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Vollendete Autobiographien: 212

Einmal Kanada und zurück
Eine Geschichte von
Kurt Suter
Die Geschichte einer jungen Schweizer Familie die sich einen Traum erfüllen wollte.
Ihre Jugend Jahre in der Schweiz, die Auswanderung und die Rückkehr.
Das Leben stellt seine eigenen Regeln auf.

Kurt der kleine Schlingel.
Ein herrlicher Sommertag war es. Stahlblau der Himmel. So ein richtiger Sommertag, wie er schöner nicht hätte sein können. Nichts trübte die Idylle in dem kleinen Dorf am Fusse des Berges. Für die Kinder hiess es nur noch diesen einen morgen in der Schule zu überleben, ein paar stunden noch, und dann durften sie raus in die Freiheit, Sommerferien waren angesagt, sechs ganze Wochen durften Sie nun rumtoben, frei sein, Kinder sein eben.
Sie hatten einen ganzen Berg zum spielen, einen richtigen grossen Berg, 1280 Meter hoch. Wald so weit das Auge reichte, da konnte man Indianer und Cowboy spielen, Räuber und Gendarm, Sie konnten Waldhütten aus ästen bauen, oder ein Feuer machen in den unzähligen Fels höhlen, oder im Wildbach der nach einem Gewitter tosend zu Tal stürzte, konnten Sie wenn wenig Wasser floss, Wasser Räder aufbauen. Die Welt gehörte Ihnen. Es war eine nach aussen hin heile Welt. Eine Welt ohne Fernseher, ohne die heute üblichen portablen Telefone, eine Welt ohne Internet, ohne die digitalen Informationen die uns heute manchmal zu erdrücken scheinen. Die älteren Generationen, hatten noch die schrecken des zweiten Weltkrieges nur zu gut im Gedächtnis. Noch immer hatte fast jede Familie Ihren eigenen Gemüsegarten, und Verpflegung für ein paar Wochen vorrätig im Keller gelagert, man konnte ja nie wissen ob es wieder mal zu einem Engpass kommen würde.Die Kinder aber, die nun in dem Sonnen durchfluteten Schulzimmer sassen und auf den beginn der Sommerferien warteten, war seit langem die erste Generation die aufwachsen durfte ohne die schrecken eines Weltkrieges erleben zu müssen.Kurt war einer von Ihnen. Etwas verträumt schweifte sein blick nach draussen, ohne jedoch den Vortrag seines gestrengen und gefürchteten Lehrer ganz zu ignorieren. Schliesslich war Geographie angesagt, sein Lieblingsfach, ganz besonders Nord Amerika welches soeben vom Lehrer angekündigt wurde, interessierte in besonders.Noch fünf Minuten bis zur pause, Kurt wusste das genau denn die grosse Kirchenuhr war exakt in seinem Blickfeld. Fünf Minuten noch, dann durften sie rausgehen in die letzte Pause bevor die grossen Sommerferien begannen. Aber nichts da mit pause, nicht für Kurt und Fritz sein ständiger Begleiter, denn der verhasste Lehrer hatte es genau auf die beiden abgesehen. Fritz und Kurt, donnerte der Lehrer mit seiner dröhnenden Stimme, Ihr beide bleibt drin und macht den Sandkasten nass für die folgende Geographiestunde, und zwar so dass man damit Berge und Täler formen kann. Der Rest der klasse darf nun raus, und plötzlich war das sonst so stille Schulhaus voll mit aufgeregten Kinderstimmen. Die dicken Wände des Altehrwürdigen Hauses hallten wieder vom Getrampel kleiner Kinder, die nun alle gemeinsam nach draussen drängten, auch die Lehrerschaft wollte an die frische Luft, galt es doch immer ein Auge auf die Kinder zu hallten. Fritz und Kurt nahmen Ihr Schicksal gelassen, wussten die beiden doch genau wie sie es diesem von den meisten Kindern gefürchteten, teils auch gehassten Lehrer heim zahlen konnten.
Während nun alle anderen Kinder draussen auf dem Pausenplatz herum tobten, begab sich Fritz mit einem Eimer auf die Toilette um Wasser zu holen. Langsam und mit bedacht wurde nun der Sand, in dem riesigen Sandkasten der im Klassenzimmer in einer ecke stand, nass gemacht und gut durch geknetet, eben so, damit man gut damit arbeiten konnte. Kurz vor dem Pausen ende bezog Fritz Stellung vor dem Klassenzimmer während Kurt noch ganz schnell so gut und so viel er eben konnte in den Sandkasten pinkelte, danach nahm Kurt Stellung und Fritz wiederholte das spiel mit Sandkasten nass machen. Sie waren beide richtig stolz auf sich selber, die beiden fanden es nur gerecht es diesem unantastbaren strengen Mann heim zu zahlen. Oft genug wurden nicht nur die beiden, sondern fast alle Kinder immer wieder mit dem Bambusstock auf den Kopf oder über die Hände geschlagen wenn etwas nicht so lief wie es dieser Mann gerne gesehen hätte. Oftmals wurden sie auch ungerecht hart bestraft, beklagten sich die Kinder zu hause über diese ungerechten harten Massnahmen so gab es zuhause gleich noch eines obendrauf. Wie konnte man auch so undankbar sein und gegen einen Lehrer oder dem Herrn Pfarrer aufmüpfig sein.
Sie hatten Glück die beiden mit Ihrer Pinkelei, soeben machte sich Fritz die Hosen zu, da kündigte auch schon die Pausenglocke das ende der pause an. Die ersten Kinder kamen schon die Treppe hochgerannt, als die beiden sich schelmisch grinsend wieder an Ihren platz begaben.
Die ganze klasse versammelte sich nun um den grossen Sandkasten. Kein Wort des Lobes an die Kinder wie gut sie doch den Sandkasten prepariert hätten, lob war sowieso nie und nimmer angebracht, Kinder hatten damals noch zu gehorchen, und zwar aufs Wort und sofort, sonst wurde halt zu geschlagen, so würden es die Balgen dann schon lernen was recht und Ordnung war. Genüsslich und schelmisch lächelnd beobachteten die beiden genau wie nun der Herr Lehrer anfing mit dem Sand Landschaften zu formen, drei grosse Seen entstanden unter den Fach kundigen Händen des Mannes, er erklärte Nord Amerika, ins besondere die grossen Seen in Kanada, und das Interessierte Konrad mächtig. Wie heissen die drei grossen Seen dort im Norden Kanadas wollte der Lehrer von den Kindern wissen? Voller Elan streckte Kurt die Hand in die Luft, wusste er doch die Antwort ganz genau, schliesslich hatte er es auf der Landkarte lange genug studiert. Jedoch wurden seine Bemühungen stets ignoriert, der Lehrer mochte den kleinen nicht, kam er doch aus einer armen Familie. Hinzu kam dass sein Vater nicht gerade den besten Namen im Dorf hatte, und zur Kirche ging er auch nicht dieser griesgrämige Mann. Der Lehrer stellte verdrossen fest das bloss zwei Hände in der Luft waren, nämlich Kurt`s und die eines Mädchens. Susi kannst Du mir die Antwort geben, fragte er das Mädchen? Leicht errötend meinte Susi, O..ontario See, M…michigan See und den dritten habe ich vergessen stotterte Sie leicht verstört. Na ja meinte der Lehrer, ganz so richtig ist das ja nicht, da fehlt aber noch einiges das Du Dir einverleiben musst, also Kurt kannst Du wenigstens diese drei Seen auf zählen, wenn Du auch sonst nichts weisst das solltest Du eigentlich wissen, du kleiner nichts nutz. Der kleine war es gewohnt vom Herr Lehrer immer in die Schranken gewiesen zu werden, er liess sich aber äusserlich nichts anmerken, voller stolz erklärte er. Jawohl Herr Lehrer die Seen heissen, Huronsee, Michigansee und Obersee, sie liegen an der Grenze zu Amerika, die Niagara Fälle kommen aus dem Eeriesee und fliessen in den Ontariosee der dann in den Atlantik fliesst oben bei Quebec. Ja ja, schon gut,unterbrach der Lehrer seinen Informationsfluss. Zudem liegt der Atlantik unten sonst würde das Wasser ja hoch fliessen. Es tat dem Lehrer sichtlich gut dem jungen trotz seines Wissens noch mal kurz eines aus zu wischen.
Ja das war sie nun eben, diese gute alte zeit an die man sich nur zu gerne zurück erinnerte wenn man älter wurde. Eigentlich durfte Kurt diesen alten Menschen nicht wirklich böse sein. Wussten Sie es einfach nicht besser, die meisten hatten zwei Weltkriege hinter sich, das leben war oft hart genug für Sie gewesen, voller Entbehrungen, Enttäuschungen, der Hunger war mehr zu Gast in den Familien den ein gesättigter Magen. Und so kam es dass selbst für die Kinder die Ferien so angebracht wurden dass sie in die Erntezeit der Bauern fiel. Da mussten die meisten der Kinder mit zu greifen, und so manches Kind musste bei der Ernte einbringen bei einem Bauern arbeiten gehen. Das gab dann etwas gratis Kartoffeln, oder die Kinder bekamen beim Bauern zu essen so dass Sie zu Hause nicht mehr am Tisch mit assen.
Aber es war auch viel Freizeit, zeit in denen die Kinder spielen durften, dann tobten sie im Wald herum oder auf dem Berg. Besonders gerne hielten sich Konrad und Fritz oben am Berg in den Höhlen auf. Da wurden dann etwa Kartoffeln ins offene Feuer gelegt die die beiden mit Genuss und heiss Hunger hinunter schlangen. Eigentlich war es viel zu gefährlich da oben am Berg, die beiden Jungs aber kannten sich genau aus, sie wussten wenn das donnern der Sprengungen im Steinbruch durch den Wald dröhnte, dann durften sie auf keinen fall zu nahe ran, oder bloss keine losen Steine runter rollen, immer an der Seite der Geröllhalde sich nach oben bewegen, einmal ins rollen gekommen waren diese Steinlawinen eine gefährliche Angelegenheit und rissen alles mit was ihnen in den Weg kam. Aber sie waren mehr oder weniger frei. Natürlich war da auch Holz hacken für den langen und strengen Winter angesagt, das war Kurt`s und Willis „Kurt`s jüngerer Bruder“ Aufgabe. Nach getaner Arbeit aber waren Sie frei, frei sein das hiess raus nach dem Frühstück, und wieder nach hause kurz before es Abendessen gab, oder die Sonne langsam hinter dem Berg versank.

Marlis die kleine Rabaukin.
Wenige Kilometer westlich stand ein anderes kleines Dorf am Südhang des Juras. Das war die Heimat von Marlis. Genau wie bei Kurt zuhause auch, war auch Ihre Familie nicht das was man Landläufig eine ideale nennen konnte. Auch die kleine Marlis mit Ihren drei Geschwistern war zuhause einer Atmosphäre ausgesetzt die von Alkohol, und Streitereien geprägt war. Nichts desto trotz war Marlis eine lebenslustige und fröhliche kleine Person. Zur gleichen zeit wie bei Kurt im Schulhaus, zeigte auch hier die Glocke das ende eines Schuljahres an und den lang ersehnten beginn der Sommerferien. Pfeilschnell räumte die kleine Ihre Habseligkeiten in Ihrem Pult zusammen, und verliess so schnell Sie konnte das Schulhaus. Gefolgt von Ihrem um ein Jahr älteren Bruder Willy und der um ein Jahr jüngeren Schwester Anita. Willy tendierte immer dazu seine Schwestern kurz mal zu ärgern wann er immer er eine Möglichkeit dazu sah. Heute, heute fand er könnte er doch noch kurz der Marlis eine runterhauen, schliesslich waren nun Ferien und damit viel zeit die Schwestern zu ärgern. Im Normalfall würde Marlis dies Ihrem Bruder mit einem gezielten tritt in den hintern heim zahlen, aber heute hatte sie keine zeit dazu, noch stand Ihr der sinn danach mit Willy zu streiten. Sie wollte raus in die Freiheit, es war an der Zeit auf die Kirschbäume zu klettern, sich aus zu toben draussen im Wald.
Heimlich schlich sich Ihr Bruder Willy von hinten an sie und klopfte sie auf den Hinterkopf. Los lass uns nach hause gehen du blöde Zicke, wir müssen uns noch um ziehen bevor wir raus dürfen, ausserdem weisst du genau dass wir nach der Schule direkt nach Hause müssen, sonst gibt es heute Abend wieder ärger wenn Vater nach hause kommt.Marlis fand keine zeit dem Bruder in den Allerwertesten zu treten, sie wollte nur eines, nach hause, sich um ziehen und dann raus in die viel ersehnte Freiheit. Ab sofort durften die meisten Kinder Barfuss gehen, das sparte an Schuhwerk, und war zudem gesund, so wurde es den Kindern gesagt.
Die Wiesen rund um das Dorf lagen in einem satten Grün zum fusse des allgegenwärtigen Berges, durch zogen von allerlei Wildblumen machte diese Szenerie einen friedlichen Eindruck. Dafür allerdings hatten weder die kleine Marlis noch Ihre freunde eine Auge, Sie wollten auf die Bäume klettern, Kirschen stibitzen bis Sie Magenschmerzen hatten. Nur, vom Bauern durften Sie sich nicht erwischen lassen. Es war klar dass ab und zu ein Kind dennoch erwischt wurde vom Bauern, was aber eigentlich fast nie eine Tragödie war, meist wurden die Kinder vom Bauern gescholten, im schlimmsten fall zuhause verpetzt, was wiederum eine Tracht Prügel zur folge hatte. All dies hinderte jedoch die Kinder nicht nächsten Tages bei einem anderem Bauern weiter zu machen wo sie am Vortag aufgehört hatten. Niemand kümmerte sich tags über all zu gross um die kleineren Kinder, was konnte schon gross geschehen? Schlimmstenfalls ein paar Schürfungen die sie sich geholt hatten beim Bäume klettern, einen gestauchten Fuss den sie sich beim runterspringen vom Baum zugezogen hatten als sie vor dem Bauern flüchten wollten, Kleinigkeiten eben die niemanden besonders aufregten. verloren gehen konnten die Kinder ja eigentlich nicht, Irgend jemand aus der Dorfgemeinschaft war immer unterwegs und hatte soeben noch dieses oder jenes Kind gesehen, sollte mal eines zufällig gesucht werden, was aber eher selten vor kam, zum Nachtessen oder beim eindunklen würden die Rabauken wenn sie Hunger hatten dann schon auftauchen.
Jedes Dorf in dieser Nachkriegszeit hatte seinen eigenen Bäcker, oder Metzger. Diese waren gold wert für die Kinder, eine unermessliche Quelle von Süssigkeiten vom Bäckermeister, oder eine Gratis Wurst vom Metzger wenn man ab und zu etwas zur Hand ging, dies war auch bei Marlis so. Die Bäckerei von der Marlis profitierte war nur ein paar schritte weg von Ihrer Wohnung. Wann auch immer sie dort auftauchte durfte sie sicher sein mit einem stück Torte, oder einer sonstigen Süssigkeit belohnt zu werden. Meist waren es dinge vom Vortag die nicht verkauft worden waren aber nichts desto trotz ein lächeln auf die Gesichter der beschenkten Kinder zauberte. Jeder kannte jeden in diesen kleinen Dörfern und Weilern auf dem Lande. Man kannte die Nöte fast jeder einzelnen Familien, und fast alle waren per Du. Ausgenommen der Herr Pfarrer und der Lehrer, das waren zu dieser zeit noch absolute Vertrauens Personen, unantastbar und absolut vertrauenswürdig.

