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Vorwort
Es ist der Sommer 2026. Ich bin ein Heidi aus Vals, 73järig und beschreibe mein Leben. Meine Kindheitserinnerungen gehen zurück an das Haus meiner Grossmutter, das Wasserhüüschi am Peilertobel. Die Erinnerungen fallen mir im Walserdialekt ein. Deshalb erzähle ich von dieser Zeit in meiner Kindheitsmundart. Wenigstens über die Zeit bei meinem Ahni. Weiter dann in normalem Deutsch.

Z’Wasserhüüschi - Ahnis Huss
Z’Vals, enets dem Peilertobel, es Bets onneäi, da schteit zWasserhüüschi, ds Huss vo miim Ahni, der Ursula Casutt-Berni (27.9.1893-5.12.1974). Of der endere Site en der Metti esch dHusstör, dernäbet es Bechli zom Ruebe, lenks derva hets es Mariabeld an der Wand. Me het mer gseit, wa früener emal Hochwasser gsi sig und me Angscht gchä heb, dWassergwalt schrissi au krat no dHuss ewäg, ds Hüüsli (WC) wa ussets ans Huss aabuts esch, hebs emal ewäg gschresse gchä. Ja us Dankbarkeit het me de na dem Oowätter es Muettergottesbeld ad Wand male la. Näbedra hets no es schmells Fänschter ond onnedra esch Holz uufbeges gsi. Rächts vo der Tör send zwei Stobefänschter met grüene Palge. Obnedra hets e lengi Laube, die ganzi Huusbreiti. Dete het me de dWäsch uufkengt. Of der obere Site zor Strass hets auf no vier Fänschter met Palgebrätter und natürli hets ussetsdra ond onneäi auno Fänschter. D’Wänd hend vo der Sonne es donkels Bruu percho, zDach het Valserschteiplatte, wie alli Valserhüüscher, ond obne zwei Chemmi druuf.
Onneäi esch e Füürstell, dette het me albig Blachte för dSchwii gsotte ond de das Mues enne Holzverschlag ta. Onneäi steit au der Schtall. Der Enne, dMamä het me der Götti gseit, esch der Brueder vom Ahni gsi ond het Josef Anton keisse (14.5.1888-7.3.1965). Wier Gofe het em Enne gseit. z’Ahnisch Ma, der Lorenz Casutt, esch e Poschtellion gsi ond em Wenter met de Ross ond der Poschtkutsche ober der Bernardinopass gfaare, bes är enne Laubene cho esch ond gschtorbe esch (29.8.1888-24.2.1939). Mi Mueter esch due krat 13jährig gsi. Der Enne esch de secher für die jöngere Gschweschterte au e Vater gsi. Är het puuret, het wenig Veh gchä, es paar Schaaf ond Geiss ond es Schwii hendsch au emmer gchä ond e Chatze, wa albig dMüüsch em Ahni vor Tör gleit het. Der Hond esch albig met dem Onki Zalp gange.
De gets no es Schitthuss förs Holz, de me chochet ond heizt met Holz. E Henneschtall met emme Chromme hets au gchä. Zor endere Sitte vom Huss hets e grosse Acher, wa me Härdöpfel gscheckt het ond hennedra esch zAhnisch Garte. Äs het gäre Blueme gchä, em Garte ond au vor em Huss be der Husstör, e mächtige Stock vom englische Geranie met de penkblawe Blueme. Emal het mer zAhni em Tobel e ronde Götsch zeigt, der het Löcher gchä, het es Betz uusgsee wie e grosse Schwamm. «Was meinsch, magsch du der Chogel träge?» het mi zAhni gfrägt. Ond natürli beni gschwend derfa, ober Brögge ond höbschli ab ens Tobel go der Chogel go holle. Es esch wörkli e schwäre gsi, i hen müesse schtronte. Aber i hens gschafft, dAhni het Freud gchä ond het der glöchereti Schtei en Garte zo de Blüeme taa.
Wemme zor Tör egeit, hets rächts e Tör, det chont me en die enderi Schtobe, wa me gwärchet het. zAhni het det büets ond allerlei Gwänder gfleckt, der Enne het dete am obere Fänschter schini Schueschtererechtig gchä, au schi Spüitröcke esch dete gsi, de är het Tabak keut. Of der ondere Sitte esch me en die ender Chochi cho, wa als Spicher bruchti cho esch, ja da hets allerlei Vorrät gchä, au Eegmachts. Es het dete au no gägeäi es chlis Chämmerli gchä, wa me dMelch ond dNiddle e de Eimerli gchä het.
Em Gang hets rächts näbet der Stobetör zwei Ofetörli, me het dete met Holz eegfüüret, meischtens nu die enderi Schtobe, dete wa mä am Wärche gsi esch. Der gross Ofe en der Schtobe het es Bechli dervor gchä, da esch me gäre härregsässe ond het schi der Rögg gwärmt. Oberem Ofe hets an der Telli e Klappe gchä, eso het me chönne ens Zemmer uf ga, we Klappe offe gsi esch, au dWärmi.
Die usseri Schtobe esch nu bruchti cho, wemme Gäscht gchä het, be Hochzit ond au be de Nöijahrsässe, wa albig alli eglade gsi send. Ase amme Abed die Erwagsene, amme Sonntignamitag alli Mürte, ja wir send äppe 20 Enkelgöövli gsi! Was hets de Feins gä? Allerlei Uufschnett, Chäs, Schmalz ond Brot, de feine Chüeche ond Grem…
Bem Gang krat us esch zHüüsli gsi, es Holz-WC met emme Holzteckel.
of der lenke Sitte esch dChochi gsi met emme Chochhärd wa me met Holz gfüüret het. Wasser hets gchä, me hets net müesse am Bronne gos holle. We mme echond links hets es schmells Schgaffli, wa krat der gross Tesch dracho esch. Näbem Schgaffli esch albig zAhni gsässe, gägeober der Enne, ech offem Bechli henedra näbem Schgaffli. zAhni het albig na em Esse es bets Brot, Schmalz ond Kompfi usem Schgaffli gno, äs het albiig müesse es Deckeli hä, es chliis Brütschi!
De hets no e Holzschtäge, wa me zo de Zemmer cho esch, onder der Schtäge hets e grossi Falltör, da esch me en Chäller ab gange. Dete het me dHärdöpfel, Rüebli ond anders Gmües glageret ond au Öpfel.- Ond esie send dMüürte en Chäller gschperrti cho, wennsch net gscheckti gsi send… Ase i ben nie en Chäller gschperti cho, ond die andere waarschinli au net…

D’Mamä esch vell bem Götti am Helfe gsi, wo au emmer är krat gmäät het. Als chliini Meige beni drom vell bem Ahni gsi, äs esch es liebs gsi, het mi gäre gchä. Wenn zAhni en der endere Schtobe am Fänschter gsässe esch ond allerlei gfleckt het, ben ech ofem Schämmeli kockt ond hen em zugluet. Ii hen als chlini Meige emmer es betz Angscht gchä, zAhni könnti schtärbe. Eso henis de au emal gfrät, «Gall Ahni, du schterbsch nit so gschwend, gäll no lang ne?» Äs het glächlet ond het gseit: «No, nei, krat no net.» Aber ebe es send emmer weder Lüt gschtorbe ond i ben esie met dem Ahni oder der Mamä met gange zo de Gstorbne end Schtobe go bäte. Alli het schwarzi oder tonkli Chleider aagchä. D’Lüt hend e lengi Zit schwarzi Chleider treit ond ja dMamä het mer albig gseit, we krat es Jahrzit vome Verwandte gsi esch: «jetz chasch net Maschger gaa». (dFasnacht esch mer de eso au verleideti cho.) Z’Ahni het albig an errer Bluse es schmells Bröscheli met emme rote Schteinli treit, obs das au vo der Grosschrämeri kauft heb? Äs het mer allerlei verzellt, au dass ma söt es Loch em Schtrompf als no chliis flecke, es gäng de no vell renger ond esch gschwenter berem parat zom Alegge. Z’Ahni het aber au nöwi Sache zom Aalegge büezt. Ii mag mi errennere, of dWiehnachte het äs allne Meige e zieri Schoss büezt, met zwe Seck ond Verzierige am Latz, e rote Schpeckel ond de no met wiisse Zickzackschpetzli verziert. Naa der Wiehnacht het me albig zPapier von de Gschenk met dem Glettise glatts gmacht, wüeschti Teili ewäg gschnette und dBendeli het me au glettet ond de zämmebonde.
Äjaa, d’Grosschrämeri esch albig mit erem Chaschte ofem Rögg vo Huss zo Huss gange. Ds Ahni het sche gäre en die usseri Schtobe ieche la ga. d’Chrämeri het de erri schwäri Lascht ofe Schtuel abta ond het Schublädli om Schublädli us errem Chaschte zoge ond of de Tesch ta. Ofem Chaschte het schi au no allerlei vo Tüecher, Schöös, Onderwäsch, Chopftüecher, Schtrömpf emme Bönderli egwällt gchä ond schi het de au alls of de Tesch gleit. Es het fein gschmeckt, es Betz nach Chamfer. Mier als chlini Meige hend die chliine Schublädli met de Fächli gfalle, da hets allerlei Schöns gchä, e Huufe zom Büeze, Fengerhüet, Goffe, Schärene, Chnöpf, Häftli, Gommibender, allerlei Spetze ond de hets no Fengerrengli, Chötteli met Chrüzli, Chrälleli, Bröscheli ond anders gchä. Emal het mer dChrämeri gzeit, schi well mier es Päckli schecke! Tatsächlech, wanni berem emal bem Ahni gsi ben, seit äs: «Lueg en der ussere Schtobe hets es chlis Päckli für dech ofem Tesch.» Gschwend beni gange gos holle, en der Chochi hend wer de dregluegt. Es esch e Onderhose förre cho, e blawi und schi het au an de Bei e Gommizog gchä. Als chlini Meige heni a dem Gschenk net bsonders Freud gchä. ZAhni hets mer scho zom vorus gseit, es sig secher net krat was i mer wönschi…
Bem Ahni ond Enne het au der Onkel Lorenz gwohnt, aso we är de net krat of Tomül bem Veh gsi esch. Ja dAlp Tomül esch e frockt schöni Alpe. Min Brueder, 4 Jahr älter als ech, esch scho als es Buebli, als Hert bem Onkel Lorenz zAlp gsi. Au i ben emmer gäre of Tomül gange, wenns au wit zom Laufe gsi esch. Na der Rüefe esch me em Zickzackwäg of de Pradesch cho, dete het sVeh am Aafang gweidet, derna am Riedbode ond de eschs witer rächts derdörruuf gange bes me de zwösche de Felse derdörr oft Alphötte ond zwei Reihe Schtäll gsee het. Ja es esch eifach krat es betz wie em Märli be dem Schneewittli ond de sebe Zwärge, wemme heter denne Bärge dörr geiht ond sech en Äbeni uuftuet.
Der Onkel Lorenz henni au gäre gchä, ja är het we är net of Tomül gsi esch be mim Pape en der Schriineri gschafft. Esie het äe welle zom Emmi zengert ga, i ben als chlini Meige de an Töre kockt ond hen ne net welle laga la. Derbiee esch de speter zTante Emmi mini Fermgotte cho, ja schi esch au e liebi gsi.

Wanni es Betz älter gsi ben, het mi zAhni met dem Zmettag ond Zmaränd ofs Rong uuf gschekt. Äs het albig Chüechli bache, söttigi met Komfi oder esie au söttigi met Schwenz, woll Ringelchüechli! Die Chüechli het zAhni ennes Blächgscherr ta ond de met vell Zitigspapier guet egwällt, das schö warmi bliibe ond am Schloss es Tuech tromom met emme Hebi. Derzu es chlis Holzchöbelti met Kaffi, wa i ofem Rögg treit hen. Jedesmal wenni parat gsi ben zom gaa, het mer zAhni äppes ent Hand dröckt, es parr dörri Zwätschge oder es schoppli Wiberri, sozäge als Schterkig für der stotzigi Wäg of der lenge Site von Peilertobel der dörruf. ZAhni het albig dörr zFänscher mier na gluet, ond äs het mer de derna gseit, wie gschwent i der Schtotz derdörruuf gloffe sig, was mi gfreut het.
Wemme ofs Rong chond, es Betz onnedra, da hets es chlis Chappeli met dem St. Peter dre. Esie hennem au es paar Blüeme härre gleit. Es Betz obnedra esch der Schtall, wa der Enne ond dMamä am Wärche gsi send. Määje, schtrütsche, speter Schocheli mache oder Metle, Heinze hewer au esie gmacht, wenn zWätter net guet gsi esch. Zmettag hewer enets dem Schtall an der gässe, dChüechli send guet gsi, der Kaffi esch net för mech gsi, aber an der süesse Kondenzmelch, da henni gäre es Betz an der Tuube gsoge, we krat niemert gluegt het, es esch cheibe guet gsi! Esie henni au kolfe schtrütsche, i hen nämech e Holzforge gchä met Metallzenge, of di beni mächtig schtolz gsi. Bem Schochele henni au gkolfe, derna bem sche schtrütsche ond wenns de dörrs gsi esch, bem Räche. Mi Pape esch esie cho go zHeu em Heutuech ofem Rögg en de Heuschtall zträge. Onne ee em Schtall esch albig zVeh gsi ond obne uuf esch der Heuschtock. Em Sommer send ja Tierli of de Alpe. Obem Rongstall, es betz obneuoi an de Felse benni als Meige au no gäre gsi, de die Felsnesche send mer vorcho, als wäretsch Grotte, ja me hetti au chönne es Mariabeldli drestelle, esie henni det Blüemli häreta. Esie heinni au Strubble (Küchenschellen) gfonde. Met emme Schärli hesche gschorre, es Gsechtli gmacht und de e Frisur, Chleider uss Blätter, sche agleit ond so sensch de Huusipoppe cho!

Ja, wemme bem Rong witer ichi geit, chomme zom Ellegrass, was e Stäg oberts Peilertobel het. Da ruuschets albig mächtig, äs cha eine Angscht ejage. Wemme net über der Stäg geit, füert es schmells Wägli witer zom Mätteltiställi. Es esch es Betz wie e Schlocht, wamme aber no es Betz heue cha. Dem Schtälli seit me au zTachli, onneäi onder dem Felse, hetme es chlis Chochelti egrechtet. Es esch halbe zugmuurets ond es het e halbi Holztör dra gchä. Dre e chlini Füürstell, es esch esoo heimelig gsi. D’Mamä het dete albig Polenta kochet ond Wasser für de Kafi. Emal het schi mier aus emme Holzschitt Lesemnadle gschnetzt. Met erre rosarote Acrilwolle hewer de e Poppepulli glesmet. Krat guet eschs net gange, es het fri Gedold brucht. Em Tachli hewer au esie em Heu gschlafä, der Enne, dMamä ond ech. I ben au soo gäre em Mättelti gsi, wie mini Mamä. Wa de der Enne gstorbe gsi esch, esch de au dBuurete ond dHeuete verbii gsi. Ds Chochelti vom Mätteli het de de Jäger als Foxehötte dient, met der Zit esch als verwagses cho ond me het schi nömme traut, det äi zga, ds Gras esch hääls, me hetti chönne usrotsche ond ens Tobel abkie.

Wemme vom Mättelti ent Höchi uufgluegt het, witer ichi da esch dMatte, e schöni Maiesäss, wa es Schopli Puure albig eres Vee, Geiss ond Schaf gchä hent. Em Sommer het au der Enne det schin Blätz gmäät, dMamä het auch guet chönne määie ond ech hen met mir Holzforge gschtrütscht. Go hälfe Räche ond Heuträge esch au mi Papa uoche cho. Vellmal het er de au mini zwei jöngere Schweschtere metbracht. Är esch albig met dem Töff gfaare sowit dStrass gange esch. Of der Matte benni au gäre gsi, we dMamä derbiä gsi esch. Da sewer au go Beri läse, ja Heiteberri hets det velli gchä. D’Mamä het de e Berriröschti gmacht, wanni verrockt gäre gchä hen. Oder esie au Berrimues. Gschlafe hewer ennere schmelle Chamere, met eme chline Fänschter enets. Emal hewer auf es Betz Ris ofem Nachtteschli gfonde. Schi hend mer de erchlärt, das sig es Hällemli gsi, wa önsch das bracht heb. D’Hällemli darf me net oose, soss tüensch einem au zleidwärche. I hen aber nie eis gse oder i weisses eifach nömme.
Emal esch statt dMamä en alti Frau zo önsch cho go choche ond hälfe, schi het au Ursele keisse wie mis Ahni. Aber schi henni gar net gäre gchä. Schi het au kei Berriröschti kocht. I hend de es betz speter verno, dass i nommel e Schweschterli percho heb. Z’Huss of der Matte esch es grosses gsi. Usets hent Stoffels, der Heribert, gwohnt, enets der Enne, aber es het au no anderi Famellie gchä, wa dete Land gchä hend, keuet hend ond em Früelig ond Herbscht dete erri Tierli gchä hend. Am Abed het me au esie gjasset, oder dMürte hend dusne Schgatelechrach, Pfuijko oder äppes anders gspellt.
Wemme lengs uuf gluet het, hetme dBärge met Obergäng gsee, ja det henneaab esch me of dAlp Tomül cho. Emal esch zTante Emmi ond der Onkel Lorenz met de chline Gövli em Seilbähnli vo der Peilerstrass zo dene Bärge uf gfahre. Vo det us send schi de of Tomül gloffe. Es werd au eso no e schträngi Robete gsi si. I weiss net, i hätti Angscht gchä, en das chli Bähnli, wa obne offes gsi esch, eezschtiige.
Vo der Matte geit me witer ichi zor Tscheffere, derna geits de derdürab ond me chond oft Peilerstrass. Rächts obne dra send de Peilerhüüschi ond zPeilerchappeli, wa me albig zor Mäss gange esch. Mi Mamä het mer vo früener verzellt, da siget die jonge Peiler esie oft Matte cho, go jasse ond ja denk au zhengert. Oder de send die vo der Matte be de Peiler of Bsuech gsi. Der Mamä, als jongi Meige, het das ganz guet gfalle. Schi het mer auno anders verzellt, wa schi ond der Götti, also der Enne oft Alp Selva gange send, wäge was, weisi nömme, obsch es Tierli bracht hend oder go Chäs holle send? Schmalz hensch ja albig sälber gmacht. De en der Schtobe hets es hozigs Grät gchä, wa me derför brucht het. Wa schi de vo der Selva achecho send, het egnachtet ond schi sige diwile obers legendi Vee gschtolperet, aber zom Glöck heili blebe.

Of der Amperfreila da het der Enne au e Blätz Bärgmatt zom Määje gchä. I weiss no, da het min Papa au kolfe sHeu träge ond är het mer Arvezäpfe vome Baum kollt. Das send Nössli gsi zom Esse. D’Amperfreile esch be der Alp Selva, aber no witer ichi gäget Zervreila zu. Da het me au Alperose, Männertreu, wa so guet schmecke, Enzian chliini ond grosse gfunde. Förd Edelwiis het me woll no witer uufga müesse.

In Vals-Valé zu Hause (Walsersiedlung)
Ds Vlé ist der hinterste Dorfteil von Vals. Im Winter ist es hier kälter, denn die Sonne scheint von Mitte Dezember bis Mitte Januar nicht. Ich mag mich gut erinnern, wie es knirschte und aus den Mündern weisser Nebel aufstieg. Oft war es 20° minus. Am 15. Januar sagte jeweils meine Mutter; «Chom ent Schtobe, go luege, wie zSonne es parr Minute ieche luegt.»
Übrigens was mir auch sehr gefiel, war die leuchtende Bergkette, der Breitegrat, der Dachberg, der Piz Aul und die anden Berge am morgen früh. Später als Erwachsene, die obere Wohnung war nicht mehr vermietet, schlief ich im Zimmer mit Blick auf die Berge vom Bett aus. Das Glühen der Bergkette am Morgen war so intensiv, einfach wunderbar. Kein Wunder, packt mich die Bergsehnsucht heute noch!
Unser Haus steht bei der Legi, neben dem Kirchlein Vaters Elternhaus, dann an das Ställi angebaut unser Haus. Mein Vater, als Schreiner, hatte es 1947 fertiggebaut. Wie lange dazumal ein Hausbau gedauert hat, weiss ich nicht. Mein Vater sagte einmal zu mir, er habe sich nicht getraut, seinen Namen am Haus anzubringen, denn er war sich nicht sicher, ob er es halten könne. Unten ist die grosse Schreinerwerkstatt, dann im 1. Stock haben wir gewohnt, im 2. Stock die Tante und der Onkel mit ihren Kindern. Unsere Kinderzimmer waren aber oben im Estrich. Die Stube ist aus Arve, Vaters Werk und es gibt einen Stuhl mit dem Jörger-Wappen, einer Einlegearbeit. In der Küche hatten wir zwei Gampirössli, die unser Vater geschreinert hatte. Eines war so gross, dass auch er mit gampen konnte. Wir Kinder gampten viel, sangen dazu und schliefen dabei auch oft ein. Gespielt haben wir mit Holzklötzen aus der Werkstatt und auf der grossen Terrasse. Wir hatten ziemlich viel Fantasie, spielten das Leben… Gestritten hatten wir selten, eine Tante meinte einmal zu meiner Mutter: «Diini Göövli spelle schöö, mini stritte nuu.»
Das Telefon: Im Valé war mein Vater der erste, der ein Telefon besass. Es hing an der Wand, wenn man die Treppe hoch zum 1. Stock stieg. So kam es oft vor, dass Anrufe kamen, die für Nachbarn waren. Wir Kinder mussten dann sputen und die verlange Person ans Telefon rufen. So vergingen oft 5 Minuten oder länger.

