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Von Nelly Marazzi – Der Seele Sorge tragen
Nelly Marazzi
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1.
Inhaltsverzeichnis / 28.08.2026 um 9.59 Uhr
18.
Auszeit, Ferien und Reisen / 08.09.2026 um 11.44 Uhr
18.1.
Auszeit, Ferien und Reisen / 08.09.2026 um 11.45 Uhr
18.
Auszeit, Ferien und Reisen / 08.09.2026 um 11.46 Uhr
16.1.
Trauer verarbeiten / 08.09.2026 um 11.50 Uhr
17.
Literaturangaben / 08.09.2026 um 11.51 Uhr
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Verzeichnis

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Vorwort
1.
Inhaltsverzeichnis
2.
Einleitung
2.1.
Zielsetzung
2.1.
Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deine Mutter denkst?
2.1.
Gibt es ein bestimmtes Bild früheren Glückes, das dir im Zusammenhang mit der Mutter in den Sinn kommt?
2.1.
Woher stammt deine Mutter? Was weisst du über ihr Leben? Wie hat sie den Krieg erlebt?
2.1.
Wie würdest du sie beschreiben?
2.1.
Wie hast du sie als Mutter empfunden?
2.1.
Was waren ihre herausragenden Eigenschaften?
2.1.
Was habt ihr alles zusammen unternommen?
2.1.
Hast du dich an deine Mutter gewandt, wenn dir etwas auf dem Herzen lag? Woran erinnerst du dich speziell?
2.1.
Welches war der Beruf deiner Mutter, bevor sie heiratete? Hat sie diesen Beruf auch nach der Heirat ausgeübt?
2.1.
Hatte sie Hobbies oder Leidenschaften? Was konnte sie besonders gut? Was machte sie besonders gern?
2.1.
Wie haben sich die Eltern kennen gelernt?
2.1.
Wie kleidete sie sich? War ihr das wichtig?
2.2.
Spiritualität im Alter
2.2.
Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deinen Vater denkst?
2.2.
Gibt es ein bestimmtes Bild früheren Glückes, das dir im Zusammenhang mit dem Vater in den Sinn kommt?
2.2.
Woher stammt dein Vater Was weisst du über sein Leben? Wie hat er den Krieg erlebt?
2.2.
Wie würdest du ihn beschreiben?
2.2.
Wie hast du ihn als Vater empfunden?
2.2.
Was waren seine herausragenden Eigenschaften?
2.2.
Was habt ihr alles zusammen unternommen?
2.2.
Hast du dich an deinen Vater gewandt, wenn dir etwas auf dem Herzen lag? Woran erinnerst du dich speziell?
2.2.
Welches war der Beruf deines Vaters bevor er heiratete? Hat er später seinen Beruf gewechselt?
2.2.
Hat er dich an seinen Arbeitsplatz mitgenommen? Wie war das?
2.2.
Hatte er Hobbies oder Leidenschaften?
2.2.
Hat dir/euch der Vater erzählt, wie er die Mutter erobert hat?
2.2.
Wie kleidete er sich? War ihm das wichtig?
2.3.
Spiritualität im Alter bei Menschen mit einer mehrfachen Behinderung auf einer Alterswohngruppe
3.
Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig
3.1.
Spiritualität auf der Alterswohngruppe
3.1.
Was sind deine Erinnerungen an diesen Grossvater?
3.1.
Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände deines Grossvaters? Wie war das z.B. im Krieg/in den Kriegen?
3.1.
Was habt ihr zusammen unternommen?
3.1.
Was für Selbstzeugnisse oder Objekte über deinen Grossvater existieren noch? Was bedeuten sie dir?
3.1.
Was war seine berufliche Tätigkeit?)
3.1.
Erinnerst du dich an seinen Tod?
3.1.
Wie hat er im Alter gelebt?
3.1.
Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deines Grossvaters eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
3.2.
Behinderungen, Einschränkungen, Hilfestellungen und Hilfsmittel der Bewohner/-innen der Aterswohngrupe
3.2.
Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
3.2.
Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände deiner Grossmutter? Wie war das z.B. im Krieg/in den Kriegen?
3.2.
Was habt ihr zusammen unternommen?
3.2.
Was für Selbstzeugnisse oder Objekte über deine Grossmutter existieren noch? Was bedeuten sie dir?
3.2.
Was war ihre berufliche Tätigkeit?
3.2.
Erinnerst du dich an ihren Tod?
3.2.
Wie hat sie im Alter gelebt?
3.2.
Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deiner Grossmutter eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
3.3.
Hilfsmittel Hilfestellungen
3.3.
Was sind deine Erinnerungen an diesen Grossvater?
3.3.
Was habt ihr zusammen unternommen?
3.3.
Was für Selbstzeugnisse oder Objekte über deinen Grossvater existieren noch? Was bedeuten sie dir?
3.3.
Was war seine berufliche Tätigkeit gewesen?
3.3.
Erinnerst du dich an seinen Tod?
3.3.
Wie hat er im Alter gelebt?
3.3.
Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deines Grossvaters eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
3.4.
Mitarbeiter/-innen
4.
Menschen und Alter
5.
Konzept Jahreskreisrituale Durchführung, Ablauf des Rituals, Inhalt, Material, Einführung und Überprüfung Jahreszeitenrituale: Themenarbeit
6.
Jahreszeitenrituale
7.
Spiritualität und Alltag Die eigene Spiritualität ergründen Ablauf Inhalt Material
7.1.
Arbeitsmittel
7.1.
Erinnerst du dich an deinen ersten Schultag?
7.1.
Welche Erwartungen hattest du an die Schule?
7.1.
Was weisst du noch über deinen Schulweg?
7.1.
Wie hast du lesen gelernt?
7.1.
Wie hast du schreiben gelernt?
7.1.
An welche Schulkameraden erinnerst du dich?
7.1.
Hast du noch ein Klassenfoto? Kannst du anhand dessen deine Mitschüler noch charakterisieren?
7.1.
Wie war euer Lehrer bzw. eure Lehrerin?
7.1.
Wie wurdet ihr unterrichtet?
7.1.
Erinnerst du dich an Bestrafungsmethoden in der Schule? Wie beeinflussten diese deine schulischen Leistungen?
7.1.
An welche Höhepunkte des Unterrichts erinnerst du dich?
7.1.
Welche Fächer wurden unterrichtet? Welches war dein Lieblingsfach?
7.1.
Hat dich die Schule zum Lesen angeregt? Welches waren damals deine Lieblingsbücher? Hast du die Schulbibliothek genutzt?
7.1.
Welches sind deine Erinnerungen an Schulferien, Ferienlager, Schulreisen?
7.1.
Besitzt du heute noch Unterrichtsmedien, wie Lesebücher, Schreibhefte usw. aus dieser Zeit?
7.1.
Wie waren deine Schulleistungen? Wie dein Verhältnis zu Hausaufgaben? Half dir jemand?
7.1.
Wie reagierten deine Eltern auf Zeugnisse?
7.1.
Was tatst du nach der Schule?
7.1.
Welche Freunde hattest du aus der Schulklasse oder aus dem Schulhaus?
7.1.
Warst du schon an einem Klassentreffen? Wie hat das auf dich gewirkt?
7.2.
Der Seele Sorge tragen
8.
Wo gehen wir hin
9.
Seelsorge, spirituelle Begleitung oder Annäherung an das innerste Geheimnis
9.1.
Musikterapie, bei Menschen, die an Demenz erkrankt und mehrfach behindert sind.
10.
Musizieren auf der Alterswohngruppe
11.
10 Minuten Aktivierung Ein Schlüssel in die Vergangenheit
12.
Spirutual Care, was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?
13.
Gedanken zu Spiritual Care
14.
Wie kann Spiritual Care in die Praxis umgesetzt werden?
15.
Abschied, Sterben, Tod (interne Weiterbildung)
16.
Trauer verarbeiten
16.1.
Palliative Care und ihre Geschichte
16.2.
Geschichte der Hospizarbeit
17.
Literaturangaben
18.
Auszeit, Ferien und Reisen
18.1.
Eulen und ihre Faszination
18.1.
Eulen und ihre Faszination
19.
Aurorin
Die Gedanken zum Titel "Der Seele Sorge trage" wurde in meiner Arbeit als Sozialpädagogin im Behindertenbereich immer wichtiger.
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  Vorwort

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Spiritualität bei Menschen mit Behinderung im Alter

 

Der Seele Sorge tragen


Vorwort

Bei meiner Arbeit mit Menschen mit Behinderungen sind mir einige Themen wichtig geworden. In meiner Autobiographie habe ich meine Gedanken zum Thema Religiosität, Glauben, Spiritualität, Abschied, Sterben und Tod erwähnt. Mit zunehmendem Alter habe ich mich auch immer wieder gefragt, was ich in meiner verbleibenden Zeit noch alles erfahren, erleben und erarbeiten möchte. Somit war der Schritt zu den Bewohnenden und ihren Bedürfnissen nahe, auch sie danach zu fragen,  ihrer Seele sorge tragen. So sind diverse Arbeitsmittel entstanden. Zudem wurde bei einem internen Audit nachgefragt, wie wir unsere Mitarbeitenden, die mehrheitlich jung sind, auf den Tod, einen Verlust eines Bewohnenden vorbereiten und unterstützen. Ich erwähnte unser QM, Qualitätsmanagement, das genau vorgibt, wie in solchen Situationen vorzugehen ist. "Gut", meinte die Auditorin, "aber wie begleiten Sie die Mitarbeitenden?" So entwarf ich interne Weiterbildungen zum Thema Abschied, Sterben, Tod und Trauer. Zudem fand ich es sehr spannend, Weiterbildungen zu entwickeln und weiter zu geben. Es waren Weiterbildungen für Mitarbeitende und Bewohnende. Das war eine spannende, lehrreiche und abwechslungsreiche Aufgaben in meiner Arbeit.
Als Ausgleich, Besinnung, Ideensammlung und Arbeitsmöglichkeit verreiste ich oft und immer wieder. Sei es nur kurz auf meine geliebte Insel Amrum, ins Engadin oder auf eine grössere Reise. 
Eulen interessante Wesen, die mich faszinieren und denen ich gerne Beachtung schenke. Somit habe ich versucht, mir über diese Lebewesen etwas mehr Wissen anzueignen. 

"Die Seele ernährt sich von dem, woran sie sich freut."

 

Inhaltsverzeichnis
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1.  Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis

Einleitung                                                                                                                        Zielsetzung 

Spiritualität im Alter
Spiritualität im Alter bei Menschen mit einer mehrfachen Behinderung auf einer Alterswohngruppe 
Rituale begleiten uns
Was sind Rituale                                                                                                             
Was schaffen Rituale
Warum sind Rituale wichtig                                                                                             

Spiritualität auf der Alterswohngruppe

Behinderungen, Einschränkungen, Hilfestellungen und Hilfsmittel 
der Bewohner/-innen der Alterswohngruppe
Behinderungen
Hilfsmittel                                                                                                                        Hilfestellungen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter                                                                                   
Menschen und Alter

Konzept Jahreskreisrituale
Durchführung                                                                                                               
Ablauf des Rituals
Inhalt
Material
Einführung und Überprüfung

Jahreskreisrituale: Themenarbeit                                             

Jahreszeitenrituale                                                                                                                               
Spiritualität und Alltag   „Was mein Sehnen sucht“                                                          
Die eigene Spiritualität ergründen
Ablauf
Inhalt
Material                                                                                                                                       

Arbeitsmittel                                                                                                                  

Vorstellung                                                        
Lebensvorstellung
Menschen, die mir wichtig sind                                                      
Hast du zu diesen Menschen Kontakt?
Wie kann ich diesen Menschen zeigen, dass sie mir wichtig sind?
Wie kann ich diesen, für mich wichtigen Menschen, eine Freude bereiten 
Was mich frustriert
Was ich dagegen unternehmen kann
Was mir Lust und Freude bereitet
Was mich traurig stimmt                                                                          
Wie kann ich diese Traurigkeit überwinden?
Spiritualität
Unterspiritualität verstehe ich:                             
Meine eigenen spirituellen Alltagserfahrungen
Seelsorge
Pfarrpersonen
Einladung
Persönliches                                                                                           
Über welche Themen möchte ich nicht sprechen?
Besuch
Genügt dir dieser Kontakt?                                                                      
Themen, die ich besprechen möchte?

Der Seele Sorge tragen                                                                                                                         
Wo gehen wir hin? Ein Buch über das letzte Geheimnis
Erinnerungen                                                                                                                    Wiedersehen                                                                                                                   
Was wird aus mir                                                                                                             
Musik                                                                                                                             
Blumen                                                                                                                         
Engel                                                                                                                             
Friedhof                                                                                                                         
Hölle                                                                                                                             
Nichts                                                                                                                             
Seele                                                                                                                               
Sterne                                                                                                                             
Tunnel                                                                                                                             

Seelsorge, spirituelle Begleitung oder Annäherung an das innerste Geheimnis                            Ein möglicher Weg dazu

Musiktherapie, bei Menschen die an Demenz erkrankt und /oder                            
mehrfach behindert sind.
Das Vergessene vergessen, in der Musiktherapie
Praktische Umsetzung
Musik und Demenz                                                                                   
Musik spielt im Frontalhirn
Sichtbarer Trainingseffekt                                                                                               
Gehirn kompensiert Ausfälle
Musik und Bewegung
Weniger Neuroleptika                                                                                                       
Mozart oder Marschmusik
Gemeinsames Erleben                                                                                                     
Vorsicht mit Hintergrundmusik
Musizieren lernen mit Demenz
Schlüsselfunktion im Pflegealltag                                                                                         
Musizieren auf der Alterswohngruppe


10 Minuten Aktivierung
Ein Schlüssel in die Vergangenheit

Spiritual Care, was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?                                         

Gedanken zu Spiritual Care                                                                                                               
Wie kann Spiritual Care in die Praxis umgesetzt werden?

Abschied, Sterben, Tod (interne Weiterbildung)

Trauer verarbeiten

Palliative Care und ihre Geschichte

Geschichte der Hospizarbeit

Ferien und Reisen
- Auszeit

Eulen und ihre Faszination
                                              
Literatur                                                                                                                     

Autorin                                                                                                                                 

 

Einleitung
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2.  Einleitung
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Einleitung

In unserer Gesellschaft haben Selbständigkeit, Rationalität und Leistungsfähigkeit einen hohen Stellenwert. Für Menschen mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung in einer Alterswohngruppe vermindert sich die Bedeutung dieser Eigenschaften zunehmend. An dieser Stelle ist mir wichtig zu erwähnen, das nebst geistigen und körperlichen Behinderung auch Erkrankungen an Demenz zu denken ist. Statt selbständig und leistungsfähig zu sein, sind Menschen mit einer Behinderung im Alter zunehmend auf die Unterstützung anderer angewiesen und müssen immer wieder lernen zu empfangen. An Stelle von Rationalität tritt Emotionalität in den Vordergrund. Es muss immer wieder neu bestimmt werden, was als wertvoll gilt und worauf Wert gelegt wird. Bei Menschen mit Behinderung stehen Werte im Vordergrund, sind Werte hervorzuheben, die bei Menschen ohne Behinderung nicht selten schlummern. Diese besonderen Werte sind wach zu rufen, zu pflegen und zu schützen. Sich wiederholende Abläufe können zu geliebten Gewohnheiten werden. Sie nehmen nicht selten rituellen Charakter an. Rituale werden im Alltag auf der Wohngruppe täglich erlebt. Sie geben Halt, Orientierung und das Gefühl von Geborgenheit. Das Angebot in der Tagestruktur, der Tagesbeschäftigung ist somit um ein Angebot erweitert. Das Spirituelle fliesst unbewusst in die Arbeit mit ein, sei es durch sich immer wiederholende Abläufe oder Zuwendungen, Freundlichkeit, Mitgefühl und liebevolle Zuwendung. Fehlt ein gewohnter Ablauf, wird von Seiten der Bewohner/-innen Unsicherheit signalisiert oder danach gefragt. Das bewusste Einfliessen von Ritualen, die Spiritualität zulässt, ist vor allem in der Alterswohngruppe sinnvoll und wichtig. Spiritualität in Form von Ritualen können den einzelnen Bewohner/-innen das Gefühl von getragen sein schenken.

Die Jahreszeitenrituale ermöglichen den Bewohner/-innen in spirituelle Themen Einblick zu nehmen und sich nach Möglichkeit mit allen Sinnen daran zu beteiligen.

Anhand der Jahreszeitenrituale und der Tabelle Jahreszeitenrituale, sowie der Beschreibung zu den einzelnen Themen, sind der Aufbau und das Vorgehen ersichtlich. Zudem wird als Vertiefung Spiritualität und Alltag „Was mein Sehnen sucht“ in Form von Arbeitspapieren in die Lebensordner der Bewohner/-innen integriert und erarbeitet. Die spirituellen Erfahrungen müssen ihnen bei den Ritualen individuell bleiben. Sie dürfen auf keinen Fall in irgendeiner Richtung religiös gefärbt sein. Die ausführenden Mitarbeitenden sind befähigt, Gefühlen wie Trauer adäquat und empathisch zu begegnen.



Zielsetzung
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2.1.  Einleitung – Zielsetzung.
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Zielsetzung

In dieser Arbeit wird ein Angebot erarbeitet, das die einzelnen Monate im Jahreskreis thematisiert. Dazu ist ein gezieltes Zeitfenster notwendig, um ein Thema zu vertiefen. Im Mittelpunkt steht die Verbindung, der Bezug vom Menschen zum Geschehen in der Natur, in den einzelnen Monaten. Dabei geht es um Angebote für die Alterswohngruppe. Zu einem späteren Zeitpunkt kann das Angebot für Interessierte geöffnet werden.

Die Teilnehmenden sollen die Möglichkeit haben sich einzubringen, sich mitzuteilen und die Seele mit einzubeziehen.

Zudem wurden interne Weiterbildungen publiziert, die gegenseitig wertvoll und bereichernd waren.

 

Spiritualität im Alter
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2.2.  Einleitung – Spiritualität im Alter.
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Spiritualität im Alter

Unter Spiritualität ist Geistigkeit zu verstehen; inneres Leben, geistiges Leben.
Geistiges Leben, das im Gegensatz zum materiellen Leben steht. Wikipedia (2009)

Der Psychologe Rudolf Sponsel definiert Spiritualität als mehr oder minder bewusste Beschäftigung „mit Sinn- und Wert-Fragen des Daseins, der Welt und der Menschen und besonders der eigenen Existenz und seiner Selbstverwirklichung im Leben“. So umfasst Spiritualität auch eine besondere, nicht notwendig im konfessionellen Sinn verstandene religiöse Lebenseinstellung eines Menschen.

In der Arbeit mit Menschen mit mehrfacher geistiger und körperlicher Behinderung, stellt sich die Frage der Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Bedürfnisse, Empfindungen und Gefühle. Die Möglichkeit, Empfindungen durch Nonverbales zu äussern, müsste angeboten werde. Über die Sinnesorgane wie Ohren, Nase, Tastsinn und Mund können Empfindungen geäussert, nachempfunden und verarbeitet, Emotionen ausgedruckt und gelebt werden.

Die Ausprägung von Spiritualität ist letztlich immer individuell, obwohl jeder Mensch durch seine Lebens- und Erfahrungsgeschichte geprägt ist. Die religiösen Lebenserfahrungen spielen ein, können unterschiedlich sein und ergänzen und bereichern dadurch den Austausch untereinander.

Mit zunehmendem Alter nähern wir uns unweigerlich dem Tod. Der Tod stellt uns vor Fragen. Fragen, die wir nicht beantworten können, auf die es letztlich keine gültige Antwort gibt. Im Austausch mit Mitmenschen kann eine Meinung gebildet, kann ein Bild vom Tod geformt werden. Beginnend mit dem Thema Abschied sind wir mitten drin. Abschied nehmen wir immer wieder. Es ist ein bekanntes Gefühl. Es kann eventuell umschrieben, beschrieben oder verglichen werden mit einem inneren Schmerz. Das Ruhen der Natur kann im Vergleich zum Ruhen beim Menschen ein Thema sein.

Die Jahreszeitenrituale ermöglichen den Bewohner/-innen der Alterswohngruppe in spirituelle Themen Einblick zu nehmen. Ihre Empfindungen und Gedanken können so zum Ausdruck gebracht werden. Nach Möglichkeit können sie sich mit allen Sinnen daran beteiligen. Es soll die Möglichkeit bestehen, Empfindungen und Wahrnehmungen zum Ausdruck zu bringen.

Anhand des Konzeptes, Jahreszeitenrituale sowie der detaillierten Beschreibung zu den einzelnen Themen, sind der Aufbau und das Vorgehen ersichtlich. Die spirituellen Erfahrungen in den Ritualen müssen jedem Bewohnenden offen sein. Sie dürfen auf keinen Fall in irgendeiner Richtung religiös gefärbt sein. Die ausführenden Mitarbeitenden sind befähigt, Empfindungen wie Trauer und Betroffenheit sowie dem Gefühl, alleine auf der Welt zu sein, adäquat und empathisch zu begegnen.

 

Spiritualität im Alter bei Menschen mit einer mehrfachen Behinderung auf einer Alterswohngruppe
Seite 5
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2.3.  Einleitung – Spiritualität im Alter bei Menschen mit einer mehrfachen Behinderung auf einer Alterswohngruppe.
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Spiritualität im Alter bei Menschen mit einer mehrfachen Behinderung auf einer Alterswohngruppe

Rituale begleiten uns

Spirituelle Erfahrungen sollen die Lebensfreude und den Lebenssinn wecken. Spirituelle Erfahrungen haben die Aufgabe, Menschen zu stärken und ihnen Wege und Sinn im Leben aufzuzeigen. Spirituelle Erfahrungen können bereichern, wenn die Möglichkeit besteht, sie auszutauschen und mitzuteilen. Spiritualität hat mit Erfahrung, Bewegung und Entwicklung zu tun, mit all den Bereichen des alltäglichen Lebens, in dem der Mensch sich wagt, neues zu entdecken. Menschen mit einer mehrfachen Behinderung soll ermöglicht werden, sich spirituell auszudrücken, sich mitzuteilen und sich einzubringen. Alle Sinne, die dem Menschen zur Verfügung stehen, sollen dafür genutzt und eingesetzt werden. Sich austauschen, Erfahrungen mitteilen, sich nützlich machen, sich gefragt fühlen steht hier im Zentrum.

Spirituelles im Alltag in Form von regelmässigen Abläufen, die sich wiederholen und dadurch rituellen Charakter haben, findet täglich statt:

  • Duschen und Körperpflege in immer gleichem Ablauf.
  • Essen- und Trinkzubehör, die immer die gleichen, zum Teil auch persönlichen Gegenstände sind, sollen immer am gleichen Ort stehen.
  • Das Verabreichen von Medikamenten zur immer gleichen Zeit, in immer gleichen Situationen.
  • Das Zähneputzen
  • Das Abholen vom Transportbus, usw.

Wenn sich „Lebensrituale“ ändern wehren sich die Bewohner/-innen verbal oder nonverbal, mit Worten, Schreien, auf den Tisch schlagen, einem unzufriedenen Gesichtsausdruck etc.

Über die täglichen Rituale hinaus ist es wichtig, sich auch regelmässig im gewohnten Umfeld über Lebensthemen auszutauschen. Themen, die ausserhalb der Institution stattfinden, die sich in der Natur ereignen. Themen, die berühren und alle etwas angehen. Themen, die zum Philosophieren einladen, die verschiedene Möglichkeiten und Sichtweisen eröffnen und auch stehen gelassen werden können. Themen, die das Innere des Menschen berühren. Spiritualität als innere Erfahrung, als etwas das BEGEISTERT. Spirituelle Erfahrungen, die Lebenstüren öffnen oder öffnen kann. Bezeichnend umschreibt das Folgende die Spiritualität: „Spiritualität bedeutet, sich in einem grösseren Zusammenhang aufgehoben zu wissen, der dem alltäglichen Leben Sinn gibt. Der Mensch kommt mit dem Geheimnis des Lebens in Berührung und bringt dieses BERÜHRT-SEIN zum Ausdruck“ (Eglin, A., 2008, S. 14, Das Leben heiligen).

Dafür soll Raum und Zeit zur Verfügung stehen.

 

Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig
Seite 6
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3.  Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig
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Was sind Rituale

Rituale haben Absichten, Ziele. Sie werden geführt und die Leitung ist klar. Es sind konstante Abfolgen. Die Form ist eingehalten (Ort, Ablauf). Sie sind sinnlich und zeigen klare Symbole zur Verdeutlichung auf, wie z.B. das Herz für die Liebe, die Kerze für den Geburtstag, die Blumen für den Frühling, etc.

 

Was schaffen Rituale

Sie schaffen Struktur, Ordnung und Orientierung. Sie vermitteln Sicherheit, Halt, Kraft und Zuversicht in unsicheren Zeiten, wie z.B. Personal- oder Wohnortwechsel, Verlust durch gesundheitliche Probleme oder durch den Tod. Sie schaffen Vertrauen, sich auf etwas einlassen zu können. Das WIR-GEFÜHL wird gestärkt. Lern- und Entwicklungsprozesse können in Gang gebracht und besser gefördert werden. Rituale können Ängste reduzieren und ein Anker im menschlichen Dasein darstellen.

 

Warum sind Rituale wichtig

Sie können das Verständnis verbessern und die Teilnahme optimaler ermöglichen. Erst wenn ein Mensch verstanden hat, kann er sich einbringen (Hans Ruhe). Rituale helfen das Leben zu ordnen, zu organisieren. Rituale ermöglichen Erinnerungen aufleben zu lassen. Sie lassen früheres Wissen anklingen und aktivieren Emotionen.

 

Spiritualität auf der Alterswohngruppe
Seite 7
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3.1.  Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig – Spiritualität auf der Alterswohngruppe.
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Spiritualität auf der Alterswohngruppe

Arbeitsplatz/Arbeitsumfeld

Die erste Alterswohngruppe unserer Stiftung wurde im August 2010 im Bungert, Niederhasli eröffnet. Das Haus im Bungert ist einer der Standorte der Stiftung Vivendra und wurde im Jahr 1997 eröffnet. Das Haus ist im Dorf eingebettet und steht im Dorfkern, nahe am Bahnhof. Im Haus Bungert befinden sich insgesamt fünf Wohngruppen mit je fünf bis sechs Bewohner/-innen mit mehrfachen geistigen und körperlichen Behinderungen. Im Haus integriert sind drei Ateliers mit Beschäftigungsangeboten. Im Untergeschoss des Hauses befindet sich eine öffentliche Bibliothek. Der Eingangsbereich des Hauses ist grosszügig, vielfältig nutzbar und lädt zum Verweilen ein. Ein Teil des Eingang Bereiches wird als Essmöglichkeit genutzt. Täglich kommen Besuchende aus der näheren Umgebung, um dort eine warme Mahlzeit einzunehmen und Gesellschaft zu pflegen. Das Haus im Bungert weist einen offenen Charakter aus. Aus einer bestehenden Wohngruppe entstand eine Alterswohngruppe. Die Wohngruppe liegt im Parterre, ist flächenmässig grosszügig gebaut und hat drei Ein- / Ausgänge. Zwei davon führen direkt in den Garten. Für Rollstuhlfahrende, sowie Benutzende von grösseren Hilfsmitteln, wie z. B. Stehbretter, hat es genügend Platz, damit sie sich nicht gegenseitig behindern. Die Bewohner/-innen wohnen in Einzelzimmern. Der Wohn- und Essbereich ist grosszügig konzipiert. Im August 2010 begannen die Rochaden der einzelnen Bewohnenden. Diese zügelten von Wohngruppen aus anderen Häusern, die sich in anderen Dörfern, jedoch der gleichen Stiftung befinden, auf die Alterswohngruppe. Zwei Bewohnende blieben auf der Wohngruppe und vier neue Bewohner/-innen zogen in die Alterswohngruppe ein. Notwendige bauliche Massnahmen wurden durchgeführt. So wurde z.B. eine Hebebadewanne eingebaut. Zudem wurde aus der angrenzenden, ehemaligen Wohnung des Hausdienstes Räumlichkeiten für die Tagesstruktur geschaffen. Im Alterskonzept der Stiftung ist festgehalten, dass Bewohner/-innen ab dem  65. Lebensjahr in die Alterswohngruppe aufgenommen werden (Ausnahmen sind möglich). Bei frühzeitiger Alterung bzw. bei einem nicht altersbedingten, physiologischen Abbau, kann ab dem 50. Lebensjahr ein Übertritt erfolgen in der Regel nicht früher (2010, Alterskonzept Stiftung Vivendra).

Behinderungen, Einschränkungen, Hilfestellungen und Hilfsmittel der Bewohner/-innen der Aterswohngrupe
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3.2.  Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig – Behinderungen, Einschränkungen, Hilfestellungen und Hilfsmittel der Bewohner/-innen der Aterswohngrupe.
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Behinderungen, Einschränkungen, Hilfestellungen und Hilfsmittel der Bewohner/-innen der Alterswohngruppe

Behinderungen

  • mentale Retardierung (geistige Behinderung, Entwicklungsstörung)
  • allgemeiner Entwicklungsrückstand
  • Epilepsie/epileptische Anfälle
  • genetische Cerebralparese (Gehirnlähmung)
  • Gehbehinderung nach Kinderlähmung
  • CP (Cerebral Parese, Cerebrale Bewegungsstörung
  • myotone Dystrophie (Curschmann-Steinert/Muskelerkrankung Muskelschwäche)
  • Lowe Syndrom (Stoffwechselstörung)
  • tabuläre Dysfunktion im Sinne eines Fanconi-Syndroms (Funktionsstörung des Energiehaushalts)
  • kongenitale Katarakt (Linsentrübung)
  • Sehbehinderung
  • Blindheit
  • Trisomie 21
  • Quarialkarzinom (Krebserkrankung)
  • Hüft- und Kniearthrose
  • Blasenfunktionsstörung
  • Gonarthrose (Arthrose im Kniegelenk)
  • multiple Knochenfehlbildungen/Deformierungen
  • schwere chronische Niereninsuffizienz (chronische, über Jahre fortschreitender Verlust der Nierenfunktion)
  • mykzytäre, hypochrome Anämie (Blutarmut)
  • arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

Angaben aus dem Intranet der Stiftung Vivendra Dielsdorf, (2010)

 

Hilfsmittel Hilfestellungen
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3.3.  Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig – Hilfsmittel Hilfestellungen.
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Hilfsmittel

  • Rollator
  • Rollstuhl
  • Hebebadewanne
  • Duschstuhl
  • Duschbett
  • Hebelift
  • Stehbrett
  • Hebebett
  • Spezielle Sitzstühle
  • der Sitzhöhe abgepasste Tische
  • Besteck mit angepasstem Winkel und Griff
  • Teller Antirutschmatte unter Teller
  • Trinkbecher
  • Tassen mit angepasstem Griff und mundgerechter Form

 

Hilfestellungen

  • Essen schöpfen, zerkleinern, eingeben
  • Trinken: Spezialbecher, Glas abfüllen, bereitstellen oder eingeben
  • An- und ausziehen der Kleider
  • Bereitlegen der Kleider
  • Körperpflege: Duschen, Haare waschen, Zähne reinigen, Toilettengänge
  • Hilfestellung beim sich Fortbewegen
Mitarbeiter/-innen
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3.4.  Was sind Rituale Was schaffen Rituale Warum sind Rituale wichtig – Mitarbeiter/-innen.
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Mitarbeiter/-innen

Die Mitarbeiter/-innen der Alterswohngruppe sind unterschiedlich ausgebildet:

  • Geriatrie-Pflege
  • Führungsausbildung
  • Ausbildung Sozialpädagogik
  • Ausbildner/-innen Sozialpädagogen, FaBe (Fachfrau/Fachmann Behinderung), FaGe (Fachfrau/Fachmann Geriatrie).  
  • Praxisassistentin (Arztgehilfin)
  • Betreuerin (Ausbildung bei Agogis)
  • Fachfrau/-Mann Betreuung (FaBe)
  • Ohne agogische oder pflegerische Ausbildung
  • Praktikanten
  • Schüler/-innen
  • Stellenprozente: ca. 660 %
  • Arbeitszeiten: 6:30 – 21:30 Uhr in verschiedenen Arbeitsschichten
  • Schlafpikett: Bei Engpässen wird dieser vom Personal der Wohngruppen durchgeführt
  • Nachtwache: 21:30-07:15 Uhr
Menschen und Alter
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4.  Menschen und Alter
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Menschen und Alter

Körperliche und physische Veränderungen treten in jedem Lebensalter auf. Altwerden ist ein Prozess und kann unterschiedlich verlaufen. Bei Menschen mit mehrfacher geistiger und körperlicher Behinderung kann ein Abbau in jüngeren Jahren beginnen. Der Verlust der Arbeit kann teilweise oder ganz stattfinden. Veränderungen im Beziehungsumfeld sind zu verarbeiten und zu verkraften, wenn Eltern, Angehörige oder Freunde sterben. Veränderungen in der Wohnsituation und den Zuwendungen der einzelnen Bewohnenden können eintreffen, wenn ein erhöhter Pflegeaufwand erforderlich wird. Der alternde Mensch verlangt nach Ruhe, Achtsamkeit, Zuwendung und Anpassungen in seinem Lebensalltag.

 

Konzept Jahreskreisrituale Durchführung, Ablauf des Rituals, Inhalt, Material, Einführung und Überprüfung Jahreszeitenrituale: Themenarbeit
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5.  Konzept Jahreskreisrituale Durchführung, Ablauf des Rituals, Inhalt, Material, Einführung und Überprüfung Jahreszeitenrituale: Themenarbeit
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Konzept Jahreskreisrituale

Mit der Durchführung der Jahreszeitenrituale bieten wir den Bewohnenden, wie auch den Mitarbeitenden die Möglichkeit, einen Moment inne zu halte. Rituale helfen Strukturen in das Leben zu bringen. Rituale erinnern an Gewohntes, Liebgewordenes. Sie können Halt und Geborgenheit geben. Wechsel im Jahresablauf können wichtige Orientierungshilfen sein.

 

Durchführung

  • Das Ritual kann auf der Alterswohngruppe durchgeführt werden.
  • Die Themen werden den Teilnehmenden im Voraus bekannt gegeben.
  • Die Durchführung findet einmal im Monat statt.
  • Der Zeitpunkt wird den Gegebenheiten angepasst.

 

Ablauf des Rituals

  • Das Jahreszeitenritual hat immer den gleichen Ablauf.
  • Der Anfang und der Schluss bleiben immer gleich.
  • Das zum Thema passende Symbol steht immer in der Mitte des Tisches oder des Raumes.
  • Inhaltliche Anpassungen sind durchaus möglich.
  • Das Ritual dauert 45 Minuten, kann jedoch individuell angepasst werden.

 

Inhalt

  • Die Themen werden in einem Jahresplan erarbeitet.
  • Der Rahmen, sowie der Anfang und der Schluss der Jahreszeitenrituale sind immer gleich und vermitteln dadurch einen rituellen Charakter.
  • Die Teilnehmenden können weitere Themen und Ergänzungen für die Zukunft einbringen.



Material

  • Das Material wird an Hand des Jahresplanes erarbeitet, vorbereitet und bereitgelegt.



Einführung und Überprüfung

Die Jahreszeitenrituale werden der Wohngruppenleitung und danach dem Team unterbreitet. Der Beginn der Jahreszeitenrituale fand im Januar 2011 statt, da die Alterswohngruppe im Herbst 2010 eröffnet wurde. Als geeignete Zeit bot sich der Freitagabend, 18:30-19:15 Uhr an. In jeder der Beschäftigungsgruppen im Bungert steht grundsätzlich je ein Platz für unsere Bewohner der Alterswohngruppe zur Verfügung, den sie je nach Befindlichkeit nutzen können. Dort findet auch am Freitagnachmittag ein Beschäftigungsprogramm statt. Zusätzlich bietet die Alterswohngruppe auf der Wohngruppe eine Tagesstruktur an. Optimal wäre es, wenn das Angebot der Jahreszeitenrituale am Freitagnachmittag stattfinden könnte. Diese Möglichkeit fand ein paar Jahre später statt, als diverse Bewohner/-innen altershalber nicht mehr am externen Beschäftigungsprogramm teilnahmen. Die Bewohnenden verbringen die Wochenenden mehrheitlich auf der Wohngruppe und sind am Freitagnachmittat oder Freitagabend ohne verbindliches Programm. Der Wochentag und die Durchführungszeit werden letztlich von den Mitarbeitenden, nach Rücksprache mit den Bewohnenden sowie den anderen, wechselnden Strukturen angepasst und festgelegt. Die Überprüfung fand sechs Monate nach der Einführung statt.

