumt, von der Seefahrt vor 20 Jahren. Das waren noch Zeiten. Und um 19.00 Uhr habe ich das Abendbrot zubereitet. Danach sind noch Vater und Sohn an Bord gekommen: Ein neuer Matrose, der bei Heinz-Georg angeheuert hat. Er macht mir einen guten Eindruck. Hoffentlich hat Heinz-Georg Glück mit ihm. Er kommt von der Binnenschifffahrt. Um 23.00 Uhr ist Feierabend gewesen. Aber ob wir morgen weiterfahren können, ist noch nicht sicher. Gute Nacht, bis morgen.

 

 

Donnerstag, 17. Tag

Heute ist wieder schlechtes Wetter. Es giesst, blitzt und donnert, schlimm. Ich habe um 7.30 Uhr Frühstück gemacht und um 10.30 Uhr entscheidet Heinz-Georg, weiter zu fahren. Aber nur, weil die Margot Schlichting auch weitergefahren ist, bis Cuxhaven. Das ist ein Nothafen. Draussen auf der Elbe liegen etwa 20-30 Schiffe am Anker. Sie können nicht mehr weiterfahren, da der Seegang zu hoch ist und die Ladungen verrutschen könnten. Ein rotes Küstenmotorschiff, hatte schon Schlagseite. Zum Mittagessen, erst um 13.30 Uhr nach der Schaukelei, hat es den Rest Suppe gegeben, und nun entscheidet Heinz-Georg, dass wir hier wahrscheinlich bis Samstag liegenbleiben. Renate fährt morgen nach Hause. Heinz-Georg ist heute mit Hannes, dem Kapitän von der Margot Schlichting, nach Hause gefahren. Nun wird es auch Zeit, dass ich nach Hause fahre. „Dölf“ hat angerufen, dass es Prinz nicht so gut geht. Aber er macht sich auch Sorgen um mich. Der Neue, er heisst Nils, ist gut erzogen, er benimmt sich anständig. Ich hoffe, dass Heinz-Georg endlich einen guten Mann hat. Renate ist um 23.00 Uhr ins Bett gegangen. Nils ist um 22.30 Uhr schlafen gegangen und ich bin wieder die Letzte. Der Wind pfeift uns um die Ohren. Das Schiff schaukelt mich ein.

Tagebuch von unserer Reise nach Amerika (1976)
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161.  Tagebuch von unserer Reise nach Amerika (1976)
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Tagebuch von unserer Reise nach Amerika 1976

 

Mein Sohn Röbi und sein Kollege Markus können an der Weltmeisterschaft der Schüler in der Disziplin Ringen, in Amerika, teilnehmen. Röbi ist 8 Jahre, Markus wird 16 Jahre alt. Sie bilden eine Kleindelegation aus Moosseedorf. Aus der Schweiz reisen noch mehr jugendliche Ringer nach Minneapolis an die Weltmeisterschaft. Unter ihnen gibt es Romands und Deutschschweizer. Ich, sowie die Trainer und Betreuer Perret und Michel begleiten die jugendlichen Sportler .Ich begleite die Jungs als Gouvernante.

 

Mit dem Bus sind wir um 9 Uhr nach Kloten abgefahren. Von dort ist die DC 8 Sata 192 um 14 Uhr gestartet. Aber sie hat in Cannon, in Irland, wegen starkem Wind über dem Ozean eine Zwischenlandung einlegen müssen. Um 17.30 Uhr erst haben wir nach Banger weiter fliegen können. Bis dorthin sind wir, bei 960 Stundenkilometern in 11 Kilometern Höhe, 5 Stunden unterwegs.

Als wir in Banger gelandet sind, war es 18.30 Uhr amerikanischer Zeit. Wir sind umgestiegen und das Flugzeug, das uns nach New York gebracht hat, startete um 20 Uhr. Schliesslich sind wir um 16 Uhr Schweizerzeit, also um 22 Uhr amerikanischer Zeit, in New York angekommen.  Aber wir konnten nicht ins Flughafen-Terminal einfahren und mussten fast 2 Stunden lang im Flugzeug warten. Erst um ½ Stunde nach Mitternacht, also 18.30 Uhr Schweizerzeit sind wir im Hotel angekommen.

Zwischen dem Abflug um 14 Uhr in der Schweiz und der Ankunft am anderen Morgen um 7.30 Uhr nach Schweizerzeit sind 17 Stunden vergangen. Insgesamt waren wir 29 Stunden auf den Beinen.

 

  1. Juli 1976

Im Hotel Edisen hatten wir das Zimmer Nr. 618. Schlafen gingen wir erst um 1.30 Uhr amerikanischer Zeit. Wir haben bis um 9.45 Uhr geschlafen. Das ist 16.45 Uhr Schweizerzeit. Am Mittag haben wir beim Alfredo Potofeu und Salat gegessen und ein Gläschen Wein getrunken. Um 12.30 Uhr sind Markus, Röbi und ich Karten kaufen gegangen, um sie nach Hause zu senden.

Um 16 Uhr haben wir uns im Hotel Edison besammelt. Dann sind wir mit dem Taxi zum LaGuardia Flughafen gefahren. Um 18 Uhr sind wir nach Buffalo abgeflogen. Ich habe gefragt, ob Röbi das Cockpit sehen dürfe. Es ist ihm erlaubt worden. Um 19 Uhr sind wir in Buffalo gelandet. Mir ist es schlecht gewesen.

Um 19.30 Uhr sind wir mit dem Taxi zum Hotel Holiday Inn gefahren. Röbi und ich haben zusammen das Zimmer 205 gehabt.

Um 21 Uhr sind wir zum Nachtessen im Hotel erschienen. Aber das Personal hat unsere Bestellung nicht verstanden. Wir wollten 6-mal Steak mit Fritten und 3-mal ohne. Das war ein richtiger Tumult . Als die Beefsteaks endlich gekommen sind, zeigte das amerikanische Fernsehen Ringen. Das mussten unsere Sportler sehen und die Beefsteaks sind kalt geworden. Die Steaks sind so gros gewesen wie ein Handschuh. Um 23 Uhr sind wir zu Bett gegangen.

 

 

  1. August 1976

Um 4 Uhr war Röbi schon wach und um 5 Uhr erwachte ich auch. Dann haben wir gesungen, bis um halb 9 Uhr gebadet und uns angezogen. Um 9 Uhr haben wir Frühstück gegessen. Eine halbe Stunde später sind wir zu den Niagarafällen aufgebrochen. Röbi ist mit allen anderen auf dem Turm gewesen. Für mich ist der zu hoch. Ich habe unten gewartet und Karten nach Hause geschickt.

Um 15.30 Uhr sind wir wieder am Flughafen gestanden und müssen bis um 20 Uhr warten. Haben gewartet ,und Kaffee, Tee, Coca Cola  getrunken. Ich muss eine Tablette schlucken, damit mir nicht wieder übel wird. Bald geht die Reise weiter nach Minneapolis. Dort können wir endlich 8 Tage am gleichen Ort bleiben. Das Reisen und Fliegen verleidet einem. Um 20.10 Uhr sind wir nach Minneapolis abgeflogen. Um 20.50 Uhr flogen wir über den Wolken, die Sonne schien immer noch. Um 22 Uhr kamen wir im College Augsburg an. Wir wurden von John, Barbara und Dorothy abgeholt. Eine halbe Stunde später standen wir am Empfang. Im College durfte ich nicht mit Röbi in einem Zimmer schlafen. Röbi und Markus haben Zimmer Nummer 415 im 4. Stock erhalten und ich habe Zimmer Nr. 714 im 7. Stock bekommen. Dort stehen zwei Betten für mich, aber 1 Bett reicht.

Heute Abend nach der Ankunft sind alle Ringer zur Gewichtskontrolle auf die Waage gestanden. Ich habe hier in der Halle auf sie gewartet und in meinem Tagebuch geschrieben. Die Wägung hat ergeben, dass Röbi 1400 Gramm und Markus 1500 Gramm zu schwer sind. Daraufhin hat Röbi geweint. Er sorgt sich, dass er das Gewicht herunter bringt. Um 24 Uhr sind wir zu Bett gegangen.

 

 

  1. August 1976

Heute Morgen um 7.30 Uhr ist Röbi wieder guter Laune gewesen. Wir habe alle einen Jetlag, oder, wie wir es nennen: ein bisschen "e sturme Grind". Um 8 Uhr sind wir zum Frühstück gegangen, haben Eier und Toast gegessen. Jede Person muss 9 Dollar im Tag bezahlen. Dies ist das erste Mal. Schon 10 Minuten später sind die Sportler zum Wiegen verschwunden. Ich sass dann im Park schrieb mein Tagebuch. Ein Japaner hat sich zu mir auf die Bank gesetzt. "Do you speak english?" "Yes, very little", habe ich geantwortet. Ich sprach länger als 1 Stunde mit ihm Englisch. Er hat eine Familie, einen Buben, der 1 Jahr alt ist. Er hat mir erklärt, er sei der Trainer und Begleiter der Japaner. Er war im gleichen Jahr in

 Toledo als der Papi von Röbi ,an den Weltmeisterschaften im Ringen, in der 78 kg Klasse teilgenommen hat . Robert  Senior , wurde er damals Fünfter .  Mein Mann ,heute   Ex Mann war mehrfacher Schweizermeister im Ringen

Die Knaben sind um 11 Uhr vom Training zurück gekommen. Dann haben wir bis um 1 Uhr geschlafen. Das Mittagessen hat um 1 Uhr stattgefunden. Herr Perret hat uns die freudige Nachricht überbracht, dass wir alle 9 Dollar pro Tag bezahlen müssten. Das machte für Röbi und mich 118 Dollar. Umgerechnet sind das 295 Franken. Nach dem Essen haben wir bis um 17 Uhr schlafen können. Am Abend haben die Sportler bis um 18.30 Uhr trainiert.

Röbi ist noch 500 Gramm zu schwer gewesen, Markus noch 250 Gramm. Ich glaube, sie schaffen das schon. Heute Abend um 20 Uhr sind es bei Röbi nur noch 200 Gramm zu viel gewesen. Um 11.30 Uhr bin ich zu Bett gegangen, Röbi und Markus schon um 22 Uhr. Ich habe vorher noch geduscht und die Haare gewaschen.

 

 

  1. August 1976

Ich habe gut geschlafen. Um 7 Uhr mussten Röbi und Markus zum Training gehen. Dann frühstückten wir um 9 Uhr. Um 10 Uhr ging ich mit Michel und Coudard in die Stadt. Hier musste ich Geld wechseln. Wir hatten einen Privatchauffeur. Es kostete uns nichts. Der Geldwechsel war die reinste "Zangengeburt". Wir waren gut zwei Stunden unterwegs, nur um Geld zu wechseln. Wir mussten an zwei Orten fragen. Und am dritten Ort wurde mein Pass auf die Gültigkeit geprüft. Dann zeigte mir John, der Chauffeur, noch ein grosses Shoppingcenter. Michel und  Coudard,

 kauften allerlei zu Trinken und zu Essen für die ganze Equipe ein. Davon haben Röbi und Markus allerdings nicht erhalten. Es ist alles an die Welschen gegangen. Aber wir haben ja das Topten, das behalten wir für uns. Um 12.30 Uhr nahmen wir das Mittagessen ein. Ich sprach noch mit Perret über die Verbandsprobleme. Jetzt ist es 13.30 Uhr geworden und wir, Röbi und ich, sind in meinem Zimmer. Wir wollen bis 17 Uhr noch ein bisschen schlafen. Dann ist für unser kleines Moosseedorferteam das Training angesetzt. Röbi schläft schon. Röbi und Markus sind unter dem Maximalgewicht angelangt. Röbi isst nicht viel, Markus immer Durst.

Im Park habe ich unsere Schweizer gefilmt. Nachdem der Film ausgelaufen war, gab ich die Kamera Markus mit in die Tasche. Nachher ging ich mit Markus’ Fotoapparat in den Park und fotografierte die Eichhörnchen. Beim Nachtessen hat mir Markus gesagt, die Kamera sei weg. Man hat sie uns aus der Tasche gestohlen, als Markus und Röbi geduscht haben. Jetzt ist sie weg, gestohlen. Nach dem Nachtessen diskutierten wir in der Loge noch bis um 23 Uhr über Verbandsprobleme. Nachher bin ich ins Bett gegangen. Das heisst, vorher habe ich Kleider gewaschen und geduscht. Meine Aufgabe hier ist es, für alle Ringer die Leibchen, Hosen und Socken zu waschen. Ich habe also jeden Tag grosse Wäsche. Meine Haut an den Fingerspitzen ist wieder weg. Röbi hat gesagt, ich dürfe nicht mehr waschen .Ich bin ja die Betreuerin von den jungen   Knaben, muss einfach schauen,dass Alle zum richtigen Zeitpunkt , am richtigen Ort sind.

 

 

  1. August 1976

Um 8 Uhr gibt es Frühstück und um 9.30 Uhr beginnt das Training. Ich bin die erste gewesen in der Halle, um 8 Uhr früh. Die anderen sind noch nicht da. Es ist 8.10 Uhr, warten, warten, warten. Dann sind sie gekommen und wir sind essen gegangen. Um 10 Uhr ist Training gewesen und die Athleten haben sich gewogen. Röbi und Markus sind 500 Gramm unter dem Gewicht angekommen. Um 12 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Aber am Nachmittag kam die böse Überraschung: alle Ringer, die dieses Jahr 16 Jahre als sind, dürfen nicht mehr ringen. Markus ist um etwa 15 Uhr nachmittags ganz niedergeschlagen daher gekommen.

 

Auf der Ranch

Am Abend sind dann Perret und ich an ein Diner in einer Ranch gefahren. Es hat Schinken vom Grill und gekochten Mais gegeben, Rüebli, Brot und Getränke, was man wollte: Whisky, Gin, Wein, Bier, Tee, Kaffee und vieles Andere mehr. Der Schinken war noch blutig, das ist nichts für mich. Der Mais ist mit samt Schale gekocht und serviert worden. Die Amerikaner haben dies gegessen. Aber ich habe es nicht probiert. Hier hat mich der Zweithöchste der Firma angesprochen. Er hat mich gefragt, wie es geht es Ihnen. Ich habe ihm gesagt, es gehe schlecht, weil drei unserer Ringer nicht starten können. Er hat mir versprochen, dass es eine Lösung gibt. Er hat versichert, dass diese Ringer eventuell eine Konkurrenz für sich austragen könnten. Es werde alles noch einmal besprochen. Ich habe mit diesem Herrn auch ein Photo geknipst. Er heisst Mister Overland und spricht gut deutsch, denn er stammt aus Wien. Mister Overland  besitzt eine Fabrik in Montreal. Er hat erzählt, bei ihm habe ein guter Ringer namens Schaufelberger aus der Schweiz gearbeitet. Der ist jetzt zu alt dafür, etwa 35 Jahre. Ich hoffe, dass sich alles zum Guten wenden wird. Es wäre schade, wenn unsere drei Ringer nicht ringen könnten. Aber auch mit dem Japaner habe ich ein Photo gemacht und der Coach aus dem Irak wollte mit mir tanzen gehen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit der Equipe Suisse hier sei und auch bei ihnen bleiben würde. Der irakische Trainer und Begleiter stammt aus Bagdad. Er hat mir eine Fahne und ein Abzeichen geschenkt, der Japaner eine Krawattennadel und ein japanisches Portemonnaie. Das ist sehr schön. Jetzt ist es aber genug, denn ich muss ins Bett. Am Morgen ist um 5.30 Uhr Tagwache. Dann kommt der erste Schweizer seinen gewaschen Trainer holen, der, so hoffe ich, bis dann trocken ist. Bis jetzt sind unsere Kamera, ein Pullover und ein Paar Ringerschuhe gestohlen worden. Ich hoffe, dass wir, wenn wir nach Hause gehen, noch etwas zum Anziehen und etwas an den Füssen haben. Man weiss ja nie, oder?

 

 

  1. August 1976

Um 5 Uhr hat mich der Zweitkleinste geweckt. Er wollte seinen Trainer haben. Er wiegt 34 Kilo. Jetzt sie sind alle Teilnehmer wiegen gegangen. Alle 8 Ringer hatten bei der offiziellen Waage ihr Gewicht gebracht. Aber immer ist es noch nicht definitiv, ob alle ringen können. Perret und Michel und Ich , haben jetzt um 10 Uhr, noch eine Sitzung. Röbi und Markus schlafen, Röbi in meinem Zimmer. Er hat gestern Abend geweint, weil er seinen Schlüssel nicht gefunden hat. Ich habe ihn in meiner Tasche gehabt. Um 11.15 Uhr ist Mittagessen und um 13.30 Uhr offizieller Beginn der Weltmeisterschaft der Schüler.

Ein herziger kleiner Afrikaner , der etwa 10 Jahre alt gewesen ist, hat mir ein Irakzeichen geschenkt. Ein andere, der etwa 16 Jahre alt gewesen ist, hat mir ein Abzeichen aus Guatemala geschenkt. Er ist mit mir bis zum 7. Stock im Lift gefahren und er hat mir auf Englisch gesagt: "You seeing for me what lovely lady". Das ist ein Kompliment gewesen. Er ist auch traurig, weil er vielleicht nicht ringen kann. Ich könnte ihm doch Mutter sein.

 

Der erste Wettkampftag

Der Einmarsch der Schweizer in die Arena fand um 13.30 Uhr statt, Beginn der Weltmeisterschaft war um 14 Uhr. Röbi hatte in der ersten Runde Freilos. Aber in der zweiten Runde hatte er den Amerikaner. Der wird von mir aus gesehen auch Weltmeister werden. Röbi hat Angst vor ihm gehabt, denn er hat ganz schlecht gerungen: etwa 1 ½ Minuten, dann war es aus. Röbi hat den Amerikaner tief angegriffen. Dieser hat sich auf Röbi geworfen und konnte so die ersten Punkte machen. Das zweite Mal ist er wieder zuerst in die Beine gegangen, hat den Kopf des Amerikaners und beide Arme gehabt. Dieser ist aber zu stark gewesen, so dass Röbi mit dem Bein hat nachhelfen wollen. Der Amerikaner nahm dann das Bein von Röbi und machte so einen Art Päckli. Markus durfte nicht mitkämpfen, weil er schon 16 Jahre alt ist, so wie alle anderen Schweizer, Coudart und Mottier. Chollet hat zwei verloren und auch Turini . Jean Pierre hat den zweiten Kampf gewonnen und auch Reveri , hat seinen zweiten Kampf gewonnen. So sind am zweiten Tag noch drei Schweizer dabei: Röbi, Reveri und Jean Pierre. Es ist bis um 23.15 Uhr gerungen worden, bis mitten in der Nacht. Röbi hat seinen zweiten Kampf um 21.15 Uhr gehabt. Er ist sehr müde gewesen, denn sie sind um 5 Uhr morgens aufgestanden.

 

 

  1. August 1976

Um 8 Uhr bin ich aufgestanden und habe gefrühstückt. Dann habe ich für die Ringer die Kleider gewaschen und um 11.30 Uhr zu Mittag gegessen. Röbi hat

im Wettkampf einen Venezianer. Wenn er gewinnt, ist er Vierter. Markus kann heute Abend auch in einer speziellen Kategorie für 16-jährige ringen. Röbi ist etwas nervös und muss Tropfen nehmen. Ich habe Röbi noch nie so nervös gesehen. Ich hoffe, dass alles gut geht und schreibe um drei Uhr weiter, wenn Röbi gerungen hat.

 

Röbi hat mit dem Venezianer 24:0 verloren. Jetzt ist er Achter. Um 8 Uhr hat Markus einen aus Guatemala 7:5 gewonnen. Auch Philippe Mottier hat auf die Schultern gewonnen. Leider zählt dies nicht für die Weltmeisterschaft. Nach dem Ringen, das ist um 22 Uhr fertig gewesen, war ich noch eingeladen geworden. Wir, das heisst, aus der Schweiz nur ich, gingen Glace essen. Es waren sonst dabei: Mister Overland aus Montreal, Mister Schwindeling aus Deutschland, beide Delegierte de Fila, Mister Amiedi und Misses Amiedi, Jack und Mister Smith und Misses Smith. Um 23 Uhr bin ich schon wieder zu Hause gewesen. Dann bin ich noch in die vierte Etage gegangen. Die Schweizer hatten es im Zimmer von Perret und  Margarey  ganz lustig. Bis 24 Uhr bin ich dort gewesen, nachher habe ich wieder Kleider waschen müssen. Um 0.30 Uhr haben mir Marco, Pierre Alain, Jean Pierre und

Philippe noch einen Besuch abgestattet. Um 0.45 Uhr bin ich schlafen gegangen.

 

 

  1. August 1976

Röbi ist ausgeschieden. Alle Schweizer sind ausgeschieden. Markus muss um 13 Uhr noch ringen, allerdings ausser Konkurrenz. Markus ist Erster, Mottier

Ist Erster und  Caudard ist Zweiter geworden.

 Am Abend sind dann unsere Jünglinge mit dem Japaner und einer Flasche Wein auf mein Zimmer gekommen. Die haben wir mit der Pinzette geöffnet. Dann sind sie bis um 03.00 Uhr bei mir geblieben. Markus war auch dabei. Sie haben den Japaner mitnehmen müssen, denn ich wollte ihn nicht bei mir auf dem Zimmer. Röbi hat bei mir geschlafen. Der Japaner ist dann um 1 Uhr noch einmal gekommen, denn er hat einen kleinen japanischen Ringer gesucht. Dann habe ich noch die Haare gewaschen und Röbi hat noch geduscht. Um 1.15 Uhr sind wir schlafen gegangen.

 

 

  1. August

Um 6.30 Uhr hat Markus uns geweckt. Um 7.30 Uhr ist John uns abholen gekommen. Er hat uns zum Flughafen gebracht. Jetzt, um 9 Uhr, sind wir wieder im Flugzeug und warten auf den Abflug, der um 9.10 Uhr stattfinden soll. Wir fliegen etwa 1 Stunde bis Chicago. Für Taxifahrten in Chicago und Washington haben Röbi und ich 18 Dollar bezahlt.

Ein Taxi hat uns ins Hotel Ascot House gefahren. Dort hatten Röbi und ich Zimmer Nr. 712. Die anderen Wettkampfsportler haben eine Stadtrundfahrt gemacht. Aber Röbi und ich sind hundemüde gewesen. Wir haben 3 Stunden, bis um 17 Uhr, geschlafen. Dann bin ich mit Markus und Röbi eine Glace essen gegangen. Röbi und Markus haben noch ein bisschen vor dem Hotel gespielt, dann ist Markus in sein Zimmer gegangen. Ich bin mit Röbi noch um die Häuserblocks spaziert, dann hat uns ein Afrikaner

verfolgt. Zuerst sind es etwa 5 gewesen, dann nur noch einer. Er ist uns bis ins Hotel gefolgt, wir haben uns gefürchtet!!!! In einem Hotel nicht weit  weg ,von unserem Hotel ,ging ich zur  Reception  ,habe unser Problem erzählt ,und die haben ein Taxi für uns bestellt .Ich wusste nicht ,wollen die jetzt mein Junge oder meine Tasche.

Um 20 Uhr sind wir wieder im Zimmer gewesen und sind in ein italienisches Restaurant Spagetti essen gegangen. Um 22 Uhr sind wir wieder im Hotelzimmer gewesen. Wir haben danach 12 Stunden geschlafen.

 

  1. August 1976

Michel hat uns um 6.30 Uhr geweckt, dann habe ich mich angezogen und um 7 Uhr sind wir zum Flughafen gefahren. Um 9 Uhr sind wir nach Washington abgeflogen. Ich glaube, es fliegt ein Lehrling, denn es geht wie auf einer Achterbahn: auf und ab. Die Landung in Washington erfolgte um 12 Uhr. Nachher sind wir mit dem Taxi ins Midtow-Motor-Inn Hotel gefahren. Um 13.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Es hat Fisch, Pommes Frites und Salat

gegeben. Dazu sind Brötchen mit Butter gereicht worden. Um 15 Uhr sind wir mit dem Airbus nach Washington gegangen.

Wir sahen das Weisse Haus, das Jefferson Denkmal, den Capitol, den Arlingtenfriedhof, das Lincolnmemorial Monument de Washington. Danach

bin ich hundemüde gewesen. Ich wäre am liebsten schlafen gegangen. Am meisten hat mich das John F. Kennedy Grab beeindruckt. Auch das Robert Kennedy Grab war sehr gross. Nun sitze ich im Autobus und warte auf die anderen. Perret und Leuba John sind auch bei mir. Auch Röbi ist da, weil er auch müde ist. Die anderen sind noch das Grab des unbekannten Soldaten anschauen gegangen .

 

Um 19 Uhr sind wir in einem französischen Restaurant gegangen, um noch etwas Feines zu essen. Um 22 Uhr sind wir mit einem Taxi ins Midtown-Inn-Hotel gefahren. Auf dem Nachhauseweg hat ein Student Blumen verkauft, Nelken. Er hat unsere Ringer gefragt, auf Englisch, ob einer mir eine Nelke kaufe, für 1 Dollar. Sie haben nicht verstanden oder wollten es nicht verstehen. Da hat er mir eine rote Nelke geschenkt. Um 23.30 Uhr sind wir schlafen gegangen.

 

 

  1. August 1976

Heute haben wir einmal ausschlafen können. Wir haben bis um 7.30 Uhr geschlafen, dann ist Röbi schon wach gewesen. Im Bett bin ich bis um 10 Uhr geblieben, denn mein Kopf hat wieder einmal gebrummt. Um 12 Uhr haben wir das Mittagessen eingenommen. Vor dem Essen sind Markus, Röbi und ich noch auf der Bank gewesen. Bei der dritten Bank hat es geklappt. Michel und Ravery

 sind zu spät gewesen, denn sie sind erst um 13.30 Uhr gekommen.

Um 14.30 Uhr haben wir  das Fliegermuseum besucht. Wir haben Vieles aus dem 1. Weltkrieg gesehen. Aus dem 2. Weltkrieg den Zeppelin mit der Kabine,  das erste Flugzeug, alle Kampfflieger der USA. Weiter die Appollokapsel, die Surveyerkapsel, die Skylabkapsel, Raketen, verschiedene Mondfahrzeuge, der Helikopter, welcher die ersten Männer mit einem Netz aus dem Meer hisste, ein Mondauto, die Originalanzüge des ersten Mannes auf dem Mond. Wir sind in der Skylabkapsel drin gewesen. Alles in allem es gab sehr, sehr viel zu sehen.

Um 18.30 Uhr bin ich wieder in meinem Zimmer angekommen.

 

Um 19 Uhr wird das Nachtessen eingenommen. Röbi spielt mit seinem Flieger. Er spricht für sich. Um 19 Uhr wäre das Nachtessen angesagt gewesen. Aber man musste einmal mehr warten bis es den Welschen passte. Um 20 Uhr ist  dann endlich gegessen worden. Um 21 Uhr sind wir dann ins Bett gegangen, das heisst, aufs Zimmer. Geschlafen haben wir um 23 Uhr. Wir haben noch einen Film gesehen.

 

 

  1. August

Um 6 Uhr bin ich aufgestanden. Um 7.15 Uhr ist Frühstück und um 8.30 Uhr werden wir mit dem Bus nach Philadelphia fahren. Jetzt ist es 10 Minuten vor 7 und ich bin bereit. Ich habe Hunger.

Um 7.30 Uhr haben wir gegessen gehabt, um 8.10 Uhr sind wir an der Greenhound Haltestelle gestanden. Abgefahren sind wir um 9 Uhr. Perret und Michel haben sich gestritten. Sie streiten immer ein bisschen. Es ist schon so, dass Reisen nervös macht und es ist auch ermüdend. Um 12.40 Uhr sind wir in Philadelphia angekommen. Dann, um 13 Uhr, haben wir in einer italienschen Beiz Pizza gegessen, das Stück für 50 Cent. Um 14.30 Uhr sind wir im Bus gewesen, zur Stadtbesichtigung. Wir habe die Freiheitsglocke gesehen "La cloche de la  liberté“. In Philadelphia haben wir noch das Georg Washington-Denkmal mit dem grossen Kongresssaal gesehen. Aber die Reiseleiterin sprach nur Französisch. Das ist nicht so interessant gewesen. Um 17.30 Uhr sind wir wieder auf der Greenhoundstation gewesen, um 18 Uhr sind wir weiter gefahren.

 

Um 19.30 Uhr sind wir auf der Greenhoundstation gewesen. Da hat wieder eine Streiterei , mit Perret und Michel wegen den 3 Gruppen angefangen. Perret ist schon ein bisschen alt, um noch Gruppenführer zu sein. Nun, um 20.30 Uhr, sind wir mit dem Taxi im Hotel Edison angekommen. Röbi und ich wohnen hier in einem richtigen Gefängnis. Ich bin froh, dass wir bald wieder nach Hause zu gehen . Ich hatte  jeden  Tag  Kopfschmerzen, denn es war sehr heiss in dieser Zeit. Wir haben so viele Städte besucht, so viele Eindrücke von diesem  wunderschönen Land  Amerika ,sehen und erleben  dürfen ,Es war eine Reise wert .Ich aber hatte ja auch immer eine Gruppe zu betreuen .und so habe ich in den letzten Tagen immer mehr an  Schwindelgefühle gelitten.

 

 

Um 22.30 Uhr sind wir ins Bett gegangen. Ich habe schlecht geschlafen.

 

 

  1. August 1976

Um 9.30 Uhr sind wir aufgestanden. Röbi hat Markus geweckt. Um 11.30 Uhr haben wir uns im Hotel versammelt. Dann sind wir ins Pot-au-Feu zum Mittagessen gegangen. Wir haben Alfredo dieses Mal gesehen. Er hat uns den Kaffee spendiert. Ich bin in der Küche gewesen und durfte sehen, wie hier die Schweizersuppe gekocht wird. Wir haben uns um 13 Uhr von Alfredo verabschiedet. Dann sind wir ins Amerikan-Express-Büro gegangen. Wir haben die Reise von Chollet, Perret und  Ravery  bestätigen lassen müssen. Um 14.20 Uhr sind wir mit dem Taxi auf die Cital Laine gegangen und haben einen Bootsausflug gemacht. Der hat ungefähr 2 ½ Stunden gedauert. Wir haben alle Sehenswürdigkeiten von New York gesehen: die Freiheitsstaue, den Empire Bulding und Vieles anderes mehr. Anschliessend sind wir noch auf den Empire State Bulding gegangen. Die Liftfahrt hat vom Erdgeschoss bis in die 810. Etage 75 Sekunden gedauert. Das war ein komisches Gefühl. Um 20 Uhr sind wir im Hotel gewesen. Wir sind von der 34-sten Strasse zu Fuss gelaufen. Anschliessend haben wir noch das Rockefeller Zentrum angeschaut. Schliesslich sind wir dann noch in ein französisches Restaurant gegangen und haben feine Cheeshamburger gegessen und einen guten Wein getrunken. Pro Person hat das 7 Dollar gekostet. Um 22.30 Uhr sind wir auf dem Zimmer der Nr. 933 gewesen. Um 23.30 Uhr sind wir ins Bett gegangen. Markus ist noch bei uns auf dem Zimmer gewesen.

 

 

  1. August 1976

Um 7.30 Uhr hat mich Röbi geweckt. Um 8.10 Uhr bin ich aufgestanden, mit einem Schwindelgefühl . Ich habe eine halbe Stunde gebadet, das war herrlich. Um 8.50 Uhr hat Röbi Markus per Telefon geweckt. Wir haben noch Souvenirs einkaufen wollen. Wir sind etwa in drei Geschäften gewesen, bis wir alles gefunden hatten. Für Sandra habe ich einen Hund, der gehen kann, gekauft. Für Gaby eine Puppe, die gehen kann. Für Frieda kaufte ich ein Armband, für Heidi Hübscher ein Bierkrug, für Mutti eine Gaslampe, für Mäusli einen Aschenbecher, für Röbi und Dani ein Leibchen. Alles in allem hat es 55 Dollar gekostet. Um 12 Uhr haben wir noch das Mittagessen eingenommen. Wir haben in einer Italienerbeiz „Piccata“ gegessen. Das ist gut gewesen. Um 13.15 Uhr haben wir mit Perret, Leuba und Md Rousseau ein Rendez-Vous. Ich muss bis zum Kennedy Airport den Boss spielen. Perret und Ravery, gehen etwas eher ,Margarey und Chollet sind um 15.45 Uhr gegangen. Denn Chollet fliegt nach Quebec nach Kanada. Er ist erst 12 Jahre und muss im Flugzeug abgegeben werden. Margerey  ist mit ihm gegangen. Um 20.15 Uhr werden wir mit dem Car zum Kennedy-Airport abfahren. Jetzt, um 15.45 Uhr, sitzen wir im französischen Kaffee und essen Glace. Um 18.10 Uhr ist Perret mit  Ravery  abgefahren. Um 18.30 Uhr haben wir noch Hüte für Markus und Röbi eingekauft. Jetzt habe ich noch 11 Dollar zu Nachtessen auf dem Flughafen.

 

Etwas später sitze ich in der Halle des Hotels und warte auf die anderen. Madame Leuba, Madame Rousseau, Markus, Marco und Röbi sind hier. Es fehlen noch Jean Pierre, Philippe und Pierre Alain. Um 20.15 Uhr fährt der Bus zum Airport. Um 21.15 Uhr sind wir am Flughafen angekommen. Dort haben wir

Länger als 1 Stunde warten müssen. Das Flugzeug hatte etwa 1 Stunde Verspätung. Jetzt, um 23.30 Uhr sitzen wir immer noch in der Wartehalle. Ich glaube kaum, dass dieses Flugzeug um 23.55 Uhr fliegen wird. Wir sind erst um 24.50 Uhr abgeflogen. Also 1.55 Stunden zu spät. Jetzt fliegen wir wieder der Heimat entgegen. Ich bin so froh, ich habe genug vom Fliegen. Um 13.30 Uhr amerikanischer Zeit hat es an Bord zu Essen gegeben: Kartoffelstock, Roastbeef, Rüebli und Erbsen. Um 15.3o sollten wir in Zürich landen. Das Dessert hat aus Schokoladenpudding bestanden. Jetzt ist es 12 Uhr Mittag Schweizerzeit. Es hat ein Sandwich und Kaffee gegeben. Um 15.45 Uhr sind wir in Zürich gelandet .Mit dem Car ,der für die Nationalmannschaft ,am Flughafen bereit stand ,nach  Bern gefahren .Welch ein Wiedersehen auf der Schützenmatte in Bern .Meine Familie, Robert Senior ,Gabriela ,Sandra, und unser Hund  Sambo ,  standen Spalier .mit einer Kuhglocke ,denn wir hatten ja einen Weltmeister zu feiern. Markus war der Star ,er wurde ja auch trainiert von meinem Mann .Es war so schön ,wieder im kleine Schweizerländle zu sein ,und im eigene Bett zu schlafen. Es hat wie immer Freudentränen gegeben, wenn ich ,oder wir , wieder nach Hause gekommen sind Amerika war eine Reise wert.

 

 

 

 

Eine Seereise mit der MS Ria (1989)
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162.  Eine Seereise mit der MS Ria (1989)
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Tagebuch von meiner

Seereise auf der MS RIA vom 2. – 26. Juni 1989

Technische Daten

 

Reeder - Kapitän: Heinz-Georg Jacobs, Bruder meiner Schwägerin

 

Steuermann: Dieter

 

Köchin: Ich

 

Matrose:  Renate

 

Funkzeichen: D D M J (Delta, Delta, Mike, Juliette)

 

Länge des Schiffes:  46.4 m

 

Breite des Schiffes:    8.5 m

 

Ladetonnen:  480 T

 

Eigengewicht:  330 T

 

Bruttoregistertonnen:  299 BRT

 

Kabinen:  5 grosse mit Doppelbett

 

WC- Dusche:  2

 

Esszimmer:  1

 

Vorratskammer gekühlt: 1

 

Gefriertruhe: 1

 

Kühlschränke: 2

 

Küche:  1

 

 

2. Juni, Freitag

Tag der Anreise

Begleitung meiner besten Freunde; Abfahrt in Bern um 17:50 Uhr; Ankunft in Basel um 19:00 Uhr.  Weiterfahrt mit Komet DB mit Sitzplatz bis Hannover, Ankunft um 19:22 Uhr.

Ich war zuerst alleine im Abteil und hatte den Sitzplatz Nr. 45, neben einem freien Sitzplatz. Nr. 46 wurde später ab Mannheim auch besetzt. Leider machte ich mit einem ca. 30 jährigen Mann, der sich beim Badischen Bahnhof zu mir setzte, schlechte Erfahrungen. Er glaubte nämlich, er müsste mich auf seine erregte Männlichkeit aufmerksam machen, indem er sein Glied dauernd unter der Hose bewegte. Ich las und studierte einen Moment lang, was ich machen sollte. Ich holte dann den Schaffner. Aber der Vogel hatte Reissaus genommen. Er hatte wohl ein schlechtes Gewissen. Also um 4:00 Uhr, bis Hannover, wäre ich mit dem nicht alleine im Abteil geblieben. Ab Mannheim kamen dann 5 neue Leute dazu, so dass jeder Platz besetzt war. Und ausgerechnet mir vis à vis musste eine so lange Bohnenstange Platz nehmen. Er beschlagnahmte auch noch meinen Abstellplatz für die Füsse. So wusste ich fast nicht, wie ich sitzen sollte. Auf jeden Fall war das ein Gelage, dass jene die zu hinterst gesessen hatten, kaum rausgehen konnten. Also gab es auch nichts zu Essen. Zum Glück habe ich meinen roten Wein bei mir gehabt. So hatte ich wenigstens etwas zu trinken.

 

 

3. Juni, Samstag

Zugfahrt bis Hannover

Um 3:30 Uhr war es Zeit, nach Bremen aus-  und umzusteigen. Viele Leute, vor allem Männer, haben auf dem Bahnhofboden geschlafen: In der Hand 1 Flasche Bier oder Schnaps. Es war richtig beelendend, so viele Penner und abgestürzte junge Leute zu sehen. Um 4:00 Uhr ging die Fahrt nach Bremen weiter. Es waren zwei nette Leute aus Bayern in meinem Abteil und ein junger Soldat. Der war so müde, dass er seine Station verpasste. Da ich diese nicht wusste, konnte ich ihn auch nicht rechtzeitig wecken. Die Bayern fuhren zur Kur auf die Insel Spiekeroog. Die Frau war traurig, weil sie ihren Hund nicht hatte mitnehmen können. Der Mann lächelte ganz verschmitzt und tröstete sie mit den Worten: „Du hast ja mich. Streichle mich, dann bin ich auch hundeglücklich.“ Wir unterhielten uns auch über die Fleischpreise und über das Zubereiten von Fleisch. Es war interessant, ihre mit unseren Preisen zu vergleichen. Der Herr trug mir in Hannover noch mein Gepäck auf den Bahnsteig. Sie reisten weiter nach Halingen. Sie hatten geplant, von da aus mit der Fähre auf die Insel überzusetzen. Es waren sehr nette und anständige Leute. 

 

Empfang in Hannover

Um 6:20 habe ich im Bahnhofbuffet Bremen mit 2 Brötchen, Butter und einem Kännchen Kaffee gut gefrühstückt. Bloss, mein Kaffee zu Hause ist besser. Doch das Frühstück hat mir neue Kräfte verliehen. Um 8 Uhr ist Ria angerauscht gekommen, um mich abzuholen. Unsere Fahrt hat nach Elsfleth und nach Braken geführt. Der ursprüngliche Plan hat sich geändert. Ria ist verschnupft, sie hat die Grippe. Nichts desto trotz haben wir uns gut gelaunt auf den Weg zu ihrem Wagen gemacht: Hier noch schnell das Gepäck verstauen und los geht’s. Eine gute Stunde später sind wir in ihrem wunderschönen Haus angekommen, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf die Weser hat. Ria erzählte mir, dass sie und Heinz-Georg am Samstagabend zu einer Silberhochzeit eingeladen waren. Heinz-Georg liegt mit seinem Schiff in Cuxhaven, in der Nordsee-Elbe.

Von dort haben wie den Kapitän nach Hause geholt und gleichzeitig mein Gepäck auf die MS RIA gebracht. Ich habe übrigens eine grosse Kabine mit Himmelbett. Alles in blau. Es ist die Steuermannskabine. So, nun habe ich alles ausgepackt und eingerichtet; Es ist herrlich wieder an Bord zu sein. Um 16 Uhr hat es ein feines Dessert und guten Kaffee dazu gegeben, begleitet von einem Kirschbeerlilkör.

Wir haben Bilder ausgetauscht und einander die neuesten Sachen von zu Hause erzählt. Als Ria und Heinz-Georg am Abend fein gestylt zur Silberhochzeit gegangen sind, habe ich mir eigentlich einen Film angesehen.