Mein Vater Josef Mathias Jörger (23.09.1915 - 27.02.1974) hatte die Schreinerlehre in Mesocco absolviert. Er sei oft mit dem Velo über die Pässe gefahren, d.h. er hat sein Velo oft geschultert, was eine Tortour gewesen sein muss. Er war wohl ein kräftiger junger Mann.
Mit ihm in der Schreinerei arbeitete auch der Onkel Lorenz, der Bruder unserer Mutter. Mein Vater bildete auch Lehrlinge aus, zuletzt meinen Bruder. Nebst Fensterbau, darauf hatte er sich spezialisiert, baute er sehr Anspruchsvolles, z.B. die Dorfkirchentüre, die gewundene Treppe zur Kanzel, Decken mit Einlagearbeiten, wie Wappen etc. Die grössten Aufträge waren wohl der Fensterbau von Schulhäusern. Er war ein geschätzter sehr zuverlässiger Fachmann. Doch reich wurde er dabei nicht. Es gab Zeiten, da musste ich beim Einkaufen bei der Hedwig sagen, sie müsse es anschreiben, da das Geld fehlte. Oft musste mein Vater lange warten, bis die Zahlungen für seine Arbeit eingingen.
Mein Vater leistete Militärdienst, war dort Töff-Fahrer und chauffierte die Offiziere umher. Einmal erzählte er mir, er habe an der reformierten Messe teilgenommen. Die Predigt sei auch gut gewesen. Vals ist ja ein katholisches Dorf, eine Walsersiedlung. Mein Vater war auch sonst ein offener Mensch, nebst Fachzeitschriften las er auch Jahrzehnte lang «Die Weltwoche» (die ich später auch lange las, bis sie «verköppelt» wurde). Und natürlich hörte er die Nachrichten am Radio und wir mussten still sein. An Sonntagen nach der Messe kaufte er jeweils beim Heleni, in der keinen Handlung gegenüber der Kirche, Caramel für uns Kinder und für die Mama eine Schoggi, die gab er uns dann nach dem Zmittagessen, was uns Kinder freute. Er hatte einige Hobbys, z.B. baute er spez. Holzknoten, für seinen Arzt eines mit einem roten Kreuz, er spielte Handorgel, ging auf die Fuchsjagd, manchmal nahm er die Mama mit. Zur Fuchshütte hinunterzusteigen, was gar nicht so ungefährlich. Im Herbst ging er eine Woche auf die Alp Tomül auf die Gäms- und Murmeltierjagd. Dann machte ich Reissaus, ging zum Ahni, denn die toten Tiere und das Einkochen von Murmeltierfett zu Öl mochte ich gar nicht! Meine Schwestern hatten das Gaudi, als ich einmal Caramel kochte, sagten sie zu mir: «Haha, du hesch dMongechelle bruucht!» Und schon überliess ich das ganze Caramel ihnen. Und mein Bruder legte mir einmal ein Mungefäll ins Bett, nur gingen meine Schwestern früher ins Bett und kamen schreiend die Treppe runter…
Mein Vater half auch gerne beim Heuen vom Götti Josef, dem wir Enne sagten. Oft kam er mit dem Töff zum Ort, wo es zu Rächen und Heutragen gab. Früher hatte mein Vater einen Seitenwagen am Töff, meine Mutter fuhr darin mit zum Beispiel nach Zervreila zum Stausee. Später drehte unser Vater auch mit uns Kindern Runden, was uns natürlich gefiel, bis ich mit ihm einmal umstürzte. Gott-sei-Dank blieben wir heil. Ich hatte mich wohl auf die falsche Seite gelehnt. Einmal hatte sich mein Vater die Brust verbrannt, Glut von seinem Stumpen musste in seine halboffene Jacke gefallen sein. – Ja, man sollte halt beim Töff fahren nicht rauchen!

Meine Mutter Adeline Jörger-Casutt (26.5.1926 - 1.10.2023), wurde Adi genannt. Sie war erst 21jährig, als sie Mathias, der 11 Jahre älter war, heiratete. Sie war eher eine scheue, aber sehr herzliche, humorvolle Frau. Gerne wollte sie auch für ihre Schwiegereltern da sein. Als sie ihrem Schwiegervater, als er einmal am Sonntag zum Zmarend kam, sagte, dass sie ein Kind erwarten, meinte er voll Freude: «Ii wells de scho gaume!» Leider starb er, bevor das Kind auf der Welt war. Das war für meine Mutter ein grosser Schock. Als dann ihr erstes Kind, es hiess Adelheid, wie ich, geboren war, lebte es nur eine Woche. Es wurde dann zum Enne ins Grab gelegt. Sicher wird er es im Himmel gaume. Nach einem Jahr kam mein Bruder zur Welt, dann nach 4 Jahren ich, es folgten meine 3 und 4 Jahe jüngeren Schwestern, bis 1962 die jüngste Schwester geboren wurde. Das letzte Kind 1965 war es Buebli, es starb bei der Geburt im Spital Ilanz. Ich erinnere mich, als mein Vater heimkam und traurig sagte: «der Mamä geits guet, aber sPopi esch gschtorbe, es esch es grosses Buebli gsi. Es tröschtet dMamä, zjöngschti Meigi esch no chli.» Meine Mutter hatte schwere Zeiten zu überwinden. Sie hatte oft Migräne und war öfters schwer krank oder musste für Operationen ins Spital. Ich musste dann schauen, dass die jüngeren Geschwister möglichst leise spielten. Dies alles prägte auch mich, ich war ein ernstes Kind, dass früh Verantwortung tragen musste.
Sie war eine liebe Mutter, die aber auch an ihre Grenzen kam und dann sagte sie mal: «I laufe euch jetzte der fa.» Diese Aussage tat mir schrecklich weh, machte ich doch alles, damit es ihr gut ging. Meine jüngeren Geschwister überhörten dies wohl, waren muttertaub, sie waren zu zweit oder zu dritt, wenn unser Cousin bei ihnen war, was oft zutraf. Sie stritten zwar selten, waren aber nicht immer leise beim Spielen…
Meine Mutter besorgte den Garten und die Kartoffeläcker, das gab viel zu tun und wir Kinder halfen mit. Sie strickte gerne für uns Kinder Strumpfhosen, Socken, Pullover und Jäckli. Ebenfalls verstand sie es, uns Faltenröcke zu nähen. Die zwei jüngeren Schwestern waren fast gleich gross, nur war eine blonder. Sie trugen stets die gleichen Kleider, man meine oft, es seien Zwillinge!
Es gab Zeiten, da half meine Mutter auch Mathias in der Schreinerei, je nach Arbeit, handlangerte sie. Im Sommer ging sie gerne dem Götti helfen beim Heuen und ich als etwas grössere Meige ging mit, go schtrütsche mit meiner Holzfurgge mit Metallzähnen, half Schocheli machen, beim Heinzen und Rächen. Meine Mutter half oft auch ihren Geschwistern beim Rächen.

Geschwister
Ich merke, ich habe an die einzelnen Geschwister gar nicht so viele Erinnerungen. Klar kommen mir die Winter in den Sinn, wenn viel Schnee lag und wir Schneehütten bauen konnten und an die rasanten Schlittenfahrten ab dem grossen Kehr, das war toll. Dann am Neujahrstag, als wir Kinder loszogen und bei den Leuten anklopften und «es glückhafts guets Nöws» wünschten. Am Abend zählten wir die 5er, 10er und, 20erli zusammen, von der Gotte und Götti gabs am 1. Januar die Helsete.
An das Käse am Spiess bräteln am Holzkochherd oder ans Caramel machen, ohne Mongechelle, ans Backen von Guetzli und Kuchen, denke ich gerne zurück. Übrigens früher liess man z.B. bei Sankt-Peter-Statt beim Beck, die Chilbi backen. D.h. man brachte Eier und Schmalz etc. zum Beck. Gebacken wurden die speziellen Gueteli, Gätterli- und Nusstorten und der Spanischkuchen. Auch an die länglichen Weggen mit Wiiberri erinnere ich mich. Nur weiss ich nicht mehr, zu welchem Anlass man diese backen liess. Und was gab es bei uns zu essen? Polenta mit Niddle oder Käse, Eepsääts, d.h. Magröng mit Härdöpfelstöckli, met Käs und ere Bölleschweizi drüber und dazu ein Kompott. Reis und Kartoffeln gab es auch auf die gleiche Weise zubereitet. Am Sonntag gabs den Hafen, d.h. ein Stück Schweinefuss oder Kopf wurden mit Kabis und Knödeln mit Weinbeeren zusammen gekocht. Oder es gabs Murmeltierfleisch, von dem ich natürlich keines ass. Milchsuppe mit Fideli mochte ich auch nicht! Milchreis mit Apfelmuss oder mit Zimtzucker hatte ich sehr gerne, den mag ich heute noch!
Manchmal spielte ich Lehrerin in der Stube, die zwei jüngeren Schwestern waren die Schülerinnen. Die jüngste Schwester ist 9 Jahre jünger, mit ihr hatte ich vermutlich nicht so viel gespielt. Es fehlen mir die Erinnerungen.
Als der Enne gestorben war und wir nicht mehr für ihn Heuen konnten, schickten mich die Eltern als Magd zum Tante Rosi oder zum Joggi Peng. Dort half ich beim Heuen mit. Einmal weiss ich, es gab ein Gewitter, als wir beim Heimlaufen waren, hielt ich eine Eisenstange in der Hand, getraute mich aber nicht diese fallen zu lassen. Glück gehabt, ein Blitz schlug aber ganz in der Nähe in den Boden. - Ob ich als Magd einen Käse verdient hatte? Mein Bruder verbrachte jeden Sommer auf der Alp Tomül. Denn, damals dauerten die Schulferien im Sommer sehr lange. Also musste ich als Magd zu Bauern oder auch mal zu Tanten. Bei der Tante Blanca und Onkel Alfred war ich einmal im Flims Waldhaus. Da machte ich im Caumasee meine ersten Schwimmversuche. (Weitere Versuche brachten übigens nicht viel, kann heute noch nicht richtig schwimmen.) Dann erinnere ich mich, dass ihr Töchterchen etwa dreijährig und ich das gleiche hellblaue Blüemlikleid trugen, da gibt’s ein Foto davon. Beim Tante Fränzi und Onkel Luzi in Freienbach war ich auch einmal. Nur bei ihnen war es schwierig, ich Bergkind war für nichts zu gebrauchen. Der Cousin half mir aus der Patsche und er sang übrigens herrliche Lieder «Znachts, wenni heim soll geh, tuet mer der Chnode so weh…» die ältere Cousine mochte ich sehr gerne, von ihr konnte ich viel lernen. Einmal durfte ich mit an den Gardasee, am 1. August gingen alle aus, nur ich musste mit der jüngsten Tochter im Haus bleiben, was mir natürlich gar nicht gefiel. Während dieser Zeit bei der Tante machte ich eine spezielle Erfahrung: Im Haus meiner Tante wohnte im oberen Stockwerk die Familie Tomaschett. Der Herr sagte mir eines Tages: «Ich kenne einen Lehrer von Vals, er heisst Karl Schnider.» Ausgerechnet mein schlimmster Lehrer, dachte ich. Ich solle ihm einen Gruss ausrichten, wenn ich wieder in Vals wäre. Und tatsächlich bin ich dem Lehrer Karl begegnet und ich überbrachte ihm den Gruss vom Lehrer Tomaschett. Wech Wunder, der Lehrer Karl reagierte sogar freundlich, wollte wissen, woher ich den Herrn Tomaschett kenne…
Wir Geschwister mussten auch viel mithelfen z.B. Holz von der Werkstatt hochtragen und im Ställi uufbiige, dann im Garten und auf den Äckern, das war anstrengend. Die gewaschenen Nastücher aufhängen, einen ganzen Eimer voll, das war zum Verzweifeln! Und natürlich mussten wir abwaschen und abtrocknen. Da kommt mir Ursi, meine drei Jahre jüngere Schwester, in den Sinn, bis sie endlich anfing abzuwaschen, dauerte es. Übrigens heute ist sie unsere Perfektionistin, sie hat einen grünen Daumen, ihr Garten im Bernbiet ist ein Bijou! Und sie hätte auch nie etwas stibitzt, fragte stets die Mamä «darf i en Öpfel nä?» Die ein Jahr jüngere Schwester Berta biss einfach in den Apfel, ohne zu fragen. Sie war und ist es evtl. heute noch die couragierteste von uns allen. Sie ist ein «Kannalles», renoviert ihr Haus selbst, fällt akrobatisch Bäume! Judith die jüngste ist unsere Künstlerin, sie gestaltet und malt Kunstwerke. Ein Preis führte sie mal nach Paris. In einem Schulhaus konnte sie eine Garderobe gestalten. Zurzeit ist sie auch als Heilpädagogin tätig.
Heute pflege ich zu allen meinen Schwestern regen Kontakt, mit dem Bruder etwas weniger.
Foto der Familie mit Namenlegende

In der Schule
Die Schule, d.h. die ersten zwei Jahre habe ich in schlechter Erinnerung. Ich, als braves, angepasstes Kind, hatte grosse Mühe mit Lesen. Einmal muss ich den Lehrer gesagt haben, es ist mir Wust. Ich war wohl das erste Mal in meinem Leben rebellisch, was nicht gut ankam. Der Lehrer riss mich an den Haaren. Als ich bei meiner Mutter das Leid klagte, sagte sie mir: «Weisch mier eschs net besser gange.» Ihre Aussage deprimierte mich noch mehr. Und ich glaube, ich hab’ mir schon damals geschworen, ich will keine Kinder, denen könnte es gleich schlecht ergehen. Meine Mutter übte mit mir das Lesen, aber was Zuhause ging, konnte ich im Schulzimmer kaum mehr. Der Lehrer liess mich also in der 2. Klasse hocken, d.h. ich musste sie wiederholen, zu meinem grossen Glück bei einem anderen Lehrer! Dann ging es aufwärts, gut lesen konnte ich zwar nie. Aber ich schrieb gerne, liebte die Diktate und war bei den besten. Später einmal in der Oberstufe hatte ich die Klasse geschlagen und der Lehrer sagte: «I verschtaa net, dass du net besser Läse chasch.» Ich schon, gab aber keine Antwort. Da sieht man, was man bei jungen Menschen anrichten kann… Schnellrechnen mochte ich nicht, bis ich anfing, sassen die anderen schon wieder oder durften in die Pause. Aber das störte mich nicht so heftig. Allerding, wenn die Buben nach der Pause blöd taten, Krach machten und der Lehrer, statt die angekündete Geschichte, ein Diktat schreiben liess, schon. Wir Mädchen mussten mitbüssen, das habe ich als sehr ungerecht empfunden. Übrigens beim Zeichnen hatte ich immer eine sehr gute Note. Ausser, wenn es um eine Fasnachtsmaske ging. Aber was bringt eine gute Note im Zeichnen schon?
In der Nähschule war ich gerne und wenn man mich fragte, was möchtest du mal lernen, sagte ich: «Nähilehreri». Wenns aber zuhause viel zu stricken gab, liess ich gerne meine Mamä an meine Lismete.

Es war damals eine Zeit, da wurde in der Schule kaum über die Berufe gesprochen oder ich nahm es schlicht nicht wahr. Ich dachte, irgendeine Arbeit werde ich schon finden. Fragte ich meine Mutter, sagte sie, früher seien sie im Winter in den Hotels gewesen als Zimmermädchen, Küchenhilfen, Serviceangestellte. Nur, meine Mutter war nur kurz ausserhalb Vals in einer Anstellung, sie wurde zuhause gebraucht.
Offenbar hatte meine Mutter beim Tante Fränzi, ihrer Schwester, in Freienbach SZ am Zürichsee angefragt, ob sie evtl. eine Haushaltsstelle für mich wüsste.
So kam ich nach Freienbach und fragte dann auch mal: „Was esch jetzt da ichi und uss?“ Naja, wenn man vom hintersten Krachen kommt… So trat ich das Haushaltslehrjahr bei der Familie Stocker an. Da gab es nicht nur den Haushalt der Familie, nein auch eine grosse Bäckerei-Konditorei und einen Usego-Laden. Die Familie hatte drei Kinder, die im Kindergarten/Schulalter waren. Mit ihnen hatte ich nicht viel zu tun. Ich lernte kochen – aus Resten aller Art - für zehn oder mehr Personen, denn die Bäckerlehrlinge, Alice und Vroni, die das Verkaufen lernten, waren auch am Tisch. Nur kochte ich von der Menge her, nicht mehr als meine Mutter für sieben Personen kochte. Aber eben, es gab von der Backstube/Laden Patisserie, die man nicht mehr verkaufen konnte und so verschlangen wir viel Süsses und wurden einige Pfunde schwerer. Im Sommer assen wir oft am See zu Mittag, vorher gingen einige noch Schwimmen und nach dem Essen stiegen wir ins Chefs Aussenmotorboot und fuhren eine Runde, liessen die langen Haare im Wind fliegen, genossen die Sonne, bis dann die Arbeit wieder winkte.
Mit Alice teilte das Zimmer. Ich erhielt Einblick in diverse Berufe, konnte in der Backstube mithelfen, zum Beispiel beim Schoggi-Osterhasen giessen, Pralines zu Geschenk-Eier verpacken mit Maschen obendrauf. Das gefiel mir sehr! Auch im Laden half ich ab und zu mit. Obligatorisch war auch der Besuch der Haushaltschule. Da lernte ich nähen, Röcke für mich. Frau Stocker förderte mich dabei. In diesem Jahr handarbeitete ich in der Freizeit viel. Mit Alice war ich oft auch im Jugendzentrum in Richterswil am Sonntagnachmittag, abends musste ich dann das Essen auf den Tisch stellen, also so ganz frei hatte ich nicht. Mit dem Chef durften wir ab und zu an einem Samstagabend mit, wenn er mit seiner Band in Rapperswil oder sonst wo spielte. Das schätzten Alice und ich sehr! Alice war kleiner als ich und sah jünger aus, obwohl sie ein Jahr älter war. So musste ich ihr die Haare hochstecken, damit sie älter aussah. Ich galt damals schon als 18jährig. Aber ich hatte ein Dilemma, wenn ich mit einem Burschen tanzte, fragte ich, was er von Beruf sei und ob er katholisch sei. War er Bauer, dachte ich an mein Kopfweh und fand, das geht nicht. Da war Alice ganz anders, sie genoss das Tanzen, Flirten und auch das Küssen.
Das Haushaltsjahr in Freienbach war eine sehr lehrreiche Zeit für mich und dafür bin ich dankbar. Einen Haken gab es leider, der Chef hatte es auf seine jungen angestellten Frauen abgesehen. Ich hatte Glück, eine ältere Mitarbeiterin klärte mich auf, ich solle mir nichts gefallen lassen… Eine Illusion starb, dass Ehen ein Leben lang halten. In Vals hatte es dazumal nur eine geschiedene Frau gegeben, heile Welt ade.

Im Café Schnider: Wie ich zu dieser Stelle kam, weiss ich nicht mehr, nur dass ich mich sicher nicht beworben hatte. Irgendwie kam ich fast immer zu Jobs, ohne dass ich mich bewarb. Bei der Familie Schnider half ich im Haushalt mit, die Kleider der Kinder in Ordnung bringen, ausbürsten, Flecken wegmachen, es musste nicht immer alles in die Waschmaschine. Dann half ich im Laden beim Verkaufen und am Mittwochnachmittag im Café, da sollte ich servieren. Nur leider konnte ich das nicht so gut, wie Erika, die gleichalt war wie ich. Aber sie ist im Betrieb aufgewachsen, was ein grosser Vorteil war. Ich fand das Geschimpfe von der Chefin so ungerecht, dass ich den Brüeli bekam und das war ganz schlimm, es wollte nicht mehr aufhören zu weinen. Von dann an, warnte ich meine Leute, bringt mich nicht zu weinen, es stellt nämlich nicht mehr ab. Nach einen halben Jahr verliess ich diese Stelle.

