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Von Claudia Yvonne Georgescu-Menzi – Arbeitstitel
Claudia Yvonne Georgescu-Menzi
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1.
Erste Erinnerungen und Kindheit / 01.05.2026 um 5.28 Uhr
1.
Erste Erinnerungen und Kindheit / 01.05.2026 um 5.30 Uhr
1.
Erste Erinnerungen und Kindheit / 01.05.2026 um 6.11 Uhr
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Erste Erinnerungen und Kindheit / 03.05.2026 um 23.03 Uhr
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Erste Erinnerungen und Kindheit / 05.05.2026 um 0.32 Uhr
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Erste Erinnerungen und Kindheit / 05.05.2026 um 0.45 Uhr
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1.
Erste Erinnerungen und Kindheit
2.
Meine Eltern
2.1.
Mein Vater
2.1.
Mein Vater
2.1.
Mein Vater
2.1.
Mein Vater
2.1.
Mein Vater
2.1.
Mein Vater
2.1.
Mein Vater
2.2.
Die Ehe meiner Eltern
2.2.
Die Ehe meiner Eltern
2.2.
Die Ehe meiner Eltern
2.2.
Die Ehe meiner Eltern
3.
Primarschulzeit
3.1.
Grundschule Unterstufe
3.1.
Grundschule Unterstufe
3.1.
Grundschule Unterstufe
3.1.
Grundschule Unterstufe
3.1.
Grundschule Unterstufe
3.1.
Grundschule Unterstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
3.2.
Grundschule Oberstufe
4.
Sekundarschule und/oder Gymnasium?
5.
Meine Freizeit
5.1.
Lesen
5.1.
Lesen
5.1.
Lesen
5.1.
Lesen
6.
Lehr- und Wanderjahre
7.
Arbeiten
7.1.
Beruf oder Berufung?
7.1.
Beruf oder Berufung?
7.2.
Berufliches auf und ab
7.2.
Berufliches auf und ab
7.2.
Berufliches auf und ab
7.2.
Berufliches auf und ab
7.2.
Berufliches auf und ab
7.2.
Berufliches auf und ab
8.
Eheleben
9.
Lebensfreude
10.
Worauf ich stolz sein darf
11.
Reue
12.
Nachgedanken
Was weisst du über deine Geburt?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was weisst du über deine Geburt?
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Stichwörter: 
  • Ein rekordverdächtig warmer Tag im April.
Wie sind die Eltern auf deine(n) Vornamen gekommen? Haben deine Eltern gut gewählt?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie sind die Eltern auf deine(n) Vornamen gekommen? Haben deine Eltern gut gewählt?
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Meine Mutter und ich teilen uns die Vornamen. Sie wurde Yvonne Claudia getauft und ich Claudia Yvonne. Meine Mama wünschte sich schon als Kind, ihr erster Vorname wäre Claudia, also gab sie mir, was sie sich von Herzen wünschte.
Hattest du auch Übernamen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Hattest du auch Übernamen?
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Ja, hatte ich. Meine Schwester Carmen rief mich "Gägi", eine kreative Kurzversion von Claudia. Als Kind machte ich mir keine Gedanken darüber, für meine Schwester war ich Gägi, und fertig. Als ich in die Schule kam, änderte sich das. Auf einmal war es mir peinlich, wenn Carmen oder meine Mutter mich Gägi nannten, selbst wenn niemand anderes dabei war. Ich durchlebte sogar eine Phase, während derer ich nicht einmal mehr Claudia heissen wollte. In der Pubertät beginnen junge Menschen, sich von den Eltern abzugrenzen und selbständig zu werden. Trotzdem stimmt es mich heute nachdenklich und fast traurig, dass ich damals oft jemand anderes sein wollte, nur nicht ich selbst.
Was ist deine erste eigene Erinnerung an dein Leben?
Seite 4
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Was ist deine erste eigene Erinnerung an dein Leben?
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Meine Mutter besitzt ein Foto von mir, wie ich vor der Küche auf dem Boden sitze. Eine rosafarbene Decke liegt wie ein Cape um meine Schultern, und auf meinem Kopf trage ich meinen blauen Nachthafen aus Plastik. Der Topf ist so ausgerichtet, dass der Henkel keck über dem linken Ohr zur Seite ragt. Ich halte den Knust eines Brotlaibs in beiden Händen und lache fröhlich in die Kamera. Das "Nachthäfi", die Decke und die blaue Strumpfhose bildeten mein Glückskind-Kostüm. 

Damals war ich zwischen zweieinhalb und drei Jahre alt. Ich kann mich nicht an Details dieses einen Augenblicks erinnern. Doch ich kann das Gefühl in mir finden, wie sehr ich es liebte, als Glückskind vor der Küche zu sitzen, Brot zu knabbern und meiner Mutter nach dem Mittagessen beim Abwaschen und Putzen zuzusehen.
Wie gross war dein erstes Zuhause? Erinnerst du dich an die einzelnen Räume?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie gross war dein erstes Zuhause? Erinnerst du dich an die einzelnen Räume?
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Meine Schwester und ich wuchsen in einer fantastischen Maisonette-Wohnung auf. Sie war nicht gross und hatte nur ein Elternschlafzimmer und ein kleineres Kinderzimmer. Dafür besass sie einen geräumigen Wohn-Essbereich mit Balkon und eine abgetrennte Küche. Das Highlight jedoch war unsere eigene Treppe! Sie führte, an einem riesigen Fenster mit seegrassgrüner Strukturglasscheibe vorbei, in einen luftigen Raum samt Cheminée. Eine Tür führte hinaus auf eine phänomenale Dachterrasse, die ums halbe Haus reichte. Der Dachgarten war mit steinernen Trögen eingefasst, in die wir kleine Sträucher, Bäumchen und Blumen pflanzten. Die Terrasse besass ein Duschhäuschen rechts der Tür, in dem wir im Sommer jeden Abend duschen durften. 



Anfang der 1980er Jahre lebte einige hundert Meter von unserem Wohnblock entfernt, ein illustres Ehepaar in ihrem Einfamilienhäuschen. Und eben dieses Häuschen wurde der erste Versammlungsort ihrer neu gegründeten Sekte. Die Ehefrau war stets in fliessende weisse Kleider mit aufwändigen Rüschen gehüllt. Ihr dichtes dunkles Haar frisierte sie sich mit einem Haarreif aus dem Gesicht. Der Gatte trug ebenfalls weisse Anzüge, hatte blonde Locken und eine Brille. Als wir beim Nachtessen sassen, konnten wir manchmal durchs Fenster beobachten, wie sich die Anhänger der beiden nach einer Versammlung vor dem Haus verabschiedeten und nach Hause fuhren. Natürlich fiel die eine oder andere spöttische Bemerkung; mein Vater betitelte die zwei Unternehmer gerne als "Gesundbeter". Doch ich gebe zu, dass sie uns faszinierten und neugierig machten. Wenn wir das Paar draussen antrafen, waren sie liebenswürdig, lächelten und grüssten auch uns Kinder immer freundlich zurück.
Wie sah dein Zimmer aus? Hattest du ein eigenes?
Seite 6
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie sah dein Zimmer aus? Hattest du ein eigenes?
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Shitty first draft:

Meiner Schwester war es ungeheuer wichtig, das grosse Zimmer zu bekommen. Mir machte es nichts aus, das kleinere zu beziehen. Ich fand es wunderbar "cosy", es hatte genau die richtige Grösse für mich. Rückblickend passte es sowieso, denn meine zwei Jahre jüngere Schwester ist mir buchstäblich über den Kopf gewachsen. Oh, und das Beste am kleineren Zimmer war, dass ich es schnell aufgeräumt hatte. Weil das Zimmer meiner Schwester mehr Platz zum Spielen bot, sah es abends dementsprechend chaotisch aus. Natürlich brachte ich es nicht über mich, mein Schwesterherz alleine mit der Unordnung kämpfen zu lassen. An manchen Abend, wenn sie sehr müde war, schickte ich sie hinaus, machte ihr Zimmer wieder schön und freute mich, wenn sie mit meiner Arbeit zufrieden war. 

Die Wände meines Zimmers waren mit tannengünen Holzlatten und das meiner Schwester mit hellen Paneelen verkleidet. Das Holz war nur leicht pigmentiert, sodass seine natürliche Struktur sichtbar blieb. Das Holz war, ausser der leichten Färbung, unbehandelt und roch wunderbar nach Wald. Auch das Wohnzimmer, der Essbereich und der Gang waren mit hellen Latten verkleidet.