Der Sohn, Thorben, ist vom Ausgang nach Hause gekommen. Ich bin müde gewesen und eingeschlafen. Immerhin war ich gestern 12 Stunden im Zug unterwegs. Als ich 2 Stunden später wieder erwache, gibt es auf der anderen Seite der Weser ein riesiges Feuerwerk. Dieses war eine echte Augenweide! Doch die Müdigkeit übermannt mich und ich gehe weiterschlafen.

 

 

4. Juni, Sonntag

m 2 Uhr sind Ria und Heinz-Georg zurück gekommen. Sie haben noch Kaffee getrunken. Später sei auch die Tochter, Claudia, nach Hause gekommen. Von dem, was später vorgefallen ist, habe ich nichts mehr mitbekommen. Ich war einfach zu müde. Du dabei hätte ich die Stellung halten sollen.

 

Um 9:00 Uhr ist mit der Schiffsglocke zum Frühstück geläutet worden. Bis jedoch endlich alle versammelt sind, ist es bereits 10:00 Uhr gewesen. Mit dem Auto sind wir eine Stunde später zum Schiff in Cuxhaven losgefahren. Dort hat der Steuermann Didi bereits ungeduldig gewartet. Wir haben zu Mittag gegessen und sind sofort zum Löschen nach Fredericia in Dänemark gestartet. Um 15 Uhr haben wir die Schleuse Brunsbüttel erreicht. Nun werden wir c. a. 6 Stunden durch den Ostseekanal fahren, mit Endstation Kiel. Um 23:00 Uhr ist wieder schlafen angesagt.

 

 

5. Juni, Montag

Heute ist der Tagesbeginn schon um 6 Uhr gewesen. Es war nichts mehr mit ausschlafen, sondern das Motto ist: „Ran an die Säcke“. Wir liegen bei „Comet Hamburg“ längsseits und der will um 6 Uhr weiter fahren. Wir haben Wasser gebunkert, Getränke und Lebensmittel eingekauft; dann das Schiff losgebunden und ab ist’s gegangen, Richtung Fredericia in Dänemark. Wir haben Dachziegel geladen. Es ist eine ganz ruhige Fahrt gewesen, kein Sturm, nur ein bisschen Regen. Über Funk hat Heinz-Georg unsere Ankunft gemeldet. Schon von weitem können wir lesen, an welchem Pier wir festmachen sollen und der Makler steht auch schon da, um das Tau in Empfang zu nehmen.

 

Um 19 Uhr ist der Zoll gekommen und hat wissen wollen, was wir alles im Zollschrank haben. Das muss auf die Falsche resp. auf die Zigarette genau stimmen. Danach ist der Schrank mit einer Plombe versiegelt worden und darf erst in deutschen Gewässern wieder geöffnet werden. Schnell ist es schon wieder Zeit geworden fürs Abendbrot. Wir essen gibt verschiedene Brote, Käse, Marmelade, Butter; Alles was das Herz begehrt. Später gehe ich noch etwas spazieren um abzuschalten und um „Anne Kätje“, so heisst das Schiff, welches vor uns im Hafen liegt, zu besuchen.

Schliesslich haben wir einen kleinen Schwatz gehalten und alle sind hundemüde. Wir wollen schlafen. Und doch hat ein Gläschen Rotwein den Abend schön abgerundet, wobei wir den morgigen Tag sowie den Menüplan haben besprechen können.

Nun ab in die Heia, es ist schnell wieder Morgen.

 

Komplimente

P.S. Etwas muss ich noch loswerden. Der Makler, ein hübscher blonder Däne, will morgen für uns Brötchen und Gipfeli bringen. Er hat mich gefragt, ob ich um 8:00 Uhr schon aufgestanden sei, denn ich bräuchte ja keinen Schönheitsschlaf, weil dann könne er die Brötchen speziell an mich übergeben. So ein Heuchler, oder hat er es vielleicht doch ehrlich gemeint? Dies kommt wohl nie aus und das ist auch besser so. Auf jeden Fall ist er sehr charmant gewesen, was man daran erkennt, dass er bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

 

 

6. Juni, Dienstag

Die Hafenarbeiter wollen heute um 8 Uhr mit dem Löschen beginnen. Löschen nennt man das Entladen eines Schiffes. Um 7.30 Uhr hat mich Didi, der Steuermann, aufgeweckt und gesagt: „Putzi, Du musst Dich hübsch machen, der Makler kommt und bringt Dir Brötchen“. Ein Makler ist ein Schiffsbefrachter. Dieser hat sich aber verspätet und meine Männer an Bord haben es schon mit der Angst zu tun gekriegt, sie müssten ohne Frühstück in den Tag starten. Doch schliesslich ist er mit einer Tüte Brötchen und der deutschen Bildzeitung. Danach habe ich die grosse Ehre (ha ha) gehabt, den Haushalt zu schmeissen. Auf See muss genau so geputzt, abgestaubt, das Bett gemacht werden, u.s.w., wie zu Hause auch. Jetzt, um 10 Uhr, löschen die Hafenarbeiter die grossen Pakete Dachziegel. Um 12 Uhr müssen sie fertig sein und ich muss bis dahin das Mittagessen vorbereitet haben. Die Crew hat sich von mir nach schweizer Art gebackene Omeletten mit Apfelmus gewünscht.

Nach dem Mittagessen sind die Hafenarbeiter auch mit Löschen fertig gewesen.

 

Fahrt nach Aarlborg

Darauf hin sind wir nach Aarlborg ausgelaufen. Dieses liegt ca. 7 Std. von Göteborg entfernt. Heute habe ich mich während der Fahrt etwas hinlegen können. Wahrscheinlich ist es die Umstellung von 560m über Meer auf Null, wegen der ich so todmüde bin. Am Nachmittag hat es Kaffee und Kuchen gegeben.
Heinz Georg hat das Wappen von Elsfleth gekauft. Er möchte, dass ich ihm dieses Wappen vergrössere und auf eine alte Seekarte zeichne. Das vergrösserte Wappen will er dann vorne am Steben aufmalen. Wenn man auf einem Schiff vom Steben spricht, meint man den Bug. Ich habe bis zum Abend gezeichnet. Über Funk kamen neue Ordern, wie und wo wir laden und löschen sollen. Didi hat den Laderaum feucht aufnehmen müssen, denn in Aarlborg werden wir dann Dünger laden. Und schon ist es wieder Zeit gewesen, Abendbrot vorzubereiten und danach die Küche zu reinigen. Nachher habe ich am Wappen weiter gezeichnet. Dies machte ich auf dem grossen Seekarten-Tisch mit dieser herrlichen Aussicht auf den Sommerabend. Heinz Georg hat mir beim Ausstechen geholfen. Und endlich bin ich fertig geworden. Es sind nämlich gesamthaft 4 Wappen auf der Wappenscheibe vereint gewesen.

 

Bald wird Mitternachtssonne sein

Um 20 Uhr ist die See ruhig, die Windstärke beträgt c.a. 2-3. Ich habe am Radio noch schöne Musik gehört. Es ist bereits etwas von der Mitternachtssonne zu bemerken. Es ist taghell. Es ist etwas ganz Besonderes. Heinz-Georg achtet auf das Flussradar, ich auf das grosse Radar und Didi misst und schaut aufs Echolot, denn wir fahren durch den kleinen Belt. Da hat es viele Untiefen und Sandbänke. Die Steuerautomatik ist eingeschaltet, es kann aber auch noch von Hand mitgesteuert werden. Uns hat die die Müdigkeit übermannt, der Körper hat nach Kaffee geschrien.

 

 

7. Juni, Mittwoch

Hier nennen sie mich Putzi. Und Putzi hat um 1 Uhr Kaffee gekocht. Hhhmm, dieser hat unsere Sinne wieder etwas gestärkt. Doch bald haben sie auch noch Hunger bekommen! Tja, dann streiche ich eben noch ein paar Brote: Schliesslich ist das einer meiner Jobs hier.
Um halb 3 Uhr Nachts ist ein Funkspruch von einem entgegenkommenden Schiff gekommen. Es ist schwer beladen gewesen und hat uns auf der Steuerbordseite passieren wollen. Alles ok. Er ist Däne und hat sich bedankt. Die See ist immer noch ruhig. Es herrscht fast eine gespenstische Stille. Der Mond zeichnet auf der Strömung wunderschöne Bilder. Es ist so beeindruckend, dass man dies schon sehen muss! Ein wahrer Traum. Nun sind wir an einigen engen Stellen vorbei gekommen und Heinz-Georg hat von Hand steuern müssen. Es dauert noch 1 Stunde bis Aarlborg, dann haben wir es geschafft. Aber mir fallen die Augen zu. Ich kann gar nicht mehr richtig auf das Radar aufpassen.

Also melde ich mich um 3.30 Uhr ab, damit jemand anderes übernehmen kann. Doch kaum bin ich in der Koje angekommen, ist das Manöver mit dem Anlegen losgegangen. Nach einer knappen halben Stunde Schlaf bin ich wieder aufgewacht, denn der Kapitän hat beim Anlegen etwas laut werden müssen. Es ist mittlerweile 4 Uhr morgens. Um diese Zeit ist niemand mehr an Land, dem man das Tau zuwerfen könnte. Die Motoren heulen auf. Einmal geht’s vorwärts, dann wieder rückwärts, und schon, oder endlich, stehen die Motoren still. Gute Nacht Freunde.

 

Laden in Aarlborg

Stille herrschte aber nicht lange. Schon nach 3 Stunden haben die Hafenarbeiter angeklopft. Sie haben mit Laden beginnen wollen. Es werden 360 Tonnen Dünger mit Lastwagen angefahren und über Fliessband geladen. Und schon bin ich wieder daran gewesen, Frühstück vorzubereiten. Die Crew hat Hunger gehabt. Der Kapitän hat bis um 9:00 Uhr geschlafen. Da auf der MS RIA erst nach dem Laden geputzt wird, bin ich zu Fuss nach Sudersund bei Aarlborg einkaufen gegangen. Der Hafen liegt etwas abseits von der Stadt Aarlborg. Hier habe ich einen schönen handgestrickten Pullover sowie 10 Postkarten gekauft und noch nach Hause telefonieren wollen. Von der Post aus ist dies aber nicht möglich und deswegen musste ich das bei einem Kiosk erledigen. Meine Leute sind alle o.k. Bei Papi ist es mit seiner Lunge nicht so schlimm. Und Sandras Schulter muss mit Ultraschall behandelt werden. Das sind die Neuigkeiten von zu Hause. Somit habe ich beruhigt wieder zur MS RIA zurückgehen können. Zwar etwas schwer beladen gewesen, und immerhin ca. 3 km weit bin ich gelaufen, aber doch erleichtert. Auf halbem Wege habe ich dann unseren Makler getroffen, welcher glücklicherweise sein Auto dabei hatte. Herrlich, ich durfte mitfahren! Auf dem Schiff hat es schon in der Pfanne bereits gebrutzelt. Wahrscheinlich haben die Männer Hunger gehabt. Sie haben mein vorbereitetes Menu fertig gekocht: Sauerkraut mit Stampfkartoffeln, Rippchen und Pinkelwürsten. Es ist ein richtig deftiges Menu, halt für richtig hart arbeitende Männer. Das hat auch wirklich gut geschmeckt. Wir geniessen es, dass wir alle zusammen essen können. Das geht ja nur, wenn wir nicht auf See sind. Dann muss einer immer Wache halten und auf der Brücke bleiben. Auf dem Schiff nenne man das Ruderhaus, wo die Computer, die technischen Geräte und die Ruderanlage installiert sind, eine Brücke.

 

Fahrt nach Ütersen BRD

Um halb 2 Uhr sind wir wieder ausgelaufen, voll beladen für Ütersen BRD. Volle Fahrt voraus. Heinz-Georg ist die schmalen Stellen wie zuvor mit Handsteuerung gefahren. Eine halbe Stunde wünscht der Kapitän Kuchen mit Kaffee. Er fährt noch ca. 1 Stunde, dann wird er sich auch aufs Ohr hauen. Schliesslich hat er viel Schlaf nachzuholen. Per Computer rechnet er den Kurs aus und speichert diesen, stellt die Automatik ein und überlässt nun die Wache dem Steuermann, welcher nichts anderes machen muss, als aufzupassen, dass keine verrückten Segler in die Quere kommen, die sich so weit raus wagen. Und er muss auch auf die Fähren achten, denn diese haben Vortritt.

 

Pst, der Kapitän schläft. Eigentlich hat er nur 1 Stunde schlafen wollen, aber da alles ohne Zwischenfälle abgelaufen ist, lassen wir ihn und er hat den Schlaf der Gerechten geschlafen. 38 Seemeilen hat er selig geschlummert. Aber jetzt kommt die Ecke von Samsö, und da muss er den Kurs neu ausrechnen und speichern.

1 Stunde später ist die Fahrt weiter bis Greena, einer kleinen dänischen Insel, gegangen. Ich habe das Abendbrot zubereitet und noch einen Blick auf die Brücke erhaschen können. Die restliche Besatzung hat mich nicht mehr gesehen, denn ich habe in mein Tagebuch geschrieben. Sie haben gedacht, ich sei nicht mehr mit zurück gefahren. Sie habe einfach gegessen, was ich auf den Tisch gestellt habe.

So, um 20.10 Uhr habe ich Feierabend. Es dauert noch ungefähr eine Stunde, bis wir in Greena sind, und dann haben wir alle unsere Ruhe verdient. Die Sonne scheint immer noch. Schon kommt der Turm von Fornäs in Sicht, also müssen wir schon ganz nahe sein. Eine viertel Stunde später ist die MS RIA über Funk ausgerufen worden. Da sucht uns also jemand. Der Kapitän meldet sich. Es antwortet der Kapitän von der MS Lüppert, einem ganz alten Küstenmotorschiff. Er erwartet uns auf der Insel Greena. Das wird ein Fest geben, sagt Heinz-Georg. Wir sollen bei der MS Lüppert längsseits festmachen.

Halt auf der Insel Greena und die MS Lüppert

Der Kapitän und seine Crew sind zu uns an Bord gekommen. Das erste ist natürlich gewesen, auf die zurückgelegte Fahrt anzustossen. Diese ist auf der Brücke gefeiert worden. Die dänische Freundin des Kapitäns der MS Lüppert, Elisabeth, ist auch an Bord. Sie ist 33 Jahre alt und der Kapitän 53. Er ist einer der ältesten Nordseeoriginale. Sie haben ganz schön Bier geschluckt. Ich bin meinem Rotwein treu geblieben. „Putzi, mach uns doch mal einen Kaffee“, sagte der Kapitän dann. Natürlich mit dem von mir mitgebrachten Kirsch. Also sind wir alle runter in die Kombüse Kaffee kochen gegangen und schon wieder ist angestossen worden. Der Kapitän der MS Lüppert hat etwas gegen die Schweizer. Er nannte uns, nachdem er genug Alkohol intus gehabt hat, „Schleimscheisser“. Nett.

 

 

8. Juni, Donnerstag

Um Mitternacht rum sind wir auch noch die MS Lüppert ansehen gegangen. Ihr Kapitän heisst Gert. Auf diesem Schiff ist der Film vom Schmuggler in Hamburg

mit Manfred Krug als Polizist gedreht worden.

Der Kapitän hat die ganze Brücke voll mit blühenden Pflanzen überstellt. Sogar das Radargerät ist von einem Efeu umschlungen. Alle haben weiter Bier getrunken, ausser mir. Roter Wein ist einfach mehr meine Sache. Der Kapitän der MS Lüppert will um 4 Uhr auslaufen. Da wir ja bei ihm festgebunden sind, müssen wir auch losdüsen. Heinz-Georg ist mit der Dänin in die Kombüse gegangen um Kaffee zu kochen. Der Kapitän der MS Lüppert hat mir Komplimente gemacht und gefragt, ob er bei mir schlafen könne heute Nacht. Da habe ich es ihm dann zurückbezahlt. Ganz anständig habe ich ihm gesagt, dass die Schleimscheisser aus der Schweiz nicht so doof seien, auf sein Kompliment reinzufallen. Ohne einen Kaffee zu trinken habe ich mich höflich von ihm verabschiedet. Es ist schon taghell gewesen.

 

 

Weiterfahrt via Langeland Richtung Ütersen

Um 4 Uhr wieder an Bord der MS RIA, habe ich noch alles abgewaschen, während der Steuermann schon geschlafen hat. Ich bin soeben in meine Koje getreten, als auch Heinz-Georg an Bord gekommen ist. Die Leinen los, Verabschiedung vom Kapitän der MS Lüppert und los geht’s. Die MS Lüppert fährt Richtung Svendborg in Dänemark und wir in Richtung Kiel. Dies wird ein langer Weg. Doch unser Steuermann hat das Ruder übernehmen müssen, da Heinz-Georg zu viel getrunken hat und dazu noch übermüdet gewesen ist. Mit dem Tuckern des Motorengeräusches bin ich eingeschlafen.

 

Ablösungen der Crew

Um 7.30 Uhr haben der Kapitän und ich ganz in Ruhe auf hoher See gefrühstückt.

Es ist kein Land zu sehen gewesen, das ist etwas Einzigartiges.
Der Steuermann ist schlafen gegangen, ich habe ihm gute Nacht gewünscht. Er möchte um 12 Uhr zum Mittagessen geweckt werden. Zur Teezeit um 10 Uhr sind nur drei Personen dagewesen.

Ich habe Didi aufgeweckt, als das Mittagessen gekocht gewesen .ist Er hat geduscht und sich fein gemacht. Dann hat er den Kapitän abgelöst. Das ist das oberste Gesetz. Der Kapitän isst, wenn es möglich ist, zuerst. Heinz-Georg hat dann Didi noch schnell abgelöst, einen neuen Kurs gespeichert, den Kampass und die Automatik eingestellt und dann ist Er in seine Koje gegangen. Übrigens schläft er am anderen Ende des Schiffes. Dort ist der Maschinenlärm nicht so gross. Die Lieblingsbeschäftigung des Kapitäns ist schlafen. Didi hat gegessen und führt das Schiff nun weiter. Ich habe das Geschirr gewaschen, aus dem Bullauge geguckt und das schöne Seeleben genossen. Um 14 Uhr habe ich mich schlafen, nein nachschlafen, gelegt. 1 ½ Stunden später ist es für mich schon wieder Zeit, aufzustehen. Jetzt habe ich Kaffee gekocht. Der Steuermann hält Wache. Er ist immer noch alleine. Der Kapitän schläft immer noch. Wir lassen ihn schlafen und trinken zusammen Kaffee. Uebrigens, jetzt kreuzt uns eben ein iberianischer Frachter. Er hat Wegrecht verlangt, da er mit 600 neuen Autos schwer beladen ist. Wir haben über Funk mit ihm gesprochen. Bei der Insel Langeland beträgt die Entfernung von Kiel noch 7 Stunden.

 

 

Die Zeit drängt

Mittlerweile ist es 16.30 Uhr und wir werden die ganze Nacht durchfahren.

Zurzeit scheint die Sonne und ich mache einen Spaziergang an Deck. Trotzdem muss ich mich aber warm anziehen. Es bläst ein eisiger Wind. Und mit dem Fahrtwind zusammen ist das ganz schön heftig. Herrlich! Die Wellen sind jedoch nicht hoch. Den Kaffee an Deck zu trinken, hat mich ganz schön aufgefrischt. Es ist einfach toll gewesen. Der Kapitän schläft um 18.30 Uhr immer noch, wie sind jetzt beim Kielerturm angekommen. Didi hat auf Handsteuerung umstellen müssen. Wir haben viele entgegenkommende Schiffe gekreuzt. So hat uns auch die MS Hanseatic  gekreuzt und über Funk gemeldet, sie wolle mit dem Kapitän sprechen. Wir haben geantwortet, der habe sich soeben schlafen gelegt. Ich muss noch einen Kuchen backen. Die Seeleute wünschen immer Kuchen zum Kaffee. Sie werden ja dann im Nordostsee-Kanal Zeit haben, denn da kriegt man das Fernsehen ganz schlecht rein. Aber mir ist nie langweilig. Um 18.45 Uhr habe ich Abendbrot zubereitet. Vielleicht ist der Hunger bei Heinz-Georg stärker, als der Schlaf? Es wird sich zeigen.

Es hat begonnen, ein wenig zu schaukeln. Ich habe sämtliche Bullaugen schliessen müssen. Es sind Wasserspritzer herein gekommen und das bei schönstem Wetter. Oha, der Kapitän ist jetzt, um 19.10 Uhr, aufgewacht. Er möchte einen Kaffee haben und danach geht er Didi ablösen. Der Steuermann hat in den in den Maschinenraum

steigen müssen, weil der Motor alle 3 Stunden geschmiert werden muss.

Um 20 Uhr bin ich mit der Küche fertig geworden. Jetzt beginnt die Bordwache des Kapitäns. Alle haben fein gegessen. Didi duscht und geht 4 Stunden schlafen. Anschliessend wird er durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren müssen. Das Wetter ist noch immer sonnig, aber die See ist jetzt nicht mehr so ruhig. Es herrscht Windstärke 5. Ich muss nach oben an die frische Luft. Die Sonne macht aus der Ostsee ein brennendes Meer. Goldgelb spiegelt sie sich darin. Ein wunderschönes Erlebnis. Im Moment ist aus meiner Sicht kein Schiff zu sehen.

 

Ein Tanz an Deck

Um 21.20 Uhr schläft der Steuermann immer noch nicht, denn er muss in der Schleuse von Kiel noch festmachen. Endlich hat dann Heinz-Georg auf Handsteuerung geschaltet, damit er genau zwischen den Bojen hat hindurch fahren können. Steuerbord hat er eine grüne, Backbord eine rote Boje passiert. Im Radio hören wir die Schleswig Holstein Hitparade. Die Hitparade wird von Seeleuten zusammengestellt, die unterwegs sind. So habe sie und wir auch die Stücke gewählt. Es wird Musik gespielt, die mir mach schöne Stunde in meinem Leben in Erinnerung ruft. Gerade spielt man mein Lieblingslied. „I’m looking for freedom“ von Engelbert Humperdinck. Es steht in der Hitparade an 1. Stelle. Der Kapitän und ich tanzen zusammen auf der Brücke. Didi will nicht tanzen, er hat vermutlich Hemmungen. Aber er schiesst ein Foto von uns. Die See ist wieder spiegelglatt geworden bei Windstärke 2. Nun tauchen am Horizont überall Schiffe auf. Wie Ameisen sehen sie aus. Aus allen Himmelrichtungen schleusen sie ein. Rechts vor Links. Freifahrer haben freie Fahrt und Heinz-Georg ist ein Freifahrer. Es ist knapp vor 22 Uhr und die Sonne geht unter. Wie ein roter Feuerball versinkt sie im Meer. Ich habe Fotos gemacht. Oha, der Kapitän ruft nach Kaffee und reisst mich aus meinen Träumereien. Wir trinken ihn auf der Brücke. Natürlich dürfen die feinen, süssen Kuchenstücke aus Dänemark nicht fehlen.

 

Schleusen

Wir haben keine Erlaubnis erhalten, in die Schleuse einzufahren. Zuerst fahren all jene Schiffe, welche einen Lotsen haben. Also warten wir, bis wir an der Reihe sind. Wir treiben auf Reede, es ist draussen noch ganz hell. Die Motoren stehen still. Ab und zu hört man, wie der Kapitän versucht, sein Schiff auf Kurs zu halten.

Eine Stunde später treiben wir immer noch auf Reede. Der Kapitän und der Steuermann ärgern sich gewaltig. Endlich habe sie um 23.10 Uhr freie Fahrt. Das Einfahren in die Schleuse dauert eine halbe Stunde. Meistens lässt der Kapitän sein Schiff in die Schleuse treiben. Dies klappt auch nicht gerade auf Anhieb. Es sind ja noch andere Schiffe in der Schleuse. Der Steuermann hängt überall Fender über Bord, damit das Schiff oder die Farbe nicht beschädigt werden. Ein Fender ist ein Stück Holz, das man aussen an der Bordwand an einem Tau festbindet.

Der Kapitän und der Steuermann ärgern sich wieder, denn Didi möchte doch schon lange schlafen gehen. Morgen müssen wir um 9 Uhr in Ütersen sein um zu löschen. Ütersen kann man nur bei Flut erreichen. Die Fahrzeit dauert ca. 6 Stunden bis zum Nord-Ostsee-Kanal, von da dauert es auf der Elbe noch 3 Stunden. Die Zeit wird knapp. Nur das Glucksen vom Wasser an der Reling hört man noch. Endlich, um 24 Uhr, macht der Steuermann fest. Es geht dabei ganz ruhig zu und her. Zuerst wird vorne festgebunden, damit das Schiff nicht weg treibt. Dann kann er sein Schiff wie ein Auto parken, quasi ohne viele Manöver. Noch mal volle Pulle; und wir sind drin, in der Schleuse.

Keine halbe Stunde später sind wir schon wieder ausgelaufen. In der Schleuse waren 6 Schiffe und ein Binnen- und ein Seeschiff. Didi hat sich noch 2 Brote mit Fleisch gewünscht, dann ist er endlich schlafen gegangen. Nach einem Glas Wein will auch ich Feierabend machen und in die Koje gehen. Die Zeit wird immer knapper. Wegen Hoch- und Niedrigwasser sollten wir spätestens um 6 Uhr in der Schleuse in Brunsbüttel sein. Ich gehe nun in die Kombüse. Es sind alle versorgt.

 

 

9. Juni, Freitag

Um Mitternacht ist im Nord-Ostsee-Kanal nicht viel los. Ab und zu schleicht sich gespenstisch ein entgegenkommendes Schiff an. Der Steuermann ist ins Bett gefallen. Der Kapitän sitzt an der Handsteuerung. Er muss aufpassen, denn das Schiff ist vorne etwas mehr beladen. „Es steht Kopf“ heisst das in der Fachsprache. Hoffentlich reicht die Zeit. Das Radar ist an. Es ist gespenstisch dunkel auf der Brücke. Es darf kein Licht brennen. Nur das Radio läuft. Das ist die einzige Abwechslung. Es ist wirklich einsam, da oben 6 Stunden alleine zu stehen und mit niemandem sprechen zu können. Da gehen einem viele schöne und weniger schöne Erinnerungen durch den Kopf. Ich trinke mein Glas Wein oben bei Heinz-Georg und verkürze ihm, vielleicht so c. a. eine Stunde, seine Fahrzeit, indem wir uns unterhalten. Wir haben uns ja viel zu erzählen. Ich bin so müde geworden, dass ich beinahe im Stehen auf der Brücke eingeschlafen bin. Dann habe ich mich verabschiedet und gehe jetzt schlafen. Die Laternen zieren das Ufer wie Soldaten. Spiegelglatt ist das Wasser. Der Mond ist halb verdeckt, es ist einfach dunkle Nacht.

 

Es ist 7:30 Uhr und schon wieder Zeit, aufzustehen. Es ist für mich eine unruhige Nacht gewesen. Aber das ist normal, wenn die ganze Nacht durch gefahren wird. Meine Männer sind sehr nervös geworden, weil sie fürchteten, die Zeit reiche nicht mehr. Das Schleusen in Brunsbüttel hat zu lange gedauert. Ich habe das Frühstück vorbereitet, während wir auf der Elbe Richtung Hamburg gefahren sind. Bald geht es in einen kleinen Seitenkanal Richtung Ütersen. Dies ist eine Rosenstadt.

 

 

Fallender Wasserstand und immer noch drängt die Zeit

Das Wasser ist gefallen, der Fluss ist enger und enger geworden, hat immer weniger Wasser geführt. Unsere MS RIA hat einen Tiefgang von 2,8m. Um 9.00 Uhr haben wir die erste Grundberührung gehabt. Links und rechts des Flusses stehen schöne Häuser mit Reetdächern. Alle gucken gespenstisch hinter dem Deich hervor. Die Schafe und Kühe grasen zum Greifen nahe am Ufer. Um 9.30 Uhr haben wir die zweite Grundberührung. Der Kapitän ist nervös geworden. Das Silo, bei dem wir löschen sollen, konnte man schon sehen. Da, etwa 100m vor unserem Ziel, die dritte Grundberührung. Der Kapitän versucht alles: Vergebens. Didi steht vorne über dem Bug und misst die Wassertiefe. Ca. 2,9 Meter vorne und hinten, in der Mitte sitzt das Schiff fest, als wäre es verankert. Es gelingt dem Kapitän nicht, das Silo zu erreichen. Die Arbeiter gucken zu. Für sie, jene an Land bedeutet das: Feierabend. Wir müssen bis zum Abend hier bleiben. Das Wasser sinkt weiter und mit ihm die Stimmung. Aber die Sonne scheint. Und wir liegen etwas versteckt zwischen den Bäumen. Sonst würden wir hier noch zur Touristenattraktion. Bald können wir das Land zu Fuss erreichen. Das Schiff liegt auf dem Trockenen, und das 50m vor dem Ziel, so etwas habe ich noch nie erlebt! Der Kapitän ist frustriert, da er extra die ganze Nacht durchgefahren ist, und das alles für die Katz. Wir werden erst am Montag löschen können. Die Reise verzögert sich um 3-4 Tage. Am Montag sollten wir ja in Leer, in Ostfriesland, Dachziegel für Holbäck, in Dänemark, laden. Kurz vor 12 Uhr meldet sich der der Kapitän ab und geht schlafen. Aus 50 Metern Entfernung kann man ihm schon ansehen, dass er stocksauer ist. Ich schreibe fleissig in mein Tagebuch, schliesslich habe ich jetzt ja Zeit dazu.

 

100 Meter vor dem Löschplatz

Der Steuermann sitzt auf der Brücke, hält Wache und hört dazu Musik. Ich koche später schon mal den Pudding vor, vielleicht vermag es ja die Moral meiner Männer ein bisschen zu heben. Mittagessen gibt es erst um 15 Uhr.

Didi ist auch verärgert. Er hat sich darauf gefreut, dass er über das Wochenende nach Hause kann und dann unterwegs wieder zusteigen. Nun wird alles wegen einer halben Stunde kaputt gemacht. Über Funk haben wir uns in Elsfleth beim Makler abgemeldet. Er wünscht uns eine gute Fahrt. Kann man wohl sagen! Zum Lachen, von Fahrt kann keine Rede sein. Didi und ich haben uns oben an Deck unterhalten. Es ist ganz interessant, einmal mit ihm ins Gespräch zu kommen. Es gefällt ihm bei Heinz-Georg: Didi meint, es sei so familiär bei ihm. Nun ist es 14.30 Uhr und wir haben Niedrigwasser. Das Wasser läuft weiter ab. Bald stehen wir auf dem Trockenen und können zu Fuss das Land erreichen. Es hat gleichwohl viele Zuschauer, wir verlangen schon bald Eintrittsgeld. Mit 5 Mark sind sie dabei. Ich habe schon ein paar Bilder mit Seltenheitswert geschossen: Ein Küstenmotorschiff im Trockendock. Wie eingebettet ohne Wasser auf Schlick und Steinen liegt unser Schiff in diesem Fluss. Um 20 Uhr soll Hochwasser sein. Dann können wir die letzten 50 Meter noch schaffen. Leider wird es spät sein zum Löschen.

 

Um 14.45 Uhr ist das Mittagessen beinahe fertig. Ich habe Heinz-Georg aufgeweckt. Wie er gewünscht hat, haben wir um 15.00 Uhr gegessen. Es hat Nudelauflauf gegeben. Danach habe ich die Kombüse geputzt und sitze nun oben an Deck, lese ein Buch und geniesse die Sonne. Das Wasser kommt langsam wieder. Es ist 16.30 Uhr geworden. Didi putzt Messing, Heinz-Georg ruft über Funk Ria an. Nun gibt es Kuchen und Kaffee. Wir besprechen dabei die Lage. Die Jachten, die jetzt fahren können, passen gerade noch, um an uns vorbei zukommen.

 

Ein Manöver

Um 18.30 Uhr dann unternehmen wir den ersten Versuch, die letzten 50 Meter noch zu fahren. Es geht nicht. Wahrscheinlich klemmt unser 700 Tonnenschiff in der Mitte fest. Den zweiten Versuch unternehmen wir um 19.00 Uhr. Er will einfach nicht, es ist zum Verzweifeln. Eine Stunde später noch mal ein Start, und jetzt endlich können wir die letzten 50 Meter noch zurücklegen. Um 20.30 Uhr ist die MS RIA festgebunden und es gibt Abendbrot.
Danach schauen wir uns noch Aktenzeichen XY an. An diesem Abend muss Heinz-Georg um 21.50 Uhr noch an Land um den Zoll anzurufen. Wir gehen zusammen. 40 Minuten später sind wir wieder an Bord. Der Kapitän ist todmüde, er kann kaum mehr die Augen offen halten. Ich verstehe das. Das war ja aufregender als ein Krimi. Wir standen ja plötzlich quer im Fluss und man wusste nie, wann sich das Schiff auf eine Seite legen würde.

Der Kapitän schläft, Didi ist ausgegangen und so habe ich noch ruhig duschen können, ehe ich mich auch aufs Ohr lege. Der Zoll kommt morgen um 8.00 Uhr. Dann möchte auch er einen feinen Kaffee und einen Schali dazu. Einen Schali nennt man hier einen Cognac. Das heisst also, es wird wieder früh Tagwache sein. Dabei hätten wir doch ausschlafen können. Um 24.00 Uhr wollte ich eben ins Bett, da hupte ein Auto. Es ist Ria, die Frau des Kapitäns. Ich renne im Nachthemd auf die Brücke und helfe Ria, an Bord zu kommen. Der Kapitän hat von all dem nichts mitbekommen. Ria und ich trinken noch einen Willkommenstrunk in der Kombüse, dann gehen wir schlafen.

 

10. Juni, Samstag

Um 07.40 Uhr ist ein Krach an Deck losgegangen. Der der Zollbeamte ist an Bord gekommen. Wenn da jemand aufs Schiff springt, weckt er die ganze Mannschaft auf. Ich habe um 8 Uhr Frühstück gemacht. Anschliessend sind wir im Supermarkt einkaufen gegangen. Es ist schönes Wetter und heiss. Wir haben auch noch den schönen Rosengarten besucht, in dem jede Sorte Rosen steht, die es gibt. Und wir haben Eiscafé getrunken. Um 13 Uhr servierte ich Mittagessen.

Nun sitze ich ganz alleine auf Deck und schreibe in mein Tagebuch. Um 15 Uhr soll es Kaffee geben. Anschliessend wollen wir ausgehen. Wir werden einen Ausflug mit dem Auto unternehmen.

Davon sind wir um 22 Uhr von Friedrich Kooge, einem Fischerdorf, zurückgekehrt. Im Fischerdorf haben wir die schönen Fischerboote und Fischerhäuser besichtigt. Wir haben in einem ganz kleinen Fischerrestaurant Krabbensalat verspeist. Das heisst, ich habe ein Flute mit Käse, Schinken, Tomaten gegessen. Es war herrlich. Später habe ich mit Heinz-Georg, Didi und Ria noch etwas Fernsehen geguckt. Nun bin ich müde. Um 23.05 gehe ich ins Bett, respektive in die Koje. Auf dem Schiff heisst das Bett Koje.

 

11. Juni, Sonntag

Ich bin heute um 9.30 aufgestanden, denn ich habe Mal ausgeschlafen. Ria hat Frühstück gemacht und wir haben zusammen gegessen. Didi hat heute liegen bleiben können. Um 11 Uhr sind wir oben an Deck gesessen und haben unseren Aperitif genommen. Der Zollbeamte und seine Arbeitskollegin haben von der anderen Uferseite aus geguckt oder uns beobachtet. Sie sind um12 Uhr zu uns rüber gekommen. Der Kapitän hat sie mit der Flasche herüber gewinkt. Im Moment sind damit beschäftigt, Mittagessen zu zubereiten. Das heisst, Ria hat das Ruder in der Kombüse übernommen. Die Küche nennt man auf einem Schiff Kombüse. Zum Mittagessen gibt es Schweinebraten, Kartoffeln, Erbsli und Rübli. Zum Dessert wird Pudding serviert.
Nach dem Essen habe ich um 13.30 Uhr an Deck meinen Liegestuhl aufgestellt und an der Sonne geschlafen, bis Didi den Kaffee gekocht hat. Es ist auch schon 16 Uhr. Ich habe heute nämlich meinen freien Tag. Es ist kein Wasser mehr im Hafen zu sehen, das Schiff liegt im Schlick. Ria will nach Hause fahren. Dazu braucht sie c.a. 4 Stunden. Heinz-Georg ist erkältet und wehleidig, wie alle Männer, wenn sie etwas zu Jammern haben.

Ria hat um 19 Uhr „Tschüss“ gesagt und ist abgefahren. Der Kapitän, Didi und ich sind spazieren gegangen. Wir haben zwei schöne Türme gesehen. Anfangs haben wir geglaubt, es sei ein Schloss, aber es ist eine Kirche. Wir haben anschliessend im Rosarium noch ein Bierchen getrunken und sind dann nach Haus aufgebrochen. Um 21.30 Uhr haben wir dort zum Abendbrot Spiegeleier gebraten, später dann noch etwas ferngesehen. Es ist der Film “Dr. Kimbel auf der Flucht” gelaufen. Um 23.15 Uhr geht es ab in die Koje. Morgen können wir löschen, endlich. Es ist 23.15 Uhr und ruhig im Hafen. Nur das Wasser gluckst an die Bordwand. Die Zoll beamten stehen auch schon wieder am Hafen und passen auf Schmuggler auf.

 

12. Juni, Montag

Um 7 Uhr ist Tagwache gewesen. Die Arbeiter haben geklopft. Sie haben mit Löschen anfangen wollen. Nun sind wir schon seit Freitag um 9.30 Uhr hier in Ütersen und können erst heute löschen. Davon habe ich Fotos gemacht. Ich habe Frühstück zubereitet und mit der Schiffsglocke zu Tisch geläutet. Nun gehe ich einkaufen. Didi muss beim Löschen aufpassen und der Kapitän fängt an, das Elsflether Wappen vorne am Steben aufzumalen. Der Steben bedeutet: Der Bug. Ich habe die Schablone für dieses Wappen in Vergrösserung gezeichnet. Heinz-Georg hat alles durchgepaust und um 12 Uhr angefangen zu malen. Es ist schönes Wetter. Ich habe Fliegengitter gekauft und gleichzeitig auch Stoff, um Fliegengitter vors Bulli zu nähen. Ringe habe ich auch erhalten. Um 13.30 Uhr hat es Mittagessen gegeben. Die Arbeiter löschen pausenlos. Didi streicht die Kräne und passt auf.

Um 14 Uhr habe ich noch einmal in die Stadt gehen müssen. Der Kapitän braucht rote und gelbe Ölfarbe für sein Wappen. Ausserdem muss ich die Ringe fürs Bullauge umtauschen, denn sie sind zu gross. 1 ½ Stunden später bin ich todmüde vom einkaufen zurück gekommen. Der Kapitän hat schon Wasser für den Zvierikaffee mit Kuchen aufgesetzt. Etwas später fange ich an, Fliegengitter zu nähen. Didi malt die Kräne und der Kapitän zeichnet sein Wappen fertig. Es ist 18 Uhr, Didi und der Kapitän haben Hunger. Es gibt 15 Minuten später Abendbrot.

An diesem Abend hat sich Didi bei mir 50 Mark ausgeliehen. Er will ins Kino. Der Kapitän hat weiter gemalt, bis das Wappen fertig geworden ist. Ich habe die Fliegenschützer für die Kombüse, die Messe und Didi’s Schlafzimmer fertig genäht. Es ist immer noch hell und schönes Wetter. Der Kapitän ist um 22 Uhr schlafen gegangen. Wir wollen am Morgen um 4 Uhr bei Hochwasser starten. Es geht dann nach Leer in Ostfriesland, nahe der holländischen Grenze. Um 22.30 Uhr bin ich noch hellwach, obwohl ich sehr müde bin. Ich nehme noch einen Schlummertrunk. Didi kommt auch nach Hause oder besser gesagt, an Bord. Ich habe ihm in unserem Geheimfach den Schlüssel gelegt. Ich erinnere mich jetzt an den Kranführer, der den ganzen Tag Dünger 360 Tonnen aus unserem Schiffsbauch auf Lastwagen gekippt hat. Er hat wie mein Vater ausgesehen. Draussen ist es heiss gewesen, heiss. Mir ist es schwer ums Herz geworden.

 

13. Juni, Dienstag

Leerfahrt nach Leer in Friesland

Heute ist vielleicht ein Glückstag, wir werden es ja sehen. Ich schreibe schon früh ins Tagebuch, es ist 8.30 Uhr. Der Kapitän hat um 4 Uhr nicht los fahren können, im Fluss ist zu wenig Wasser gewesen. Um 9 Uhr hat er heute Frühstück gekocht. Um 9.30 Uhr gehe ich gehe noch schnell Ringe für die Fliegenfenster einkaufen. Ütersen liegt in Schleswig Holstein. Aber ich muss in 20 Minuten an Bord sein, wir wollen auslaufen.