Kurt und der Holzkarren.
Es war der erste Ferientag, ein herrlicher milder Sommertag, was könnte schöner sein als jetzt im Wald rum zu toben, oben am Berg in den Felsen rum zu kraxeln, ein Feuer zu machen, Äpfel oder Kartoffeln im Feuer zu brutzeln und Indianer zu spielen mit ein paar Freunden oder seinem Bruder Werner?
Die zwei waren jetzt in einem alter da konnte man Ihnen schon etwas Arbeit anvertrauen, so sollte es die nächsten tage nichts aus unbeschwertem Spielen werden draussen in der geliebten Natur. Heute sollten die beiden den schweren Holzkarren den Berg hoch ziehen damit der bereit war zum Holz laden wenn Vater von der Frühschicht nach Hause kam. Jedes Frühjahr nämlich konnte der Vater am Berg dürres Holz schlagen, das wurde dann auf eben diesem Karren ins Dorf runtergebracht.Das diese Arbeit eigentlich zu schwer war kam niemandem auch nur im entferntesten in den sinn, Essen konnten Sie ja die beiden jungen, also war es naheliegend dass sie auch arbeiten konnten. Heute allerdings war es weder Werner noch Kurt zumute diese verdammte Karre den Berg hoch zu ziehen, schliesslich war es der erste Ferientag,und so verzogen sie sich selber klamm heimlich ab in den Wald, und die verdammte Karre konnte bleiben wo sie war. Sie wussten genau dass dieser ungehorsam Konsequenzen nach sich ziehen würde, aber im Moment war Ihnen das so ziemlich egal. Unbeschwert zogen die beiden los um Ihre Spielkameraden draussen zu treffen, aber heute hatten Sie Pech. Wie sich herausstellte waren die anderen Jungs nämlich allesamt in der gleichen Position und hatten Ihre Ihnen aufgetragenen Arbeiten zu erfüllen wie Kurt und Werner. Schliesslich, eher aus Langeweile als unbedingtem Gehorsam entsannen Sie sich Ihrer Pflichten, kehrten missmutig nach Hause und schleppten diese schwere karre doch noch rechtzeitig den Berg hoch. Es war auch besser so für die beiden. Ihr Vater nämlich war ein unerbittlicher harter Mann.
Er hatte keinen sinn für Zeitverschwendung wie spielen (ausgenommen Jassen am Samstagabend). Er selber war aufgewachsen unter härtesten Bedingungen. Als Verdingbub im Emmental bei einem fremden Bauern aufgewachsen, bekam er sein Essen eher im Stall mit dem Vieh, als am Familientisch, die Aussicht auf eine Tracht Prügel frühmorgens, war grösser als die Aussicht auf ein stück trockenes Brot und vielleicht wenn er Glück hatte eine kleine Tasse Milch dazu. Ein liebes aufmunterndes Wort war für diesen kleinen wurm etwas exotisches, wohlmeinende Worte waren etwas für das Vieh im Stall wenn es sich nicht wohl fühlte, aber doch nicht für einen kleinen jungen den man aus Anständigkeit und zu Gottes wohl gefallen bei sich aufgenommen hatte. Kein wunder wurde aus diesem jungen ein abgehärteter Stahlharter Mann. Einer der nie menschliche Zuwendung bekommen hatte, und der solche nun als Erwachsener auch nicht weitergeben konnte,
Kurt und Werner hatten Glück, kaum waren sie oben am Berg angekommen da erschien auch schon der Vater von der Frühschicht. Die zwei hatten kaum zeit sich ein wenig hin zu setzen um sich ein wenig zu verschnaufen, da ging es auch schon los mit Holz auf den Wagen zu laden. Es war eine gefährliche Sache mit dem Holz, denn, nicht richtig geladen konnte das ganze ins rutschen kommen und schon wäre es passiert dass das ganze Holz auf der Strasse oder im Graben lag. So ging das nun bis spät abends. Zu Hause mussten die Knaben dann das dürre Holz in Ofen gerechte längen Sägen, und in handliche Stücke Hacken, danach musste das Holz mit einem Korb in den Estrich hoch gebracht werden, ein schweres unterfangen für die beiden Knirpse, eine Arbeit die sie nicht mit viel Begeisterung aus führten. Dazu kam dass Kurt noch eine andere Aufgabe hatte, der Lehrer hatte vor Ferienbeginn den Kindern aufgegeben in einer Geschichte Ihre Ferien Erlebnisse auf zu schreiben, und Kurt wollte da unbedingt eine gute Arbeit leisten, wollte er doch den Lehrer beeindrucken. Jeden Abend nahm er sich zeit das Tages geschehen nieder zu schreiben, in der Hoffnung wenigstens dieses eine mal gute Noten und Anerkennung zu erhalten. All diese arbeiten, die zeitweise ungerechten Schläge die diese zwei ab und zu erdulden mussten, war hart für die Jungen, aber nichts im vergleich was ihr Vater in jungen Jahren erleben musste.
Alfred der Verdingbub

Alfred der Verding Bub.
Alfred war noch keine sieben Jahre alt als er sein Elternhaus verlassen musste. Es war eine schwere zeit für seine allein erziehende Mutter die Kinder zu ernähren und ein zu kleiden, und so nahm das Schicksal für Alfred seinen lauf. Er musste von zuhause weg. Wie damals üblich in dieser Region wurden diese Kinder zu Bauern abgeschoben wo sie dann unter härtesten Bedingungen Ihr dasein fristeten, so auch Alfred unser Vater. Bei einer Bauern Familie wurde er abgegeben, so wie man halt ein Paket bei der Post aufgibt. Der Bauer war ein harter Gottesfürchtiger Mann wie viele zu jener zeit auch. Natürlich wurde am Tisch Gebetet, Gott wurde gedankt für die vielen Gaben die diese Familie durch Seine Gnade erhalten durften. Es wurde sicher gemacht dass der liebe Gott dies auch sah, und durch das tägliche Gebet auch darauf aufmerksam gemacht wurde. Natürlich wurde man dazu auch jeden Sonntag in der Kirche vorstellig, denn der Herr Pfarrer musste natürlich diese grosszügige Geste der Familie ja auch nach oben weitergeben, nur um ganz sicher zu sein dass es auch ankam da oben. Der Alltag aber sah für den Knirps anders aus. Wozu braucht denn der Junge ein eigenes Zimmer lamentierte der Bauer, der schläft genau so gut im Heu in der Tenne, zudem ist es da ja auch warm bei den Kühen. Frühmorgens um vier muss er ja sowieso das Vieh Tränken, den Mist rausbringen, Melken und füttern. Mit diesen arbeiten muss er fertig sein bevor er in die Schule gehen darf. Sollte er sich einmal verschlafen der Bengel gab es erst einmal eine Tracht Prügel,wobei man sich dann das Frühstück auch gleich einsparen konnte. Wozu brauchte einer der sich verschläft auch noch Frühstück? Menschliche Zuneigung, ein liebes Wort, eine zärtliche Geste, damit durften diese Verdingkinder zu dieser Zeit nicht rechnen. Konnten sie doch froh sein dass man sich überhaupt um sie kümmerte, Ihnen zu Essen gab, ein Dach über dem Kopf.
Todmüde und mit Tränen in den kleinen Augen ging Alfred fast jeden Abend einsam zu Bett. Sein einziger Trost war vielleicht das kleine zwei tage alte Kälbchen das er in sein Herz geschlossen hatte, oder der alte zottelige Hofhund der im auf schritt und tritt folgte.Es war kein wunder dass aus diesem kleinen jungen ein harter, unerbittlicher Mensch geworden ist. Einer der nichts als harte Arbeit, Hunger, Schläge und menschliche Abneigung kannte. Denn diese Kinder wurden in der Gesellschaft nicht oder fast gar nicht anerkannt. Diese Kinder waren Abschaum, man konnte sie nur mit härte erziehen, Arbeit und tägliche Prügel würden diese nichts nutze vielleicht einmal auf den rechten weg bringen. Das jedenfalls war die damals übliche allgemeine Ansicht der breiteren Bevölkerung. Eines Tages, ja eines Tages das schwor sich Alfred würde er es diesen gemeinen Menschen zeigen, auf keinen fall würde er zur Kirche gehen und Gottesfürchtig werden. Denn, so überlegte er sich, wie konnte ein Gott der doch für alle Menschen da sein sollte Ihn so alleine lassen und solches unrecht zulassen. Alfred haderte mit seinem Schicksal, seinen Mitmenschen und nicht zuletzt auch mit Gott. Eines Tages das schwor er sich würde er weit weit weg gehen von hier, dahin wo Ihn niemand kannte, an einen Ort wo er sicher seinen frieden finden würde, wo er Anerkennung finden würde. vielleicht in ein fernes Land, auch wenn er dorthin laufen müsste. Natürlich waren Alfred`s Schulische Leistungen auf ein minimum beschränkt, denn meistens schlief er während des Unterrichts ein. Ja so war sie die gute alte Zeit.
Kurt und Werner beim Fischen

Kurt und Werner beim Fischen.
Etwas ausserhalb des Dorfes befand sich die alte Mülldeponie. All die umliegenden Dörfer führten Ihren Müll dorthin, und das war eine wahre Goldgrube für die Kinder. Ein altes Fahrrad zum Beispiel konnte die Kinder zu stundenlangem Spielen verführen, die Räder konnten ab montiert werden, und mit einem stück Holz dazu konnte man mit diesen alten Rädern wettrennen machen.Oder man montierte kleine Holzbretter zwischen die Speichen, das gaben dann auf Stangen im Bachbett montiert gute Wasserräder ab. Stundenlang verweilten die zwei dort in der Mülldeponie, und suchten nach verborgenen Schätzen. Aber ebenso gut konnte der kleine Bach der nur wenige Meter neben der Deponie vorbeiführte zum Spielen einladen. Forellen gab es da drin die silbern glänzend hin und her schwirrten, mit ein bisschen Geschick konnte man sich zwei drei Forellen von Hand fangen und dann am Lagerfeuer braten, natürlich war dies nicht erlaubt, aber wen kümmerte das schon, weit und breit war ja niemand um dies zu verhindern. man musste bloss aufpassen das der Förster nicht auftauchte, dann war alles gut, und die Welt der Knaben war in Ordnung. Ein ganz besonderes Geschick legten die Kinder beim Baumhaus bauen an den Tag. Im Hand um drehen entstand aus alten ästen und knüppeln ein Komfortables kleines Wunderwerk, da drin konnte man dann schon mal die zeit vergessen, vor allem wenn zuhause pflichten warteten die zwar aufgeschoben waren, niemals aber aufgehoben.
Im Winter am Berg

Im Winter am Berg.
Noch schöner war es natürlich oben am Berg. Da gab es versteckte Höhlen die zum einen schwer zugänglich waren, zum anderen aber umso mehr Möglichkeiten hergaben. Eine davon war das Rund loch, sichtbar von weit her unten im Tal. Aus dieser Höhle hatte man einen Rundblick über das ganze Mittelland, bis hoch zum Bieler See im Westen, gleich zu Füssen die Aare mit ihren vielen Windungen, hoch bis fast nach Bern, und weiter runter nach Osten das Dörfchen Egerkingen, da wo heute grosse Einkaufszentren stehen und moderne Fabrik anlagen, waren damals noch grüne Wiesen und kleine Haine. Ein gefährlicher aufstieg führte hoch zu dieser Höhle, eng an die Felswand schmiegte sich der steile weg nach oben, immer am schroffen Abhang entlang. Selten kam hier jemand hoch, zu gefährlich war der aufstieg, aber einmal oben angelangt bot sich eine einmalige Rundsicht. Die Möglichkeiten zum Spielen waren unbegrenzt, und die Gefahr mit zerschlissenen Kleidern, schrammen am ganzen Körper, oder kleineren Verletzungen nach Hause zu kommen um sich noch eine Tracht Prügel ein zu holen, waren öfters Zeugen wilder spiele oben am Berg. Bei all der Spielerei vergass Kurt aber nicht, fast jeden Abend das Tages geschehen für die Schule zu dokumentieren, einige dutzend Seiten sollten es werden bis die Schule wieder anfing, da würde der Herr Lehrer aber staunen wenn er so viel geschrieben hatte, das jedenfalls waren Kurt`s Gedanken, und er war jetzt schon stolz auf seine Arbeit.
Noch schöner war es aber im Winter wenn so richtig schön eine weisse Pracht die Landschaft verzauberte. Dann ging es an schulfreien tagen immer den Berg hoch, den Davoser Schlitten hinter sich herziehend kämpften sich die Kinder die Bergstrasse hoch, die imWinter immer für den öffentlichen Verkehr geschlossen war. Nicht dass es da jetzt öffentlichen Verkehr gegeben hätte, Autos waren eher eine Seltenheit, im circa 800 Seelen zählenden Dorf gab es vielleicht mal 5 höchstens aber 8 Autos. Die Strassen wurden noch vom Bauern mit seinem Schneepflug die von kräftigen Pferden gezogen wurde geräumt. Einmal oben angelangt ging es in rasanter fahrt den halben Berg hinunter, dann begab man sich wieder ganz auf den Berg hoch. Spät abends dann wenn die Sonne schon am untergehen war, ein Dämmerlicht herrschte dann war es an der zeit die letzte abfahrt unter die Kufen zu nehmen. Dann ging es runter im halsbrecherischen Tempo bis fast vor die Tore Solothurns. Diese Fahrten den Berg runter waren nicht ganz ungefährlich, die kurven waren zum teil sehr steil, und im vollen Tempo in eine fast 180 grad kurve rein zu sausen endete öfters auch mal damit, dass mal einer an einem Baum kleben blieb. Meistens aber sorgten vor allem die älteren unter Ihnen vor,so dass es eher selten geschah, die Kurven wurden mit Schnee ausgebaut so dass man eine tolle Rampe hochfahren konnte und die Kurve meistens in vollem Tempo gefahren werden konnte, aber eben nur meistens.
Kurt zu hause

