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Von Fritz Lanz – Fritz 4
Fritz Lanz
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2.3.
Meine Eltern / 09.05.2025 um 13.37 Uhr
2.3.
Meine Eltern / 09.05.2025 um 13.46 Uhr
2.3.
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2.3.
Meine Eltern / 09.05.2025 um 13.49 Uhr
3.1.
Meine Grosseltern / 09.05.2025 um 13.49 Uhr
3.1.
Meine Grosseltern / 09.05.2025 um 13.50 Uhr
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1.
Erste Erinnerungen und Kindheit
2.
Meine Eltern
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.1.
Meine Mutter
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.2.
Mein Vater
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
2.3.
Die Ehe meiner Eltern
3.
Meine Grosseltern
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.1.
Mein Grossvater väterlicherseits
3.2.
Die Grossmutter die ich kannte
3.2.
Die Grossmutter die ich kannte
3.2.
Die Grossmutter die ich kannte
3.2.
Die Grossmutter die ich kannte
3.2.
Die Grossmutter die ich kannte
3.2.
Die Grossmutter die ich kannte
3.3.
Mein Grossvater mütterlicherseits
3.3.
Mein Grossvater mütterlicherseits
3.4.
Meine Grossmutter mütterlicherseits
3.4.
Meine Grossmutter mütterlicherseits
4.
Kindergartenjahre
Diese Biografie widme ich vorläufig mal mir selbst und den wichtigsten Personen aus meiner Kindheit und der Gegenwart
Was weisst du über deine Geburt?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was weisst du über deine Geburt?
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Aus der Annahme, dass Erlebnisse aus der Kindheit meinen Lebensweg beeinflusst haben entschloss ich mich, das was ich noch weiss aufzuschreiben. Ich beginne kurz vor der Geburt.

Es war Sonntag, der 1. Dezember 1946, also der 1. Advent. Mein Vater war auf der südlichen Laube des Hauses und schoss auf Spatzen. Das machte er gerne.
Als ihn seine hochschwangere Frau Mathilde so gegen halb Fünf ersuchte auf dem Estrich Holz zu holen um den Herd zu Heizen  kam er diesem Wunsch nicht gleich nach. Also packte meine Mutter den Holzkorb und ging damit nach nach oben auf den Estrich. Beim Runterkommen glitt sie auf der ausgelaufenen "Hühnertreppe" aus uns stürzte nach unten.
Oh Schreck! Das war wohl mein erster grosse Erschütterung. Der zweite Schreck folgte gleich danach. Mein Vater war oft jähzornig: "Himu-Heiland-Donner" war seine übliche Reaktion die ich wohl nicht das erste Mal erlebte und die meine Mutter und mich in Angst und Schrecken versetzte. Die Grossmutter, also die Stiefmutter meines Vaters kam zu Hilfe. Man brachte meine Mutter ins Bett. Es wurde eine unruhige Nacht. Sie hatte Schmerzen und ich wehrte mich, wollte raus, obschon der Geburtstermin erst Mitte Januar war. Gegen Morgen begannen die Wehen. Mein Vater spannte den "Grau" vor den Bockwagen, holte meine Mutter und gab ihr noch eine Decke, denn es war kalt an diesem Morgen. Auf der holprigen Naturstrasse fuhren wir gemeinsam über die Moosstrasse nach Langenthal ins Spital. Das dauerte ungefähr eine halbe Stunde.

Morgens kurz vor Sieben war es noch saukalt im Gebärsaal. Aus kostengründen hat man den Raum über das Wochenende nicht geheizt. Um zehn nach Sieben kam ich auf die Welt. Ein riesiger Schock. Diese Kälte! Ich wollte ja schon raus aus der warmen Höhle.  Aber doch nicht gleich in diese Arktis! Ich bin ja kein Eisbär. Ich fühlte mich vertrieben.

Nach ein paar Tagen holte uns die ehemalige Nachbarin Elisabeth Lüdi, inzwischen verheiratet mit Franz König, nach Hause.
Ich war ein stilles Bebe, schrie wenig und ass schlecht. So um den errechneten Geburtstermin herum, also Mitte Januar 1947 wurde ich krank, hatte plötzlich hohes Fieber. Am Abend rief mein Vater den Doktor Zesiger an. Er kam schon bald und diagnostizierte eine Lungenentzündung. Er gab Medikamente und sagte zu meinem Vater "Gut, dass du angerufen hast Fritz, am Morgen wäre es zu spät gewesen. Da hättest du den Totengräber rufen müssen." Das waren meine ersten sechs Wochen auf dem Planet Erde.
Wie sind die Eltern auf deine(n) Vornamen gekommen? Haben deine Eltern gut gewählt?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie sind die Eltern auf deine(n) Vornamen gekommen? Haben deine Eltern gut gewählt?
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Meine drei direkten Vorfahren hiessen Fritz, so kam ich wohl zu meinem Vornamen. Der Urgrossvater Fritz Lanz geboren 1847, von Beruf Schreiner. Der Grossvater Friedrich Lanz geboren 1887, von Beruf Schreiner. Der Vater Fritz Lanz, geboren am 28.August 1918, von Beruf Schreinermeister. Mein Urgrossvater hiess Daniel Lanz, geboren 1807 in Huttwil. Der Name Daniel wäre auch schön gewesen. Doch mit dem Fritz habe ich nicht gehadert.
In was für eine Zeit wurdest du geboren?
Seite 3
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

In was für eine Zeit wurdest du geboren?
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Ich hatte bereits eine Schwester, Margrit, geboren am 17. September 1945. Also kurz nach dem Ende des Zweite Weltkriegs der am 2. September 1945 auch in Japan fertig war, nach den Atombomben-Abwürfen in Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August. In Europa endete der Krieg am 8. Mai 1945 mit der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation durch Generalfeldmarschall Keitl.
Es herrschte Aufbruchstimmung nach sechs Jahren Krieg und monatelanger Abwesenheit meines Vaters am Rhein und am Doubs. Er kriegte Aufträge von seinen Dienstkollegen. Es waren Dragoner wie er, meist Bauernsöhne, die Aussteuern brauchten. Betten, Schränke, Büffets, Tische und Stühle. Das meiste machten mein Vater und mein Grossvater selbst Sie waren spezialisiert auf die Verarbeitung von Massivholz. Die Stühle bezog er von der Stuhlfabrik Horgen-Glarus. Der westliche Anbau ans Bauernhaus wurde 1948 zurückgebaut. An seine Stelle kam ein zweigeschossiger Anbau mit Flachdach. Jetzt war mehr Platz zum Schreinern vorhanden. Da war aber noch der Bauernbetrieb mit ein paar Kühen, Schweinen und Landwirtschaftsfläche. Und die Hofstatt, die "Hoschtert" mit den Hochstammbäumen. Sauergrauech, Edelgrauech, Boskoop, Bernerrosen, Chüsenreiner und ein paar Kirschbäumen.
Was ist deine erste eigene Erinnerung an dein Leben?
Seite 4
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was ist deine erste eigene Erinnerung an dein Leben?
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Eine meiner ersten Erinnerungen ist das rosarote Nummernschild, das mein Vater 1950 am Velo meiner Mutter montierte. Das befand sich damals noch vorne, auf dem Führungsrohr der Lenkgabel. Zum Einkaufen im Dorf oder beim Lüdi-Metzger nahm sie mich oft mit im "Sitzli" auf dem Gepäckträger. Frau Lüdi gab mir jeweils ein "Redli" Cervelat.
Welche andern frühen Ereignisse hast du nicht vergessen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Welche andern frühen Ereignisse hast du nicht vergessen?
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Etwa 1951 kriegte ich ein Huttli mit dem ich dann beim Kaiser-Beck ein Brot holte. Der hatte zwei hübsche Töchter, die aber schon gross waren, sie gingen schon zu Schule. Später wurde aus ihnen die Frau Schürch und die Frau Ammann. Manchmal schickte man mich auch zum Kurt-Rösi, zum Loosli oder zum Heiri-Emmi um Zucker, Salz, oder Kastanien einzukaufen. Auch mit der Grossmutter ging ich ab und zu ins Dorf. Zu Fuss, sie lief ziemlich schnell. Manchmal musste Sie auf mich warten. Sie kaufte ihr Brot meist beim Götschi-Beck neben der Kirche oder beim Rohrer-Beck. Im Sommer gab es beim Götschi feine Stängelglacen. Hie und da half das Betteln oder eben nicht.
Etwa zu der Zeit kaufte mein Vater beim Nachbarn, dem Bösiger Viktor zwei neue, silbrigglänzende Velos der Farbe Kondor. Der alte Göppel meiner Mutter wurde später umgebaut mit einem tiefliegenden Sitz, damit meine Schwester damit fahren konnte. Ich erinnere mich noch an einen Ausflug an einem Sonntag nach Grasswil zu Bekannten. Da gab es gute Chrömli. Plötzlich ermahnte mich meine Mutter " jetzt ist genug!" Auch nach Rütschelen gingen wir zu Besuch in die Käserei. Die Frau des Käsers war eine Kusine meines Vaters. Die Tochter von Bieri Otto, Käsermeister in Kirchlindach.
Um etwas mobiler zu sein kaufte sich mein Vater 1953 eine Vespa. Für Kundenbesuche und auch für Einkäufe in Langenthal beim Geiser Ruedi, Eisenladen an der Marktgasse. Meine Mutter nahm auch Fahrstunden und war bald auch mobiler. Etwa zu der Zeit fiel auch der Entscheid, die Landwirtschaft aufzugeben und sich auf die Schreinerei zu konzentrieren. Mein Vater hatte wenig Freude an den Tieren, am Melken und am Misten. Für ihn war das verlorene Zeit in der er nicht seiner Leidenschaft, dem Schreinern nachgehen konnte. Auch wirtschaftlich gesehen schien es ihm vorteilhafter, die Schreinerei zu fördern. Er meinte " Mit dem was wir beim Schreinern verdienen subventionieren wir unsere eigene Landwirtschaft".

Bald einmal kam der Viehhändler Plüss von der Allmendgasse und holte die Kühe ab. Ich erinnere mich noch gut, wie eine von ihnen vor lauter Aufregung mit einem Bein in den Mistgülle trat. Wir schauten alle zu, wie sie davontrotteten. Die Grossmutter, der Grossvater, die Mutter, der Vater, Margrit und ich. Es war ein bisschen traurig, machte aber den Weg frei für Neues.