Bessere Fassung:

Meine zwei Kinder und ich wohnen in einer 3,5-Zimmer-Wohnung. Sie besitzt lediglich zwei Zimmer, und beide werden von je einem jungen Erwachsenen bewohnt. Genau, ich schlafe im Wohnzimmer, auf einem schmalen Kinderbett. Das Beste an dieser Situation ist, dass ich jetzt aus eigener Erfahrung weiss, wie glücklich man sich schätzen kann, ein eigenes kleines Reich zu haben. 
Gab es ein Fenster, aus dem du besonders gern rausgeschaut hast? Was sahst du?
Seite 7
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Gab es ein Fenster, aus dem du besonders gern rausgeschaut hast? Was sahst du?
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Nachdem meine Mutter mir eine gute Nacht gewünscht und ich das Licht gelöscht hatte, stand ich manchmal im Dunkeln wieder auf. Ich wickelte mich in meine Bettdecke, öffnete leise das Fenster und setzte mich auf das schmale Fensterbrett. Einigen Fenster der Nachbarhäuser waren noch hell, und wenn ich Glück hatte, sah ich hinter den Scheiben Menschen umhergehen. War der Himmel wolkenfrei, konnte ich mich am Mond und den Sternen, die über uns allen funkelten und leuchteten, nicht sattsehen. In diesen Momenten, nachts am offenen Fenster, hatte ich den Eindruck, das Leben steckt voller Wege und aufregenden Möglichkeiten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.
Weisst du noch, wie die Küche ausgesehen hat?
Seite 8
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Weisst du noch, wie die Küche ausgesehen hat?
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Meine Eltern installierten in den 1970ern eine Waschmaschine in unserer Küche. Sie stand vis-a-vis des Kochherds unter der Anrichte, und das Wasser zapfte sie direkt vom Wasserhahn ab.


Wir waren auch die erste Familie in unseren Doppelwohnblock, die einen Abluftventilator ins Küchenfenster gleich oberhalb der Herdplatten montieren liess.
Wohnte noch jemand bei euch?
Seite 9
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wohnte noch jemand bei euch?
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Ein schwarzer Kater, den wir Nicki tauften, suchte sich unsere Familie als seine Menschen aus. Er tauchte eines Tages wie aus dem Nichts auf, strich ums Haus und verlangte lautstark nach Futter. Er sah nicht aus wie ein typischer Streuner, sondern besass ein weiches, glänzendes Fell, und seine Gestalt war weder dick noch mager. Meine Schwester und ich nahmen ihn nach der Schule oft mit nach oben in die Wohnung, wo meine Mutter, in weiser Voraussicht, einen kleinen Vorrat an Whiskas angelegt hatte.

Eines Abends fuhren meine Eltern zum Einkaufen in einen grossen Supermarkt. Wir Mädchen durften fernsehen, bis sie zurückkamen. Danach gabs Abendessen. Mein Vater war damals kein Katzenfan. Für ihn kam es nicht infrage, unserem Wunsch nach einem Büsi aus dem Tierheim nachzugeben. Dennoch war es mein Papa, der die Wohnungstür für Nicki aufhielt, als er und meine Mutter vom Posten nach Hause kamen. Vermutlich hatte sich der Kater zuvor ungesehen ins Treppenhaus geschlichen und war die Stufen hinauf bis vor unsere Wohnung gestiegen. Dort angekommen, rollte er sich auf unserer Fussmatte zusammen und nutzte die Wartezeit für ein Schläfchen.  

Da uns der Kater zugelaufen war und wir nicht wussten, ob er bereits ein anderes Plätzchen hatte, schrieb meine Mutter eine Fundanzeige und pinnte sie an das Schwarze Brett im Dorfladen. Wir liessen es drei Tage hängen und beschlossen dann, dass wir etwaigen Besitzern genug Zeit gelassen hatten, um sich bei uns zu melden. Darauf riss meine Mutter den Zettel vom Brett und liess ihn im Abfallkübel verschwinden. Seither gehörte Nicki zu uns.

Wenn wir nach Arosa oder Champfèr in die Ferien fuhren, reiste Nicki im Auto mit. Er fand Gefallen am Autofahren und genoss die verdutzten Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer, wenn ihnen grüne Augen in einem nachtschwarzen pelzigen Gesicht mit weissen Schnurrhaaren aus der Heckscheibe zuzwinkerten.
Erinnerst du dich an deine Spiele? Was oder womit spieltest du/spieltet ihr besonders gern im Haus oder im Freien?
Seite 10
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an deine Spiele? Was oder womit spieltest du/spieltet ihr besonders gern im Haus oder im Freien?
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Stichwörter: 

  • Robin Hood
 

Ottfried Preusslers "Die kleine Hexe" gehörte zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Die Geschichte über die gute Hexe und ihren Raben Abraxas brachte mich auf die Idee, ein Rollenspiel zu entwickeln. Es ging folgendermassen: Ich war die Hexe Rumpelpumpel, die hoch in den Bergen in einer Höhle lebte. Etwas weiter unten stand ein Ferienlagerhaus, das von Schulklassen und Pfadfindern rege besucht wurde. Das Haus war umgeben von Kräuterwiesen, auf denen Schafe und Ziegen weideten. Meine Spielkameraden verkörperten eine Gruppe von Spähern, die sich während einer Orientierungswanderung von den anderen abgesetzt hatte, um die verbotene Hexenhöhle zu erkunden. Da die Hexe Rumpelpumpel schon immer Lehrerin werden wollte, kidnappte sie die Kinder kurzerhand und versteckte sie tief in ihrer Höhle. Sie sperrte die Kinder nicht ein oder sowas, denn sie konnte ja hexen. Also verschloss sie die Höhle mit einer unsichtbaren magischen Tür, die jeden sanft zurückschubste, der sich ihr näherte.  

Rumpelpumpel lehrte ihre Schüler, wie man hext und auf einem Besen reitet. Oh, ich habe vergessen zu erwähnen, dass der Keller in unserem Wohnblock als Hexenhöhle diente. Das Herzstück des Rollenspiels waren die Flugstunden auf dem Hexenbesen, die Rumpelpumpel ihren Eleven angedeihen liess. In unserer Vorstellung fanden diese Kurse im grössten und schönsten Dom der Höhle statt. In der Mitte des Doms lag ein sagenumwobener, dunkler und tiefer See. Von der felsigen Decke wuchsen schimmernde Stalaktiten nach unten, und vom Steinboden strebten ihnen nicht minder glosende Stalagmiten entgegen. Aus Ermangelung einer solchen unterirdischen Halle, musste die Tiefgarage für unsere Zwecke genügen. 

Ich habe den Eindruck, Ende der 1970er-Jahre waren noch mehr Besen in Gebrauch als heutzutage. Jedes Mal, wenn wir "Rumpelpumpel" spielten, schien fast jeder Mitspieler einen Besen zur Hand zu haben. So, jedenfalls, habe ich es in Erinnerung. Ohne Krach zu machen, schlichen wir durch einen Gang im Keller und eine Verbindungstür in die Garage. Als gute Lehrerin schwang sich mein Rumpelpumpel-Ich natürlich zuerst auf den Besen und flog eine Demonstrationsrunde. Alle drei Säulen mussten sauber umrundet werden. Das gelang nur, indem man den Besenstiel im richtigen Moment drehte und sich mutig in die Kurve legte. Ein Flugschüler nach dem anderen musste anschliessend den Parcours durchfliegen. Wie ein Verkehrspolizist stellte ich mich in die Mitte der Garage. Wenn eines der anderen Kinder eine Säule anflog, brüllte ich mit meiner besten Hexenstimme: "Und drehen! Und drehen!" 

Und mitten in der Flugstunde hörten wir das Unvermeidliche. Das Klackern von Absätzen im Untergeschoss. Gezeter und Geschimpfe. Plötzlich drang grelles Licht unter dem Türspalt hindurch. Bevor die Klinke heruntergedrückt wurde, packten wir unsere Besen fester und rasten los Richtung Garagentor. Der Schnellste schlug seine Hand auf den roten Knopf. Das Tor schwang auf und bewegte sich im Schneckentempo nach oben an die niedrige Decke. Der Motor surrte ungerührt vor sich hin. Sobald das Tor einen Spaltbreit aufgeschwungen war, duckten sich meine Freude lachend untendurch und waren im nächsten Moment über alle Berge. 