Kurt zu Hause.
Was konnte es schöneres geben als an einem kalt nassen Winter Tag sich auf die gemütliche Ofenbank zu setzen, im alten Radio einem Märchen zu zuhören, oder auf dem alten Grammophon sein Lieblingslied zu spielen. Wir wohnten in einer Bäckerei im Obergeschoss. Ein Schlafzimmer für unsere Eltern, ein Schlafzimmer für meinen Bruder Werner, mich und unsere zwei älteren Schwestern. Unser ältester Bruder bewohnte im Estrich ein Zimmer das unser Vater für Ihn gebaut hatte. Die Wohnstube war ein dunkler Raum, beherrscht vom Esstisch. daneben stand ein alter Holzofen der am morgen immer zuerst angefeuert werden musste. In der Küche ein alter Holzofen Herd auf dem Mutter kochte. Immer Samstags wurde ein, wie uns schien riesengrosser Bottich mit Wasser gefüllt, da wurden wir zwei Buben dann gebadet (wenn wir Pech hatten). Schläge und Streitereien waren bei uns fast an der Tagesordnung, und so versuchten wir so gut es ging Vater aus dem weg zu gehen. Das Obergeschoss, der Estrich also, war für uns eine gute Gelegenheit uns unsichtbar zu machen, da oben konnten wir zwischen hoch aufgestapeltem Brennholz, alten Kisten und Unrat uns stundenlang bei schlechtem Wetter die Zeit vertun. Oder wir konnten unten in der Backstube dem alten Bäckermeister zu sehen, wobei auch immer irgend etwas für uns abfiel. Nicht gut gelungene Cremeschnitten zum Beispiel, oder andere Süssigkeiten die dem Bäcker nicht so ganz gelungen waren. Es wäre für uns zwei Jungs eine gemütliche Atmosphäre und eine schöne Jugend gewesen, wären da nicht Vaters Alkohol Probleme, und Mutters gelegentliche Affären gewesen. Wir Kinder verstanden all das nicht, wir wussten nur dass es Schläge gab sollten wir unsere zu geteilten Arbeiten nicht zeitlich erledigt haben, oder wenn Mutter nicht spurte so wie Vater es gerne gehabt hätte. Als kleiner junge sehnte ich mich nach Harmonie, etwas Liebe und Zuneigung, ich schwor mir dass dies, sollte ich einmal eine Familie haben anders sein würde. Mein Bruder und ich waren mit einem abstand von elf Jahren die beiden unerwünschten Nest Häckchen, unerwünschte neben Produkte einer zufälligen amourösen Nacht.
Ende der Sommerferien

Ende der Sommerferien.
Nun war es also wieder soweit. Das ende der Sommerferien nahte mit Riesenschritten, drei tage noch dann war es wieder soweit. Eigentlich freute sich Kurt auf die Schule, er hatte sich gut vorbereitet mit seinen Memoiren aus dem vergangenen Sommer, und eigentlich ging er ja auch gerne zur Schule. So wie es der Herr Lehrer den Kindern aufgetragen hatte, notierte der kleine Kurt fast täglich seine Erlebnisse in sein Aufgaben Heft. Er war mächtig stolz auf seine Arbeit und war überzeugt diesmal den Herrn Lehrer zufrieden zu stellen, und ein, wenn auch nur ein kleines lob zu ergattern. Aber nichts da mit lob. Kurt hätte es nun eigentlich wissen müssen dass er diesen Mann nie und nimmer zufrieden stellen konnte. Egal was der kleine Kerl auch tat, nichts war dem Manne gut genug um Ihm ein lob zu entlocken. und so kam es dann auch das ein paar tage später die Aufgaben an die Kinder zurück gegeben wurden. Kurt war gespannt und wartete mit leuchtenden Augen auf eine kleine Anerkennung. Mit einem süffisanten lächeln auf den schmalen Lippen erklärte der Lehrer bei der Rückgabe der Arbeiten dem kleinen dass er zwar viel geschrieben habe aber die Arbeit totaler Unsinn sei, und nicht zu gebrauchen. Alles müsse zuerst von seiner Tochter Agathe die in gleiche klasse ging überarbeitet werden. Das war ein schlag in die Bauch Gegend des jungen, und er war aufs tiefste enttäuscht.
Es war an der zeit die Kinder in der Schule für die Aufnahme Prüfungen an die Bezirksschule vor zu bereiten. Kurt war sich sicher dass er dies schaffen würde. Er träumte davon die höhere Schule zu absolvieren, er war sich sicher ein guter Schüler zu sein, seine Noten waren durchschnitt, aber er war sich sicher bessere verdient zu haben. Er war wissbegierig und fleissig. Nie im Leben würde aber Kurt vergessen was nun geschehen sollte. Kurz vor den Prüfungen fiel ein Satz des Herrn Lehrers den Kurt zeit seines Lebens nie mehr vergessen sollte. Voll selbst gefallen stand er vor der Klasse und brachte mit einem einzigen Satz die Träume einiger unbeliebter Kinder ins platzen. Kurt, Fritz, Franz, und Hans, Ihr könnt die Aufnahme Prüfungen für die Bezirks Schule vergessen, Ihr seid ganz einfach zu blöd dazu. Peng, aus und vorbei. Kurt war den tränen nahe, er war doch nicht zu blöd dazu, er war doch fleissig gewesen und hatte alles versucht den Lehrer zu frieden zu stellen. Zu hause als er sich gegen dieses unrecht beschweren wollte, und Unterstützung suchte hiess es bloss der Herr Lehrer wird schon wissen was er tut, und überhaupt, meinte der Vater er habe auch keine höhere Bildung erhalten, sondern Arbeiten gelernt, und damit habe er schliesslich auch eine Familie ernähren können, aus basta finde dich ab damit du Lümmel.
Es erging Ihm ja auch mit dem Herrn Pfarrer so. Auf drängen der tiefgläubigen Mutter hatte sich Kurt als Ministrant eingeschrieben. Aber der kleine wollte mehr, er wollte direkt als Ministrant ganz vorne am Altar dienen, das war sein grosses ziel, allerdings hatte er da die Rechnung ohne den Pfarrer gemacht. Es fand ein kleiner Wettbewerb statt unter den Ministranten, der, der als erster das Vaterunser auswendig konnte der durfte als nächster direkt am Altar dienen, eine grosse Ehre für diese Knaben. Jawohl lieber Leser, Sie ahnen es,Kurt schaffte es tatsächlich als erster dem Herrn Pfarrer dieses grosse Gebet fehlerfrei auf zu sagen. War ja klar mit einer so gläubigen Mutter musste er dies ja schaffen. Aber oha. Nun mein junge hast Du gut gemacht, aber dir fehlt das gewisse etwas beim Beten, ich werde diese Aufgabe einem anderen weitergeben müssen, probiere es nochmal im nächsten Jahr, damit wurde er wieder nach Hause entlassen. Die Mutter war zutiefst Enttäuscht, Vater meinte selbst zufrieden dass mit Beten kein Brot auf den Tisch kam, dass das Beten zum einen, und die Kirche zum anderen sowieso eine unnütze Sache sei, und bloss den alten Weibern ein Zeitvertreib sei.
Es war klar dass früher oder später den Jungen den Mut verliess. So konnte es nicht weitergehen, heute würde man solche Willkür als Mobbing erklären, da es aber in der guten alten zeit gang und gäbe war kümmerte sich keiner um das wohlbefinden solcher Kinder. Kurt kam einfach nicht dahinter woher diese spürbare Abneigung der Amtspersonen kam. Es hatte ja eigentlich nichts mit dem Jungen zu tun, sondern eher damit dass Der Vater als Verdingbub, als armer und Verstossener Hund aufwachsen musste. Dass seine Mutter auch nicht gerade ein lupenreines leben führte, war auch nicht gerade hilfreich dass solche Kinder sorgenfrei aufwachsen konnten. Wem wollte man da die schuld zuschieben? Der Mutter des Vaters, die Ihren jungen an einen Bauern aus der not heraus verdingt hat? Den Behörden die dies zuliessen? Den Politikern die für zwei Weltkriege verantwortlich waren? Die weltweit die Bevölkerung in grosse not gestürzt hatten?
Auch Marlis der kleinen Rabaukin ein paar Dörfer weiter westlich erging es nicht besser, aber davon wusste Kurt ja erstmals nichts.
Der Umzug?

Der Umzug.
Grosse Aufregung herrschte als Kurt und Werner eines abends nach hause kamen. Die beiden Schwestern Elisabeth und Theresa, der älteste Bruder Alfred und die Eltern sassen am grossen Tisch im Wohnzimmer. Alfred, (nach seinem Vater benannt) gab bekannt dass er sich ein kleines Reihenhaus in Biberist, 10 Kilometer weiter südlich gekauft habe. Die Eltern könnten wenn Sie wollten mit den beiden Buben mit zu Ihm ziehen, Elisabeth war ja sowieso dabei zu Heiraten, Theresa hatte mit Vater, aus für uns Buben nicht erklärbaren Gründen nichts am Hut und wollte sowieso weg ziehen, Sie hasste den Vater abgrundtief, soviel hatten die beiden Knaben schon mitbekommen. Kurt und Werner waren nun 10 respektive 11 Jahre alt und für die zwei war es nichts weiter als ein neues Abenteuer. In einem Monat sollte um gezogen werden. Weg aus diesem Dorf wo jeder jeden kannte. Aber auch weg vom geliebten Berg, weg vom Bach, weg von der Mülldeponie, weg von all dem wo sie so viele Abenteuer erlebt hatten. Was würde Sie dort erwarten in dem neuen Dorf? Konnte man dort auch so schön spielen? Würde es dort neue Kameraden geben? würde vielleicht dort der Lehrer ein besseres Verhältnis zu den Kindern haben? Den Herrn Pfarrer hatte sich Kurt sowieso schon abgeschminkt, mit Religion hatte er nichts mehr am Hut. Solch fragen und viele mehr beschäftigten die Buben die ganze folgende nacht. Schon ende des nächsten Monats würde der Umzug stattfinden.
Aus Geldmangel heraus wurde natürlich nicht mit einem Zügelwagen umgezogen. Vater organisierte bei einem Bauern einen Heuwagen und zwei Pferde, mit denen sollte es dann quer durch die Stadt gehen mit dem ganzen hab und Gut, sichtbar für alle aufgestapelt auf dem Heuwagen. Mit Pferden kannte sich unser Vater aus, zu Tieren im allgemeinen hatte er ein besseres Verhältnis als zu Menschen. Uns Jungs machte dies nicht viel aus, noch heute habe ich das Bild im Kopf wie wir stolz obenauf sassen und erhobenen Hauptes durch die Gegend zogen. Kurt kam sich vor wie die ersten Pioniere des alten wilden Westens drüben in der neuen Welt von der er so viel gelernt hatte. Da es zu dieser zeit noch fast keinen Auto Verkehr gab ging der Umzug reibungslos von sich. Wir erreichten unser neues zuhause nach circa einer stunde Fahrt. Viel zu schnell wie wir fanden, den es war für uns eine Abenteuerliche Reise, was würde uns die Zukunft bringen.
Das neue Dorf.

Das neue Dorf.
Biberist, damals noch ein ebenfalls kleines Dorf an der durchfahrt nach Bern, lag am Flüsschen Emme, die durchs Emmental fliessend unterhalb Biberist bei Zuchwil schliesslich in die Aare mündete. Das Reihenhaus unseres Bruders lag nur einen Steinwurf von eben diesem Flüsschen entfernt, also ideal für uns beiden Jungs, mit Flüssen und Bächen kannten wir uns ja bestens aus. Das Haus Reihen haus stand in einer neuen Siedlung, die Nachbarn waren freundlich und hilfsbereit, wir hatten einen guten Start in ein hoffentlich etwas ruhigeres Leben. Nur die Aussicht auf eine neue Schule machte uns noch etwas zu schaffen. Würden wir hier weiter vom Lehrer unterjocht werden? würde er mich weiter als blöd hinstellen? Schon am nächsten Montag sollte es losgehen mit der Schule, aber da war ja jetzt erst noch mal das Wochenende, also blieb uns noch genug zeit um erstmal die nähere Umgebung zu erkunden. Biberist war nicht mehr so ländlich wie unser etwas abgelegenes altes Oberdorf am Fusse des Weissensteins. Ja man konnte ihn sehen von Biberist aus, unseren geliebten Berg, aber eben nur aus der ferne, trotzdem er fehlte uns schon ein wenig.
Das erste Wochenende in unserer neuen Heimat verging wie im Flug, und schon war es an der Zeit sich Montag morgens in der neuen Schule zu melden. Natürlich wehrten wir uns vehement dagegen dass Mutter uns begleiten sollte, schliesslich waren wir nun schon bald 12 und 13 Jahre alt, also fast schon erwachsen. Die Schule war im vergleich mit unserer alten Schule schon etwas mehr Städtisch angehaucht, die Kinder etwas besser gekleidet als wir vom Lande. Ein Riese von einem Mann begrüsste uns, er trug eine dunkle Hornbrille hatte aber etwas schelmisches in seinen Augen. Irgendwie fasste ich vertrauen zu diesem Mann, er gefiel mir, er hatte ein dröhnendes erfrischendes lachen, und auf einmal fühlte ich mich etwas besser, mein Herz fühlte sich etwas leichter als noch zuvor. Auch die neuen Klassen Kameraden schienen uns freundlich gesinnt, neugierig tasteten Ihre Augen über die zwei neuen die da etwas verloren vor der Klasse standen. Schon nach der ersten pause hatte jedenfalls Kurt neue Kameraden gemacht, Werner sein Bruder tat sich mit der neuen Situation schon etwas schwieriger. Unser neuer Lehrer war Holzklasse erster Wahl. Roh im Wesen, er konnte brüllen wie ein Stier, manchmal übte er auch Nahkampf mit uns jungen, und er war nicht gerade Zimperlich wenn es darum ging uns Rabauken zu zeigen wer der stärkere war. Aber ich liebte seine ehrliche offene art mit uns um zu gehen und fing wieder an vertrauen zu fassen in die Lehrerschaft. Plötzlich war ich nicht mehr der blöde der es sowieso nie zu etwas bringen würde, ich wurde anerkannt und war dabei ein neues leben auf zu bauen.
Auch zu hause schien es nun etwas besser zu gehen. Vater wurde ruhiger, Prügel gab es keine mehr, und auch Mutter schien etwas mehr zu hause zu sein. Wir erkundeten unser neue Heimat, die Emme, den Wald, die Dorf grenze zu Gerlafingen, ein Nachbar Dorf, mussten wir genau kennen lernen, denn nun galt es die Mädchen unseres Dorfes gegen die Jungs von Gerlafingen zu verteidigen, und da gab es öfters mal eine Prügelei wenn die anderen Jungs Ihre Grenzen überschritten.
Bei meinen neuen Kameraden wurde ich freundlich aufgenommen, und einige Freunde sind mir trotz jahrelangem Ausland Aufenthalts erhalten geblieben.
Erwachsen werden