Ich war eher ein eher schwaches Kind, ein Leichtgewicht. Die Grossmutter nannte mich einen Gstabi. Das nahm ich ihr übel. Bei Lüdis gab es einen weissen Hahn mit rotem Kamm. Der mochte es nicht, wenn man ihn neckte. Wir waren eine Schar von etwa sechs oder sieben Kindern und neckten ihn wieder einmal. Er nahm die Verfolgung auf. Ich war der Hinterste. Andres Hans vom Nachbarhof ahnte Gefahr. Ich fiel hin, der Hahn stürzte sich auf mich. Hans kam gelaufen um mich zu retten. Lachend erzählte er mir später, dass es nicht nötig gewesen sei da ich so stark mit den Beinen strampelte dass der Hahn nach einem Treffer am Kopf von mir abliess.
Was hat man dir von deiner Taufe erzählt?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was hat man dir von deiner Taufe erzählt?
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Ich wurde in der Kirche Roggwil getauft von Pfarrer Schläfli. Von der Taufe gibt es ein Foto vor dem Wohntrakt des Bauernhauses in der Buchägerten. Darauf sind zu sehen: Meine Mutter, klein und lieb, sie hält mich im Arm. Der Vater, gross, schlank und stolz. Die Grossmutter mit dem Huppi. Der Grossvater, eher klein und etwas rundlich, er war zugleich mein Pate. Gotte Hanni, eine Schwester meiner Mutter, verheiratet mit Onkel Hans Reber aus Schwarzhäusern. Und natürlich meine Schwester Margrit, die mit ihren 14 Monaten ja schon recht gut laufen konnte. Dahinter die schon früher erwähnte südliche Laube von aussen mit den zum Teil abgewetterten und abgefallenen Holzschindeln.
Welche Rolle spielten in deinem Leben deine Patin und dein Pate für dich?
Seite 7
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Welche Rolle spielten in deinem Leben deine Patin und dein Pate für dich?
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Meine Grosseltern wohnten im Erdgeschoss. So sah ich meinen Paten sehr oft. Für mich war er in erster Linie der Grossätti und nicht der Götti. Wir mochten einander, hatten ein gutes Verhältnis. Ich sass oft auf seinem Schoss und fühlte mich gut aufgehoben. Ob draussen auf dem Bänkli, drinnen auf seinem grünen Küchenstuhl oder auf dem Diwan in der Stube. Er konnte mich sogar dazu überreden von der verabscheuten Reissuppe zu essen. Das hat ihn gefreut und ihm sogar Anerkennung von den andern Familienmitgliedern eingebracht.
Falls du Geschwister hattest, wie haben sie dich aufgenommen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Falls du Geschwister hattest, wie haben sie dich aufgenommen?
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Margrit und ich wurden ein gutes Team. Sie trug gerne weisse Kniesocken mit Lochmuster, von meiner Mutter oder Grossmutter selbst gehäckelt. Einmal, als der Flachdachanbau beinahe fertig gebaut war wollten wir uns auch nützlich machen. Wir fanden einen Kessel mit einem Rest weisser Grundierung für die Fenster und zwei Pinsel. Damit malten wir da und dort ein bisschen die braune Wand an. Wir hatten Spass und waren stolz auf unser Werk. Als uns der Vater entdeckte war er weniger erfreut. Doch der sonst üblich zu erwartende Zornausbruch wich einem sanften Lächeln. Er erklärte uns dann, dass wir das sein lassen sollen weil es nicht passend sei und ihm nicht gefalle. Mit Terpentin entfernte er dann unsere Kunstwerke.
Wie gross war dein erstes Zuhause? Erinnerst du dich an die einzelnen Räume?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie gross war dein erstes Zuhause? Erinnerst du dich an die einzelnen Räume?
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Wir wohnten in einem recht grossen Bauernhaus, gebaut 1826 durch meinen Urururgrossvater Jakob Grütter für seinen Sohn Daniel. Im Erdgeschoss wohnten die Grosseltern und wir im ersten Stock. Darüber gab es noch einen Estrich.
Im Scheunenteil gab es ein Tenn mit je einem Tennstor. Dann den Kuhstall mit einem Pschüttloch davor. Das Saustall lag auf der Strassenseite und hatte eine eigene Güllengrube. Neben dem Stall lag das Futtertenn von dem aus man das Gras oder das Heu in die Futtertröge der Kühe gab. Dann folgte ein Anbau mit einem Pultdach, das einst als Remise gedacht war. Es wurde etwa 1840  vom Bruder meiner Ururgrossmutter Elisabeth, Daniel Grütter zu eine Schreinerei umgenutzt. Er fertigte darin Überseekisten mit gerundetem Deckel und stabilen Beschlägen. Die Kisten wurden für Amerika-Auswanderer gebaut. Sie verstauten darin ihr ganzes Hab und Gut und auch die Verpflegung für die Überfahrt. In der kleinen Werkstatt gab es noch einen Ofen mit separatem Kamin. An den Ofen erinnere ich mich noch weil er beim Rückbau stehen gelassen wurde und auch beim Flachdachneubau seinen Dienst verrichtete. Einerseits als Heizofen aber auch als Leimofen.
Als Nebengebäude existierte ein Pferdestall mit einem Brennholzlager und zwei Kaninchenställen. Und daneben der Hühnerstall mit dem eingezäunten Hühnerhof.
Wie sah dein Zimmer aus? Hattest du ein eigenes?
Seite 10
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie sah dein Zimmer aus? Hattest du ein eigenes?
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Das Kinderzimmer teilte ich mit meiner Schwester Margrit. Es lag zwischen dem Wohnzimmer und dem Elternschlafzimmer und konnte von den angrenzenden Räumen durch je ein Türe betreten werden. Es hatte eines von den fünf Fenstern auf der Südost-Seite des Hauses, mit Blick auf das Kloster St. Urban. Der Boden bestand aus Holzbrettern die beim darüber gehen knarrten. Der Lampenschirm hing an einem Kabel von der Decke und war mit Stoff bespannt.
Weisst du noch, wie die Küche ausgesehen hat?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Weisst du noch, wie die Küche ausgesehen hat?
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Von der Haustüre aus ging es direkt in die grosse Küche mit dem Schüttstein rechts in der Ecke. Dann folgte eine Türe die ins Wohnzimmer führte, dann der Kochherd mit Holz befeuert, bestehend aus drei Kochplatten und ein Kupferschiff. Links in der hinteren Ecke der Tisch und ein weisses Küchenbüffet, bestehend aus einem Unterbau mit zwei Türen, darüber einer Nische und einem Oberbau mit zwei verglasten Türen. Links war auch eine Türe durch die es zur bereits erwähnten Estrichtreppe ging. Durch eine dritte Türe, gegenüber der Haustüre gelegen ging es in den Gang.
Dort eine Türe nach links zum Kämmerli, eine nach rechts zum Elternschlafzimmer und eine geradeaus zur hinteren Laube von der aus man auf die St. Urbanstrasse sah.
Wie war es draussen? Gab es einen Hof oder einen Garten?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie war es draussen? Gab es einen Hof oder einen Garten?
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Auf der Seite des Wohntraktes gab es einen Gemüse- und Beerengarten. Gegen die Strasse einen Vorplatz mit einer Zu- und Wegfahrt. Der Strasse entlang war ein Blumenbandeli, von der Strasse aus leicht erhöht. Es war etwa 15 Meter lang und etwa eineinhalb Meter breit. Vor dem Kellerabgang lag noch das Dahlienbandeli der Grossmutter mit jeweils etwa 12 Dahlienstöcken von etwa gut einem Meter Höhe. Durch die Hoschtet mit dem Hühnerhof und den etwa 20 Hochstammbäumen führte ein Grasweg bis zum Gleis der Melchnaubahn. Der Bahnhübergang führte zu den Feldern oberhalb der Bahnlinie und den vier grossen Kirschbäumen.
Erinnerst du dich an deine Spiele? Was oder womit spieltest du/spieltet ihr besonders gern im Haus oder im Freien?
Seite 13
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an deine Spiele? Was oder womit spieltest du/spieltet ihr besonders gern im Haus oder im Freien?
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Am besten erinnere ich mich noch ans Spielen während der Kartoffelernte auf dem Acker oberhalb der Bahnlinie. Das war wahrscheinlich im Herbst 1950. Da war ich knapp 4 Jahre alt. Die warme, weiche, krümelige Erde faszinierte mich. Da konnte ich Hügel und Gräben bauen. Und Regenwürmer entdecken. Das waren damals beste Spielkameraden. Ich steckte sie auch in den Hosensack. Die Mutter bekam das Grausen, mein Vater lachte über meine Spielfreude.
Zu Hause hatte ich ein paar Tiere zum Spielen. Am besten erinnere ich mich an das braune Kamel. Es war aus Ton oder einem ähnlichen Material geformt und mit Draht armiert. Mit er Zeit wurden einige Drähte sichtbar, das störte mich aber nicht. Bei der Grossmutter im Erdgeschoss gab es einen Sekretär, das Büro meines Grossvaters. Unter der Schreibfläche befanden sich 3 Schubladen. Die unterste davon war die Spielzeugschublade von Margrit und mir. Sie hatte  Puppen und einen Kochherd. Am besten erinnere ich mich an meinen roten "Studebecker" den ich von Onkel Ruedi, dem jüngeren Bruder meines Vaters gekriegt habe. Spielplätze waren auch der Estrich und die Scheune. Auf dem Estrich spielte ich mit den Schuh-Leisten und den Schuhmacherwerkzeugen. Die Leiste waren Holzmodelle eine Fusses nach denen dann ein Schuh gefertigt wurde. Von wem diese Utensilien stammten weiss ich nicht mehr.
Was für Bücher gab es in deiner Familie? Durftest du sie anschauen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was für Bücher gab es in deiner Familie? Durftest du sie anschauen?
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Der Vater war Mitglied bei der Büchergilde Gutenberg. Da gab es ab und zu ein neues Buch. Darunter sicher Rudolf von Tavels "Ring i der Chetti" oder  Jeremias Gotthelfs "Annebäbi Jowäger"und "Ueli der Knecht" Margrit und ich hatten auch eine illustrierte Kinderbibel. An ein Bild erinnere ich mich besonders: als Salome der abgeschlagene Kopf von Johannes präsentiert wurde. Auch ein Gürteltier kam in einer Zeichnung vor. Es wurde zu meinem Lieblingstier an das ich oft dachte, obwohl ich erst viel später als Erwachsener mal eine in einem Zoo gesehen habe. Eine grosse Bedeutung spielte auch ein Buch von Wilhelm Busch mit "Max und Moritz" und "Die schönen Helene".
Erinnerst du dich an Märchen, Gutenachtgeschichten, die man dir erzählt hat? Oder Kinderlieder, die man dir vorgesungen hat?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an Märchen, Gutenachtgeschichten, die man dir erzählt hat? Oder Kinderlieder, die man dir vorgesungen hat?
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Meist die Mutter, manchmal auch der Vater lasen uns abends aus dem Märchenbuch der Gebrüder Grimm vor. "Rotkäppchen" "Der Wolf und die sieben Geisslein" "Aschenputtel" "Frau Holle". Mutter sang gerne. "Am Brunnen vor dem Tore..." habe ich noch in den Ohren. Das gemeinsam gesungene Nachtgebet war mir sehr wichtig, Manchmal störte ich den Ablauf auch ein wenig, dann wies mich die Mutter zurecht. Ich weiss nur noch die letzten Worte des Liedchens "schliesse meine Äuglein zu".
Erinnerst du dich an die Geburt von Geschwistern? Was hattest du dabei für Gefühle?
Seite 16
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an die Geburt von Geschwistern? Was hattest du dabei für Gefühle?
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Jetzt kommt ein schwieriger Abschnitt. Im Jahr 1954 als der Stall zur Schreinerei umgebaut wurde, war meine Mutter schwanger. Von den Eltern vernahmen wir, dass wir ein Geschwister erhalten werden. Da waren wir natürlich gespannt. Es war ja noch ferne Zukunft, ein freudiges Ereignis in der Zukunft. Zu der Zeit fuhr ich mit dem Vater auf der Vespa nach Olten zur Firma OLMA. Die bauten Schreinereimaschinen. Dort wählten wir eine Kreissäge, eine Kehlmaschine und eine Langlochbohrmaschine aus. Die wurden erst noch hergestellt und sollten im Sommer geliefert werden, sobald der Schreinerei fertig umgebaut war. Das war kurz bevor ich dann am Osterdienstag zur Schule kam, in die erste Klasse.
Der Umbau kam planmässig voran. Die Mutter schaute manchmal von der Vorbühne aus zu wie aus dem Stall eine Schreinerei entstand. Der Stallboden und der Schorgraben wurden mit dem Presslufthammer rausgespitzt, dann kam eine neuer Holzboden rein aus Eisenbahnschwellen und soliden Brettern darüber. Da wurden dann Aussparungen gemacht für die Zementfundamente, auf die die neuen Maschinen zu stehen kamen.
Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme. An einem Samstagabend sass die Mutter ganz unten auf der Treppe die zur Wohnung führte. Sie hörte der Musik zu vom Waldfest, das auf dem Hexenplatz stattfand. Sie summte leise zu der Musik. Sonst waren wir ja immer auch dabei am Waldfest. In diesem Jahr war es zu beschwerlich, denn der Geburtstermin nahte.
Am Freitag, 27.Juli 1954 früh sagte meine Mutter: "Ich glaube es geht los!" Ich hatte Schulferien, wahrscheinlich schon die dritte von sechs Wochen. Der Vater war ein bisschen nervös, denn heute um zehn Uhr war die Lieferung der neuen Maschinen angesagt. Er telefonierte dem Nachbarn, dem Bösiger Viktor, er hatte ein Auto, einen Opel und bat ihn, die Mutter ins Spital zu bringen. Um neun Uhr fuhr er vor, die Mutter stieg ein und rief mich noch zu sich um sich mit einem Müntschi zu verabschieden. Mir kommen die Tränen, jetzt beim Schreiben, denn es war das letzte Müntschi das ich von ihr erhielt. Sie fuhren los, Margrit und ich winkten. Um zehn Uhr kam der Lastwagen mit den Maschinen. Sie waren schnell abgeladen. Dann fuhr der Vater mit der Vespa los ins Spital. Um elf kam er zurück und erzählte mir bei der Türe zur neuen Schreinerei dass ich einen Bruder bekommen hätte den Resli (Andreas). Welche Freude, und zum Glück ein Bruder. Ich war fast so stolz wie mein Vater. Um fünf vor halb Zwölf rief uns die Grossmutter zum Zmittag. Denn gegessen wurde pünktlich. Wir waren alle in guter Stimmung. Ich bettelte bei der Grossmutter um am Nachmittag ins Spital zu gehen. Sie meinte dass es wohl morgen besser wäre. Um viertel vor Zwölf schrillte das Telefon. Die Grossmutter ging ran hörte kurz zu und sagte "Fritz für di, s'Schpitau". Auch er hörte kurz zu und sagte dass er komme. Er sagte irgendetwas, startete die Vespa und fuhr los. Nach einer Stunde kam er zurück mit roten Augen. Da begann der schwarze Freitag! Er nahm Margrit und mich bei der Hand. Wir gingen nach oben ins Wohnzimmer, setzten uns auf das braune Sofa. Margrit rechts, ich links. (Jetzt muss ich unterbrechen, ich gehe in den Garten). Die niederschmetternde Botschaft. "S'Mueti isch gschtorbe."Als erstes fragte ich "wär duet mi de jetz is Bett?" Der Vater fand, dafür fänden wir sicher eine Lösung. Warum gerade diese Frage? Unser Abendritual war mir sehr wichtig wenn wir gemeinsam "I ghöre es Glöggli das lütet so nätt. Der Tag isch vergange jetz goni is Bett..." Die Nachricht verbreitete sich schnell. Den Nachmittag verbrachten wir bei Bösigers, die Nachbarn mit der Tankstelle und dem Fahrradgeschäft. Mit ihren beiden Töchtern, Heidi eine Schulkollegin von Margrit und Käthi eine Schulkameradin von mir, bauten wir ein Zelt und verbrachten die Zeit mit spielen. Z'Nacht gab es bei der Grossmutter und dem Grossätti.
Wie ging es weiter nach dem Tod der Mutter?
Seite 17
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie ging es weiter nach dem Tod der Mutter?
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Schon in der nächsten Woche war die Beerdigung. Res war zu dieser Zeit noch im Spital. Der Sarg wurde vor der Schreinerei auf zwei Taburettli gestellt während die Trauergemeinschaft auf den Leichenwagen wartete. Er war schwarz und wurde von einem Pferd gezogen. Gemächlich trotteten wir dahinter zu Kirche. Als wir auf der vordersten Kirchenbank sassen zeigte der Vater mit dem Finger auf den Sarg und sagte "Dört drin isch s'Mueti." Das war mir natürlich schon klar, ich war ja schon gross, ging schon zur Schule. Nach der Abdankung marschierten wir wieder hinter dem Leichenwagen zum Friedhof. Vier Männer liessen den Sarg an zwei Seilen in Grab. Jetzt fühlte ich mich allein, verlassen, im Stich gelassen, unvorstellbar traurig. Tante Rosetti und Onkel Walter fragten mich, ob ich mit ihnen nach Spiez fahren wolle. Da könne ich mit Walti und Ursi spielen. Ich willigte ein. Grossmutter packte für mich ein paar Sachen ein und wir fuhren los. In Hellsau bei der Post gab es einen kurzen Zwischenstopp. Onkel Walter hatte noch eine Brief einzuwerfen. Bei dieser Gelegenheit sagte er zu seiner Frau: "Fritzi weiss ja noch gar nicht was es bedeutet ohne Mutter aufzuwachsen." Dieser Satz ist mir geblieben. Jedesmal, auch heute noch, kommt er mir dieser Satz in den Sinn wenn ich an dem Haus vorbeifahre. Auch wenn es längst keine Poststelle mehr ist.
Wovor hattest du am meisten Angst?
Seite 18
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wovor hattest du am meisten Angst?
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Etwas Respekt hatte ich vor Donner und Blitz, wenn die Fensterscheiben erzitterten. Und vor dem Jähzorn des Vaters. Dabei blieb es zwar immer nur bei lauten verbale Äusserungen. Zugeschlagen hat er in diesem Zustand nie. Natürlich gab es ab und zu einen Chlapf bei Ungehorsam. Das war auch bei den Nachbarn so. Da ich nicht so robust gebaut war hatte man oft Nachsicht mit mir. Die Angst vor dem Zorn des Vaters ist mir zeitlebens geblieben.
Erinnerst du dich an die Jahreszeiten?
Seite 19
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an die Jahreszeiten?
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Einmal hatte es viel Schnee. Da war ich etwa fünf. Als ich bei der Grossmutter auf der Terrasse stand konnte ich nicht über den Schneewalm hinaussehen. Ich musste auf die Bank steigen um das Bienenhaus und die Bäume in der Hoschtet zu sehen. Unser Schlittelhang war beim Nachbarn Andres Hans. Da ging es steil runter zur Rot, ein kleiner Bach der von Melchnau kam und sich in Walliswil mit der Langeten zur Murg vereinigte. Bei guten Schneebedingungen kam man bei dem Hang ziemlich in Schuss. Der Auslauf unten war nur kurz. Also stark abbremsen mit den Absätzen, sonst ging es zu weit, ins Wasser. Wenn das passierte musste ich sofort nach Hause, das haben mir meine Eltern eingetrichtert. Mit nassen Füssen und nassen Hosen durfte ich nicht weiter schlitteln. Manchmal kam auch die Mutter mit. Wenn viele Kinder und Eltern am Abhang waren konnte man nicht kreuz und quer den Hügel hinauflatschen. Die oben Wartenden und auch die Runterfahrenden riefen dann immer "Agosch". Damals wusste ich nicht dass à gauche französich war und nach links bedeutete. Ich habe auch keine Ahnung, wer das Wort eingebracht hatte. Möglicherweise die Mutter, weil sie ja nach der Schule bei einer Familie mit Kindern im Welschland war.
Den Hintergrund warum ich mit nassen Schuhen und Hosen sofort nach Hause gehen musste erfuhr ich erst später. Ein älterer Bruder meines Grossvaters, der Jean fuhr auch in die Rot. Er ging aber nicht nach Hause aus Angst vor einem Donnerwetter. Er versteckte sich in der Kälte, wurde krank und starb dann später, etwa mit 12 an Auszehrung, an Tuberkulose. Das war ungefähr 1897, damals also vor ungefähr 55 Jahren.
Welche Rolle spielten Sonntage und Feiertage wie Weihnachten, Sankt Nikolaus, Ostern und Geburtstage in deinem Kinderleben?
Seite 20
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Welche Rolle spielten Sonntage und Feiertage wie Weihnachten, Sankt Nikolaus, Ostern und Geburtstage in deinem Kinderleben?
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Ich erinnere mich an einen Sonntag im Sommer, da wollten wir zu Besuch gehen. Ich weiss nicht mehr wohin. Margrit und ich tollten ein wenig auf dem Hausplatz. Sie trug weisse gelochte Kniesocken und Sandalen. Plötzlich rutschte ich aus und trat in die Mistgülle. Die Mutter schrie auf. Also ausziehen, waschen, neue Kleider anziehen. Dann waren wir startklar.
Der Samichlaus kam jedes Jahr zu uns. Vor ihm hatte ich Respekt. Was der alles  über mich wusste. Einmal sagte meine ältere Schwester "Das isch jo der Andres Hans". Erst zweifelte ich, dann merkte ich dass das ja stimmte. Das war wohl der letzte Samichlaus der uns besuchte.
Weihnachten war immer ein schönes Fest mit einem Weihnachtsbaum bei uns und einem bei der Grossmutter. Die Mutter verteilte immer nasses Salz auf den Zweigen, das dann im Kerzenlicht funkelte. Das wichtigste waren die Päckli und natürlich besonders das Päckliauspacken. In der heiligen Zeit hatte mein Vater oft den "Rappel" der sich in  schlechter Laune ausdrückte. Wir mussten alle ganz vorsichtig sein und ihn wie ein rohes Ei behandeln, sonst konnte er von einer Sekunde auf die andere ausraste und herumschreien. Wenn es mal passierte war die Mutter  traurig und wir Kinder gingen nach unten zur Grossmutter.
Ostern war immer ein grosses Gaudi mit dem Osternest suchen. Manchmal gingen wir da zur Tante Marti und Onkel Werner in die Ziegelei. Er kochte immer viele Ostereier mit der Stoppuhr. Auf seine perfekt gekochten Ostereier war er stolz. Sie waren auch schön in der Farbe von der Zwiebelrinde und den dekorativen Gräsern mit denen sie vor dem Kochen dekoriert wurden. Am besten gefielen mir die mit dem Ostergras, also mit dem Kerbelkraut.
Wie haben eure Mahlzeiten ausgesehen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie haben eure Mahlzeiten ausgesehen?
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Da die Haushaltskasse eher spärlich gefüllt war gab es für uns Kinder und die Mutter nicht jeden Tag Fleisch. Meinem Vater war es aber wichtig, dass wir gutes Essen kriegten. Ich war ja ein "Mägerlimucki" und Doktor Zesiger riet meinen Eltern besonders darauf zu schauen, dass ich genug ass. Oft gab es Rösti, ab und zu mit einem Spiegelei. Eier kriegten wir von der Grossmutter, die hatte ja etwa zwanzig weisse Leghennen, aber keinen Hahn. Mutter pflanzte Gemüse im Garten und auf dem Pflanzblätz. Dazu hatten wir noch Kaninchen im Stall. Es war immer schon eine grosse Vorfreude wenn wir am Samstag eine Küngel auswählten. Mein Vater erschoss ihn dann mit dem Flobert, hängte ihn an den Hinterbeinen auf, zog ihm da Fell über die Ohren, schlitzte mit dem frisch geschärften Militärsackmesser den Bauch auf und entfernte die Eingeweide. Das Leberli gab es dann schon am Samstag zum Nachtessen. Den Duft vom Anbraten des Kaninchens das mit Salz und Senf gewürzt war habe ich noch heute in der Nase, herrlich. Zum Mittagessen dann das zarte Fleisch mit einer guten Sosse und dazu Kartoffelstock. Auch ein Rüebli, eins für jeden, in der Sosse mitgeschmort, gehörte dazu.
Was waren damals deine Lieblingsessen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was waren damals deine Lieblingsessen?
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So einen feinen Griessbrei mit Zucker und Zimt mochte ich gerne essen. Die Apfelrösti dagegen schmeckte mir weniger. Ganz scheusslich fand ich die Reissuppe der Grossmutter. Da brauchte es grosse Überredungskünste meines Grossvaters bis ich erstmals einen Löffel davon probierte. Dabei sass ich, der Böpperli, auf seinem Schoss und er kriegte es hin, dass ich vorerst Bouillon ohne Reis probierte. Später mochte ich die Reissuppe ganz gut.
Was für Kleider hast du getragen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was für Kleider hast du getragen?
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Damals war es üblich Strumpfhosen und kurze Hosen zu tragen. Dieses Armeleute-Outfit gefiel meinem Vater nicht. Die Mutter ging dann in einen Kleidernähkurs. Von da an trug ich  lange Hosen und Margrit hübsche Kleidchen. Im Wohnzimmer stand die Singer Nähmaschine mit einer Fusswippe für den Antrieb. Einmal strickte uns die Mutter Pullover mit Norwegermuster und dazu passende Handschuhe. Da waren meine Schwester und ich stolz drauf. Onkel Ruedi in Schwarzhäusern, der Mann meiner Gotte Hanni hatte ein Schneideratelier. Er fertigte für mich die ersten Knickebocker-Hosen aus englischen Tweed an. Sie waren hellgrau mit roten und grünen Noppen drin. Der untere Abschluss unter dem Knie bestand aus einen breiten Gummizug den ich höher oder tiefer schieben konnte. Dazu trug ich Kniesocken. Für Schuhe gingen wir zu Herr Uhlmann im Dorf in der Nähe der Käserei. Der hatte so ein Röntgengerät bei dem man die Füsse unten einschob und von oben hereinschauen ob die Schuhe passten. Da gab es drei Gucklöcher, eines in der Mitte für den Träger der Schuhe und je eines links und rechts für den Schuhhändler und den Käufer. Die praktischen Geräte wurden bald wieder verboten wegen den schädlichen Röntgenstrahlen.
Wer und wie waren deine Spielkameraden?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wer und wie waren deine Spielkameraden?
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In der Buchägerten gab es ein paar Häuser und einige Kinder. Wichtig waren für mich der Lüdi Heinz und das Bösiger Käti. Sie waren später auch Schulkameraden von mir. Bösiger Heidi, gleich alt wie Margrit war eine kleine Anführerin. Bei der Frau Bösiger durften wir ab und zu die Kinderstunde hören, denn Bösigers hatten einen Radio. Angrenzend an unser Grundstück standen drei Einfamilienhäuser. Da gab es je einen grossen Buben. Sie waren gleichaltrig und etwa fünf Jahre älter als ich. Mit ihnen zu spielen war eine grosse Ehre. Zuunterst die Familie Amman mit dem René, in der Mitte der "Obere Ammann" mit dem Heinz und zuoberst Kurts mit dem Ruedi.
Wer waren die Nachbarn? Kanntest du/kanntet ihr sie gut?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wer waren die Nachbarn? Kanntest du/kanntet ihr sie gut?
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Einen guten Draht hatten wir zu Bösigers gleich über die Strasse. Ich war gerne bei Viktor in der Veloreparaturwerkstatt. Frau Bösiger bediente die Shell-Tankstelle und den kleinen Kiosk mit Tabak, Zigaretten, Glühbirnen und Sicherungen. Ihre Töchter waren Heidi und Käti. 
Daneben war ein Bauernhof, die Lüdis. Da war der alte Lüdi, etwa gleich alt wie mein Grossvater und seine Frau. Die hatten 5 Kinder. Hans war Traxführer bei König Strassenbau in Langenthal. Willi war Metzger mit eigener Metzgerei in Roggwil. Eine Tochter war verheiratet mit Franz König, dem Strassenbauer. Lisebeth wohnte im Bauernhaus, man sagte, sie sei schwermütig. Sie zeigte sich selten draussen. Walter war jetzt der Bauer auf dem Hof mit den Kindern Heinz (1947), Walter (1949), Käthi (1953) und später noch die Zwillinge Marianne und Maya (1964).
Familie Ammann in einem gepflegten Einfamilienhaus mit Veranda, Rasen und Kaninchenstall. Die Kindern Elsbeth (1940), Theres (1942), René (1944), Jürg (1948) und Peter (1950). Herr Ammann arbeitete in der Maschinenfabrik Ammann in Langenthal. Er war nicht verwandt mit der Unternehmerfamilie. In seiner Freizeit machte er Kunstschmiedearbeiten.
Die oberen Ammanns, auch in einem Einfamilienhaus hatte einen Sohn, den Heinz (1944). Frau Ammann hatte einen schön gepflegten Gemüsegarten. 
Im obersten Haus wohnte die Familie Kurt mit den Kindern Marianne (1950) und Ruedi (1944). Herr Kurt war kränklich. Er war als selbständiger Verkäufer für die Porzellanfabrik Langenthal unterwegs und verkaufte Service, also das ganze Geschirr das Haushalte brauchten. Seine Kunden waren Brautleute für die Erstausrüstung aber auch Verheiratete die sich neu ausrüsten wollten. Mit edlem Porzellan statt Chacheligeschirr.
Wer war für dich die einflussreichste Person?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wer war für dich die einflussreichste Person?
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Zu meinem Grossvater hatte ich grosses Vertrauen, ein inniges Verhältnis. Er hatte Zeit für mich und zeigte mir den Umgang mit den Bienen. Ich durfte auch beim Honigschleudern mithelfen.
Onkel Ruedi, geboren 1923, der Bruder meines Vaters war auch eine wichtige Person. Er lernte Käser und arbeitete dann in Basel. Da lernte er seine Zukünftige, die Tante Trudi kennen. Sie war im letzten Lehrjahr als Lebensmittelverkäuferin. Das Ziel von Ruedi war, ein Jahr  in einer Käserei in Dänemark zu arbeiten. Als er drei Monate später zu Fuss durch die Hofstatt zum Haus spazieren kam da wusste die Grossmutter gleich was los war. Trudi war schwanger. Sie selbst erzählte mir über sechzig Jahre später: " Das Jahr in dem ich neunzehn wurde war ein anstrengendes und turbulentes Jahr. Die Schwangerschaft behinderte mich nicht, es ging mir gut. Ich konnte meine Lehrabschlussprüfung machen. Mit gut sichtbarem Bauch heirateten wir in Roggwil, schon bald kam die kleine Trudi zur Welt." Da gibt es noch ein Hochzeitsfoto auf dem ich neben meiner Mutter stand. Just als der Fotograf abdrückte bohrte ich in meiner Nase.
Die junge Familie wohnte einige Wochen bei  Grossmutter und Grossvater in der Wohnung unter uns bis sie nach Zürich zogen wo Ruedi eine Stelle antrat. In der Zeit schreinerten mein Vater und der Grossvater eine Aussteuer. Die Rosshaarmatratzen kamen vom Hegi Kari.
Später sah ich die Familie eher selten, denn die wohnte in Zürich-Höngg, da hatten sie ein Milchgeschäft. Tante Trudi führte den Laden und schaute zu den Kindern Trudi und Ursi, meinen Kusinen.
Einmal kam die ganze Familie nach Roggwil zu Besuch. Da war auf der Bärenmatte eine Flugshow mit einer Graspiste. Da gingen wir hin und von da gibt es noch ein Foto. Onkel Ruedi mit einem Stumpen und das Trudi auf dem Arm. Am Boden standen Margrit und ich. Sommerlich, fröhlich, entspannt.
Was für Kontakte hattet ihr mit euren Verwandten? Gab es unter diesen solche, die dir damals oder auch später besonders nahe standen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was für Kontakte hattet ihr mit euren Verwandten? Gab es unter diesen solche, die dir damals oder auch später besonders nahe standen?
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Ab und zu besuchten wir die Tante Marti in der Ziegelei, die Gotte Hanni in Schwarzhäusern oder den Onkel Alfred in Untersteckholz. Die Gotte meiner Schwester, Rosetti, wohnte mit Onkel Walter in Spiez. Sie hatten zwei Adoptivkinder, den Walti (1945) und das Ursi (1948). Mit ihnen verstand ich mich gut. Sie wohnten in einem Chalet mit Seesicht. Da lag immer der Militär-Feldstecher griffbereit um den Schiffsverkehr zu beobachten. Onkel Walter war Offizier und besass deshalb so ein Fernsichtglas. Er schloss gegen Ende des Krieges sein Studium als Elektrotechniker am Technikum Burgdorf ab. Danach war er für die BKW (Bernische Kraftwerke) Kontrolleur für Elektroinstallationen im Berner Oberland. Wenn es seine Tour zuliess führ er mit dem Schiff zu seinen Einsätzen, sonst mit dem Auto.
Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deine Mutter denkst?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deine Mutter denkst?
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Ich sass oft auf dem Schoss meiner Mutter. Da fühlte ich mich wohl und geborgen. Margrit ging dann zum Vater. Der Vater nannte mich eine "Schöseler". Erste Erinnerungen sind auch als sie Blumen setzte oder sääte. Das interessierte mich. Sie erklärte mir die Stiefmütterchen, die Löiemüli und die Ringelblumen. Frau Bösiger hatte immer Gartenbürsteli. Diese mochte meine Mutter nicht. An der vorderen Laube, also gegen Nordosten hingen Blumenkistli mit Geranien.
Woher stammt deine Mutter? Was weisst du über ihr Leben? Wie hat sie den Krieg erlebt?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Woher stammt deine Mutter? Was weisst du über ihr Leben? Wie hat sie den Krieg erlebt?
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Meine Mutter kam aus Melchnau. Sie wurde Mitte Dezember 1918 geboren, als Jüngste mit fünf Geschwistern. Ihre Mutter starb im Januar 1919 an der spanischen Grippe. So wuchs sie beim Grosmüeti auf. Da sie eine gute Schülerin war meinte ihr Lehrer, dass sie nach Langenthal in die Sekundarschule gehen sollte und später dann ins Lehrerinnenseminar. Sie schrieb schön, gestaltete schöne Schulhefte und konnte gut singen. Es kam anders. Aus welchen Gründen auch immer besuchte sie in Melchnau die erweiterte Oberschule. Nach der Schule war sie im Welschland, ich weiss aber nicht wo. Es gibt irgendwo noch ein Foto wo sie in Basel war, sie arbeitete da als Verkäuferin in einer Bäckerei. Zu der Zeit war es üblich, einem unbekannten Soldaten einen Brief zu schreiben. So lernten sich meine Eltern in einem Urlaub des Vaters kennen. Als Tildi das erste mal zu Besuch in Roggwil war holte der Vater sie beim Bahnstation Buchägerten ab und von da liefen sie auf dem Geleise etwa 200 Meter Richtung Dorf von wo sie dann über den Grasweg durch die Hoschtert zum Haus gingen. Da soll die Mutter gesagt haben " Ah, ein so grosses Haus, das ist doch viel zu gross für mich." In Melchnau war alles etwas kleiner, die Häuser in der Festi waren niedriger, der Umschwung war kleiner. Die Lage zwischen Bach und dem Sandsteinfelsen beim Aufgang zur Burgruine Grünenberg liess nicht mehr zu.
Wie würdest du sie beschreiben?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Wie würdest du sie beschreiben?
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Die Mutter war nicht allzu gross, jedenfalls kleiner als der Vater. Sie war eine hübsche Frau mit langen, dunkelbraunen Haaren. Am Morgen machte sie daraus zwei Zöpfe und drapierte sie mit Haarnadeln um den Kopf. Bei ihr fühlte ich mich wohl und geborgen. Meist hat sie die Gutenachtgeschichte erzählt aus einem Kinderbuch. Später kamen die Grimm-Märchen hinzu und ein etwas grösseres Buch dazu  mit den illustrierten Geschichten von Wilhelm Busch. Da konnte ich mich an Max und Moritz und andern Geschichten ergötzen.
Wie hast du sie als Mutter empfunden?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Wie hast du sie als Mutter empfunden?
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Die Mutter war meist sanft. Manchmal war es nötig, etwas resolut zu sein denn ich machte oft das Gegenteil von dem was sie erwartete oder was nötig gewesen wäre. Sie nahm mich oft mit dem Fahrrad mit zum einkaufen. Da sass ich im Sitzli auf dem Gepäckträger, manchmal fröhlich aber auch mal nörgelig. 
Was waren ihre herausragenden Eigenschaften?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Was waren ihre herausragenden Eigenschaften?
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Die Mutter war immer da, auf sie war Verlass. Zum Zmorge mochte ich gerne Kakao und Konfitüren-Schnitteli. Um halb Zwölf gab es Mittagessen. Zuerst immer eine Suppe. Besonders mochte ich die Flädli- und die Buchstabensuppe.
Was habt ihr alles zusammen unternommen?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Was habt ihr alles zusammen unternommen?
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In einem Sommer ging die Mutter mit vielen andern Frauen zur Mutterkorn-Ernte. Meine Aufgabe war es dann, ihr das Mittagessen aufs Feld zu bringen. der Vater beschrieb mir genau, wie ich dahin gehen sollte. Es war in St. Urban hinter dem Kloster. Zu meiner eigenen Überraschung fand ich da die Mutter mit dem grossen Gerät vor dem Bauch. Mit einem Stab in der linken Hand holte sie einige Halme an die Blache und mit der rechten Hand bürstete sie das Mutterkorn aus den Roggenähren. Das schwarze Mutterkorn wurde damals zur Herstellung von Penicillin verwendet.
Hast du dich an deine Mutter gewandt, wenn dir etwas auf dem Herzen lag? Woran erinnerst du dich speziell?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Hast du dich an deine Mutter gewandt, wenn dir etwas auf dem Herzen lag? Woran erinnerst du dich speziell?
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Die Tochter von Zimmermeister Otto Kohler heiratete nach Basel. Die Aussteuer durfte mein Vater machen. Nach der Lieferung der Möbel waren wir an einem Sonntag in Basel eingeladen. Da fuhren wir mit der Bahn hin. Zur Vorspeise gab es einem Salat. Da schaute mich plötzlich eine Schnecke mit ihren langen Fühlern an. " Muetti lueg do e Schnägg". Ich hatte Freude an dem Tier. Die Gastgeberin nicht. Sie räumte alle Teller samt Salat in die Küche. Dann gings zum Hauptgang. Ab da war die Stimmung  getrübt und leicht angespannt.
Hatte sie Hobbies oder Leidenschaften? Was konnte sie besonders gut? Was machte sie besonders gern?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Hatte sie Hobbies oder Leidenschaften? Was konnte sie besonders gut? Was machte sie besonders gern?
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Bald nach der Heirat kam Margrit zur Welt. Da war Mutter sein angesagt. Sie half auch meinem Vater mit Schreibarbeiten, da ihr das besser von der Hand ging. Sie hatte auch ein Spinnrad auf dem sie Schafwolle zu Strickwolle verarbeitete. Im Winter also spinnen, stricken, häckeln und im Sommer gärtnern. Meist assen wir eigenes Gemüse und eigene Beeren. Erdbeeren, Himbeeren, weisse und rote Johannisbeeren, Stachelbeeren. Sie half auch mit beim Honig schleudern von den Bienen meines Grossvaters. Die Mutter war engagiert im Samariterverein und bei den Landfrauen. Da geb es jedes Jahr den Spinnet im Rössli. Da waren die Frauen unter sich, entweder mit dem Spinnrad oder einer Lismete. Im Laufe des Nachmittags kamen dann auch die Männer mit den Kindern zu dem Anlass im grossen Saal. Da gab es ein Zvieri, und gegen Abend spazierten wir alle zusammen nach Hause.
Wie kleidete sie sich? War ihr das wichtig?
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2.1.  Meine Eltern – Meine Mutter.