Gasthof Milar in Rueras von Juni 1970 – März 1972
Wer mich Berthers empfohlen hatte, weiss ich nicht mehr. Als Schülerin sah ich einmal in Vals beim Restaurant Glenner eine Serviertochter mit einem kleinen hübschen Schössli vor der Tür stehen. Ich dachte mir: „Servieren, das kann ich sicher auch nicht.“
Nun war ich also doch im Service tätig. Es gefiel mir mässig. Wir hatten Gäste, vorallem Passanten, die übernachteten, bei uns assen und am andern Tag weiterreisten. Mit diesen Leuten sprach ich Hochdeutsch, den Valserdialekt versteht man sowieso kaum. Und Romanisch, wie man im Dorf sprach, konnte ich nicht. Berthers hatten auch ein Massenlager. In der Zwischensaison quartierte sich dort das Militär ein. Da war abends im Restaurant viel los. Ich mochte es, wenn viel lief, denn ich durfte weder handarbeiten noch rätseln, wenn Gäste da waren. Langweilig.
Am liebsten war mir das Militär aus dem Tessin, die waren lustig, sangen viel. Einmal aber kam ein Tessiner ausser Saison, den wir sehr gut kannten. Er war in Begleitung von einer grossen Frau und einem Mann, beide waren etwas älter und sie waren nervös. Der Tessiner wollte sich sofort in das Meldebüchlein eintragen. Das macht man bei Übernachtungen. Ich sagte, das hat auch noch Zeit. Sie tranken aber nur etwas und gingen wieder. Viel später haben wir erfahren, dass sie in einen Mordfall verwickelt waren. In Rueras blieb ich ca. 2 Jahre bis Berthers den Betrieb aufgaben. Sie waren liebenswürdige Wirtsleute, Frau Berther hielt stehts ein waches Auge auf mich, abends im Restaurant, wenn’s Männer gab, die einem etwas nahekamen. Die schlimmsten waren die Offiziere, die mir ihre Zimmer-Nummer angaben. Vergebens natürlich.

Soll es ein Abstecher nach Elm sein?
Mir wurde mehr und mehr klar, dass ich mir eine andere Arbeit suchen musste, deshalb wollte ich in eine grössere Stadt, wo es div. Weiterbildungsmöglichkeiten z.B. bei der Migros-Clubschul, gibt.
Aber noch bevor ich das Haus Milar in Rueras verlassen hatte, tauchte ein Wirt aus Elm im Restaurant auf und er wollte unbedingt, dass ich und meine Schwester, die kurze Zeit im Milar in der Küche arbeitete, mit ihm nach Elm fahren. Also gingen wir mit, obwohl sich in mir alles sträubte. Er zeigte uns seinen Betrieb, wo wir arbeiten sollten und das Abstellkämmerli, wo wir schlafen sollten. Wir verliessen das Milar und reisten nach Hause nach Vals. Ich wurde krank, die Aussichten in Elm zu arbeiten, zerdrückten mich. So sagten ich und meine Schwester diese Stellen ab, bevor wir sie angetreten hatten.

Das Culmann in Zürich vom Mai 1972 – Mai 1973
Und wieder mal bewarb ich mich nicht, sondern bekam eine Stelle angeboten in Zürich in der Nähe der Universität. Dort arbeitete eine Valserin und ich folgte ihr. Alle Serviererinnen trugen eine Art Uniform, ein oranges Kleid mit brauner Schürze. Das Culmann ist ein grosses Restaurant mit einem Aussenbereich. Es gab viele Mittagessen zu servieren und allerlei Desserts am Nachmittag. Es verkehre auch eine Gruppe von Studenten dort. Einer davon war Rolf, der mein Freund wurde. Der Chef, Herr Geiger, warnte mich vor den Studenten. Also gab ich Rolf einen Korb. Er finde sicher jemand anderen für den Ausgang. – Nun, es dauerte nicht lange, da waren Semesterferien und Rolf stand hinter der Theke! So wurde er ein Mitarbeiter und es gab nichts mehr, was gegen eine Liebesbeziehung sprach. Ich arbeitete gerne dort, aber wenn es viel zu tun gab und ich etwas laut sagte, tönte das in den anderen Ohren böse. Das ärgerte mich, ich war nicht böse, nur gestresst. Gut konnte ich in meiner Freizeit in der Migros-Clubschule Kurse besuchen: Buchhaltung, Korrespondenz, Englisch, was mich forderte aber auch Freude machte. Nach einem Jahr verliess ich das Culmann.

Beim Zigarren Dürr, mit 20 mein 1. Bürojob – 1972 - 1979
Es war 1972 Hochkonjunktur, es wurden Mitarbeiterinnen gesucht. So meldete ich mich auf dieses Stellengesuch. Man versprach mir in allen Abteilungen arbeiten zu können und somit viel zu lernen. Der Zigarren Dürr war ein Engrosgeschäft, belieferte Kioske, Zigarrengeschäfte und Läden mit Raucherwaren. Start in der Lochkartenabteilung bei Fräulein Mettler. Zuerst musste ich im kleinen Büro von Maria Ammann arbeiten. Sie war schon damals ziemlich alt, eine kleine Frau mit etwas herausstehenden Augen und sie nahm kein Blatt vor den Mund, hatte Humor und die Mitarbeitenden liebten sie. Sie wurde mein grosses Vorbild. Maria schrieb die NBs, das heisst, wenn die Adressen für den Versand bzw. Transport nicht gleich waren. Ich bediente die grosse Schneidemaschine, die Rechnungen samt Lieferschein kamen am Laufmeter vom Computerraum hoch und mussten getrennt und bearbeitet werden. Das war meine erste Arbeit. Auch half ich im Raum gegenüber, es waren ja alles offene Räume, beim Zupfen der Lochkarten. So wurden die Bestellungen bereitgestellt. Herr Hodel kontrollierte das Ganze und dann gings in die Fakturiererei in den Computerraum nach unten. Der Computer war so gross, er füllte den ganzen Raum, das war am Anfang. Später mussten die Leute lernen mit dem PC zu arbeiten. Ich durfte jeweils das Inventar lochen. An einer grossen Maschine, die ziemlich Krach machte.
Dann kam die Zeit in der Buchhaltung bei Frau Dürst und Herrn Keller. Frau Dürst zeigte mir viel, ich schätzte sie sehr. Herr Keller fluchte mir zu viel, einmal sagte ich zu ihm, ich bringe morgen ein Kässeli mit und Sie bezahlen für jeden Fluch einen Franken! Das war nicht so ernst gemeint, aber er besserte sich wirklich! Er war auch ein netter Kerl. Der Chef der Buchhaltung, Herr Ruesch, starb im Büro, was uns alle schockte.
Im Bestellbüro bei Herrn Meier: hier nahmen wir telefonische Bestellungen entgegen und bearbeiteten solche, die per Post kamen und etwas nicht ganz klar war. In der Registratur löste ich Fräulein Flückiger ab, wenn sie Ferien hatte.
Insgesamt arbeitete ich sieben Jahre beim Zigarren Dürr. Nach fünf Jahren begann ich bei der AKAD einen Fernkurs und schloss mit dem Handelsdiplom ab. Endlich fühlte ich - ich bin auf jemand, der doch etwas kann! Das Selbstbewusstsein stieg auch meinem Freund gegenüber, ich fand nicht mehr, dass er in allem Recht hatte. Das heisst, ich fing mich an zu wehren. Es war mir schon früh klar, dass ich einen Partner brauche, der eine Bildung hat, von dem ich etwas lernen kann. In Rueras kamen mir die Jungen oft wie “Schnoddergoove“ vor, mit wenigen Ausnahmen, die aber doch älter waren.

Bei der WIMAG/ZETTLER AG in Rohr-Aarau, 2. Bürojob -1979 - 1986
Um diese Stelle bewarb ich mich. Ich schrieb drei Bewerbungen und an zwei Orten hatte ich eine Zusage bekommen. Ich ging zur WIMAG, da hiess es die Firma werde verkauft und wir starteten neu als ZETTLER AG in Rohr. Hier arbeitete ich als Sekretärin zusammen mit meiner Kollegin Edith im gleichen Büro. Die Firma stellte Sicherheitsanlagen her, Brandschutz und Einbruchalarmanlagen zum Beispiel für Banken, Juweliere, auch beim KKW in Gösgen gab es solche Anlagen, die die Servicetechniker regelmässig kontrollierten. Es war ein junges Team, das sich leger kleidete ins Jeans und Pullis, ein grosser Gegensatz zum Zigarren Dürr, wo ich mich elegant kleidete, wie alle Frauen dort. Hier hatten wir Offerten und Bestätigungen sowie Abrechnungen zu schreiben. Zuerst auf einem Schreibautomat, der dann ersetzt wurde durch einen besseren bis die PCs kamen. Es machte mir viel Freude hier zu arbeiten. Ich blieb ebenfalls 7 Jahre bis wir ein Kind adoptierten.

AGEEB - Aargauer Eltern und Erwachsenenbildung - 1993 - 1996
40jährig begann ich diese Weiterbildung, sie dauerte 3 Jahre und ich war recht gefordert. Die Gruppen waren gross, es war nicht immer einfach, man musste um seinen Platz schon mal kämpfen. Als Schlussarbeit hatte meine Gruppe das Thema Heimat gewählt. Ich lud die Gruppe nach Vals in mein Heimatdorf ein und wir verbrachten tolle Tage in der Natur und bearbeiteten unser Thema. Ich startete eine Umfrage, was ist Heimat für dich? Das zeigte interessante Erfahrungen. Den Abschluss konnten wir im Bündneroberland in Waltensburg begehen, mit Alphornklängen, die mein Cousin und ein Klassenkamerad spielten, bei Vollmond und Sternenhimmel! Zum Essen gabs natürlich ein Bündnergericht! Das war sehr schön.

Kurs: Mit Kindern leben – glauben – hoffen, Herbst 1996
Dieses Angebot führten meine Kollegin Marlis und ich im Auftrag der Kath. Pfarrei Peter und Paul in Aarau durch. Es war ein Einstieg in die Erwachsenenbildung nebst meinem ehrenamtlichen Engagement im Treff-Lokal Telli, siehe unter Quartierarbeit.

Sachbearbeiterin bei der FHNW, 3. Bürojob – 2002 - 2007
Nach ca. 15 Jahen Familienarbeit und ehrenamtlicher Zeit, beschloss ich mich auf einen Tipp einer lieben Freundin, mich bei der FHNW Fachhochschule Nordwestschweiz zu bewerben und ich bekam die Stelle. Ich hatte mit der Verwaltung der Seminare für SchulleiterInnen zu tun. Ganz einfach war es nicht, wieder in den Beruf einzusteigen. Zwar war ich all die Jahre mit diversen ehrenamtlichen Jobs an den PC gewohnt. Aber in der Pädagogischen Hochschule verwaltete man noch mit einem alten System dem Lefag, später kam das SAP und schlussendlich das Evento…
Während den fünf Jahren, die ich dort arbeitete, übrigens auch in Aarau, über der Aare im alten Ballygebäude, wechselte die Schule 4mal den Namen. Es ging um die Zusammenführung der einzelnen Institute in die Fachhochschule Nordwestschweiz. Da gehörten auch Institute der beiden Basel und des Solothurns dazu. Das war nicht immer einfach und mit dem Zusammenlegen von Abteilungen, stand man manchmal etwas in der Luft. Am Schluss war es das Mobbing der Institutsleiterin, das mich zur Aufgabe der Stelle zwang. Nun ja, man Mann verdiente gut, d.h. ich musste nicht um jeden Preis arbeiten. Wünschte mir aber wirklich eine neue Tätigkeit, bei der ich meine Kreativität mehr nutzen konnte. Und doch fiel mir der Abschied nicht ganz leicht, umso mehr freuten mich die Abschiedsgeschenke, z.B. meine Chefin der Kaderbildung sandte mir bis Ende Jahr jeden Monat ein Buch, eine Professorin gab mir einen Krimi von Qiu Xiaolong mit dem Hinweis, da erfährst du etwas über China. Und von einem Professor erhielt ich ein Bild, er war eben auch als Künstler tätig. Und es gab noch mehr. All diese Wertschätzungen taten mir gut.

Ich war noch in der FHNW als eine Kollegin aus der Abteilung Solothurn bei uns zu Besuch war und sie liess eine Einladung für einen Märchenabend in der Stadtbibliothek bei uns liegen. Das interessierte mich und ich ging hin. Ganz begeistert fragte ich danach die Kollegin, wo sie die Erzählausbildung gemacht habe. Sie gab mir die Ausbildnerin Elisa Hilty von Winterthur an. Ich hatte schon mal einen Vorkurs bei Mutabor besuch, war aber dabei nicht sonderlich glücklich. Für die Märchenerzählausbildung wären es grosse Gruppen gewesen. Das hatte ich bei der Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin schon mal erlebt und dazu hatte ich keine Lust. Ich wollte einen Platz haben, ohne ellbögeln zu müssen. Bei Elisa Hilty war das der Fall, ich begann die Ausbildung 2008 und schloss 2009 ab. Diese Ausbildung war die schönste, die ich in meinem Leben gemacht habe.

Als Märchenerzählerin unterwegs, schönster Job!
In der Telli hatte es vor ein paar Jahren noch einen Kleintierzoo und dort erzählte ich Kindern und ihren Begleitpersonen Tiermärchen. Auf Strohballen baute ich eine Spiellandschaft auf, daneben ein Kübel mit Stauden, gegenüber drei Strohballen im Halbkreis zum sich hinsetzen. Ich spielte also die Märchen und die Kinder konnten danach, die Geschichte selbst nachspielen. Das machte ihnen und auch mir Spass. Von Muhen meldete sich jeweils eine Spielgruppe an. Das war ideal! Aber auch die Kinderkrippen vom Quartier schauten gerne vorbei, wenn ich eine Märchenstunde im Zoo angesagt hatte. Oder Krippen, Schulen, Vereine, Eltern luden mich ein, bei einem Anlass ein Märchen zu erzählen oder mehrere, je nach Zeit und Interesse. Für Pro Juventute ging ich in Schulen und erzählte mit dem Kamishibai-Rahmen die Geschichte von „Potz Tuusig“ – lernen mit dem Geld umzugehen. Auch organisierte ich mit meiner Erzählkollegin Esther Wirz Erzählabende für Erwachsene im GZ Telli. Regelmässig erzählte ich Märchen im Abaustübli für ältere Mitmenschen im Telliblock A, zuerst zum Zmorge und später zum Zvieri. Das waren sehr schöne Anlässe. Ab März 2015 erzählte Esther Wirz auch mit, das war ganz o.k., zwei verschiedene Stimmen waren für die Zuhörenden von Vorteil. Ich erzähle nämlich meistens im Valserdialekt, den man nicht unbedingt immer ganz gut versteht. Ich merkte einfach, beim Erarbeiten der Märchen, welche ich in meiner Erzählsprache in den PC tippte, irgendwann in den Walserdialekt verfiel. Im Aargauerdialekt oder mit der Sprachmischung, die ich habe, war ich oft unsicher, wie schreibe ich das? Ich merkte, dass meine Geschichten in meinem Kindheitsdialekt authentischer sind. Die Ausbildnerin Elisa Hilty und die Teilnehmenden ermutigten mich dazu und so begann ich im Walser Dialekt, die Märchen aufzuschreiben.
Märchen erzähle ich auch bei Hochzeiten und Geburtstagen, was mir ebenfalls sehr viel Spass macht.
Fotos
Es kamen die Jahre vom Rückzug aus dem Abaustübli wegem Wohnungswechsel und die Coronazeit, da machte das Märchenerzählen Pause. Nicht aber das sich mit Märchen beschäftigen, das ging weiter bis heute.

Die 12 «wilden» und die Familienjahre
In Zürich fand ich meine grosse Liebe. Es war im Frühling 1972. Ich war damals 19jährig und arbeitete im Restaurant Culmann im Service. Rolf lernte ich dort kennen, ich verliebte mich in diesen Studenten, der eines Tages hinter der Theke stand und so während den Semesterferien Mitarbeiter wurde. Da hatte der Chef nichts mehr dagegen einzuwenden, wenn wir zusammen in den Ausgang gingen. Er hatte mich nämlich vor den Studenten gewarnt. Wir tanzten oft in einem Studentenbunker, besuchten aber auch Lokale im Niederdorf, was mir sehr fremd war.
Bald bezogen wir zusammen ein grosses Zimmer beim Restaurant Mühletal an der Limmatstrasse, wo der Studienkollege Hausi ebenfalls wohnte. Später zogen wir in ein kleines Appartement am Albisriederplatz. Unser Zimmer war wirklich klein, die Küche und das Bad konnten auch noch andere Bewohner/innen benutzen. Damals knüpften wir zusammen an einem Teppich! Das war damals Mode. Als Rolf neben dem Wirtschaftsstudium beim Künzi, einer IT-Firma, halbtags zu arbeiten anfing, zügelten wir nach Effretikon in eine 4-Zimmerwohnung. Wunderbar, sooo viel Platz! Aber wir waren sozialdenkende Leute und liessen, Rolfs Freund Max eine Zeit lang bei uns wohnen. Oft war auch seine Freundin Yvonne zu Besuch. Ich schätzte diese Gesellschaft.
Rolf hatte normalerweise in den Semesterferien bei der Migros in der technischen Abteilung für den Chef, Herrn Heinzelmann, gearbeitet. Eines Tages bekam Rolf von diesem Chef ein Angebot, ob er nicht mit ihm die neue Migros-Betriebszentrale in Neuendorf SO in Betrieb nehmen wolle? Rolf also als sein Assistent. Was nun, das Studium aufgeben? Es wird einen nicht alle Tage ein Topangebot unterbreitet, wenn man frisch von der Uni kommt. Ich sagte zu ihm, mach das, was für dich mehr stimmig ist. So entschied er, das Studium aufzugeben, was seine Mutter gar nicht goutierte. Sein Vater wohl eher. Ich war in den Augen seiner Mutter die falsche Partnerin für ihren gescheiten Sohn. Sie nannte mich nur - das Fräulein. – Nach sieben Jahren gab sies auf, und als wir dann nach 12 Jahren heirateten, war ich dann doch die richtige Frau für ihren Sohn. Und wir konnten miteinander über Gott und die Welt reden und dazu einen Likör trinken, wenn sonst alle schon schliefen.
Die tägliche Autofahrt von Effretikon nach Neuendorf war mühsam. Also entschieden wir im Aargau eine Wohnung zu suchen, wo das Im-Konkubinat-leben, erlaubt war. Wo gibts gute Zugverbindungen in Baden, Brugg, Aarau? Wir fuhren durch die Altstadt von Aarau und sahen das Theater Tuchlaube vor uns, so schön und auch die Giebel der Dächer, dass wir beschlossen, hier eine Wohnung zu suchen.
Da die freien Altstadtwohnungen schmal waren, zogen wir in die Telli in den 2. Telliblock, bei dem der hintere Teil eben erst fertig geworden war. So bezogen wir im 11. OG die Attikawohnung mit 4,5 Zimmer. Das war ein anderes Wohnen, auf der Ostseite sieht man bei klarem Wetter die Luzerner Alpen. Ich als Bergkind habe öfters Bergsehnsucht! Auch hier hatten wir am Anfang einen Mitbewohner, er hiess Ueli.
Ich arbeitete weiter in Zürich, nach dem Jahr im Culmann, begann ich 20jährig beim Zigarren Dürr zu arbeiten. Nach sieben Jahren begann ich in Rohr bei Aarau bei der Zettler AG als Sekretärin zu arbeiten. Während zwölf Jahren hatten wir in Aarau kaum Kontakt mit den Leuten vom Quartier, da wir tagsdurch genug Abwechslung hatten, schätzten wir unser Wohnen in Ruhe.