Im Konzept Jahreszeitenrituale sind die wichtigsten Überlegungen kurz festgehalten. Es ist möglich sich innerhalb kurzer Zeit einen Überblick zu verschaffen. In der Institution besteht kein Konzept zu diesem Thema. Auch aus anderen Institutionen ist mir darüber nichts bekannt. Auf der Wohngruppe führen wir seit ca. einem Jahr regelmässig einmal im Monat einen Gruppenrat durch. Dort werden je länger dieser besteht, Themen angesprochen, die denen der Jahreskreisrituale nahe sind. Im Alterskonzept der Stiftung ist festgehalten, dass ein Konzept für Spiritualität auf der Alterswohngruppe noch erarbeitet wird.

Jahreszeitenrituale: Themenarbeit

Die Jahreszeitenrituale haben immer vier Elemente, die sich wiederholen:

  • Anfang mit Klangschale: Zeichen zum Anfangen
  • Jahreszeitenritualkerze wird angezündet: Kerze als Mitte ohne echtes Feuer
  • Symbolgegenstand wird nach jedem Jahreszeitenritual von den Teilnehmenden am Ende auf den Tisch gelegt.
  • Schluss mit Klangschale: Zeichen zum Schluss

 

Jahreszeitenrituale
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6.  Jahreszeitenrituale
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Jahreszeitenrituale

Monat

Themen

Inhalt

Aktion

Symbol

J

A

N

U

A

R

Winter: Sinn: Natur erholt sich

Schnee, Eis Baum, Natur ruht sich aus

Schnee, Eis: Zum Fühlen, anfassen bereit. Wir ruhen uns aus und blicken zurück: Jahresrückblick mit positiven und negativen Momenten in Wohnsituation/
Leben

Schnee/Eis

Erinnerungsgegenstand: Symbol für positiven und negativen Rückblick mit Bewohner/-innen suchen

F

E

B

R

U

A

R











Fastenzeit/

Fasnacht: Bedeu-tung

















Beginn: Aschermittwoch ist zw.3.Februar und 10.März, abhängig vom Frühlingsmond. Beginn der sechs Wöchigen Fastenzeit. Vorher noch einmal so richtig austoben, den Bauch füllen.

In der Fastenzeit darf kein Fleisch, Fett, Schmalz, Butter, Käse und Eier gegessen werden.









Gegenstände von Fasnacht zeigen: Konfetti, Larven,

Verkleidung

Fastenzeit: Eier, Käse, Butter auf den Tisch legen: Hin-weis, Esswaren, die jetzt nicht gegessen werden.

Bedeutung Fasten-zeit: Besinnung auf anderes als das

Essen, auf sich als Mensch. Besinnung, darüber, was an Kar-freitag und Ostern geschehen ist.

Fasnachtschüechli

 

Erinnerungsgegen-stand:

Konfetti, Fasnachtsschlangen

M

Ä

R

Z

Name, bedeutet:

Glück und Unglück


Warum brauchen wir einen Namen? Alle Namen der Teilnehmenden werden auf ein Blatt aufgeschrieben. Das Blatt wird symbolisch zur Bedeutung der einzelnen Namen gestaltet.


Wie sollen wir mitei-nander reden, ohne den Namen zu nen-nen? Zurückfragen ob jemand weiss, warum sie/er diesen Namen erhalten hat. Zu jedem Namen wird die Bedeutung herausgesucht und erklärt.

Namen der TN sind auf Einzelblättern notiert und liegen auf der Tischmitte.

Erinnerungsgegenstand:

Collage mit den Namenblättern wird erstellt

A

P

R

I

L

Ostern


Bedeutung: Kreuzigung Jesus am Karfreitag; Ostern Grab ist leer. Trauer von Kreuzigung kann abgelegt werden.

Hase/Ei: Symbole für die Fruchtbarkeit. Das Leben geht weiter.

Basteln: Osterhasen und Ostereier aus doppeltem Karton zum aufstellen (Schablone verwenden).

Nach Bedarf, Ostergeschichte erzählen.

Hasen/Eier

 

Erinnerungs-gegenstand:

Hasen/Eier

M

A

I

Frühling

Auffahrt/Pfingsten: Bedeutung

Farben erkennen

Lieblingsfarbe nennen, Bedeutung der Farben kennen. Bedeutung von Auffahrt/

Pfingsten: Jesus ist auferstanden und fährt in den Himmel.



Verschieden farbige Blumen in Vase stellen. Lieblingsfarben nennen. Bedeutung der Farben werden erklärt. Bedeutung von Auffahrt/Pfingsten wird erklärt

Blumen

 

Erinnerungs-gegenstand:

Blumenstrauss in Vase

 

J

U

N

I

Freude und Leid

Freude teilen können.

 














Forschen, suchen nach Lieblingsgegen-ständen und Lieblingstätigkeiten

Am Leid teilnehmen können. Sich trösten lassen

Nach Möglichkeit sind wir im Garten. Wie können wir uns an der Freude der anderen freuen: Miteinander lachen, geniessen, gemeinsame Erlebnisse. Herausfinden, was jeder gerne hat: Es werden Lieblingstätig-keiten/Lieblings-gegenstände der TN aufgezählt, notiert und später dazu eine Symbol-zeichnung erstellt. Dieses Wissen, was Freude bereitet, hilft uns als Übergang für die Teilnahme am Trauern.






lachen/weinen

 

 

 

 

 

 

Erinnerungs-gegenstand:

Zettel mit Lieblingsgegenständen, Lieblingstätigkeiten

J

U

L

I

Sommer: Wärme/

Freiheit



Wir sitzen im Garten und geniessen die Wärme: Endlich keine Socken und warme Kleider mehr tragen müssen.

Fussbad/Handbad ermöglichen



Sonne/Wasser

Erinnerungs-gegenstand:

Wasser in Schale mit Sonnenblume

A

U

G

U

S

T

Mut

Geschichte: Mats und die Streifen-mäuse (Bilderbuchge-schichte)



Die Geschichte wird im Garten erzählt.

 

Zurückfrage: was ist Mut?



Maus: Aus Papier hergestellt und aufgestellt.

Erinnerungs-gegenstand:

Mäuse aus Papier

S

E

P

T

E

M

B

E

R

Glück und Unglück



Glück: Symbole wie vierblättriges Kleeblatt, Säuli mit Fünfräppler im Mund


Unglück: Eine schwarze Katze läuft über den Weg.

 

Symbole zeigen, herstellen: Kleeblatt, Säuli, Fünfräppler




Schwarze Katze

Kleeblatt/ schwarze Katze

Erinnerungs-gegenstand:

Symbole der Bewohnerinnen und Bewohner für Glück und Unglück

O

K

T

O

B

E

R

Wachsen/Ernten: In der Natur

Rebstock mit Blättern und Trauben in Topf gepflanzt:

Wachsen, Wasser

 

Trauben: Probieren, pressen, trinken

Ablauf vom Rebstock bis zur Traube:
Es braucht Wasser, Sonne, Pflege.

Wir lesen Trauben ab, zerdrücken sie mit dem Mörser und trinken den Saft.


Traube

 

Erinnerungs-gegenstand:

Rebe in Topf

N

O

V

E

M

B

E

R

Gewinn und Verlust, kommen und gehen in der Natur und bei den Menschen

Tage werden kürzer, weniger Licht, Bäume verlieren Blätter. Natur bereitet sich für den Winter vor, schützt sich, um nicht zu erfrieren.

Was geschieht bei uns? Wärmere Kleider, weniger lang im Freien, warme Getränke, mehr Licht (Lampe, Kerze), gerne zu Hause sein,

Abschied von anderen Menschen nehmen. Mit anderen Menschen zusammen sein.



Tasten, fühlen, rieche: Blätter anschauen, betasten daran riechen, beschreiben, sich an den verschiedenen, kräftigen Farben freuen.

 

 

Kräutertee, Punch miteinander trinken.

An Menschen denken, von denen wir Abschied nehmen mussten.

Was erinnert uns an sie? Was war speziell an ihnen?

Wind, Regen, Kälte Wärme, Licht, Erinnerungen

 

 

Erinnerungs-gegenstand:

Farbige Blätter

Erinnerungsgedanken an Verstorbene.

D

E

Z

E

M

B

E

R

Licht: Advent,

Freude bereiten: Weihnacht



Vorfreude auf Weihnacht.

Licht, Kerze als Zeichen für Wärme, Geborgenheit und Freude

Was bereitet uns Freude? Wie geben wir Freude weiter?



Was gehört zur Vorfreude für Weihnachten?

Ratespiel mit oder ohne verbundene Augen: An Tannenzweigen, Kerzen, Weihnachtsguetsli riechen, tasten, fühlen und probieren.





Kerze,

Tannenzweig, Weihnachtsguetsli

 

Erinnerungsgegen-stand:

Kerze in Glas oder Laterne

 

 

Spiritualität und Alltag Die eigene Spiritualität ergründen Ablauf Inhalt Material
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7.  Spiritualität und Alltag Die eigene Spiritualität ergründen Ablauf Inhalt Material
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Spiritualität und Alltag „Was mein Sehnen sucht“

Ziel

Beim Thema Spiritualität im Alltag geht es darum, sein Ich mit seinen Empfindungen, seiner Sehnsucht und seinen Bedürfnissen wahrzunehmen. Spiritualität heisst für mich nichts anderes als praktizierende Mitmenschlichkeit.

 

Die eigene Spiritualität ergründen

Bei der persönlichen Auseinandersetzung mit Spiritualität wird deutlich, dass sie viele Facetten hat.

Spirituelle Momente im Alltag erlebe ich….

……wenn ich im Wald spazieren gehe und an Stellen komme, wo das Moos wächst.

       wo es saftig grün ist.

……wenn ich die Wellen an einem See, am Meer rauschen höre.

……wenn es nach Regen riecht.

……wenn der Himmel voller Sternen leuchtet.

……wenn ich mit Freunden zu einem guten Gespräch zusammensitze.

……wenn ich in einem Strassenkaffe sitze, den Menschen zusehe und die Seele

       baumeln lasse.

……wenn ich meine Musik höre.

……und vieles mehr

 

Ablauf

Jede Bewohnerin und jeder Bewohner erhält einen Lebensordner. Nach Wunsch und Bedürfnis der Bewohner/-innen werden die einzelnen Themen behandelt, gestaltet und in die Ordner abgelegt. Die einzelnen Fragen werden auf A4 Papier ausgedruckt, sodass noch Platz für eigene Gedanken und Gestaltung zum Thema Platz findet. Es kann jeder Zeit durch weitere A4 Seiten erweitert werden. In der Tagesstruktur wird zusammen mit den Bewohnern an diesem Ordner gearbeitet. Jahresziel 2012 der Tagesstruktur der Alterswohngruppe Kristall: Jede Bewohnerin und jeder Bewohner gestaltet und bearbeitet aktiv und mit Unterstützung seinen Lebensordner.

 

Inhalt

  • Ich (Bewohner) stelle mich vor.
  • Lebensvorstellungen der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Soziales- und Beziehungspflege
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie
  • Auseinandersetzung mit Lebensvorstellungen und Lebenswünschen
  • Auseinandersetzung und mögliche Bewältigung mit Frustration und Unerfülltem
  • Erarbeiten und nennen von Freude und Lustgewinn
  • Auseinandersetzung mit Trauer
  • Auseinandersetzung mit den Themen, Spiritualität, Seelsorge und Pfarrpersonen
  • Kennenlernen von Pfarrpersonen
  • Formulieren von Fragen und Themen an Pfarrpersonen
  • Nennen von Themen, die in der Tagesstruktur besprochen werden können

 

Material

  • Ordner für jede Bewohnerin und jeden Bewohner
  • Diverses Papier, unterschiedlich in der Grösse, Stärke und Farbe
  • Fotos
  • Diverse persönliche Unterlagen zum Gestalten der einzelnen Papiere
  • Scheren für Rechts- und Linkshänder
  • Diverse Scheren zum Muster schneiden
  • Leim
  • Farbstifte
  • Fingerfarben
  • Wasserfarben
  • Bleistifte
  • Klebstreifen / Klebband zum Fixieren der Arbeitsunterlagen

 

Arbeitsmittel
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7.1.  Spiritualität und Alltag Die eigene Spiritualität ergründen Ablauf Inhalt Material – Arbeitsmittel.
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Arbeitsmittel

Ich

Name:

Vorname:

Geboren am:

Ich wohne:

Meine Telefonnummer:

 

 

 

Vorstellung

 

Körpergrösse:

 

Augenfarbe:

 

Haarfarbe:

 

Stimme:

 

Geruch:

 

Kleidung:

 

Fortbewegung:

 

Hobbys / Vorlieben:

 

 

LEBENSVORSTELLUNG

 

Wie stelle ich mir mein Leben vor?

 

Bitte stelle dein Leben dar: Zeichnen oder Collage

 

Du kannst auch Hilfe anfordern.

 

 

 

 

Menschen, die mir wichtig sind

 

Zähle sie auf:

 

Mit wem warst du die längste Zeit deines Lebens unterwegs?

 

Wen hast du alles kennengelernt?

 

Wer hat dich begleitet?

 

 

 

 

Hast Du zu diesen Menschen Kontakt?

 

Wie findet er statt?

 

Zeichne, klebe oder schreibe sie auf.

 

Hast Du Dich von einzelnen Menschen verabschieden müssen?

 

Hast Du ein Foto von ihnen?

 

 

 

 

Wie kann ich diesen Menschen zeigen, dass sie für mich wichtig sind?

 

 

 

 

Wie kann ich diesen, für mich wichtigen Menschen, eine Freude bereiten?

 

Ideen:

 

Material:

 

Hilfe:

 

 

 

Was mich frustriert:

 

 

 

Was ich dagegen unternehmen kann:

 

 

WAS MIR LUST UND FREUDE BEREITET

Zähle mindestens drei Situationen auf.

Wenn du dazu Hilfe brauchst, frage jemanden aus dem Team.

1.

2.

3.

 

 

 

Was mich traurig stimmt

 

·       Vielleicht kannst du aufschreiben was dich traurig macht.

 

·       Du kannst es auch einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter erzählen.

 

·       Diese schreiben es für dich auf.

 

·       Vielleicht zeichnest du die Situation lieber oder stellst eine Collage her.

 

 

 

 

Wie kann ich diese Traurigkeit überwinden?

Drei mögliche Ideen:

 

1.

2.

3.

 

 

 

SPIRITUALITÄT, WAS IST DAS?

 

Spirituelle Momente im Alltag können sein…….

·       wenn ich den Sternenhimmel sehe und ich darüber nachdenke, wie weit weg diese Sterne sind.

·       wenn ich mich auf einen Besuch freue.

 

Kommen dir noch andere Momente oder Situationen in den Sinn?

Schreibe diese auf oder lasse sie dir aufschreiben.

 

 

 

Unter Spiritualität verstehe ich:

 

 

 

Meine eigenen spirituellen Alltagserfahrungen:

 

 

 

Seelsorge, was ist das?

 

 

 

Pfarrpersonen

 

Wen kenne ich:

 

Welche Aufgabe haben sie:

 

Die Pfarrpersonen in meiner Kirchgemeinde:

Lukas Müller: Reformierter Pfarrer (Name geändert)

Matthias Angst: Katholischer Pfarrer (Name geändert)

 

 

Zudem stehen dir diverse Pfarrpersonen der verschiedenen Kirchgemeinden zur Verfügung.
Es gibt auch eine Seelsorge für Menschen mit Behinderungen.

 

 

 

Einladung

 

·       Wollen wir die Pfarrpersonen einladen, um sie kennen zu lernen?

 

·       Datum:

 

 

 

Persönliches

 

Gibt es persönliche Fragen an die Pfarrer?

 

Gibt es Themen, die du mit ihnen besprechen willst?

 

Wann:

 

 

 

Über welche Themen möchtest du nicht sprechen?

 

Themen:

 

Möchtest du mit jemand anderem darüber sprechen?

 

 

 

Besuch

 

Wie war der Besuch der Pfarrpersonen?

 

Gibt es Fragen an die Pfarrer?

 

Gibt es Themen, die du/wir mit ihnen besprechen wollen?

 

Wann:

 

 

 

Genügt dir dieser Kontakt?

 

Ja:

 

Warum:

 

Nein:

 

Was kann ich unternehmen:

 

 

 

Themen, die ich in der Tagesstruktur besprechen möchte?

 

Vorschläge:

 

Medien: (DVD etc.)

 

 

 

 

 

Der Seele Sorge tragen
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7.2.  Spiritualität und Alltag Die eigene Spiritualität ergründen Ablauf Inhalt Material – Der Seele Sorge tragen.
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Der Seele Sorge tragen

Seit einiger Zeit besuchen Pfarrpersonen der katholischen und reformierten Kirchgemeinden aus Niederhasli die Alterswohngruppe der Stiftung. Die Pfarrpersonen besuchen uns etwa zwei Mal im Jahr und nehmen dann jeweils das Mittagessen mit uns ein. Diese Tischgemeinschaft ist für alle Beteiligten bereichernd. Bei diesem persönlichen Austausch lernen wir uns gegenseitig kennen und schätzen. Die Bewohner/-innen haben jeweils die Möglichkeit, Anliegen an die Pfarrperson zu richten. Nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Wohlbefinden gilt es zu pflegen. Bereits mehrmals mussten wir von Bewohner/-innen der Alterswohngruppe Abschied nehmen. Dabei unterstützen uns die jeweiligen Pfarrpersonen bei den Abschiedsfeiern, die im Haus in Niederhasli stattfinden. Diese Feiern stehen für alle Bewohner/-innen sowie auch für Mitarbeitende der Stiftung offen. Sie sind ein wichtiges Ritual, damit sich die Bewohner/-innen und die Mitarbeitenden von den Verstorbenen angemessen verabschieden können. Diese Abschiedsfeiern sind immer sehr eindrücklich, einfühlsam gestaltet und helfen den Beteiligten bei der speziell für Menschen mit einer Behinderung sehr bedeutsamen Trauerarbeit.

Wir freuen uns jeweils sehr auf den Besuch der Pfarrpersonen.

Wo gehen wir hin
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8.  Wo gehen wir hin
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Wo gehen wir hin

Das Thema Sterben, Loslassen, Tod und Abschiednehmen begleitete mich in meiner Arbeit immer wieder. Wir als Mitarbeitende waren immer wieder herausgefordert, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Oft war die Auseinandersetzung für uns als Mitarbeitende schwieriger, als die für unserer Klientinnen und Klienten. Bei Gesprächen mit Klientinnen und Klienten zum Thema Tod und wohin gehen, wir kam meistens eine klare Antwort: „S‘ Mami isch im Himmel obe“. Für uns Mitarbeiter/-innen war es oft so, dass wir auf Fragen keine klaren und endgültigen Antworten finden konnten. In Buchhandlungen liegt Literatur zum Thema Abschied, Sterben, Tod nicht sichtbar auf. Bei der Nachfrage ist vielleicht etwas zu finden oder es muss bestellt werden. Verdrängen wir das Thema?

Deshalb habe ich versucht, ein Buch zum Thema Sterben zu gestalten. Es soll in einfacher Sprache und mit Bildern helfen, eine mögliche Antwort zu geben (Herausgabe Oktober 2016).

 

 

Wo gehen wir hin?

Ein Buch über das letzte Geheimnis

 

Vielleicht denken Menschen, die mir liebgeworden sind an mich, wenn ich nicht mehr auf der Erde bin.

Vielleicht lachen sie, wenn sie an mich denken.

Es kommt ihnen etwas in den Sinn, was sie an mir gefreut hat.

Oder sie denken an etwas ganz typisches von mir.

Vielleicht denken sie an ein gutes Gespräch, an eine Aktivität oder eine Begegnung mit mir.

Vielleicht sind sie manchmal traurig, dass ich nicht mehr bei ihnen bin.

 


 Eventuell gehen wir ich an einen Ort, wo wir alle,

die schon verstorben sind wieder sehen werden.

Aber wie begegnen wir ich ihnen denn?

Können wir uns genau an sie erinnern?

Erkennen wir sie wieder oder denken wir:

  • Genau so war meine Grossmutter
  • Genau so war mein jüngerer Bruder.
  • Genau so war meine Freundin.

 

 

Vor mir liegt ein Wald, schön und dicht. Die Bäume wachsen und spenden Sauerstoff.

Bei den Bäumen riecht es gut nach Harz.

Manchmal setze ich mich unter einen Baum und höre dem Rauschen der Äste und Zweige zu, wenn sie sich im Wind wiegen.

Von den Bäumen geht eine positive Kraft aus, die mir guttut.

Meine Seele kann bei den Bäumen Kraft tanken.

Vielleicht wird aus meiner Asche einmal ein Baum.

Ein Baum, der positive Energie weitergeben kann.




Vielleicht hören wir wunderbare, schöne Musik, die uns so gut gefällt, dass wir nicht mehr zurück möchten.

 


Vielleicht wird aus deiner Asche eine schöne Blume.

Der Wind bläst in die Blume und trägt die Samen auf die Wiese.

Bald wird daraus ein Blumenfeld.

Die Schmetterlinge fliegen auf die Blumen und die Bienen suchen den frischen Nektar.





 

Eventuell werde ich ein Engel werden, der dich immer beschützen kann.

Dann werde ich meine Flügel ausbreiten, zu dir fliegen und dich umfangen.

Der Engel wird dich beflügeln und dir positive Gedanken und gute Ideen einhauchen.

 



Vielleicht liegst du auf dem Friedhof und schöne Blumen schmücken dein Grab.

Dann kann ich an dich denken und mich freuen.

Vielleicht bist du mir dann ganz nahe und tröstest mich.

Vielleicht spüre ich deine Liebe, es wird mir warm ums Herz und ein Glücksgefühl durchströmt mich.

 

Was bleibt von uns?

Wir werden vielleicht in einer Urne, in einem persönlichen Grab,

zu Hause im Garten, bei einer Pflanze, in einem See oder im Meer beigesetzt.

Somit macht der Tod Sinn.

Die Asche wird so zu neuem Leben.

 



Oder kommt meine Seele zum Teufel in die Hölle?

Nein das glaube ich nicht.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es Menschenseelen gibt, die in die Hölle kommen.

Kein Mensch kann so schlecht sein.

Jeder Mensch hat bis am Ende seines Lebens die Möglichkeit, sich zu ändern und zu wandeln.

 


Vielleicht ist gar nichts mehr und ich gehe ins Nichts.

Keine Erinnerung bleibt. 

Keine Freude ist da.

Einfach Nichts.

 


Und meine Seele geht weiter, findet einen Schmetterling und beseelt ihn.

 


Vielleicht werde ich ein Stern und leuchte auf die Erde.

So viele Sterne strahlen in der Nacht am Himmel, kleine und grosse Sterne.

Wenn du die Sterne siehst, kannst du dich an ihnen und ihrem Licht freuen.

Vielleicht denkst du, dieser, genau dieser Stern ist ein Mensch der gestorben ist und dir so lieb geworden ist.

So schön leuchtet dieser Stern!

Und wenn du am anderen Tag wieder zum Himmel hochschaust und die Sterne wieder leuchten, siehst du vielleicht wieder genau den Stern, der dich an den lieben Menschen erinnert.

Vielleicht ist es nicht der grösste Stern, der am Himmel steht.

Aber es ist der Stern, der am stärksten leuchtet. Und du spürst, es muss dieser Stern sein, gleich wie gross und schön er ist.

Dann bist du diesem Menschen ganz nahe.



 

Vielleicht kommen wir durch einen langen Tunnel, mit warmen Farben.

Es ist schön.

Ein angenehmes Licht empfängt mich.

Ist so Geborgenheit?

"Wo gehen wir hin" habe ich in original A4 Format gezeichnet und dazu ein Buch hergestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seelsorge, spirituelle Begleitung oder Annäherung an das innerste Geheimnis
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9.  Seelsorge, spirituelle Begleitung oder Annäherung an das innerste Geheimnis
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Seelsorge, spirituelle Begleitung oder Annäherung an das innerste Geheimnis

Ein möglicher Weg

Quelle: Wie wird es sein? Famos Rita, Müller Anne-Marie

 

Der Begriff Seelsorge zu umschreiben, ist nicht einfach. Dort wo Menschen Fragen haben, die sie unbedingt angehen, antwortet die Seelsorge. Sie geht den Sinnfragen nach, die in besonderen Lebenssituationen aufbrechen. Sie kann dabei behilflich sein, ein erschüttertes Selbst- und Wirklichkeitsverhältnis neu zu strukturieren.

Seelsorge ist gelebte Theologie. Terminologisch ist es auf Plato zurückzuführen, d.h. auf das 4. Jahrhundert vor Christus. In der berühmten Apologie des Sokrates fordert dieser seine Mitbürger auf, sich nicht um Besitz und Ehre, sondern um ihre eigene Seele zu sorgen. Dabei versteht er dies als Gegenüber zum Leib und bereitet damit dem in der Folge so überaus wirkmächtigen, dualistischen Menschenbild den Boden. Dieses steht in krassem Widerspruch zur hebräischen Anthropologie, welcher eine Aufteilung des Menschen in Leib und Seele gänzlich fremd ist. Im hellenistischen Denken hätte der Mensch eine Seele, und im hebräischen sei er eine Seele.

In der heutigen naturwissenschaftlich-neurobiologisch dominierten Sichtweise des Menschen wird die Seele zunehmend bedeutungslos. Zu unbestimmbar ist sie. Sie lässt sich weder operationalisieren noch vermessen. Zu Forschungszwecken dieser Art eignet sie sich deshalb nicht.

Der Begriff Seele bedeutet im Griechischen Psyche. Der Begriff Seele kann in den Neurowissenschaften nicht quantifiziert werden. Deshalb haben ihn die Psychologie und Psychiatrie fallen gelassen, da er zu komplex ist und zu viel Unterschiedliches umfasst und integriert. Die Wendung „eine Seele von Mensch sein“ erinnert noch an ein ganzheitliches-hebräisches-Verständnis von Mensch. Da Seelsorge den Begriff „Seele“ enthält und auch inhaltlich bewusst an ihm festhält, knüpft sich auch an dessen Gabe an, biblische Hoffnungsbilder nach einer sinnerfüllten Existenz wachzurufen und Theologie auch leben zu wollen. Seelsorge ist gelebte Theologie und bezeichne eine bewusste und reflektierte Haltung des Glaubens. Seelsorge begleitet die Menschen auf ihrem spirituellen Weg, dem Weg, der sie mit dem verbindet, worauf sie im Tiefsten vertrauen können.

Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, belegen, dass Spiritualität ein wesentlicher Faktor von Lebensqualität, sowie eine bedeutsame Ressource zur Bewältigung von Krisensituationen ist. Die Frage ist, was wir unter Spiritualität verstehen. Eine wissenschaftlich anerkannte Definition von Spiritualität gibt es bis heute nicht. Der Begriff Spiritualität stammt ursprünglich aus der christlich-theologischen Tradition und bedeutet, sein Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes zu führen.

Im Gesundheitswesen ist das multikulturelle, multireligiöse und zunehmend säkulare Umfeld Normalität geworden. Zukünftige spirituelle Begleitung ist herausgefordert, Verständnis von Spiritualität zu entwickeln, dass beim Menschen anknüpft und offen für ganz unterschiedliche spirituelle Ausprägung ist. Spiritualität darf nicht auf eine bestimmte Religion beschränkt werden, religiösen Glauben aber auch nicht ausschliessen. Spiritualität umfasst Religiosität, geht jedoch weit darüber hinaus.

„Es gehört zum Menschen, sich selbst und seine Welt zu interpretieren. Wir befinden uns immer in Situationen in denen wir uns zu verhalten haben. Eine Situation für sich allein gibt es nicht. Wir leben in verschachtelten einander durchdringenden und umgreifenden Situationen“, so der Religionswissenschaftler K. Baier.

Es geht darum worauf ein Mensch im Tiefsten vertraut, was ihn hoffen lässt und sinnstiftend ist. Diesen innersten Bereich, zu dem Begleitende keinen direkten Zugang haben, gilt es zu respektieren und zu schützen. Menschen geben jedoch vielfältige, meist symbolisch verschlüsselte Hinweise auf ihr innerstes Geheimnis. Mit Bildern, Liedern, Gedichten, Gebeten und Ritualen, die für sie bedeutsam sind weisen sie auf Grundsituationen hin, in der sie sich letztlich eingebettet fühlen. Dies können, müssen jedoch keineswegs, religiöse Symbole und Texte sein. Welche Symbole jemand findet und auf welchem religiösen oder spirituellen Hintergrund er sich interpretiert, ist höchst individuell und hängt mit seinen lebensgeschichtlichen Erfahrungen zusammen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich auf drei Fragen zu konzentrieren:

  • Woher komme ich
  • Wohin gehe ich
  • Wozu habe ich gelebt

Mit den Fragen woher, wohin und wozu, das heisst mit dem Suchen nach dem Grund und Ziel seines Lebens, weist der Mensch über sich hinaus auf seine äusserste Grundsituation. Er verweist auf etwas, das grösser und umfassender ist als er selbst. Menschen haben immer wieder erfahren, dass sie bei diesem Suchen nach dem Umfassenden nicht ins Leere greifen. Sie haben erkannt, dass da nicht „nichts“ ist, sondern dass da etwas ist, das sie umgibt, von dem sie sich getragen und in das sie sich eingebettet fühlen. Sie können es nicht benennen, nicht ganz fassen und doch haben sie eine Ahnung davon, dass sie mit einem grossen Ganzen verwoben sind aus dem sie kommen, in das sie wieder zurückkehren und aus dem sie Lebenssinn schöpfen.

Spirituelle Begleitung versucht die Bedürfnisse nach Trost Geborgenheit und Sinn wahrzunehmen und behutsam darauf einzugehen. Ihr Ziel ist, Menschen Geborgenheit zu vermitteln und ihnen zu helfen einen Sinn in ihrem Dasein zu finden. Sie trägt dazu bei, lebensfördernde Haltungen zu unterstützen und stärkt damit die Lebensqualität von Menschen.

Spirituelle Begleitung orientiert sich ganz am Gegenüber und seinen Bedürfnissen. Es geht darum, den Menschen in seinem Suchen nach Sinn, seinem Leiden sowie in seiner Sehnsucht nach Vertrauen und Geborgenheit zu unterstützen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Musikterapie, bei Menschen, die an Demenz erkrankt und mehrfach behindert sind.
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9.1.  Seelsorge, spirituelle Begleitung oder Annäherung an das innerste Geheimnis – Musikterapie, bei Menschen, die an Demenz erkrankt und mehrfach behindert sind..
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Musiktherapie, bei Menschen die an Demenz erkrankt und mehrfach behindert sind.

Quelle. Bopp-Kistler Irene, Verfasserin Niggli Antoinette, demenz 2016

Das Vergessene vergessen, in der Musiktherapie

Die Besonderheit der musiktherapeutischen Arbeit mit Demenzerkrankten liegt darin, dass im Rahmen des Prozesses Phasen emotional intensiver Normalität stattfinden können. Im Unterschied zur musiktherapeutischen Arbeit mit älteren Menschen, die nicht an Demenz erkrankt sind, muss das Angebot, an erlebnisaktivierender Musik und an Improvisationen teilzunehmen, an den Stadien der Demenz und der individuellen Biografie orientiert werden. Erlebnisaktivierende musiktherapeutische Methoden ermöglichen schnell emotionale Prozesse mit gesundheitsfördernden Wirkungen, bergen aber auch die Gefahr, dass die ausgelösten Emotionen zu Belastungen führen können. Dem Umstand, dass bei Demenzerkrankten die selbst-regulativen Mechanismen eingeschränkt sein können, muss deshalb bei der Wahl der Mittel besondere Beachtung geschenkt werden, um dem Risiko einer möglichen Destabilisierung entgegenzuwirken.

  • Teilnehmer leiden an diagnostizierten leichten bis mittelschweren Demenz
  • Alter: Zwischen 54 und 85 Jahre alt
  • Findet 1x / Woche unter Leitung statt.
  • Musiktherapie fördert Ressourcen und ermöglicht bei Menschen mit Demenz einen Zugang zur Vergangenheit und zum Leben.

 

Praktische Umsetzung

  • In der Musikgruppe erzählt eine Frau, ein junger Mann habe sie aus dem Schlaf geweckt, und er habe auch noch gut ausgesehen!
  • Aufmerksam hören die anderen sechs Teilnehmer zu.
  • Gleich beginnen zwei Frauen spontan mit dem Singen der Arie aus Mozarts „Zauberflöte“.
  • Nach der Darbietung wird die Arie im Original anhört.
  • Die Teilnehmer hören in ihren Gedanken versunken zu.
  • Kaum ist der letzte Ton verklungen, wird über die „Zauberflöte“ debattiert.
  • Eine Teilnehmerin ist nicht sonderlich berührt. Deshalb wird ihr „Hello Dolly“ in der Version von Louis Armstrong vorgespielt.
  • Der „Triumphmarsch“ aus „Aida“ ertönt.
  • Sofort reagiert Renata, die italienische Wurzeln hat, strahlt über das ganze Gesicht und bewegt sich im Rhythmus zur Musik.
  • Während Anna auf die Musik von Verdi fast gar nicht reagiert, geschieht dies beim Abspielen des Liedes „Guantanamera“. Noch während die Musik läuft, erzählt sie spontan, dass sie Spanisch versteht, mal einen Freund aus Südamerika hatte, der Harfen spielen konnte, und dass das Lied von einer Frau aus Guantanamera erzählt.

 

Musik und Demenz

Quelle: Alzheimer Bulletin 2/2014, Kressig, Reto W., Prof. Dr. med. , Chefarzt und Bereichsleiter Universitäre Altersmedizin im Felix Platter-Spital und Professor für Geriatrie an der Universität Basel

Wenn das menschliche Gehirn mit Musik beschäftigt ist, werden sehr viele verschiedene Hirnfunktionen aktiviert. Gefühle, Bilder, Bewegung, Sprache, Erinnerungen. Musik wirkt in enorm vielen Bereichen und eröffnet im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, wertvolle Möglichkeiten des Austauschs und des gemeinsamen Erlebens.

„Det ääne-am Bäärgli, det staat e wyssi Gaiss…“ Wenn im zweiten Stock der Memory Clinic Basel Lieder erklingen, herrscht im Gedächtnistraining der Alzheimervereinigung beider Basel beste Stimmung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aufgrund ihrer Demenzerkrankung nicht mehr wissen, was am Vortag geschehen ist, können problemlos mehrere Strophen der Lieder singen, die sie in der Kindheit erlernt haben.

Musik scheint im Gedächtnis einen besonderen Platz zu haben. Tatsächlich haben zahlreiche wissenschaftliche Studien aufzeigen können, dass Musik das Gehirn in ausgezeichneter Weise fordert und fördert.

 

Musik spielt im Frontalhirn

Für Reto W. Kressig ist Musik eine Herzensangelegenheit. In jungen Jahren betätigte er sich als Kirchenorganist und nach wie vor setzt er sich gerne ans Klavier. „Wenn jemand aktiv Musik hört oder selber musiziert“, erklärt Kressig, „wird insbesondere das Frontalhirn oder Stirnhirn stimuliert. Das ist der Gehirnteil, der die höchste Plastizität und die grössten Reserven aufweist.“

Das Frontalhirn sei beim Menschen besonders gross, viel grösser als bei Menschenaffen, und es sei für spezifisch menschliche Fähigkeiten zuständig, so Kressig. Dazu gehört das Planen komplexer Tätigkeiten, die sprachliche Erfassung verflochtener Zusammenhänge und eben auch die Musik.

Beim aktiven Musikhören und Musizieren finden im Frontalhirn Prozesse statt, die unter anderem mit Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und der Koordination gleichzeitiger Aktivitäten zu tun haben. Interessanterweise ist das Gehirn ungefähr in den gleichen Arealen beschäftigt, egal ob wir ein Instrument spielen oder nur Musik hören, sofern es ein bewusstes Zuhören ist.

 

Sichtbarer Trainingseffekt

Regelmässiges Musizieren verändert das Gehirn. Noch vor etwa 20 Jahren ging man davon aus, dass sich die Nervenverbindungen bei einem erwachsenen Menschen kaum mehr weiterentwickeln können. Heute weiss man es besser. Lutz Jäncke, Professor für Neuropsychologie an der Universität Zürich, hat die Gehirne von Berufsmusikerinnen und -musikern untersucht und festgestellt, dass bei Pianisten das Hirnareal, welches Hand- und Fingerbewegungen steuert, überdurchschnittlich ausgebildet ist. Dirigenten sind besonders gut darin, Musik in ihrer räumlichen Gestaltung wahrzunehmen.

Das Gehirn, insbesondere das Frontalhirn, ist auch im Erwachsenenalter fähig, sich an neue Anforderungen anzupassen und neue Aufgaben zu übernehmen. Voraussetzung für diese sogenannte funktionale Plastizität des Gehirns ist ein regelmässiges, intensives Training.

 

Gehirn kompensiert Ausfälle

Haben nun Musikerinnen und Musiker ein geringeres Demenzrisiko? Ja. 2007 konnte in einer gross angelegten Studie nachgewiesen werden, dass Menschen, die musizieren, deutlich seltener an Demenz leiden. Reto W. Kressig: „Ein Musikinstrument zu spielen ist ein Training des Gehirns, das sehr viele Reserven schafft. Das heisst nicht, dass das Gehirn professioneller Musiker vielleicht nicht doch Anzeichen der Alzheimer-Erkrankung aufweist. Aber es ist in so guter Verfassung, dass es sehr lange kompensieren kann.“ Das heisst, Gehirnfunktionen, die dort ausfallen, wo die Alzheimer-Erkrankung auftritt, können vom fitten Frontalhirn übernommen werden.