Wie kleidete sie sich? War ihr das wichtig?
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Ihre Kleider waren meist von eher dunkler Farbe. Jupe, Bluse, Pullover und im Winter selbstgestrikte Strümpfe. Sie hatte lange dunkle Haare, zu zwei Zopfen geflochten und rund um den Kopf mit Haarnadeln drapiert. Auch wir Kinder trugen solche Strümpfe, festgemacht an einem Gstältli mit Lochelastic und einem Knopf.
Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deinen Vater denkst?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deinen Vater denkst?
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Vor dem Vater hatte ich immer ein bisschen Angst. Mann wusste nie, wann seine Stimmung umschlug von lieb auf jähzornig. Er arbeitete viel in der Buddig, meist von früh bis spät. Daneben eben noch die Landwirtschaft. Am Morgen früh grasen, füttern, melken, in die Käserei fahren mit der Brente am Rücken.
Woher stammt dein Vater Was weisst du über sein Leben? Wie hat er den Krieg erlebt?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Woher stammt dein Vater Was weisst du über sein Leben? Wie hat er den Krieg erlebt?
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Mein Vater (1918) war das erste Kind seiner Eltern Friedrich Lanz (1887) und Martha Bieri (1899). Später kam noch mein Onkel Ruedi (1923) dazu. 1928 starb ihre Mutter, meine Grossmutter, an Brustkrebs. Nach einiger Zeit heiratete der Grossvater Marta Steinmann aus Freiburg. Die Ehe blieb kinderlos. Die Marta legte Wert auf Pünktlichkeit beim Essen. Sie war "gschaffig". Das Haus war sauber und der Garten gepflegt. Für die Kinder mit Jahrgang 1918 gab es in Roggwil erstmals eine Sekundarschule. Der Vater gehörte zu den ersten Schülern. Danach ging er in eine Schreinerlehre bei Ritschard in Interlaken. Er wohnte auch bei der Familie. Frau Ritschard war eine gute Köchin und brachte meinem Vater auch ein paar Manieren bei. In den Betriebsferien fuhr er die 100km mit dem Fahrrad nach Hause. 1938 ging er in die Rekrutenschule zu den Dragonern. Grossvater meinte, so kämen sie günstig zu einem Pferd das auch der Landwirtschaft diente. Nach Kriegsausbruch im September 1939 war er oft weg von zu Hause, an der Grenze. Als Schreiner wurde er oft eingesetzt um Anbindevorrichtungen für die Pferde in Tennen auf Bauernhöfen einzurichten. Als Ortschaften erinnere ich mich noch an Bachenbülach, Bassersdorf, Weiach. Später dann im Jura Porrentruy, Corgémont, Cormoret. Er fand, dass es verlorene Jahre waren. Er wäre liebend gerne in die Schreinerfachschule in Bern gegangen um sie mit dem Meisterdiplom abzuschliessen.
Wie würdest du ihn beschreiben?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Wie würdest du ihn beschreiben?
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Zu seinen Lehrlingen und den Mitarbeitern war er manchmal unbeherrscht wenn etwas nicht seinen Vorstellungen entsprach. Er war ungeduldig. Alles dauerte immer zu lange. Einmal als ich vom Kindergarten nach Hause kam, ich ging da immer durch die Werkstatt, da hatte er einen Anfall. Der Lehrling René Burkhard aus Langenthal hatte am Vortag gezinkte Schubladen aus Ahornholz verleimt. Sie waren alle windschief. Wahrscheinlich hatte ihn niemand instruiert, wie man diese Arbeit richtig macht. Die Teile waren nicht mehr zu retten. Der Vater nahm die erste zur Hand, prüfte sie mit einem Blick und schlug sie mit einer Ecke auf den Boden. Sie bartst in Einzelteil. Das gleiche geschah mit den andern fünf oder sieben edlen Schubladen.
Wie hast du ihn als Vater empfunden?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Wie hast du ihn als Vater empfunden?
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Als Stammhalter hatte ich bei ihm einen Stein im Brett. Da hat er viel Verständnis für mich gezeigt. Und er hatte oft auch Angst um mich, weil ich eher schwächlich war und zu leicht war. Einmal half ich ihm in der Schreinerei. Er war daran Bretter auzukanten auf de Fräse. Dabei gab es immer eine Dreieckleiste als Abfall. Meine Aufgabe war es, die herunterfallenden Leisten aufzuschichten. Als der Grossvater dazu kam erschrak er weil ich für meine Tätigkeit nahe neben den Speichenrad und dem Lederriemen der Transmission stand. Er hat mich dann abgelöst weil er es zu gefährlich für mich hielt.
Was waren seine herausragenden Eigenschaften?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Was waren seine herausragenden Eigenschaften?
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Mein Vater war ein Krampfer. Zu Mitarbeitern und zur Familie war er oft ungehalten. Zu Kunden war er geduldig und freundlich. Er liebte es, wenn er Anerkennung bekam. Um besser zu verkaufen hat ihm ein Innenarchitekt, der Wegmüller Otto, ein Zeigebuch angefertigt in dem die Betten, Büffets und Tische gezeichnet waren. Das sah sehr schick aus und hat seinen Dienst über lange Zeit getan. Zeichnen war nicht seine Stärke. Wenn es aber darum ging, Ausführungspläne für die Möbel zu machen, sogenannte Lattenrisse, da war er fast unschlagbar.
Was habt ihr alles zusammen unternommen?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Was habt ihr alles zusammen unternommen?
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Einmal besuchten wir in Basel den Herr Gluderer. Nur wir zwei. Er war ein freundlicher Herr an den mein Vater ein Möbelstück geliefert hatte. Er lud uns an einem Sonntag zum Mittagessen ein. Das Essen war auf grossen tiefen Tellern. Kartoffelstock mit Kalbsvoressen. Er sah wohl, dass ich vor dieser Menge Essen erschrak und meinte väterlich, dass ich nur soviel essen brauche wie ich möchte, den Rest räume er weg. Da war ich erleichtert. Ich war mir von der Mutter gewohnt, den Teller auszuessen.
Hatte er Hobbies oder Leidenschaften?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Hatte er Hobbies oder Leidenschaften?
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Die liebste Tätigkeit meines Vaters war das Schreinern. Zu der Zeit hatte wir noch den Grau, ein ungarischer Schimmel. Da ging er am Sonntagmorgen oft auf den Ausritt mit seinen Reitkollegen vom Reitverein Aarwangen und Umgebung. Anfangs der fünfziger Jahre organisierte der Reitverein ein Parcours-Reiten mit Schiessen. Der Feldschiessplatz für diesen Anlass war in Roggwil unterhalb des Chrottenweiers. Dorthin sollte die Mutter um neun Uhr heisse Schweinswürste vom Lüdi Metzger bringen. Im Milchkesseli aus Aluminiumblech. Da es kalt war kühlten die Würste schnell ab.  Der Vater war wütend, weil er seinen Kollegen heisse Würste anbieten wollte. Jedenfalls genossen sie die Verpflegung so wie sie war, eben lauwarm statt heiss.
Er war auch bei den Feldschützen. Der Schiesstag war meist am Samstag. Er war Kassier in dem Verein.
Am Sonntag den Küngel zu kochen und den Kartoffelstock zu rühren gehörte auch zu seinen bevorzugten Tätigkeiten die ihm Freude machten.
Wie kleidete er sich? War ihm das wichtig?
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2.2.  Meine Eltern – Mein Vater.