Erwachsen werden.
Dann nach etwa drei Jahren im neuen Heim war es soweit. Unser ältester Bruder Alfred wollte Heiraten. Das hiess dass unsere Eltern sich eine neue bleibe suchen mussten. Ich hatte unter dessen eine Lehre als Mechaniker angefangen, und war im ersten Lehrjahr als wir wieder um ziehen mussten. Aus mir wurde ein Rebell, wie von meinem Vater gelernt hielt ich nicht viel von Vorgesetzten, obwohl im nach hinein gesehen es der Lehrmeister gut mit mir meinte, sah ich bloss wieder die Autorität und wollte da raus. Nichts konnte mich aufhalten meine Lehre hin zu schmeissen und meinen eigenen Weg zu suchen. Vater mischte sich nicht unbedingt rein, der muss selber sehen wo er bleibt, Mutter meinte dann bringt er wenigstens mehr Geld nach Hause und kann entsprechend mehr ab geben, dann geht es uns auch ein wenig besser. Jetzt war ich endlich frei. Werner mein Jüngerer Bruder und ich waren noch die beiden letzten die zu hause waren. Vater ging in Rente und gab sich wieder etwas vermehrt dem trinken hin, Mutter ging auch mehr oder weniger Ihre eigenen Wege.
Irgend etwas aber fehlte in Kurt`s leben nur wusste er nicht genau was es war. Er wusste dass er sich nach etwas anderem sehnte, etwas das Ihm halt gab und seinem jungen leben einen Inhalt. Dann an einem schönen Sommertag kam Kurt früher als erwartet nach Hause. Schon draussen hörte er dass in seinem Zimmer Musik gespielt wurde. Er hatte eine grosse Schallplatten Sammlung und auf die war er mächtig stolz. Ausgerechnet Werner war in seinem Zimmer mit einem Mädchen und hörte sich dort seine Musik an. Sag mal spinnst Du eigentlich brüllte er los, du weisst genau dass du in meinem Zimmer nichts zu suchen hast, was soll das eigentlich schimpfte er auf seinen Bruder ein, ohne dem Mädchen das er dabei hatte Beachtung zu schenken. Das Mädchen und der Bruder verschwanden aus dem Zimmer so schnell Sie konnten, und noch schneller verabschiedete sich das Mädchen danach von Werner. Kurt konnte es nicht lassen und schimpfte als das Mädchen weg war weiter mit seinem Bruder. Du hast in meinem Zimmer überhaupt nichts zu suchen, und schon gar nicht mit so einer geschminkten Puppe wie die die sich gerade verabschiedet hatte. Renk dich wieder ein meinte Werner, wir haben bloss nach dem Schwimmen hier noch etwas Musik gehört, es ist Marlis eine Arbeitskollegin von mir, ist ja nichts passiert mit deinen Schallplatten meinte er, und zog von dannen.
Ein paar Monate später, die Sache mit den Schallplatten war schon lange vergessen, meinte Werner zu Kurt dass er ein Mädchen ins Kino einladen möchte. Es sei eine Arbeitskollegin die aber Ihrerseits Ihre jüngere Schwester mitnehmen wolle, klar das es sich dabei um Marlis handelte, welche Kurt aber nur vage in Erinnerung hatte, also sagte er zu. Es lief ein Film mit Freddy Queen, der Titel (Der Seemann und das Meer). Die jungen Leute hatten sich für 19:30 vor dem Kino verabredet. Diesmal allerdings, als Kurt die Mädchen vor dem Kino warten sah, war es um Ihn geschehen. Diesmal war diese Marlis ganz dezent geschminkt, die Haare wie damals üblich hoch frisiert, ein hübsches blaues Träger Kleid mit weissen tupfen gab diesem zierlichen Mädchen eine wunderhübsche Ausstrahlung. Es war um den jungen geschehen, er stellte sicher dass er neben diesem Mädchen sitzen würde, vielleicht durfte er ja sogar Ihre zierliche Hand halten, oder noch besser Sie würde Ihren Kopf an seine schultern legen wenn es im Film traurig wurde.
Die grosse Liebe

Die grosse liebe.
Nach dem Film ging es noch in ein gemütliches Kaffee wo die vier ausgiebig den verlauf des Filmes durch diskutierten. Es war schon spät und eigentlich hätten die beiden Mädchen schon zu hause sein sollen. Es war nur eine knappe Viertelstunde bis zum Hause der Mädchen. Zögernd und wiederwillig begaben sie sich schliesslich auf den Heimweg. Ganz kurz und nur zögernd kam es aber doch noch unter der Haustür zum ersten scheuen Kuss.
Kurt war selig, er hatte sich ein neues Rendezvous für den nächsten Samstag herausgeredet. Mit Schmetterlingen im Bauch trat er den Weg nach hause an. For sich hinträumend trottete er spät nachts nach Hause und vergas über aller Träumerei dass ja sein Bruder auch noch bei im war. Und der war sauer, hatte dieser Lümmel doch im seine Freundin streitig gemacht.
Die folgende Woche wollte und wollte nicht vorüber gehen, es zog sich ewig in die länge, es war so als ob man auf Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen wartete. Aber endlich kam auch dieser lang ersehnte Samstag. Kurt legte grössten wert auf sein äusseres, und mit grösster Sorgfalt wurde am Samstagabend Rasiert, geduscht und geschrubbt als gälte es den schmutz eines Schweinehirten runter zu waschen. Die Schuhe wurden auf Hochglanz poliert, der beste Sonntags Anzug aufs feinste Gebügelt. Die falten mussten Messerscharf sein, und keine falte durfte den Anzug verunstalten. Das haar musste im wahrsten sinne des Wortes Haarscharf gescheitelt sein, jede locke musste genau an Ihrem platze sitzen. Die beiden wollten Tanzen gehen in der Stadt.Seine Mutter staunte nicht nicht schlecht als der junge geschniegelt vor Ihr stand um von Ihr noch einmal alles zu prüfen. Alles klar meinte Sie mit einem verstehenden Lächeln im Gesicht. Vielleicht tat es ja dem jungen gut ein Mädchen kennen zu lernen dass im endlich die Flausen aus seinem kopf trieb. Es war offensichtlich für die Mutter dass Kurt diesen Samstagabend nicht mit seinen Kumpels vertun würde. Es wurde ein schöner Abend, die beiden tanzten den ganzen Abend, und wie sie tanzten, selbst die gemeinsamen Freunde hatten Ihre helle Freude daran wie die beiden auf der Tanzbühne zu heissen Rhythmen umher wirbelten. Am liebsten aber war dem Kurt, wie könnte es anders sein ein Slow Fox oder ein Tango, noch lieber aber wäre Ihm gewesen, wäre das licht immer erloschen gewesen, da konnte man schon mal mehr auf Tuchfühlung gehen. Es war nun klar dass die beiden nun zusammen gingen. Sie sahen sich wann immer möglich, am liebsten jeden tag aber das hatte die Mutter von Marlis schon bald unterbunden. Schon bald fand Sie nämlich heraus dass Kurt der Sohn Alfred`s war, und den kannte Sie aus der Firma. Sie mochte aus welchem Grunde auch immer den Alfred nicht, und somit natürlich und selbstverständlich auch nicht seinen Sohn den Kurt. Trotz aller Bemühungen seitens der Marlis Mutter hielt die liebe an. Die beiden trafen sich immer wieder im versteckten, ganz heimlich zum tanzen oder um ins Kino zu gehen. Geheim bleiben konnte natürlich die ganze Sache nicht, immer wieder war irgend jemand der die beiden zusammen sah, und diese Neuigkeit wann immer möglich sofort an Frieda, die Mutter von Marlis weiterleitete. Dann an einem Samstag geschah was nie hätte geschehen dürfen. Die beiden hatten eine Verabredung zum Tanz. Kurt war wie immer schon früh auf dem Bahnhof um seine liebste ab zu holen, ungeduldig wartete er, Marlis war schon 5 Minuten überfällig, und das geschah sonst nie. Nun waren es schon 15 Minuten, immer noch nichts. Kurt geriet so langsam in Panik. Zu hause anrufen konnte er Sie nicht, denn die beiden hatten ja Kontakt verbot, es blieb im nichts anderes übrig als langsam Ihren Weg den Sie kommen musste ab zu laufen und zu hoffen dass Sie jeden Moment erscheinen möge. Er stand schon fast vor Ihrem Haus, er sah dass Licht brannte in der Wohnung, aber nichts war zu sehen von seiner geliebten Marlis. Kurt geriet ins Schwitzen, was da wohl los war, sicher hätte Marlis sich gemeldet hätte Sie es denn gekonnt. Da war ja noch Willy Ihr älterer Bruder mit dem Sie sich gut verstand und sicher hätte der sich wenigstens gemeldet in Ihrem Auftrag, da war sich Kurt sicher. Er wartete ein paar stunden unten auf der Strasse, doch dann verliess ihn endgültig der Mut, also machte er sich langsam auf den Heimweg. Auf dem Heimweg musste er an mindestens fünf Restaurants vorbei, es war ein langer weg, und was half besser gegen Liebeskummer als eine Flasche Bier? Wer kann es Ihm verargen dass er spät nachts mit Schlagseite nach hause kam. Die ganze nacht war er wach und grübelte darüber nach ob jetzt schon wieder alles verloren sei. Das konnte ja doch wohl nicht sein, endlich hatte er das grosse Glück gefunden, und schon wieder machten Ihm die Erwachsenen einen Strich durch die Rechnung. Kurt hatte nämlich herausgefunden dass die Eltern von Marlis geschieden waren, Sie hatte zuhause ein ähnliches los zu ertragen wie er auch, nur war Ihr Vater aber nicht mehr anwesend, und die Mutter war allein erziehend. Sicher auch nicht ein leichtes Los, mit zwei Mädchen und einem Jungen in der Pubertät.
Marlis verschwindet

Marlis verschwindet.
Das fernbleiben von Marlis am Samstagabend war nicht gut für Kurt`s Verdauung. Den ganzen Sonntag über brütete er in seinem Zimmer darüber nach was wohl passiert sei. Anrufen konnte er ja nicht, damals gab es noch keine Handys, höchstens ein Wandtelefon, und das noch lange nicht in jedem Haushalt. Also hatte er keine andere Wahl als zu warten bis Montag morgen, da würde sich dann schon was ergeben in der Firma. Ihre Mutter arbeitete in der selben Firma wie Alfred, auch Werner arbeitete dort, ebenso die ein Jahr jüngere Schwester Anita, er war sich sicher bis Montagabend neues zu erfahren, gut oder schlecht, was auch immer es auch sein mochte, er würde es heraus finden. Endlich Montag Abend. Werner war noch keine zwei Minuten zu Hause als Kurt Ihn aufforderte zu ihm ins Zimmer zu kommen, er hätte eine dringende Sache mit Ihm zu besprechen. Werner wusste um was es ging, und es war Ihm an zu sehen, dass Ihm nicht wohl war bei der Sache die nun auf Ihn zu kommen würde. Seit Kurt mit Marlis ging hatte er sich stark verändert, und es war eine gefährliche Angelegenheit im in Sachen Marlis in die quere zu kommen. Also was ist los fragte Kurt gerade heraus? Was meinst Du damit? versuchte Werner Zeit zu gewinnen. Du weisst genau um was es geht, Marlis ist verschwunden, Sie kam am Samstag Abend nicht zu unserem verabredeten treffen, und auch sonst habe ich nichts gehört von Ihr. Also was ist los,? sicher hast du sie heute Gesehen auf der Arbeit, ihr arbeitet ja auf der gleichen Station zusammen. Nun ja, ehrlich gesagt ich weiss auch nichts genaues, aber auf jeden fall ist Marlis heute nicht auf der Arbeit erschienen, genaues weiss ich auch nicht, mir sagt ja eh keiner was. Was ist mit Anita, hakte Kurt nach, die muss es doch wissen wo Marlis ist? oder Willy irgendeiner muss doch wissen wo Sie ist, hakte Kurt nach? Na ja jetzt mach mal halb lang konterte Werner, bin doch kein Detektiv, aber trotzdem ich werde morgen versuchen etwas heraus zu kriegen, hab dich nicht so, es gibt ja noch genügend hübsche Mädchen da draussen. Du Arschloch hast doch überhaupt keine Idee was los ist, polterte Kurt drauflos, Ihr habt doch alle überhaupt keine Ahnung. Und nun hau ab und komm mir morgen mit etwas mehr Ahnung, du Trantüte. Werner trollte sich, er hatte mit der ganzen Sache überhaupt nichts am Hut, und hatte auch kein Verständnis für das idiotische verhalten seines Bruders, der benahm sich ja als hätte er gerade den Weltuntergang voraus gesehen.
Auch der folgende Dienstag war hart für Kurt durch zu stehen, der tag zog sich in die länge und es schien als hätte sich auch heute wieder alles gegen Ihn verschworen. Werner kam nämlich erst spät abends nach Hause, er war noch mit ein paar Kumpels in eine Kneipe gegangen, der hatte doch überhaupt keine Ahnung was sein Bruder zuhause durchmachen musste bloss weil er nicht nach hause fand. Endlich aber, spät abends trafen sich die beiden doch noch, es war offensichtlich dass Kurt nahe am Abgrund des Wahnsinns stand, so wie es verliebte eben nun mal sind, die Welt dreht sich anders rum und nichts ist mehr normal. Die Hormone spielen verrückt, das Blut im Körper fliesst auf einmal andersrum, und nicht mehr nur noch dorthin wohin es eigentlich hin sollte. Ins Hirn nämlich um richtig funktionieren zu können, aber nein das hatte Mutter Natur nun mal wirklich für Millionen junge Menschen auf der Erde so richtig versaut. Verliebt sein war eine todernste Angelegenheit die nur die wenigsten Erwachsenen verstanden.
Nun du sollst dich mit Willy treffen, meinte Werner, und nein er hat mir nicht gesagt was los sei, aber er will es dir morgen direkt sagen. Triff Ihn im Restaurant Steinbock um halb acht abends, und nun lass mich in ruhe mit deinem scheiss, damit verliess Werner Kurt`s Zimmer. Unnötig zu sagen wie hart auch der nächste tag für den armen Kerl war, aber auch der ging vorbei, wenn es auch nicht so schien. Sechs Uhr abends, Kurt war schon im Steinbock einsam an einem Ecktisch und wartete auf Willy, dass er viel zu früh dran war war dem armen Kerl schon bewusst, trotzdem fluchte er über Willy der hätte doch wenigstens einmal eine Ausnahme machen können und mal zu früh erscheinen können oder? Aber eben wie gesagt, niemand hat Verständnis für einen Verliebten jungen mann der zu dem noch am Rande des Wahnsinns stand, solche mied man am besten denn die waren die gefährlichsten von allen, reizbar wie ein junger Bulle in der Mitte einer Herde. Willy erschien natürlich 5 Minuten über der zeit, wie könnte es auch anders sein, und die nachrichten die er Kurt überbrachte waren auch nicht gerade dazu da sein Selbst vertrauen wieder ins rechte Lot zu bringen. Marlis wäre von einer Tante oder so was ähnlichem am Sonntag zu hause abgeholt worden erzählte Willy, wohin das konnte oder durfte Willy auf keinen fall preis geben, zudem wisse er bloss dass es irgendwo im Berner Oberland sei. Lass mal etwas zeit vergehen, vielleicht ergibt sich etwas neues, und wenn ich kann werde ich Dir weiterhelfen meinte er kumpelhaft, vielleicht hatte der Willy ja wirklich ein wenig bedauern mit diesem armen Kerl.
Kurt haut ab