 

Musik und Bewegung

Die erwähnte Studie hat diesen Effekt nicht nur bei musizierenden Menschen aufgezeigt, sondern auch bei Personen, die regelmässig tanzen. Dies deutet auf die enge Verbindung von Musik mit körperlicher Bewegung hin. Wir kennen das: Wenn wir rhythmische Musik hören, die uns gefällt, wippen wir unwillkürlich mit einem Fuss oder mit dem Kopf oder wir klopfen im Takt mit den Fingern. Kinder beginnen manchmal zu tanzen. Die Paarung Musik und Bewegung hat ausserordentliches therapeutisches Potential, das genutzt werden kann, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.

In diesem Zusammenhang muss der Name Émile Jaques-Dalcroze fallen. Der Schweizer Komponist und Musikpädagoge entwickelte vor rund 100 Jahren körperliche Übungen, die zu improvisierter Klaviermusik ausgeführt werden und heute vermehrt für Senioren und Menschen mit Behinderungen zum Einsatz kommen.

 

Weniger Neuroleptika

Die Effekte, die bei demenzkranken Menschen durch eine regelmässige Teilnahme an diesen Übungen erzielt werden, sind eindrücklich. Reto W. Kressig: „In den Jaques-Dalcroze-Ateliers haben wir gesehen, dass Teilnehmende wieder ganze Sätze formulieren konnten, die vorher nur noch einzelne Wörter sagten. Da zeigt sich eine neuronale Kopplung von Musik, Bewegung und Sprache.“

Zudem werde das Sturzrisiko stark reduziert, die örtliche Orientierungsfähigkeit verbessert und die Stimmung positiv beeinflusst. Kressig: „Teilnehmende, die zu Apathie, Hyperaktivität oder Aggressionen neigen, profitieren sehr von den Übungen. In manchen Fällen konnten wir die Dosierung von Neuroleptika reduzieren.“

 

Mozart oder Marschmusik?

Eine wahre Geschichte: Vor einem Alters- und Pflegeheim stellt sich eine Blasmusik auf, um ein Ständchen zu spielen. Eine Frau, die gerade ihren demenzkranken Ehemann besucht, will mit ihm das Weite suchen, da sie von seiner tiefen Aversion gegen Marschmusik weiss. Eine Pflegerin rät ihr aber, zuerst seine Reaktion abzuwarten, und tatsächlich: Kaum rumst das Blech, klatscht der Mann begeistert mit, sehr zur Überraschung seiner Ehefrau.

Diese Episode zeigt: Der Musikgeschmack kann sich durch eine Demenzerkrankung verändern. Es ist grundsätzlich richtig, im Umgang mit Demenzbetroffenen deren Biografie zu berücksichtigen, auch wenn es um die Musikwahl geht. Musikstücke, die jemand in der Kindheit und Jugend gerne gehört oder selber gespielt hat, sind besonders tief verankert. Eine treffende Musikwahl kann Erinnerungen wachrufen und in ungeahnter Weise belebend wirken.

Aber die biografisch abgestimmte Musik muss nicht in jedem Fall die positivste Wirkung haben. Am besten, man probiert es aus. So wird auch in Jaques-Dalcroze-Ateliers vorgegangen. Die Pianistin spielt Melodien, die in den Jugendjahren der Teilnehmenden aktuell waren, und beobachtet, wie sie ankommen.

Gemeinsames Erleben

Da die mündliche Kommunikation zwischen Demenzbetroffenen und Angehörigen im Verlauf der Krankheit immer schwieriger wird, gewinnt der Austausch auf anderen Ebenen an Bedeutung. Die Musik bietet dabei wunderbare Möglichkeiten für gemeinsames Erleben. Das kann beim Singen sein, beim Musizieren mit einfachen Instrumenten – dazu später mehr – oder beim Musikhören. Biografische Faktoren können wiederum eine wichtige Rolle spielen.

Ein Ehepaar zum Beispiel, das über Jahrzehnte regelmässig klassische Konzerte besucht hat, kann dieses Ritual noch lange pflegen, auch wenn die Demenz eines Partners schon fortgeschritten ist. Oder es entwickelt sich daraus die Gewohnheit, sich zuhause bei einer Tasse Tee gemeinsam ein klassisches Werk anzuhören. „Gerade bei der Alzheimer-Erkrankung bleibt die emotionale Intelligenz fast bis zum Schluss erhalten“, erklärt Reto W. Kressig. „Deshalb kann die emotionale Qualität von Musik noch sehr lange wahrgenommen und genossen werden.“

 

Vorsicht mit Hintergrundmusik

So liegt die Idee nahe, Musik im Hintergrund abzuspielen, um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Davon rät Kressig ab. „Es ist wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, Musik bewusst zu erleben. Für Menschen mit Demenz ist Hintergrundmusik problematisch, denn sie bindet zerebrale Reserven. Wenn gleichzeitig etwas anderes getan werden sollte, kann es zu einer Überforderung kommen. Auch Musik zur Beruhigung sollte der einzige Stimulus sein.“

 

Musizieren lernen mit Demenz

Wie lange ist es sinnvoll, ein Instrument neu zu erlernen? Auch im hohen Alter gibt es keinen Grund, nicht mit dem Klavier- oder Cellospielen anzufangen, wenn es die körperliche Gesundheit zulässt und keine Demenz vorliegt. Das Niveau eines Berufsmusikers kann nicht mehr erreicht werden, aber angesichts der Freude am Musizieren und des Trainings für das Gehirn lohnt es sich allemal.

Wenn die technische Herausforderung relativ einfach ist, zum Beispiel indem ein Xylophon auf wenige Töne reduziert wird, können auch Menschen mit Demenz noch mehr erlernen, als sie sich vielleicht selber zutrauen. Wichtig ist das häufige Wiederholen. Dann kann es passieren, dass die demenz-betroffene Person glaubt, sich nicht an das Stück zu erinnern, das mit ihr vor ein paar Tagen eingeübt wurde, aber durch eine dezente Vorgabe von Rhythmus und Melodie wird die Erinnerung aktiviert, und die Person beginnt zu spielen. Lernprozesse können eben auch unbewusst stattfinden.

 

Schlüsselfunktion im Pflegealltag

Musik drückt Emotionen aus, weckt Erinnerungen, fördert Kontakte und die Kommunikation, gibt Struktur und regt zu körperlicher Bewegung an. Durch all diese schönen Eigenschaften hat die Musik einen immensen Wert in der Betreuung und Pflege alter und eventuell demenzkranker Menschen. Sie wird deshalb auch als Königsweg bezeichnet.

Musik - richtig eingesetzt - wird zum Schlüssel und Türöffner. Musiktherapeutinnen und -therapeuten wissen am besten, wie das geht, aber auch alle anderen, die in Heimen und im privaten Bereich Demenzbetroffene betreuen und pflegen, können diesen Königsweg nutzen.

 

 

Musizieren auf der Alterswohngruppe
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10.  Musizieren auf der Alterswohngruppe
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Musizieren auf der Alterswohngruppe

Einmal im Monat besuche ich die Alterswohngruppe der Stiftung Vivendra und begleite mit dem Klavier den Gesang und die Rhythmusbegleitung diverser Lieder. Es war ein Wunsch der Mitarbeitenden und Bewohnenden, weiterhin regelmässig zu musizieren. Da zurzeit niemand auf der Alterswohngruppe arbeitet, der/die die Klavierbegleitung übernehmen kann, führe ich diese Aufgabe weiterhin aus. Das Angebot besteht bereits seit ein paar Jahren und war ein Bestandteil der Tagestruktur während meiner Arbeit. Es besteht eine Anzahl Volkslieder und Schlager, die immer wieder gerne gesungen oder begleitet werden. Die Auswahl der Lieder erfolgt jeweils über einen Fächer, der den Bewohnenden zur Auswahl hingehalten wird. Der Fächer besteht aus farbigem, laminiertem Papier, auf dem je ein Liedanfang in grosser Schrift steht. Rhythmusinstrumente wie Trommel, Xylophon, Rasseln, Klangstäbe, Schellenringe etc. werden von den Bewohnenden ausgesucht oder zugeteilt, wenn die Behinderung eine Eigenauswahl nicht zulässt. Es zeigt sich aber jeweils schnell, ob das Instrument passt oder nicht. Wenn dann das richtige Instrument gefunden wird, wird dies mit einem Lachen dankbar quittiert. Einzelne Teilnehmende können mit Worten singen und andere singen die Melodie. Andere bevorzugen das Zuhören und erfreuen sich daran. Die Möglichkeit sich und seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen ist erstaunlich. Die Musik mit ihren Klängen und den Rhythmen ist ein geeignetes Kommunikationsmittel.

Die Musikrunde ist ein fröhlicher, erbaulicher Anlass, der mir immer wieder Freude bereitet. Da die Lieder und die Rhythmusinstrumente immer etwa gleich ausgewählt werden, bekommt der Anlass rituellen Charakter, bei dem sich die Teilnehmenden wohl und sicher fühlen.

 

 

 

 

 

 

10 Minuten Aktivierung Ein Schlüssel in die Vergangenheit
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11.  10 Minuten Aktivierung Ein Schlüssel in die Vergangenheit
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Aktivierung                                                                                              

Biographiearbeit und älter werden mit kognitiven Behinderung                               
Wo stehe ich in der biologischen Lebenslinie?
- Was möchte ich in meinem Leben noch erreichen?
- Wo steht unsere Bezugsperson in ihrer biologischen Lebenslinie?
- Was möchte meine Bezugsperson in ihrer biologischen Lebenslinie erreichen?
- Wie kann dieses Bedürfnis abgerufen werden?


Lebenslinie zeichnen



 

Bewusst werden, wo ich stehe, wo mein Gegenüber steht.

Wie viel Lebenszeit bleibt?


Lebensordner

  • Persönlicher Ordner, Heft, Buch                                
  • Eventuell Aussenseite gestalten.                                
  • Bilder, Fotos, Zeichnungen, Mandalas, Mails, Grusskarten, Briefe werden darin abgelegt.


Lebensqualität                             

  • Wir Menschen agieren und reagieren mit 4 Basis-Emotionen: Liebe/Freude, Angst, Zorn, Trauer                                                          



Wir Menschen haben Grundbedürfnisse

Die treten ausgeprägt beim alten Menschen hervor:                                                        

  • Wir wollen uns geliebt, warm und sicher fühlen.
  • Wir wollen uns nützlich fühlen, das Gefühl haben, noch zu etwas gebraucht zu werden.
  • Wir wollen in irgendeiner Form produktiv sein.
  • Wir wollen Gefühle ausdrücken, in allen uns möglichen und zur Verfügung stehenden Form.

 

Wir können und dürfen die älter werdenden Menschen nicht verändern. Dies gilt vor allem bei Menschen mit Demenz.

Was wir verändern können, ist unsere Wahrnehmung und unseren Umgang von und mit ihnen.

 

Validation nach Naomi Feil

  • US-Amerikanerin
  • Entwickelte Validation in den 1960er Jahren
  • War damit sehr erfolgreich, reiste um die ganze Welt
  • Inszenierte Interaktionen zwischen Menschen mit Demenz und dem Betreuungspersonal


Einige Hauptaussagen zur Methode von Naomi Feil

  • Gefühle und Verletzungen früherer Jahre können nicht ausgelöscht werden, da sie im Gedächtnis haften bleiben
  • Es ist wichtig, aufkommende Gefühle zuzulassen
  • Durch Validation verlieren negative und belastende Gefühle ihre Intensität.
  • Ignorierte Gefühle können „giftig“ werden, weil sie an Intensität gewinnen.
  • In der Demenz arbeiten die Menschen ihre früheren Verletzungen auf und inszenieren sie aufs Neue.
  • Wenn Validation nicht stattfindet, führt dies bei den betroffenen Menschen zu Verzweiflung, Depression, Aggression

 

Validation nach Nicole Richard

Ausgehend von dem Validationsansatz Naomi Feils, entwickelte Nicole Richard, Kassel, die so genannte „Integrative Validation“. Auch sie führt dazu Weiterbildungskurse durch. Ihr Ansatz orientiert sich weniger an den problematischen Seiten der Vergangenheit, ist also auch weniger tiefenpsychologisch geprägt.


Das Vorgehen besteht im Wesentlichen aus drei Schritten:

Das aktuelle Gefühl oder der gerade vorherrschende Antrieb des betroffenen Menschen muss wahrgenommen werden. Mit „Antrieb“ kann z.B. gemeint sein: Pflichtgefühl, Gerechtigkeitssinn, Pünktlichkeit, Genauigkeit.

Diese wahrgenommenen Gefühle oder Antriebe gilt es, in persönlichen Sätzen zu bestätigen. Also unter Erwähnung z.B. des früheren Berufes, Kinderzahl, Wohnort, Hobbies, Reisen. Bezugnahme also auf die Biografie der Bewohnerin / des Bewohners.

In diesem Schritt wird, das zuvor speziell diesem Menschen galt, in verallgemeinerter Form ausgedruckt, in Form von Sprichwörtern, Redewendungen, Volksweisheiten, die dem betroffenen Menschen vertraut sind. Frau Richard spricht hier von einer „solidarisierenden Verallgemeinerung“, d.h. dadurch fühlt sich der Mensch einer ganzen Gruppe zugehörig, fühlt sich mit seinem Antrieb, seinem Gefühl irgendwie aufgehoben.

 

Kurze Definition der Validation

  • Validation ist eine Methode, die uns hilft, Verwirrte und an Demenz leidende Menschen in ihrer Krankheit besser zu begleiten.
  • Wir versuchen, uns in die veränderte Erlebniswelt einzufühlen, ihre Vorstellungen und Bedürfnisse zu akzeptieren und als die ihre stehen zu lassen.

Damit geben wir ihnen das Gefühl der Sicherheit, der Akzeptanz, der Liebenswürdigkeit sowie der Würde zurück.

  • Wenn wir aber beim Demenzkranken Korrekturversuche an seinem nicht mehr kontrollier- und veränderbarem Verhalten anbringen wollen, lösen wir unter Umständen Gefühl der Frustration, Aggression und das Beschämung und der Wertlosigkeit aus.

 

Methoden der IVA (INTEGRIERTE VALIDATION)

Nach der IVA kann nun folgendermassen vorgegangen werden:

Beispiel: Ein Klient hämmert mit einer Gabel auf dem Esstisch; er befindet sich an seiner Werkbank.

  1. Schritt: Gefühle und Antrieb wahrnehmen z.B.: Fleiss, Genauigkeit, Fachwissen, Pflichtbewusstsein
  2. Schritt: Mit direkten, kurzen Sätzen Gefühl oder Antrieb validieren durch verbalisieren z.B.: „Du hast viel zu tun.“ „Du bist fleissig.“ „Du kennst dich aus.“ „Du machst die Arbeit genau.“ „Du bist ganz bei der Sache.“
  3. Schritt: Durch Stichworte, Liedtexte, Verse etc. allgemein validieren z.B.: „Ohne Fleiss kein Preis.“ „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
  4. Schritt: Einbinden in die Biografie

Die Schritte brauchen nicht als starres Muster verstanden zu werden. Eine Methode ist immer ein „Brückengeländer.“ Sie soll gerade zu Beginn der Arbeit Sicherheit geben.

 

10 Minuten Aktivierung  Margrit Trachsel, Referentin an der LeA-Schule, Aktivierungsfachfrau

Ein Schlüssel in die Vergangenheit


 

Einen Menschen begreifen erfordert die Anschauung seines Lebens von Geburt bis zum Tod
Karl Jaspers

Die 10 Minuten-Aktivierung ist eine Aktivierungsmethode die auf der Erinnerungsarbeit mit Hilfe vertrauter Gegenstände beruht. Die Auswahl der Gegenstände erfolgt anhand der individuellen Biographie der Bewohnenden.

Diese Form der Aktivierung erfordert nur wenig Vorbereitungszeit und ist auch von Pflegenden oder freiwilligen Mitarbeitenden jederzeit spontan anwendbar. Sie bietet die Möglichkeit, die Lebensqualität der Bewohnenden zu verbessern und ein Klima des Wohlbefindens zu schaffen.



Die Bedeutung der Biographie in der Arbeit mit Menschen

Zwei wichtige Faktoren bestimmen die Lebenszufriedenheit eines Menschen im Alter:
- die Lebensgeschichte (Biographie)
- die gegenwärtige Lage oder Situation (Heimalltag)

Beide sind eng miteinander verbunden: Die Lebensgeschichte als erfahrenes Schicksal, und die im Laufe des Lebens gebildeten Handlings- und Verhaltensmuster auf der einen Seite und die gegenwärtige Situation auf der anderen beeinflussen das Erleben und die Kompetenz im Alter. Schicksal und Lebensstiel (d.h. die aktive Lebensweise) wirken durch das ganze Leben. Sie bekommen aber mit zunehmendem Alter immer mehr Bedeutung. Die verschiedenen schicksalhaften äusseren Bedingungen summieren sich und die Art des Umganges mit Herausforderungen verfestigen sich durch die gemachten Erfahrungen. Beide Faktoren beeinflussen Befindlichkeit und soziale Handlungsmöglichkeiten im Alter entscheidend. So ist Leben im Alter eng mit der gesamtem Lebenageschichte verbunden. 

Die Lebensgeschichte eines alten Menschen bietet viele Anknüpfungspunkte, sein gegenwärtiges Verhalten zu verstehen und mit ihm in Beziehung zu treten. Dazu müssen wir aber auch wissen: Die Biographie eines Menschen, seine Erlebnisse, Entscheidungen, Lebensauffassungen und seine Verhaltensstile geben eine gewisse Wahrscheinlichkeit in die Richtung seines Erlebens und Verhaltens im Alter. Die Möglichkeit für Veränderungen oder gar einen Neuanfang ist immer offen.

Denken wir immer daran, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind! Stellen wir keine unnötigen Fragen, wie "kennen Sie mich noch, ich war doch letzte Woche auch da?" Sich jemandem anvertrauen braucht Zeit. Schaffen Sie Raum, signalisieren Sie Ihre Bereitschaft. "Ich habe Zeit für Sie".

Aber aufgepasst, aktivieren nur nach Biographie eines Menschen kann uns beeinflussen: Ich den Menschen dadurch zu sehr, erfahre den Menschen nicht so, wie er heute, JETZT ist.

Für eine erfolgreiche Aktivierung sollten wir Biographie und aktuelle Ressourcen berücksichtigen. Also immer Augen und Ohren für die leisen Zwischentöne offen halten. Das ist die grosse Herausforderung an uns.

"Leben kann man nur vorwärts, Leben verstehen nur rückwärts" S. Kirkegaard


Vom Wert des Erinnerns

Wer erinnert sich nicht gerne an Menschen, Begebenheiten oder Gegenstände, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben?

Sitzen alte Menschen zusammen, weilen sie in ihren Gesprächen oft in der Vergangenheit. Diese Vorliebe - sich zu erinnern - können wir für Angebote in der Altersarbeit nutzen. Viele alte Menschen haben das Bedürfnis, ihrem Leben - im Rückblick - Sinn zu geben. Das sich Erinnern macht es möglich, Gewonnenes und Erreichtes zu bewahren und sich daran zu freuen, so hilft es der Sicherung der eigenen Identität und des eigenen Wertes.

Gleichzeitig ist es auch ein Versuch, sich am Ende des Lebens mit seinem Schicksal auszusöhnen und durch dessen Deutung zu einer versöhnlichen Lebensbilanz zu finden. Mit den verschiedenen Möglichkeiten der "Erinnerungspflege" können wir diesen Vorgang unterstützen. 

Gemeint ist damit nicht ein therapeutisches Angebot, in dem traurige Ereignisse der Vergangenheit aufgearbeitet werden. Es geht vor allem um die Verbesserung der Lebensqualität am Ende eines langen Lebens. Es sin Angebote der Erinnerungspflege, die zu den Bereichen Soziales und Kultur gehören: Es geht um den Austausch von Erinnerungen aus dem gelebten Alltag.

Was, wie viel und über welchen Lebensabschnitt sie etwas mitteilen wollen, entscheiden die alten Menschen immer selber. Wie lebendig erzählen alte Frauen zum Beispiel, wie sie für ihre - meist grossen - Familie sorgten, wie erfinderisch sie waren, um mit dem schmalen Budget auskommen, wie aus Alt wieder Neu wurde und.....und... "Weisch no...", die gleichen, prägnanten Erfahrungen einer Generation tauchen aus ihren Erinnerungen auf. Und alle wissen - ohne lange Erklärungen - wovon gesprochen wird. Sie bestätigen die Erlebnisse aus eigener Erfahrung oder wissen um diejenigen der anderen. "Ja, so isch es gsi...", anerkennen sie. Durch erinnern kann frühere Erlebtes "neu gesehen" und ins Leben eingeordnet werden.

So erfahren sie (untereinander) Bestätigung und Wertschätzung. Ihr Selbstvertrauen wird gestärkt. Und sie bekommen Mut, sich auf Neues einzulassen. Aus dem Besinnen auf die eigene Identität und die eigenen Leistungen in ihrem langen Leben wächst eine neue Kraft, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen. Erinnerungen haben oft die Funktion der Gegenwartsbewältigung durch ein Zurückgreifen auf angeeignete Verhaltensstrategien.

Da erinnere ich mich an meine Mutter, als sie bereits hochbetagt im Altersheim wohnte. Als ich sie besuchte, fand gerade eine Aktivierung statt. Einige der Bewohnenden sassen im Kreis. Die Aktivierungstherapeutin hatte eine Kopie eines Bildes bereit. Darauf war gut ersichtlich ein "Gelte". Sie fragte, ob jemand wisse, was das sei? "Sicher", meinten einige "Das ist eine Gelte". "Für was wurde sie gebraucht?", fragte die Therapeutin. "Zum Waschen und zum Kinder darin baden." "Ja Leintücher hat man darin eingeweicht und gewaschen." "Was hat man mit den Leintüchern gemacht, wenn der Stoff dünn wurde?" "Geschirrtücher", war die Antwort meiner Mutter. "Die kommt wirklich nicht draus, das ist eine Babe", meinte sie zu mir. Die Therapeutin erklärte den Anwesenden, dass sie noch jung sei und die Zeit, in der sie alle jung waren nicht kenne.


Beispiel Aktivierungsbox zur 10 Minuten Aktivierung                     

  • Verschiedene Stoff-Taschentücher (diese hatten früher einen ganz anderen Wert)
  • Verschiedene Werkzeuge (Zange, Hammer, Nägel, Schraubenzieher,….)
  • Verschiedene Stoff-Taschentücher (diese hatten früher einen ganz anderen Wert)
  • Verschiedene Werkzeuge (Zange, Hammer, Nägel, Schraubenzieher,….)
  • Sprichwort Karten, Sprichwörter ergänzen
  • Kleine Gartengeräte
  • Küchenutensilien (Kochlöffel, Teigschaber, Kaffeelöffel, Schneebesen,….)
  • Bildkarten verschiedenster Kategorien ( Häuser, Städte, Orte,…)
  • Knöpfe und Utensilien zum Nähen (Vorsicht bei Nadeln)
  • Wäscheklammern
  • Schreib- bzw. Büroutensilien wie z.B. Bleistifte, Farbstifte, Spitzer, Filzschreiber, Griffelkasten, Lineal,…..
  • Hobbys: Briefmarkensammlung, Sticken, Fussball
  • Hausfrauen: Seifendosen, Waschbrett, Wäscheklammern, Wäscheleine, altes Bügeleisen etc.
  • Kochen: Schneebesen, Plastiklöffel, Kochtopf, Fleischklopfer
  • Alte Kleidungsstücke
  • Schals, Handschuhe, Hüte
  • Webeschilder /z.B. Persil, Potz etc.)
  • Büromitarbeiterin: Locher, Kohlenpapier, Hefe, Stenoblock, Schreibmaschine,
  • Fotos
  • Lieder, Sprichworte auf grossem Karton geschrieben
  • Fotos mit Gegenständen, die nicht mehr erhältlich sind

Seniorinnen, Senioren und Angehörige können bei der Zusammenstellung der Erinnerungsgegenstände gute Beiträge leisten.

Bei der Auswahl der Materialien die Wünsche und Bedürfnisse der KlientInnen beachten.
Der Inhalt, das Ausgewählte sollte etwas mit dem Leben, dem Beruf, der Hobbys der zu Aktivierenden im Zusammenhang stehen.

Zum Beispiel:

  • Ein ehemaliger Schreiner: Ein Stück Holz, Säge, Nägel Hammer, ein Bild einer Schreinerarbeit.
  • Eine Lehrerin: Kreide für die Wandtafel, ein Schwamm, ein Erzählbuch, ein Klassenfoto
  • Kleider, die in der Zeit getragen wurde, als die zu Aktivierenden noch jung waren.
Wenn diese Menschen Gegenstände vor sich haben, die mit ihrem vergangenen Leben im Zusammenhang stehen, werden sie erzählen, wie es war. Daran können sie sich gut erinnern.

                                            

Auf die richtige Auswahl kommt es an (Biografie)

Wenn die 10-Minuten-Aktivierung geplant wird, sollte bei der Wahl z.B. der Aktivierungsgegenstände auf Folgendes geachtet werden. Sie sollten

  • einfach,
  • erfolgsversprechend,
  • vertraut,
  • Biografie orientiert,
  • jahreszeitlich orientiert,
  • praktisch anwendbar sein.

 

Aktivierungskisten anlegen

  • Aktivierungskisten für einzelne Aktivierungen anlegen
  • Aktivierungsangebote thematisch geordnet und übersichtlich
  • Kisten gemeinsam mit Bewohner/-innen erstellen (Angehörige)
  • Beschriften der unterschiedlich gefüllten Kisten
  • In sichtbaren Regalen/Schränken platzieren
  • Nach Möglichkeit in jede Aktivierungskiste eine schriftliche Anleitung mit vielen Anregungen in Kistendeckel kleben
  • Ständig erweitern
  • Die Aktivierungskisten sind für eine gezielte Beschäftigung bereit
  • KlientInnen können sich auch selbständig mit diesen Kisten beschäftigen
  • Gegenstände herumreichen


Grundsätze bei der Durchführung

  • Wir sprechen die aktivierende Person stets von vorne an und halten Blickkontakt.
  • Wir sind freundlich und bringen bewusst die Körpersprache (Gestik, Mimik, Haltung, Stimme) zum Einsatz.
  • Wir sprechen langsam und deutlich, aber nicht zu laut.
  • Wir wiederholen bei Bedarf einzelne Worte.
  • Wir sprechen in kurzen Sätzen, wenn möglich ohne Aufforderung.
  • Wir stellen wenig W-Fragen, sondern nur Fragen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind.
  • Wir bevormunden und korrigieren nicht.
  • Wir beachten die Tagesverfassung der Betroffenen.
  • Wir führen Rituale ein, indem wir mit wiederholenden Elementen arbeiten z.B. am Anfang und am Ende der 10-Minuten-Aktivierung
  • Wir beziehen durch Gespräche wenn möglich alle Betroffenen mit ein.
  • Wir nehmen Ideen der Menschen mit Demenz auf.
  • Wir greifen alles Gesagte auf.
  • Wir unter- oder überfordern die Betroffenen nicht.
  • Wir erkennen Leistungen an und loben angemessen.
  • Wir sprechen die teilnehmenden Personen immer wieder mit dem Namen an.

 

Beschäftigungsideen bei Menschen mit Demenz                                

Malen mit Demenz

Kiessling, Horst & Bärbel, Osten Birgit (2014), Malen mit Demenz-das Praxishandbuch

Was kann das Malen mit dementen Menschen leisten?

  • Das Selbstwertgefühl steigern
  • Die verbalen Fähigkeiten pflegen
  • Abwechslung zum Alltag
  • Malen als Bereicherung
  • Malen schafft glückliche Momente
  • Malen kann ein positives Gemeinschaftserlebnis erzeugen
  • Es können neue Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Äusserungsfähigkeiten entdeckt werden
  • Verbliebene Fähigkeiten nutzen und pflegen


Auf was soll bei der Vorbereitung geachtet werden?

  • Sorgfältige Vorbereitung
  • Kleinschrittiges Vorgehen
  • Klare Sprache
  • Räumlichkeit – Platz und Licht
  • Material – praktisch und strapazierfähig
  • Fester Ablauf gibt Sicherheit

 

Erzählen von Früher

An das früher Erlebte kann vielfach wieder Erinnerungen geknüpft werden

  • Einladung gestalten, verteilen (Gruppenübergreifende Projekte oder Aktivität in Alterszentren)
  • Gegenstände nach biografischer Geschichte der Teilnehmenden bereitstellen. Diese können den Einstieg zum Erzählen von früher erleichtern.
  • Gegenstände von Teilnehmenden auswählen lassen
  • Teilnehmende zuerst spontan zu Wort melden lassen
  • Sollten keine Wortmeldungen erfolgen, kann über einen Gegenstand eines Teilnehmenden ein Einstieg versucht werden.
  • Bei aktiver Beteiligung darauf achten, dass sich nicht immer die gleichen Teilnehmenden zu Wort melden.
  • Die zeitliche Gesprächsbeteiligung der Einzelnen gerecht verteilen.

 

Mit Bildern erzählen

Aus Internet: aktivierung.de

In der Einzel- und auch in der Gruppenarbeit eignen sich Bildkarten hervorragend dazu, Gespräche und Kommunikation anzuregen - egal ob zum bloßen Beschreiben der Motive, zum nostalgischen Erzählen von damals oder auch zum Vergleichen der zurückliegenden mit der heutigen Zeit.

  • Bildkarten möglichst lange zeigen
  • alle Bewohner-/innen beim "Erzählen" unterstützen
  • Manche Einfälle kommen erst mit der Erinnerung, d.h. die Bewohner-/innen, besonders auch bei denen, die durch die Erkrankung an einer Demenz oder Alzheimer sich nicht mehr so gut konzentrieren können und die erste Lücken im Kurzzeitgedächtnis überbrücken müssen.
  • Versuchen , durch vorsichtiges, aber gezieltes Nachfragen, Geschichten zu entlocken. Akzeptieren, wenn jemand nichts oder erst später etwas erzählen will.
  • Besonders auch schwerer an Demenz oder Alzheimer erkrankte und auch eher stille und zurückgezogene Bewohner/-innen beteiligen sich aktiv beim Geschichte erzählen.
  • Es gibt kein MUSS, jeder darf und kann einen Beitrag leisten.
  • Mit Zwang kommen Sie auch hier nicht weiter. Maximal "sanften Zwang" durch gezieltes Nachfragen ausüben
  • Beachten, dass auch Demenzkranke , die nach und nach ihre Identität verlieren, auch (noch) Geheimnisse haben oder Themen, über die sie nicht besonders gerne reden.                                                                                                   

Bilder heraussuchen, laminieren, selber aussuchen lassen oder verteilen

  • Fisch: Angeln, Kochen, Essen, Ferien
  • Baum: Frische Luft, Spaziergänge, Wanderungen, Förster
  • Wurst: Metzger, Essen, Kochen, Wanderung, Bräteln
  • etc.





















































































































































Krl

 

 

„Spiritual Care ist ein Versuch, etwas Verlorengegangenes wieder in die professionelle Unterstützung von Kranken und Sterbenden einzubinden.“

 

 

 

Spirutual Care, was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?
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12.  Spirutual Care, was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?
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Spiritual Care, was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?

Simon Peng-Keller, ordentlicher Professor für Spiritual Care, Lehrstuhl Universität Zürich

Ein Ausschnitt aus einem Text aus der Zeitschrift „Doppelpunkt“ und „Sonntag“, aus dem Internet.

 

Fragen an Simon Peng-Keller

Bisher kannte man vor allem den Begriff Palliativ Care aber sie betrifft nur den physischen Menschen oder?

Nicht allein. Palliativ Care umfasst neben der Sorge um die physischen Nöte und Bedürfnisse von schwer erkrankten Menschen auch die psychische, soziale und spirituelle Dimension. Spiritual Care ist ein vertiefendes Moment von Palliativ Care.

Spiritual Care heisst spirituelle Sorge oder Pflege – wie lässt diese sich abgrenzen von der Spitalseelsorge?

Spitalseelsorge ist eine spezifische Form von Spiritual Care. Spitalseelsorger sind die Spezialisten für Spiritual Care. Diese kann jedoch in je professionsbezogener Weise auch von Ärzten und Ärztinnen, Pflegefachleuten, Psychologen und Sozialarbeitern wahrgenommen werden. Ein wichtiger Punkt dabei ist die fachübergreifende Zusammenarbeit. Das erfordert klare Rahmenbedingungen und eine gute Kommunikationskultur.

Reagiert Spiritual Care nur auf die Ängste und Fragen Todkranker in Bezug auf das Sterben und das Danach - oder generell auf Sinnfragen?

Spiritual Care ist nicht nur in Lebensendsituationen gefragt, auch wenn sie dort am dringlichsten ist. Es geht dabei besonders darum genau hinzuhören und wahrzunehmen, was jemanden umtreibt. Aufgabe der Begleitpersonen ist es, einen sicheren Raum anzubieten, Erzählräume zu eröffnen und offen zu halten. Erzählen kann helfen, sich von bedrängenden Erlebnissen zu distanzieren, sie zu ordnen und verschüttete Ressourcen zugänglich zu machen.

 

Ist das Sinnkonzept christlich – der Lehrstuhl wird ja von den beiden Zürcher Landeskirchen finanziert – oder kann man Spiritual Care auch als Nichtchrist vermitteln?

Für Spiritual Care brauchen professionelle Begleitpersonen bestimmte kommunikative Kompetenzen und eine Bereitschaft, spirituelle Fragen ernst zu nehmen. Es ist nicht unbedingt nötig, dass sie selbst einer spirituellen Lebenseinstellung verpflichtet sind, sei sie christlich oder beispielsweise buddhistisch. Es geht in Spiritual Care nicht um die Vorstellungen und Überzeugungen der Begleitpersonen, sondern um jene der ihnen anvertrauten Patienten. Eine eigene spirituelle Praxis kann jedoch eine wichtige persönliche Ressource für diese Aufgabe darstellen. Historisch gesehen ist Spiritual Care der christlichen Tradition entwachsen. Der Begriff der Spiritualität bezog sich hier zunächst auf das lebensverändernde Wirken des Heiligen Geistes und eine dadurch bestimmte Lebenspraxis.

 

„Spiritual Care ist ein Versuch, etwas Verlorengegangenes wieder in die professionelle Unterstützung von Kranken und Sterbenden einzubinden.“

 

 

 

 

 

Gedanken zu Spiritual Care
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13.  Gedanken zu Spiritual Care
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Gedanken zu Spiritual Care

Quelle: Palliative und Spiritual Care für Menschen mit geistiger Behinderung, Daniel Wolfgang Pichlbaur, Bachelorarbeit

Definition Spiritual Care:

  • SPIRITUAL: lat. „spiritus“ = Geist, Hauch, deutsch „Spiritualität“
  • CARE: = Versorgung, im Sinne einer umfassenden Begleitung, Betreuung und Pflege von Patientinnen und Patienten
  • Spiritual Care = Seelenversorgung 

Das spirituelle Feld ist multidimensional und beinhaltet:

  • Existenzielle Herausforderungen, z.B.: Fragen nach Sinn, Leiden, Tod, Schuld und Scham, Versöhnung und Vergebung.
  • Wertorientierte Überzeugungen und Haltungen, z.B.: Individuelle Priorisierung hinsichtlich Beziehung zu sich selbst, Familie, Arbeit, Freunde, Kunst und Kultur.
  • Religiöse Überzeugungen und Fundamente, z.B.: Glaube, die Beziehung zu Gott.

 

Spiritualität schliesst alle Bereiche des Lebens ein, auch den Alltagsverlauf. Es wird zwischen einer Alltags- und Glaubensspiritualität unterschieden. Die Alltagsspiritualität umfasst die Beziehungsgeschichte eines Menschen mit Dingen und Ereignissen des Lebens bzw. der alltäglichen Lebensgestaltung. Das kann beispielsweise die Liebe zum Garten oder die Liebe zur Musik sein. Demgegenüber gehört die Religion für viele Menschen nicht zum täglichen Leben. Anzuführen ist auch, dass die Spiritualität, unabhängig von der Religion, jedem offen gegenübersteht. Religionen besitzen hingegen einen spirituellen Auftrag, den sie leben und weitergeben. Die Spiritualität benötigt keine Kirchen oder andere Gotteshäuser und braucht auch keine eigene Theologie.

 

 

 

 

Wie kann Spiritual Care in die Praxis umgesetzt werden?
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14.  Wie kann Spiritual Care in die Praxis umgesetzt werden?
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Wie kann Spiritual Care in die Praxis umgesetzt werden?