Wie kleidete er sich? War ihm das wichtig?
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Für Besuche bei Kunden oder wenn er mit der Mutter wegging da trug er einen Anzug. Zu dieser Zeit war es noch der Hochzeitsanzug den der Schneider Räber Ruedi für ihn angefertigt hatte. Aus edlem englischen Stoff, grau mit feinen blauen und weinroten Streifen. Den Anzug brauchten später mein Bruder um den Emil zu spielen und ich für den Wilhelm Tell. Im Winter trug er darüber einen Wintermantel, hergestellt von Ruedi Räber.
Was fällt dir spontan ein, wenn du an deine Eltern als Ehepaar denkst?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Was fällt dir spontan ein, wenn du an deine Eltern als Ehepaar denkst?
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Mein Vater war stolz auf seine hübsche, intelligente Frau und bewunderte ihre Schulhefte. Er half ihr auf dem Pflanzplätz mit hacken, beim Bohnenstangen setzen und beim Wasser schleppen mit den Spritzkannen. Er trug zwei davon, die Mutter eine.
Wie würdest du dein Elternhaus und euer damaliges Familienleben beschreiben?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Wie würdest du dein Elternhaus und euer damaliges Familienleben beschreiben?
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Als Kinder ging es uns gut und es gefiel uns zusammen mit Mutter und Vater. Ich spielte gerne mit meinen Tieren und Margrit mit der Puppe. Später kriegte sie einen Kochherd. Und dann gab es ein Kartenspiel, ein Quartett, ich glaube mit Blumen und Pflanzen. Das benutzten wir viel, allein, zu Zweit oder zu Dritt oder Viert. Einmal spielten wir zu Dritt. Die Kinder und der Vater. Unser Vater nervte sich daran, dass Margrit immer den Finger anfeuchtete wenn sie eine Karte zog. Er drohte damit dass es etwas absetzt wenn sie das weiterhin tue. Kurz darauf geriet der Finger wieder an die Zunge. Er haute ihr eine runter und ging in sein Büro. Das Spiel war zu Ende, die Stimmung dahin, der Sonntagnachmittag gelaufen. Ab da war das Quartett tabu.
Wie würdest du ihr Verhältnis/ihren Umgang miteinander bezeichnen?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Wie würdest du ihr Verhältnis/ihren Umgang miteinander bezeichnen?
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Die Eltern gingen liebevoll miteinander um, achtsam, aber auch etwas autoritär wenn der Vater bei irgendetwas anderer Meinung war. Als er einmal die Form für ein Kehlwerkzeug zeichnete um es bei Herr Schneeberger zu bestellen schickt der ihn wieder nach Hause mit der Aufforderung, eine einzige Linie zu zeichnen, das sonst keine genaue Anfertigung möglich wäre. Mit Hilfe der Mutter gelang dann das Kunstwerk. Dieses Werkzeug, hergestellt bei Wenk in Olten wurde dann fleissig gebraucht bis sich die Mode änderte. Es sollte uns wohl über 25 Jahre später noch einmal gute Dienste leisten nachdem es lange Zeit unbenutzt im Werkzeugschrank lag.
An welchen Elternteil hast du angenehmere oder spezifischere Erinnerungen?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