Heirat, wilde Jahre ade!
Wir hatten uns entschieden ein Kind zu adoptieren und haben deswegen geheiratet. Die Hochzeit fand im kleinen Rahmen statt am 27.7.1984, also mitten im Sommer. Das Standesamt hatte dann noch einen Termin frei und wir sagten zu. Da alles etwas kurzfristig war, konnten an unsere Hochzeit nur gerade seine Eltern, meine Mutter, meine Schwester Judith und Rolfs Schwester Annalis und ihr Freund teilnehmen. Wir hatten ins Chalet Merlischachen eingeladen und haben dann auch dort im Schlössli übernachtet. – Nur der Tag lief gar nicht nach meinem Gusto:
Es fing damit an, dass der Brautstrauss nicht die Form hatte, wie ich ihn bestellt hatte und mit blauen statt rosaroten Hortensien. In Merlischachen war der Saal nicht bereit, d.h. unsere Tischdekoration war nicht da und die Blumen habe man aus Versehen in einen anderen Hochzeitssaal gestellt, die könne man nicht wieder rausnehmen… Weiter gings: der Salat wurde mir als Braut in einem angeschlagenen Schüsselchen serviert und statt den bestellten Croquetten gab es Ofenkartoffeln. - Sonst aber waren alle zufrieden! Zwischendurch traten zwei Musikanten auf und wir tanzten dazu, dann verschwanden sie wieder und wir hatte unsere Ruhe…

Hochzeitsreise ins Südpiemont
René Müller, ein Seminarleiter, den Rolf gut kannte, hatte uns ins Südpiemont eingeladen. Müllers hatten eine alte Cascina gekauft und waren dabei sich dort niederzulassen. Sie wollten uns die schöne Gegend zeigen und natürlich auch Häuser, die zum Verkauf angeboten wurden.
Es gefiel uns dort sehr und wir verliebten uns in ein kleines Hüttli 5x5 Meter, auf zwei Etagen mit einem Balkon. Ein Dach hatte es auch, sonst standen nur Grundmauern ca. 50 cm dicke. Das hiess also, man musste daran bauen, bis es bewohnbar war. Es stand an einer Krete mit einem fast Rundumblick und einem Dschungel im Hintergrund. Wir verlieben uns darin, es war ein Ersatz für die Maiensäss und das Mättelti, die ich in meiner Kindheit so sehr liebte. Nebst dem Hüttli musste man auch ein rechtes Stück Land und Wald kaufen und den Rebbergteil musste neu angepflanzt werden. Die Verkäuferfamilie pflegte die Reben, auch die von Müllers. Wir konnten nicht widerstehen und sagten zu! Bereut haben wir es nie. Es sind inzwischen über 40 Jahre, in denen wir regelmässig Wochen und Monate dort verbringen. Klar nach zwei Jahren, konnte man an das kleine Hüttli anbauen, so dass es zu einem normalen Haus wurde.
Nebst Reben hatten wir auch Obstbäume. Es gab Zeiten da ernteten wir viele Kirschen und später Pfirsiche und andere Früchte. Maronibäume und Haselnüsse hats auch. Hinter dem Haus, Nordseite haben wir einen kleinen Teich angelegt. Den mag ich besonders gern, wenn die Seerosen blühen, Libellen zu Besuch sind und ab und zu kann man Schlangen im Wasser beobachten und den Vögeln beim Baden zusehen. Ja, die Schlangen mag ich nämlich auch! Als ich meine Märchenerzählausbildung machte, wählte ich als erstes Märchen «Die weisse Schlange» mit dem ich mich auseinandersetzte. So freue ich mich stets, wenn ich auf dem Gelände Schlangen sehe. Aber ich bin auch schon erschrocken, als ich rasch zur Haustür aus wollte und vor der Türe eine lange hellgrüne Schlange lag. Sie zischte und verschwand rasch die Treppe hinunter. Also, man muss vorsichtig sein, gut auftreten oder eben anschleichen, wie ich das öfters tat, um eine auf der unteren Terrasse zu sehen. Eine lange Schlange wendete einmal den Kopf geben oben in meine Richtung und dann verschwand sie rasch. Für mich eine beglückende Beobachtung. Vögel hats natürlich auch, einmal sass ein Bienenfresser Pärchen auf einem kahlen Baum unter dem Haus. Sie haben wohl unsere beiden grossen Wildrosenstöcke beobachtet, denn da schwirren viele Insekten rum. Der Wiedehopf mit seinem Krönchen, die Familie Eichelhäher sind oft zu sehen, Amseln und kleinere Vögel baden gerne am Teichrand.

Die Familienjahre
Im Sommer 1987 sind wir endlich Eltern eines kleinen Mädchens geworden. Unsere Tochter stammt aus Sri Lanka. Nach zwei Jahren durften wir sie auch hier in Aarau adoptieren. Überglücklich natürlich! Mein Mann meinte einmal: „I hen di no nie so vell lache gseh.“ Ja, die Kleine war es gfreuts Kind und gedieh gut. Im September 1987 war es 30 ° warm, das war genau richtig, wenn man von einem warmen Land kommt!
Für uns war klar, unser Kind muss sich rasch an andere Kinder gewöhnen, eher klein und dann noch eine andere Hautfarbe, da muss man lernen sich zu wehren. Schon mit zwei Jahren ging sie mit ihrem Nachbargspänli in die Spielgruppe oben in der Stadt, später dann auch zweimal in der Telli. Wir hatten bald mit anderen Müttern einen Kinderhütedienst im GZ Telli organisiert. So hüteten zwei Mütter nebst den eigenen Kindern auch die von anderen Eltern. Das gab freie Stunden, die man schätzte und guttaten. Hier in der Telli haben die Kinder es gut, der Kindergarten ist nahe den Telliblöcken am Waldrand, also alles Auto frei. Auf den Schulanfang unserer Tochter war das Primarschulhaus Telli fertiggestellt, so dass sie dort ihren Schulstart hatte. Sport lag ihr auch, mehrere Jahre machte sie beim Geräteturnen mit. Mein Mann begleitete sie viel zu den Anlässen des Vereins. Dann war sie beim Blauring dabei. Die Blauringlager waren sehr beliebt! Unsere Tochter hatte immer viele Freundinnen und Freunde. Die Lehrerin der 5. Klasse sagte uns einmal: „Ihre Tochter tut der ganzen Klasse gut.“ Was uns freute, aber eben dann in der Oberstufe, wo die Klassen neu zusammengesetzt wurden, ist das - Allen-gut-wollen - nicht mehr so einfach, sondern eine Überforderung… Sie schätzte ihren Lehrer, Carlo Mettauer, der aber in der letzten Klasse in den Stadtrat wechselte. Sein Nachfolger, ein junger Mann, unserer Tochter von der Pfadi bekannt, konnte sie schlecht als Lehrer akzeptieren. Als dann ihr Freund von den Sommerferien aus Spanien zurückkam und ihr die Freundschaft kündigte, war sie sehr unglücklich. Die Schulkollegen hatten kein Glück, sie wollte keinen von ihnen als Nachfolger. Sie wurde depressiv, verletzte sich an den Armen. Es war eine schwierige Zeit, die professionelle Hilfe bedurfte. Es war gegen Ende 2002 als sie eines Tages von der Schule heimkam und verkündete, dass ein ehemaliger Freund nach ihr gefragt habe. Dieser war ein Jahr älter als sie und ging nicht mehr in Aarau zur Schule. Unsere Tochter war wieder glücklich und wir atmeten auf. Am 1.1.2003 rief er bei uns an und wollte, dass sie ihn besuchen komme. Ich sagte ihr, das sei keine gute Idee, denn am 1. Neujahrstag seien viele noch vom Feiern durcheinander. Leider ging sie dann trotzdem und es hatte Folgen.
Es begann eine schwierige Zeit, „was ist, wenn ich schwanger bin?“ diese Frage quälte nicht nur unsere Tochter, auch uns als Eltern beschäftigte dies sehr. Sie muss sich entscheiden und wir helfen ihr weiter, das war für uns klar. Eine Lehre absolvieren war die einzige Bedingung, die wir an unsere Tochter richteten. Sie beendete die Sekundarschule noch und brachte dann am 11. September 2003 ihre Tochter zur Welt. So sind wir stolze Nonni geworden! Im Quartier wurde eine Genossenschaftswohnung frei. Das war eine gute Chance für unsere Tochter mit ihrem Kind dort einzuziehen. Ein neuer Freund zog mit ihr ein. Sie liess sich zur Detailhandelsfachfrau ausbilden und machte ihren Weg als Mami und Berufstätige dank der Krippe und unserer Unterstützung.

Quartierarbeit im Ehrenamt
Schüler-Mittagstisch Telli 1995
Das Telli-Schulhaus war eben fertig gebaut, als unsere Tochter im August 1994 in die Schule kam. Das war super, keine Strassen mussten überquert werden. Engagierte Eltern gründeten bald den der 1. Schülermittagstisch. Wir als Eltern waren mit dabei. Und ich half bei Bedarf bei der Betreuung mit.
Terre des hommes Kinderhilfe von 1985 - 1997
Es war 1984, als ich in einem Inserat las, dass Terre des hommes Kinderhilfe für die Gründung der Arbeitsgruppe Aargau Leute suchte. Das interessierte mich. So gründeten wir sechs Frauen: Eva, Bernadette, Franziska, Barbara, Cornelia und ich 1985 die Arbeitsgruppe Aargau. Wir waren voller Ideen, organisierten Verkaufsstände und Informationsanlässe in Schulen und Vereinen. Ich hatte die Buchhaltung und den Zeitungsversand inne. Nach zwei Jahren übernahm ich das Präsidium. Ich hatte mit meinem Mann in Sri Lanka ein Tdh-Projekt – ein Kinderheim - besucht und wir gingen danach mit viel Elan ans Geldsammeln. Am 9.9.1990 fanden in Aarau, Brugg und Zofingen erstmals Tdh-Kinderläufe statt. Weitere in anderen Ortschaften folgten Jahr für Jahr. Die Sponsorenläufe waren sehr erfolgreich, wir führten sie viele Jahre durch. In Aarau organisierte ich acht Läufe. Mit Freude waren die Helfer/innen stets dabei, ihren Posten zu betreuen. Es gab Jahre, da konnten wir eine Million Franken an den Hauptsitz in Lausanne überweisen. Wir gingen in die Schulen hielten Vorträge übers Kinderspital Nepal und zeigten, Hilfsmaterial, das zum Beispiel als Krücken diente.
Eine Zeit lang war das Warenlager in Aarau im Nachbarblock. Hier stellte ich mit Frauen aus dem Quartier div. Verkaufsartikel her. Für die Kinder gabs eine Spielecke. Es machte Freude. Als Präsidentin gab ich regelmässig ein Heft heraus, das die Aktivitäten aufführte mit viel Lob für die freiwilligen Helfer/innen. Es war Ansporn, im Wohnort einen Verkaufsstand zu organisieren, mit Hilfe des Vorstandes natürlich. Es war eine gute, lehrreiche und intensive Zeit.
Trefflokal Delfterstrasse 36/37 von Okt. 1995 - 2002
Die Blockverwaltung schrieb ein Lokal aus für soziale Zwecke zu mieten für Fr. 300.-. Dies war der Start für das Treff-Lokal mit diversen Angeboten für Kinder und Familien nebst den Angeboten im GZ Telli Aarau. Für Terre des hommes richtete ich das Warenlager dort ein und am grossen Tisch hatte man Platz zum Werken mit Frauen, die gerne etwas für den Verkauf für Tdh herstellten. Für die Kinder hatte es eine Spielecke. Zum Angebot des Lokals gehörten weiter:
- Mütter/Väter-Kinder-Teff, 2x in der Woche
- Huuskafi jeweils am Do Nachmittag, von einem freiwilligen Team geleitet
- Kindertreff 1x im Monat am Mittwochnachmittag
- Mädchentreff Unterstufe, 1x mtl.
- Bubentreff Unterstufe, 1x mtl.
- Mädchentreff Oberstufe, 1x mtl.
- Zmittagteilete, 1x im Monat
- Frauen-Abendtreff zu Themen nach Interesse
- Vermietung des Lokals für Kindergeburtstage, Deutschkurse, Religionsunterricht, Sitzungen etc.
Wir hier in der Telli sind eine sehr bunte Gesellschaft. Ich schätzte den Austausch mit Müttern/Vätern und den Kindern aus verschiedenen Ländern, ihre Kulturen, was ist ihnen wichtig zu erfahren und das Verständnis füreinander zu mehren. Bei der Zmittagteilete bekam man so allerlei feine Köstlichkeiten zum Probieren. Ich liebte die Treffen mit den Kindern, Schülerinnen, meine Kreativität konnte ich gut einsetzen. So entstand allerhand Interessantes. Mit dem Mädchentreff der Oberstufe gestalten wir z.B. Bilder aus Abfallmaterialien und durften sie im Pep im Pfarrhaus Peter und Paul ausstellen. Ein andermal zeigten wir Bilder in Frauenzentrum an der Kronengasse in Aarau. Das grösste Projekt, welches ich zusammen mit den Treff Lokal Besucher/innen und mit spontanen Helferinnen organisierte, war das Bemalen von mehreren Wänden unter den Arkaden beim Block B und C. Das war eine tolle Erfahrung und die aufgemalten Aquarien - so herrlich bunt - durften doch manches Jahr die Leute erfreuen. Das Aufmalen von Hüpfspielen war auch ein schönes Erlebnis für die Kinder im Quartier.
Es kam die Zeit, da konnten sich auch Familien von der Telli ein Häuschen bauen, so zügelten immer wieder Familien in die Aussengemeinden. Eine schöne Überraschung erreichte mich 20 Jahre nach meiner Treff-Lokal-Zeit: Eine Frau, deren Familie nach Küttigen gezügelt war, schrieb mir ein Dankesbrieflein – es sei die schönste Zeit gewesen, die sie mit ihrer Familie in der Telli verbringen konnte. Sie und ihre Kinder hätten das Treff-Lokal sehr geschätzt!
Fotos
Das Lokal leitete ich ca. sieben Jahre, bis ein Jobangebot der FHNW mich lockte.
Das Tdh-Lager wurde nach Brugg gezügelt und einige Kolleginnen übernahmen das Lokal zusammen mit dem GZ Telli.
Abaustübli von 2010 - 2019
Im Telliblock A, an der Rütmattstr. 2 gibts eine Kaffeestube für ältere Menschen im Quartier und die ist am MO und DO Nachmittag offen. Hier wird geplaudert, gespielt und das Gedächtnis trainiert. Während 9 Jahren betreute ich regelmässig die Gäste zusammen mit einer Kollegin. Eine Zeitlang erzählte ich jeweils einmal im Monat Märchen für Erwachsene zum Zmorge, dann am Nachmittag zum Zvieri, später erzählte auch Esther Wirz mit. Sie hat ebenfalls eine Märchenerzählausbildung. Es gab auch Themen, die wir angingen. Dazu dienten mir z.B. Hörspielkassetten von der SRG. Auch bot ich ein Malen mit Schwämmchen an, was Spass machte. Teile aus diesen Bildern wurden später zu einem grossen Wandbild zusammengefügt und es ziert heute noch das Abaustübli.

Es machte allen viel Freude. Ich schätzte es, die älteren Menschen etwas zu verwöhnen. Massierte auch mal Schultern und bot nebst Kuchen auch frisch aufgeschnittene Früchte an.
Nach 9 Jahren gab ich meinen ehrenamtlichen Dienst ab, weil ich viel Zeit brauchte unsere Wohnung zu räumen. Die Renovation der Telli-Blöcke stand bevor und unsere Wohnung sollte, umgebaut werden, wir mussten also ausziehen. Wir fanden zum Glück im gleichen Block eine Wohnung, die unseren jetzigen Bedürfnissen besser entspricht. Dann kam die Coronazeit und das Abaustübli musste für längere Zeit schliessen. Heute gehe ich noch ab und zu auf Besuch. Nur manche der lieben Frauen sind inzwischen ins Altersheim gezügelt oder gestorben.
Frauenbund Aarau von 2019 - 2025
Beim Kath. Frauenbund suchte man dringend jemand in den Vorstand. Kurz entschlossen, sagte ich ja zur Kasse und ermutigte meine Tochter als Allrounderin im Verein mitzumachen. So konnte der Verein weiterbestehen. Da ich gerne kreativ gestalte, machte mir die Arbeit beim Frauenbund viel Freude. So entstanden mit Vereinsfrauen z.B. Tischläufer, die wir immer wieder benutzen konnten.
Bei meiner Krebserkrankung 2024 gab ich mein Amt auf Ende Vereinsjahr 2025 ab.
Quartierverein Telli Aarau
Beim Quartierverein machte ich mich als Revisorin nützlich, auch dieses Amt musste ich Ende 2024 abgeben. Natürlich half ich auch bei Anlässen mit, zum Beispiel beim Ostereier färben, Osterbrunch, Telli-Quartierfest etc. Einmal gestaltete ich auch einen Märchennachmittag für Kinder.