Um 10 Uhr geht es endlich aus diesem Kaff Ütersen raus: Am Hafen stinkt es. Es hat auch tote Ratten im Wasser und Fliegen, man könnte direkt Salat machen. Um 10.30 Uhr hat es Tee gegeben. Der Kapitän musste rückwärts aus dem Hafen fahren, weil er so verschlickt ist und so viele Untiefen hat. Wir wollen ja nicht wieder stecken bleiben. Nun ist es diesen schmalen Fluss runter gegangen, an schönen Häusern vorbei und an weidenden Kühen Pferden, Schafen und vielen Gänsen und Enten. Um 12.30 Uhr, es ist herrliches Wetter bei c.a. 27 °, sind wir wieder auf die Elbe Richtung Nordsee. Es ist ja alles gut gegangen, wir sind nie stecken geblieben.

- bei ruhigem Wetter wunderschön

Um 13 Uhr hat es Mittagessen à la Putzi gegeben. Ich werde auf dem Schiff Putzi genannt. Das Essen hat aus Spaghetti Bolognese mit Käse und Gurkensalat bestanden. Die haben aber Hunger gehabt! Ich glaube, wenn alles reibungslos verläuft, haben meine zwei Männer auch mehr Appetit. Um 13.45 Uhr bin auf dem Sonnendeck gelegen, am "sünnele". Ich habe das erste Mal mein Badekleid anziehen können und habe versucht, ein wenig zu schlafen. Um 15.30 Uhr hat mir jemand mir vor der Sonne gestanden: Der Kapitän. Er hat Kaffee und Kuchen gewünscht. Putzi kocht. Um 16.30 Uhr ist immer noch herrliches Bilderbuchwetter. Ich bin an Deck und nähe Fliegengitter. Ich muss noch 4 Stück fertig nähen. Dabei sitze ich vorne beim Steben als Galionsfigur. Didi knipst mich wieder.
Um 18.30 Uhr habe ich Abendbrot gemacht. Es hat Tee, Brot, Käse, Fleischsalat gegeben und es war herrlich. Um 19.45 Uhr habe ich Haare gewaschen, getönt und mich geduscht.

Es ist 21 Uhr und die Sonne scheint immer noch durch das Bullauge. Es ist immer noch ein wunderschöner Abend. Wir haben noch ruhige See bei Windstärke 2 und fahren auf der Nordsee leer Schiff, Richtung Leer in Friesland. Wir werden die ganze Nacht durchfahren müssen und versuchen, so die anderen in Ütersen verlorenen Tage nachzuholen. Didi malt an Deck. Es ist einfach herrlich. Ich gehe mal nach oben nachschauen, wer am Ruder steht, ob Didi, der Steuermann, oder Heinz- Georg, der Kapitän. Einer von ihnen müsste eigentlich jetzt 3 Stunden schlafen gehen, um dann den Anderen ablösen zu können. Morgen um 9 Uhr müssen wir ja in Leer laden. Die haben dort einen Hebekran bestellt, um das Schiff zu beladen.
Um 22.30 Uhr ist der Kapitän schlafen gegangen. Er will um Mitternacht geweckt werden. Dann muss natürlich eine Kanne Kaffee gekocht sein. Bis jetzt habe ich noch das Bullauge geputzt, damit alles schön sauber ist wenn wir im Hafen ankommen. Es ist 23 Uhr geworden. Um Mitternacht bin ich noch oben im Ruderhaus. Heinz-Georg löst Didi pünktlich ab. Didi geht in die Heia.

 

 

14. Juni, Mittwoch

Noch um 1 Uhr morgens geniesse ich den schönen Mond und seinen Schein. Ich habe soeben eine Sternschnuppe gesehen. Heinz- Georg hat mich darauf aufmerksam gemacht. Der Kapitän muss aufpassen, denn soeben ist die Meldung durchgekommen, in unserem Fahrwasser treibe ein Segler, der sich verirrt hat. Der wird über Funk auf die Insel Just gelotst. Man kann dieses Manöver ganz gut hören. Hoffentlich findet er den Hafen. Heinz- Georg hat um 1.10 Uhr den Kurs gewechselt. Jetzt fängt es an zu schaukeln. Ich habe mich auf der Brücke verabschiedet und gehe schlafen. Ich bin müde.

 

Um 7.30 Uhr sind wir in Leer, einem der schönsten Ostfriesischen Städte, angekommen. Irgendjemand hat mich ausräuchern wollen. Durch mein Bullauge kommen Abgase und daher bin ich auch aufgewacht. Der Arbeiter mit dem schwimmenden Hebekran haben den Motor genau vor meinem Bullauge warmlaufen gelassen. Ich bin fast erstickt. Um 8.30 Uhr hat es Frühstück gegeben, um 9 Uhr haben die Arbeiter zu löschen angefangen. Der Zollbeamte ist um 9 Uhr gekommen und hat die Zollpapiere abgefertigt. Der Kapitän geht um 9.30 Uhr schlafen. Er war die ganze Nacht auf der Brücke. Didi passt im Laderaum auf, dass die Leute nichts kaputt machen.

Besuche bei Bekannten und Verwandten

Eine halbe Stunde später habe ich mich verabschiedet. Ich will Richard Hempel, meinen pensionierten Zahnarzt, besuchen. Sie haben für mich extra eine Gangway bereitstellen müssen, damit ich habe von Bord gehen können. Richard ist der älteste, Seemann Deutschlands und ist nun pensioniert. Er ist 86 Jahre alt. Wir nennen ihn auch Ritschie. Er ist nicht zu Hause gewesen. Die Mieterin von Ritschie’s Zahnarztpraxis sagte mir, er sei im Spital. Also habe ich mir ein Taxi genommen und bin ins Spital gefahren. Um 11 Uhr habe ich ihn dort angetroffen. Er hat gerade die Koffer gepackt, denn er ist heute entlassen worden. Als ich bei Richard zur Zimmertür rein gekommen bin, hat er mich angeguckt. Ich bin näher und näher heran gegangen, als er plötzlich sagte: „Ach, wer sind sie denn Sie?“ Dann hat er seine Brille aufgesetzt und mich erkannt. „Oh Putzi, mein liebes Putzi“ hat er gesagt. „Wo kommst Du denn her?“ Er hat vor Freude Tränen in den Augen gehabt und wurde einen Moment ganz blass. Dann hat er zu erzählen angefangen, dass er Durchblutungsstörungen im linken Bein hat. Deshalb habe er schon einen Monat hier im Krankenhaus gelegen. Ich habe ihn zum Kaffee an Bord eingeladen. Wir haben uns viel erzählt über mich, über Heinz-Georg, Didi und ihn, Ritschie. Es ist ganz interessant gewesen. Wir sind zu Fuss nach Leer auf die Pier gegangen. Dort habe ich Robert, meinen Mann, angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich eine Woche länger bleiben werde. Es sind alle Geschwister zu Hause. Alles ist okay, das freut mich.

Während der Mittagsstunden habe ich Astas Schwester Lisa, und Claus besucht. Sie sind alle gesund. Lisa hat Zeit für mich gehabt, denn in ihrem Hotel ist nicht viel los. Ich bin einen Moment lang der einzige Gast gewesen. Um 15 Uhr hat mich Claus zurück an Bord der RIA gebracht. Claudia, die Tochter des Kapitäns, ist auch auf Besuch gekommen. Sie hat frische Wäsche und Proviant gebracht. Um 17 Uhr ist Richard gekommen, um sich das neue Schiff anzusehen. Jetzt sind wir einen Moment lang die alte Crew zusammen gewesen, so wie vor 5 Jahren. Morgen werden wir um 6 Uhr auslaufen.

 

 

15. Juni, Donnerstag

Fahrt von Leer zur Schleuse Brunsbüttel

Ich bin um 7.30 Uhr aufgewacht. Es ist herrliches Wetter, die Sicht etwas diesig. Diesig bedeutet, es ist etwas neblig. Die zwei Männer sind punkt 6 Uhr ausgelaufen. Sie haben schon gefrühstückt gehabt, als ich auf die Brücke gekommen bin. Wir sind um 9.30 Uhr an der kleinen Insel Just, an Wangeooge, Langeooge und Spikerooge, Nordana und Sylt vorbei gefahren. Ich muss heute dringend eine kleine Wäsche besorgen und trocknen. Es ist wieder ein herrlicher Tag, etwas heiss. Aber das stört auf einem Frachter nicht, da der Fahrtwind weht und so die Hitze abhält.

 

Um 10.40 Uhr ist Teezeit gewesen. Eine Stunde später habe ich noch zwei Fliegennetze für die Bullaugen genäht und schon hat es geheissen: Mittagessen kochen. Der Speiseplan hat heute auf Sauceneier und Reis mit Gurkensalat gelautet. Essen hat es um 12.30 Uhr gegeben. Es hat fein geschmeckt, sagen meine zwei Männer. Putzi, das bin ich, muss nun abwaschen und dann werde ich an Deck gehen und im Liegestuhl schlafen. Und das auf der Nordsee. Der Kapitän schläft in seiner Koje, Didi ist oben auf der Brücke und passt auf. Übrigens, Didi hat von 11 Uhr bis 12.30. Uhr geschlafen.

Der Steuermann hat mich um 15.30 Uhr aufgeweckt. Sie haben Kuchen und Kaffee haben wollen. Danach bin ich in die Kombüse gestiegen, um Abendbrot für 19 Uhr zu bereiten. Der Kapitän und der Steuermann lösen sich nun alle 3 Stunden ab. Einer ist auf der Brücke, einer in der Koje. Ich lese noch ein Buch. Um 22 Uhr und koche zwei Thermoflaschen für die Nacht. Die Männer wollen oder müssen durchfahren, da sie am Montag in Holbäck löschen wollen.

Um 24 Uhr sind wir in der Schleuse Brunsbüttel. Ich habe Sonnenbrand. Das Schleusen dauert normalerweise 1/2 Stunde. Ich glaube, wenn Ich die Beiden mit Kaffee versorgt habe, gehe ich ins Bett. Um 0.30 Uhr ist für mich Feierabend.

 

 

16. Juni, Freitag

Weiterfahrt zum Ankerplatz Richtung Nordwest Hogänass, Dänemark

Wir haben um 7.30 Uhr die Schleuse in Kiel erreicht. Danach dauerte die Fahrt zum Thyssenkai das liegt nahe der Schleuse von Kiel , um dort zollfrei einzukaufen, 1 Stunde. Um 7.45 Uhr gehe ich duschen. Um 8 Uhr habe ich Frühstück gekocht. Didi hat frische Brötchen geholt. Am Abend vorher stellte ich die Proviantliste auf, damit die zwei Männer wissen, was alles fehlt. Hier ist gross eingekauft worden, da die Lebensmittel in Dänemark teuer sind. Die Rettungsinsel wird auch neu ausgestattet. Das kostet 400 Mark.
In der Zeit, während der der Kapitän und Didi das Schiff verlassen haben, muss ich auf der Brücke Wache halten.

 

Meine Aufgaben an Bord

Oben habe ich alles, das Radar, das Morsegeräte, den Echolot, die Funkanlage feucht abgewaschen. Das alles muss immer blitzsauber sein. Das Messing muss jeden 2. Tag poliert werden, die Bodenteppiche werden gesaugt und die Fliesen feucht aufgewaschen. Um 9.30 Uhr habe ich den Proviant auspacken und einräumen können. Dann habe ich Kuchen gebacken, es wird Teezeit. Tee wird auf einem Tableau auf der Brücke serviert. Meine weitere Arbeit besteht darin, das Bett des Kapitäns zu betten, meine Kammer aufzuräumen, die Küche und die Messe zu saugen, Mittagessen vorzubereiten. Um 11 Uhr bin ich fertig geworden, sitze nun auf der Brücke und geniesse jetzt 1 Stunde lang diese schöne Seereise. Es ist spiegelglatte See, wir haben klare Sicht und Sonnenschein. Seit 3 Tagen mussten wir unsere Bullaugen nicht mehr schliessen.

Mittagessen hat es um 12.30 Uhr gegeben. Dazu ist abgelöst worden. Zuerst hat Didi gegessen und er hat dann den Kapitän abgelöst. Selbst verständlich bleibe ich sitzen bis beide gegessen haben. Als ich um 13.30 Uhr fertig geworden bin mit Küche sauber machen, ist der Kapitän schlafen gegangen. Er will um halb vier geweckt werden. Dann gibt es Kaffee und Kuchen. In der Zwischenzeit gehe ich vorne zum Bug auf das Sonnendeck, nehme Kissen, Decke und Liegestuhl mit. Hier mache ich es mir gemütlich. Dazu lese ich einen Roman.

Genau um 15.30 Uhr ist Kaffeezeit. Es hat von mir gebackenen Mandelkucken mit Schlagsahne gegeben. Didi ist um 16.30 Uhr schlafen gegangen. Um 19 Uhr will er zum Abendbrot geweckt werden. Heinz-Georg und ich sind auf der Brücke und unterhalten uns. Wir haben ein ganz interessantes Gespräch über das Thema Schiffe kaufen, Kosten und Unkosten. Es ist also so, dass, wenn einer nicht dauernd von einem zum anderen Auftrag jagt, er gar nichts verdienen kann. Die Seefahrt ist wirklich ein hartes Geschäft. Und dann und wann sind die Reparaturen so gross, dass er 2 Frachten fahren muss, um die Kosten dafür zu bezahlen. Das geht in Tausende von Franken. Um 19 Uhr ist es Zeit für Abendbrot. Es besteht aus Räucherfisch, Tee, Käse, Schinken, 3-erlei Brot und Joghurt.

 

Wir sind an der Insel Langeland, Dänemark, vorbei gefahren. Dänemark ist ein Inselland. Es hat hier ungefähr 500 Inseln, viele sind bewohnt. Aber etwa 1/3tel der Inseln sind unbewohnt. 45 Minuten sind wir nun an Korsör vorbei gefahren. Da hat es viele Fähren, die den Vortritt haben. Hier werden eine Brücke und ein Tunnel über die und unter der Ostsee gebaut. Die Fundamente bestehen zum Teil bereits.

Nun ist es 21.15 Uhr. Eben klopft Heinz-Georg an und sagt, er könne nicht mehr weiterfahren. Er ist zu müde. Sie wollen an Anker gehen. Etwa um 23 Uhr soll es dann soweit sein. Der Kapitän geht noch duschen, Didi ist am Ruder. Zum Glück kann ich wieder einmal ohne Motorenlärm schlafen und die Ostsee zeigt sich auch von der besten Seite. Es ist eine schöne Abendstimmung. Die Sonne geht unter und der Mond geht auf, welch ein herrliches, wundervolles Naturschauspiel. Ich werde noch auf die Brücke gehen und mein letztes Fliegengitter fertig nähen.

30 Minuten später fahren wir bei Windstärke 4-5 immer noch Richtung Nordwest Hogänass, Dänemark. Hier soll irgendwo der Platz sein, an dem wir ankern.

Hier ist nun unruhige See, schaukeln tut es auch ziemlich stark. Es dauert noch 2 Stunden bis zum Ankerplatz. Ich glaube, ich gehe ins Bett, es ist 22.45 Uhr. Ich verabschiede mich.

 

 

17. Juni, Samstag

Schaukelei am Ankerplatz

Wir haben um 1 Uhr festgemacht, das heisst, wir haben geankert. Das Schiff hat die ganze Nacht geschaukelt. Am Morgen um 7.30 Uhr ist es mir schlecht gewesen und ich habe Kopfschmerzen gehabt. Die Windstärke hat 4-5 betragen. Ich habe kein Frühstück haben wollen. Didi hat gekocht, aber essen mochte ich nicht. Es hat die ganze Nacht geschaukelt und schaukelt nun bis c.a. um 10 Uhr weiter. Es war ein komisches Schaukeln.

Um 10.15 Uhr habe ich endlich frühstücken können, denn es ruhig geworden. Es geht wieder aufwärts. Wir haben ein unmarkiertes Fischernetz gekillt. Bald wird es schönes, herrliches Segelwetter werden und keine Schaukelei mehr. Ich sitze vorne beim Steben und schaue den vielen Ausflüglern mit ihren Segelbooten zu. Alle Leute auf den Segelbooten winken zu uns rüber. Es scheint eine friedliche Welt zu sein. Über Funk wird die MS Ria verlangt. Es ist der Makler. Ein Makler ist hier ein dänischer Schiffsbefrachter. Er will wissen, wann wir da sind.

 

Um 11.15 Uhr hat der Makler mit dem Licht von seinem Auto gemorst und uns so gezeigt, wo wir fest machen dürfen. Er hat Didi geholfen, indem er das Tau über die Poller gehängt hat. Um 11.35 Uhr ist festgemacht gewesen. Zum Mittagessen um 12.10 Uhr hat es gebratenen Fisch, Kartoffeln und Gemüse gegeben. Danach ist die ganze Crew von 13 Uhr bis 15.30 Uhr schlafen gegangen. Später soll es Kaffee geben. Das Wasser plätschert an der Bordwand empor, so als würde es unser Schiff streicheln. Ich bin um 15 Uhr erwacht und habe schnell noch etwas im Tagebuch eingetragen. Pünktlich habe ich Kaffee und Kuchen auf den Tisch gestellt. Anschliessend habe ich einen Bummel durch die Stadt unternommen. Der Kapitän und Didi sind erst um 16.30 Uhr aufgewacht. Sie haben die Schiffsglocke nicht gehört. Zusammen haben wir etwas später im Restaurant zum Krogge ein Bier getrunken. Das hat 45 Kronen gekostet.
Zurück an Bord hat es um 19 Uhr Abendbrot gegeben. Der Kapitän hat ausnahmsweise abgetrocknet. Die Männer wollten einen Film auf Englisch anschauen. Ich habe meinen Roman mit dem Titel "Das Lied der Liebe" fertig gelesen, und gehe nun zu Bett. Ich bin müde. Jetzt, um 23.20 Uhr schauen sich Didi und Heinz-Georg immer noch den Film an, das kann ich gut hören in meiner Kammer. Feierabend gibt es erst um 24 Uhr. Nun herrscht Ruhe. Das Schiff schaukelt aber nicht mehr quer See, wie beim Ankern.

 

 

18. Juni, Sonntag

Ich bin um 6.30 Uhr aufgewacht. Es schlafen alle noch. Ich kann noch nicht aufstehen, denn heute ist ja, Sonntag, da wollen alle ausschlafen. Ich drehe mich also um und versuche, noch 1 Stunde zu schlafen.

Dann bin ich um 9 Uhr aufgewacht. Auf dem Schiff ist immer noch Ruhe. Beide Männer haben noch geschlafen. Soeben habe ich Frühstück gekocht und dann um 9.30 Uhr geläutet. Der erste, der um 10 Uhr gekommen ist, war Heinz-Georg. Didi ist nicht zum Frühstück erschienen. Der dänische Kaffee schmeckt bitter. Meiner zu Hause ist besser. Heinz-Georg hat unten im Schiffsmotor eine neue Düse einbauen müssen. Das kann er nur machen, wenn der Motor still steht und abgeschaltet ist. Um 11 Uhr ist der Makler gekommen und hat gemeldet, dass der vierte Mann heute einsteige. Es ist zwar eine Frau, sie heisst Renate. Sie arbeitet aber an Deck und sieht eher aus wie ein Mann. Sie wird abends um 21 Uhr mit dem Zug in Holbäck ankommen. Bis zum Mittag habe ich die Kammer für Renate gerichtet, das Bett frisch bezogen, die Bullaugen geputzt und zwischendurch noch den Rinderbraten in den Ofen gesteckt, das Mittagessen vorbereitet. Um 13 hat es Mittagessen gegeben: Rinderbraten, Kartoffelstock, Gurkensalat und zum Dessert Schokopudding. Abwaschen habe ich müssen. Heinz-Georg hat vorne am Steben zum Wappen, das er bereits gemalt hat, noch Streifen anmalen wollen. Didi hat Kräne gemalt. Ich habe an der Sonne gelegen und es genossen, bis 15.30 Uhr nichts zu tun. Es sind viele Leute unterwegs gewesen, die sich die Schiffe am Hafen anschaut haben. Es hat hier 4 Schiffe, die alle am Montag löschen wollen. Einer kommt aus Rostock, einer aus Liberia, einer aus Deutschland und da liegt noch ein Japaner. Es gibt um 15.45 Uhr Kaffee und Kuchen.

 

Ein neuer Matrose

Es weht ein starker Wind, wir haben Windstärke 6-7. Der Japaner löscht selber, und das an einem Sonntag. Es fahren etwa 15 Lastwagen auf. Feierabend für die Männer an Bord ist um 18.30. Mein Abendbrot ist fertig, jetzt ist es 19 Uhr. Ich muss abwaschen und dann ist auch für mich Feierabend.

Renate ist 1 Stunde zu früh gekommen, nämlich um 20 Uhr. Didi ist schon unterwegs zum Bahnhof gewesen. Didi, Heinz-Georg und ich haben uns um 21 Uhr am Bahnhof treffen wollen. Um 21 Uhr habe ich Didi am Bahnhof abgeholt, nach Hause telefoniert und auch Hansrudi angerufen. Ich habe mitteilen müssen, dass ich noch später zu Hause bin. Didi und ich haben in der Stadt noch ein Bier getrunken. Das ist in Schweden sehr teuer. Eine kleine Flache kostet ungefähr 7.-- Franken. Wir sind um 23 Uhr wieder an Bord, stossen noch auf Renate an und feiern ein bisschen. Es ist lustig gewesen. Es ist so viel gelacht worden, wie schon lange nicht mehr. Um Mitternacht ist Feierabend. Wir gehen schlafen.

 

 

19. Juni, Montag

Es ist ruhig an Bord und ich glaube, nur ich alleine bin schon wach. Es ist 7.30 Uhr. An Deck haben die Hafenarbeiter schon angefangen zu löschen. Wir haben am Abend vorher noch sämtliche Lucken aufgemacht. Mein Frühstückstisch ist 8 Uhr gedeckt. Ich läute zum Essen. Aus jeder Kammer kommt einer angeschlichen. Der Letzte ist natürlich wieder der Kapitän. Ich habe dann abgewaschen und das Mittagessen vorbereitet. Nun habe ich 1 Stunde Zeit zum Einkaufen. Dann soll es los gehen nach Aarlborg, Dänemark.

Fahrt nach Aarlborg, Dänemark

Wir haben herrliche Sicht, schönes Wetter, ruhige See. 17 Stunden wird die Fahrt dauern. Als ich um 10 Uhr zurück an Bord gekommen bin, sind die alle mit Roststechen beschäftigt gewesen. Die Bordwand aussen muss neu gestrichen werden. Sie haben mich nicht kommen sehen. Nun laufen die Motoren schon, aber die Hafenarbeiter sind immer noch nicht fertig mit löschen. Ich koche Tee. Den Tee trinken wir alle gemeinsam auf der Brücke. Heute bin ich ein bisschen traurig. Ich möchte endlich wieder einmal nach Hause, zu meinem Mann und den Kindern, zur Familie. Ich möchte meine Leute sehen, meine Freunde, die Berge, mein Mobilheim, einfach nach Hause. Auch nach meinem Hund und meiner Katze habe ich Langezeit.

Um 11.30 Uhr habe ich Mittagessen gekocht. Die Betten habe ich schon gemacht. Endlich laufen wir nun aus und sind auf freier Fahrt. Bis nach Aarlborg sind es 17 Stunden. Wir werden wohl heute Nacht um 3 Uhr da sein. Um 12.30 Uhr ist das Mittagessen fertig gewesen. Nun muss ich noch abwaschen, dann habe ich frei bis um 16.30 Uhr. Ich schnappe meinen Liegestuhl und gehe vorne zum Steben zum „sünnele“. Es ist heiss, 30°, klare Sicht, ruhige See. Wir fahren ja mit leer Schiff, da ist es besser, wenn die See ruhig ist. Sonst hätten wir 260 Tonnen Wasser in 4 Tanks lenzen müsse, damit es nicht so schaukelt. Didi passt auf der Brücke auf, Renate und Heinz-Georg liegen in ihren Kojen. Renate ist Bibliothekarin. Eine Mannsfrau, die gerne als Matrose an Deck arbeitet.

Um 15.30 Uhr ist Kaffeezeit gewesen. Nun sind sie wieder alle aus ihren Verstecken hervor gekrochen. Ja, wenn Sie aber Kaffee riechen, dann kommen sie.
Das Geländer und der Reserve-Anker muss neu gestrichen werden. Didi und Renate klopfen den Rost oder die alte Farbe weg. Der Kapitän ist auf die Brücke gestanden. Er hat seine Späherluke gleich oben an der Decke geöffnet. Wenn das Schiff leer ist, kann man überhaupt nichts sehen, denn das Vorschiff liegt so hoch. So hat er auf seinen Stuhl stehen und oben raus gucken müssen. Es ist nun 16.45 Uhr, ich bin müde und gehe schlafen.

Ein zauberhafter Abend

Ich bin erst um 18.20 Uhr aufgewacht! Schnell, ich muss noch Abendbrot machen!
Heute habe ich aber ein Glück, denn Renate hat Abendbrot gemacht. In der Kombüse ist alles fertig, alles sauber. Didi ist um 19.20 Uhr schlafen gegangen. Ich habe auf die Brücke gehen und Wache schieben müssen. Der Kapitän ist duschen gegangen und um 20 Uhr wieder oben auf der Brücke. Jetzt kann ich in meine Kammer. Heinz- Georg hat mich etwas später über den Bordfunk gerufen. Er hat gemeint, ich sollte Mal hoch kommen und ein Foto knipsen. Es scheint, als geht die Sonne wahrscheinlich gar nie unter. Welch schönes Schauspiel, so etwas kann man wirklich nur auf dem Meer sehen! Wir haben auch zwei Schiffe gekreuzt, die entgegen gekommen sind. Das sind ein Russe und ein Däne gewesen. Aber sonst ist nicht viel los. Keine  Meldung über Funk, dass die MS RIA ein Funkgespräch hat. Es ist ruhige See, klare Sicht.
Wir haben einen Rundgang an Deck gemacht. Um 22.10 Uhr es ist immer noch hell, die Sonne geht langsam unter. Ich habe Fotos gemacht. Um 22.30 Uhr verschwindet die Sonne im Meer. Man merkt, dass schon bald der längste Tag ist.

 

Am 21. Juni 1968 war mir nicht so wohl zu Mute. Da habe ich Gabi durch Kaiserschnitt geboren. Es ist 22.45 Uhr geworden. Wir haben die Schallgrenze durchbrochen, denn unser Schiff läuft das erste Mal 10 Meilen. 1 Seemeile entspricht 1.850 km pro Stunde. Das passiert natürlich nur bei Leerschiff. Wir sind um 24.30 Uhr in Aarlborg eingelaufen. Es ist Vollmond, das sieht aus, wie ein grosser Feuerball. Man hat das Gefühl, dass der Mond mit uns fährt. Wir sind schon schnell gelaufen, sind 2 Stunden eher angekommen. Es ist Ruhe auf dem Schiff, alle liegen in ihren Kojen. Um 6.30 Uhr wird Tagwache sein. Normalerweise beginnen sie um 7 Uhr mit Laden. Wir laden Dünger für Ütersen in Deutschland.

 

 

20. Juni, Dienstag

Um 8 Uhr sollte eigentlich jeder zum Frühstück erscheinen. Aber Einer und Eine haben gefehlt. Das sind natürlich wieder der Kapitän, er ist ein Siebenschläfer, und Renate gewesen. Die Hafenarbeiter haben um 9 Uhr begonnen, mit einem Fliessband und mit LKW’s zu laden. Ich habe noch ein paar Besorgungen zu machen. Es ist nämlich so: Schon am Morgen habe ich dem Kapitän 1 Schuh, von zwei ungleichen Schuhen, über Bord geworfen, denn die waren zu antik. Bei einem Schuh fehlte die Hälfte der Sohle. Nun muss ich ihm wohl neue besorgen. Er hat ja sonst nur die schweren Sicherheitsschuhe. Bei den, heute herrschenden 28° ist es für die im Moment zu warm.

In der Stadt habe ich 4 Karten geschrieben, Wein eingekauft und Schuhe Grösse 46. In Sunderby hat es eine schöne Fussgängerzone. Zurück an Bord, stellt vor, hat Renate Tee gebraut gehabt. Das gibt es ja nicht. Um 12 Uhr ist das Mittagessen, Omeletten und Apfelmus, bereit gestanden. Das hat fein geschmeckt. Ich habe für 4 Personen 18 Omeletten gebacken und alle wurden aufgegessen. Um 13 Uhr haben wir auf den Makler gewartet, der unsere Zollpapiere abfertigen soll. Die Ladung hat 480 Tonnen an Gewicht. Der Makler ist da, nun können wir auslaufen.

 

Fahrt Richtung Holtenau Kiel, vorbei an der Insel Greena

Gegenüber liegt die MS Margot Schlichting, das Schiff, auf dem ich letztes Jahr im Dezember drauf war. Der Kapitän ist ein Onkel von unserem Kapitän. Ich habe mit Rolf über Funk gesprochen. „Es ist alles okay an Bord“, hat er gesagt. Es ist eine wunderbare Gegend hier. Wenn ich so aus meinem Bullauge gucke, glaube ich wirklich, frei zu sein. Es ist, wie es in den schönen Seemannsliedern besungen wird. Nun sehe ich mal nach dem Kapitän. Er ist alleine auf der Brücke. Didi und Renate spülen das Deck. Vielleicht hat der Kapitän ja einen Wunsch. Um 14.30 Uhr wünscht er sich einen feinen Kaffee. Auf Befehl, Herr Kapitän.

Nach dem Kaffee bin ich um 15.30 Uhr an der Reihe gewesen, an der Sonne zu liegen. Ich habe meinen Liegestuhl vorne beim Steben aufgestellt und für mich ein paar Schweizerlieder gesungen. Um 17.30 Uhr sei der Kapitän schlafen gegangen, hat mir Didi später gesagt. Er möchte um 18.30 Uhr aufgeweckt werden und Abendessen.

Heute hat Renate nach dem Abendbrot abgewaschen. Ab und zu hilft sie auch in der Kombüse, aber nicht gerne. Wir werden auf der kleinen dänischen Insel Greena übernachten. Bis hierher sind es von Aarlborg 5 ½ Stunden gewesen. Bis zur Insel Greena, das ist ein Nothafen, dauert die Fahrt aber noch c.a. 2 Stunden. Dann machen wir fest. Und wir werden auf einen Landgang gehen. Ich habe wieder meine obligatorische Fieberblase. Wenn ich auf der RIA bin, viel Sonne und Wind habe, bin ich dem unterworfen. Es nervt mich, denn dies hat auch weh. Ach ja, das geht auch wieder vor bei. Um 21 Uhr hat der Schiffsmotor langsam gedreht. Die Fahrtgeschwindigkeit ist gedrosselt worden. Es hat wie in einem Flugzeug getönt, bald werden die Motoren stillstehen. Die Sonne scheint immer noch, es ist c.a. 18 ° warm. Das wird eine ruhige Nacht werden.

Die kleine Insel Greena haben wir besucht. In c.a. 1/2 Stunde hat man die Insel besichtigt. Noch schnell einen Blick in den Jachthafen geworfen und schon sind wir wieder an Bord gegangen. Renate hat Bordwache. Wir haben noch einen kleinen Schlummertrunk genommen und gehen schon bald schlafen. Die MS Margot Schlichting, der deutsche Frachter, macht auch in diesem Hafen fest. Wir haben die Besatzung noch schnell begrüsst und dann ging’s ab in die Koje.

 

 

21. Juni, Mittwoch

Es ist Morgen um 5.30 Uhr. Vor 21 Jahren ungefähr um diese Zeit war ich auch schon wach. Ich befand mich aber auf der Wöchnerinnenstation des Lindenhofspitals in Bern. Ich habe damals, am längsten Tag, meine Liebe Gabriela geboren. Na ja, es war auch für mich ein langer Tag.

 

Ich bin um 6.30 Uhr aufgestanden und nach oben auf die Brücke gegangen. Ich habe mal nachsehen müssen, ob die da oben einen Wunsch haben. Aber der Kapitän ist alleine gewesen, alle anderen schlafen noch.

 

In der Seefahrt lauern viele Gefahren -

Ich halte Wache, der Kapitän muss in den Maschinenraum gehen und die Maschine schmieren. Nach 1 Viertelstunde kommt er zurück. Es ist nichts passiert. Bloss zwei Fähren, die nach Schweden, nach Malmö fahren, haben unseren Weg gekreuzt.

Um 7.30 Uhr habe ich das Frühstück gemacht und mit der Schiffsglocke geläutet. Schon ist der Rest der Mannschaft angekrochen gekommen. Ja, der Hunger treibt sie raus. Nach dem Essen habe ich abgewaschen und Kartoffeln aufgesetzt. Heute gibt es Rösti, Speck und Spiegeleier mit Eisbergsalat. Um 9.30 Uhr haben wir über Funk gehört, dass das russische Passagierschiff Maxime Gorki im hohen Norden von Norwegen auf einen Eisberg aufgelaufen ist. Der Steuermann in Vertretung wäre mit 18 Seemeilen voll daraufgedüst. 1 Seemeile beträgt ja 1852 Meter in der Stunde. Alle Passagiere seien wohlauf. Das Passagierschiff sei in der Mitte seitlich über 6 Meter vom Eisberg auf geschlitzt worden. Die haben Glück gehabt. Es werde noch ein böses Nachspiel geben, sagt unser Kapitän. Um 9.45 Uhr muss mich wohl auf der Brücke zeigen, sonst kommen die mich suchen. Wahrscheinlich glauben sie wieder ich sei über Bord gefallen.

Um 10 Uhr ist Tee gekocht worden. Das hat Renate gemacht, der Kapitän hat es ihr befohlen. Sie arbeitet gar nicht gerne in der Küche. Ich bin vorne beim  Steben , an der Sonne gesessen. Didi hat mich gefragt, ob es heute am Mittag nichts zu essen geben würde. Um 12 Uhr ist für’s Mittagessen alles bereit gewesen. Alles hat nach Pudding geschrien, die haben einen Appetit. „Es gibt erst um 15.30 Uhr Pudding“ war meine Antwort. Ich habe abgewaschen, um 13.30 Uhr Pudding gekocht. Dann habe ich mich mit Heinz-Georg über die christliche Seefahrt unterhalten. Er hat gar nicht mehr so Freude dran. Er sagt, man müsste fast Tag und Nacht fahren, damit finanziell etwas herausschaut. Bauer möchte er sein, meint er. Ich bin um 14 Uhr aufs Sonnendeck gegangen. Bis 15 Uhr habe ich Zeit, dann gibt es Kaffee und Pudding.

 

Ich bin mit dem Nebelhorn geweckt worden. So ein Aas! Ich bin fast aus meinem Badeanzug gefallen, so hat er mich erschreckt. Er hätte mich auch über Lautsprecher mit Musik wecken können, habe ich zu ihm gesagt. Es wäre ihm gar nicht in den Sinn gekommen, hat er sich entschuldigt. Na ja, es gibt „Coffeetime“.
Ich habe ins Tagebuch geschrieben und melde mich um 16 Uhr ab. Es muss ja immer abgemeldet werden, damit man weiss, wo jeder steckt. Das hilft im Notfall, wenn etwas passieren sollte. Man weiss ja nie. Ich aber weiss, wo die Rettungsanzüge und die Schwimmwesten sind.

Später am Nachmittag ist der Kapitän mit Malen beschäftigt gewesen, Renate hat das das Geländer neu gepinselt. Didi hat den Kamin gemalt und Putzi auf der Brücke aufgepasst. Es ist nicht viel zu sehen gewesen. Ein russischer Frachter scheint eine Panne zu haben. Er hat zwei rote Lichter an, und das heisst: Maschinenschaden. Er muss wahrscheinlich Hilfe von Land holen. Um 17 Uhr ist der Russe aus dem Fahrwasser hinausgefahren, ist sozusagen auf den Pannenstreifen ausgewichen. Ein Punkerboot ist längsseits des Russen gegangen. Wahrscheinlich, so hat unser Kapitän gesagt, hat er einen Ölschaden. Dies kann man mit dem Fernglas nur ganz schwierig erkennen. Vielleicht schmuggeln sie? Wir sind nun auf der Höhe der Insel Langeland. Wir brauchen noch c.a. 6 Stunden bis Kiel Holtenau. Ich muss wohl Abendbrot vor bereiten. Nun schläft der Kapitän. Renate schläft, Didi hält Wache.

 

Um 19 Uhr haben wir fertig gegessen. Ich muss noch abwaschen, dann habe ich auch Feierabend. Ich habe Langezeit nach zu Hause.

 

Die Kielerbucht und die Kieler Woche

Eine Stunde später bin ich auf der Brücke und geniesse die schöne Kielerbucht. Viele Segelschiffe hat es noch draussen auf der Ostsee. Eben hat uns ein Militärmarine-U-Boot überholt und die Stena-Line Fähre , kommt uns entgegen. Sie fährt in 16 Stunden nach Göteborg, Schweden. Wir sind in einer halben Stunde in Kiel. Schon wieder ein Stündchen näher von zu Hause. Die Sonne scheint, es ist ruhige See. Ich will

heute Abend noch versuchen, Gabriela zu erreichen um ihr viel Glück zum Geburtstag zu wünschen.

 

Um 21.30 Uhr haben wir in Thyssenqay festgemacht. Ich habe Gabi nicht erwischt. Nach dem Festmachen

gehen wir noch ein bisschen an Land. Hier findet gerade die Kieler Woche statt. Es liegen ein amerikanischer Zerstörer und von der deutschen Marine mehrere Kriegsschiffe in der Kieler Bucht. Man kann sie besichtigen. Es gibt keine Besichtigungsfahrten mit der Barkasse. Greenpeace wollte die Kielerwoche mit Protestaktionen verhindern. Um 23 Uhr sind wir zu Bett gegangen. Didi ist noch auf ein uraltes Segelschiff ausgegangen, gleich nebenan. Er hat mich mitnehmen wollen. Aber es sind alles nur junge Leute an Bord der "Jessica". Ich bleibe an Bord der RIA und gehe in meine Koje. Es ist nun kurz vor Mitternacht. Der Zoll, das heisst die schwarze Gang, beobachtet unser Schiff, ob wir viel leicht schmuggeln würden. Dann ist Feierabend, Bullaugen zu Land sind dicht. Nun herrscht Ruhe. Hier in Kiel werden viele Schiffe ausgeraubt und losgeschmissen. Es werden einfach die Tau zerschnitten und dann treibt das Schiff auf der Kieler Bucht mit der schlafenden Besatzung.

 

 

22. Juni, Donnerstag

Im Nord-Ostsee-Kanal Richtung Brunsbüttel

Wir sind um 6.30 Uhr in der Schleuse im Nord-Ostsee-Kanal in Kiel. Es geht nun 6-7 Stunden weiter, indem wir durch den Nord-Ostsee-Kanal bis Brunsbüttel fahren werden. Es ist viel zu heiss hier an Bord. Es kühlt kaum ab. Ich habe um 7 Uhr Frühstück gemacht und schlecht geschlafen. Gestern Abend haben wir zwar 2-3 Regentropfen abbekommen. Aber das ist viel zu wenig gewesen. Heute ist herrlicher Sonnenschein. Soeben haben uns c.a. 10 Schiffe passiert: "Anna Maria " aus Hamburg, "Cyndy" aus Bremen, “Calabria" aus Bilbao, "Hedwig" aus Cuxhaven, und so weiter.
Es ist 10 Uhr geworden, wir haben Kaffeezeit gehalten. Alle haben schon darauf gewartet. Das ist ja einer der wenigen Momente, in denen alle auf der Brücke sind. Nächste Woche werde ich nicht mehr bei der Mannschaft sein. Renate hat gesagt: „Wenn die nicht wissen, wo Du bist, tönt es dauernd: ‚Wo ist Putzi?’“ Ja, nächste Woche muss wohl Didi kochen, denn bei Renate gibt es nur Müsli. Die kann überhaupt nicht kochen. Dann können Sie dann nicht immer nach Bordputzi schreien. Etwas später habe ich kurz an Deck, an der Sonne, liegen können und in einem Roman "die Wolfsfallen" lesen. Er ist ziemlich spannend. Aber bald habe ich ja wieder Mittagessen kochen müssen. Eine halbe Stunde später bin ich in die Kombüse. Zum Glück ist der Boden etwas kühl, sonst würde man es hier vor Hitze kaum aushalten.