  • Ein Orte der Besinnung mit Bewohnenden suchen / anbieten / gestalten
  • Erzählräume schaffen
  • Genau hinhören, genau hinschauen, wo Bedarf ist, für was die Herzen schlagen.
  • Spiritualität benötigt Rituale
  • Zwei Feiern im Jahr mit den Bewohnenden vorbereiten, gestalten und durchführen.

Vielleicht ist es gut, bei sich selber hinzuhören, wie wir unsere Spiritualität leben und wir Halt finden in Ritualen und Feiern. Das hilft einem, offen dafür zu werden, was andere - zum Beispiel Bewohnerinnen und Bewohner - brauchen oder erfahren möchten. Ist es die Sonntagsfeier, die jemand gerne besuchen möchte oder ein Konzert? Die kirchliche Erwachsenenbildung oder braucht es vor der Nachtruhe ein Gebet? Ein Abendlied?

Was mein Wohlbefinden fördert, das kann auch das Wohlbefinden eines andren fördern. E kann – muss nicht. Darum bracht es viel Sorgfalt Respekt Aufmerksamkeit und Feingefühl dem anderen gegenüber. Sonst stehe ich in Gefahr, übergriffig zu werden. Den Glauben zu leben, seine Spiritualität zu entdecken das ist etwas sehr Persönliches – aber es ist auch wunderschön in der Gemeinschaft zu feiern, miteinander Freud und Leid zu teilen. (aus Referat Fachtagung Wagerenhof, 21.Mai 2019 Thema: Glaube und Spiritualität – gestärkt unterwegs, Christine Wyttenbach, Pfarrerin ref. Kirche Uster)

 

 

 

Abschied, Sterben, Tod (interne Weiterbildung)
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15.  Abschied, Sterben, Tod (interne Weiterbildung)
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Abschied, Sterben und Tod im Leben von Menschen mit mehrfacher Beeinträchtigung
Wie gehe ich als Mitarbeiterin, Mitarbeiter damit um.

Themenübersicht

  • Vorstellrunde
  • Einstimmung mit Text
  • Das Sterben
  • Umgang mit dem Tod
  • Trauerrituale, Trauerverarbeitung mit KlientInnen
  • Abschluss mit Text vom Anfang

Kursauswertung

Vorstellen und „Mein letzter Koffer“

  • Wer bin ich
  • Wo arbeite ich
  • Was würde ich in meinen letzten Koffer „einpacken“

Gefühle / Menschen / Tiere / Gegenstände die mir lieb sind

Licht und Hoffnung

Wenn du Düsterheit aushältst,
Trauriges annimmst,
Enttäuschendes akzeptierst,
Einsamkeit bejahen kannst,
zum Dunkeln und Schweren ja sagst,
dann kehren Freude und Wärme,
Licht und Hoffnung bei dir ein.

Adalbert Ludwig Balling

Das Leben lernen am Sterbebett

  • Die Vermeidung der Begegnung mit Sterbenden hat oft direkte Auswirkungen auf unser Leben.
  • Diesem fehlt sozusagen die sichtbare und fühlbare Grenze.
  • Grenzenloses Leben ist auf die Dauer ungeheuer anstrengend.
  • Angesichts des Todes eines lieben oder auch fremden Menschen fällt es schwer, sich etwas vorzumachen.
  • Das Leben wird in seiner Begrenzung und Vergänglichkeit sichtbar.
  • Der Tod wird zum Übergang in eine andere Welt, für uns Hinterbliebene nur als Ahnung wahrnehmbar.
  • Wir sollen und dürfen noch leben, auch angesichts des Todes.
  • Jeder Sterbende kann uns Lebende belehren.
  • Am Sterbebett lernen wir letztlich das Leben.
  • Oft verlassen wir das Zimmer als Beschenkte.
  • Es ist wie ein Vermächtnis der Sterbenden an die Lebenden: Mein Leben und Sterben war nicht umsonst, wenn du, Frau, Mann oder Kind, diese Chance der Begegnung mit mir in dein Leben mit hinein nimmst.

 

Welche Formen des Sterbeeistandes gibt es?

  • Sterbebeistand ist die natürliche Form der Sterbehilfe, weil dabei alle Arten der Begleitung auf der personalen Ebene, das heisst in einem wirklichen Kontakt von Mensch zu Mensch, stattfindet.
  • Sterbebegleitung bedeutet, mit dem Sterbenden ein Stück seines letzten Weges zu gehen.
  • Sterbebeistand leisten wir, wenn wir mit dem Sterbenden über seine Gefühle der Unsicherheit, Angst, Auflehnung, Verlassenheit sprechen, die er allein überhaupt nicht oder nur sehr mühsam verarbeiten kann.
  • Zum Beispiel wenn zu ihm gesagt wird: „Ich kann dich/Sie gut verstehen“ oder „Ich würde an deiner/Ihrer Stelle genauso empfinden“ oder „Vielleicht ist es gemeinsam leichter zu ertragen“;
  • wenn wir zur rechten Zeit und in angebrachter Weise ehrlich mit ihm über seine Situation sprechen, wenn er es will,
  • wenn wir eine Beziehung zu dem Betroffenen her-stellen, die solche offenen Gespräche ermöglichen und durch die wir dem Sterbenden nahe sein können.

Dann schöpft er aus dieser mitmenschlichen Verbundenheit den Mut, sich mit den ihn belastenden Problemen auseinanderzusetzen und auch seinen eigenen Tod zu akzeptieren;

  • wenn wir dem Sterbenden eine ihm gerecht werdende Therapie vermitteln. „Therapie“ heisst eigentlich: einem Menschen dienen, ihn pflegen, ihm helfen, ihn achten und ihn verehren. Als Begleiter sind wir somit zugleich Therapeut;
  • wenn wir gläubigen Menschen Seelsorge vermitteln durch das Gebet und das Angebot der Sakramente.

Welche Empfindungen haben Schwerkranke und Sterbende?

- Schwerkranke und Sterbende haben eine der Realität entsprechende Empfindung. Sie wissen, wie es um sie steht und das sie sterben.
- Sie können niemanden finden, der stellvertretend für sie oder mit ihm zu sterben bereit wäre und der ihnen diesen letzten Schritt abnimmt. Es genügt ihnen, wenn jemand bereit ist, Sorgen und Ängste mit ihnen zu teilen und bei ihnen auszuharren.
- Sie haben ein Gefühl der Endgültigkeit, mit dem sie aus diesem Leben scheiden werden.
- Sie möchten in der Gewissheit sterben, ihr persönliches Leben nicht verfehlt zu haben und schmerzfrei auf den Tod zugehen zu können.
- Schwerkranke und Sterbende haben Angst vor unerträglichen Schmerzen.
- Sie fürchten den Verlust der Selbstkontrolle, dass sie aus der Art schlagen, dass sie auf andere einen befremdenden Eindruck machen. 
- Sie haben Angst vor Entmündigung, vor Manipulation, vor dem Aufgegeben werden, vor Vereinsamung, vor Invitalität, vor äusserlicher Entstellung (zum Beispiel bei einem Gesichtstumor).

Wie können wir auf solche Empfindungen reagieren?

  • Daran zu denken ist, dass Hoffnung unverzichtbar ist.
  • Dem Schwerkranken und Sterbenden sollten seine Empfindungen, Reaktionen und Wünsche zugestanden werden.
  • Wir dürfen uns betroffen zeigen und ihm unsere Hilfe anbieten, aber keinesfalls aufzwingen.
  • Die Worte „Sterben“ und „Tod“ sollten wir von uns aus nicht gebrauchen.
  • Befreiung von Schmerzen oder deren Linderung ist heute in der Regel durch das Angebot der Medizin gewährleistet. Gerade dabei will und kann unsere Gesellschaft konkrete Hilfe anbieten.

 

Sterbende begleiten: Was ist Sterbebegleitung

  • Leben und Sterben gehören untrennbar zusammen.
  • Wo es Leben gibt, da gibt es auch Tod.
  • Jedes Leben ist somit ein ständiges Sterben.
  • Das Sterben ist ein Vorgang, der das ganze Leben durchzieht.
  • Im Leben beginnt immer schon Sterben, in einem Sterbenden ist immer noch Leben.
  • Sterbebegleitung ist Lebensbegleitung und Sterbebegleiter sind Lebensbegleiter, der Sterbeort sollte nach Möglichkeit auch immer der Lebensort sein.
  • Sterbebegleitung heisst, dem Schwerkranken Hilfe im Sterben, nicht zum Sterben anbieten.
  • Um Menschen an ihrem Lebensende zu begleiten, bedarf es keiner besonderen Ausbildung, keine spezielle Qualifikation, sondern lediglich der Selbstüberwindung und des Mutes, den ersten Schritt zu tun.
  • Wenn einem Kranken oder Sterbenden Offenheit und Ehrlichkeit entgegengebracht, der Konfrontation mit ihm nicht aus-gewichen und zugleich die eigenen Grenzen der Belastbarkeit erkannt werden, dann sind bereits die wichtigsten Voraussetzungen, um Sterbende in ihrer letzten Stunde hilfreich zur Seite stehen zu können erfüllt.


Wie läuft der Sterbeprozess 
ab

  • Wenn die Bereitschaft besteht, einen Menschen auf seinem letzten Weg zu begleiten, dann ist es gut und wichtig zu wissen, dass sich der Prozess des Sterbenden in mehreren Phasen ereignet, dass er nicht geradlinig verläuft, sondern in verschiedener Abfolge und mit wechselnder Intensität.
  • Dabei können einige Abschnitte durchaus mehrmals erlebt oder auch übersprungen werden.
  • Dies ist bei jedem Menschen individuell verschieden, da jeder seinen eigenen Tod stirbt.
  • Die einzelnen Sterbephasen genau zu erkennen, erfordert Einfühlungsvermögen und Erfahrung.
  • Dies ist jedoch kein Grund zur Abschreckung oder gar Entmutigung, denn aller Anfang ist bekanntlich schwer und niemand ist auf Anhieb schon perfekt.


Folgende 
Sterbephasen sollten unterschieden werden:

  1. Die Schockphase
  • Jeder reagiert auf eine schwere Krankheit oder gar den herannahenden Tod auf persönliche Weise.
  • Für den einen bricht eine Welt zusammen, alles realitätsgerechte Verhalten gerätausser Kontrolle.
  • Der andere zeigt nach aussen hin zunächst Gefasstheit, kann es einfach nicht glauben, will es nicht wahrhaben.
  • Häufig kommt es in dieser Phase auch unbewusst zu einer Verdrängung aus Selbstschutz vor einer plötzlichen Panik.
  • Bei den meisten wechselt die Stimmung zwischen aufkommender Angst und anscheinender Gelassenheit in ganz unterschiedlichen Zeitabständen: Manchmal innerhalb von Minuten oder Stunden, manchmal im Laufe von Tagen oder Wochen.


Was 
kann in dieser Situation getan werden?

  • Die Verhaltensweise des Schwerkranken oder Sterbenden sollte akzeptiert, die Reaktionen ausgehalten und ertragen werden, ihn sprechen lassen, ihm zuhören und Rückfragen stellen.
  • Auf keinen Fall darf er gemassregelt werden, im Sinne von: „Reiss dich zusammen!“ oder „Stell dich nicht so an!“

 

  1. Die Emotionsphase
  • Eine Fülle von Gefühlen kann bei einem Schwerkranken oder Sterbenden in verschiedener Weise in Erscheinung auftreten, einerseits nach aussen hin durch aggressives Verhalten (zum Beispiel: Zornes- oder Wutausbrüche, Selbstvorwürfe, Beschuldigungen, Aufbegehren, Beschimpfungen), andererseits nach innen hin durch depressives Verhalten (zum Beispiel: Niedergeschlagenheit, Grübeln, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Schwarzsehen). Das alles sind berechtigte Reaktionen.

Was kann in dieser Situation getan werden?

  • Auf eine solche Verhaltensweise des Schwerkranken oder Sterbenden sollte nicht gereizt reagiert werden.
  • Solche Gebaren sollten nicht gegen sich gerichtet werden.

Es empfiehlt sich, ruhig zu bleiben und zu versuchen, behutsam auf den Kranken einzuwirken.

  1. Die Verhandlungsphase
  • Der Schwerkranke oder Sterbende möchte mit seinem Schicksal verhandeln.
  • Er will seinen Tod noch etwas hinausschieben.
  • Er möchte die bittere Wahrheit zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch nicht wahrhaben.
  • Er macht Versprechungen und Gelöbnisse gegenüber Gott und verhandelt mit einem Arzt in der hoffnungsvollen Zuversicht, den Wettlauf mit dem Tod vielleicht doch noch zu gewinnen.


Was kann in dieser Situation getan werden
?

  • Dem Schwerkranken oder Sterbenden soll die Hoffnung ruhig zugebilligt werden, denn Hoffnungen sind stets real.
  • Vor Illusionen sollte aber zugleich bewahrt werden.
  1. Die Depressionsphase
  • Der Schwerkranke oder Sterbende macht sich mit dem Gedanken an seinen Tod ernsthaft vertraut.
  • Er blickt einerseits zurück auf sein bisheriges Leben und zieht Bilanz.
  • Andererseits schaut er voraus und sieht sich vor einer Fülle noch ungelöster Probleme.
  • Derartige Angstzustände treten häufig nachts auf.


Was 
kann in dieser Situation getan werden?

  • Sie sollten den Schwerkranke oder Sterbenden wissen lassen, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, traurig sein zu dürfen, erst recht derjenige, der auf den Tod zugeht.
  • Die Zeichen der Trauer sollten zugelassen werden, ob es Tränen sind oder andere Ausdrucksformen der Traurigkeit.
  • Aufkommende Sorgen und Ängste sollten so gut wie möglich aufgefangen werden.

 

  1. Die Akzeptierungsphase
  • Bei dem Schwerkranken oder Sterbenden stellt sich, meist tagsüber, allmählich ein Zustand der Ruhe und Friedlichkeit ein.
  • Er hat in sein Schicksal eingewilligt und gibt häufig noch letzte Anweisungen und ordnet damit sein Vermächtnis.


Was 
kann in dieser Situation getan werden?

  • Die letzten Wünsche und Anweisungen des Schwerkranken oder Sterbenden sollten vor seinen Augen aufgeschrieben werden.
  • Dadurch wird ihm die Gewissheit verschaffen, dass diese nicht in Vergessenheit geraten.
  • Es sollte versucht werden, Kontakt zu ihm zu halten.
  • Es genügt schon, wenn ihm die Hand gehalten wird oder die eigene Hand auf seine gelegt wird und still bei ihm ausgeharrt wird.


Umstände
, die Sterben erschweren

Nicht sterben wollen:

  • noch viele Lebenswünsche
  • „unerledigte Geschäfte“
  • jung an Jahren

Nicht sterben können:

  • liebende Angehörige brauchen den Kranken noch, halten ihn „fest“
  • es ist noch Lebenskraft vorhanden
  • Angst vor dem Sterben und dem von Ärzten „Zwangshaft“ am Leben-gehalten-werden, wenn diese ihre medizinische Technik bis zuletzt anwenden, ohne die Situation und den Wunsch des Sterbenden (seine „Willenserklärung“) zu beachten.
  • Langes Siechtum, oft voller unbeantworteter Fragen nach dem „Sinn“
  • Alleinsein im Sterben, Unruhe eines Krankenhauses, z.B. im Mehrbettzimmer
  • ….. (eigene Gedanken)

 

Gegebenheiten, die Sterben erleichtern

Loslassen können:

  • erfülltes Leben
  • Glauben an ein Leben nach dem Tod
  • hohes Alter

Akzeptanz durch alle Beteiligten:

  • Würde im Sterben
  • Geborgenheit in einer intimen, meditativen Atmosphäre: Sterbezimmer in der häuslichen Umgebung, in der Nähe bekannter und erwünschter Menschen, am Ort der Wahl.
  • Optimale Schmerztherapie und Kontrolle der Krankheitssymptome (hausärztliche Behandlung)
  • Übergabe des Vermächtnisses (Testamentes), „Willenserklärung“ für den Fall unheilbarer schwerer Krankheit.
  • Abschiednehmen von geliebten Menschen, Tieren, Gegenständen, der eigenen Lebensgeschichte, durch eventuell seelsorgerlich, psychologisch oder „menschlich“ verständnisvolle Gespräche; durch Musik, Malen, Tagebuch schreiben und anderes lebendiges Gestalten.


Jeder 
Mensch stirbt seinen eigenen Tod

  • Jeder Mensch stirbt seinen eigenen Tod, der im Zusammen-hang mit seinem ganzen Leben steht.
  • Elisabeth Kübler-Ross spricht von 6 Phasen im Reifeprozess des Sterbens, wenn die natürliche Todesangst in verschiedenen Schritten bewältigt werden muss:

 

  1. Aktives Verweigern:
  • Diese Phase zeichnet sich dadurch aus, dass der Patient den naheliegenden Tod nicht wahr-haben will.
  • Die Schwere der Krankheit wird verleugnet.
  • Der Patient isoliert sich von der sozialen Umgebung, gleichzeitig besteht jedoch ein grosses Bedürfnis, mit einer verständnisvollen Person zu sprechen.
  1. Aggressives Verweigern:
  • Die Phase der aktiven Verweigerung und des Nicht-Wahrhaben-wollen macht fast immer einem zornigen Protest gegen das eigene Schicksal und feindlichem Verhalten gegenüber Mitmenschen Platz.
  1. Partielle Annahme und Verhandeln:
  • Der Sterbende akzeptiert den nahenden Tod teilweise, beginnt aber mit sich selbst und mit der Umwelt zu verhandeln, um wenigstens eine Lebensverlängerung zu erreichen.
  1. Depressive Annahme:
  • Der Sterbende fühlt langsam, dass er sein Schicksal nicht ändern kann, und reagiert mit depressiven Symptomen im Hinblick auf das Bevorstehende.
  • Er trauert darum, bald alles zu verlieren.
  • Eine andere Form von Depression beinhaltet eher Schuldgefühle, die Familie nicht mehr versorgen zu können, oder dass diese nun den einzigen Sohn verliert.
  1. Bewusste Annahme:
  • Wenn die Phasen der Verzweiflung, des Zorns und der Trauer und Hilflosigkeit überwunden sind, erfolgt oft eine Aussöhnung mit dem eigenen Schicksal.
  • Die Emotionen werden ruhiger.

    6. Verklärte Annahme:

  • Viele Patienten kommen schliesslich auch in ein Stadium, wo sie den Zeitpunkt des Todes vorausahnen und ihn fast freudig erwarten.
  • Das Interesse an der Umwelt erlischt.
  • Der Sterbende hat mit dem Diesseits bereits abgeschlossen und stellt sich schon auf das Kommende ein.

 

Welche Trauerrituale kennen wir?

Mögliche Ritual:

  • Fenster öffnen und eine Kerze anzünden
  • Gedenktisch mit Bild des/der Verstorbenen, Kerze etc.
  • Abschiedsfeier
  • Trauerfeiern
  • Andere……….

 Trauerrituale

Rituale gibt es, seit es Menschen gibt.

  • Abschiedsrituale als Übergangsrituale, die eine Lebensphase in die andere hinein begleiten sollen
  • Ein Ritual ist keine Routinehandlung.
  • Ein Ritual stiftet Sinn und verschafft die Möglichkeit, mit grundlegenden Problemen umgehen zu können
  • Ein Ritual ist eine feierliche zeremoniell geprägte Handlung, die über den Monat hinausweist und neue Aspekte einer zukünftigen Wirklichkeit mit einschliesst.
  • Das Ritual soll wach und bewusst vollzogen werden, es soll einen Sinn haben und auch Sinn vermitteln.
  • Durch ein Ritual kann ein Abschied bewusst beendet werden; damit entsteht Raum für neue Perspektiven.

Kriterien für ein sinnerfülltes Ritual:

  • Das Ritual hat ein Ziel.
  • Das Ritual hat einen klar umrissenen Anfang und ein Ende.
  • Das Ritual ist im Ablauf für alle Anwesenden durchschaubar und zu verstehen.
  • Das Ritual verbindet Gemeinschaften.
  • Das Ritual erlöst die Sprachlosigkeit.
  • Das Ritual öffnet sich in geistiger Weise dem Neuen.
  • Das Ritual ist ein besonderes Geschehen und unterscheidet sich damit von allen Routinehandlungen des Alltags.

 

Vorstellung von möglichen Arbeitsmitteln mit KlientInnen

  • Lebensordner eines Klienten der Alterswohngruppe
  • „Bäume wachsen in den Himmel“ Sterben und Trauer, ein Buch für Menschen mit geistiger Behinderung
  • Abschied von Rund ein Bilder

 

Umgang mit Schuldgefühlen und das Hadern mit Versäumnissen

  • Versäumnisse tragen wir alle, wenn ein Mensch verstorben ist und wir erkennen, dass er nie wieder in der gewohnten Weise neben uns existieren wird.
  • Doch das, was wir alle möglicherweise hätten tun können, wird erst klar, wenn es zu spät ist.
  • Wir hätten es den Betroffenen und uns selbst viel schöner machen können.
  • Möglicherweise empfinden auch Verstorbene ähnliche Gewissensbisse angesichts dessen, was sie im Leben versäumt haben.
  • Doch wenn ein Mensch verstorben ist, scheint es zu spät zu sein, das nachzuholen, was nicht stattgefunden hat.
  • Dabei ist es durchaus auch möglich, dass die Versäumnisse auch auf Seiten der Verstorbenen liegen.
  • Schuldgefühle und Versäumtes, egal auf welcher Seite, lasten schwer und können jede Zukunft erheblich behindern.
  • Auf diese Weise kann es passieren, dass wir andere für das verantwortlich machen wollen, was möglicherweise in unserem eigenen Kompetenzbereich liegt.
  • Das Ablegen einer Beichte, wie es in der katholischen Kirche üblich ist, kann eine grosse Unterstützung und Erleichterung sein.
  • Eine Beichte abzulegen heisst, sich selber zu seinen eigenen Fehlern zu bekennen und freigesprochen zu werden durch die Gnade Gottes.

Bei der reformierten Kirche besteht die Möglichkeit, bei der Einnahme des Abendmahls um Vergebung zu bitten.

  • Erst die Erleichterung wird es ermöglichen, neuen Mut für die Zukunft zu schöpfen.
  • Dabei ist es wichtig, dass wir erkennen, welche Verantwortung wir selber tragen und welche nicht.
  • Abschied beginnt viel früher. Im Umgang mit den Menschen zu Lebzeiten, kann ein Teil des Abschieds nach dem Tod vorgeholt werden.
  • Die Investition und Mühe in einen guten Umgang mit dem Mitmenschen zu Lebzeiten kann den Abschied nach dem Tod vereinfachen.
  • Die Frage nach Versäumtem, nach Schuld kann sich so verringern.


Die 
Trauer

Verena Kast spricht von vier Phasen des psychischen  Trauerprozesses:

  1. Die Phase des Nicht-wahrhaben-Wollen:
  • Empfindungslosigkeit, Schock. Erstarrt sein, sich selber wie tot fühlen. Sprachlos, tränenlos.
  • Nach langer Pflegezeit ev. Leeregefühl.

Bei plötzlichem Tod kann diese Phase länger dauern, bis zu einer Woche.

Die Empfindungslosigkeit kann auch Schutz vor zu starkem Schmerz gesehen werden.

Probleme: Der Tod wird sehr stark verdrängt. So kann nicht richtig getrauert, aber auch nicht mehr richtig gelebt werde.

  1. Die Phase der aufbrechenden Emotionen:
  • Angstgefühl
  • Ruhelosigkeit, Einsamkeit
  • Trauer
  • Unbändiges Lachen und Schreien
  • Wut und Zorn (aus Ohnmacht)
  • Suche nach einem Schuldigen: Gott, Arzt, der Tod selbst…..
  • Wut auch über Verpasstes
  • Schuldgefühle
  • Unausgeglichenheit

Die Gefühle zeigen sich wild durcheinander

Probleme: Fehlende Emotionen und Trauer können sich körperliche Wege suchen in Form von Krankheit.

Auch können plötzliche Wutausbrüche Folge von ungelebter Wut und Trauer über den Verlust eines Menschen sein.

Ebenso sind Schuldgefühle Teil der Emotionen und haben oft mit ungeklärten Situationen in Beziehungen zu tun.

  1. Die Phase des Suchens und Sich-Trennens:
  • Meinen, der Verstorbene sei noch da
  • Ausschau halten nach ihm
  • Sein Auto hören
  • An Orte gehen, wo er sich gerne aufhielt
  • Am Tisch auf ihn warten.

Auch Wut kann eine Art von Auseinandersetzung sein, die das Gefühl vermittelt, der Verstorbene sei noch da. Beim Suchen entsteht ein inneres Zwiegespräch. Schweres und Freudiges kommt dabei zum Vorschein. Langsam entsteht beim Trauernden ein neues Gegenüber. Probleme: Nachforschen, ob der Verstorbene nun wirklich gestorben sei. Wahnhaftes Aufsuchen von Orten und Warten auf sein Erscheinen.

 

  1. Die Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs:
  • Wenn das Suchen und Sich-Trennen den Trauernden nicht mehr voll und ganz beansprucht, ist es möglich, dass der Verstorbene zu einer inneren Figur wird, zu einem inneren Begleiter für den Trauernden.
  • Damit ist ein erster Teil der Trauerarbeit abgeschlossen, und es kann sich langsam ein neuer Selbst- und Weltbezug einstellen.

 

Hinweis

  • QM 2.5-00-MB1 Todesfälle und Sterbebegleitung
  • QM 2.5-00-MB2 Abschied, Trauer und Sterbebegleitung

Checkliste Todesfall Alterswohngruppe Kristall: Gedanken und Vorgehensweisen

Palliative Care

  • Das lateinische Wort „pallium“ bedeutet „Mantel“ oder „Umhang“.
  • Der Begriff Palliative Care bezeichnet die Absicht, einen unheilbar kranken Menschen wie mit einem schützenden Mantel zu umhüllen.
  • Mit Palliative Care werden deshalb alle medizinischen Behandlungen, pflegerischen Massnahmen und auch die psychische, soziale und spirituelle Unterstützung von Menschen bezeichnet, die an einer tödlich endenden Krankheit leiden.
  • Sterbebegleitung ist ein Teil der Palliative Care. Sie bedeutet, einen Menschen in seinem letzten Lebensabschnitt zu begleiten, sich ihm emotional und mit persönlicher Anteilnahme zuzuwenden.
  • Der Sterbende soll spüren, dass er nicht alleine ist.
  • Sterbebegleitung kann von Fachkräften und von Laien angeboten werden.
  • Die Ziele der Palliative Care sind also die bestmögliche Linderung von Schmerzen, Atemnot, Angst und Übelkeit. Zuwendung statt technische Support, die Respektierung des verbal oder nonverbal geäusserten Willens des Sterbenden, seine Teilhabe am Leben und damit die bestmögliche Lebensqualität für ihn und seine Angehörigen.
  • Die reine Lebensverlängerung ist kein Ziel der Palliativ Care.
  • Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung ist die psychosoziale Begleitung des Sterbenden sehr wichtig.
  • Die Begleitung des sterbenden Menschen stellt seine körperlichen, psychischen und sozialen Bedürfnisse in den Mittelpunkt.
  • Eine Einweisung ins Krankenhaus kann aufgrund von Krisensituationen und Konflikten dennoch notwendig werden.
  • Die Auseinandersetzung mit dem Sterben eines anderen Menschen bedeutet immer auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben, mit dem eigenen Tod und mit dem Trauerprozess um die sterbende Person.

 

Licht und Hoffnung

Wenn du Düsterheit aushältst,
Trauriges annimmst,
Enttäuschendes akzeptierst,
Einsamkeit bejahen kannst,
zum Dunkeln und Schweren ja sagst,
dann kehren Freude und Wärme,
Licht und Hoffnung bei dir ein.

Adalbert Ludwig Balling


Themen erarbeiten, die in meiner Arbeit mit Menschen und ihren Behinderungen aktuell waren oder wurden, war für mich eine spannende Herausforderung. Dadurch entstanden die diversen internen Weiterbildungen und Lehrmittel.















Trauer verarbeiten
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16.  Trauer verarbeiten
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  • Trauer verarbeiten
    Gefühle können gut "begreiflich" gemacht werden, indem sie gestalterisch verarbeitet werden.

    Schatzkiste 
    Eine Schatzkiste mit Erinnerungen sammeln und zusammenstellen. Die Schatzkiste wird an einen bestimmten Ort gestellt, der vorher abgemacht wurde. Es werden Gegenstände, Bilder Erinnerungen gesammelt. Jeder legt in die Kiste, was ihm wichtig ist. Dafür wird ein Zeitfenster vereinbart. Dann wird die Schatzkiste geöffnet und die Trauernden können sich über ihre Trauer, über den Verlust mit den anderen austauschen. Eventuell wird die Schatzkiste weiter mit den bereits vorhandenen oder neuen Erinnerungsgegenständen gefüllt. Es kann aber auch sein, dass es den Trauernden kein Bedürfnis ist, die Schatzkiste weiter zu führen.

    Erinnerungsgegenstand
    Aus einem Hemd, T-Shirt oder Hose der verstorbenen Person wird ein Bild, ein kleines Täschli oder ein Kissenüberzug hergestellt. Der Stoff erinnert so immer wieder an die verstorbene Person.

    Memory
    An Hand von Fotos, die kopiert werden, kann ein Memory als Erinnerung hergestellt werden. Vielleicht gibt es Fahrzeuge, Esswaren, Getränke, Orte oder Personen, die dem verstorbene Mensch lieb waren.
    Es kann auch ein Memory mit Erinnerungen gezeichnet werden. Zeichnungen, die auch Kinder gerne herstellen.

    Erinnerungsort in der Natur 
    Für die Seele des Verstorbenen wird ein Haus gebaut.
    Auch mit Wurzelholz kann ein bleibender Ort kreiert werden.
    Ein passender Busch oder Strauch kann in der Natur als Erinnerung gesetzt werden.
    Es kann auch Wasser gestaut werden um die angestauten Gefühle hineinzuwerfen. Dann wird das Wasser abgelassen und die ev. belastenden Gefühle schwimmen weg. Untereinander besprochen, was die Aktion in einem auslöst.
    Sollte kein Austausch möglich sein, können die Gefühle aufgeschrieben oder gezeichnet werden.

    Den Bach hinunter lassen
    Die belastenden Gefühle und Gedanken auf Steine Malen und diese in den Bach werfen.

    Verbrennen
    Auf Papier Belastendes schreiben, malen. Das Papier dem Feuer übergeben.

    Persönliches Teelicht
    Ein grosses oder kleines Teelicht nehmen.
    Die Kerze aus der Aluhalterun herausnehmen.
    In der Grösse der Kerze ein rundes Papier zuschneiden.
    In der Mitte des Papieres ein Loch für den Docht machen (mit der Schere).
    Das Paper beschriften und bemalen mit Worten oder/und Zeichnungen.
    Den Docht vorsichtig unten aus der Kerze ziehen.
    Das gestaltete Papier über den Docht ziehen und den Docht wieder in die Kerze ziehen.
    Durch das Abbrennen der Kerze saugt sich das Papier mit Wachs voll und brenn daher nicht. Doch bitte bei der Kerze bleiben. Sicherheit geht vor.
    Den Beschenkten darauf aufmerksam machen, dass es am Schluss der Kerze eine persönliche Botschaft enthält. 
    Achtung auch hier erwähnen, dass die Kerze nicht unbeaufsichtigt sein soll.

    Mein Schritte in mein neues Leben
    Was wollte ich immer schon machen?
    Was habe ich als Kind geliebt?
    Welche freudigen Tätigkeiten kann ich mir vorstellen?
    Welche Fantasien möchte ich in Realität umsetzten?
    Wo musste ich zurückstecken und jetzt getraue ich es auszuleben?

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    Wenn ich alles aufgeschrieben habe, versuche ich es mit der Umsetzung. Eventuell ergänze ich die Liste.


    MERKZETTEL UM TRAUERNDE MENSCHEN ZU BEGLEITEN

    - DA SEIN UND AUSHALTEN
    - STILLE UND / ODER WEINEN AUSHALTEN
    - GEDULD HABEN
    - RATSCHLÄGE SIND SCHLÄGE
    - VERLUST NICHT SCHMÄLERN UND MIT ANDEREN VERGLEICHEN
    - SCHULD NICHT AUSREDEN
    - NICHTS PERSÖNLICH NEHMEN
    - PRAKTISCHE HILFE ANBIETEN
    - ZUHÖREN UND WENIGER REDEN
    - FRAGENSTELLEN:
      WAS BRAUCHST DU JETZT?
      WAS WÜRDE DIR JETZT GUT TUN?
    - ÜBER DEN VERSTORBENEN DARF GEREDET WERDEN
    - AUF DEINE WORTE ACHTEN
    - UNSICHERHEIT ANSPRECHEN


    Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
    Ernest Hemingway

Palliative Care und ihre Geschichte
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16.1.  Trauer verarbeiten – Palliative Care und ihre Geschichte.
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Palliative care und ihre Geschichte

Das lateinische Wort Pallium bedeutet Mantel. In diesem Sinne will Palliative Care Patientinnen und Patienten umhüllen und Schmerzen sowie andere schwere Symptome lindern. Es geht dabei auch um diverse Umhüllungen. Körper, Geist und Seele - diese drei Elemente sind eng miteinander verbunden und bilden zusammen den Menschen in seiner Ganzheit. Der Körper steht für Kraft, der Geist für den Verstand und somit für Wissen, die Seele als Ort der Gefühle. Sicherlich ist alles wichtig, unverzichtbar. Interessant ist nun zu betrachten, wie sich dieser "Mantel" über die Menschen in den letzten Jahrzehnten "gehüllt"  hat. Um 1948 wurde der Begriff Palliative Care nicht verwendet. Aber die "Ummantelung", der Schutz eines schwer kranken Menschen fand sicher statt. Dieser Entwicklung möchte ich gerne nachgehen.


Quellenangaben für alle Texte: Google, Internet / Palliative Care, wahrnehmen-verstehen-schützen, Johann-Christoph Student, Annedore Napiwotzky.


Verschiedene Therapieformen
Musiktherapie

Nun haben wir die Möglichkeit, in verschiedenen Formen therapeutische Angebote zu schaffen. Diverse Therapieformen können individuell bei verschiedenen Krankheiten unterstützend eingesetzt werden.

Die Musiktherapie ist ein künstlerisch-kreatives Therapieverfahren, das ressourcen- und erfahrungsorientiert arbeitet. Bei psychischen Erkrankungen bietet diese nonverbale Herangehensweise über das Medium Musik Zugang zu kreativen Ressourcen.