An welchen Elternteil hast du angenehmere oder spezifischere Erinnerungen?
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Für mich war die Mutter meine erste Ansprechperson, dann der Grossvater und erst dann der Vater. Ich war eher ein Langschläfer. Am Morgen war ich oft noch müde. Einmal stand ich doch schon früh um Sieben auf, da meinte die Mutter "gang doch no chli go schlofe, süsch bisch am Nomitag wider rumpusurig".
Mein Vater nahm mich einmal mit in die Linde, zur Frau Linde-Lanz. Da sassen wir zusammen mit andern Männern am Stammtisch. Mein Vater bestellte einen Zweier Roten. Als er wieder einmal das Glas zur Hand nahm war es leer. Mein Vater war baff. Die andern am Tisch lachten verschmitzt, denn sie hatten mir zugeschaut wie ich das Getränk in kleinen Schlucken genoss ohne dass es der Vater merkte.
Ein ähnliches Erlebnis war als wir der Frau von Alois ein Büffet lieferten. Mit dem Bockwagen und dem Grau davor ging es nach St. Urban. Sie war Italienerin und sprach nur wenig Deutsch. Nach dem Ablad und der Begutachtung des Werkes holte sie eine Flasche roten Wermuth und vier Gläser. Vater meinte, dass das wohl nicht das passende Getränk für mich wäre. Sie meinte " in Italie drinke chlini Bubeli das ou". Das Zeugs war gut. Mein Glas schnell leer. Sie goss nach. Da wurde ich wohl etwas müde. Auf dem Heimweg schlief ich ein. Zu Hause trug mich der Vater hoch. Da muss ich wohl kurz erwacht sein. Die Mutter war böse und machte dem Vater Vorwürfe. Am andern Morgen erwachte ich mit klarem Kopf und alles war wieder in Ordnung.
An was für Erziehungsmethoden, allenfalls auch Bestrafungsmethoden, erinnerst du dich?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