Um 13 Uhr hat es Reis, Currysauce, Koteletts und Eisbergsalat gegeben. „Hat feen smeeken“ heisst das auf Blattdeutsch. Dann hat meine Mittagsruhe begonnen und bis 15 Uhr, zur Kaffeezeit, gedauert. Hierbei hat es heute Kaffee mit dänischem Kuchen gegeben. 30 Minuten später sind wir auf der Elbe Richtung Hamburg gefahren.

 

Schwierige Manöver und Schwimmen

Wir sind über Funk vom Binnenfrachter „Odine“, einem Holländer, angerufen worden. Der Holländer möchte vor uns diesen schmalen Fluss fahren, da er weniger Tiefgang hat. Wir haben die Maschine stoppen müssen. Ich habe vorne beim Steben gesessen, im Badeanzug und habe gelesen. Der Kapitän hat mich gerufen und gesagt: „Putzi, Du kannst baden gehen“. Das liess ich mir nicht zweimal sagen. Die Motoren sind still gestanden, bis uns der Holländer überholt hat. Renate ist nach langem Überreden auch baden gekommen. Das heisst, sie hat endlich ihren Badeanzug angezogen. Sonst läuft sie ja mit Jeans und langärmligem Hemd rum. Und das bei 30°. Didi hat uns mit einem Holzfender eine Einstiegsstütze fest gebunden. So konnten wir von Bord zum Schwimmen gehen. Renate hat sich am Fender festgehalten. Sie kann nicht so gut schwimmen. Aber ich geniesse es. Obwohl es einen durch das Fahrwasser abtreibt, habe ich beinahe das ganze Schiff umschwimmen können. Didi hat mir ein Tau zugeworfen, damit ich wieder einsteigen konnte. Das war ganz toll, super. Es ist jetzt 17 Uhr. Wir fahren unseren verhängnisvollen Fluss hoch. Der Holländer hat uns überholt. Ich habe vorne am Steben aufgepasst und unsere MS RIA ist nicht stecken geblieben. Nach einem etwa halbstündigen Manöver haben wir um 18 Uhr an der Pier in Ütersen festgemacht. Diesmal habe sie beim Anlegen ein paar Beulen gemacht. Dort muss das Schiff neu gestrichen werden, aber es ist nicht schlimm. Es liegen 4 Schiffe hier und es hat nur wenig Platz, um anzulegen. Ein feines Abendbrot habe ich schon zubereitet. Das Barometer in der Küche zeigt 30°. Eine Sauna ist das.

 

Meine Bordwache

Wir haben gegessen, dann habe ich abgewaschen und später noch ein bisschen Verstecken gespielt. Das ist so gekommen: Didi ist ins Kino, Renate und Heinz-Georg sind telefonieren gegangen. Ich habe Bordwache halten müssen. Dabei höre ich Musik und über Bordfunk ein Gespräch auf Holländisch (nix verstehen). Ich habe wegen dem Zoll und dem Anliegen mit ihren Segeljachten wachen müssen. Es ist mir langweilig gewesen. Dann habe ich die zwei kurz nach 20 Uhr von der Stadt her kommen sehen und mich versteckt. Der Kapitän ist mit Renate an Bord gekommen. Das Erste, was er gefragt hat: " Wo ist Putzi?" Renate hat gesagt: „Ihre Kammertür ist zu“. Heinz-Georg fragt weiter: „Was, in ihrer Kammer und Tür zu? Das ist doch viel zu heiss da drin.“ Und dann hat Renate ihren Kommentar abgegeben: „Was die hat Bordwache und lässt das Schiff einfach offen stehen!“ Der Kapitän hat dann gemeint: „Sie hat sich bestimmt versteckt, das macht sie öfters“. Ja, und dann haben die beiden angefangen, zu suchen. Ich bin in Torbens Koje gewesen und es war ganz schön heiss in Torbens Kammer. Torben ist der Sohn vom Kapitän. Sie haben in der Rudermaschine gesucht, im Maschinenraum, im Bad, WC, im Schrank. Heinz- Georg hat in Torbens Koje geguckt, aber nur oberflächlich. Als die Beiden das ganze Schiff abgesucht haben, hat der Kapitän gesagt: „Irgendwo muss sie ja sein. Die hat doch nicht unser Schiff verlassen“. Er ist noch mal in Torbens Kammer gekommen, hat die Gardine vor dem Bett weg gezogen und siehe da, da sitzt Putzi, schweissgebadet. Denn ich habe gedacht, dass die Beiden mich sofort finden würden. Welch ein Gelächter. Typisch Putzi, hat es geheissen. 1/2 Stunde haben die mich gesucht.

 

Ich bin nun noch an Land gegangen und esse ein Eis in einer Eisdiele. Es ist ein feines Schockoladeneis und ich trinke einen feinen Irish Coffee dazu, gespendet vom Kapitän. Um 23 Uhr bin ich wieder an Bord. Didi ist noch nicht zu Hause. Der Kapitän und Renate schlafen schon. Renate ist der Schatten vom Kapitän. Überall läuft sie ihm nach. Sie will alles können, wie Didi und Didi ist daher sauer. Meistens glauben die Makler, dass ich die Frau des Kapitäns bin! Didi hat heute Morgen beim Frühstück zu mir gesagt, die Kapitänsfrau würde ihm immer befehlen. Er hat damit

nicht mich gemeint, da hab ich aber ein Glück gehabt. Und er sagt immer ja, wenn die fragen, er meint damit  die Hafenarbeiter, Zollbeamten, denn wenn der Kapitän am schlafen ist ,lässt er sich nicht stören. Das ist normal, denn auch ein Kapitän muss die vorgeschriebenen  Fahrtzeiten einhalten.  Um Mitternacht gehe ich in die Koje, was heisst, ich gehe ins Bett. Didi ist immer noch nicht da. Um 1/2 8 Uhr kommt der Zoll und um 8 Uhr soll Frühstück bereit sein.

 

 

23. Juni, Freitag

Ich habe gut geschlafen, obwohl das Wasser die ganze Nacht an der Bordwand gluckerte und bin um 7 Uhr aufgestanden. Wollte duschen ,leider war etwas verstopft ,und so viel das Duschen für heute aus.  Punkt 7.30 Uhr kommt der Zollbeamte, um unseren Zollschrank zu plombieren. Jetzt dürfen wir keine Zigaretten und keinen Alkohol herausholen.

 

Eine Stunde später ist das Frühstück bereit gestanden. Es ist mit der Schiffsglocke geläutet worden. Nach dem Frühstücken sind wir Proviant fürs Schiff einkaufen gegangen. Ich habe den Zettel bereit machen müssen, damit ich nichts vergesse. Der Hafenarbeiter auf dem Kran sieht aus, wie mein Vater früher. Er ist auch ein netter Kerl. Er hat mich heute Abend zum Nachtessen eingeladen und hat gesagt, ich hätte schöne Augen. Die würden ihn ganz verrückt machen. Na ja, ich kann nichts dafür. Ich habe sie bei meiner Geburt geschenkt gekriegt. „Ich habe halt Glück gehabt“ war meine Antwort auf sein Kompliment. „Wir sind heute Abend gar nicht mehr hier, wir laufen aus und übernachten in Cuxhaven an der Nordsee“. Es würde so kommen, wir werden um 17.30 Uhr auslaufen. Um 10.45 Uhr ist Teezeit gewesen. Danach habe ich auspacken und den Proviant eingefrieren müssen. Und schon hat um 11.15 Uhr der Nächste gefragt, wann es Mittagessen gibt.
Das ist um 12.15 Uhr serviert worden. Das Mittagessensmenü hat bestanden aus: Nudeln Hacksteak, Eisbergsalat mit Tomaten und Ei. Zum Dessert hat es Erdbeehren mit Schlagsahne gegeben. Wir haben unten in der Messe alle zusammen noch ein bisschen geplaudert. Es war ganz gemütlich. Bevor um 15.30 Uhr schon wieder Teezeit ist, will ich noch Geschenke für meine Leute einkaufen gehen. Renate und Didi müssen die Bordwand neu pinseln. Die haben sie gestern beim Einlaufen am Binnenschiff beschädigt. Die Binnenschiffe liegen tiefer, so dass ein Fender dazwischen gar nichts nützt. Als ich zurück an Bord der MS Ria gekommen bin, ist ein Wunder geschehen. Renate hat Kaffee gekocht gehabt. Kuchen ist auch schon da gewesen. So habe ich um 15.30 Uhr den Kapitän aufgeweckt und „mir hei z’Vieri gno“.

 

Fahrt von Ütersen nach Cuxhaven
Um 17.30 Uhr laufen wir aus. Heinz-Georg muss noch Wasser lenzen. Das heisst, er muss die vorderen Tanks mit Wasser füllen, damit er beim Runterfahren auf der Pinnau etwas sehen, also über den Steben gucken kann. Pinnau heisst der Fluss. Ein Schiffshorn erklingt. Es kommt ein Binnenschiff Namens "Adriaan", ein Holländer, und zwar genau in dem Moment, als wir abgelegt haben. Das heisst also: Schnell noch mal festmachen, ausweichen und den Holländer vorbeiziehen lassen. Zwei Schiffe können sich hier auf diesen Fluss nicht kreuzen. Aber der Holländer hat vergessen gehabt, sich über Funk bei uns zu melden. Und so kann schnell etwas passieren. Wir haben Glück gehabt. Abendbrot um 18.10 Uhr gibt es erst wieder auf der Elbe, wenn auch Didi steuern kann. Diesen Fluss hier, die Pinnau, steuert Heinz-Georg selbst. Es hat nämlich auch noch Segeljachten unterwegs, auch die kann man ganz schlecht sehen. Nun rauschen wir den Pinnau hinunter, vorbei an schönen mit Reet gedeckten Häusern, die gespenstisch hinter den Deich hervorgucken. Vorbei an Wiesen und Feldern, Enten, Vögeln, Kühen, Schafen, Pferden, alles zum Greifen nahe . Die Schafe im hohen Norden heissen Heidschnucken. Es ist 18.20 Uhr geworden. Heute gibt es einmal Pfefferminztee zum z'Nacht, Aufschnitt, Käse, Leberwurst, Mettwurst, verschiedene Saucen, Dreierlei Brot: Schinkenbrot, Schwarzbrot, Graubrot. Schon um 19 Uhr ist alles abgewaschen und wie immer nach jedem Löschen, habe ich Staub gesaugt, alles gefeudelt und abgestaubt. Didi und Renate müssen ihre Kammer selbst putzen. Bleiben mir noch der Salon, die Küche, die Messe, die Kapitänskammer, meine Kammer, 2 WC, 2 Duschen zum reinigen. Also, genug zu arbeiten hat es immer. Auch die Treppe zur Brücke rauf gehört in meinen Bereich.

 

Um 20.20 Uhr habe ich fertig geputzt. Danach bin ich auf die Brücke gegangen und habe den schönen Sonnenuntergang genossen. Wir sind noch bis 23 Uhr gefahren, dann haben wir in Cuxhaven festgemacht. Der liegt wie eingebettet zwischen der Nordsee und der Elbe. Cuxhaven ist auch ein Nothafen, in den man bei schlecht Wetter reinfahren kann. Um 20.30 Uhr ist ein Funkspruch von Fritz Kögen von der "Lili K", einem deutschen Frachter, gekommen. Ich kenne Fritz. Er ist ein Freund von Heinz-Georg und fährt mit Dünger nach Polen. Er hat mich grüssen lassen. Um 22 Uhr ist es langsam finster geworden. Morgen wird es nicht mehr so schönes Wetter sein. Es fängt an, zu schaukeln. Um 23 Uhr ist festgemacht. Das Schiff liegt ganz ruhig an der Lippertkoje in Cuxhaven. Der Hafenmeister wünscht über Funk eine gute Nacht. Der Spruch des Hafenmeisters lautete: „Wat er fahrt leer nach Leer“. Wir trinken zusammen noch ein Gläschen Wein zum Abschied. Es ist ja mein letzter Abend an Bord, wenn alles normal verläuft. Um Mitternacht gehen alle schlafen. Ganz ruhig ist es hier im Hafen. Ich habe sagen müssen oder können: "Ruhe vor dem Sturm“. Gute Nacht.

 

 

24. Juni, Samstag

Nordsee ist Mordsee, oder:

Die Fahrt von Cuxhaven nach Leer bei starkem Seegang ist miserabel

Es ist 4 Uhr morgens und wegen der Tide, wegen Ebbe und Flut, müssen wir schon jetzt ablegen. Sonst kann der Kapitän nicht mehr in den Hafen von Leer einfahren. Die Fahrzeit beträgt 16 Stunden in der Nordsee. Nordsee gleich Mordsee, heisst hier der Spruch der Kapitäne. Um 4.15 Uhr fängt es schon an zu schaukeln. Ich stehe auf und nehme das erste Mal meine Seereisetabletten. Dann gehe ich wieder ins Bett.

Um 5 Uhr klingelt und knallt es in meiner Kammer. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, fällt runter. Ich muss wohl aufstehen und alle Toilettenartikel ins Waschbecken legen. Um 6 Uhr schaukelt es immer mehr, wir haben Windstärke 5-6. Heute gibt es kein Frühstück. Man kann die Tassen ja nicht stehen lassen. Um 7 Uhr fegt es alles runter. Ich stehe auf, muss mich aber, um mich anzuziehen, auf die Bank setzen. Am besten gehe ich wohl barfuss. So kann ich nichts verrenken, wenn ich so wie besoffen auf die Brücke torkle. Eine halbe Stunde später bin ich auf der Brücke angekommen. Didi, der Steuermann und Heinz-Georg, der Kapitän, stehen breitbeinig oben, wie es sich für Seemänner gehört. Die Stühle liegen flach auf dem Boden. Der Kapitän spöttelt. Er sagt: "Oh Putzi, hast Du aber einen flotten Gang“. Didi holt mir eine Scheibe Brot und serviert mir den Kaffee. Ich kann die Tasse aber nicht hinstellen. Es schwabbelt alles über. Lang halte ich diese Schaukelei nicht aus. 16 Stunden sind nun doch zu lange. Um 9.30 Uhr melde ich mich ab und gehe wieder in meine Koje. Gekocht wird heute sowieso nicht. Jeder holt sich eben etwas aus den Kühlschrank. Es soll ungefähr um 15 Uhr etwas ruhiger werden. Dann werde ich versuchen, Tee zu kochen. Ich bin in meiner Koje, es ist jetzt 10 Uhr. Mal stosse ich mich oben am Kopf, mal unten an den Füssen. Das Beste ist wohl, wenn ich mich  ganz nahe an die Wand drücke und mit der Bettdecke eine Rolle mache. Ach ja, das haut hin. Der Wind hat zu genommen. Wir haben nun Windstärke 7. Eben habe ich über den Bordsprecher oben auf der Brücke angerufen. Es ist 10.45 Uhr, ich bleibe in meiner Koje. Der Kapitän wäre auch schlafen gegangen, sagt mir Didi über Funk. Didi hält Wache. Renate lässt sich heute nicht blicken. Sie wird seekrank. Zwischendurch ruft Didi hinunter und erkundigt sich, wie es mir geht. Es geht mir gut. Aber ich möchte jetzt nicht aufstehen. Es schaukelt mir viel zu stark. Und weil wir eben leer nach Leer fahren, wird das Schaukeln nicht auf hören. Das, obwohl der Kapitän die 4 Tanks im Schiffrumpf voll Wasser gepumpt hat.

Um 13 Uhr  bin ich aufgestanden, es ist ruhiger geworden. Ich habe geduscht, meine Haare gewaschen und mich fertig für heute Abend fertig gemacht. Wenn alle anderen duschen, dann ist die Dusche dauernd besetzt. Die See ist jetzt spiegelglatt. Wir werden am Abend in Emden an der Ems, in Friesland sein. Das heisst, wir werden dort sein, wenn wir ankommen wollen. Oha, um 13.15 Uhr hat der Kapitän Hunger gehabt. Er hat an meine Tür geklopft, ist rein gekommen und hat gefragt, ob Renate schon Kartoffeln schaben soll. Ich habe es ja gesagt: Wenn die Hunger haben, dann finden sie mich. „Oh, habt ihr Hunger“ habe ich gesagt. „Ihr Armen, ich mache gleich Mittagessen“. Zum Mittagessen hat es Petersilienkartoffeln, Rindsgoulasch mit Steinpilzen und Gurkensalat gegeben. Um 14 Uhr habe ich beim Abwaschen bemerkt, dass etwas mit dem Trinkwasserhahn nicht gestimmt hat. Er ist verstopft gewesen und wird erst an unserem Reiseziel repariert werden. Wir haben also kein Wasser mehr. Habe ich ein Glück, dass ich schon geduscht bin!

 

Spass muss sein

Der Kapitän ist um 15 Uhr in den Maschinenraum gestiegen. Ich bin mit gegangen, natürlich mit Ohrschutz, denn das ist Vorschrift. Ich habe noch ein paar Aufnahmen vom Maschinenraum gemacht. Über Funk ruft Heinz-Hermann unsere RIA. Sein Schiff heisst "Lili K". Ich habe ja letztes Jahr über Funk mit ihm einen grossen Spass erlebt. Er war mit seinem Schiff in der Nähe unseres Schiffes, konnte es aber noch nicht sehen. Ich sagte ihm, dass ich in einem Segelboot auf der Nordsee treiben würde und nicht mehr wüsste, wo ich mich befinde. Darauf hin hat er immer wieder, etwa 10 Mal, gefragt: „Wo bist Du? Ich kann Dich nicht sehen“. Ich habe ihm dann gesagt, es wäre eine Schweizer Segeljacht und ich könnte ihn genau sehen. Ja, dann entdeckte er plötzlich unsere MS und er kam mir auf die Schliche. Heute hat er sich natürlich gefreut, wieder meine schweizerdeutsche Stimme zu hören. So hat er es auch über Funk gesagt. Ich habe mich auch gefreut.

Um 17 Uhr hat es Erdbeeren mit Schlagsahne und Kaffee gegeben. Der Kapitän ist in die Kombüse gekommen und hat angekündigt, seine Frau Ria komme uns um 19 abholen. Sie bringe noch Gäste mit. Ich musste also noch schnell einen Kuchen backen. Das gehört sich so, wenn Gäste kommen und das Schiff anschauen wollen. Der Kuchen ist um 18 Uhr fertig, aber leider etwas schwarz geworden! Meine Koffer sind gepackt gewesen. Bald heisst es, Abschied nehmen von der geliebten Seefahrt und vom neuen Schiff, der MS RIA. Auch Heinz-Georg, Didi und Renate haben gesagt: „Immer, wenn man sich so aneinander gewöhnt hat, muss man wieder nach Hause“. Ich gehe zwar gerne nach Hause, denn hier habe ich meine Familie, meine lieben Freunde, welche mich sicher auch vermisst haben. Wir werden um 18.35 Uhr an der Schleuse in Leer sein, also in 10 Minuten.

 

Wir erwarten Freunde aber finden den Schlüssel nicht

Es hat viele Urlauber mit Segelboten hier. Nun haben wir nach der Schleuse festgemacht und erwarten den Zoll um einzuklarieren. In jedem Hafen kommen die Zollbeamten und der Hafenmeister. Alle wollen ihr Geld verdienen. Die Hafengebühr beträgt durchschnittlich 35 - 50 Mark. Um 18.45 Uhr ist der Zollbeamte da gewesen. Nun können wir weiter zum Liegeplatz fahren, wo wir Dachziegel laden müssen. Vorher darf man auch nicht von Bord gehen. Um 19.10 Uhr ist im Industriehafen von Leer, Ostriesland, festgemacht.

Ria und ihre Freunde haben schon seit 20 Minuten vor dem Tor gewartet. Das ist abgeschlossen gewesen und wir haben keinen Schlüssel gehabt, um aufzuschliessen. Didi ist an Bord zurück gekommen und hat uns gesagt, dass da nirgends ein Schlüssel aufzutreiben wäre. Also haben unser Kapitän und der Steuermann mit Leitern, die wir an Bord hatten, Ria und ihre Gäste über den 2 Meter hohen Drahtzaun mit Stacheldraht holen müssen. Angela kann gar nicht klettern. War das eine Show! Alle Autofahrer die, da vorbei gefahren sind, haben bestimmt geglaubt, sie würden einbrechen.
Wir haben um 20.20 Uhr Kaffe getrunken und Kuchen à la Putzi gegessen. Ich habe im Salon des Kapitäns aufgedeckt. Didi hat gesagt: „Putzi, Du kannst nicht nach Hause gehen, musst hier bleiben“. Dann haben alle das Schiff besichtigen wollen

und natürlich die von mir angefertigten Fliegengitter und mein Wappen, das ich für Heinz-Georg auf einer alten Seekarte vergrössert habe. Er hat es ja dann vorne am Steben durchgepaust und aufgemalt. Nach der Schiffsbesichtigung um 21.30 Uhr sind wir noch einmal im Salon zusammen gekommen und tranken noch einen Schali, einen Cognac. Später sind wir wieder über den hohen Zaun geklettert, mit Gepäck und Tasche. Sie haben noch die Rathausgasse von Leer anschauen wollen. Es ist 22 Uhr. Leer ist ein ganz schönes, sauberes Städtchen in Friesland. Es besteht aus alten, schönen Häusern mit prunkvollen Fassaden, die mit Goldschrift verziert sind. Das Hotel Europa durften wir ja nicht besuchen, da der Kapitän von seiner Schwester ein gerichtliches Hausverbot bekommen hat. Er weiss nicht genau, warum. Später haben wir in einer schönen Eisdiele noch ein Eis gegessen.

Fahrt von Leer nach Brake

Um 23.45 Uhr sind wir von Leer nach Brake in das Haus des Kapitäns abgefahren. Wir sind unterwegs nach Hause. Besser, zum zweiten zu Hause eines Kapitäns. Sein erstes Zuhause ist sein Schiff. Aber schlafen könnte er am Besten bei seiner Familie. Da müsse er nicht immer mit einem Ohr auf die Geräusche achten, die es auf einem Schiff immer gibt. Kaum ist er aber zu Hause, zieht es ihn wieder aufs Meer, hinaus in die freie Welt. Aber auch die Seeleute haben ihre Gesetze. Heinz-Georg sagt: „Für jedes Gesetz gibt es ein Gesetz“. Ja, ja das sieht alles so einfach aus: Aufs Meer hinausfahren. Aber es ist ganz schon nervenaufreibend.

 

 

25. Juni, Sonntag

Der letzte Tag auf See

Um 0.45 Uhr sind wir in Brake an gelangt. Wir gönnen uns noch einen Schlummertrunk, dann geht es ab ins Bett. Ich bin sehr müde, es ist ein anstrengender Tag gewesen.

 

Morgens bin ich um 9.30 Uhr aufgewacht und froh, dass es hier nicht schaukelt. Man kann von meinem Zimmer direkt auf die Weser sehen. Weser heisst der Fluss. Ria hat das Frühstück schon vorbereitet. Anschliessend gehen wir noch den Vater

August, und die Mutter Luise, sowie die Tante Annie des Kapitäns besuchen. Die Eltern des Kapitäns will ich unbedingt besuchen, denn dem Vater des Kapitäns und meiner Schwägerin Asta geht es nicht so gut.

 

Die Eltern haben sich über meinen Besuch sehr gefreut. Der Vater hat mit mir auch ganz lustige Sprüche geklopft. Es hat auch schon gewusst, dass wir Gert auf der MS Lüppert besucht und mit ihm gefestet haben. So schnell spricht sich das an der Küste rum. Um 12 Uhr haben sie Mittagessen wollen, also haben wir uns verabschiedet. Wir haben gesagt, dass wir am Abend, bevor ich wegfahre, noch einmal reinschauen

Würden, um Fotos von zu Hause zu zeigen. Ich habe Fotos von Mutter und Dölf dabei. August hat mir jetzt schon Tschüss gesagt, für den Fall, dass wir uns nicht mehr sehen werden. Er hat gesagt, "Eg go ins Beet". Ich habe dann zu ihm gesagt:

„Komme ich eben in Dein Bett, um mich zu verabschieden“. Er hat dann gemeint: "Eg kann nicht mehr" Ja, so war’s ja auch nicht gemeint. Aber ich habe gemerkt, dass er gar nicht so schlecht zu wege sein kann. Er hat doch ganz schnell geschaltet, oder!
Um 13 Uhr hat es bei Ria Mittagessen gegeben. Das hat herrlich geschmeckt. Der Kapitän hat um 14 Uhr seinen obligaten Mittagsschlaf gehalten. Um 16 Uhr sind wir nach Brake gefahren, um im „Weserblick“ ein Eis zu essen. Man hat dort Aussicht direkt auf die Wesen. Es ist herrlich gewesen. Zum Eis haben wir auch noch einen Sherry getrunken. Ich habe natürlich einen Coup Dänemark bestellt. Bevor wir um 17 Uhr über Land gefahren sind, haben wir noch den Porzellanladen von Angela und Werner in der Braker Fussgängerzone angeguckt. Ich habe schöne Tassen gekauft. Werner hat extra für mich am Sonntag das Geschäft geöffnet. Die Tassen mit den Untertellern heissen "Pharisäer." Die Jägerstube auf dem Lande haben wir auch besucht, ein „Alster“ getrunken. Ein Alster ist ein Alster-Bier mit Zitronensprudel.

Abends habe wir noch schnell Luise, Annie und August besucht, um auf Wiedersehen zu sagen. Lisa war mit Guido, ihrem Sohn, auch auf Besuch da. Sie ist gegenüber Heinz-Georg etwas reserviert gewesen. Bei Ria habe ich einen Kaffee

mit Heinz-Georg, Claudia und Thorben getrunken.

 

Abschied und Rückfahrt

Jetzt ist der Start nach Bremen gewesen, mit meinem schweren Gepäck. Wir sind natürlich mit dem BMW gefahren und es dauert c.a. 1 Stunde. Es ist herrlich über Land zu fahren. Es sieht aus, wie in Canada, so weit kann man gucken. Da liegen herrliche Farmen mit reetgedecken Dächern. Es ist a alles so grosszügig gebaut. Es ist herrlich, diesen schönen Sommerabend im Auto zu geniessen, ohne aufzupassen, nur mitzufahren und schauen können.

Um 22.05 Uhr sind wir am Hauptbahnhof in Bremen angekommen. Ria hat noch etwas essen wollen, aber die Zeit hat nicht mehr gereicht. Der Zug nach Basel sollte eigentlich genau um 22.29 Uhr abfahren. Aber mein Liegewagen ist noch nicht angehängt worden. Dann, um 22.35 Uhr werden 3 Liegewagen angehängt, von denen zwei nach Basel und einer nach München fahren sollen. Der wird in Hannover abgekoppelt. Mit c.a. 1 Viertelstunde Verspätung ist der Zug um 22.54 Uhr losgefahren. Ich habe meine lieben Freunde Ria und Heinz-Georg noch herzlich geküsst und dann ging’s los auf meine 10stündige Reise nach Moosseedorf.

Auch im Zug hatte ich immer noch das Gefühl, dass es schaukelt .Ich bin todmüde gewesen, habe mich aber mit zwei Männern, der eine aus Bremen, der andere aus Enschede, noch ganz gut unterhalten. Um c.a. 24.20 Uhr sind wir in unsere Betten gegangen. Jeder in seins natürlich, so wie es sich gehört. Ich habe einigermassen gut geschlafen, bin etwa 3 Mal aufgewacht. Dabei sollte ich mich eigentlich an das Rattern vom Schiff gewöhnt sein.

 

 

26. Juni, Montag

Um 6.30 Uhr ist Tagwache gewesen. Der Liegewagenschaffner ist rein gekommen und hat mir gleich meine Decke, und Kissen wegnehmen wollen. Ich habe ihm gesagt, er könne es in 5 Minuten abholen, denn ich habe mich ja zuerst anziehen müssen. Um 07.21 Uhr ist der Zug im Badischen Bahnhof eingefahren. Der Zoll ist gekommen, ich hatte, glaubte ich, nichts zu verzollen. Die zwei Männer haben für mich eine Sitzgelegenheit geschaffen und mir einen herrlichen Kaffee serviert. Den Koffer und die Tasche haben sie mir heruntergeholt. Es sind ganz tolle Kavaliere.

 

Um 7.55 Uhr haben wir den Bahnhof Basel mit einer halben Stunde Verspätung erreicht. Ich habe mich beim Umsteigen beeilen müssen, denn der nächste Zug nach Bern ist um 8 Uhr von Gleise 8 abgefahren. Ich habe mich freundlich von meinen Kavalieren verabschiedet. Es war super, so verwöhnt zu werden. Von Basel aus habe ich Robert, meinen Mann, angerufen. Er holt mich in Bern ab, hat er am Telefon gesagt. Heute geht es mir aber gut. Im Zug nach Bern habe ich mich mit einer freundlichen Frau unterhalten. Nun sind die Ankunft und die Endstation meiner dreiwöchigen See- und Bahnreise, um 9 Uhr. Ich bin zu Hause angelangt und es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Es gibt viel zu waschen und aufzuräumen. Bis um 11 Uhr habe ich verschiedene Telefonate erledigt, mich bei meinen Freunden und meiner Mutti, angemeldet.

Nun ist 26. Juni 1989, 12.20 Uhr. Es ist eine schöne Seereise gewesen. Übrigens, mein Mann und mein Hund Sambo haben mich am Bahnhof Bern empfangen. Ich freue mich schon auf die nächste Seereise, welche voraussichtlich im Herbst sein soll. Der Kapitän und seine Crew inklusive seiner Frau freuen sich jetzt schon, wenn ich wiederkomme.

 

02.Dezember 2010
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163.  02.Dezember 2010
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  1. Dezember

Am Morgen habe ich die Fenster geputzt und den Haushalt gemacht. Es muss alles erledigt werden. Ich bin meine Putzfrau gehe auch viel mit BIäcky hinaus. Spazieren, das lenkt von vielen Sachen ab. Ich freue mich, wenn ich Besuch bekomme, sonst ist es langweilig hier. Es gibt so kein Leben, es ist eben Winter. Alle halten sich an der

Wärme auf. In Camp ist jeweils mehr los. Da ruft immer jemand: „Hallo Heidi“, „Was machst Du?“ oder „Wie geht es Dir?“ Hier oben ist es einsam. Wenn der Taxichauffeur nicht ab und zu vorbei kommen würde, wäre es langweilig.

Ich freue mich auch darüber, mit Bläcky spazieren zu gehen. Er erheitert mir meine manchmal einsamen Tage, wenn er animiert mit seinem zu Ball spielt. Sein Auge, leider hat er ja nur noch 1 Auge, spricht für sich. Man sagt immer: wenn Blicke reden könnten. Bei einem Hund können sie. Das Gefühl, was ein Hund für einen Menschen empfindet, ist unglaublich. Ich weiss, dass Bläcky meine Tränen sieht, mein Gefühlsleben spürt. Er fängt mit seinem Ball zu spielen an, um mein Leben auf zu muntern. Er hat das grösste Gefühl für mich. Er ist der Letzte, der mich wach und munter sieht. Er ist der Erste, der mir seine Freude zeigt, wenn ich am Morgen meine Augen öffne. Er ist einfach ein Kumpel, der alles mit mir durchgemacht hat und mir immer wieder neue Kraft gibt, weiter zu leben. Ein schöner Tag ging zu Ende.

 

Meistens schaue ich am Abend fern, suche mir gezielt Sendungen aus und verbringe meine Abende so .Charly und ich haben noch zusammen gechatet und so ist der Abend vorbei gegangen: Mit 10vor10 schauen. Und schon bald gehe ich ins Bett. Ich benötige 7 Stunden Schlaf, um wieder fit zu sein.

 

03.Dezember 2010
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164.  03.Dezember 2010
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  1. Dezember 2010

Ich bin früh aufgestanden, aber es ging mir nicht so gut. Ich habe Kopfschmerzen und Husten. Deshalb habe ich bei meiner Ärztin Hustensirup geholt, mich nach dem Spaziergang hingelegt und mir Tee gekocht.

Es kommt manchmal schon vor, dass sich niemand bei mir meldet und mich dann das Gefühl beschleicht, alleine zu sein. Um 10.00 Uhr hat mich Charly besucht.

Ich habe kaum ein Wort heraus gebracht, ohne zu husten. Ja, und mit Bläcky muss ich zudem auch spazieren gehen. Der Charly hat Gipfeli gebracht und ist eine Stunde geblieben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Dann hat er irgendjemanden nach Bern führen müssen. Er hat ja ein Geschäft und ist viel unterwegs.

Auch meine Tochter ist zu mir auf Besuch gekommen. Sie ist mein Sonnenschein. Ich habe immer etwas zum Lachen, wenn sie vorbeikommt. So ist es eben manchmal. Ich gehe meistens mit den Hunden spazieren. Ich freue mich an meinem Hund Bläcky. Mit ihm muss, nein kann ich nach draussen. „Aer esch mis Läbeselexier“.

 

Der Kapitän, bei dem ich viele Seereisen erlebt habe, hat heute Geburtstag. Das Schiff heisst M.S. Ria. Ich habe 3mal versucht, anzurufen. Aber auf dem Schiff war niemand zu Hause.

04.Dezember 2010
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165.  04.Dezember 2010
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  1. Dezember

Es geht mir wieder besser. In der Nacht ist aber der handgeschnitzte Schwinger  aus Holz runtergefallen. Ich habe nachts nichts gehört, am Morgen hat er am Boden gelegen. Ja, so passieren Dinge, die mir zu denken gegeben, Charly hat bei mir zu Mittag gegessen und es ist gemütlich gewesen. Am Nachmittag bin ich mit Bläcky und Skyri spazieren gegangen. Skyri’s Frauchen hatte mich angerufen und gefragt. Die beiden Hunde lieben sich und so ist es nie langweilig, sie haben Spass zusammen. Die Hundehalterin ist eine junge Frau mit physischen Problemen. Sie muss Tabletten nehmen. Aber sie braucht jemanden zu Reden.

 

Es ist ein wunderschöner Nachmittag gewesen. Am Abend ist der Charly  noch vorbeigekommen. Seine Besuche freuen mich immer. Wir können über alles reden und lachen. Es macht Spass, mit ihm zusammen zu sein. Er versüsst mir mein Leben, akzeptiert meinen Hund Bläcky und Bläcky akzeptiert ihn. Ich bin es schon nicht mehr gewohnt, mit einem Mann zusammen zu sein. Ist schon ein Jahr her, seit „Dölf“ nach 14 Jahren Freundschaft gestorben ist. Alle Erinnerungen an ihn sind noch da. Sein Mobilheim hat meine Tochter geerbt und ich habe alles ausgeräumt: Seine Kleider, seine Lieblingssachen. Es ist eine schwere Zeit gewesen.

Nun habe ich einen lieben Mann gefunden. Wir haben es zusammen schön. Ich muss wieder neu anfangen. Ich kann neu erleben, dass ich doch noch verehrt werde und dass das Leben weiter geht. Es ist nicht einfach. "Dölf" und ich hatten so schöne Jahre zusammen. Später dann ging alles nicht mehr, mein Leben bestand nur noch aus Pflegeleistungen. Ich half, aufzustehen, bin zum Arzt gefahren, zur Chemotherapie, zum Lungenröntgen, Wasserziehen, in die Notfallaufnahme, die Intensivstation. Wenn ich nach Hause gegangen bin, habe ich oft mitten in der Nacht wieder raus müssen. Es war einfach schlimm und ich habe ja auch Probleme bekommen: Ich habe nichts mehr gegessen. Die Leidenszeit, die ich mit ihm durchgemacht habe, ist vorbei. Meine Leidenszeit ist es aber noch nicht. Ich kann das ganze Bild nicht aus meinem Kopf streichen, ausradieren. Das bleibt drin. Wenn es trübe Tage gibt, erinnert mich immer wieder alles an ihn. Ich will weiter leben, aber ich möchte nicht, dass jemand für mich so viel Geduld, Pflege und Zeit aufbringen muss. Es soll weiter gehen, aber eben bis es nicht mehr geht. Dann ist Schluss.

08.Dezember 2010
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166.  08.Dezember 2010
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  1. Dezember

In diesem Wohnquartier läuft überhaupt nichts. Ich bin pensioniert und lebe im Winter hier. Ich freue mich jeden Tag,  mit Bläcky nach draussen zu gehen. Das war ja auch meine Aufgabe. "Dölf" konnte es leider nicht mehr. Es ist ihm gut ergangen, dass er sterben konnte. Ruhe sanft! Mein "Dölf" war ein Schatz. Er hat mich verwöhnt. Diese Ära ist vorbei. Spital mein Leben geht weiter. weiter.

09.Dezember 2010
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167.  09.Dezember 2010
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  1. Dezember

Der Charly ist um 8.00 Uhr mit Gipfeli gekommen. Er verwöhnt mich und hat mir auch eine rot-orange Rose geschenkt. Es weiss, dass ich Blumen über alles liebe. Ich glaube, ohne Blumen wäre es in meinem Herzen einsam und leer, hatte um 10.30 Uhr einen Auftrag, irgendjemanden ins Spital Tafers zur Arbeit zu fahren. Ich nenne diese Frau "Flundere". Sie ist eine junge Frau, aber sie ist total bequem. Die ist noch zu faul, zum Einkaufen innerhalb von Düdingen zu Fuss zu gehen. Auf diese Frau bin ich nicht eifersüchtig, ich gönne dem Charly  ,die Einnahmen ,die er mit ihr verdient .ich weiss einfach

, dass diese Frau 44 Jahre jünger ist, als ich und vier Mal am Tag das Taxi bestellt. Das sind pro Fahrt 20.-- Franken, kostet also am Tag 80.-- Franken. So viel habe ich vor 44 Jahren nicht einmal im Tage bei 8 Stunden Arbeit verdient. Daneben hatte ich einen Haushalt, 3 Kinder, Sport u.s.w. Auch am 9. Dezember ist der  Charly für diese Frau wieder viermal gefahren.

 

10.Dezember 2010
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168.  10.Dezember 2010
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  1. Dezember

Ich bin früh aufgewacht, denn ich musste zur Kontrolle zur Ärztin. Mir geht es gut. Beim Aufwachen bin ich manchmal traurig, denn das Bett neben mir ist leer. Es ist schon so, der Mensch weiss es gar nicht zu schätzen, was er hat, wenn ein Partner da ist. Das Leben in meiner Wohnung ist gestorben. Niemand mehr da, der mir guten Tag sagt oder eben klagt, den ich trösten kann, dem ich beistehen und helfen kann. Ich habe ihm geholfen, habe alles getan, was in meiner Macht stand. Es hat nicht gereicht.

Ich habe jetzt den Charly. Bloss, da ist alles programmiert oder auch nicht. Auf jeden Fall stehe ich da in der 2. Reihe. Er hat sein Geschäft und ich meine Haushalte. Meistens erledige ich alles alleine. Am Abend bin ich alleine mit meinen Hund Bläcky, die Sorgen, die Nöte, alle erlebe ich alleine. Mein Leben ist eine Einbahnstrasse. Ich muss selber schauen, wie es weiter geht.

11.Dezember 2010
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169.  11.Dezember 2010
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  1. Dezember

Heute war überhaupt nichts los. Ich bin wie immer am Sonntag alleine gewesen. Der Charly musste Fahrten unternehmen und ich habe alleine zu Hause gesessen. Das ist sein Geschäft. Ich weiss das, aber was ich nicht weiss ist, wie das weitergehen soll. Ich brauche jemanden zum Anlehnen und es ist niemand da. Unser Leben ist auf Sonntag (   Unser Leben ist auf Sonntag programmiert. Am Sonntag ist er aber meistens so müde und ausgelaugt, dass da überhaupt nichts geht.

Am Sonntag ist aber meine Tochter um 14.00 Uhr zu Besuch gekommen. Wir sind mit unseren Hunden spazieren gegangen, haben viel gelacht und uns gefreut über Dinge, über die nur wir zwei reden. Um 17.00 Uhr ist der Charly gekommen, vorher hat er noch zu tun gehabt. Wir haben dann zum Abendbrot mit meiner Tochter ein Raclette gegessen. Bei ihr isst ja niemand Käse. Zusammen haben wir so einen gemütlichen Abend, es war traut und beschaulich. Der Charly hat bei mir geschlafen. Um 6.00 Uhr muss er aufstehen und jemanden nach Tafers fahren.

So ist am 12. Dezember um 5.00 Uhr Tagwache gewesen.