Musiktherapie ist ein psychotherapeutisch orientiertes Behandlungsverfahren, bei dem Musik im therapeutischen Prozess zur Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit eingesetzt und diagnostiziert genutzt wird.
In der Musiktherapie unterscheidet man zwischen der rezeptiven und der aktiven Musiktherapie. In der rezeptiven Musiktherapie spielt der Therapeut dem Patienten Musik vor und lässt die Töne auf ihn wirken. Bei der rezeptiven Musiktherapie steht das aktive Hören der Musik und das Aufnehmen der Schwingungen im Zentrum. Nach einer Phase der Einstimmung wird den Patienten entweder "live" oder über Tonträger Musik vorgespielt, die körperlich und/oder psychisch auf sie wirken kann.
In der aktiven Musiktherapie erzeugt der Patient selbst Klänge und darf verschiedene Instrumente ausprobieren. Es geht jedoch nicht darum, dass der Patient ein Musikinstrument erlernt oder musikalisch ausgebildet wird. Das Ziel ist es, dass der Betroffene eine Verbindung zu seinen Gefühlen herstellt und seine Kreativität entfaltet. Ausserdem kann mit Hilfe der Musiktherapie die Ausdrucksfähigkeit gestärkt, die Konzentrationsfähigkeit gesteigert oder auch an der Körperwahrnehmung sowie am Selbstbewusstsein des Patienten gearbeitet werden. Bei älteren Menschen oder Demenzpatienten können bekannte Lieder Erinnerungen wecken.
In der Gruppenmusiktherapie kann durch die gemeinsame Improvisation ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit und Geborgenheit entstehen. Musik setzt innere Prozesse in Gang. Welche Gefühle die Musik auslöst und welche Gedanken sie hervorbringt, ist individuell sehr verschieden. Der Musiktherapeut arbeitet abhängig vom Patienten mit unterschiedlichen Instrumenten und Musikstilen. Ein wichtiger Bestandteil der Musiktherapie ist das Gespräch. Der Patient bespricht mit dem Musiktherapeuten, was er erlebt hat, während er der Musik gelauscht hat. Im Verlauf der Musiktherapie können auch unangenehme Gefühle und schmerzhafte Erinnerungen auftauchen. Diese werden im Gespräch bearbeitet. Eine Veränderung der Gefühle und Gedanken kann stattfinden, wenn der Patient neue Töne und Klänge ausprobiert und auf sich wirken lässt. Ein grosser Vorteil der Musiktherapie ist, dass sie zahlreiche Ausdrucksmöglichkeiten bietet. Zum Einsatz kommen Musikinstrumente, die leicht zu spielen sind. Trommeln, Klavier, Gitarre, Xylophon, Klangschale und viele weitere Instrumente, aber auch die eigene Stimme ermöglichen dem Patienten, verschiedene Rhythmen und Klänge zu erzeugen. Musiktherapie interagiert auf vielen Ebenen, einschliesslich emotionaler, kognitiver, motorischer und sozialer Ebene. Manche Musiktherapeuten nehmen das Gespielte auf, damit sich der Patient seine Melodien nochmal anhören und darüber nachdenken kann.
Eine der EATM- Behandlungen ist die Fünf-Elemente-Musiktherapie. Im Rahmen des ETATM-Systems kann Musik bzw. Klang anhand der Fünf-Elemente-Theorie in fünf Töne eingeteilt werden:
Jue, Zhi, Gong, Shang und Yu.
Die Harmonie der chinesischen Musik sind die fünf Töne, die das Fundament der traditionellen chinesischen Musik bilden.
Gong (Do), Shang (Re), Ine (Mi), Zhi (Sol), Yu (La).
Das bedeutet die Töne Do=C, Re=D, Mi=E, Sol=G, Yu=H
In der Tonübersetzung, also C / D  / E / G / H /, nur diese Töne werden in der traditionellen chinesischen Musik gespielt. Deshalb klingt diese Musik für manches Hörverständnis monoton, kann aber auch die Wirkung zum meditativen bewirken.
In der Musiktherapie wird mit verschiedenen Elementen gearbeitet:
Rhythmus, in Kombination mit langen und kurzen Tönen
Takt: gleichmässig, unregelmässig
Tempo: schnell, langsam
Klangfarbe: hohe oder tiefe Töne
Texten: gelesen, gesungen
Melodie: fröhlich, langweilig, traurig etc.
Bei der Musiktherapie geht es darum, einen Schlüssel zu den Patient:innen zu finden. Es geht aber auch darum, dass sich die Person selbst dabei besser kennenlernt. Musik ist mehr als ein akustisches Signal. Sie aktiviert weite Bereiche des Gehirns, weckt Assoziationen und Emotionen und wurzelt möglicherweise in einer Art vorsprachlichen Kommunikation. Die Musiktherapie kann beruhigen, entspannen, anregen und sogar Schmerzen lindern. Deshalb wird Musiktherapie immer häufiger bei der Behandlung verschiedenster Erkrankungen eingesetzt, beispielsweise bei Krebs und anderen chronischen Krankheiten, Depressionen, Demenz oder in der Frühgeborenen-Therapie. Schon in der Antike wurde Musik für die Behandlung von Patienten eingesetzt. Heutzutage wird Musiktherapie zur therapeutischen Unterstützung in Kliniken oder ambulanten Praxen angeboten. Musiktherapie kann sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppe stattfinden.

Maltherapie
Um Gespräche zu unterstützen, kann es hilfreich sein, die Methode der Maltherapie einfliessen zu lassen. Durch das kreative Schaffen wird eine Atmosphäre der Ruhe und des Wohlbefindens geschaffen. Die Maltherapie ermöglicht es Patienten, nicht-verbale Gefühle wie Angst, Schmerz, Verzweiflung oder Trauer auszudrucken, die schwer in Worte zu fassen sind. Sie können sich mit dem Leben, mit der Erkrankung, die sicher nicht einfach zu akzeptieren ist und den Veränderungen im Leben auseinandersetzen, in dem sie Lebens- oder Hoffnungsbilder erschaffen. Werke, die frei geschaffen werden, nicht beurteilt oder von Aussen kommentiert werden. Das Hauptziel ist es, durch künstlerischen Ausdruck und die damit verbundene Entspannung die Lebensqualität zu steigern. Durch aktives Gestalten mit Farbe, Ton, Papier und anderen Materialien können ihre Gedanken und Gefühle dargestellt werden.
Vielleicht werden den Patienten erst während den Schaffens ihre Gedanke und Gefühle klarer. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Patienten ihre Wünsche oder inneren Bilder beschreiben, die der Therapeut dann malt, so in Form eines Bildauftrages. Die Methoden werden flexibel an die individuellen Bedürfnisse und der körperlichen Verfassung des Patienten angepasst. Bei nachlassender Kraft konzentriert sich die Therapie auf einfache, klare Bilder und langsame, beruhigende Bewegungen. Die Wahl der Farben und Materialien kann bewusst eingesetzt werden, um bestimmte Stimmungen oder Empfindungen zu erzeugen. Es sind keine Vorkenntnisse oder künstlerisches Können erforderlich. Die Kunsttherapie kann nicht nur für den Patienten, sondern auf Wunsch auch für Angehörige angeboten werden.
Therapeutisch ist der schwerkranke Mensch aufmerksam, behutsam, warmherzig und ruhig zu begleiten. Er steht mit seinen körperlichen, seelischen und kognitiven Bedürfnissen und Befindlichkeiten im Mittelpunkt und entscheidet, was möglich ist - mit oder ohne Worte. Eine aufrichtige Beziehung aufzubauen und Vertrauen und Trost zu geben, sind hier die wichtigsten Grundlagen für die Begegnung. 

Ziele maltherapeutischer Begleitung
- Unterstützung bei der Verarbeitung und Bewältigung der krankheitsbedingten Symptome
- Unterstützung beim Lösen seelischer und geistiger Herausforderungen und Fragen
- Unterstützung im Prozess des Sterbens und Abschiednehmens

In der palliativstationären Maltherapie entstehen häufig Bilder, die ein tiefer Ausdruck empfundener Bewusstseins- und Wandlungsprozesse der Patienten sind: Lebensbilder, Hoffnungsbilder, Märchenbilder, Sichere Ort-Bilder und Abschiedsbilder.

Lebensbilder
Insbesondere jüngere Patienten mit ernster Prognose wollen Lebensbilder und Lebenserinnerungen malen. Sie bringen Vorstellungen ihrer Bildmotive mit und wir unterstützen sie künstlerisch-kunsttherapeutisch beim Umsetzen derselben, um das Bild mit einem Gefühl der Zufriedenheit verschenken (vererben) zu können.

Hoffnungsbilder
In der palliativen Behandlung können dennoch Hoffnungsbilder entstehen: Ein warm-gelbes Licht in der Bildmitte, umhüllt von einem transparenten Blau. Ein hellroter Horizont über einem grünen Hügel. Ein sanft wogendes blaues Meer. Ein offenes Farbentor. Die Sonne. Der Regenbogen. Ein Baum als Teil des Naturkreislaufs. Aber auch Farbe oder Bildmotiv, mit denen die Patientin oder der Patient ein persönliches Empfinden von Hoffnung verbindet.

Märchenbilder
Dem Tod nahestehende Patienten erinnern sich häufig ihrer Schwellenerfahrungen in der eigenen Biografie und empfinden «Schicksalswalten». Um diese malerisch zu verarbeiten, bieten sich die identitätsstiftenden, trostspendenden und heilsamen Märchenmotive der Gebrüder Grimm an.

Sichere Orte-Bilder
Der Wunsch nach Schutz und Geborgenheit ist ein grosses Bedürfnis sterbenskranker Menschen. Schon ein in einer einzelnen Sitzung gemaltes und als gelungen erlebtes sichere Orte-Bild kann das Wohlbefinden stärken. Hierbei kann auch das Formenzeichnen unterstützend sein. Die Therapeuten hängen es im Krankenzimmer so auf, dass der Patient es ansehen kann.

Abschiedsbilder, das «letzte» Bild
Welches Bild wird für einen malenden Palliativpatienten das letzte sein? Es ist nicht vorhersehbar, dafür sind die individuellen Verläufe zu unterschiedlich und die grosse Metamorphose, in denen sich ein Mensch zwischen Leben und Tod befindet, zu intim. In der langjährigen Erfahrung haben sich dennoch bestimmte Signaturen in einem «letzten» Bild offenbart: Wasser, eine Flamme, ein Farbenkeim, ein Tor.

Über die Kunsttherapie kann sich ein neuer Sinn für den schwerst- und sterbenskranken Menschen öffnen, der unmittelbar erfahrbar wird.

Gemeinsam lesen

"Gemeinsames Lesen" ist keine etablierte Methode in der Palliative Care, aber das Konzept kann als gemeinsame Aktivität und therapeutische Unterstützung für Patienten und ihre Angehörigen verstanden werden. Es geht darum, die Lebensqualität zu verbessern, durch das Teilen von Geschichten und Erfahrungen in einer unterstützenden Umgebung, die die Würde des Menschen betont. 

Mögliche Formen des gemeinsamen Lesens
Vorlesen für Patienten: Vorlesende können den Patienten helfen, der Realität zu entfliehen, sich zu entspannen und eine Verbindung zu anderen zu spüren. 

Gemeinsames Lesen von Erinnerungen: Das Lesen von Büchern oder Gedichten, die mit der Vergangenheit des Patienten verbunden sind, kann Erinnerungen wecken und ein Gefühl der Verbundenheit fördern. 

Nutzung von Lesungen als Anlass zur Reflexion: Das Lesen kann dazu anregen, über das Leben, die Krankheit, den Tod und die eigenen Werte nachzudenken und diese Gespräche mit Angehörigen oder Pflegekräften zu führen. 

Ziele des gemeinsamen Lesens
Linderung von Leid und Angst: Durch das Eintauchen in Geschichten können Patienten von ihren Sorgen abgelenkt werden und sich wohler fühlen. 

Förderung der Kommunikation und Verbindung: Gemeinsames Lesen kann ein Weg sein, um die Beziehung zwischen Patient, Angehörigen und dem Pflegepersonal zu stärken. 

Erhaltung der Lebensqualität: Es geht darum, das Leben so angenehm und bedeutungsvoll wie möglich zu gestalten, auch im Angesicht einer lebensbedrohlichen Krankheit. 

Praktische Umsetzung
Integration in den Alltag: Das Vorlesen oder gemeinsame Lesen kann leicht in den Alltag von Patienten und Angehörigen integriert werden. 

Individuelle Bedürfnisse beachten: Die Auswahl der Lektüre sollte sich an den individuellen Interessen und der aktuellen Verfassung des Patienten orientieren. 

Unterstützung durch Fachpersonal: Palliativseelsorger und andere Fachpersonen können dabei helfen, das gemeinsame Lesen als Teil der ganzheitlichen Betreuung zu nutzen.

Ziele der Palliative Atemtherapie 

Symptomlinderung: Lindert Beschwerden wie Atemnot, Übelkeit, Schmerzen und Angst. 

Ganzheitliche Unterstützung: Spricht den Menschen auf körperlicher, seelischer, geistiger und spiritueller Ebene an. 

Lebensqualität verbessern: Fördert ein Gefühl von Frieden, Ruhe, Wärme und Trost. 

Ressourcen stärken: Unterstützt die vorhandenen Kräfte und Selbsthilfekompetenzen des/der Patient:innen. 

Unterstützung im Sterbeprozess: Begleitet den Sterbeprozess, ermöglicht Abschied und Loslassen. 

Arbeitsweise und Techniken 

Sanfte Berührungen und Massagen: Fließende Streichungen und sanfter Druck auf den Körper, um den Kontakt zum eigenen Fluss und Rhythmus herzustellen. 

Atemübungen und Atemführung: Anregung und Unterstützung des natürlichen Atemrhythmus und der Atemtiefe. 

Nonverbale Kommunikation: Ermöglicht eine tiefe Verbindung und Kommunikation, auch wenn die/der Patient:innen sich nicht mehr äußern können. 

Fokus auf das Gesunde (Salutogenese): Konzentriert sich nicht auf die Krankheit, sondern auf die gesunden Anteile im Menschen, um diese zu stärken. 

Begleitende Gespräche: Ergänzen die nonverbalen Techniken und helfen, emotionale Zustände auszugleichen. Besonderheiten in der Palliativversorgung. 

Kräfteschonende Techniken: Vermittelt einen ökonomischen Umgang mit Belastungen, bei dem der Atemkraft aus dem Atem genutzt wird. 

Fokus auf das „Hier und Jetzt“: Hilft, im Moment präsent zu sein und das Geschehen anzunehmen.
 
Zugang zu tieferen Ebenen: Ermöglicht ein tieferes Erleben des Inneren und eine Annäherung an die spirituelle Dimension des Lebens und Sterbens. 

Ergänzung zur medizinischen Behandlung: Bietet eine wertvolle Ergänzung, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu erhalten. 

Atemtherapie ist eine ganzheitliche Methode zur Verbesserung der Lungenfunktion und Atmung durch gezielte Übungen, die Atemnot lindern, die Atemmuskulatur kräftigen und den Sekretabtransport erleichtern. Sie kann bei verschiedenen Lungenkrankheiten wie COPD oder Asthma, nach Operationen, zur Geburtsvorbereitung oder zur Förderung der Entspannung und des Wohlbefindens eingesetzt werden. Die Therapie zielt darauf ab, die Beweglichkeit des Brustkorbs zu fördern, Atemgewohnheiten zu korrigieren und das allgemeine Körpergefühl sowie die Lebensqualität zu steigern.  

Ziele der Atemtherapie
Verbesserung der Lungenfunktion: Erhalt oder Steigerung der Lungenkapazität und des Sauerstoffaustauschs.

Lockerung und Mobilisierung: Mobilisierung des Brustkorbs und Lockerung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur zur Erleichterung der Atemarbeit. 

Sekretmanagement: Anregung des Abtransports von Schleim aus den Atemwegen. 

Muskelkräftigung und Muskelentspannung: Stärkung der Zwerchfell- und Atemmuskulatur sowie deren bewusste Entspannung. 

Entspannung und psychisches Wohlbefinden: Reduzierung von Atemnot, Angst und innerer Anspannung. 

Bewusstseinsbildung: Schulung der bewussten Wahrnehmung der Atmung und Verbesserung des Atemrhythmus.
 

Anwendungsbereiche
Lungenerkrankungen: COPD, Asthma, Mukoviszidose. 

Prävention und Rehabilitation: Vorbeugung von Lungenentzündungen (Pneumonieprophylaxe), nach Operationen oder künstlicher Beatmung, sowie bei Long-Covid. 

Stressbewältigung und Psychotherapie: Zur Entspannung, Beruhigung und Verbesserung des Körpergefühls. 

Typische Techniken
Atemübungen: Gezielte Übungen zur Vertiefung der Atmung und Kräftigung der Muskulatur. 

Atemmassage: Manuelle Techniken zur Lösung von Muskelverspannungen, besonders im Brust- und Bauchbereich. 

Luftstapeln (Air Stacking): Einsatz eines Handbeatmungsbeutels, um mehrere Atemzüge hintereinander zu geben und einen Hustenreiz zum Lösen von Sekreten auszulösen. 

Reflektorische Atemtherapie: Ein Konzept zur Regulation der Atmung über das Zwerchfell durch Wärmeanwendung, manuelle Techniken und spezielle Atemgymnastik.

Schreiben
Schreiben als Hilfe kann in der Palliativversorgung eine sinnstiftende Therapieform sein, indem es Patienten ermöglicht, ihre Erfahrungen zu verarbeiten. Eventuell kann auch ein neuer Lebenssinn gefunden werden und die Auseinandersetzung mit der Krankheit in Form eines Buches gestaltet werden. Diese Form des Schreibens kann zu einer besseren Lebensqualität beitragen, indem sie Hoffnung, Mut und Anerkennung fördert und eine tiefere Verbindung zu sich selbst und anderen ermöglicht. 

Wie Schreiben als Therapieform in der Palliativversorgung wirkt: 

Sinnstiftung und Selbstfindung: Das Festhalten von Gedanken und Gefühlen in schriftlicher Form hilft Patienten, ihre Erfahrungen und ihr Leben neu zu ordnen, was zu einem tieferen Verständnis und einem neuen Sinn führen kann, wie es bei einem Patienten der Fall war, der nach einer Krebserkrankung zum Schreiben fand und einen Blog startete. 

Möglichkeit zur Auseinandersetzung: Schreiben bietet einen Raum für die persönliche Verarbeitung der Erkrankung und der damit verbundenen Herausforderungen. 

Verbesserter Umgang mit Emotionen: Durch das Schreiben können Ängste, Sorgen und andere Emotionen ausgedrückt und verarbeitet werden, was zu einer Entlastung führen kann. 

Förderung des Lebens im Hier und Jetzt: Die Konzentration auf das Schreiben kann dazu beitragen, die Balance zu finden und das Leben im gegenwärtigen Moment mehr wertzuschätzen, da der Fokus auf dem Erlebten und dem, was noch kommt, liegt. 

Stärkung der Verbindung zu anderen: Das Teilen der geschriebenen Gedanken und Erfahrungen, beispielsweise in Form eines Blogs, kann den Austausch mit anderen Betroffenen fördern und so zu einem Gefühl der Anerkennung, des Verständnisses und der Gemeinschaft führen.

Anwendungsbeispiele: 

Erstellen eines Blogs: Wie im Fall eines Patienten wird der Blog zu einer Plattform, um die eigene Geschichte zu erzählen, andere zu inspirieren und eine Verbindung zu einer Community aufzubauen. 

Verfassen eines Buches: Das Schreiben eines Buches kann eine tiefgreifende Möglichkeit sein, das eigene Leben zu reflektieren und eine bleibende Erinnerung für die Nachwelt zu schaffen. 

Führen eines Tagebuchs: Ein persönliches Tagebuch kann als privater Raum dienen, um Gedanken, Gefühle und Erkenntnisse festzuhalten, die im Laufe der palliativen Behandlung entstehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Schreiben weit mehr ist als nur das Festhalten von Informationen; es ist eine aktive und potenziell heilsame Praxis, die palliativen Patienten hilft, ihre Lebensgeschichte zu formen, zu verstehen und einen Weg zu finden, sich selbst und ihr Leben neu zu entdecken.

 

Spirituelle Unterstützung in der Palliativversorgung
Dies ist ein wesentlicher, ganzheitlicher Bestandteil, der sich auf die individuellen religiösen, existenziellen und identitätsstiftenden Bedürfnisse der Patient*innen und ihrer Angehörigen konzentriert. Sie zielt darauf ab, Angst zu lindern, Sinn zu finden, Würde zu wahren und Trost zu spenden, indem sie einen sicheren Raum für die Erkundung von Glaubensfragen und Werten schafft. Diese Begleitung ist Aufgabe des gesamten palliativen Teams und schließt seelsorgerische Angebote für alle Menschen ein, unabhängig von ihrer Weltanschauung. 

Was Spiritual Care umfasst: 

Ganzheitliche Begleitung: Es geht darum, die körperlichen, emotionalen, sozialen und spirituellen Belastungen, die mit einer schweren Krankheit einhergehen, zu lindern. 

Sinnfindung und Identität: Unterstützung bei Fragen nach Lebenssinn, Identität, Schuld und Versöhnung. 

Religiöse und existenzielle Bedürfnisse: Berücksichtigung von spirituellen Überzeugungen, Praktiken und Ritualen, die für den Patienten Trost und Halt geben können. 

Raum für Austausch: Schaffung eines sicheren Umfelds, in dem Patient*innen und Angehörige ihre Ängste, Hoffnungen und Werte ausdrücken und erkunden können.  

Warum Spiritual Care wichtig ist: 
Reduzierung von Angst und Leid: Spirituelle Unterstützung kann helfen, Ängste abzubauen und die emotionale Gesundheit zu verbessern. 

Würdevolles Sterben: Sie trägt dazu bei, dass Menschen am Lebensende eine würdige Erfahrung machen können. 

Ressource in Krisenzeiten: Spirituelle Überzeugungen und Praktiken können in Zeiten von Krankheit und Todesnähe wichtige Ressourcen und Quellen des Trostes darstellen. 

Ganzheitliche Versorgung: Spirituelle Care ist ein integraler Bestandteil der palliativen Gesamtkultur und sollte nicht nur auf körperliche und psychische Aspekte fokussiert sein. 

Spiritual Care wird anboten von: 

Das gesamte palliative Team: Alle Gesundheitsfachpersonen können dazu beitragen, spirituelle Bedürfnisse zu erkennen und darauf einzugehen. 

Seelsorgende: Spezialisierte Seelsorgende sind geschult, um bei spirituellen und existenziellen Fragen professionell zu unterstützen. 

Wichtige Aspekte der Spiritual Care sind: 
Individualität: Spirituelle Bedürfnisse sind sehr individuell und können sich im Laufe der Krankheit verändern. 

Interprofessioneller Ansatz: Die Zusammenarbeit zwischen Seelsorgenden und dem restlichen Behandlungsteam ist entscheidend für eine gute spirituelle Begleitung. 

Sensibilisierung: Alle Gesundheitsfachpersonen sollen für die spirituellen Dimensionen sensibilisiert werden, um die Notwendigkeit von seelischer Unterstützung zu erkennen. 

In der Bewegungstherapie in der Palliative Care in Zürich kann man sich nach Bedarf an spezialisierte Zentren wie das Stadtspital Zürich oder das Universitätsspital Zürich (USZ) wenden. Diese Fachbereiche bieten eine ganzheitliche Betreuung mit einem interdisziplinären Team an, das darauf abzielt, die Lebensqualität der Patienten durch Bewegung zu verbessern. Die Behandlung konzentriert sich darauf, körperliche, psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse zu berücksichtigen und die Patienten zu unterstützen, ihre letzten Tage so aktiv und würdevoll wie möglich zu gestalten. 

Anlaufstellen in Zürich
Palliative Care am Stadtspital Zürich: Bietet Unterstützung für Patienten mit unheilbaren und fortschreitenden Erkrankungen. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Seelsorgern arbeitet zusammen, um Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Kompetenzzentrum Palliative Care am Universitätsspital Zürich (USZ): Spezialisiert auf die umfassende Behandlung und Pflege von erwachsenen Menschen mit unheilbaren Krankheiten. Der Fokus liegt auf der Begleitung der Patienten und ihrer Familien, auch in psychosozialer Hinsicht. 

Was Bewegungstherapie in der Palliative Care umfasst:

Ganzheitlicher Ansatz: Die Bewegungstherapie ist Teil eines umfassenden Konzepts, das nicht nur körperliche, sondern auch psychische, soziale und spirituelle Aspekte einbezieht.
 
Fokus auf Lebensqualität: Das Hauptziel ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und zu erhalten, auch wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. 

Unterstützung durch ein Team: Bewegungstherapeuten arbeiten eng mit anderen Fachpersonen zusammen, um ein individuelles Betreuungs- und Behandlungsnetz aufzubauen.
 
Förderung der Aktivität: Es geht darum, Patienten zu unterstützen, ihr Leben so aktiv wie möglich zu gestalten und ihre Selbstständigkeit zu erhalten. 

Wichtiger Hinweis 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Bewegungstherapie ist oft in ein Team von Fachleuten eingebettet, zu denen auch Pflegekräfte, Ärzte und Seelsorger gehören, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten. Für spezifische Angebote und einen persönlichen Kontakt kann die Webseiten der genannten Spitäler besuchet werden. 

Was Bewegungstherapie in der Palliative Care umfasst

Ganzheitlicher Ansatz: Die Bewegungstherapie ist Teil eines umfassenden Konzepts, das nicht nur körperliche, sondern auch psychische, soziale und spirituelle Aspekte einbezieht.
 
Fokus auf Lebensqualität: Das Hauptziel ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und zu erhalten, auch wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. 

Unterstützung durch ein Team: Bewegungstherapeuten arbeiten eng mit anderen Fachpersonen zusammen, um ein individuelles Betreuungs- und Behandlungsnetz aufzubauen.
 
Förderung der Aktivität: Es geht darum, Patienten zu unterstützen, ihr Leben so aktiv wie möglich zu gestalten und ihre Selbstständigkeit zu erhalten. 

Wichtiger Hinweis 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Bewegungstherapie ist oft in ein Team von Fachleuten eingebettet, zu denen auch Pflegekräfte, Ärzte und Seelsorger gehören, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten. Für spezifische Angebote und einen persönlichen Kontakt kann die Webseiten der genannten Spitäler besuchet werden. 


Ziele maltherapeutischer Begleitung

- Unterstützung bei der Verarbeitung und Bewältigung der krankheitsbedingten Symptome
- Unterstützung beim Lösen seelischer und geistiger Herausforderungen und Fragen
- Unterstützung im Prozess des Sterbens und Abschiednehmens In der palliativstationären Maltherapie entstehen häufig Bilder, die ein tiefer Ausdruck empfundener Bewusstseins- und Wandlungsprozesse der Patienten sind: Lebensbilder, Hoffnungsbilder, Märchenbilder, Sichere Ort-Bilder und Abschiedsbilder.

Lebensbilder
Insbesondere jüngere Patienten mit ernster Prognose wollen Lebensbilder und Lebenserinnerungen malen. Sie bringen Vorstellungen ihrer Bildmotive mit und wir unterstützen sie künstlerisch-kunsttherapeutisch beim Umsetzen derselben, um das Bild mit einem Gefühl der Zufriedenheit verschenken (vererben) zu können.

Hoffnungsbilder
In der palliativen Behandlung können dennoch Hoffnungsbilder entstehen: Ein warm-gelbes Licht in der Bildmitte, umhüllt von einem transparenten Blau. Ein hellroter Horizont über einem grünen Hügel. Ein sanft wogendes blaues Meer. Ein offenes Farbentor. Die Sonne. Der Regenbogen. Ein Baum als Teil des Naturkreislaufs. Aber auch jedwede Farbe oder Bildmotiv, mit denen die Patientin oder der Patient ein persönliches Empfinden von Hoffnung verbindet.

Märchenbilder
Dem Tod nahestehende Patienten erinnern sich häufig ihrer Schwellenerfahrungen in der eigenen Biografie und empfinden «Schicksalswalten». Um diese malerisch zu verarbeiten, bieten sich die identitätsstiftenden, trostspendenden und heilsamen Märchenmotive der Gebrüder Grimm an.

Sichere Orte-Bilder
Der Wunsch nach Schutz und Geborgenheit ist ein grosses Bedürfnis sterbenskranker Menschen. Schon ein in einer einzelnen Sitzung ermaltes und als gelungen erlebtes Sichere Orte-Bild kann das Wohlbefinden stärken. Hierbei kann auch das Formenzeichnen unterstützend sein. Die Therapeuten hängen es im Krankenzimmer so auf, dass der Patient es ansehen kann.

Abschiedsbilder, das «letzte» Bild
Welches Bild wird für einen malenden Palliativpatienten das letzte sein? Es ist nicht vorhersehbar, dafür sind die individuellen Verläufe zu unterschiedlich und die grosse Metamorphose, in denen sich ein Mensch zwischen Leben und Tod befindet, zu intim. In der langjährigen Erfahrung von Kolleginnen und Kollegen haben sich dennoch bestimmte Signaturen in einem «letzten» Bild offenbart: Wasser, eine Flamme, ein Farbenkeim, ein Tor.
Über die Kunsttherapie kann sich ein neuer Sinn für den schwerst- und sterbenskranken Menschen öffnen, der unmittelbar erfahrbar wird.


Wichtige Unterscheidung

Abgrenzung zur kurativen Therapie: Im Gegensatz zu Behandlungen, die auf Heilung abzielen, ist die palliative Therapie auf die Palliation (Linderung) fokussiert. 

Kann frühzeitig beginnen: Palliative Care ist nicht auf das Lebensende beschränkt, sondern kann bereits in frühen Phasen einer unheilbaren Erkrankung integriert werden. 

Sterbehilfe / Exit
Es gibt in jeder Kultur Grenzen dessen, was Menschen über sich und andere bestimmen können. Diese Grenzen werden besonders deutlich beim Thema Sterbehilfe, einem Thema, das in erheblichem Masse Emotionen freisetzt und zu kontroversen Diskussionen führt. Im deutschsprachigen Raum haben sich zum Thema der Sterbehilfe vor allem die folgenden Begriffe etabliert, die wesentlich dem juristischen Bereich entstammen. Sie sind deswegen auch juristisch definiert: 
- Passive Sterbehilfe
- Indirekte Sterbehilfe
- Aktive Sterbehilfe (international als Euthanasie bezeichnet) und damit zusammenhängend der assistierte Suizid.

Passive Sterbehilfe
Passive Sterbehilfe anzuwenden, gehört zu den zentralen Aufgaben von Hospizarbeit und Palliative Care. Passive Sterbehilfe ist als Gegengewicht gegen die Neigung der modernen Medizin zur Übertherapie entstanden: dem lebenserhaltenden Handeln, ohne zu fragen, ob der kranke Mensch dies wünscht und ob er davon irgendeinen Nutzen hat. Passive Sterbehilfe ist der Leidensminderung und zugleich dem Warten-Können verpflichtet: Eine Grundhaltung, die das Sterben zulässt, der Krankheit ihren natürlichen Verlauf lässt und zugleich die dabei entstehenden Beschwernisse lindert - wenn der kranke Mensch es so wünscht.
Unter passiver Sterbehilfe versteht man den Verzicht auf oder die Beendigung von Behandlungen, die das Sterben bzw. das Leben verlängern, sofern die Krankheit eine aussichtslose Prognose oder einen unumkehrbar tödlichen Verlauf genommen hat und der Tod in kurzer Zeit eintreten wird.

Indirekte Sterbehilfe
Hier geht es in erster Linie um gute Symptomkontrolle. Es ist eine der wichtigen Aufgaben von Pflegepersonal und ÄrztInnen, einen schwer kranken Menschen am Lebensende optimal so zu unterstützen, dass er möglichst Beschwerdefrei sein Leben beenden kann. 
Indirekte Sterbehilfe ist eine Kompetente und angebrachte medizinische Behandlung, die - mit Zustimmung des kranken Menschen - in unbeabsichtigten Ausnahmefällen als Nebenwirkung eine Beschleunigung des Todeseintrittes zur Folge haben kann.

Aktive Sterbehilfe (Euthanasie)

Als aktive Sterbehilfe bezeichnet man die aktive, bewusste Beendigung schweren Leidens oder die Erleichterung des Sterbens bei aussichtsloser Prognose durch gezieltes Töten des betroffenen Menschen auf dessen Verlangen hin. Wenn Menschen, die ihr Leben selbst bestimmt führen an einer unheilbar erkranken leiden, wissen, dass sie in einem bestimmten Stadium nicht mehr selbständig handeln können und total auf Hilfe angewiesen sind, legen in ihrer Vorsorgeverfügung fest, wann sie aus dem Leben scheiden möchten. Es gibt eine Lebenssituation, die es nicht mehr erlaubt, selbst bestimmt aus dem Leben zu scheiden, nämlich, wenn ich z.B. durch einen Hirntumor verursacht nicht mehr zurechnungsfähig bin. Zusammen mit Fachpersonen kann bestimmt werden, wie das Leben der Patientin möglichst angenehm gestaltet werden kann. Es muss nicht immer EXIT sein. Es können auch andere Lösungen gesucht und gefunden werden.
Die meisten Menschen werden in Lebenskrisen suizidal - wie viele von uns aus eigener schmerzlicher Erfahrung wissen. Insbesondere wunder es nicht, wenn wir bei schwer kranken Menschen immer wieder auch auf Selbsttötungswünsche treffen. Allerdings müssen wir die entsprechenden Äusserungen der Kranken ernst nehmen und richtig verstehen. Hören wir nämlich genau zu, so zeigt sich, dass in vielen Fällen dahinter nicht die Aufforderung steht: "Töte mich". Sondern es geht um die Bitte: "Sprich mit mir über das Thema Sterben!" Viele Menschen leiden in ihrer letzten Lebensphase unter erheblichen körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Beschwerden. Sie empfinden diese als unerträglich. Ihr Wunsch nach Sterbehilfe meint eigentlich: "Ich kann so nicht weiterleben. Hilf mir!" Nur ein sehr kleiner Teil der Betroffenen meint mit seiner Äusserung wirklich den Wunsch getötet zu werden.

Assistierter Suizid und kirchliches Handeln
Fallbeispiel: Die Anfrage eines Sohnes geht an eine Pfarrperson, mit der Anfrage, ob diese bereit wäre, die Abdankungsfeier für seine Mutter zu gestalten. Seine Mutter werde in drei Tagen mit Beihilfe sterben. Die Pfarrperson führt mit dem Sohn und der Mutter getrennte Gespräche. Zu Beginn ist der Sohn mit dabei am Gespräch. Danach führt die Pfarrperson das Gespräch mit der Mutter. Die Seelsorgerin will sich nicht einfach als anonyme Vollzieherin des letzten Willens der Mutter instrumentalisieren lassen, sondern sucht das Gespräch mit der sterbewilligen Frau. Nach einer kurzen Begrüssung stellt die Frau sofort klar, dass für sie ihr "Lebensbündel" zu schwer geworden sei und sie selbst und allein zu der Entscheidung gekommen sei, die SHO (Sterbehilfeorganisation) zu kontaktieren. Sie sei bis dahin kein Mitglied gewesen. 

 

Warum beschäftige ich mich mit diesem Thema? Abschied und Tod sind Themen, die mich schon lange beschäftigen. Kürzlich habe ich mich ernsthaft gefragt, warum dieses Thema für mich so zentral ist? Sicher werde ich älter, nun bald schon 71 Jahre alt. Ist es ein Wink, mich rechtzeitig mit dem Sterben zu befassen? Ich weiss es nicht.

Mich hat immer interessiert, wo und wie ich beigesetzt werden möchte. Dies habe ich schriftlich festgelegt. Nun bin ich nicht sicher, ob ich wirklich im Gemeinschaftsgrab beigesetzt werden möchte. Dort liegen Urne über Urnen und es geht lange, bis aus diesem "Loch" etwas Sinnvolles wird. Es besteht nun die Möglichkeit, die Asche im Waldfriedhof um einen grossen Gemeinschaftsbaum beisetzten zu lassen. Das macht Sinn und aus der Asche kann vielleicht eine Pflanze wachsen. Leider befindet sich der Waldfriedhof auf dem höchstgelegenen Hügel in Dielsdorf. Aber es können ja dann einmal die Menschen daran teilnehmen, die genügend fit sind, um vom Parkplatz die Reststrecke hochzugehen. Ein Herzensort wäre natürlich die Nordseeinsel Amrum. Aber das ist eine Zumutung für die Hinterbliebenen.
In der Reformierten Kirche in Dielsdorf soll dann ein Abschiedsgottesdienst stattfinden. Ich finde es wichtig, dass Abschied genommen werden kann. Ich möchte, dass meine Wünsche eingehalten werden, dass das, wie ich mir eine Trauerfeier vorstelle eine Feier und kein Trauerspiel sein sollte. Abweichungen im Inhalt sind durchaus möglich. Ich bin mir auch am überlegen, welche Pfarrperson die Trauerfeier halten soll. Ich wünsche mir keine theologische Abhandlung mit viel Theorie - nein, auch fromme Sprüche mag ich nicht. Kürzlich habe ich eine Trauerfeier erlebt, bei der eine Fährfrau gesprochen hatte. Mit viel Feingefühl führte sie uns Hinterbliebene zu der verstorbenen Person. Wir begleiteten die Seele der Verstorbenen sozusagen ins Jenseits. 

Meine Vertrauensperson ist über meinen Tod hinaus festgelegt. Hier einige Angaben zu meinen Vorlieben:

Aus meinem Leben

Welcher Tagesablauf ist mir wichtig.
Gerne mag ich den Abend.

Welche Farben gefallen mir?
Warme Farben und Pastell Farben

Welche Düfte entsprechen mir?
Blumige Düfte, z.B. "Maierisli".

Welche Materiale schmeicheln mir?
Natürliche Materialen wie z.B. Holz und Steine.

Welche Temperatur entspricht mir?
Kühle Temperaturen.

Welche Umgebung gibt mir ein Wohlgefühl?
Eine harmonische Umgebung.

Welche Berührung kann ich zulassen?
Wenn ich gehalten werde.

Wo kann ich Berührung zulassen?
Gesicht, Haare, Rücken.

Welchen Musikstil höre ich?
Pop, Klassische Musik, Gospel, Country.

An meiner Trauerfeier wünsche ich das Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur op. 73 von Beethoven.

Welche Literatur lese ich?
Krimi, Sachbücher, Romane, Zeitungen.

Welche Hobbys führe ich?
Klavierspielen, Singen, Stricken, Schreiben, Lesen, Reisen.

Welches Essen mag ich?
Gemüse, Salate, Obst, Süsses, Pommes, wenig Fleisch.

Welche Orte mag ich?
Amrum, Engadin (Sils Maria), Wildhaus.

Welche Haustiere liebe ich?
Katzen.