Ich spielte nicht nur die Hexe Rumpelpumpel, sondern war auch im richtigen Leben eine kleine Hexe vor dem Herrn. Sobald die Gestalt von Frau Grundelmann (Name geändert) im Türramen erschien, hielt ich mich am Griff des Garagentors fest und liess mich in die Höhe ziehen. Während ich am Torgriff unter dem Dach zappelte, kam Frau Grundelmann rasch näher. Als sie nur noch ein paar Meter von mir entfernt war, sprang ich auf den Boden zurück und rannte, vor Vergnügen quietschend, meinen Freunden hinterher. 

Frau Grundelmann fürchtete, wir Kinder könnten mit unseren Besenstielen die geparkten Autos in der Garage, darunter ihr eigenes, beschädigen. Zu unserer Verteidigung kann ich nur sagen, dass fast alle Eltern von uns Freunden einen Einstellplatz besassen. Um uns keinen Ärger einzuhandeln, waren wir vorsichtig und flogen unsere Besen nur in der Mitte der Garage; von den Fahrzeugen hielten wir soviel Abstand wie möglich.  


 
Welches waren deine damaligen Medien? Telefon? Radio, TV, Bücher, Comics, Computer, Spielkonsolen, etc.? Gab es Vorschriften deiner Eltern?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Welches waren deine damaligen Medien? Telefon? Radio, TV, Bücher, Comics, Computer, Spielkonsolen, etc.? Gab es Vorschriften deiner Eltern?
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In den 1970er-Jahren teilten meine Schwester und ich uns einen blauen tragbaren Plattenspieler. Der Deckel mit dem Griff dran war durch ein Kabel mit dem Grammophon verbunden. Er diente nicht nur als Abdeckung, sondern auch als Lautsprecher. Zusammengeklappt sah unser Lieblingsgerät aus wie ein kleiner Koffer, der auch auf Ferienreisen immer dabei war. Wir konnten uns an Kasperliplatten nicht satthören. Die Folge "De Schlossgeischt uf em Räuberberg" war meine Lieblingsgeschichte. Sie handelte von einer Hexe, die mit einem Räuber verheiratet war. Das Ehepaar hatte die Krone eines Prinzen gestohlen, der ohne seinen Hauptschmuck dazu verdammt war, als Gespenst in seines Vaters Schloss zu spuken. Die Hexe Fätzehaar hatte eine Höllenangst vor dem prinzlichen Geist und seinem unheimlichen Geheul. Doch ruhig hexen konnte sie ihn nicht, da sie durch die Heirat mit dem Räuber ihre Hexenkräfte verloren hatte. Die Hörspielsprecher waren phänomenal, ihre Stimmen brachten die Geschichten zum Leben! Vor einigen Monaten kaufte ich mir die Schlossgeist-Folge als Download in einer Buchhandlung. Beim Zuhören wurde mir einmal mehr bewusst, wie sehr mich Jörg Schneiders Erzählstil geprägt hatte. Stil ist vielleicht das falsche Wort, vielmehr waren es Fantasie, Erfindungsreichtum und die Freude am Kreativsein, die mich von der ersten Geschichte an in ihren Bann gezogen hatten. Als Kind konnte ich das natürlich noch nicht benennen, dennoch fiel mir schon damals auf, dass ich gute Laune bekam, sobald die Grammophon-Nadel auf der Kasperliplatte aufsetzte und das leise Knistern von Kaspers "Tratratrallalla"abgelöst wurde. 

Der Fernseher war auch ein beliebtes Medium bei meiner Schwester und mir. Oft quetschten wir uns abends nach den Hausaufgaben zu zweit in den Sessel meines Vaters und guckten Werbung. Nicht der angepriesenen Produkte wegen, sondern wegen der Mainzelmännchen, dem Äffle und dem Pferdle. Wir liebten diese kurzen Clips, die im ARD und dem SWR zwischen den Werbefilmen gezeigt wurden. Das langgezogene "Gud’n Aaamd" der Mainzelmännchen und der "Hafer- und Bananenblues", den das Äffchen und das Pferdchen auf Schwäbisch sangen, geniessen heute Kultstatus. Ja, es war Reklame und drehte sich um den schnöden Mammon - doch es hatte wenigstens noch ein bisschen Herz!



















Erinnerst du dich an Filme und/oder TV-Serien?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an Filme und/oder TV-Serien?
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Ich hatte diesen rotzfrechen und zur selben Zeit gleichgültigen Gesichtsausdruck zu Hause vor dem Spiegel geübt. Abends beim Zähneputzen. Die Dame im Tickethäuschen musterte mich zwar mit strengem Blick, schob mir aber die heiss ersehnten Kinokarten trotzdem unter der Trennscheibe hindurch zu. Es war wohl nicht meine jugendliche "Coolheit", sondern meine vor Aufregung und Vorfreude geröteten Wangen, die sie dazu bewogen, das mit dem Mindestalter in meinem Fall nicht ganz so eng zu sehen. Oder die Verkäuferin erkannte den Nerd in mir und wusste, weder Tod noch Teufel würden mich davon abhalten, mich in diese, oder noch schlimmer, in die Abendvorführung zu schummeln. Es war das Jahr 1978, und ich hatte es mit gerade mal zehn Jahren in die Nachmittagsvorstellung von Krieg der Sterne geschafft!

Monatelang sammelte ich jeden Schnipsel über Star Wars und durchsuchte sämtliche Zeitungen und Magazine, die ich in die Hände bekommen konnten, nach Artikeln und Kritiken. Ich gab dafür am Dorfkiosk mein ganzes Taschengeld aus. Nach ein paar Wochen wurde ich eine derart gute und treue Kundin, dass die Kioskfrau mir das Du anbot. Selbstverständlich machte mich diese Geschäftsbeziehung stolz; ich fühlte mich so richtig erwachsen. 

George Lucas' Familiendrama in einer weit, weit entfernten Galaxis auf der grossen Leinwand zu sehen, war umwerfend! Die Geschichte, die Charaktere, und besonders Luke Skywalker und der weise Meister Yoda, haben mich tief beeindruckt. Doch nicht nur das - Krieg der Sterne hat mich schon in den ersten Minuten zu einem lebenslangen Fan gemacht und mein kindliches Gemüt geprägt. Die Charaktere sind mit mir gewachsen und reifer geworden; und zu meiner Freude hat mein innerer Luke Skywalker nie seine jugendliche Frische und seinen Enthusiasmus verloren,

Doch was genau hatte mich denn so gepackt, damals, im dunklen Kinosaal? Im Lauf der Jahre habe ich mir ein Halbwissen über das Schreiben angelesen, und mir unzählige YouTube Tutorials angesehen. So weiss ich heute, dass George Lucas seine Weltraumsaga nach dem Muster der Heldenreise aufbaute. Der Mythenforscher Joseph Campbell entwickelte dieses erzählerische Gerüst, mit dessen Hilfe Autoren spannende und zutiefst menschliche Geschichten aufbauen und entwickeln können. Menschlich deshalb, weil wir alle Reisende durch das Leben sind und uns in dem Helden wiedererkennen können.

Ein Teil von mir hat sich in Luke Skywalker wiedergefunden, ein anderer in seiner Schwester Leia.
Erinnerst du dich an deine Bilderbücher, Tonbandkassetten, CDs, usw. oder an solche, die deine Freunde oder Freundinnen besassen?
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Erinnerst du dich an deine Bilderbücher, Tonbandkassetten, CDs, usw. oder an solche, die deine Freunde oder Freundinnen besassen?
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Stichwörter: 
  • Illustrierte Kinderbücher
  • Tonbandkassetten
Wie haben eure Mahlzeiten ausgesehen?
Seite 14
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1.  Erste Erinnerungen und Kindheit

Wie haben eure Mahlzeiten ausgesehen?
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Stichwörter:
  • Appenzeller Räss Käse
Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deinen Vater denkst?
Seite 15
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2.1.  Meine Eltern – Mein Vater.

Was fällt dir als erstes ein, wenn du an deinen Vater denkst?
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Mein Vater starb am 24. September 2024. Mein ganzes Leben lang dachte ich, mein Vater und ich hätten keine wirklich innige Beziehung. Ich dachte, er hätte kein Interesse an mir, seiner ältesten Tochter, mit der er früher oft aneinandergeraten war. Ich war sicher, er liebte meine Schwester mehr als mich; und ein Teil von mir konnte es ihm nicht verdenken. 

Mein Dad trank zeitweise viel zu viel Alkohol. Er war kein Alkoholiker, nicht im herkömmlichen Sinn. Zwischen Phasen der Trinksucht lagen Monate, während derer er nur ab und zu nach dem Abendessen ein kleines Bier genoss. 