An was für Erziehungsmethoden, allenfalls auch Bestrafungsmethoden, erinnerst du dich?
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Die bevorzugte Erziehungsmethode war das Drohen:"süsch gits e Clapf!" (sonst gibt es eine Ohrfeige!") Das wollten wir Geschwister natürlich vermeiden. Also gehorchten wir meistens. Meine Methode um etwas zu erpressen war:"süsch isi nüt!" (sonst esse ich nichts) Da erschrak der Vater weil ihm Dr. Zesiger aufgetragen hatte, dafür zu sorgen, dass ich genug ass. So war dann ein gewisser Verhandlungsspielraum vorhanden.
Wie waren deine Eltern religiös eingestellt?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Wie waren deine Eltern religiös eingestellt?
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Meine Eltern gingen ab und zu aber eher selten in die Kirche. Margrit und ich gingen am Sonntagmorgen in die Sonntagsschule zu Frau Hönger an der Geissbergstrasse. Da gab es ein paar Bänke, das Negerli und ein Harmonium. Zuhause hatten wir eine illustrierte Kinderbibel. Darin war auch der heilige Martin zu sehen, wie er mit dem Schwert seinen Mantel teilte um einem frierenden Bettler zu helfen.
Haben deine Eltern dir als Kind/euch als Kinder gegenüber ihre politischen Ansichten geäußert? Wo standen sie politisch?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Haben deine Eltern dir als Kind/euch als Kinder gegenüber ihre politischen Ansichten geäußert? Wo standen sie politisch?
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Im Dorf hatten wir die Roten und die Bürgerlichen. Der Grossvater und der Vater waren Mitglieder der BGB, der Bauern-Gewerbe und Bürgerpartei. Heute ist das die SVP. In Roggwil hatten wir den Gugelmann, die Weberei in welcher feldgraues Tuch gewoben wurde für Militärkleider. Durch die vielen Arbeitskräfte gab es auch viele Sozialdemokraten. Zeitweise waren sie in der Mehrheit, auch im Gemeinderat und stellten den Gemeindepräsidenten. Sie brachten auch das Konsum ins Dorf. Zuletzt mit drei Filialen. Gassenacher, Dorf und Buchägerten. Als Bürgerliche kauften wir natürlich bei den Krämern ein. Beim Edurösi, beim Loosli, beim Heiri Emmi, bei der Frau Rathgeb und beim Fasnacht. Damals gab es noch fünf Metzgereien und sechs Bäcker.
Hast du Erinnerungen an das damalige Verhältnis deiner Eltern zu Behörden und Obrigkeit? Zur Kirche?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Hast du Erinnerungen an das damalige Verhältnis deiner Eltern zu Behörden und Obrigkeit? Zur Kirche?
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Etwa 1951 war ein Maikäferjahr. Da mussten wir jeden Morgen früh Maikäfer von den Bäumen schütteln und diese in die Sammelstelle bringen. Das war eine Pflichtaufgabe für jede Familie die wir selbstverständlich erfüllten. Die Menge die man ins Fass beim Kohler Otto schüttete wurde vorher von einem Gemeindebeamten kontrolliert und notiert. Die Menge wurde in Litern gemessen.
Was für mediale Erinnerungsstücke an deine Eltern wie Briefe, schriftliche Aufzeichnungen, Bilder, Fotos, Filme, Tonaufzeichnungen, Videos hast du?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Was für mediale Erinnerungsstücke an deine Eltern wie Briefe, schriftliche Aufzeichnungen, Bilder, Fotos, Filme, Tonaufzeichnungen, Videos hast du?
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Die ältesten Fotos von denen ich weiss sind von der Mutter in Basel als sie noch ledig war. Auch vom Vater gab es ein Foto wie er mit einer Glasscheibe unter dem Arm einhändig mit dem Velo durchs Dorf fuhr, mit einer langen kleinen Tabakpfeife zwischen den Zähnen. Und noch je ein Foto von den beiden Taufen 1946 und 1947.
Was für andere Objekte, wie Möbel Geschirr, usw. hast du von ihnen geerbt und behalten?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Was für andere Objekte, wie Möbel Geschirr, usw. hast du von ihnen geerbt und behalten?
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Zur Hochzeit erhielten die Eltern ein Aquarell-Bild geschenkt von seinem Lehrmeister und seiner Frau. Gemalt vom Bruder des Lehrmeisters Herr Ritschard, Kunstmaler aus Interlaken. Es zeigt den Niesen, ein pyramidenförmiger Berg in der Nähe von Spiez. Er ist noch heute ein beliebtes Sujet für Maler und Fotografen.
Im Stübli in unserer Wohnung stand ein grosser Schrank für die Lagerung von Vorräten. Später wurde er restauriert und diente als Büroschrank. Den hatte die Bieri-Urgrossmutter von einem Störenschreiner etwa 1912 anfertigen lassen. Er war aus Kirschbaumholz. In unserer Gegend gab es viele Möbel aus Kirsche, weil das Kloster ein Vorkaufsrecht für alle Nussbäume in der Region hatte. Dieser Schrank kam dann nach meiner Heirat in unser Haus. Ein Familienerbstück an dem ich grosse Freude hatte.
Gibt es Lebensweisheiten, die dir deine Eltern mitgegeben haben?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Gibt es Lebensweisheiten, die dir deine Eltern mitgegeben haben?
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Man grüsste und war anständig zu den Leuten. Als ich einmal bei Onkel Ruedi und Tante Trudi in Zürich-Höngg in den Ferien war hiess es am Morgen früh aufstehen um Milch in die Häuser zu bringen. Ruedi war ein Milchmann, das kannte ich auch von zu Hause. Bei uns kam der Herr Leuenberger. So am Morgen früh war ich noch still. Einmal sagte mir der Onkel, dass sich eine Kundin beschwert habe weil ich sie nicht grüsste. Von da an passierte das nicht mehr. Ich hatte die Lektion gelernt und die Wichtigkeit des Grüssens verstanden.
Inwiefern glaubst du, dem Vater oder der Mutter ähnlich zu sein? Oder bewusst anders?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Inwiefern glaubst du, dem Vater oder der Mutter ähnlich zu sein? Oder bewusst anders?
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Je älter ich werde sehe ich meinem Vater immer ähnlicher. Von ihm habe ich wohl die Unrast und die Wut im Bauch und von der Mutter die Sanftheit.
Welche Rolle spielte Humor in deinem Elternhaus? Erinnerst du dich an lustige Geschichten oder Vorfälle?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Welche Rolle spielte Humor in deinem Elternhaus? Erinnerst du dich an lustige Geschichten oder Vorfälle?
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Bei uns war immer alles eher ernst. Es ging immer darum, mehr zu erreichen und die Zeit zum Arbeiten zu nutzen um Resultate zu erzielen. Mein Humorbuch waren die Geschichten von Wilhelm Busch. Da konnte ich herzhaft lachen, besonders wenn mir jemand die Geschichten erzählte. Die Mutter, der Vater , die Grossmutter, der Grossvater.
Wie erlebtest du die Beerdigungen? Besuchst und pflegst du das Grab?
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2.3.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Wie erlebtest du die Beerdigungen? Besuchst und pflegst du das Grab?
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Das Grab der Mutter besuchte ich meist am Heiligabend. Etwa 1981 sei ich mit schneeweissem Gesicht nach Hause gekommen. Der Grabstein war weg, Auf dem Gräberfeld wuchs Rasen. Ich verstand nicht, warum mir der Vater nichts von der Räumung gesagt hatte. Er wusste es ja wohl, da vor der Räumung die Kontaktadresse orientiert wird.
Was sind deine Erinnerungen an diesen Grossvater?
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3.1.  Meine Grosseltern – Mein Grossvater väterlicherseits.