Einleitung
Seit 1985 verbringen wir immer wieder Wochen und Monate im Südpiemont im Häuschen, das zum Haus wurde, auf dem Hügel mit wunderbarem Panorama.
Da gäbte es viel zu erzählen. Ich möchte hier aber Briefe an liebe Menschen, Geschichten über die Zeiten dort sprechen lassen, Leider sind die Bilder dazu nicht gleich einkopier bar, folgen evtl. noch.
An meine Freundinnen und Kusinen, die ein bisschen bei mir verweilen möchten…?
Im Piemont im Mai/Juni 2006
In der Hängematte baumelnd, die nahen Kastanienbäume betrachtend, wie sie von Segel-faltern besucht und übersegelt werden. Der Segelfalter - ein besonders schöner Schmet-terling mit hellgelben Flügeln mit feinen Streifen und einem Schwanz wie der vom Schwal-benschwanz. Er ist eindeutig mein Liebling hier bei der Cortese, denn er zeigt sich immer, wenn wir da sind.
Rolf hat mir soeben die Getreidemühle in die Hände gedrückt. Nun drehe ich Runden, mahle den Koriander für ein indisches Gericht. Rolf ist der Koch hier und ich die Dienerin. Ich liebe es, wenn er kocht, es duftet schon wunderbar aus der Küche…
Die Sonne scheint, kein Wölklein zu sehen, nur der Wind ist noch etwas frisch, die Vögel zwitschern. Ein Mäusebusartpaar zieht ganz in der Nähe Kreise. Ich liebe die Ruhe hier oben. Aber natürlich hocke ich nicht nur ruhig in der Hängematte, oft bin ich beim Werken mit Rechen, Schaufeln, Hacken, Zwickern, Besen usw. rund ums Haus oder im Gelände. Bei meinem Tun raschelt es oft, die Eidechsen sonnen sich und verschwinden, wenn ich in ihre Nähe komme. Auch eine Schlange macht sich aus dem Staub, aber ohne lautes Rascheln. Die Libellen sind mir lieber, doch wenn sie zu zweit herumdüsen, hat man sie manchmal fast in den Haaren! Im Biotop wimmelt es von Broggenägeln (Kaulklappen)! Wer da alles aktiv war! Im letzten Jahr konnte ich lange ein Krötenpaar beim "Fädenziehen" um die Teich-pflanzen beobachten. Gott sei dank, sind es Kröten, die haben eine tiefe Stimme und quaken nicht so oft (meine Feststellung!).
Die Gegend, die Aussicht ist für mich – nach 20 Jahren – immer noch so unglaublich schön, ja zum Verlieben… Selbst das Haus gefällt mir immer noch und wir fühlen uns darin sehr wohl – ausser der Matratze, die in Aarau mag ich lieber… (man ist wohl ein Gewohnheitstier oder liegts an den über 50 Jahre alten Knochen?)
Die Zufahrt von Cortemilia hier her führt wie je und eh durch einen herrlichen Dschungel – ja der Tarzan würde sich da heimisch fühlen! Die Strasse ist seit wenigen Jahren ganz geteert bis vor unser Tor, Strada Salino 28! (also kein Bachbett mehr nach einem Gewitter). Weiter geht’s auf der Naturstrasse zum Haus, vorbei an Obstbäumen auf der linken Seite, rechts unten ist der Rebberg und dann folgt die Kirchbaumallee! Kirschen meine Gaumenfreude! Hoffentlich können wir vor der Abreise einen Korb voll tiefrote-gluschtig-saftige gwönne…
Es ist lange Zeit her, dass Rolf und ich wieder einmal für drei Wochen alleine im Piemont weilen. Amila wollte testen, ob sie mit Alisha während dieser Zeit gut über die Runden kommt. Es soll auch ein Test sein, alleine mit ihrer Tochter (und mit Freund) in einer Wohnung leben zu können.
Anfangs August beginnt für Amila die 3jährige Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau in der Import Parfümerie in der Telli in Aarau. Ja, es kommen anstrengende Zeiten auf sie - uns alle – zu! Amila freut sich auf die Lehre und ich glaube auch, dass sie es gut machen wird und durch hält.
Es ist schon verrückt, als Mutter machst du dir immer wieder Gedanken, wie viel Unterstützung ist nötig. Wo sagst du nein, dass musst du jetzt selber tun, auch mit Kopf- oder Bauchweh? Wüste Beschimpfungen – du bist die aller letzte Mutter – bekomme ich dann zu hören. Aber meistens ist Amilas Ärger am Abend verflogen und sie ist sogar zu frieden. Es ist einfach so, als Frau/Mutter aber auch in der Arbeitswelt hast du zu funktionieren, auch wenn man gewisse Leiden hat… Und das wollen unsere Jungen oft nicht verstehen, so scheint es mir wenigstens…
Oder dann die Frage: wie viel der "Mutterrolle" muss ich bei Alisha übernehmen? Wenn ich an früher denke, wie es bei meiner Schwester Ursi mit Sohn Adrian und Mama, (die etwa im gleichen Alter wie ich war), die gleiche Situation erlebte, da war auch nicht alles einfach – wie sich doch alles wiederholt und uns das Leben immer neu fordert und oft überfordert!
Alisha wird seit sie 3 Monate alt ist in der Krippe betreut und sie macht grosse Fortschritte. Sie ist ein hübsches und vifes Mädchen, das auch täubele kann, wenn ihm etwas nicht passt. Am 11.9.06 wird sie 3 jährig! Alle haben sie lieb, der Nonno ist manchmal traurig, weil sie nicht ins Piemont mitgereist ist. Ja, ja, die Grossväter, haben es halt doch etwas leich-ter… Die schwierigen Situationen zu meistern, sind den Müttern/Grossmüttern überlassen, stimmts?
Im Geschäft gibt’s auch stets Neues, jetzt da wir zur Fachhochschule Nordwestschweiz (AG, SO, BS/BL) gehören, d.h. es ist die dritte Namensänderung innerhalb 3 Jahren! Und viele Anpassungen, es scheint kein Ende zu nehmen… So bin ich neu ebenfalls auch für die Kursverwaltung der Nachdiplomstudien von BL zuständig. Beim Personal wird gespart, eine Frau sollte, meine frühere Arbeit mit weniger Stellenprozenten übernehmen und ist nach kurzer Zeit ausgestiegen… Trotz allem möchte ich meinen Job nicht missen. Einfach nur zu Hause sein und den Haushalt schmeissen und evtl. Alisha (statt in der Krippe) hüten, möchte ich doch nicht. Ich bekäme vermutlich den Koller…
Aber zurück ins Südpiemont! Blumenborde mit Mohn, Kamillenblüemli, blauen und gelben Blumen sind zum Verlieben! Auch allerlei Tee und Heilpflanzen zieren die Wege: Spitzwegerich begegne ich tritt für Tritt und muss dabei oft ans Thresi, meine Cousine, denken. Wie es ihr wohl geht, ob sie die Kürbisse gepflanzt hat? Wenn ich am Lorbeerbaum vorbei streiche, kommt mir Marlies K. in den Sinn. Beim Rosenstock – zart rosig duftend - habe ich s'Trudi vor Augen. Und Myrtha sollte ich schreiben – Briefschulden, Besuchschulden und Nach-fragschulden…(Ich merke, dass ich mich beim Wort "Schulden" gar nicht mehr so wohl fühle...)
Ja, in den letzten Jahren häufen sich bei mir allerlei solcher "Schulden". Ich merke auch, dass ich im Quartier (machte 7 Jahre Quartier- und Jugendarbeit) kaum mehr Kontakt habe, dabei sind mir viele Leute wirklich lieb. Seit Beginn 2003 bin ich einfach anders gefordert, im Beruf (Wiedereinstieg im Sept. 2002 – war nicht leicht!) und mit der neuen Situation in der Familie. So reicht es oft nur noch für die Kontakte mit der Familie – meine Mutter wurde 80 im Mai, meine Schwester Ursi 50, und Berta war nach 5 Jahren wieder mal aus Australien in der Schweiz. Gott sei Dank geht es heute allen gut, Mama hat den Krebs verjagt, Ursi kämpft gegen mobbende Cheffinnen – mit Erfolg, wie es aussieht!
Das Leben ist spannend – voller Überraschungen - nicht wahr? Und alle - meine Lieben, die diesen "Ferienbrief" lesen, hätten ebenfalls ganz viel zu berichten… Wer weiss, vielleicht schreibt die eine oder andere mir auch einen, er muss auch nicht so lang sein!
Aus dem Piemont und jetzt wieder in Aarau meine herzlichsten Grüsse, Heidy
Es betz be önsch em Süde – November 2012
Ja, wie geihts, wie schteits?
Be önsch scho rächt, eso wie dMame albig seit. Met der Zit gwöhnschti sogar and Chälti, das Huss chasch net oberall glich heize, so esch en der Chochi 18/19°. Es chond au drufa, wo der Thermomässer härre tuesch, es get au wärmeri Plätzli.
Ond we der Rolf schis Hendere vom PC-Stuehl löpft, esch es dette am wärmschte. Hen albig emmer es chalts Hendere, e chalti Nase ond dFüess ond dHend send diwile au Iischzäpfe. Gäll, da chasch de säge, halbe gschtorbni…
Aber der Herbscht daa esch halt au choge schö, we dSonne schiint ond äss es Näbelmeer het, wie de Näbelschwade schtiige am Huss verbii oder we Perletto metem Torre, dDörfli gägeober usgxeht, wie äs ä mächtigi Borg wär, oder ebe es Märlischloss es bets em Näbel versteckt.
D’Giiri, das send dSebeschläfer send emmerno wach und rudere of önschne Tellene omme. Es tagsch het der Rolf am Morge eine gxeh, wie är ofter El.Leitig zom Huss obere tänzlet esch, ja är wörd woll erscht krat hei cho sii, eso wies die jonge Lüt hüt shent, gänsch erscht am Morge go schlafe ond send de erscht am Namitag zgxeh oder ebe zköre…
Soss hewer au emmer äppe Bsuech vo allerlei Tierli: Wäschpi, wo nömme guet flüüge chönne, au äppe es Hornussi, wo schi vererrt het, Schweckerli send emmer weder emal in der Stobe oder in der Chochi, es tags hets fasch es Bratis gä. Der Rolf esch em choche gxi, ofeimal esch es Schweckerli im Wäschtrog ond chond nömme förre. I hen de e Schgarnotz kollt ond äs esch de zier dre gschlöffe ond i hends so chönne vorneus före laa.
Ade Pelzli henni au Freud, de die lüüchte en allere Farbe, geschter henni e wisse Chnolle useand gschnette ond gxeh, dass es doch kei Bovist esch. Ja be önsch wagxe halt no anderi Pelz ond net nu die em Pelzbuech!
Farbig send au vell Blätter, die vo de Chriesibäum send bsonders schö, der Räbbärg verwandleschi au enes warms Farbemeer. Ja, ja jetz gelts Blätter zämme zräche, dVogelhüschi hend wer uufkenkt, Cheschtene gxammlet.
dBäum: an äppe zeche henni draomme gschnette, ben au of de Bäum omme klätteret, wenni e Rock akä het ond die lenge Haar offni, so hette me chönne meine, i wär e Baumhäx!
Da aber der Rolf net gross het chönne methälfe, schis Schuehwärch, esch nüt wärt ond schi Elleboge het es Liide ond de chasch net vell mache. Wier hend jetz der Angelo aagstellt, är söll luege, was me met denne Bäum no mache cha. Der Angelo esch der Gärtner vo Müllers ond es e fründliche Ma. Är tuet de krat au no die oberi Terrasse botze, dass dBäum mee Liecht hend und wier mee Holz zum Heize. Ja, ja, der Rolf het schon no ztue, Holz sage oder schiide das macht är guet, we nu der Schidschtock besser wär, eso macht mi Allerliebscht met der Zit dz Mürli kaputt, we är zwei Möscheli oberenand tuet ond zoberi well verhacke…
Jetz muesi glaub höre schnäddere, also hends guet ond darfscht de au berem es betz zrog schnäddere ond au schmollie, wes äppis ärgerlechs get, gäll?
E liebe Gruess us em Piemont
Z Heidy ond der Rolf
Sonne und Schatten – Mai 2012
Hier im Südpiemont ist es wunderschön, wir geniessen den Blick über Cortemilia, zu Perletto und zu den Dörfern in der Ferne mit ihren mächtigen Türmen.
Die Strada zum Haus führt immer noch durch einen Dschungel und ab und zu kreuzt ein junges Reh die Strada. Am Wegrand blühen Mohnblumen und blau der wilde Salbei – wie die gelben Blumen alle heissen, müsste ich nachsehen… Gingster u.u.
Auf der Naturstrasse zu unserem Haus stehen die Kirschbäume Spalier, die ersten Früchte werden rot, Aprikosen solls dieses Jahr auch geben. Nach den Kirschen meine zweite liebste Frucht!
Hinterm Haus, ja da wuchert es in unserem Biotop, nicht zu glauben, es hat schon Knöpfe der Seerosen. Aber für diesmal hält sich meine Freude in Grenzen, denn ich will den ganzen Teich vom wuchernden Schilf befreien. – Mein Gott, was für eine Schwerarbeit! Was sich da in 25 Jahren alles fest um die runden 3 – 5 kg schweren Steine geliert hat. Aber ich liess nicht locker, leerte den Teich mit Schlauch, z.T. mit dem Güllenschöpfer und der Benne, dann hiess es die Steine zu lockern und hochzuwerfen, die Wurzeln liessen sich nur mit Mühe ausgraben, z.T. sind sie fingerdick und meterlang. Am Schluss musste der angesammelte Sand noch hochgeschaufelt werden. Schlussputz mit Besen.
Dann folgte das Setzen der neuen Seerose aus der Schweiz und andere Pflanzen. Nun konnte sich das alte Wasser in Kübeln mit den Wassertierchen, die ich bei der Leerung des Teichs und während der Arbeit süüferli eingesammelt hatte, mit dem frischen Wasser vermischen und die Molche, Broggenägel, Libellenlarven usw. hatten ihre Freiheit wieder. – Nur, ich finde sie sind alle irgendwo verschwunden, vielleicht war das alles etwas zu viel für sie, wie für mich auch… Das Biotop hat ca. 5 m3 Fassvermögen.
Mein Mann schaute nicht besonders oft hinters Haus, er hats nicht mit den Wasserpflanzen, sondern zieht aus Samen allerlei feine Kräuter. Er hat ja von mir einen kleinen Treibhausschrank zur Pensionierung bekommen und hat nun seine Freude damit und ich auch. Rolf hat sich noch einen Komposter liefern lassen, passt ja bestens zu seinem neuen Job!
Und wie immer, wenn wir im Piemont sind, hat er den Kochdienst mit Abwasch übernommen. Ich lasse mich also kulinarisch verwöhnen, was ich jeweils nach dieser Puttlerei im Teich sehr schätze.
Übrigens unsere Wildbienenhotels vom letzten Herbst werden genutzt! Vogelhäuser werden auch aufgehängt und beobachtet. Rolf Überlegt sich nun auch ein Haus für Hornusse zu bauen. Ich finde, die finden in unseren Mauern rund ums Haus überall Einschlupf und so bösartig sind diese grossen Brummer gar nicht, wie viele Menschen glauben. Es kamen immer wieder welche zu mir ins Teichloch um etwas Wasser aus den Tümpeln zu trinken. Ich grüsse sie jeweils und sie liessen mich meine Arbeit tun… Aber natürlich hatten auch andere Insekten Durst und ich hing auch dauernd an einer Wasserflasche.
Zum sonnigen Teil gehört auch unsere tolle neue Einrichtung: Ja in unserem Gästezimmer haben wir ein Reduit bzw. eine Kastenfront einrichten lassen. Super, was man jetzt alles gut verstauen kann, sogar vier Matratzen haben gut Platz und sind bereit für ein Massenlager!
Der Schatten: Rolf findet auch wie ich hier oben ist es ein Paradies und man sollte doch glücklich sein, aber er ist in eine Depression gefallen. Es ist oft schlimm. – Was tun? Man fühlt sich ohnmächtig, was man macht, ist nicht immer das Richtige… Kürzlich ist er um 16 Uhr abgehauen – zu Fuss, ohne Gepäck und Natel und ohne Angabe wohin. Nach Irrwegen ist er schlussendlich in Rom gelandet, liess sich dort die Haare kurz schneiden, machte eine Stadtrundfahrt und meldete sich bei mir via E-Mail nach ca. 20 Std. wieder. Rom sei wunderbar, er wolle mir diese Stadt mal zeigen! Und ich bin gespannt, was er mir dann alles zu erzählen weiss.
Am 17. Mai traf er gegen Abend wieder in Cortemilia ein mit schrecklichem Muskelkater vom ins Dorf hinunterlaufen und dem Schlotteri und einer grossen Müdigkeit. – Ja, gute Erholung kann man da nur sagen, auch für mich, den ich hatte auch den Zetteri… Amore 40 anni!
Das wärs aus dem schönen Südpiemont in der Zeit vom 30.4. bis 17.5.12,
von Heidy und Rolf
Sommerzeit im Südpiemont 2013
Bei uns blühen jetzt Sonnenblumen, zwar sind sie eher dünnstielig und mit kleinen Köpfen, aber sie erfreuen unsere Seelen trotzdem. Der Lavendel duftet wunderbar und streichelt meinen Rock beim Vorbeigehen…
Am Montagmorgen sind hier die Pflanzen arg geschüttelt worden. Es tobte ein Sturm. Dachziegel wurden verschoben und es goss wie aus Kübeln - auch ins Haus. Das Getöse des Windes machte mir Angst, ich dachte, die grossen Bäume fliegen uns plötzlich entgegen. Zum Glück waren es nur Äste, die dann rund um unser Auto niederfielen. Auf dem Weg ins Dorf hatte es mehrere grosse Bäume geknickt und zum Teil entwurzelt. Es gab alle Hände voll zu tun, lange hörte man das Heulen der Motorsägen zu uns herauf. – Wir hatten Glück, das Auto blieb verschont, die davon geflogenen Wäschestücke konnte ich wieder einsammeln und waschen, die umgekippten Pflanzkübel mit Blumen und Tomaten ohne Schaden wieder aufstellen. Nur ein kleiner Baum beim Tor, der viele rosarote Blumen hatte, wurde abrasiert. Er stand wohl zu exponiert, wie in einem Windkanal. - Wie klein doch wir Menschen sind, wenn die Natur ihre Macht zeigt…
Unsere Gäste – Amila und Alisha – sind wieder abgereist. Die ersten Tage danach empfinden wir jeweils als zu ruhig, man vermisst Alishas Singen und ihr Rufen: „Nonno, Nonna …“. Wir hatten es gut zusammen und Amila hat sich hier etwas von ihren Asthmaanfällen erholt. Sie sollte länger bleiben, aber dann ist ja der Schatz nicht zufrieden… Schwierig.
Ich bin öfters mit der Fotokamera unterwegs, um etwas einzufangen, z.B. die Spiegelungen im Teich, die Seerosen, am Rand der Blutweiderich und in Blau der wilde Salbei, der erneut blüht - zu meiner Freude. Und dann ein wildes Kind, das sich kaum fotografieren lässt…
Während Rolf sich an den heissen Tagen vorallem im Haus aufhält, lese ich gerne am Schatten hinter dem Haus oder auf dem luftigen Balkon. Zurzeit lese ich „Wilde Schwäne“, die Geschichte einer Fami-lie, Drei Frauen in China von der Kaiserzeit bis heute, vom Jung Chang. (Bildung für mich, kenne China kaum.)
Wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man am PC hockt, es ist schon wieder Mitternacht. Über mir hörte ich soeben ein Rumoren, es wird wohl ein Siebenschläfer sein, der zuhause geblieben oder vom abendlichen Ausflug in den Wald zurück ist. Alisha zählte eines Abends 27 Tierchen! Wie Seiltänzer laufen sie über das Elektrokabel vom Haus zu den Eichen, ist ca.10 Meter. Oft sassen wir, wenn es eindunkelte, vor dem Haus und beobachteten das Treiben der Siebenschläfer, feuerten sie an: „hopp, hopp Ueli!“ Ja, ja, einige bekamen vor Jahren von Amila und Rojda einen Namen, damals hausten nur wenige Tierchen mit den “Chogeliauge“ und den buschigen Schwänzen unter unserem Hausdach. – Müsste eigentlich nachfragen, wie der grosse Nachwuchs heissen soll? (Es waren wohl nicht 27 verschiedene Tierchen, später sahen wir auch, wie sie die Hauswand hochkletterten, gesammelte Nüsse unters Dach brachten, und dann wieder übers Kabel zur Eiche liefen…)
Das wars aus dem Süden im Sommer 2013 mit einem herzlichen Gruss: die Becks
Die Ohrfeige des Baumes - Juni 2013
Wer hätte das gedacht, dass ein Baum sich wehrt! – Es ist ja schon genug schwierig den Menschen einigermassen gerecht zu werden, nun will also die Natur dasselbe.
Nun, ich hatte mich für die Apfelbäume entschieden, d.h. sie sollten vor allem die Sonne geniessen können. Also schnitt ich alles, was über ihnen wucherte ab. Die zwei Apfelbäume stehen nämlich in der Nähe einer Mauer. Auf der oberen Terrasse da gedeihen allerlei Bäume und Sträucher und auch alte Reben mischen mit und strecken sich über die Terrasse weit hinaus über die Apfelbäume. Kurz entschlossen schnitt ich auch der Eiche ein paar Äste ab und wollte sie kleinhacken und in der Stosskarette zum Holzschopf führen. So warf ich also die Scheite über einige Meter Richtung Karre und siehe da, eine Ohrfeige! – Ein Scheit hatte sich an meinem Handschuh verheddert und klatschte mir ins Gesicht! – Na Bravo, der Baum rächt sich, hab ihn wohl nicht gefragt, ob ich ihm ein paar Äste kürzen dürfe…
Werde nun versuchen, auch die Bäume mehr zu achten, vielleicht am frühen Morgen meinem Blick ein BUONGIORNO ALBERI mitsenden…
Schaue gerne durch die Bäume in den Himmel, eine Versöhnung?
Juni 2013 Heidy B.
Faullenzen? Juni 2016
Habe mich eben auf den Klappstuhl aus der Telli-Brocki in unser Baumhaus gesetzt. Der Balkon als Baumhaus, denn man sieht mitten in die Baumkronen einer Eiche und einer alten Pinie, die ein paar Meter entfernt am Hang stehen. - Hier wird man von der Morgensonne begrüsst.
Kaffee trinken und rundumschauen – welche Vögel werden sich zeigen? Der Wiedehopf – ein paradiesischer Vogel – ist erst seit kurzem hier zu Gast!
Nicht wahr, zum Klappstuhl passt prima der runde Tisch – ein Erbstück von Martha – fast, ich werde ihn mit Konfitüren bezahlen, das habe ich fest versprochen! Nur, es stellt sich heraus, dass Rolf und ich mit dem Konfi kochen nicht so geschickt sind. An den Chriesi, die ich selber ab den Bäumen hole, liegt‘s vermutlich nicht. Eher am Zucker und an den unterschiedlichen Angaben der Kochzeiten… zu dünn oder Schlägel dick! Einfacher ist‘s, man macht Kompott oder friert die ganzen Kirchen ein oder man dörrt sie. Sie sehen dann aus wie klebrige Erdbeeren, aber sie munden, sind sogar fein süss-sauer. - Wer mag probieren?
Manchmal faulenze ich auch in der Hängematte oder vor dem Haus in der Wind geschützten Nische, lagere die Beine hoch und lese oder träume. Da kroch kürzlich eine lange Schlange in den Farben grün-gelb-schwarz-gemustert gegen meinen Stuhl im sonnigen Ecken. - Als wir einander bemerkten, machte sie rechtsumkehrt, hob den Kopf nochmals gegen mich, um vielleicht nochmals „Hallo“ zu sagen? und schlängelte dann über die Platten zur Steintreppe und verschwand in einem Loch. Ich gebe mir Mühe, jeweils nicht zu erschrecken, sondern die Tiere zu bewundern, mir so viel wie möglich vom ihrem Aussehen zu merken oder nachzuschleichen - wo verschwinden sie?
Nur wenige Tage danach sah ich eben eine solche Schlange sich aus dem Seerosenteich zu entfernen und gleichzeitig verschwand eine andere dunkelgrüne in der Blumenrabatte hinterm Teich. Ich stand im Badezimmer und beobachtete diese Tiere durchs grosse Fenster. –
Dieses Fenster ist für mich das Glück! - 28 Jahre hatte es hier ein Fenster mit Milchglas und Sprossen. Bei der Bad-Renovation vor zwei Jahren hatte ich mich durch-gesetzt, das Fenster zum Teich müsse ohne Sprossen und duchsichtig sein, es schaue ja kaum jemand hinein, wenn wir am Duschen seien, ausser den Rehen vielleicht?
Das Fenster ist für mich DAS Naturbild, das sich laufend verändert und so viel Schönes zeigt, heute z.B. blühen wieder 11 Seerosen, den Eichelhäher sah ich im Gras sitzen, die längste Zeit, er schaute um sich, blieb auch noch eine Weile, als ich hinters Haus lief und versuchte, ihn zu fotografieren, was dann doch misslang. - Muss wohl noch üben…
Herzliche Grüsse aus dem Cortesegarten von Rolf und Heidy
SIE HABEN GEDONNERT? Juni 2016
Nicht eben das Wetter, draussen scheint die Sonne und die Bäume bewegen sich wild im starken Wind, nein in der Küche hat‘s gedonnert. - Wenn etwas nicht so will, wie ich es will, ja dann donnert‘s.- Ich meine Rolf, wenn er wiedermal zwei linke Hände hat oder etwas in die Hose geht. Meisten frage ich dann sachte nach: „Sie haben gedonnert?“ Manchmal kann ich ihm dann bei etwas behilflich sein… Er hat eben Bohnenkraut gedörrt, d.h. ganze Zweige und diese wollte er in Vorratssäcke stecken, nicht etwa nur die kleinen Seitentriebe, nein die ganzen Zweige. Der Sack war zu kurz, habe dann einen grösseren gefunden. – Die Kräuter und Gewürze sind Rolfs Sache, da mache ich nichts, ausser sie in die Erde pflanzen und wässern.
Später hat sich Rolf ans Gewürze rösten gemacht. Draussen auf der Brätlibank röstet er je ein Bratpfännli voll Kardamom, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchelsamen u.a. Es duftet herrlich und noch extremer wird‘s beim Mahlen der gerösteten Häufchen.
Also, wer gerne Indisch isst, kann sich gerne bei uns melden. Dies meinen wir durchaus ernst. Egal, ob in Aarau oder in Cortemilia wird ab und zu Indisch gekocht, zum Beispiel:
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Samosas (gefüllte Teigkrapfen), ein Gemüsegericht, ein Geflügelcurry, |
Ich darf dabei handlangern, Zwiebeln schneiden usw.
Ehrlich gesagt, ich bin froh, kocht Rolf gerne. So kann ich mich anderem widmen im Haus und draussen und dann einfach an den gedeckten Tisch sitzen, ist doch wunderbar!
Rolf hat‘s mit den Kräutern, mir bleiben die Früchte, zurzeit Kirschen, mehr als mir lieb sind! Hätte wohl mit der Bänne zum Ernten marschieren können. Korbweise habe ich sie an Freunde verteilt, z.T. eingefroren, Kompott gekocht, Kuchen gebacken, gedörrt und dann der klägliche Versuch Konfi zu kochen… In den einten Gläsern schwimmen d‘Chriesi und bei den anderen Gläsern hat‘s unten einen Hohlraum, so dick ist das Zeug! - Mag jemand gerne gefrorene Kirschen? Da habe ich vermutlich nichts falsch gemacht…
Die nächsten Ernten werden dafür nicht viel zu tun geben. Aprikosen, diverse Pflaumensorten, Mirabellen – ein kleiner niedlicher Baum trägt erstmals Früchte, - Pfirsiche sicher wenige, Zwetschgen ebenso, denn der Hagel hat auch ihnen zugesetzt. Der Apfelbaum beim Tor hängt erstmals voll kleiner Früchte. Ich glaube, die „Stutzerei“ hat ihm gut getan - oder er trägt nochmals ein Übermass Früchte und geht nachher ein, wie mein Lieblings Aprikosenbaum vor zwei Jahren. Ich habe um ihn gebettelt, ja ihn sogar umarmt, ihm Reiki gespendet, es hat nichts geholfen, mein so schöner Baum wurde einfach dürr. - Sonderbar, dass einen auch ein Baum traurig stimmen kann… (war wohl etwas neb den Schuhen…)
Erdbeeren, d.h. Walderdbeeren lese ich ab und zu hinten beim Teich, ich glaube, die mögen die Rehe nicht, sonst hätten sie sie sicher schon gemampft. Heute Morgen ca. acht Uhr weidete ein junges Reh in unserem Garten hinterm Haus, trank aus dem Teich und machte sich dann noch an meinen Rosenstrauch. Gott sei Dank ist der Wildrosenbuch so üppig und von einer Seite nicht zugänglich, auch wenn man auf die Hinterbeine steht! - Ja, ja, so haben alle Lebewesen ihre Präferenzen…
Herzliche Grüsse aus dem Cortesegarten von Rolf und Heidy
Der Kampf mit dem roten Tuch – Sommer 2016
Man könnte meinen, es handle sich evtl. um einen Stierkampf in Spanien, aber nein dieses Ringen mit dem roten Tuch findet im Südpiemont statt, im Haus Cortese, um ganz genau zu sein.
Es kommt vor, da macht ihm das gute rote Tuch das Leben schwer, natürlich nur ab und zu in der Nacht. Da mein Gatte nachts öfters das Bad aufsucht, kommt es oft vor, dass sich seine Zehen in der Bordüre verheddern und es ein wildes Getue gibt, bis er aus dem Bett steigen kann. Und danach das Zurück – nur im Mondlicht – unter das gute Tuch kriechen, ist auch nicht ganz einfach, da hör ich dann öfters mal: «Chasch zLiecht aamache? Mis Tuech esch verhäxt!»
Naja, es könnten auch die Geister sein, denen Rolf in Dr. Siris Krimi begegnet ist und die sich Wärme unter seiner Decke suchen. – Mit verhexen, da meint er meist nämlich mich…
Herzliche Cortese Grüsse
Heidy & Gatte
PS: Natürlich haben seine 3 Weiber (Heidy, Amila und Alisha) auch je ein kostbares Tuch oder Kleid geschenkt bekommen.
Waschtag im Süden – Mai 2018
Schon mal eine 60°Wäsche, Teppiche, Boden und Füsse in einer Tour sauber gekriegt?
Genau dieses Unterfangen lief bei mir am letzten Donnerstag. Ich füllte die Bettwäsche in die Maschine mit genügend Waschmittel natürlich und drückte auf den Startknopf. Die Maschine fing an zu drehen, das Wasser lief ein. Ich stellte mich vor den Spiegel, etwa 3 Meter entfernt, ja ab und zu muss ich wissen, wer die Schönste im Land ist! Ich wusch mir das Gesicht, schmierte die üblichen Cremes ein, zog ein mehr oder weniger zufriedenes Lächeln, als ich mir die Brauen nachzog. -
«Jaano, was esch de das under miine Füess? Um Gottswille, Rolf komm gschwend, zBadzimmer steit em Wasser!» Und mein Mann kam dann auch, wenn seine Frau so einen Lärm macht, was ja gar nicht üblich ist.
Im Hinterkopf war mal da – früher mal – ein Stimmchen, das sagte: «Was meinst du, ist es wirklich klug, wenn du den Deckel vom Fuselsieb unten an der Waschmaschine offenlässt? Das könntest du mal vergessen, nicht?»
Und genauso ists gekommen, ganz leise hat sich das Wasser der ganzen Maschine – und vielleicht noch viel mehr, weil ja nie genug in der Maschine war zum automatisch Abstellen – in unserem grossen Badesaal verteilt. Die drei Teppiche, meine Füsse und alles, was am Boden stand, wurde eingeseift mit feinriechender Waschbrühe. – Ich war ziemlich durcheinander, holte Tücher, den Schrupper und einen Kessel… Mein Mann gar nicht so geschockt, meinte in aller Ruhe, «Warum nimmsch nit der gross Wöscher met dem länge Stiel ond schiebsch zWasser om d’Glaswand en Duschablauf?»
Das war die Idee, ich wischte und wischte und Rolf trug die Teppiche hinaus und hängte sie über das Balkongeländer zum Trocknen. – Es war ja so ein schöner, sonniger Tag und am Abend hatten wir nebst der frischen Wäsche auch noch saubere Teppiche und ein wunderbar duftendes Badezimmer! Nur das warme Wasser zum Duschen fehlte, da der Umlauferhitzer eben fand, er streike… Das sind dann halt so Sachen im Süden…