Es ist nicht schädlich Gefühle zu haben, und es ist auch nicht gefährlich, sie zu zeigen. 
Chris Paul

Fazit

In der heutigen Zeit sind die Möglichkeiten mit diversen Therapien das Leiden zu lindern, sehr vielfältig und gross. Noch zu Beginn der Hospizarbeit ging es grundsätzlich darum, dem Menschen ein "Zuhause" zu bieten, damit er aufgehoben und umsorgt wurde, denke ich. Die therapeutischen Schwerpunkte lagen auf der Verpflegung, einem heissen Tee, einer wärmenden Suppe und der einfachsten, notwendigen medizinischen Versorgung. Wenn dann noch Zeit da war, wurde sicher Zuwendung im Sinne der christlichen Tradition angeboten: Beten und in der Bibel lesen.
Im Vergleich zu Beginn der Hospizarbeit bis zur Palliative Care heute, hat sich einiges geändert. Heutzutage habe wir ein sehr grosses Angebot, um Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen zu unterstützen, ihnen das Leben noch so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich meine nicht, dass früher ein schlechteres  Angebot zur Verfügung stand. Das Angebot entsprach der Zeit, in der es genutzt wurde.
Heute ist es so, dass wir sehr viele Möglichkeiten haben und Unterstützung beanspruchen  können. Diese Unterstützung in all seinen Formen und Angeboten ist teuer. Wir sind nun an einem Punkt angekommen, wo uns unsere Bedürfnisse sehr viel kosten.
In meiner Einleitung schrieb ich: Mein Interesse gilt dem Verlauf der Hospizarbeit /  Palliative Care und deren Entstehung und Entwicklung von früher bis heute, sozusagen der Biografie dieser. Interessant wäre, herauszufinden, ob der medizinische Fortschritt der menschlichen Zuwendung Schwerstkranker Platz gemacht hat. Zurzeit der Hospizarbeit und zu Beginn der Palliative Care kann ich mich nicht äussern. Sicher haben sich die Betreuenden grosse Mühe gegeben, den schwerstkranken Menschen das Leben nach Möglichkeit angenehm zu gestalten. In der heutigen Zeit ist das Angebot so gross, dass das Lindern der Leidenden möglichst erträglich gestaltet werden kann. Für die komplexen Entscheidungssituationen am Lebensende brauchen wir eine umfassende, offen geführte Verständigung mit dem Ziel einer einvernehmlichen Entscheidungsfindung, die ethischen Prinzipien verpflichtet ist.

Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen.
Ich möchte dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten
Ich möchte dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen.
Ich möchte zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen.
Ich möchte dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen.
Ich möchte dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen.
Ich möchte von dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben.
Ich möchte dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich für sie verantwortlich zu machen.
Ich möchte dich informieren, ohne dich zu belehren.
Ich möchte die helfen, ohne dich zu beleidigen.
Ich möchte mich um dich kümmern, ohne dich ändern zu wollen.
Ich möchte mich an dir freuen - so wie du bist.
Wenn ich von dir das Gleiche bekommen kann, dann könnten wir uns wirklich begegnen und uns gegenseitig bereichern.
Virginia Satir



Geschichte der Hospizarbeit
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16.2.  Trauer verarbeiten – Geschichte der Hospizarbeit.
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"Wissen ist zwar nützlich, aber Wissen allein hilft niemandem. Wenn Sie nicht alles einsetzen - Ihren Kopf und Ihr Herz und Ihre Seele - werden Sie keinem einzigen Menschen je wirklich helfen können." Elisabeth Kübler-Ross (1993)


Die Hospizarbeit hat ihren Ursprung im 6. Jahrhundert, "Hospitium" als kostenlose Unterkunft, Herberge, Beistand oder Gastfreundschaft und kostenloser Verpflegung. Schon im Mittelalter kümmerten sich Hospize um Alte und Kranke. Beistandsort für Pilger und Kranke, die durch christliche Orden entlang der Pilgerrouten etabliert wurde. Schon im frühen Mittelalter boten kirchliche und klösterliche Herbergen an Pilgerrouten Reisenden, Kranken und Sterbenden Schutz und Fürsorge, um der christlichen Nächstenliebe nachzukommen. Im 20. Jahrhundert greift man die Idee, Sterbende seelisch und medizinisch in eigenen Häusern zu betreuen, wieder auf. Die moderne Hospizbewegung entstand Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Britin Dame Cicely Saunders mit der Gründung des St. Christopher's Hospiz in London 1967, das sich der schmerzfreien und ganzheitlichen Betreuung Sterbender widmete. Sie legte mit der Entwicklung der Schmerztherapie (Palliativmedizin) und dem Konzept der ganzheitlichen Versorgung sterbenden Menschen den Grundstein der modernen Hospizarbeit. Ein Hospiz, in dem der Einsatz Behinderten und Benachteiligten galt. Dame Cicely Saunders, (22.06.1918-14.07.2005) war Krankenschwester, Sozialarbeiterin, Ärztin und Pionierin der Palliative Medizin. Parallel dazu setzte sich die Psychiaterin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, (08.07.1926-24.08.2004) mit ihrer Forschung zur Begleitung Sterbender auseinander. 1969 erschien ihr Buch "Interview mit Sterbenden". Die schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin trug mit ihrer Forschung über die Bedürfnisse sterbender Menschen und ihrer Interviews mit Sterbenden dazu bei, das Thema Tod aus der Tabuzone zu holen und Gespräche darüber anzuregen. Sie befasste sich damit, was Sterbende denken und empfinden und was diese für den Umgang mit ihnen bedeutete. Aber auch die Gesellschaftlichen Komponente von Sterben, Tod und Trauer war Teil ihrer Arbeit.

Sterbephasen nach Kübler-Ross

1. Das Wichtigste in Kürze

Viele Forschende haben sich mit dem Thema Sterben auseinandergesetzt und versucht, es in verschiedene Phasen zu gliedern. Das bekannteste Modell stammt von der Sterbeforscherin und Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross, die in ihrem Buch "On Death and Dying" (1969) fünf Phasen des Sterbens beschrieb. Dieses Modell soll helfen, das Verhalten Sterbender besser zu verstehen und die Kommunikation mit ihnen erleichtern.

2. Allgemeines

Elisabeth Kübler-Ross entwickelte ihr Modell auf Grundlage zahlreicher Gespräche mit Sterbenden. Sie beobachtete dabei fünf typische Phasen des psychischen Erlebens:

  1. Nicht-Wahrhaben-Wollen
  2. Zorn
  3. Verhandeln
  4. Depressionen
  5. Zustimmung

Diese Phasen sind kein linearer Prozess und müssen nicht zwangsläufig nacheinander ablaufen. Menschen können Phasen überspringen, eine Phase nicht durchleben oder in eine Phase zurückfallen. Das Modell ist eine "Richtlinie" und nicht starr zu sehen, denn jeder Mensch stirbt seinen eigenen, ganz individuellen Tod.

Das Wissen um diese Phasen kann Angehörigen und professionell Pflegenden helfen, sensibler mit Sterbenden umzugehen und ihr Verhalten besser zu verstehen. In jeder Phase schwingen die Gefühle Angst vor dem Tod und Hoffnung auf ein Wunder mit. Diese Phasen können auch von Angehörigen durchlebt werden.

3. Die 5 Phasen nach Kübler-Ross

3.1. Nicht-Wahrhaben-Wollen
Nach einer schweren Diagnose reagieren viele Menschen mit Schock, Verleugnung, Empfindungslosigkeit und/oder körperlichen Beschwerden. Diese Phase ist eine Schutzreaktion der Psyche. Hier gilt es für die Angehörigen, abzuwarten und keine Gespräche aufzudrängen. Die Wünsche der Betroffenen sollten in jedem Fall berücksichtigt werden, auch wenn diese schwer auszuhalten sind.

3.2. Zorn
Nach dem ersten Schock brechen meist Emotionen wie Aggressionen, Wut, Zorn und Schuldzuweisungen aus. Manchmal treten diese Emotionen auch unterschwellig auf und äußern sich darin, dass es schwierig ist, den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden. Dies kann die Angehörigen sehr belasten. Angehörige sollten sich bewusst machen, dass diese Reaktionen nicht gegen sie persönlich gerichtet sind, sondern zum Verarbeitungsprozess gehören.

3.3. Verhandeln
Die betroffenen Menschen beginnen, mit sich selbst, mit Ärzten, mit dem Schicksal und mit Gott zu verhandeln. Sie erhoffen sich durch eine gute Kooperation eine längere Lebensspanne. Es kann auch sein, dass unrealistische Wünsche geäußert werden. Wichtig ist, Betroffenen einerseits nicht die Hoffnung zu nehmen, andererseits zu vermeiden, falsche Hoffnungen zu wecken.

3.4. Depression
Haben Betroffene realisiert, dass sie sterben werden, kann dies mit Depression, Ängsten und Trauer einhergehen. Sie betrauern die Verluste, die sie durch die Erkrankung erleiden: Verlust körperlicher Integrität, Verlust persönlicher und beruflicher Chancen, Verlust von nicht Nachholbarem und Wünschen, die sie sich in gesunden Tagen nicht erfüllt haben. In dieser Phase ist es sehr wichtig, zuzuhören und Betroffenen dadurch Entlastung zu bieten. Übermäßiges Trösten wird hingegen oft als Signal verstanden, den Redefluss unterbrechen zu wollen, und sollte daher vermieden werden.

3.5. Akzeptanz
In der Phase der Akzeptanz haben die Betroffenen ihr Schicksal angenommen und es tritt ein ruhiger, fast gefühlloser Zustand ein. Das Bedürfnis nach Gesprächen nimmt ab, die Aufmerksamkeit richtet sich mehr nach innen, und das Verlangen nach Besuch lässt nach. Dies darf nicht als Ablehnung missverstanden werden. Helfende sind nun als stille Begleitung im Sterbeprozess gefordert. Kleine Gesten, z.B. am Bett sitzen und die Hand halten, können nun wichtig sein. Sterbenden sollte nach Möglichkeit das Gefühl vermittelt werden, dass es in Ordnung ist, wenn sie jetzt gehen.

4. Kritik
Obwohl dieses Modell Einfluss auf andere Krisenmodelle, z.B. Trauermodelle hat, wird es von Forschenden in Frage gestellt und es gibt Kritikpunkte, z.B.:

  • Es konnte nicht bewiesen werden, dass alle Sterbenden diese Phasen durchlaufen. Der Sterbeprozess – dies betonte auch schon Elisabeth Kübler-Ross selbst – ist bei jedem Mensch sehr unterschiedlich und individuell.
  • Die Methodik zur Entwicklung dieses Modells ist teilweise unklar und wird wissenschaftlich angezweifelt, z.B. weil die Anzahl der Befragungen nicht so hoch war.
  • Die Beschreibung und Reihenfolge der Phasen kann als Vorschrift oder Anleitung missverstanden werden.
In Deutschland begann die Hospizbewegung 1904 mit der Gründung des "Verband Christlicher Hospize". In den 1970er und frühen 1980er Jahren, beeinflusst durch den Film "Noch 16 Tage" im ZDF, entstanden Bürgerinitiativen, die sich für ein würdevolles Sterben einsetzten. Zunächst fokussierten sich viele Initiativen auf die häusliche Betreuung durch Ehrenamtliche, bevor 1983 die erste Palliativstation in Köln und 1986 das erste stationäre Hospiz in Aachen (Haus Hörn) gegründet wurde. In der Schweiz gibt es aktuell zehn Sterbehospize (Stand 2023).
Diese befinden sich an folgenden Standorten: St' Gallen / Solothurn, Derendingen / Hospiz St. Antonius, Hurden (Sz) / Lighthouse Zürich / Hospiz Aargau, Brugg / Hospiz Zentralschweiz, Luzern / Stiftung Allani Kinderhospiz, Bern / Hospiz Oberwallis Hope, Naters / La Maison Azur, Sion. Fünf weitere befinden sich im Aufbau: Hospiz Berner Oberland, Steffisburg / Verein Hospiz, Bern / Hospiz Biel/bienne / Stiftung Mehr Leben, Basel / Stiftung Kinderhospiz, Zürich. Sterbehospize sind in der Schweiz durch einen Dachverband Hospize Schweiz und Gönnerverein Hospize Schweiz organisiert, auf Spendengelder angewiesen sind. Ende der 1990er Jahre kam es zur Gründung von mehreren stationären Hospizen, die nur HIV-positive bzw. AIDS-Patienten aufnahmen. Schwerstkrane und sterbende Menschen sollen auf ihrem letztem Weg versorgt und begleitet werden, damit sie an ihrem Lebensende in Würde Abschied nehmen können. Seit etwa dem Jahr 2000 erfolgt eine Qualitätsentwicklung und Professionalisierung in der Hospizarbeit. Das ehrenamtliche Engagement spielt trotzdem immer noch die grösste Rolle. Ohne ehrenamtliches Engagement in grossem Umfang ist Hospizarbeit  derzeit in allen Ländern weltweit nicht möglich. Durch gesetzliche Änderungen (Ergänzung des Sozialgesetzbuchs, § 39a: Förderung der stationären und ambulanten Hospizarbeit) wird die Hospizarbeit in der Gesellschaft und Politik stärker wahrgenommen und anerkannt. Eine teilweise Finanzierung durch verschiedene Träger ist möglich.
Gibt es Unterschiede in der Hospizarbeit und der heutigen Palliative Care?

Ansprüche und Lebensvorstellungen haben sich vermutlich in den letzten 70 Jahren verändert. Die Ansprüche der Menschen können im Vergleich zu früheren Zeiten anspruchsvoller geworden sein. Der Mensch weiss ja auch, dass sich die Medizin weiterentwickelt hat. Eventuell waren kranke Menschen in den Jahren der beginnenden "Hospizarbeit" anspruchsloser und dankbar, für jede Hilfestellung und jede Linderung bei Schmerzen. Der Schwerpunkt der beginnenden Hospizarbeit könnte auf der Zuwendung, der Herberge mit der Verköstigung gelegen haben. Eine heisse Suppe oder ein warmer Tee hat vielen Kranken sicher geholfen. Menschen, die in den Jahren um 1930 schwer erkrankten, konnten sich oft keinen Spitalaufenthalt leisten, blieben zu Hause und suchten dann, als es ihnen gesundheitlich immer schlechter erging ein Hospiz auf. Die Idee, Leiden zu lindern oder zu reduzieren stand im Vordergrund. Palliativpflege begann als Hospizpflege, die oft von Pflegekräften religiöser Einrichtungen durchgeführt wurde. Die vier Phasen der Hospizpflege sind: Routinierte Hauspflege, kontinuierliche Hauspflege, allgemeine stationäre Pflege und Kurzzeitpflege. Ein Patient kann je nach seinen Bedürfnissen und Wünschen alle vier oder nur eine dieser Stufen in Anspruch nehmen. Neben stationären Hospizen, in denen Patienten vor Ort versorgt werden, gibt es auch ambulante Dienste, die Sterbende in ihrer häuslichen Umgebung unterstützen und Angehörige entlasten. Das Hauptziel ist es, Menschen am Ende ihres Lebens zu ermöglichen, ihre letzten Wochen und Tage in Würde und mit bestmöglicher Lebensqualität zu verbringen. Eine ganzheitliche Betreuung, umfasst medizinische und pflegerische Versorgung, die Linderung von Schmerzen und Symptomen, aber auch menschliche, emotionale, seelische und spirituelle Begleitung für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Die Hospizarbeit verfolgt das Ziel, sterbenden Menschen ein würdiges und selbst bestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Unterschiede in der frühen Hospizarbeit zur heutigen Palliative Care ist sicher die Entwicklung der Medizin und ihren Erfahrungen, die in den letzten Jahren festgehalten  werden konnten. Die Möglichkeit, Leidende medizinisch zu unterstützen ist sich grösser, als noch zu Beginn der Hospizarbeit. Die Palliative Therapie zielt nicht auf Heilung einer unheilbaren Krankheit ab, sondern darauf Symptome zu lindern, Leiden zu verhindern, zu vermindern und die Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen zu verbessern, oft bis zum Lebensende. Sie umfasst eine ganzheitliche Behandlung mit medizinischer, pflegerischer, psychologischer, sozialen und spirituellen Massnahmen und wird frühzeitig, begleitend oder als Haupttherapie eingesetzt.

Zitat von Elisabeth Kübler Ross
„ Diejenigen, die gelernt haben, den Tod kennenzulernen, anstatt ihn zu fürchten und zu bekämpfen, werden zu unseren Lehrern für das Leben.“







 



 

 

Literaturangaben
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17.  Literaturangaben
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Literatur:

  • Sterbe- und Trauerbegleitung, Claudia Cardinal
  • Tod und Sterben im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung, Erik Bosch
  • Workshop Abschied nehmen, Sterbebegleitung, Tod und Trauer, Renate Harder, agogis
  • QM-Unterlagen, Stiftung Vivendra
  • Checkliste Todesfall, Gedanken und Vorgehensweise, Unterlagen Alterswohngruppe Kristall, Stiftung
  • Alterszentrum Kehl, Konzept Trauerrituale (2006)
  • Beuers Christo
  • ph /Straub Jochen, Ins Leben geschrieben, Lebenshilfe-Verlag Marburg
  • Bopp-Kistler, Irene (Hg) (2016): Demenz: Fakten, Geschichten, Perspektiven, Rüffer & Rub, Zürich
  • Bosch, Erik (2009): Tod und Sterben im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung, Bosch & Suykerbyk, Trainingszentrum B.V.
  • Cardinale, Claudia (2010): Sterbe- und Trauerbegleitung, Patmos, Mannheim
  • Domenica Meier-Durisch, Weiterbildung Trauerbegleitung
  • Ding-Greiner, Christina, Krus Andreas (Hrsg.) (2010): Betreuung und Pflege geistig behinderter und chronisch psychisch kranker Menschen im Alter, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart
  • Eglin A., Huber E., Kunz R., Schröder B., Stahlberger K., Urfer C., Wuillemin R., 2008, Zürich: Das Leben heiligen. Spirituelle Begleitung von Menschen mit Demenz, Theologischer Verlag Zürich
  • Eglin, Anemone, Huber, Evelyn, Rüegg, Annette, Schröder, Brigitta, Stahlberger, Klaus, Wuillemin, Roland (2009): Tragendes entdecken, Spiritualität im Alltag von Menschen mit Demenz, TVZ
  • Fässler-Weibel, Peter, Jeltsch-Schudel, Barbara (Hrsg.) (2008): Wer weiss denn, dass ich traurig bin?, Paulusverlag Freiburg Schweiz
  • Feil, Naomi (2005): Validation, Weiterbildung agogis
  • Gusset-Bährer, Sinikka (2012): Demenz bei geistiger Behinderung, Verlag Ernst Reinhardt, München
  • Harder, Renate (2005): Workshop Abschied nehmen, SterbebegleitungTod und Trauer, agogis
  • Kehl, Alterszentrum, 5400 Baden, CH, 1. April 2006, Konzept Trauerrituale
  • Kressig, Reto W., Prof. Dr. med. , Chefarzt und Bereichsleiter, Universitäre Altersmedizin im Felix Platter-Spital und Professor für Geriatrie an der Universität Basel, Alzheimervereinigung beider Basel
  • Lebenshilfe-Verlag Marburg (2003), PRO SENECTUTE SCHWEIZ, Bäume wachsen in den Himmel
  • Marazzi, Nelly, Dielsdorf (2016): Wo gehen wir hin? Ein Buch über das letzte Geheimnis
  • Marazzi, Nelly (2005-2007): Biografiearbeit als Vorbereitung im Alter, Lehrgang Menschen mit geistiger Behinderung im Alter begleiten, agogis INSOS
  • Marazzi, Nelly (2010): Spiritualität auf der Alterswohngruppe, Rituale Begleiten uns, Abschlussarbeit, Gerontologie in der Sozialpädagogischen Arbeit, SAG Schule für Angewandte Gerontologie, Zürich
  • Marshall B. Rosenberg, Lebendige Spiritualität, Gedanken über die  spirituellen Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)
  • Meinert Havemann, Stöppler Reinhilde ( 2004): Altern mit geistiger Behinderung, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart
  • Peng-Keller Simon, Theologe
  • Picklbaur Daniel Wolfgang, Palliative und Spiritual Care für Menschen mit geistiger Behinderung, Bachelorarbeit
  • Richard, Nicole (2011): Integrative Validation nach Nicole Richard, Weiterbildung, agogis
  • Ruhe, Hans G. (2003): Methode der Biografiearbeit, Verlag Beltz, Weinheim
  • Schweizerische Gesellschaft für Gerontologie, Die spirituelle Dimension braucht Raum. Zum Erkennen und Beachten von spirituellen Bedürfnissen alter Menschen in Abhängigkeit
  • Stiftung Vivendra 2010, Alterskonzept
  • Stiftung Vivendra 2010, Intranet, Standortbestimmung Bewohner/-innen
  • Wikipedia (2009) Spiritualität - Eine psychologische Untersuchung, Sponsel R. (2006)
  • Wosch, Thomas (Hrsg.) (2011): Musik und Alter in der Therapie und Pflege, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart
  • Wyttenbach, Christine, Pfarrerin ref. Kirche Uster, Internet, Referat Fachtagung Wagerenhof Uster, 21.Mai 2019, Thema: Glaube und Spiritualität - gestärkt unterwegs
  • 10 Minuten Aktivierung, LeA-Schule für Aktivierung, Margrit Trachsel, Aktivierungsfachfrau
  • Johann-Christoph Student / Hannedore Napiwotzky: Palliative Care
  • Internet: Coogle
  • Klie und Student, 2006
  • Husebo und Klaschik, 2006
  • Saunders, 200: Wissenschaftliche Artikel Palliative Care
  • Christoph Morgenthaler, David Plüss, Matthias Zeindler: Assistierter Suizid und kirchliches Handeln
  • Domenica Meier-Durisch, Zusammen unterwegs sein mit Trauer, Verlust und Veränderung
  • Domenica Meier-Durisch, Meine Letzte Reise, Gedicht Virginia Satir



Auszeit, Ferien und Reisen
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18.  Auszeit, Ferien und Reisen
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Ferien und Reisen-Auszeit
In den Ferien, auf Reisen oder in Lagern kann ich die Seele baumeln lassen und wieder neue Energie und Kraft tanken. Von meinen ersten Erinnerungen bis zum heutigen Tag habe ich versucht, alle Ferien-Destinationen und Reiseziele aufzuschreiben. Dabei hat mich mein Mann tatkräftig unterstützt. Agenden und aufbewahrte Reisedokumente, halfen mit, uns wieder an die Reisen zu erinnern. 

1954 - 1969
Als kleine Kinder verbrachten wir als Familie keine Ferien ausser Haus. Das wäre für meine Eltern mit vier kleinen Kindern zu kompliziert gewesen. Ich verbrachte immer wieder Ferien in Küsnacht bei meinem Götti und seiner Familie. Ich kann mich erinnern, dass wir, als ich etwa im Kindergarten war, im Sommer mindestens zwei Wochen auf dem Hasliberg verbrachten. Dort hatte die SBB eine Pension. Da musste meine Mutter jeweils nicht Einkaufen und Kochen. Es war immer sehr heiss und wir feierten dann den 1. August auf dem Hasliberg. Es gab im Sommer heftige Gewitter in den Bergen und ich hatte Angst, wenn es Donnerte. An einem der Wochenenden kam dann der Bruder meines Vaters mit seiner Frau, seinem Sohn Hansruedi und dem kleinen Hund Tschetti auf Besuch. Zum Haus auf dem Hasliberg gehörte ein Bernhardinerhund, der den kleinen Neuankömmling jeweils heftig anbellte und zur Begrüssung beschnupperte. Einmal packte mein Onkel den kleinen Tschetti, meinte aufgeregt, dass der Bernhardinerhund dem Tschetti den Schwank abgebissen habe und fuhr mit ihm im Auto sofort zum Tierarzt nach Meiringen. Als er wieder zurückkehrte meinte er: "Tschetti hat seinen Schwanz nur eingezogen, vermutlich aus Angst vor dem grossen Hund." 

Auf der Wanderung mit Papa.



"Breili" essen so fein, aber nicht immer einfach einzugeben!


1981
In den Winterferien genossen wir ein paar Tage mit den Kindern in Einsiedeln.

1981 Sommer
Mit unseren Kindern verbrachten wir Ferien in Menzenschwand im Schwarzwald, in einer kleinen Wohnung in einem grossen Schwarzwaldhaus. Ein Vater mit seinem Sohn reiste aus dem Norden von Deutschland ebenfalls an. Im Garten spielte der Sohn mit seinem Vater Federball. Eigentlich spielte er Björn Borg, den Tennisspieler, erklärte er uns. Das war lustig und die Kinder hatten Freude am Schauspiel.


Vor dem Ferienhaus 


1982
Wir reisten im Sommer nach Italien. In den Bergen, oberhalb der ligurischen Küste in Diano-Arentino erwarteten uns die Vermieter des Hauses. Sie erklärten uns, dass die Eingangstüre immer zu schliessen sei, da sonst alles hereinkrieche, was kriechen könne. Vor dem Haus wuchs ein Eichelbaum, der von Hornnissen besucht wurde. Regula und Marc, Freunde aus Basel besuchten uns mit dem Tandem, was uns sehr freute. Wenn immer möglich, badeten wir im Meer. Das genoss die ganze Familie. Von den Nachbarn wurden wir zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Diese erzählten uns, dass sie im Herbst beim Laubrechen immer wieder Schlangen antreffen. Als wir uns auf dem Heimweg befanden und die Türe zum Ferienhaus öffneten, kroch eine Schlangen ins Haus unter den Kasten. "Wir fahren heute Abend noch nach Hause," meinte ich. "Morgen fahren wir sowieso nach Hause und wegen einer Blindschleiche gibt es keinen Grund zur Aufregung," meinte mein Mann. Ich tat kein Auge zu. Nun war mir klar, warum am Morgen der oberste Zwieback "angekafelt" war. Wo es Mäuse hat, hat es auch Schlangen!

1983 Kinderlager auf dem Leuenberg
Unser erstes Kinderlager, das wir in Meilen zusammen mit Pfr. Lukas Spinner durchführten, war spannend und Lorenzos erstes Lager in seiner neuen Position als Jugendarbeiter bei der Reformierten Kirche.

1983
Die Sommerferien im REKA-Dorf in Wildhaus waren abwechslungsreich. Wir wanderten viel mit den Kindern und fuhren mit der Bergbahn den Berg hinauf, damit sie nicht den "Verleider" bekamen. Jedes der Kinder hatte einen Rucksack mit Trinkflasche, einen Sonnenhut, Wanderhosen und Wanderschuhe, was von den Grosseltern gesponsert wurde. 


Zwei ausgerüstete Wanderer.


1984
Frühlingslager mit der Jungen Kirche, JK im Tessin. Unsere Kinder waren mit dabei.

1984 Arbeitslager im Glarnerland
Im Herbst bewohnten wir oberhalb Schwanden eine Alphütte. Zu Fuss trugen wir alles in Rucksäcken hinauf. Unsere beiden Kinder, damals sechs und vier Jahre alt, waren mit einer Gruppe von etwa sechs Jugendlichen mit dabei. In der Hütte wurde mit Holz gekocht und geheizt. In einem Raum befand sich die Küche, die gleichzeitig auch Wohn- und Essraum war. Die Jugendlichen schliefen in einem Massenlager und wir als Familie in einem separaten Raum. Die Förster brachten uns alle zwei Tage die Esswaren, die wir gleich nach Erhalt der ersten Lieferung mündlich bestellten: Brot, Milch, Kaffee, Käse, Butter, Konfitüre, Teigwaren, Salat etc. Das Zeitalter des Handy war noch nicht angebrochen. Die jungen Leute räumten zusammen mit meinem Mann und den Waldarbeitern die Äste und Baumstämme aus dem Hang, die der Sturm Lothar umgelegt hatte . Die Kinder und ich kochten und genossen das Hütten-Leben.


1983 - 1993 Skiferien
 
In Pontresina und St. Moritz verbrachten wir als Familie die Skiferien mit unseren Kindern in der Jugendherberge. Das war eine gute Möglichkeit, nicht selber zu kochen und das Budget zu schonen. Die Skiabonnement für uns vier waren genug teuer. In der Lenk, Kandersteg und Mürren mieteten wir zusammen mit den Familien aus Basel ein grosses Haus. Das war jeweils vergnüglich. Die Kinder konnten miteinander spielen und wir Erwachsene hatten Zeit, miteinander zu reden.


Das "Lieblingsferienhaus" 

Im Toggenburg, in Starkenbach mieteten wir für die Dauer eines Jahres ein Haus. Das war vergnüglich und urchig. Wir heizten mit Holz und wohnten weg von der Zivilisation. Unsere Kinder lernten Schlitteln, Skifahren, Langlaufen und Snowboarden.


Auch Wandern fanden sie nicht so übel. Unterwegs gab es dann jeweils Comella, ein Schokoladen-Drink, was sie gerne tranken.


1985 Dänemark mit den Kindern.
Mit dem Autozug fuhren wir bis Hamburg Altona und von dort aus nach Dänemark. In einer Ferienwohnung verbrachten wir Ferien. Ganz in der Nähe war das Meer zum Baden. Das Wasser der Ostseeseite war jedoch nur ca. 70 cm tief. Zudem schwammen einige Quallen darin. Auf der Nordseeseite war das Meer zu stürmisch und zum Baden zu gefährlich. Wir unternahmen Ausflüge z.B. an die nördlichste Spitze der Insel. Dort gibt es Sandwanderdünen, die ganze Dörfer unter sich begraben haben.

1985 Lager in Holland auf dem Schiff im Ijselmeer
Auf einem ausgebauten Frachtschiff verbrachten mein Mann und ich eine Woche zusammen mit Jugendlichen. Er leitete das Lager und ich war die Begleitperson. Die Kinder verbrachten Ferien bei den Grosseltern. Als Begleitpersonen waren zwei erfahrene Skipper dabei. Bei der Ankunft bestiegen wir das Schiff, mussten aber zuerst über einige andere Schiffe steigen, bis wir unseres erreichten. Wir wohnten auf engstem Raum. Die Mahlzeiten assen wir an der frischen Luft auf dem Deck des Schiffes. Am anderen Morgen wurde uns mitgeteilt, dass die Windstärke hoch sei, wir genug essen, die wasserdichten Kleider anziehen und dann auf dem Schiff sitzend, auf dem höchsten Punkt warten sollen, bis wir aus dem Hafen fahren können. Es schaukelte beim lossegeln heftig. Aber es war wichtig, dass wir bevor die Ebbe kam auf das Ijselmeer hinaus segeln konnten, um ans andere Ufer zu gelangen. ohne auf eine Sandbank aufzulaufen. Am Abend legten wir mit dem Frachter immer an Land an und verliessen das Schiff in Windeseile. Jede und jeder hatte das Bedürfnis nach Freiheit. Zu einer bestimmten Zeit waren wieder alle auf dem Schiff, zur Übernachtung.

1986 Tschinqueterre
Als Familie verbrachten wir Wanderferien in der Tschinqueterre. Beim Aufstieg von der Meereshöhe bis zum Wanderweg war es in der Steinhalde, durch die wir hochstiegen sehr heiss. Meine Tochter und ich litten am anderen Tag an Übelkeit und mussten den ganzen Tag im Hotelbett bleiben. Am Tag darauf waren wir wieder fit und wanderten weiter.

1986 Bordighera
Im Oktober genossen wir noch sehr warme Tage am Meer. Da Bordighera in einer Bucht liegt, war der Mistral nicht zu spüren. Deshalb war es sehr warm zum "sünnele." Eher hitzig ging es beim Spielen von "Jag und Schlag" zu und her.

1987 Corniglia am Baden Ende Saison
Kinder assen am Morgen Unmengen von Brötchen, die immer sehr frisch und knusprig waren. Am Strand planschten sie im Meer und spielen auf dem Badetuch "Jag und Schlag," ein Brettspiel, bei dem es um Jäger, Holzhacker, Bäume, Bären, Füchse, Fasane und Enten geht, die auf quadratischen Karten gemalt sind und umgekehrt, also verdeckt auf dem Spielbrett liegen. Je nachdem wie sie aufgedeckt werden, schiesst der Jäger einen Bären ab oder der Bär frisst den Jäger auf.


"Jag und Schlag" 


Ab 1987 - 2010
Regelmässig besuchte ich eine Frau im Jura in Les Enfers, die aus Basel in ihr Haus im Jura umgesiedelt war und dieses für Ferien und Lager anbot. Als Familie, zusammen mit anderen Familien verbrachten wir einmal Silvester und Neujahr in diesem Haus. Ab und zu reiste ich für ein paar Tage nach Les Enfers in das Jura-Haus, um Arbeiten zu schreiben. Auch einige Kinderlager aus der Zeit in Regensberg verbrachten wir dort.

1988 Türkei Ausgrabung Pergamon
Nach zehn Jahren lösten wir unser Versprechen ein. Lorenzo und ich reisten mit dem Auto von Zürich aus via Italien, damals Jugoslawien nach Pergamon in die Türkei. Die Kinder verbrachten die Ferien bei den Grosseltern. Wir besuchten eine Freundin, die jeden Sommer an der Ausgrabung des Tempels mitarbeitete, das ein Deutsches Ausgrabungsprojekt war. Schon an der Grenze nach Jugoslawien hatten wir Probleme mit den Unterlagescheiben, die wir für einen Steinmetz mitbringen sollten. Das war dann aber der einige Zoll, der sich für die Plättli interessierte. In Pergamon angekommen, bestaunten wir den ausgegrabenen Teil des Tempels. Das war und ist eine mühsame Arbeit, die etwa mit einem Zusammensetzspiel verglichen werden kann. Im Grabungshaus wurden wir herzlich empfangen. Die Realität ist diese, dass durch die Erdbeben, die immer wieder entstehen der aufgebaute Tempelteil im Winter wieder zusammenfällt und die Grabungsleute von Neuem mit zusammensetzen beginnen müssen.

1989 Valencia, Spanien
Wir verbrachten als Familie Ferien in Spanien. Einmal besuchten wir einen Stierkampf. Keiner der Familie fand das Spektakel lustig und wir verliessen die Vorstellung vorzeitig.

1989 Besuch Cord in Bremen und Lilienthal
Ein Heilpädagoge, den wir aus unserer Zeit im Jugendstrafvollzug in Uitikon Waldegg kennenlernten, reiste zurück in seine Heimat nach Bremen. Seine Mutter wohnte in einem grossen Haus in Bremen. Cord kaufte sich in Lilienthal, ein Vorort von Bremen ein Haus, in dem wir Ferien verbringen konnten. Es war jedes Mal eine lustige, erfreuliche Begegnung. Mit Cord pflegte ich über Jahre eine Brieffreundschaft. Leider starb er bereits im Alter von 59 Jahren. Wir konnten ihn noch kurz vor seinem Tod in Bremen besuchen und uns von ihm verabschieden.

1990 Flosslager Frankreich mit Jugendlichen
Mit Jugendlichen der Stiftung Schloss Regensberg verbrachten wir Flossferien auf der Rhone. Das Floss konnten wir von Hobby-Flössern vom Rhein ausleihen. Auf der Rhone kam ab und zu eine Schleuse, die wir passieren mussten. Eigentlich durften wir keine Schleuse befahren, da unser "Fahrzeug" keine Nummer hatte und darum nicht versichert war. Aber wir hatten Glück und wurden jeweils durchgelassen. Das Floss musste dann in der Schleuse befestigt werden und alle Personen hatten das Floss und die Schleuse zu verlassen. Das hiess die steile, senkrechte, rutschige Leiter hochzusteigen um an Land weiter zu laufen, bis das Floss wieder bestiegen werden konnte. Die Abende und Nächte verbrachten wir jeweils auf einem Zeltplatz. 

1990 Benidorm, Spanien
Ferien im Süden als Familie.

1991 Prag mit Eugen und seiner Familie, Besuch Theresienstadt
Ein Mitarbeiter der Stiftung Schloss Regensberg, Eugen, lud uns nach Prag ein. Als Familie verbrachten wir eine Woche in einer Wohnung in Prag, die uns zur Verfügung gestellt wurde. Daniel, der Sohn von Eugen, war der Freund von Marco, unserem Sohn. Einmal meinte der Onkel der Familie, dass wir mit ihm aufs Land fahren sollen. Dort habe er ein kleines Haus. Wir fuhren los und wurden im kleinen Haus zum Essen eingeladen. Es war ein etwas grösseres Gartenhaus. Eugen zeigte mir Theresienstadt, das Konzentrationslager. Das war sehr eindrücklich. Als ich dann über die Steinwege lief, die andere Menschen in Gefangenschaft auch laufen mussten, und nicht wussten, dass sie hinter der Mauer erschossen wurden, war das für mich beinahe unerträglich.

1992 Gemeindereise zum Kreidefels mit Besuch einer Kirchgemeinde
Einmal unternahmen wir, organisiert vom Pfarrehepaar aus Regensberg eine Reise zum Kreidefels nach Rügen. Unterwegs waren wir bei einer Pfarrfamilie zum Nachtessen eingeladen. Es gab "Himmel und Hölle" zum essen. Zur Zeit der DDR hatten die Mensch Kartoffeln (Hölle) aus dem Garten und Äpfel, vom Baum um das Haus, zu Apfelmus (Himmel) verarbeitet, zu essen. Das assen sie zu jeder Mahlzeit.