Mein Vater ahnte, das er im Sterben lag. Trotzdem scherzte er mit den Pflegekräften und erzählte mit leuchtenden Augen von seinem Lieblingsrennfahrer Max Verstappen. Er gab niemandem die Schuld an seiner Krankheit. Er nahm einfach an, was war. Ich erkannte seine Stärke, seinen unschlagbaren Humor und seine Liebe. In diesen letzten Stunden seines Lebens hier auf der Erde sah ich meinen Vater, wie er wirklich war. Als kleines Mädchen hatte ich es gewusst und verlor es im Verlauf der Jahre aus den Augen: Mein Vater war mein Held und wird es immer sein.
Gibt es ein bestimmtes Bild früheren Glückes, das dir im Zusammenhang mit dem Vater in den Sinn kommt?
Seite 16
Seite 16 wird geladen
2.1.  Meine Eltern – Mein Vater.

Gibt es ein bestimmtes Bild früheren Glückes, das dir im Zusammenhang mit dem Vater in den Sinn kommt?
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Stichwörter: 
  • Zusammen Sportsendungen schauen, selbst langweilige Velorennen.
  • Lustige Geschichten aus seinem Militärdienst, "Hueregamälleriemesich", "Leuchte mir mal mit der Taschenlampe!". Es war der Leutnant.
Welches war der Beruf deines Vaters bevor er heiratete? Hat er später seinen Beruf gewechselt?
Seite 17
Seite 17 wird geladen
2.1.  Meine Eltern – Mein Vater.

Welches war der Beruf deines Vaters bevor er heiratete? Hat er später seinen Beruf gewechselt?
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Stichwörter: 
  • Lehre als Feinmechaniker.
  • Eigene Werbeagentur
  • Anzeigen und Inserate mit Stiften, Massstab, Zirkel, Schere selbst entworfen.
Hat er dich an seinen Arbeitsplatz mitgenommen? Wie war das?
Seite 18
Seite 18 wird geladen
2.1.  Meine Eltern – Mein Vater.

Hat er dich an seinen Arbeitsplatz mitgenommen? Wie war das?
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Stichwörter: 
  • Im Rückblick schade, dass meine Eltern meine Schwester und mich nicht mehr in ihre Agentur einbezogen. 
Hatte er Hobbies oder Leidenschaften?
Seite 19
Seite 19 wird geladen
2.1.  Meine Eltern – Mein Vater.

Hatte er Hobbies oder Leidenschaften?
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Stichwörter: 
  • Erst nach seinem Tod erfuhr ich von seiner zweiten Frau, dass er sich auch für Germanistik interessierte! Schien meine Schulaufsätze nicht zu mögen, kritisierte meine fancy Wörter.
Wie kleidete er sich? War ihm das wichtig?
Seite 20
Seite 20 wird geladen
2.1.  Meine Eltern – Mein Vater.

Wie kleidete er sich? War ihm das wichtig?
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Stichwörter: 
  • Er liebte schöne, teure Uhren, einer seiner Enkel hat diese Vorliebe so was von geerbt.
Was fällt dir spontan ein, wenn du an deine Eltern als Ehepaar denkst?
Seite 21
Seite 21 wird geladen
2.2.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Was fällt dir spontan ein, wenn du an deine Eltern als Ehepaar denkst?
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Stichwörter: 
  • Sie hatten unterschiedliche Bedürfnisse, Interessen, Wünsche und Ziele.
  • Beide hätten Anerkennung und Unterstützung benötigt.
  • Beide sind und waren äusserst intelligent und feinfühlig, konnte ihre Gaben aber nicht so ausleben, wie sie es gerne getan hätten.
Haben deine Eltern dir als Kind/euch als Kinder gegenüber ihre politischen Ansichten geäußert? Wo standen sie politisch?
Seite 22
Seite 22 wird geladen
2.2.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Haben deine Eltern dir als Kind/euch als Kinder gegenüber ihre politischen Ansichten geäußert? Wo standen sie politisch?
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In der Mittelstufe hatte ich einen Lehrer, der mich politisch "in die richtige Richtung schubste". Mir war damals nicht bewusst, dass seine Sicht auf die Welt und das, was er vorlebte, nicht nur eine persönliche, sondern auch eine politische Einstellung war. Er war Mitglied vom WWF und von Amnesty International. Ich bin sicher, er hätte sich mit anderen Umweltschützer an einen Baum gekettet, um ihn zu retten. Bestimmt wäre er in ein Gummiboot gestiegen und hätte einen Walfänger daran gehindert, noch eines dieser wundervollen Tiere für Profit zu töten. 

Für mich bedeutete links sein, die Natur und alle ihre Geschöpfe zu lieben und zu schützen. Es bedeutete, gegen Gewalt und Krieg zu sein und Kapitalismus und Geld nicht über Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit zu stellen. Wie genau man in unserem politischen System und mithilfe der Gesetze mehr Gerechtigkeit herstellen könnte? Oh, Mann, damit müssen sich weit klügere, studierte und erfahrene Köpfe auseinandersetzen! Ich gebe mir unterdessen alle Mühe, in meinem kleinen Umfeld fair, mitfühlend, hilfsbereit und menschlich zu sein. Und ich weiss, dass ich viel öfter scheitere, als ich mir selbst eingestehen möchte. 

Ich glaube, es war in der vierten oder fünften Klasse, am Morgen des sechsten Dezembers. Ein Schulkamerad und ich durften den Samichlaus und den Schmutzli spielen. Daran, wer von uns zwei welche Rolle übernommen hatte, kann ich mich nicht mehr erinnern. Es war in unserer Klasse kein Geheimnis, dass unser Lehrer geraucht, doch das Laster vor kurzem aufgegeben hatte. Wir beide lobten ihn dafür mit den tiefsten Stimmen, die uns möglich waren. Als Naturschützer war es ihm ungemein wichtig, endlich keine Glimmstängel mehr zu brauchen. Etwas erschrocken, stolz und glücklich bemerkten wir, wie sehr ihn unsere Worte bewegten und wie ernst er uns nahm. 

Meine Eltern haben nie direkt mit mir über politische Ansichten gesprochen. Ich wusste allerdings, dass mein Vater zu Bundeskanzler Helmut Schmidt aufsah. Wenn die Tagesschau Beiträge über ihn brachte, meinte mein Vater oft, Helmut Schmidt sei noch ein Diplomat alter Schule. Ich hatte damals noch keine Ahnung, was ein Diplomat war oder tat. Doch ich konnte in den Filmaufnahmen erkennen, dass Herr Schmidt wichtig war; und dass er Klugheit, Ruhe und Grösse ausstrahlte. Ausserdem gefiel mir sein dichtes Haar. Ich entsinne mich daran, dass mein Vater oft Josip Broz Tito und Anwar as-Sadat erwähnte. Ich glaube, Respekt und Achtung für diese beiden Staatsmänner in seiner Stimme gehört zu haben. 

Notiz an mich: Biografie von Dschihan as-Sadat suchen.

Ein paar Monate vor seinem Tod sagte mir mein Vater am Telefon, wie sehr er Wolodymyr Selenskyj bewundere.

Einmal, ich war ungefähr sieben oder acht Jahre alt, hörte ich meine Eltern über Faschismus sprechen. Weil ich dieses Wort noch nie zuvor gehört hatte, speicherte mein Gehirn den neuen Ausdruck als "Verschissmus" ab. Was den Inhalt des Wortes betrifft, irrte sich meine kindliche Intuition ja nicht. Ich fragte meinen Vater, was Verschissmus denn bedeute. Er reagierte ärgerlich auf das Missverständnis, und dachte wohl, ich hätte den Begriff absichtlich ins Lächerliche gezogen. Daraufhin murmelte ich noch einige Male "Verschissmus" vor mich hin, als Rache für die Schelte. Leider weiss ich nicht mehr, ob ich meinem Vater doch noch eine Erklärung entlocken konnte.
Worauf führst du deinen beruflichen Erfolg zurück?
Seite 23
Seite 23 wird geladen
2.2.  Meine Eltern – Die Ehe meiner Eltern.

Worauf führst du deinen beruflichen Erfolg zurück?
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Ich habe keinen beruflichen Erfolg im traditionellen Sinn.
Erinnerst du dich an deinen ersten Schultag?
Seite 24
Seite 24 wird geladen
3.1.  Primarschulzeit – Grundschule Unterstufe.

Erinnerst du dich an deinen ersten Schultag?
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Stichwörter: 
  • Konnte es im Kindergarten kaum abwarten, endlich in die Schule zu kommen. 
Wie hast du lesen gelernt?
Seite 25
Seite 25 wird geladen
3.1.  Primarschulzeit – Grundschule Unterstufe.