Übrigens die letzte FAMA (feministisch politisch theologische Zeitschrift) hatte im Mai das Thema Putzen. Da stand allerlei Interessantes zu lesen und sogar ein Märchen vom «Mannl Spanneland». In der feministischen Märchenauslegung von Moni Egger steht: «So ist das Ordnungsschaffen, wie eingangs schon erwähnt, eine lebenslange göttliche Tätigkeit. Und auch das so häufige Spinnen ist im Märchen nicht eine Handarbeit, sondern assoziiert den Schicksalsfaden der drei Schicksalsgöttinnen, die in verschiedenen Kulturen jedem Menschen den Lebensfaden spinnen. Wer im Märchen spinnt, hat Anteil an dieser göttlichen Handlung, hat den eigenen Schicksalsfaden in der Hand. Wenn dieser gar golden ist, kann wohl dem Glück nichts mehr im Wege stehen.»
Also nach der Lektüre der FAMA putzen wir nun alle lieber… übrigens im Internet: putzschule.ch lohnt sich anzusehen, schon wegen der sehr schönen Aufmachung!
Nach dem strengen Putzmorgen hatte ich das Bedürfnis etwas kreativ zu sein, sammelte allerlei Blumen und gestaltete daraus meine ersten Blumenfeen, obs auch Schicksalsfeen sind?
Euch allzeit guten PUTZ ohne Überschwemmungen,
mit herzlichem Gruss aus dem Süden
Heidy, Rolf und die Blumenfeen

Cortemilia, 23.7.2020
Liebes Tresi
Wie geht es Dir und Deinen Lieben in Ilanz oder in Vals?
Es ist schade, dass Ihr nicht auch noch ins Flee ichi cho sid, an der Beerdigung von Onkel Lorenz. Es ist jeweils schön mit den verschiedenen Cousinen und Cousins ins Gespräch zu kommen, ja und meist reicht die Zeit trotzt dem nicht mit allen ein paar Worte zu wechseln, wir sind ja nicht gerade wenige, gäll?
Weisst Du z.Z. wird in Aarau unser Block saniert, dauert 1-2 Jahre, die Garagen, die Eingänge, Arkaden, neue Lifte, neue Fenster und Türen, d.h. die Fronten werden ausgewechselt und sogar die Balkone um ca. 60(?)cm verbreitert! Leider wird unser Lift im Nov./Dez. erst dran kommen, so müssen wir wohl für eine Weile in eine Ersatzwohnung zügeln. Klar kann man via Treppe zur Wohnung und im 6. Stock den Durchgang zum Eingang 29 und den Lift von dort benutzen. Nur Rolf kann nicht mehr gut Treppen steigen und 5 Stockwerke sowieso nicht. Zwei Monate in der Wohnung hocken, ist für ihn auch nicht gut. Nach der Sanierung werden wir in die Nr. 26 zügeln, in den 6. Stock mit Durchgang zum Nr. 27, d.h. wir haben zwei Lifte! Es wird nur noch eine 3,5 Zi-Wohnung sein mit einem Reduit bei der Küche, da kommen nämlich die zwei Blockteile zusammen und es gibt so einen „Spickel“, schräges Kämmerchen, aber noch mit viel Platz! Juhui! Auch auf dem verbreiterten Balkon hats noch ein Abstellräumchen, was auch gut ist. Die Stube ist viel grösser, also vom Platz hergesehen, ist die neue Wohnung so gross wie die 4,5 Zi-Attikawohnung.
Bei dieser alten Wohnung wollen sie auf der Terrasse noch ein 5. Zimmer einbauen! Wir wollen aber keine grössere Wohnung mehr, deshalb den Umzug. Aber aufs Alter hin, ist es in der Telli wirklich praktisch zu wohnen, alles ist mit Rollatoren gut begehbar, das Zentrum in der Nähe, mit dem Einkaufswagen in die Küche fahren, wenn man dann will… der Telliwald und die Aare sind in der Nähe. Was will man mehr?
Sicher kannst Du Dir den Lärm von der Bauerei vorstellen, deshalb sind wir in den Süden abgehauen, wenigstens für zwei Monate, wenn‘s uns gesundheitlich gut geht.
Wenn man weiss, dass man Zügeln muss, fängst man frühzeitig an zu räumen! So bin ich auch auf ganz viele Briefe gestossen – auch welche von Dir! Im Dez. 1986 schriebst Du mir 9 A4-Seiten, klar schreibst Du von Hand mit grösserer Schrift, meine ist klein und nicht so gut leserlich… vom 10.10.2000 fand ich eine A5 Karte, zweiseitig beschrieben, 11.7.06 4 A4 und dazu Fotos vom Handorgele spielen, Du und Philipp artig auf dem Kanapee! Schön wieder zu lesen und den Anlass im Kloster Ilanz kam mir auch wieder in den Sinn, die Besuche bei Euch, das gute Zmittag und die Spaziergänge im Ilanzerwald! Aber auch Vals ist mir eingefallen, als Monicas Familie bei Euch in der Gasse wohnte, wir Ferien machten und ganz viel Heiteberri assen! So lange her! Und doch schön, dass wir am meisten Kontakt hatten. – Und nicht zu vergessen, Ihr ward ja mal bei uns im Piemont! Ja, da sieht es inzwischen im Haus auch anders aus, das Bad ist nicht mehr finster, die Fenster haben wir vor ein paar Jahren ersetzt, leider sind sie nun weniger heimelig, ohne Sprossen, aber es zieht nicht mehr herein. Das Dach musste saniert werden und es hat jetzt Solarzellen drauf.
Was läuft bei Euch so, seid Ihr im Sommer oft in Vals beim Gärtnern? Gäll ohne sich von Zecken beissen zu lassen! Mich hatte diesen Frühling auch eine gebissen, so ein Biest! Machst Du viel Gemüse für den Winter ein, Beeren zu Konfis?
Dieses Jahr gibts hier fast keine Früchte, auch die Kirschen waren rar, nur der Apfelbaum trägt dieses Jahr einige Äpfel zu meiner Freude. Zwetschgen und Pflaumen gibt’s sonst anmass, heuer auch nicht. Jano, so habe ich weniger zu tun, mehr Zeit zum Faulenzen und Lesen, evtl. Malen… und ellenlange Briefe schreiben und zTresi ärgern oder auch nicht? J
Was machen Eure grossen Buben, keine Heiratsabsichten, bist noch nicht am Schlüttli lesme? Muss auch nicht sein. Gäll?
So jetzt habe ich fertig gelaveret, wir wünschen Euch eine ganz gute Zeit – trotz Corona-Einschränkungen – bleibt gesund und ja arrivederci!
Tanti saluti di Cortemilia Heidy e Rolf
Cortemilia, 23. Juli 2021
Liebe Nina
Hier im Süden scheint die Zeit noch mehr Tempo zu haben, in wenigen Tagen heisst es schon wieder Koffer packen.
Wie geht es Dir Nina? Sind Deine Koffer schon wieder ausgepackt und befindet sich in Deiner Wohnung bereits alles wieder am richtigen Ort? So eine Saniererei bringt schon einiges durch-einander… Amila meldete uns gestern, dass jetzt die Balkongläser, welche in Rolfs Zimmer deponiert waren, abgeholt wurden. Man hat sie mit dem Lift wieder hinunter gezügelt. Am Ostbalkon sei das Geländer mit dem Glaseinsatz jetzt montiert! Schön, wir freuen uns, wenn wir fertig einrichten können, wenn wir zurück sind.
Wie war Deine Zeit bei Hermann? Sicher schön und manchmal fängt man ja an von früher zu erzählen…
Auch wir haben unserer Enkelin und ihrem Freund von früher erzählt, wie es noch war, als Amila klein war und später Alisha 3jährig als Waschfrau auf dem Balkon. Eine grosse Gelte vor sich und wie sie ihre Wäsche aufhängte… Schön die Bilder, die auftauchen.
Und natürlich wird auch von den Tieren erzählt, dem kleinen Siebenschläfer, der im Vogelhäuschen hockte und ganz verwirrt war, dass er gestört wurde. Vom Schlüpfen der vielen Libellen, als Amila 4jährig war und wir drei Monate hier waren. Die Libellen wollten ihre Flügel in den Abläufen trocknen lassen, da waren aber die Spinnen, die es nicht gut mit ihnen meinten. Also setzten wir die noch feuchten Libellen auf Gebüsche, wo sie später davon flogen. Das war jeweils am Morgen um 6 Uhr, bis zu 12 Libellen erlebten ihre Geburt.
Dieses Jahr hier macht uns auch traurig, weil unser Freund Mario im Frühling gestorben ist. Aber die Menschen hier sind uns weiter lieb und man pflegt die Kontakte, auch wenn sie wegen Corona noch etwas eingeschränkt sind. Nicht alle sind geimpft…
Eben war ich auf dem Balkon, die Wäsche wollte aufgehängt werden… Die Grillen halten Konzert von den nahen Eichenbäumen. Ob sich der Bienenfresser auch wieder zeigt? Er hockt manchmal auf einem hohen dürren Baum nahe am Balkon. Ja, der Balkon ist hier mein Baumhaus, die Beobachtungsstation!
So und jetzt habe ich genug geplaudert, ich freue mich, Dich bald einmal wiederzusehen oder am Telefon zu hören.
In der Zwischenzeit alles Gute und ganz liebe Grüsse aus Cortemilia, Heidy
Cortemilia - Südpiemontzeit im Juni 2022
Liebe Pia
Wie geht es Dir? Wir hoffen ganz ordeli und dass Du immer wieder etwas Interessantes zu Hören bekommst, Besuche und nette Anrufe, kurze Spaziergänge im Rollstuhl oder mit Rollator, wenn‘s draussen angenehm ist, geniessen kannst.
In Cortemilia halte ich immer wieder mal Ausschau nach neuen Ansichtskarten, aber da kann ich noch lange suchen, die Auswahl wird stets kleiner. Also liess ich es bleiben und dachte, ich könnte Dir mein Sammelsurium vom Juni senden. Vielleicht magst Du ab und zu ein paar Zeilen lesen. - Wenigstens die Schmetterlinge sollen Dich erfreuen!

Beinahe drei Wochen leben wir schon auf dem Hügel – Guzzolo – wird er oben genannt! Ja dort oben gibt’s ein Rundumpanorama, aber wir sind schon sehr verwöhnt mit unseren Aussichten. Und wenn ich durchs grosse Badfenster auf den Weiher schaue, an der Mauer den blühenden Lavendel mit den bunten Sommervögeln sehe, dann bin ich schon sehr zufrieden. Schaut man etwas weiter nach hinten, sieht man öfters Rehe, und sogar der Hase von der Nordweide kam in die Nähe gehoppelt. (Ich hatte erst Rolf gesagt, dass ich eben den Hasen von der Nordseite wieder mal so friedlich im Gras liegen sehen möchte, das war vor einem Jahr im Juli gewesen. Dieser Hase liess es sich gut ergehen, spitzte die Ohren, machte das Männchen dazu und liess sich wieder gemütlich nieder. – EINFACH FRIEDE, so schön.) Obs der gleiche Hase war, weiss ich natürlich nicht, und er legte sich auch nicht hin. Er kam aber zum selben Plätzchen, machte dann aber kehrt um, in Zickzacksprüngen verschwand er wieder weit hinten im Wald. Für mich waren das Glücksmomente, ihm zuzusehen.
Die Hasen auf der Westseite, die ich bei meiner morgendlichen Lauferei wohl aufschrecke, lieben mich aber kaum. Versuche ja zwar sanft zu laufen, auch mit den Stöcken…
Ja, zum Glück gibt’s die Natur, die lässt uns die anderen Sorgen etwas vergessen. Rolf geht’s eher besser hier. Er ist sehr gerne im Haus, muss zwar für in die Wohnküche zwei Stufen überwinden, aber das ist Training! Draussen waren wir zusammen erst zweimal. Es ist oft windig. Und ich habe meinen Beobachterposten auf dem Balkon – den ich als Baumhütte bezeichne. Es gibt also rund ums Haus Plätzchen zum Lesen, Ital. Hören, etc. Nur, das Wetter ist etwas komisch, zwar wird heiss angegeben, hier oben empfinde ich es nicht so, wohl auch, weil oft der Wind bläst. In der Küche ist eben 24° und die anderen Räume sind eher kühler.
Zutun gibt’s einiges, wenn man dann Lust dazu hat… Sonst kommt kaum jemand schauen, der reklamieren könnte. Es ist nicht gejätet, Treppe nicht gewischt, das Geländer schon wieder staubig, Blätter könnte man auch schon wieder zusammenrechen… Aber den Teich habe ich gründlich gesäubert, d.h. von den alten Eichenblättern befreit und nun hoffe ich, dann irgendwann doch noch eine Seerose bewundern zu können. - Geduld, Geduld Heidy!
Ich muss mich nicht beklagen, was ich da alles entdecken kann, ist wunderbar und ich überleg mir ab und zu, zu einer Aufnahme ein Haikus zu schreiben, das wäre eine besondere Herausforderung!?
Besuche gibt’s dieses Jahr sogar mehrere. Rolfs Bruder ist eben mit Jolanda abgereist. War schön sie drei Tage hier zu haben, in Olmo Gentile wieder mal Zmittag zu essen und feststellen, dass sie noch so gut kochen wie vor 30 Jahren! Das Wirtepaar hatte einen kleinen Jungen Guido und wir Amila, die beiden sausten als klein durch die Küche. Jetzt werden sie 35! Alisha kommt ca. Mitte Juli mit Freund für eine Woche her, Amila evtl. später und in der letzten Woche anfangs Aug. kommt ein Pärchen aus Zofingen und nimmt uns dann gleich nach Aarau mit. Ist doch super geplant!
Alles Gute auch nach Suhr/Aarau, nicht zu heiss, zu nass, einfach wunderbar soll‘s sein!
Herzliche Grüsse aus Cortemilia, Heidy

Mit Pflanzen im Gespräch
Heidys & Rolfs Cortese-Garten - Sommer 2018
Gedanken zum Einstieg
Eines Nachts, es kommt ja vor, dass man nicht schlafen kann und es im Hirni rumoret, da kam mir die Idee von den Pflanzen und Gesprächen. In dieser schönen Umgebung, der Ruhe, der Natur, da wird man empfindsamer für das, was um einen geschieht. Nebst Rolf ist kaum jemand da. Noch vor einem Jahr gingen Enza und Mario fast täglich im Keller (Werkzeuge) ein und aus und man hatte Zeit für einen Schwatz. Die Rebberge von Müllers, Becks und Serafinos gaben ihnen viel zu tun.
Ich begann viel genauer zu beobachten, was da alles mit den Pflanzen geschieht und welche Tiere ihr Zuhause bei uns oder in der Nähe haben.
Beim Schreiben merkte ich bald, dass manche Pflanze mit Christiane zu tun hat. Christiane Müller, unsere Nachbarin und Freundin, durch sie und René fanden wir hierher ins Piemont zu unserem Häuschen/Haus Cortese.
Oft führte mich Christiane durch ihren Garten, zeigte mir Blumen, Sträucher und Bäume, die mir oft noch fremd waren, deren Namen ich nicht kannte. Ich schätzte diese Rundgänge durch ihren Garten und lernte für meinen - nur einige hundert Meter weiter oben. Im Januar 2018 ist Christiane fast 80 jährig gestorben. Meine Gespräche mit den Pflanzen sind zum Teil eine Hommage an sie.
Mit dabei:



Hallo Wächter, gäll du schaust zu unserem Häuschen? Vom Balkon aus bestaune ich dich, wie du kerzengerade am Hang stehst. Du trotzt jedem Unwetter, doch der Hagel hat dich 2023 arg zerzaust. Hoffe, du bleibst noch lange unser Wächter.