1993 Mit Auto nach Frankreich auf Hausboot, Fluss Charente
Als unsere Kinder langsam ein Alter erreichten, bei dem Ferien mit den Eltern eher unerwünscht wurden, verbrachten wir unsere "letzten Familienferien" in Frankreich auf der Charante. Wir führen mit dem Auto bis zum Fluss und erhielten unser gebuchtes Schiff. Zuerst gab es eine kurze Probefahrt. Wir haben noch nie ein Schiff selber gesteuert. Es schien nicht besonders kompliziert zu sein. Wir luden alles Gepäck ins Hausboot und fuhren los. Nach der ersten Kurve meldete unsere Tochter ein Hungergefühl an und begann in der Schiffsküche Tomatensauce zu kochen. Plötzlich gab es einen Rück durch das Schiff. Die Tomatensauce rutschte in den Abwaschtrog. Das Schiff machte keinen Wank mehr. Mein Mann tauchte ins Wasser, sah aber im trüben Wasser nichts. "Wir müssen Hilfe holen. Ich schwimme an Land und ihr könnt mir in einem Plastiksack trockene Kleider hinüber werfen". "Das sind ja super Ferien, völlig erholsam", meinte ich. "Reg dich ab Mama," meinte unser Sohn. Dann nach einiger Zeit kam mein Mann zurück und meinte: "Hilfe kommt. Sie werden uns herausziehen." Wie im Buch vom "Rössli Hü", dachte ich. Wir hatten bald wieder freie Fahrt und sahen auf der Wasserkarte wenn eine Schleuse nahte. Jede Schleuse mussten wir selber öffnen und schliessen. Diese waren alt und streng zum bedienen. Vor den Schleusen musste das Schiff zuerst angebunden werden. Die Angaben auf der Schiffkarte entsprachen nicht immer den vorzufindenden Bedingungen. Wir waren organisiert und bereit, wenn eine Schleuse nahte. Eine Person stand hinten im Schiff, bereit an Land zu springen. Die zweite Person warf das Seil zur ersten Person. Diese band das Seil um die Vorrichtung oder wenn keine mehr da war um den nächsten Baum. Eine Person sass immer am Steuer und stellte den Retourgang ein. So waren das Aktivferien. Immer am Abend mussten wir das Schiff im Kanal am Ufer festbinden. "Achtung eine Écluse (Schleuse)," riefen wir jeweils zum Spott. Wir mussten unsere Arbeitseinsätze genau regeln, um nicht aneinander zu geraten. Auf dem Hausboot hatte es auch ein Fahrrad, mit dem eingekauft werden konnte. Diese Ferien bleiben in Erinnerung.

1994 Marokko von Casablanca über den hohen Atlas nach Marrakesch.
Mit einem Gide fuhren wir von Casablanca nach Marrakesch. In seinem Auto blinkte auf dem Armaturenbrett alles, was blinken konnte rot. Was mich stresste, war die Warnlampe für den Benzintank, die blinkte und blinkte und der Zeiger schlug nach allen Seiten aus. Mein Mann und ich diskutierten, ob wir ihn darauf aufmerksam machen sollten. Das Auto fuhr bereits bergwärts in Richtung hoher Atlas. Im Kofferraum war alles Gepäck von uns. Ich hatte keine Lust, irgend wann, wenn das Benzin ausging zu Fuss weiterzuwandern! Wir erklärten ihm unsere Bedenken. Er lachte nur und begann zu singen - super! Die Fahrt war über den hohen Atlas spektakulär und wir hatten eine sehr gute Aussicht über das Land. In Marrakesch kamen wir mit leerem Tank an. Das war Berechnung und zeugt von guter Planung! In Marrakesch in den Souks schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Mir gefiel das altertümliche, einfache Leben. Stofffärbereien, Gewürze, Früchte, alles war zum Kauf bereit. Auf dem Marktplatz waren die Schlangenhändler und Schlangenbeschwörer mit ihren Tieren in den Körben. Ich fand nicht sehr grossen Gefallen an ihnen. Was mich beeindruckte und eher etwas beängstigte, waren die total schwarz verschleierten Frauen. "Wenn da eine einen Schuss abfeuert, ist nicht zu sehen, wer es war," meinte ich zu meinem Mann. "Ja du siehst zu viele Krimis," meinte er. In Marrakesch tranken wir wunderbaren Pfefferminztee mit Schwarztee und sehr viel Zucker.

1995 Gemeindereise nach Dresden
Auf einer Gemeindereise der Reformierten Kirche Regensberg nahm auch Marco, mein Sohn teil. Er wollte die Zeit im Hotel zum Lernen für die Abschlussprüfungen nutzen. Als ehemaliger Konfirmand des organisierenden Pfarrers drückte er den Altersdurchschnitt ordentlich nach unten. 

1995 Mallorca mit Eltern und Schwester Susi
Mit unseren Eltern verbrachten Susi und ich Ferien. Baden, Wandern und Jassen war hoch im Kurs.

1996 Türkei, Bodrum mit Eltern
In der Türkei verbrachten mein Mann und ich Badeferien mit meinen Eltern. Am Abend hatten wir Zeit, um zu Jassen. Das ging dann hitzig zu und her.

2000 Syrien und Jordanien
Auf einer weiteren Gemeindereise besuchten wir Syrien und Jordanien. Am Jordan angekommen konnte ich kaum glauben, dass dieses schmale Bächlein der Jordan ist. Beim erzählen der Biblischen Geschichten war der Jordan immer ein reissender Fluss. Das war er vielleicht einmal. Das Baden im Toten Meer fand ich nicht gerade erquickend und schon gar nicht originell. Ich bewege mich gerne im Wasser. Aber in diesem Salzwasser muss jede Bewegung überlegt werden, damit man sich das Salzwasser nicht in Augen und Mund spritzt. In Syrien begegnete ich einer Gruppe Kinder, die blaue Kornblumen auf dem Feld pflückten und uns verkaufen wollten. Dabei begegnete mir ein Knabe, der tief grüne Augen hatte, was mich nachhaltig beeindruckte.

2001 Baltische Staaten, St. Petersburg Helsinki
Mit einem Car der Firma Twerenbold und einem genialen Reiseleiter, der zugleich Carchauffeur war, reisten wir von der Schweiz aus via Berlin, Polen, Litauen, Lettland, Estland, St' Petersburg. Wir wurden an Orte geführt, die sehr interessant waren. So liefen wir durch den Wald zur Ruine des Führerbunkers. Ich hatte den Eindruck, dass die Menschen, die in diesem Wald umgebracht wurden präsent waren. In Littauen, Lettland (Riga) und Estland (Talin) und St' Petersburg gab es viel interessantes, geschichtsträchtiges zu sehen. Von St' Petersburg aus fuhren wir nach Helsinki, mit dem Schiff bis zur Deutschen Küste und von dort aus mit dem Car in die Schweiz.

2004 November / Dezember Florida
Mit meinen Eltern reisten mein Mann und ich nach Florida. Es war Weihnachtszeit und die Wiesen waren mit Krippen und dem Jesuskind, Maria und Joseph und der ganzen Biblischen Geschichte geschmückt. In Florida war es jedoch Sommer und heiss. Irgendwie passte die Weihnachtsdekoration mit dem Klima nicht zusammen.

2005 Kiruna im Sommer
Wir flogen nach Kiruna. Von dort aus reisten wir mit einem Mietauto via Nordkap bis zu den Lofoten. Zwischendurch luden wir das Auto ins Postschiff, damit wir bis zu den Lofoten und wieder zurück nach Kiruna reisen konnten.

2008 Flug bis Kirkenes, Norwegen
Eine weitere Reise führte von Kirkenes mit dem Schiff zum Nordkap bis nach Bergen. Mit dem Zug fuhren wir nach Oslo. Unterwegs blühten Lupinen in allen Farben - wunderschön.

2008 Spätsommer
Mit dem Autozug und dem Fahrrad im Kofferraum fuhren Lorenzo und ich nach Hamburg. Von dort aus war ich das Begleitfahrzeug und er legte die Strecke bis Dagebüll bei der Fähre mit dem Rad zurück. Die Strecke unterbrachen wir mit zwei Übernachtungen. Von Dagebüll aus nahmen wir die Fähre nach Amrum. Auf der Insel gab es kaum freie Übernachtungsmöglichkeiten. Schliesslich fanden wir in einer kleineren Pension ein Zimmer. Als unser Freund seine letzte Predigt hielt und nach Amrum auswandern wollte, meinte er: "Es freut mich, wenn ich einigen von Euch wieder auf der Insel begegne." Das war ein Wort und dieses wurde in Tat umgesetzt. Leider war das Haus gerade anderweitig besetzt und wir konnten für den Hausbesitzer nur Grüsse überbringen. Nun hatten wir die Insel einmal kurz sehen können, obwohl es wie aus Kübeln regnete.

Graugänse 



2009 November im Kiwitt


Auf Muschelsuche oder auch Bernsteine. 


2010 Spitzbergen
26.07. - 12.08.2010 MS Amadea

Von Bremer-Hafen aus fuhren wir mit dem Schiff in den Hafen von Rosyth - Schottland. Von dort aus gings nach Edinburgh. Weiter fuhren wir mit dem Schiff bis Kirkwall - Orkney Inseln. Auf der Weiterfahrt auf hoher See wurden die Stabilisatoren bereits ausgefahren, sollte das Meer stürmischer werden. Bald erreichten wir Reykjavik auf Island, das wir besichtigen. Weiter ging es bis Akureyri auf Island, wo wir den Botanischen Garten, das Haus des Weihnachtsmannes und anderes besichtigen. Wieder auf hoher See fuhren wir gegen Abend in Richtung Jan Mayen Passage, die links des Schiffes lag. Am Himmel war blaue Luft zu sehen, so wie blaue Nordlichter. Der Kapitän teilt uns via Mikrofon mit, dass er noch nie in seinen etlichen Fahrten nach Spitzbergen ein solches, schönes Licht gesehen habe. Wir erhielten eine Information über unser Verhalten in Spitzbergen: "Auf den Wegen bleiben. Das Gras wächst nur spärlich nach. In Spitzbergen hat es Eisbären, die frei herumlaufen. Sollte uns einer begegnen, bitte ruhig ins nächste Haus gehen. Alle Haustüren sind auf Spitzbergen offen. Hier befindet sich die nördlichste Poststelle. Wenn das Schiffshorn drei Mal ertönt, müsse alle sofort auf das Schiff zurück, da es möglich ist, dass ein Stück der Eiswand in der Bucht abbricht und dadurch  eine Flutwelle entstehen könnte." Auf der Weiterfahrt kamen wir nach Ny Alesund. Hier sind aus verschiedenen Ländern der Welt Forschungsstationen stationiert. Einen Tag später kamen wir nach Barenburg, auf Norwegischen Boden in ein Russisches Dorf. Hier wird Kohle gegraben. Es leben ca. 1000 Russinnen und Russen hier. Weiter geht die Fahrt auf hoher See. Mit uns schwimmen Delfine und riesige Wale mit dem Schiff mit. In Honningsvag, Norwegen gingen wir an Land und besuchten die nördlichsten Fischerdörfer und das Nordkap. Weiter geht es nach Tromso, Norwegen und erkunden die Stadt auf eigene Faust. Weiter führte die Fahrt nach Geiranger in den Fjord, von dort aus gab es einen Ausflug auf den Berg, 1500 M. ü. M., dem Fjord mit sehr schöner Aussicht. Natürlich fuhr das Schiff auch den Hafen von Bergen an. Wir genossen die Stadt mit den farbigen Häusern. dann ging die Reise zurück nach Bremen und von dort aus nach Hause.


21.05. - 05.06.2011 Rumänien - Bulgarien - Donaudelta 
Mit Twerenbold Car-Reisen fuhren wir bis Italien, Schifften ein und verliessen dieses in Griechenland wieder. Dann ging die Reise weiter durch Griechenland, Rumänien, Bulgarien bis zum Donaudelta. Dort sahen wir in der freien Natur Pelikane. Auf der Donau ging es mit dem Schiff weiter bis nach Budapest und mit dem Car zurück in die Schweiz. Was mich beeindruckt hatte, war die Kreativität, die die Menschen in Rumänien und Bulgarien im Leben einsetzen. Zum Beispiel: Ein Geschenk wurde in Zeitungspapier so kreativ eingepackt, dass es eine wahre Freude ist.


2012 Januar Amrum Kiwitt mit Annemarie und Lorenzo

Das Wohnhaus, das uns ein Freund zur Verfügung gestellt hat. 

 
2012 Veloferien nach Meran
Von Augsburg aus fuhren wir mit Mieträdern und Gepäcktransport via Landsberg, Schongau, Füssen, Imst, Mals nach Meran auf der Via Claudia Augusta. Den Reschenpass überquerten wir mit verladenen Fahrrädern. 

25.06. - 01.07.2012 Wohngruppenferien Lenzerheide

15.09. - 22.09.2012 Surlej, Engadin
Herbstferien im schönen Engadin.

16.11. - 25.11.2012 Seebühl, Nolde Museum, Kiwitt Amrum
Annemarie und ich besuchten das Nolde Museum mit seinem sehr schönen Garten im Seebühl. Zusammen mit Lukas und Annemarie verbrachten wir danach einige Tage auf Amrum, wobei uns Lukas Orte zeigte, die wir noch nicht kannten. Lorenzo stiess später zu uns.


Rillen von Ebbe, Flut und Wind 



24.01 - 29.01.2013 Amrum, Norddorf, Hotel Seeblick
Ein paar Tage ausspannen.

Abendrot 


23.02. - 02.03.2013 Bever, Engadin
Winterferien im Engadin mit Langlauf.

20.04. - 27.04.2013 Wohngruppenferien im Panoramablick, Rothenburg LU 

04.05. - 19.05.2013 Zarengold Transsibirische Eisenbahn
19.05. - 25.06.2013 Nachprogramm China
Eine Spannende Reise, die uns an den Baikalsee führte. Die Vorstellung, dass der See im Winter zugefroren ist und die Menschen mit den Autos auf dem See von A nach B fahren, ist beeindruckend. In der Mongolei übernachteten wir in Jurten. In der Nacht wurde es sehr kalt und alle Decken und Kleider wärmten nicht mehr. Ein einmalig schöner Sternenhimmel leuchtete in der Nacht. Ein Besuch bei einer Hirtenfamilie in einer Jurte liess den eigenen Lebensstiel überdenken. Was sich doch alles in unserer Wohnung anstaut? Einiges ist unnötig! In China besuchten wir die Terrakotta Armee, geheimnisvolle Tonkrieger, die ausgegraben wurden. Das einfache Fussvolk gefällt mir in China. Die aufstrebenden, weltmacht-geilen Reiseleiter waren nicht meine Freunde.


03.12. - 10.12.2013 Amrum Kiwitt

Dünen und Nordsee 


22.02. - 01.03.2014 Bever

Winterferien mit Schnee und Kälte.

22.04. - 26.04.2014 Amrum Pension Seeblick
Das Haus war besetzt und wir verbrachten ein paar Tage in einer Pension.

Blick in Richtung Insel Föhr  


01.07. - 04.07.2014 Surlej Engadin
Ferien mit Marco, Anita und Enkel Nico.

01.08. - 04.08.2014 Engadin, Hotel Spöhl, Zernez
Auszeit im Engadin.

16.08. - 23.08.2014 Wohngruppenferien, Hof Scherrer
Wir geniessen mit unseren Bewohnern Ferien.

06.09. - 20.09.2014 Bever, Engadin
Ferien mit Nico und später Marco und Anita. Geburtstagsfeier im Val Bever mit Marco und seiner Familie. 

15.11. - 22.11.2014 Amrum Kiwitt
Wir feierten meinen 60. Geburtstag mit den beiden Annemarie und Lorenzo, der erst am 19. November dazu stiess.



Sand, Wind und Muscheln.


29.12. - 10.01, 2015 Kuba Umrundung mit Schiff
Wir flogen bei klirrender Kälte in Zürich Kloten via Paris nach Havanna. Im Flughafengebäude war es so heiss! Danach umrundeten wir Kuba mit dem Schiff. Das war eine international zusammengemischte Gesellschaft, die auf dem Schiff reiste. Eindrücklich waren eine Frau und ein Mann, ein dunkelhäutiges Paar mit grauen Haaren, so wie auf den Bildern im Buch von Onkel Toms Hütte. Das Schiff war nicht mehr das neueste Modell. Die Klimaanlage kühlte eisig die Luft und die automatischen Schiebetüren gingen auf und zu. Wir waren dauernd dem Durchzug ausgesetzt, was zur Folge hatte, dass mein Mann sich eine starke Erkältung holte. Der Schiffsarzt verabreichte ihm Antibiotika und verordnete ihm, im Schatten zu verweilen, ohne Baden im Meer. Super, wir verbrachten nach der Rundreise eine Woche am Meer, im Schatten. 

28.02. - 07.03.2015 Bever
Zusammen im Schnee mit Annemarie uns Suzanne auf den Langlaufskis.

21.03. - 28.03.2015 Wohngruppenferien im Panoramablick Rothenburg

25.05. - 02.06.2015 Veloferien Hanmünden - Bremen
Mit Mietvelos und Gepäcktransport fuhren wir nach Bremen.

09.07. - 11.07.2015 Mailand, Weltausstellung
Lorenzo und ich waren auf einem kleinen Abstecher nach Mailand. An der Expo 2015 war das Thema "Den Planeten ernähren".

19.09. - 26.09.2015 La Mora, La Punt, Engadin
Herbsttage im Engadin, mit anschliessender Autofahrt nach Caorle. Vom 26.09. - 30.09.2015 verbrachten wir ein paar Tage am Meer. Leider konnten wir nicht baden. Ein Sandsturm verunmöglichte es uns.

12.12. - 19.12.2015 Amrum, Kiwitt
Esther, die beiden Annemarie und ich verbrachten Tage in Amrum.

Wolken ziehen auf. 


27.02. - 05.03.2016 Bever, Chesa Flix

Ein kleiner Abstecher an die frische Luft zum Langlaufen.

30.07. - 13.08.2016 La Punt Chamues-ch, La Mora 
Wandertage im Sommer.

14.10. - 18.10.2016. Hotel Seeblick
Kurzurlaub auf Amrum.

Im Hafen 


26.10. - 03.11.2016 Amrum Kiwitt
Herbstliche Tage mit viel Wind auf der Insel. Ideal zum Schreiben.



Herbststimmung


04. - 22.12.2016 Am Ende der Welt

Auf einer Expeditionsreise in die Antarktis, vom 4. bis am 22.Dezember 2016 gab es einige
imposante, denkwürdige und schöne Eindrücke. Mein Mann und ich starteten am 4.Dezember 2016 um 18 Uhr bei winterlichen Temperaturen in Kloten via Paris und landeten am 5. Dezember um 11 Uhr (4 Std. Zeit-Verschiebung) im sehr warmen Buenos Aires. Nach einer Stadtbesichtigung mit dem Besuch des Grabes von Evita Péron auf dem Cementerio de la Recoleta (Friedhof) ging es dann auf eigene Erkundungstour. Eine sehr lebhafte Stadt mit grosser Armut, dann wieder extremem Reichtum.

Am anderen Tag flogen wir um 6 Uhr morgens nach Ushuaia. Nach einer Fahrt mit Besichtigung des Nationalparks mit vielen Tieren und zirka 200 Vogelarten ging es zu Fuss weiter durch Ushuaia, eine kleine Stadt mit wellblechgedeckten Hütten und undichten Fassaden. Wie geht das im Winter, denn hier war es im Vergleich zu Buenos Aires einiges kühler bis kalt. Die Bewohnenden verwenden jegliches Material, um von Innen das Haus mit Zeitungen, Karton, etc. abzudichten.


Unser Schiff am Hafen in Ushuaia.

Am Nachmittag folgte die Einschiffung mit einer obligatorischer Seenotrettungsübung. Auf
der Reise war das Internet, das E-Mail und Telefonverbindungen nicht oder durch Satelliten nur eingeschränkt verfügbar, wurde uns mitgeteilt. Oh je, sind wir nun total von der Aussenwelt abgeschnitten? Ja das ist ja schön, aber doch etwas beängstigend. Was ist denn, wenn ein Notfall eintrifft und jemand vom Schiff wegtransportiert werden muss?
Vor Reisebeginn haben wir bei der Rega angefragt, ob sie uns denn abholen würden. "Ja", war die Antwort, "wir holen sie weltweit ab." Auf den ersten Moment war das beruhigend aber bei genauerer Überlegung kamen Fragen auf.

Am anderen Tag, nach der Einführung "Verhalten in den Zodiacs," einigen interessanten
Vorträgen und Hinweisen zum Verhalten in der Natur ging es ans Fassen der Gummistiefel,
Parkas und Schwimmwesten und weiter auf die Falklandinseln nach Bleaker Island. Ein Vortrag über die Hygiene an Bord folgte: Hände desinfizieren.


Im Schlauchboot und in voller Montur.


Mit dem Schiff "Bremen" sind wir an der Bleaker Island angelangt (Falklandinseln).
Viele Tierarten leben dort in einem geschützten Lebensraum. 49 Vogelarten wurden bisher
katalogisiert: Magelan-, Esels-, Felsenpinguine, Blauaugenscharben etc.

Es wurden auch 79 Pflanzenarten erfasst, u.a. Cypripedioideae (Unterfamilie der Orchidee), Orchideen, Tussockgras (Grasbüschel). Eine karge Landschaft erwartete uns.
Auf der Rückkehr auf das Schiff mussten die Gummistiefel gründlich in der Stiefelwaschanlage gereinigt werden. Dieses Vorgehen war vor jedem Landgang und bei jeder Rückkehr obligatorisch, um keine Keime von einem Landgang auf den anderen zu verschleppen.

Die Reiseleitung musste für jeden Landgang im Voraus die notwendigen Bewilligungen einholen.
Nebst der Schiffscrew waren einige Fachleute auf der Expeditionsreise, die zur Wetterlage,
Eisbildung, Tieren (Verhalten zu Tieren auf der Reise), Pflanzen, Sternen, Expeditionen in früheren Zeiten wie zum Beispiel Ernest Henry Shackleton interessante Vorträge hielten.

Das oberste Gebot war:
Wirtragen Sorge zur Natur. Dazu gab es die folgenden 10 Regeln:
  1. Sicherheit, in der Gruppe bleiben
  2. Ruhe! Kein Lärm.
  3. Abstand zu den Tieren halten. Nie in eine Kolonie hindurchlaufen. 
      Pinguine: 5m
      Robben: 5m, mit Jungen 15m
      Seevögel: 15m
      Riesensturmmöwen: 50m
      Seebären aus Sicherheitsgründen: 15m
  4. Nichts zertreten! Ein Fussabdruck kann bis 100 Jahre erhalten bleiben.
  5. Bringen Sie keine Pflanzen und Tiere mit! Essverbot
  6. Verzichten Sie auf "Souvenirs»."
  7. Respektieren Sie Schutzgebiete!
  8. Respektieren Sie wissenschaftliche Forschung!
  9. Historische Städte und Denkmäler erhalten!
10. Erhalten der Unberührtheit!

Mir kamen automatisch die zehn Gebote aus der Bibel in den Sinn. So weit entfernt sind die zehn Regeln des Verhaltens in der Antarktis nicht von den zehn Geboten.




Digitale Karte im Schiff


Wir sahen auf einem Satellitenbild, wo sich andere Schiffe befanden. Da waren einige
Schiffe zu sehen, begegnet sind wir jedoch erst am Schluss der Reise einem einzigen Schiff.

Einsam, auch unter Menschen, verlassen, kein Zufluchtsort. Da kommt der Glaube gerade
richtig!

Vortrag an Bord: Wo die Kälte wohnt - Das Klima der Antarktis

Einfahrt der MS Bremen durch die enge Passage in der Bucht von Stanley. Mit dem Zodiac fahren wir an Land. Stanley ist die einzige Stadt und zugleich Hauptstadt und Regierungssitz der Falklandinseln. Sie befindet sich auf der Ostfalklandinsel. Die Siedlung wurde 1843 begründet; seit 1845 Hauptstadt. Sie wurde nach Lord Stanley benannt. 

Ankunft in Salisbury Plain (Südgeorgien): Anlandung mit Zodiac.
Die Bucht ist relativ exponiert und eine Anlandung sehr abhängig von der Dünung. Es erwartete uns eine grandiose Kulisse und eine verhältnismässig grosse Kolonie von Königspinguinen, welche auf 60`000 Paare geschätzt wurden; mit den Jungen sind das dann etwa 180´000 Tiere. Ausserdem konnte man hier Pelzrobben und See-Elefanten beobachten.


Pinguine, wo das Auge hinsieht.

Am Land auf der Salisbury Plainer wartete uns eine enorme Kolonie von Königspinguinen,
welche auf 60'000 Paare geschätzt wurde; Mit den Jungen sind das dann etwa 180'000
Tiere. Ausserdem konnte man hier Pelzrobben und See-Elefanten beobachten. "Es ist nicht gestattet, Wege zu verlassen und direkt durch das Tussock-Gras zu gehen. Überall können Pelzrobben liegen, und Sie könnten möglicherweise Nistplätze zerstören. Bitte halten Sie unbedingt den notwendigen Sicherheitsabstand zu den Tieren ein," so die Hinweise des Expeditionsteams.

Die Reise ging weiter nach Grytviken (Südgeorgien), Norwegisch, was übersetzt "Topfbucht" heisst und bezieht sich auf die Töpfe, die die Robbenfänger zum Tran kochen benutzten und die wir dort verlassen vorfanden.
Im Jahr 1775 hatte James Cook die Gegend um die Cumberland Bay entdeckt. Bereits 1901
untersuchte und kartierte der norwegische Kapitän und Antarktisfahrer Carl Larsen (Gründer der Walfangstation) auf der Expedition unter Otto Nordenskjöld die Region. Er hielt Grytviken für den besten Ankerplatz in Südgeorgien und gründete hier 1904 und in Stromness die ersten Walfangstationen. Wir durften an Land keine Rucksäcke auf den Boden stellen, da die Gefahr bestand, Keime einzuschleppen.





Robben und Seelöwen.



Friedhof, mit Grab von Sir Ernest Shackleton, Polarforscher (seitliche Ansicht). Es gab eine kleine
Ansprache.

Danach hatten wir die Möglichkeit, an einer Führung durch das Museum der alten Walverarbeitungsstation und der Entwicklung des Walfangs teilzunehmen.
Besuch der norwegischen Kirche und des Souvenirshops mit einer Poststelle.


Esstisch, schön gedeckt. 

 

Vorratskammer

 

Spärliche Einrichtung


Literatur, Licht und Schneeschuhe.


Der Koch- und Heizofen


Auf See, Kurs Südorkneyinseln:
Die Antarktis hat keine Bevölkerung im eigentlichen Sinne. In den über 80 Forschungsstationen leben jedoch im Sommer ca. 4000 und im Winter ca. 1000 Menschen, die genaue Anzahl variiert stark. Allein auf der grössten Station, Mc Murdo, lebten im Juli 2005 (also mitten im antarktischen Winter) 79 Frauen und 162 Männer. In der Antarktis wurden einige Kinder geboren: Das Erste war das norwegische Mädchen Solveig Gundjörg Jacobsen. Es wurde am 8. Oktober 1913 geboren.

Übrigens: Wenn alles Eis in der Antarktis schmelzen würde, würde der Meeresspiegel um 60 – 80 m steigen! Eis ist immer Süsswasser!

Wir erreichten Base Naval Orcadas / Laurie Island / Südorkneyinseln: Anlandung mit den Zodiacs. Nach einigen Versuchen bis dahin vorzudringen konnte hier eine Station gebaut werden, die seit dem 22. Februar 1904 ununterbrochen bewohnt und damit die älteste bewohnte Station in der Antarktis ist mit Stationsleitern aus Skandinavien, England, Deutschland oder Russland. Wir besuchten die Forschungsstation. Die Forschungsschwerpunkte auf Orcadas sind Glaziologie, Seismologie und Meteorologie.

Die ältesten Gebäude der Station, das "Omond House" (Mond Haus) von 1903, das 1905
errichtete argentinische, magnetische Observatorium "Moneta House" (Geld Haus) und eine
argentinische meteorlogische Hütte, stehen heute nebst einem Friedhof mit zwölf Gräbern.

Das älteste dieser Grabstätten stammt aus dem Jahre 1903 und ist als historische Stätte HSM-42 unter dem Schutz des Antarktisvertrages.

Elefant Island: Mit den Zodiacs war die Anlandung möglich. Seelöwen und Seeelefanten
verteidigen ihr Territorium und wir schlängelten uns um sie herum.
Elephant Island ist eine felsige, unbewohnte Insel. Die Insel erhielt ihren Namen aufgrund
ihres Reichtums an Seeelefanten, als sie 1821 vom britischen Walfänger George Powell
entdeckt und für die britische Krone in Besitz genommen wurde.


Sir Ernest Henry Shackleton (*1874 in Irland - gest.1922 in Grytviken, Südgeorgien) war ein britischer Polarforscher irischer Abstammung und eine der hervorragenden Persönlichkeiten des sogenannten «Goldenen Zeitalters der Antarktisforschung». Er nahm an vier Antarktisexpeditionen teil, von denen er bei dreien als Expeditionsleiter tätig war.
«Ich glaube nicht, dass Gott uns auf die Erde geschickt hat, damit wir Millionen scheffeln und alles andre ignorieren» Zitat von Roald Amundsen (1872-1928). Er ist der erste, der am 14. Dezember 1911 den geografischen Südpol erreichte.

Half Moon Island / Südliche Shetlandinseln: Anlandung im Zodiac.
Wir wurden darauf hingewiesen: "Bitte darauf achten, dass Vögel nisten".
Die Shetlandinseln sind vulkanischen Ursprungs. Auch heute werden sie noch gelegentlich von Erdbeben erschüttert. Die südlichen Shetlandinseln erlangten zweifelhafte Berühmtheit ab dem Jahre 1820, als nämlich der Robbenfang extreme Ausmasse annahm. Die Tiere wurden fast gänzlich ausgerottet; heute hat sich der Bestand an Pelzrobben wieder erholt. Zahlreiche Seevögel wie z.B. Zügelpinguine, Dominikanermöwen, Küstenseeschwalben sind hier anzutreffen.

Langsam wurde es eisig. Durchfahrt durch den Lemaire Kanal / Antarktis: Eis schlug an die
Schiffswand. Rückfahrt durch die Paradise Bay und den Errera Kanal.


 


Ein Gletscherausläufer.


Orne Harbour: Antarktisches Festland
Der Antarktische Kontinent wurde zur Krönung betreten (geschützte Bucht). Wir wanderten mit unseren Gummistiefeln und in voller Montur (mehrschichtig bekleidet) durch den Schnee auf den Berg. Es war wunderbar, wie man auf die Bucht hinunterschauen konnte. Das Schiff wurde immer kleiner. Die Wanderung mit den Gummistiefeln wurde immer mühsamer. Aber wir erreichten den Berg!


Besteigung nicht ganz ohne Mühe mit Gummistiefeln und dauerndem Einsinken im Schnee.


Auf See, Kurs Ushuaia / Argentinien
Als Drakestrasse wird die Meeresstrasse zwischen der Südspitze Südamerikas (Kap Horn) und der Nordspitze der antarktischen Halbinsel bezeichnet. Sie verbindet den Atlantischen Ozean mit dem Pazifischen Ozean und gehört zum Südlichen Ozean.

Die Tierwelt des Seegebietes ist reichhaltig, Wale und Delfine, aber auch Albatrosse oder
Pinguine konnten beobachtet werden.

Fahrt auf dem Beagle Kanal:
Eine ruhige Fahrt ohne Turbulenzen. Dann Ankunft in Ushuaia, Argentinien, Ausschiffung und Rückflug nach Buenos Aires und über Paris nach Zürich.


04.03. - 11.03.2017 Zouz, Chesa Clüs
Winter in den Bergen an der frischen Luft.

15.05. - 20.05.2017 Lager CAP-Rotach, Friedrichshafen mit der Wohngruppe

05.08. - 19.08.2017 La Mora, La Punt Chamues-ch
Wandern im Engadin.

07.10. - 12.10.2017 Föhr, Haus Mühlenpark
Einmal nicht Amrum, sondern Föhr. Es war auch schön, Amrum gefällt mir jedoch besser.

12.12. - 19.12.2017 Amrum Kiwitt
Annemarie, Lukas und ich waren eine Woche zusammen.

 

03.03. - 10.03.2018 Zuoz
Winterferien im Engadin.


07.08. - 19.08.2018 Arktis, Franz-Josef Land, MS See Spirit


Karte unserer Reise. 


 Der Anker wurde ausgeworfen und die ersten Schlauchboote fuhren an Land.


An Land 

Ungeheuerlich diese Zähne... 

Blumen! 

 

Dieser Schwertfisch gehört mir. 

 

Immer mit der Ruhe. 

Ganz nahe am Eis. 

Flieg, flieg....
 

Hoffentlich hält das Eis. 

Hier bin ich der Chef. 

Runde Steine in allen Grössen. 

Das war ein mal ein Haus. 

 

26.11. - 03.12.2018 Amrum Kiwitt
Wieder ein paar Tage auf Amrum. Die Anfahrt mit der Deutschen Bahn wird immer schwieriger. Verspätungen, Zugausfälle und andere Ereignisse sind an der Tagesordnung. Immer öfter muss ich unterwegs übernachten und erreiche die Insel erst am anderen Tag. Aber die DB ist grosszügig und organisiert eine Übernachtung im Hotel. Die Winterzeit auf Amrum ist mystisch, ruhig und ohne viele Touristen. Dieser Zeit nutze ich jeweils, um an den internen Weiterbildungen zu schreiben. Mit dabei war immer Annemarie aus Basel. Alleine in diesem grossen Haus hätte ich Angst. Das Haus ist nicht geschlossen. Eine Türe steht unverschlossen offen für die nächsten Gäste. Da das Haus das ganze Jahr durch immer wieder bewohnt wird, ist das möglich. Es gibt Regeln zu beachten. Nach Ankunft bittet der Hausbesitzer um einen Telefonanruf, die Esswaren sind aufzubrauchen und dann wieder zu ersetzen, die Bett- und Frotteewäsche der Vorgänger liegt in der Waschküche und wird gewaschen.


Etwas gefroren.  


20.07. - 03.08.2019 Amrum, Wittdün, Wohnung kleiner Elch
Mein Mann und ich wollten die Insel einmal in der Hauptsaison erleben. Da das Kiwitt dann über Jahre von Familien mit Kindern besetzt ist, hatten wir etwas anderes gemietet. Wir dachten, dass es im Sommer sehr viele Feriengäste hat, was aber nicht unbedingt so sein muss. Natürlich hatte es mehr Leute auf der Insel als im Dezember oder Januar, aber es verteilte sich sehr gut. Die Möglichkeit, Ausflüge zu unternehmen ist in der Hauptsaison gross. So umrundeten wir mit einem kleinen Schiff die Insel und beobachteten Robben auf Sandbänken. Ein weiterer Ausflug führte uns auf die Hallig Hoge. Dort gibt es oben auf dem Inselhügel im Dorf ein kleines Kino, in dem der Film "Hallig unter" gezeigt wird. Wenn dann das Wasser wirklich flutet, steigt der Wasserspiegel bis ca. einen Meter unter die Wohnhäuser. Der Spielplatz, die Schafweiden, alles ist dann unter Wasser.


28.09. - 05.10.2019 Zernez
Herbstferien im Engadin. Die letzte Möglichkeit, Wanderungen zu unternehmen bevor der Schnee fällt.

23.01. - 07.02.2020 Amrum Kiwitt 
Wieder einmal verbrachten wir einige Tage in unserem geliebten Haus auf Amrum. Esther, beide Annemarie und Lukas waren eine Woche zusammen.
Esther ging es nicht besonders gut. Sie musste sich vor der Reise einem kleinen Eingriff unterziehen lassen. Die Ärztin meinte, dass ihr die Ferien sehr gut täten in Amrum. Sie musste noch Medikamente einnehmen. In der kommenden Nacht ging es ihr nicht gut. Sie stand auf und setzte sich an den Küchentisch. Am Morgen wurde Esther zum Arzt begleitet, der sofort den Rettungshelikopter auf die Insel bestellte, mit dem sie über das Meer in ein Spital auf dem Festland geflogen wurde. Diagnose: Medikation zu stark. Nach zwei Tagen war Esther wieder bei uns.
In der Zwischenzeit unternahmen wir eine Wanderung. Von Norddorf aus ging es über Felder, Wiesen und den Wald zur Vogelkoje. Auf Holzstegen wanderten wir bis zu einer Abzweigung, die hinunter in einen schmalen Weg führte. Rechts und link des Weges wuchs Heidekraut. Lukas kennt die Insel mit seinen Schönheiten. Er wies uns aber darauf hin, dass wir uns auf einem Weg befanden, der nur für Pferde mit Reiter zu begehen ist. Also, wenn ein Pferd erscheint, hat dieses Vortritt. Es kam aber kein Pferd. Der Weg führte uns zu einer Stelle, an der das Meerwasser der Nordsee kleine Seen entstehen liessen. Die Gegend war sehr schön. Der Wind blies stark. Zwischenzeitlich unternahmen wir eine kurze Verschnaufpause. Da stellte eine der Annemaries fest, dass sie ein Hörgerät verloren hatte. Was nun? Wie berieten und kamen zum Schluss, dass zwei Personen zurück laufen und das Hörgerät suchen. Die anderen würden weiter nach Hause laufen. Zu weit wollten wir das Hörgerät suchen. Lukas gab zu bedenken, ob wir den Weg nach Hause finden würden? Ja sicher, kein Problem, war unsere Antwort. Natürlich kann so weit nördlich in dieser Jahreszeit nicht stundenlang gesucht werden, da es schnell sehr dunkel wird. Die Hörgerätvermissende wollte jedoch nicht, dass eine Gruppe auf die Suche ging. Ja nu, dachte ich, dann eben nicht. Langsam werden wir auch nur noch älter und die gemeinsamen Ferien komplizierter. Wir verbrachten danach noch ruhigere Zeiten auf der Insel Amrum. Lorenzo kam auf Besuch.