Wie hast du lesen gelernt?
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Stichwörter: 
  • Brachte mir schon vor der Schule das Lesen bei.
Welche Fächer wurden unterrichtet? Welches war dein Lieblingsfach?
Seite 26
Seite 26 wird geladen
3.1.  Primarschulzeit – Grundschule Unterstufe.

Welche Fächer wurden unterrichtet? Welches war dein Lieblingsfach?
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Stichwörter: 
  • Hassliebe zu Mathematik
  • Ich liebte es, Aufsätze zu schreiben.
Wie waren deine Schulleistungen? Wie dein Verhältnis zu Hausaufgaben? Half dir jemand?
Seite 27
Seite 27 wird geladen
3.1.  Primarschulzeit – Grundschule Unterstufe.

Wie waren deine Schulleistungen? Wie dein Verhältnis zu Hausaufgaben? Half dir jemand?
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Meine Aufsätze heimsten immer anständige Noten ein. Okay, ich gebe zu, sie heimsten gute Noten ein, manchmal sogar sehr gute. So, ich hab's gesagt. Puuuh! In Mathematik und Geometrie hingegen hagelte es regelmässig unterirdische Noten. Es gab Ausreisser, ja, doch ich bin bis zum heutigen Tag der Meinung, dass ich während dieser Prüfungen von einem guten Mathe-Geist besessen gewesen sein musste. Besagter Mathe-Geist übernahm mein Gehirn auch während der Aufnahmeprüfung für die Handelsschule. Aber mehr davon in einem anderen Kapitel.
Was tatst du nach der Schule?
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3.1.  Primarschulzeit – Grundschule Unterstufe.

Was tatst du nach der Schule?
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Meine Mutter las uns Kindern vor dem Schlafengehen immer eine Gutenachtgeschichte vor. Keine Kurzgeschichte oder ein Bilderbuch, sondern ein oder mehrere Kapitel aus einem Buch für ältere Kinder. "Die geheimnisvolle Minusch" von Annie M.G. Schmidt und "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" von Boy Lornsen liebte ich ganz besonders! Manchmal kamen darin Wörter und Sätze vor, die wir noch nicht verstanden. Meine Mutter las sie ganz normal vor. Gleich anschliessend las sie dieselben Stellen nochmals, übersetzte sie jedoch flugs auf Schweizerdeutsch. Sie konnte mühelos von einem wunderbar klaren Hochdeutsch, ihre Oma war schliesslich eine gebürtige Hamburgerin, ins Zürichdeutsche wechseln.

Während wir Kinder der Geschichte lauschten, lagen wir bäuchlings auf dem Teppich und zeichneten. Eine Schuhschachtel, bis oben gefüllt mit Farbstiften und Neocolor, stand vor uns. Wie ich das Zuhören und Zeichnen liebte! Es waren himmlische Stunden. Es kam mir damals nicht in den Sinn, dass ich jemals mit dem Zeichnen aufhören könnte. Doch im Lauf meiner Grundschuljahre sickerte die Tatsache, dass unsere Zeichnungen beurteilt und benotet wurden, langsam in mein Bewusstsein. Also, ich wusste natürlich über die Benotung Bescheid. Was mir die Freude am Zeichnen nahm, waren die miesen Noten, die ich für meine Zeichenfähigkeiten bekam. Den Lehrern gebe ich keine "Schuld" daran, denn sie mussten unsere Bilder nach vorgegebenen Kriterien bewerten. Ich liess mich jedoch durch die tiefen Noten entmutigen und begann zu glauben, schlicht kein Talent zu besitzen. Und selbst wenn ich kein Fitzelchen Talent besitze - durch viel Übung, Erfahrung und durch die Entwicklung eines eigenen Stils hätte ich fehlende Begabung wettmachen können. Auf jeden Fall ist Aufgeben heute keine Option mehr für mich. Ich habe wieder angefangen zu zeichnen, und Talent und Begabung können mich mal gerne haben. 




Wie waren diese Jahre für dich ganz allgemein, unabhängig von der Schule?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

Wie waren diese Jahre für dich ganz allgemein, unabhängig von der Schule?
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Stichwörter: 
  • Auf dem Weg ins Lernstudio (zwischen Klusplatz und Hegibachplatz) zur Nachhilfe in den Ferien. Der Vorfall, als der Wind Carmen und mich in eine falsche Strasse wehte. Quatsch, wir verliefen uns! ;-)
Welches war dein Lieblingsfach? Welche Fächer mochtest du gar nicht?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

Welches war dein Lieblingsfach? Welche Fächer mochtest du gar nicht?
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Stichwörter: 
  • Ich mochte Deutsch und freute mich, wenn wir einen Aufsatz schreiben mussten.
  • Sport
  • Noch grössere Probleme in Mathematik und Geometrie.
Hast du gerne Bücher gelesen? Welches waren deine Lieblingsbücher? Hast du dir Bücher in der Schulbibliothek ausgeliehen oder untereinander ausgetauscht?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

Hast du gerne Bücher gelesen? Welches waren deine Lieblingsbücher? Hast du dir Bücher in der Schulbibliothek ausgeliehen oder untereinander ausgetauscht?
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Stichwörter: 
  • Endlich Erwachsenenbücher in der 4. Klasse!
Erinnerst du dich an Bestrafungsmethoden in dieser Schulstufe? Wie beeinflussten diese deine schulischen Leistungen?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

Erinnerst du dich an Bestrafungsmethoden in dieser Schulstufe? Wie beeinflussten diese deine schulischen Leistungen?
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Einmal, vor einer Mathematikprüfung, versteckte ich mich im Materialschrank unseres Schulzimmers. Oh, doch, ich hatte für den Test gelernt und gebüffelt, doch ich war auf keinen grünen Zweig gekommen. Ich kapierte diese dreimal verfluchte Zahlenjongliererei einfach nicht. Natürlich hasste ich Rechnen nicht, aber ich musste sagen, das ich es tat, weil ich sonst mein Gesicht verloren hätte. Ein Fach mögen und gleichzeitig grottenschlecht darin sein, ging nicht, ohne sich vor der ganzen Klasse, ach, was sag ich denn da, ohne sich vor der ganzen Schule lächerlich zu machen.
War der Weg ins Gymnasium/zu einem Studium ein Thema? Inwiefern und für wen alles?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

War der Weg ins Gymnasium/zu einem Studium ein Thema? Inwiefern und für wen alles?
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Stichwörter: 
  • Die Krux mit der Dummheit.
  • Ambivalentes Verhältnis zu Mathematik (Physik, Chemie).
  • Langsame Lernerin
Was tatst du in deiner Freizeit? In den Ferien? Mit wem verbrachtest du diese vorwiegend?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

Was tatst du in deiner Freizeit? In den Ferien? Mit wem verbrachtest du diese vorwiegend?
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Stichwörter: 
  • Reiten
  • Reitlehrer, war früher Ausbilder beim Militär
  • Schreien und fluchen - ich fands grossartig
  • Ray
Hast du jemals ein Tagebuch geführt? Falls ja, ab wann, wie regelmässig? Später auch noch?
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3.2.  Primarschulzeit – Grundschule Oberstufe.

Hast du jemals ein Tagebuch geführt? Falls ja, ab wann, wie regelmässig? Später auch noch?
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Stichwörter: 
  • Das Tagebuch der Anne Frank
  • Führe erst jetzt relativ regelmässig ein Tagebuch.
  • Gratitude Journal von Temu
Erinnerst du dich an den Entscheid, ob Sekundarschule oder Gymnasium?
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4.  Sekundarschule und/oder Gymnasium?

Erinnerst du dich an den Entscheid, ob Sekundarschule oder Gymnasium?
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Stichwörter: 
  • Mein Lehrer in der Mittelstufe teilte mich in die Realschule ein. Prüfungsvorbereitung in der IWW, dennoch Sekprüfung nicht bestanden.
War das die richtige Wahl?
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4.  Sekundarschule und/oder Gymnasium?

War das die richtige Wahl?
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Stichwörter: 
  • Nach einem Jahr Real, Sekprüfung bestanden. Sek-Prüfungsvorbereitung am Lernstudio.
Erinnerst du dich an Gewalt an der Schule? Gabe es so etwas wie Gangs? Meinst du, dass das anders war als heute?
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4.  Sekundarschule und/oder Gymnasium?

Erinnerst du dich an Gewalt an der Schule? Gabe es so etwas wie Gangs? Meinst du, dass das anders war als heute?
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Stichwörter: 
  • Lehrer hatten manchmal Angst, das Realschulhaus alleine zu betreten.
Wie waren deine Schulleistungen? Half dir jemand?
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4.  Sekundarschule und/oder Gymnasium?