13 und 14..Dezember 2010
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170.  13 und 14..Dezember 2010
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  1. und 14. Dezember

Heute hat eine ehemalige Lehrtochter bei der Grossmetzgerei, bei der ich als Filialleiterin arbeitete, die Heidi, Geburtstag. Ich habe sie angerufen, doch wir haben nicht lange gesprochen. Sie hat von ihren zwei Kindern mit den Enkelkindern Besuch gehabt. 3 Tage später hat sie mich angerufen. Dann haben wir uns erzählt, was wir so alles erleben und mit unseren Männern erlebten. Ihr Mann ist auch krank. Er hat Prostata-Krebs und fühlt sich nicht mehr als vollwertigen Mann. Es ist ein Drama. Ja, so hat jedermann seine Probleme, ohne lebt niemand. Wir sind bei meinem Bruder zum obligaten Fondue eingeladen gewesen. Es war ein schöner Abend. Wir sind 8 Personen gewesen. Meine Schwester Verena ist auch Witwe und wir haben es aber immer zufrieden. Wir sind wie Könige bedient worden. Es ist immer ein Superfest. Es findet halt ohne unsere Eltern statt, die sind früh gestorben. Und es findet ohne unsere Männer statt. Meine Schwester ist seit 14 Jahren Witwe und ich bin seit 16 Monaten alleine, ohne "Dölf", er ist am 14. Oktober 2009  gestorben.

 

20.Dezember 2010
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171.  20.Dezember 2010
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  1. Dezember

Ich bin mit meiner Tochter und ihren Kindern bei meinem Exmann eingeladen. Mein Ex hat ja eine Frau und mit ihr zusammen 3 Kinder. Es ist ein feines Nachtessen serviert worden. Wir haben viel gelacht und über alte Dinge aus unserer Ehe gesprochen. Um 21.30 Uhr bin ich aufgebrochen, um nach Hause zu gehen. Ich habe selber fahren müssen, was ich gar nicht gerne tue. Charly hat mich mit seinem Auto fahren wollen, aber ich muss es auch schaffen. Ich muss lernen, alleine unterwegs zu sein. Es macht eigentlich keinen Spass und es freut mich immer, wenn der Charly mit mir eine Autofahrt unternimmt. Das macht mein Leben lebenswert, danke.

Aber auch meine Tochter lässt jeden Tag über Chat oder das Telefon etwas von sich hören. Das freut mich und tut meinem Herzen gut. Nun warte ich auf Weihnachten hoffe, dass es eine frohe Weihnacht wird und dass es für mich so weiter geht, wie bis anhin. Mit viel Freude und viel Mut schaffe ich das. Es ist nun 1.00 Uhr und Zeit, schlafen zu gehen. Ein neuer Tag beginnt bald.

 

24.Dezember 2010
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172.  24.Dezember 2010
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  1. Dezember

Charly und ich haben zusammen im Kerzenschein ein Filet im Teig und ein Dessert gegessen. Mit viel Freude haben wir einen schönen Tannenbaum geschmückt.

Charly war natürlich auf Pikett. Er hat um 22.00 Uhr einen Termin gehabt, um jemanden nach Hause zu bringen. Zwischendurch hat er mich angerufen und erzählt, wo er gerade unterwegs war. Dann hat er zu Hause geschlafen und auf mich hat ein langes Wochenende gewartet.

An Wochenenden ist er dauernd unterwegs. Ich weiss immer, wo er gerade ist und wer mitfährt und so geht die Zeit für mich schneller rum.

 

25.Dezember 2010
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173.  25.Dezember 2010
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  1. Dezember

Warten auf Charly. Um 16.00 Uhr ist er da gewesen. Eigentlich hat er aber Bestellungen für da- und dorthin gehabt, also eigentlich keine Zeit für uns. So vergehen die Tage eben ohne es richtig zu geniessen. Er ist immer auf dem Sprung, nervös und besorgt, er könnte etwas verpassen.  Habe ein feines  Essen gekocht,  bei Kerzenschein gegessen Es freut mich  immer wenn  Charly ein wenig Zeit für uns hat. Auch Bläcky  hat dann grosse Luftsprünge  gemacht, als Charly die Hundeleine in die Hand nahm , und sagte .Komm Bläcky  wir gehen spazieren. Hatten einen schönen Abend  mit vielen Taxifahrten dazwischen . Das ist sein Geschäft. Seine Arbeit ist seine Existenz. Und so soll es auch bleiben .Um 22 Uhr hat er sich verabschiedet .Die Arbeit ruft.

26.Dezember 2010
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174.  26.Dezember 2010
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  1. Dez. 2010

Bin früh aufgewacht und mit Bläcky spazieren gegangen .Es hat ein bisschen  geschneit und Bläcky hat sich sehr gefreut ,denn  er liebt Schnee, habe ein schönes Foto von Ihm gemacht ,und als ich nach Hause kam ,war meine Tochter mit ihren beiden Hunden da ,und hat mich überrascht .Haben einen feinen Kaffe zusammen getrunken ,und die feinen Gipfeli dazu  gegessen .Sie musste dann wieder nach Hause, hatte noch eine Einladung .Um 15.00 Uhr ist Charly gekommen. Hatte noch weitere Aufträge für Nachmittag .Haben etwas kleines gegessen ,und schon bald gingen seine  Taxifahrten wieder los. Es war ja schlechtes Wetter  und niemand wollte zu Fuss unterwegs sein. Bin dann noch in den Cämp  mit Bläcky habe noch Freunde getroffen .Am Abend noch eine schönen Film angeschaut, mit meinem Schatz  telefoniert , einige Male ,und dann  früh Schlafen gegangen. 2010

27.Dezember 2010
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175.  27.Dezember 2010
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27 Dezember 2010

Heute hat mich eine Freundin überrascht  Rosemarie . Sie wollte mit mir spazieren gehen .Bläcky , kennt diese Frau sehr gut, sie kommt mich auch ab und zu in meinem Cämp besuchen. Im Sommer,  Sie lebt auch alleine habe ihren verstorbenen Mann gut gekannt. Wir haben es ausgekostet, denn an diesem Tag, war es nicht so kalt. Als wir wieder bei mir zu Hause waren, haben wir zusammen noch einen feinen Kaffe getrunken .Um 12 Uhr ist Charly gekommen, ausgeschlafen hatte er aber nicht .er wurde um 09,00 Uhr aufgeweckt um  3 Personen nach Bern zum Hauptbahnhof zu fahren. So haben wir zwei noch etwas nach geschlafen  ,denn am Abend hatte er schon  wieder Bestellungen.---Rolf und Mercedes ein  Cämper Nachbar  hat von der Domenikanischen  Repuplik angerufen und uns ein gutes Jahr 2o11 gewünscht ,hat mich sehr gefreut .

 

 

28.Dezember 2010
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176.  28.Dezember 2010
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28.Dezember 2010

Musste mit Bläcky zum Tierarzt. Er hat Schmerzen an seinem , schon fast blinden Auge manchmal weiss ich auch nicht ,was ich machen soll .Ob er Schmerzen hat ,oder einfach nicht zurecht kommt  ,mit seiner Blindheit ,der Arzt hat zu mir gesagt ,dass ich das selber wissen muss ,ob ich das alles noch schaffen kann ,mit Ihm. Ja das ist schwierig. Es gibt immer  Lichtblicke wo ich denke  ,das schaffe ich .wer aber sagt mir ,was richtig ist. Charly war schnell da   ,er hatte jemand zum fahren ,der krank ist und in ein betreutes Heim gefahren werden musste. Ein Auftrag von einer Gemeinde. So war er beschäftigt und ich mit meinen Problemen mit Bläcky alleine.

War kein guter Tag, mein Schatz ist dann am späten Abend vorbei  gekommen, konnte noch ein bisschen erzählen ,was mich so sehr bewegte ,und bedrückte .und so konnte ich ruhig schlafen gehen.

29.Dezember 2010
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177.  29.Dezember 2010
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29.Dezember 

Habe schlecht geschlafen ,hatte Alpträume. Es hat ja dauernd jemand bei mir geklingelt ,und das ging meistens so um 23.00 Uhr los .So  war es auch wieder in dieser Nacht ,ich war schon am Schlafen ,als es losging .Ich weiss ja nicht ,oder vermute wer das sein könnte .Bläcky hat gebellt wie er das immer macht, wenn jemand klingelt, aber mitten in der Nacht ,das  macht  schon Angst .Habe es der der Hausverwaltug gemeldet, die konnten auch nichts tun .Ja ich war schon am überlegen , ob ich da ausziehen soll.

Es war und ist eine Belastung ,deshalb hatte ich auch meine Alpträume. Hoffe, dass nun Ruhe einkehrt in mein sonst so geregelten Leben. Habe heute etwas  feines  gekocht  und mit Charly darüber gesprochen. Und so einen schönen Abend  verbracht.Noch ein bisschen erzählen ,und das hat mir meinen Tag doch noch versüsst.

 

30.Dezember 2010
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178.  30.Dezember 2010
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  1. Dezember

Freue mich auf heute morgen habe abgemacht mit einer Freundin zu spazieren .Wollten schon lange einmal ins Oberried spazieren war ein ganz schöner Tag. Hatten viel zu erzählen Sie hätte Freude ,wenn ich in den Trachtenverein kommen würde .Wer weiss vielleicht ,mache ich das ,denn es bereitet mir grosse Freude ,zu singen und tanzen .im neuen Jahr. Um 12.15 Uhr waren wir wiede ,in meiner Wohnung . Habe einen feinen Kaffe serviert, noch über meinen Cämp  gesprochen. Rosmarie besucht mich immer im Heidiland .Charly ist zum Mittagessen gekommen. Sind noch mit Bläcky in den Wald gegangen ,um Ihn noch ein bisschen zu beschäftigen .Er ist ja blind ,und  das ist sehr traurig.--- Charly hatte noch Termine, und so ging mein Tag zu Ende. Fernsehen das gefällt mir .Ich suche mir einen schönen ,Liebesfilm oder Bergfilme ,Naturfilme ,einfach solche Filme die zu einer Adelheid-Heidi passen .Ein ganz schöner Tag geht zu Ende,

 

31.Dezember 2010
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179.  31.Dezember 2010
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31, Dezember

Silvester,  Charly hat mir eine Nachricht geschrieben ,dass er erst um 05.00 ins Bett gegangen ist. Das ist ja klar , jetzt braucht er ,Ruhe . Zuerst mal mit Bläcky raus, und dann einkaufen .Habe mir vorgenommen ein Schweinsfilet im Teig zu servieren. Am Abend  ,denn wir müssen unser Abendessen etwas eher einnehmen. Denn seine Kundschaft will heute Abend gefahren werden.--- Charly ist dann um 16.00 Uhr auf Besuch gekommen .Ausgeschlafen ,und ausgeruht. Haben einen feinen Apero getrunken, Orangenaft ,wie es sich gehört ,für einen Taxifahrer ohne Alkohol .Um 18.00 Uhr mein fein zubereitetes ,Filet im Teig mit Beilagen gegessen .Zum Dessert Fruchtsalat mit Schlagrahm, Einen feinen Espresso ,und schon musste mein Schatz auf die Reise fahren ,Fahrgäste von A nach B  bringen .Haben uns verabschiedet und sind den ganzen Abend in Verbindung geblieben .Ich weiss immer wo er gerade fährt . Ab 23.15 Uhr hat mein Natel  ,dauernd geklingelt .habe liebe Grüsse aus  BRD die Kapitänsfamilie ,Rolf und Mercedes ,Dominikanische  Rep.  Meine Bruder und Elfinesh aus Ätjopien .Geschwister aus der Schweiz ,und auch von Charly bekommen .Da kann ja alles nur gut beginnen ,das neue Jahr. Mit einem Glas Champagner  per telefon angestossen  ,der Klang reichte fast bis zu Charly ,ins neue Jahr  .PROSIT NEUJAHR .

01.Januar 2011
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180.  01.Januar 2011
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Samstag, 1. Januar 2011

Eigentlich bin ich ganz gut erwacht. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky in den Wald spazieren gegangen. Ich wusste ja, dass Charly erst um 15 Uhr auftauchen würde. Sonntag ist für mich eigentlich der freie Tag, aber es ist Neujahr gewesen und daher hat er noch Bestellungen erhalten. Als er gekommen ist, bin ich noch mit einer Freundin im Wald gewesen. Wir haben es uns gemütlich gemacht. Um 19 Uhr, kurz nach dem feinen Fondue Chinoise, hat er wieder eine Bestellung ausgeführt. Ich habe noch ein paar Anrufe von ihm bekommen und der Abend war gelaufen.

Im Fernsehen habe ich einen schönen Film geschaut und bin dann früh ins Bett gegangen. Vorher habe ich mit Bläcky noch eine Runde gedreht. Dabei habe ich um 23 Uhr noch Freunde, die eigentlich Nachbarn sind, getroffen und ihnen ein gutes neues Jahr gewünscht. Schliesslich habe ich noch mit Charly telefoniert, bevor Feierabend gewesen ist .Ich wollte früh schlafen gehen, War sehr müede  ,früh ist für mich  01.00 Uhr .Morgen scheint so hoffe ich ,für mich auch die Sonne ,ein paar Sonnenstrahlen können mein Herz erwärmen .

 

 

 

 

 

02.Januar 2011
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181.  02.Januar 2011
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Sonntag, 2. Januar 2011

Heute ist immer noch ein freier Tag. Charly hat auf Facebook geschrieben, dass er um 2.10 Uhr zu Bett gegangen ist.

Am Morgen bin ich mit Bläcky in den Wald spaziert. Als ich vom Spaziergang zurückgekommen bin, ist meine Tochter mit den Hunden Wasco und Dana bei mir gewesen. Wir sind noch eine Runde gegangen und haben dann Kaffee getrunken. Meine Tochter und ich haben zusammen ja viel erlebt. Wir haben viel über Dinge von früher lachen müssen. Es ging mal rauf und mal runter.

Meine Tochter ist um 14 Uh nach Hause gefahren. Schon bald danach ist Charly angekommen. Ich habe mich auch über seinen Besuch gefreut und um 18 Uhr das Nachtessen gekocht. Wir haben zusammen gegessen. Später haben wir noch einen schönen Film geschaut und sind früh ins Huli-Bett. Charly musste  morgen um 06.oo Uhr jemanden fahren, so dass früh Tagwache sein wird.

03.Janar 2011
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182.  03.Janar 2011
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Montag, 3. Januar 2011,

Ich habe mit Bläcky zum Tierarzt gehen müssen. Das ist immer eine ganz nervöse Sache. Ich bringe ihn kaum zum Auto heraus, denn er weiss ganz genau, was da passiert. Ich muss ihm vermehrt Tropfen ins Auge geben. Die Prognose lautet stets, dass man nichts machen könne. Dass ich schauen, wie es mir dabei geht, ohne dass ich selber darunter leide. All die Tage und Monate geht es auch mir schlecht, denn es wurde immer schlimmer. Ja, dieser Tag war zum Heulen, denn man ist so machtlos. Noch sieht er mit einem Augen etwas, aber wie lange noch? Charly ist auch traurig gewesen. Wir sind spazieren gegangen und haben unseren Bläcky begleitet. Ein feines Essen gekocht   ,Spagett mit Sauce Bolognaise. Charly hat den Salat zubereitet   ,mit französischer Sauce. Das Wunschkonzert von Radio Fribourg  ,ist immer etwas besonderes, Haben ein Lied von Roger Wittacker gewünscht, Albanie . Früh zu Bett gegangen. Charly hatte eine Fahrt um 06 10 Uhr zum Bahnhof .schlafet guet

04.Januar 2011
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183.  04.Januar 2011
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Dienstag, 4. Januar 2011,

Ich bin heute früh aufgewacht. Bläcky hat sein Geschäft machen  und dringend nach draussen gehen müssen. Er hat an der Haustür irgendetwas gehört. Es muss wieder die „Stalkerin“ gewesen sein. Sie muss auf die Türklinke gedrückt haben. Das war um 7.30 Uhr.

Dann, um 8.30 Uhr, hat sie mich angerufen und gemeint, sie müsste einkaufen und es gehe ihr ganz schlecht. Ich aber habe einen Termin bei der Chinesin wahrnehmen müssen, hatte also selber etwas los. Es geht immer alles auf die Mittleids Tour.

Am Nachmittag sind wir, Charly, Bläcky und ich zusammen ausgeflogen, um unsere Ruhe zu haben. Denn kaum ist Charly bei mir angekommen, ist die „Stalkerin“ schon wieder vor der Tür gestanden und hat hinein kommen wollen. Nach dem feinen Nachtessen ist Charly nach Hause gefahren. Für den nächsten Tag hat er schon 2 Aufträge gehabt. Den einen um 6.10 Uhr, den zweiten von jemandem, der mit dem Zug von Bern nach Kloten reisen wollte. Ja, so hat er immer zu tun. Ich bin froh, denn Taxifahren ist sein Leben. Heute ist ein schöner Tag gewesen. Das Theater von der

„Stalkerin“ ist ja nicht neu. Ich hoffe sehr, es möge einmal aufhören. Ich habe noch 10 vor 10 geschaut. Das gehört dazu. Ich bin noch mit Bläcky raus gegangen und dann ins Bett. Guet Nacht.

05.Januar 2011
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184.  05.Januar 2011
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Mittwoch, 5. Januar 2011,

Ich habe den Plan gehabt, heute die Vorbereitungen für den Geburtstag von Charly zu organisieren. Das ist morgen, am 6. Januar. Aber leider bin ich heute Morgen von

Kopfschmerzen geplagt worden. Das Wetter ist im Moment nicht stabil. Deshalb bin ich um 8.30 Uhr nach dem Spazieren noch einmal ins Bett geschlüpft und habe eine Tablette genommen. Um 9.30 Uhr bin ich dann aufgestanden und der Schmerz ist wie weggeblasen gewesen. Es ist alles okay, die Vorbereitung für Charlys Fest können beginnen.

Dafür habe ich eine ehemalige Lehrtochter von mir aufgesucht. Sie besitzt eine Käserei im Dorf und bereitet für mich die schönsten Fleisch- und Käseplatten zu. Dort habe ich alles bestellt und natürlich auch Königskuchen, Dreikönigskuchen, für Charly. Er ist etwas später angekommen, nämlich um 12.30 Uhr. Zum Mittagessen hat es Spaghetti-Bolognese und einen feinen grünen Salat gegeben. Am Nachmittag, nach dem Gassigehen mit Bläcky, bin ich noch einmal ins Bett gekrochen, denn der Druck im Kopf ist nicht völlig gewichen. Es hat dann angefangen zu schneien. Das ist eine Traumlandschaft gewesen, als ich aufgewacht bin. So war es herrlich, mit Bläcky raus zu gehen. Charly hat Fahrten durchführen müssen und ich habe es mir gemütlich gemacht. Morgen ist ein neuer Tag, ich freue mich.

06.Januar 2011
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185.  06.Januar 2011
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Donnerstag, 6. Januar 2011,

Charly ist zum Frühstück gekommen und hat Gipfeli gebracht. Seinen Geburtstag haben wir nicht so, wie ich mir das gewohnt bin, feiern können. Wir sind ab und zu bei unserer Feier unterbrochen worden. Er muss eben noch arbeiten und ist sehr pflichtbewusst. Zu einem feinen Mittagessen hat es aber trotzdem gereicht. Das Menü, das ich gekocht habe, hat aus Schweinebraten mit Kartoffelstock bestanden. Es hat herrlich geschmeckt. Dann hat es zum Kaffee Kuchen gegeben. Ich habe Charly ein Handy zu Geburtstag geschenkt.

Vom Königskuchen habe ich auch ein Stück gegessen und den „König“ gefunden. Also bin ich Königin gewesen und Charly ist das Geburtstagskind. Es war ein schöner Tag und zudem ist meine Tochter vorbei gekommen. Wir haben mit alkoholfreiem Sekt angestossen, da ja Charly noch Taxi fahren musste. Den Abend habe ich alleine verbracht doch habe ich einen sehr schönen Tag mit Familie und Charly erlebt.

 

07.Januar 2011
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186.  07.Januar 2011
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 Freitag, 7. Januar 2011

Es ist ein sehr strenger Tag gewesen. Charly hat in der Nacht nach seinem Geburtstag viel zu tun gehabt. Ich habe nur zwischendurch mal etwas von ihm gehört oder gesehen.

 

08.Januar 2011
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187.  08.Januar 2011
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Samstag 8. Januar 2011

Charly ist um 15 Uhr zu mir gekommen. Ich habe ihn über unsere Nummer per Handy geweckt. Meine Tochter hat mir am Morgen mit feinen Gipfeli zum Frühstück noch eine Freude bereitet und wir sind auch mit unseren Hunden spazieren gegangen. Es lag ja viel Schnee und das lieben unsere Hunde.

Nachdem Charly angekommen ist, haben wir fein gekocht und mit Freude gegessen. Wir sind mit Bläcky spazieren gegangen und haben den Samstagnachmittag so richtig genossen. Am Abend ging es dann wieder  los, mit Bestellungen. Er ist gefahren bis Sonntagmorgen um 04 15  Uhr das wusste ich auch .Dann wird er auch erst am späten Nachmittag bei mir eintreffen.

 

09.Januar 2011
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188.  09.Januar 2011
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Sonntag 9, Januar 2011

Der Morgen war langweilig, das warten auf Charly ist schon etwas  krippelig .Ich weiss ja immer ,dass er gut zu Hause angekommen ist ,Das freut mich auch ,aber ich kann nichts unternehmen .Freue mich ,wenn der Frühling kommt ,dann kann ich wieder in mein Heidiland gehen ,dahin wo ich eigentlich zu Hause bin .Meistens kommt er um 15.00 zu mir auf Besuch, oder später ,dann ist der Tag schon zur Hälfte vorbei. Er muss aber auch schlafen und die Ruhezeiten einhalten. Wir haben ja unter der Woche auch schöne Stunden ,wenn er gerade nichts zu tun hat ,die zählen dann doppelt .An diesem Tag wurde es etwas Später ,da haben wir unser obligates Fondue schon um 18.oo gekocht ,und den Abend  bei schöner Musik ,Wunschkonzert Fribourg ,und für uns das Seemannslied  von Freddy Quinn gewünscht .Es war ein gemütlicher Abend.

10.Januar 2011
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189.  10.Januar 2011
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Montag, 10. Januar 2011,

Letzte Nacht hat Charly bei mir geschlafen. Er hat aber früh aus dem Bett müssen, denn er hat um 6 Uhr eine Bestellung erledigt. Ich habe bis um 8 Uhr weiter geschlafen, bin dann mit Bläcky raus gegangen und habe ein schönes Foto gemacht. Charly ist um 12 Uhr zum Mittagessen gekommen. Dann hat er um 13.15 Uhr wieder mit dieser "Stalkerin" abfahren müssen, die mich nicht in Ruhe lässt. Sie ruft mich an, sie will bei mir waschen, will bei mir Essen, will mit mir einkaufen. Ich halte das kaum noch aus.

Am Nachmittag habe ich ganz lieben Besuch von Camperfreunden bekommen, das war aber eine Ueberrschaung! Und so gibt es immer Lichtblicke in meinem Leben, die mich aufstellen, mir Freude bereiten. Das sind beispielsweise gern gesehene Gäste. Mein Schatz ist dann um 18 Uhr zum Nachtessen gekommen. Danach hat er sich verabschiedet, um noch eine Kundin ins Altersheim zu fahren. Und danach ist er in seine Wohnung zurückgekehrt, um zu schlafen. Wir haben einander noch eine gute Nacht gewünscht.

 

11.Januar 2011
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190.  11.Januar 2011
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Dienstag, 11. Januar 2011

Um 5 Uhr habe ich den Taxifahrer aufgeweckt, weil er einen Gast hat fahren müssen. Der Camper, der sich am Fuss verletzte, braucht jeden morgen das Taxi. Nach dieser Fahrt ist Charly noch einmal ins Bett geschlüpft. Bis um 11 Uhr habe ich nichts von ihm gehört. Ich habe Angst gekriegt, es sei ihm etwas passiert, denn das ist eigentlich nicht üblich. Ich habe ihn auf der offiziellen Taxinummer angerufen, auf der 2. Nummer auch und schliesslich auf unserer privaten Nummer. Nach etwa 6 Versuchen, ihn zu erreichen, ist er dann erwacht und hat gesagt, dass er vom Wochenende Nachholbedarf gehabt habe. Ich begreife das auch, bin aber sehr nervös gewesen.

Wir haben dann, nachdem Charly die „Stalkerin“ gefahren hatte, zu Mittag gegessen. Sie hat mir am Morgen eine SMS geschickt und gefragt, ob ich sie zum Einkaufen fahren würde, was ich ablehnte. Denn ich bin doch kein Taxi und mag ihre Jammerei gar nicht mehr anhören. Ich hoffe, dass diese Belästigungen endlich aufhören. Anderenfalls muss ich das bei Frau Scheuner melden -. Charly hat um 14.30 Uhr einen Termin gehabt. Er hat eine Dame vom Altersheim in die Therapie fahren müssen. Das ist eine herzliche, ältere Dame. Ich liebe sie und sie mag mich auch. Ich habe sie auch schon aushilfsweise zur Therapie gefahren, weil Charly unterwegs mit einem anderen Gast nach Fribourg unterwegs gewesen ist.

Am Abend haben wir fein gegessen und Charly ist früh nach Hause. Und bei mir ist wieder geklopft und geklingelt, telefoniert und gesimslet worden. Die „Stalkerin“ war wieder zu Hause. Das Theater ist wieder losgegangen. Augen zu, Türen zu, Ohren zu, heute habe ich nichts gehört.

Später habe ich mit Charly telefoniert und ihm gute Nacht gewünscht. Morgen ist ein neuer Tag und ich hoffe, es wird einer ohne Theater, mit der Stalkerin . Ich bin froh, dass ich jemanden habe, mit dem ich darüber reden kann. Und das ist Charly. Ich freue mich, ins Bett zu gehen. Ich habe die Klingel ausgehängt, Ruhe ist eingekehrt. Schlafet guet.

 

12.Januar 2011
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191.  12.Januar 2011
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Mittwoch, 12. Januar 2011

Ich habe meinen Schatz geweckt. Er hat einen Termin bei der Ärztin gehabt. Es war eisig kalt. Am Abend zuvor war er mit dem Taxi unterwegs. Er hat das Auto abgestellt und das Auto ist auf dem Eis gerutscht. Er hat hinein springen und die Handbremse ziehen müssen. Dabei quetschte er sich eine Brustrippe und konnte nicht mehr atmen. So mussten wir etwas unternehmen. Ich schlug ihm vor, ins Spital zu gehen, um den Brustkasten zu röntgen. So machten wir es. Zum Glück ist keine Rippe gebrochen. Aber das Atmen bereitete ihm Mühe. Später dann haben wir gefrühstückt und ich war froh, dass er noch hat Taxi fahren kann. Er hat ja am späten Morgen noch Termine gehabt. Die hat er dann erledigt. Um 12.30 Uhr hat es ein feines Mittagessen gegeben, nämlich Pommes-Frites mit einem feinen Schweinsplätzli. Schni-po heisst das. Es musste ja etwas schnell gehen. Er hat Probleme mit seinem Taxi-Auto gehabt und die Garage aufsuchen müssen. Es ist etwas mit seinen Bremsbelägen nicht in Ordnung gewesen.

Um 18.30 Uhr haben wir Abendbrot gegessen. Wir sind beide Fix und Foxi gewesen. Charly ist nach Hause gefahren und ich habe mich schön in meinem Bett eingekuschelt. Bläcky aber hat noch einmal nach draussen gewollt. Ich habe das gemacht. Gute Nacht.

 

13.Januar 2011
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192.  13.Januar 2011
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Donnerstag, 13. Januar 2011

Charly hat angerufen. Er hat Schmerzen gehabt. Das glaube ich auch. Wenn er ja nicht selbst der Chef wäre, würde er jetzt auf Unfall machen. Das geht aber nicht, wenn man selbständig ist. Es hat gehen müssen. Wir haben es mit Wickel und Salben probiert. Und siehe da, es ging besser. Er hat heute einem jungen Mann Kleider und Geld von seinen Eltern in die Psychiatrie bringen müssen. Dort ist er wegen Alkohol- und Dorgenexszesses. Die Strecke führt ziemlich weit weg von meinem und Charlys Zuhause. So ist Charly 2 ½ Stunden unterwegs gewesen. Dies ist von den Eltern beglichen worden. Um 13.30 Uhr haben wir essen können und schon hat Charlys Telefon geklingelt. Es hat jemand von A nach B gefahren werden wollen. Um 14.15 Uhr ist er wieder unterwegs gewesen. Um 15.15 Uhr hat er eine Frau nach Tafers zur Arbeit in ein Altersheim gebracht, die er um 20.15 Uhr von dort wieder nach Fribourg, nach Hause, fahren musste. Unser Tag war gelaufen. Sein Geschäft floriert und ich bin am Abend wieder einmal alleine. Zum Glück weiss ich aber immer etwas zu werkeln. Ich weiss, was zu reparieren ist, zu putzen, gehe mit Bläcky raus aus dem Haus, in dem es manchmal ganz einsam ist, da noch alle arbeiten. In der Tagesschau habe ich mich noch über das Tagesgeschehen informiert und einen schönen Film geschaut, der gut für mein Herz ist, also keine Schiessereien. Auch mit Bläcky bin ich noch raus und dann früh zu Bett gegangen. Ich bin müde gewesen und froh, meine Ruhe zu haben.

 

 

14.Januar 2010
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193.  14.Januar 2010
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Freitag, 14. Januar 2011

Ja, am Freitag ist immer viel los. Ich muss fürs Wochenende einkaufen. Und meistens muss ich das alleine besorgen, denn Charly hat seine bezahlenden Fahrgäste. Das sind meistens Frauen, die ihn buchen: Zum einkaufen, um auf der Bank Geld zu holen, damit sie alles bezahlen können, wenn es stimmt. Ich schaffe das alleine, selten zu zweit mit Charly. Denn die anderen gehen vor. Einkäufe in die Wohnung hoch tragen und was sonst noch alles dazu gehört, wenn man einkauft, schaffe ich meistens alleine. Ich wurde schon vor dem Einkaufsgeschäft stehen gelassen wegen einer solchen wegen einer solchen Frau .Die haben kein Geld, aber für das Taxi reicht es meistens . Wir waren zusammen beim Einkaufen, als diese Frau angerufen hat. Charly fuhr weg, um ihr zu helfen. Ach ja, ich weiss doch, wo es lang geht. Ich kann alles auch selbst hoch tragen , bin nur etwas 30 Jahre älter, als jene, denen er alles vor die Haustür bringt, oder gar in die Wohnung.  Ich habe mir einen schönen Freitagabend beschert. Meine Gedanken sind bei einem schönen Film aus Schweden gewesen.

 

15.Januar 2011
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194.  15.Januar 2011
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Samstag, 15. Januar 2011

Bis mittags um 12 Uhr habe ich nichts von Charly gehört. Ich bin mit einer Freundin und mit Bläcky spazieren gegangen. Für mich ist es ein wunderbarer Morgen gewesen. Ich

habe mit jemandem reden können, denn zum Reden komme ich schon lange nicht mehr. Zum Glück versteht mein Hund Bläcky meine Sprache. Er fühlt, wenn Mami traurig ist. Er ist immer ganz nahe bei mir, so als hätte er Angst, dass ich ihn verlassen würde. Um 12 Uhr sind wir wieder zu Hause gewesen, haben einen feinen Apero getrunken. Meine Freundin ist nach Hause gegangen und ich habe, wie immer, auf Charly gewartet. Er ist um 15 Uhr gekommen .Haben fein gegessen. Mit meinem Hund Bläcky noch einen schönen Spaziergang gemacht. Charly war müde von der Fahrerei Dann hatte er wieder eine  junge Familie ins nächste Dorf zu fahren, und am Abend wieder nach Hause zu bringen. Es war sehr eisig und kalt draussen ,und gefährlich zu fahren. Es hat noch gereicht für ein feines Nachtessen, dann kamen viele Bestellungen rein .Er ist den ganzen Abend gefahren ,hat mit mir telefoniert ,und ab und zu lustige Geschichten erzählt .Um 24.35 Uhr ,habe ich das letzte Mal ,mit Ihm telefoniert Und  gute Fahrten gewünscht .

16.Januar 2011
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195.  16.Januar 2011
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Sonntag, 16. Januar 2011

Mit Bläcky bin ich schon spazieren gegangen. Es ist ein wunderbarer Morgen gewesen. Es hat geschneit. Bläcky hat daran seinen Spass gehabt. Er ist herumgehüpft wie ein junges Fohlen. Er hat sich gedreht und so richtig Freude gezeigt, dass wir draussen gewesen sind. Ich habe noch eine Frau getroffen, die auch mit ihrem Hund unterwegs gewesen ist. Es hat richtig Spass gemacht. Als ich zurückgekommen bin, hat die „Stalkerin“ wieder angerufen und gefragt, ob ich sie nach Laupen zur Arbeit fahren könnte. Charly würde das Telefon nicht abnehmen. Dabei weiss sie genau, dass er am Sonntag frei hat und ich auch. Ich will in Ruhe gelassen werden. Ich habe abgelehnt. - Sie hat doch ein Abo und kann mit dem Zug fahren.

Um 14 Uhr hat Charly angerufen und mitgeteilt, er würde jetzt dann gleich kommen. Gleich, das ist um 16 Uhr gewesen, der Tag, der freie Sonntag so schon fast vorüber. Wir haben es zusammen ganz schön gehabt und uns den Tag mit einem feinen Nachtessen versüsst, das Wunschkonzert gehört und auch einen Musikwunsch von Semino Rossi durchgegeben: „Rot, rot blühen die Rosen“. Ich gehe spät ins Bett, denn Charly muss um 5 Uhr aufstehen und den Camper fahren. Es ist ein richtig schöner Abend gewesen, an dem wir viel gelacht und auch ein Gläschen Wein getrunken haben.

17.Januar 2011
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196.  17.Januar 2011
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Montag, 17. Januar 2011

Ich bin früh aufgestanden. Zusammen haben wir Kaffee getrunken und dann bin ich auch noch mit Bläcky raus. Danach habe ich noch einmal ins Bett schlüpfen und weiterschlafen können. Um 8.30 Uhr bin ich aufgeweckt worden. Charly hat Gipfeli und eine Orchidee gebracht. Darüber habe ich mich riesig gefreut, denn ich liebe Orchideen. Und bei mir wachsen und blühen sie das ganze Jahr über. Meine Tochter hat mich noch besucht. Sie ist bis um 16 Uhr geblieben. Wir haben viel gelacht und etwas Feines gegessen. Ein ganz schöner Tag ist das gewesen. Um 15 Uhr hat Charly einen Auftrag durchgeführt. So habe ich ihn bis am Abend nicht mehr gesehen. Das ist so etwas wie eine Lotterie: Du kannst zeitmässig gewinnen oder verlieren. Ich hoffe, dass ich gewinne. Das Essen haben wir auch so zwischendurch hineingedrängt. Abwechslung mag ich gerne, es darf bloss nicht stressig sein. Aus dem Alter bin ich raus, stressen lasse ich mich nicht. Da muss halt Charly auch einmal anpacken und mithelfen, wenn schnell etwas zu Essen auf den Tisch soll. Das macht er auch.

Um 19 Uhr hat er wegfahren müssen und so habe ich den Abend alleine verbracht. Der Tag ist gelaufen. Ich richte mich gemütlich ein und beziehe meinen Logenplatz. Schön eingepackt habe ich einen guten Film angeschaut, mit Charly gechattet und ein gutes Glas Wein getrunken. Ich bin noch mit Bläcky raus und dann ab ins Huli. Gute Nacht.

 

18.Januar 2011
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197.  18.Januar 2011
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Dienstag, 18. Januar 2011

Heute muss ich mit Bläcky zum Tierarzt fahren. Es geht seinem Auge gar nicht gut. Irgendwie merkt er das. Er will beim Tierarzt da gar nicht in die Praxis hinein gehen. Der Tierarzt hat gesagt, man könne nichts mehr unternehmen. Ich solle zusehen, wie lange es für mich stimmt, so dass ich wegen Bläcky nicht krank werde. Ich habe immer gedacht, ich sei stark, aber das hat mir richtig zu denken gegeben. Ja, das Leben geht weiter: Mach das Beste draus. Bläcky ist beim  Tierarzt schneller draussen gewesen, als drinnen. - Nur noch raus aus dem Haus, ins Auto rein -. Das Mittagessen mit Charly ist um 12 Uhr gewesen. Um 13.15 Uhr hat er die „Stalkerin“ nach Laupen gefahren. Und um 14.30 Uhr hat er Frau Wittwer vom Altersheim in die Therapie zum Arzt gebracht. Um 17 Uhr ist der Camper an der Reihe gewesen, mit dem er zum Schiffenensee gereist ist. Und so hat er seine Aufträge gehabt, was ja gut ist so. Wir haben ein paar Mal telefoniert. Um 19 Uhr dann hat er noch 5 junge Männer nach Fribourg bringen müssen. Die haben einen Eishockeymatch besuchen wollen. Um 23 Uhr hat er sie wieder nach Hause gebracht. Wir haben auch am Abend ein paar Mal telefoniert und uns schliesslich eine gute Nacht gewünscht. Ich freue mich auf Morgen, denn dann erhalte ich Besuch von meiner Schwester. Bläcky muss noch raus. Es muss ja alles erledigt sein. Gute Nacht.

 

19.Januar 2011
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198.  19.Januar 2011
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Mittwoch, 19. Januar 2011

Letzte Nacht ist es etwas unruhig gewesen. Meine Nachbarn schlagen die Tür zu und das war um 3.30 Uhr. Es geht den ganzen Tag so. Ich glaube, die haben keine Türfallen. Und Bläcky reagiert natürlich auf solche Sachen, er ist dann auch unruhig. Ich muss mit den Nachbarn reden, bevor ich wieder in den Camp ziehe.

Ich bin früh aufgestanden, denn ich habe um 8.30 Uhr zu einem Termin beim Chinesen sein müssen. Seine Behandlung tut mir sehr gut. Man nennt das „Nädelen“. Er behandelt mich wegen meinem Bluthochdruck. Anschliessend habe ich noch meine Brille reparieren müssen ,beim Optiker in Bümpliz bei Bern. Ich habe den grauen Star, an meinen Augen, 1990 operiert. Nun kann ich die ganze Welt wieder mit guter Sicht betrachten. Um 12.10 Uhr bin ich wieder zu Hause angekommen. Ich habe es als sehr angenehm empfunden und es hat mir gut getan  ,beim Chinesen. Um 12 Uhr ist Charly gekommen und er hat Pizza mitgebracht. Den Tisch hat er schon gedeckt. Mit Bläcky hat er nicht gehen müssen, der ist mit mir gereist   ,kann Ihn ja nicht mehr alleine  lassen .Es hat mich gefreut, bedient zu werden. Nach dem Essen hat er wieder die „Stalkerin“ gefahren, was mich sowieso nervt. Am Nachmittag habe ich sauber gemacht, bin mit Bläcky raus und habe relaxt. Ich freue mich, wenn ich ein Nickerchen halten kann. Vor der „Stalkerin“ habe ich bis am Abend Ruhe, bis sie von der Arbeit nach Hause kommt. Dann geht das Theater wieder los. "Kannst Du mir eine Wäsche besorgen?" fragt Sie, da ich ja eine eigene Waschmaschine besitze. Ich habe ihr geantwortet, dass ich am Abend wegen den Mietern, die unter mir wohnen, keine Wäsche wasche. Es ist bereits so weit, dass ich jedes Mal erschrecke, wenn es klopft, oder wenn sie die Türklinke drückt. Die Klingel habe ich ja abgestellt. Charly hat ihr gesagt, sie solle mich nicht mehr belästigen. Ich hoffe, sie kapiert das endlich. Sonst muss ich hier ausziehen.

Und prompt: Heute Abend hat sie zweimal angerufen und gefragt, ob sie mich belästigt. Sie weiss gar nicht, was sie macht. Ich habe ihr gesagt, dass ich meine Ruhe haben will. Nachher gab sie Ruhe und ich habe einen schönen Film angeschaut. Später bin ich noch mit Bläcky raus und dann in die Haja, es ist Zeit dazu gewesen. Im Bett habe ich noch das Wunschkonzert im Radio Fribourg angehört. Gute Nacht.

 

20.Januar 2011
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199.  20.Januar 2011
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Donnerstag, 20. Januar 2011

Ich bin nicht gut aufgestanden. In der Nacht hat es zweimal geklopft. Es muss die „Stalkerin“ gewesen sein. Ich habe nicht nachgeschaut, denn es war ja 24 Uhr, respektive 1.30 Uhr. Das bringt mich noch auf die Palme. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky in den Wald spaziert und habe mich gefreut, in der Natur zu sein und mit Bläcky zu spielen, so weit es geht. Er ist ja fast blind. Um 13.30 Uhr bin ich mit Charly Mittagessen gegangen. Er hat wieder die „Stalkerin“ fahren müssen. Für den nächsten Tag hat er noch 1 Schweinsbraten zum Kochen mitgebracht. Er isst gerne Kartoffelstock dazu. Heute haben wir Curry-Geschnetzeltes mit Reis und einem grünen Salat gegessen. Es hat fein geschmeckt. Es ist mir gut gelungen.