Wolken und Sand 


18.05. - 21.05.2020 Veloferien Hallwil, Seengen, Willisau, Emmental (Herzroute).
Endlich ist Corona am abklingen und wir brechen auf zur Velotour.

08.07. - 14.07.2020 Veloferien in Brügge, Belgien
Wir wohnten in Brügge und unternahmen von dort aus sternförmige Velotouren.

20.08. - 05.09.2020 Engadin, Chasa Städler, Zernez
Eine Woche wandern im Engadin.

06.10. - 8.10.2020 Engadin
Lorenzo und ich genossen eine Auszeit in Zernez im Hotel Spöhl.


28.10. - 01.11.2020 Amrum Huus Watterkant (Ferienwohnung in Wittdün).


 Am Meer Richtung Nordspitze.


06.03. - 12.03.2021 Amrum

Seemanns Gräber in Nebel auf dem alten Friedhof. 


05.06. - 12.06.2021 Engadin, Chasa Rasto, Zernez
Mit Suzanne und Annemarie verbrachten wir Sommerferien im Engadin.

14.08. - 21.08.2021 Hasliberg mit Familie
Zusammen mit den Enkelkindern, der Schwiegertochter und unserem Sohn genossen wir Ferien im REKA-Dorf auf dem Hasliberg. Die Holzkugelbahn war eine gute Motivation, um zu Wandern. Am Abend badeten wir jeweils im Hallenbad.

15.09. - 18.09.2021 Zernez
Kurzurlaub im Engadin.

19.02. - 26.02.2022 Ferienwohnung in Wittün, Amrum
Ich suchte bei der Ankunft das Haus. Es wurde immer dunkler und regnete in Strömen. Ein Ehepaar half mir das Haus zu finden. Die Nummerierungen der Häuser sind etwas gewöhnungsbedürftig. Ich bin mich nicht gewohnt, die Unterkunft zu suchen, da das Haus unseres Freundes gut auffindbar ist. Am anderen Tag traf ich mich mit Lukas und seinem Göttibub zu einer Vogelbeobachtungswanderung.

25.06. - 02.07.2022 Amrum Wohnung Haus Theres, Wittdün
Wir fanden das Haus mit der verschlossenen Wohnung, aber das Schlüsseldepot war nicht auffindbar. Wir hielten ein vorbeifahrendes Polizeiauto an. Sie fragten uns, ob wir einfach ohne gebuchte Unterkunft auf die Insel gekommen seien? Wir unterbreiteten ihnen den Vertrag. Auch sie wussten nicht, wo das Schlüsseldepot sein könnte. Einer dieser Polizisten hatte jedoch eine Idee, die sie und mein Mann verfolgten. In einem Raum, der offen stand hingen Kästchen, die mit dem Cod den Schlüssel freigaben. Die Polizei fand diese "Schlüsselübergabe" sehr komisch. Aber wir hatten, was wir brauchten. Am anderen Tag besuchten wir Lukas in seinem Garten. Wir erzählten ihm die Schlüsselgeschichte. Ja, die Amrumer wollten die Polizei auf der Insel abschaffen. Aber nun haben wir den Beweis, dass sie gebraucht wird!


Im Hintergrund der Leuchtturm von Amrum. 


16.07. - 30.07.2022 Zernez, Chasa Rasto
Ein paar Tage im Engadin.

18.02. - 25.02.2023 Evenes, Norwegen, Twerenbold mit Ilona
Nach einem Flug nach Evenes, stiegen wir in den Car um. Weiter ging es in den nächsten Tagen nach Narvik, Tromso, Syolvaer, Lofoten, Evenes und mit dem Flugzeug nach Zürich. Die, welche in Tromso in der Nacht in der Kälte warteten, sahen Nordlichter. 

2023 Pfingsten Familie in Reka Wohnung Appenzellerland
Lustige Tage mit der Familie und den Grosskindern.

30.08. - 04.09.2023 Insel Pellworm
05.09. - 08.09.2023 Hallig Langeness
Wir wollten nun andere Inseln in der Nordsee kennenlernen. Auf Pellworm fuhren wir mit dem Fahrrad rund herum. Es ist eine eher unspektakuläre Insel. Danach ging es mit dem Schiff auf die Hallig Langeness. Dort lernten wir in einem kleinen Kaffee auf der Hallig die Bewohnenden näher kennen. Wir nahmen an einem Liederabend teil. Bewohnende aus den umliegenden Häusern nahmen daran teil. Jemand spielte auf dem Schifferklavier, ein Holzknebel mit einigen Rasselgegenständen, eine Sitztrommel, die von Hand bedient wurde und eine Gitarre. Alle hatten ein Liederheft, aus dem der Reihe nach Liederausgewählt und gesungen wurden. Ich wählte das Lied "Ein Schiff wird kommen" aus. Die Teilnehmenden fragten uns, ob wir denn in der Schweiz Schiffe hätten? "Sicher," meinte ich, "auf den Seen." Als wir am letzten Abend unsere Fahrräder zurück brachten, fuhren viele Menschen mit ihren Autos vor. Ein kleines Schiff legte am Hafen an. Als ich vom Hotel zum Hafen fuhr, dachte ich, dass hier eine Gemeindeversammlung stattfinden würde. Aber alle Leute standen schwarz gekleidet am Hafen. Ein Pfarrer stand vor dem Schiff, zusammen mit einem jungen Mann. Ein Leichenauto kam gefahren und lud einen Sarg aus. Alle Trauergäste liefen hinunter zum Sarg und bildeten einen Kreis um den Darg, den Sohn und den Pfarrer. Das hat mich sehr beeindruckt. Symbolisch verstand ich den Kreis wie eine Schutzhülle. Vom Hotelgarten aus sah ich, wie der Sarg ins Schiff verladen wurde. Alle Inselbewohner, die dem Verstorbenen das letzte Geleit gaben, fuhren mit ihren Autos wieder weg. Es war schon dunkel. Beim Auslaufen des Schiffes aus dem Hafen ertönte ein Horn. nach etwa 200 Metern Fahrt im Meer erklang ein Abschiedsgruss mit dem Horn. Es war richtig mystisch. Ein Bewohner, dem der Abschied sichtlich nahe ging, erklärte mir das Vorgehen. Nun wird der Verstorbene, der ein alter Inselbewohner war und den er gut kannte, an Land gefahren und kremiert. Danach kommt die Asche zurück auf die Insel, wo er auf dem Friedhof beigesetzt oder es findet ein Seebegräbnis statt.

09.09. - 16.09.2023 und 25.09. - 30.09.2023 Wohngruppenferien in Ruswil, Werthenstein
Als Köchin nahm ich an den Wohngruppenferien teil.

06.10. - 13.10.2023 Amrum, Wittdün Wohnung

Ebbe 

Nach der Kocherei in den Wohngruppenfeien buchte ich eine Unterkunft in Wittdün. Zentral gelegen, klein aber genügend Platz für mich allein, plante ich an meiner Biographie weiter zu schreiben. Zwei Tage hatte die Insel keinen Internetzugang. Super, dachte ich, wie soll ich nun arbeiten? So unternahm ich einen Ausflug mit einer Frau, die ich bei der Überfahrt kennen lernte. Eine Baslerin, die das erste Mal nach Amrum kam. Wir liefen zusammen auf dem Uferweg von Wittdün nach Nebel. Es Regnete. In Nebel angekommen wärmten wir uns im kleinen Kaffee in der Mitte des Dorfes auf. Da fragte mich die Baslerin, ob ich auch einen "Pharisäer" trinke? Ich wusste nicht was das ist und wurde von der Baslerin, die das erste Mal auf Amrum war aufgeklärt. Das ist ein Kaffee mit Rum und einer ausgiebigen Rahmhaube. Und so erzählte sie mir gleich die Geschichte zu diesem "Gsüff." Ein Priester kam jeweils am Abend in die Dorfkneippe, um zu kontrollieren, dass die Einheimischen nicht zu viel Alkohol tranken. Da der Priester lange im Lokal blieb und die Gäste keine alkoholischen Getränke mehr bestellten, erfreute das den Wirt nicht besonders. Er bot nun ein neues Getränk an, einen Kaffee mit üppiger Rahmhaube, der keinen Alkoholduft verbreiten liess. Den Wirtsbesucher schmeckte das Getränk so gut, dass sie einen Kaffee nach dem anderen bestellten und immer lustiger wurden. Nun bestellte der Priester auch einen Kaffee, trank diesen und sprach: "Ihr "Pharisäer! So bestellten wir nochmals einen Pharisäer und liefen dann, immer noch im Regen zurück nach Wittdün. 


24.04. - 03.05.2024 Veloferien, Hann Münden nach Bremen
Das Wetter war sehr gut. Zuerst etwas kalt und es nieselte. Durch den Fahrtwind trockneten unsere Kleider schnell wieder. Von Tag zu Tag wurde es wärmer und wir konnten eine Kleiderschicht nach der anderen in die Koffern verstauen. Wir führen durch alte Bauerndörfer mit schönen Fachwerkhäusern und weissen, blühenden Kastanienbäumen. Die Bäume stehen sicher schon Jahrzehnte am gleichen Ort. Was könnten sie uns wohl erzählen?

04.07. - 06.07.2024 Husum

06.07. - 13.07.2024 Norddorf, Amrum mit Claudia
Zusammen mit der Schwester von Lorenzo verbrachten wir Ferien im Norden von Deutschland.

Steg im Meer 


03.08. - 08.08.2024 und 21.08. - 26.08.2024 Wohngruppenferien, Wanntenthal
Wir hatten sehr gutes, heisses Wetter. Das Ferienhaus, das die Stiftung Altried vermietet, ist sehr gut eingerichtet. Es ist alles rollstuhlgängig und es gibt Pflegebetten, Pflegebadewannen und ein schöner Garten zum Verweilen. Das Lagerteam war aufgestellt, stellte an mich als Köchin keine Ansprüche, und war dankbar. Wir genossen die Tage mit Ausflügen auf dem See und um das Haus herum.

02.09. - 06.09.2024 Klassenlager Calancathal
Das war eine gute Woche mit den Schülern der 5. Klasse. Mein Enkel Nico war dabei. Eigentlich war es nicht geplant, dass ich am Klassenlager teilnehmen würde. Nico erzählte freudig, dass sie bald nach den Sommerferien ins Klassenlager fahren werden. Spontan fragte ich ihn: "Wer kocht für euch?" "Keine Ahnung! Kommst du mit"? "Frag einmal deine Lehrerin was sie dazu meint." Und so kam es, dass ich als Köchin am Lager teilnahm. 

16.09. - 30.09.2024 Azoren mit Sao Miguel, Faial, Pico, Terceira
Noch dem Flug von Kloten nach Ponta Delgada (Sao Miguel) erfolgte der Transfer ins Hotel, das zentral gelegen war. 


Blick auf das Meer, den Atlantik 


Unter dem Leuchtturm liegt die unterirdische Messstation für Erdbeben und Vulkanausbrüche, sowie eine Interessante Ausstellung zum Thema Vulkane. Vor dem Leuchtturm liegt ein ganzes Dorf verschüttet.


Wir besuchten eine Ananas-Zucht, eine Töpferei, eine Käserei, eine Teeplantage und Rebbau, der auf den Azoren zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Weindegustation, Besuch eines "Ballenberg ähnlichen" Bauernhofes, mit all seinen Produkten, die hergestellt wurden. Von der Viehzucht, der Schreinerei, der Weberei, der Korbflechterei, der Schmiede und der Töpferei war alles zur Ansicht bereit. Es gibt hier keine Erde sondern Lavastein, grob, kantig und manchmal in Form von grobem Sand. Alle Inseln auf den Azoren sind aus Vulkanen entstanden. 


Pico, der höchste Berg der Azoren. 


Üppige Vegetation, alles war grün, die Luft sehr feucht und die Sonne schien. Auf einem Bootsausflug beobachteten wir Delfine. Hortensien blühten und die Wälder strotzen voller Grün. 


Ein Kratersee 



Hortensien blühten in diversen Farben. 

Wien 2025
Auf den 70. Geburtstag wurde mir von den geladenen Gästen eine Wien-Reise geschenkt. Lorenzo und ich fuhren von Zürich mit der österreichischen Bahn nach Wien. Wien ist mit seinen Bauten sehr pomös und zeigt auf, wie Arm und Reich (zusammen)lebten. Viele Sehenswürdigkeiten haben wir gesehen, einige möchte ich gerne noch genauer betrachten, im einer wärmeren Jahreszeit.

Paris, Ostern 2025
Da unser Sohn eine Ausbildung zum Lokomotivführer bei der SBB absolviert, unternahmen meine Schwiegertochter und ich mit den Jungs eine Reise nach Paris. Mit dem TGV fuhren wir von Zürich nach Paris. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zog die Landschaft zügig an uns vorbei. Wir wohnten in der Nähe des Montmartre-Quartiers in einer kleiner 2-Zimmerwohnung (Airbnb). Die Wohnung befindet sich zu Oberst, direkt unter dem Dach. Von dort aus sahen wir direkt auf den Eiffelturm. Jeden Abend um 21 Uhr leuchtete und funkelte der Turm in Glitzerglanz. Mit der U-Bahn fuhren wir die einzelnen Sehenswürdigkeiten an. Meine Schwiegertochter hat die diversen Angebote sehr gut geplant und teilweise bereits gebucht. So bestiegen wir den Eiffelturm (jedoch mit dem Lift). Der Ausblick war traumhaft! Mit einem Amphibienfahrzeug fuhren wir durch Paris und später an Ufer der Seine, wo die Fahrräder eingeklappt wurden und wir im "Schiff" auf der Seine gondelten. Die beiden Enkel staunten nicht schlecht, als wir ins Wasser glitten. Auch etwas Angst war dabei.....Vom Monmartre Quartier aus fuhren wir mit einer Touristen-Bahn hinauf zum Sacré-Coeur. Von dort aus war der Blick über Paris wieder sagenhaft schön. Natürlich waren wir auch beim Arc de Triomphe de l' Étoile, flanierten über die Champs-Éliséés, bestaunten die neu eröffnete Kathedrale Notre-Dame de Paris von Aussen an, da wir nicht die einzigen Touristen waren. Es folgten der Jardin du Luxemburg, Place de la Concorde etc. Natürlich gab es immer wieder einen Halt in einem der schönen Pärke und in den einladenden Cafés, mit heisser Schokolade und Crèpes. Ein Besuch in der Galeries Lafayette Haussmann, dem ältesten und grössten Warenhaus in Paris statteten wir einen Besuch ab.  Das Warenhaus ist bietet seine Waren auf mehreren Stockwerken in den Rundungen des alten  Gebäudes an. In der Mitte ist alles offen und an der Decke sind schöne Glasfenster zu sehen. Auf dem Dach des Warenhauses konnten wir auf alle Seiten der Stadt sehen.

Amrum, Wittdün 2025
Ende August verbrachten mein Mann und ich ein paar Tage in Amrum in einer Wohnung, in der wir bereits Ferien verbrachten. Da mein Mann und ich derzeit bewegungsmässig nicht sehr gut unterwegs sind, unternahmen wir nur kürzere Wanderungen. Die Auszeit in Amrum tat gut.

Ägypten, Oktober 2025
Im Oktober verbrachten wir Ferien in Marsa Alam. Die beiden Grosskinder, meine Schwiegertochter und ich genossen die Ferien im 29 Grad warmen Ägypten. Mein Mann wollte nicht mitkommen, da er in der Umgebung der Wüste nicht wandern kann. Allein das liegen und lesen fand er doch etwas, was ihm nicht entsprach. Da das Gehen bei mir immer noch schmerzhaft ist, war ich froh, dass ich mehrheitlich auf dem Liegestuhl verbringen konnte. Meine Facettengelenkarthrose macht mir arg zu schaffen. Mit der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten ist das Leben einigermassen erträglich.

Amrum, Nebel, Januar 2026
Tief verschneit, wie noch nie! Die Fähre fährt nicht, da es zu windig ist und zu wenig Wasser hat. Eine Anlandung ist nicht möglich. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg, um mit dem Bus von Nebel nach Norddorf zu fahren, dieser fuhr auch nicht. Ob der Bus am Samstag fährt ist noch offen. Eventuell können wir am Sonntag nicht nach Hause fahren, da wir das Festland nicht erreich werden. Sturm Elli macht uns einen Strich durch die Rechnung.
Heute Stürmt es stark, was die Vögle zu schätzen wissen. Sie segeln gekonnt im Wind. Meine Vorstellung, wie immer im Winter im leichtgefrorenen Sand Muscheln zu suchen, musste ich begraben. Nur Schnee, nichts als Schnee. Amrum habe ich im Januar einmal kurz und plötzlich mit Schnee erlebt. Dieser verschwand jedoch so schnell, wie er gekommen war.
Auf unserer Heimreise hatten wir Glück. Die erste Fähre fuhr ca. 5:30 Uhr rechtzeitig ab. Die DB hatte immer wieder Ausfälle aber wir erreichten Zürich nach Mitternacht und fuhren mit einem Taxi nach Hause. Die Strecke von Hamburg nach Basel musste umfahren werden via Bremen, Oldenburg, Dortmund, Basel. Somit verlängerte sich die Heimreise um 3 Std.  Wir waren jedoch froh, dass wir an der Wärme auf einem Sitzplatz die Fahrt geniessen konnten. Die reservierten Sitzplätze befanden sich in einem Zug, der nicht oder bereits gefahren war.

Amrum, April 2026
Ich freue mich auf die Zeit auf der Insel. Wie auch schon, verbringe ich ein paar Tage in einer 1-Zimmerwohnung in Wittdün. Die Anreise mit der DB war ohne Probleme. Ich fuhr in Zürich Hb kurz nach 5 Uhr nach Basel und von dort aus mit dem ECE nach Hamburg. Auf diese Distanz hatte die Bahn lediglich 5 Minuten Verspätung. Die Umsteigzeit in den ICE nach Niebüll war ohne Probleme und zur grossen Freude fuhr ich mit einem nigelnagelneuen Zug, der das Endziel Westerland, Sylt hatte. Mit umsteigen in Niebüll und Dagebüll erreichte ich Amrum mit der Fähre um 20 Uhr. Es blies auf der Insel ein kalter und starker Wind. Die Bewohnenden trugen noch Winterkleider! Ich wollte eigentlich die schönen Frühlingsblumen sehen. Das war aber noch etwas zu früh. Die Osterglocken blühten noch. Aber kurz darauf wurde es warm, als die Sonne ihre Kraft ausstrahlte. Die Blüten an den Büschen begannen zu spriessen. An der Sonne war es wunderbar schön warm. Spaziergänge im Sand auf der Nordseeseite, ein Besuch bei einem Freund und das Kennenlernen der Schriftstellerin, Radka Denemarkova, die ein Roman, Schokoladenblut herausgibt, der auf Deutsch übersetzt wurde, waren entspannend und erholsam.

Schwarzenberg
Jeweils um die Pfingsttage verreisen wir auf den Schwarzenberg in eine Hütte. Dieses Jahr waren wir vom 1. - 5. Juni 2026 auf dem Berg und verbrachten ein paar Tage mit Freunden. Der Schwarzenberg liegt oberhalb von Sargans. Das Wetter war durchzogen, Sonne und Regen wechselten sich ab. Aber für kurze Wanderungen zur Alp und Grillieren vor dem Haus, spielte das Wetter mit. Ein besonders kniffliges Puzzle forderte alle immer wieder heraus. Einmal waren die einem am Tisch und suchten nach passenden Lösungen, dann wieder anderen. Leider konnten wir das Puzzle nicht bis am Ende unseres Aufenthaltes zu einem Bild zusammenfügen.

Amrum
Im Sommer 2026 verbrachten wir zwei Wochen auf der Insel Amrum. Wir wohnten in Wittdün in einem sehr geschmackvoll eingerichteten Haus mit Blick auf die Nordsee. Unsere Enkel Nico, 13 Jahre und Levin, 10 Jahre waren nun endlich auch einmal auf der Insel. Sie freuten sich riesig, endlich auch einmal an dem Ort zu sein, vom dem ihr Grosi immer erzählte. In der 1. Woche war unsere Schwiegertochter und in der 2. Woche unser Sohn auf der Insel. Der jüngere Enkel wird gerne vom Heimweh geplagt. Daher konnten wir Grosseltern das Risiko nicht eingehen, alleine mit den Enkeln auf die Insel Amrum zu reisen. Mit vielen Aktivitäten wie Radfahren, Wandern im Sand, baden in der Nordsee, Schifffahrt zu den Seehunden auf den Sandbänken etc. vergingen die Tage sehr schnell. Die Reise mit der Deutschen Bahn verlief nicht schlecht. Es gab Hürden zu bewältigen. Auf dem Heimweg fuhr ab Niebüll bis Husum keine Bahn: Unterbruch der Strecke wegen eines Brückenschadens. Nach längerem warten entschieden wir uns, mit einem Taxi bis Husum zu fahren. Von dort aus ging die Fahrt relativ zügig via Hamburg Hauptbahnhof in Richtung Basel und dann nach Zürich. die Erfahrung, drei Generationen in einem Haus, das genug gross war, aber natürlich alle unter einem Dach beherbergte, war eine gute Erfahrung. Die Grosskinder sind zurzeit etwas nahrhaft und wir nicht mehr die Jüngsten.

Nordostgrönland, Kangerlussuaq




Ferien, Reisen, Entspannen - weitere Berichte folgen. 

 

 "Die Seele ernährt sich von dem, woran sie sich freut."

 

 


 
 
 




 




 














 


 

 

 


 

 

 

 


 










 

Eulen und ihre Faszination
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18.1.  Auszeit, Ferien und Reisen – Eulen und ihre Faszination.
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Eulen und ihre Faszination

Für alle Menschen, die Eulen ebenfalls interessante Wesen finden.

Inhaltsverzeichnis

Eulen und ihre Faszination
Geschichte der Eulen
Symbolik der Eule
Eulen und Käuze
Nächtliche Jäger
Fortpflanzung
Eulen Leben - von Wanderungen, Standorttreue und Todesursache
Nahrung der Eule
Gefieder
Sinne der Eule
Stimme unserer Eule
Eulen beobachten, Eulen erforschen
Naturschutz aus der Eulenperspektive
Europäische Eulenarten
Literaturangaben


Eulen und ihre Faszination

Eulen sind den meisten Menschen eine vom Bild her vertraute Erscheinung. Doch wer hatte je das Glück, eine Eule in der Natur zu beobachten? Ich warte schon lange darauf, einer Eule in der freien Natur zu begegnen. Kürzlich war ich auf der Insel Amrum und fragte eine Insulanerin, ob es zurzeit Eulen auf der Insel zu sehen gäbe? Ja sicher, meinte sie, gehen Sie in der Nacht in den Wald. Super dachte ich. Ohne Infrarotkamera sehe ich in der Nacht keine Eule. Zudem habe ich Angst, im Dunkeln alleine im Wald umher zu streifen. Es gab Zeiten, da brüteten die Käuze in den Grasbüscheln im Naturschutzgebiet, in einer Zeit, da es genügend Mäuse auf der Insel gab. Natürlich sind diese Eulen eventuell mit viel Glück nur mit einem sehr guten Felsstecher zu sehen. Im Naturschutzgebiet habe die Menschen auf Amrum nichts verloren, oder es gibt grossen Ärger!

Eulen und Käuze gelten dem Menschen seit jeher als Symbol der Weisheit und wurden oft mit Übernatürlichem in Verbindung gebracht. Je nach Kulturkreis hielt man sie für geheimnisvolle Glücksbringer oder Vorboten des Unheils. Warum haben diese Vögel eine so starke Wirkung auf die Menschen? Die Ursache kann in ihrer meist versteckten und heimlichen Lebensweise liegen. Die Eule wirkt zurückhaltend und unaufdringlich.

In der Vogelwarte Sembach fand im Frühling 2013 eine Eulenausstellung statt. Da war das Buch Eulen und Käute von Adrian Aebischer zu kaufen. Wir waren in dieser Zeit mit unseren zu Betreuenden in den Ferien in Rotenturm auf einem Bauernhof und unternahmen einen Ausflug an den Sempachersee. Dadurch kam ich zur Eulenausstellung. Im gekauften Buch befindet sich eine CD mit Eulenstimmen. Jahre später nahm ich mir Zeit, diese CD anzuhören. Es waren diverse Geräusche zu vernehmen, teilweise sonderbar und auch etwas Angsteinflössendes. Auf einmal erschien mein Mann in meinem Zimmer und schaute mich entgeistert an. "Geht es dir gut? Ah das ist eine CD. Jetzt dachte ich, mit dir stimme etwas nicht mehr." 



 














 














 


 

 

 


 

 

Eulen und ihre Geschichte
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18.1.  Auszeit, Ferien und Reisen – Eulen und ihre Faszination.

Eulen und ihre Geschichte
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Eulen und ihre Geschichte

Fast alle Arten haben einen breiten, runden Kopf mit grossen, nach vorne gerichteten Augen und ein ausgezeichnetes Gehör. Die Feder"ohren" mancher Eulenarten dienen der innerartlichen Kommunikation und haben nichts mit mit dem Gehör zu tun. Vielleicht dienen sie zu einer besseren Tarnung. Typisch ist zudem der "Schleier", ein trichterförmiger Kranz aus starren Federchen, die rund um die Auge angeordnet sind. Weitere charakteristische Merkmale der Eule sind kräftige Füsse mit scharfen Krallen, ein Hakenschnabel und ein oftmals bräunliches Gefieder. Obwohl Greifvögel wie Adler, Bussarde und Milane äusserlich ähnlich aussehen wie Eulen und Käuze, sind die beiden Gruppen nicht näher miteinander verwandt. Die ähnliche Lebens- und Jagdweise führt bei ihnen lediglich zu vergleichbaren Anpassungen.


Mythos Eule

Eulen faszinieren seit jeher die Menschen. Sei es, weil sie so lautlos fliegen und unheimliche Laute von sich geben. Eulen wurden gefürchtet, verehrt, verachtet und bewundert, für weise oder für stumpfsinnig gehalten und mit der Unterwelt, Hexerei oder Heilkunst, mit Leben und Tod in Verbindung gebracht. Sie waren und sind ebenso wie Fledermäuse, Schlangen und Kröten - Opfer des Aberglaubens. In der griechischen Mythologie war der Steinkauz der Lieblingsvogel von Athene, der Göttin der Weisheit und Beschützerin Athens. Auf der Griechischen Ein-Euro-Münze ist der Steinkauz verewigt.

Foto der Münzen S. 24


In der Bibel, im Buch des Propheten, Zefanja 2. Kapitel, 2,14 hat die Eule ebenfalls eine spezielle Bedeutung. Sie wird oft als Symbol für Einsamkeit und Nachdenklichkeit erwähnt. Zefanja 2,14 beschreibt im Kontext des Gerichts über Ninive und Assyrien, die völlige Verwüstung  der einst stolzen Stadt. Sie wird zum unbewohnten Lagerplatz für Tiere und Vögel, ein Bild des Untergangs. Der Vers betont den Kontrast zwischen ehemaliger Sicherheit und absoluter Zerstörung. Die Eule taucht in den Psalmen und prophetischen Schriften auf und repräsentiert oft die Isolation und Reflexion. Gleichzeitig kann die Eule in einem religiösen Kontext für spirituelle Wachsamkeit und die Suche nach göttlicher Weisheit stehen, da sie als Wesen der Nacht das Unbekannte erhellen kann.

Die Erscheinung einer Eule hat meines Erachtens etwas mystisches. Kürzlich hat mir eine Mitarbeiterin meines ehemaligen Arbeitgebers erzählt, dass sie mit den Bewohnenden der Alterswohngruppe, auf der ich während meiner Arbeitszeit arbeitete, eingeladen wurde, an einer Eulenbegegnungsmöglichkeit teilzunehmen. Die Bewohnenden sind Menschen mit einer mehrfachen Behinderung. Manchmal können sie laut werden, da sie ja nicht mitteilen können, wenn ihnen zum Beispiel etwas fehlt, oder wenn sie Schmerzen haben. Alle Beteiligten sassen im Kreis und die Eulen wurden durch die Eulenbesitzenden  vorgestellt. Einer damals unruhigen Bewohnerin wurden Lederhandschuhe angezogen und eine Eule auf die Hand gesetzt. Diese wurde augenblicklich ruhig und konnte sich sichtlich entspannen und freuen.


Die Grössten und die Kleinsten

Mit einer Flügelspannweite von mehr als 160 Zentimeter und einem Gewicht bis über drei Kilogramm ist der Uhu die weltweit grösste Eulen Art. Dagegen wirkt die kleinste Eulen Art, der Sperlingskauz, mit einer Länge von 17 Zentimetern und einer Spannweite von 35 Centimetern geradezu winzig. Bei sehr vielen Artensind die Weibchen grösser und schwerer als die Männchen.

"Die Eule wird im Fenster singen", aus dem Buch der Bücher, 2. Kapitel Propheten Zephanja 2,14.
In der Bibel ist die Eule primär ein Symbol für Verlassenheit, Ruinen und Zerstörung, oft assoziiert mit der Einöde. Sie wird als unreines Tier eingestuft (3. Mose 11,17) und bewohnt Orte, die von Menschen verlassen wurden, wodurch sie das Unheimliche und die Strafe Gottes symbolisiert.

Eine Eule am Fenster wird spirituell oft als Zeichen für Weisheit, Transformation oder einen bevorstehenden Wandel gedeutet. Sie gilt als Bote, der zur Selbstreflexion anregt, Intuition fördert und Schutz bietet. Während sie in einigen Kulturen als Unglücksbote gilt, überwiegt in modernen Interpretationen die positive Symbolik als Wächter der Erkenntnis. 


Weisheit und Wahrheit
Die Eule als Krafttier hilft, verborgene Wahrheiten hinter den äußeren Dingen zu erkennen.

Wandel und Übergang
Sie symbolisiert, dass ein Lebensabschnitt endet und ein neuer beginnt.

Schutz und Intuition
Eine Eule am Fenster wird oft als Schutzgeist empfunden, der Harmonie bringt.

Rufe am Fenster
Ein Rufen in der Nacht kann als Mahnung verstanden werden, auf die eigene Intuition zu hören.

Als Glücksbringer
In asiatischen Kulturen steht sie für Schutz vor dem Bösen.

In der Literatur
Harry Potters Eule Hedwig festigte das Bild der Eule als weise und treue Begleiterin. 


Insgesamt wird der Besuch einer Eule am Fenster selten als rein negatives Omen gewertet, sondern vielmehr als Einladung, Klarheit in das eigene Leben zu geben.


Nächtliche Jäger

Eulen sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Vögel mit besonderen anatomischen Anpassungen, die die Ortung und den Fang von Beutetieren in der Dunkelheit ermöglichen. Fast alle Arten haben einen breiten, rundlichen Kopf mit grossen, nach vorn gerichteten Augen und einem ausgezeichneten Gehör. Typisch ist zudem der "Schleier", ein trichterförmiger Kranz aus starren Federchen, die rund um die Augen angeordnet sind. Weitere charakteristische Merkmale der Eulen sind kräftige Füsse mit scharfen Krallen, ein Hakenschnabel und ein oftmals bräunliches Gefieder. Bei fast allen Eulenarten sind die Weibchen durchschnittlich etwas grösser. Alle Eulen haben zehn Handschwingen, 11 bis 18 Armschwingen und im Regelfall zwölf Schwanzfedern. Eulen haben eine Flügelspannweite von ca. 1,65 Metern und sind ca. 2 Kg schwer. Diese Federn ermöglichen der Eule den Luftwirbel zu minimieren und dadurch lautlos zu fliegen. Sämtliche Arten haben vier Zehen. Die äusserste Zehe ist als "Wendezehe" ausgebildet, das heisst, sie kann nach vorne wie nach hinten gedreht werden. Wie die Greifvögel haben auch Eulen und Käuze lange und scharfe Krallen. Die sehr raue Unterseite der Zehen erlaubt zudem ein besseres Festhalten von Beutetieren.

Titelbild einfügen , Zeichnung: Nächtlicher Jäger

Eulen sind Ansitzjäger, das heisst sie jagen vom Sitzen aus. 




Fortpflanzung




Eulen Leben

Eulen schlafen tagsüber an gut versteckten, ruhigen Orten, um ungestört zu bleiben. Schlafplätze sind Felsnischen, Felswände, Steinbrüche, dichte Baumkronen, wo sie oft regungslos auf einem Ast, gut getarnt in den Farben des Baumstammes sitzen.


Bevorzugen Eulen bestimmte Bäume, um darauf zu verweilen?



Gibt es Baumarten, die einen Duft ausstrahlen, den die Eulen nicht mögen?



Die Nahrung der Eule

 
 

Die Gefieder

 
 


Die Sinne der Eulen




Die Stimme unserer Eulen



Eulen beobachten, Eulen erforschen



Was als eher unmöglich angesehen wurde ist gelungen. 

In einer Dok-Sendung des Schweizer Fernsehen wurde Werner Fischer, Biologe, Werk- und Sportlehrer und Bergführer und sein Leben mit seiner Eule Bubo vorgestellt. Er lebt in Ftan im Bündnerland mit seiner Eule. Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit sind ihm wichtig. Er braucht wenig zum Leben und was er benötigt, bezieht er mehrheitlich aus der Natur. Vor seinem leben in Ftan half er immer wieder bei der Auswilderung von Vögeln. Den Wunsch einen Uhu bei sich zu haben wurde immer stärker Er war überzeugt, dass es möglich sein wird, mit einem Uhu zu leben, ohne ihn zu vermenschlichen. Der Zoo Basel erfüllte ihm diesen Wunsch, nachdem sie ihn nachdrücklich befragten, ob er sicher sei, dass er einen Uhu aufziehen wollte. Ja das wollte er und war davon überzeugt. Der Zoo Basel übergab ihm einen frisch geschlüpften Uhu, der erst eine Woche alt war, den Werner Fischer aufzog. Mit viel Liebe, Achtsamkeit und Geduld wuchs der kleine Uhu, übrigens ein Weibchen bei ihm auf. Für die Haltung einer Eule benötigt es eine Bewilligung, die mit Auflagen verbunden ist und sich über mehrere Jahre hinweg zog. Er schloss mit einer Prüfung als Falkner und Jäger ab. Bubo darf mit einem Peilsender gesichert fliegen, aber nicht selber Jagen. Der Uhu ist kein Streicheltier. Der Falkner weiss, dass er Uhu kein Freund von ihm ist, sondern dass der Falkner lediglich das Fressen bringt. Die Beiden passen gut zusammen, beide sind ruhig Wesen. Der Uhu Bubo hilft mit seinem gelassenen Gemüt zu erden. Werner Fischer züchtet Ratten für Bubo und Fische für beide. Somit sind sie gut versorgt. Zudem Betreibt der Falkner eine Pflegestation für Greifvögel. Ein Uhu kann in der Wildnis 25 Jahre alt werden. In der Gefangenschaft 50 Jahre. Was ist, wenn er Uhu Werner Fischer überlebt? Darüber hat er sich auch Gedanken gemacht. Bubo könnte in einem Zoo untergebracht werden.    
Die Eule und der Falkner scheinen eine gute, tiefe Beziehung zu haben. Sie gehen beide auf den anderen ein. Somit habe ich den Eindruck, dass Bubo nicht nur auf das Fressen reagiert, das ihm Werner Fischer vorlegt, sondern eine Beziehung eingeht. 



Naturschutz aus der Eulenperspektive


Europäische Eulenarten



Literaturangabe

ev. Die Eule, Giorgio Coppin
- Eulen und Käuze, Adrian Aebischer
- Internet

 "Die Seele ernährt sich von dem, woran sie sich freut."

Aurorin
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Autorin

Nelly Marazzi, geboren 1954 in Zürich, verheiratet, Mutter von einer Tochter und einem Sohn und Grossmutter von zwei Buben. Ich arbeitete von 1998 bis 2018 als Sozialpädagogin in der Stiftung Vivendra. Meine letzten Arbeitsjahre wirkte ich auf einer Alterswohngruppe. In all den Jahren habe ich mich immer wieder weitergebildet, so z.B. in Agogik, Theologie und Gerontologie.

 

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