Kurt haut ab.
Berner Oberland, Berner Oberland, Berner Oberland, das war alles wozu Kurt noch fähig war zu denken. Verdammt nochmal ich finde Sie und wenn ich das ganze verfluchte Berner Oberland umgraben muss, und wenn man Ihn so sah und hörte, wollte man ihm glauben dass er den gesamten Beaten Berg in den Thunersee schaufeln würde und den Niesen obendrauf,wenn er dann müsste um zu finden was er suchte. Nicht vergebens hatte er ja auch ein wenig Italienische Wurzeln. Seine Grosseltern, Mütterlichen seitens immigrierten im späten achtzehnten Jahrhundert aus Como Italien in die Schweiz. Sein Grosseltern Vater Seitens hatten waschechte Bärnergrinde, also eine Kombination die man nicht unterschätzen sollte.
Nun war Kurt nicht mehr zu halten, er kündigte seine Arbeit, machte zu hause seinen Eltern klar dass er eine Luft Veränderung brauche und daher für eine zeitlang nach Thun ziehen werde um dort eine Arbeit an zu nehmen. Allen Protesten seitens der Eltern zog er seinen Plan durch, fand eine neue Arbeit in Thun, und einen Monat später hatte er auch schon eine bleibe gefunden, weg war er, so schnell ging das also wenn man ein ziel verfolgte und es auch durchzog war eigentlich alles möglich.
Gewissenhaft und zuverlässig versah Kurt seine neue Arbeit. Zuviel stand auf dem spiel für ihn. Er musste hier bleiben können bis er seine Marlis fand, und finden würde er Sie darin bestanden keine Zweifel. Er hatte auch Glück mit seiner Bleibe. Bei einem netten älteren Ehepaar fand er ein gemütliches Zimmer. Schnell fand die Frau heraus das etwas den Jungen bedrückte. Zusammen mit Ihrem Mann versuchten die guten Menschen dem Jungen Mann zu helfen. Sie gaben Ihm Geborgenheit und das Gefühl einer Familie zugehörig zu sein. Fast jeden Abend begab sich Kurt nun auf die suche, Abend für Abend zog er durch die Strassen in der Hoffnung seine Marlis zu finden, denn dass Sie die einzige richtige war das wusste er. Hatte doch auch Sie ein ähnliches Schicksal zu Hause zu ertragen gehabt. Sie, darüber war er sich sicher, würde seine suche nach Geborgenheit und liebe verstehen und teilen.
Trotz allem, seine suche blieb erfolglos, soviel er auch suchte und nachfragte, Marlis war und blieb verschwunden. Etwaige Telefonate nach hause ergaben auch nichts neues. So langsam verlies in der Mut, und er war am ende, wusste nicht mehr aus noch ein und auch nicht wie es weitergehen sollte, es war hoffnungslos. In seiner Verzweiflung versuchte er nun das Gegenteil. Er suchte sich eine Stelle in Zürich. Seine Idee war dass in einer Grossstadt er auf neue Gedanken kommen würde und sein leben wieder einen sinn bekam, also zog er zwei Monate später nach Kloten um auf dem Flughafen zu arbeiten. Da war ja einiges los und der beste platz um sein leben neu zu ordnen, und das war eine glückliche Entscheidung wie sich später herausstellen sollte.
Kurt hat Glück.

Kurt hat Glück.
Es herrschte ein reges treiben auf dem Flughafen. Menschen aus allen Herren Länder kamen und gingen. Kurt hatte alle Hände voll zu tun, sein neue Arbeit hielt in voll beschäftigt, er machte schnell neue Freunde und so langsam fand er wieder zurück zu sich selber. Es war an der zeit wieder mal die alte Heimat zu besuchen, sicher würden sich seine Eltern über einen Besuch von Ihm freuen, auch wenn nicht immer alles im Lot war zu hause es waren trotzdem seine Eltern, am nächsten Wochenende hatte er frei und dann würde er wieder mal nach Hause gehen. Natürlich war da noch ein Hintergedanke dabei. Er wollte nämlich am Samstag Abend versuchen den Willy zu treffen in der alten Kneipe dem Steinbock, sicher trank er sein Bier immer noch dort, und mit etwas Glück würde er vielleicht neues erfahren. Und diesmal sollte er Glück haben. Die Eltern freuten sich natürlich über seinen Besuch, Sie wussten aber auch dass es Ihn nicht lange halten würde, und dass sein Besuch einen ganzen anderen Grund hatte als seine Eltern zu besuchen, so eng waren die Familienbande dann doch nicht. Nach einem kurzen besuch am Samstag nachmittag bei den Eltern, zog er los um im Steinbock auf Willy zu treffen, so hoffte er jedenfalls. Und Glück hatte er dieser junge, Willy war da, zuverlässig wie immer genoss er sein Bier immer noch in derselben Kneipe, sowas nennt man Zuverlässigkeit. Kurt hatte dazu gelernt, nicht immer gleich mit der Türe ins haus zu fallen, immer schön vorsichtig rum tasten, das brachte sicher mehr. Na wie gehts so, fragte Kurt als er sich ungefragt zu Willy an den Tisch setzte? Alles klar antwortete Willy arglos, seit wann bist du denn wieder hier? soeben angekommen, werde auch nicht lange bleiben, Sonntag Abend gehe ich wieder nach Kloten, ich arbeite dort auf dem Flughafen, und danke es geht mir gut. Na dann wirst du ja die alte Geschichte überwunden haben, versuchte Willy leichte Konversation zu machen. Ja ja schon klar, alles vorbei, man lernt ja auch immer dazu gell. Sag mal wenn wir schon dabei sind, wie geht es eigentlich der Marlis, ist Sie immer noch im Berner Oberland? Na klar der gehts gut, Sie wohnt in Frutigen bei ihrer Tante und Arbeitet dort in einem kleinen Uhren Atelier. Ach so Du meinst Sie wohnt bei der Verena Geiser?, Nein Sie wohnt bei Tante Silvia Frischknecht, aber woher kennst du Ihre Tante, wollte Willy wissen. Kurt hätte jubeln können, natürlich hatte er von der Tante nie gehört, aber er wusste nun was er wissen wollte. Nun hatte er es eilig zu verschwinden, er wusste nun wo seine Marlis zu finden war, alles andere würde sich geben. Nicht wie geplant am Sonntag wieder nach Zürich zu fahren nahm Kurt nun schon den Samstag Abend Zug, hier hatte er nichts mehr zu tun. Er wusste nun was er wissen wollte, und das genügte Ihm fürs erste. Schnell legte er sich während der einen stunde Zugfahrt einen plan zurecht wie es weitergehen sollte. Er hatte da einen Arbeitskollegen im gleichen Alter und der besass seit kurzem einen alten Döschwo, der würde in nach Frutigen fahren müssen um erst mal die Lage zu peilen, danach würde man weitersehen. Frohen Mutes ging Kurt an diesem Abend zu Bett, und es war das erste mal seit langem dass der wieder ruhig schlafen konnte.
Kurt trifft Marlis

Kurt trifft Marlis.
Sonntagmorgen. Der junge wusste das sein Kollege dienst hatte an diesem Sonntag. Mit dem Bus fuhr er schon früh auf den Flughafen und genehmigte sich erst mal ein Frühstück bevor er seinen Kollegen aufsuchte. He Kurt was machst du denn hier, du hast doch heute frei? fragte Hans als er Kurt auf Ihn zukommen sah. Hör mal Hans fing Kurt an, hättest Du Lust am nächsten freien tag mit mir nach Frutigen zu fahren? ich habe da was zu erledigen. Na klar kein Problem antwortete Hans etwas konsterniert, um was geht es dann? werde ich Dir dann schon noch erklären, Hauptsache du bist mit mir. Na klar bestätigte Hans noch mal. Die beiden waren fast unzertrennlich, jede freie Minute verbrachten sie zusammen, gingen zusammen Wandern, schwimmen oder machten die Stadt unsicher. Nächsten Mittwoch sollte es los gehen, Sie wollten schon früh los ziehen auf Kurts drängen natürlich, aber Hans liebte es am morgen ein wenig länger zu schlafen und so wurde es neun Uhr bis die beiden dann endlich auch los zogen. Kurt sass wie auf Kohlen auf dem Beifahrer sitz, sag mal gibt die Ente nicht mehr her als 95 kmh? fragte Kurt auf der Autobahn. Immer mit der ruhe, dann kommen wir eben später nach Hause zurück, morgen haben wir beide eh Nachtschicht, also haben wir den ganzen Donnerstag auch noch frei. Kannst du mir nun endlich mal sagen wieso du so dringend nach Frutigen willst wollte Hans wissen. Kurt erzählte nun ausführlich was er da oben wollte, nur seine weiteren Pläne behielt er erst mal für sich, eins nach dem anderen dachte er für sich. Und, wie willst du sie da finden? du hast bloss den Namen dieses Tantchens aber keine Adresse. Ganz einfach meinte Kurt von seinem Plan komplett überzeugt, wir warten am Strassenrand bis sie auftaucht. Was? Wer wo wie auftaucht?, stotterte Hans. Na ja die Marlis eben, Sie arbeitet in einem kleinen Uhren Atelier, in Frutigen, was glaubst du wie viele Uhren Ateliers es gibt in Frutigen? also wenn Sie dort arbeitet muss Sie ja dort auch raus kommen oder? und nach dem Atelier kann man in einer Beiz nachfragen. Verliebte haben Ihre eigene Logik.
Kurts Plan ging auf, im Zentrum suchten Sich die beiden ein lokal wo Sie Mittagessen konnten. Gemütlich setzten Sie sich an einen Fensterplatz so dass Kurt die Strasse im Auge behalten konnte, er hatte nun ja den ganzen nachmittag zeit. In aller ruhe bestellten die beiden Rösti mit Rahm geschnetzeltem, dazu zwei Bier, und das liessen sie sich nun schmecken. Wie es sich herausstellte war nach angaben der Serviertochter das Atelier nur ein paar hundert Meter weiter oben am Hang und so mussten die Angestellten bei Feierabend zwangsläufig hier durchkommen. Kurt war in Hochstimmung, nur dass die zeit langsam, sehr sehr langsam verlief, passte ihm nicht in den kram. Hans meinte so gegen drei Uhr nachmittags sie könnten ja ein wenig am Flüsschen entlang spazieren gehen, es sei ja noch genügend zeit bis halb fünf wenn das Atelier Feierabend machte und die Angestellten sich auf den Heimweg machten. Kurt traute seinen Ohren nicht, du willst diesen platz verlassen und sie vielleicht im letzten Moment noch verpassen? glaubst du ich bin hier her gefahren nur um Sie zu verpassen weil Du spazieren willst. Jetzt renk dich mal wieder ein, meinte Hans trocken, aber erstens bin Ich gefahren und nicht Du, und zeit haben wir noch genügend. Das aber wollte nun dem bis über beide Ohren verliebten Kurt nicht einleuchten. Es könnte ja sein dass Sie sich nicht Wohl fühlt und früher nach Hause geht, argumentierte Kurt weiter. Dann geht Sie hier vorbei und wir haben sie verpasst?Komm wir bestellen noch ein Bier dann geht die zeit auch rum versuchte Kurt seinen Freund zum bleiben zu überreden. Na gut ein Bier mehr oder weniger macht die Sau auch nicht fett. Kurt bestellte noch zwei Bier, bezahlte, und war zufrieden mit sich und der Welt. Dann endlich hatte das warten ein ende. Von der nahen Kirchturm Uhr schlug es endlich halb fünf. nun war Kurt nicht mehr zu halten, er trank sein Bier aus verabschiedete sich kurzfristig von seinem Freund mit den Worten, du wartest hier bestellst Die noch ein Bier auf meine Rechnung, alles klar? es klang eher wie ein Befehl und mit einem verstehenden Lächeln blieb Hans an seinem Platz und bestellte sich noch ein Bier.
Kurt tigerte for dem Restaurant rauf und runter immer wieder seine Armbanduhr mit der Zeit an der Kirchturm Uhr vergleichend. Dann endlich sah er Sie schon von weitem, fröhlich schnatternd kam Sie mit zwei Arbeitskolleginnen die Strasse runter. Einen Moment lang blieb sie ungläubig stehen, Ihren Augen nicht trauend was oder wen Sie da sah. Langsam bewegte sich Kurt auf Sie zu, und dann wissend dass alles seine Richtigkeit hatte rannten Sie die letzten Schritte und fielen sich gegenseitig in die Arme. Mit einem Verständnis vollem Lachen verabschiedeten sich die Arbeits Kolleginnen von den beiden. Hans sass brav an seinem Tisch und nuckelte an seinem Bier als Kurt mit Marlis herein kamen. Nun war es an der zeit dass sich die beiden ausreden konnten, aber das ging besser wenn Sie alleine waren. Sag mal Hans du könntest doch heute ins Kino gehen, während ich und Marlis spazieren gehen, wenn wir hier so gegen elf weg fahren haben wir ja noch genügend zeit gell. Hans machte glücklicherweise gute Miene zu dieser Liebes Komödie und verschwand, zumal Kurt sowieso die Rechnung bezahlte. Kurt begleitete seine wieder gefundene Liebe bis kurz vor das haus wo Marlis wohnte. Man sollte sie noch nicht zusammen sehen. Marlis machte Ihrer Tante klar dass Sie mit einer Freundin ins Kino gehen wolle, und es schön wäre wenn sie dies heute Abend dürfte. Na klar darfst du, antwortete die Tante aber bitte komm nicht zu spät nach Hause. Und, ach ja, der junge der unten auf der Strasse wartet sieht ja echt nett aus, meinte die Tante lächelnd, aber jetzt geh und bitte sei bis elf wieder zuhause. Versprochen antwortete Marlis mit hochrotem Kopf und machte dass sie so schnell sie konnte verschwand.
Der Plan