Wie waren deine Schulleistungen? Half dir jemand?
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Stichwörter: 
  • Katholische Schule, 2. und 3. Sek: Sr. Barbara kritisierte meine Aufsätze, unbescheiden, die Geschichte sollte im Vordergrund stehen.
Hast du dich politisch engagiert?
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4.  Sekundarschule und/oder Gymnasium?

Hast du dich politisch engagiert?
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In den 1980er Jahre war ich stolze Besitzerin einer Herren-Jeansjacke. Ich liebte den "oversize look"! Meine Jacke war mit Buttons von Michail Gorbatschow gepfeffert. Neben dem Gesicht des sowjetischen Staatspräsidenten prangte "Perestroika" und "Glasnost" in kyrillischer Schrift auf den runden Ansteckern aus Blech.
Hast du selber ein Instrument gespielt? Warst du in einer Musikformation, in einer Band?
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5.  Meine Freizeit

Hast du selber ein Instrument gespielt? Warst du in einer Musikformation, in einer Band?
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Stichwörter: 
  • Blockflöte, Altflöte
  • Würde so gerne ein Instrument spielen lernen!
Hattest du in bestimmten Lebensphasen wichtige Freizeitbeschäftigungen?
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5.  Meine Freizeit

Hattest du in bestimmten Lebensphasen wichtige Freizeitbeschäftigungen?
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Stichwörter: 
  • Reitstunden
Was bedeutete/bedeutet der Computer und das Internet in deinem Leben?
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5.  Meine Freizeit

Was bedeutete/bedeutet der Computer und das Internet in deinem Leben?
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Stichwörter: 
  • Möglichkeit/Chance zu lernen
Hattest du in dieser Zeit, oder schon früher, ein Idol?
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5.  Meine Freizeit

Hattest du in dieser Zeit, oder schon früher, ein Idol?
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Stichwörter: 
  • Die Astronauten John Young und Claude Nicollier.
Wer hat deine Lektüren und dein Leseverhalten am nachhaltigsten beeinflusst? Inwiefern?
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5.1.  Meine Freizeit – Lesen.

Wer hat deine Lektüren und dein Leseverhalten am nachhaltigsten beeinflusst? Inwiefern?
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Stichwörter: 
  • Meine beste Freundin Tamara war mein Vorbild
Gab es Lesevorschriften oder gar -verbote? Von wem? Und wie gingst du damit um?
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5.1.  Meine Freizeit – Lesen.

Gab es Lesevorschriften oder gar -verbote? Von wem? Und wie gingst du damit um?
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Stichwörter: 
  • Ab 12 Jahren durfte ich lesen, was ich wollte.
  • Ich lese allerhand Bücher, auch welche mit kontroversen Inhalten - Bücher von "Schwurblern". ;)
  • Keine Gedanken (solange sie nicht gegen Lebewesen gerichtet sind) sollten geringgeschätzt werden.
Gibt es Bücher, die du mehrmals gelesen hast? Welche und weshalb? Wieviel Bücher hast du überhaupt?
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5.1.  Meine Freizeit – Lesen.

Gibt es Bücher, die du mehrmals gelesen hast? Welche und weshalb? Wieviel Bücher hast du überhaupt?
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Stichwörter: 
  • Robin Hood
  • Harry Potter
Was hast du nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit gemacht?
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6.  Lehr- und Wanderjahre

Was hast du nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit gemacht?
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Stichwörter: 
  • Aufnahmeprüfung für die Handelsschule bestanden. Wie? Keine Ahnung! Eine 5 in Mathematik. Wie, zum Kuckuck, war das möglich? Guter Mathe-Geist!
  • Pflegepraktikum im Krankenheim, eigenes Personalzimmer, Verantwortung
Falls du keine Lehre gemacht hast, hast du das je bereut?
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6.  Lehr- und Wanderjahre

Falls du keine Lehre gemacht hast, hast du das je bereut?
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Stichwörter: 
  • Keine Lehre abgeschlossen, doch Reue hilft nicht, nur daraus lernen bringt einen weiter.
Gibt es etwas, das du viel lieber gemacht hättest? Weshalb hast du es nicht gemacht oder machst es nicht jetzt noch?
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7.1.  Arbeiten – Beruf oder Berufung?.

Gibt es etwas, das du viel lieber gemacht hättest? Weshalb hast du es nicht gemacht oder machst es nicht jetzt noch?
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Stichwörter: 
  • Ich hätte gerne studiert.
Worauf bist du rückblickend in deinem Berufsleben weniger stolz?
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7.2.  Arbeiten – Berufliches auf und ab.

Worauf bist du rückblickend in deinem Berufsleben weniger stolz?
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Ich arbeite seit 22 Jahren als Putzfrau. Als ich mit putzen anfing, fiel es mir schwer, zu meiner Arbeit zu stehen. Es hat mir nichts ausgemacht, wenn andere erfuhren, womit ich mein Geld verdiente. Nur ich selbst haderte damit, beruflich nicht mehr erreicht zu haben.
Hat dir jemand übel mitgespielt? Hast du das verkraftet? Wie?
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7.2.  Arbeiten – Berufliches auf und ab.

Hat dir jemand übel mitgespielt? Hast du das verkraftet? Wie?
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Nur einmal im Leben möchte ich mir wie Larry Hagman in "Dallas" einen Stetson Cowboyhut auf den Kopf setzen, herrlich fies lachen und sagen: "The world is littered with the bodies of people that tried to stick it to ol' J.R." 

Es mag das eine oder andere Mal vorgekommen sein, dass mich jemand ausnutzte. Ich halte es mit den Stoikern. Es ist meine Entscheidung, wie ich auf solche Situationen reagiere. Einen Groll oder sogar Hass hegen würde bedeuten, mit dem zu hadern, was ich nicht beeinflussen kann.Das verbessert nichts und tut nur einem selbst weh. Emotionen verwehen. Es hilft mir, mich um andere Menschen und Tiere zu kümmern. Das erdet und lenkt meinen Geist und mein Herz auf wirklich wichtige Dinge. 

Das heisst nicht, dass ich mir jeden Mist gefallen lasse. Im Gegenteil. Je älter ich werde, desto kleiner werden meine Hemmungen und mein schlechtes Gewissen, wenn ich anderen Leuten auch mal meine Meinung geige und Konsequenzen ziehe, die meinem Gegenüber nicht zupasskommen.
Hast du jemals über deine Verhältnisse gelebt?
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7.2.  Arbeiten – Berufliches auf und ab.

Hast du jemals über deine Verhältnisse gelebt?
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Nach meiner Scheidung machte ich bewusst Schulden, damit meine Söhne mit ihren Freunden mithalten konnten. Damit sie am sozialen Leben teilhaben, ins Kino, in den Zoo, ins Museum, ins Verkehrshaus, ins Technorama oder in ein Geschäft für Yu-Gi-Oh-Karten gehen konnten. Meine Söhne zeigten schon vor dem Kindergartenalter Interesse an Computern. Viele Mütter, mit denen ich mich auf dem Spielplatz austauschte, meinten, es sei noch zu früh, um so junge Kinder an einen Rechner zu lassen. Ich nahm ihre Meinung ernst, dennoch entschied ich mich, meinem Instinkt zu folgen. Also kaufte ich meinen Jungs je einen Laptop. Das Geld reichte im Leben nicht, um die Geräte bar zu bezahlen, doch der Verkäufer bot mir Ratenzahlungen an. Die Probleme mit meinen Finanzen nahmen damals richtig Fahrt auf, und ich trudelte in die Schuldenfalle. Irgendwie gelang es mir, das spärliche Geld dergestalt zu jonglieren, damit wir uns durchwursteln konnten, immer hart an der Grenze zum Ruin.

Wie so eine Wurstelei ausgesehen hat? - Nun, es kam Ende Monat nicht selten vor, dass meine Söhne und ich nach meiner Arbeit um 22 Uhr auf die Fahrräder stiegen und zwei Dörfer weiter zum Bahnhof radelten. Dort stand eine Dönerbude, wo ein liebenswürdiger und hilfsbereiter Herr aus der Türkei arbeitete. Er gab meinen Kindern je einen Döner mit "viel Scharf" und erlaubte mir, diese erst zu bezahlen, nachdem mein Lohn eingetroffen war. Zu Hause hatten wir noch Toastbrot, eine Packung Nudeln und zwei Cervelats fürs Mittagessen am nächsten Tag. 


Handys, Betreibungen, Lohnpfändungen, Hilfe von Claudio ...