Am Nachmittag ist Charly mit mir in das Freiburger Oberland ausgefahren, nach Dentlingen. Wir haben in einem Restaurant einen feinen Kaffee getrunken. Es war ganz gemütlich und vor allem hatten wir Ruhe, einfach Ruhe, draussen in der Natur. Bläcky hat auch mitfahren dürfen. Das war ein Aufsteller. Um 17 Uhr hat uns Charly nach Hause gebracht. Er hat dann noch einen Auftrag ausführen müssen, denn ein Kollege wollte nach Hause gefahren werden. Er hat mit seinem Auto Pech gehabt. Ich habe mir einen schönen Abend gemacht. Am liebsten sehe ich Heimatfilme. So habe ich einen schönen Film angeschaut und wie immer alles fein säuberlich in mein Tagebuch geschrieben. Es wird meistens 1 Uhr, bis ich ins Bett gehe. Mit "Büebu" bin ich noch schnell raus und dann ab ins Bett.

21.Januar 2011
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200.  21.Januar 2011
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Freitag, 21. Januar 2011

Welch schöner Tag. Die Sonne lacht zum Fenster rein, der Schnee fängt an zu schmelzen. Ich glaube, es wird Frühling. Ich werde jäh aus meinen schönen Träumen gerissen. Die „Stalkerin“ hat mich angerufen. Sie meinte, sie müsse zum Arzt, es ginge ihr ganz schlecht. Sie müsse dringend zum Arzt gefahren werden. Das war auch wieder ein Vorwand, denn zum Arzt dauert ihr Weg fünf Minuten zu Fuss. So ein Theater! Ich weiss nicht, was ich machen soll. Es hört nie auf, dieses Theater. Ich habe dann gefrühstückt und bin mit Bläcky raus aus dem Haus. Ich muss weggehen, in den Camp, wenn ich meine Ruhe haben will. So geht das nicht mehr weiter. Ich kann mich aber auch nicht verstecken, denn das ist ja mein Leben.

Im Camp habe ich meine Ruhe gefunden. Denn da weiss sie nicht, wo ich wohne. Noch nicht. Das ist meine Insel. Charly ist auch in den Camp gekommen und wir haben eine Lasagne gegessen. Am Nachmittag, als Charly einen Auftrag erledigt hat, bin ich zu meiner Tochter nach Düdingen gefahren. Ich bin voll Unruhe gewesen, denn ich weiss nicht mehr, wie das weitergehen soll. Bei meiner Tochter war es gemütlich und Charly ist später, nach seinem Auftrag, auch noch vorbei gekommen. Das hat mir gut getan. Der Abend ist so, wie meistens verlaufen. Ich habe mit Charly etwas gegessen, dann hat er arbeiten müssen. Bläcky und ich sind zu Hause gewesen und haben uns einen schönen Abend gemacht. Es war ruhig, ohne Zwischenfälle. Um 1 Uhr bin ich ins Bett gegangen. Charly hat während seinen Bestellungen angerufen noch ein paar Mal und gute Nacht gewünscht. Ich wünschte ihm gute Fahrten. Es ist so schön, jemanden zu haben, der einem den Rücken stärkt. Schlafet guet, guet Nacht.

22.Januar 2011
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201.  22.Januar 2011
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Samstag, 22. Januar 2011

Um 8 Uhr bin ich aufgestanden und habe Katzenwäsche gemacht, um mit Bläcky raus zu gehen. Er hat dringend sein Geschäft erledigen müssen und hat „nervöselet“. Danach habe ich gut gefrühstückt und einen feinen Kaffee dazu getrunken. Am Vormittag bin ich einkaufen gefahren, das muss ja auch sein. Um 12.30 Uhr bin ich zurück gekommen, habe aber immer noch nichts von Charly gehört. Er ist ja letzte Nacht bis um 4.30 Uhr mit seinem Taxi unterwegs gewesen. Da wird es meistens 15 Uhr bis 16 Uhr, bis er zu mir kommt. Das ist manchmal sehr langweilig. An dem Tag, an dem die Allgemeinheit ,das Wochenende  geniesst, bin ich sehr viel allein. Zum Glück habe ich Bläcky, sonst wäre das sehr einsam. Wenn ich Glück habe, meldet sich Charly so um 13 Uhr und bis er dann noch in die Gänge kommt und wach ist, dauert es. Wenn meine Tochter Zeit hat, besucht Sie mich am Sonntagmorgen. Das ist immer ein Aufsteller. Zum Mittag- und Nachtessen reicht es dann und meistens schon während dem Essen muss er wieder losfahren. Es ist eigentlich ein unruhiges Leben, das ein Taxifahrer hat. Manchmal wieder muss er stundelang warten. Ich bekomme das alles mit, denn er ruft mich zwischendurch an. So weiss ich immer, wie es ihm geht. Ja, die Samstagabende verbringe ich alleine. Zum Glück gibt es Fernsehen, das bringt etwas Unterhaltung in mein Leben. Ich habe einen Film von Rosamunde Pilcher gesehen. Das sind landschaftlich so schöne Filme, bei denen ich mich richtig zu Hause fühlen kann.

Um 1 Uhr bin ich ins Bett geschlüpft, nachdem ich mich noch von meinem Taxifahrer verabschiedet habe. Guet Nacht zäme.

 

23.Januar 2011
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202.  23.Januar 2011
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Sonntag, 23. Januar 2011

Aufgestanden bin ich um 8 Uhr und habe sofort auf Facebook nachgeschaut, ob mein Schatz auch gut zu Hause angekommen ist. Da schreibt er immer, um welche Zeit bei ihm Feierabend gewesen ist. Ich bin mit Bläcky spazieren und die Natur geniessen gegangen. Es hat geschneit: Die ganze Landschaft sieht wie über pudert aus, herrlich zum Spazieren. Ich habe meine Moonboots anziehen müssen, damit ich keine kalten Füsse gekriegt habe. Zu Hause angekommen, hat das Warten auf Charly angefangen. Heute ist ja Sonntag. Das wäre sein freier Tag und der wäre auch für mich reserviert. Aber meistens wird es 16 Uhr, bis unser Sonntag beginnt. Ich begreife ja, dass er ausschlafen muss. Wenn er schliesslich da ist, geniessen wir unseren halben Tag und die Nacht. Wir essen etwas Feines, meistens ein Fondue. Das ist schnell gemacht und wir essen diese Spezialität sehr gerne. Nach einem schönen Spaziergang mit Bläcky trinken wir noch ein Gläschen Wein, hören schöne Musik auf Radio Fribourg und geben heute einen Wunsch auf. Wir möchten: „Rot, rot Blühen die Rosen“ von Semino Rossi hören.

Wir haben im Fernsehen noch Giaccobo-Müller geschaut. Das ist eine etwas andere Sendung, in der es etwas zu Lachen gibt. Wir sind um ungefähr 1 Uhr zu Bett gegangen.

 

Montag, 24. Januar 2011·

Um 5 Uhr musste Charly aufstehen. Wir· haben zusammen einen Kaffe getrunken. Nun gehts auf die Piste, um einen Auftrag zu erledigen. Ich gehe wieder ins Bett, um zu träumen. Schlafet guet.

Später hat der Tag gut angefangen. Ich bin mit Bläcky raus aus dem Haus und in  Ruhe spaziert. Es freut mich immer, wenn ich meine Nachbarin mit ihren Kindern sehe. Sie winken mir zu und das stellt auf. Kinderlachen, Freude, Herzlichkeit, was gibt es noch schöneres auf der Erde. Um 10 Uhr bin ich wieder in die Wohnung zurückgekommen und habe vom Sonntag her aufgeräumt. Es war die Maschine auszuräumen, Staub zu saugen, ich habe abgestaubt. Ja, das bisschen Haushalt macht sich von ganz allein, sagt mein Mann -. Ja, Charly hat dann angerufen und mitgeteilt, er hätte eine Fahrt ins Spital Tafers. Das heisst, dann wird das wieder 13.30 Uhr, bis wir essen können. Ich bin ja flexibel. Am Nachmittag haben wir ein Mittagsschläfchen gehalten. Ich brauche meine Ruhephase. Ein halbe Stunde reicht mir. Dann bin ich wieder fit, um etwas zu unternehmen. Danach sind wir in den Camp gefahren, um mit Bläcky zu spazieren. Wir haben dabei die Basler getroffen, nämlich Markus mit seiner Mutter Dorli. Wir haben ein gutes Gespräch gehabt, Kaffee getrunken und schon ist Charly wieder aufgebrochen. Er hat von Schmitten nach Marsens fahren müssen. Nach Marsens hat er einen jüngeren Mann gebracht, der mit seinen Leben nicht zurecht  kommt. Ich bin dann mit Bläcky alleine spazieren gegangen und der Tag war schon fast vorbei. Als ich nach Hause gekommen bin, hat mich noch eine liebe Nachbarin besucht, um zu fragen, ob ich mich in der neuen Wohnung gut eingelebt habe. Von Charly habe ich um 20 Uhr noch etwas gehört. Er hat zu tun gehabt und ich habe mir einen schönen Abend bereitet. Um 23 Uhr habe ich Charly gute Nacht gesagt, das hat mich gefreut.

 

 

Dienstag, 25. Januar 2011

Ich bin früh mit Bläcky spazieren gegangen. Um 9.30 habe ich in Münchenbuchsee bei meiner Schwester Yoga gehabt. Yoga ist gut für meinen Körper. Ich mache nur die Übungen, die meine Gelenke aushalten. Wir sind wie eine grosse Familie. Ich bin wohl die Älteste, aber immer noch sehr gelenkig. Heute kann ich noch den Spagat. Den brauche ich im Yoga aber nicht. Bläcky hat im Auto gewartet und grosse Freude gezeigt, als ich zurück gekommen bin. Meine Schwester hat mich zum  Mittagessen eingeladen. Wir haben viel gelacht, über Gott und die Welt. Um 13.30 Uhr bin ich dann wieder in meiner Wohnung gewesen. Auch Charly war da. Später hat er die „Stalkerin“ fahren müssen und schon war er wieder weg mit ihr. Am Nachmittag ist er dann noch mal gekommen. Nun hat er mit mir geübt, mit dem Laptop umzugehen. Das hat Spass gemacht. Am Abend habe ich fern gesehen und bin dann mit den Hühnern ist Bett. Es war ein strenger Tag, danke schön.

 

  1. bis 29. Januar 2011

Heute bin ich früh aufgewacht. Ich wusste, dass der Charly die ganze Nacht unterwegs gewesen ist. Er ist ja jetzt mein Lebensinhalt. Es ist so schön, wenn ich jemanden habe, der sich um mich sorgt. Ich aber mache mir auch Sorgen um ihn, denn ich weiss ja, dass er die ganze Zeit als Taxifahrer unterwegs ist. Seine Besuche sind für mich immer eine Freude. Etwa 6-mal habe ich ihn auf drei Nummern angerufen und dann nach 2 1/2 Stunden doch erreichen können. Er hat geschlafen, denn den letzten Fahrgast hatte er um 6.00 Uhr zur Arbeit gebracht. Das ist sein Job.

Meine Tochter  chattet  gerne mit mir. Jeder ihrer Anrufe freut mich. Mein Leben wäre ohne sie und die Enkelkinder leer. Und jetzt, wo ich auch ein bisschen gelernt habe, wie ich mit dem Laptop mit meinen Freunden chatten kann, bin ich nicht mehr so alleine. Der Charly ist dann zum Mittagessen gekommen. Ich habe es genossen wusste aber, dass der Taxidienst gleich weiter geht. Vorher hat er im Wohnzimmer noch etwas geschlafen und wir sind mit Hund Bläcky etwas spazieren gegangen. Um 18.00 Uhr hat er wieder eine Bestellung nach Fribourg gehabt, dann hat er die ganze Nacht fahren müssen. Er hat mich zwischendurch angerufen und mir erzählt, was alles er noch fahren müsse. Um 1.00 Uhr hat er das letzte Mal angerufen. Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt ins Bett gehe. Es ist das erste mal gewesen, dass er am Sonntagmorgen zu mir gekommen ist, um sich bei mir auszuruhen, nachdem er jemanden zur Arbeit gebracht hatte. Denn er hat gewusst, dass er sonst wieder 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr würde, bis er zu mir kommt und der Sonntag, der wäre für mich reserviert. Er schaltet seine 3 Handys aus. Aber eben, der Sonntag beginnt für uns oder für mich erst am Nachmittag um 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Abend ist immer schön. Wir kochen etwas Feines, trinken auch mal eine gute Flasche Wein und geniessen den Abend zusammen. Dann bleibt er auch bei mir.

 

 

  1. Januar.

Meine Tochter ist am Sonntag auch bei mir auf Besuch gewesen. Sie ist mein Sonnenschein und durch Sie habe ich auch Charly kennen gelernt, über  Facebok , Wir lieben uns so, wie es ist. Ich habe über 14 Jahre lang eine Beziehung mit "Dölf“ gelebt. Die letzten Jahre waren ausschliesslich mit seiner Betreuung ausgefüllt, krank, traurig, verzweifelt. Ich habe funktioniert, so gelebt, und 13 Kilo abgenommen. Das Leben war ausgefüllt mit Fahrten ins Intensivspital und mit dem Hund Spazieren. Zum Essen hat die Zeit nicht mehr gereicht. Dann folgte der Zusammenbruch, der Notfall, und schliesslich habe ich „Dölf“ zu Hause gehegt, gepflegt, ihn zur Chemotherapie gefahren, zum Arzt, ins Spital, in die Intensivstation. Man macht das alles wie eine Maschine, die noch Benzin hat. Zum 4. Mal 2009 wurde er in den Notfall eingeliefert.

Er durfte sterben am 14. Oktober. Sein Leiden hatte ein Ende. Um 10.30 Uhr ist er eingeschlafen. Meine Tochter war dabei. "Dölf" konnte, durfte gehen. So hat er sich das gewünscht. Und ich konnte wieder anfangen zu leben, leben, leben. 

 

 

  1. Januar

Am Sonntagabend bin ich das erste Mal mit dem Charly in einem Mac Donald

gewesen, Cheeseburger und Pommes frites essen. Essen einfach ohne Etikette,

drauflos mampfen. Es ist sehr gut gewesen und es hat Spass gemacht, aus Karton raus Frites zu essen, von Hand ohne Messer und Gabel zu speisen und aus einem Papierbecher Cola zu trinken. Es ist einfach etwas Neues, hat Spass gemacht. Die Jacke auf den Stuhl nebenan zu legen und los ging’s ohne auf die Bedienung zu warten. Mann-Frau bedient sich ja selbst. Ja, ich muss noch etwas schreiben Die Tische waren beim WC-Eingang, aber das Geläuf hat mich nicht gestört. Hauptsache, das Essen war super-fein genug. Ich möchte es nur nicht jeden Tag, denn ich koche auch gerne selber.

In meiner Küche bereite ich das Essen nicht mit viel "Schnick- Schnack", sondern einfach. Es ist auch eine Kunst, mit weniger etwas Gutes zu kochen. Das mache ich auch und so habe ich wieder ein Ziel mit dem Charly zusammen. Er ist 20 Jahre jünger, na und?

 

24.Januar 2011
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203.  24.Januar 2011
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Montag, 24. Januar 2011·

Um 5 Uhr musste Charly aufstehen. Wir· haben zusammen einen Kaffe getrunken. Nun gehts auf die Piste, um einen Auftrag zu erledigen. Ich gehe wieder ins Bett, um zu träumen. Schlafet guet.

Später hat der Tag gut angefangen. Ich bin mit Bläcky raus aus dem Haus und in  Ruhe spaziert. Es freut mich immer, wenn ich meine Nachbarin mit ihren Kindern sehe. Sie winken mir zu und das stellt auf. Kinderlachen, Freude, Herzlichkeit, was gibt es noch schöneres auf der Erde. Um 10 Uhr bin ich wieder in die Wohnung zurückgekommen und habe vom Sonntag her aufgeräumt. Es war die Maschine auszuräumen, Staub zu saugen, ich habe abgestaubt. Ja, das bisschen Haushalt macht sich von ganz allein, sagt mein Mann -. Ja, Charly hat dann angerufen und mitgeteilt, er hätte eine Fahrt ins Spital Tafers. Das heisst, dann wird das wieder 13.30 Uhr, bis wir essen können. Ich bin ja flexibel. Am Nachmittag haben wir ein Mittagsschläfchen gehalten. Ich brauche meine Ruhephase. Ein halbe Stunde reicht mir. Dann bin ich wieder fit, um etwas zu unternehmen. Danach sind wir in den Camp gefahren, um mit Bläcky zu spazieren. Wir haben dabei die Basler getroffen, nämlich Markus mit seiner Mutter Dorli. Wir haben ein gutes Gespräch gehabt, Kaffee getrunken und schon ist Charly wieder aufgebrochen. Er hat von Schmitten nach Marsens fahren müssen. Nach Marsens hat er einen jüngeren Mann gebracht, der mit seinen Leben nicht zurecht  kommt. Ich bin dann mit Bläcky alleine spazieren gegangen und der Tag war schon fast vorbei. Als ich nach Hause gekommen bin, hat mich noch eine liebe Nachbarin besucht, um zu fragen, ob ich mich in der neuen Wohnung gut eingelebt habe. Von Charly habe ich um 20 Uhr noch etwas gehört. Er hat zu tun gehabt und ich habe mir einen schönen Abend bereitet. Um 23 Uhr habe ich Charly gute Nacht gesagt, das hat mich gefreut.

 

 

 

25.Januar 2011
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204.  25.Januar 2011
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Dienstag, 25. Januar 2011

Ich bin früh mit Bläcky spazieren gegangen. Um 9.30 habe ich in Münchenbuchsee bei meiner Schwester Yoga gehabt. Yoga ist gut für meinen Körper. Ich mache nur die Übungen, die meine Gelenke aushalten. Wir sind wie eine grosse Familie. Ich bin wohl die Älteste, aber immer noch sehr gelenkig. Heute kann ich noch den Spagat. Den brauche ich im Yoga aber nicht. Bläcky hat im Auto gewartet und grosse Freude gezeigt, als ich zurück gekommen bin. Meine Schwester hat mich zum  Mittagessen eingeladen. Wir haben viel gelacht, über Gott und die Welt. Um 13.30 Uhr bin ich dann wieder in meiner Wohnung gewesen. Auch Charly war da. Später hat er die „Stalkerin“ fahren müssen und schon war er wieder weg mit ihr. Am Nachmittag ist er dann noch mal gekommen. Nun hat er mit mir geübt, mit dem Laptop umzugehen. Das hat Spass gemacht. Am Abend habe ich fern gesehen und bin dann mit den Hühnern ist Bett. Es war ein strenger Tag, danke schön.

 

28. bis 29.Januar 2011
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205.  28. bis 29.Januar 2011
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  1. bis 29. Januar 2011

Heute bin ich früh aufgewacht. Ich wusste, dass der Charly die ganze Nacht unterwegs gewesen ist. Er ist ja jetzt mein Lebensinhalt. Es ist so schön, wenn ich jemanden habe, der sich um mich sorgt. Ich aber mache mir auch Sorgen um ihn, denn ich weiss ja, dass er die ganze Zeit als Taxifahrer unterwegs ist. Seine Besuche sind für mich immer eine Freude. Etwa 6-mal habe ich ihn auf drei Nummern angerufen und dann nach 2 1/2 Stunden doch erreichen können. Er hat geschlafen, denn den letzten Fahrgast hatte er um 6.00 Uhr zur Arbeit gebracht. Das ist sein Job.

Meine Tochter  chattet  gerne mit mir. Jeder ihrer Anrufe freut mich. Mein Leben wäre ohne sie und die Enkelkinder leer. Und jetzt, wo ich auch ein bisschen gelernt habe, wie ich mit dem Laptop mit meinen Freunden chatten kann, bin ich nicht mehr so alleine. Der Charly ist dann zum Mittagessen gekommen. Ich habe es genossen wusste aber, dass der Taxidienst gleich weiter geht. Vorher hat er im Wohnzimmer noch etwas geschlafen und wir sind mit Hund Bläcky etwas spazieren gegangen. Um 18.00 Uhr hat er wieder eine Bestellung nach Fribourg gehabt, dann hat er die ganze Nacht fahren müssen. Er hat mich zwischendurch angerufen und mir erzählt, was alles er noch fahren müsse. Um 1.00 Uhr hat er das letzte Mal angerufen. Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt ins Bett gehe. Es ist das erste mal gewesen, dass er am Sonntagmorgen zu mir gekommen ist, um sich bei mir auszuruhen, nachdem er jemanden zur Arbeit gebracht hatte. Denn er hat gewusst, dass er sonst wieder 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr würde, bis er zu mir kommt und der Sonntag, der wäre für mich reserviert. Er schaltet seine 3 Handys aus. Aber eben, der Sonntag beginnt für uns oder für mich erst am Nachmittag um 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Abend ist immer schön. Wir kochen etwas Feines, trinken auch mal eine gute Flasche Wein und geniessen den Abend zusammen. Dann bleibt er auch bei mir.

30.Januar 2011
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206.  30.Januar 2011
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  1. Januar.

Meine Tochter ist am Sonntag auch bei mir auf Besuch gewesen. Sie ist mein Sonnenschein und durch Sie habe ich auch Charly kennen gelernt, über  Facebook , Wir lieben uns so, wie es ist. Ich habe über 14 Jahre lang eine Beziehung mit "Dölf“ gelebt. Die letzten Jahre waren ausschliesslich mit seiner Betreuung ausgefüllt, krank, traurig, verzweifelt. Ich habe funktioniert, so gelebt, und 13 Kilo abgenommen. Das Leben war ausgefüllt mit Fahrten ins Intensivspital und mit dem Hund Spazieren. Zum Essen hat die Zeit nicht mehr gereicht. Dann folgte der Zusammenbruch, der Notfall, und schliesslich habe ich „Dölf“ zu Hause gehegt, gepflegt, ihn zur Chemotherapie gefahren, zum Arzt, ins Spital, in die Intensivstation. Man macht das alles wie eine Maschine, die noch Benzin hat. Zum 4. Mal 2009 wurde er in den Notfall eingeliefert.

Er durfte sterben am 14. Oktober. Sein Leiden hatte ein Ende. Um 10.30 Uhr ist er eingeschlafen. Meine Tochter war dabei. "Dölf" konnte, durfte gehen. So hat er sich das gewünscht. Und ich konnte wieder anfangen zu leben, leben, leben. 

 

31.Januar 2011
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207.  31.Januar 2011
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  1. Januar

Am Sonntagabend bin ich das erste Mal mit dem Charly in einem Mac Donald

gewesen, Cheeseburger und Pommes frites essen. Essen einfach ohne Etikette,

drauflos mampfen. Es ist sehr gut gewesen und es hat Spass gemacht, aus Karton raus Frites zu essen, von Hand ohne Messer und Gabel zu speisen und aus einem Papierbecher Cola zu trinken. Es ist einfach etwas Neues, hat Spass gemacht. Die Jacke auf den Stuhl nebenan zu legen und los ging’s ohne auf die Bedienung zu warten. Mann-Frau bedient sich ja selbst. Ja, ich muss noch etwas schreiben Die Tische waren beim WC-Eingang, aber das Geläuf hat mich nicht gestört. Hauptsache, das Essen war super-fein genug. Ich möchte es nur nicht jeden Tag, denn ich koche auch gerne selber.

In meiner Küche bereite ich das Essen nicht mit viel "Schnick- Schnack", sondern einfach. Es ist auch eine Kunst, mit weniger etwas Gutes zu kochen. Das mache ich auch und so habe ich wieder ein Ziel mit dem Charly zusammen. Er ist 20 Jahre jünger, na und?

 

01.Februar 2011
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208.  01.Februar 2011
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  1. Februar

Am Morgen hat der Taxichauffeur viele Termine gehabt und für mich ist Montag, Arbeitstag, gewesen.

Ich habe immer etwas zu tun. Da sind ja eine 3 ½ Zimmerwohnung, die geputzt werden muss und meine Orchideen wollen gepflegt werden. Mit Bläcky gehe ich mindestens 4-5 Mal am Tag raus. Es hüpft niemand so hoch, wie mein Hund, wenn ich etwas später nach Hause komme. Er zeigt auch Freude und muntert mich auf, wenn ich traurig bin. Das gibt es auch bei mir. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Der Taxichauffeur ruft aber öfters an, mein Leben ist ruhiger geworden. Und so geht es weiter. Morgen ist ein neuer Tag. Das Leben geht weiter, weiter.

 

 

02.Februar 2011
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209.  02.Februar 2011
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  1. Februar

Dienstag habe ich Yoga. Yoga gibt mir die Kraft, mein Leben lebenswert zu führen, die innere Ruhe zu finden und 1 Stunde nur für mich und meinen Körper da zu sein. Ich kann dabei negative Gedanken ausblenden. Die gute Yogalehrerin, meine Schwester Verena, hilft mir dabei. Ihre Stimme, ihr Einfühlungsvermögen, macht mich stark. Ich will leben, das Leben geniessen, da sein. Schönes Leben, ohne Sorgen, ohne negativen Seiten und wenn doch, abschalten, weitermachen.

Der Taxichauffeur hat vergessen, dass ich im Yoga bin und hat mich 3 Mal angerufen, hat sich um mich gesorgt. Das war ja noch nie da, dass ich einen Anruf von ihm nicht angenommen habe. Er ist dann auch in meine Wohnung gefahren, er hat einen Schlüssel zur Tür, und hat dann gesehen, dass alles okay ist. Das heisst, Hund Bläcky nehme ich immer im Auto mit, wenn es nicht kalt ist. Er hat immer noch Verlustängste seit „Dölf’s“ Tod. Dann wusste der Taxichauffeur, dass ich ins Yoga gefahren bin. Er muss sich aufgeregt haben, aber für mich ist das etwas Neues, Schönes gewesen. Jetzt hat mich jemand „vermisst“, dass ist jahrelang nicht mehr passiert! Ich konnte gar nichts mehr für mich unternehmen, vorher. Meine Tochter lässt auch nicht locker, wenn ich ihren Anruf nicht entgegen nehme. Schön, wenn man vermisst wird, aber es muss nicht sein.

 

03.Ferbruar 2011
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210.  03.Ferbruar 2011
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  1. Februar

Heute habe ich eine Überraschung erlebt. Der Taxichauffeur ist früh zu mir gekommen. Als er mich angerufen hat, hat er gemerkt, dass es mir nicht so gut geht und hat mich besucht. Da habe ich mich gefreut, dass doch jemand nach mir fragt. Er ist dann zum Mittagessen da geblieben und hat mich zum Nachtessen eingeladen. Nun sind wir Kebab essen gegangen, das war fein. Es ist das er erste Mal, ich bin es ja nicht gewöhnt, Fastfood zu essen. Es ist schon schön gewesen, eingeladen zu werden und mich bedienen zu lassen. Der Taxichauffeur hat mich nach Hause gebracht, denn er musste arbeiten, hatte eine Bestellung.

04.Februar 2011
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211.  04.Februar 2011
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  1. Februar 2011

Am Donnerstag ist meine Tochter mit Wasco und Dana, den Hunden, bei auf einen Kaffee gekommen. Bläcky hat sich gefreut. Wir haben Cremeschnitten gegessen. Der Taxichauffeur ist bei mir gewesen. Tochter hat frei gehabt. Sie hat einen neuen Job. Freue mich jeden Tag, wenn jemand kommt. Die Nachbarin ist mit Skyri, ihrem Hund, auch mit mir und Bläcky spazieren gegangen. Und am Nachmittag bin ich noch in den Camp gefahren.

Da habe ich immer die Chance mit jemandem zu reden. Die italienischen Campnachbarn, Renata und Nino sind über 80-jährig und 90jährig, kommen jeden Tag, um ihre Katze und die herrenlose Katze zu füttern. Auch meine beiden besten Freunde Heidi und Sepp sind da gewesen. Sie haben ja keinen festen Wohnsitz, aber im Camp darf man im Winter nicht bleiben. So treffe ich immer jemanden, und wenn ich Bläcky nicht hätte, wäre ich eigentlich alleine. Mit ihm muss ich raus, spazieren und so geht es mir auch gut. Meistere mein Leben.

Der Taxichauffeur kommt natürlich auch jeden Tag. So ist mein Leben zum Teil ausgefüllt. Aber eben, ein bisschen einsam ist es trotzdem, wenn man einen Partner verliert, und plötzlich alleine ist. Man hat eine lange Zeit, nur noch ein Schuh am Fuss, der andere ist leer. Es herrscht eine grosse Leere. Man versucht, das alles zu meistern, so gut es geht. Es geht fast gar nicht, zu einsam ist es. Alles vermisst man die Apparate, das Gestöhne, die Schreie. Obwohl es sehr schlimm war, hat man eine Aufgabe gehabt und das war, zu helfen. Das habe ich gemacht, bin aber krank geworden.

 

 

05.Februar 2011
Seite 212
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212.  05.Februar 2011
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  1. Februar

Es herrscht Stress für den Taxichauffeur, da bin ich im 2. Glied. Er muss ja arbeiten, fahren, Geld verdienen und ich warte manchmal stundenlang. Freitag: Nacht-Tag-Samstag: Nacht-Tag. Immer ist er am Arbeiten. Zwischendurch macht er eine Pause um zu Mittag zu essen. Aber er ist immer auf Trab. Ich muss mitlernen, weil ich ja 14 Jahre mit „Dölf“ zusammen gewesen bin und er mich mit Afrikaferien verwöhnt hat. Über Weihnachten verbrachten wir 2-3 Monate, die Winterferien, an der Wärme. Es war eine wundervolle Zeit. Nun ist eine neue Ära. Das Leben geht weiter, weiter.

Ich versuche, es so weiter zu leben, wie vorher mit „Dölf“. Das geht aber nicht. Es ist ein neuer Anfang. Ich hoffe, ich finde den Weg, der mir die Kraft gibt, mit dem Taxichauffeur neu zu beginnen. Ich kann das schaffen, soweit mich meine Beine tragen, so weit mein Herz noch schlägt, so Gott will. Ein neues Leben . Ich weiss, ich bin stark, aber sehr viele Tränen fliessen immer dann, wenn ich alleine bin und mit niemandem reden kann. Dann ist es sehr schwer, weiter zu machen. Dank Hund Bläcky schaffe ich das. Ich weiss, er braucht mich. Er hat nur noch 1 Auge. Zusammen sind wir stark. Mit drei Augen schaffen wir das.—

Der Taxichauffeur hat Bläcky auch in sein Herz geschlossen. Ich geniesse diese Zeit so lange, es geht.

 

08.Februar 2011
Seite 213
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213.  08.Februar 2011
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  1. Februar.

Ich bin wie jeden Dienstag ins Yoga gegangen. Ich war um 10.30 Uhr wieder zu Hause, habe dann mit dem Taxichauffeur telefoniert. Er ist zum Mittagessen gekommen. Am Nachmittag haben wir eine Fahrt ins Blaue unternommen. Das

heisst, ich bin bei ihm zu Hause gewesen. Dort habe ich sein Bett frisch bezogen und er hat "Gruntsch", das ist ein Uebername für eine faule Ente, die „Flunder“, noch nach Fribourg führen müssen. Das stresst mich ein wenig. Denn diese Frau ist 46  Jahre jünger, als ich und lässt sich chauffieren, als wäre sie die „Königin". Ich gönne dem

Taxifahrer die Einnahmen von dieser Frau. Aber 3 bis 4-mal 20.fr Franken aus zugeben, bloss um herum kutschiert zu werden. Frage mich, ob die das auch bezahlt und wie sie es bezahlt, aber das geht mich ja nichts an,das ist sein ,,Geschäft,,

09.Februar 2011
Seite 214
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214.  09.Februar 2011
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  1. Februar 2011

Ich bin sehr oft traurig, denn der Taxichauffeur gibt mir keine "Liebe". Es findet keine

Umarmung statt, nichts ist da. Er ist 20 Jahre jünger als ich. Ich hätte so gerne ein paar Streicheleinheiten. Da ist aber gar nichts. Ich sollte es machen, ihm den Rücken kraulen. Wer macht das bei mir? Der heilige Geist. Meistens kommt er erst um 1 4.00 Uhr - 15.00 Uhr an dem Tag, den er für mich reserviert hat. Das ist Sonntag. Dann wird gegessen, das Programm ferngesehen, das er will, und etwas getrunken. Ich geniesse meistens Wein, er Whisky. Um c.a. 24.00 Uhr gehen wir ins Bett und schon schläft er wieder. Er liegt 5 Minuten im Bett und er schläft. Das ist unser Liebesleben. Ich glaube, er arbeitet zu viel. Entweder ist er von den Frauen sehr enttäuscht oder frustriert. Es ist schwierig, das zu verstehen. Ich glaube, er hat einen Mutterkomplex. Wir haben es schön zusammen. Die Tage aber, an denen andere Frauen ihren Mann zu Hause haben, gibt es nicht. Er ist dauernd auf Achse.

lch bekoche ihn, er bringt auch Fleisch oder Sonstiges mit. Er sollte aber nicht zuviel essen. Er ist zu schwer. Für mich ist die Welt sonst in Ordnung.

Ich habe es ja auch jahrelang schön gehabt, auch  mit "Dölf". Er war sehr krank.

 

11.Februar 2011
Seite 215
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215.  11.Februar 2011
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  1. Februar

Ich habe Besuch von meiner Tochter bekommen und wir haben es schön gehabt. Es freut mich immer, wenn mein Sonnenschein kommt. Dann haben wir es lustig, ich kann sehr viel lachen und mich freuen, mit den Hunden spazieren zu gehen und

über unsere Beziehungen zu reden. Im Moment geht auch bei ihr nicht alles nach Wunsch. Sie hat 2 Kinder alleine gross gezogen und nun auch noch Probleme mit ihrem Ex-Mann. Er hat kein Dach über dem Kopf und Schulden. Nun hat er sich im Camp eingeschlichen und ihn besetzt. Es ist traurig und mühevoll für meine Tochter, alles lastet auf ihren Schultern. Ich hoffe, dass Reto den Weg findet, dass er sich zurecht findet. Er ist ja der Vater meiner zwei Enkelkinder, Carmen, 18 Jahre und Luca, 17 Jahre jung. Für mich ist mein Leben durch sie nicht langweilig .

Der Taxichauffeur ist auch gekommen. Wir haben zusammen Abendbrot gegessen. Es hat ein Fondue gegeben und wir haben einen heimeligen, gemütlichen Moment verbracht. Ich bin übers Wochenende meistens alleine.

Am Samstag kommt der Taxichauffeur um 14.00 Uhr zum Mittagessen, weil er die ganze Nacht durchgearbeitet hat. Er bleibt so bis um 18.00 Uhr, dann beginnt seine Arbeit, die Leute zu fahren. Er ruft mich zwischendurch auch an um mir zu sagen, wo er gerade fährt von A nach B. Das finde ich zwar schön, ich aber bin alleine. An diesem Samstag hatte er sehr viel zu tun. Er ist die ganze Nacht gefahren und hat

am Morgen die erste Frau um 6.15 Uhr zur Arbeit gebracht.

13.Februar 2011
Seite 216
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216.  13.Februar 2011
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 13. Februar

Um 7.15 Uhr ist der Taxichauffeur dann zu mir gekommen, weil er um 11.15 Uhr den Auftrag hatte, jemanden von Bern nach Giffers zu führen. Das war am Sonntag. Am Abend ist es traut und gemütlich gewesen. Aber eben, wir haben ein bisschen geküsst und schon ist er eingeschlafen.

 

 

14.Februar 2011
Seite 217
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217.  14.Februar 2011
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  1. Februar

Am Montagabend sind wir in Fribourg aetiopisch Essen gegangen. Das war sehr fein.

Ich bin eingeladen worden. Der Taxichauffeur hat mir auch eine rote Rose zum Valentinstag geschenkt. Er gibt sich sehr Mühe, lieb zu sein.

15 und 16. Februar 2011
Seite 218
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218.  15 und 16. Februar 2011
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  1. und 16. Februar 2011

Ich hätte Yoga gehabt. Letzte Nacht hat Bläcky mich 4 Mal aufgeweckt, denn er hatte Durchfall. Ich hätte ihn nicht alleine zu Hause lassen können. Er hatte Bauchschmerzen und ich bin solidarisch mit ihm zu Hause geblieben. Mit dem Taxichauffeur habe ich gechatet. Um 11.00 Uhr habe ich fein gekocht und wir haben zusammen gegessen. Es war z'fride. Bläcky ist es dann besser gegangen und mir auch. Der Taxichauffeur hat seine Kundin "Flundere" nach Freiburg führen müssen und schon wieder bin ich alleine gewesen. Der Taxifahrer ruft mich an, fragt, wie es mir geht. Ich weiss, dass er arbeiten muss, ich bin aber pensioniert. So bin ich jedes Wochenende fast alleine. Ja, Sonntag macht er frei. Aber er kommt erst um 15.00 Uhr bis -16.00 Uhr, wenn er sich von der ganzen Nacht Taxifahren erholt hat. Ich habe es schön mit ihm und geniesse es. Er gibt sich Mühe, ist zwischendurch auch bei mir. Das ist sehr schön für mich, das freut mich. Ich habe ja Bläcky, der hinaus will, spazieren, und das ist mein Glück.

17 und 18 Februar 2011
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219.  17 und 18 Februar 2011
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  1. und 18. Februar

Ich bin früh aufgestanden. Um 6.30 Uhr bin ich wach gewesen, dann zuerst mit Bläcky hinaus, bevor ich gefrühstückt habe. Das Frühstück hat neben Anderem aus 1 Banane, 1 Passionsfrucht, bestanden. So habe ich meine Vitamine. Haushalt z4 besorgen ist für mich selbst verständlich. Auch Männerarbeiten erledige ich selbst, trotz den Schmerzen in meinen Armen. Erledige ich alles selbst. Heute habe ich viele Anrufe von Freunden bekommen und meine Tochter chatet immer zwischen 9.00 und 10.00 Uhr, um zu wissen, wie es mir geht. Sie ist mein Sonnenschein. Das ist ein Geschenk. Auch Der Taxichauffeur kommt zu mir oder ruft an. Er bringt immer etwas mit, seien es Blumen, ein Stück Fleisch, Gudi für Bläcky, Apero. Er nutzt mich nicht aus, gibt sich Mühe. Aber eben, am Abend wenn es dunkel wird, bin ich fast immer alleine. Es hat letzte Nacht jemand an der Haustüre geklingelt, um 23.00 Uhr.

19. Februar 2011
Seite 220
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220.  19. Februar 2011
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  1. Februar

Nachbarin Desiree wohnt im Parterre, mein Nachbar Ernst im Hochparterre und ich im 1. Stock. Bei uns 3 Familien hat es geläutet. Desiree hat Angst gehabt und ist zu mir gekommen. Sie ist dann auch bis 1.00 Uhr bei mir geblieben. . Nachbarin Desiree stresst mich mit SMS, Telefonanrufen, manchmal bis zu 10 Mal pro Tag. Ja, und dann ist eben niemand da, um mir beizustehen. Der Taxichauffeur hat sein Geschäft. Ich bekoche ihn, bin da, wenn er Zeit hat. Wenn er bei mir ist, kommt bestimmt die Nachbarin Desiree oder es ruft jemand an, um von A nach B. gebracht zu werden. Wenn wir aber Zeit haben, können wir sehr gut miteinander reden: Über unsere Vorgeschichten, und dann sind wir privat.

Wir haben unsere Ruhe, geniesse es. Heute ist er um 19.00 Uhr gegangen. Er hat "Flundere" chauffieren müssen. Ich weiss nicht, was Sie mit dem Taxichauffeur zu tun hat. Doch wenn sie anruft, ist er in 5 Minuten weg, um sie von A nach B zu bringen. Sie arbeitet in einem Altersheim und ist zu müde, um mit der Bahn und dem Bus zu fahren. Der Taxichauffeur ist ja da. Ich muss das akzeptieren, es ist sein Geschäft. Er sagt, er fahre gerne Taxi. Das ist ja gut so. Am Abend bin ich alleine. Er ruft oft an oder chatet mit mir. Aber die Abende sind einsam, so einsam, dass ich froh bin, dass ich Bläcky, meinen treuen Begleiter, habe. Ich will ja nicht andeuten, dass der Taxichauffeur mich vernachlässigt, aber er lässt mich 6 Tage der Woche, und die Woche hat 7 Tage, am Abend alleine. Nur von Sonntag auf Montag bleibt er bei mir. Wir gehen spät ins Bett und um 7.00 Uhr steht er auf. Und schon ist er wieder weg. Ja, aber er ist ein einfühlsamer Mensch. Ich glaube auch, dass er mich liebt. Ja, Liebe, Freundschaft ist schön, auch wenn sie nur platonisch ist.