Der Plan.
Glücklich darüber dass die Tante Verständnis hatte für zwei verliebte, spazierten die beiden eng umschlungen ziellos durch die Gegend, Ihr Glück dass sie sich wieder gefunden hatten nicht begreifend. Sie spazierten entlang der Kander, ein wilder Fluss der zu dieser Jahreszeit weisses kaltes Gletscher Wasser mit sich führte und tosend zu Tale stürzte.
Sag mal Marlis, wie wäre es wenn du zu mir nach Zürich kommen würdest? fing Kurt langsam an sie in seine Pläne ein zu weihen? Na ja schön wäre es schon, aber ich glaube nicht dass meine Mutter dies erlauben würde, meinte Marlis resigniert, Sie muss ja nicht immer die ganze Wahrheit wissen konterte Kurt, sonst kümmert Sie sich ja auch nicht unbedingt gross um Dich oder? argumentierte Kurt. Na ja schon, aber erst müssten wir mal die Tante rum kriegen damit sie auf unserer Seite steht, sinnierte Marlis, die Aussicht mit Kurt nach Zürich zu ziehen, hatte ja schon seine reize, trotzdem, so ganz getraute sie sich nun doch nicht. Schön wäre es ja schon wenn wir wieder zusammen sein könnten meinte sie aber wie wollen wir das anstellen? Lass mich mal machen antwortete Kurt, zuerst müssen wir wie du gesagt hast deine Tante rum kriegen, was hältst du davon nach Hause zu gehen und mit Ihr zu reden? Ja ich glaube heute Abend wäre eine gute Gelegenheit dazu, der Onkel hat heute Abend Probe stunde in der örtlichen Blaskapelle, sie wird alleine zu Hause sein bis spät abends.
Gesagt getan, es wurde schon langsam dunkel und über dem Berg zogen dunkle Gewitter Wolken auf die nicht viel gutes verheissen konnten, als die beiden bei der Tante ankamen fielen auch schon die ersten schweren dicken Regentropfen. So Ihr zwei, schon wieder zuhause? fragte die Tante als die beiden in die Stube traten, Glück gehabt fügte sie an mit einem Blick nach draussen wo es mittlerweile heftig regnete. Nehmt Platz Ihr zwei, ich mache Euch Kaffe, und du Marlis solltest ja auch noch was Essen, du hattest es ja eilig weg zu kommen. Keinen Wieder Spruch duldend begab sich die grauhaarige, etwas gebückt gehende Frau in die Küche um den beiden etwas Essen her zu richten. Es gab ein gemütliches zusammen sein an diesem Abend, geduldig hörte sich die Tante die Geschichte der beiden an, und es war offenkundig dass Tantchen mit Ihrer Schwester unten im Tal und das leben das sie führte nicht einverstanden war. Trotzdem, meinte die Tante habt Ihr alles genau überlegt wollte sie wissen, wo soll Marlis Wohnen? hat Sie Arbeit? Kurt war schnell mit antworten dass er alles organisieren wollte und dass sie sicher zufrieden sein würde mit Ihm. Lächelnd gab Sie sich damit erst mal zufrieden, mit der Bedingung dass Kurt konkrete antworten hätte bevor Sie den Umzug erlauben würde.
Schliesslich so gegen zehn Uhr abends mussteKurt sich verabschieden, und bis die beiden for der Türe mit verabschieden fertig würden, würde ja noch einige zeit vergehen. Kurt versprach, baldmöglichst mit guten nachrichten wieder zu erscheinen, und so trotte er endlich in die Nacht hinaus um seinen Freund auf zu suchen, es war nun wirklich an der zeit wieder nach Zürich zu fahren, das selbst Kurt ein, der noch gerne länger geblieben wäre.
Auf nach Zürich

Auf nach Zürich.
Mitternacht war längst vorbei als die beiden wieder zu hause eintrudelten. Müde aber zufrieden mit dem erreichten, legte sich Kurt in seinem Zimmer oben am Höngger Berg schlafen. Er hatte die bleibe in der Zeitung gefunden, eine Witwe vermietete mehrere Zimmer in Ihrer Villa, es waren alles Junggesellen die hier Zimmer mieteten, Frauen wollte die Witwe nicht haben, aus welchem Grunde auch immer.
Es dauerte nicht lange und Kurt hatte auch eine bleibe für seine Marlis gefunden, auf ende Monate konnte Sie ein ziehen, nun war es nur noch eine frage der Arbeit. Bei dem Kaufhaus Globus wurde Kurt fündig, aber Marlis müsste baldmöglichst zur Vorstellung erscheinen, und vielleicht auch sofort anfangen zu Arbeiten. Es war in dieser Zeit kein Problem Arbeit zu finden, die sechziger Jahre waren der Umbruch in eine neue zeit, die zeit der Beatles, Hippies, die zeit der auf kommenden Gefahr der Drogen und der freien liebe wie man es immer wieder hörte von drüben aus San Francisco. Die zeit der letzten beiden Weltkriege waren endgültig vorbei und in Vergessenheit geraten, die Jugend konnte sich daran nicht mehr erinnern, nur noch der kalte Krieg war gegenwärtig, aber dies kümmerte diese neue Generation nicht mehr all zu sehr. die meisten hatten genug von dem spartanischen denken Ihrer Eltern, Wie immer konnte sich auch diese Jugend nicht mehr mit den Alten identifizieren.
Täglich Telefonierte Kurt nun aus einer Telefon Zelle am Flughafen, um Marlis und die Tante auf dem laufenden zu halten, noch diese Woche musste Marlis für mindestens einen tag nach Zürich kommen um sich die Sache anzusehen. Am Freitag brachte die Tante schliesslich Marlis auf den Zug der sie nach Zürich bringen würde, abends würde sie dann wieder zuhause sein. Alles in Butter, die Sache lief wie geschmiert und schon ende dieses Monats würde Marlis nach Zürich zu Kurt ziehen, blieb nur nach das Problem wie man es der Mutter beibrachte das Marlis nach Zürich zog? Kein Problem meinte Kurt, du rufst sie an und erzählst Ihr von Deiner Freundin Bea die in Zürich wohnt und dass du da bessere Möglichkeiten hättest als oben auf dem Berg. Allerdings wurde die Mutter doch ein wenig misstrauisch, sag mal wohnt nicht auch der Kurt dein ehemaliger Freund in Zürich? Wer? fragte Marlis nach, ach so weis ich nicht, habe nichts mehr von Ihm gehört, kann ja schon sein aber ich glaube diese Zeit überwunden zu haben. Etwas wiederwillig willigte Frieda schliesslich ein und so war der Weg für die beiden frei. Sie wussten, dass, würde Marlis mal in Zürich sein und Arbeiten, die Frieda sich nicht weiter darum kümmern würde, damit war die Sache gelaufen. Ende Monat zog Marlis nach Zürich, die beiden waren überglücklich.
Eine unbeschwerte Zeit.

Eine unbeschwerte Zeit.
Die beiden genossen das leben und das zusammen sein in vollen Zügen. Marlis hatte ein Mansarden Zimmer in der Stadt gefunden, gleich oben unter dem Dachstock. Ein Treppenhaus führte vorbei an den anderen Wohnungen, und damit hatten die beiden eine Sturmfreie Bude. Fast jeden Abend unternahmen die beiden Streifzüge durch die pulsierende Stadt mit dem Internationalen Flair. Sie genossen Ihre Freiheit und so oft es ging, gingen Sie Freitags und Samstag Abend zum Tanzen. Wie voraus zusehen war, kümmerte sich die Mutter von Marlis nicht all zu sehr um Ihren verbleib, es genügte wenn Sie einmal die Woche oder so anrief und Ihr mitteilte dass es Ihr gut ging.
Bea, Ihre Schulfreundin war weit und breit nicht zu sehen, Marlis wusste nicht einmal wo Sie wohnte, und doch eines Tages erschien Sie nichts ahnend beim Globus, dem Kaufhaus wo Marlis arbeitete. Als Sie dann an der Kasse die Marlis wieder erkannte, war die Wiedersehensfreude gross, somit wuchs Ihr neu erschaffener Freundeskreis in dieser Grossstadt, und die beiden hatten viel zu tun um Ihr soziales Umfeld zu pflegen.
Die Lebensweise und der umstand dass Marlis eine Sturmfreie Bude hatte blieb nicht ohne folgen. In letzter zeit fühlte sich Marlis am morgen nicht mehr ganz so gut, oft war Ihr schlecht und Sie musste sich öfters übergeben, wahrscheinlich hatten die beiden in letzter zeit etwas zu oft Party gemacht und vielleicht sollten Sie für eine kurze zeit etwas kürzer treten meinte Kurt. Na ja könnte vielleicht nichts schaden, also beschränken wir uns auf Freitag und Samstag für eine weile, Sonntags gehen wir dann ein wenig in die Berge zum wandern. Aber alle guten Vorsätze nützten nicht all zu viel. Kurt meinte dass Sie vielleicht mal zum Arzt gehen sollte, und sich mal richtig untersuchen zu lassen, vielleicht hätte Sie ja eine Grippe, beide hatten eine ganz kleine Ahnung was es möglicherweise sein könnte, aber eben nur eine Ahnung und so ganz wollte man sich ja mit der Ahnung nicht abfinden. Dann, ja, dann kam der Arzt Befund, Marlis war Schwanger. Natürlich freuten sich die beiden trotz allem auf eine gemeinsame Zukunft und auf das kleine Wesen das nun unter Ihrem Herzen heranwuchs. Endlich konnten Sie eine eigene Familie gründen. Natürlich wollten beide es besser machen, der kleine Wurm der da heranwuchs, sollte in einer stabileren Familie aufwachsen können als Sie das mussten. Um den ganzen umständen noch ein wenig würze ein zu verleiben, bekam Kurt gleich darauf auch noch das Aufgebot. Er sollte Anfang Februar sich beim Militär melden, da würde er dann freundlicherweise zum Soldaten ausgebildet, kostenfrei, Logis und Essen inbegriffen. Na toll, Freundin schwanger, alleine in einer Gross Stadt, das fing ja gut an, dieses neue leben. So toll diese Zeit auch war, nun mussten die beiden wohl oder übel an eine stabilere Zukunft denken, schon des Kindes wegen. Nun hiess es Verantwortung übernehmen, und das taten die beiden gerne.
Eine junge Familie