Zeitschriften und Bücher: Es gab das Bündner Tagblatt, Die Weltwoche, Vaters Fachzeitschriften, das Antonius Blättli, das meine Mutter las, einen rosaroten Bündner Kalender (von dem ich jetzt noch einen Stapel besitze), und evtl. der Sonntag, eine katholische Zeitschrift, die vermutlich mit einer Versicherung angeboten wurde. Da mir ja das Lesen in meiner Kindheit ein Graus war, interessierten mich die Zeitschriften kaum. Bis ich bei meinem Ahni ins «Gelbe Heft» guckte und las «Geh fort, wenn du kannst!» einen Fortsetzungsroman von Luise Rinser, entdeckte. Das interessierte mich heiss, denn ich wusste, ich muss auch fort, kann nicht in Vals bleiben. So kam ich zum Lesen!
Bücher gab es bei uns fast keine, aber die von Dr. Josef Jörger: «Der hellig Garta», Geschichten im Valserdialekt und in der alten Schrift geschrieben von 1920 und «Urchigi Lüt»ebenfalls im Valserdialekt (dieser Walserdialekt wird von den Südtälern Vals, Safien, Avers, Rheinwald gesprochen und unterscheidet sich von den Nordostwalserischen.) Es sind herrliche Geschichten und das Gedicht: «Ja lacha!» werde ich hier als Foto einsetzen:
Foto später
An Kinderbücher mag ich mich nicht erinnern. Später hatten meine jüngeren Geschwister schon welche. Es gab keinen Bücherladen in Vals und an eine Bibliothek erinnere ich mich nicht.
Heute lese ich sehr gerne und ich habe diverse Lieblingsautor:innen. Mich interessiert die Lebensweise besonders von Frauen in uns fremden Kulturen. Auch mag ich ab und zu ein Krimi, kürzlich habe ich einen von Agatha Christie wieder entdeckt. Und natürlich schwärme ich auch für die alten Filme mit Miss Marpel und Hercule Poirot. Aber auch die Krimis von Donna Leon mag ich sehr.

Kreatives Gestalten und Malen
Es gab Zeiten, vor allem im Südpiemont, wo ich zu Farbe und Pinsel griff. Blumensträusse binden und sie dann malen oder Seerosen fotografieren und sie ebenfalls als Gemälde festhalten. Einmal auch sah ich am Fernsehen die Nordsee von oben. Das waren so faszinierende Bilder, dass ich einige von ihnen in meine Fotokamera sperrte, sie später ausdruckte und dann dienten sie mir als Malsujets. Das machte richtig Spass! Viele von diesen Bildern benutzte ich später als Geburtstagskarten.
Mit Schwämmchen Bilder gestalten sagt mir auch zu. Diese Methode benutzte ich gerne, wenn ich bei einem Anlass mit den Teilnehmerinnen Bilder gestaltete, z.B. bei einem Aargauer Frauenkirchenfest gings ums Sonnenblumen gestalten. So auch im Abaustübli da machte sogar sTelli-Grosi 100jährig gerne mit. Entstanden sind bunte Blumenbilder, die später in Teile verschnitten und zu einem Gesamtbild zusammengestellt wurden. Das grosse Bild ziert heute noch eine Wand im Abaustübli. Beim Frauenbund gestalteten wir ebenfalls mit Schwämmchen Tischläufer mit Sujets von Wasserwelten, Frühlingsblumen und Herbstblättern.
Gerne gestaltete ich auch mit Blumen, Blättern, Gläsern Bilder. Ich ordnete sie auf einer weissen Unterlage an und so entstanden meine Blumenfeen, die fotografiert mir später ebenfalls als Karten dienten oder als Buchzeichen z.B. für den Frauenbund als kleine Aufmerksamkeit.

Das Radio: Bei uns zuhause in der Küche und in der Stube lief meistens der Radio fast den ganzen Tag. Meine Lieblingssendung war die Kinderstunde, da kroch ich fast ins Radio. Ich liebte Märchen über alles! Diese Kindheitserinnerungen holten mich später ein und ich wurde selbst Märchenerzählerin. Zurück ans Radio. Ich hatte jeweils Pech, denn bevor die Geschichte fertig war, musste ich mit dem Eimerli zur Sennerei laufen, die Milch holen. Später hörte ich auch gerne Sendungen von Katja Früh, wie hiessen sie noch? «der Freudenkalender» und Hörspiele: So auch ein Treffen von Freundinnen, die div. Themen angingen. Ich muss die Kassette suchen, sie diente mir einmal im Abaustübli als Einstieg zu einer Gesprächsrunde. Übers Radio hat man viel erfahren, gerade, wenn man so abgelegen wohnt, ist das wichtig. Mein Vater hörte jeweils gespannt die Nachrichten um halb eins. Und wir Kinder hatten ruhig zu sein. Ich weiss noch als John F. Kennedy ermordet wurde, damals war ich 10 Jahre alt und ich glaube, das war der Anfang für mein Interesse am Weltgeschehen. Ich konnte mir viele Namen der Regierenden in div. Ländern merken.
Heute noch höre ich gerne die politischen Sendungen zum Beispiel beim Kochen und dann auch von halb eins bis halb zwei. Am Sonntagmittag die Hitparade der 60 und 70er Jahre mag ich auch sehr gerne, da kann ich ab und zu nicht stillhocken, muss tanzen!

Religion
Vals ist ein katholisches Dorf und hatte meist strenge Priester. Beim Religionsunterricht hatten wir eine Zeit lang einen Pfarrer, der es schätzte, wenn man das Gelernte mit bunten Zeichnungen schmückte, und er rühmte meine Malerei. Später in der Oberstufe hatte ich mit dem, was der Pfarrer ab und zu erzählte, meine Mühe, ja was ist jetzt recht? Werden die lässlichen Sünden einem vergeben, ohne dass man zur Beichte geht? Ich war wohl 15jährig, als ich dies im Beichtstuhl den Pfarrer fragte. Von dann an ging ich nie mehr bzw. nur noch selten zur Beichte, denn ich hatte nichts Verrücktes angestellt.
Wir Schüler mussten oft zur Schülermesse und übten Kirchenlieder. Singen lag mir, die Kirchenlieder mit der Orgel begleitet, sind jetzt noch in meinen Ohren. Das half mir auch später, als ich im Kirchenchor Peter und Paul in Aarau mitsang. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Maiandacht. Das Lied «Muttergottes wir rufen zu dir» mit Refrain und Kehrvers. Von der Empore herab tönte die Stimme der Vorsängerin mit dem Vers und wir sangen alle: Maria wir rufen zu dir, nach sechs Versen der Kehrvers Muttergottes wir rufen zu dir. Das war für mich himmlisch schön, zum Schmelzen. Übrigens vom 3. bis 5. August 2026 war ich für eine kleine Auszeit im Kloster Fahr und da sang ich dieses Herzenslied in der Kirche, als nur eine Schwester zugegen war. Tat gut!
Die Marienverehrung wurde irgendwann etwas gestoppt, es passte wohl manchen höheren Geistlichen nicht…
An die Prozessionen mag ich mich auch erinnern. Am Karfreitag alle schwarz gekleidet, auf den Friedhofmauern sassen die Buben und machten einen Heidenkrach mit ihren Ritschgen. Mir als Kind dauerten die Prozessionen einfach etwas zu lange…
Bevor ich ins Unterland ging, wurde ich von Berthers, dem Wirtepaar von Rueras eingeladen mit ihnen nach Lourdes zu reisen, dem Maria-Wallfahrtsort. Ich war 19jährig und sehnte mich nach einem Freund, den ich wirklich lieben konnte. Nicht dass es in Rueras niemanden gäbte, der mir gefiel, aber ich merkte bald, ich werde an diesem Ort bei den Romanisch sprechenden nicht glücklich. So war es klar, dass ich bei der Muttergottes in Lourdes betete, sie solle mir helfen einen guten Freund zu finden und ja auch meinen Vater vom Krebs heilen helfen. Es war Frühling 1972, ich lebte noch nicht lange in Zürich, als mich ein junger Mann anlachte, ein Student, der oft ins Restaurant Culmann kam, wo ich arbeitete. Er hiess Rolf und ist heute noch mein Mann, seit mehr als 50 Jahren!
1974 starb mein Vater und ich war schrecklich wütend, wieso musste er mit 59 Jahren schon sterben, jetzt, wo wir uns doch so gut verstanden? Erst später merkte ich, dass ich wohl dankbar sein sollte, denn mein Vater lebte noch zwei Jahre und mein Freund Rolf und er verstanden sich prächtig, es gab also eine wunderbare Zeit, um sich kennenzulernen. Deshalb auch meine Maria Verehrung heute noch.
Als ich dann ins Unterland nach Zürich kam und auch dort zur Messe gehen wollte, weil wir das von kleinauf so gewohnt waren. Da fühlte ich mich in den Kirchen nicht wohl, bekam jedesmal den Heuli. Also liess ich das- Messe besuchen für längere Zeit auf der Seite. Aber wenn ich an einer Kirche oder Kapelle vorbeikam und die Türen waren offen, trat ich gerne ein und zündete eine Kerze an. Später in Aarau stiess ich auf die ökumenischen Frauengottesdienste. Diese Feiern sagten wir sehr zu. Mit der Zeit half ich bei den Vorbereitungen mit, insgesamt leitete ich zehn Anlässe. Als Erzählerin kamen mir auch Legenden für die Frauengottesdienste gelegen. Das machte mir viel Freude. Leider wurden die FGDs nach 30 Jahren in Aarau eingestellt. Doch gehe ich in der Zwischenzeit auch gerne an die üblichen Gottesdienste. Es ist ein Auftanken. Ich schätze das Seelsorgeteam sehr. Da kommt mir auch meine Mutter in den Sinn, die in schweren Zeiten in der Kirche Trost fand oder beim Pilgern zur Muttergotteskapelle in Vals-Camp an Sonntagen, wo ich und meine Geschwister sie oft begleiteten.

Klostertage – kurze Auszeiten
Die erste Kurzaufenthalt war im Frauenkloster in Solothurn. Ich nutzte die Zeit zwischen Weihnacht und Neujahr für eine kurze Auszeit. Es hatte sehr viel geschneit, der Schnee türmte sich, die Strassen waren gepflügt, aber nicht die Wege für die Fussgänger. Musste man auf die andere Strassenseite, galt es einen meterhohen Schneeberg zu überqueren, was mit Gepäck gar nicht einfach war. An der Klosterpforte erwartete mich eine junge Schwester. Sie zeigte mir das Zimmer. Es war ein sehr kleiner, düsterer Raum mit wenigen Möbeln. – Nicht gerade einladend. Die Schwester zeigte mir auch die Backstube, wo die Schwestern die Hostien herstellten und führte mich zum Speisesaal. Dort durfte ich mit den Schwestern am Tisch sitzen und essen. Nach dem Essen half ich beim Abwaschen mit. Das sei üblich so, dass die Gäste mithalfen. Eine Schwester litt vermutlich an Demenz, sie war besonders anhänglich, setzte sich zu mir. Natürlich nahm ich auch an ihren Gebetsstunden teil.
Das Kloster Ilanz konnte ich auch kennen lernen. Einmal bei den Ilanzer Märchentage, die im Kloster stadtfanden. Und einmal bei einem Sängeranlass. Die Kirche mit ihren bunten Fenstern ist ganz besonders schön.
Probstei Wislikofen: Hier war ich mehrmals. Einmal bei einem FrauenKirchenFest Aargau, das ich mitgestaltete. Ich erzählte ein Märchen «Schöner als Himmel und Erde», Die Räumlichkeiten mit der Wendeltreppe waren ideal geeignet das Märchen zu erleben. In der Tiefe schritt man über alles Mögliche von Materialien, in der Höhe gab es dann das Leichte bis Himmlische zu erspüren. Es war ein beglückender Anlass.
Kloster Fahr: Hier war ich auch einmal bei einem FrauenKirchenFest und ich erzählte ebenfalls eine Geschichte, Legende. Auch dieser Ort war sehr stimmig.
Vom 3. – 5. August 2026 war ich wieder im Kloster Fahr für eine Verschnaufpause. Das Mitfeiern und Mitbeten mit den Schwestern, tat mir gut. Die Ruhe und die Kühle – es war ja furchtbar heiss – in der Kirche war mir sehr willkommen. Ich durfte mit den Schwestern Zmittag und Znacht essen, mit ihnen beten und die Lesung während den Mahlzeiten hören.
Taizé, da reiste ich einmal mit einer Gruppe von der Pfarrei mit. Es waren sehr eindrücklich.
In der reformierten Kirche Aarau werden seit längerem Taizé-Feiern angeboten. Die sind auch schön gestaltet.

Als mein Vater sehr krank war und er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, sagte er zu mir, er wolle nicht zu Hause sterben, denn er habe gelesen – es könne furchtbar sein, er wolle nicht, dass Mama ihn so sehe.
Auch erzählte er mir mal, er habe nie geglaubt, dass eine Liebe lange bestand halten könnte. Ich war da etwa 14jährig, er ca. 20 Jahre verheiratet, als er sagte: «I hen dMamä emmerno gäre.» Ja, sie hatten einen liebevollen Umgang miteinander. Das sah ich oft, die jüngeren Geschwister vermutlich nicht. Mein Vater starb am 27.02.1974 im Spital Ilanz nach vier Jahren Krebskrankheit.
Im gleichen Jahr wie mein Vater, nur Ende Jahr, lag mein geliebtes Ahni im Sterben und es sagte zu ihren Töchtern: «I gaan jetz hei.» «Wo hei», fragten ihre Töchter zurück, und sie antwortete: «Äh, hei zor Muetter.» Auch meine Mutter, als sie am 1. Oktober 2023 in Thailand starb, sagte meinem Bruder einen Tag bevor sie starb, das gleiche. Unsere Mutter reiste im November 2019 mit unserem Bruder nach Thailand und kam wegen Corona nicht mehr zurück. Sie wurde zunehmend dement, aber wenn man mit ihr telefonierte und sie fragte: «Wie hesches?» Lachte sie und sagte: «Äh scho rächt!» Sie war eine zufriedene liebenswürdige alte Frau, es Sönneli für uns. Sie wurde 97 Jahre alt. Die Beerdigung konnte erst im April 2024 stattfinden. Ich gab mir Mühe, den Lebenslauf unserer Mutter zu erzählen.
Tante Trudis Tod
Ich habe dir gesagt, dass ich von Trudi vielleicht etwas Geschriebenes übers Tante Trudis Leben bekommen könnte. Leider ist bis heute nichts eingetroffen. Ich nehme an, dass sie viel zu tun hat. Zwei Todesfälle auf einmal, das kann auch zu viel sein. Sie arbeitet ja noch im Altersheim und da hat sie ja auch laufend mit Menschen zu tun, die Abschied nehmen müssen…
Nun, ich will dir von der Beerdigung berichten, was mir gerade noch in den Sinn kommt: Ursi und ich kamen relativ spät in Vals an, also begaben wir uns direkt in die Kirche. Es waren dort schon einige Leute in den Bänken. Ich setzte mich zum Heleni Rieder, sie wohnt in der oberen Wohnung vom Tante Trudi und ist ihre Schwägerin. Sie meinte, es sei dem Trudi gut ergangen, dass sie sterben konnte.
Na, dies na, füllte sich die Kirche und der Sarg wurde auf einem Wägeli in die Kirche gezogen. Viele junge und ältere Leute trugen Blumen und Kränze herein. Nebst dem Ortspfarrer war auch ihr Schwager, der Pfarrer Markus, dabei.
Von der Empore sag der Jodelchor ein wunderbares Heimatlied und jodelte dazu. Es war sehr schön, vielen kamen die Tränen. Auf der Liederliste war auch das Lied „Maria breit den Mantel aus“ aufgeführt, was ich als sehr schön empfand, und andere Kirchenlieder, zwischendurch sang wieder der Chor. Der Lebenslauf wurde im Dialekt vorgelesen, ev. von einem älteren Enkelkind. Im Dialekt etwas zu hören, ist immer viel persönlicher und kommt emotionaler herüber. Ich kann dir natürlich nicht mehr alles erzählen, nur ein paar Angaben: es gab eine Doppelhochzeit, wer das andere Paar war, weiss ich nicht mehr. Dann die Schicksalsschläge: ihr Vater (eben auch unser Grossvater) kam ja früh in der Postkutsche ums Leben, der Verlust ihrer Schwestern Fränzi, Rosi und Bruder Franz, dann (oder vor dem Franz) ihr Mann verunglückte ebenfalls tödlich. Das alleine Grossziehen der Kinder, Cili war ja noch fast ein Popi.
Wie du weisst, hat unser Tanti ebenfalls viel gebetet, sie war sehr gläubig und hatte keine Angst vor dem Sterben. Ihre ganze Familie hat sie bis zuletzt gepflegt unter der Anleitung von Trudi. Ursi, Trudis Schwester, sagte zu mir, dass es ihnen allen ganz viel Positives gegeben habe, die Mutter auch nach dem Tod schön herzurichten und sozusagen in den Sarg zu betten.
Die Fürbitten hatte auch Trudi vorbereitet und auch die entsprechenden Bibeltexte ausgewählt, wie mirs Thresi am Telefon sagte. Trudi gibt meines Wissens auch Religionsunterricht, sie ist also Fachfrau… In den Fürbitten hörte man „So nimm sie auf in deine Arme und halte sie ganz fest…“ Es waren sehr stimmige passende Fürbitten – eben für ihre Mutter.
Auf dem Friedhof, hinter der Kirche ganz oben in der Nähe von Kreuz hat man den Sarg übers Grab hingestellt und dort blieb er und alle Menschen konnten Abschied nehmen. Die Verwandten verteilten rote Rosen an die Leute, die man dann auf den Sarg legen konnte. Ich hatte einen Rosenstrauss aus Aarau mitgebracht und Ursi und ich legten die Rosen ebenfalls dazu. Die Sonne schien warm, tröstend, der Schnee schmolz, von den Dächern tropfte es leise, die Füsse wurden mit der Zeit kalt und oder nass, da es Pflutsch auf dem Weg hatte.
Anschliessend begrüssten sich all die Verwandten. Trudi und Peppino und Walter waren auch anwesend. Zusammen lief man dann dem Rhein entlang zum Rovenada, dort gab es allerlei Aufschnitt und Käse zu essen und zum Schluss ein Stück Kuchen mit gebrannter Creme. Wir unterhielten uns, z,B. mit dem Onki Lorenz, seinen Töchtern, Walter, Beatrice usw. bis es Zeit war das Postauto zu besteigen und ins Unterland zu fahren.
Es war ein denkwürdiger und schöner Abschied von unserem Tante Trudi, ich bin froh, dass ich dabei sein konnte, Ursi erging es ebenso.
11.3.14/Heidy
Als meine älteste Freundin Maria 93j. starb
Maria kannte ich seit meinem 20. Lebensjahr, als ich sie beim Zigarren Dürr in der Lochkartenabteilung kennenlernte. Ihre Freundschaft war mir wichtig und auch Rolf mochte sie gerne. Wir luden ich ab und zu ein zum Chinesisch Essen in Luzern. Das war jeweils sehr schön, sie war eine Frau, die gerne erzählte, auch hatte sie im Alter noch Russisch gelernt. Sie wohnte in einer Genossenschaftswohnung in Zürich in der Nähe von Örlikon in einem Reihenhaus im 4. Stock mit abgeschrägtem Dach. Ich besuchte sie dort öfters. Als sie über 90jährig stürzte und einen Oberschenkelbruch erlitt, war es Zeit fürs die Pflegeklinik. Als ich sie dort das letzte Mal besuchte, brachte ich ihr Kirschen mit, die sie so liebte. Und wir plauderten und sie sagte: «Lueg of de Chelleturm, gäll äs esch krat 4i?» Ja, sie sah immernoch gut. Aber sie war auch etwas betrübt und sagte: «Ich weiss gar net für was ich gläbt hen?» «Aber Maria!» Weisst du denn nicht, wie wichtig du für mich, damals 20jährige vom Land, warst? Du warst mir ein grosses Vorbild! Du hast lange gearbeitet, vieles hat dich interessiert, hattest Männerfreundschaften, wenn auch keinen geheiratet hast. Du hast dein Leben gemeistert als starke Persönlichkeit. Maria lächelte und war mit der Welt wieder zufrieden. Dann wollte sie unbedingt noch, dass ich sie aufs WC begleitete. «Ohje, kann ich ihr dabei helfen», dachte ich. Und ich war dann doch etwas über ihre vielen Falten erschrocken, sie zeigte mir, wie es eben ist alt zu sein… Kurz nach diesem Besuch starb Maria. Ich hatte an diesem Tag Seerosen gemalt und schrieb dann aufs Bild, «für Maria ein letzter Gruss», rollte es zusammen und nahm es an die Beisetzung mit.
Nina: lernte ich im Abaustübli kennen. Sie war eine kleine feine Frau mit rotem Lockenhaar. Sie spielte gerne allerlei Spiele im Stübli, als sie nicht mehr gut zufuss war, besuchte ich sie manchmal und wir spielten meist Schach, obwohl ich keine gute Spielerin war, hatte sie Freude, wenn ich kam. Sie erzählte mir viel von ihrem Leben und auch, dass sie immernoch gerne schreibe, von Hand natürlich. Ich sortierte einmal meine Poesiekarten und schenkte ihr einen Stapel. Viele von den Karten schrieb sie mir. Es entstand eine schöne Freundschaft. Als von vielen Jahren ihr Mann gestorben war, meldete sie sich bei EXIT an. Sie feierte den 90. Geburtstag, und sagte mal, die habe immer mehr Probleme mit den Augen und für den Rücken bekam sie schon längere Zeit Morphium. Ich war in Italien, als ihr 91. Geburtstag nahte, und als ich nach sechs Wochen zurückkam, meldete man mir, dass Nina mit EXIT aus dem Leben geschieden sei. Ich vermisse sie heute noch. Diese liebe alte aufgestellte Frau. Und ich mache mir heute auch Gedanken über EXIT. Ob dies auch eine Option für mich wäre? Mein Mann kann mich kaum pflegen, meine Tochter hat genug andere Sorgen. Das Altersheim ist irgendwann auch eine Kostenfrage…