20.Februar 2011
Seite 221
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221.  20.Februar 2011
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  1. Februar

Ich schlafe alleine, entscheide alleine, lebe alleine, bezahle alles alleine. Und so ist mein Leben nicht geplant. Ich wünsche mir, auch ein bisschen geliebt zu werden. Ich weiss, der Taxichauffeur liebt mich auf seine Art. Ich störe ihn nicht bei seinem Taxigeschäft, doch bin ich offiziell „seine Beziehung“. Was heisst Beziehung? Er kann in seinem Geschäft Leute hin und her kutschieren, ist dauernd unterwegs am Fahren oder am Schlafen. Ich stresse ihn nicht, er mich aber auch nicht. Er ist sehr lieb mit mir, möchte aber auch gerne einmal "gedrückt" werden. Er gibt sich grosse Mühe, aber ich glaube, er bringt das nicht unter einen Hut. Ich meine, eine Freundin und so. Er ist froh, dass ich schon 20 Jahre älter bin. Aber auch Liebe , Zärtlichkeit brauche ich, um atmen zu können. Ohne Liebe, ohne Freunde, ist das Leben nicht mehr lebenswert. Ich wünsche mir, nur ein bisschen zu fühlen, dass ich geliebt werde, wegen mir, meiner Person, und nicht des Geldes wegen. Ich pfeife darauf. Wie, was, wo: Ich will leben, da sein und atmen. So soll es in meinem Leben auch weitergehen. Stalker, wie Nachbarin Desiree, die mich um Geld fragen, Zehennägel schneiden, Fingernägel lackieren, Essen einkaufen, chauffieren, drücken, in der Nacht aufpassen, trösten , brauche ich nicht. Wer tröstet mich denn? Ich habe in einem Monat mehr als 60 SMS mit irgend Fragen erhalten. „Kannst Du..?“, „Machst Du…?“, „Gehst Du…?“, „Kochst Du….?“, „Bedienst Du mich?“.

Wäsche waschen, aufpassen, zum Arzt fahren, mit dem Taxichauffeur und mir Mittagessen, sich auf meiner Couch breit machen, aus den Kühlschrank holen, was man gerne haben möchte. Der Topf ist voll! Ich mag nicht mehr, will meine Ruhe haben. Und wenn der Taxichauffeur mit ihr weiterhin herumfährt, ist das das Ende: Aus und davon. Dann will ich wieder alleine sein, mit Bläcky, meinem treuen Begleiter.

21.Februar 2011
Seite 222
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222.  21.Februar 2011
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  1. Februar

Ich glaube daran, dass unsere Liebe nur platonisch ist und geniesse es die Anwesenheit des Taxichauffeurs. Das Leben geht ja weiter. Heute Abend, nachdem der Taxichauffeur weg gewesen ist, ist schon wieder Nachbarin Desiree gekommen. Sie will den Kaffee so, wie der Taxichauffeur; Sie will Cola Zero, so wie er und sie kommt immer dann, wenn er da ist. Sie lädt sich selbst zum Essen ein. Sie rennt dem Taxichauffeur hinterher, gleich hinauf mit ihm zu mir, wenn er sie nach Hause fährt. Sie wohnt im selben Eingang wie ich. Sie belagert mich, bedient sich, nimmt meinen Platz ein. Legt sich hin auf meinem Sofa und ich muss auf dem Lehnstuhl sitzen. All das habe ich jetzt unterbunden. Ich brauche kein Nebengeräusch, keine Pflege. Bin selbständig und lebe mein Leben so, wie ich das will. Dem Taxichauffeur aber ist die Fahrt wichtig, wenn sie ihn bucht; Und bei mir ist dieses Geschäft zu Ende, wenn er sie nach Hause gefahren hat. Soll sie in ihre Wohnung gehen und nicht ihm hinterher in meine Wohnung laufen. Zum Allem hinzu soll ich dann beide auch noch bedienen. Das geht zu weit. Ich habe jetzt einfach ignoriert, dass Sie geklopft, angerufen und mich belagert hat. Es ist Ruhe eingekehrt. Der Taxichauffeur hat mit ihr gesprochen. Alles, was er sagt, ist gut. Was ich will, ist meinen  Frieden.. Es ist meine Wohnung. Ich darf hier einfach meine Ruhe haben und mich freuen, wenn der Taxichauffeur kommt. Ich will niemanden da haben, wenn er mich besucht. Ich glaube, es ist jetzt dann mit dieser Belagerung, diesem Nehmen, Zerren, Klammern, Belästigen vorbei. Ich habe genug, auch wenn ich die Konsequenzen ziehen muss, ist Schluss.

22. und 23. Februar 2011
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223.  22. und 23. Februar 2011
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  1. und 23. Februar

Es gibt ein riesengrosses Problem mit meinen treuen Begleiter Bläcky. Er wird blind. Er eckt überall an. Es schmerzt so sehr in meinem Herzen, wenn er jetzt auch noch krank wird. Ich, oder wir, wussten das bereits, als wir ihn in Estavayer aus dem Tierheim geholt haben. Die Besitzer hatten ihn ja mit 7 Jahren dahin gebracht, weil sie wussten, dass er blind wird. "Dölf" und ich machten mit verschiedenen Hunden Spaziergänge. Bläcky war der einzige Hund, der nicht mit anderen Hunden raufte. So entschieden wir uns, Bläcky aus dem Tierheim zu holen. Als wir der Tierpflegerin nach dem Spaziergang sagten, dass wir diesen Hund haben möchten, erklärte sie uns, er habe Keratitis, also Hornhautverkrümmung. Und Mann-Frau könne nichts dagegen tun. Wir holten ihn zu uns. Wir mussten aber jeden Morgen und jeden Abend Tropfen in beide Augen geben. Er ist unser Liebling gewesen. "Dölf" hat ihn verwöhnt. Am Abend ging immer "Dölf" auf den letzten Rundgang. Durch den Tag war ich an der Reihe.

 

25. und 26.Februar 2011
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224.  25. und 26.Februar 2011
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  1. und 26. Februar

Immer noch dasselbe Theater mit der Nachbarin. Ich muss das unterbinden. Heute hat mich der Taxichauffeur mit einer Reise in seinem Taxi überrascht. Er ist mit mir den Weg gefahren, den ich von meinem Küchenfenster aus sehen kann .

Ich habe aber nicht gewusst, wie das Gebiet gegenüber heisst, obwohl ich seit c.a. 16 Jahren hier wohne. "Riederen" heisst das und ich habe mit ihm diese Reise gemacht. Es war ein ganz schöner Tag, voll Überraschungen von der Seite des Taxichauffeurs. Aber eben, wie es bei einem Taxifahrer ist, ruft jemand an und will gefahren werden. Und plötzlich ist alles vorbei. Nun sitze ich wieder alleine zu Hause. Der Taxichauffeur ruft mich zwar immer zwischendurch an. Die Zeit, während der wir zusammen sind, ist sehr schön. Ich geniesse das, aber eben: Alleine ist halt auch nicht schön. Das ist aber sein Taxigeschäft. Manchmal bin ich schon traurig, denn ich bin die Nummer 2. Wer ist das schon, gerne.

 

Am 26. Februar hat er einen Bekannten nach Bern bringen müssen. Nachher hat er Gipfeli gebracht und mich und Bläcky verwöhnt. Bläcky freut sich immer, wenn jemand kommt. Der Taxichauffeur ist sehr lieb mit Bläcky ,und Bläcky sucht immer seine Nähe ,um gestreichelt zu werden . Er bringt auch immer etwas. Sein Beruf ist sein Leben. Mein Leben ist, geliebt zu werden. Von Bläcky werde ich sicher geliebt, vom Taxichauffeur glaube ich auch. Aber eben, wer ist schon daran interessiert, was ich mache. Es ist einfach alles erledigt, gewaschen, versorgt. Wer sorgt für mich? Bläcky kann das nicht. Er ist blind und der Taxichauffeur, so glaube ich, ist gar nicht an einem Familienleben interessiert. Meistens bin ich diejenige, die fragt, wie es ihm geht. Manchmal kommen im Chat ganz komische Antworten, die wohl nicht für mich gedacht sind. Aber eben, man sieht nur den Menschen, der da ist. Wie, wenn, wo, was, er tut, weiss man nicht. So gehen die Tage, die Monate an mir vorbei und mein Leben soll weiter gehen, so wie ich es geplant habe.

Leben, atmen und wenn die Zeit kommt, wo ich alles alleine erledigen, alleine sorgen, mich pflegen, Bläcky pflegen, einkaufen, Rasen mähen, waschen, bügeln muss, dann ist die Zeit gekommen, wo man einen Weg findet, der zum Ziel führt. Das Ziel ist ohne Zielband: Kein Sieg, keine Lorbeeren, keine Liebe, keine Gefühle, da aufhören, wo man bei der Geburt angefangen hat. Mit atmen.

Nie werde ich das machen, mir etwas antun. Aber manchmal ist das Leben schon zum "Heulen" wenn man merkt, dass es nicht einfach ist viel alleine zu sein ,alles selbst entscheiden ,und immer nur lächeln . Alle wollen sie

die lächelnde Heidi sehen. Manchmal  bin ich sehr traurig. Freue mich am  Morgen  ,wenn ich aufstehen kann ,um mit Bläcky spazieren zu gehen ,um den neuen Tag zu begrüssen.

Ich lebe noch, habe den Krebs besiegt. Und freue mich jeden Tag,  wenn ich wieder aufstehen kann, und lebe   ,ich liebe das Leben .Morgen ist wieder ein neuer Tag,

27. Februar 2011
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225.  27. Februar 2011
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  1. Februar 2011

Bin früh aufgestanden   ,musste um 08.00 Uhr beim Chinesen sein ,diese Behandlungen tun mir sehr gut . Es tut gut die  Behandlungen .Es dauert nur eine halbe Stunde ,fühle mich aber immer besser ,wenn ich zur  Praxis rausgehe. Komme mir beflügelt vor ,es läuft alles besser, und ein werde da weitermachen .Er gibt mir Kraft und eine Beschwingtheit ,es tut meiner Seele gut. Habe  Bläcky  mitgenommen, ich kann ihn nicht alleine zu Hause lassen .Er fährt ja so gerne Auto .Um 12.00 kam Charly .Er hat ein

Poulet mit gebracht ,haben fein gegessen .Er musste die Stalkerin ,fahren um 13.15 Uhr .Ich habe einen Spaziergang mit Bläcky unternommen ,dauert ja etwas länger .weil er gar nichts  mehr sehen kann .Am Abend war Charly noch schnell da ,hatte noch Aufträge, und so war der Abend schon da. Habe noch einen schönen Film am Fernsehen geschaut .Um 24.30 ,bin ich schlafen gegangen. Ein schöner Tag ging zu Ende.

28.Februar 2011
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226.  28.Februar 2011
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  1. Februar 2011

Ein neuer Tag beginnt ,Bläcky hat mich aufgeweckt, er musste dringend raus .Habe mich warm eingepackt ,und mit meinem Hund einen grossen Spaziergang gemacht .Danach mit Charly telefoniert, er war schon unterwegs .Er musste eine Frau zur Kontrolle ins Spital  fahren .Anschliessend , etwas später hat er Gipfeli zum Frühstück gebracht. Das Mittagessen, haben wir erst um 14.30 Uhr eingenommen  diese Frau musste beim Arzt warten .Nach meinem Mittagsschlaf , musste ich zu meinem Steuerberater ,da waren wir uns noch nicht ganz einig. Meine Tochter hat auch noch nachgefragt ,was ich so machen ,arbeiten würde. Ich habe immer etwas zu tun .Ich putze meine Wohnung selber .Erledige meine Einkäufe alleine, gehe mit dem Hund Bläcky raus. Handwerken, kann ich auch wie gesagt, es ist immer Arbeit da ,wenn ich sie sehen will. Mit der Bohrmaschine komme ich auch ganz gut zurecht, habe aber auch schon einmal rückwärts gebohrt. Der Nachbar hat das  gemerkt und geklingelt, und mich darauf aufmerksam gemacht. Freue mich, dass ich so viel selber machen kann, und mit Stolz sagen darf, selbst ist die Frau. Der  Abend war gemütlich und warm in meiner Wohnung, noch mit Bläcky raus .Charly hat auch noch angerufen ,und mir eine gute Nacht gewünscht.

 

01.März 2011
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227.  01.März 2011
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  1. März 2011, Dienstag

Ich bin heute früh aufgestanden, denn ich musste ins Yoga gehen. Das tut mir immer gut. Es gibt mir die Kraft und mein positives Denken. Leider ist die Autoanfahrt etwas weit, aber das schaffe ich schon.

Bläcky und ich sind auf unserem schönen Waldspaziergang gewesen, wo ich meine Nachbarin mit ihrem Hund Jady angetroffen habe. Wir haben ein paar Worte geplaudert, dann bin ich zum Frühstücken ins Mobilheim zurück gekehrt. Ins Yoga nehme ich Bläcky immer im Auto mit. Er heult, wenn er alleine ist. Im Auto ist er still. Er muss eben jeweils 1 Stunde auf Mami warten, aber dann bekommt er immer ein Hundebisquit als Belohnung. Ich bin ja noch in der Wohnung, im Camp ist es noch zu kalt.

Es ist schön gewesen, mit den lieben Frauen Yoga zu machen. Ich bin die Älteste, freue mich aber immer auch, meine Schwester zu sehen. Sie ist die Yogalehrerin!

Wenn ich dann nach Hause komme, bin ich jeweils müde. Heute habe ich schnell etwas zu Essen bereitet: Mein liebstes Gemüse und Teigwaren mit Käse. Und ich habe danach 1 Stunde geschlafen. Bläcky hat später auch noch sein Fressen bekommen. Heute Nachmittag gehe ich in den Camp, um etwas aufzuräumen, Schnee zu schaufeln und Fenster zu putzen, damit ich meine Gardinen aufhängen kann. Es ist jetzt mit dem neuen Wintergarten schön, man kann ihn beheizen.

 

Am Mittag habe ich mit Charly Kaffee getrunken. Jetzt fängt bald das Leben B wieder an. Der Schnee ist schon beinahe weggeschmolzen und so kann man ganz gut ums Haus herumlaufen und sich an den ersten Blumen freuen. Charly hat dann wieder zur Arbeit abfahren müssen und ich habe sauber gemacht und abgewaschen. Die Nachbarn haben auch noch „Hallo“ gesagt. Am Abend bin ich wieder zu Hause gewesen. Und kaum war ich da, hat es schon geklingelt. DieStalkerin kam schon wieder. Ich mag nicht mehr!

 

 

  1. März 2011, Sonntag

Heute wird mein Bruder Walter 70 Jahre alt. Wir sind eingeladen. Am Morgen bin ich mit Bläcky raus und anschliessend habe ich am Fernsehen Skifahren geguckt. Es ist mein Fernsehsport. So geht der Sonntagmorgen schneller vorbei. Ich brauche ja nicht zu warten, bis ich etwas von Charly höre, denn ich habe vorher auch alleine gelebt. Meistens macht er mit einem Freund noch die Wochenabrechnung, dann wird es so oder so 15 Uhr bis 16 Uhr. Dann könnte unser, mein Tag, beginnen, wenn man dem so sagen kann. Das wäre eigentlich der Tag, an dem er sich freistellt. Heute sind wir bei meinem Bruder zum 70-igsten Geburi eingeladen. Um 16 Uhr, da haben wir uns schon beeilen müssen. Wir haben Bläcky mitgenommen, er hat im Auto auf uns gewartet. Es hat Fondue Chinoise gegeben. Zum Dessert haben wir eine selbstgebackene Torte von Schwägerin Asta gegessen und es ist eine schöne Geburtstagsfeier gewesen. Alle waren dabei, meine Geschwister Walter, Verena, Heinrich und Roman mit Anhang. Ein wunderschöner Tag ist zu Ende gegangen. Den Abend haben wir noch mit dem Wunschkonzert von Radio Fribourg abgeschlossen. Ich bin früh zu Bett gegangen. Tagwache wird um 5 Uhr sein: der Dienst ruft.

 

 

  1. März 2011, Montag

Ich bin um 5 Uhr aufgestanden. Charly hat einen Auftrag gehabt. Vorher habe ich Kaffe getrunken mit Charly, dann bin ich noch mal ins Huli geschlüpft. Ich habe eben noch 3 Stunden Schlaf gebraucht. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky raus und habe gepackt, denn diese Woche werde ich in den Camp zügeln. Bis ich alles, auch das, was man am meisten vergisst, wie die Tabletten und Toilettensachen, und, und, und, zusammen habe, gibt es viel zu tun.

Charly ist um 12 Uhr zum Mittagessen gekommen. Er ist nervös gewesen, hat kaum Zeit zum Essen gehabt. Der „Doggu“ Stalkerin hat ihn wieder bestellt und das nervt mich sowieso.

Ich gehe am Nachmittag noch einkaufen und gleich im Camp alles einräumen. Hilfe habe ich wenig, aber ich bin mich ja gewohnt, fast alles alleine zu arbeiten. Meine Tochter hat noch angerufen, um zu fragen, wie es mir geht. Darüber freue ich mich immer. So ist der Tag schnell vorbei gegangen. Ich habe noch schnell etwas gewaschen und die Wäsche aufgehängt. Charly hat zu tun, er hat noch angerufen. So wird heute früh Feierabend sein. Ich freue mich, eine Nacht durchzuschlafen.

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Ich habe früh aufstehen müssen und mit Bläcky gehen. Ich habe Yoga gehabt. Ich freue mich, denn ich verbinde das immer mit Besuchen von Freunden, die in dieser Gegend wohnen. Um 12.15 Uhr bin ich wieder zu Haue gewesen. Bläcky ist ja bei mir. Ich habe ein Poulet zum Mittagessen gekauft. Um 12.30 Uhr haben wir beiden essen können. Dann haben wir einen Mittagsschlaf gehalten. Den brauche ich, 30 Minuten reichen. Danach bin ich wieder fit für neue Taten. Ich bin ja daran, einzupacken und meine Wohnung sauber zu machen. Ich gehe ja, lebe ja ab Ende Woche im Camp in Thörishaus, für ca. 7 bis 8 Monate. Ich freue mich riesig. Charly hatte einen Termin mit einer älteren Dame. Sie ist 87 Jahre alt. Er muss sie mit dem Taxi in die Therapie fahren und wieder abholen. Das ist eine sehr nette Frau. Sie lebt im Altersheim, ist aber öfter sehr traurig. Man hat sie einfach versetzt, aus ihrer Wohnung geholt und ins Altersheim gebracht. Ich hoffe, dass das mit mir nicht passieren wird. Dafür werde ich schon sorgen. Ich bin sehr müde heute, ich gehe früh schlafen. Wir habe noch fein gegessen und Charly hat sich verabschiedet. Gute Nacht.

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Charly hat uns aufgeweckt. Er hat einen feinen Kaffee zubereitet. Ich habe mich an den gedeckten Tisch setzen können. Er ist auch noch mit Bläcky raus und so ist es beim Frühstück ganz gemütlich gewesen. Bläcky hat natürlich auch sein Gudi haben wollen. Wir haben noch viele Sachen in den Camp gezügelt. Charly hat geholfen. Er hat aber gleich wieder fahren müssen. Seine Kundin ist eine etwas asoziale Frau gewesen. Sie hat kein Geld, aber Taxifahren und die Preise drücken, das schon. Und manchmal reicht dann das Geld nicht mehr, um die Fahrt zu bezahlen. Diese Kunden gehören halt auch dazu. Mich nervt das, denn ich habe gelernt, nur so viel Geld auszugeben, wie man besitzt. Aber eben, heute ist das eine andere Zeit. Ich bin

später mit dem Auspacken fertig gewesen und habe noch einen grossen Spaziergang mit Bläcky gemacht. Mein Schatz ist noch schnell da gewesen, hat aber einen Gast ins Restaurant fahren müssen Dieser Mann hat Probleme mit seinen Beinen und möchte halt auch mal raus aus dem Haus. Ich habe noch einen schönen Film von Rosamunde Pilcher geschaut und bin danach ins Bettchen und husch, husch, schlafen. 

 

 

  1. März 2011, Donnerstag

Ich habe einen Anruf von meiner „Nachbarin“ Heidi erhalten, dass der Platzwart uns das Wasser aufgedreht hat. Das wird ja im Winter abgestellt. Deshalb können wir auch nicht hier wohnen. Das hat mich sehr gefreut. Ich bin mit Bläcky raus und habe anschliessen einen feinen Kaffee getrunken. Dann bin ich in den Camp hinunter gefahren, um die Wasserhahnen aufzudrehen, zu entlüften, aufzupassen, ob nicht irgendwo ein Leck ist und mein Mobilheim plötzlich unter Wasser steht. Alles ist okay. Ich habe Charly angerufen und ihn orientiert, dass ich im Camp bin. Jetzt kann es losgehen mit Wohnen, mit dem Leben in der Natur, das Blumenmeer vor meinen Füssen. Der Fluss „Sense“ plätschert dahin, das Eis, das sich im Winter gebildet hat, schmilzt und die Natur fängt an, zu erwachen. Es ist ein ganz schöner Tag gewesen. Wir haben im Camp ein Fondue gegessen und warme Füsse gehabt. Die Heizung war an. Das neue Leben, ruhig, ohne Stalkerin, kann beginnen. Welch eine Ruhe, so lässt es sich leben, das Leben geniessen, die erste Nacht im Camp auskosten. In meinem Reich. Gute Nacht.

 

 

  1. März 2011, Freitag

Ich habe sehr gut geschlafen. Bläcky ist aber am Morgen sehr nervös gewesen. Er muss sich ja wieder an etwas Neues gewöhnen und mit seiner Blindheit zu Recht kommen. Wir sind spazieren gewesen, als mich Charly mit Gipfeli überrascht hat. Er hat seinen Einstand im Camp mit seiner Präsenz erbracht. Er fühlt sich auch sehr wohl im Camp. Er sagt, dass er früher, als er mich noch nicht kannte, meistens in der Beiz war oder zu Hause. Hier haben wir alles: ein kleines privates Beizli, frische Luft, einen lieben Hund, der gerne spaziert und so lässt es sich leben.

Charly hilft auch ab und zu etwas mit, wenn Not am Mann ist. Aber am liebsten sitzt er am Computer und lernt mit mir, weil ich ja dieses Metier Komputerwelt erst jetzt gelernt habe. Vorher war ich ja mit der Pflege meines verstorbenen Mannes „Dölf“ beschäftigt. Ja, es ist schön, noch etwas dazu zu lernen. Eine neue Welt hat sich für mich aufgetan. Ich freue ich, schlafen zu gehen im Camp, wo Ruhe ist, herrlich.

 

 

  1. März 2011, Samstag

Charly ist die ganze Nacht gefahren. Er ist erst um 5.30 Uhr ins Bett gegangen. Er hat sich gestern Nacht um 24.30 Uhr noch verabschiedet und eine gute Nacht gewünscht.

Heute bin ich schlecht erwacht. Ich hatte einen Albtraum. Den habe ich ab und zu. Als in den 40er Jahren der Krieg war, musste meine Mutter immer alles verdunkeln. Und man hörte nachts die Flugzeuge, die über die Grenze flogen. Mutti hat dann immer gesagt: „Sie kommen wieder“, und meinte damit eben die Flugzeuge. Und das träume ich heute noch. Mein Vater war ja im Aktivdienst an der Grenze und meine Mutter mit 4 Kindern alleine zu Hause. Ich war damals 3 Jahre alt. Heute ist eine schöne Zeit und ich geniesse mein Leben. Es herrscht kein Krieg mehr, kein Streit. Zufrieden ist mein Leben, es ging rauf und runter. Heute geht es „obsig“.
Charly hat eine Frau nach Kloten fahren müssen. Es ist er fast 5 Stunden weg gewesen vom Fenster und wir beide alleine, Bläcky und ich. Ich habe viel gewerkelt und mich mit meinem liebsten Gemüse verwöhnt. Das sind Hörnli mit Käse. Es ist auch schön, das Leben so zu geniessen, alleine mit Bläcky. Dann schätze ich es wieder, wenn Charly da ist und Freude bereitet. Er ist noch kurz da gewesen, hat aber gleich fahren müssen. Sein Geschäft ruft.

 

 

  1. März 2011, Sonntag

Letzte Nacht ist sehr kalt gewesen. Das Thermometer ist unter Null gesunken. Ich habe meine Rosen abdecken müssen. Sonst erfrieren die Knospen. Ich habe mich warm anziehen müssen, um mit Bläcky spazieren zu gehen. Ich habe ja gewusst, dass Charly erst um 15 Uhr bis 16 Uhr bei mir sein würde. Er ist bis um 4.30 Uhr gefahren. Das heisst, dass er mindestens 12 Stunden schläft. Was macht man an einem Sonntag, wenn der Mann so lange schläft. Planen kann man ja da nichts. Ich weiss, er möchte mich besuchen. Der Schlaf ist stärker. So ist man als Frau eines Taxifahrers die meiste Zeit alleine. In der Nacht, am Tage, die Gäste haben Vorrang.

Ich bin viele Male traurig, wenn ich sehe, wie Familien zusammen etwas unternehmen. Und ich stehe am Fenster und warte. Ich möchte auch ein so schönes Leben haben, etwas planen können, eine Schifffahrt unternehmen eine Dreiseenrundfahrt. Aber das geht nicht, er ist immer sehr beschäftigt.

Die Zeit reicht selten für mich. Er muss fahren, verdienen oder nichts erhalten, das wird gemacht. Und die Alte fährt allein nach Hause.

 

 

  1. März 2011, Montag

Ja, das Leben geht weiter. Es nervt mich, dass man keine Ansprechperson hat. So lange werde ich nicht immer kuschen, denn ich habe auch ein Recht, etwas zu unternehmen und ein glückliches Leben zu führen. Wenn nur jemand Zeit hätte. Ich glaube, Charly ist so angefressen von seiner Arbeit. Ich weiss nur, dass ich mein Leben nicht einschränken werde, wenn ich etwas posten werde. Ich mache das auch weiterhin.

Am Nachmittag ist Charly gekommen. Wir haben fein gegessen, nämlich Schnipo. Das hat sehr gut geschmeckt. Ich habe mich aber beeilen müssen, die Stalkerin hat schon wieder angefragt. Wenigstens kommt sie nicht mehr in meine Wohnung. Am Nachmittag bin ich mit Packen beschäftigt gewesen. Ich halte es in dieser Wohnung fast nicht mehr aus. Ich bin mit Bläcky in den Camp gegangen, um noch fertig zu putzen. Ich habe mich gefreut, als ich die lieben Leute gesehen habe und sie mich umarmt haben. Es ist eine schöne Geste.

Ich habe die Gardinen aufgehängt und rausgeputzt. Das mache ich seit 37 Jahren meistens alleine. Am Abend haben wir noch Abendbrot gegessen und den schönen Abend zu zweit genossen. Es war ganz herrlich. Ein anstrengender Tag ist vorbei gegangen.

 

 

  1. März 2011, Dienstag

Ich habe früh aufstehen müssen und mit Bläcky raus. Anschliessend bin ich in die Yogastunde gefahren. Es bereitet mir sehr viel Spass, so liebe Menschen um mich zu haben, besonders meine Schwester Verena. Ihre ruhige Stimme lässt mich richtig in die Meditation gehen und gibt mir Kraft, weiterzuleben.

Um 11.30 Uhr bin ich wieder im Mobilheim Heidiland gewesen. Ich habe Besuch von Charly gehabt. Ich habe ein Poulet eingekauft, denn nach dem Yoga bin ich müde und mag nicht mehr noch lange Kochen. Charly ist dann noch mit Bläcky spazieren gegangen und dann haben wir einen Mittagsschlaf gehalten. Am Nachmittag hat Charly noch die Frau aus dem Altersheim in die Therapie gefahren und auch wider ins Heim zurück gebracht. Schliesslich waren noch die „Flundere“ zu fahren und am Abend der Camper. Für mich ist der Tag zu Ende gegangen. Ich habe noch ein bisschen Blumen in meinem Garten angepflanzt, Fernsehen geguckt und bin früh ins Bett. Ich bin oftmals am Abend sehr müde. Deshalb gehe ich eben etwas eher ins Bett. Ich wünsche einen guten Schlaf. Dankeschön. 

 

 

  1. März 2011, Mittwoch

Ich bin ja schon im Camp und habe viel zu tun. Zuerst bin ich mit Bläcky raus gegangen. Er will gar nicht mehr gerne raus. Das Schlimmste ist, dass ich das sehe, wie es ihm geht. Charly und meine Tochter bekommen es gar nicht mit, wie es uns geht. Es ist sehr schlimm, wenn man akzeptieren muss, dass nichts mehr hilft. Im Camp geht es ja besser. - Was heisst aber besser -. Es ist schlimm und ich weiss das. Es wird immer schlimmer. Um 10 Uhr hat Charly angerufen. Er ist mit einem Menschen beschäftigt gewesen, der Probleme mit Drogen hat und das brauche ich nun wirklich nicht mehr. Zu lange habe ich wegen meiner Tochter gelitten. Ich möchte nicht mehr darüber schreiben.

Um 12.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen und Charly hat mich aus meinem Tief heraus geholt. Am Nachmittag haben wir einen Ausflug ins Selital gemacht. Dort steht das Restaurant Schwarzenbühl, davon kannte ich den Senior Wirt. Aber auch da hat das Schicksal zugeschlagen. Der neue Chef-Junior hat mir erzählt, dass der Pappi gestorben ist. Es ist eine Superidee von Charly gewesen, mir die Welt zu zeigen: Die Welt, als alles okay war und die Blumen noch die Farben meiner Fantasie hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

02.März 2011
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228.  02.März 2011
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  1. März 2011, Mittwoch

Da war nicht viel los. Ich wollte eigentlich mit Bläcky zum Arzt. Aber ich muss sein Auge im Griff haben, sonst wird er ganz blind. Dies ist meine Aufgabe und er will nicht mehr. Jetzt fängt er auch an, auf den Rasen zu pinkeln, was er vorher nie gemacht hat. Das Komische ist, dass er die Nachbarn im Camp genau findet und weiss, wo es etwas Gutes zum Essen gibt.

Ich bin noch im Camp gewesen, um etwas sauber zu machen. Es ist so schön, den Frühling kommen zu sehen, die Schneeglöcklein, die Primeln und die Tulpen. Sie wachsen und machen aus meinem Heidiland ein Blumenparadies.

Am Mittag hat Charly ein Poulet gebracht. Ich war ja in der Wohnung, denn auch da gibt es immer etwas zum putzen. Die schöne Aussicht kann ich nur geniessen, wenn meine Fenster sauber sind, auch wenn ich dann einen Sommer lang im Camp wohne. Um 14 Uhr musste Charly wieder weg. Und Bläcky und ich haben ein Nickerchen gehalten Die Stalkerin hat sich auch wieder gemeldet. Sie hat einkaufen gehen wollen, natürlich mit mir mitfahren und von A nach B gehen. Ich habe „Nein“ gesagt. Ich bin kein Taxi und will meine Ruhe haben.

Am Abend hat Charly noch schnell mal bei mir reingeschaut und wir haben etwas Kleines gegessen. Es ist rasch gegangen, denn er hat viele Bestellungen gehabt. Ich habe danach noch einen schönen Film von Rosamunde Pilcher angeguckt, bevor ich müde ins Bett gegangen bin. Natürlich bin ich noch schnell mit Bläcky raus, aus dem Haus, und dann war Ruhe.

Ich freue mich, in meinem kuscheligen Bettchen zu schlafen und von einer anderen Welt zu träumen. Gute Nacht zusammen.

03.März 2011
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229.  03.März 2011
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  1. März 2011, Donnerstag

Ich bin sehr früh aufgestanden, denn Bläcky hatte Bauchschmerzen. Er muss irgendetwas gefressen haben. Er hat gekotzt und so habe ich ihm Tabletten gegeben und ihn gepflegt. Spazierengehen hat er auch nicht gewollt. Aber im Wald hat er dann seine Schmerzen vergessen. Er hat Rehe gesehen und geglaubt, dass er gleich schnell laufen könne. Damit ist aber nichts gewesen.

 

Charly ist um 9 Uhr mit Gipfeli vorbei gekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Er ist aber um 10 Uhr wieder weggefahren, hat eine Bestellung gehabt. Er hat einen Mann in Bern vom Bahnhof abholen und nach B zu bringen müssen.

Ich habe Zeit gehabt, Daniel anzurufen, denn er hat heute Geburtstag. Das ist ein Freund aus Basel, ein jahrelanger Bekannter. Er hat eine liebe Frau, Monika. Charly hat zum Mittagessen wieder ein Poulet gebracht (sicher? Das hat er gestern schon gemacht. Und hat er heute wirklich auch?). Um 13 Uhr sind wir fertig gewesen und er hat die Stalkerin an ihren Arbeitsplatz bringen müssen. Ich hatte nicht einmal Ruhe, wenn sie am Arbeiten war. Von dort hat sie mich dauernd mit SMS bombardiert. Es ist zum Heulen!

Am Abend bin ich alleine gewesen und die Tür war zu, die Klingel abgestellt. Ich habe mit Charly gechatet und so meinen Tag abgeschlossen. Am Fernsehen habe ich eine interessante Diskussion geschaut und um 24 Uhr bin ich ins Bett gegangen. Ich habe meine Tablette genommen, die ich brauche, weil ich Brustkrebs hatte. Die Tablette ist zum Entspannen, weil ich ja in meinen Armen Scherzen habe.

Mit Bläcky war ich noch draussen und er bekommt immer ein „Wurstrugli“ als Bettmümpfeli. Guet Nacht zäme.

 

 

04.März 2011
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230.  04.März 2011
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  1. März 2011, Freitag

In der Nacht um 3.30 Uhr ist ein Glastablar, das im Badzimmer an der Wand aufgeklebt war, runtergefallen. Das war wie ein Überfall: alles voller Gassplitter. Ich habe es aber erst am Morgen aufräumen können. Ich habe Zeitungen ausgelegt und bin wieder ins Bett geschlüpft. Von Schlafen war dann keine Rede mehr, Bläcky ist auch nervös gewesen. Und so bin ich in der Stube gewesen und habe auf den Morgen gewartet. Um 8 Uhr habe ich Charly angerufen. Als erstes habe ich ihm alles erzählt und natürlich geputzt. Als ich mit Bläcky raus gegangen bin, hat mich der Mieter, der unter mir wohnt, gefragt, was ist denn passiert letzte Nacht ? . So hat es jeder gehört. An den Reaktionen aller Mieter habe , das Geklirre hat Alle aufgeweckt . Charly ist um 10 Uhr gekommen. Er hat mich mit einer lilafarbenen Orchidee überrascht. Nach dem Essen sind wir noch mit Bläcky im Camp spazieren gegangen. Und schon hat jemand angerufen, der mit dem Charly fahren wollte.

Um 18 Uhr bin ich wieder zu Hause gewesen. Es wird Frühling, die Schneeglöcklein, Primeln, der „Seidelbast“ blühen schon im Camp. Seidenbast ist eine geschützte Pflanze. Ich habe noch meine Campernachbarn, Heidi und Sepp, und die italienischen Nachbarn, Renata und Nino, getroffen. Wir haben es ganz lustig gehabt.

Später habe ich mit meinem Schatz telefoniert. Auch er erlebt so manches mit seinen Fahrgästen. Es ist ganz interessant: Manchmal ist er auch Seelsorger. Das müsste ja nicht sein. Aber eben, viele alte Leute sind alleine und reden gern mit ihm. Er hat auch Verständnis. Um 23 Uhr haben wir uns verabschiedet. Er ist auch zu Hause gewesen, musste aber noch ein paar Mal fahren, wie das so am Freitag normal ist.

 

Für mich ist ein schöner Frühlingstag zu Ende gegangen. Ich freue mich, wieder in meinen Camp zu gehen.

 

05.März 2011
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231.  05.März 2011
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  1. März 2011, Samstag

Um ca. 8 Uhr bin ich aufgestanden und mit Bläcky raus gegangen. Da Charly meistens erst um 15 Uhr zu mir kommt, weil er ja fast die ganze Nacht gefahren ist, habe ich genug Zeit einzukaufen, den Haushalt zu besorgen, meine geliebten Orchideen zu begiessen und Telefone erledigen. Wir haben ja ein wunderbares Geschweisterverhältnis, es ist so schön.

Wir sind 5 Geschwister und noch alle da. Das ist ein Geschenk, was man gar nicht zu schätzen weiss. Das Buschtelefon läuft, wenn irgendetwas passiert. Ob positiv oder negativ, wir informieren uns per E-Mail oder Skype oder per Telefon. Wunderbar!

Um 15 Uhr ist Charly gekommen. Er hatte bis 4.15 Uhr gearbeitet. Wir haben Kaffee getrunken und es mit Bläcky zusammen genossen, zu erzählen, was bei ihm letzte Nacht so alles passiert ist. Bei mir herrschte Ruhe.


Am Abend um 18 Uhr haben wir etwas Feines gegessen: Kartoffelstock mit Schweinebraten. Ich habe mich gefreut, zusammen mit Charly zu Essen, bevor es dann wieder weiter ging. Ich habe Tagesschau angeschaut und mich für ein schönes Programm vorbereitet, eine Unterhaltungsshow oder einen guten Film.

Ich habe noch ein paar Mal mit meinem Schatz telefoniert. Er ruft mich immer so zwischen Fahrten, wo er frei ist, an. Ich weiss fast immer, wo er gerade ist und fährt. Um 24.30 Uhr haben wir und verabschiedet. Ich habe ihm eine gute Nacht gewünscht. Nun ist es Zeit für mich, schlafen zu gehen.

Um 1 Uhr hat es bei mir wieder geklopft, es war wohl die Stalkerin. Ich muss das ignorieren. Denn sie drückt auch auf die Türklinke. Ich bin um 1.30 Uhr ins Bett gegangen und konnte schlafen. Das war herrlich. Ich brauche 6 Stunden, am liebsten ohne Unterbrechung, das reicht.

 

06.März 2011
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232.  06.März 2011
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  1. März 2011, Sonntag

Heute geht es mir gut. Ich habe eine ruhige Nacht ohne Telefon und SMS gehabt. Ich bin gerade mit Bläcky draussen gewesen, da hat mich meine Tochter angerufen und gesagt, sie kommt auf Besuch , mit den Hunden Wasco und Dana . Wir haben Kaffee getrunken und ich habe ihr erzählt, dass Charly immer auf Facebook schreibe, um welche Zeit er vom Arbeiten nach Hause komme. So bin ich immer informiert, dass er gut zu Hause angekommen ist. Meine Tochter und ich haben noch den grossen Spaziergang , braucht etwas mehr Zeit, Bläcky ist ja auch fast blind. Hund Wasco hat noch viel Energie. Ich habe einen schönen Sonntagmorgen verbracht, meine Tochter hat ihn mir versüsst.
 Um 13 Uhr ist sie nach Hause gegangen. Sie hat ja zwei Kinder, Carmen 17 Jahre und Luca, der 16 Jahre alt ist. Die bleiben am Morgen, wenn sie frei haben, etwas länger im Bett und haben um 14 Uhr Hunger. Dann essen sie alle zusammen. „Eu familie finde ich schön so“.

 

Charly ist um 16 Uhr gekommen. Der Sonntag ist ein, unser freier Tag. Viel Zeit bleibt da ja nicht. Er muss aber auch ausschlafen. Wir haben ein Fondue gegessen und das Wunschkonzert von Radio Fribourg gehört. Es ist ruhiger, zufriedener Abend mit schöner Musik zum träumen und erleben gewesen. Musik ist für mich Balsam, ohne die ich das Leben nicht geniessen könnte. Manchmal höre ich ein Stück ganz laut und ziehe die schönen Klänge in mich rein.

Mit Charly zusammen ist es noch schöner, weil wir gerne Musik hören. Um 1 Uhr sind wir schlafen gegangen. Er würde um 5 Uhr aufstehen müssen, um einen Mann vom Camp zum Bahnhof zu bringen. Der Sonntagabend ist ganz schön gewesen.

 

07.März 2011
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233.  07.März 2011
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  1. März 2011, Montag

Ich bin spät aufgestanden, da ich ja Charly um 5 Uhr geweckt, wir einen Kaffee zusammen getrunken haben und er weggefahren ist. Da bin ich noch einmal ins Bett geschlüpft und habe 3 Stunden weitergeschlafen. Um 8.30 Uhr bin ich dann mit Bläcky raus. Ich muss ihn an der Leine behalten, denn der Wald ist ganz in der Nähe und die Rehe kommen ganz nahe zu unserem Haus. Ich habe die Rehe wieder gesehen. Das ist für mich wie in einem Film. Ich glaube, die kennen mich. So schön.