Eine junge Familie.
Die beiden hatten noch drei Monate Zeit Ihre Verhältnisse ins rechte Lot zu bringen, dann musste Kurt ob er wollte oder nicht ins Militär einrücken. Marlis würde dann alleine in der Gross Stadt sich durchbringen müssen. Aber für jedes Problem gab es eine Lösung, und die beiden waren nicht willig die Köpfe hängen zu lassen, es wird schon weitergehen trösteten Sie sich gegenseitig. Marlis wollte Ihre Mutter noch nicht einweihen, das gäbe ein Riesen Theater meinte Sie, es wäre erst mal besser nur mit den Eltern von Kurt zu reden. Gesagt getan, so begaben sich die beiden an einem Samstagabend nach Solothurn, um Kurts Eltern zu unterrichten. Pochenden Herzens gestanden die beiden den Eltern die umstände, was einerseits nicht gerade eine Welle der Begeisterung aus löste, andererseits aber auch ein wenig Verständnis und Freude auf einen Enkel oder eine Enkelin hervor ruf. Die beiden schienen sich trotz allem zu freuen, und waren auch bereit Sie mit rat und tat zu unterstützen. Zum ersten mal in seinem leben war Kurt ein wenig stolz auf seine Eltern. Sie sollten nach Solothurn zurück ziehen, meinte das alte Ehepaar, Marlis könnte bei Ihnen Wohnen während seiner Militärzeit, sein Zimmer sei ja immer noch frei.
Erleichtert traten die beiden am Sonntagnachmittag die Rückreise nach Zürich an. Das wäre mal geregelt, meinte Kurt im Zug nach Zürich, bleibt nur noch deine Mutter zu unterrichten. Das dürfte schon etwas schwieriger sein antwortete Marlis, müssen wir aber durch, meinte Sie mit einem bitter schweren Seufzer. Warten wir bis Weihnachten vorüber ist, das hat ja jetzt noch zeit, krach wird es so oder so geben, und damit können wir sicher warten bis die Festtage vorüber sind. Die beiden einigten sich auf Anfang Januar, dann wollten Sie mit Ihrer Mutter reden.
Weihnachten ging vorbei, auch das neue Jahr war mittlerweile ins Land gezogen. Sie durften nicht mehr lange warten, in einem Monat musste Kurt ins Militär, bis dahin musste alles geregelt sein. An einem der folgenden Wochenende begaben sich die beiden schliesslich auf den Weg um Ihre Mutter zu besuchen. Natürlich hatte Sie bis zu diesem Augenblick keine Ahnung, dass Kurt wieder im leben von Marlis stand. Schon dieser umstand machte den beiden berechtigte sorgen. Pochenden Herzens klingelten Sie schliesslich bei Ihr an der Haustür. Es war kein freudiges Wiedersehen, dass die beiden jungen Leute erhielten als die Mutter die Tür öffnete, und nach einem kurzen Augenblick des Unglaubens als Sie Kurt erkannte eine Schimpftirade nach sich zog. Du kommst erst mal rein, meinte Sie mit zittriger stimme zu Marlis, und du kannst dich erstmal wieder verziehen meinte Sie mit einem wütendem blick zu Kurt. Na ja so ganz einfach wird das nicht mehr sein, entgegnete Kurt als er seinen ganzen Mut gesammelt hatte. So? und warum bist du dir da so sicher wollte Sie wissen. Ich kann Dir das hier unter der Haustüre erklären, dann hauen wir beide wieder ab oder Du lässt uns rein, und wir können drinnen in aller ruhe über alles reden. Etwas in Kurts Haltung machte die Frau hellhörig, stimmt etwas nicht, wollte Sie mit schriller Stimme wissen? Wie gesagt wir können drinnen weiter reden. Wiederwillig liess Sie die beiden schliesslich in die Wohnung. Ohne den beiden wie es die Gastfreundschaft verlangt hätte, beorderte die aufgebrachte Frau die beiden in das Wohnzimmer ohne ihnen Kaffe oder einsonstiges Getränk an zu bieten. Nun ja es ist so, fing Kurt mit der Erklärung an als sich schliesslich alle im Wohnzimmer gegenüber sassen.
Marlis und ich werden nächsten Monat wieder nach Solothurn ziehen, da ich ins Militär muss, Marlis kann bei meinen Eltern einziehen. So, so du musst ins Militär und Marlis kann bei deinen Eltern einziehen, und Ihr glaubt ich werde dem so ganz einfach zu stimmen? Marlis wird nach Hause kommen und zwar sofort, und du, du wirst dich verpissen wo du hergekommen bist, ich habe dich nie gemocht und ich werde dich auch nie mögen, ich habe andere Pläne für Marlis. Marlis war nun den tränen nahe, und Kurt musste nun beweisen dass er Manns genug war um für Sie beide ein zu stehen. Etwas in Kurts verhalten hätte die Frau nun stutzig machen sollen, Kurt war die ruhe selber. In der Zwischenzeit war auch die jüngere Schwester Anita dazu gekommen, Sie setzte sich an den Tisch ohne erstmal allzu viel zur Unterhaltung bei zu tragen. Nun ja, da ist noch ein anderer Grund als nur das Militär, nahm Kurt den Faden wieder auf, und vorsichtig, ganz ganz vorsichtig meinte Kurt, na ja wir werden Heiraten. Peng, die bombe war geplatzt, wenn auch bloss mit halber Sprengkraft, die grosse Detonation sollte noch folgen. Mutters Unterkiefer klappte unkontrolliert ganz langsam nach unten, die Augen Anitas wurden gross wie Suppen Löffel, und beide verfielen erstmal in entsetztes Staunen ob soviel Frechheit. So heiraten wollt Ihr, meinte Sie nach einer pause, und Ihr glaubt wohl ich werde das so ohne weiteres zulassen fragte Sie? Na ja, setzte Kurt nach, ich selber bin volljährig und Marlis wird es im Juni auch sein, zudem, meinte Kurt, Marlis ist schwanger. Peng, das sass. SCHWANGER, rief Sie ungläubig, das darf ja wohl nicht wahr sein rief Sie entsetzt. In der Zwischenzeit hatte sich auch Ihr Freund dazu gesetzt, der noch den letzten Satz mitbekommen hatte. Jetzt mal ruhig Frieda versuchte er zu intervenieren, versuchen wir mal die Lage in den Griff zu bekommen. Wenn Kurt volljährig ist und Marlis im Juni auch, so gibt es wahrscheinlich nichts womit du das verhindern kannst, zudem sind die beiden ja nicht die ersten die Heiraten müssen versuchte er Frieda zu beruhigen.
Es gab noch ein langes hin und her bis Frieda die beiden schliesslich hochkantig aus der Wohnung warf, mit dem vermerk sich nie mehr blicken zu lassen. Anita die noch zu hause wohnte stand voll und ganz hinter Ihrer Mutter und strafte die beiden mit einer Verachtung die grösser nicht hätte sein können. Es sollte noch Jahre dauern bis sich die ganze Lage etwas beruhigte, zu einem liebevollen Familiären Verhältnis sollte es aber nie mehr kommen.
Start in ein neues leben.

Start in ein neues leben.
Marlis kündigte Ihre Anstellung als Kassiererin beim Globus auf ende März, dann sollte Sie zu Ihren zukünftigen Schwiegereltern ziehen. Kurt bereitete sich auf seine Rekrutenschule vor. Kurt behielt vorerst noch seine Anstellung bei der Swissair, aber nach dem Militär wollte er sich nach etwas bodenständigerem umsehen, galt es nun doch eine Familie zu gründen und drei Mäuler zu ernähren, eine nicht leichte Aufgabe aber nichts desto trotz wollten die beiden sich dem leben mit allen seinen aufgaben stellen. Alles lief nach plan und das Militär war schneller vorbei als gedacht. Kurt kündigte bei der Swissair nach dem er sich eine Ausbildung zum Automaten Dreher gesichert hatte, Sein neuer Arbeitsort befand sich in ganz in der nähe von Solothurn, alles lief in geordneten bahnen. Die Ausbildung lief gut, sein Lehrmeister war dem jungen Manne wohlgesinnt, die Zukunft bekam so langsam eine rosige Farbe wie das bei jungen verliebten Paaren nun mal so ist, und so stand der bevorstehenden Hochzeit, geplant auf den 4th Juli 1969 eigentlich nichts mehr im Wege. Nur die suche nach einer eigenen Wohnung brachte so seine Hindernisse, wollte doch damals in den frühen siebziger Jahren niemand an so einen Jungspund eine Wohnung vermieten. Doch auch dieses Hindernis wurde überwunden und so fanden die beiden nach langem eine Wohnung die nur den einen Fehler hatte dass sie etwas zu nahe bei der Mutter von Marlis gelegen war. Das aber durfte im Moment kein Hindernis sein, die beiden brauchten die Wohnung, und zwar bald, denn der Nachwuchs war auf ende Oktober angesagt, und die Wohnung bei Kurts Eltern würde damit dann ganz einfach zu klein werden.
Die Zeremonie auf dem Standesamt war schlicht und einfach, wie auch die Hochzeit am darauffolgenden Samstag. Obwohl die weisen Worte des Standesbeamten,dass diese junge Ehe wohl kaum bestand haben würde die beiden ein wenig einschüchterte, tat dies der Freude des jungen Paares keinen Abbruch. Die kirchliche Hochzeit war schlicht und einfach, im kleinen kreise von Kurts Familie und eine handvoll der engsten Freunde wurde es ein Freudentag für das junge paar.
Drei Wochen später konnte das junge Ehepaar in die eigene Wohnung um ziehen,das grosse Abenteuer Leben, konnte beginnen. Fast gleichzeitig mit den beiden zogen auch noch zwei weitere junge paare in die Siedlung ein, Rolf und Sonja, mit Ihren beiden Kleinkindern und Pius und Susi mit ebenfalls zwei Kindern. Daraus sollten lebenslange Freundschaften herauswachsen. Besonders mit Rolf und Sonja sollte eine Ewige sehr enge Freundschaft entstehen. Bald hatte es Kurt geschafft seine Prüfung als Automaten Dreher ab zu legen, was ein weiterer Meilenstein in Ihrem leben bedeutete. Dass diese eine Prüfung die beiden noch um die halbe Welt führen sollte daran dachte zu diesem Zeitpunkt niemand.
Im Oktober dann meldete sich dann das Kind an im Leben der beiden. Hallo Leute hier bin ich 3.2 Kilogramm schwer, schwarze Haare, ganze 52 Zentimeter lang und das süsseste Baby das die Welt bis anhin gesehen hat, so jedenfalls die Meinung der jungen Eltern. Ab sofort bestimme ich den Tagesablauf. Das glück war perfekt, und soweit lief ja auch alles gut für die beiden und das neue Erdenkind das sie Mona tauften.
Das leben nahm seinen gewohnten lauf, und wie alle jungen Eltern wünschten sich auch Kurt und Marlis ein zweites Baby, doch dieser Wunsch sollte Ihnen verwehrt bleiben, denn bei der Geburt verschob sich ein Rückenwirbel und so musste Marlis schon in jungen Jahren einer Operation unterzogen werden, was nach sich zog dass eine zweite Schwangerschaft für Mutter oder Kind tödlich hätte sein können.
Zwei Jahre vergingen, es wurde viel gearbeitet aber auch viele Feste wurden gefeiert, mit Freunden, Familie, es wurde getanzt, gesungen und es wurde geliebt, es waren die wilden 60 er und 70 er Jahre, Die Beatles kamen, die wilde Rock Musik, die Menschen flogen 1969 erstmals auf den Mond, Farbfernseher kamen auf den Markt, die Technik machte unaufhaltsam Fortschritte. So auch in Kurts Beruf. Eines abends, die beiden hatten es sich schon auf dem Sofa gemütlich gemacht um sich einen Film im Fernseher an zu gucken, als die Türglocke sie aufschreckte, das war damals zu dieser späten Abendzeit eher ungewöhnlich und neugierig wer da wohl noch zu besuch kommen würde öffnete Kurt die Tür. Der Besucher war ein älterer Herr aus der Nachbarschaft den die beiden vom sehen her zwar kannten, nicht aber seinen Namen wussten. Guten Abend Herr Suter, mein Name ist Nägeli und ich möchte gerne etwas mit Ihnen Besprechen wenn Sie dann mal zeit hätten? Verwundert guckte Kurt sich nach Marlis um die neugierig geworden dazu getreten war, mit einem kurzen Kopfnicken gab Sie Kurt das Einverständnis diesen Misteriösen doch ein zu lassen. Sie begaben sich ins Wohnzimmer wo der Film nun schon lief, also wurde der Fernseher ausgeschaltet um diesem Herrn seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Marlis servierte noch Kaffee und setzte sich dann zu den beiden ins Wohnzimmer. Bitte entschuldigen Sie die späte Störung eröffnete Herr Nägeli das Gespräch. (Es war 20 Uhr 10 und in jener zeit eigentlich nicht üblich so spät noch besuch zu empfangen) aber ich hätte Ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten der Sie, so glaube ich interessieren dürfte. Nach einer kurzen Kunstpause, sicher dass er nun die ganze Aufmerksamkeit seiner jungen Gastgeber hatte fuhr er fort. Ich bin Abteilungsleiter einer Firma für Automaten Dreherei, wie Sie wissen lässt der Nachwuchs in dieser sparte sehr zu wünschen übrig, es sind kaum mehr Arbeiter zu finden und darum komme ich heute Abend zu Ihnen. Wir suchen jemanden der einen Abgang bei uns ersetzen soll, es handelt sich um einen Maschinenpark von sieben Drehautomaten, wir hätten Ihnen auch Finanziell sicher etwas zu bieten,um es kurz zu machen wir bieten Ihnen bei uns eine Stellung an die Ihnen sicher zusagen würde, wie stehen Sie dazu Herr Suter? Na ja, eigentlich suche ich ja keinen Job da ich ja mit meinem gegenwärtigen Arbeitgeber zufrieden bin, Erwiderte Kurt, ich verdiene gut und habe so ziemlich freie Hand bei der Wahl meiner überstunden die ich leisten will, und das extra Geld ist mir als junger Familienvater ebenfalls wichtig. Kurt roch den Braten der Ihm hier vor die Füsse gelegt wurde, nun ging es nicht mehr darum ob er den Job wollte oder nicht, nun ging es darum soviel wie möglich daraus zu machen. An diesem Abend noch wurde Ihm ein Angebot gemacht das er fast nicht ausschlagen konnte. Zwei Monate später trat er in die neue Firma ein. Alles lief gut, Kurt übernahm noch zusätzlich den Chauffeur dienst, mit einem Kleinbus, brachte er morgens Mitarbeiter der Firma zur Arbeit, und Abends fuhr er sie wieder nach Hause. Das war ein kleiner Nebenerwerb und für die junge Familie mehr als nur willkommen. Zwei Jahre nachdem Kurt sich in seiner neuen Firma gut eingearbeitet hatte, kündigte Herr Nägeli, welcher bis dahin Kurts direkter Vorgesetzter war seinen Job. Kein halbes Jahr nach Herrn Nägelis Abgang sollte er wieder vor Kurts Türe stehen. Diesmal allerdings mit einem erneuten Angebot das Kurts alter Kanada Traum in Erfüllung bringen sollte.
Das Computer Zeitalter beginnt.