Ich wollte nicht, dass die beiden unter den Fehlern ihrer Eltern zu leiden hatten. Meine Entscheidungen haben sich ausbezahlt. Beide Söhne schlossen eine Informatiklehre (Applikationsentwickler) mit Bestnoten ab. Sie arbeiten zurzeit in Teilzeit als Webdesigner und absolvieren ein berufsbegleitendes Informatikstudium an der ZHAW School of Engineering.
Wie stark hat dich Geld in deinen beruflichen Entscheiden beeinflusst?
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7.2.  Arbeiten – Berufliches auf und ab.

Wie stark hat dich Geld in deinen beruflichen Entscheiden beeinflusst?
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Könnte ich noch einmal von vorne anfangen, würde ich viel mehr Wert auf Geld legen. Geld bedeutet Möglichkeiten, Handlungsspielraum und Unabhängigkeit.
Hast du finanziell das Maximum erreicht?
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7.2.  Arbeiten – Berufliches auf und ab.

Hast du finanziell das Maximum erreicht?
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Ich habe gelernt, mit wenig Geld zu leben. Je weniger man glaubt, zu brauchen oder nötig zu haben, desto mehr Freiheit gewinnt man.
Wie hast du deine Frau bzw. deinen Mann kennengelernt?
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8.  Eheleben

Wie hast du deine Frau bzw. deinen Mann kennengelernt?
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Meine Schwiegermutter erinnerte mich an Miss Ellie aus der Fernsehserie Dallas.
Hat sich mit der Zeit eine Eheroutine ergeben? Wie sah diese aus?
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8.  Eheleben

Hat sich mit der Zeit eine Eheroutine ergeben? Wie sah diese aus?
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Gab es eine Arbeitsteilung zwischen euch?
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8.  Eheleben

Gab es eine Arbeitsteilung zwischen euch?
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Stichwörter: 
  • Wir konnten immer gut zusammenarbeiten, wir waren und sind noch immer ein verlässliches Team.
Würdest du wieder heiraten?
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8.  Eheleben

Würdest du wieder heiraten?
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Nein, ich würde nicht wieder heiraten. Im Grunde meines Herzens fühle ich mich noch immer mit meinem Ex-Mann verbunden und verheiratet. Es ist gut so, wie es ist. Jeder hat sein eigenes Leben, und wir nehmen Anteil am Leben des anderen. Wir sind Freunde geworden und haben ein tieferes Verständnis für einander entwickelt, als während unserer Ehe.

Ich glaube, es ist ungeheuer wichtig, sich gegenseitig Freräume zu gestatten und zu gönnen. Liebe bedeutet auch Neugier, Rücksicht, Geduld und vor allem Respekt für die Erlebnisse des Partners, gerade wenn man selbst nicht Teil davon war. Liebe kann viel verkraften, wenn der Liebende das will. 
Wie hat sich deine Einstellung zu dir selber mit dem Älterwerden verändert?
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9.  Lebensfreude

Wie hat sich deine Einstellung zu dir selber mit dem Älterwerden verändert?
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Es hilft nicht, sich ein anderes Leben zu wünschen. Es ist sinnlos, mit seinem Schicksal zu hadern und in Traumwelten von einem „perfekten“ Leben zu flüchten.

  • Stoizismus, Akzeptanz
Was vermisst du?
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9.  Lebensfreude

Was vermisst du?
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Ich vermisse es, vier bis fünfmal pro Woche ins Krafttraining zu gehen. Ein Fitness Abo ist für mich nicht erschwinglich. Doch eigentlich gibt es nichts zu meckern, denn ich gehe fast täglich zwei Kilometer den Hügel runter ins Nachbardorf zum Einkaufen. Danach heisst es, mit vollem Einkaufstrolley den Hügel wieder hinaufzukraxeln. Im Wald liegt ein Baumstamm am Wegrand, der die perfekte Höhe hat, um daran Liegestützen zu trainieren.

Mein jüngerer Sohn ist begeisterter Tischtennisspieler. Wenn er Zeit hat, schnappen wir unsere Schläger und spielen ein paar Matches, draussen auf dem Pausenplatz der Dorfschule. Als Gentleman fegt er mich natürlich nie so gründlich vom Platz, wie er könnte. 

Direkt nach dem Aufstehen mache ich Armkreisen und Schulterrollen,  Kniebeugen, Vorwärtsbeugen, Ausfallschritte und den Hampelmann. Ja, richtig, diese Aufwach-Routine absolviere ich, ganz oldschool, vor dem offenen Fenster. Tief einatmen und ausatmen nicht vergessen! Beim Zähneputzen kräftige ich meine Waden; und überhaupt finde ich den ganzen Tag Gelegenheiten, mich zu bewegen. Manchmal, wenn ich nach dem Einkaufen allein durch den Wald marschiere, beginne ich zu traben und zu gallopieren. Es ist wie Hobby Horsing, nur halte ich kein Steckenpferd, sondern bin selbst das Pferd. Mein Einkaufstrolly ist die Kutsche. Danach muss ich derart lachen, dass ich am nächsten Tag Muskelkater habe. 

Ich habe Sport nicht unter Hobbies aufgelistet, weil es für mich kein Hobby ist. Bewegung gehört zu meinem Alltag, wie essen, trinken und schlafen.

Als Kind durfte ich Reitstunden nehmen. Ich liebte den Umgang mit Pferden und würde so gerne wieder reiten. Oh, und Tennis spielen und Ballett tanzen wäre auch grossartig!
Wie geht es dir bzw. euch finanziell?
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9.  Lebensfreude

Wie geht es dir bzw. euch finanziell?
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Meine zwei Söhne und ich leben mit einem knappen Budget. Doch das ist völlig okay, denn die beiden stecken in der Ausbildung, die sie für sich ausgesucht haben, schreiben exzellente Noten und sind zufrieden.
Was ist für dich Luxus?
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9.  Lebensfreude

Was ist für dich Luxus?
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Luxus bedeutet für mich, in die Migros zu gehen und die Lebensmittel kaufen zu können, die ich möchte, ohne streng auf die Preise achten zu müssen. Zu meinem Erstaunen stelle ich gerade fest, dass ich die Sparfuchserei vermissen würde. Sie ist zum Sport für mich geworden.
Welche Hobbies pflegst du aktuell und was gibt dir das?
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9.  Lebensfreude

Welche Hobbies pflegst du aktuell und was gibt dir das?
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Ich habe ein Notizbuch voller Ideen, und fast täglich füge ich neue Einfälle hinzu. Trotzdem ist mein Kinderbuch nach über fünf Jahren immer noch nicht fertig. Mein Perfektionismus und Zweifel an meiner Fähigkeit, ein Buch zu schreiben, tragen ihren Teil zu dieser Misere bei. Doch welcher Hobbyautor stolpert nicht ab und zu über dieselben Probleme? Meine Schwierigkeiten beim Strukturieren der Geschichte, stellen das weitaus grössere Hindernis dar. Aber genug gejammert! Dann ist mein Kinderbuch eben ein ellenlanges Langzeitprojekt, das mich lehrt, geduldig zu sein, nicht aufzugeben und dazuzulernen. Es gibt Schlimmeres, oder? 

Ausser dem Schreiben, zeichne ich gerne. Nein, ich bin nicht gut darin, noch nicht einmal mittelmässig. Doch es hat was, wenn es mir gelingt, ein Gänseblümchen, eine Katze oder ein Haus zu sketchen. Dabei ist es mir nicht wichtig, möglichst detailgetreu zu arbeiten, sondern mit schnellen, lockeren Strichen die Stimmung einzufangen. Ausserdem ist Urban Sketching vor Ort ein famoses Heilmittel gegen Pingeligkeit und Schüchternheit. 

Letzten September kurz nach acht Uhr abends setzte ich mich auf eine Bank vor dem Gemeindehaus. Vor mir, auf der gegenüberliegenden Strassenseite, stand dieses wunderschöne Riegelhaus, das ich schon lange sketchen wollte. Also kramte ich einen kleinen Block und einen Bleistift aus meinem Einkaufstrolley hervor und begann, die Hausfront zu skizzieren. Ich war derart in meine Arbeit versunken, dass ich denn Mann erst wahrnahm, als er sich neben mich auf die Bank setzte. Er entschuldigte sich und fragte, ob ich bereit wäre, ihm meine Zeichnung zu zeigen. Er erklärte, er wohne in ebendiesem Haus und interessiere sich für Kunst. 