Was sind deine Erinnerungen an diesen Grossvater?
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Der Grossvater Friedrich Lanz geboren 1887, war der Fritz oder auch der Amtsrichter-Fritz. Ich weiss nicht, ob er oder sein Vater einmal Amtsrichter waren. Im Dorf beim Einkaufen war auch die Grossmutter, die zweite Frau meines Grossvaters die Frau Amtsrichter. Ältere Leute sprachen auch vom Amtsrichterhaus. Der Grossvater machte eine Schreinerlehre in Roggwil. Im ersten Weltkrieg war er als Sappeursoldat im Einsatz und nahm ausserdienstlich an Wettfahrten mit dem Weidling teil. Da hing noch lange ein Bild in einem Zimmer "Pontonier-und Sappeurverein Wynau und Umgebung" mit den schnauztragenden Männern. Mein Grossvater trug immer einen Hut als Sonnenschutz da er schon in jungen Jahren eine Glatze bekam. Durch den Hut hatte er hinten am Kopf einen Absatz über den ich manchmal sinniert habe.
Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände deines Grossvaters? Wie war das z.B. im Krieg/in den Kriegen?
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3.1.  Meine Grosseltern – Mein Grossvater väterlicherseits.

Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände deines Grossvaters? Wie war das z.B. im Krieg/in den Kriegen?
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Sein Fortbewegungsmittel war das Fahrrad. Das Hinterrad bremste mit dem Rücktritt, vorne war eine Bremse die von oben senkrecht auf den Pneu wirkte. Ein Dynamo sorgte für Strom um das Birli zum Leuchten zu bringen. Er verbrachte gerne Zeit bei den Bienen und war Mitglied beim Imkerverein bei dem er auch Kurse und Versammlungen besuchte. Die Bäume in der Hofstatt bedeuteten ihm viel. Er zeigte mir wie er Süssäpfel auf eine andern Baum zweite. Auch an die Weizenernte erinnere ich mich noch. Da halfen alle mit. Mähen, mit der Garbengabel die Halme aufnehmen, mit dem Garbenseil binden und zu Puppen aufschichten zum Trocknen. Nach einiger Zeit, wenn die Garben trocken waren, auf den Wagen mit Eisenrädern aufladen. Mit dem Bindbaum festklemmen indem das Seil mit dem Bindbaum-Lätsch befestigt wurde und dann mit einer Spillvorrichtung hinten am Wagen gespannt wurde. Wenn dann im Herbst die Dreschmaschine kam so war das ein grosses Ereignis. Und das Ergebnis ein paar Säcke Getreide und viel Stroh und Kleie.
Was habt ihr zusammen unternommen?
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3.1.  Meine Grosseltern – Mein Grossvater väterlicherseits.

Was habt ihr zusammen unternommen?
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Einmal fragte er mich ob ich mit ihm die renovierte Rutschbahn in den Löwen nach St. Urban liefern möchte. Natürlich will ich dabei sein! Nach dem Aufladen suchte er mich und fand mich nicht. Ich war irgendwo im Haus am spielen. Er fuhr los in leichtem Trab. Ich merkte es, lief schreiend hinter ihm her bis er etwa beim Haus von Frau Bracher anhielt und mich auf den Bock hob. Dann ging es weiter.
Erinnerst du dich an seinen Tod?
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3.1.  Meine Grosseltern – Mein Grossvater väterlicherseits.

Erinnerst du dich an seinen Tod?
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Der Grossätti starb am 24. Dezember 1967 morgen um 2 Uhr in seinem Bett im Beisein der Grossmutter, meinem Vater und mir. Multiples Organversagen. Erst wurden die Beine kalt, dann die Hände und als letzte Erinnerung sein letzter Atemzug. An der Beerdigung als wir vom Grab weggingen konnte ich das Weinen nicht mehr zurückhalten. Hermann aus Oey hat mich dann gehalten und getröstet. Die Crept war im Rössli. Wir machten ihm ein Holzkreuz aus Eiche. Friedrich Lanz 1887 - 1967.
Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deines Grossvaters eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
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3.1.  Meine Grosseltern – Mein Grossvater väterlicherseits.

Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deines Grossvaters eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
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Die Schwester des Grossvaters wohnte in Langenthal. Die kam oft mit dem Bähnli zu Besuch zur Grossmutter. Sie war verheiratet mit Viktor Sonderegger. Ihren Vornamen weiss ich nicht mehr, die Tante... Sie hatten eine Tochter, Helen, die gleich alt war wie mein Vater. Sie war seine einzige Cousine.
Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
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3.1.  Meine Grosseltern – Meine Grossmutter väterlicherseits.

Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
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Marta Bieri geboren 1900, die erste Frau meines Grossvaters kenne ich nur von einem Foto das immer im Schlafzimmer meiner Grosseltern hing, also im Schlafzimmer meines Grossvaters und seiner zweiten Frau Marta geborene Steinmann.
Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände deiner Grossmutter? Wie war das z.B. im Krieg/in den Kriegen?
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3.1.  Meine Grosseltern – Meine Grossmutter väterlicherseits.

Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände deiner Grossmutter? Wie war das z.B. im Krieg/in den Kriegen?
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Marta Bieri hatte neun Geschwister. Der jüngste war Hermann geboren 1908. Die ersten Jahre wuchs sie auf einem Bauernhof in Hindelbank auf. Ihr Vater Rudolf Bieri war Landwirt und ein Rösseler. Die Mutter stammte aus der Familie Kunz aus Burgdorf, schon damals eine Futtermühle. Rudolf Bieri starb in dem Jahr in dem Hermann zur Welt kam. Der Hof wurde versteigert und die Mutter zog mit den Kindern die noch unter ihrer Obhut waren nach Roggwil ins letzte Haus vor der Rotbrücke die nach St. Urban in den Kanton Luzern führte. Der Schulweg führte am Bauernhaus der Familien Lanz, dem Amtsrichterhaus vorbei. Da muss wohl die Marta Bieri meinem Grossvater aufgefallen sein. An einem nebligen Herbsttag im Jahr 1917 waren sie für eine Ausfahrt mit dem Bregg verabredet. Legendär ist die Aussage meiner Grossmutter: "Am Morgen bei der Abfahrt sagte er "es näblet"  und als sie zurück kamen "es näblet gäng no". Das seien den ganzen Tag seine einzigen Worte gewesen. Er war dreissig und sie siebzehn. Am 29. August 1918 gebar sie meinen Vater.
Ihre älteren Geschwister waren Lea, sie heiratete den Schori aus Wohlhusen. Dann gab es noch einen Bieri der ins Wiesental in Deutschland auswanderte. Onkel Otto, Käser in Kirchlindach, an den erinnere ich mich noch gut. Er hatte zwei Kinder, der Otto arbeitete als Bäcker in der Migros-Bäckerei in Zollikofen und seine Schwester betrieb mit ihrem Mann die Käserei in Rütschelen. die Anna wohnte mit ihrem Mann in Bern. Sie waren kinderlos. Die Tante Berta war in Solothurn verheiratet. Sie hatte einen Adoptivsohn, den Hans.
Was ich sonst noch über Grossmutter hörte.
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3.1.  Meine Grosseltern – Meine Grossmutter väterlicherseits.

Was ich sonst noch über Grossmutter hörte.
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Einmal erzählte mein Vater, dass sie eine liebe aber auch eine strenge Mutter gewesen sei. Als der Grossvater einmal enttäuscht gewesen sei, dass er einen offerierten Auftrag nicht erhielt sei die Grossmutter zur Frau Hönger von der Spenglerei gegangen und habe ihr ins Gewissen geredet so dass Grossvater einen Teil der Schreinerarbeiten ausführen durfte. Etwa 1927 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sie verbrachte einige Zeit im Spital Langenthal. Dann kam sie wieder nach Hause. Nach ein paar Monaten wieder ins Spital wo sie dann an der Krankheit starb. Sie war achtunddzwanzig, ihre Buben zehn und fünf.
Die Urgrossmutter zügelte anfangs der zwanziger Jahre von Roggwil nach Uetendorf zu Verwandten wo dann er junge Hermann, mein jüngster Grossonkel, etwa 1924, mit 16 Jahren eine Bäckerlehre antrat. Von meinem Vater weiss ich, dass seine Grossmutter einmal nach Roggwil zu Besuch kam und dabei immer noch den gleichen Mantel wie früher getragen hätte, inzwischen mehrfach geflickt. Das muss ihm wohl aufgefallen sein. Das war vor dem Tod seiner Mutter im Jahr 1928.
Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
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3.2.  Meine Grosseltern – Die Grossmutter die ich kannte.

Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
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Die zweite Frau meines Grossvaters war schlank, eher dürr. Sie pflegte das Haus und den Garten mit grosser Umsicht und Elan. Schon früh am Morgen war sie Ihren Garten. Da gab es kein Gjät und der Boden wurde nach jedem Regenguss sorgfältig gelockert für beste Wuchsbedingungen. Besonders am Herzen lagen ihr ihre Leghennen. Sie hatte einige Kundinnen für die Eier, zum Beispiel die Frau Glur-Losenegger. Ihr Mann war Meister bei Gugelmann und SP-Gemeinderat. Alle zwei Wochen schickte sie ein Kistchen mit Eiern, jedes in Zeitungspapier verpackt, nach Zürich zu der Familie ihres Bruders. Das Kistchen hatte oben eine Henkel zum Tragen und war auf allen vier Seiten mit einem Kleber "FRAGILE" versehen. Es kam dann prompt zurück um wieder neu beladen zu werden.
Grossmutter hatte einen Kropf, der aber nicht sichtbar war. Wenn sie sich herausputzte wussten wir, dass sie wieder mit dem Zug nach Olten fährt zu Doktor Rodel, einem Spezialisten für Schilddrüsenprobleme.
Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände dieser Grossmutter?
Seite 68
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3.2.  Meine Grosseltern – Die Grossmutter die ich kannte.

Was weisst du noch über das Leben und die Lebensumstände dieser Grossmutter?
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Aufgewachsen ist sie in Freiburg. Dort ging sie in die deutsche Schule war aber zweisprachig. Von ihrem Vater erzählte sie, dass er ein strammer Sozialist gewesen sei. Und immer etwas in Konflikt mit den Behörden die seine Korrespondenz mit Steinmann angeschrieben hätten obschon er Steimann hiesse, also ohne den Buchstaben n.
Was habt ihr zusammen unternommen?
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3.2.  Meine Grosseltern – Die Grossmutter die ich kannte.

Was habt ihr zusammen unternommen?
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Einmal nahmen die Grosseltern Margrit und mich mit nach Freiburg zu einem grossen Fest. Da wollte die Grossmutter hin, zu irgend einem Jubiläum in ihrer Geburts- und Heimatstadt. Mit der Grossmutter ging ich häufig ins Dorf zum Einkaufen, immer in der Hoffnung, dass sie mir etwas Süsses kauft. Meiner Mutter gegenüber war sie immer ein bisschen kritisch eingestellt. Warum da so war weiss ich nicht, es gab keine konkreten Vorkommnisse also waren es wohl eher atmosphärische Störungen.
Erinnerst du dich an ihren Tod?
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3.2.  Meine Grosseltern – Die Grossmutter die ich kannte.

Erinnerst du dich an ihren Tod?
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Grossmutter überlebte den Grossvater einige Jahre. Sie wohnte immer in der gleichen Wohnung, also im Erdgeschoss des Bauernhauses. Ihre letzten Tage verbrachte sie im Spital Langenthal wo sie dann etwa 1980 oder 1981 starb. Die Urne beerdigten wir auf dem Grab des Grossvaters. Mein Vater liess eine Broncetafel mit ihren Daten giessen die wir auf das Holzkreuz schraubten.
Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deiner Grossmutter eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
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3.2.  Meine Grosseltern – Die Grossmutter die ich kannte.

Erinnerst du dich an Personen, die im Leben deiner Grossmutter eine wichtige Rolle, positiv oder negativ, gespielt haben?
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Nach dem Tod des Grossvaters hatte die Grossmutter oft Besuch von Frau Schiltknecht, der Frau eines Mitarbeiters in der Schreinerei. Sie gingen zusammen einkaufen, hielten ein Schwätzchen und verstanden sich gut.
Was sind deine Erinnerungen an diesen Grossvater?
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3.3.  Meine Grosseltern – Mein Grossvater mütterlicherseits.

Was sind deine Erinnerungen an diesen Grossvater?
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An den Melchnau-Grossvater erinnere ich mich überhaupt nicht. Meine Mutter erzählte nichts von ihm das ich noch wüsste.
Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
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3.4.  Meine Grosseltern – Meine Grossmutter mütterlicherseits.

Was sind deine Erinnerungen an diese Grossmutter?
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Von meiner Grossmutter mütterlicherseits weiss ich nur, dass sie an der spanischen Grippe starb. Im Januar 1919, sechs Wochen nach der Geburt meiner Mutter. Sie hatte sechs Kinder: meine Onkel Willi und Alfred, die Tanten Rosetti, Marta, Hanni und meine Mutter Mathilde, Rufname Tildi.
Was sind deine frühesten Erinnerungen an den Kindergarten?
Seite 74
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4.  Kindergartenjahre

Was sind deine frühesten Erinnerungen an den Kindergarten?
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Am Osterdienstag im Jahr 1952 begann der Kindergarten im Daheim mit der Frau Jörg. Ich erinnere mich noch an den Ruckstuhl Max, den Amman Samuel, den Ammann Hansueli, den Grütter Ueli und die Kuert Margrit, die "Rechenmacher-Margrit". Sie wartete am Morgen oft auf mich, damit wir den kurzen Weg von ihrem Zuhause an der Käsereistrasse bis zum Kindergarten gemeinsam machen konnten.
Gibt es spezielle Ereignisse, schlimme oder schöne, an die du dich erinnerst?
Seite 75
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4.  Kindergartenjahre

Gibt es spezielle Ereignisse, schlimme oder schöne, an die du dich erinnerst?
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Eines morgens, da ging ich schon in den Kindergarten, sass ich in der Küche auf der erhöhten Türschwelle zur Stube um mir die Schuhe anzuziehen. Die Mutter sagte: "der Vater holt dich gleich". Ich quengelt und wartete darauf, dass sie mir die Schuhe anzog. Sie sagte nein zu diesem Ansinnen und machte mich auf das Kommen meines Vaters aufmerksam. Sie meinte "wenn du nicht parat bist, so wird er böse". Plötzlich horte ich ihn mit den schweren Schritten kommen. Da hatte ich die Schuhe schnell angezogen und die Bändel geschnürt. Er sagte, dass wir in den Eisenladen nach Langenthal fahren mit der Vespa. Da freute ich mich. Er stellte mich auch dem Herr Geiser dem Inhaber des Geschäftes vor. Als wir gegen Mittag nach Hause kamen fragte mich die Mutter nach dem Kindergarten. Der Vater sagte, dass er dachte dass ich Ferien hätte. Der kleine Ausflug hat mir besser gefallen. Er telefonierte dann mit der Kindergartentante Fräulein Jörg und erklärte ihr warum ich nicht anwesend war.
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