Es ist schon Jahre her, da lag ich mal nachts im Bett und fand, als ich wach wurde, was ist denn das neben mir auf der rechten Seite? Es fühlte sich kalt an. Mit dem linken Arm griff ich hinüber und merkte, das ist ja mein Arm. Sofort fing ich an, ihn zu reiben, bis er endlich wieder warm und beweglich wurde. - So ist es also ein bisschen Tod zu sein…

Wir waren in unserem geliebten Südpiemont in unserer «Cortese», so nennen wir die Casa, wie sie früher genannt wurde. Unsere Nachbarn und Freunde Christiane und René Müller wohnten etwas weiter unten am gleichen Hügel. Am 20. September 1917 musste Christiane zu einem Untersuch ins Spital in Alba. Wir boten René an, für ihn zu kochen. Gleichzeitig werden wir auch noch Quitten ablesen, die zu einer feinen Konfi gekocht werden sollten. Das Land ist terrassiert, am Weg vom Tor zum Haus hats rechts Blumenbeete und links prächtige Obstbäume. Rolf und ich machten uns an die Arbeit, Quitten abzulesen. Die untere Terrasse ist gut drei Meter tiefer, auch dort hats Obstbäume und ein tolles Feld mit blühenden Topinambur. Ich stand mit dem Rücken zur Mauer, zupfte an den Früchten und legte sie in den Korb. Da auf einmal stand ich mit einer Ferse in ein Loch, das ich nicht gesehen hatte, da mit Blättern bedeckt, und flog rückwärts in einem Salto auf die untere Terrasse. Ich schrie im Flug laut nein! Vorsichtig versuchte ich meine Glieder zu bewegen, es ging. Rolf kam und half mir auf die Beine. Am Tisch sitzend merkte ich aber bald, das etwas mit meinem Rücken nicht stimmte. So kam ich ins Spital Alba – wo auch Christiane gewesen war – wir trafen einander aber nicht. Man stellte fest, dass ich vier Rückenwirbel gebrochen hatte. Rolf organisierte dann einen Ambulanztransport ins KSA Aarau. Ich musste ein Korsett für längere Zeit tragen. Eigentlich hätten sie mich schon nach 3 Tagen heim gelassen. Aber Rolf war immer noch nicht in Aarau. Der Schock war tief, er hatte grosse Mühe, die Sachen zu packen. Weil er es nie machen musste, war das ein Horror, dabei sagte ich ihm genau, was er mitnehmen musste. Es war wohl nicht die Hälfte, die ich jeweils in den Koffer packte. Ich verzweifelte fast, als er anrief, er sei nun in Aqui Terme, müsse übernachten, da er Durchfall habe und erst ein Medi brauche, um weiter zu reisen. Ich war einfach auf seine Hilfe zuhause angewiesen.
Das Schicksal schlug weiter zu: Christiane unsere Freundin musste sich für eine OP am Herz gefasst machen. Im Oktober feierten René und sie ihre Goldene Hochzeit und wir waren eingeladen, konnten aber nicht dabei sein. Christane starb im Januar 2018, René zwei Jahre später. Wir waren sehr traurig, dann ihnen verdanken wir sehr viel. Sie haben uns ermutigt, doch ein Kind zu adoptieren. Sie hatten zwei Mädchen aus Indien adoptiert. Durch sie sind wir auch zu unserer «Cortese» gekommen. Nach unserer Hochzeit besuchten wir René und Christiane im Südpiemont und verliebten uns in eine 5x5 Meter Ruine im Dschungel an einem wunderschönen Platz mit einem sagenhaften Panorama. Für uns war das ein Ersatz für die Maiensäss und das Mättelti in Vals. Bald war es keine Ruine mehr und es liess sich vergrössern zu einem netten Haus. Seit über 40 Jahren verbringen wir Wochen und Monate dort auf dem Bärgli.

Reisen - Sprachaufenthalte
Wir liebten es mit dem BMW durch das Burgund zu fahren. Im Sept.1978 alleine, ein Jahr später mit Freunden. Wir fuhren viel auf Nebenstrassen, wählten anfangs Tag das Ziel und kurvten über manchen Hügel, Rebberge und durch Wälder. Und, Rolf hatte stets ein Auge für Schlösser, so kam ich zu mancher Überraschung, gegenüber stand La Rochepont, ein wunderschönes Schlösschen! Manches Schloss bestaunten wir nur von aussen, denn man konnte auch enttäuscht werden, vom Inneren. Auch suchten wir gemäss Karte diverse Chateau d’Eau! Wir irrten, es waren Wassertürme, die Wasserversorgung von Ortschafften. %uD83D%uDE09An grösseren Orten hielt ich jeweils Ausschau nach originellen Puppen. Meine Sammlung nahm zu! Einmal übernachteten wir in einer Gaststätte, da sahen wir unser Badewasser über das Dach des Anbaus fliessen. Beim Essen wussten wir nicht immer, was wir bestellten. Einmal gabs Nierchen! Ob wir sie gegessen haben, weiss ich nicht mehr, muss Rolf fragen, der hat fürs Kulinarische ein super Gedächtnis!
Als ich einmal in der Alliance Français einen Kurs in Paris besuchte, kam Rolf am Wochenende zu Besuch. Mont Saint Michel und Saint-Malo wollten wir sehen. Einmal fuhren wir an den Atlantik Austern essen. Wir hatten noch nie welche gegessen und mussten den Ober fragen, wie man das anstellt. Das ganze Personal schaute amüsiert zu. Und ja, wir bestellten noch eine Portion!
Im Febr. 1980 besuchten wir Malta, eine kulturreiche Insel.
Im Juni 1983 mit Moby-Wohnmobil den Loire Schlösser entlang.
In London 1974 (?) waren wir mal zusammen im Eurocenter Englisch lernen einen Monat lang. Rolf konnte sehr gut das amerikanische Englisch, das er sich aneignete, als er einmal zur Kanti Zeit eine Gruppe Amerikaner/innen durch die Schweiz führte. Er kam in die oberste Klasse und ich zu den Anfängern. Es war eine gute Zeit, am Morgen Englisch lernen und am Nachmittag die Museen kennen zu lernen. An diesem Sommer war es sehr heiss, an unseren Gesichtern konnte man abends eine Schicht Russ abwischen. Gewohnt haben wir bei einer Familie in West Dulitch. Es war eine nette Familie mit zwei Mädchen Samantha und Melissa. Wir wollten ihnen am Schluss eine Freude machen und kochten ein Fondue, was keine gute Idee war! Man lernt nie aus, auch beim Schenken…
Die Reise durch Schottland 1976 (?) mit dem Rucksack auf den Rücken mit dem Zug war speziell. Man fuhr wie über die Alpen an Schafweiden vorbei, die Schafe mit Hasenohren, d.h. die Ohren standen gerade hoch, das sah ich noch nie. Im Zugabteil hatte es einen grossen Tisch, da konnte man gut Picknicken und Karten spielen. Wir wunderten uns aber, dass es kein grösseres Eisenbahnnetz gab. Wir in der Schweiz sind da wohl verwöhnt. In Edinburgh hatten wir einen Halt. Da gabs viel zu bewundern. Wir kamen am Loch Ness vorbei, fuhren hoch nach Thurso und dann mit dem Schiff auf die Okney Inseln. Es hatte gestürmt, fast allen wurde es schlecht. Rolf blieb auf dem Deck und trotzte dem Wind. Auf dem Rückweg machen wir auf der Insel Skye einen Halt. Da setzte sich ein grosser Hund an meinen Rücken, als ich auf einer Wiese nahe am Wasser sass. Er mochte mich offenbar. Von Fort William fuhren wir mit dem Nachtzug zurück nach London. Am morgen früh waren die Strassen noch leer und es war wunderbar ruhig. Nie vergessen werde ich wohl, als wir von Frankreich mit dem Schiff nach England übersetzten und es plötzlich kein Wasser mehr hatte – Ebbe! Mein Staunen brachte Rolf zum Lachen. Naja, ich bin halt ein Bergkind…
Später bereisten wir Amerika, in Neu York 1978 (?) besichtigten wir unter anderem das Empire State Building bei Tag – es war klare Sicht – und bei Nacht der Sternenhimmel! Es war verrückt, die Strassenschluchten von oben zu sehen. Übernachtet hatten wir bei der Familie Nussbaum, Bekannte von Rolfs Familie. Weiter gings nach Los Angeles. Auch hier war das Wetter klar, bei Ankunft nachts erschien uns Los Angeles als funkelndes Diamantennetzt, am Tag beim Abflug als riesen Patchworkdecke. Schlecht in Erinnerung habe ich nur den Besuch des Rummelplatzes. Ich dachte, ich könne meinen Schatz nicht allein auf eine wilde Bahn gehen lassen. Meinem Magen bekam das gar nicht gut... San Franziscos, die Stadt, die Rolf am besten gefiel, wohl weil er schon mal hier war. In einem Restaurant wollten wir Pizza essen. Nur, welche Grösse? Es gab von 1/8, 1/4, 1/2! Da wir uns nicht auskannten, fragten wir am Nachbarstisch, welche Grösse sie eben essen. -es hiess 1/8! Da werden also grosse Blechpizzas gebacken und dann aufgeschnitten! Eine neue Erfahrung! Weiter reisten wir durch Petri feist Forest und zu den Redwoods bis wir endlich in Seattel ankamen, wo wir Jolyn und John besuchten, eine Freundin, die ich in Paris kennen lernte, die dort Art studierte.
Das war eine sehr erlebnisreiche Reise.
Wir besuchten auch Venezuela, wo Rolfs Bruder Heinz während fünf Jahren bei der Wander AG arbeitete, er stellte Ovomaltine her.
Wir wohnten bei ihnen. Hier musste man alles in Büchsen verstauen, sonst hatte man Ameisen in der Küche. Mit Jolanda und Söhnchen Nico reisten wir auch ans Meer. Ich mag mich noch an die Regengüsse erinnern, ein paar Minuten und dann wieder Sonne. Schöne Zeit.
- Reisen ins Piemont immer wieder, seit 1985
- Wien mit Rolfs Eltern, ich wurde das Fräulein genannt, trug ein rotes schönes Strickkleid, aber eben Rolf und ich kannten uns noch nicht manches Jahr… Was wir speziell besichtigten, weiss ich leider nicht mehr.
- Budapest, org. Städtereise, die Mattias Kirche hat mir besonders gut gefallen, ebenso das Regierungsgebäude, ein Riesenpalast! Mit den Desserts hatte ich Mühe.
- Prag eine Busfahrt mit Marlise Karaus, das war wohl ein Christchindlimärt.
- Collmar
- Strassbourg
- Hamburg Expo besucht.
- Deutschland, Neuschwanstein, bis ich endlich merkte, dass Rolf mir ein besonderes Schloss zeigen wollte! Stuttgart, Aachen bei Freunden, da habe ich das Salatwaschen in schlechter Erinnerung…
- Frankreich - Loire Schlösser mit Wohnmobil, fantastisch!
- Burgenland, Blumau Hundertwasser Anlage, mit Wohnmobil und mit Tochter, eine tolle Reise und ich mag die Hundertwasser Häuser heute noch sehr!
- Elba, einmal mit meiner Schwägerin und Rolfs Tante, einmal mit Rolf und Tochter. Leider bekam Rolf einen Gichtanfall, was dann das Unterwegssein mühsam machte. Und ich musste mit dem Auto zurück ins Piemont fahren.
- Island, org. Wir waren eine tolle Gruppe und hielten dann noch Jahrzehnte lang miteinander Kontakt. Übernachtet hatten wir in Schulinstituten, die Betten der Schulkinder waren schmal und nicht sehr bequem. Die heissen Quellen, wo man den Fisch in der Nähe rauszog und dann gleich kochen konnte! Wir bewunderten Geysire, Schluchten, Wasserfälle, Lavafelder, Felswände mit den Pappageientaucherli und anderen Vögel, Schafweiden und ja es gab Sandstürme, dann Regen und sogar einen Schneesturm, alles in kurzer Zeit, dann lachte die Sonne wieder und in Reykjavik badeten die Menschen bei knapp 20° Aussentemperatur! Schade war nur, dass ich auf der Tour krankheitshalber einen Tag in Akureyri im Hotel bleiben musste… Übrigens Rolf gab da das Rauchen auf! Von den Mitreisenden im kleinen Car gab es wenige, die rauchten, als seine Zigis ausgingen, bat Rolf noch ab und zu um eine bei den Rauchern. Aber eben wir waren unterwegs und zu dieser Zeit waren die Kioske noch rar, also gab er das Rauchen auf! Er, der 2-3 Päckchen rauchte (aber mir nur die Hälfte zugab!)
- Tunesien, org. Frauengruppe, Kamelritt durch die Wüste an meinem 50. Geburtstag im April 2003! Ein unvergessliches Erlebnis mit lieben Frauen, die auf meine Sorgen um meine Tochter, die als Teenie schwanger war, beruhigend auf mich einwirkten. Die Wüste war unglaublich schön und die Kamele, liebenswürdige Tiere und ihre Begleiter schätzte ich sehr.
- Sardinien, org. mit Rolf und Tochter. Die Korkwälder habe ich in spezieller Erinnerung und die schönen Buchten, die Schwimmversuche der Tochter…
- Portugal, eine Reise zu unseren Freunden Uschi, José, Tanita und André. Sie wohnen in E. und haben eine Windmühle mit Sicht aufs Meer. Uschi verwöhnte uns gerne mit speziellen Salaten und Spezialitäten. Wir reisten umher, besuchten Lissabon, dort habe ich streunende Hunde in einem Park in negativer Erinnerung. Wie die Hunde einander plagen konnten, schrecklich. Wir reisten nach Porto, wo ich Rolf leider bat mit auf den höchsten Turm Europas zu steigen und er fast nicht mehr runter kam… ein Drama. José, als Pfleger wusste Rat und so blieben wir noch und reisten weiter, besuchten auch Fatima, den Maria Wallfahrtsort. Unsere Tochter und die beiden Kinder verstanden sich gut, es war schön!
- Marokko 2x, das 2. Mal mit Rolf, mein 60. Geburtstag im April 2013 auf dem Esel gefeiert! D.h. die Anwesenden mussten bei aller Hitze uns zwei Geburtstagskinder auf den geschmückten Eseln durchs Dorf begleiten… Marokko finde ich einfach wunderschön! Die alten Städte, Fès, Meknès, Marrakesch, Rabat, Ouarzazate, die Siedlungen der Berber, die Kasbahs, die Moscheen und Märkte.
- Apulien, Carreise, Besichtigung der Trulli und Olivenplantagen, Türme, Städte und den Ort der Naturwohnungen von Matera. In Bari musste Rolf mehrere Stunden im Spital verbringen…
- Ausflüge mit dem Circolo della svizzera: Turin, Savona, Mailand u.a.
- Australien, 2017, als meine Schwester Berta den 60. Geburtstag feierte. War sehr schön!
- Sri Lanka, das erste Mal ging es um die Adoption unserer Tochter und den Besuch von einem Terre des hommes Projekt in Nuara Elia. Das war sehr eindrücklich, die Kinder im Heim zu besuchen und eine Frau mit ihrem Kind mit Klumpfuss besuchten wir in ihrer Hütte, die sehr klein war. In unserer Tdh-Arbeitsgruppe AG unterstützen wir diese Tdh-Projekte. Mit korrekturbaren Gipsen kann man solche Kinderfüsse richtigstellen und so wird das Laufen möglich.
In Nuara Elia hat es viele Teelandschaften und wir besuchten eine Teefabrik. Der ganze Ablauf von der Teegewinnung interessierte uns. Es sind vor allem viele Frauen, die in den Plantagen arbeiten. Ihre leuchtenden farbenfrohen Kleider fallen auf, die Saris sind wunderschön. Nur in diesem Jahr herrschte noch Krieg im Land und wir durften nicht überallhin fahren.
Bei der 2. Reise zusammen mit unserer Tochter machten wir eine Rundreise und zeigten ihr das Land, wo sie geboren wurde. Die Buddas haben ihr ganz besonders gut gefallen. - Rom: Da gibt’s eine ganz besondere Vorgeschichte, Rolf ist mal «abgehauen» und kam statt nach Savona nach Rom. Dort gefiel es ihm so gut, dass er mir mailte, er müsse mir unbedingt diese Stadt zeigen. Und so reisen wir mal mit einer Reisegesellschaft hin. Ja, Rom ist wirklich sehenswert! Und wenn man die Vorgeschichte noch kennt, sowieso! %uD83D%uDE09
- Engadin: Winterferientage mit Schwester Ursi: Vögel füttern, Wandern, Kutschenfahrt, das Essen geniessen - herrlich!
- Skiferien: Früher gingen Rolf und ich mit Rolfs Freunden Skifahren in der Lenzerheide oder einmal nach Wengen. Dort fuhr ich den Zielhang hinunter im Zickzack, ein Pärchen schulterte ihre Skis und sie liefen hinunter, Rolf und Max sausten hinunter und waren lange nicht mehr zu sehen, ich landete im Gebüsch und schimpfte!
- Amsterdam Frühlingn2022: Eine Schiffsreise, das ist wohl eine gute Sache, wenn man nicht mehr so gut zu Fuss ist, dachte ich. Man konnte diverse Besichtigungen buchen, was wir taten, nur als es dann ans Aussteigen ging, hätte Rolf eine lange Treppe hochsteigen müssen, also wurde nichts mit der Besichtigung der Kohlewerke, Erzwerke etc. Ich ging also alleine und er blieb im Schiffrestaurant, Gottlob gabt’s Bier! Für ihn war es eine Enttäuschung, wenn ihm auch Amsterdam auf den Wasserstrassen gefallen hat. Mir machten die Tulpenfelder und Gärten viel Freude. Ebenso die Schiffsfahrt bei Tag und bei Nacht! Köln bei Nacht vom Schiff aus zu sehen ist einfach fantastisch, aber auch die Gaswerke am anderen Ufer waren speziell, ich blieb viel wach und schaute immer wieder, wo sind wir jetzt? Die Stellen mit den Wehren waren auch ganz besonders, wenn man das erste Mal eine Flussreise tut.
- GOA Indien: Eine Ferienwoche. Wir hatten ein Hotel gebucht und wurden vom Flughafen hingefahren. Es war eine schöne Ferienanlage nahe am Meer, da hätte man stundenlang am Strand laufen können, nur Rolf war noch nie ein Läufer, er setzte sich lieber in eine Strandbar und schaute dem Treiben zu. Man konnte Wasserski fahren und anderes mehr. Nur ich bin kein Wassermensch. Eine Rundfahrt mit einem kleinen Schiff machten wir und konnten Delfine beobachten. Ein Ausflug brachte uns nach Hampy eine alte Ruinenstatt. Das interessierte Rolf sehr, was es da alles zu sehen gab. Auf dem Rückweg übernachteten wir in einem Hotel und assen in der Gartenanlage. Es duftete herrlich nach indischem Essen, das wir beide sehr lieben. Nur, ich als Frau, machte einen Fehler, winkte einem Boy er solle doch bitte etwas von Geschirr abräumen, oh je, das kam gar nicht gut an! Es war nämlich der Bringboy und nicht einer zum Abräumen! Er verschwand also beleidigt und irgendwann brachten wir es dann doch noch fertig, dass wir bezahlen konnten! – Ich, nein, Indien besuche ich nie wieder! Solange Frauen als zweitklassig angesehen werden….