Kunst? Um Himmels Willen! Lieber wollte ich auf der Stelle im Boden versinken, als diesen liebenwürdigen Herrn zu enttäuschen. Ich stammelte etwas von totaler Anfängerin und inkorrekter Perspektive, während meine Wangen und Ohren die Farbe von Radieschen annahmen. Ich konnte mich nicht überwinden, ihm mein unfertiges Werk sehen zu lassen. Der Mann wurde kein bisschen ärgerlich, sondern fragte mich, ob ich an einer Abmachung interessiert sei. Er werde nicht wieder fragen, ob er meine Zeichnung sehen dürfe. Im Gegenzug werde ich so lange üben, bis ich ihm mein Bild zeigen könne, ohne mich in Grund und Boden zu schämen. Ein fairer Deal. Darauf gaben wir uns die Hand und wünschten einander eine gute Nacht.

Ich fröne auch noch anderen Hobbies, nämlich Sprachen lernen, Schach spielen, fotografieren, häkeln und stricken. Agatha Christies Miss Marple konnte am besten nachdenken und kombinieren, während sie die Stricknadeln tanzen liess.
Wenn du auf dein Leben zurückblickst, worauf bist du besonders stolz?
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10.  Worauf ich stolz sein darf

Wenn du auf dein Leben zurückblickst, worauf bist du besonders stolz?
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Hm, am liebsten würde ich mich vor dieser Frage drücken. Ich habe das Gefühl, noch kein Recht auf Stolz zu haben, weil ich es beruflich nur bis zur Putzfrau gebracht habe. Es ist keine Selbstherabsetzung, sondern, wie soll ich das bloss ausdrücken, das Wissen, dass ich noch viel Lernen möchte im Leben, um stolz empfinden zu können. Mir fehlt die Erfahrung, das Gymnasium geschafft, eine Ausbildung oder ein Studium durchgezogen zu haben. 

Sicher, ich lese viel und bin begeisterte Autodidaktin. Das Geniale am Internet ist der freie Zugang zu Wissen! Dennoch sehne ich mich danach, das Gymnasium nachholen zu können. Ich sehne mich nach Mittschüler, danach, in eine Schule und eine Klasse "zu gehören" und knifflige Mathematikaufgaben mit vereinten Kräften zu lösen. Wenn es einmal schwer wird, sind da immer die Klassenkamaraden oder die Kommilitonen, die einen zum Weitermachen und Durchhalten inspirieren.
Bist du jemals für etwas Wichtiges eingetreten oder gab es keinen Anlass dazu?
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10.  Worauf ich stolz sein darf

Bist du jemals für etwas Wichtiges eingetreten oder gab es keinen Anlass dazu?
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Ich habe gelogen und noch andere Dinge getan, um Familienangehörigen aus der Patsche zu helfen und dafür zu sorgen, dass sie leben können. Ich tue das heute noch, weil Loyalität der Familie gegenüber wichtig für mich ist. 
Was war deine grösste Dummheit?
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11.  Reue

Was war deine grösste Dummheit?
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Aus einem Hörbuch über Professor Einstein lernte ich, dass er einst sagte, wir alle hätten ab und zu ein Opfer am Altar der Dummheit darzubringen. 

Meine grösste Dummheit war, meine Lehre als Zahnarztgehilfin im zweiten Lehrjahr abzubrechen. Ich glaubte damals, diese Ausbildung sei nicht gut genug. Ich wollte doch ins Gymnasium und danach studieren! Diese Denke war der Inbegriff von Dummheit und Unverstand. Hätte ich eine Reise in der TARDIS gut, würde ich mich in die Zahnarztpraxis zurücktragen lassen. Dort angekommen würde ich meine Lehre gewissenhaft und mit möglichst guten Noten beenden. 

Nach bestandener Lehrabschlussprüfung würde ich mich an der Berufsmaturitätsschule anmelden und für mein Leben büffeln und strebern. Mit der Berufsmatura in der Tasche stünde mir der Weg an die Dolmetscherschule offen. Heute würde ich mich für ein Studium an der ZHAW Departement Angewandte Linguistik entscheiden. 


Gibt es Dinge, die du nicht erzählen konntest oder wolltest?
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12.  Nachgedanken

Gibt es Dinge, die du nicht erzählen konntest oder wolltest?
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Ich möchte nicht, dass sich jemand aus meiner Familie verletzt oder vor den Kopf gestossen fühlt, wenn er oder sie zufälligerweise in meinen Erinnerungeschichten schmöckert. Deshalb habe ich entschieden, mich vorwiegend auf die positiven Aspekte zu konzentrieren. Ich möchte mein Schreiben nicht als "Therapie" verstehen oder jemandem das Gefühl geben, etwas "falsch" gemacht zu haben oder eine Belastung zu sein. Aus diesem Grund habe ich meinem Tagebuch auch nie schwierige Gedanken oder Ansichten über Angehörige anvertraut. Schlussendlich ist es doch immer so, dass jemand aus der Familie über das Tagebuch stolpert und aus Versehen genau die Zeilen liest, die sie oder er nicht zu Gesicht bekommen sollte. 

Die Freude am Schreiben und Erinnern soll im Vordergrund stehen. Ich schreibe diese Rückblicke aus der Sicht meines heutigen, hoffentlich ein Quäntchen reiferen und klügeren Ichs. Aus Fehlern, Konflikten und schwierigen Zeiten habe ich gelernt; und dieser Wissensschatz fühlt sich an wie eine Lampe, in deren Licht ich vor mich hin tippe. 

Mir ist bewusst, das wir Menschen dazu neigen, unsere Kindheit, Jugend und das "Früher" im Allgemeinen, etwas zu verklären und zu beschönigen. Meine Erinnerungen erheben nicht den Anspruch, die Wahrheit abzubilden, sondern nur meine gefühlte Sicht der Dinge. ;)
War das Schreiben eher Freude und Spass oder ein dir selbst auferlegtes Muss?
Seite 69
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12.  Nachgedanken

War das Schreiben eher Freude und Spass oder ein dir selbst auferlegtes Muss?
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"The first draft of anything is shit." Diese Erkenntnis von Ernest Hemingway habe ich mir hinter die Ohren geschrieben für den Fall, dass mich der Perfektionismus wieder piesackt. Das kommt oft vor, sehr oft. Mein innerer Kritiker erwartet von mir, Sätze bereits beim ersten Versuch druckreif aufs Papier rotzen zu können. Dieser penible Geselle spricht mit der Stimme Mercel Reich-Ranickis, was ihn trotz seiner Nörgelei sympathisch macht. Wenn ich allzu verbiestert ans Werk gehe, erinnert er mich gerne daran, dass meine Schreibblockade ein Segen für den Leser sei. Er ätzt, ich würde keine Literatur, sondern Schund produzieren, denn was schlecht sei, sei schlecht und müsse gesagt werden!

An der Freien Katholischen Schule in Zürich hatte ich eine Deutschlehrerin, der mein altkluger Schreibstil ein Dorn im Auge war. Ein Kritikpunkt, den sie bei allen meinen Aufsätzen anbrachte, war meine Unbescheidenheit. Sie sagte, ich stelle mein Schreiben in den Vordergrund, nicht die Geschichte. Ihre Worte haben mich sehr getroffen. Sie hatte recht, ich pfefferte meine Texte mit ausgefallene Wörtern und gab mein Bestes, bildungssprachliche Wendungen einzubauen. Natürlich erhoffte ich, mir dadurch Anerkennung und gute Noten zu verdienen. Doch ich hatte Freude an der Sprache, an schrulligen, altmodischen und versnobten Ausdrücken. Noch heute bin ich dieses Frevels schuldig. Nein, im Ernst, genau das beweist doch, das die Einschätzung der Ordensfrau stimmte. 

Ich wünschte, ich könnte meinen Schreibstil loslassen. Ich möchte lernen, so verständlich, klar und einfach formulieren zu können, wie J.K. Rowling. Sobald ich eines ihrer Harry Potter Bücher aufschlage, entführt mich ihre Art des Schreibens sofort mitten in die Szene. Die Wörter und Sätze scheinen mit der Geschichte zu verschmelzen. Sie schenken den Lesern Bilder und Gefühle, ohne Aufmerksamkeit für sich selbst zu fordern. Aus Joanne Rowlings Feder, oder ihrer Tastatur, fliesst echte, menschliche Magie.

Das Schreiben war und ist eine Freude für mich. Doch ich hege oft Zweifel an meiner Fähigkeit zu schreiben. Ich vergleiche mich dummerweise mit Schriftstellern und erlebe immer wieder Phasen, während deren ich meinen eigenen Stil überhaupt nicht mehr mag.
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