Um 9.30 Uhr bin ich zurück gewesen, habe mit mir alleine einen feinen Kaffe getrunken und mein Tagesprogramm aufgestellt. Langsam geht es ja wieder in mein Heidiland. Dahin, wo ich am liebsten bin, wo ich meine lieben Nachbarn um mich rum habe. Liebe, nette Worte bekommen, das ist Camper-Leben, besser als hier oben. Ich lebe fast wie eine Einsiedlerin. Nur wenn der Postbote kommt und etwas für meinen Nachbarn hat, dann wird bei mir geklingelt. Charly hat meine Einsiedelei unterbrochen.

Ich habe heute Fisch mit Kartoffeln und einem feinen Salat gekocht. Wir haben fein gegessen, aber wieder sind wir unterbrochen worden. Die Stalkerin wollte gefahren werden. Ich glaube das so. Es ist aber für mich ein rotes Tuch. Viel zu oft und zu stark hat sie mich schon gestört in meinem Leben, so dass ich sie ins Pfefferland wünschen könnte und sie hochkant aus meiner Wohnung werfe!

Ich bin mit Gewürzen und Lebensmitteln im Camp gewesen. Ich muss alles vorbereiten für den Frühling-Sommer 2011. In zirka 10 Tagen gehe ich mit Bläcky wieder in den Camp und freue mich riesig. Charly hat noch telefoniert und um 20.30Uhr Feierabend gemacht.

Ich habe noch mit meiner Schwägerin telefoniert und das Neuste ausgetauscht. Mit Bläcky war ich um 22 Uhr noch schnell draussen. Nach einem schönen lieben Film, der mir meinen Abend versüsst hat, bin ich um 24.30 Uhr ins Bett gekrochen. Zuerst habe ich aber über den Chat noch Charly eine gute Nacht gewünscht, so wie wir es immer tun und habe alles dicht gemacht. Morgen ist ein neuer Tag, ich freue mich darauf. Heute wiess ich, warum ich müde bin. Ich bin sehr zufrieden, der Frühling kann kommen. Schafet gute.

 

08.März 2011
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234.  08.März 2011
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  1. März 2011, Dienstag

Heute Morgen habe ich Yogastunde. Ich nehme Bläcky immer mit. Anschliessend bin ich bei der Yogalehrerin, meiner Schwester Verena zum Mittagessen eingeladen.

Charly hat nicht daran gedacht, dass ich Yoga gehabt habe. Er hat 3 Mal auf mein Handy angerufen und ist schliesslich noch in meine Wohnung gefahren, um nachzusehen, ob etwas passiert sei. Ich habe ihn angerufen und die Welt ist wieder in Ordnung gewesen. Wir haben dann zusammen einen Kaffee im Camp getrunken. Er hat um 14.30 Uhr eine Dame aus dem Altersheim in die Therapie bringen müssen. Anschliessend hat er noch eine Frau zur ihrer Arbeit ins Altersheim fahren müssen. Sie ist eine ganz liebe Person. Wir nennen sie „Flundere“. Sie ist übergewichtig. Laufen würde ihr gut tun. Am Abend habe ich noch Fernsehen geschaut und bin mit Bläcky raus gegangen.

Ich freue mich, ins Huli zu gehen. Ich habe mich noch von Charly verabschiedet. Ein ganz schöner Tag ist zu Ende gegangen. Es hat mich jemand vermisst, das kommt selten vor. Ich gehe früh ins Bett, denn ich werde ja um 7.30 Uhr aufstehen müssen

09.März 2011
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235.  09.März 2011
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  1. März 2011, Mittwoch

Um 7.30 Uhr hat das Telefon am Festnetzanschluss geklingelt. Dauernd versucht jemand, mich anzurufen und die Person spricht nicht. Ich höre nur, dass jemand atmet. Ich habe dann um 9 Uhr bei der Polizei angerufen. Dort haben sie mir erklärt, dass ich das bei der Telefongesellschaft überwachen lassen kann. Es ist ja eine 00034-iger Nummer aus dem Ausland gewesen. Ich habe die dann über die Telefongesellschaft sperren lassen. Aber gleichzeitig habe ich auch meinen Festnetzanschluss auf 3 Monate gekündigt. Von da her habe ich nun Ruhe bekommen. Bei meinem Handy habe ich meine Freunde gespeichert. Anonym nehme ich gar keine Anrufe mehr entgegen. Nun ist Ruhe eingekehrt, telefonische Ruhe, und auch von der Stalkerin her ist eine grosse Erleichterung eingetreten . Ende Feuer, aus. Am Mittag ist Charly gekommen und hat Pizza mitgebracht. Er hat aber nur 1 Stunde Zeit gehabt. Er hat einen Mann nach Marsens fahren müssen. Das ist über die Gemeinde gelaufen. Dieser Mann kommt in seinem Leben nicht zurecht. Am Abend ist Charly noch vorbei gekommen, um gute Nacht zu sagen. Er hat um 5 Uhr jemanden abholen und nach Kloten fahren müssen. Diese Person ist für 3 Monate in die Ferien verreist.

Ich habe früh Feierabend gemacht und langsam angefangen, die Lebensmittel zu packen. Denn schon bald geht es wieder ins Heidiland-Camp zu meinen lieben Camperfreunden, in meine Sommer-Residenz. Ich freue mich darauf. Ich gehe schlafen, es ist Zeit für die Kleinen. Gute Nacht zäme. Gute Nacht Charly.

 

10.März 2011
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236.  10.März 2011
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  1. März 2011, Donnerstag

Ich bin früh aufgestanden, denn Bläcky wollte raus zum Gassi gehen. Meistens stehe ich um 8 Uhr auf. Wenn Bläcky das merkt, zeigt er sich auch bei mir, um zu sagen: „He, ich bin wach“. Als erstes gehe ich sowieso mit meinem Hund raus. Da brauche ich nicht noch zum Verschönerungs-Verein zu gehen. Kleider anziehen, gute Schuhe und raus aus dem Haus. Da sieht mich ja kein Knochen, höchstens die Hasen, Rehe und Füchse. Die sagen dann guten Morgen. Ich muss meinen Bläcky an der Leine kurz halten, denn es hat wirklich wilde Tiere ganz nahe am Haus, in dem ich im Winter wohne. Um 10 Uhr habe ich mit meinem Steuerverwalter abgemacht, um meine Steuererklärung auszufüllen. Um 10.45 Uhr ist auch diese Arbeit getan gewesen. Charly ist um 12.15 Uhr zum Mittagessen gekommen. Er hat noch Aufträge mit seinem Taxiunternehmen zu erledigen gehabt. Wir haben fein gegessen und sind dann 1 Stunde schlafen gegangen. Anschliessend habe ich gepackt, um in mein geliebtes Heidiland auf dem Camp zu ziehen, um heraus zu putzen. Alles neu macht der Mai. Es ist herrlich, dieses Leben mit Freunden, mit Besuchen von Charly und  von meiner Tochter, am Fluss, der heisst „Sense“. Es ist immer etwas los. Ein schönes Camperleben, super.

11.März 2011
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237.  11.März 2011
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  1. März 2011, Freitag

Ich bin um 8 Uhr aufgestanden. Es geht mir nicht so gut. Bläcky auch nicht. Er hat ja nur noch mich und er ist sehr auf eine Bezugsperson angewiesen. Seinem Auge geht es immer schlechter. Ich bin so traurig und kann ihm nicht helfen. Obwohl er nicht mehr viel sehen kann riecht er jeden morgen die Rehe. Ich muss aufpassen. Charly hat um 9.30 Uhr angerufen, um zu fragen, wie es mir und Bläcky geht.

Ich habe gestern grosse Wäsche gehabt, da ist noch alles hochzutragen, zusammenzulegen, zu bügeln. Ich besorge ja auch Charlys Wäsche. Charly hatte jemanden zu fahren: das Ganze spielte sich wieder in der Mittagszeit ab und wir mussten mit dem Essen warten. Um 13.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen und dann musste er die „Flundere“ ins Altersheim fahren. Sie ist zu bequem zu laufen. Ja, ja, so ist Charlys Verdienst. Am Nachmittag habe ich alles gebügelt und eingepackt, um die Wäsche mit in den Camp zu nehmen. Der Tag war gespickt mit vielen Arbeiten, die niemand sieht, aber gemacht werden sie. Ein so richtiger Tag daneben war das. Ja, auch so gehen die Tage vorbei. Ein Hin und Her, wer weiss, wie und was.

12.März 2011
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238.  12.März 2011
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  1. März 2011, Samstag

Heute ist mein Geburtsta. Ich habe  im Dorf im Lebensmittel Geschäft , eine Fleischplatte und auch eine Käseplatte bestellt. Um 11 Uhr ist eine Frau, die Frieda, zu Besuch gekommen. Sie hat ein Poulet mitgebracht, weil sie wusste, dass ich das so gerne esse. Wir haben zusammen auf unsere Freundschaft angestossen. Als meine drei Kinder Robert Junior, Gabriela und Sandra noch klein waren, haben wir nebeneinander gewohnt. Und unsere Freundschaft ist noch immer intensiv. Ich weiss, was sie macht, wie sie lebt und auch, wenn sie traurig ist. Und das sind schon viele Jahre, das dauert seit 1975.

Ich habe heute viele Telefonanrufe von ehemaligen Lehrtöchtern erhalten, die ich ausgebildet habe. Und aus der ganzen Welt sind Anrufe gekommen: aus Äthiopien, aus Brasilien, Spanien, Kenia und Deutschland. Alle haben an mich gedacht. Wunderschön ist das, von allen meinen Freunden geliebt zu werden.

Um 12.30 Uhr ist Charly vorbei gekommen und hat mir einen Strauss rote Rosen geschenkt. Um 14 Uhr ist der nächste Besuch da gewesen. Da sind meine Schwester Verena und meine Schwägerin Asta gekommen, meine Freundin, die in meiner schwersten Zeit, als ich Krebs hatte, immer für mich da war. Sie fuhr mich 1990 in die Klinik, ins Inselspital, holte mir meine Wäsche im Spital zum Waschen ab, hat schwere Entscheidungen getroffen. Ich musste ja nach der Operation zur Kur, wollte aber nicht ohne meinen Hund Prienz gehen. Das organisierte sie. Ich durfte meinen Hund für 3 Franken pro Tag zur Kur mitnehmen. Und er durfte in meinem Zweibettzimmer schlafen. Meine beiden besten Freunde, Marlis und Werner, sind immer für mich da gewesen. Marlis war sogar 6 Tage bei mir im Kurhaus Haltenegg. Werner halt im Camp, Hecken zu schneiden und Rasen zu mähen. Doch auch mein Bruder Roman mit Regula hat mir einen Ehrenbesuch gemacht. Sie sind extra aus Sankt Gallen angereist. Es ist der schönste Geburtstag meines Lebens gewesen. Auch mein Ex hat angerufen und vom Kapitän habe ich auch einen lieben Anruf gekriegt. Meine Tochter ist mit ihren Kindern auch da gewesen. Ich habe den Tisch wunderbar gedeckt, so wie ich es gelernt habe, sehr fürstlich. Meine Enkelin hat ihren Freund mitgebracht. Es ist ein wunderbarer Tag gewesen. Schade nur, dass mein Enkel nur so schnell vorbei gekommen ist. Danke, es war schön, dass ihr alle vorbei gekommen seid, hat mich sehr gefreut.

13.März 2011
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239.  13.März 2011
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  1. März 2011, Sonntag

Heute habe ich aufräumen und Geschirr zurück bringen müssen. Der ganze Tag ist ein Glückstag gewesen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Danke schön. Ich bin noch sehr müde.

Wir haben auch fein gegessen und einen guten Tropfen Wein dazu getrunken. Ich habe das Geschirr in die Käserei zurück gebracht und auch alles bezahlt. Meine Freundin Doris lebt in Spanien und hat heute, am 13. März, Geburtstag. Das kann ich nicht vergessen. Sie und ihr Mann sind ausgewandert und leben seither in Spanien. Sie haben dort ein Haus gebaut, sind pensioniert und leben da. Es sind ganz liebe Freunde an meinem Wohnort gewesen, wo ich damals verheiratet war.

Ich habe noch Bläckys Auge gepflegt und dieses wunderschöne Gesteck, das ich über Fleurop von der Kapitänsfamilie erhalten habe, immer wieder bewundert. Es ist ein Traum, besteht aus auf einem Anker gesteckten Rosen und verschiedenen Irisarten. Um 11 Uhr ist Charly zum Mittagessen gekommen. Er hat aber viel zu tun gehabt und meine Stalkerin fahren müssen. Vor ihr habe ich aber jetzt Ruhe.

 

Am Nachmittag bin ich mit Bläcky im Camp gewesen. Wir haben noch bei mir mit alten Camperfreunden auf meinen Geburtstag angestossen. Es ist ganz schön gewesen, das kleine, enge Familienfest.

Zu Hause angelangt, habe ich nicht mehr viel Arbeit geleistet, bin müde gewesen. Ich bin ja auch schon am packen, um in mein geliebtes Heidiland zu ziehen. Ich habe noch einen schönen Film angeschaut. Dann bin ich noch mal mit Bläcky raus und habe mich noch von Charly verabschiedet. Es ist Zeit für mich, ins Bett zu gehen.

 

14.März 2011
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240.  14.März 2011
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  1. März 2011, Montag

Ich bin gut aufgestanden. Bläcky hat mich aufgeweckt. Er wollte raus, spazieren. Im Moment ist es noch sehr kalt. Das Wasser im Camp wird im Winter abgestellt und im Frühling so um Ostern herum bekommen wir wieder Wasser. Im Moment kann ich im Camp auch noch nicht putzen. Aber meine Wohnung kann ich seeklar machen. Ich will ja auch da oben Ordnung haben, wenn ich in meine Sommerresidenz ziehe. Für Bläcky ist es besser, im Camp zu wohnen. Da ist der weg zum Wald kürzer. Er mag gar nicht mehr Treppen steigen. Es geht ihm soso lala, er erblindet ganz und das ist sehr traurig. Charly hat angerufen. Er kommt um 11 Uhr zum Mittagessen, muss um 13 Uhr aber jemanden nach Marsens fahren. Am Nachmittag habe ich wieder Lebensmittel ins Camp gebracht und am Abend bin ich vom vielen Treppensteigen, rauf und runter, todmüde gewesen. Ich bin früh ins Bett gegangen und sehr zufrieden mit mir selber gewesen. Es muss ja alles erledigt werden, fast alles schaffe ich alleine. Ich freue mich auf morgen. Charly will mit mir ausfahren. Er will irgendwohin, wo er weiss, dass das mir gefällt. Ins Gantrischgebirge, da war ich früher immer mit meinen Kindern in den Ferien. Strom gibt es da nur mit 20 Rappenstücken und Wasser bezieht man aus einer Zisterne. Da oben bin ich auch zu Hause, ich freue mich darauf. Gute Nacht

 

 

Ich war Abwartin in einer Clubhütte, viele Jahre lang. Und so verbrachte ich mit meinen Kindern viele schöne Ferien. Da mussten wir mit Skiern und Rucksack 1 Stunde laufen, um zu dieser Berghütte zu kommen. Der Name der Hütte war „Dürrentannen-Hütte“. Es waren wundervolle Ferien. Der Weg zum Restaurant dauerte 1 Stunde mit Skies. Im Winter ging das nur zu Fuss. Das Licht brannte nur, wenn man 20 Rappenstücke in den Stromkasten einwarf. Wasser erhielt man nur über eine Zisterne, was auch nicht immer funktionierte. Aber was soll’s: es waren traumhafte Ferien, wenn auch manchmal mit Zwischenfällen. Wir hatten einmal Frühlingsferien und wollten auch in diese Hütte, um uns ein bisschen zu erholen. Da man ja nur auf Skiern und mit Rucksäcken zu dieser Hütte kommen konnte, gab das

damals ein Problem. Denn die Tochter Gabriela hatte einen Gipsfuss, eine Bänderzerrung, und musste mit dem Rettungsschlitten zur Hütte gebracht werden. Und so konnten wir den ganzen Proviant nicht mitnehmen. Wir mussten zuerst die drei Kinder in die Hütte bringen und etwas später den Rest Proviant holen. Das dauerte ca. 1 ½ Stunden auf Skiern. Als wir dann mit dem Proviant ankamen, hatte unsere zweite Tochter auch eine Bänderzerrung. Sie hatten den Rettungsschlitten benutzt, um eine Talfahrt zu machen. Alle drei waren auf dem Schlitten und dann fuhren sind sie über einen Hügel, stützten und Tochter Sandra war verletzt. Ja, und der Junior war ja gar nicht schuldig, es war seine Idee. So mussten wir am Morgen mir der jüngsten Tochter per Rettungsschlitten zu Tal fahren und auch ihr Bein wurde geschient. Ferien waren es immer noch, aber wirklich nur in der Hütte. Das war ein Krankenlager, das ich nie vergessen werde. Aber mit drei Kindern ist das halt so. Manchmal kommt es anders, als man denkt.

Und dieser Ausflug mit Charly hat mir alle meine Erinnerungen in dieser Hütte aufgewühlt. Es sind schöne Erinnerungen an eine Zeit mit Kindern, die ich nie vergessen habe und an die ich an dem Tag noch mal erinnert worden bin. Danke Charly, es ist ein wunderbarer Tag gewesen.

 

15.März 2011
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241.  15.März 2011
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  1. März 2011, Dienstag

Ich bin früh erwacht und mit Bläcky raus. Dann habe ich einen feinen Kaffee getrunken und Bläcky gepflegt.

Um 8.30 Uhr habe ich losfahren müssen, denn heute ist Yoga mit meinen lieben Frauen und der Yogalehrerin, meiner Schwester Verena, angesagt. Ich freue mich darauf, kann wieder Kraft tanken. Um 11 Uhr bin ich wieder auf der Heimfahrt gewesen, habe ein Poulet gekauft. Charly hat angerufen, als ich wieder zu Hause gewesen bin, dass man um 12 Uhr zu Mittag essen könne.

Am Nachmittag würde noch meine Tochter kommen, um mir im Camp zu helfen. Darüber freue ich mich. Charly ist ja beschäftigt gewesen. Wir sind anschliessend mit unseren Hunden Wasco, Dana und Bläcky spazieren und in die Sense baden gegangen. Es ist ein ganz schöner Tag gewesen. Charly ist dann auch wieder da gewesen. Wir haben zusammen ein Plauderstündchen gemacht, Kaffee getrunken und Pläne geschmiedet. Solange man noch Pläne im Kopf hat, geht das Leben weiter. Ich muss heute Abend ein feines Bad nehmen. Mir tun alle Knochen weh vom Tragen und Treppensteigen. Ja, man ist halt nicht mehr zwanzig. Zu Hause angelangt, habe ich mit Charly Abendbrot gegessen und, als Charly nach Haue gegangen ist, meine Hände in die „Schoss“ gelegt, entspannt und einen wunderschönen Film von Lindström, vom Meer, den Bergen und der Freiheit angeschaut und geträumt. Gute Nacht zäme.

 

16.März 2011
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242.  16.März 2011
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  1. März 2011, Mittwoch

Ich bin spät aufgestanden und habe Muskelkater gehabt. Aber Bläcky musste raus und das ist das Erste, was ich am Morgen mache, raus aus dem Haus. Ich freue mich, denn ich werde morgen im Camp einziehen und meine Winterresidenz verlassen. Die Stalkerin wird mich in Ruhe lassen. Sie weiss nicht, wo ich im Camp wohne. Sie hat Charly gefragt, ob sie mich da besuchen könnte. Charly hat gesagt, besser nicht. „Heidi will ihre Ruhe haben“.

Ich bin natürlich immer orientiert, wenn er sie fahren muss. Aber darüber stehe ich. Ich bin stark, mich haut nichts mehr so schnell aus den Socken. Ich freue mich darauf, die erste Nacht im Camp zu schlafe und mein Heidiland, da wohne ich im Sommer ja schon 34 Jahre lang, es ist mein Ein und Alles.

Ich „nüdere“ noch ein bisschen um mein kleines Iglu herum. Zu tun gibt es noch vieles. Ich nehme mir die Zeit und erledige . eines nach dem anderen. Morgen ist ein neuer Tag. Ich werde fernsehen und träumen, und ein bisschen nachdenken über meine guten und schlechten Zeiten. Gute Nacht, wunderschön, diese Sterne am Himmel. Ich habe bestimmt etwa 10 Fotos gemacht, ehe ich in mein Bett geschlüpft bin und eine gute Nacht gehabt habe.

 

17.März 2011
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243.  17.März 2011
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  1. März 2011, Donnerstag

Welch eine Ruhe im Camp! Wir wohnen hier so nahe zusammen. Jeder nimmt Rücksicht. Bläcky ist auch soso lieb ruhig, da fängt das Leben wieder richtig an. Ruhe, keine Klopferei, ein ganz neues ruhiges Leben hat angefangen. Vor der Stalkerin ist Ruhe, Ruhe!!!

 

Nach einem wunderschönen Spaziergang mit Bläcky habe ich fein gefrühstückt. Charly ist mit Gipfeli da gewesen, welch schöne Überraschung. Ich habe das erste Mittagessen im Camp gekocht und dann mit Charly fein gegessen und geplaudert. Es ist sehr gemütlich gewesen. Ich bin daran, einzurichten und draussen meinen schönen Tulpen, Vergissmeinnicht, Maiglöckchen zu zuschauen, wie alles zu blühen anfängt. Auch der Seidelbast blüht schon und die Natur erwacht, wunderbar. Das ist eine andere Welt, meine Welt.

Am Nachmittag habe ich eine halbe Stunde geschlafen, dann bin ich mit Bläcky an die Sense gegangen. Er sieht den Fluss nicht mehr, aber er liebt das Wasser und freut sich immer, wenn wir da hingehen; Dahin, wo ich die Asche von meinem geliebten „Dölf“ gestreut habe. „Dölf’s“ Lieblingsplatz war das. Wir werden ihn nie vergessen. Es ist eine neue Zeit, eine neue Ära, das Leben geht weiter. Diese Gedanken kann ich nicht aus meinem Kopf streichen. Es war halt eine schöne Zeit.

Heute ist heute, wir zwei leben weiter. Ich hoffe, dass ich noch für Bläcky sorgen kann. Er braucht mich, ich bin ja noch da.

 

18.März 2011
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244.  18.März 2011
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  1. März 23011, Freitag

Heute habe ich mit Bläcky ins Tierspital fahren müssen. Er hat riesige Probleme mit seinem Auge. Da, in die Praxis, will er ja gar nicht reingehen. Ich muss ihn weiter mit Augentropfen behandeln.

Mit geht es gut, ich bin super aufgestanden und habe mir schon wieder Pläne gemacht, was ich heute so alles verrichten könnte. Ich habe angefangen, meinen Gartenzaun neu zu streichen. Er braucht auch ein neues Kleid. Das ist eine schöne Arbeit, die Farbe riecht gut und ich bin draussen in der freien Natur. Zwischendurch habe ich einen Schwatz mit den Italiener-Nachbarn gehalten, habe gelacht und bin vergnügt gewesen. Es hat ein schnelles Mittagessen gegeben mit Charly. Er ist viel auf Achse mit seinem Geschäft. Er ist ein beliebter Taxifahrer. Es ist schön, wenn er Arbeit hat. Gegessen haben wir Spaghetti Carbonara mit Nüsslersalat, das ist fein und ist schnell gekocht. Danach ist er unterwegs gewesen und am Abend auch noch schnell bei und vorbeigekommen, ehe sein Freitag-Nacht Geschäft losgegangen ist. Da fährt er ja mehr oder weniger die ganze Nacht. Ich telefoniere viel mit ihm. Ich weiss, wie, was, wenn und wo er fährt. Super, gute Nacht.

19.März 2011
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245.  19.März 2011
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  1. März 2011, Samstag

Schon bald bin ich endgültig im Camp eingerichtet. Offiziell ist er aber erst ab April offen. Ich schlafe noch in meiner Wohnung und bin sehr gut aufgestanden. Es wird jeden Tag ein bisschen eingepackt. Meistens brauche ich 2 Wochen, bis das letzte, was ich im Camp brauche, auch an Ort und Stelle ist.

Charly hat sich erst um 14.30 Uhr gemeldet. Ja, das ist schon eine Warterei. Zum Glück habe ich Bläcky. Mit ihm kann ich raus spazieren gehen und die Zeit vergeht schnell. Im Camp habe ich dann wieder meine besten Freunde, die Kameradschaft. Nachbarschaft wird da gross geschrieben. Ich muss einfach schauen, dass mir da oben nicht die Decke auf den Kopf fällt. Charly hat mir noch geholfen, Sachen in den Camp zu transportieren. Am Nachmittag sind wir im Camp bei Kuchen und Kaffee gewesen. Bläcky hat den Spaziergang zusammen mit Charly auch genossen. Und so ist der Samstag auch schon bald vorbei gewesen. Denn um 18 Uhr hat er Arbeit gehabt und ist die ganze Nacht gefahren. Wir haben ein paar Mal zusammen telefoniert. Ich habe ferngesehen und bei einem Glas Rotwein den Abend mit Bläcky verbracht. Gute Nacht, ich bin müde.

 

20.März 2011
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246.  20.März 2011
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  1. März 2011, Sonntag

Heute wird mein Bruder Walter 70 Jahre alt. Wir sind eingeladen. Am Morgen bin ich mit Bläcky raus und anschliessend habe ich am Fernsehen Skifahren geguckt. Es ist mein Fernsehsport. So geht der Sonntagmorgen schneller vorbei. Ich brauche ja nicht zu warten, bis ich etwas von Charly höre, denn ich habe vorher auch alleine gelebt. Meistens macht er mit einem Freund noch die Wochenabrechnung, dann wird es so oder so 15 Uhr bis 16 Uhr. Dann könnte unser, mein Tag, beginnen, wenn man dem so sagen kann. Das wäre eigentlich der Tag, an dem er sich freistellt. Heute sind wir bei meinem Bruder zum 70-igsten Geburi eingeladen. Um 16 Uhr, da haben wir uns schon beeilen müssen. Wir haben Bläcky mitgenommen, er hat im Auto auf uns gewartet. Es hat Fondue Chinoise gegeben. Zum Dessert haben wir eine selbstgebackene Torte von Schwägerin Asta gegessen und es ist eine schöne Geburtstagsfeier gewesen. Alle waren dabei, meine Geschwister Walter, Verena, Heinrich und Roman mit Anhang. Ein wunderschöner Tag ist zu Ende gegangen. Den Abend haben wir noch mit dem Wunschkonzert von Radio Fribourg abgeschlossen. Ich bin früh zu Bett gegangen. Tagwache wird um 5 Uhr sein: der Dienst ruft.

 

21.März 2011
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247.  21.März 2011
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  1. März 2011, Montag

Ich bin um 5 Uhr aufgestanden. Charly hat einen Auftrag gehabt. Vorher habe ich Kaffe getrunken mit Charly, dann bin ich noch mal ins Huli geschlüpft. Ich habe eben noch 3 Stunden Schlaf gebraucht. Um 8 Uhr bin ich mit Bläcky raus und habe gepackt, denn diese Woche werde ich in den Camp zügeln. Bis ich alles, auch das, was man am meisten vergisst, wie die Tabletten und Toilettensachen, und, und, und, zusammen habe, gibt es viel zu tun.

Charly ist um 12 Uhr zum Mittagessen gekommen. Er ist nervös gewesen, hat kaum Zeit zum Essen gehabt. Der „Doggu“ Stalkerin hat ihn wieder bestellt und das nervt mich sowieso.

Ich gehe am Nachmittag noch einkaufen und gleich im Camp alles einräumen. Hilfe habe ich wenig, aber ich bin mich ja gewohnt, fast alles alleine zu arbeiten. Meine Tochter hat noch angerufen, um zu fragen, wie es mir geht. Darüber freue ich mich immer. So ist der Tag schnell vorbei gegangen. Ich habe noch schnell etwas gewaschen und die Wäsche aufgehängt. Charly hat zu tun, er hat noch angerufen. So wird heute früh Feierabend sein. Ich freue mich, eine Nacht durchzuschlafen.

 

22.März 2011
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248.  22.März 2011
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  1. März 2011, Dienstag

Ich habe früh aufstehen müssen und mit Bläcky gehen. Ich habe Yoga gehabt. Ich freue mich, denn ich verbinde das immer mit Besuchen von Freunden, die in dieser Gegend wohnen. Um 12.15 Uhr bin ich wieder zu Haue gewesen. Bläcky ist ja bei mir. Ich habe ein Poulet zum Mittagessen gekauft. Um 12.30 Uhr haben wir beiden essen können. Dann haben wir einen Mittagsschlaf gehalten. Den brauche ich, 30 Minuten reichen. Danach bin ich wieder fit für neue Taten. Ich bin ja daran, einzupacken und meine Wohnung sauber zu machen. Ich gehe ja, lebe ja ab Ende Woche im Camp in Thörishaus, für ca. 7 bis 8 Monate. Ich freue mich riesig. Charly hatte einen Termin mit einer älteren Dame. Sie ist 87 Jahre alt. Er muss sie mit dem Taxi in die Therapie fahren und wieder abholen. Das ist eine sehr nette Frau. Sie lebt im Altersheim, ist aber öfter sehr traurig. Man hat sie einfach versetzt, aus ihrer Wohnung geholt und ins Altersheim gebracht. Ich hoffe, dass das mit mir nicht passieren wird. Dafür werde ich schon sorgen. Ich bin sehr müde heute, ich gehe früh schlafen. Wir habe noch fein gegessen und Charly hat sich verabschiedet. Gute Nacht.

 

23.März 2011
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249.  23.März 2011
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  1. März 2011, Mittwoch

Charly hat uns aufgeweckt. Er hat einen feinen Kaffee zubereitet. Ich habe mich an den gedeckten Tisch setzen können. Er ist auch noch mit Bläcky raus und so ist es beim Frühstück ganz gemütlich gewesen. Bläcky hat natürlich auch sein Gudi haben wollen. Wir haben noch viele Sachen in den Camp gezügelt. Charly hat geholfen. Er hat aber gleich wieder fahren müssen. Seine Kundin ist eine etwas asoziale Frau gewesen. Sie hat kein Geld, aber Taxifahren und die Preise drücken, das schon. Und manchmal reicht dann das Geld nicht mehr, um die Fahrt zu bezahlen. Diese Kunden gehören halt auch dazu. Mich nervt das, denn ich habe gelernt, nur so viel Geld auszugeben, wie man besitzt. Aber eben, heute ist das eine andere Zeit. Ich bin

später mit dem Auspacken fertig gewesen und habe noch einen grossen Spaziergang mit Bläcky gemacht. Mein Schatz ist noch schnell da gewesen, hat aber einen Gast ins Restaurant fahren müssen Dieser Mann hat Probleme mit seinen Beinen und möchte halt auch mal raus aus dem Haus. Ich habe noch einen schönen Film von Rosamunde Pilcher geschaut und bin danach ins Bettchen und husch, husch, schlafen. 

24.März 2011
Seite 250
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250.  24.März 2011
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  1. März 2011, Donnerstag

Ich habe einen Anruf von meiner „Nachbarin“ Heidi erhalten, dass der Platzwart uns das Wasser aufgedreht hat. Das wird ja im Winter abgestellt. Deshalb können wir auch nicht hier wohnen. Das hat mich sehr gefreut. Ich bin mit Bläcky raus und habe anschliessen einen feinen Kaffee getrunken. Dann bin ich in den Camp hinunter gefahren, um die Wasserhahnen aufzudrehen, zu entlüften, aufzupassen, ob nicht irgendwo ein Leck ist und mein Mobilheim plötzlich unter Wasser steht. Alles ist okay. Ich habe Charly angerufen und ihn orientiert, dass ich im Camp bin. Jetzt kann es losgehen mit Wohnen, mit dem Leben in der Natur, das Blumenmeer vor meinen Füssen. Der Fluss „Sense“ plätschert dahin, das Eis, das sich im Winter gebildet hat, schmilzt und die Natur fängt an, zu erwachen. Es ist ein ganz schöner Tag gewesen. Wir haben im Camp ein Fondue gegessen und warme Füsse gehabt. Die Heizung war an. Das neue Leben, ruhig, ohne Stalkerin, kann beginnen. Welch eine Ruhe, so lässt es sich leben, das Leben geniessen, die erste Nacht im Camp auskosten. In meinem Reich. Gute Nacht.

25.März 2011
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251.  25.März 2011
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  1. März 2011, Freitag

Ich habe sehr gut geschlafen. Bläcky ist aber am Morgen sehr nervös gewesen. Er muss sich ja wieder an etwas Neues gewöhnen und mit seiner Blindheit zu Recht kommen. Wir sind spazieren gewesen, als mich Charly mit Gipfeli überrascht hat. Er hat seinen Einstand im Camp mit seiner Präsenz erbracht. Er fühlt sich auch sehr wohl im Camp. Er sagt, dass er früher, als er mich noch nicht kannte, meistens in der Beiz war oder zu Hause. Hier haben wir alles: ein kleines privates Beizli, frische Luft, einen lieben Hund, der gerne spaziert und so lässt es sich leben.

Charly hilft auch ab und zu etwas mit, wenn Not am Mann ist. Aber am liebsten sitzt er am Computer und lernt mit mir, weil ich ja dieses Metier Computerwelt erst jetzt gelernt habe. Vorher war ich ja mit der Pflege meines verstorbenen Mannes „Dölf“ beschäftigt. Ja, es ist schön, noch etwas dazu zu lernen. Eine neue Welt hat sich für mich aufgetan. Ich freue ich, schlafen zu gehen im Camp, wo Ruhe ist, herrlich.

26.März 2011
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252.  26.März 2011
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  1. März 2011, Samstag

Charly ist die ganze Nacht gefahren. Er ist erst um 5.30 Uhr ins Bett gegangen. Er hat sich gestern Nacht um 24.30 Uhr noch verabschiedet und eine gute Nacht gewünscht.

Heute bin ich schlecht erwacht. Ich hatte einen Albtraum. Den habe ich ab und zu. Als in den 40er Jahren der Krieg war, musste meine Mutter immer alles verdunkeln. Und man hörte nachts die Flugzeuge, die über die Grenze flogen. Mutti hat dann immer gesagt: „Sie kommen wieder“, und meinte damit eben die Flugzeuge. Und das träume ich heute noch. Mein Vater war ja im Aktivdienst an der Grenze und meine Mutter mit 4 Kindern alleine zu Hause. Ich war damals 3 Jahre alt. Heute ist eine schöne Zeit und ich geniesse mein Leben. Es herrscht kein Krieg mehr, kein Streit. Zufrieden ist mein Leben, es ging rauf und runter. Heute geht es „obsig“.
Charly hat eine Frau nach Kloten fahren müssen. Es ist er fast 5 Stunden weg gewesen vom Fenster und wir beide alleine, Bläcky und ich. Ich habe viel gewerkelt und mich mit meinem liebsten Gemüse verwöhnt. Das sind Hörnli mit Käse. Es ist auch schön, das Leben so zu geniessen, alleine mit Bläcky. Dann schätze ich es wieder, wenn Charly da ist und Freude bereitet. Er ist noch kurz da gewesen, hat aber gleich fahren müssen. Sein Geschäft ruft.

 

27.März 2011
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253.  27.März 2011
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  1. März 2011, Sonntag

Letzte Nacht ist sehr kalt gewesen. Das Thermometer ist unter Null gesunken. Ich habe meine Rosen abdecken müssen. Sonst erfrieren die Knospen. Ich habe mich warm anziehen müssen, um mit Bläcky spazieren zu gehen. Ich habe ja gewusst, dass Charly erst um 15 Uhr bis 16 Uhr bei mir sein würde. Er ist bis um 4.30 Uhr gefahren. Das heisst, dass er mindestens 12 Stunden schläft. Was macht man an einem Sonntag, wenn der Mann so lange schläft. Planen kann man ja da nichts. Ich weiss, er möchte mich besuchen. Der Schlaf ist stärker. So ist man als Frau eines Taxifahrers die meiste Zeit alleine. In der Nacht, am Tage, die Gäste haben Vorrang.

Ich bin viele Male traurig, wenn ich sehe, wie Familien zusammen etwas unternehmen. Und ich stehe am Fenster und warte. Ich möchte auch ein so schönes Leben haben, etwas planen können, eine Schifffahrt unternehmen eine Dreiseenrundfahrt. Aber das geht nicht, er ist immer sehr beschäftigt.

Die Zeit reicht selten für mich. Er muss fahren, verdienen oder nichts erhalten, das wird gemacht. Und die Alte fährt allein nach Hause.

28.März 2011
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254.  28.März 2011
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  1. März 2011, Montag

Ja, das Leben geht weiter. Es nervt mich, dass man keine Ansprechperson hat. So lange werde ich nicht immer kuschen, denn ich habe auch ein Recht, etwas zu unternehmen und ein glückliches Leben zu führen. Wenn nur jemand Zeit hätte. Ich glaube, Charly ist so angefressen von seiner Arbeit. Ich weiss nur, dass ich mein Leben nicht einschränken werde, wenn ich etwas posten werde. Ich mache das auch weiterhin.

Am Nachmittag ist Charly gekommen. Wir haben fein gegessen, nämlich Schnipo. Das hat sehr gut geschmeckt. Ich habe mich aber beeilen müssen, die Stalkerin hat schon wieder angefragt. Wenigstens kommt sie nicht mehr in meine Wohnung. Am Nachmittag bin ich mit Packen beschäftigt gewesen. Ich halte es in dieser Wohnung fast nicht mehr aus. Ich bin mit Bläcky in den Camp gegangen, um noch fertig zu putzen. Ich habe mich gefreut, als ich die lieben Leute gesehen habe und sie mich umarmt haben. Es ist eine schöne Geste.

Ich habe die Gardinen aufgehängt und rausgeputzt. Das mache ich seit 37 Jahren meistens alleine. Am Abend haben wir noch Abendbrot gegessen und den schönen Abend zu zweit genossen. Es war ganz herrlich. Ein anstrengender Tag ist vorbei gegangen.

 

29.März 2011
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255.  29.März 2011
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  1. März 2011, Dienstag

Ich habe früh aufstehen müssen und mit Bläcky raus. Anschliessend bin ich in die Yogastunde gefahren. Es bereitet mir sehr viel Spass, so liebe Menschen um mich zu haben, besonders meine Schwester Verena. Ihre ruhige Stimme lässt mich richtig in die Meditation gehen und gibt mir Kraft, weiterzuleben.

Um 11.30 Uhr bin ich wieder im Mobilheim Heidiland gewesen. Ich habe Besuch von Charly gehabt. Ich habe ein Poulet eingekauft, denn nach dem Yoga bin ich müde und mag nicht mehr noch lange Kochen. Charly ist dann noch mit Bläcky spazieren gegangen und dann haben wir einen Mittagsschlaf gehalten. Am Nachmittag hat Charly noch die Frau aus dem Altersheim in die Therapie gefahren und auch wider ins Heim zurück gebracht. Schliesslich waren noch die „Flundere“ zu fahren und am Abend der Camper. Für mich ist der Tag zu Ende gegangen. Ich habe noch ein bisschen Blumen in meinem Garten angepflanzt, Fernsehen geguckt und bin früh ins Bett. Ich bin oftmals am Abend sehr müde. Deshalb gehe ich eben etwas eher ins Bett. Ich wünsche einen guten Schlaf. Dankeschön. 

 

31.März 2011
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256.  31.März 2011
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  1. März 2011, Mittwoch

Ich bin ja schon im Camp und habe viel zu tun. Zuerst bin ich mit Bläcky raus gegangen. Er will gar nicht mehr gerne raus. Das Schlimmste ist, dass ich das sehe, wie es ihm geht. Charly und meine Tochter bekommen es gar nicht mit, wie es uns geht. Es ist sehr schlimm, wenn man akzeptieren muss, dass nichts mehr hilft. Im Camp geht es ja besser. - Was heisst aber besser -. Es ist schlimm und ich weiss das. Es wird immer schlimmer. Um 10 Uhr hat Charly angerufen. Er ist mit einem Menschen beschäftigt gewesen, der Probleme mit Drogen hat und das brauche ich nun wirklich nicht mehr. Zu lange habe ich wegen meiner Tochter gelitten. Ich möchte nicht mehr darüber schreiben.

Um 12.30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen und Charly hat mich aus meinem Tief heraus geholt. Am Nachmittag haben wir einen Ausflug ins Selital gemacht. Dort steht das Restaurant Schwarzenbühl, davon kannte ich den Senior Wirt. Aber auch da hat das Schicksal zugeschlagen. Der neue Chef-Junior hat mir erzählt, dass der Pappi gestorben ist. Es ist eine Superidee von Charly gewesen, mir die Welt zu zeigen: Die Welt, als alles okay war und die Blumen noch die Farben meiner Fantasie hatten.

 

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