Samstag mittag, Kurt kam soeben von seiner Arbeit nach Hause, wie üblich verbrachte er Samstag morgens mit überstunden, als wieder Herr Nägeli vor der Tür stand. Die beiden sehen sich ab und zu im Quartier, oder tranken Sonntag morgens ein Bier zusammen am Stammtisch, waren sich also nicht mehr fremd wie damals vor 2 1/2 Jahren beim ersten Gespräch, und so fand das Gespräch lockerer statt als damals.
Herr Suter, begann der ehemalige Chef sein Gespräch nachdem sich die beiden es sich im Wohnzimmer wie zwei Jahre zurück gemütlich gemacht hatten. In meiner jetzigen Firma sind wir dabei neue CNC gesteuerte Maschinen zu kaufen. Was zum Teufel sind CNC gesteuerte Maschinen? fragte Kurt ein wenig befremdet. Nun ja CNC gesteuerte Maschinen sind Computergesteuerte Maschinen, da wird der Arbeitsprozess durch einen Rechner an der Maschine Programmiert, dieser von Ihnen Errechnete Arbeitsprozess wird dann von der Maschine automatisch ausgeführt. Aha meinte Kurt gedehnt mit einem ungläubigen unterton in der Stimme. Ich habe zwar schon von Computern gehört fuhr Kurt fort, aber wie das funktionieren soll weis ich auch nicht. Das zu lernen würden wir Ihnen dann in verschieden Kursen beibringen unterbrach Ihn Herr Nägeli, Sie müssten allerdings für ein paar Wochen nach Frankreich um die Programmiersprache zu lernen, Anschliessend an diesen Kurs würden Sie noch intern von einem Japanischen Programmierer eine zweite Programm Sprache erlernen. CNC bedeutet Computer Numerical Controlled Maschine Erklärte Herr Nägeli weiter, wir sind eine der ersten Firmen die sich eben solche Maschinen zulegen, dadurch wird die Aufrüstungszeit auf ein anderes Arbeitsteil um einiges verkürzt werden das ist unsere Zukunft, beendete Herr Nägeli seine Ausführung.
Durfte Kurt ein solches Angebot überhaupt ausschlagen? es gab einiges zu überlegen und zu besprechen.
Kurz und gut, nein Kurt konnte und durfte ein solches Angebot nicht ausschlagen. Zwei Monate später verabschiedete er sich von seiner Familie um nach Frankreich zu gehen um dort die Programmier Sprache zu erlernen. An den Wochenenden kam er jeweils nach Hause zu seiner Familie, aber es gab viel zu lernen, und so verblieb im wenig zeit. Er musste sich mit diesem neuen Trend unbedingt bekannt machen.
Kurt war Aufnahme fähig was die Berechnungen und Erstellungen der Programme anbelangte, es fiel Ihm leicht sich in die neue Aufgabe ein zu arbeiten, und so lief alles bestens. Er hatte die Zukunft in der Hand. Ein Jahr später an seinem neuen Arbeitsplatz war Kurt so weit dass er ohne grosse Vorbereitungen ein Programm direkt in die Maschine eintippen konnte, die Fähigkeit einfachere Winkel Berechnungen direkt vom Kopf in die Maschine ein zu Programmieren verkürzte den Arbeitsprozess teils um fast 50% was von der Firmenleitung wohlwollend erkannt wurde.
Dann im Herbst 1981. Die Maschine aus Frankreich hatte eine defekte Speicherplatte und musste von einem Spezialisten der Französischen Firma ausgewechselt werden. Kurt kannte diesen Spezialisten bereits gut da solche Fehler dazumal noch drei bis viermal pro Jahr vorkamen, die Maschinen waren immer noch im Entwicklungsstadium und hatten noch relativ viel (Down time) aber es war ein Anfang und die Arbeit machte so richtig Spass. Der Mann erschien in der Firma Freitagnachmittag und machte einen ziemlich gestressten Eindruck, na, was ist denn mit Dir los? fragte Kurt, ziemlich gestresst oder was? Na ja weist du ich komme eben von Kanada, musste dort eine grössere Reparatur vornehmen, die haben die halbe Maschine zur Sau gefahren, ich wünschte die würden endlich lernen das Mistding richtig zu bedienen. Aber die haben da so ein richtig junges ding mit null Erfahrung in der Dreherei, oder vom Programmieren. Kurt bekam weiche Knie als er Kanada hörte, Kanada war sein Lebenstraum seit er davon in der Schule gehört hatte.
übrigens suchen die jemanden mit Erfahrung auf diesen Maschinen, und der Big Boss da drüben hat mir gesagt wenn ich jemanden kennen würde der Interesse hätte diese Maschine zu bedienen und eine CNC Abteilung weiter zu entwickeln würde er sich gerne erkenntlich zeigen. Mit diesen Worten überreichte er Kurt eine Business karte mit namen und Telefon nummern der Firma.
Mit klopfendem Herzen präsentierte Kurt beim Abendessen die Karte zuhause, mit dem verweis dass die Möglichkeit Bestände eine eigene Abteilung auf zu bauen und zwar in Kanada. Flugs wurde nach dem Essen die Weltkarte auf dem Tisch ausgebreitet um nach Woodstock in Ontario zu suchen. Sie fanden es ungefähr hundert Kilometer von der Stadt Toronto entfernt, es schien ein kleines Provinz Nest zu sein aber an grossen Städten lag uns sowieso nicht der sinn. An diesem Abend entschieden wir uns mit unserer Tochter zusammen es zu wagen und mindestens einen Anruf zu tätigen um das Angebot zu prüfen.
Blouse Metal, Jacky here, ertönte eine stimme die zu einer jungen Frau zu gehören schien. Mit den paar brocken English gab Kurt zu verstehen dass er gerne mit Mister Adrain Shipper sprechen würde, Sorry Mr. Shipper is not here at the moment,er wird aber bestimmt zurück rufen. Mit einiger mühe gab Kurt seine Schweizer Telefone Nummer bekannt und verabschiedete sich. Eine knappe halbe stunde später erhielten Sie bereits einen Anruf dieses Herrn. Ob er denn auch Interesse hätte und wie Seine Ausbildung sei,wie schnell Er kommen könnte, wollte er wissen.
Es gab noch viele weiter Telefonate, Kurt wollte Fotos haben vom Haus in das Sie einziehen sollten, er verlangte einen Arbeitsvertrag mit Pflichtenheft und detaillierten angaben über Seine neuen Aufgaben. Die zeit drängte seitens des neuen Arbeitgeber in Kanada, bereits im April 1982 sollte Kurt seine neue Aufgabe übernehmen, Es blieb noch der Gang zum Kanadischen Konsulat um ab zu klären ob Sie alle Forderungen erfüllen würden... Sie erfüllten Sie. Im Januar erhielt Kurt den schriftlichen Arbeitsvertrag den er noch bei einem Anwalt auf seine Richtigkeit prüfen liess. Leider kamen immer noch keine Fotos vom Haus die die beiden gerne gehabt hätten, aber das würde man halt dann vor Ort regeln, war eh nur eine kleine Nebensache. Endlich kamen dann die ersehnten Flug Billette, drei mal Kanada einfach. Die Gefühle waren gemischt, trotz all den tollen Versprechungen auf eine Erfolgreiche Zukunft. Immerhin hiess es ein gewohntes Leben, die Heimat, die Freunde, die Wanderungen in den Bergen die die drei fast jedes Wochenende unternahmen, all das hinter sich zu lassen, Aber Kanada gab es bekanntlich ja auch Berge. Millionen vor Kurt und Marlis, und weitere Millionen nach Ihnen werden es weiterhin tun. Weiterhin dem ruf der weiten Welt zu folgen, den träumen auf noch mehr erfolg und Geld hinterher zu jagen.
Zum Thema Computer in der Entwicklungszeit.
Thomas Watson IBM Vorstand 1943, glaubte an einen Market von Weltweit vielleicht mal fünf Computer.
Popular Mechanics sah 1949 das der Computer in Zukunft nicht mehr als 1,5 Tonnen wiegen werde.
Steve Jobs, Gründer von Apple wurde von Atari bei einer Bewerbung abgewiesen mit der Begründung Sie seien noch zu jung für Ihre Firma und Sie hätten keine Verwendung für Ihre Maschine.
Neuanfang in Kanada

24. April 1982. Mittagszeit auf dem Flughafen Zürich. Familie und Freunde hatten sich versammelt um sich tränen reich von den drei zu verabschieden. Die Maschine der Air Canada stand schon draussen am Gate, Tonnenweise Gepäck verschwanden in diesem schlanken Stahlgebilde welches die drei und andere schon bald weit über den Atlantik fliegen würde, weg von der Heimat, weg von den Freunden, hin in eine ungewisse Zukunft. Es herrschte ein aufregendes Durcheinander auf diesem Flughafen, Menschen aus aller Welt kamen und gingen. Es war eine ungewohnte Welt für die drei, obwohl Sie schon öfters davon geträumt hatten mal in so einem Flieger hoch über den Wolken wo die Freiheit bekanntlich Grenzenlos ist dahin zu schweben, Nun ging eben dieser eine Traum in Erfüllung, wie die anderen Träume sich wohl entwickeln würden? das stand auf einem anderen Blatt in der Lebensgeschichte der drei, und niemand konnte sie zum voraus lesen.
Nach endlosen Umarmungen, Liter weise vergossenen Tränen, und endlosen Versprechungen sich nicht zu vergessen begaben sich die drei zum Gate um endlich ein zu Checken. Die kleine Mona drückte Ihre Stupsnase platt am Fenster um einen letzten Blick auf Ihre Freundin die Nicole zu erhaschen. Die roten Schweizer Pässe an die Fenster gedrückt, damit uns die Freunde drüben auf der Zuschauer Terrasse auch sehen konnten ein letztes Wehmutsvolles auf Wiedersehen.
Ein zittern ging durch den silbernen Leib des Stahl Vogels als der Pilot die Motoren auf volle Kraft hoch laufen lies, dann mit einem plötzlichen ruck donnerte die Maschine über die Rollbahn. Steil hob sich die Maschine in den Stahl blauen himmel hoch, ein letzter blick hinunter auf die Stadt Zürich dann verschwand ganz langsam unter Ihnen die vertraute Heimat. Drei reihen hinter Ihnen sass eine Bauers Familie die Ihr Glück ebenfalls im fernen Kanada versuchen wollte. Eine sechs Köpfige Familie aus dem Berner Oberland die nun mit ebenso vielen Träumen und Hoffnungen Ihre Zukunft in Quebec versuchen wollten. Mona hatte tausend fragen an Kurt während die Maschine dem Horizont zu jagte. Kurt erklärte Ihr dass wir sicher an Wochenenden wandern gehen würden, so wie Sie das auch in der alten Heimat getan hatten, dass Sie sicher in die Wildnis gehen würden, Bären und riesige Elche soll es da geben die man in freier Wildbahn beobachten könnte. Sicher auch Kanu fahren und viele viele Abenteuer erleben.
Nach einem ruhigen sechs stündigen Flug landete die Maschine endlich in Quebec, die drei verabschiedeten sich von den Bauern mit vielen Glückwünschen und dem versprechen man würde sich ja bestimmt einmal besuchen kommen. Eine stunde später landete die Maschine in Toronto. Diese riesige Metropole am Ufer des Ontario See.
Es sollten noch fast zwei volle Stunden vergehen, bevor die drei endlich von der Einwanderungsbehörde mit allen nötigen papieren entlassen wurden. Sie wurden freundlich empfangen und mit vielen Ratschlägen, Anweisungen und gut gemeinten wünschen in das Land eingelassen. Auf Ihrem Gepäck sitzend in der Ankunftshalle wirkten die drei schon ein wenig verloren als Sie auf Ihren zukünftigen Arbeitgeber warteten, und konnten nicht verstehen warum sie so lange warten mussten, sie waren doch schon vor zwei stunden gelandet. Endlich kam ein fettleibiger Mittfünfziger angeschnauft. Mit hochrotem Gesicht schnauzte er Kurt an, bist du Kurt? Als dieser die frage bejahte meinte er. Verdammt nochmal ich warte hier schon über zwei stunden, wo seid Ihr gewesen verdammt noch mal? Auch erfreut Sie zu sehen erwiderte Kurt, wir mussten noch bei der Einwanderungsbehörde vorsprechen, und unsere Papiere entgegen nehmen erklärte Kurt. Kurt blieb beim höflichen Sie während Mister Shipper beim Du blieb, für Kurt und Marlis eine etwas ungewohnte Sache.
Das verladen aller Koffer und Pakete war ein kleines Abenteuer für sich selbst, Mister Shipper hatte nur einen kleinen Pickup mit einer kleinen Ladefläche, und drei Sitzplätzen, zudem kam noch Mädi der kleine Hund den Mona mitnehmen durfte, und es war offensichtlich dass Mister Shipper nicht allzu erfreut war über die Lage. Man konnte die Nervosität förmlich spüren die Mister Shipper beherrschte.
Man machte gute Miene zu der etwas ungewohnten Situation, lächelte freundlich, und hoffte dabei dass dies nicht die alltags Laune des zukünftigen Chefs sei. Eng zusammen gepfercht ging es nun auf dem Highway 401 Richtung Westen, Richtung neue Heimat. Neugierig wanderten die Blicke der drei auf die draussen vorbei fliegende Landschaft. Braun das Gras, viele tote Bäume und ansonsten eher öde Landschaft säumten den Highway. Kein vergleich mit der fast immer grünen sauberen Schweiz. Weggeworfene Plastiksäcke wirbelten durch die Luft, achtlos hin geworfener Müll entlang des Highway's, das einzige wirklich interessante schienen die riesigen Trucks zu sein die sich Ihren weg nach Westen oder Osten bahnten, manche mit recht schönen Malereien Verziert waren sie der ganze stolz dieser Trucker, die Ritter der Highways. etwas aber fehlte im Bild das sich Kurt gemacht hatte.
Eben noch hatte er doch im Flugzeug seiner Familie versprochen Samstags oder im Urlaub Wandern zu gehen, auf die Berge hoch, durch eine unberührte Natur, vorbei an tief blauen glitzernden Seen, raus in die unberührte Natur, Bären und Elche sollte es da geben, endlose Flüsse auf denen man Kanu fahren könnte, Biber und Otter denen man in freier Natur bei Ihrem unbekümmerten Spiel zusehen konnte. Aber da war nichts, so weit das Auge reichte, kein Berg, nicht mal eine kleine Erhöhung in der Landschaft, die paar Tümpel die man sehen konnte waren sicher auch nicht geeignet um die Tierwelt zu beobachten, sahen sie doch eher aus als wäre es eher ein Sumpf gebiet. Mit einer etwas müden Handbewegung wischte sich Kurt über die Augen, so als könnte er das gesehene wegwischen wie einen bösen Traum, und in der Hoffnung dieses Landschaft würde sich dann schon noch zum Vorteil ändern, damit wendete er seine Aufmerksamkeit wieder den beeindruckenden Trucks mit ihren Malereien zu.
Ankunft in Woodstock.

Erster Tag in Kanada






